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©André Heynen

+1 Wanderung Fahrradtour Einer großartigen Festung auf der Spur


© WBT - SPRL Cernix - P. Pauquay

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Einer großartigen Festung auf der Spur Diese Route von Spa nach Raeren durchquert das einstige Herzogtum Limburg, das auf eine reiche Vergangenheit zurückblickt und einen der größten Wälder Belgiens zu bieten hat.

Theux

Raeren

35 km

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E40

Welkenraedt

E40

N61 2

Verviers

N68

Eupen

Limbourg

N61

Lac de la Gileppe Pepinster Jalhay

N657 1

E42

Theux

2

E42

Raeren

Lac d’Eupen


Ob man nun von Theux, Spa oder Jevoumont aus anreist – die Ruinen der Burg von Franchimont sind nicht zu übersehen. Sie veranschaulichen wunderbar die Macht dieser Festung, die dem Grenzschutz am westlichen Rand des Fürstbistums Lüttich galt. Dank der strategischen Lage auf einem Felsvorsprung wurde der Zugang zu den benachbarten Hügeln blockiert. Am Ende des Mittelalters erlangten Feuerwaffen eine solch große Bedeutung, dass die Art und Weise, sich zu beschützen, vollständig neu gedacht werden musste. Franchimont musste umgebaut werden, um für die Neuzeit gewappnet zu sein. 1507 ließ Erhard von der Marck (1505-1538) all seine Schlösser zum Schutz der Grenzen gegen das Fürstbistum aufrüsten. In Franchimont wurde zwar eine neue, 264 m lange Mauer errichtet, die Mühen sollten jedoch vergeblich gewesen sein. Nach dem 16. Jahrhundert hatte die strategische Lage nur noch anekdotischen Wert, da eine mächtige Artillerie die Burg unter Feuer nahm. 1676 wurde die Burg durch Truppen Ludwigs XIV. zerschlagen, woraufhin sie im Zuge der Französischen Revolution geplündert und verwüstet wurde. Der Zahn der Zeit hat zweifelsohne Spuren in Franchimont hinterlassen, jedoch sind ihr Prestige und ihre Macht bis heute intakt geblieben. Bei einem Rundgang durch die Ruinen wird dieses Gefühl spürbar.

© WBT - Pierre Pauquay

1. Die Burg von Theux

De

Allée du Château, 17 4910 Theux +32 (0)87 53 04 89 www.chateau-franchimont.be

Vom 1. Mai bis zum 30. September täglich von 10-18 Uhr geöffnet. Im April und Oktober am Wochenende von 11-17 Uhr geöffnet.

Das 13. Jahrhundert war für unser Land eine düstere Zeit. Bewaffnete Horden strömten durchs Land, mordeten und plünderten alles, was sich ihnen in den Weg stellte. In abgelegenen Regionen konnte sich die Bevölkerung nur auf sich selbst verlassen und ihren Schutz in die eigene Hand nehmen. Im kleinen Dorf Theux wurde der Friedhof durch kleine Schutzmauern befestigt, während in der Kirche das Kirchenschiff und das Dach verstärkt wurden. Dank der mit Scharten ausgestatteten Türme wurde die Kirche zu einer Festung, die es mit den bewaffneten Banden aufnehmen konnte. Neben der Wehrkirche von Bastogne ist sie die einzige ihrer Art in Belgien.

© Pierre Pauquay

Die Wehrkirche von Theux

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Das Haut-Neubois Das 1908 errichtete und an die großen Hotels der Normandie erinnernde Château du Haut-Neubois war während der schönen Jahreszeit gut besucht, da Vertreter des Königshauses und andere erlauchte Persönlichkeiten Anfang des 20. Jahrhunderts nach Spa reisten, um das Mineralwasser zu kosten. Diesem sanften Bild der Belle Epoque wurde jäh ein Ende gesetzt, als der Erste Weltkrieg ausbrach. Spa wurde von den Deutschen besetzt und das Haut-Neubois die letzten acht Monate des Krieges zum Hauptquartier des Kaisers Wilhelm II. Heute ist das Schloss Eigentum der Gesellschaft Ceran, die hier Sprachreisen organisiert.

