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NATIONALTHEATER MANNHEIM

NR. 1

SEPT/OKT 2018

THEATERMAGAZIN

Nancy Mensah-Offei: Ankommen in Mannheim

»Hier passieren magische Dinge«

Blick in die Zukunft: Mannheim 2118

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EDITORIAL

SPIELPLAN UND INHALTSVERZEICHNIS

Liebes Publikum, im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des NTM ein herzliches Willkommen! In der Spielzeit 2018/19 gibt es viel Neues zu entdecken – wie unser neu gestaltetes Theatermagazin. Mit dieser Publikation wollen wir Ihnen unser Programm und unsere Künstler, aber auch die Menschen, die hinter den Kulissen arbeiten sowie die Themen, die uns umtreiben, näher vorstellen. Zum Theaterfest und zum Spielzeitauftakt in allen Sparten lade ich Sie herzlich ein. Das neue Schauspielensemble brennt darauf, Sie endlich kennenzulernen. Auf eine gelungene gemeinsame Spielzeit! Christian Holtzhauer Intendant Schauspiel

23 SO

29 SA

4 DO

OPER

SCHAUSPIEL

SCHAUSPIEL

19.00 – 21.45 Uhr Opernhaus Wiederaufnahme Werther von Jules Massenet

16.00 – 22.45 Uhr Theatervorplatz Volksfest

1 MO

16.00 – 22.45 Uhr Theatervorplatz Volksfest

SCHAUSPIEL

JUNGES NTM

TANZ

24 MO

17.00 Uhr Studio Werkhaus Premiere Mitwisser von Enis Maci Deutsche Erstaufführung

10.00 – 10.35 Uhr Studio Feuerwache FrierSchlotterSchwitz von Barbara Fuchs 3+

19.30 – 22.15 Uhr * Schauspielhaus Wiederaufnahme Let’s Beat Choreografien von Marco Goecke, Giuseppe Spota und Stephan Thoss

EXTRAS 17.00 Uhr Theatercafé Pädagogentag

25 DI EXTRAS 18.30 Uhr Bekanntgabe des Stückes und Einführung

19.00 Uhr Unteres Foyer Theater-Sneak

27 DO

ab 15.00 Uhr Opernhaus /  Schauspielhaus /  Werkhaus Theaterfest

SCHAUSPIEL 20.00 Uhr Schauspielhaus Premiere Der Elefantengeist von Lukas Bärfuss Uraufführung

JUNGES NTM

Let’s Beat, Seite 11

10.00 – 10.35 Uhr Junges NTM FrierSchlotterSchwitz von Barbara Fuchs 3+

SCHAUSPIEL

OPER

SCHAUSPIEL: EXTRA

SCHAUSPIEL: EXTRA

21 FR

28 FR

OPER

20.00 Uhr Casino Werkhaus Drei Farben: Schwarz

SCHAUSPIEL

19.30 – 22.20 Uhr Opernhaus Wiederaufnahme Aschenputtel (La Cenerentola) von Gioacchino Rossini

16.00 – 22.45 Uhr Theatervorplatz Premiere Volksfest

11.00 Uhr Theatercafé Autorenmatinée Dramatik der Wirklichkeit mit Lukas Bärfuss und Enis Maci

SCHAUSPIEL 18.00 Uhr Unteres Foyer Vernissage 21 – Erinnerungen ans Erwachsenwerden Videoinstallation von Mats Staub SCHAUSPIEL

18.00 Uhr * Opernhaus Wiederaufnahme Don Giovanni e e von Wolfgang Amadeus Mozart

Aschenputtel, Seite 9

22 SA

19.30 Uhr Schauspielhaus Premiere Die Räuber von Friedrich Schiller

19 MI

OPER

OPER

19.00 Uhr * Opernhaus Don Giovanni e e von Wolfgang Amadeus Mozart

20.00 – 22.30 Uhr Opernhaus Wiederaufnahme Rigoletto von Giuseppe Verdi

JUNGES NTM 11.00 – 11.35 Uhr Studio Feuerwache Wiederaufnahme FrierSchlotterSchwitz von Barbara Fuchs Uraufführung 3+ OPER 15.00 – 17.50 Uhr Opernhaus Aschenputtel (La Cenerentola) von Gioacchino Rossini SCHAUSPIEL 16.00 – 22.45 Uhr Theatervorplatz Volksfest SCHAUSPIEL 19.30 Uhr * Schauspielhaus Die Räuber von Friedrich Schiller

3 MI JUNGES NTM ab 11.00 Uhr Junges NTM Maustüröffnertag Führung durch das Junge NTM SCHAUSPIEL 16.00 – 22.45  Uhr Theatervorplatz Volksfest

Lösen Sie das Volksfest-Rätsel! Seite 12 OPER 19.00 – 21.30 Uhr Opernhaus Rigoletto von Giuseppe Verdi SCHAUSPIEL 19.30 Uhr * Schauspielhaus Der Elefantengeist von Lukas Bärfuss

15.00 – 16.30 Uhr Treffpunkt: Lobby Werkhaus Öffentliche Führung durch das NTM SCHAUSPIEL 16.00 – 22.45 Uhr Theatervorplatz Volksfest OPER 19.00 Uhr * Opernhaus Don Giovanni e e von Wolfgang Amadeus Mozart TANZ

