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© WBT - David samyn

An der schönen Semois entlang

Mächtige mittelalterliche Festungen

+1 Wanderung Fahrradtour


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An der schönen Semois entlang, mächtige mittelalterliche Festungen Diese schöne Route führt u. a. zum Schloss von Herbeumont inmitten des Ardenner Waldes. Am Ende der Route entdecken Sie die Burg von Bouillon: Sie wirft seit nunmehr 1000 Jahren ihren Schatten auf den kleinen Ort und hat die Geschichte des Dorfs geprägt.

Herbeumont

Bouillon

20 km

N89 N819

La Semois

Rochehaut N89

N893

La Semois

Les Hayons

Corbion Bouillon N810

N884

Cugnon Dohan 2

N865

Herbeumont

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N884 N83

2

N83


1. Das Schloss von Herbeumont

Der Eintritt ist frei.

Das Priorat Conques

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Rue du Château 6887 Herbeumont +32 (0)61 41 24 12 www.herbeumont-tourisme.be

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In den Ardennen verschmelzen Schlösser mit Felsen: Das Schloss von Herbeumont bildet eine Einheit mit der Natur und beeindruckt aufgrund seiner Kargheit. Lange Zeit war es uneinnehmbar und erfüllte die Aufgabe, die Wege zum Königreich Frankreich – der eine nach Sedan und der andere nach Carignan – zu überwachen. Bis ins 16. Jahrhundert hinein verbrachten die Schlossherren hier nacheinander glückliche Tage. Dann forderte das Aufkommen der Artillerie eine vollständige Umgestaltung von Festungen. Herbeumont blieb keine Ausnahme. Die Mauern wurden kanonenfreundlich umgestaltet und Türme hinzugebaut. Die Mühen sollten jedoch umsonst gewesen sein. Die Mauern konnten den 1657 durch Ludwig XIV. entsandten Truppen nicht standhalten. Das Schicksal von Herbeumont wurde, wie das zahlreicher anderer Schlösser, vorzeitig besiegelt. Die Schlossruinen wurden 2009 restauriert, wodurch wir heute einen Eindruck von der einstigen Macht des Schlosses erhalten. Die Mauern bieten auch heute noch ein wunderschönes Panorama über die Semois.

Flussaufwärts von Herbeumont schmiegt sich das Priorat Conques an einen alten Flussarm der Semois. Die Trappisten-Zisterziensermönche der Abtei von Orval wählten diesen idyllischen Ort für ihr Kloster. Im Mittelalter machten karge Böden jede Art des Anbaus unmöglich. Aus diesem Grund griffen die Mönche zur Bewirtschaftung auf die umliegenden Wälder zurück. Bis ins Jahr 1795 lebte die Gemeinschaft dort friedlich. Den Fluss durchwatend verließen sie dann auf der Flucht vor den Revolutionären ihr Kloster. Das Kloster blieb anschließend mehr als 500 Jahre verlassen und ist heute ein Luxushotel.

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© WBT - Joseph Jeanmart

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2. Die Burg von Bouillon In einer ihrer schmalen Windungen bildet die Semois in Bouillon beinahe eine Insel und somit einen strategisch vorteilhaften Ort. Dies weckte das gierige Interesse der Herren... Im 10. Jahrhundert wurde die erste Burg auf einem Felsvorsprung errichtet und zum zentralen Standort zwischen Ober- und Niederlothringen. Am Fuße der Burg entwickelte sich im Mittelalter ein Städtchen, das dem Fürstbistum Lüttich unterlag. 1672 erwarb das französische Haus La Tour d’Auvergne das Herzogtum. Bis zur Französischen Revolution blieb Bouillon die Hauptstadt eines souveränen Staates unter dem Schutz des Königs von Frankreich. Obgleich die Burg heute nicht mehr ihrem Aussehen im 10. Jahrhundert gleicht, lohnt sich der Umweg gewiss, denn die Spuren des Herzogs Gottfried sind immer noch spürbar. Eine Wendeltreppe führt ins Ritterzimmer und es scheint, als könnte jeden Augenblick der Schatten des Heerführers des Ersten Kreuzzugs wiederaufleben. Die Burg ist inzwischen ein offenes Buch, das sich der Entwicklung der Militärkunst widmet. Sobald wir durch das Fallgatter schreiten, eröffnen sich uns fächerförmig Scharten und Öffnungen. Jedes Verteidigungselement ist erhöht angebracht. Der Gottfried-Saal und das gotische Gewölbe sind in den Felsen gehauen und verkörpern den ursprünglichen, mittelalterlichen Charakter der Burg vor den Umbauarbeiten durch Vauban, den Militärarchitekten Ludwigs XIV. In den Burgmauern geht die Begeisterung weiter: Aus den Ruinen fliegen Greifvögel hinauf in den Himmel und verzaubern uns mit ihrer Eleganz. Dieses Spektakel erinnert an die Falkenjagd, eine alte Jagdmethode. Esplanade Godefroy, 1 6830 Bouillon +32 (0)61 46 62 57 www.bouillon-initiative.be

De

Außerhalb der Saison montags bis freitags von 13-17 Uhr und am Wochenende von 10-17 Uhr geöffnet. Von April bis September täglich von 10-18 Uhr geöffnet. Im Januar von montags bis freitags geschlossen und am Wochenende geöffnet.

