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Mirjam Staub-Bisang

Nachhaltige Anlagen für institutionelle Investoren Einführung und Überblick mit Fachbeiträgen und Praxisbeispielen Unter Mitarbeit von Sven Bienert Robert E. Bopp Peter Brabeck-Letmathe Reinhold Glauner Dieter Haas Rolf D. Hässler Annette Krauss Daniel Manser Peter Meier Erika Meins

Verlag Neue Zürcher Zeitung

Christoph Müller Florian K. Probala Tobias Reichmuth Bernd Schanzenbächer Ingeborg Schumacher-Hummel Roman Staub Otto von Troschke Fritz Vischer Volker Weber Victor Weisberg


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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

© 2011 Verlag Neue Zürcher Zeitung, Zürich Lektorat: Ingrid Kunz Graf, Schaffhausen Einbandgestaltung: Atelier Mühlberg, Basel Gestaltung, Satz: Claudia Wild, Konstanz Druck, Einband: Kösel GmbH, Altusried-Krugzell Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt. Die dadurch begründeten Rechte, insbesondere die der Übersetzung, des Nachdrucks, des Vortrags, der Entnahme von Abbildungen und Tabellen, der Funksendung, der Mikroverfilmung oder der Vervielfältigung auf andern Wegen und der Speicherung in Datenverarbeitungsanlagen, bleiben, auch bei nur auszugsweiser Verwertung, vorbehalten. Eine Vervielfältigung dieses Werkes oder von Teilen dieses Werkes ist auch im Einzelfall nur in den Grenzen der gesetzlichen Bestimmungen des Urheberrechtsgesetzes in der jeweils geltenden Fassung zulässig. Sie ist grundsätzlich vergütungspflichtig. Zuwiderhandlungen unterliegen den Strafbestimmungen des Urheberrechts. ISBN 978-3-03823-710-5 www.nzz-libro.ch NZZ Libro ist ein Imprint der Neuen Zürcher Zeitung


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Inhaltsverzeichnis Vorwort

11

Grundlagen 1 Ausgangslage 1.1 Ökologische und soziale Herausforderungen 1.2 Nachhaltige Anlagen als Teil der Lösung 1.2.1 Philosophische Betrachtungsweise 1.2.2 Praktische Betrachtungsweise 1.3 Konklusionen für Praktiker 2 Was Nachhaltigkeit bedeutet 2.1 Definition 2.2 Geschichte 2.3 Definition nachhaltiger Anlagen 2.4 Gebräuchliche Begriffe 2.5 Konklusionen für Praktiker 3 Nachhaltige Anlagestrategien 3.1 Übersicht 3.2 Nachhaltige Anlagestrategien im engeren Sinne – Core-Strategien 3.2.1 Ausschlusskriterien 3.2.2 Positivkriterien 3.2.3 Best-in-Class-Ansatz 3.2.4 Themenansatz 3.3 Nachhaltige Anlagestrategien im weiteren Sinne – Broad-Strategien 3.3.1 Integration von ESG-Kriterien 3.3.2 Aktive Aktionärspolitik/Engagement 3.4 Kombinierte Strategien 3.5 Anwendbarkeit nachhaltiger Anlagestrategien in einzelnen Assetklassen 3.6 Konklusionen für Praktiker 3.7 Exkurs: Nachhaltigkeitsrating 4 Markt 4.1 Investoren 4.2 Europa 4.3 Deutschsprachiger Raum: Deutschland, Schweiz, Österreich 4.4 Ausblick 4.5 Konklusionen für Praktiker 5 Rendite und Risiko 5.1 Finanzielle Rendite 5.1.1 Empirische Untersuchungen zur Rendite nachhaltiger Anlagen

13 14 14 17 17 18 19 20 20 20 22 23 24 25 25 26 26 28 29 33 37 37 39 42 42 43 44 51 51 53 56 58 59 60 60 60


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8

Inhaltsverzeichnis

5.2

5.3

5.1.2 Praktikeranalysen 5.1.3 Chancen und Risiken nachhaltiger Investments Soziale und ökologische Rendite 5.2.1 Definition 5.2.2 Messbarkeit Konklusionen für Praktiker

Umsetzung 6 Rechtliche Rahmenbedingungen 6.1 Nachhaltige Anlagen und institutionelle Treuepflicht 6.1.1 «Freshfields Report» 6.1.2 Rechtliche Zulässigkeit nachhaltiger Anlagestrategien 6.1.3 Exkurs: Zulässigkeit zweckgerichteter Kapitalanlagen gemeinnütziger Stiftungen 6.2 Gesetzliche Bestimmungen zu nachhaltigen Anlagen in der Altersvorsorge Europas 6.3 Konklusionen für Praktiker 7 Umsetzung im institutionellen Anlageprozess 7.1 Anlageorganisation 7.2 Anlagepolitik 7.3 Asset Allocation 7.3.1 Auswirkungen auf Rendite- und Risikoerwartungen in einzelnen Anlageklassen 7.3.2 Berücksichtigung nachhaltiger Anlagestrategien im Core-Satellite-Ansatz 7.4 Selektion von Asset-Managern und Anlageprodukten 7.4.1 Quantitative und qualitative Due Diligence 7.4.2 Due Diligence des Nachhaltigkeitsansatzes 7.4.3 Vergabe von Mandaten 7.5 Investment Controlling/Reporting 7.6 Exkurs: Risikomanagement Robert E. Bopp, Ernst & Young 7.7 Die Rolle des Beraters 7.8 Konklusionen für Praktiker Nachhaltige Anlagestrategien nach Assetklassen – Fachbeiträge 8 Festverzinsliche Anlagen 8.1 Anleihen Rolf D. Hässler, oekom research AG 8.2 Mikrokredite Annette Krauss, Universität Zürich

62 78 80 80 81 83 85 86 86 86 88 91 92 98 99 99 99 102 102 104 110 110 110 113 114 116 119 120 121 122 122 133


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Inhaltsverzeichnis

9 Aktien Ingeborg Schumacher-Hummel, Kaiser Partner Privatbank AG 10 Immobilien Erika Meins, Universität Zürich, und Sven Bienert, Universität Regensburg 11 Private Equity/Venture Capital Volker Weber, Forum Nachhaltige Geldanlagen, MAMA Sustainable Incubation AG 12 Realwerte 12.1 Infrastruktur Tobias Reichmuth, Otto von Troschke, Victor Weisberg, SUSI Partners AG 12.2 Forst Reinhold Glauner, WaKa – Forest Investment Services AG 12.3 Agrarland Bernd Schanzenbächer, EBG Capital AG 13 Rohstoffe 13.1 Anlagen in Rohwaren Christoph Müller, Inrate AG 13.2 Nachhaltigkeitsaspekte von Rohstoffanlagen Interview mit Ivo Knöpfel, onValues Investment Consulting and Research GmbH 13.3 Nachhaltigkeit und der Nexus Wasser – Energie – Landwirtschaft Peter Brabeck-Letmathe, Nestlé SA 14 Hedge Funds Peter Meier, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften 15 Strukturierte Produkte Daniel Manser und Dieter Haas, Derivative Partners AG Nachhaltige Anlagestrategien institutioneller Anleger – Fallstudien 16 Übersicht 17 Vorsorgeeinrichtungen 17.1 AP-Fonds, Schweden 17.2 Ausgleichsfonds AHV/IV/EO, Schweiz 17.3 Government Pension Fund – Global (GPFG), Norwegen 17.4 Nest-Sammelstiftung, Schweiz 17.5 Pensionskasse der Zürcher Kantonalbank, Schweiz 17.6 VBV-Pensionskasse, Österreich 18 Versicherungen 18.1 Allianz-Gruppe, Deutschland 18.2 Munich Re, Deutschland 18.3 oeco capital, Deutschland

139 148

162 170

170 182 189 196 196

200 202 207 214 221 222 224 224 226 228 231 233 235 238 238 240 242

9


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10

Inhaltsverzeichnis

18.4 Swiss Re, Schweiz 18.5 Zurich Financial Services Group, Schweiz 19 Stiftungen 19.1 MBA for Women Foundation, Schweiz 19.2 Mistra Foundation, Schweden 19.3 Rockefeller Foundation, USA 19.4 Stiftung Drittes Millennium, Schweiz 19.5 Stiftung EVZ, Deutschland 19.6 WWF Schweiz, Schweiz 20 Family Offices 20.1 Lord Fink Family Office, Grossbritannien 20.2 Müller-Möhl Group, Schweiz

245 247 250 250 251 254 256 258 260 263 263 265

Anhang Interessenverbände Internationale Organisationen und Initiativen Auswahl aktueller Studien zur Rendite nachhaltiger Anlagen Abkürzungsverzeichnis Literaturverzeichnis Stichwortverzeichnis Autoren Danksagung

269 270 272 274 276 279 285 289 294


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Vorwort Ich halte ein Buch in den Händen, das aktueller nicht sein könnte. Als Asset Manager und Beraterin institutioneller Anleger hat Mirjam Staub-Bisang erkannt, dass an den Finanzmärkten der Bezug zur Aktualität und die Marktnähe alleine nicht mehr genügen. Sie greift deshalb ein Thema auf, das an den Märkten noch zu wenig verwurzelt ist, aber schon lange Teil der Risikokontrolle sein sollte: Nachhaltigkeit im Asset Management. Der Auftrag, Vorsorgegelder, Stiftungskapital und Familienvermögen so anzulegen, dass sie auch in einer fernen Zukunft Nutzen stiften, ist in sich schon ein nachhaltiges Anliegen. Asset Management impliziert deshalb Nachhaltigkeit. Auch am World Economic Forum haben wir das Thema nachhaltiger Finanzanlagen aufgegriffen, denn traditionelle betriebswirtschaftliche und finanzanalytische Ansätze müssen sich in diese Richtung entwickeln. Der Umgang mit den Ressourcen, die Einbettung in das gesellschaftliche Umfeld und die Organisationsstrukturen bestimmen das langfristige Bestehen jedes Unternehmens, jedes Landes und jeder Körperschaft entscheidend mit. Sie alle beschaffen sich ihre Mittel direkt und indirekt an den Finanzmärkten. Es ist deshalb am wirksamsten, wenn Impulse zu mehr Nachhaltigkeit auch von dort kommen. Hinter den drei wichtigsten Nachhaltigkeitskriterien, der Ökologie, dem Sozialen und der Governance, verbergen sich verschiedenste Arten von Risiken. In der Summe bewirken sie, dass die Welt als globaler Organismus verletzlich geworden ist. Einzelrisiken können das Ganze unmittelbar gefährden. Alle Anspruchsgruppen sind deshalb eingeladen, diese Risiken zu kontrollieren und zu minimieren, denn die Folgekosten unethischen Handelns steigen. Genau hier setzt Mirjam Staub-Bisang an. Sie steht im operativen Geschäft und hat deshalb in ihrem engeren und weiteren Umfeld Ko- und Gastautoren zur Mitwirkung eingeladen. So ist ein Werk entstanden, das seine potenziellen Leser – Asset Manager und Investoren – direkt anspricht. Es zeigt ihnen, wie sie ihren treuhänderischen Auftrag im wörtlichen und übertragenen Sinne nachhaltiger erfüllen können. Das richtige Buch im richtigen Moment. Prof. Dr. Dr. Klaus Schwab Gründer und Präsident des World Economic Forum