2 DI

30 SO

OPER

20.00 Uhr Theatercafé Begegnung der Freunde und Förderer des Nationaltheaters mit Samuel Koch

19.30 – 22.15 Uhr Opernhaus Werther von Jules Massenet

19.00 Uhr * Opernhaus Don Giovanni e e von Wolfgang Amadeus Mozart

16 SO

EXTRAS

OPER

20.00 Uhr Rosengarten I. Akademiekonzert Webern /  Mendels­sohn Bartholdy / Brahms

20.00 Uhr Rosengarten I. Akademiekonzert Webern /  Mendels­sohn Bartholdy / Brahms

OPER

15 SA

Enis Maci und Lukas Bärfuss im Gespräch Seite 6

OPER

EXTRA

19.30 – 22.15 Uhr * Schauspielhaus Let’s Beat Choreografien von Marco Goecke, Giuseppe Spota und Stephan Thoss SCHAUSPIEL

20.00 Uhr * Studio Werkhaus Mitwisser von Enis Maci JUNGES NTM 17.00 Uhr Saal Junges NTM Öffentliche Probe Utopie – Eine Recherche über die Zukunft von Ulrike Stöck 14+

5 FR SCHAUSPIEL 16.00 – 22.45 Uhr Theatervorplatz Volksfest SCHAUSPIEL 19.30 Uhr * Schauspielhaus Der Elefantengeist von Lukas Bärfuss

6 SA JUNGES NTM 10.00 – 14.00 Uhr Treffpunkt: Foyer Junges NTM Fortbildung I: Performative Vermittlungsarbeit OPER: EXTRA 15.00 – 17.00 Uhr Oberes Foyer Café Concert Beschwingte Musik am Nachmittag

20.00 Uhr * Studio Werkhaus Mitwisser von Enis Maci

7 SO OPER: EXTRA 11.00 Uhr Theatercafé Musikalische Einführung Die Meistersinger mit Elias Corrinth JUNGES NTM ab 14.00 Uhr vor dem Jungen NTM Aktionstag JOIN us! Spielzeitstart am Jungen NTM Alle Infos rund um das Programm vom Jungen NTM und die Angebote der Jungen Bürgerbühne SCHAUSPIEL 16.00 – 22.45 Uhr Theatervorplatz Volksfest JUNGES NTM 16.30 Uhr Saal Junges NTM Premiere Utopie – Eine Recherche über die Zukunft von Ulrike Stöck Uraufführung 14+ OPER 19.00 – 21.45 Uhr Opernhaus Wiederaufnahme Madama Butterfly von Giacomo Puccini


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Legende * Kurzeinführung zum Stück, jeweils 30 Minuten vor Beginn e e englische Übertitel

SCHAUSPIEL

SCHAUSPIEL

19.30 Uhr * Schauspielhaus Die Räuber von Friedrich Schiller

19.30 Uhr * Schauspielhaus Die Räuber von Friedrich Schiller

8 MO JUNGES NTM 17.00 Uhr Junges NTM IMPULSE: Utopie – Eine Recherche über die Zukunft

9 DI JUNGES NTM 11.00 Uhr Saal Junges NTM Utopie – Eine Recherche über die Zukunft von Ulrike Stöck 14+

Wie sieht Mannheim 2118 aus? Seite 12

10 MI JUNGES NTM 11.00 Uhr Saal Junges NTM Utopie – Eine Recherche über die Zukunft von Ulrike Stöck 14+ Das National­theater-Orchester gastiert mit dem I. Akade­miekonzert in Aschaffenburg.

11 DO JUNGES NTM 11.00 Uhr Saal Junges NTM Utopie – Eine Recherche über die Zukunft von Ulrike Stöck 14+ SCHAUSPIEL 19.30 Uhr Schauspielhaus Premiere Judas Monolog von Lot Vekemans

12 FR OPER 19.30 – 22.00 Uhr Opernhaus Rigoletto von Giuseppe Verdi

Schauspielerin Nancy Mensah-Offei im Portrait Seite 5 SCHAUSPIEL 20.00 Uhr * Studio Werkhaus Mitwisser von Enis Maci

13 SA OPER 19.30 – 22.15 Uhr Opernhaus Werther von Jules Massenet SCHAUSPIEL 20.00 Uhr * Schauspielhaus Der Elefantengeist von Lukas Bärfuss

14 SO OPER 16.00 Uhr * Opernhaus Don Giovanni e e von Wolfgang Amadeus Mozart

Meine Lieblingsstelle aus Don Giovanni Seite 11

JUNGES NTM 16.00 – 17.05 Uhr Saal Junges NTM Wiederaufnahme Pinocchio von Monster Truck 8+ SCHAUSPIEL 19.30 Uhr Schauspielhaus Judas Monolog von Lot Vekemans SCHAUSPIEL: EXTRA 20.00 Uhr Casino Werkhaus Drei Farben: Rot OPER 20.00 Uhr Oberes Foyer MusiksalonEröffnung: »Blaue Stunde« Werke von Claude Debussy u. a.

15 MO JUNGES NTM 11.00 – 12.05 Uhr Saal Junges NTM Pinocchio von Monster Truck 8+

16 DI JUNGES NTM 11.00 – 12.15 Uhr & 19.00 – 20.15 Uhr Studio Werkhaus Wiederaufnahme Odyssee Eine Recherche zu Homers Epos von Ulrike Stöck 12+

17 MI JUNGES NTM 11.00 – 12.15 Uhr & 19.00 – 20.15 Uhr Studio Werkhaus Odyssee Eine Recherche zu Homers Epos von Ulrike Stöck 12+

OPER

SCHAUSPIEL

19.30 – 22.20 Uhr Opernhaus Aschenputtel (La Cenerentola) von Gioacchino Rossini

20.00 Uhr * Studio Werkhaus Mitwisser von Enis Maci

SCHAUSPIEL 20.00 Uhr Schauspielhaus Judas Monolog von Lot Vekemans

18 DO JUNGES NTM 11.00 – 12.05 Uhr Saal Junges NTM Pinocchio von Monster Truck 8+ SCHAUSPIEL 19.30 Uhr * Schauspielhaus Die Räuber von Friedrich Schiller OPER: EXTRA 18.30 Uhr Oberes Foyer Einführungssoirée mit Probenbesuch Die Meistersinger

