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Safer Use
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Ein Ratgeber zu risikoarmem Verhalten (III)
Die Zusammensetzung von Substanzen kennen TEXT
Alex Bücheli
E
ine risikoarme Haltung ist wichtig beim Konsum psychoaktiver Substanzen. Im ersten Teil dieser Reihe wurden die Ebenen einer risikoarmen Haltung in ihren Grundzügen vorgestellt (B ücheli 2015), im zweiten Teil ging es um das «Drug, Set und Setting»-Konzept, das um die Ebenen vor, während und nach dem Konsum erweitert wurde (Bücheli 2016). Nun liegt der Fokus auf der Ebene Drug: Kennt man die Zusammensetzung einer Substanz vor dem Konsum, hilft dies, unnötigen Risiken aus dem Weg zu gehen. Substanzzusammensetzung Dieses Thema ist geprägt von vielen Mythen. Wer hat nicht schon von Strychnin im Kokain oder anderen potenziell
tödlichen Streckmitteln gehört? Akut toxische Streckmittel tauchen allerdings nur sehr selten auf. Man sollte sich durch Mythen also nicht verunsichern lassen. Dennoch sind verlässliche Informationen zur Zusammensetzung einer Substanz äußerst wichtig. Denn bei psychoaktiven Substanzen handelt es sich (mit Ausnahme von Cannabis) immer um potenzielle Gifte. Die Dosis, also die eingenommene Wirkstoffmenge, ist entscheidend dafür, wie toxisch ein Substanzkonsum tatsächlich ist. Die Beimischung psychoaktiver Streckmittel stellt ein weiteres Risiko dar, wobei nicht alle Streckmittel das Risiko erhöhen. Häufig handelt es sich dabei um nicht psychoaktive Substanzen wie Milchzucker (Lactose), Dextrose oder Mannitol