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Schiffsreisen

Guide powered by Globus Reisen

Schwimmende Boutiquehotels

Interview Tipps fĂźr Einsteiger

Reportage Das Leben an Bord


Inhalt

Schwimmende Boutiquehotels Für Einsteiger «Eine luxuriöse Kreuzfahrt ist nichts für Kurzentschlossene» Seite 4

Gastronomie Wenn Kulinarik hohe Wellen wirft Seite 6

Geheimtipps Sechs Schiffsreviere für Fortgeschrittene Seite 8

Leben an Bord Auf der Suche nach dem Paradies Seite 10

MSC Yacht Club Grösse schliesst Privatsphäre nicht aus Seite 14

Leserangebote Vier Höhepunkte bei Globus Reisen Seite 15

Impressum Der «Schiffsreisen Guide» (2019) ist eine Publikation von Globus Reisen in Kooperation mit der NZZ-Mediengruppe.

Herausgeber: Hotelplan Suisse; Christina Blust, Marco Strub (Projektleitung) Realisation: NZZ Content Solutions; Sandra Monn, Norman Bandi Autoren: Christa Arnet, Norman Bandi, Nik Eugster, Sandra Monn, Denise Weisflog Layout: Multicolor Print; Rafael Bingisser Druck: Multicolor Print; Roland Staub Fotos: Arnetpress, Michele Limina, Reedereien (PD) Titelbild: Silver Wind unter Londons Tower Bridge (PD) Kontakt: globusreisen.ch; nzzcontentsolutions.ch © Hotelplan Suisse ist für den Inhalt verantwortlich. Alle Rechte vorbehalten. Preisangaben unverbindlich.

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Nachhaltigkeit

Das gute Gewissen reist bewusst mit Die französische Luxusreederei Ponant ist in der Deutschschweiz vor allem Kennern ein Begriff. Dabei gehören ihr Motorsegler sowie ihre sechs jachtähnlichen Schiffe zum Modernsten, was die Weltmeere in der Top-Klasse zu bieten haben. Fünf weitere Neubauten folgen. «Was wir kennen, schützen wir besser», so die Devise von Jean-Emmanuel Sauvée, Geschäftsführer und Mitbegründer von Ponant (siehe Kasten). Nachhaltigkeit ist für die französische Luxusreederei denn nicht nur ein Schlagwort, sondern ein integraler Bestandteil der Unternehmensphilosophie: «Seit mehr als 30 Jahren bringen wir unsere Gäste zu entlegenen Regionen mitten in wilder Natur und unberührter Landschaft. Mit dieser Tätigkeit geht ein hohes Mass an Verantwortung gegenüber den dort existierenden Ökosystemen und den dort lebenden lokalen Gemeinschaften einher.» Sauvée und seine Mitarbeitenden sind sich ihrer gesellschaftlichen Vorbildfunktion bewusst und verfolgen das Ziel, auf allen Reisen den Umweltschutz als höchste Priorität anzusehen, um Ozeane, Lebewesen und Menschen zu respektieren. Eine immer sauberere Flotte Spitzentechnologien an Bord, optimierte Abfall- und Abwasserbehandlung, Sensibilisierung der Gäste oder innovative Zukunftsprojekte im Bereich nachhaltiger Entwicklung – Ponant engagiert sich nach eigenen Angaben im Alltag für den Umweltschutz. «Geltende Verordnungen einzuhalten und diese Ziele zu übertreffen, ist selbstverständlich für uns. So suchen wir nach Möglichkeiten, unseren Fussabdruck der besuchten Orte so klein wie möglich zu halten.» Dank dieser Bemühungen wurden

der Motorsegler und alle jachtähnlichen Schiffe mit dem internationalen Label «Clean Ship» ausgezeichnet. Angestrebt wird eine immer sauberere Flotte. Die neuesten Dieselmotoren werden mit Marinediesel betrieben, einem Treibstoff, der leichter und schadstoffärmer ist als Schweröl. Und seit 1. Januar 2019 kommt bei Ponant ausschliesslich dieser ökologischere Treibstoff zur Anwendung. Weitere innovative Technologien an Bord sind beispielsweise: Sonarmessgeräte zur Erkennung von Untiefen, um Eisberge und Riffe umfahren und Kollisionen mit Meeressäugern vermeiden zu können; Beleuchtungssysteme mit effizientem Verbrauch und geringem Wärmeverlust wie LED oder Lichtleitfasern; dynamisches System zur automatischen Positionierung, ohne dass der Anker ausgeworfen werden muss, so kann die Position ohne Festmacher gehalten und der Meeresboden geschützt werden; Generatoren der neuesten Technik mit eingebautem elektronischem Kontrollsystem zur Funktionsoptimierung; zinnfreier Antifouling-Anstrich für maximalen Schutz der marinen Flora und Fauna; Programme zur Verbrauchsberechnung in Echtzeit; Energie-Rückgewinnungssysteme; auf den südamerikanischen Flüssen Amazonas und Orinoco werden die Zodiacs genannten Schlauchboote mit leisen und CO2-freien Elektromotoren betrieben. Gäste tragen Verantwortung Auf Expeditionskreuzfahrten in entlegene Regionen der Welt beziehungsweise auf klassischen Schiffsreisen im Mittelmeer oder durch die Karibik bringt Ponant ihre Passagiere zu den ursprünglichsten Ecken der Erde. Der Luxusreederei ist klar, «dass wir an den von uns besuchten Orten privilegierte Gäste sind und für sie Verantwor-


Fotos: PD

Explorers-Klasse: Einer von sechs Neubauten.

Le Ponant: Der Dreimast-Motorsegler gehört seit 1991 zur Flotte und wird laufend modernisiert.

tung tragen». Daher wird vor der Planung jeder neuen Route eine Umweltprüfung durchgeführt. «Wir machen eine Bestandsaufnahme der Biodiversität der Orte, an denen wir an Land gehen möchten. Wir markieren Zugangswege, die geschützte Zonen meiden.» Die hehren Ziele diesbezüglich lauten: Minimierung des Wellenschlags; Reduzierung von Geräuschen; Reduzierung von Lichtverschmutzung; Schutz von lokalen Ressourcen; Anlandungen ohne jede Auswirkung; Recycling von Abfall und Abwasser; Strandreinigung durch Passagiere und Besatzung; Bewusstsein der Gäste stärken; geschultes Per­ sonal. Aber nicht nur an Bord, sondern auch zu Land wird grosser Wert auf Respekt gelegt. Ponant hält dazu fest: «Jede Expeditionskreuzfahrt wird in enger Zusammenarbeit mit Einheimischen ausgearbeitet. Sie entscheiden, welchen Teil ihrer Kultur und ihrer Umwelt sie mit uns teilen möchten.» Die derart eingebundene lokale Bevölkerung wird so nicht länger als passiver Tourismusakteur betrachtet.

