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DEUTSCHE AUSGABE

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So holen Sie sich das Glücksgefühl Skandinaviens nach Hause

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DEKO & FOOD FÜR TR AUMTAGE AUF DER TERR ASSE


GENIESSEN Kunstobjekt aus einer anderen Welt: das Hotel „Silena“ in Vals

Südtirol

DER NEUE ALPENMIX Am Ende eines idyllischen Tals hat sich eine Hoteliersfamilie ihren Traum erfüllt … Und Sie sollten ihn besuchen!

D

er Brenner liegt hinter, die Sonne vor uns. Im sanften Nachmittagslicht breiten sich die grünen Weiden und Apfelbaum-Plantagen Südtirols aus. Links abbiegen Richtung Pustertal, dann steile Serpentinen hoch nach Vals. Die Laubbäume werden seltener, ein würziger Geruch von Zedern kündigt die zarten Wälder an, die am Ende der Senke, wo sich die Gipfel treffen, die Regie übernehmen. „Hier kommt nichts mehr“, denke ich und will auf der schmalen Landstraße wenden, als ich es rechts auf einer Anhöhe entdecke: das „Silena“. Wie ein stolzes Kunstobjekt aus einer anderen Zeit und Welt wirkt es. Gelandet inmitten einer Wiese dieser ländlichen Idylle. Ich halte den Atem an, so schön ist diese Mischung. Und bin unendlich neugierig, was sich hinter der grau glänzenden, mit Mustern durchbrochenen Metallfassade versteckt. Das „Silena“ ist ein Wellness-Retreat der Extraklasse. „The Soulful Hotel“ nennen es seine Erfinder, und das ist keine Marketing-Masche. Sondern wahr. Denn die Südtiroler Familie Mair hat ihren gewagten Plan eines State-of-the-Art-Designhotels mit Spa in dieser liebenswürdig verschlafenen

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GENIESSEN Kunstobjekt aus einer anderen Welt: das Hotel „Silena“ in Vals

Südtirol

DER NEUE ALPENMIX Am Ende eines idyllischen Tals hat sich eine Hoteliersfamilie ihren Traum erfüllt … Und Sie sollten ihn besuchen!

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er Brenner liegt hinter, die Sonne vor uns. Im sanften Nachmittagslicht breiten sich die grünen Weiden und Apfelbaum-Plantagen Südtirols aus. Links abbiegen Richtung Pustertal, dann steile Serpentinen hoch nach Vals. Die Laubbäume werden seltener, ein würziger Geruch von Zedern kündigt die zarten Wälder an, die am Ende der Senke, wo sich die Gipfel treffen, die Regie übernehmen. „Hier kommt nichts mehr“, denke ich und will auf der schmalen Landstraße wenden, als ich es rechts auf einer Anhöhe entdecke: das „Silena“. Wie ein stolzes Kunstobjekt aus einer anderen Zeit und Welt wirkt es. Gelandet inmitten einer Wiese dieser ländlichen Idylle. Ich halte den Atem an, so schön ist diese Mischung. Und bin unendlich neugierig, was sich hinter der grau glänzenden, mit Mustern durchbrochenen Metallfassade versteckt. Das „Silena“ ist ein Wellness-Retreat der Extraklasse. „The Soulful Hotel“ nennen es seine Erfinder, und das ist keine Marketing-Masche. Sondern wahr. Denn die Südtiroler Familie Mair hat ihren gewagten Plan eines State-of-the-Art-Designhotels mit Spa in dieser liebenswürdig verschlafenen

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GENIESSEN 4

1. Der Spa-Ruheraum auf der Dachterrasse mit Panorama. 2. Besuch in der Tee-Bibliothek des „Silena“. 3. Südostasien trifft Südtirol – dieses Credo bestimmt Architektur wie Interior

„Schwer vorstellbar, dass es jemandem an diesem außergewöhnlichen Ort nicht gefallen könnte …“ 5 6