Das Kloster der Sépulcrines In Bouillon sticht am Ufer der Semois ein imposantes weißes Gebäude ins Auge: das alte Kloster der Sépulcrines. Gottfried von Bouillon gründete den Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem mit dem Ziel, den christlichen Glauben auf heiligem Boden zu verbreiten. 1626 erlaubte der Fürstbischof von Lüttich den Ordensfrauen vom Heiligen Grab zu Jerusalem den Bau eines Klosters in Bouillon. Nach der Revolution 1790 beherbergte das Kloster im 20. Jahrhundert eine Brauerei und eine Schmiede, bis es zu heutigen Zeiten erneut von Gottfried von Bouillon eingenommen wurde – eine wahrhaftige Rückkehr in die Geschichte. 4


Das Schloss von Dohan

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Im Mittelalter war das Dorf ein altes herrschaftliches Gebiet, das zum Schutz bei der Flussüberquerung erbaut wurde. Händler konnten die Reise über Bouillon vermeiden, indem sie hier die Semois überquerten. Dieses Geschäft war für Dohan dank der erhobenen Abgabe ein rentables Geschäft. Der Anfang des 17. Jahrhunderts neu erbaute Herrensitz aus Schiefer und Sandstein ist Erbe dieser feudalen Zeit und thront noch heute stolz über der Semois.

Die Abtei von Cordemois

© Christel François

Überqueren Sie die neogotische Brücke „Pont de la Poulie“, und gehen Sie die wunderschöne Semois-Route entlang. Dieser Weg führt Sie zur Abtei von Cordemois oder Cerfontaine. Der neogotische Stil der Abtei ist unverkennbar und erinnert an die Abtei von Orval, die durch denselben Architekten, Henry Vaes, entworfen wurde. Die Nonnen empfangen täglich Besucher in ihrer Gemeinschaft. Ein kleiner dazugehöriger Laden bietet Produkte an, die in der Abtei hergestellt werden. Die Burg le Duc

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Man sagt, diese Burg sei die erste von Gottfrieds Vorfahren errichtete Festung gewesen. Diese kleine Festung aus karolingischer Zeit (9. Jahrhundert) zu erreichen nimmt etwas Zeit in Anspruch. Hierzu gehen Sie ein Stück am GRFernwanderweg (Sentier de la Grande Randonnée) und ab Senseruth am Grand Ruisseau entlang. Derweil bedeckt Heidekraut die für immer ruhende Burg wie ein Teppich.

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Die Feenburg Die Burgruinen befinden sich auf der Straße von Mortehan nach Bertrix. Über einen Flur bzw. das Vorzimmer gelangt man in die Burg. Die dicken, terrassenförmigen Mauern regen unsere Vorstellungskraft an. Im Mittelalter ragte ein 18 m hoher und 13 m breiter Bergfried über diesem äußerst strategischen Standort. Er ist umgeben von den Bächen Munos und Monceux und lädt seine Besucher zum Betrachten ein. 5


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Nachdem Sie die Brücke „Pont de la Poulie“ überquert haben, führt der Weg rechts nach oben. Wir folgen dem Verlauf der Semois, die weiter unten fließt und ihre langen smaragdgrünen Arme in die Landschaft ausstreckt. Der Weg führt zur Abtei von Cordemois. Auf die Route folgen ein Weg und anschließend ein gewundener Pfad. Am Moulin de l’Epine in herrlich einsamer Lage gelangen wir wieder zum ursprünglichen Flusslauf der Semois. Wir verlassen den Fluss und gehen einen Saumpfad hinauf. So gelangen wir zum Aussichtspunkt der Epine und dem wunderschönen Aussichtsturm über Bouillon. Von hier aus ist der schwindelerregende Abstieg in das Gottfried-Städtchen gut erkennbar.

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Alle Wege führen nach Bouillon... Wir verlassen diese tausendjährige Stadt und erblicken dabei die Brücke „Pont de la Poulie“, die sich im klaren Wasser der Semois spiegelt. Ihre Steinbögen bilden vor der Burg von Bouillon einen wunderschönen Vordergrund. Diese großartige Festung wurde bis ins 19. Jahrhundert von den aufeinanderfolgenden Burgherren umgebaut und gewann durch den berühmten Heeresführer des Ersten Kreuzzuges, Gottfried von Bouillon, großes Ansehen.

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Zu Fuß in die Höhenlagen von Bouillon


Pont de la Poulie

2:30 h

7 km

N828

Moulin de l’Épine

La Semois

Belvédère Bouillon

N828

Ab. de Cordemois .

Pont de la Poulie Château

La Semois N83

Graphique pied Bouillon 337 m

Mittel • Tipp: Statten Sie sich mit Wanderschuhen aus, die den Knöchel gut stützen. Steiler Abstieg vom Aussichtsturm. • Schwierigkeitsgrad: Wanderschuhe sind unumgänglich, um die steilen Wege dieser sportlichen Wanderung zu bewältigen.