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Grundlagen


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14

Grundlagen

1

Ausgangslage

1.1

Ökologische und soziale Herausforderungen Die sozialen und ökologischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts sind so umfassend, dass sie langfristig auch den Anlageerfolg von Investoren beeinflussen werden. Wir leben in einem System, dem wir aufgrund der Globalisierung auch bei regionaler Orientierung kaum mehr entrinnen können und dessen Verflechtung immer enger wird. Nachfolgend einige Stichworte zu den grössten globalen Problemen, denen wir uns stellen müssen, wenn sich das Leben auf unserem Planeten nachhaltig entwickeln soll: ●● auf ökologischer Ebene ●● Klimawandel ●● zunehmende Verknappung und Verschmutzung der Süsswasserreserven ●● Entwaldung und Wüstenbildung ●● abnehmende Biodiversität ●● auf sozialer Ebene ●● Armut ●● Bevölkerungswachstum in Entwicklungsländern ●● Überalterung der Bevölkerung in Industrieländern Nachstehend gehen wir kurz auf diese Herausforderungen ein: ●● Klimawandel: Je nach Emissionsszenario dürfte sich die Atmosphäre im Laufe dieses Jahrhunderts um 1,1 bis 6,4 Grad erwärmen. Dies, nachdem die Temperatur schon in den letzten 50 Jahren doppelt so stark gestiegen ist wie in den 100 Jahren zuvor. Die Treibhausgasemissionen müssten gemäss Schätzungen bis 2050 um 50 Prozent sinken, um die Erwärmung auf nur 2 Grad zu begrenzen (IPCC: 2007). Schon jetzt merklich spürbar sind klimatische Extremereignisse wie Hitzewellen, Stürme und starke Schwankungen bei Niederschlägen. Es ist zu erwarten, dass diese Wetterphänomene weiter zunehmen. Unabhängig davon bleiben auch Vulkanausbrüche und Erdbeben eine Gefahr und eine ökologische Belastung. Die Zahl meteorologischer und hydrologischer Katastrophen hat sich in den letzten 30 Jahren verdreifacht. Geophysikalische Ereignisse wie Erdbeben, Vulkanausbrüche oder Tsunamis haben sich nahezu verdoppelt. Abbildung 1 zeigt dies deutlich (Munich Re: 2010a). Als Folge der globalen Erwärmung ist der Meeresspiegel seit 1993 jährlich um durchschnittlich rund 3 Millimeter gestiegen, dies im Vergleich zu 17 Zentimetern, das sind 1,7 Millimeter jährlich, im gesamten 20. Jahrhundert. Gut die Hälfte der Ursache ist der thermischen Ausdehnung des wärmeren Ozeans zuzuschreiben, rund 25 Prozent dem Abschmelzen der Gebirgsgletscher und etwa 15 Prozent dem Abschmelzen der Eisschilde. Der Kohlendioxidgehalt der Luft ist von 1750, dem Beginn der Industrialisierung, bis 2005 um 35 Prozent gestiegen. 78 Prozent der


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Ausgangslage

15

500 450 400

Anzahl Ereignisse

350 300 250 200 150 100 50 1980 1982 1984 1986 1988 1990 1992 1994 1996 1998 2000 2002 2004 2006 2008 2010 Geophysikalische Ereignisse (Erdbeben, Tsunamis, Vulkanausbrüche)

Meteorologische Ereignisse (Stürme)

Abbildung 1: Naturkatastrophen in den letzten drei Jahrzehnten

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●●

Hydrologische Ereignisse (Hochwasser)

Trendlinie

Quelle: Munich Re, Geo Risks Research (2010a).

Zunahme gehen auf die Nutzung fossiler Brennstoffe zurück (IPCC: 2007). Die internationale Energieagentur IEA erwartet, dass der weltweite Energiebedarf bis 2035 trotz des kontinuierlichen Anstiegs des Rohölpreises um 36 Prozent zunehmen wird. Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf die wachsende Energienachfrage einiger Schwellenländer wie China oder Indien zurückzuführen (s. Abbildung 2). Verknappung und Verschmutzung der Süsswasserreserven: Gemäss Sustainable Development Management (SD-M), einem Beratungsunternehmen für Nachhaltigkeit, haben sich sowohl die weltweite Wasserentnahme als auch der -verbrauch im 20. Jahrhundert bei Verdreifachung der Weltbevölkerung versechsfacht. 2025 werden nach heutigen Schätzungen zwischen 2,8 und 3,3 Milliarden Menschen, rund ein Drittel der Menschheit, unter chronischem oder immer wiederkehrendem Süsswassermangel leiden. Entwaldung und Wüstenbildung: 20 Prozent aller Treibhausgasemissionen werden durch das Roden tropischer Wälder verursacht, die CO2-Emissionen binden: Allein der Amazonaswald speichert 4,6 Milliarden Tonnen Kohlendioxid auf einer Gesamtfläche von 4 Millionen Quadratkilometern. Davon gehen jährlich Flächen im Umfang der Hälfte Deutschlands verloren (IPCC: 2007).


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Grundlagen

Mtoe = Millionen Tonnen Öl-Äquivalent

16

18 000 16 000 14 000 12 000 10 000 8000 6000 4000 2000 0 1990

1995

2000

Übrige Länder

2005 China

2010

2015

OECD

2020

2025

2030 2035

World Energy Outlook 2009 Referenzszenario Quelle: IEA (2010a).

Abbildung 2: Weltweiter Primärenergiebedarf nach Regionen

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Biodiversitätsverlust: Mit dem Klimawandel beschleunigt sich auch der Verlust an Biodiversität. Bei einer Erderwärmung von 2 bis 3 Grad sind 30 Prozent der Tier- und Pflanzenwelt potenziell vom Aussterben bedroht (SD-M: 2006). Armut: Gemäss Weltbank leben heute rund 1,4 Milliarden Menschen von weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag, und die ungleiche Verteilung der Einkommen nimmt in der globalisierten Welt stetig zu. Nach Erhebungen der Food and Agriculture Organization (FAO) leiden weltweit über 900 Millionen Menschen unter Hunger. Unicef gibt an, dass jährlich 10 Millionen Kinder im Alter von fünf Jahren oder jünger sterben, davon geschätzte 5,6 Millionen an den Folgen von Unterernährung. Bevölkerungswachstum: Die Weltbevölkerung zählt heute rund 7 Milliarden Menschen. Mit jeder Sekunde sind es 3 mehr. Nach Prognosen der Uno werden bis zum Jahre 2050 rund 9 Milliarden Menschen auf unserem Planeten leben, was einem jährlichen Wachstum von fast 90 Millionen entspricht. Das exponentielle Wachstum der Weltbevölkerung geht vorerst weiter. Gleichzeitig werden Millionen von Menschen ihre Einkommen steigern können und ihr Konsumverhalten entsprechend anpassen. Bei unveränderten Gewohnheiten und Produktionsweisen ergibt sich daraus ein massiv höherer Bedarf an Ressourcen, vor allem nach Energie. Grafisch zeigt sich die Entwicklung der Weltbevölkerung am eindrücklichsten (s. Abbildung 3).


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Ausgangslage

17

Bevölkerung in Mrd.

12 10

10,5 Hohe Variante 9,1 Mittlere Variante

8

8

Niedrige Variante

6 4 0 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010 2020 2030 2040 2050

Abbildung 3: Bevölkerung in Milliarden

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Quelle: United Nations (2009a).

Überalterung der Bevölkerung: Die Bevölkerungsstruktur traditioneller Industriestaaten entwickelt sich ungünstig: In Westeuropa sind momentan 16 Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre alt. 2050 wird ihr Anteil auf 27 Prozent steigen (United Nations: 2009b). Für Vorsorge- und Gesundheitseinrichtungen stellt sich die grundlegende Frage, wie ihre Leistungen nachhaltig finanziert werden können.

