UNSER AMTSBLATT
Ausgabe Nr. 29
8. September 2024
Auf der Suche nach neuen Projektideen ist die Bürgerschaft gefragt: Seite 4
Foto: privat
Foto: Wagner-Köppel
www.offenblatt.de
Alzheimer als Theater: Seite 5
+++ Leon Kuderer ist für die Grünen neu im Gemeinderat: Seite 2 +++ Die „Lange Nacht der Demokratie“ lädt zum Mitmachen ein: Seite 3 +++ Die Wanderausstellung „Narrenzeit. Kulturerbe Fastnacht im Wandel“ ist eröffnet: Seite 4 +++
„Recht auf Bildung“ im Fokus
Zwei Frauen aus der Medien- und Literaturwelt sind Gäste beim diesjährigen Salmengespräch der Weg zu ein wenig Chancengleichheit ist.
Der Salmen Es war der Offenburger Bürgermeister Gustav Rée, der für den 12. September 1847 eine Versammlung von Demokraten aus ganz Baden in das Gasthaus Salmen einberief. Die dort veröffentlichten „13 Forderungen des Volkes von Baden“ sind der erste Grundrechtekatalog in deutscher Sprache. In dieser Tradition stehen die Salmengespräche. 2024 geht es um die neunte Forderung: „Wir verlangen, dass die Bildung durch Unterricht allen gleich zugänglich werde.“
Lena Gorelik Lena Gorelik ist Journalistin und mehrfach ausgezeichnete Autorin. Sie schreibt unter anderem für die Wochenzeitung DIE ZEIT
FOTO: MATHIAS BOTHOR
Zunächst liest Lena Gorelik aus „Wer wir sind“. Sie nimmt das Publikum mit auf die Reise von St. Petersburg nach Ludwigsburg und lässt ihre Zuhörer*innen spüren, wie es sich anfühlt, ein Leben aufzugeben, um ein neues zu beginnen. Mit der Moderatorin und SWR-Literaturkritikerin Insa Wilke wird sie die Themen anschließend vertiefen.
Foto: Charlotte Troll
Zwei Vertreterinnen der Medien- und Literaturwelt bestreiten das Salmengespräch am Donnerstag, 12. September, um 19 Uhr im Salmen, Lange Straße 52. Um Anmeldung unter https://eveeno. com/243868907 wird gebeten.
Lena Gorelik
Insa Wilke
und die Süddeutsche Zeitung. Seit 2022 hat sie eine PoetikDozentur an der Universität Hannover, das Jahr darauf kuratierte sie das Literaturfestival in Stuttgart. In ihren Büchern und Essays setzt sich Gorelik autobiografisch auseinander mit Gefühlen der Entwurzelung, dem Verständnis ihrer Identität sowie Beobachtungen in und über die deutsche Gesellschaft. Zudem arbeitet sie an Hörspielen und Theaterstücken und unterrichtet Kreatives Schreiben in mehreren Universitäten und Literaturhäusern.
Sie erzählt über die Erfahrungen dreier Generationen. Ihre eigenen: „Ich nicke verständnisvoll. Falte das Wort zusammen, lege es ordentlich neben den anderen ab.“ Die ihrer Eltern: „Scham zum Beispiel, die lässt sich gut merken.“ Und die der Großmutter, der Babuschka: „Ich habe meine Großmutter nie nach der Einsamkeit gefragt.“ Sehr schnell wird deutlich: Es geht nicht um Bildung als solche, sondern eher um einen gesellschaftlich anerkannten Bildungskanon im Ankunftsland. Die Eltern, beide mit ihren Diplomen aus Russland und ihrer Berufserfahrung, müssen schnell erfahren, dass ihre Bildung, ihr Können und ihr Wissen in Deutschland nicht anerkannt werden. Lena Gorelik klagt nicht an, sie beschreibt. Durch die Augen des Kindes und später der jungen Frau zeigt sie, wie mühsam
In ihrer Autobiographie „Wer wir sind“ hebt sie den Wert von Bildung hervor. Sie selbst war elf Jahre alt, als sie und ihre Familie als jüdische Kontingentflüchtlinge nach Deutschland kamen. Sie berichtet vom Leben hinter Stacheldraht „im Flüchtlingsheim“, von den Bemühungen, die deutsche Sprache zu lernen, die deutsche Kultur zu verstehen.
Insa Wilke Insa Wilke ist promovierte Germanistin und bekannte Literaturkritikerin in Radio und Fernsehen. Zu sehen ist sie u. a. in der SWR-Sendung „lesenswert quartett“. 2023 hatte sie den Vorsitz bei der Jury des Ingeborg-Bachmann-Preises in Klagenfurt. Von 2022 bis 2024 übernahm sie den Vorsitz der Jury für den Preis der Leipziger Buchmesse. Seit März dieses Jahres ist Wilke mit ihrer selbst produzierten Literaturplattform und dazugehörigen Literatursendung „cafelit“ online.
Eine gute Küche ist das Fundament allen Glücks
BE SU CH EN SIE UN SE RE NE UE AU SS TE LL UN G HASU Küche und Wohnen www.hasu.de