Und morgen? Neue Visionen! In den kommenden Monaten und Jahren sind viele Projekte geplant, um die Nachhaltigkeit sowie den Umweltschutz voranzutreiben. Die legendäre DreimastMotorbarke Le Ponant soll einen starren Segelantrieb erhalten. Die gesamte Flotte wird mit dem Whales Anti Collision System zur Vermeidung von Kollisionen mit Walen ausgestattet. Zudem erhalten alle jachtähnlichen Schiffe Remotely Operated Vehicles, kleine Unterwasserdrohnen zur Überprüfung des Rumpfs und zur

Boréal-Klasse: Vier eisverstärkte Megajachten.

Gewährleistung seiner Sauberkeit. Gleichzeitig soll der ökologische Fussabdruck weiter reduziert werden, etwa durch Lösungen zur Senkung des Wasserverbrauchs bei Wäschereiarbeiten, den Einsatz von Wasserflaschen und Wasserspendern zur Vermeidung von Plastikmüll oder strenge Überwachung zur Gewährleistung der Rückverfolgbarkeit der Abfälle nach ihrer Entladung. Werden all diese und andere neue Visionen Realität, dann reist das gute Gewissen nachhaltig mit.

Ponant Die Flotte der 1988 gegründeten französischen Luxusreederei besteht derzeit aus sieben Einheiten: dem Motorsegler Le Ponant mit 32 Bullaugen-Kabinen – mit Baujahr 1991 quasi der Oldtimer von Ponant – und den vier Schwesterschiffen L’Austral, Le Boréal, Le Lyrial und Le Soléal mit 122 oder 132 Kabinen sowie den beiden Schwesterschiffen Le Champlain und Le Lapérouse mit 92 Kabinen – alle in den 2010er-Jahren lanciert. Dieses und nächstes Jahr folgen je zwei weitere Neubauten der sogenannten Explorers-Klasse: Le Bougainville und Le Dumont-d’Urville sowie Le Jacques Cartier

und Le Bellot. Als Weltpremiere stellt Ponant 2021 mit Le Commandant Charcot den ersten mit Flüssigerdgas, komplett hybrid betriebenen Kreuzfahrt-Eisbrecher in Dienst. Neben dem «French Touch» an Bord aller eisverstärkten Megajachten gibt es eine Reihe von Alleinstellungsmerkmalen, zum Beispiel die Unterwasser-Lounge Blue Eye, inkludierte hochwertige Produkte und ausgewählte Landausflüge, seit kurzem Gratis-WLAN, geschenkter Einzel­ kabinen-Zuschlag oder kostenlose OzeanAnschlusskreuzfahrt (nach Verfügbarkeit). Infos: globusreisen.ch/kreuzfahrten

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Für Einsteiger

«Eine luxuriöse Kreuzfahrt ist nichts für Kurzentschlossene» Daniel Elsener (55) ist Spezialist bei Globus Reisen, Kenner der Kreuzfahrtbranche und weiss, worauf zu achten ist, wenn man seine erste Schiffsreise im Premiumsegment plant. Wieso lohnt sich eine Buchung auf einem erstklassigen Kreuzfahrtschiff? Es gibt zwei Punkte, die dafürsprechen: weniger Leute und mehr Platz. Ein sogenannter Megaliner kann bis zu 6000 Personen befördern, die mit Kabinen von durchschnittlich 17 Quadratmetern auskommen müssen. Das luxuriöse Gegenstück bietet Platz für höchstens 700 Personen. Die Suiten umfassen jeweils 30 Quadratmeter mit eigenem Balkon. Die Annehmlichkeiten eines Concierge- und manchmal sogar Butler-Services können ebenfalls genutzt werden. In den meisten Restaurants speist der Gast ohne Aufpreis. Werden Aktivitäten wie Mountainbike-Ausflüge angeboten, sind Velos und Instruktor mit an Bord und müssen nicht von einem Drittanbieter vor Ort in Anspruch genommen werden. So kann das Schiff auch in diesem Punkt Top-Qualität garantieren. Ein weiterer Vorteil dieser Schiffe ist, dass sie kleinere Häfen und Destinationen anlaufen können. Wie finden Unerfahrene das richtige Angebot? Wir empfehlen, einen Termin in einem Reisebüro zu vereinbaren. Bei der persönlichen Beratung erhält der Kunde eine neutrale Übersicht und findet in der Regel schnell ein passendes Angebot. Dann ist es wichtig, die Bordsprache zu definieren, mit der es einem am wohlsten ist. Wenn es die allererste Schiffsreise ist, sollte auch die Option einer Kurzreise, eine sogenannte Schnupperkreuzfahrt, in Betracht gezogen werden. Während drei bis vier Tagen 4

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an Bord merkt der Reisende schnell, ob es ihm tatsächlich zusagt. Dasselbe empfehlen wir, wenn uns ein Paar gegenübersitzt, bei dem nicht beide gleich begeistert sind. Und nicht zuletzt ist es natürlich eine Budgetfrage. Für ein Schiff im gehobenen Segment müssen für eine Woche rund 7000 Franken pro Person einkalkuliert werden.

nur wenige andere Schiffe, zudem dürfen diese nicht zu gross und müssen für die Bedingungen vor Ort entsprechend ausgerüstet sein. Die ausserordentliche Intensität der Natur ist auf dieser Reise gut spürbar. Die Route lässt sich ausserdem mit einem Abstecher nach Argentinien oder Chile kombinieren.

«Wir empfehlen, einen Termin im Reisebüro zu vereinbaren.»