225 m

225 m

Belvédère

Bouillon

Bouillon

• Start: Auf der Höhe der Brücke „Pont de la Poulie“ (Boulevard Vauban, 6830 Bouillon).

Graphique velo Herbeumont

• Parken: Place des Champs Prévost neben der Porte de France.

314 m

374 m

314 m

• Markierung: Rotes Rechteck. Herbeumont

St-Médard

Herbeumont

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Mit dem Fahrrad durch den Wald von Herbeumont

Heutzutage ist daraus eine angenehme Wanderroute namens „Voie des pierres qui parlent“ („Weg der sprechenden Steine“). Informationstafeln erzählen vom Reichtum der Region Bertrix, der auf die Schiefergewinnung zurückzuführen ist. Vom französischen Fumay bis nach Martelange im Großherzogtum Luxemburg entschied die lange Schieferader über den Erfolg und den Untergang all jener, die das Gestein aus dem Boden gewannen. Der Schiefersteinbruch Morépire im Tal der Aise bewahrt die Erinnerung an die „Scailletons“ bzw. die Männer, die hinabstiegen, um mit Spitzhacke und Dynamit das Gestein zu brechen. Kurz vor Saint-Médard führt die Route in den Wald. Wie einen Schatz hütet dieser 8

riesige Wald prächtige Buchen und einen märchenhaften Bach namens Antrogne. Eine wunderschöne Abfahrt führt uns zur Semois. An ihren Ufern liegen wir auf der Lauer: Vielleicht haben wir Glück und erblicken einen großen weißen Reiher über dem Wasser, der in einem Strudel einen Biber überrascht. Ähnlich den Pinselstrichen eines Impressionisten leuchten weiße Blumen an der Wasseroberfläche und lassen so eines der schönsten Bilder der Ardennen auf wundersame Weise erstrahlen.

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Sie starten an der stillgelegten Eisenbahnlinie Bertrix-Herbeumont-Muno, die von 1902 bis 1914 erbaut wurde. Diese Linie sah keine Bahnübergänge, sondern lediglich Tunnel und Viadukte vor. Sie diente den Deutschen im Ersten Weltkrieg als Versorgungsstraße bis nach Verdun.


Alter Bahnhof von Herbeumont

2h

22 km

Saint-Médard N884

. Les Ardoisières

RAVeL

N884

Mortehan

N884

La Semois L’Antrogne RAVeL

Château Herbeumont

Graphique pied Bouillon 337 m

N884

La Semois

225 m

225 m

Belvédère

Bouillon

Bouillon

Graphique velo Herbeumont 314 m

Mittel

VTT

•R  outentyp: RAVeL, Landstraßen und Waldwege. • Fahrradtyp: Mointainbike oder Trekkingbike. •S  chwierigkeitsgrad: Die Route ist 22 km lang. Ein Trekking- oder Mountainbike ist zum Befahren der Waldwege, die hinter SaintMédard auf Sie warten, unumgänglich. • Start: Vom alten Bahnhofsplatz (Avenue René

Herbeumont

374 m

314 m

St-Médard

Herbeumont

Demarteau, 6887 Herbeumont) folgen Sie direkt dem Pre-RAVeL. •P  arken: Avenue René Demarteau oder Kirchplatz. •M  arkierung: Folgen Sie der MountainbikeMarkierung sowie den roten Dreiecken und Kreisen. Teils fehlende Markierungen. Nehmen Sie auf dieser Route unsere Karte mit.

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Eine Publikation von Belgien-Tourismus Wallonie (WBT) asbl – Produktabteilung. Verantwortlicher Herausgeber : M. Vankeerberghen, geschäftsführender Direktor WBT, Rue Marché aux Herbes 25-27 – 1000 Bruxelles. Koordination : A. Robert. Konzeption und Pre-Press : Lielens. Alle Informationen in dieser Broschüre wurden mit größter Sorgfalt zusammengestellt. Sie sind ohne Gewähr. Der Herausgeber ist durch diese Broschüre in keiner Weise vertraglich gebunden und kann nicht zur Haftung herangezogen werden. Haftungsausschlussklausel für die Tourentipps: Wir lehnen jede Haftung für die Korrektheit der Informationen zu Öffnungszeiten und Empfangsmodalitäten der verschiedenen in dieser Broschüre genannten Produzenten ab. Für Fehler, versehentliche Unvollständigkeit oder nachträgliche Änderungen kann Wallonie Belgien-Tourismus (WBT) asbl nicht haftbar gemacht werden. Umschlagfoto : Bouillon - Château Fort - © MT Bouillon - Christel François

belgien-tourismus-wallonie.de

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An der schönen Semois entlang  

Entdecken Sie mit dieser Broschüre die wilde Semois und ihre mittelalterlichen Burgen – auf einer Wanderung, einer Radtour oder einer Spritz...

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Entdecken Sie mit dieser Broschüre die wilde Semois und ihre mittelalterlichen Burgen – auf einer Wanderung, einer Radtour oder einer Spritz...