Nachhaltige Anlagen als Teil der Lösung Philosophische Betrachtungsweise Als Faustregel müssen wir davon ausgehen, dass es eine Generation dauert, bis sich neues Gedankengut durchsetzt. Der Philosoph Arthur Schopenhauer (1788–1860) sagte schon vor rund 200 Jahren, welche Stufen neue Ideen durchlaufen, bis sie greifen: Zuerst wird das Neue belacht, dann energisch bekämpft und schliesslich als Selbstverständlichkeit hingenommen. Schopenhauers Beobachtung bewahrheitet sich auch im professionellen Umfeld der institutionellen Vermögensverwaltung. In den 1950er-Jahren entwickelte Harry M. Markowitz die «moderne Portfoliotheorie». Sie besagt, dass sich mit der Diversifikation das Risiko des Gesamtportfolios mindert. Erst 1990, über 30 Jahre später, erhielt er dafür den Nobelpreis für Wirtschaft. Heute prägt seine Theorie Gesetze zur Anlage von Vorsorge- und Versicherungsgeldern und praktisch jedes Anlagereglement. Zurzeit schicken wir uns an, den Nachhaltigkeitsgedanken als neues Element in die Vermögensverwaltung einzubauen. In dieser Entwicklung liegt die Phase des Spotts und Gelächters hinter uns. Der Gedanke, bei wirtschaftlichen Fragen nebst finanziellen auch ökologische und soziale Kriterien zu berücksichtigen, ist aber noch immer kontrovers. In der Zeitskala von Schopenhauer stehen wir im Nachhaltigkeitsdiskurs in der Kampf-

1.2 1.2.1


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18

Grundlagen

phase. Symptom dafür sind unter anderem die Verleihungen des Friedensnobelpreises: 2006 entschied sich das Preiskomitee für Professor Muhammad Yunus aus Bangladesh und seine Grameen Bank, die als Bank für die Armen das Konzept der Mikrokredite weltweit bekannt gemacht hat. Ein Jahr später erhielt der ehemalige amerikanische Vizepräsident Al Gore zusammen mit dem Uno-Weltklimarat (IPCC) die Auszeichnung. Wie alle Nobelpreise fördert auch jener für Frieden neue Denkrichtungen. Die Zeit, ökologische und soziale Anliegen in wirtschaftliches Denken zu integrieren, ist gekommen. Verdrängen wir sie, gefährden wir unser Zusammenleben und unsere Existenz in der zum Dorf gewordenen, globalisierten Welt. Diese Einsicht muss ins alltägliche Wirtschaftsleben einfliessen. Sie verlangt nicht einmal Opfer, wohl aber Initiative. Ökologie und sozialer Zusammenhalt sind eng miteinander verflochten. Eine rücksichtslose Gesellschaft ist nicht nur für ihre Mitglieder, sondern auch für die Umwelt eine Belastung. Wir alle sind gut beraten, die nötigen Beiträge zu leisten. Dabei spielt die nachhaltig ausgerichtete Allokation von Kapital eine wesentliche Rolle. Wenn wir in unserer Anlagestrategie die Kriterien der Nachhaltigkeit einbauen, ist das eine der nötigen Massnahmen, um übergeordneten gemeinsamen Gesamtinteressen zu dienen.

1.2.2

Praktische Betrachtungsweise Die Erkenntnis, dass die Übernutzung von Ressourcen, die Umweltverschmutzung, der Klimawandel, die zunehmende Nahrungsmittelknappheit und der steigende Energiebedarf Bedrohungen für das Wohl der gesamten Menschheit darstellen, hat in den letzten Jahren grosse Anstrengungen ausgelöst, nach nachhaltigen Lösungen zu suchen. Gefragt sind vor allem technologische Innovationen, die Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energien sowie Preismechanismen, die Umweltschäden kompensieren. Entwicklungen in diese Richtung sind im Gange und bieten wirtschaftlich enorme Chancen. Die globalen Herausforderungen konfrontieren die Wirtschaft aber auch mit grossen Risiken. Gemäss Stern-Report könnten die Auswirkungen des Klimawandels über die nächsten beiden Jahrhunderte Kosten in der Höhe von 5 bis 20 Prozent des globalen Pro-Kopf-Einkommens verursachen (Stern: 2006). Die durch menschliche Aktivitäten verursachten Umweltkosten betrugen 2008 laut Trucost rund 6,6 Billionen US-Dollar. Bis 2050 könnten sie von 11 auf 18 Prozent des vorausgesagten BIP steigen (UN PRI/ UNEP FI: 2010). Wachsende externe Kosten beeinflussen die Rentabilität der heute weitgehend global diversifizierten Portfolios, denn eine Erhöhung der Kosten schlägt sich langfristig unvermeidbar in steigenden Versicherungsprämien, Steuern und Preisen nieder, was wiederum einen negativen Effekt auf die zukünftigen Cashflows und Dividenden der im Portfolio gehaltenen Titel hat. Alle Investoren sind daher gezwungen, die grossen Herausforderungen und Bedrohungen in ihren Anlageentscheidungen zu berücksichtigen.


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Ausgangslage

Konklusionen für Praktiker ●●

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Nachhaltigkeit ist ein globaler Megatrend. Als solchen bezeichnet man eine Entwicklung, die sich trotz temporärer Rückschläge und Widerstände langfristig nicht aufhalten lässt. Die zunehmende Ressourcenverknappung, die sich aufgrund der wirtschaftlichen Emanzipation der Schwellenländer ergibt, ist Teil der Nachhaltigkeitsproblematik. Unternehmen und Körperschaften, die globale Veränderungen in ihrer strategischen Ausrichtung nicht berücksichtigen, gehören möglicherweise kurz- und mittelfristig zu den Gewinnern, langfristig aber zu den Verlierern. Vorsorgeeinrichtungen, Versicherungen, Vermögensverwalter, Stiftungen, aber auch Family Offices, deren Anlagehorizont langfristig ausgerichtet sein muss, sollten sich der Herausforderungen der Zukunft bewusst sein.

19

1.3


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Grundlagen

2

Was Nachhaltigkeit bedeutet

2.1

Definition Das alte Substantiv «Nachhalt» bezeichnet ursprünglich «etwas, das man für Notzeiten zurückbehält, Rückhalt». Daraus hat sich Ende des 18. Jahrhunderts das Adjektiv «nachhaltig» gebildet, aus dem sich die Nachhaltigkeit als moderner Begriff ableitet. Im deutschen Sprachraum gilt etwas als nachhaltig, wenn es längere Zeit anhält und wirksam ist. Dahinter verbirgt sich noch immer der Gedanke des Notvorrats. Definition gemäss Brundtland Der Gedanke der Nachhaltigkeit erfährt unterschiedliche kulturelle Interpretationen. Das hat auch die Weltkommission für Umwelt und Entwicklung (World Commission on Environment and Development) unter dem Vorsitz der ehemaligen norwegischen Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland erkannt und den Begriff 1987 definiert: Nachhaltig ist eine Entwicklung, wenn sie «die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können». Diese Umschreibung aus dem Jahre 1987 ist heute allgemein anerkannt. Daraus haben sich die drei Säulen einer nachhaltigen Entwicklung abgeleitet: ökologische Zukunftsfähigkeit, materieller Wohlstand und soziale Wohlfahrt. Die Brundtland-Definition im englischen Original «Sustainable development is development that meets the needs of the present with­ out compromising the ability of future generations to meet their own needs. It con­ tains within it two key concepts: ●● the concept of ‹needs›, in particular the essential needs of the world’s poor, to which overriding priority should be given; and ●● the idea of limitations imposed by the state of technology and social organization on the environment’s ability to meet present and future needs» (WCED: 1987).

2.2

Geschichte Der Gedanke, nicht mehr zu verbrauchen als reproduziert werden kann, ist wohl so alt wie die Menschheit selbst und ein ethischer Grundsatz. Für Kollektive ist es aber schwieriger als für Einzelpersonen, dieses Prinzip auch durchzusetzen. Die zivilisatorische Entwicklung ist oft mit Verschwendung und Zerstörung gepaart. Dazu nachstehend einige Eckdaten, die sich als Stationen der Geschichte der Nachhaltigkeit eingeprägt haben:


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Was Nachhaltigkeit bedeutet

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1592 formulierte der Fürstbischof von Eichstätt in Bayern aufgrund der fortschreitenden Waldzerstörung Nachhaltigkeitsprinzipien für die Waldbewirtschaftung in einem Gesetz. Anfang des 18. Jahrhunderts drohte den Betreibern von Silberminen in Sachsen das Holz für Schmelzöfen und zur Abstützung der Stollen auszugehen. Bergbau und Forstwirtschaft waren gleichzeitig gefährdet. In der Folge wurde ein nachhaltiges Prinzip eingeführt: Es wird nur so viel Holz geschlagen, wie Bäume nachwachsen können. In den 1970er-Jahren warnte der Club of Rome, eine Expertengruppe um den USÖkonomen Dennis Meadows, in einer Studie vor den Grenzen des Wachstums. 1983 gründete die Uno die Weltkommission für Umwelt und Entwicklung (WCED) unter dem Vorsitz der ehemaligen norwegischen Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland. 1987 legte die Weltkommission für Umwelt und Entwicklung (WCED) ihren Bericht vor, der erstmals das Grundprinzip nachhaltigen Wirtschaftens formulierte. Die Bedürfnisse heutiger und zukünftiger Generationen sollten in Einklang gebracht werden. 1992 fand die Konferenz der Uno über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro statt, die unter der Bezeichnung «Erdgipfel» in die Geschichte einging. An dieser Konferenz nahmen nebst offiziellen Delegierten von 178 Teilnehmerstaaten auch 2400 Vertreter zivilgesellschaftlicher Organisationen teil. Unter anderem wurde die Agenda 21 verabschiedet. 1997 wurde das Kyoto-Protokoll verabschiedet. Die Industrieländer einigten sich auf verbindliche Ziele für die Reduzierung der Kohlendioxidemissionen. Insgesamt sollte der weltweite Ausstoss von CO2 bis zum Jahr 2012 um 5 Prozent gegenüber 1990 gesenkt werden. 1999 lancierte die Uno die Initiative Global Compact. Sie umfasst Leitprinzipien in den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen sowie Umweltschutz und stellt ein System nachhaltiger Leitlinien für Unternehmen dar. 2000 verabschiedeten 189 Mitgliedstaaten der Uno die sogenannte Millenniumserklärung, deren oberstes Ziel die Zukunftssicherung für die gesamte Menschheit ist. 2009 fand die Konferenz der Uno über den Klimawandel in Kopenhagen, kurz Klimakonferenz, statt. Sie brachte jedoch lediglich einen minimalen Konsens. 2010 wurde die Folgekonferenz der Uno über den Klimawandel in Cancún durchgeführt. Alle Staaten, unter anderem auch die USA und China, bekennen sich zu dem Ziel, die Erderwärmung auf 2 Grad zu begrenzen und weitere Massnahmen gegen die Folgen des Klimawandels zu ergreifen.