Das kleine Dörfchen Limbourg thront auf einem Felsvorsprung, der in einer Flussschleife der Weser gezeichnet ist. Es hat auf beeindruckende Weise dem Zahn der Zeit standgehalten und seine außergewöhnliche Architektur bewahren können. Bei einem Spaziergang durch die Altstadt fallen die typisch mittelalterlichen Querstraßen auf. Seit dem 8. Jahrhundert hat sich das Stadtbild in der Tat kaum geändert. Der einfache Architekturstil, der sich in den Häusern mit Steinfassaden und Fundamenten aus Kalksteinblöcken widerspiegelt, verleiht Limbourg seine harmonische Ausstrahlung. Das Herzogtum Limburg ist – ebenso wie zahlreiche andere mittelalterliche Fürstbistümer – aus dem Zusammenbruch des karolingischen Reichs hervorgegangen. Im 11. Jahrhundert errichtete der Fürst von Arlon, Waleran Udon, eine Festung an diesem Ort. Über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahrhunderten wird das Herzogtum größtenteils selbstständig sein. Sein weitläufiges Territorium umfasste die Gebiete Herve, Baelen, Montzen und Walhorn. Dazu gehörte ebenfalls der mittlere OurtheFlusslauf. Dieser begehrte Ort wurde im Laufe seiner Geschichte mehrmals belagert, bis 1675 die Armee Ludwigs XIV. dem ein Ende setzte.

Ein charakteristischer Ort Sart ist ein grünes Dorf in den Ardennen, das durch seine kleinen Bauernhöfe aus dem 18. und 19. Jahrhundert seinen typischen Charakter bewahrt hat. Der Marktplatz (Place du Marché) zeichnet sich durch einen für die Region Spa charakteristischen Architekturstil aus und ist geschmückt mit einer Steinsäule und einer mindestens 500 Jahre alte Eiche, die 1960 als Baumdenkmal anerkannt wurde. Niedrige Häuser mit schmalen Fenstern deuten auf das raue Wetter nahe der Hochebene hin. Das Leben am Rande der Heiden war sehr hart. Männer holzten Wälder ab und schufen so riesige Lichtungen, die zu Anbauzwecken genutzt wurden. Darauf deutet auch der Ursprung des Dorfnamens „Sart“ hin, der im Französischen auf „essartage“ (Roden, Abholzen) zurückzuführen ist. 4

© WBT - Pierre Pauquay

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2. Das Dörfchen Limbourg


© WBT - Pierre Pauquay

Das Schloss Beusdael Hinter Sippenaeken erkennen wir in der Ferne die majestätische Silhouette des Schlosses Beusdael. Sein imposanter Hauptturm mit einer Breite von 12 m und einer Höhe von 28 m stammt aus dem 13. Jahrhundert und ist mit einer Turmspitze versehen. Im 16. Jahrhundert wurde an das Schloss ein Corps de Logis in L-Form angebaut, was das Antlitz des Gebäudes änderte. Es war der Brüsseler Architekt Janlet, der diese und weitere Veränderungen vornahm. So sah er beispielsweise auch eine neue neogotische Kapelle vor.

3. Die Burg Raeren

Burgstraße, 103 4730 Raeren +32 (0)87 85 09 03 www.toepfereimuseum.org Täglich (außer montags) von 10-17 Uhr geöffnet.