Wie beginnt eine Schiffsreise? Jeder Gast eines Luxuskreuzfahrtschiffs wird persönlich auf die Kabine begleitet, dort wird ihm alles erklärt, was er wissen muss. Check-in ist für gewöhnlich ab 12 Uhr mittags bis das Schiff den Hafen am Abend verlässt möglich. Ich erkunde jeweils zuerst das Schiff, sehe mir an, wo Wellness- und Fitness-Bereich sind und was für Kurse angeboten werden. Einer der Vorteile der schwimmenden Boutiquehotels ist, dass sie nur einen Mittelgang haben, so ist es fast unmöglich, sich zu verlaufen. Der Weg von jeder Kabine ins Restaurant dauert nicht länger als 5 Minuten. Auf einem Megaliner kann dies schnell 20 Minuten in Anspruch nehmen. Auf den luxuriöseren Schiffen werden auch die Wartezeiten beim Lift kaum wahrgenommen. Zudem ist es sehr angenehm, wenn ein ganzer Seetag ansteht, also 24 Stunden kein Hafen angelaufen

Was ist ein schönes Einsteigerprodukt? Wenn es finanziell drin liegt, empfehlen wir eine Kreuzfahrt auf der MS Europa 2 von Hapag-Lloyd Cruises. Das Schiff bietet Platz für gerade mal 500 Personen. Bei der Ankunft auf dem Schiff wird ein Cüpli gereicht, der Check-in ist persönlich und die Bordsprache ist Deutsch – der gesamte Ablauf ist sehr angenehm. Es ist quasi ein schwimmendes Boutiquehotel. Nach einer solchen Reise packt einen gerne das Kreuzfahrtvirus. Die Route sollte der Saison entsprechend gewählt sein. Im Winter empfehlen wir die Karibik, vor allem den südlichen Teil mit den kleineren Inseln. Im Sommer Nordeuropa, das Adriatische Meer und die griechischen Inseln. Eine Kreuzfahrt bedeutet für viele Sonne und Wärme. Ist es zu kalt, will sich niemand draussen aufhalten. Welches andere Angebot weiss immer zu begeistern? Spezialisierte Reedereien wie Oceania Crui­ ses, Ponant, Silversea Cruises und Sea­bourn Cruise Line haben auch exquisite Produkte im Top-Segment. Eine Expeditionskreuzfahrt in die Antarktis ist nach wie vor sehr eindrücklich. Hier sind

Globus Reisen Die Spezialistenmarke für gehobene An­ sprüche der Migros-Reisetochter Hotelplan Suisse hat ihre Zentrale am Unternehmenssitz in Glattbrugg ZH. Daneben verfügt Globus Reisen über sechs Lounges in Basel, Genf, Lausanne, Luzern, Zug und Zürich, wo die Kunden kompetent und persönlich beraten werden – nach Voranmeldung auch ausserhalb der Öffnungszeiten. Telefon 058 569 96 99 kreuzfahrten@globusreisen.ch


Eine Kreuzfahrt sei nur etwas für alte Leute und es werde zu viel gegessen. Wie kontern Sie solche Einwände? Auf den luxuriöseren Schiffen ist der Anteil der 40- bis 70-Jährigen sicher grösser als der 20- bis 50-Jährigen. Dies rührt aber vor allem daher, dass diese teurer sind. Was den gesundheitlichen Aspekt anbelangt, bieten diese Schiffe neben ausgezeichneten Wellness-Behandlungen auch Fitness-Angebote. Tagsüber können die angesteuerten Orte individuell erkundet werden. Manche Schiffe bieten an einigen Destinationen Golfen und Wandern an. Bezüglich des Essens kann sich der Gast beim Frühstück selbständig am Buffet bedienen. Beim Mittagessen hat man in der Regel die Wahl zwischen Buffet- und À-la-carte-Restaurant. Das Nachtessen wird in einem der Restaurants serviert. Masslos gefüllte Teller sind hier passé. Auf gesundes Essen wird in dieser Preiskategorie sehr viel Wert gelegt. Wer sich für eine solche Reise entscheidet ist fit, ernährt sich bewusst und geniesst dazu gerne ein gutes Glas Wein.

«Smoking und Abendkleid sind nicht mehr obligatorisch.» Was gilt es punkto Knigge zu beachten? Die Kleiderordnung ist mittlerweile lockerer. Das Reiseziel spiegelt sich gerne auf dem Schiff wider. Geht es in die Karibik, ist es nicht nötig, das Jackett einzupacken. Auf der MS Europa 2 zum Beispiel hat man

Foto: Michele Limina

wird. Dank des grosszügigen Platzangebots entsteht während der Seetage keine Hektik an Bord und es steht für jeden Passagier ein Liegestuhl bereit.

Daniel Elsener: «Für ein Schiff im gehobenen Segment müssen für eine Woche rund 7000 Franken pro Person einkalkuliert werden.»

Smoking gegen Shorts getauscht. Abends wird eine sportlich-elegante Garderobe erwartet. Auf der MS Europa 2 finden jeweils zwei «Formal Nights» statt, an denen eine elegante Garderobe wie bei einem Opernbesuch erwünscht ist. Jedoch auch auf diesem Schiff ist es nicht nötig, mit drei Koffern anzureisen. Smoking und Abendkleid sind nicht mehr obligatorisch. Wegen des Trinkgelds muss sich ebenfalls niemand Gedanken machen, dieses ist im Preis enthalten. Wenn hingegen der Steward, der einem vom Anfang bis zum Ende der Reise zur Seite gestanden ist, einen besonders guten Job gemacht hat, ist eine zusätzliche Belohnung eine schöne Geste. Bringt eine Kreuzfahrt auch Nachteile mit sich? Wenn wir an die Umwelt denken, darf man nicht verschweigen, dass auch die Kreuzfahrtschiffe die Meere stark belasten. Der

Wandel hat jedoch begonnen. Die deutschen Reedereien sind hier besonders vorbildlich und setzen neu zunehmend auf Flüssiggas statt Schweröl. Dieses verursacht weniger CO2-Ausstoss. Zudem gelten ab 2020 strengere Vorschriften für alle Reedereien. Wir sind überzeugt, dass wir in den nächsten 10 bis 15 Jahren in dieser Hinsicht eine deutliche Verbesserung feststellen werden. Wie hat sich die Nachfrage nach luxuriösen Schiffsreisen in der Schweiz entwickelt? Unsere Kunden suchen diese Art des Reisens. Das Einzige, was es zu beachten gilt: frühzeitig buchen. Die luxuriösen Kreuzfahrtschiffe sind nichts für Kurzentschlossene, denn die Nachfrage ist äusserst gross. Für spontan Buchende dürfte es schwierig sein, dass die gewünschte Kreuzfahrt noch verfügbar ist. powered by Globus Reisen Schiffsreisen Guide

