Das Erfolgsformat kehrt zurück! In einem kostenlosen Konzertabend des
Tonkünstler-Orchesters erhalten Sie exklusive Einblicke in die symphonischen Abonnementprogramme der Konzertsaison 2026/2027.
Entdecken Sie die musikalischen Höhepunkte der neuen Saison in Form von ausgewählten Ausschnitten aus dem Programm, dirigiert von Chefdirigent Fabien Gabel!
Für eine anregende und informative Begleitung ist gesorgt: Durch das Konzert führt mit Barbara Rett eine der gefragtesten Kulturjournalistinnen und Moderatorinnen des Landes.
*Sichern Sie sich Ihre Platzkarten im Kartenbüro St. Pölten (Rathausplatz 19) oder online.
Informationen zum detaillierten Programmablauf auf www.festspielhaus.at
TONKÜNSTLERORCHESTER
Julian Steckel . Tomáš Netopil
mo 23/02
19.30 Uhr
Großer Saal
Festspielhaus St. Pölten
Dauer: ca. 1 Std. 45 Min. (inkl. Pause)
Einführung mit Walter Weidringer
18.30 Uhr, Kleiner Saal
Künstlerische Leiterin Festspielhaus St. Pölten: Bettina Masuch
PROGRAMM
ANTONÍN DVO Ř ÁK (1841 – 1904)
Konzert für Violoncello und Orchester
h-Moll op. 104 (1894/95)
Allegro
Adagio, ma non troppo
Finale. Allegro moderato
40’ PAUSE
JOSEF SUK (1874 – 1935)
Symphonie E-Dur op. 14 (1897-99)
Allegro, ma non troppo
Adagio
Allegro vivace
Allegro
45’
Bitte beachten Sie, dass die tatsächliche Spieldauer von diesen Angaben geringfügig abweichen kann.
In den Vereinigten Staaten von Amerika entstanden einige seiner berühmtesten Werke. Der Abstand zu Böhmen, zu seinen Landsleuten und zur Alten Welt erweckte in Antonín Dvořák ungeahnte Kräfte, in den USA reizte ihn die Lust am Neuen. Daraus resultierte auch sein überaus geglückter Versuch, ein neues Solokonzert zu komponieren für ein Instrument, das er eigentlich als ungeeignet empfand: das Violoncello. Das Heimweh nach Tschechien, nach seiner Sprache und der kulturellen Umgebung ist die andere Hauptzutat dieser Glanzzeit seines Komponistenlebens –und des vielleicht berühmtesten Cellokonzerts der Musikgeschichte.
Antonín Dvořák hatte das Angebot rundweg abgelehnt, als ihm im Juni 1891 die Leitung des Nationalen Konservatoriums in New York angetragen worden war: Mit den jüngst übernommenen Aufgaben eines Professors am Prager Konservatorium, wo er Formenlehre, Komposition und Instrumentation unterrichtete, sah sich der 50jährige Komponist, Dirigent, Ehemann und Vater von sechs Kindern voll ausgelastet – und fühlte nicht zuletzt auch eine patriotische Verpflichtung dem tschechischen Volk gegenüber. Doch Jeannette Thurber ließ nicht locker: Als Präsidentin des Conservatory of Music in New York war die Gründung einer eigenständigen amerikanischen Musikkultur ihr erklärtes Ziel. Zum 400. Jahrestag der Entdeckung Amerikas sollte ein europäischer Experte als Direktor ihres Instituts einen entscheidenden Anteil daran haben, «dem Kontinent, den Kolumbus entdeckte, eine neue Welt der Musik hinzuzufügen».
