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Open House Verlagsprogramm Herbst 2016


James A. Grymes: Die Geigen des Amnon

Amnon Weinsteins Eltern, Moshe und Golda Weinstein, kamen 1938 als Zionisten nach Palästina, wo ein Jahr später Amnon zur Welt kam. Ihre gesamte Familie wurde nach dem deutschen Einmarsch in die Sowjetunion 1941 ermordet. Moshe war Geiger, aufgewachsen in Brest-Litowsk, der im litauischen Vilnius am Konservatorium studiert hatte. In Israel wurde er zum Geigenbauer, der seinen Beruf an Amnon weitergab. Amnons früheste Erinnerung ist die an seine Familie, wie sie in den 40er Jahren bei großen jüdischen Festen am Tisch sitzt: »Sie waren vier. Amnon, seine kleine Schwester Esther und ihre Eltern Moshe und Golda. Und vierhundert Geister. Die Geister seiner Verwandten …« Viele Musiker zerbrachen ihre Geigen. Dann kamen sie zu meinem Vater und drohten: »Entweder du reparierst sie, oder ich zerstöre sie ganz.« Also kaufte mein Vater sie alle.

james a . grymes ,

Professor für Musikwissenschaft und Leiter des Musikwissenschaftlichen Instituts an der University of North Carolina. Zahlreiche Veröffentlichungen, darunter wichtige Bücher zum ungarischen Komponisten Ernst von Dohnányi, Vater des deutschen Widerstandskämpfers Hans von Dohnányi.


Weinstein

Gewinner des National

Jewish Book Award

Nachdem er jahrelang die Zerstörung seiner Familie im Holocaust verdrängte, beginnt der Geigenbauer Amnon Weinstein in seiner Werkstatt in Tel Aviv in den 1990er Jahren damit, Geigen zu restaurieren, die von jüdischen Musikern während des Holocausts gespielt wurden. Denn vor ihm steht ein Mann, der im Orchester von Auschwitz spielte, seine Violine über Jahrzehnte nicht angerührt hat und sie nun für seinen Enkel reparieren lassen will. Als Weinstein das Instrument öffnet, entdeckt er im Inneren Asche, die aus den Krematorien stammen muss. Grymes erzählt die Geschichte von sieben Geigen, die Weinstein in den folgenden Jahren zu neuem Glanz und Leben erweckt. Hinter jeder dieser Geigen steht eine faszinierende und inspirierende Geschichte. Zusammen mit dem erschütternden Versuch Amnon Weinsteins, die eigene Familiengeschichte und die Geschichte seines Volkes zu verarbeiten, verbinden sich diese Geschichten zu einem zutiefst bewegenden, neuen Weg, den Holocaust zu verstehen.

James A. Grymes: Die Geigen des Amnon Weinstein 13,5 x 21,5 cm | 304 Seiten | Hardcover, Lesebändchen | Preis: 25,00 Eur [D] | 25,70 Eur [A] Erscheint: Herbst 2016 ISBN: 978-3-944122-32-8 | Auch als E-Book erhältlich

»Die Nazis wollten nicht nur uns, sondern die

gesamte jüdische Kultur zerstören – und nun sind wir hier.

Die jüdische Kultur, sie lebt.«

amnon weinstein anlässlich des Konzerts der berliner philharmoniker zum 70. Jahrestag der Befreiung von Ausschwitz mit den von Weinstein restaurierten Geigen.


