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MUSEUM

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Nr. 37 6,80 €

Sommer 2019

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MAGAZIN M USEUM.DE

Welterbe Wartburg


www.rob-light.com


In diesem Heft

Seite

Burg Gnandstein – Eine Burg wie aus dem Bilderbuch Hohenzollernschloss Sigmaringen Sonderausstellung „Glanzstücke“ Granitabbaumuseum Königshainer Berge „Starke Frauen!“ Welterbe Wartburg 11. KulturInvest!-Kongress Kunsthaus Dresden – Global und lokal am Puls der Welt Dokumentationsstätte Regierungsbunker Kulturraum Hombroich Naturhistorischen Museum Wien Dahinschmelzen. Gletscher als Zeugen des Klimawandels Ausstellungen und Termine Titelseite: Welterbe Wartburg Foto: © Fotoarchiv Wartburg

MAGAZIN MUSEUM.DE

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tiftung Insel Hombroich

Wer für dieses Kulturangebot Zeit mitbringt, wird reichlich belohnt!

An einem sonnigen Tag empfängt mich Frank Boehm auf der Raketenstation Hombroich in Neuss. Er ist für den Kulturraum verantwortlich, der sich auf über 60 Hektar erstreckt: die Museum Insel Hombroich, das Kirkeby-Feld und die Raketenstation Hombroich. Auf dem weitläufigen Areal erlebt man eine Symbiose aus Kunst, Architektur und Natur. Eine sich scheinbar selbst überlassene Flora lädt ein, sich über Fußwege zwischen den Architekturhighlights zu bewegen, um die dargebotene Kunst in aller Ruhe zu entdecken. Auf die Installation von Texttafeln und Beschriftungen wurde

dabei weitestgehend verzichtet. Die noch sichtbaren Spuren der ehemaligen NATORaketenstation unterstreichen den Eindruck, dass hier etwas Neues und Lebendiges entstanden ist. Beigetragen haben dazu auch die Künstler, die auf dem Gelände leben und arbeiten. Das eigene Gästehaus „Kloster“ bietet sogar die Möglichkeit, in einem außergewöhnlichen Ambiente zu übernachten. Karl-Heinrich Müller (1936–2007), Museums- und Stiftungsgründer: „Für mich ist Hombroich nicht allein der Bau eines Museums, sondern der Versuch, eine neue Lebensform zu finden, mit allen Gedanken und Dingen, die man bisher fast als verrufen in der Gesellschaft sehen könnte.“ Mein erster Besuch endet entspannt mit vielen Eindrücken. Eine Fortsetzung meiner Entdeckungsreise ist schon geplant. Herzlichst Ihr Uwe Strauch

Rechts: Frank Boehm – Künstlerische Leitung, Geschäftsführung und Vorstand Stiftung Insel Hombroich. Links: Uwe Strauch, Gründer museum.de. Foto: © Silvia Otto

Ausgabe Nr. 37

Herausgeber

Ostwall 2

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Layout und Design: museum.de

Sommer 2019

Uwe Strauch, Dipl.-Inf. TU

46509 Xanten

Telefax 02801-9882073

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Burg Gnandstein – Eine Burg wie aus dem Bilderbuch Autor: Falk Schulze

Trutzig ragt Burg Gnandstein, Sachsens besterhaltene romanische Wehranlage, aus dem Tal der Wyhra. Der Bau der Burg begann vor etwa 800 Jahren. Die mutmaßlichen Bauherren der Burg, die Herren von Schladebach, nennen sich 1228/1229 erstmals „von Gnannenstein“. In einer ersten größeren Bauphase entstehen in Gnandstein eine umlaufende Umfassungsmauer und ein Wehrturm in der Südwestecke der Anlage. Bereits Mitte des 13. Jahrhunderts wird der Turm durch den wesentlich größeren Bergfried ersetzt, nahezu gleichzeitig entstehen der Palas und ein Vorgängerbau der Kemenate. Eine Zwingeranlage erhöht die Wehrhaftigkeit der Burg.

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Oben links: Luftaufnahme der Burg Gnandstein Foto: © Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH (nachfolgend kurz SBG)

Hintergrund: Burg Gnandstein Foto: © Volker Kreidler.