Der Zehnt-Hof von Jevoumont

© WBT - Pierre Pauquay

De

© eastbelgium.com - Christian Charlier

In der Nähe des Rheinlandes gelegen war Raeren im 14. und 15. Jahrhundert eines der wichtigsten Töpfereizentren Europas. Das Dorf im Grenzgebiet lebte von dieser Kunst, die in alle Welt exportiert wurde. Diese Tradition wird heute in den Burgmauern aus dem 14. Jahrhundert gewürdigt. Der Weg zu diesem wunderschönen Gebäude führt über eine Steinbrücke über einem Burggraben und durch ein Tor. Innen warten mehr als 2000 Objekte auf ihre Besucher und erläutern im Detail die Raerener Töpferkunst.

Im 8. Jahrhundert führte Kaiser Karl der Große den Zehnt, eine von der Kirche beanspruchte Abgabe, ein. Alle Bauern waren verpflichtet, den Fürstbischöfen von Lüttich einen Teil, bzw. ein Zehnt ihres Futters abzugeben. Der Zehnt wurde Ende des 18. Jahrhunderts abgeschafft und war somit fast 1000 Jahre lang fester Bestandteil des ländlichen Lebens. Die Ecktürme und Scharten machten aus dem befestigten Gehöft von Jevoumont eine Schatztruhe der Kirche, die hier ihre Abgaben lagerte. Der Vierkanthof vermochte es außerdem, sich vor den regelmäßig in der Region herrschenden Aufständen zu schützen. 5


©André Heynen

Zu Fuß um die Burg von Franchimont

Wir folgen dem Flusslauf der Hoëgne, der uns direkt ins kleine Städtchen führt. Westlich dominiert die Wehrkirche das Bild. Bei dieser Gelegenheit entdecken wir die Homogenität des Stadtzentrums, das von einer Steinsäule und die für die Maas-Region typischen Fassaden charakterisiert ist.

©André Heynen

Geht man an der imposanten Burg entlang, wird schnell deutlich, wie uneinnehmbar diese auf Angreifer wirken konnte, die sich vor den riesigen Mauern versammelten. Der Pfad schlängelt sich an den Hügelseiten entlang bis zu dem, was einst womöglich der Vorhof war.

©André Heynen

Auf dem Rückweg nach Franchimont überqueren wir die Gleise. Es geht bergauf. Die kurze Route über Weiden führt durch die für das Herver Land charakteristischen Zauntritte.

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Die Burg von Franchimont

2h

5,4 km

Juslenville La Hoëgne

Theux

Sassor

Bouxherie

La Hoëgne

Franchimont

Le Wayai

Graphique pied Theux 205 m

205 m 170 m

Leicht • Tipp: Wir empfehlen Ihnen, diesen Spaziergang im Frühjahr zu machen, wenn die Weißdornhecken blühen. • Schwierigkeitsgrad: Diese Wanderung ist – abgesehen vom Aufstieg am Ortsausgang von Theux – nicht schwer.

Franchimont

Theux

Franchimont

• Start: Parkplatz Franchimont. (Allée duLimbourg Château 17, 4910 Theux) Graphique velo • Parken: Am Ortseingang befinden sich 302 m

Parkmöglichkeiten.

302 m

204 m

243 m

Limbourg

Membach

• Markierung: Grünes Kreuz. La Gileppe

La Gileppe

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© P. Outers - Blackbox Photo

Mit dem Fahrrad ins Dörfchen Limbourg

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mit Sandsteinpflaster und Flusskiesel gelangen wir ins Dorfzentrum. Bei der Abfahrt ins Tal wartet ein steiler Hang auf uns, der die Weiden von Baelen durchzieht. Diese Landschaft kontrastiert mit der Umgebung in Membach am Fuße des Hertogenwalds, dem größten geschlossenen Waldareal Belgiens. Dieses wilde Universum gilt es nun zu erkunden: das Seeufer, das eins ist mit der Landschaft, zahlreiche Buchten bildet und wie eine Sichel die Hügel abschneidet. Es folgen mehrere Spitzkehren. Diese Route macht so viel Spaß, dass die Kilometerzahl schnell steigt. Der Rückweg auf dieser anspruchsvollen Route gestaltet sich somit als sehr angenehm.