Mit größtem Idealismus am Prager Konservatorium
Die Wahl fiel auf Antonín Dvořák: Schließlich hatte der berühmte Tscheche auch der Musik seiner Heimat ein unverwechselbares Gesicht im Rahmen westlicher Kunstmusik verleihen können. Und weil sie nicht nur über großen Charme, sondern auch über ein gerüttelt Maß an Beharrlichkeit und Überzeugungskraft verfügte, kam Dvořáks Nein ins Wanken: Immerhin bot sie ihm 15.000 Dollar Jahresgehalt, das entsprach etwa 30.000 Gulden, während er in Prag bloß 1.200 Gulden jährlich verdiente; dazu noch zehn Konzerte mit eigenen Werken. Dvořák hatte sich erst nach langem Hin und Her bereit erklärt, die Prager Stelle anzunehmen, fühlte sich dem Konservatorium und den dort studierenden jungen Talenten, unter ihnen Josef Suk, Oskar Nedbal und Julius Fučík, verpflichtet und nahm seine Aufgaben mit größtem Idealismus wahr. Durfte er sich schon nach einem halben Jahr wieder aus dem Staub machen? Mehrfach begehrte Dvořák Änderungen am Vertrag mit dem New Yorker National Conservatory of Music – bis er ihn, nach einem persönlichen Treffen mit Jeannette Thurber in London, schließlich doch unterschrieb. Nicht zuletzt imponierte ihm, der sich finanziell mehr schlecht als recht durch sein Studium hatte schlagen müssen, dass die Ausbildung am Conservatory of Music für arme Schüler kostenlos sein sollte.
Zentrale Periode in Dvořáks Schaffen
Ende September 1892 kam Dvořák mit seiner Frau Anna, der 14jährigen Otilie und dem neunjährigen Antonín in New York an und blieb. Es sollte trotz – oder auch wegen – des Heimwehs eine für sein Schaffen zentrale Periode werden, in der großartige Werke entstanden: die Symphonie eMoll «Aus der Neuen Welt», das FDur und das EsDurStreich
quintett und selbstverständlich auch das Cellokonzert hMoll op. 104. Es entstand 1894/95, also im dritten Jahr von Dvořáks New Yorker Verpflichtungen, das überschattet war von den Nachwehen einer großen Wirtschaftskrise.
Seltsam genug, dass Dvořák schon 1865 ein Cellokonzert in ADur begonnen hatte, das aber Fragment bleiben sollte. In der Folge lehnte er alle Anfragen von Cellisten ab, die ihn um ein Solokonzert baten: Das Violoncello sei ein wunderbares Orchesterinstrument mit klangschöner Mittellage, aber das hohe Register sei näselnd, das tiefe murmelnd –insgesamt keine guten Voraussetzungen für die Solistenrolle. Und doch bat er nun, auch zu seiner eigenen Überraschung, für sein neues Werk ausgerechnet das Cello in die erste Reihe – um ganz nebenbei alle von ihm selbst so lange erwogenen Einwände Lügen zu strafen. Das zweite Cellokonzert seines aus Irland stammenden Konservatoriumskollegen Victor Herbert, das er kurz zuvor gehört hatte, mag ihn dazu angeregt haben. Auffällig ist auch, dass die «amerikanischen» Einflüsse in diesem Werk wieder zurücktreten und einer elegischen, stellenweise fast nostalgischen Grundhaltung Platz machen, die allerdings zum Klangcharakter des Soloinstruments perfekt passt und durch strahlende Höhepunkte ausbalanciert wird.
Der klassischen Gepflogenheit folgend, stellt zunächst das Orchester das Themenmaterial des Stirnsatzes, Allegro, vor: Das schwermütigrhapsodische Hauptthema in Klarinetten und Fagotten, grundiert von den tiefen Streichern, das sich bald grandios steigert, sowie das vom Horn angestimmte, sangliche Seitenthema in der Paralleltonart DDur. Wie improvisierend übernimmt sodann das Cello dieses Material, gewinnt ihm eigene Facetten ab und umspielt es mit virtuosen Figuren, bevor inmitten der nachdenklichen Durchführung die Flöte in Zwiesprache mit dem Solisten
tritt. Mit fulminanter Geste, einem QuasiGlissando aufwärts, leitet das Cello in die Reprise über, die überraschend mit dem Seitenthema in HDur beginnt, während die Coda nochmals das Hauptthema prunkvoll herausstellt.
Das ansonsten ganz idyllisch singende Adagio wird von einem plötzlichen dramatischen Ausbruch in gMoll unterbrochen, der jedoch rasch besänftigt werden kann und einem zauberhaft zarten Ausklang weicht. Dieser zweite Satz steht ebenso mit Krankheit und Tod seiner Jugendliebe und späteren Schwägerin Josefina in Verbindung wie der nachträglich dem mitreißendenergischen RondoFinale, Allegro moderato, angefügte Epilog mit seinen wehmutsvollen, verblassenden Erinnerungen, bevor ein letztes großes OrchesterCrescendo das wunderbare Werk in kraftvoll strahlendem HDur seinem Ende zutreibt.