19 FR JUNGES NTM 11.00 – 12.00 Uhr Saal Junges NTM Pinocchio von Monster Truck 8+

JUNGES NTM

20 SA

9.15 – 9.45 Uhr & 10.30 – 11.00 Uhr Studio Feuerwache Wiederaufnahme Die Welt ist rund von Manuel Moser Uraufführung 2+

OPER: EXTRA

SCHAUSPIEL

15.00 – 17.00 Uhr Oberes Foyer Café Concert Beschwingte Musik am Nachmittag

19.30 Uhr Schauspielhaus Judas Monolog von Lot Vekemans

OPER

24 MI

19.00 Uhr Opernhaus Festlicher Opernabend Don Giovanni e e von Wolfgang Amadeus Mozart mit Michael Volle und Erwin Schrott

EXTRA 20.00 Uhr Theatercafé Begegnung der Freunde und Förderer des Nationaltheaters mit Jelena Kordi  , Moderation: Albrecht Puhlmann

23 DI

JUNGES NTM 9.15 – 9.45 Uhr & 10.30 – 11.00 Uhr Studio Feuerwache Die Welt ist rund von Manuel Moser 2+ OPER

Erwin Schrott SCHAUSPIEL 19.30 Uhr * Schauspielhaus Der Elefantengeist von Lukas Bärfuss

20.00 Uhr Opernhaus Enjoy Jazz/ Musiksalon Archie Shepp’s »Fire Music – Respect«

25 DO JUNGES NTM

21 SO

11.00 – 12.00 Uhr Saal Junges NTM Wiederaufnahme Die Regeln des Sommers von Hannah Biedermann nach dem Bilderbuch von Shaun Tan Europäische Erstaufführung 5+

OPER

TANZ

SCHAUSPIEL 20.00 Uhr Studio Werkhaus Bitchfresse

19.00 – 21.45 Uhr Opernhaus Werther von Jules Massenet TANZ 18.00 – 20.45 Uhr * Schauspielhaus Let’s Beat Choreografien von Marco Goecke, Giuseppe Spota und Stephan Thoss

19.00 – 20.15 Uhr NTM Tanzhaus Käfertal Öffentliche Probe Blaubarts Geheimnis mit Stephan Thoss und dem Ensemble

Blaubarts Geheimnis: Die Tür zu Blaubarts Geheimnis öffnet sich Seite 4

26 FR OPER 19.30 – 22.20 Uhr Opernhaus Aschenputtel (La Cenerentola) von Gioacchino Rossini SCHAUSPIEL: EXTRA 20.00 Uhr Casino Werkhaus Drei Farben: Gold JUNGES NTM 11.00 – 12.00 Uhr Saal Junges NTM Die Regeln des Sommers von Hannah Biedermann nach dem Bilderbuch von Shaun Tan 5+

TANZ 17.00 – 19.45 Uhr * Schauspielhaus Let’s Beat Choreografien von Marco Goecke, Giuseppe Spota und Stephan Thoss SCHAUSPIEL 20.00 Uhr * Studio Werkhaus Mitwisser von Enis Maci

30 DI SCHAUSPIEL 19.30  – 21.30 Uhr Schauspielhaus Wiederaufnahme Kleiner Mann  – was nun? nach Hans Fallada

27 SA JUNGES NTM 16.00 – 17.00 Uhr Saal Junges NTM Die Regeln des Sommers von Hannah Biedermann nach dem Bilderbuch von Shaun Tan 5+

Kleiner Mann – was nun?

31 MI OPER 19.30 – 22.00 Uhr Opernhaus Rigoletto von Giuseppe Verdi

Die Regeln des Sommers, Seite 4 OPER 20.00 Uhr Opernhaus NTM / POP Dillon

SCHAUSPIEL 20.00 Uhr Schauspielhaus Istanbul Liederabend mit Songs von Sezen Aksu

SCHAUSPIEL 19.30 Uhr Schauspielhaus Premiere Istanbul Liederabend mit Songs von Sezen Aksu

AUSSERDEM IN DIESEM HEFT

28 SO OPER 16.00 Uhr Opernhaus Premiere Die Meistersinger von Nürnberg von Richard Wagner

Geht ins Ohr Rigoletto, Seite 9 Ein Briefroman als Oper Werther, Seite 9 Seid’ne Tüchlein, Pfeife und eine kleine Brosche Madama Butterfly, Seite 9


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SO VIEL SCHÖNES

J 104 Stück dieser Haushaltshelfer sind Teil des Bühnenbilds. Im Theater werden sie zu Lautsprechern und Mikrofonen und erschaffen eine fantastische Welt, in der Regeln erdacht, bebildert und ad absurdum geführt werden. DIE REGELN DES SOMMERS (5+) von Hannah Biedermann Do, 25., Fr, 26., Sa, 27.10.2018, Saal Junges NTM

O Die Pianistin und Sängerin Dillon erschließt mit Talent und Innovationsdrang ein neues musikalisches Feld zwischen Pop, Elektronik und Klassik. Mit einem Bläserensemble aus dem Orchester des NTM, Schlagwerk und Live-Elektronik ist die junge Ausnahmekünstlerin nun am Nationaltheater zu Gast. NTM/POP: DILLON »KIND«, in Kooperation mit Enjoy Jazz, Sa, 27.10.2018, Opernhaus

O Jazzgigant Archie Shepp spielt sein 1965 erschienenes Album »Fire Music« erstmals live. Bis heute hat das kontroverse Album nicht an Relevanz verloren und Shepp nichts an seiner musikalischen Brillanz. Ein Highlight von Enjoy Jazz und Musiksalon!