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Gegend ohne Kompromisse umgesetzt. Nun verkörpern die Geschwister Simon und Lena (= Silena) gemeinsam mit ihren Eltern Ida und Josef die Seele des Hauses. Und die ist im Gegensatz zur experimentellen Formgebung: von Herzen warm und bodenständig. Die vier sind Gastgeber im besten Sinne. Betreuen jeden persönlich. Und noch bevor man sein Zimmer betreten hat, fühlt man sich zu Hause. Die 49 Zimmer und Suiten (ab 104 Euro, ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis) des Retreats tun ein Übriges. Dunkelblauer Samt, silbrig schimmernde Tapeten mit Libellen, grauer Naturstein, Parkett wie dunkle Schokolade. Dazu schöne Eyecatcher wie die in Schwärmen hängenden Glühlampen, einladende Cocktailsessel und immer wieder die Blicke durch die kunstvolle Fassade, die mit ihrem Muster aus stilisierten Gräsern die hiesige Moorlandschaft zitiert. Das preisgekrönte Bozener Architektenbüro noa half nicht nur dabei, die Na-

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4. Zen in den Bergen: Das Spa mit dem schönen Outdoor-Pool misst insgesamt 1550 m². 5. Sabine Nedelchev vor dem „Silena“-Hotel. 6. Einer der „Soulful Rooms“ – besonders bezaubernd die schimmernde Tapete mit Libellen und das schokobraune Parkett

turthemen in ein beeindruckendes Design umzusetzen, sondern auch alles nach ausgeklügelten Feng-Shui-Prinzipien zu gestalten. Besonders stilvoll ist dies im Spa gelungen, das sich von dem Außenpool auf der Wiese über die Wasserlandschaft, Behandlungs- und Yogaräume im Erdgeschoss bis hin zur Dachterrasse mit PanoramaSauna, Ruheräumen und asiatischem Garten zieht. Eine Augenfreude! Nach drei Tagen finde ich es schwer, mir vorzustellen, wem es hier nicht gefallen könnte. Ob Food, Fitness oder Verwöhnprogramm – alles ist liebevoll

durchdacht. Und besonders gut. Es gibt herrliche Käseverkostungen, durch die der Sohn des Hauses versiert führt. Effektive Beauty-Anwendungen für Körper und Gesicht. Eine eigene Serie nach Zitronengras duftender Körperpflege (auch im Zimmer). Küchenchef Alex Hackhofer verbindet gekonnt heimische Zutaten und Rezepte mit asiatischen Einflüssen. Und denkt neben allem Genuss auch an Gesundheit und Linie. Nur das tägliche Kuchenbuffet (frische Strudel!), an dem sich jeder Gast nachmittags bedienen kann, verlockt zur puren Unvernunft. Ansonsten kann man im Sommer in

der Gitschberg-Jochtal-Region wandern, reiten und mountainbiken. Im Winter Ski fahren ohne Liftschlangen. Die klare Bergluft auf 1354 Höhenmetern lässt sich aber auch beim Nichtstun wunderbar genießen. Zum Beispiel auf der großen Dachterrasse oder im sogenannten Sein-Garten, der zum ungestörten Lesen einlädt. Höchstens der, der sich nach städtischen Vergnügungen sehnt, ist hier fehl am Platz. Wobei Meran oder Trient gerade mal eine Autostunde entfernt sind, ein Ausflug ist also jederzeit möglich. Ich allerdings würde Ihnen empfehlen: Verlassen Sie diesen herrlichen Mix aus unberührter Natur und modernem Design erst wieder, wenn es unbedingt sein muss, bei der Abreise. Dann ist es wirklich schon schwer genug. SABINE NEDELCHEV Infos: „Soulful Room“ (32 m² für 1–2 Pers.) ab 140 € p. P./ Nacht inkl. Frühstück, Kuchen am Nachmittag, 5-GängeDinner sowie Aktivitäten-Programm, silena.com

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GENIESSEN 4

1. Der Spa-Ruheraum auf der Dachterrasse mit Panorama. 2. Besuch in der Tee-Bibliothek des „Silena“. 3. Südostasien trifft Südtirol – dieses Credo bestimmt Architektur wie Interior