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Gastronomie

Wenn Kulinarik hohe Wellen wirft

An Bord der sechs mittelgrossen Schiffe von Oceania Cruises (siehe Kasten) herrscht Schlaraffenland-Stimmung. Serviert werden etwa ein Hummer-Pad-Thai, ein Kobe-Rind-Burger an schwarzer Trüffelsauce oder ein veganer Ricotta-Schokolade-Kuchen auf Vanille-Himbeer-Spiegel. Kreativer Kopf hinter dem «Food & Beverage»-Angebot ist Culinary Director Jacques Pépin. Der amerikanische Koch mit französischen Wurzeln verfügt über mehrere Auszeichnungen, war in den 1950er-Jahren persönlicher Cuisinier von Charles de Gaulle, gehört zu den Pionieren der TV-Gastronomen und ist Autor einer Vielzahl von Kochbüchern. «Pépin begeistert immer wieder durch seine modernen Interpretationen klassischer Gerichte und seine Aufgeschlossenheit gegenüber modernen gastronomischen Stilrichtungen, zum Beispiel der veganen Küche», sagt Maik A. Schlüter, Business Development Director für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei Oceania Cruises. Zur Kulinarik-Crew gehört auch Pépins Tochter Claudine, die Taufpatin der Sirena. Forschen für guten Geschmack Hinter jedem Gericht, das an Bord der Flotte der amerikanischen Kreuzfahrtmarke serviert wird, steht ein langer Kreationsprozess. Das kulinarische Team überlegt, testet, passt an, testet wieder. Sobald ein Rezept steht, beginnt die Produktforschung. Wo werden die Zutaten 6

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Fotos: PD

Oceania Cruises wirbt mit Starkoch Jacques Pépin und der «feinsten Küche auf See». Damit will die amerikanische Kreuzfahrtmarke reise­erfahrene Gäste ansprechen, die ein ausgesprochenes Interesse am kulturellen Austausch haben.

Jacques Bistro: Über Mittag verwandelt sich der Grand Dining Room zum französischen Lokal.

eingekauft? In welchen Häfen können sie frisch bezogen werden? Die Einführung eines Menüs nimmt fast vier Monate in Anspruch. Danach folgt die Zeit der Implementierung der neuen Gerichte sowie die Schulung des Personals. Qualität fängt für Jacques Pépin und seine Küchenbrigaden im Kleinen an. Für das Baguette, das zum Dinner gereicht wird, setzt der Culinary Director auf das feinste und teuerste französische Mehl. Es hat einen geringeren Glutengehalt und somit mehr Geschmack. Um die vollen Aromen herauszubringen, geht der Teig zweimal, wird über Nacht gekühlt, am nächsten Tag zu schmalen Laiben geformt und frisch aus dem Backofen serviert. Weshalb dieser starke Fokus auf Kulinarik? «Unsere Gäste sind Geniesser – sie wissen ein schönes Ambiente, ausgezeichneten Service und insbesondere eine qualitativ hochstehende Küche zu schätzen», erklärt Schlüter. Fremde Länder und Kulturen liessen sich auch über deren unterschiedliche Küchen kennenlernen. Daher gebe es auf den Schiffen von Oce-

ania Cruises viele verschiedene Spezialitäten-Restaurants, die von der Gestaltung die internationale Bordatmosphäre wider­ spiegelten und ausgewählte Köstlichkeiten böten. In allen Speisesälen hätten die Passagiere freie Platzwahl ohne feste Tischzeiten und den sonst üblichen Aufpreis. Jedes Gericht werde «à la minute» zubereitet. «Wir arbeiten regelmässig daran, das Spektrum der Gaumenfreuden zu erweitern, etwa durch mehr als 250 vegane Gerichte, regionale Themenmenüs, ‹Wine & Dine›-Degustationsmenüs oder mehrgängige kulinarische Erlebnisse im exklusiven Ambiente des Privées», sagt Schlüter. Von traditionell bis ausgefallen Das gastronomische Spektrum auf den Schiffen von Oceania Cruises ist breit. Im Restaurant Toscana geniessen Gäste authentische italienische Gerichte, die auf Porzellan von Versace gereicht werden. Der Polo Grill serviert saftige Steaks. Im Grand Dining Room, wo sich auch das Jacques Bistro mit einem Angebot saisonaler französischer Mittagsgerichte befindet,


Toscana: Italienisches auf Versace-Porzellan.

Red Ginger: Authentische asiatische Speisen.

Jacques Pépin: Culinary Director von Oceania.

werden Passagiere mit kontinentaler Küche verwöhnt. Im Terrace Café sowie am Waves Grill beim Pool sind amerikanische Food-Klassiker erhältlich. Die Marina und die Riviera bieten zwei zusätzliche kostenfreie Restaurants: das Jacques, das exquisite französische Bistro von Jacques Pépin; das Red Ginger, ein zeitgenössisches Restaurant, das auf asiatische Küche spezialisiert ist. Zudem wurde das kulinarische Angebot auf der Sirena um das neue Spezialitätenrestaurant Tuscan Steak erweitert. «So unterschiedlich die Menschen im Allgemeinen sind, so unterschiedlich sind auch ihre Geschmäcker. Um dem gerecht zu werden, bieten wir eine grosse Vielfalt an Speisen an», ergänzt Schlüter. Bei allen Reisenden sehr beliebt seien neben dem Steakhouse das Red Ginger und das Jacques mit seiner Atmosphäre des Paris der 1920er-Jahre.

Rossini, blauer Hummer aus der Bretagne, schwarzes Trüffel-Risotto, scharf angebratene Wagyū-Beef-Sashimi oder eine Sakura-Tee-Glacé mit Zitronen-Kaviar. «Dieses komplett neue ‹Champagner & Food Pairing›-Konzept gibt es nur bei Oceania Crui­ ses. Wir haben eng mit dem Team von La Maison Dom Pérignon zusammengearbeitet, um den perfekten Champagner zum perfekten Gericht zu finden», sagt Bob Binder, President & CEO von Oceania Cruises. Das Experience-Menü sei elegant, unvergesslich und ein bisschen dekadent. Es solle zudem Spass bringen, denn schliesslich stehe Champagner für das Feiern.

zubereitet werden. Abgerundet wird das Erlebnis durch ergänzende Culinary Tours. So erleben Teilnehmer auf der polynesischen Insel Nuku Hiva die alte traditionelle Kochkunst Ahi Ma’a, bei der ein unterirdischer, mit Vulkansteinen beheizter Ofen verwendet wird. In Casablanca besuchen Interessierte gemeinsam mit dem Chefkoch den Olivenmarkt in der Altstadt, wo sie Zutaten auswählen, die später in einem marokkanischen Kochkurs verwendet werden. Der Einblick in fremde Kulturen wird geschätzt. «Was all unsere Gäste gemeinsam haben, ist eine sehr weltoffene Einstellung und das ausgeprägte Interesse an einem internationalen kulturellen Austausch. Ein Interesse, das aus meiner Sicht vor allem in der heutigen Zeit sehr wichtig ist: Einander nations- und kulturübergreifend zu respektieren und voneinander zu lernen», macht Maik A. Schlüter Appetit auf Meer.