O Der Musiksalon eröffnet die Saison mit einem atmosphärischen Wandelkonzert, das Raum, Licht und Musik zu einem Erlebnis werden lässt. Hier kann man eintauchen in die Welt der Impressionisten Ravel, Debussy und Satie, die auf der Suche nach dem Klang für ein neues Jahrhundert waren!

Can Stock Photo

ARCHIE SHEPP’S »FIRE MUSIC – RESPECT« Mi, 24.10.2018, Opernhaus

S Der Legende nach liefen die Blüten des Judasbaums schamrot an, nachdem Judas sich an einem dieser Bäume erhängt hatte. Auch haben die Blätter die Form der Silberstücke, die Judas für seinen Verrat an Jesus erhielt. JUDAS Premiere Do, 11.10.2018, Schauspielhaus

J »Glaubt ihr wirklich, dass alles, was im Theater gesagt wird, wahr ist?« PINOCCHIO (8+) von Monster Truck So, 14., Mo, 15., Do, 18., Fr, 19.10.2018, Saal Junges NTM

MUSIKSALON ERÖFFNUNG So, 14.10.2018, Oberes Foyer

T Hinter einer Tür wie dieser verbirgt sich »Blaubarts Geheimnis«. Ein Blick durchs Schlüsselloch lässt sich bei der öffentlichen Probe zum neuen, sehr sinnlichen Tanzabend von Stephan Thoss erhaschen. ÖFFENTLICHE PROBE ZU »BLAUBARTS GEHEIMNIS« Do, 25.10.2018, NTM Tanzhaus Käfertal

J Homers Heldenepos wird zum Ausgangspunkt für eine aktuelle Debatte über Heimat, Flucht und Mut. Die Recherchereise des künstlerischen Teams in den Kosovo wird mittels Videoprojektionen auf die Heldenreise von Odysseus projiziert und auf der Bühne sichtbar. ODYSSEE (12+) von Ulrike Stöck Di, 16., Mi, 17.10.2018, Studio Werkhaus


MEIN LIEBLINGSORT

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SCHAUSPIEL

Nancy Mensah-Offei Der Umzug nach Mannheim kommt Nancy erst so langsam zu Bewusstsein. Ankommen dauert. »Vorher hatte ich gar keine Zeit, mich damit zu beschäftigen. Jetzt wird mir langsam klar, dass ich mir ein neues Zuhause einrichten werde.« Die Wahl-Wienerin hatte 738 Kilometer und eine Landesgrenze zu über­winden und jede Menge Behördengänge zu organisieren. Neue Wege, neue Geschäfte, neue Redewendungen und neue Menschen. Abgesehen von einem genervten Taxifahrer an ihrem ersten Tag waren die Mannheimer aber sehr hilfsbereit und herzlich und haben das Ankommen erleichtert. 2010 verließ Nancy für ihr Schauspielstudium am Konservatorium Wien ihre Heimatstadt Linz. Ab 2014 arbeitete sie als Schauspielerin in Wien, u. a. am Volkstheater Wien, am Burgthea­ter und in der freien Szene. Für die Hauptrolle in »schwarzweisslila« von Volker Schmitt wurde sie 2016 mit dem österreichischen Jugendtheaterpreis STELLA ausgezeichnet. Jetzt tritt Nancy ihr erstes Festengagement in Mannheim an. »Was toll ist: Jeder, dem ich erzähle, dass ich am NTM arbeite, reagiert begeistert!« Ihre Proben für »Die Räuber« haben schon begonnen. »Wir gehen sehr in­brünstig an die Texte heran, so, wie Schiller vor 50 oder 100 Jahren noch gesprochen wurde. Jedes Wort wird durchgeknetet und ausgestellt. Sehr ernst und auch sehr komisch – und meine neuen Kollegen sind super.« Neben ihrer Wohnung in den Quadraten, dem Jungbusch, der Probebühne in Neckarau und natürlich diversen Ämtern hat Nancy auch das Rheinufer schon für sich entdeckt. »In 5 Minuten ist man mitten in der Natur. Mich beruhigt fließendes Wasser sehr.« Der Speicher 7, an dem Nancy für dieses Magazin fotografiert wurde, ist auch ein Ort des Ankommens. In der Nähe des ehemaligen Getreidespeichers landen Passagierschiffe an. Vielleicht ein neuer Lieblingsort für die Neu-Mannheimerin Nancy Mensah-Offei? Kerstin Grübmeyer DIE RÄUBER von Friedrich Schiller Premiere am Fr, 28. 09. 2018, Schauspielhaus


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INTERVIEW

Text: Kerstin Grübmeyer, Sascha Hargesheimer

Fotos: Christian Kleiner

»Da passieren magische Dinge« Zeitgenössische Dramatik hat eine lange Tradition am NTM. Auch zur Eröffnung der neuen Schauspielintendanz von Christian Holtzhauer stehen zwei Gegenwartsstücke auf dem Spielplan. Beide befassen sich auf ganz unterschiedliche Weise mit dem Verhältnis des Theaters zur Realität.

Enis Maci ist in der Spielzeit 2018/19 Hausautorin am NTM

Enis, Du bist unsere neue Hausautorin, Lukas, Du hast ein Auftragswerk für unsere Eröffnung geschrieben: Schreibt man, schreibt Ihr »für« ein Haus, »für« eine Stadt? Was macht dieser Ort, der gemeint sein soll, mit dem eigenen Schreiben? Enis Maci: Obwohl ich morgen zum ersten Mal nach Mannheim fahre, war es unvermeidlich, sich schon vorab ein Bild zu machen, das am stärksten von den für mich außergewöhnlichen Dingen beeinflusst ist: Die Quadrate, der Rhein mit Blick auf das BASF-Werk, Spaghettieis, die Coleman-Baracken. Es wird sich zeigen, was meine Vorstellungen mit der Wirklichkeit der Stadt zu tun haben. Für das Schreiben ist beides wichtig: Zwischen dem Abbild und seinem Vorbild tut sich ein Graben auf und da passieren magische Dinge.