„Schwer vorstellbar, dass es jemandem an diesem außergewöhnlichen Ort nicht gefallen könnte …“ 5 6

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Gegend ohne Kompromisse umgesetzt. Nun verkörpern die Geschwister Simon und Lena (= Silena) gemeinsam mit ihren Eltern Ida und Josef die Seele des Hauses. Und die ist im Gegensatz zur experimentellen Formgebung: von Herzen warm und bodenständig. Die vier sind Gastgeber im besten Sinne. Betreuen jeden persönlich. Und noch bevor man sein Zimmer betreten hat, fühlt man sich zu Hause. Die 49 Zimmer und Suiten (ab 104 Euro, ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis) des Retreats tun ein Übriges. Dunkelblauer Samt, silbrig schimmernde Tapeten mit Libellen, grauer Naturstein, Parkett wie dunkle Schokolade. Dazu schöne Eyecatcher wie die in Schwärmen hängenden Glühlampen, einladende Cocktailsessel und immer wieder die Blicke durch die kunstvolle Fassade, die mit ihrem Muster aus stilisierten Gräsern die hiesige Moorlandschaft zitiert. Das preisgekrönte Bozener Architektenbüro noa half nicht nur dabei, die Na-

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4. Zen in den Bergen: Das Spa mit dem schönen Outdoor-Pool misst insgesamt 1550 m². 5. Sabine Nedelchev vor dem „Silena“-Hotel. 6. Einer der „Soulful Rooms“ – besonders bezaubernd die schimmernde Tapete mit Libellen und das schokobraune Parkett

turthemen in ein beeindruckendes Design umzusetzen, sondern auch alles nach ausgeklügelten Feng-Shui-Prinzipien zu gestalten. Besonders stilvoll ist dies im Spa gelungen, das sich von dem Außenpool auf der Wiese über die Wasserlandschaft, Behandlungs- und Yogaräume im Erdgeschoss bis hin zur Dachterrasse mit PanoramaSauna, Ruheräumen und asiatischem Garten zieht. Eine Augenfreude! Nach drei Tagen finde ich es schwer, mir vorzustellen, wem es hier nicht gefallen könnte. Ob Food, Fitness oder Verwöhnprogramm – alles ist liebevoll

durchdacht. Und besonders gut. Es gibt herrliche Käseverkostungen, durch die der Sohn des Hauses versiert führt. Effektive Beauty-Anwendungen für Körper und Gesicht. Eine eigene Serie nach Zitronengras duftender Körperpflege (auch im Zimmer). Küchenchef Alex Hackhofer verbindet gekonnt heimische Zutaten und Rezepte mit asiatischen Einflüssen. Und denkt neben allem Genuss auch an Gesundheit und Linie. Nur das tägliche Kuchenbuffet (frische Strudel!), an dem sich jeder Gast nachmittags bedienen kann, verlockt zur puren Unvernunft. Ansonsten kann man im Sommer in

der Gitschberg-Jochtal-Region wandern, reiten und mountainbiken. Im Winter Ski fahren ohne Liftschlangen. Die klare Bergluft auf 1354 Höhenmetern lässt sich aber auch beim Nichtstun wunderbar genießen. Zum Beispiel auf der großen Dachterrasse oder im sogenannten Sein-Garten, der zum ungestörten Lesen einlädt. Höchstens der, der sich nach städtischen Vergnügungen sehnt, ist hier fehl am Platz. Wobei Meran oder Trient gerade mal eine Autostunde entfernt sind, ein Ausflug ist also jederzeit möglich. Ich allerdings würde Ihnen empfehlen: Verlassen Sie diesen herrlichen Mix aus unberührter Natur und modernem Design erst wieder, wenn es unbedingt sein muss, bei der Abreise. Dann ist es wirklich schon schwer genug. SABINE NEDELCHEV Infos: „Soulful Room“ (32 m² für 1–2 Pers.) ab 140 € p. P./ Nacht inkl. Frühstück, Kuchen am Nachmittag, 5-GängeDinner sowie Aktivitäten-Programm, silena.com

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Silena @ Elle Decoration Germany N° 4/2019  

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