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Helfenberger Nachrichten 1/2016

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Verein bestätigt. Obmann war Rudolf Anzinger, Obmannstellvertreter Josef Kitzmüller und Ewald Schichl, Kassier Karl Haas, Schriftführer Franz Hartl. Bei der Vollversammlung am 9. Juli 1996 wurde die Zusammenlegung beider Gemeinschaften beschlossen. Als Obmann wurde Rudolf Anzinger bestätigt, Karl Haas und Manfred Glaser zu Stellvertretern bestellt, Gottfried Auer übernahm die Kassiertätigkeit und Herbert Schweighofer die Schriftführung. Ein Anschluss kostete damals ATS 10.000,00, ein Zweitanschluss nur ATS 3,000,00, wodurch eine „Verschüsselung“ des Ortes vermieden werden sollte. Die bereits angesprochenen Grabungs- und Verlegungsarbeiten erledigten die jungen Häuslbauer und Familienväter in Helfenberg natürlich in Eigenregie. Reichtum und Wohlstand waren damals weitestgehend Fremdwörter. Aus heutiger Sicht beeindruckt die gemeinschaftliche Energie, welche damals entwickelt wurde, um das Ziel, mit bescheidenen Mitteln Teil der großen Welt zu werden, erreichen zu können. Der soziale Gedanke, d.h. gemeinsam etwas zu erreichen und zu teilen, war ein Grundbestandteil dieser Gemeinschaften. Über die Jahre wurde das Senderangebot auf über 40 Programme erweitert, welche nicht nur analog, sondern zum Teil auch digital übertragen wurden. Nachdem es sich um eine soziale Gemeinschaft handelte, wurde immer danach getrachtet, mit möglichst geringen Gebühren, ein Maximum an Leistung und Qualität zu bieten. Selbstverständlich gab es viele Probleme und auch wiederkehrende Kritik. Einerseits führte die zunehmende Verbauung der Region (Gartengestaltun-

gen, Straßenbau, Hauszubauten, Parkflächen, Kanalisierung, Fernheizwerk, Baulanderweiterungen,…) immer wieder zu Beschädigungen der Kabel, welche zwar repariert werden konnten, aber letzten Endes zu Lasten der Qualität gingen. Diese Problematik führte mit der Verfeinerung der Sende- und Empfangsqualität (Umstellung von analogen auf digitalen Sendebetrieb) zu einer vermehrten Störanfälligkeit und damit zu einem verstärkten und mit höheren Kosten verbundenen Betreuungsaufwand. Hauptgrund für die Auflösung des Vereines war jedoch der zunehmende Mitgliederschwund aufgrund alternativer Konkurrenzangebote, wie z.B.: Satellitenfernsehen und Internetfernsehen durch die Telekommunikationsanbieter. Diese konnten mehr Auswahl und mehr Service (Premium TV) anbieten, welche den individuellen Wünschen der Konsumenten entgegenkam. Aus diesem Grund schrumpfte die Mitgliederanzahl von über 150 Personen auf 98 Mitglieder bei der letzten Vollversammlung im November 2014. Diese treuen Mitglieder gehörten jedoch vorwiegend der Generation 50+ an, womit absehbar war, dass die Mitgliederzahl auch in den Folgejahren kontinuierlich schrumpfen und die Kosten für die einzelnen Mitglieder damit steigen würden. Der Antennenverein Helfenberg II wurde deshalb mit überwiegender Mehrheit der Mitglieder mit 1. November 2015 aufgelöst. Das Vereinsvermögen in Höhe von € 1.900,-- wurde nach Prüfung durch die Kassaprüfer und mit Beschluss des ehemaligen Vereinsvorstandes (Obmann Gottfried Mitterlehner, Obmänner-Stellvertreter Karl Haas und Stefan Keplinger, Schriftführer

Herbert Schweighofer und Kassier Gottfried Auer) am 22. Dezember 2015 als Spende für den Neubau des Zeughauses und für die Anschaffung von Geräten der FF Helfenberg überwiesen, womit dem sozialen und gemeinschaftlichen Vereinszweck auch mit dieser finalen Handlung entsprochen wurde. Der Werdegang der Antennenvereine Helfenberg I und II wurde somit zu einem interessanten Stück Zeitgeschichte. Die Vereinsgeschichte ist symbolhaft für die demographische Entwicklung in unserer Region, sie steht auch ein Stück weit als Symbol für den Verlust der Notwendigkeit von Gemeinschaft, weil sich der moderne Mensch heute nahezu alles bestellen, kaufen, reparieren, liefern,…lassen kann, ohne wirklich auf jemand anderen angewiesen zu sein. Das gilt nicht nur für die Stadt, sondern zunehmend auch für das Land, was in vielfacher Hinsicht angenehm sein kann, aber als Kehrseite auch eine distanziertere, kühlere und egoistischere Gesellschaft mit sich bringen könnte. Es schwingt somit ein Stück Wehmut mit, wenn dieser Verein nun endgültig verschwindet. Gottfried Mitterlehner

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Helfenberger Nachrichten 1/2016 by OÖVP Bezirk Rohrbach - Issuu