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Technik

N E T I E NEUH M 2010 NA M

Akai MPD-26

Döpfer A-157-1

Moldover Mojo Korg Kaossilator Pro

Akai SynthStation Studio Behringer VMX300USB

Neben der Musikmesse in Frankfurt ist die NAMM Show im kalifornischen Anaheim die zweite weltweit wichtige Leistungsschau der Equipment-Branche. Hier werden die über die Wintermonate in kuscheligen, von Lötzinn-Dampf durchzogenen Bastelstuben ausgetüftelten Höhepunkte vorgestellt, mit denen man sich im Lauf des Jahres vergnügen kann. Wir haben die wichtigsten Neuigkeiten zusammengetragen. Te x t N U M I N O S

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Es scheint so, als hätten viele Messebesucher nicht auf Anhieb verstanden, welchen Kracher Ableton und Serato dort mit The Bridge gezündet haben. Viele glaubten offenbar, dass es sich bei der Demonstration nur um einen AudiodatenExport von Ableton-Tracks handelt, der nun mit Serato Scratch oder Itch in Echtzeit gesteuert werden kann. The Bridge bietet aber tatsächlich eine vollständige bidirektionale Kommunikation – sogar über zwei Rechner verteilt. Damit kann also ein DJ, der mit Serato arbeitet, fortan wirk-

lich interaktiv in die Liveperformance eines Ableton-Sets eingebunden werden. Ferner lassen sich fertige Scratch- und Itch-Mixe inklusive sämtlicher Controllerdaten als Ableton-File speichern, sodass man jedes Detail des Mixes im Arrangement-View nachträglich noch mal bearbeiten kann. Auch Akai steuert mit dem APC-20 seinen Teil dazu bei, dass man Live von allen Seiten und mit vielen Händen befingern kann: Der Controller sieht aus wie ein APC-40, den man vertikal an der Grenze zur Poti- und Crossfader-Sektion abgeschnitten hat. Wer also auf Drehregler verzichten kann oder seine APC-40 um weitere acht Fader und vierzig SessionTaster erweitern möchte, kann die Säge im Schrank lassen. Überhaupt war man beim Hersteller Akai, der vorher doch ein wenig innovationsmüde gewesen schien, fleißig. Neben einem neuen universalen USB-Midi-Controller namens MPD-26, welcher die Bedienoberfläche der legendären MPC-Serie für alle Controllersteuerbaren Anwendungen verfügbar macht, hatte die Traditionsfirma bei der NAMM noch einen hoch konzentrierten Energydrink für

iPhone-Nutzer im Gepäck: Der KeyboardController iPK25 und die zugehörige App SynthStation Studio verwandeln das iPhone und den iPod Touch in ein tragbares Musikstudio inklusive professioneller Audioausgänge. Besonders die drei virtuellen Analogsynthesizer in der SynthStation-App sollen sich aufgrund ihres kraftvollen Klangs auch für Studioproduktionen eignen. MI SC H-POKE Zwei Beiträge zum nicht versiegenden Fluss von 2-Jog-Wheel-/USB-All-in-one-DJ-Controllern steuert Gemini mit dem CTRL One und dem CTRL Six bei. Die Bedienoberflächen beider Geräte bieten mit 46 Tasten, fünf Fadern und 18 Drehreglern zahlreiche Steuermöglichkeiten. Dabei wartet der CTRL Six zusätzlich mit einer internen Soundkarte auf. Ebenfalls damit bestückt buhlt die MK4-Version der altgedienten DJ Console von Hercules um unsere Gunst. Schon auf den ersten Blick wirkt der Controller wesentlich erwachsener als sein jüngerer Bruder, der MK2. Ob er auch in der Bedienung vom toy zum tool gereift ist, werden

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wir übrigens in der kommenden GrooveAusgabe testen. Auf den ersten Blick nicht sonderlich hübsch finden wir die neue DJ-Mischer-Serie VMX von Behringer. Dafür sollen die Mixer, die es in Versionen mit jeweils sieben, drei und zwei Kanälen gibt (VMX1000USB, VMX300USB, VMX200USB), mit hervorragender Klangqualität, USB-Audiointerface, BPM-Zähler, einem umfangreichen SoftwareBündel sowie nicht zuletzt einem günstigen Preis unsere Zuneigung gewinnen. Mit einem mutmaßlichen Straßenpreis von 99 Euro für den zweikanaligen VMX200USB dürften die Behringer-Geräte in der Tat schon fast als Alternative zur externen Soundkarte im Heimstudio durchgehen. Zudem erhält man dazu noch einen DJ-Mixer mit echtem VCA-Fader. Aus ganz anderem Holz ist der Rane Sixtyeight geschnitzt: Bei gleich zwei USBAudioschnittstellen, die jeweils 22 Kanäle mit 32-Bit (!) und 48 kHz befeuern können, kann man schon von einem handfesten externen Studio-Klangwandler sprechen. Die unmittelbare Anbindung an Ableton Live verrät, dass die Hersteller, ähnlich wie Ableton und Serato mit The Bridge, ein Rundum-sorglos-Paket im Sinn haben. Aber auch sonst ist die Sache mit den zwei USB-Schnittstellen recht schlau: Nach dem Siegeszug der Digital-DJ-Lösungen steckt man jetzt eben nicht mehr die Plattenspieler um, sondern die USB-Kabel. Klasse, wenn dann der Track des Vorgängers trotz Umbaus zu Ende laufen oder wenn man noch gemeinsam ein Set hinlegen kann. KLANGERZEUGER UND -BEUGER Bereits weit im Vorfeld der Messe hörte man, dass Yamaha sein Tenori-On bald billiger anbieten würde – und so ist es nun auch gekommen. Für dreihundert Euro weniger müssen Nutzer nur kleine Abstriche beim

