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14 Messner Mountain Museum Ortles

34 Meditationsraum Jesuheim 24 Brücke bei Pfatten

33 Kirche St. Peter bei Altenburg

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Bruneck

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Brixen

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| Bodenständig

Schwitzen in der Kulturlandschaft

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Südtirol ist Natur- und Kulturlandschaft: Weinberge und Apfelanlagen überziehen Hänge und Talebenen – und prägen damit die visuelle Erinnerung an dieses Land. Die gepflegten Weinberge und die aufgeräumten Apfelbaumspaliere werden von vielen Betrachtern von sich aus bereits als Baukunstensemble wahrgenommen. Wie aber bauen inmitten dieser Kulturlandschaft? Ins Auge stechen vielerorts Einfamilienhäuser und Betriebsgebäude, die von einer lieblosen und unsensiblen Planung zeugen. Beispiele, die mit der Umgebung kommunizieren und harmonieren, halten sich eher versteckt. So auch die Apfelsauna des Apfelhotels Torgglerhof im Passeiertal. Inmitten von Apfelhainen liegt ein grasüberwachsener Erdhügel: Die Eingangstür führt in eine Sauna, die weit abseits von Gewohn-

Apfelsauna, Saltaus

tem liegt. Diese Apfelsauna unterscheidet sich durch ihre Form und Aussicht. Die Konturen des Raumes sind reduziert, die Farben zurückhaltend. Wie in einem Amphitheater sitzen die schwitzenden Gäste um den Saunaofen. Ihr Blick geht nach außen; durch das große Fenster ist nur das eine zu erkennen: Apfelbäume. Im engen Kontakt mit der Kulturlandschaft planten noa* – network of architecture diesen ungewöhnlichen Bau, eine Hommage an den Apfel. Ursprünglich hätte der Werdegang des Apfels, von der Blüte zur Frucht, in mehreren Bauten umgesetzt werden sollen. Übrig blieb letztendlich die Apfelsauna; ein Objekt, in der die Funktion des Saunierens im Einklang mit der Umgebung gebracht wird. Eine starke bauliche Haltung in der Kulturlandschaft.

noa* | Architekten

Mittlerweile ist schon etwas Gras über die Sache gewachsen. Von Meran in das Passeiertal fahrend, öffnet sich eine Welt von Apfelhainen. Auch die hohen Bergketten des Alpenhauptkammes lassen sich erspähen. In dieser Umgebung steht die Apfelsauna als eine formale Ausprägung der Gegensätze: Berg versus Tal, Konstruktion versus Landschaft, Beton versus Natur. Und im Innersten dieser Struktur sitzt der Mensch und schwitzt.

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deine Notizen

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Erdfarbene Betonwände formen die Schale der Sauna. Die Saunabänke aus Holz begleiten die gerundeten Wände des Raumes. Die Lampen aus rauem Beton dimmen das Licht und betonen den Eindruck, in einem Erdhügel zu schwitzen. Wäre da nicht das satte Grün der Apfelbäume, das sanft ins Saunainnere dringt.


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| Auf einen Abstecher

Auskragung mit Pool als Herzstück

landschaftstauchen Die Gestalt und Ausformulierung des Schwimmbeckens des Hotels Hubertus lässt Betrachter unvermittelt staunen: Die Gesichtszüge verändern sich, Münder verziehen sich zu einem Schmunzeln, öffnen sich und verharren so. Vielleicht liegt das am Himmel, der sich auf der Wasseroberfläche des Pools spiegelt. Vielleicht ist es die emotionale Wirkung, die von diesem Becken ausgeht, wenn man darin und damit in die umgebende Landschaft eintaucht. Eine fein abgestimmte Konstruktion und Farbkombination, die bei Schwimmern Freude und Heiterkeit auslöst. Errichtet wurde dieses Schwimmbecken der Hochgefühle im Zuge der Renovierung der Hotelanlage mit unspektakulär übereinandergestapelten Hotelzimmern, die eine Neuinterpretation zur Belebung des Betriebes

benötigte. Guter Rat kam vom Architekturbüro noa*. Sie entwarfen Um- und Zubau. Als Herzstück und Eyecatcher wurde ein siebzehn Meter auskragender Pool an die Kante des Hotels gebaut. Ein Becken der besonderen Art, das sich sanft an die imposante Hotelanlage fügt. Fast vermittelt es den Eindruck, als wollte es sich im nächsten Augenblick wieder davonmachen – eine Wahrnehmung, die auf die schlanke Konstruktion aus Lärchenstämmen zurückzuführen ist, dank derer der Pool in der Landschaft zu schweben scheint. Die verglaste Front und das verglaste Fenster im Beckenboden verstärken diesen Eindruck der Schwerelosigkeit zusätzlich: Ein mutiger Balanceakt, der die Hotelarchitektur aus ihrem Dornröschenschlaf geholt hat und nicht auf den Erlebniswert verzichtet.

Hotel Hubertus, Olang

noa* | Architekten

Einmal eintauchen können in die Pustertaler Gebirgswelt. Was als kühne Idee begann, ragt mittlerweile in Geiselsberg ins Nichts hinaus. Das insgesamt 25 m lange Becken ist für ambitionierte Schwimmer gedacht. Wer sich bis zur Brüstung aus Glas vorwagt, wird mit bleibenden Eindrücken belohnt. Mit all den dabei ausgelösten Bildern geht es zügig zurück an Land. Denn auf einem schwebenden Felsen in Form eines Pools lässt es sich bei gesundem Menschenverstand nicht lange aushalten.

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Infinity Pools finden in der Hotelarchitektur eine inflationäre Verwendung. Die Herausforderungen, durch ausgeklügelte Konstruktionen eine nahtlose, an den Rändern überlaufende Wasseroberfläche zu schaffen, sind längst bewältigt. Mit den Reizen solcher Konstruktionen jedoch Teil der Umgebung zu werden, setzt eine tiefere gestalterische Auseinandersetzung voraus. Der Hubertuspool mutiert vor der Kulisse des UNESCO-Weltkulturerbes Dolomiten zum Bergsee, weshalb der baulichen Geste höchste Legitimation zukommt.

deine Notizen

Zubau mit Pool a ls Er lebnis raum

vo n B g etr a g a u m s t ä m me en

In finity Pool

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Profile for noa*

Apfelsauna & Hubertus Pool @ Schauplätze der Architektur in Südtirol N° 2017  

Apfelsauna & Hubertus Pool @ Schauplätze der Architektur in Südtirol N° 2017  

Profile for n-o-a
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