Lukas Bärfuss: Bei einem Stoff wie Helmut Kohl ist es beinahe unvermeidlich, dass man sich mit der Region Mannheim und Ludwigshafen auseinandersetzt. Und an der Geschichte von Rheinland-Pfalz lässt sich viel lernen über Deutschland. Ein Grenzgebiet, dessen Territo­rium für Jahrhunderte Schauplatz von Krieg und Verwüstung war. Doch wichti­ger sind für mich die Menschen, das Ensemble, die Schauspieler – mit ihnen und für sie habe ich das Stück geschrieben. Du sprichst davon, dass man als Dramatiker seinen Text in die Hände anderer legt, die daraus ein neues Werk kreieren – eine grundlegende Verabredung im Theater. Fällt Euch das leicht? Wie geht Ihr damit um? Lukas Bärfuss: Der Text ist die Karte, nach der sich die Menschen orientieren.

LUKAS BÄRFUSS Geb. 1971 in Thun, lebt und arbeitet seit 1997 als freier Schriftsteller in Zürich. Seine Stücke wurden in rund ein Dutzend Sprachen übersetzt und werden auf der ganzen Welt gespielt.

ENIS MACI Geb. 1993 in Gelsenkirchen, erhielt 2017 das Hans-GratzerStipendium für »Mitwisser«, im Herbst 2018 erscheint ihr Essayband »Eiscafé Europa«.

Diese Karte sollte genau sein, die notwendigen und korrekten Angaben über das Gelände machen, in dem sich diese Menschen bewegen. In welche Richtung sie dann gehen, ob sie dabei kriechen, hüpfen oder tanzen, darin sind sie ganz frei. Deshalb steht die Inszenierung niemals in einem Widerspruch zum Text. Das wäre ein falscher Gegensatz. Entscheidend ist, in welches Verhältnis sich das Ensemble zum Text setzt. Daraus entsteht notwendigerweise eine Beziehung – und ich kann Ihnen versichern, dass diese wie jede andere Beziehung sowohl leichte und freudvolle, wie auch schwierige und schmerzhafte Momente kennt. Wer das nicht will, sollte nicht für das Theater schreiben. Enis Maci: Der Text als Karte, als Landkarte zumal, das interessiert mich auch. Landkarten sind ja immer nur Abbil-


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MITWISSER von Enis Maci Deutsche Erstaufführung Drei Orte, drei Verbrech­en: Im ameri­ kanischen Port St. Lucie gerät die Party von Tyler Hadley außer Kontrolle, im türki­ schen Koruyaka nimmt Nevin Yildirim das Gesetz in die eigene Hand und in den Parallelgesellschaften des Ruhrpotts radi­kalisiert sich Nils Donath. Enis Macis Kartogra­ phie einer globalisierten Gegenwart richtet den Blick auf den Nähr­­boden der Gewalt: die Mitwisser. Ermöglicht wird der Aufenthalt der Hausautorin durch die freundliche Unterstützung der Freunde und Förderer des Nati­onaltheaters Mannheim e. V. Premiere: Sa, 29.09.2018, Studio Werkhaus

DER ELEFANTENGEIST Lukas Bärfuss schreibt über den Altkanzler Helmut Kohl

dungen, Annäherungen, Projektionen, die ihre unvermeidliche Verzerrung der Wirklichkeit (die Welt ist eine Kugel, Pi, usw.) mitdenken und in Kauf nehmen. Mit dem Text kann man etwas machen, was der Text allein niemals könnte.

lung von der Musik machen. Manchmal sieht so eine Partitur auch einfach toll aus. Aber erst wenn die Noten übersetzt werden, durch die Dirigentin und die Musiker, wird das, was drinsteckt, wirklich erfahrbar.

»Es besteht die Gefahr, berührt zu werden«

In beiden Texten geht es um Gruppen, die Fragen nach Schuld, Ehre, Ehrbarkeit und gesellschaftlicher Verantwortung verhandeln. Eignet sich das Theater besonders für diese Auseinandersetzung – ist es dafür eine Instanz? Und wie seht Ihr Eure Rolle als Autoren? Aufklärerisch, mahnend, kritisch – oder ganz anders?

LUKAS BÄRFUSS

Das ist das, was für mich als Autorin dazu gehört – unweigerlich und zum Glück – dass die Regie, die Schauspielerinnen etwas mit dem Text tun, was ich gar nicht kann, was sowieso nur zu vielen geht. Ein bisschen ist es also auch wie mit einer Partitur: Wer Noten lesen kann, der kann sich schon eine Vorstel-

Lukas Bärfuss: Noch ist das Theater eine moralische Anstalt, oder eine, wie Ödön von Horváth meinte, zur Abfuhr der asozialen Triebe der Gesellschaft.

von Lukas Bärfuss Uraufführung Sechzehn lange Jahre prägte Helmut Kohl die Politik der Bundesrepublik. Wie werden künftige Generationen auf den großen Staatsmann und »Kanzler der Einheit«, der mehr als nur ein umstrittenes Ehrenwort gab, zurückblicken? In seinem Auftragswerk für das NTM macht Lukas Bärfuss Schlüsselmomente aus Kohls Leben und Wirken zum Ausgangspunkt einer Expedition in eine versunken anmutende Zeit. Premiere: Sa, 29.09.2018, Schauspielhaus