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Grundlagen

2.3

Definition nachhaltige Anlagen Der Begriff «nachhaltige Anlagen» bezeichnet einen Markt von Anlageprodukten, aber auch das verantwortungsvolle, ethische, zukunftsfähige und prinzipiengeleitete Investieren selbst. Eine nachhaltig ausgerichtete Anlagestrategie berücksichtigt die sogenannten ESG-Kriterien, also Ökologie (Ecology), Soziales (Social) und Führung (Governance), ohne deswegen auf marktkonforme Renditeansprüche zu verzichten oder zusätzliche Risiken einzugehen. Darmstädter Definition In der Finanzwelt begann sich der Begriff der Nachhaltigkeit erst im Laufe der siebziger und achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts zu konkretisieren. Um zu definieren, wovon die Rede ist, haben die Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt und die Universität Hohenheim in Stuttgart einen Kriterienkatalog zur Beurteilung von Unternehmen und Kapitalanlagen entwickelt. Dieses analytische Grundwerk wurde 1997 als «Frankfurt-Hohenheimer Leitfaden» veröffentlicht. Er deckt 850 Einzelkriterien ab, die den Hauptkriterien Kulturverträglichkeit, Naturverträglichkeit und Sozialverträglichkeit untergeordnet sind. Um diesen komplexen Kriterienkatalog praxistauglich zu machen, erarbeitete die Projektgruppe Ethisch-Ökologisches Rating auf Anregung des Forums Nachhaltige Geldanlagen und des Vereins Ethisch Orientierte Investoren (CRIC) auf Basis des Frankfurt-Hohenheimer Leitfadens eine handhabbare Definition, die «Darmstädter Definition nachhaltiger Geldanlagen». Sie fusst auf drei Ebenen: Darmstädter Definition nachhaltiger Geldanlagen 1. Wirtschaftliche Ebene: ●● Mehrwert entsteht auf Basis langfristiger Produktions­ und Investitionsstrate­ gien und nicht aufgrund kurzfristiger Gewinne; ●● die Erträge aus Finanzanlagen müssen in vertretbarer Relation zu den Erträgen aus dem operativen Kerngeschäft stehen; ●● die Aktivitäten des Unternehmens dürfen die Befriedigung elementarer Bedürf­ nisse (z. B. durch Gewässerverschmutzung) nicht gefährden; ●● Geschäftsabschlüsse aufgrund von Korruption sind nicht zulässig; ●● die Prinzipien der Gewaltentrennung der Kontrolle sind zu beachten. 2. Ökologische Ebene: Die Gewinnerzielung muss im Einklang stehen mit der ●● Steigerung der Ressourcenproduktivität; ●● Verwendung erneuerbarer Energien bzw. entsprechenden Investitionen; ●● Wiedergewinnung und Wiederverwendung verbrauchter Stoffe; ●● Funktionsfähigkeit globaler und lokaler Ökosysteme (z. B. Regenwälder, Meere). 3. Soziale und kulturelle Ebene: Die Gewinnerzielung muss im Einklang stehen mit der


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Was Nachhaltigkeit bedeutet

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Entwicklung des Humankapitals: Verantwortung für Arbeitsplätze, Aus­ und Wei­ terbildung, Förderung selbstverantwortlichen Arbeitens, Vereinbarkeit von Beruf und Familie; Entwicklung des Sozialkapitals: Schaffung von Erwerbschancen, Ausgewogen­ heit zwischen den Generationen, diskriminierungsfreier Umgang mit Minderhei­ ten, Förderung zivilgesellschaftlichen Handelns; Entwicklung des Kulturkapitals: Respekt vor kultureller Vielfalt unter Wahrung persönlicher Freiheitsrechte und gesellschaftlicher Integrität, Mobilisierung der kulturellen Vielfalt (Hoffmann et al.: 2004).

Gebräuchliche Begriffe Die Darmstädter Definition nachhaltiger Geldanlagen ist in der Praxis nachvollziehbar. Dennoch haben sich um das Thema Nachhaltigkeit zahlreiche Fachbegriffe gebildet und eingebürgert. Mit einer knappen Auslegeordnung versuchen wir, in alphabetischer Reihenfolge etwas Ordnung zu schaffen: ●● Corporate Social Responsibility (CSR): Bezeichnet die Gesamtverantwortung eines Unternehmens gegenüber der Gesellschaft. ●● Double Bottom Line (DBL): Neben wirtschaftlichen werden auch nicht finanzielle Ziele, also soziale oder ökologische Kriterien, berücksichtigt. ●● ESG: Bezeichnet die drei Standbeine der Nachhaltigkeit, nämlich Environmental (Umwelt), Social (sozial) und Governance (Führung nach dem Prinzip der Gewaltentrennung und Kontrolle). ESG-Investitionen sind Kapitalanlagen, die alle drei Ebenen der Nachhaltigkeit berücksichtigen. ●● Financial First Investors: Primäres Ziel ist die Maximierung der finanziellen Rendite, ohne jedoch die soziale und ökologische Rendite ganz aus den Augen zu verlieren. ●● Impact First Investors: Primäres Ziel ist die Erzielung einer möglichst hohen sozialen und/oder ökologischen Rendite. Im Vergleich zu den Financial First Investors nehmen sie dabei auch eine unter dem Markt liegende Rendite in Kauf. ●● Impact Investing: Anlagen, die einen direkten ökologischen oder sozialen Nutzen bezwecken. Beispiele sind Risikokapital für junge Firmen im Bereich Umwelttechnologie oder die Vergabe von Mikrokrediten. ●● Mission Related Investments (MRI): Anlagestrategien gemeinnütziger Stiftungen und Organisationen, die deren Zweck entsprechen und gleichzeitig eine marktkonforme Rendite erwarten lassen. ●● Philanthropic Finance: Anlagestil, bei dem Investoren zugunsten idealistischer Ziele keine oder eine unter dem Markt liegende Rendite in Kauf nehmen. ●● Program Related Investments (PRI): Anlagen, die unmittelbar oder zumindest eng mit den Zielen und der Förderstrategie der Stiftung oder der Organisation verbunden sind, aber in der Regel keine Marktrendite abwerfen.

2.4


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Grundlagen

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Responsible Investment (RI)/Sustainable Investment (SI): Damit werden Anlageprodukte und -strategien bezeichnet, die neben ökonomischen Aspekten auch ökologische und/oder soziale Grundsätze sowie Prinzipien der guten Unternehmensführung und -ethik berücksichtigen. Social Venture Capital: Risikokapital für eine soziale und/oder ökologische Zielsetzung, das aber auch eine finanzielle Rendite abwerfen soll. Socially Responsible Investments (SRI)/Ökologische Anlagen/Ethische Anlagen: Bezeichnet im weitesten Sinne Kapitalanlagen, die ökologische, soziale und andere ethische Überlegungen berücksichtigen. Triple Bottom Line (TBL oder 3BL bzw. «people, planet, profit» oder «Die drei Pfeiler»): Im Gegensatz zur Double Bottom Line werden Hauptbestandteile einer nachhaltigen Entwicklung in den Entscheidungsprozess einbezogen: wirtschaftliche, soziale und ökologische Kriterien. Venture Philanthropy: Ansatz der Philanthropie, der sich stark an unternehmerischen Prinzipien orientiert. Mit Risikokapital, aber auch Darlehen, werden soziale, ökologische oder gesellschaftliche Anliegen unterstützt, die dauerhafte und langfristige gesellschaftliche Veränderungen fördern.

Trotz der begrifflichen Vielfalt verfolgen nachhaltige Anlagen dasselbe Ziel, nämlich eine Integration sozialer und/oder ökologischer Überlegungen in die traditionellen ökonomischen Investmententscheidungen, analog zum Drei-Säulen-Modell der Darmstädter Definition nachhaltiger Geldanlagen.

2.5

Konklusionen für Praktiker ●●

●●

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Rund um Nachhaltigkeit existieren zahlreiche Begriffe, die oft unpräzise definiert und diffus verwendet werden. Die Brundtland-Definition, wonach eine Entwicklung als nachhaltig bezeichnet wird, wenn sie nicht nur unsere, sondern auch die Bedürfnisse künftiger Generationen befriedigt, ist sinnvoll und weltweit anerkannt. Sie weist auch beim Festlegen einer Anlagestrategie den Weg. In der Umsetzung einer nachhaltig ausgerichteten Anlagestrategie ist die Darmstädter Definition nachhaltiger Geldanlagen die beste Grundlage. Sie unterscheidet drei Wirkungsebenen, nämlich die wirtschaftliche, die ökologische und die soziale. Diese drei Ebenen werden durch zahlreiche Einzelkriterien spezifiziert.


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Nachhaltige Anlagestrategien

Nachhaltige Anlagestrategien

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3

Übersicht

3.1

Als nachhaltig bezeichnen wir Anlagestrategien, die neben wirtschaftlichen auch soziale und ökologische Aspekte einbeziehen. Zudem werden ethische Anliegen und Überlegungen zur Corporate Governance berücksichtigt. Grundsätzlich unterscheiden wir, der Definition von Eurosif folgend, zwischen Coreund Broad-Strategien. Core bezeichnet Anlagestrategien, die im engeren Sinne und eindeutig auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sind. Sie stehen für einen hohen Durchdrin-

Core-Strategien (Hoher Durchdringungsgrad) Ausschlusskriterien/ «Negatives Screening»: Ausschluss von Unternehmen, Branchen oder Ländern, die ökologische, soziale oder ethische Kriterien nicht erfüllen.

Ethisch oder moralischorientiert: Berücksichtigung ethischer (z. B. Menschenrechte) oder subjektiv moralischer Kriterien (z. B. Ausschluss von Tabak oder Alkohol). Normen-orientiert: Berücksichtigung normativer Kriterien (z. B. UN Global Compact, UN PRI, ILO, OECD).

Positivkriterien/ «Positives Screening»: Unternehmen, die festgelegte ökologische, soziale oder ethische Ziele verfolgen oder entsprechende Mindeststandards erfüllen.