Paula Bomer: Madeleine. Erzählungen

Foto: Natalie Brasington

»Ich rieche Rauch.« Genau in dem Moment, als ich die Tür öffnete, ging der Feueralarm los. Durch den Flur zog Rauch. Wir waren im 21. Stock. Schnell schloss ich die Tür. »Oh, Gott, oh Gott«, sagte Lise. »Wir müssen hier raus«, rief ich. Nervös ging ich auf Lise und Dylan zu. »Die Katzen!« Lise lief in die Küche. »Scheiss auf die Katzen!«, schrie ich. Ich packte den großen Kater, Dave, wie einen Sack Müll, und rammte ihn in den Korb. »Los geht’s!«, schrie ich. Den Aufzug probierten wir erst gar nicht. Im 19. Stock sprangen wir rein in den Flur. Der Rauch war auch da, aber bei weitem nicht so schlim. Und so schlugen wir uns durch, bis wir auf einer Bank in einem winzigen New Yorker Park saßen, während die Abenddämmerung um uns hereinbrach. »Es tut mir leid«, sagte ich. »Ich hatte Angst«, sagte ich. Und da wurde mir klar, dass sie mich endlich wahrgenommen hatte, mich, mich, ihre Freundin, die bisher nur ihr Fußabtreter war. Ihre prollige Freundin. Die zu nah neben ihr ging, die nicht wusste, was Crossroads oder Sonic Youth war. Ich hatte

endlich Eindruck bei ihr hinterlassen. Das war, bevor ich wusste, dass wir im Auto unseres eigenen kleines Verstandes herumkurven, in unserer geschlossenen Welt. Als ich noch dachte, dass ich auch wichtig wäre, dass die Leute mich sehen, tief in mich hineinsehen, all meine Liebe und Lebensfreude sehen, das funkelnde Überschäumen meiner Lebendigkeit. Aber wir sind nur wichtig, wenn wir etwas Schreckliches tun. Dann sieht uns jemand, und nur dann. Wir waren in Sicherheit. Der Himmel wurde ganz plötzlich dunkel. Die Lichter in den hohen Gebäuden ringsum waren Nadelstiche, kleine Löcher in der Welt, die Löcher eines Sicherheitsnetzes, das uns umgibt. Eine Zeit in meinem Leben war vorbei und sie war ziemlich schlimm zu Ende gegangen. Und doch, wie schön, jung zu sein, noch nicht einmal meinen eigenen Körper entdeckt zu haben (was Stunden unter dem Duschkopf der Badewanne schließlich änderten), anderen ausgeliefert zu sein, noch so viel vor mir zu haben und so leicht einen anderen Menschen enttäuschen zu können.

paula bomer lebt in New York. Aufgewachsen in South Bend, Indiana. In deutscher Übersetzung erschienen bei Open House ihr Erzählungsband Baby 2014 und ihr Roman Neun Monate 2015.


»Bomer ist sehr gut darin,

ohne Weichzeichner zu schreiben.« missy magazine

Neun Erzählungen über junge Frauen zwischen 12 und 22. Sie alle lernen den eigenen Körper kennen, wie man ihm vertrauen kann und Macht über ihn gewinnt. Und damit auch Macht über andere. Geschichten darüber, was es heißt, von einer neuen Erfahrung, einem anderen Menschen berührt zu werden. Über Freundschaft, Liebe, Sex, Magersucht, Macht, Abgrenzung von den Eltern. Über Diskriminierung unter Jugendlichen wegen sozialer Unterschiede, Geschlecht oder Hautfarbe. Über Musik, Drogen und Liebe. Über den jugendlichen Wunsch, zu wachsen, so viel wie möglich in sich aufzunehmen, sich zu verändern und so viel und intensiv zu fühlen wie nur möglich. Über die jugendliche Angst, aber auch die jugendliche Angstlosigkeit, durch die Erfüllung der eigenen Wünsche zum Außenseiter zu werden. Die Schönheit und die Verwirrung, das Sanfte und Brutale, die trostlose Einsamkeit, aber auch die überbordende Energie und die ungebremste Liebesfähigkeit junger Frauen in all ihrer Kraft.