Die Präsenz, also die physische Gegenwart des Publikums und der Schauspieler, die Versammlung der Körper, ist eine gefährliche Situation. Es besteht die Gefahr, dass man berührt wird, also

»Der Text als Karte, als Landkarte zumal, das interessiert mich.« ENIS MACI

angerempelt, gestossen, liebkost – niemand verlässt das Theater unverändert. Dies alles teilt das Theater mit der Revolution und der Erotik, sein Ursprung liegt in den Begräbnisriten. Politik, Begehren und der Tod – in dieses Dreieck fügt sich der Text, in dieses Dreieck füge ich mich als Autor. Enis Maci: Vielleicht ist das Theater ja auch wie ein Teilchenbeschleuniger. Da werden in einem künstlichen Raum Partikel gegeneinander geschleudert, in der Hoffnung, dass etwas entsteht, das weltverändernd ist, das eine Tür ins Ungeahnte öffnet. Dieses Aufeinanderprallen der Partikel, die auf der Bühne Menschenkörper sind, Menschenworte aus Menschenmündern, der Glaube, dass es möglich ist, mit brachialen Methoden etwas Drittes, anderes, etwas feines und gewaltiges herzustellen, in Echtzeit und vor den Augen aller – ich glaube, das ist ein Alleinstellungsmerkmal, da liegt das Potenzial für eine Auseinandersetzung mit der Welt – auf eine komische, eine romantische, eine moralische, eine dokumentarische, eine leise, ein künstliche Art.

DRAMATIK DER WIRKLICHKEIT Autorenmatinée Wie verhält sich der Theatertext zur Wirklichkeit? Zum Auftakt einer neuen Reihe am NTM über das Verhältnis von Kunst und Realität diskutieren Enis Maci und Lukas Bärfuss, deren Stücke »Der Elefantengeist« und »Mitwisser« die aktuelle Spielzeit des Schauspiels eröffnen. Moderation: Fabian Burstein Termin: So, 30.09.2018, Theatercafé


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WIEDER AUF DEM OPERNSPIELPLAN

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Meine Lieblingsstelle

Aschenputtel in Zahlen

»Don Giovanni« ist voller Lieblings­stellen. Meine hat eine persönliche Geschichte. Irgendwann in der Oberstufe war ich soweit, dass ich eine Arie am Klavier vom Blatt begleiten konnte. Meine damalige Freundin liebäugelte mit der Oper und so sangen wir »Reich mir die Hand, mein Leben« – das Duett von Giovanni und Zerlina. Wir kannten die Handlung der Oper nur vage. So fühlte es sich an wie Liebe. Wenn diese Stelle nun in der der originellen Inszenierung von Ekaterina Vasileva erscheint, begreift man, dass der lüsterne Graf der naiven Bauernschön­heit das Blaue vom Himmel ver­spricht, und dass sie bereit ist, ihren Verlobten sitzen zu lassen. Aber das ist Mozart! Er beschreibt die raue Realität und verleiht ihr dennoch überirdischen Schimmer … Jan Dvorák

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Don Giovanni

DON GIOVANNI von Wolfgang Amadeus Mozart, Wiederaufnahme: So, 16.09.2018, Opernhaus

Ohrwurm des Monats Verdis Rigoletto

Die Welt geht aus den Fugen. Nicht nur der »Werther« endet tragisch: Auch Verdis berühmte Oper »Rigoletto«. Gilda, die Tochter des Hofnarren Rigoletto, opfert sich für ihre Liebe zum Herzog von Mantua, der jedoch schon in sein nächstes Abenteuer verwickelt ist und dabei immer das gleiche Lied von der Leichtfertigkeit der Frauen singt: »La donna è mobile.« Verdis Musik findet zwischen ätherisch und erhebend, zwischen Lebenslust und Todesnähe für jede Figur den richtigen Ton – immer mit Ohrwurmgarantie. Ein fesselnder Krimi, den Regisseur Alexander Schulin in einen Raum verlegt, in dem die Welt aus den Fugen zu gehen scheint. Ihr Debut als Gilda gibt die Sopranistin Nikola Hillebrand, die im Anschluss an die Vorstellung am 31.10.2018 mit dem ArnoldPetersen-Preis für besondere Nachwuchsleistungen ausgezeichnet wird. RIGOLETTO von Giuseppe Verdi, Wiederaufnahme: Fr, 28.09.2018, Opernhaus

Cues für die Schnürmeister

17 Tauben

5

frisch gebackene Märchenschlosstürme mit veganer Schlagsahne

2

Prinzen: Einer ist echt, einer falsch

1

Schuh, der auf der Suche nach dem zweiten ist.

Madama Butterfly Der amerikanische Leutnant Pinkerton erwirbt ein

Haus in Nagasaki, samt der Geisha Cio-Cio-San, genannt Butterfly. Als sie sich zum ersten Mal begegnen, zeigt Butterfly ihrem zukünftigen Ehemann ihre Habseligkeiten: »Seid’ne Tüchlein, die Pfeife, ein Gürtel und eine kleine Brosche.« Als Pinkerton nach dem Dolch fragt, der sich ebenso in dem Beutel befindet, antwortet sie: »Das ist etwas Heiliges.« Es ist der Dolch, mit dem ihr Vater Selbstmord beging und den auch Cio-Cio-San am Ende wählen wird. Denn was für sie ein Bund auf Lebenszeit ist, ist für Pinkerton lediglich ein Spiel. Wolfgang Blums Inszenierung feiert im Frühjahr 50-jähriges Jubiläum! MADAMA BUTTERFLY von Giacomo Puccini, Wiederaufnahme: So, 07.10.2018, Opernhaus