Broad-Strategien (Tiefer Durchdringungsgrad) Integration von ESG-Kriterien: Umwelt-, Sozial- und Corporate Governance bezogene Kriterien (Environment, Social, Governance) werden bei der Unternehmensanalyse berücksichtigt.

Aktive Aktionärspolitik/ Engagement: Einflussnahme auf die Unternehmenspolitik durch die Wahrnehmung von Stimmrechten bzw. Dialog mit dem Management.

Best-in-Class-Ansatz: Unternehmen einer Branche, welche die festgelegten Nachhaltigkeitsstandards am besten erfüllen.

Themenansatz: Umweltthemen (z. B. erneuerbare Energien, Wasser) Sozialthemen (z. B. Mikrofinanz).

Abbildung 4: Übersicht nachhaltiger Anlagestrategien

Quelle: ICM.


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Grundlagen

gungsgrad. Dazu zählen die Anwendung von Ausschluss- und Positivkriterien wie der Best-in-Class-Ansatz oder der Themenansatz (s.  Abbildung 4). Unter Broad werden Strategien zusammengefasst, die im weitesten Sinne als nachhaltig gelten. Sie weisen einen tiefen Durchdringungsgrad auf. Broad-Strategien fokussieren auf eine aktive Aktionärspolitik bzw. Engagement oder beschränken sich auf die selektive Integration von ESG-Kriterien im Anlageprozess. Eine andere Terminologie unterscheidet zwischen aktiven und passiven Strategien. Passivstrategien lehnen sich an im Voraus festgelegte Kriterien und Reglemente an, während aktive Strategien Veränderungen anstreben. Umsetzbar sind sie nur in Verbindung mit Aktien und einer aktiven Aktionärspolitik. Somit werden mit Ausnahme der aktiven Aktionärspolitik alle oben aufgeführten nachhaltigen Anlagestrategien den passiven Strategien zugeordnet.

3.2

Nachhaltige Anlagestrategien im engeren Sinne – Core-Strategien

3.2.1

Ausschlusskriterien Durch die Negativselektion werden Geschäftsfelder oder Geschäftspraktiken, die gegen ökologische, soziale oder ethische Kriterien verstossen, aus dem Anlageuniversum ausgeschlossen. Der Entscheid basiert auf der Überlegung, dass bestimmten Sektoren oder Unternehmen, welche die Umwelt schädigen oder nicht sozial und nicht ethisch handeln, kein Kapital zur Verfügung gestellt werden soll. Grundlage dafür können entweder normative, ethische oder moralisch-orientierte Kriterien oder deren Kombination sein. Zur normenbasierten Selektion (norm-based Screening) zählen Anlagen, die zwar in alle denkbaren Branchen bzw. Unternehmen investieren, jedoch nur, wenn bestimmte internationale Standards und Normen erfüllt sind, die beispielsweise die OECD, die ILO oder die Uno setzen. Unternehmen, die diese Normen nicht einhalten, werden aus dem Portfolio ausgeschlossen. Zur Negativselektion aufgrund ethischer oder subjektiver, meist moralischer Präferenzen (simple Screening), zählen Kapitalanlagen, die Sektoren nach bestimmten Kriterien ausschliessen. Im ökologischen Bereich finden wir häufig folgende Ausschlusskriterien: ●● Kernenergie ●● fossile Energieträger ●● Nutzung von Tropenhölzern ●● Herstellung gefährlicher Stoffe (Pestizide, Biozide usw.) ●● Aktivitäten, die den Klimawandel fördern (Automobile, Erdöl- und Gasindustrie) ●● Herstellung und Vertrieb Ozon abbauender Substanzen


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Nachhaltige Anlagestrategien

Im sozialen Bereich stossen wir auf diese typischen Ausschlusskriterien: Kinderarbeit ●● Missachtung der Menschenrechte ●● Unterdrückungsregimes ●●

Neben ökologischen und sozialen gibt es auch klassische ethisch-moralische Ausschlusskriterien wie: ●● Embryonenforschung, Gentechnologie ●● Tierversuche ●● Tabak- oder Alkoholindustrie ●● Unternehmen mit korrupten Strukturen ●● Militärwaffenproduktion und Militärwaffenvertrieb ●● Glücksspiel ●● Pornografie Ausschlusskriterien werden nicht nur bei der Selektion von Aktien und Unternehmensanleihen angewendet, sondern auch bei der Auswahl von Staatsanleihen. So zum Beispiel, wenn Staaten an der Todesstrafe festhalten oder anderweitig die Menschenrechte verletzen. Gleiches gilt auch für Investitionen in Immobilien, die gewisse energetische Kriterien nicht erfüllen, sowie in Rohstoffe, deren Gewinnung wie beim Erdöl mit erheblichen negativen ökologischen und sozialen Konsequenzen verbunden ist. Beispiel für ein negatives Screening: Government Pension Fund – Global (GPFG) Der per Ende 2010 mit einem Anlagevolumen von über 390 Milliarden Euro ausgestat­ tete norwegische GPFG schliesst Unternehmen aufgrund normativer und subjektiver Kriterien aus dem Anlageuniversum aus. Ausgeschlossen werden Exponenten der Tabak­ und Waffenindustrie. Ebenso Unternehmen, die unverantwortliche Risiken ber­ gen, so etwa die Verletzung fundamentaler Menschenrechte wie Mord, Folter, Zwangs­ arbeit, Kinderarbeit oder Freiheitsentzug, aber auch schwere Degradierungen der natürlichen Umwelt, Korruption und andere eindeutig unethische Handlungsweisen. Der Investment­ oder Divestment­Entscheid wird vom norwegischen Finanzministe­ rium auf Empfehlungen des Council on Ethics getroffen (Norwegian Ministry of Finance: 2009; Council on Ethics: 2009).

Vor- und Nachteile von Ausschlusskriterien Der Ansatz der Negativselektion ist geeignet, ethische Präferenzen in die Anlageentscheidung zu integrieren und damit klare Signale zu setzen. Für institutionelle Investoren, die öffentliche Gelder verwalten und deswegen ihre Investments offenlegen müssen, bietet der Ansatz eine Möglichkeit, «saubere» Portfolios zu bilden. Der Preis dafür ist allerdings eine Einschränkung des Anlageuniversums. Je umfangreicher die Liste der

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Grundlagen

Ausschlusskriterien, desto schwieriger, wenn nicht unmöglich, wird es für den Portfoliomanager, sich an einer Benchmark zu orientieren.

3.2.2

Positivkriterien Während die Negativselektion zum Ziel hat, bestimmte Investitionen in Unternehmen bzw. Branchen zu vermeiden, steht bei Positivkriterien die bewusste Auswahl und Integration gewünschter Titel im Mittelpunkt. Wer – statt von negativen – von positiven Kriterien ausgeht, wählt innerhalb eines Anlageuniversums jene aus, die festgelegte ökologische, soziale und ethische Ziele verfolgen oder aber entsprechende Mindeststandards erfüllen. Besonders in Kontinentaleuropa haben positive Selektionskriterien viele Befürworter, weil sie dank der systematischen Analyse zahlreicher Unternehmen auch ein hohes Mass an Transparenz gewährleisten. Gängige Positivkriterien sind: Corporate Governance: Zusammensetzung der Geschäftsleitung und des Aufsichtsgremiums, interne und externe Kontrollmechanismen, Aktionärsrechte, Vergütungssysteme für Geschäftsführer und leitende Angestellte. ●● Kunden und Zulieferer: Produktsicherheit, Kundeninformation, auf Treu und Glauben aufbauende Verträge, gute Beziehungen zu Zulieferern, Berücksichtigung von sozialen und ökologischen Aspekten in der Zulieferkette, Prävention von Korruption, Prävention von wettbewerbsfeindlichen Praktiken. ●● Lokales Engagement: Förderung der sozialen und ökologischen Entwicklung, Auswirkungen der Produkte und Dienstleistungen, Beitrag zum Gemeinwohl. ●● Menschenrechte: Anerkennung und Verteidigung von Menschenrechten, Anerkennung des Rechts auf Gewerkschaftsfreiheit und Kollektivverhandlungen, Verhinderung von Kinderarbeit und Zwangsarbeit, Vermeidung diskriminierender Praktiken. ●● Personalpolitik: Berücksichtigung von Fragen der Personalpolitik in der Unternehmenspolitik, Fördern von Gewerkschaftsaktivitäten, Förderung der Partizipation von Arbeitnehmern, Aus- und Weiterbildungsangebote, Qualität des Vergütungssystems, aktives Gesundheits- und Sicherheitsmanagement, Einhaltung der Arbeitszeiten. ●● Umwelt: Umweltmanagement, Emissionsreduktion und -kontrolle, Entwicklung ökologischer Produkte und Dienstleistungen, Artenschutz, Gewässerschutz, Reduktion der Emissionen aus Energieverbrauch, Reduktion von Emissionen in die Atmosphäre, Entsorgungsmanagement (BFSD/Eurosif: 2006). ●●


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Nachhaltige Anlagestrategien