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1409 wird die Familie von Einsiedel erstmals als auf Gnandstein ansässig erwähnt. Sie steigt zu einem der reichsten und einflussreichsten Adelsgeschlechter in Sachsen auf. Ihr Reichtum begründet sich in ihrer Teilnahme am Silbererzbergbau im Erzgebirge. Im 15. und 16. Jahrhundert sind Mitglieder der Familie Berater der Kurfürsten bzw. Herzöge von Sachsen. Wichtige Vertreter der Familie sind in dieser Zeit Hildebrand I. (um 1400-1461), Heinrich I. (um 1435-1507) und Heinrich Hildebrand von Einsiedel (1497-1557). 1428 ernennt Kurfürst Friedrich II., der Sanftmütige (1412–1464) Hildebrand von Einsiedel zu seinem Obermarschall. Dem Gnandsteiner unterstehen die Finanzen und Steuern sowie das Münz- und das Bergwerkswesen im wettinischen Herrschaftsbereich, er zählt damit zu den einflussreichsten Männern im sächsischen Raum. Für seine Verdienste erhält Hildebrand I. von Einsiedel vom sächsischen Kurfürsten die Würde eines „Ritters vom goldenen Sporn“ verliehen. Aber auch in Gnandstein selbst ist Hildebrand I. aktiv. Vier Jahre vor seinem Tod stiftet er, gemeinsam mit seinem Sohn, den Dreifaltigkeitsaltar in der Dorfkirche. Vom Stiftungskapital wird außerdem ein Kaplan unterhalten, der auf der Burg wohnt und den Burgkindern Unterricht erteilt. Ein halbes Jahrhundert später, im Jahre 1501, sind bereits drei Kapläne bezeugt. 1461 stirbt Hildebrand I. von Einsiedel. Nach dem Tod Hildebrands I. übernimmt sein Sohn Heinrich I. von Einsiedel 1461 die Herrschaft Gnandstein. Er tritt als Berater von Kurfürst Ernst (1441-1486) und dessen Bruder Herzog Albrecht (14431500) sofort in die Fußstapfen seines Vaters. Zu Beginn der 80er Jahre des 15. Jahrhunderts tritt die Tätigkeit Heinrichs I. als geheimer Rat von Kurfürst Ernst und Herzog Albrecht wieder in den Vordergrund. Sein ungebrochener Einfluss bzw. sein nach wie vor hohes Ansehen am sächsischen Fürstenhof zeigt sich besonders deutlich während der Leipziger Teilung im Jahre 1485. Obwohl ein Gegner der Zersplitterung der wettinischen Lande, ist er an den Teilungsverhandlungen als Berater beteiligt. Es gelingt ihm, die Grenzziehung zwischen den beiden neuen Territorien Kurfürstentum und Herzogtum Sachsen durch seine Herrschaft Gnandstein verlaufen zu lassen. Er bleibt damit Untertan und Vertrauter beider Fürsten. Der Erwerb der Herrschaft Scharfenstein sowie Anteilen von Silber-

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erzminen bei Geyer im Jahre 1492 steigert das Ansehen und den Reichtum der Familie von Einsiedel nochmals erheblich. Schließlich stiftet er 1499 die Burgkapelle Gnandstein und deren Ausstattung, insbesondere drei Altäre zum Seelengedächtnis.

er seinem ältesten Sohn Haubold (oder Haugold) (um 1462-1522) eine blühende Herrschaft. Über 40 Dörfer und Dorfanteile werden „vom Gnandstein“ regiert. Wegen seiner zahlreichen kirchlichen Stiftungen erhält er den Beinamen „der Fromme“.

Die figürlichen Schnitzereien der Ende des 15. / Anfang des 16. Jahrhunderts entstandenen Altarretabeln, die auch dem Seelengedächtnis seiner verstorbenen Gemahlinnen gewidmet sind, werden in Zwickau unter Mitwirkung von Peter Breuer (1472-1541) geschaffen. Die farbig glasierten Fußbodenfliesen entstehen um 1500 in einer Kohrener Töpferei. Als Heinrich I. von Einsiedel 1507 im Alter von über 70 Jahren stirbt, hinterlässt

Schon während des deutschen Bauernkrieges, auch in der einsiedelschen Herrschaft Gnandstein begehren die Bauern auf, beginnt Heinrich Hildebrand von Einsiedel sich intensiv mit dem überkommenen System der Frondienste zu befassen. Letztendlich empfindet er diese als ein Unrecht, für das er sich letztlich vor Gott verantworten müsse. Er sinnt darüber nach, die Frondienste durch Lohnarbeit zu ersetzen. Zu diesem Thema entwickelt


Erscheinungsbild. Die Gebäude werden dabei einschneidend überformt. So werden fast alle spätgotischen Fensteröffnungen zugunsten größerer Rechteckfenster beseitigt. Durch die Errichtung eines Arkadengangs vor der Hofseite des Südflügels tritt der ehemals freistehende spätgotische Wendelstein in die Fassade des Gebäudes zurück. Die Wandflächen von Süd- und Kemenatenflügel erhalten anschließend aufgeputzte Gliederungselemente. Die Gebäude des Palas bzw. des Nordflügels sind von dieser Baumaßnahme kaum betroffen. Im Palasgebäude werden im zweiten Geschoss neue Trennwände und Türöffnungen geschaffen. Im ersten und zweiten Geschoss sind ebenfalls größere Rechteckfenster eingebaut worden. Die Fassadenputze um die Fenster werden dabei nur repariert. Die Innengestaltungen der Gebäude entsteht in den 30er Jahren des 18. Jahrhunderts. So sind die Wandmalereien des sogenannten Kaisersaals im zweiten Obergeschoss des Südflügels inschriftlich auf das Jahr 1736 datiert.