Neue Dom Pérignon Experience Diesen Januar lancierte Oceania Cruises auf zwei seiner Schiffe eine exklusive Dom Pérignon Experience. Im eleganten Weinlokal La Reserve auf der Riviera oder der Marina kommen maximal 24 Gäste in den Genuss eines Sechsgangmenüs mit komplementierenden Vintage-Jahrgängen von Dom Pérignon. Auf der Speiseabfolge stehen unter anderem Jakobsmuscheln

Kochkurse zu Wasser und zu Land Auf der Riviera oder Marina dürfen Passagiere auch selbst den Kochlöffel schwingen. In den Kochschulen auf See, den Culinary Centers, zeigen Meisterköche aus aller Welt, wie verschiedene Spezialitäten Oceania Cruises Die amerikanische Kreuzfahrtmarke Oceania Cruises wurde 2002 gegründet. Der Hauptsitz befindet sich in Miami, die Europa-Zentrale in Southampton (GB) und die deutschsprachige Niederlassung in Wiesbaden. Die Flotte umfasst sechs mittelgrosse Schiffe und setzt sich zusammen aus vier Einheiten der R-Klasse mit Kapazität für 684 Gäste (Sirena, Regatta, Insignia, Nautica) sowie zwei Einheiten der O-Klasse für bis zu 1250 Gäste (Marina, Riviera).

Soeben hat Oceania Cruises zwei Neubauten bei der italienischen Werft Fincantieri bestellt, die in den Jahren 2022 und 2025 ausgeliefert werden. Die beiden Einheiten der Allura-Klasse bieten jeweils rund 1200 Gästen Platz. Oceania Cruises ist Teil des internationalen Kreuzfahrtkonzerns Norwegian Cruise Line Holdings, die auch die Marken Norwegian Cruise Line und Regent Seven Seas Cruises umfasst. Infos: globusreisen.ch/kreuzfahrten

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Great Lakes, USA/Kanada Ein schwer zugängliches Naturparadies in den Wäldern Nordamerikas entdecken? Eine Expedition mit einem jachtähnlichen Luxuskreuzer durch die fünf grossen Seen Erie, Ontario, Michigan, Superior und Huron – die Great Lakes – macht es möglich. Während den zweiwöchigen Reisen angelaufen werden etwa Chicago, Michigan oder Milwaukee in den USA beziehungsweise Montreal, Toronto oder Quebec in Kanada. Folgende Hochseeschiffe* sind hier 2019/2020 unter anderem unterwegs: Le Champlain, Hanseatic Inspiration oder MS Hamburg.

Geheim

Sechs Sch für Fortge

Gestandene Kreuzfahrer such An diesen Destinationen ist

ARKTISCHER POLARKREIS

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N Ö RD LI C H E R W E N D E K R E I S

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Patagonien, Chile/Argentinien Eine Schiffsreise entlang der Südspitze Südamerikas von Valparaíso nach Ushuaia oder von Santiago de Chile nach Buenos Aires lässt abenteuerlustige Seefahrer die malerische Landschaft Patagoniens erleben, inklusive Gletscherfjorde und Regenwälder. Weitere Höhepunkte sind die Magellan-Pinguinkolonie am Otway Sound und der Nationalpark Torres del Paine. Folgende Hochseeschiffe* sind hier 2019/2020 unter anderem unterwegs: Hanseatic Inspiration, MS Bremen, MS Europa 2, Oceania Marina oder Silver Explorer.

S Ü D L I C H E R WE N D E K R E I S

A N T A R K T I S C H E R P O LA R K R E I S

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hen nach dem Unbekannten. es beispielsweise zu finden.

Foto: Neyriss/Adobe Stock

hiffsreviere eschrittene

Themse/London, England Die Tower Bridge ist nicht nur eine architektonische Ikone, sondern auch ein Ausgangshafen für jachtähnliche Luxus­ kreuzer, die klein genug sind, um die Themse hochschippern zu können und nicht wie die Megaliner in Southampton neben den Containerschiffen andocken müssen. Von London geht es über die Scilly-Inseln an der Südwestspitze Englands über Irland und Schottland zurück zur Tower Bridge. Folgende Hochseeschiffe* sind hier 2019/2020 unter anderem unterwegs: MS Hamburg, Silver Cloud oder Silver Wind.

Seine/Rouen, Frankreich Der Grand Port Maritime de Rouen mitten in der französischen Hafenstadt liegt im Vergleich zu anderen eher weit im Landesinneren. So beträgt die Entfernung zum Meer rund 100 Kilometer. Er wird zugleich als Fluss- und Hochseehafen genutzt: auf der Seine als Tor nach Paris und in entgegengesetzter Richtung als Zugang zum Ärmelkanal und weiter in den Atlantik. Folgende Hochseeschiffe* sind hier 2019/2020 unter anderem un­ terwegs: Azamara Journey, MS Amadea, MS Deutschland, MS Europa 2 oder Seabourn Quest.

Tahiti, Französisch-Polynesien Es ist das weiteste Reiseziel, das von der Schweiz überhaupt angepeilt werden kann: Der östlichste Teil des Südpazifiks mit mehr als 100 Inseln, darunter die ver­heissungsvollen Tropendestinationen Tahiti, Bora Bora, Taha’s, Huahine, Moorea, Cook Islands, Rarotonga und Fiji. Der Weg für eine Expeditionskreuzfahrt – etwa ab/bis Papeete (Tahiti) – lohnt jedoch, nicht zuletzt wegen der intakten Korallen-Unterwasserlandschaft. Folgendes Hochseeschiff* ist hier 2019/2020 unter anderem unterwegs: Paul Gauguin.

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Kimberley-Region, Australien Das riesige, weitgehend unerschlossene Wildnisgebiet im Nordwesten Australiens macht auch überzeugte Landratten zu Seefahrern, weil es sich besser vom Wasser als vom Land aus erkunden lässt, beispielsweise von Kununurra beziehungsweise Wyndham nach Broome. Die Kimberleys faszinieren mit einer zerklüfteten Küste, schroffen Bergmassiven, tiefen Canyons, tropischen Regenwäldern sowie unendlich weiten Savannen. Folgende Hochseeschiffe* sind hier 2019/2020 unter anderem unterwegs: Le Laperouse oder Silver Discoverer.