WALTER WEIDRINGER
Der Autor studierte in Wien Musikwissenschaft, Philosophie, Theaterwissenschaft und Geschichte. Er unterrichtete am Institut für Musikwissenschaft der Universität Wien, ist seit 1999 Musikkritiker der Tageszeitung «Die Presse», hält Einführungsvorträge, gestaltet Radiosendungen und ist als freier Musikpublizist und Konzertdramaturg tätig.
Entstehung • 1894/95
Uraufführung • am 19. März 1896 in London mit der Royal Philharmonic Society unter der Leitung des Komponisten, Solist: Leo Stern Vom TonkünstlerOrchester zuletzt aufgeführt • im Januar 2020 in St. Pölten und Wien
Julian Steckel beim TonkünstlerOrchester Seit 2013, als der deutsche Musiker mit dem ersten Cellokonzert von Camille Saint-Saëns im Abonnement zu erleben war, tritt er erstmals wieder mit den Tonkünstlern auf. Julian Steckels Werkliste enthält neben dem Standardrepertoire auch zahlreiche neuere und seltener gespielte Kompositionen für Solocello und Orchester, etwa von Aram Chatschaturjan, György Ligeti, William Walton, Akio Yashiro und Bernd Alois Zimmermann.
«DIE KONZERTE MIT DEN TONKÜNSTLERN FINDE ICH
QUALITATIV AUSGEZEICHNET.
ICH LIEBE MUSIK, UND
DIESES ORCHESTER LIEBE
ICH AM MEISTEN! SEINE
MUSIKERINNEN UND MUSIKER
SIND MIR SEHR ANS HERZ GEWACHSEN – JEDE UND
JEDER EINZELNE. »
Gusti Winkler aus Wien erlebt seit einigen Jahren alle Abonnementprogramme mit dem TonkünstlerOrchester im Musikverein Wien, wobei er die Abendkonzerte bevorzugt. Stammgast ist er auch in Grafenegg.
Seit 2015 äußerten sich Orchestermitglieder und Mitarbeitende der Verwaltung an dieser Stelle zu Komponisten, Mitwirkenden und zur Musik. Nun sind Sie an der Reihe: unser Publikum! Wir freuen uns auf Ihre Wortspende an office@tonkuenstler.at.
«WAS MIR
DIE LIEBE ERZÄHLT »
Der Ruf der Romantik: Josef Suks erste Symphonie in EDur
Als Antonín Dvořák 1892 seine lange Reise nach Amerika antrat, hatten sich nur die engsten Vertrauten in Prag am Bahnsteig versammelt: darunter der 18-jährige Josef Suk, sein Meisterschüler und späterer Schwiegersohn. Dvořák entdeckte drüben die Neue Welt für sich, Suk arbeitete in der Alten Welt an der Entfaltung seines Talents. Mit seiner ersten Symphonie, 1899 uraufgeführt, gelang ihm ein frühes Meisterwerk. Höchste Zeit für eine Wiederentdeckung!
Der Ruf der Romantik ertönt ganz zart. Ein Hornsolo am Beginn, zwei Töne nur, eng beieinander, zu einer sanften Melodie verschmolzen. Flötenklänge schmiegen sich darüber, Klarinette und Fagott gesellen sich dazu, und in den Streichern beginnt sich leise das Leben zu regen, pulsierend in flinken Sechzehntelfiguren. Der Gesang in den Blasinstrumenten blüht weiter auf, dann dürfen auch die Streicher singen, die Celli zuerst, molto espressivo, dann die Geigen und Bratschen. Wie das strömt und tönt! Allein schon dieser Anfang der Symphonie EDur, op. 14, von Josef Suk – herrlich! Wie kann es sein, dass man diese Musik noch nie gehört hat? Sogar in der reichen Geschichte des Wiener Musikvereins zum Beispiel stand sie bis zum heutigen Tag noch nie auf dem Programm.