Ein Briefroman als Oper Werther

ASCHENPUTTEL (La Cenerentola) von Gioacchino Rossini, Wiederaufnahme: Fr, 21.09.2018, Opernhaus

Im Sommer 1885 unternahm Jules Massenet gemeinsam mit Freunden eine Reise nach Deutschland. Sie besuchten die Bayreuther Festspiele, nahmen sich aber auch andere Städte und Sehenswürdigkeiten vor. In Wetzlar bei Frankfurt statten sie dem Haus einen Besuch ab, in dem Goethe seinen berühmten Briefroman »Die Leiden des jungen Werther« geschrieben hatte. Und gerührt von der Lektüre des Buches, entschloss sich Massenet noch am selben Abend zur Komposition einer »WertherOper«. Die tragische Geschichte der unmöglichen Liebe zwischen

Werther und der bereits vergebenen Charlotte setzte der in Bagdad geborene und in Israel aufgewachsene Regisseur David Mouchtar-Samorai im Jahr 2001 am Nationaltheater neu in Szene. Dabei greift er die düsteren Stimmungen des Stückes auf, überträgt sie in eine sehr pure, schlichte Bühnenästhetik und macht auf diese Weise die inneren Dramen der Figuren auf berührende Weise sichtbar. Die Titelpartie übernimmt der georgische Tenor Irakli Kakhidze, der bereits als Radamès in »Aida«, als Titelheld in »Ernani« oder als Alfredo in der »Traviata« sein Publikum im Sturm eroberte. Als Charlotte präsentieren wir unseren neuen Mezzosopran Jelena Kordic. WERTHER von Jules Massenet, Wiederaufnahme: So, 23.09.2018, Opernhaus


Nationaltheater Mannheim

Sa, 15. September 2018 ab 15.00 Uhr EINTRITT FREI

Vollständiges Programm auf der Website

LIFESTYLE IN DER METROPOLREGION RHEIN-NECKAR

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GROSSAUFNAHME

FREUNDE UND FÖRDERER

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Die Frankfurter Rundschau über den dreiteiligen Tanzabend »Let’s Beat«

»Von zeitloser Eleganz erscheint [Stephan Thoss’] Chambre Noire.« » Nichts zeigt aufs Überzeugendste, dass [Marco Goecke] eine so individuelle wie innovative Tanzsprache spricht, wahrhaft eine des 21. Jahrhunderts. Wie schön, dass man sie nun in Mannheim sehen kann.«

Wiederaufnahme LET’S BEAT Do, 04.10.2018, Schauspielhaus Weitere Vorstellungen: Sa, 06., So, 21., So, 28.10.2018

Die Freunde und Förderer berichten

Zur ersten Begegnung in der neuen Spielzeit erwarten wir am Mi, 19.09.2018 im Theatercafé den Schauspieler Samuel Koch. Das persönliche Schicksal dieses Künstlers ist vielen von uns aus der FernsehSendung »Wetten, dass…« bekannt. Zu unserer Mitgliederversammlung am Sa, 15.09.2018 um 11.00 Uhr im Schauspielhaus des Nationaltheaters laden wir unsere Mitglieder herzlich ein. Unser Vorsitzender Prof. Dr. Achim Weizel wird über die Aktivitäten des vergangenen und des kommenden Jahres berichten. Die Oper bereitet ein musikalisches Rahmenprogramm vor. Das Theaterfest in allen Räumen des Hauses schließt sich an.

Zu Besuch nach Mannheim kamen die Augsburger Theaterfreunde mit mehr als 20 Mitgliedern. Unser Vorsitzender Prof. Dr. Achim Weizel begrüßte die Gäste im Namen des Vereins. Für die Stadt Mannheim hieß Stadträtin Helen Heberer, unsere stellvertretende Vorsitzende, die Gäste herzlich willkommen. Nach dem Mittagessen besuchten die Gäste die historische Mannheimer Sternwarte. Die Gäste waren beeindruckt von der Geschichte und Architektur des 1772 errichteten Baus, die von Frau Heberer kenntnisreich präsentiert wurden. Am späten Nachmittag erfolgte im Nationaltheater ein Empfang durch den Geschäftsführenden Intendanten Marc Stefan Sickel. Er gab eine Übersicht über die Situation des Nationaltheaters und die bevorstehende Sanierung. Prof. Weizel berichtete von den Aktivitäten des Mannheimer Vereins, der Vorsitzende des Augsburger Vereins ging ausführlich auf die Problematik der Sanierung des Augsburger Theaters ein. Nach einem Besuch des Schauspiels »Onkel Wanja« klang der Abend mit einem Beisammensein im Theatercafé aus.

Nachlese Zum zweiten Mal stand die beliebte Sopranistin Astrid Kessler den Freunden zu einer Begegnung zur Verfügung. Unter der Moderation von Albrecht Puhlmann, am Flügel begleitet von Robin Philip, kam es zu einer Bilanz ihres künstlerischen Lebens – das mit einer Ausbildung in Nürnberg begann – nach sechs Jahren Zugehörigkeit zum Ensemble. Astrid Kessler zeichnet eine große Liebe auch zur Operette aus, wobei sie die oft geäußerte Aussage »das Leichteste ist das Schwierig­ ste« voll unterstrich. Einen großen Raum nahmen die Diskussionen über ihre Rollen ein, die sie eigenständig gestaltet. Für die Salome fühlt sie sich noch nicht reif genug, Marschallin und Elisabeth im Tann­häuser sowie die Rolle des Evchen in den Meistersingern in der nächsten Spielzeit kommen dagegen ihren Neigungen entgegen. Sänge­risch führte Astrid Kessler die Zuhörer anschließend quer durch die Welt der Musik. Unsere nächste Theaterführung bietet am Sa, 29.09.2018 um 15.00 Uhr einen Blick hinter die Kulissen mit Matthias Müller. Treffpunkt ist die Lobby im Werkhaus Mozartstr. 9. Anmeldungen an Doris Brachmann (Tel. 0621 1680 532; doris.brachmann@mannheim.de)