sich in den Jahren nach dem Bauernkrieg bis zu seinem Tod ein reger Briefwechsel mit Martin Luther (1483-1546), Georg Spalatin (1484-1545) und anderen Reformatoren. Im wechselseitigen Zitieren von Bibelstellen werden Für und Wider, Recht und Unrecht der Frondienste diskutiert. Der Wittenberger Reformator stellt sich mit der Äußerung „ohne Muss rührt der Bauer weder Hand noch Fuß“ gegen eine Änderung des Fronsystems. Schon die scharfe Ermahnung der Bauern zur Ordnung während des Bauernkrieges offenbart die Haltung Luthers in dieser Frage. In seiner „Ermahnung zum Frieden“, Reaktion auf die „Zwölf Artikel“ der aufständischen Bauern, spricht er sich zwar gegen eine übertriebene Ausbeutung aus, will aber keinesfalls die weltlichen Herrschaftsverhältnisse verändern. Letztlich von einer Aufhebung der Fron absehend, stiftet Heinrich Hildebrand von Einsiedel in seinem Testament von 1544 „seinen Bauern“ über 2.650 Gulden. Noch im 20. Jahrhundert können Zinsen aus der Stiftung an die einsiedelschen Untertanen ausgezahlt werden. Beim Ausbau der Herrschaft Gnandstein

wirkt Heinrich Hildebrand im Sinne seiner Vorfahren weiter, so erwirbt er 1537 Teile des Rittergutes Frohburg. Zwischen 1535 und 1540 lässt er ein Schulhaus im Gnandsteiner Pfarrhof errichten. Bezeichnet als „Custodia“ dient es, neben der Schule für die Orte Gnandstein, Wüstenhain und Dolsenhain, auch als Wohnung des Küsters. Im Vorfeld der Schlacht bei Mühlberg am 24. April 1547 übernachtet Karl V. (1500– 1556) vom 18. zum 19. April möglicherweise auf Burg Gnandstein. Als Heinrich Hildebrand am 6. Dezember 1557 stirbt, hat er fünf Kurfürsten als Rat zur Seite gestanden und zählt zu den wichtigsten Persönlichkeiten im sächsischen Raum. Obwohl die Bedeutung der Familie in der Folgezeit nachlässt, ist sie doch bemüht, ihren Stammsitz Gnandstein stetig zu erneuern bzw. zu erhalten. So finden zu Beginn des 18. Jahrhunderts größere Baumaßnahmen im Bereich von Kemenate und Südflügel statt. Diese barocke Gestaltung verleiht den meisten Fassaden der Burganlage ihr heutiges

Linke Seite: Heinrich I., Epitaphie in der Dorfkirche Gnandstein Oben: Spätgotische Kapelle mit 3 Altären Rechts: Stockmalerei und Supraporte im Kaisersaal Fotos: © SBG

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Hanns & Elfriede von Einsiedel Die Gemälde stammen von M. Simrock und sind um 1920 entstanden. Diese hängen im Schaumagazin der Burg und sind Leihgaben von Hans-Christian Albert aus Schleiz. Fotos: © SBG

Die Zeit des ausgehenden 18. und besonders des 19. Jahrhunderts ist geprägt von kleineren Rekonstruktionsarbeiten. Im Jahre 1812 werden die an der Hofseite des Nordflügels befindlichen Holzgalerien wegen ihres desolaten Zustandes abgebrochen. Eine im Bereich des Westgiebels des Gebäudes eingebaute Innentreppe sichert den Zugang in die Kapelle bzw. auf die Empore. In einer weiteren Maßnahme wird der Wehrgang am Torhaus komplett überarbeitet. Um 1840 erfolgt schließlich der Bau des noch heute benutzten Treppenaufgangs zur Burg bzw. finden im Palassaal Reparaturarbeiten statt. Hier werden u. a. marode Fenstersäulen teilweise durch Kopien ersetzt und erste Fensterverglasungen eingesetzt.

Wendeltreppe. Des Weiteren kann die Plattform inklusive der teilweise zerstörten Zinnen wiederhergestellt werden. 1929 eröffnet er das Heimatmuseum Burg Gnandstein.

Als Hanns von Einsiedel zu Beginn des 20. Jahrhunderts sein Erbe Burg Gnandstein antritt, ist er bestrebt, die Anlage auch touristisch und museal zu nutzen. In diesem Zusammenhang erhält der Bergfried einen neuen Zugang sowie eine hölzerne

Mit der politischen Wende 1990 ergaben sich auch für Burg Gnandstein große Veränderungen. Bereits im Herbst 1990 begann eine umfangreiche archäologische Grabung im Bereich des Zwingers bzw. des Bergfriedes. Im Nachgang zu diesen

Mit dem Ende des 2. Weltkrieges und der Bodenreform muss die Familie von Einsiedel die Burg verlassen. 1947 wird das Kreismuseum Burg Gnandstein eröffnet. Es präsentiert neben der Dauerausstellung auch wechselnde Sonderausstellungen. Auch in den Jahren der DDR werden ständig kleinere Reparaturen am Baukörper der Anlage vorgenommen, um diesen zumindest notdürftig zu erhalten. Größere Restaurierungsarbeiten finden jedoch nicht statt.

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Grabungen erhält die Zwingeranlage ihr heutiges Erscheinungsbild. Zeitgleich begannen die Planungen zur Reparatur bzw. Restaurierung aller Gebäude der Burg. Historische Dachkonstruktionen werden erneuert bzw. restauriert und die Außenhülle inklusive der vorhandenen Deckenkonstruktionen an Südflügel, Kemenate, Palas, Anbau und Nordflügel restauriert. 1998 kann der Bergfried nach

zwei Jahren Bautätigkeit wieder begangen werden. Zwei Jahre später erfolgt die bauliche Übergabe des Südflügels. In der Folgezeit können alle Gebäude der Burg komplett baulich restauriert werden. Hintergrund: Burg Gnandstein zur Dämmerung Foto: © Manfred Lohse Rechts: Zwinger, Innenansicht. Foto: © SBG