Eine Überraschung! Auch dem russischen Avantgardisten Wladimir Rebikow ging es so, als er vor einer verschlossenen Konzertsaaltür in Prag stand. Drinnen spielte jemand Klavier. Faszinierende Musik war das! Aber, rätselte der Lauscher, von wem stammte sie? Und wer spielte da? Es war Josef Suk,
der einem Dirigenten seine Symphonie «Asrael» vorstellte. Rebikow schrieb daraufhin einen begeisterten Artikel und gratulierte «dem tschechischen Volke» zu diesem Komponisten. In Suk sei ihm «ein Weltgenie geboren!» Das war 1906, und viel hatte sich inzwischen ereignet, Gravierendes war geschehen in Suks Leben und Schaffen. Seine EDurSymphonie lag da schon weit zurück. 1897 bis 1899 hatte er sie geschrieben, im November 1899 war sie in Prag von der Tschechischen Philharmonie unter Oskar Nedbal uraufgeführt worden. «Asrael», das Werk, das Rebikow an der Tür erlauschte, gehörte einer anderen Epoche seines Schaffens an. Das Wort vom «Weltgenie» darf gleichwohl stehen bleiben: Auch die frühe Symphonie, Suks erste, zeigt einen wundervoll begabten, generös, ja genial aus dem Vollen schöpfenden Musiker.
Liebe und Tod
Man sah ihn nicht immer so, auch in seiner Heimat nicht, wo ihn der einflussreiche Musikhistoriker Zdeněk Nejedlý 1903 als «jungen Konservativen» abstempelte und erklärte, Suk habe nichts Originelles zu sagen. Ganz anders dagegen Gustav Mahler, Suks 14 Jahre älterer Zeitgenosse! Aber soll man wirklich Vergleiche anstellen und die erste Symphonie des jungen Tschechen gegen Mahlers Dritte halten, die gerade abgeschlossen war, als Suk seine symphonische Arbeit begann? Will man von einem Novizen so viel Kühnheit verlangen wie von einem Komponisten, der sich – so Mahler wörtlich – als «ein Instrument» begriff, «auf dem das ganze Universum spielt»? Der junge Suk ging es bescheidener an.
Mit seiner dritten Symphonie aber gibt Mahler ein Stichwort, das man als Motto über Josef Suks ganzes Leben stellen könnte: «Was mir die Liebe erzählt». Mahler hatte diesen Titel für den Schlusssatz seiner Symphonie im Sinn – für Suk war
es das Lebensthema: die Liebe als treibende, tragende, tragische und schließlich erlösende Macht. Schon mit elf Jahren wurde der Sohn eines musikbegeisterten Dorfschullehrers ans Prager Konservatorium aufgenommen. 1891, mit siebzehn, kam er in die soeben eröffnete Kompositionsklasse von Antonín Dvořák, der eine Vaterfigur für ihn wurde. Und mehr als das: Josef Suk verliebte sich in Dvořáks Tochter Otilie. 1892 folgte der gefeierte Dvořák einem Ruf aus der Neuen Welt, die erst 14jährige Otilie reiste mit nach Amerika, aber die Liebe blieb. 1898 wurde Suks Treue belohnt: Er durfte Otilie heiraten, am selben Tag, an dem Antonín Dvořák mit seiner Frau Silberne Hochzeit feierte. Und dieser Schwiegersohn konnte sich durchaus sehen lassen!
Suk, ein fantastischer Geiger, hatte 1892 mit Studienfreunden ein Streichquartett gegründet, das als «Böhmisches Quartett» weltberühmt wurde. Rund 4.000 Konzerte spielte Suk in diesem Ensemble. 1933 beendete er seine Laufbahn als Kammermusiker – im selben Jahr kam auch sein letztes Werk heraus, eine Vokalsymphonie, die er «Epilog» nannte. «Die Ernte der Liebe», so hätte es zunächst heißen sollen: eine Reflexion auf all das, was ihm die Liebe erzählte. Otilie, seine geliebte Frau, hatte er allzu früh verloren. Sie starb, gerade einmal 27 Jahre alt, an einem Herzleiden. Man wusste, dass sie herzkrank war, man hatte zu befürchten, dass eine Schwangerschaft lebensgefährlich für sie werden könnte … Sie wurde schwanger, sie gebar einen Sohn, und ihr Leiden verschlimmerte sich zur Todeskrankheit.