Paula Bomer: Madeleine. Roman Aus dem Amerikanischen von Rainer Höltschl | 12 x 20 cm | 224 Seiten | Hardcover, Leineneinband, Lesebändchen | Preis: 22,00 Eur [D] | 22,60 Eur [A] Erscheint: Herbst 2016 ISBN: 978-3-944122-30-4 | Auch als E-Book erhältlich

»Erforscht die

Beziehungen von jungen Außenseitern, Einzelgängern,

Sonderlingen in der amerikanischen

Gesellschaft und

glüht förmlich in seiner aufrichtigen und rauen Ehrlichkeit«

publishers weekly


Graham Robb: Rimbaud. Biografie Abseits einer kleinen Avantgarde zuerst völlig unbekannt, avancierte Arthur Rimbaud (1854-1891) zu einer der wirkungsvollsten Figuren für die zeitgenössische Kultur. Voller Hass auf die Bourgeoisie war die Liste seiner Verbrechen länger als die der von ihm selbst veröffentlichten Gedichte. Die posthume Karriere dieses Enfant terrible, das bereits mit Anfang zwanzig zu dichten aufhörte, ist erstaunlich: Heiliger für die Symbolisten und Surrealisten, Poster-Boy für Anarchisten und Drogenkonsumenten, Pionier für Schwule, Inspiration für Künstler von Picasso über Bob Dylan und Jim Morrison bis zu Patti Smith. »Ich ist ein anderer.« Wer Rimbaud war, schildert Robb in sorgfältigen Werkanalysen sowie einer präzisen Beschreibung von Lebensgeschichte und historischem Umfeld. Dabei zeigt er anhand von Rimbauds nach­ literarischer Karriere (u. a. in Äthiopien) als Fabrikarbeiter, Hauslehrer, Bettler, Hafenarbeiter, Söldner, Seemann, Entdecker, Kaufmann, Geldwechsler und Waffenschieber auch, welchen Einfluss europäisches Denken und europäische Politik auf Afrika und die arabischen Länder hatte. Ein abenteuerliches Leben als Zugang zu aufregender Poesie und aktuellen politischen Themen

Biografie zum 125. Todestag am 10. November 2016

Graham Robb: Rimbaud. Biografie 13,5 x 21,5 cm | 544 Seiten | Hardcover, Lesebändchen Preis: 32,00 Eur [D] | 32,90 Eur [A] Erscheint: Herbst 2016 ISBN: 978-3-944122-16-8 | Auch als E-Book erhältlich

»Die

beste Biografie, die es

über diesen tief

bewegenden, ruhelosen Dichter zu lesen gibt« the new york times


Ingvild H. Rishøi: Winternovellen Buchblogger-Preis 2015 Kritikerpreis für das beste In drei Novellen beleuchtet die Norwegerin Ingvild H. Rishøi die Gefühle von Menschen, die ihren Weg in einer Welt von Armut, Unsicherheit und Einsamkeit suchen. Moderne Märchen für jede Jahreszeit.

norwegische Buch des Jahres

1 – Wir können nicht allen helfen Die kleine Tochter bittet ihre Mutter, einem Bettler zu helfen. Aber die weiß nicht einmal, wie sie den Bus nach Hause oder Wäsche für ihr Kind bezahlen soll. 2 – Der richtige Thomas Thomas wird aus dem Gefängnis entlassen, am Abend soll sein Sohn zu Besuch kommen. Aber Thomas scheitert bereits daran, ein Kissen für ihn zu kaufen. Die Konfrontation mit den Erwartungen an sich selbst und den Vorurteilen der Außenwelt wird ihm fast zum Verhängnis. Und doch gibt es immer die Möglichkeit, sein Leben zu ändern … 3 – Geschwister Drei Geschwister, siebzehn, sieben und vier, auf der Flucht vor einer verfahrenen Familiensituation und der Bedrohung durch das Jugendamt, geraten in einer Schneelandschaft in eine immer aussichtslosere Situation.