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2007-2012 folgt der Innenausbau inklusive der kompletten Umgestaltung der Dauerausstellung. Eingebunden in den Rundgang sind, neben der spätgotischen Kapelle, Interieurräume vom Barock bis

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zum Klassizismus, einer Waffenkammer und dem romanischen Palassaal auch die Schenkung der Sammlung Groß, eine private Sammlung mit über 300 Objekten aus 7 Jahrhunderten. Wechselnde

Sonderausstellungen sowie Sonderführungen zu verschiedenen thematischen Komplexen runden das Bild ab. Palassal. Foto: © SBG


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Zu guter Letzt lädt der Bergfried zu einem Aufstieg ein. Von seiner Ausstiegsplattform hat der geneigte Besucher einen wunderbaren Blick auf das Kohrener Land. Oben: Sammlung Groß. Foto: © Christoph Sandig Links: Barockraum. Foto: © SBG Rechts: Blick von Süden auf den romanischen Palas Foto: © Manfred Lohse

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Bereits in den 50er Jahren der Staatlichen Verwaltung der sächsischen Burgen und Schlösser zugehörig, wird die Burg 1993 wieder in Landesbesitz überführt und ist seitdem Mitglied der wieder gegründeten Sächsischen Schlösserverwaltung, seit 2003 im Staatsbetrieb Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen bzw. seit 2012 in der Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH.

Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH Burg Gnandstein Burgstraße 3 04654 Frohburg OT Gnandstein Tel: +49 (0) 34344 61309 gnandstein@schloesserland-sachsen.de www.burg-museum-gnandstein.de


Glanzstücke Sonderausstellung im Hohenzollernschloss Sigmaringen vom18. Mai bis 3. November 2019. Autorin: Carmen Ziwes

Auf Initiative und nach den Ideen von Katharina Fürstin von Hohenzollern wird im Hohenzollernschloss in Sigmaringen die fünfte Sonderausstellung präsentiert. In der neuen Schau GLANZSTÜCKE dreht sich alles um funkelndes Silber, leuchtendes Gold und feinstes Porzellan. Die Exponate stammen ausschließlich aus dem Besitz des Fürstenhauses Hohenzollern und schmücken auch noch heute bei Festlich-

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keiten und Galadiners die fürstliche Tafel. Im repräsentativen Roten Salon werden die GLANZSTÜCKE in sechs Vitrinen in Szene gesetzt: Prachtvolle Tafelaufsätze, reich verzierte Prunkschalen, große Kerzenleuchter, dekorverliebte Girandolen, ausgefallene Dessert- und Fischbestecke, stilvolle Etagèren sowie Kannen und Schüsseln aus Silber, Gold und ver-

goldeter Bronze zeugen von der Vielfalt der fürstlichen Sammlungen. Zwei ausgefallene Trinkgefäße in Pferdeform sind die ältesten Exponate der Ausstellung. Sie wurden um 1580 in Nürnberg hergestellt. Zum Trinken musste man den Kopf der Pferde abheben. Allerdings dürfte es ohne genaue Kenntnis der Handhabung nicht einfach gewesen sein, daraus den Wein zu trinken. So liegt die Vermutung


nahe, dass die Pferdebecher damals für zünftige Trinkspiele genutzt wurden. Vor allem für die weiblichen Schlossbesucher dürften die Necessaires der Fürstinnen von großem Interesse sein. In den Truhen aus Edelholz finden sich diejenigen Dinge, die die adeligen Damen auf Reisen unbedingt mit sich führen mussten. Die Ausstattung ist durchaus sehr

vielfältig: Außer silbernen Bechern und - schalen gehören auch Tischglocken und Kerzenleuchter, lederne Mappen für Papiere, Federhalter, Tintenfässchen, Stand- und Handspiegel, Flakons für Parfüm und Duftwasser, Schatullen für Seife und Zahnpasta sowie verschiedene kleine Werkzeuge zum Inventar, so zum Beispiel kleine Korkenzieher zum Öffnen von Parfümflakons oder ein Knopfhaken, der

das Durchziehen der winzigen Perlmuttknöpfe durch die kleinen Knopflöcher an den feinen Ziegenlederhandschuhen und den geklöppelten Spitzenblusen erleichtern sollte.

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Französischer Salon Im angrenzenden Französischen Salon, dem Speisesaal des Schlosses, haben die Ausstellungsmacher eine über sieben Meter lange Tafel so eingedeckt wie es ab dem frühen 19. Jahrhundert in Mode kam. Auch heute noch lässt sie die Tische bei Festlichkeiten auf diese Weise eindecken, erzählt Fürstin Katharina bei der Ausstellungseröffnung. Ein 4,45 Meter langes „Surtout de table“ ziert die Tischmitte. Auf der verspiegelten Stellfläche ruhen vergoldete Tafelaufsätze mit Blumen- und Obstarrangements und Kerzenleuchter aus napoleonischer Zeit. Das Porzellan auf dieser festlichen Tafel stammt von der Königlichen Porzellanmanufaktur in Berlin (KPM).

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Jeder Teller des „Kurland-Services“ im „Dekor 73“ weist eine andere Zusammenstellung der handgemalten Feld- und Wiesenblumenbuketten auf. Eine weitere Besonderheit ist der rosafarbene Tellerrand. Da das Dekor von KPM nur mit einem grünen Rand hergestellt wurde (und heute noch wird), darf man annehmen, dass das hier gezeigte Porzellan eine Sonderanfertigung für das Fürstenhaus Hohenzollern war.