Als Otilie starb, saß Suk gerade über der Arbeit an einer Symphonie, die als Requiem auf seinen 1904 verstorbenen Lehrer und Schwiegervater gedacht war. Sein Schmerz über den doppelten Verlust war unermesslich, er wäre fast daran zerbrochen. Aber, sagte er selbst, «die Musik hat mich gerettet»: «Asrael», die Symphonie, benannt nach dem Todes
engel der Antike, nahm seine Leiden auf, seine Qual und sein Gefühl von Schuld.
Glück der Jugend
Suks frühe Symphonie, traditionell angelegt nach viersätzigem Muster, weiß noch nichts von solcher Not und Nacht. Licht ist ihr Grundcharakter in EDur, der «Liebestonart». Und glanzvoll sind die Schlüsse, voll rauschendem Glück besonders das Finale des letzten Satzes. Zuvor noch tänzeln die Holzblasinstrumente im hellen Terzgesang, während sich drunter schon der Zunder bildet, glosendes Vorwärtsdrängen in den Streichern. Dann Feuriges im punktiert gebündelten Rhythmus, schließlich strahlend ein Choral, der sich «grandioso und maestoso» über wildirrlichternde Streicherfiguren legt. Zwei knallharte Triolen beenden den Hymnus, in ekstatischem Sforzando können die Schlussakkorde nichts anderes mehr auslösen als puren Jubel!
Die Begeisterung aber gilt nicht nur dem Effekt dieser ultimativen Steigerung, sondern dem Werk insgesamt. Suk zeigt darin eine feine Kunst der Balance: Energie ballt sich in motorisch markanten Figuren, doch immer, wenn sich solche Strukturen zu verhärten drohen, schafft Suk elegant die Lösung und Wendung ins SanftPoetische. In diesen pastellzarten Farben und Tönen liegt wohl auch das Persönlichste des Komponisten. Gehörte nicht schon einiger Mut dazu, Ende des 19. Jahrhunderts einen so innigen, schlichtweg schönen zweiten Satz zu schreiben, wie Suk dies hier tat?
Natürlich hört man die Werkstatt heraus, in der er groß wurde, der DvořákTon ist unverkennbar – und auch andere Reminiszenzen lassen sich finden: Anklänge an Johannes Brahms und sein Violinkonzert, ein Abglanz von Anton Bruckner im finalen Choral, ein Hauch des «Waldwebens» aus Richard
Wagners «Siegfried» … Epigonal wirkt nichts davon, es sind schlicht die historischen Koordinaten, die hier zu vernehmen sind. Niemand tritt aus der Geschichte, in die er hineingeboren wird. Und Suk fand darin, ohne Bruch und Provokation, sein Eigenes. Ein «Weltgenie»?
Ein Künstler jedenfalls, der die Musikwelt über alle Zuschreibungen hinaus reich beschenken konnte. Und was schließlich Gustav Mahler anlangt: Nur der Tod vereitelte, dass Mahler in seiner letzten New Yorker Saison 1911 Suks «Sommermärchen» aufführte. Begeistert hatte er die Korrekturbögen des noch ungedruckten Werks mit nach Amerika genommen … Josef Suk: eine Wiederentdeckung!
JOACHIM REIBER
Der Autor, in Stuttgart geboren, legte an der Universität Tübingen sein Staatsexamen in Deutscher Philologie und Geschichte ab und promovierte an der Universität Wien. Als Redaktionsleiter war er von 1993 bis 2023 verantwortlich für das Monatsmagazin des Musikvereins. Zu seiner vielfältigen Tätigkeit als Autor zählen auch mehrere Bücher.
Entstehung • 1897-99
Uraufführung • am 25. November 1899 in Prag durch die Tschechische Philharmonie unter der Leitung von Oskar Nedbal Vom TonkünstlerOrchester zuletzt aufgeführt • im Jänner 1980 im ORF Funkhaus Wien, Dirigent: Karl Etti
Tomáš Netopil beim Tonkünstler-Orchester Im Wolkenturm in Grafenegg debütierte der tschechische Dirigent im Sommer 2017 bei den Tonkünstlern. Der Einladung ins Abonnement folgend, wählte er für drei weitere Konzerte im Jänner 2024 unter anderem die «Jenůfa»-Suite von Leoš Janáček und die sechste Symphonie von Antonín Dvořák aus. Auch mit dem heutigen Konzertprogramm verhilft Tomáš Netopil selten gespielter Musik aus seiner Heimat aufs Podium: Josef Suks frühe E-Dur-Symphonie stand auf seiner Wunschliste ganz oben.