Best-in-Class-Ansatz Der Best-in-Class-Ansatz prüft, ob soziale und ökologische Vorgaben eingehalten werden, und stellt somit eine Ausprägungsform der Positivselektion dar. Ziel ist die positive Umsetzung allgemein anerkannter Nachhaltigkeitskriterien, zum Beispiel aktive Klimaund Umweltschutzpolitik, soziale Gerechtigkeit, Armutsbekämpfung sowie zukunftsorientierte Investitionen in umweltfreundliche Produktionsprozesse oder erneuerbare Energien. Beim Best-in-Class-Ansatz werden keine Branchen, Güter bzw. Dienstleistungen absolut ausgeschlossen, sondern einem stringenten Ratingprozess unterzogen. So werden beispielsweise auch Erdölunternehmen nach ökologischen und sozialen Kriterien untersucht, mit dem Ziel, die Branchenbesten zu finden. Die Wahl fällt demnach innerhalb eines Sektors auf die «Nachhaltigkeits-Leader». Damit lassen sich vor allem Aktien sowie Unternehmens- und Staatsanleihen selektieren (Eurosif: 2005). Die Grundlage des Anlageprozesses bildet ein Kriterienkatalog zu ausserökonomischen Faktoren. Der Investor entscheidet, welche extrafinanziellen Informationen in die Investmententscheidung integriert werden sollen. Jene Unternehmen, die sich nicht unter den nachhaltig Besten der Branche befinden, werden herausgefiltert. Es resultiert ein diversifiziertes und Benchmark-orientiertes Portfolio, in dem allerdings dank zusätzlicher Anwendung des Best-in-Class-Ansatzes alle Titel herausgefiltert wurden, die Nachhaltigkeitskriterien nur ungenügend oder gar nicht erfüllen (s. Abbildung 5). Aus diesem nachhaltigen Anlageuniversum wählt der Vermögensverwalter bzw. Fondsmanager die finanziell attraktivsten Titel aus, die schliesslich im Portfolio verbleiben. Wesentlich ist dabei, dass unverändert alle Sektoren im Portfolio vertreten sind. Dies ist auch der wichtigste Kritikpunkt am Best-in-Class-Ansatz. Um dieser Kritik zu begegnen, greifen Strategieausschüsse oft zu ergänzenden Ausschlusskriterien, womit Sektoren oder Subsektoren wie die Kernenergie oder die Erdölexploration und -förderung wegfallen. So entsteht ein nachhaltig ausgerichtetes Portfolio, das als ökologisch bzw. «grün» wahrgenommen wird und auch entsprechend vermarktet werden kann. Nicht immer führt die Nachhaltigkeitsanalyse zu den gewünschten Resultaten, denn selbst bei den Nachhaltigkeitsleadern einer Branche bestehen Risiken, wie der Fall British Petroleum (BP) gezeigt hat.

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3.2.3


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Grundlagen

Universum Aktien MSCI-World

ESG-Screening Screening unter Berücksichtigung des Einflusses von ökologischen, sozialen und Corporate-Governance-Kriterien (ESG-Kriterien) auf den Unternehmenserfolg

Evtl. negatives Screening Anwendung von Ausschlusskriterien wie Atomenergie, Tabak, Alkohol, Waffen usw.

Best-in-Class-Universum

Traditionelle Finanzanalyse

Branchengewichtung gemäss Index Quelle: ICM.

Abbildung 5: Umsetzung des Best­in­Class­Ansatzes

Bis zur Explosion der Ölbohrplattform «Deepwater Horizon» galt BP in Bezug auf Nachhaltigkeit als Vorzeigefirma der an sich «schmutzigen» Erdölindustrie und war in zahlreichen gängigen Indizes enthalten, unter anderem im Dow-Jones-Sustainability-Index (DJSI), der von SAM in Kooperation mit Dow-Jones-Indexes publiziert wird. Es stellt sich die Frage, ob die Nachhaltigkeitsanalysten früher hätten reagieren müssen. Beispiel Fall British Petroleum Am 20. April 2010 explodierte bei Bohrarbeiten an der rund 80 km vor der Küste Louisi­ anas gelegenen Erdölquelle «Macondo 252»1 die Ölbohrplattform «Deepwater Hori­

1 BP ist mit 65 Prozent am «Macondo»-Erdölfeld (Mississippi Canyon Block 252) beteiligt. Weitere 25 Prozent hält die amerikanische Erdölgesellschaft Anadarko Petroleum, die restlichen 15 Prozent gehören MOEX Offshore, einer Tochtergesellschaft des japanischen Konglomerats Mitsui. Für die


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Nachhaltige Anlagestrategien

zon», deren Leasingnehmer BP war. Elf Menschen starben. Erst fünf Monate später, am 19. September 2010, war das Bohrloch endgültig mit Zement versiegelt.2 BP plant, die Tiefseebohrungen im Golf von Mexiko im Sommer 2011 wieder aufzunehmen. Zum Fall BP ein Interview mit Dr. Rodrigo Amandi, Managing Director SAM Indexes. SAM ist im Bereich der Nachhaltigkeitsanalyse ein führender Anbieter in der Schweiz. Weshalb wurde gerade BP als «nachhaltig» eingestuft? Dr. Rodrigo Amandi: BP wurde zuletzt 2009 aufgrund unserer Assessment­Ergebnisse in den DJSI World aufgenommen. BP erreichte gute Bewertungen in einer ganzen Reihe von Kategorien, die von ökonomischen und ökologischen bis hin zu sozialen Kriterien reichen. Unter Würdigung aller relevanten Aspekte gehört BP zu den transparentesten Unternehmen seiner Branche – mit einem umfangreichen ökologischen und sozialen Reporting und einer gut entwickelten Klimaschutzstrategie einschliesslich formulier­ ter Ziele und operativer Daten zur Ökoeffizienz, die durch Dritte geprüft sind. Warum schliesst man Problembranchen wie zum Beispiel die Erdöl- oder Energieindustrie nicht grundsätzlich aus? Dr. Rodrigo Amandi: Wegschauen löst keine Probleme! Dank dem Best­in­Class­Ansatz, der eben keine Branchen ausschliesst, ist unter den Unternehmen ein jeweils bran­ cheninterner Wettbewerb um die Aufnahme in die DJSIs entstanden. Würde man ganze Branchen aus den DJSIs ausschliessen, hätten deren Vertreter keinen Anreiz mehr, in punkto Nachhaltigkeit besser zu werden. Der grundsätzliche Ausschluss bestimmter Branchen hätte zudem eine massive Einschränkung der Auswahlbasis für Fondsmanager zur Folge. Wie sollen Anleger künftig davon überzeugt werden, dass nachhaltige Anlagen helfen, gerade Risiken wie die BP-Katastrophe zu verhindern? Dr. Rodrigo Amandi: Zunächst einmal lenkt der Fall BP die allgemeine Aufmerksamkeit auf die Bedeutung der ESG­Faktoren. Der Fall zeigt exemplarisch, dass eine Einbezie­ hung möglichst umfangreicher nicht finanzieller Informationen notwendig ist, um Unternehmen zuverlässig bewerten zu können. Wenn die Causa BP langfristig Einfluss auf die Investmentbranche haben sollte, dann paradoxerweise also am ehesten in Form einer Zunahme der Bedeutung von Nachhaltigkeitskriterien.

Erschliessung wurde die Bohrplattform «Deepwater Horizon» von Transocean samt Besatzung gemietet und mit internen und externen Fachleuten ergänzt. 2 Insgesamt sind rund 5 Millionen Fass Erdöl (rund 800 Millionen Liter) in den Golf von Mexiko geflossen. Laut Angaben von BP hat die Firma auf diversen Wegen etwa 800 000 Fass Erdöl aufgefangen. Die im Meer verbliebene Menge beträgt somit rund 4,1 Millionen Fass. BP schätzt die anfallenden Kosten aus der Katastrophe auf 40 Milliarden US-Dollar.

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Stichwortverzeichnis

Stichwortverzeichnis A Abwasser 206 Agrarland 43, 189 Aktien 42, 62, 139 Aktienfonds 54 Aktienindizes 63 Aktionärspolitik 25, 39, 139 Alkohol 50, 70, 73, 74, 145 Allianz-Gruppe 238 Altersvorsorge 92 Anlageklasse 42, 102 Anlageorganisation 99 Anlagepolitik 99, 101 Anlageprodukte 110 Anlageprozess 87, 99 Anlagestrategien 25, 88, 104, 109, 139 Anlageuniversum 72, 102 Anleihen 54, 122 Anleihenfonds 71 Anleihenindizes 70 AP-Fonds 224 Armut 16 Armutsindex 82 Asset Allocation 102, 107, 118, 145 Assetklasse 42, 122 Atomenergie 30, 171, 232, 242 Ausgleichsfonds der AHV/IV/EO 226 Ausschlusskriterien 25, 26, 139 Automobilindustrie 79 B Bauen 149 Belgien 56, 95, 131 Benchmark 106 Berichtspflicht 92 Best-in-Class 25, 29, 139 Best-in-Service 50 Best-of-Class 32 Bevölkerungswachstum 16 Biodiversitätsverlust 16 BP 30, 146 BREEAM 151 Broad-Strategien 25, 37, 53 Brundtland Definition 20 Buyout 43, 163

C Carbon Disclosure Project 40, 270 Care Group 111 Cashflow 103, 155, 173, 185 Cleantech 164 CO2-Emissionen 15, 40, 194 CO2-Zertifikate 167 Core-Satellite-Ansatz 104 Core-Strategien 25, 26, 53 Corporate Governance 28, 273 Corporate Responsibility Interface Center 271 Corporate Social Responsibility 23 D Darmstädter Definition 22 Deepwater Horizon 30, 146 Deutschland 56, 80, 86, 94, 126, 172, 180, 183, 188, 219 Dialog 25, 40, 139, 202 Diversifikation 62, 77, 89, 107, 145, 176 Double Bottom Line 23, 24 Dow-Jones-Sustainability-World-Index 32, 63, 66, 73, 144 Drei-Säulen-Modell 24 Due Diligence 110 Durchdringungsgrad 26, 100, 103 E Earth Dividend 115 Economic-Sustainability-Indicator-ESI 155 ECPI-Ethical-Index-Global 63, 68 Edelmetalle 201, 220 Elektrizität 80, 204, 209 Energiebedarf 15, 16 Energieeffizienz 103, 148, 158, 160, 198, 215, 218 Energie-Indizes 75 Engagement 25, 39, 139 Entwaldung 15 Erdöl 30, 74, 84, 145, 148, 196, 199, 201 Erneuerbare Energien 74, 76, 80, 103, 165, 171 Erneuerbare-Energien-Gesetz 80, 178 ESG 23, 63, 103