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Vom Speisesaal aus gelangt der Besucher in die Porzellankammer des Hohenzollernschlosses, die erstmals und einmalig im Rahmen der Ausstellung für Gäste geöffnet ist und einen Blick hinter die Kulissen erlaubt. In den hohen Vitrinenschränken befindet sich Nymphenburger-, Meißner-, KPM- und Villeroy & Boch-Porzellan. Teller, Platten, Schüsseln, Soßenkännchen und Konfektschalen in verschiedenen Größen, in verschiedenen Formen und in


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verschiedenen Dekoren stapeln sich hier in großer Stückzahl. Wenn im Schloss ein Fest vorbereitet wird, dann herrscht rege Betriebsamkeit in der Porzellankammer, dann werden die wertvollen Services aus den Schränken genommen, vorgewärmt und mit Köstlichkeiten bestückt, - praktischerweise führt ein Speiseaufzug von der Hofküche direkt in die Porzellankammer. Auch dieser wäre eigentlich schon ein Museumsstück: Seit über 100 Jahren funktioniert er aufs Beste! Wie in den vorherigen Sonderausstellungen auch, hat es sich Fürstin Katharina als Initiatorin nicht nehmen lassen, ein persönliches Ausstellungsstück auszuwählen und zur Verfügung zu stellen. So wird in zwei gesonderten Vitrinen in der Porzellankammer exquisites Limogesporzellan gezeigt, das im jetzigen Wohnsitz des Fürstenpaares in Josefslust bei Sigmaringen die Tische schmückt. Das Maiglöckchendekor mit passenden Tablesets und Servietten wurde von Christian Dior entworfen. Fürstin Katharina liebt es, den Tisch passend zur Jahreszeit einzudecken. Es versteht sich von selbst, dass im Frühjahr vom filigranen Maiglöckchenservice gespeist wird.

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Ab dem 18. Mai bis zum 3. November ist die Besichtigung der Ausstellung im Rahmen der regulären Schlossführung möglich und im Eintrittspreis enthalten. Alle Fotos: © Armin Hummel Öffnungszeiten: Sommersaison täglich von 9:00-17:00 Uhr Wintersaison täglich von 10:00-16:00 Uhr

Hohenzollernschloss Sigmaringen Karl-Anton-Platz 8 72488 SIGMARINGEN Tel.: +49 (0)7571/729-230 besichtigung@hohenzollern.com www.hohenzollern-schloss.de


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Design und Funktionalität: LEONHARD WEISS TERRAZZO für anspruchsvollste Aufgaben Bodensanierung mit LW TERRAZZO im Mercedes-Benz Museum Seit der Eröffnung im Jahr 2006 hat das Stuttgarter Mercedes-Benz Museum fast zehn Millionen Besucher in die schwäbische Metropole gelockt. Die Ausstellung zur Automobilgeschichte ist eine der umfangreichsten und bekanntesten weltweit. Nach zwölf Jahren Betrieb sollten aufgrund der starken Beanspruchung einige Böden in den Ausstellungsbereichen sowie der Küchenboden des Museumsrestaurants saniert werden. Dafür setzte die Mercedes-Benz Museum GmbH auf ein weiteres schwäbisches Unternehmen: Die LEONHARD WEISS Fußbodentechnik GmbH & Co. KG aus Göppingen lieferte nicht nur die hochwertigen LW TERRAZZO-Böden,

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sondern baute sie, teilweise im Rekordtempo, auch selbst ein. Die Faszination für das Automobil, seine Technik und seine Entwicklung ist ungebrochen – und das Mercedes-Benz Museum bietet dafür einen ganz besonderen Ort. Direkt am Neckar, in unmittelbarer Nähe des Daimler-Stammwerks, erhebt sich der prägnante Bau auf einem sechs Meter hohen Hügel als weithin sichtbares Zeichen. Die organische Gebäudeform, die im Grundriss auf einem gerundeten Dreieck basiert, erinnert an eine Doppelhelix. Die helle Fassade ist von fließenden Glasbändern durchzogen. Durchscheinende Verstrebungen strukturieren die großflächigen Verglasungen in einzel-

ne Dreiecke. Im Inneren des Museums winden sich zwei Rundgänge von oben nach unten über neun Geschosse mit 16.500 m2 Ausstellungsfläche. Ein in der Mitte angeordnetes gebäudehohes Atrium öffnet die abwärts führenden Wege und Ausstellungsbereiche zueinander. Der spektakuläre Entwurf des Amsterdamer Architekturbüros UNStudio verlässt mit seinen schräg geneigten Wänden, offenen Räumen und großen Rampen den herkömmlichen Museumbau: Das Gebäude leitet seine Besucher auf einer Zeitachse wie von selbst durch mehr als 130 Jahre Automobilindustrie und Zeitgeschichte. Die einmalige Architektur in Verbindung mit dem wegweisenden Ausstellungskonzept macht das Merce-


Anzeige des-Benz Museum zu einem absoluten Besuchermagneten. Hohe Anforderungen an Design und Funktionalität Die innenarchitektonische Gestaltung des Museums spiegelt den besonderen Anspruch der Marke Mercedes-Benz sowie ihre historische und aktuelle Bedeutung in der weltweiten Automobilbranche wider. Daher kamen für die Bodensanierung nur besonders hochwertige Materialien in Frage. Zu erneuern waren zahlreiche kreisförmige Parkettböden in den Ausstellungsbereichen. Die hervorgehobenen Flächen setzen Akzente in den weitläufigen Linke Seite, oben: Seit der Eröffnung im Jahr 2006 hat das Stuttgarter Mercedes-Benz Museum fast zehn Millionen Besucher in die schwäbische Metropole gelockt. Foto: © Daimler AG