© WBT - M. VanderLinden

An der Gileppe-Talsperre weht ein leichter Urlaubswind. Auf dem Fahrrad begegnen Sie regelmäßig Spaziergängern, Inlineskatern, Kindern auf Dreirädern und Verliebten, die zum Träumen ans Seeufer gekommen sind. Sie befahren die Staumauer – ein berühmtes Kunstwerk, welches 1857 für die Vervieser Industriellen erbaut wurde. Die Wollproduktion erforderte in der Tat rund 40 000 m3 Wasser pro Tag. Bevor es über Serpentinen bergab geht, erblicken Sie den stolzen, 13 m hohen Löwen, der über die Staumauer wacht. Er blickt nach Osten, so, als wollte er den damaligen deutschen Feind herausfordern. Am Fuße des Staudamms führt der Weg durch Wiesen und grüne Hecken in das Land rund um Goé. In der Ferne erblickt man den ungewöhnlichen Glockenturm des Dorfes. Der krumme Turm scheint die gerade Linie geradezu zu verspotten und ist nicht etwa ein Baufehler, sondern das Ergebnis einer minutiösen Zimmermannsarbeit. Dieser Stil entspricht den klimatischen Verhältnissen mit teils starken Winden am Fuße des Venns. Nun geht es bergauf und schon erscheint Limbourg, das auf einem Felsvorsprung thront. Über den breiten Platz Saint-Georges


Die GileppeTalsperre

2:20 h

24,5 km

Baelen 35

N61

36

Limbourg Membach La Vesdre

N620

Goé

39

N629

Westhertogenwald

37

Hèvremont

38 63 N629

RAVeL

Graphique pied Theux 205 m La Gileppe

62

205 m

170 m

Franchimont

Theux

Franchimont

61

Graphique velo Limbourg 302 m

Mittel

ATB V TC

•R  outentyp: RAVeL und Landstraßen. Kurze Abschnitte auf Steinwegen. • Fahrradtyp: Mountainbike •S  chwierigkeitsgrad: Anspruchsvolle Route aufgrund der Anstiege entlang der Route. Das Ende der Route befindet sich im Wald. • Start: Vom Parkplatz Gileppe (Route de la

La Gileppe

302 m 204 m

243 m

Limbourg

Membach

La Gileppe

Gileppe 55A, 4845 Jalhay) folgen Sie der Straße in Richtung Ausfahrt. Biegen Sie nun links ab. Der Weg führt bergab zur Talsperre. • Parken Großer Parkplatz in Gileppe. • Markierung : Folgen Sie den Knotenpunkten 63 , 37 , 36 , 35 , 39 , 38 , 61 , 62 und 63 .

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Eine Publikation von Belgien-Tourismus Wallonie (WBT) asbl – Produktabteilung. Verantwortlicher Herausgeber : M. Vankeerberghen, geschäftsführender Direktor WBT, Rue Marché aux Herbes 25-27 – 1000 Bruxelles. Koordination : A. Robert. Konzeption und Pre-Press : Lielens. Alle Informationen in dieser Broschüre wurden mit größter Sorgfalt zusammengestellt. Sie sind ohne Gewähr. Der Herausgeber ist durch diese Broschüre in keiner Weise vertraglich gebunden und kann nicht zur Haftung herangezogen werden. Haftungsausschlussklausel für die Tourentipps: Wir lehnen jede Haftung für die Korrektheit der Informationen zu Öffnungszeiten und Empfangsmodalitäten der verschiedenen in dieser Broschüre genannten Produzenten ab. Für Fehler, versehentliche Unvollständigkeit oder nachträgliche Änderungen kann Wallonie Belgien-Tourismus (WBT) asbl nicht haftbar gemacht werden. Umschlagfoto : Raeren - Musée de la poterie © Ostbelgien.eu - Dominik Ketz

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