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Anhang

ESG-Kriterien 22, 25, 37, 86, 106, 122, 130, 140, 168, 208 Ethibel-ESI-Excellence-Global-Index 63, 65 Ethos 40 Eurosif 112, 271 F Family Offices 100, 184, 208, 263 Festverzinsliche Anlagen 42, 122 Financial First Investor 23 Finanzielle Rendite 60, 177 Finanzkrise 54, 79, 127, 132, 140, 146, 192, 208, 213 First-Mover-Vorteil 181 Fonds de Réserve pour les Retraites 55, 94, 97 Forst 43, 77, 182 Forum Nachhaltiger Geldanlagen 22, 113, 271 Fotovoltaik 81, 115, 172 Frankfurt-Hohenheimer-Leitfaden 22 Frankreich 55, 56, 86, 94, 122, 131 Freshfields Report 86 FTSE4Good-Global-Index 63, 66 Fukushima 79, 171 Fund-of-Hedge-Funds 208, 211 G Geldmarktfonds 54, 123, 128 Gesellschaftliche Rendite 178 Gesetzliche Bestimmungen 92 Global Impact Investing Network 83, 254, 270 Global Impact Investing Rating System 110 Global Reporting Initiative 272 Global-Challenges-Index 64, 66 Gold 190, 196, 201 Government Pension Fund – Global 27, 96, 228 Green Bonds 129 Grossbritannien 55, 86, 93, 131 H Hedge Funds

43, 207

I Immobilien 43, 61, 103, 148 Impact Investing 23, 33, 100, 254 Indikatoren 46, 51, 61, 145, 270 Industrieanleihen 127 Industriemetalle 201

Infrastruktur 43, 170 Inrate 48 Institutionelle Investoren 51, 87 Integration 25, 37, 88, 103, 106, 140 Interessenverbände 270 Investitionsstrategie 176, 178, 181 Investment Controlling 114 Italien 55, 86, 95, 122, 131 K Kernanlagen 106 Kernenergie 29, 79, 171 Kernportfolio 105, 108 Kinderarbeit 27, 117, 198, 230 Klimawandel 14, 18, 158, 164, 181 Kombinierte Strategien 42 Korrelation 62, 77, 89, 105, 130, 137, 173, 190, 197 Kosteneffizienz 91 Kreditrating 45, 131 L Labels 112, 150 Land Grabbing 204 Landwirtschaft 202 LEED 151, 159 Liquidität 89 Lord Fink Family Office

263

M Manager 110 Mandate 53, 113 Markowitz 17 Markt 51 MBA for Women Foundation 250 Megatrend 19, 103, 165 Menschenrechte 27, 28, 125, 130 Mercer 60 Messbarkeit 81, 158, 177 Mikrofinanz 35, 62, 77, 133 Minergie 149, 159 Mission Related Investments 23, 36, 91 Mistra Foundation 251 MSCI-World-ESG-Index 64, 66 Müller-Möhl Group 265 Munich Re 101, 240 N Nachhaltige Anlagen Nachhaltigkeit 20

17, 22, 99


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Stichwortverzeichnis

Nachhaltigkeitsfonds 69 Nachhaltigkeitsmatrix 46 Nachhaltigkeitsrating 44, 111, 123, 131 Nahrungsmittel 79, 190, 194, 204 Natur-Aktien-Index 65, 67, 144 Naturkatastrophen 15 NCREIF 77, 192 Negatives Screening 25 Nest-Sammelstiftung 101, 231 Normen 25 Norwegen 54, 95, 126 O OECD 206, 273 oeco capital 242 oekom research 46 Ökologie 22, 33, 44, 151, 168 Ökologische Rendite 80, 177 Ökologischer Fussabdruck 83 Opportunitätskosten 37, 39 Organisationen 272 Österreich 56, 96, 122, 131, 143 P Pensionskasse, -fonds 39, 52, 55, 77, 87, 94, 116, 134, 163, 190, 208, 212 Performance 60, 65, 78, 86, 274 Personalpolitik 28 Pfandbrief 123, 127 PGGM 101 Philanthropic Finance 23 Positives Screening 25 Positivkriterien 25, 28, 139 Private Equity 43, 91, 114, 162 Program Related Investments 24, 36 Progress-out-of-Poverty-Index 82 Publikumsfonds 54, 57, 112, 128 R Rating, -agenturen 45 Realwerte 43, 103, 107, 170 Rechtliche Rahmenbedingungen 86 Rendite 60, 87, 102, 136, 177, 187, 192, 212, 218 Rentenfonds 123, 128 Reporting 114 Reputation, -srisiken 44, 52, 79, 117, 201 Reservefonds 52, 94, 224 Responsible Investment 24 Ressource, -nverknappung 19

Retail-Investoren 51 Risiken 11, 18, 39, 60, 78, 87, 130, 137, 144, 163, 188, 194, 212, 219 Risikomanagement 116, 161, 169, 178 Rockefeller Foundation 254 Rohstoffe 43, 196, 200 Rohwaren 196 S Satelliten-Anlagen 105 Satelliten-Portfolio 107 Schopenhauer 17 Schweden 54, 59, 95, 126, 131 Sicherheit 88, 144 Social Entrepreneurship 166 Social Investment Forum 270 Social Media 79 Social Venture Capital 24 Solarenergie 74, 165 Soziale Rendite 62, 80, 115 Spanien 86, 92, 96, 130 Staatsanleihen 124, 127, 130 Stern-Report 18, 158 Stiftung Drittes Millennium 256 Stiftung EVZ 258 Stiftungen 36, 52, 250 Strukturierte Produkte 43, 214 Studien 60, 130, 158, 274 Süsswasserreserven 15 Sustainable Investment 24 Swiss Re 245 T Tabak 27, 50, 73 Textilindustrie 46 Thematisches Screening 33 Themenanleihen 127 Themenansatz 25, 33, 103, 139 Themenfonds 33, 145 Themeninvestments 33, 62, 74, 89, 103 Timberland 77, 182 Tracking Error 102 Transparenz 40, 93, 96, 208 Transparenz-Kodizes 112 Treuepflicht 86, 88 Triple Bottom Line 24 U Überalterung 17 Umsetzung 30, 34, 99

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Anhang

Umweltkosten 18 Umwelttechnologie 164 United Nations Environment Programme Finance Initiative 272 United Nations Environment Programme 272 United Nations Global Compact 273 United Nations Principles for Responsible Investment 38, 272 Uno 16, 21, 87, 147 Unternehmensanleihen 124 V VBV-Pensionskasse 235 Venture Capital 162 Venture Philanthropy 24 Vereinigte Rendite 92 Vermögensverwalter 110, 114 Versicherungen 134, 238 Volatilität 62, 103

Volumen nachhaltiger Anlagen 53, 56, 140 Vorsorgeeinrichtungen 88, 100, 109, 224 W Waffen 27, 70, 73, 95 Waldinvestments 77, 184 Wandelanleihen 127 Wasser 33, 156, 202 Weltbank 16, 127, 129, 188, 201 Windpark 77, 103, 172, 178 World Economic Forum (WEF) 202 Wüstenbildung 15 WWF 260 Z Zielkonflikte 91, 148 Zürcher Kantonalbank 233 Zurich Versicherung 247 Zweckgerichtete Kapitalanlagen

36, 91


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Autoren

Autoren Sven Bienert (geb. 1973) ist seit April 2010 Professor für Nachhaltigkeit in der Immobilienwirtschaft am IRE/BS Institut für Immobilienwirtschaft der Universität Regensburg und Leiter des Kompetenzzentrums für Nachhaltigkeit in der Immobilienwirtschaft. Er studierte an den Universitäten Freiburg und Lüneburg und promovierte im Bereich Projektfinanzierung mit summa cum laude. Vor seiner Tätigkeit am IRE/BS arbeitete Sven Bienert bei international tätigen Unternehmensberatungen im Bereich Immobilien. Er ist weiterhin Geschäftsführer der Probus Real Estate GmbH, die ein Portfolio von 1,7 Milliarden Euro bewirtschaftet. Robert E. Bopp (geb. 1968) ist Senior Manager im Bereich Financial Services Risk Management bei Ernst & Young. Er studierte Volks- und Wirtschaftswissenschaften sowie International Relations & Diplomacy in Mainz, Stuttgart, Boston und Paris. Robert E. Bopp leitet den Financial Services Bereich Nachhaltigkeitsmanagement mit den Schwerpunkten Nonfinancial Compliance & Reputational Risk Management. Er ist Referent und Moderator zahlreicher Veranstaltungen sowie Autor verschiedener Publikationen. Peter Brabeck-Letmathe (geb. 1944) ist seit 2005 Verwaltungsratspräsident der Nestlé SA. Er studierte Ökonomie an der Hochschule für Welthandel in Wien. Nach dem Studienabschluss im Jahr 1968 begann er seine Laufbahn in der österreichischen Verkaufsgesellschaft von Nestlé. Während seiner Karriere bei Nestlé nahm er verschiedene Aufgaben in mehreren europäischen Ländern sowie in Lateinamerika wahr. Von 1997 bis 2008 leitete er als CEO den internationalen Nahrungsmittelkonzern Nestlé SA. Peter Brabeck-Letmathe ist Vizepräsident des Verwaltungsrats der Credit Suisse AG und der L’Oréal SA sowie Mitglied des Verwaltungsrats der Exxon Company und der Delta Topco Limited. Zudem gehörte er zum Gründungsausschuss des WEF und des European Round Table of Industrialists (ERT). Reinhold Glauner (geb. 1959) ist Mitgründer und seit 2007 Geschäftsführer der WaKa – Forest Investment Services AG in Winterthur und seit 1999 als Berater für verschiedene Fonds in Asien und Südamerika tätig. Er studierte Forstwirtschaft an der Universität Göttingen, wo er 1999 auch promovierte. Reinhold Glauner war zunächst für die Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) in Asien tätig. 1995 wechselte er zum Institut für Weltforstwirtschaft in Hamburg, wo er für Projekte in Asien, Afrika und Lateinamerika verantwortlich war.