JULIAN STECKEL
Violoncello
Der deutsche Cellist Julian Steckel studierte bei Ulrich Voss, Gustav Rivinius, Boris Pergamenschikow, Heinrich Schiff und Antje Weithaas. Seit seinem Gewinn des ARDMusikwettbewerbs 2010 trat er mit Orchestern wie dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, den Münchner Philharmonikern, dem Royal Philharmonic Orchestra und dem Orchestre de Paris auf. In der Saison 24–25 eröffnete er gemeinsam mit den Bamberger Symphonikern und Jakub Hrůša das DvořákFestival in Prag. Der passionierte Kammermusiker begann die Saison 25–26 im September 2025 in Füssen, wo er als künstlerischer Leiter des Festivals «vielsaitig» ein abwechslungsreiches Programm präsentierte. Auftritte mit prominenten Partnerinnen und Partnern wie Carolin Widmann, Paul Meyer, Nils Mönkemeyer und Amihai Grosz führten ihn unter anderem an die Alte Oper Frankfurt und auf Japantournee. Darauf folgten Konzerte mit dem hrSinfonieorchester unter Tabita Berglund und sämtliche Cellosuiten von Johann Sebastian Bach in Shanghai und Peking. Im März 2026 feiert er sein Debüt beim Bournemouth Symphony Orchestra, im April folgen Konzerte mit dem Dallas Symphony Orchestra und mit dem Orchestre Symphonique de Québec.
Julian Steckel legte eine Reihe hochgelobter Einspielungen vor. Seine Aufnahme der Violoncellokonzerte von Erich Wolfgang Korngold, Ernest Bloch und Berthold Goldschmidt wurden mit dem ECHO Klassik ausgezeichnet. Er unterrichtet als Professor für Violoncello an der Hochschule für Musik und Theater München.
TOMÁŠ NETOPIL
Dirigent
Tomáš Netopil studierte Violine und Dirigieren in Tschechien sowie an der Königlichen Hochschule für Musik in Stockholm bei Jorma Panula. 2002 gewann er den ersten Internationalen Dirigentenwettbewerb Sir Georg Solti an der Alten Oper Frankfurt. Nach Positionen unter anderem als Erster Gastdirigent der Tschechischen Philharmonie und Generalmusikdirektor der Theater und Philharmonie Essen ist er seit Beginn der Spielzeit 25–26 Chefdirigent des Prager Symphonieorchesters.
Gleichermaßen in der Oper und im Konzertsaal zu Hause, leitete Tomáš Netopil im Januar und Februar 2026 Richard Strauss’ «Salome» an der Lyric Opera in Chicago, im Anschluss an seine Konzerte mit dem TonkünstlerOrchester kehrt er mit Antonín Dvořáks «Rusalka» an das Prager Nationaltheater zurück. Im März dirigiert er das George Enescu Philharmonic Orchestra in Bukarest sowie Bedřich Smetanas «Má vlast» mit dem Orchestra del Maggio Musicale Fiorentino in Florenz. Im Bereich der historischen Aufführungspraxis arbeitet er mit dem Concentus Musicus Wien, dem Collegium 1704 sowie mit dem Ensemble Silentium zusammen. 2018 rief Tomáš Netopil die Internationale Sommermusikakademie in Kroměříž ins Leben, und im Sommer 2021 gründete die Akademie in Zusammenarbeit mit dem Dvořák Prague International Music Festival die Dvořák Prague Youth Philharmonic. Von 2008 bis 2012 war Tomáš Netopil Musikdirektor des Prager Nationaltheaters. Seine Diskografie umfasst unter anderem die Ersteinspielung von Leoš Janáčeks «Glagolitischer Messe» in der Originalversion von 1927.
