ZWISCHEN DEN ZEITEN
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дея этого фотопроекта родилась неслучайно. Сейчас я не могу
свободно и легко посетить Россию, свой родной город, навестить
близких, обнять маму и брата. Боль от утраты папы, ушедшего
в последний день сентября 2021 года, не стихает, а только усиливается. Усиливается еще и потому, что из-за войны я не могу спонтанно
полететь в страну, в которой я родилась и прожила больше половины
своей жизни, чтобы сходить на могилу к папе. Побыть с ним, поговорить в одиночестве.
Новые технологии съемки на расстоянии - „remote photography“ - с помощью приложения Shutter App
Studio и старые добрые, фотографии из семейных архивов, отсканированные в лаборатории пленки, помогли мне виртуально попасть в родной город.
Я прогулялась по парку, где не раз в детстве
обдирала коленки, заглянула в школу, где училась…
А еще увидела зимние пейзажи Волги и зашла в дом, где прожила больше половины моей жизни.
Ключевое слово здесь - виртуально. И это
виртуальное путешествие в родные места стало возможно благодаря людям, которые при всех развивающихся иновационных техниках, остаются главными помощниками. Моя подруга, с которой мы общались через мессенджер, договаривались
о съемках, была,по сути, моей рукой и штативом одновременно. Она показывала мне мой сегодняшний родной город. А мама перефотографировала
на телефон семейные фотографии и, как бы это
ни звучало, отправила меня в прошлое. Где все
были живы и здоровы.
В сегодняшней реальности осуществить это, конечно, возможно, но связано с большим количеством затрат - моральных, временных, финансовых, в конце концов. Но я нашла выход. Благодаря фотографии, которая всегда для меня открывает новые двери, помогает преодолевать препятствия, выходить за рамки человеческих возможностей и стирает границы.
Я все еще где-то между здесь и там, между прошлым и настоящим.
Но боль, кажется, стихает.
Или это кажется?
МЕЖДУ ПРОШЛЫМ И
НАСТОЯЩИМ
Die Idee zu diesem Fotoprojekt
„Zwischen den Zeiten“ ist nicht zufällig entstanden. Derzeit habe ich kaum die Gelegenheit, meine Heimatstadt und meine Verwandten ohne unzählige Hindernisse zu besuchen. Der Schmerz über den Verlust meines Vaters, der plötzlich im September 2021 von uns gegangen ist, lässt nicht nach, sondern verstärkt sich nur. Es verschärft sich auch, weil ich wegen des Krieges nicht mehr frei, spontan und ohne Überlegungen in das Land fliegen kann. Ich kann nicht fliegen, um meine Mutter und meinen Bruder zu umarmen. Ich kann nicht zum Grab meines Vaters gehen, bei ihm sein und alleine mit ihm in Gedanken reden. All dies jetzt, im realen Leben ist derzeit noch möglich, ist aber mit einem großen Aufwand verbunden. Aber ich habe einen Weg gefunden. Dank der Fotografie, die mir immer wieder neue Türen öffnet und mir die Möglichkeit gibt, Grenzen zu überwinden, über menschliche Fähigkeiten hinauszugehen und dorthin zu gelangen, wo es unmöglich ist, hier und jetzt zu sein.
Neue Technologien wie remote photography mit Shutter App Studio und die guten alten Wege, auf die Bilder zu kommen, wie Fotos aus Familienalben, und im Labor gescannte Filme, halfen mir, virtuell in meine Heimatstadt zu „reisen“. Um einen Spaziergang im Park zu unternehmen, in dem ich in meiner Kindheit mehrmals die Knie verletzt hatte, den Kindergarten und den Schulhof zu besuchen…
Und auch, um die Winterlandschaften der Volga zu bewundern und das alte Plattenhaus, in dem ich mehr als die Hälfte meines Lebens verbrachte, wieder mal zu besichtigen. Das Schlüsselwort hier ist virtuell. Diese virtuelle Reise wurde dank Menschen möglich, die trotz der innovativsten Techniken die wichtigsten Personen bleiben, die das Projekt möglich gemacht haben. Meine Freundin, mit der ich per Messenger kommunizierte und alle Fotoaufnahmen im Detail besprochen habe, war tatsächlich meine rechte Hand und ein Stativ zugleich und zeigte mir meine jetzige Heimatstadt. Und meine Mutter. Die fotografierte Familienfotos auf ihrem Handy ab und führte mich tatsächlich in die Vergangenheit. Wo alle lebendig und gesund waren.