Freunde und Förderer des Nationaltheaters Mannheim e.V. c/o Nationaltheater Mannheim Mozartstr. 9, 68161 Mannheim Tel. Frau Margoth Werner 0621 412806 Fax 0621 1680 434 freunde @nationaltheater.de www.freunde. nationaltheater.de


ZUGABE

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Theaterrätsel

Mannheim 2118

Ab dieser Spielzeit gründet sich am NTM das Mannheimer Stadtensemble. Bestehend aus einer festen Gruppe von Mannheimerinnen und Mannheimern entwickelt das Ensemble unter der künstlerischen Leitung von Beata Anna Schmutz Inszenierungen und Performances. Die erste Inszenierung »Volksfest« hinterfragt den Begriff der Nation und beschäftigt sich mit der Diversität unserer Stadt, kollektiven Erinner­ungen und F ­ esten wie der Mannheimer Mess. Laufen Sie nun durch das Labyrinth des Volk­festes! Auf dem Weg finden Sie Bilder, um die Buchstaben für das Lösungswort zu sammeln. Das Ergebnis führt Sie zu dem Ort, an dem das »Volksfest« stattfindet. Wir verlosen 2 Karten für die Premiere am 28.09.2018.

Mannheim gilt als utopische Stadt des kulturellen Miteinanders. Noch nie gehört?

1607 gab es den Aufruf, Mannheim zu besiedeln, und damit einhergehend 13 Privilegien, die den Neu­bürgern zugestanden werden sollten. Das Besondere dabei ist, dass der Aufruf in vier Sprachen – Deutsch, Französisch, Niederländisch, Latein – verbreitet wurde.

1910 veröffentlicht Arthur Brehmer das Buch »Die Welt in 100 Jahren«, zu dem er 22 Autorinnen und Autoren eingeladen hat, über die Maschine, die Medizin, die Kultur, die Liebe und vieles mehr in 100 Jahren nachzudenken.

2007 Can Stock Photos, Shutterstock

feiert die Stadt Mannheim ihren 400. Geburtstag und schenkt sich selbst die Komposition »utp_« von Alva Noto und Ryuichi Sakamoto. Die Uraufführung mit dem Ensemble Modern findet im NTM statt.

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2010 wird das Buch »Die Welt in 100 Jahren« Wissenschaftsbuch des Jahres 2010.

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Senden Sie die Lösung bis zum 17.09. postalisch an NTM, Marketing, Mozartstr. 9, 68161 Mannheim oder per Mail (nationaltheater. marketing@mannheim.de).

2018

feiert die Theaterproduktion »Utopie – Eine Recherche über die Zukunft« in der Regie von Ulrike Stöck Premiere am Jungen NTM. Sie vereint die Privilegien von 1607, die Utopien aus 1910, die Komposition »utp_« und die neu entstandenen Utopien für das Jahr 2118.

2118 Impressum

Eine Beilage zur Ausgabe vom 03.09.2018 Titelfoto Nancy Mensah-Offei Redaktion Christoph Bader (ViSdP), Ina Brütting, Cordula Demattio, Jan Dvorák, Kerstin Grübmeyer, Sascha Hargesheimer, Evelyn Kreb (CvD), Beata Anna Schmutz, Lisa Zehetner Mitarbeit an dieser Ausgabe Freunde und Förderer des Nationaltheaters e.V.

Konzeption ErlerSkibbeTönsmann Gestaltung ErlerSkibbeTönsmann, Henning Skibbe, Lina Stahnke, Ayhan Belge Fotos Hans Jörg Michel, Christian Kleiner Anzeigen Anita Kerzmann, Mareike Nebel Druck Mannheimer Morgen Großdruckerei und Verlag GmbH Service Theaterkasse Tel. 0621 1680 150 Abobüro Tel. 0621 1680 160 Vorverkauf junges NTM Tel. 0621 1680 302 www.nationaltheater-mannheim.de

Sämtliche personenbezogenen Bezeichnungen, die in dieser Publikation im Maskulin verwendet werden, sind geschlechtsneutral zu verstehen. Gemeint sind alle Geschlechter.

Die Junge Oper wird präsentiert von der MVV.

»21 – Erinnerungen ans Erwachsenwerden« wird unterstützt von der GBG-  Mannheimer Wohnungsbau­ gesellschaft mbH.

Die Festlichen Opern­ abende werden ermöglicht von unserem Hauptsponsor

Ermöglicht wird der Aufenthalt der Hausautorin durch die freundliche Unterstützung der Freunde und Förderer des Nationaltheaters Mannheim e. V.

Das Nationaltheater Mannheim, Eigenbetrieb der Stadt Mannheim, wird gefördert durch

werden die Utopien aus dem Jahr 2018 überprüft: Erlebt der Mensch dank der Roboter die absolute und erfüllte Liebe für alle? Werden die Sprachen nicht mehr gelernt, da durch die Analyse von Gesichtsmuskeln, Atmung, Gestik, Aussprache usw. das Gesprochene in Echtzeit für den Gesprächspartner übersetzt wird? Spielen Orchester Musikstücke, die adhoc aufgrund eines Algo­rithmus so komponiert werden, dass sie allen Anwesenden gefallen?

Theatermagazin September/Oktober 2018  
Theatermagazin September/Oktober 2018  
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