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Anhang

Dieter Haas (geb. 1956) ist seit 2006 Finanzredaktor beim führenden Derivatmagazin payoff. Nach Abschluss eines Wirtschaftsstudiums an der Universität Basel arbeitete er in verschiedenen Funktionen und bei verschiedenen Instituten im Wertpapiersektor als Finanzanalytiker für Schweizer Aktien (Bankverein, Bank Sarasin, Bank Leu), als Leiter Portfolio Management bei der Basler Kantonalbank sowie im Portfolio Management bei der Bank Leu. Zwischen 1999 und 2004 verwaltete er den Schweizer Aktienfonds Leu Swiss Equities, der 2002 und 2003 von Standard & Poor’s die Auszeichnung als bester Aktienfonds seiner Kategorie zugesprochen erhielt. Rolf D. Hässler (geb. 1964) ist seit April 2007 Director Product & Market Development bei der oekom research AG in München. Er ist Bankkaufmann und hat an der Universität Hannover Ökonomie studiert. Während sieben Jahren war er in der Unternehmensberatung mit Schwerpunkt Nachhaltigkeits- und Umweltmanagement tätig. Von 2001 bis 2004 arbeitete Rolf D. Hässler als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der European Business School in Oestrich-Winkel, von 2004 bis 2007 als Referent Nachhaltigkeitsmanagement bei Munich Re. Er war Mitglied der Expertengruppe zur Erarbeitung der UN PRI sowie der Klimaarbeitsgruppe der Finanzinitiative der Vereinten Nationen. Annette Krauss (geb. 1970) ist Gründerin und seit 2009 Leiterin des Center for Microfinance am Institut für schweizerisches Bankwesen der Universität Zürich. Sie studierte Ökonomie an den Universitäten Trier, Toulouse I und Berkeley und promovierte zu Aussenwirtschaftsreformen von Entwicklungsländern am Institut für Development Research and Policy der Universität Bochum. Während 15 Jahren arbeitete Annette Krauss für verschiedene Institutionen im Mikrofinanzbereich sowie in der angewandten Forschung und Lehre, unter anderem als Programme Manager beim Exposure und Dialogprogramm in Bonn, als Microfinance Training Manager des United Nations Capital Development Fund und CGAP sowie als Senior Lecturer an der Kellogg School of Management. Daniel Manser (geb. 1971) ist seit 2007 Mitglied der Geschäftsleitung der Derivative Partners AG in Zürich. Nach einer Banklehre und einem Betriebswirtschaftsstudium an der HWV St. Gallen arbeitete er unter anderem für die St. Galler Kantonalbank als Leiter des Produktmanagements Anlegen und Vorsorgen. 2005 schloss er die Swiss Banking School (heute Swiss Finance Institute) ab. 2007 wurde das von Daniel Manser für die St. Galler Kantonalbank entwickelte strukturierte Anlageprodukt Performer 3a mit dem Swiss Derivative Award ausgezeichnet.


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Autoren

Peter Meier (geb. 1952) ist seit 2002 Professor an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften in Winterthur und leitet das Zentrum für Alternative Investitionen und Risk Management, das vom Transparency Council Funds of Hedge Funds unterstützt wird. Er studierte Volkswirtschaft an der Universität St. Gallen, wo er auch promovierte sowie an den Universitäten Lausanne und Stanford (Kalifornien). Von 1987 bis 1998 war Peter Meier als Chefökonom und Leiter des Asset Management der ZKB tätig. Danach wirkte er als Geschäftsleiter der Swissca Portfoliomanagement AG. Erika Meins (geb. 1974) leitet seit 2005 den Forschungsschwerpunkt nachhaltige Immobilien am Center for Corporate Responsibility and Sustainability (CCRS) der Universität Zürich. Sie studierte Politikwissenschaft und Volkswirtschaft an den Universitäten Bern und Genf und promovierte 2002 in Politikwissenschaft an der Universität Zürich. Von 1997 bis 1998 arbeitete Erika Meins als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der BAK Konjunkturforschung Basel und danach während dreier Jahre am Center for International Studies (CIS) an der ETH Zürich. Von 2002 bis 2005 leitete sie für zehn Schweizer Kantone die kantonsübergreifende Arbeitsmarktbeobachtung. Christoph Müller (geb. 1954) ist seit 2001 Verwaltungsratspräsident der Inrate AG in Zürich, geschäftsführender Gesellschafter der unabhängigen Investmentberatungsgesellschaft FourA sowie Vorsitzender des Anlagekomitees der Schweizer Pensionskasse NEST. Er studierte Volkswirtschaft an der Universität Zürich. Christoph Müller war als leitender Ökonom bei der HSBC Guyerzeller Bank AG tätig und arbeitete für das Institut für Wirtschaftsforschung der ETH Zürich, unter anderem als Direktor der Abteilung internationale Wirtschaftsforschung. Florian K. Probala (geb. 1981) ist seit Juli 2010 Research Assistant bei der Independent Capital Management AG, einer in den Bereichen Asset Management und Immobilieninvestments tätigen Gesellschaft in Zürich. Nach einer kaufmännischen Lehre hat Florian K. Probala die Eidgenössische Maturität nachgeholt. Er hat 2010 das Bachelorstudium in Politikwissenschaft, Wirtschaft und Recht an der Universität Zürich abgeschlossen und absolviert zurzeit ein Masterstudium in diesen Fächern. Davor war er als kaufmännischer Angestellter bei der Ringier AG und der RGBP AG tätig. Tobias Reichmuth (geb. 1978) ist Gründer und CEO der SUSI Partners AG in Zürich. Er studierte Ökonomie und International Management (CEMS) an den Universitäten St. Gallen, Wien und Bergen. Tobias Reichmuth verfügt über mehrjährige Strategieberatungserfahrung bei

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Anhang

der Boston Consulting Group und war als Direktor im Bereich erneuerbare Energien für die international tätige Stiftung Foundation for Global Sustainability tätig. Bernd Schanzenbächer (geb. 1964) ist seit 2008 geschäftsführender Teilhaber der EBG Capital AG in Zürich. Er studierte Agronomie an den Universitäten Giessen und Hohenheim und promovierte 1994 im Bereich Agrarökonomie an der Universität Hohenheim. Er arbeitete bei der UNEP in Nairobi und Genf, wo er unter anderem für das Thema Welthandel und Umwelt zuständig war. Seit 1998 war Bernd Schanzenbächer für die Credit Suisse als Leiter des Bereichs Nachhaltigkeit sowie Co-Leiter der Environmental Business Group (EBG) tätig. Ingeborg Schumacher-Hummel (geb. 1968) ist seit Juni 2009 als Director Business Development Responsible Investing bei Kaiser Partner Privatbank AG in Zürich tätig. Sie studierte Betriebswirtschaft und Ökologie an den Universitäten Lüneburg und Avignon und promovierte in Betriebswirtschaft an der Universität St. Gallen. Ingeborg Schumacher arbeitete lange Zeit im Bereich institutionelle Vermögensverwaltung der UBS und hat dort das Team Socially Responsible Investments aufgebaut, das die Nachhaltigkeitsfonds der UBS verwaltet. Roman Staub (geb. 1968) ist geschäftsführender Partner und Leiter des Portfoliomanagements der Independent Capital Management AG, einer in den Bereichen Asset Management und Immobilieninvestments tätigen Gesellschaft in Zürich. Er studierte Betriebswirtschaft an der Universität St. Gallen und ist diplomierter Finanzanalytiker und Vermögensverwalter (CEFA). Roman Staub war als Portfolio Manager für die F. Hoffmann-La Roche AG und als Finanzanalyst für die UBS AG tätig. Mirjam Staub-Bisang (geb. 1969) ist geschäftsführender Partner und Verwaltungsratspräsident der Independent Capital Management AG, einer in den Bereichen Asset Management und Immobilieninvestments tätigen Gesellschaft in Zürich. Sie promovierte in Rechtswissenschaften an der Universität Zürich, ist als Rechtsanwältin zugelassen und hält einen MBAAbschluss der INSEAD. Sie war in diversen Managementfunktionen in den Bereichen Asset Management, Private Equity und Corporate Finance/M&A tätig, unter anderem bei Commerzbank und Merrill Lynch in London sowie bei Swiss Life Private Equity Partners in Zürich. Sie ist in verschiedenen Unternehmen und gemeinnützigen Institutionen als Verwaltungsrat tätig und wurde vom World Economic Forum 2009 als «Young Global Leader» ernannt.


www.claudia-wild.de: Staub-Bissang__Nachhaltige_Anlagen/01.06.2011/Seite 293

Autoren

Otto von Troschke (geb. 1984) ist Mitgründer und CIO der SUSI Partners AG in Zürich. Er studierte International Management und Immobilienökonomie an den Universitäten Hongkong und Westminster sowie der European Business School. Otto von Troschke arbeitete für die Fortress Investment Group, einem führenden Private Equity Fonds und Morgan Stanley in den Bereichen Immobilien und Infrastruktur. Fritz Vischer (geb. 1954) wirkt heute als selbstständiger Texter und Redaktor. Nach einer Banklehre bildete er sich an der Schule für Angewandte Linguistik in Zürich zum Publizisten aus. Danach arbeitete er bis 2006 als Autor von Fachtexten, insbesondere im Bereich Anlagestrategien und Anlageprodukte bei einer Grossbank. Seit 1998 engagiert er sich auch publizistisch in verschiedenen Stiftungen. Volker Weber (geb. 1962) ist seit September 2007 Vorsitzender des Forums Nachhaltige Geldanlagen und seit Dezember 2009 CFO von MAMA Sustainable Incubation AG in Berlin. Er studierte Betriebswirtschaft an der Fachhochschule der Deutschen Bundesbank. Von 1988 bis 1998 arbeitete Volker Weber für die deutsche Bundesbank in Frankfurt sowie den Ostdeutschen Sparkassen- und Giroverband, danach war er zwei Jahre für den DekaBank-Konzern tätig. Von 2002 bis 2008 war er als Mitglied der Direktion der Swisscanto Fondsleitungs AG für die Aktivitäten der Swisscanto in Deutschland und Österreich verantwortlich. Victor Weisberg (geb. 1988) ist Project Analyst bei der SUSI Partners AG in Zürich. Er studierte Umweltwissenschaften an der University of California, Los Angeles (UCLA). Victor Weisberg war für die Firmen Brightfield Energy und Green Order im Bereich Cleantech-Beratung und Solarprojektentwicklung in New York tätig. bevor er sich bei SUSI im europäischen Solar- und Windmarkt engagierte.

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Nachhaltige Anlagen für institutionelle Investoren.