Ich bin immer noch irgendwo zwischen hier und jetzt, zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Aber der Schmerz scheint nachzulassen.
Oder scheint es nur so?
- was soll denn fotografiert werden? 15:10
- ich checke gleich die Internetverbindung und dann gehen wir fotografieren. 15:11
- kostet diese App etwas? 15:12
- Oxana, was müssen wir heute machen? Das Haus von außen fotografieren? 08:54
- Das Wetter heute ist nicht sonnig. Ist es wichtig für dich? 08:55
- nein, sie ist kostenlos. 15:12
- Ich bin hier. 12:51
- Ich auch. 12:52
- Schon wieder kein Internet? 12:53
- Ich höre dich. 12:53
- Es ist schön geworden. Und das Wetter machte mit. 14:40
- die Bilder können nicht runtergeladen werden 14:30
- hast du noch Speicherplatz auf deinem Smartphone? 14:30
- Hallo, liebe Olga! 08:24
- ich fühle mich nicht besonders gut heute 08:26
- wir müssen weitermachen. 14:41
- viel aufnehmen 14:41
- aber wir sind auf dem richtigen Weg 14:41
- und ich werde dich, natürlich, erwähnen 14:43
- im Buch 14:44
- oder auf einer Ausstellung 14:44
- wir sind ein Team! 14:44
- ja! 14:44
- das kann nicht damit zu tun haben 14:30
- oder doch? 14:30
- ich habe genug Speicherplatz 14:31
- es ist bewolkt, keine Sonne 21:15
- der Sonnenuntergang morgen ist erst um halb fünf, sollten wir schaffen 21:17
- lass uns doch früher anfangen 21:17
- in der Nähe von meinem Haus 21:17
- und hier machen wir es länger 21:18
oben: Ulyanovsk, 1970, Foto aus dem Stadtsarchiv
rechts: Ulyanovsk, November 2022, remote photography via Shutter Studio Applikation
links: Gontscharow-Heimatmuseum, Ulyanovsk, 1970, Foto aus dem Stadtsarchiv
rechts: Gontscharow-Heimatmuseum, Ulyanovsk, November 2022, remote photography via Shutter Studio Application
Ulyanovsk, 1971, Portrait meiner Mutter, aufgenommen im pädagogischen Institut Ulyanovsk.
Fotoscan aus dem Familienarchiv
Das Hauptgebäude des pädagogischen Instituts Ulyanovsk, November 2022, remote photography via Shutter Studio Application
links: Meine Eltern im Innenhof unseres Hauses, 1972, Fotoscan aus dem Familienarchiv
rechts: Der Hauseingang, November 2022, remote photography via Shutter Studio Application
links: Portrait von mir im Kindergarten, 1977, Fotoscan aus dem Familienarchiv
rechts: Der Kindergarten, November 2022, remote photography via Shutter Studio Application
links: Portrait meiner Familie: meine Eltern, mein Bruder und ich, 1981, Fotoscan aus dem Familienarchiv
rechts: Screenshot vom WhatsApp - Telefonat, November 2022, Meine Familie: meine Mutter, mein Bruder und ich
Mein Vater, 1982, abfotografiertes BIld aus dem Familienarchiv
Derselbe Platz in der Wohnung, Dezember 2022, remote photography via Shutter Studio Application
- Oxana, können wir heute früher anfangen? Um 12:30? 07:19
- hallo, junge Dame? 08:49
- können wir früher anfangen? 08:50
- ich bin da 09:48
- eine Minute bitte 09:48
- muss meinen PC einschalten 09:48
- soll ich reingehen? 09:48
- Hallo. Am Samstag kann ich bis 15 Uhr. Der Sonntag ist noch nicht verpalnt. 20:57
- es läuft. Bin am Arbeiten. 20:58
- wollen wir beide Tage buchen? 21:36
- alles wie schon geplant, um 13:00 Uhr bei meiner Mutter 03:39
- ich gehe mal endlich ins Bett 03:39
- ok! 07:03
- wie schön, dass wir gestern Bilder aufnehmen konnten! Heute ist ja....