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* Bei den aufgeführten Hochseeschiffen handelt es sich um eine Auswahl.

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Fotos: Arnetpress

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Leben an Bord

Auf der Suche nach dem Paradies Eine Expeditionskreuzfahrt abseits der üblichen Routen im Pazifik von Samoa zu den Salomonen sorgt selbst auf einem Luxusschiff wie der Silver Discoverer für einen Hauch von Abenteuer. Die maximal 120 Gäste suchen genau diese Ferienformel. Auf der Seekarte reiht sich eine Insel an die andere, doch hier und jetzt ist nichts als Himmel und Wasser zu sehen. Die Silver Discoverer von Silversea Cruises (siehe Kasten), unser schwimmendes Boutiquehotel auf Zeit, ist ein winziger Punkt im unendlichen Blau. Weit und breit ist kein anderes Schiff in Sicht. Nur Wale pflügen manchmal vorbei. Oder eine muntere Schar von Delfinen spielt um den Bug. Wir befinden uns mitten im Pazifik, in einem wenig befahrenen Gebiet zwischen Samoa und den Salomonen. In 18 Tagen werden 3678 Seemeilen zurückgelegt und 17 Eilande in sieben verschiedenen Staaten angelaufen. Manche besitzen nicht einmal einen Hafen, geschweige denn einen Flugplatz. Und viele Inselbewohner haben noch nie zuvor ein Kreuzfahrtschiff gesehen.

«Weit und breit ist kein anderes Kreuzfahrtschiff in Sicht.» Dass die Silver Discoverer diese Eilande besuchen kann, verdankt sie ihrer speziellen Bauweise als wendiges Expeditionsschiff sowie ihrer Ausstattung mit zwölf motorbetriebenen Schlauchbooten, sogenannten Zodiacs, für die Anlandung an unberührten Stränden und primitiven Stegen. Bei Wellengang auf die wackligen Boote zu steigen und am Ufer ins seichte

Kapingamarangi: Atoll der Föderierten Staaten von Mikronesien im westlichen Teil des Pazifiks.

Wasser zu springen, ist indessen nicht immer einfach. Gut, dass die Wassertemperatur zwischen 29 und 31 Grad beträgt. Verwöhnprogramm vom Feinsten Weitere sportliche Leistungen sind von den maximal 120 Gästen hingegen nicht zu erwarten – abgesehen vom selbstgewählten Fitness-Training an Bord. Es scheint, dass die Mannschaft nur ein einziges Ziel hat, nämlich ihre Schützlinge vor jeglichen Anstrengungen zu verschonen und jederzeit mit einem kühlenden Tüchlein, einem erfrischenden Drink oder einem stärkenden Häppchen bereitzustehen. Sämtliche Leistungen sind im Pauschalpreis inbegriffen, vom Gourmetessen mit erlesenen Getränken über die spannenden Landausflüge bis zum Butler-Service und zu den Trinkgeldern. Dies übrigens ohne die bei All-inclusive-Resorts oft beobachteten unschönen Begleiterscheinungen an Buffets und Bartheken. «Was soll ich meine

Gesundheit schädigen, nur weil alles inbegriffen ist?», fragt unser Tischnachbar und lässt den Kaviar beim Captains-Cocktail stehen. Es genügt zu wissen, dass man alles haben könnte. Man muss es nicht auch noch verschlingen.  ➜ Expeditionsschiffe Die Silver Discoverer kann 120 Gäste und 96 Crew-Mitglieder aufnehmen und ist in den nächsten Monaten in Asien und Australien unterwegs. Diesen Sommer wird sie bei Silversea Cruises (siehe Kasten auf Seite 13) ausgemustert. Neu kommt die 2017 zum Expeditionsschiff umgebaute Silver Cloud zum Einsatz. Mit maximal 254 Gästen und 212 Crew-Mitgliedern wird sie Routen von Pol zu Pol befahren. Weitere Expeditionsschiffe der europäischen Reederei sind die Silver Explorer (144 Gäste, 118 Crew-Mitglieder), die vorwiegend in der Arktis und Antarktis eingesetzt wird, sowie die Silver Galapagos (100 Gäste, 75 Crew-Mitglieder), die im Galapagos-Archipel kreuzt. Auf allen Expeditionsschiffen gilt das All-inclusive-Konzept, nur Spa-Behandlungen sind kostenpflichtig.

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Zu Wasser: Neben dem Austauschen über das Erlebte steht an Bord das Geniessen hoch im Kurs.

Trotz der umsichtigen Betreuung ist ein gewisses Abenteuer-Feeling von Anfang an garantiert. Wir fühlen uns ein bisschen wie damals Captain Cook, denn ungenaue Seekarten, starke Strömungen, schwierige Riffpassagen und ungewisse Tiefenverhältnisse verlangen oft spontane Programmänderungen. Auch macht sich Neptun gelegentlich mit schlechter Laune bemerkbar: Die Silver Discoverer tanzt auf den Wellen, die Deckstühle fliegen umher und das Gehen wird trotz Stabilisatoren zum Balanceakt. «Kein Problem», beruhigt der Kapitän. Der steife Wind und die vier Meter hohen Wellen seien «bestes Südseewetter». Zudem befänden wir uns exakt auf Kurs und im Zeitplan. Im Gegensatz zu den alten Seefahrern wissen wir ja, welche Destinationen wir auf dieser Schiffsreise sehen werden. Die Aufregung beim Anblick eines weissen Streifens am Horizont ist dennoch gross: «Hurra, eine Insel! Lass uns an Land gehen!» Zum Glück werden Fremde heutzutage nicht mehr mit einem Pfeilhagel bedacht. Der Empfang ist überaus herzlich, umrahmt mit Tänzen, Gesängen, langen 12

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Reden und üppigen Buffets. Wie man später hört, hat Silversea der Gastfreundschaft etwas nachgeholfen, um ihren Gästen ein unvergessliches Erlebnis zu bieten.