Material machen: Die Magnesium-Legierung bei der Hülle ist jetzt dem guten alten Plastik gewichen, und die LEDs flimmern nur noch einseitig. Die Prozessorlogik aber bleibt dieselbe – und wird durch das 2.0er-Update nur noch besser. Dieses soll, neben vielen Details wie Swing-Funktion, User-Skalen und besserer Midi-Synchronisation, auch die gefühlte Latenz verkürzen. Nichts mit Latenzen zu tun hat man bei Döpfer – hier bleibt man strikt analog, und das ist auch gut so. Denn das DIY Synth Kit für hundert Euro dürfte für viele ein klasse Einstieg in den Synthesizerbau sein. Ganz ohne Basteln wird man den Analogsequenzer Dark Time nutzen können, der als Spannungsgeber-Pendant zu Dark Energy ausgelegt ist. Und auch zum Ausbau des A-100 Modularsystems stehen mit dem A-187-1 (Voltage Controlled DSP Effects), dem A-143-4 (Quad VCLFO/VCO), dem A-132-4 (Quad VCA), dem A-157-1 (16x8 Miniature Trigger Sequencer) und dem A-100TKB (Neuauflage des Touch Sensor Keyboards) eine ganze Lage neuer Einschübe zur Verfügung. Nicht anders beim M.Brane11 von Jomox, einem analogen Percussion-Synthesizer, über den der Pressetext sagt: „Zwei analoge T-Bridge-Oszillatoren werden zu elektronischen Membranen. Warum? Weil sie gekoppelt werden können. Und weil die Dämpfung eingestellt werden kann. Dann noch Noise dazu, ein bisschen Hüllkurve, und fertig ist der neue elektronische Percussion-Synthesizer.“ Wir sind gespannt wie ein Snaredrum-Fell, das Ding zu testen. Aber auch in der digitalen Domäne gibt es Neuigkeiten, zum Beispiel von den AnalogClone-Spezialisten Arturia: Neben einem Update auf die 2.0er-Version des Prophet V wird es voraussichtlich im März eine Keyboard-Version des Origin geben. Mit rund 2900 Euro dürfte der Nutzerkreis aber über-

schaubar bleiben, wohingegen die neuen Keyboards der Analog-Experience-Serie eine für jeden Geldbeutel gestaffelte Anzahl von Tasten bereithalten. Das Spektrum reicht von The Player, der mit 25 Tasten aufwartet, über The Factory (32 Tasten) bis zu The Laboratory (48 Tasten). Und bei den Geräten wachsen neben den Oktaven auch die Controllerfeatures, die allesamt bereits fertig auf die Software geroutet sind. Wer den Rechner als Klangerzeuger lieber komplett weglässt, wird am Korg Kaossilator Pro seine Freude haben. Wie das „Pro“ im Namen vermuten lässt, handelt es sich um einen mächtig aufgebohrten Kaossilator: Zweihundert Soundprogramme, ein vom Electribe adaptierter Arpeggiator und vier LoopRecording-Bänke, die auch externe Audiosignale aufnehmen können, machen den Kaossilator zu einer mächtigen Waffe im Liveund Studiobetrieb. Besonders, da ihm zusätzlich noch eine USB-Anbindung an den Rechner und die Möglichkeit, Daten auf SD-Karte zu speichern, spendiert wurden. Und auch die Klein- und Kleinsthersteller gehen mit aussichtsreichen Entwicklungen ins Jahr 2010. Von OTO etwa kommt mit dem Biscuit ein klanglich sehr überzeugendes Produkt, das mit 8-Bit-Wandlern, Analogfilter und einer FXSektion mit Waveshaper, Delay, Pitch Shifter und Step Filter ausgestattet ist. Und dank vollständiger Midi-Unterstützung dürfte es auch im Studio als Klangverbieger eine überzeugende Figur machen. Noch mehr wie eine Spezialanfertigung wirkt der Moldover Mojo-Controller. Mit echten Arcade-Tastern, hochwertigen Fadern und Potis, einem ziemlich eigenständigen Layout sowie einem Preis von rund 1800 Dollar dürfte das Gerät einer der exklusiveren Controller am Markt bleiben.

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