Ingvild H. Rishøi: Winternovellen Aus dem Norwegischen von Daniela Syczek | 12 x 20 cm | 192 Seiten | Hardcover, Leineneinband mit Prägung, Lesebändchen | Preis: 19,50 Eur [D] | 20,00 Eur [A] Bereits erschienen ISBN: 978-3-944122-15-1 | Auch als E-Book erhältlich

»Mit einfachen (und doch sehr komplexen) Mitteln gelingt

es Rishøi, Wesentliches über

Solidarität, Fürsorge,

Verantwortung und Gemeinschaft zu sagen«

sigmund jensen, stavanger aftenblad


Open House ist ein Independent-Verlag. Wir setzen auf junge deutschsprachige und internationale Literatur, die sich in neuen, ungewöhnlichen Erzählweisen mit den Themen der Gegenwart auseinandersetzt und offen ist für unterschiedliche Weltanschauungen. Eine Sachbuch-Reihe behandelt aktuelle Fragen aus Politik, Gesellschaft, Kultur und Wissenschaft. Intensive Zusammenarbeit mit den Autoren, gründliches Lektorat und hochwertige Buch-Gestaltung liegen uns besonders am Herzen. Open House Verlag R. Höltschl, C. Lang GbR Beethovenstr. 31 04107 Leipzig T 0341 – 222 873 83 kontakt@openhouse-verlag.de www.openhouse-verlag.de Web-Shop www.openhouse-shop.com AUSLIEFERUNG GVA Postfach 2021 37010 Göttingen T 0551 – 384200 0 F 0551 – 384200 10 bestellung@gva-verlage.de www.gva-verlage.de

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Aus der BACKLIST Paula Bomer: Neun Monate. Roman 12 × 20 cm | 288 S. | Hardcover mit Schutzumschlag Preis: 22,00 Eur [D] | 22,60 Eur [A] ISBN: 978-3-944122-13-7

Die junge New Yorkerin Sonia gerät durch ihre unerwartete dritte Schwangerschaft – dieses Mal eine Tochter – völlig aus der Bahn. Sie verlässt Mann und Kinder und macht sich auf die Suche nach der Frau, die sie einmal war: Sorglos, unabhängig, lustbetont, eine kompromisslose Künstlerin.

Nicola Nürnberger: Berlin wird Festland. Roman 12 × 20 cm | 272 S. | Umschlag mit Relieflack Preis: 22,00 Eur [D] | 22,60 Eur [A] ISBN: 978-3-944122-11-3

Wie fühlte sich Berlin an, als die Stadt wieder zusammenwuchs – detailreich, humorvoll und atmosphärisch dicht erzählt aus der Perspektive einer jungen Frau, die in dieser Umbruchsituation Leben und Liebe entdeckt. Berlin in den 90ern und Love-Parades mit »Friede, Freude, Eierkuchen«.

Paula Bomer: Baby. Erzählungen 12 × 20 cm | 192 S. | Aus dem Amerikan. übers. v. C. Koschmieder u. R. Höltschl Preis: 21,00 Eur [D] | 21,50 Eur [A] ISBN: 978-3-944122-08-3

Zehn großartig geschriebene, bissig-witzige Erzählungen über Paare, Familie und Kinder. – »›Baby‹ fällt den Leser an wie ein tollwütiger Hund – und man ist dankbar dafür. Diese Art zu schreiben gehört zum Rauesten und Eindringlichsten, was mir je begegnet ist.« Jonathan Franzen

Babet Mader: DIALOGE. Fotografien von Phillip Zwanzig 14 × 21 cm | 140 S. | Klappenbroschur Preis: 18,00 Eur [D] | 18,50 Eur [A] ISBN: 978-3-944122-14-4

Wunderbar auf den Punkt gebrachte, witzige Dialoge, die Menschen quer durch alle Gesellschafts- und Altersschichten hörbar machen: in ihren Hoffnungen, Ängsten, Verstrickungen, ihren oft versteckten zärtlichen Gesten und der Sehnsucht nach ein wenig Anerkennung und Freundlichkeit.

Open House Verlag – Programm Herbst 2016  

Das Programm des Open House Verlags. Gegenwartsliteratur, Klassiker, Sachbuch. Mit »Madeleine«, den neuen Erzählungen von Paula Bomer, über...

Open House Verlag – Programm Herbst 2016  

Das Programm des Open House Verlags. Gegenwartsliteratur, Klassiker, Sachbuch. Mit »Madeleine«, den neuen Erzählungen von Paula Bomer, über...

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