TONKÜNSTLER-ORCHESTER
Chefdirigent Fabien Gabel
Das TonkünstlerOrchester mit seinen fünf Residenzen im Musikverein Wien und in Niederösterreich zählt zu den größten und wichtigsten musikalischen Botschaftern Österreichs. Eine mehr als 75jährige Tradition verbindet das Orchester mit den SonntagnachmittagsKonzerten im Wiener Musikverein. In Grafenegg und im Festspielhaus St. Pölten treten die Tonkünstler als Residenzorchester auf, ebenso im Stadttheater Wiener Neustadt, das sie nach mehrjährigem Umbau im November 2024 wiedereröffneten. Die Konzertsaison 25–26 bringt sie ins traditionsreiche Stadttheater Baden zurück, wo sie Anfang 1946 erstmals als Landessymphonieorchester Niederösterreich konzertierten.
Im Mittelpunkt der künstlerischen Arbeit steht das Orchesterrepertoire von der Klassik bis zur Musik des 20. Jahrhunderts.
Alternative Programmwege der Tonkünstler werden von Musizierenden und Publikum geschätzt. Musikerpersönlichkeiten wie Walter Weller, Heinz Wallberg, Miltiades Caridis, Fabio Luisi, Kristjan Järvi und Andrés OrozcoEstrada waren Chefdirigenten des Orchesters. Seit der Saison 25–26 wird es von Fabien Gabel geleitet. Sein Vorgänger Yutaka Sado wurde nach zehnjähriger Tätigkeit als Chefdirigent zum ersten Ehrendirigenten der Tonkünstler ernannt.
Tourneen führten das Orchester zuletzt nach Großbritannien, Deutschland, Japan und Tschechien. Zahlreiche CDAufnahmen spiegeln sein vielseitiges künstlerisches Profil wider: Im orchestereigenen Label erscheinen bis zu vier Einspielungen pro Jahr, zumeist als LiveMitschnitte aus dem Musikverein Wien.
Ausführliche Orchesterbiografie: tonkuenstler.at
TONKÜNSTLER-ORCHESTER NIEDERÖSTERREICH
Konzertmeister/in
Lieke te Winkel, **Kirill Maximov, Alexander Gheorghiu, Vahid Khadem-Missagh
1. Violine
Alois Wilflinger, Xuan Ni, Susanne Masetti, Gerhard Fechner, Ines Miklin, Teodora Sorokow, Maria Fomina, Sophie Gansch, Sophie Kolarz-Löschberger, Yaromyr Babskyy, Maria Winkler, Aleksandra Martinoska, Elisabeth Hois, Sandra Seržane, Marina Caputo, ASunniva Herland Monstad, AUgnė Katinskaitė
2. Violine
Julia Mann, Natalia Sagmeister, Kora Lemberg, Doğa Altınok
*Gertrude Rossbacher, **Nikita Gerkusov, Philip Nolte, Martin Fuchs, Christian Knava, Peter Ritter, Susanne Stockhammer, Stefan Sinko, Victoria Fónyad-Eitzinger, Terez Brandl, Liudmila Kharitonova, AAnton Borusan, AAgnes Oberndorfer
Violoncello
*Georgy Goryunov, Eugene Lifschitz, Laura Szabó, Martin Först, Martin Dimov, Thomas Grandpierre, Sebastian Dozler, Iris-Meongwon Cho, Ion Storojenco, AMichael Sotriffer
Kontrabass
Michael Seifried, Ernő Rácz, Bernhard Binder, Mathias KawkaRona, Simon Pennetzdorfer, Johannes Knauer, Lukas PalfyStröcker, AMartin Wagner
Barbara Ritter, Andreas Gschmeidler, Johannes Strassl, Theresia Melichar, ATobias Gasché
Klarinette
Helmut Wiener, Christoph Moser, Kurt Franz Schmid, Stefan Vohla Fagott
Gottfried Pokorny, Szabolcs Szőke, Andor Csonka, Barbara Loewe Horn
Christoph Peham, Jonas Rudner, Sebastian Kolarz-Löschberger, Markus Hartner, Michel Gasciarino, Klaus Höpfler Trompete
Thomas Bachmair, Patrick Hofer, Josef Bammer, Thomas Lachtner, ASimon Oberthanner
Posaune
Andreas Eitzinger, Gabriel Antão, Wolfgang Gastager
Tuba
Michael Pircher Harfe
Miriam Ruf
Pauke
Gunter Benedikt, Margit Schoberleitner
Schlagwerk
Bence Kulcsár, Joachim Murnig, AYehor Tereshchenko
A Orchesterakademie des Tonkünstler-Orchesters
Instrumente zur Verfügung gestellt von der *Dkfm. Angelika Prokopp Privatstiftung: Viola Giovanni Rota, 1809
Violoncello Joannes Florenus Guidantus, 1720
**Oesterreichischen Nationalbank:
Violine Antonio Stradivari, Cremona 1716, ex Baron Oppenheim
Viola Giovanni Paolo Maggini, Brescia, frühes 17. Jahrhundert
Orchesterlogistik
Emil Zitarevic (Leitung), Nenad Djordjevic, Christian Pehatschek
POETIK UND TRAGÖDIE, NATUR UND KLIMA
MARCOS MORAU .