«Mit der Zeit bildet sich so etwas wie eine Gemeinschaft.» Kriegsschauplätze, Korallenbänke Einige Eilande entpuppen sich als dschungelbewachsene Hügel und bizarre Gipfellandschaften, andere als flache, nur wenige Meter über dem Meeresspiegel liegende Palmenhaine oder grüne Landstreifen, die aufgrund der Klimaerwärmung mehr und mehr vom Ozean verschlungen werden. Ihre unaussprechlichen Namen sind bald vergessen. Aber ihre Besonderheiten bleiben lange in Erinnerung. Da sind überdimensionierte alte Kirchen, dort geheimnisvolle Ruinen einstiger Festungen und Kultplätze. Dann wieder trifft man auf rostige Kanonen, verfallende Bunker,

Denkmäler und Ausstellungen, die an den Zweiten Weltkrieg erinnern. Vor allem auf den Hauptinseln der jeweiligen Staaten macht sich der «Fortschritt» durch Verwahrlosung, Abfallberge, schmutziges Wasser und stinkende Motoren bemerkbar. Welche Diskrepanz zu den grünschillernden Lagunen mit ihrer fantastischen Unterwasserwelt. Von den Plattformen aus, die die Crew jeweils aus Schlauchbooten im Meer aufbaut, gleiten wir mit Schnorchelbrillen und Flossen über pastellfarbene Hügel, tiefgründige Täler und schroffe Passagen voll bunter Fische, bis uns das Schiffshorn in die Wirklichkeit zurückholt. Leben an Bord nicht als Gegensatz Jeden Abend wird gemeinsam Rückschau gehalten, und die fachkundigen Lektoren erläutern, was an Land und im Wasser tagsüber zu sehen war. Dabei kommen auch heikle Themen zur Sprache wie Klima- und Meeresveränderungen, Landschaftsschutz und die Rolle des Tourismus. An den Seetagen – Leben an Bord pur – finden weitere Fragestunden sowie


Fotos: Arnetpress

Zu Land: Darbietungen von Einheimischen und Begrüssungsschilder gehören stets zum Empfang.

wissenschaftliche Vorträge und allerlei Vorführungen statt. Dazwischen bleibt Zeit für Entspannung und Vergnügen, etwa im Spa, beim Tanzen, bei Yoga und Wassergymnastik oder bei angeregten Gesprächen mit den Mitreisenden, von denen sich viele als begeisterte Wiederholer entpuppen. Der Grossteil stammt aus den USA. Briten, Dänen, Deutsche und Schweizer sind ebenfalls gut vertreten. Mit

der Zeit bildet sich so etwas wie eine eingeschworene Gemeinschaft. Die Atmosphäre ist freundschaftlich-heiter, man plaudert in buntem Sprachgemisch. Garderobezwänge gibt es keine, das Tenue ist tropischlocker. Cocktail-Kleidung wird nur bei den Captains-Empfängen hervorgeholt. Je weiter wir fahren, desto mehr entfernen wir uns von der modernen Zivilisation und umso idyllischer erscheinen die Süd-

Silversea Cruises Die europäische Reederei Silversea Cruises mit Hauptsitz in Monaco wurde 1994 von der italienischen Familie Lefebvre gegründet mit der Idee, durch mehr Stil und Komfort einen höheren Standard als andere Luxusschiffe mit weniger als 600 Gästen zu bieten. 2018 übernahm der internationale Kreuzfahrtkonzern Royal Caribbean Cruises für 1 Milliarde Dollar zwei Drittel der Silversea-Anteile. Die Flotte umfasst fünf klassische Schiffe (Silver Muse, Silver Shadow, Silver Spirit, Silver Whisper, Silver Wind) und vier Expeditionsschiffe (siehe Kasten auf Seite 11). Während die Silver Discoverer diesen Sommer die Flotte verlassen wird, kommen in den nächsten Jahren fünf Neubauten hinzu: als klassische Schiffe die Silver Moon (2020) und Silver Dawn (2021) sowie zwei Einheiten der Evolution-Klasse bis 600 Gäste (ab

2022); als Expeditionsschiff die Silver Origin (2020) für die Galapagos-Inseln. Zu den Alleinstellungsmerkmalen aller Silversea-Einheiten gehört, dass im Preis pro Person praktisch sämtliche Leistungen inbegriffen sind, unter anderem Weine, Champagner, ausgewählte Landausflüge, Butler-Service, Trinkgelder. Zudem verfügen alle Schiffe ausschliesslich über Suiten mit Meerblick, davon mehr als 85 Prozent mit Veranda. Kulinarisch sind Gourmet-Restaurants und In-Suite-Dining Teil des All-inclusive-Konzepts. Geboten wird etwa internationale, italienische sowie japanische Küche. Und als Sahnehäubchen neben dem Bordleben: Ausgedehnte Liegezeiten an den Destinationen garantieren ausreichend Zeit für Landgänge und Abendausflüge. Infos: globusreisen.ch/kreuzfahrten

seeinseln. Die Schönsten sind Ailinglaplap im Archipel der Marshall Islands sowie Pingelap und Kapingamarangi in den Föderierten Staaten von Mikronesien. Mit ihren malerischen Hütten und gepflegten Palmengärten wirken sie wie aus einem Reiseprospekt geschnitten. Ach, könnten wir doch für immer hier bleiben, in einer Hängematte liegen, frischen Kokosnusssaft schlürfen, tagsüber einfach träumen und nachts in die Sterne gucken. Nach zwei feuchtheissen Stunden und zwölf Insektenstichen ist dieser Wunsch allerdings nicht mehr so gross. Das Bild unserer gepflegten klimatisierten Kabine mit gut funktionierender Dusche gewinnt zunehmend an Attraktivität. Super wäre es, jetzt einen eisgekühlten Drink serviert zu bekommen! Und dazu die Königskrabben an Mango-Koriander-Sauce, die im Wellness-Menü der Silver Discoverer empfohlen werden … Die Rückkehr aufs Expeditionsschiff fällt schliesslich gar nicht so schwer. Romantik ist eben auch nicht alles. Vielleicht haben wir das Paradies ja längst gefunden. Ohne es zu merken. powered by Globus Reisen Schiffsreisen Guide

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MSC Yacht Club

Grösse schliesst Privatsphäre nicht aus

Moderne Kreuzfahrtschiffe bieten ein schier grenzenloses Unterhaltungsangebot, unzählige Essensmöglichkeiten mit Spezialitäten aus aller Welt, grosszügige Wellness-Bereiche, umfängliche Einkaufsmöglichkeiten und Betreuung für Kinder. Für Kunden, welche auf diese Annehmlichkeiten nicht verzichten und dennoch exklusives, privates Ambiente einer Jacht geniessen möchten, hat MSC Kreuzfahrten einen ganz besonderen Bereich auf ihren Megalinern geschaffen: den MSC Yacht Club. Das Konzept wird auf vier Schiffen der Fantasia-Klasse sowie auf allen Neubauten der MSC-Flotte seit 2017 am prestigeträchtigen Bug angeboten. Auf den Neubauten wurde der MSC Yacht Club weiterentwickelt und erstreckt sich hier über drei Decks und bietet mit noch luxuriöseren Kabinentypen – es stehen ausschliesslich Suiten zur Verfügung – höchsten Komfort für besondere Ansprüche. First-Class-Service rund um die Uhr Das luxuriöse Kreuzfahrterlebnis mit besonderem Service beginnt für die Gäste des MSC Yacht Club beim Priority Checkin: Ein persönlicher Butler nimmt Gäste und Gepäck in Empfang, begleitet sie zu ihrer Suite und ist auf Wunsch beim Ein- und Auspacken der Koffer behilflich. Er übernimmt das Servieren von Snacks und Ge14