links: Gruppenbild der Schülern im Park, 1990, Fotoscan aus dem Familienarchiv
rechts: derselbe Ort im Park, Ulyanovsk, Oktober 2022, remote photography via Shutter Studio Apllication
oben: Studierende der Universität
Ulyanovsk vor dem Museum der Heimatkunde, 1992, Fotoscan aus dem Familienarchiv
rechts: derselbe Ort am Museum der Heimatkunde, Ulyanovsk, November 2022, remote photography via Shutter Studio Apllication
oben: Meine Eltern im Wohnzimmer, Ulyanovsk, 1995, Fotoscan aus dem Familiensrchiv
rechts: Dasselbe Wohnzimmer, Januar 2023, remote photography via Shutter Studio Application
- hallo, Oxana 14:58
- lass uns das Wochenende planen. Wann, wo und was wird fotografiert. 14:58
- brauche orientierung, bitte 14:59
- ich habe meinen Termin verschoben 15:43
- Olga ))) können wir heute fortsetzen? 23:36
Gestern
- was und wo? 05:54
- diese Woche kann ich bis 16:00, dann muss ich arbeiten 05:05
Mo.23.01
- hallo
16:43
- fahren wir heute?
16:43
- können wir heute fortsetzen? 10:01
- schaffe leider nicht - um 15 Uhr muss das Kind zum Schwimmunterricht bringen 10:01
- morgen habe ich Zeit 10:01
- übrigens, wir gehen zum Ufer 10:01
- ok, dann machen wir es morgen vormittag, danach habe ich Seminare an der Uni 10:01
- ok 10:01
- zu Fuss oder mit dem Auto? 14:02
- bringe das Auto in die Garage und gehe dann zum Bahnhof 14:03
- da gibt es Weihnachtsbäume und Beleuchtung 14:03
- ok, lass uns gehen 14:03
- nein
16:43
- lass es morgen machen
16:43
- obwohl wir brauchen nicht so viel Zeit
16:43
- ja, ok
16:43
- machen wir doch heute
16:43
oben: Ich und meine Freunde am Lenin - Platz, Ulyanovsk, 1998, Fotoscan aus dem Familienarchiv
rechts: Lenin - Platz, Ulyanovsk, November 2022, remote photography via Shutter Studio Application
links: meine Mutter im Stadtpark, Ulyanovsk, 1998
Fotoscan aus dem Familienarchiv
rechts: derselber Platz im Stadtpark, Januar 2023, remote photography via Shutter Studio Application
BILDQUELLEN:
privates Familienarchiv
Bilder aus dem Internetarchiv: https://pastvu.com/p/1350230
Google map
Screenshots der Mitteilungen in social media
Zunächst richtet sich mein Dank an meine Familie, an meine Mutter, meinen Bruder und an meine Freunde, die die Projektidee sofort unterstützt haben.
Vielen Dank an Diana Sellier für die Beratung in Typografie. Lieben Dank an Chayenne Freitag, die bei der Übersetzung mitgewirkt hatte. Für immer offene Ohren in Fragen zur Gestaltung und Bildauswahl danke ich
Susanne Brügger. Auch bei dem Fotolabor „Svetlana“in meiner Heimatstadt Ulyanovsk möchte ich für das Scannen der Filme danken.
Ganz herzlichen Dank für die technische Unterstützung an meine Freundin Olga Samoshilova, ohne ihre Hilfe vor Ort in Russland wäre wahrscheinlich dieses Projekt nicht entstanden.
Fotografien und Text : Oxana Guryanova
Buchgestaltung und Bildlayout : Oxana Guryanova
oxanaguryanova.com
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