Romeo + Julia
Zeitgenössisches Ballett/Klassik
Eine poetische Parabel über Liebe und Hass: Starchoreograf Marcos Morau verleiht der Tragödie eine zeitgenössische Dimension. Seine bildstarke Choreografie entfaltet sich zur live vom TonkünstlerOrchester gespielten Musik.
fr 06/03
sa 07/03
EUR 14-65
-50 % für alle unter 26
ÖSTERREICH-PREMIERE
SHUTTLE-BUS aus Wien
VALENTIN KUNERT . DOMKANTOREI ST. PÖLTEN
Osterkonzert
Vokal Mit Georg Philipp Telemanns Oratorium Die Donnerode sowie Werken von Joseph Haydn und Johann Sebastian Bach stimmt die Domkantorei St. Pölten unter Valentin Kunert auf die Karwoche ein. Ein festliches
Osterkonzert mit hochkarätigen Solist:innen, das den musikalisch-spirituellen Blick weitet und zum Nachdenken über Natur und Klima anregt!
so 29/03
EUR 42
-50 % für alle unter 26
März 2026
fr 06
MARCOS MORAU . OPERA BALLET VLAANDEREN . sa 07 TONKÜNSTLER-ORCHESTER
19.30 Uhr Großer Saal Romeo + Julia Tanz/Klassik
fr 13
SOAP&SKIN
19.30 Uhr Großer Saal Torso Tour Musik
mo 16
TONKÜNSTLER-ORCHESTER
19.30 Uhr Großer Saal Beethoven/Webern/Shin Klassik
sa 21 1 TAG ALLE RÄUME
ab 10.00 Uhr alle Räume Ein Festival für Tanz und Gemeinsinn Tanz
do 26
DEKKER
19.30 Uhr Bühne Live 2026 Musik
so 29
VALENTIN KUNERT . DOMKANTOREI ST. PÖLTEN
18.00 Uhr Großer Saal Osterkonzert Klassik
April 2026
do 09
AMARO FREITAS
19.30 Uhr Kleiner Saal Y’Y Musik
fr 10
19.30 Uhr Großer Saal
mo 13
HESSISCHES STAATSBALLETT
Imre & Marne van Opstal . David Raymond & Tiffany Tregarthen Tanz
TONKÜNSTLER-ORCHESTER
19.30 Uhr Großer Saal Rachmaninow/Hindemith Klassik
Unser Programm bis Juni 2026 finden Sie auf www.festspielhaus.at.
IMPRESSUM Herausgeber Niederösterreichische Kulturszene Betriebs GmbH, Kulturbezirk 2, 3100 St. Pölten, T: +43(0)2742/90 80 80, www.festspielhaus.at. Für den Inhalt verantwortlich Thomas Gludovatz, Andreas Gremel. Künstlerische Leiterin Bettina Masuch. Musikkuratorin Constanze Eiselt. Koordination Gülcan Simsek. Redaktion Kern Markus Hennerfeind, Ute van der Sanden. Redaktion Umschlag Laura Kisser. Gestaltung Kern parole, München. Fotos Danny Willems (Romeo+Julia), Dommusik St. Pölten (Osterkonzert). Druck Walla GmbH. Produziert in Wien. Termin-, Programm- und Besetzungsänderungen vorbehalten. Fotografieren, Ton- und Videoaufzeichnungen nicht gestattet. Preis des Programmheftes: EUR 3,20.
Mit freundlicher Unterstützung von
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