Mitte: Der Anschluss des neuen Bodenbelags an den vorhandenen mineralischen Terrazzo mit schlanken Metallschienen gelöst. Foto: © LEONHARD WEISS

Rechte Seite, oben: Im weltbekannten Mercedes-Benz Museum Stuttgart sanierte die LEONHARD WEISS Fußbodentechnik diverse Bodenflächen im Ausstellungsbereich sowie in der Restaurantküche. Saniert wurden in der Ausstellung rund ein Dutzend Kreisflächen von 5,5 bis 55 m², und zwar im laufenden Museumsbetrieb.

Unten: Die Kombination aus Design und Funktionalität ist eine markante Eigenschaft aller TERRAZZO-Böden der LEONHARD WEISS Fußbodentechnik, auch des hier verwendeten LW MUSEUMS TERRAZZO. Foto: © LEONHARD WEISS

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Räumen und schaffen kleine und große optische Zonen, in denen die Exponate besser zur Geltung kommen. Gefordert war dafür ein neuer Boden, der dem Corporate Design des Museums entspricht, farblich zum vorhandenen hellen Bodenbelag kontrastiert und sich ansprechend in die Fläche integrieren lässt. Gleichzeitig sollte der Belag so strapazierfähig sein, dass er nicht nur der hohen Besucherzahl, sondern auch dem Gewicht der wertvollen historischen Automobile dauerhaft standhält. Diese Kombination aus Design und Funktionalität ist eine markante Eigenschaft aller TERRAZZO-Böden der LEONHARD WEISS Fußbodentechnik. Auch der gewählte LW MUSEUMS TERRAZZO ist hoch belastbar, druckfest und einem echten Terrazzo optisch sehr ähnlich. Die hier verwendete anthrazitfarbene Variante besteht aus Colorquarz mit einzeln gefärbten Steinen. Dadurch erhält der Boden ein sehr homogenes Erscheinungsbild. Die Oberfläche ist ungeschliffen, sodass einfallendes Licht gestreut wird und keine unangenehmen Spiegelungen entstehen. Zudem ist die Oberfläche UV-beständig und vergilbt auch bei direktem Tageslicht nicht. Fugenloser Museumsboden mit ansprechender Optik Wie bei sämtlichen TERRAZZO-Böden des Herstellers lässt sich mit dem LW MUSEUMS TERRAZZO eine glatte und komplett fugenlose Bodenfläche realisieren. Das beruht auf der besonderen Beschaffenheit und Verlegetechnik: Alle TERRAZZO-Varianten bestehen aus einem Granulat, das direkt vor Ort mit einem Bindemittel zu einem homogenen Mörtel vermischt wird. Anschließend wird die weiche Masse je nach Körnung und Bedarf zwischen 8 und 10 mm dick auf den Estrich aufgetragen, und zwar als eine einzige, durchgehend fugenlose Bodenfläche. Nach dem Durchhärten versiegeln mehrere Kunstharzaufträge die Oberfläche, sodass ein glatter, fugenloser und äußerst belastbarer Bodenbelag entsteht. Das prädestiniert den LW TERRAZZO insbesondere für große freie Flächen in offener Architektur. Seine glatte Oberfläche ist außerdem hygienisch, da leicht zu reinigen, rutschfest und wasserdicht. Darüber hinaus lassen sich sämtliche Details wie Wandanschlüsse, Ecken, bodenintegrierte Technik oder spezielle Bodenbeläge wie Blindenleitsysteme und Sauberlaufzonen ästhetisch integrieren. Im Mercedes-Benz Museum

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wurde der Anschluss an den vorhandenen mineralischen Terrazzo mit schlanken Metallschienen vorgenommen. Auch vorgeschriebene Baudehnfugen sind auf diese Art integriert worden. Saniert wurden rund ein Dutzend Kreisflächen von 5,5 bis 55 m² in mehreren Etappen zwischen Januar 2018 und Januar 2019, und zwar im laufenden Museumsbetrieb. Frederic Sandner, Bauleiter bei LEONHARD WEISS Fußbodentechnik, berichtet: „Die eigentlichen Arbeiten fanden nachts zwischen 20 und 6 Uhr statt, denn die Flächen liegen praktisch mitten in der Ausstellung. Tagsüber war der jeweilige Baubereich mit Sichtschutzwänden abgegrenzt.“ Zunächst mussten die alten Parkettböden mithilfe von Absaugvorrichtungen so staubfrei wie möglich rückgebaut werden. Anschließend richteten die Experten von LEONHARD WEISS den Untergrund. Oberhalb des Zementestrichs wurde der Boden neu aufgebaut. Um den LW MUSEUMS TERRAZZO auf gleicher Höhe an die vorhandenen Flächen anschließen zu können, musste ein Ausgleichsboden geschaffen werden. Ein Feinausgleich sorgte dabei für einen besonders glatten Untergrund. Anschließend konnte der LW TERRAZZO vor Ort angerührt, aufgetragen und versiegelt werden. Auch auf Stufen oder Doppelböden lässt sich der LW MUSEUMS TERRAZZO verlegen. In Museen führt LEONHARD WEISS den Boden gemäß den Vorgaben des Ausschusses zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten (AgBB) aus, um die Qualität der Raumluft nachweislich zu gewährleisten. Um Exponate nicht zu beschädigen, verfügt der Boden außerdem über ein BEMMA-Zertifikat (Bewertung von Emissionen aus Materialien für Museums-Ausstattungen) für Museen und Vitrinen.

