Nr. 7, 25. Februar 2023
Stadt Offenburg ∙ Unser Amtsblatt
www.offenburg.de Bis 3. März ist Revision im Freizeitbad Stegermatt: Becken und sanitäre Anlagen werden gereinigt, technische Anlagen überprüft. Seite 3
In der Tierherberge gibt es alle Hände voll zu tun. Künftige Haustierhalter*innen werden sorgfältig ausgewählt. Seite 6
ltungsVeransta r kalende 25.2. bis
12.3.
Die Dokumentation auf dem Kulturforum lädt zu einem geschichtlichen Rundgang über das einstige Kasernenareal ein. Seite 7
Nicht alles nur geklaut
RP schließt die Notunterkunft
Sonderausstellung im Museum im Ritterhaus zur Herkunft kolonialzeitlicher Objekte
Das Regierungspräsidium Freiburg (RP) wird die Notunterkunft für Asylsuchende in der Messe Offenburg am Dienstag schließen. Die dort untergebrachten Bewohnerinnen und Bewohner wurden am Donnerstagnachmittag bereits in verschiedene Landeserstaufnahmestellen, schwerpunktmäßig nach Freiburg, verlegt. Ab März steht die Halle dann wieder für ihren eigentlichen Zweck zur Verfügung. Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer: „Ich bin der Stadt Offenburg, dem Ortenaukreis und der Messe Offenburg-Ortenau GmbH für die Bereitstellung der Messehalle und die unkomplizierte und unbürokratische Zusammenarbeit sehr dankbar.“
Das Projekt zur Erforschung der Herkunft von etwa 635 kolonialzeitlichen Objekten im Museum im Ritterhaus ist abgeschlossen. Die Ethnologin Susanne Leiendecker-Piegsda hat in über zwei Jahren 67 Personen ausfindig gemacht, denen 200 Objekte zugeordnet werden konnten. Die Ergebnisse sind jetzt in der Sonderausstellung „Alles nur geklaut?“ zu sehen. Im Rahmen des bundesweiten Projekts „Erforschung der Provenienz der kolonialzeitlichen Sammlungen“ erhielt das Offenburger Museum als eine von sieben Einrichtungen den Zuschlag vom „Deutschen Zentrum Kulturgutverluste“. Voraussetzung dafür war, dass Kuratorin Anne Junk
Spezialistin für Ozeanien bereits vor 2019 die Kolonialgeschichte im Ritterhaus für die Dauerausstellung kritisch aufgearbeitet hatte. Mit Susanne Leiendecker-Piegsda fand sich zudem eine ausgebildete Ethnologin und Spezialistin für Ozeanien. Die zirka 635 Objekte sind im Wesentlichen zwischen 1894 und 1912 in den Museumsbestand aufgenommen worden. Über die Herkunftsgeschichte, also die Provenienz dieser Objekte, war bisher wenig bekannt: Wie kamen sie ins Museum? Wer waren die Objektgeber*innen? Waren es Kaufleute, Kolonialbeamte, Mili-
Provenienzarbeit. Ethnologin Susanne Leiendecker-Piegsda mit ihrem Lieblingsstück, einer Sandalette aus Bolivien. Ludwig Ernst Kaufmann übergab die Schenkung dem Museum 1899. Foto: Siefke
tärs, Missionare oder einfach nur Reisende? Gibt es Informationen darüber, wie sie vor Ort erworben worden sind? Die Ergebnisse sollen nun im Rahmen einer Ausstellung sowie in der Dauerausstellung einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. Ein ausführlicher Bericht ist im Lesesaal des Stadtarchivs einsehbar. In der öffentlichen Debatte spielt die Frage der Rückgabe von wertvollen Objekten eine große Rolle. Etwa bei den spektakulären Benin-Bronzen, von denen 20 Objekte im Dezember 2022 Kulturstaatsministerin Claudia Roth und Außenministerin Annalena Baerbock in Abuja/Nigeria dem Her-
kunftsland zurückgaben. Hier geht es um Wiedergutmachung und darum, dass einst von Europäern geraubte Kulturgegenstände wieder dorthin gebracht werden, wo sie hingehören. Es geht um Teile des kulturellen Erbes kolonialisierter Länder, um die Anerkennung eines Verbrechens und um nationale Identitäten. Beim Forschungsprojekt in Offenburg wird zunächst die Frage der Herkunft und des Erwerbs geklärt. Das Museum setzt sich dafür ein, dass dieses Wissen offengelegt wird und es in einem zweiten Schritt zum Kontakt mit den Herkunftsregionen kommt – wenn er denn gewünscht ist.
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