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Fotos: PD

MSC Kreuzfahrten bietet mit dem exklusiven «Schiff-im-Schiff»Konzept des MSC Yacht Club das Gefühl einer Privatjacht mit dem umfangreichen Angebot eines hochmodernen Mega­liners. Wer so mitreist, geniesst persönlichen Buttler-Service, eigene Pools, abgeschirmtes Sonnendeck und luxuriöse Suiten.

MSC Yacht Club: Abgeschirmtes Sonnendeck jeweils am Bug des Schiffs (MSC Bellissima im Bild).

tränken, zum Beispiel bei einer klassischen Fünf-Uhr-Teezeremonie nach englischem Vorbild. Die spezielle Rezeption des MSC Yacht Club mit Concierge steht den Gästen rund um die Uhr zur Verfügung, bucht wunschgemäss individuelle Landausflüge, bietet Serviceleistungen wie Restaurant­ reservationen an Bord und organisiert privates Shopping in den schiffseigenen Boutiquen ausserhalb der regulären Öffnungszeiten. Die Gäste schätzen aber vor allem auch die nur ihnen zugänglichen Bereiche wie das Sonnendeck mit eigenem Pool,

Butler-Service: Komfort für besondere Ansprüche.

die Whirlpools und eine Aussenbar. Eine ideale Rückzugsoase ist auch die Top Sail Lounge, eine spezielle Panorama-Lounge mit fantastischer Aussicht direkt über der Brücke. Hier steht Gästen eine reichhaltige Auswahl an Getränken und Gourmet-Fingerfood zur Verfügung. Zudem ist der Wellness-Bereich des Schiffes, das Aurea Spa, direkt aus dem Suitenbereich zugänglich. Exklusiver Reisegenuss mit Auswahl Erwähnenswert ist das besondere kulinarische Angebot im nur für Gäste des MSC Yacht Club zugänglichen Restaurants. Die Köche kreieren dort herausragende kulinarische Kompositionen, die anspruchsvolle Geniesser begeistern. Aber es stehen den Reisenden natürlich auch alle anderen Spezialitätenrestaurants zur Verfügung, denn das ist das bestechende dieses «Schiff-im-Schiff»-Konzepts: Im MSC Yacht Club kann man die Reise ganz exklusiv geniessen oder aber von der grossen Vielfalt eines hochmodernen Megaliners profitieren.


Leserangebote

MSC – Orient-Kreuzfahrt (17 Nächte)

Oceania – Rund um Westeuropa (12 Nächte)

Datum: 13. bis 30. November 2019 Route:  Genua (Italien), Civitavecchia/Rom (Italien), Heraklion/ Kreta (Griechenland), Suez-Kanal-Passage (Ägypten), Aqaba (Jordanien), Muscat (Oman), Khasab/Musandam (Oman), Doha (Katar), Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) – weitere Details folgen Schiff: MSC Bellissima mit bis zu 5700 Passagieren Preis: ab 1469 Franken pro Person in Aussen-Doppelkabine Extra: ab 4899 Franken pro Person für MSC Yacht Club in Deluxe Suite mit Balkon Highlight: Neubau geht diesen Frühling auf Jungfernfahrt

Datum: 2. bis 14. Oktober 2019 Route:  Southampton (England), Guernsey (Kanalinseln), Brest (Frankreich), La Rochelle (Frankreich), Bor­deaux (Frankreich), Lissabon (Portugal), Cádiz (Spanien), Motril (Spanien), Alicante (Spanien), Barcelona (Spa­ nien) Schiff: Nautica mit bis zu 684 Passagieren Preis: ab 4955 Franken pro Person in Deluxe-Doppelkabine Extra: inklusive Flug, sechs Landausflüge, Getränkepaket und Bordguthaben von 600 Dollar pro Kabine, Trinkgelder, Spezialitätenrestaurants, Internet Highlight: Übernachtaufenthalte in Bordeaux und Lissabon

Ponant – Perlen der Karibik (7 Nächte)

Silversea – Bezauberndes Asien (14 Nächte)

Datum: 29. Februar bis 7. März 2020 Route: Fort-de-France (Martinique), Îles des Saintes (Guadeloupe), Port Elizabeth (Saint Vincent and the Grenadines), Saint Georges (Grenada), Mayreau/Tobago Cays (Saint Vincent and the Grenadines), Pigeon Point/ Soufrière (Saint Lucia), Fort-de-France (Martinique) Schiff: Le Champlain mit 92 Kabinen und Suiten Preis: ab 3210 Franken pro Person in Deluxe-Doppelkabine Extra: Einzelkabinenzuschlag geschenkt Highlight: Möglichkeit zum Tauchen (PADI Open Water Diver etc.), erfahrener Tauchlehrer an Bord

Datum: 7. bis 21. Dezember 2019 Route:  Singapur (Singapur), Koh Samui (Thailand), Bangkok (Thailand), Ho Chi Minh City (Vietnam), Chan Mai (Vietnam), Ha Long Bay (Vietnam), Hongkong (China) Schiff: Silver Spirit mit bis zu 608 Passagieren Preis: ab 5845 Franken pro Person in Vista Suite Extra: inklusive Flug, Getränke, Bordguthaben von 400 Dollar pro Kabine und Trinkgelder Highlight: Mehrtagesaufenthalte in Bangkok, Ho Chi Minh City und Hongkong, diverse Seetage, vor Anker in geheimnisvoller Ha Long Bay

Fotos: PD

Vier Höhepunkte bei Globus Reisen

Beratung und Buchung: Telefon 058 569 96 99 oder kreuzfahrten@globusreisen.ch powered by Globus Reisen Schiffsreisen Guide

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“Cruises „ SCHIFFSREISEN VOM SPEZIALISTEN

KREUZFAHRTEN WELTWEIT

EINZIGARTIGE LUXUSKREUZFAHRTEN

EI N E AU S WA H L U N S ER ER LU X U S- R EED ER EI EN

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