KÜCHEN TERRAZZO in fast allen RAL-Farben hergestellt werden. Während der Sanierung musste das Restaurant geschlossen bleiben. Um den Ausfall so gering wie möglich zu halten, bewältigten die Fachkräfte von LEONHARD WEISS den feingliedrigen Rückbau des Bestandbodens, den Bau einer neuen Unterkonstruktion, die Abdichtung der Wandanschlüsse sowie den Einbau des neuen Bodens in nur drei Wochen. Zahlreiche kleine Details wie Entwässerungen

Sanierung der Restaurantküche im Rekordtempo

Linke Seite, oben: Sämtliche Abläufe und im Boden befindliche Sonderflächen lassen sich mit den LW TERRAZZO-Varianten ästhetisch integrieren.

Im Januar 2019 wurde parallel zur Sanierung in der Ausstellung auch der Küchenboden der Museumsgastronomie „Bertha’s Restaurant“ mit einem LW KÜCHEN TERRAZZO erneuert. Dieser Hygieneboden gemäß HACCP (Hazard Analysis and Critical Control Point) entspricht allen gesetzlichen Vorgaben für Lebensmittelbereiche und ist zudem in Kühl- und Tiefkühlräumen einsetzbar. Für eine arbeitspsychologisch angenehme Atmosphäre wurde der Boden farblich angepasst. Auf Kundenwunsch kann der LW

Mitte: Die Wandanschlüsse sind mit jedem LW TERRAZZO als hygienische, leicht zu reinigende Hohlkehle realisierbar. Unten: Für eine arbeitspsychologisch angenehme Atmosphäre wurde der Küchenboden farblich angepasst. Auf Kundenwunsch kann der LW KÜCHEN TERRAZZO in fast allen RAL-Farben hergestellt werden. Rechte Seite, oben: Der Küchenboden der Museumsgastronomie „Bertha´s Restaurant“, erneuert mit einem LW KÜCHEN TERRAZZO Unten: Der LW MUSEUMS TERRAZZO ist hoch belastbar, druck- und rutschfest und einem echten Terrazzo optisch sehr ähnlich. Fotos: © LEONHARD WEISS


Verantwortlichen war vorbildlich und die abgelieferte Qualität war sehr gut.“ Gerade bei solchen komplexen Projekten mit einem hohen Anspruch an Design, Funktionalität und einwandfreie Ausführung punktet die LEONHARD WEISS Fußbodentechnik mit Expertise aus einer Hand, die nicht nur hochwertige LW TERRAZZO-Böden, sondern auch den gesamten Einbau und nachträglichen Service umfasst. im Boden und diverse Ecken mussten auf der Fläche von 310 m2 gelöst werden. Um den Termin für die Fertigstellung zu halten, wurde in drei Schichten rund um die Uhr gearbeitet. Frederic Sandner erinnert sich: „Der Tag der Wiedereröffnung stand fest, daher war der Einbau unter Zeitdruck für uns eine Herausforderung.“ Die komplexe Aufgabe bewältigten die Fußbodenexperten trotz des engen Terminplans einwandfrei. Markus Tomiak, Leitung Museumsevents und Gastronomie der Mercedes-Benz Museum GmbH, ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden: „Die Zusammenarbeit lief reibungslos, was in Anbetracht der vielen Gewerke, die nach der Bodensanierung ihre Arbeitsslots hatten, auch extrem wichtig war. Die Kommunikation zwischen den

Bautafel Projekt: Bodensanierung im Mercedes-Benz Museum Stuttgart Bauherr: Mercedes-Benz Museum GmbH, Stuttgart Architekturbüro: UNStudio van Berkel & Bos, Amsterdam Bodenverlegung: LEONHARD WEISS Fußbodentechnik GmbH & Co. KG, Göppingen Produkte: LW MUSEUMS TERRAZZO, LW KÜCHEN TERRAZZO LEONHARD WEISS Fußbodentechnik Die LEONHARD WEISS Fußbodentechnik GmbH & Co. KG ist ein Tochterunterneh-

men der LEONHARD WEISS-Gruppe, das sich auf die Entwicklung und Produktion von hochwertigen Reinraumböden und dekorativen Böden spezialisiert hat. Mit mehr als 30 Jahren praktischer Erfahrung bietet der Hersteller handwerkliche Kompetenz, geprüfte Produkte und beispielhafte Systemlösungen. Böden von LEONHARD WEISS setzen Maßstäbe bei Neubau, Umbau und Erweiterung und ermöglichen eine optimale Anpassung an individuelle Kundenbedürfnisse. Die hygienischen LW TERRAZZO-Böden wurden von den LEONHARD WEISS-Experten in langjähriger Forschung entwickelt. Als fugenlose belastbare Reinraumböden kommen sie vielfach in der Pharma-, Kosmetikund Lebensmittelindustrie zum Einsatz.

