Stadt Offenburg ∙ Unser Amtsblatt
Nr. 42, 3. Dezember 2022
www.offenburg.de Edeka Südwest baut ein neues E-Center und investiert 50 Millionen Euro am Unternehmenssitz Offenburg.
Vier Jahre im Amt: Oberbürgermeister Marco Steffens spricht im Interview über Chancen und Herausforderungen für Offenburg.
Ohne erhobenen Zeigefinger, sondern auf Augenhöhe präsentiert „Mensch: Theater!“ schwierige Themen wie „Ehrgewalt“.
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Neues Labor für Bewegungsanalyse Hochschule Offenburg mit Vorzeigeprojekt/Bürgermeister Martini: „Einbindung in Konzeption des Sportparks“
„Gesundheit und Life Sciences sind eine wichtige Branche in der Region und überregional, dem tragen wir mit der Ausweitung unseres Angebots im Bereich Biomechanik Rechnung“, erklärte Rektor Stephan Trahasch bei der Vorstellung des AMLO am Campus West. Das Labor für Bewegungsanalyse vereint auf rund 2500 Quadratmetern Fläche die dazu notwendigen Kompetenzen der Hochschule wie Elektronik, Künstliche Intelligenz, Augmented Reality, Robotik oder Sportwissenschaften. „Das AMLO wird eines der größten und am besten eingerichteten Labore dieser Art in Deutschland, wenn nicht in Europa sein. Kein Fußballbundesligist hat solche Möglichkeiten“, betont Laborleiter und Sportwissenschaftler Steffen Willwacher, Professor für Biomechanik und Grundlagen der Ingenieurswissenschaften an der Hochschule. Daher ist es nicht verwunderlich, dass es schon erste Kontakte zu Leichtathleten wie dem Speerwerfer Johannes Vetter gibt. Aber auch Projekte mit Sportartikelherstellern und anderen Industriepartnern oder mit Breitensportvereinen sind in Planung oder werden schon umgesetzt. Herzstück des AMLO ist das Gait Real-time Analysis Interactive Lab (GRAIL). Das rund 700 000 Euro teure Komplettsystem für die Laufanalyse, Ganganalyse und Rehabilitation konnte mit Hilfe der Deutschen Forschungsgemein-
Vorführung. Steffen Willwacher, Stephan Trahasch und Oliver Martini (v.l.) beobachten, wie sich die Probandin in der virtuellen Umgebung bewegt. Foto: Hochschule
schaft (DFG) angeschafft werden. Es ist derzeit europaweit nur an etwa 15 Universitäten und Hochschulen im Einsatz. In ihm sind die Vorteile eines Labors (kontrollierte Umgebung, hohe Messgenauigkeit) mit der Bewegung in einer virtuellen Umgebung (Hindernisse, Geräusche) vereint. Dem auf den ersten Blick normal ausse-
Herausforderungen henden Laufband können verschiedene Herausforderungen wie bergauf- und -ablaufen oder schwankender Untergrund hinzugefügt werden. Gleichzeitig lassen sich Störungen der Bewegung wie das Wegschlagen lästiger Insekten mit den Händen systematisch pro-
vozieren, um zu studieren, wie Menschen darauf reagieren. So kann die Gangstabilität einer Person unter sehr realistischen Bedingungen gemessen werden. Im Moment ist das System vor allem in der Rehabilitation bei neurologischen Erkrankungen und weniger in der Forschung zur Sturzprävention im Einsatz. „Messen ist leichter als verstehen“, begründet dies Willwacher. Doch gerade das Verstehen will er mit seiner Forschung ermöglichen, denn die Folgekosten von Bewegungsarmut und Stürzen sind hoch und werden aufgrund des demografischen Wandels in Zukunft weiter steigen. „Dieses neue Angebot der Hochschule dient der Grundlagenfor-
schung, aber auch dem Transfer und der Anwendung. Es ist somit gesellschaftsrelevant – sowohl im medizinisch-therapeutischen als auch im sportlichen Bereich“, erklärte Baubürgermeister Oliver Martini. Daher werde das AMLO selbstverständlich in die Konzeption des Sportparks im Rahmen der Landesgartenschau 2032 eingebunden. Eine Zusammenarbeit mit dem geplanten Haus des Sports sei ebenfalls denkbar. Und in den zahlreichen Offenburger Vereinen und Einrichtungen gebe es sicherlich Mitglieder, die sich als Probandinnen und Probanden eignen könnten und mitmachen wollten.
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