LEONHARD WEISS Fußbodentechnik GmbH & Co. KG Leonhard-Weiss-Straße 48 73037 Göppingen Ihr Ansprechpartner: Frederic Sandner f.sandner@leonhard-weiss.com P: +49 7161 602-1312 www.lw-fussbodentechnik.de  

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Starke Frauen! Sonderausstellung im Granitabbaumuseum Königshainer Berge Autorin: Johanna Busch Kinder, Küche, Kirche 2019 jährt sich die Einführung des Frauenwahlrechts in Deutschland zum 100. Mal. Dieses historische Ereignis veränderte die Gesellschaft grundlegend und sorgte dafür, dass Frauen endlich politisch mitbestimmen konnten. Welche Rolle spielten Frauen jedoch vor 1919 und auch danach im Arbeitsleben? Waren sie „nur“ Hausfrau und Mutter oder erbrachten sie noch andere Leistungen? Die allgemeine Vorstellung um das Jahr

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1900 sah die Aufgaben der Frau in der Erziehung des Nachwuchses, der Hausarbeit sowie in der Vermittlung und Einhaltung moralischer Prinzipien, wie sie die Kirche gebot: „Kinder, Küche, Kirche“. Zugleich waren jedoch Frauen in sozial schwachen Familien gezwungen, einer Arbeit nachzugehen, um den Lebensunterhalt zu sichern. In den Kriegsjahren waren sie oft sogar die einzigen Verdiener. Die sich rasant entwickelnde Industrie forderte ebenfalls ihren Einsatz. Fehlende Verordnungen und Arbeitsgesetze liefer-

ten sie jedoch den Unternehmern aus. Es gab weder geregelte Arbeitszeiten, noch gerechte Entlohnung oder Mutterschutz. Aus diesem Ungleichgewicht führte nur ein Weg hinaus: die politische Mitbestimmung und Mitgestaltung der Grundlagen der Gesellschaft. Die Steinbruchbetriebe waren kleine, weitestgehend unabhängig funktionierende Kosmen. Im Verständnis der Menschen unserer Zeit ist die Arbeit im Steinbruch ein typischer Männerberuf, aber auch in


Anzeige diesem staubigen, lauten und rauen Gewerk, waren Frauen anzutreffen. Bunzlauer Geschirr ist heute ein fester Begriff. Die Erzeugnisse aus dem niederschlesischen Töpfergebiet um die Stadt Bunzlau fanden ihren Weg in die ganze Welt; zunächst in die Haushalte, dann in die musealen Sammlungen. Die in der Handwerkstradition verankerte Dreiteilung in Meister, Gesellen und Lehrlinge bot keinen Platz für Frauen, die jedoch selbstverständlich ihren Anteil an dem mühevollen Arbeitsalltag leisteten. Gemeinsam mit dem Muzeum Ceramiki w Bolesławcu widmet sich das Granitabbaumuseum Königshainer Berge im Jahr 2019 den Frauen des frühen 20. Jahrhunderts auf ihrem Weg in die politische Mitbestimmung sowie zur gesellschaftlichen und beruflichen Anerkennung. Das Projekt wird aus Mitteln der Europäischen Union im Rahmen der Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung und mit Unterstützung der Euroregion Neisse realisiert.

Ab sofort gilt Damenwahl Die Frauenbewegung war neben der Arbeiterbewegung die große soziale Bewegung im 19. Jahrhundert. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit war schon damals eine Forderung, ferner der Zugang zu höherer Bildung. Nun strebten Frauen nicht nur nach bürgerlichen, sondern auch nach politischen Rechten. Englische und US-amerikanische Frauenrechtlerinnen – die Suffragetten - waren wichtige Impulsgeberinnen, bildeten aber keineswegs die politische und strategische Vielfalt der Frauenwahlrechtsbewegungen ab. Diese Vielfalt ist in Deutschland um die Jahrhundertwende mit etwa 500 000 im Dachverband „Bund deutscher Frauenvereine“ organisierten Mitgliedern eine der stärksten weltweit.

nicht nur als qualifizierte Arbeiterinnen, sondern auch in führenden Positionen in der öffentlichen Fürsorge, in Vorständen und im Schulwesen. Ihre Mitarbeit war nun zwar auch außerhalb der Familie gefragt, trotzdem war freie Berufswahl noch nicht in Sicht, auch galten für Frauen keine besonderen Arbeitsschutzgesetze. Um dieses Ungleichgewicht aufzuheben, war volle politische Mitsprache gefragt. Am 30. November 1918 schließlich verankerte der Rat der Volksbeauftragten das aktive und passive Wahlrecht für alle Bürgerinnen und Bürger in der Verordnung über die Wahl zur verfassunggebenden deutschen Nationalversammlung. Bei den ersten Wahlen am 19. Januar 1919 lag die weibliche Wahlbeteiligung bei 82,2%. Es kandidierten 300 Frauen. Von den insgesamt 423 Abgeordneten zogen 37 Frauen in die Nationalversammlung ein. Steinhartes Leben

Die rasante Entwicklung der Gesellschaft und Wirtschaft verlangte immer lauter nach aktiver Beteiligung der Frauen -

Die Steinbrüche in den Königshainer Bergen und die Granitregion um Striegau bildeten eines der wichtigsten Abbaugebiete für Granit in Mitteleuropa. Nicht selten kamen Stei-

narbeiter aus Niederschlesien nach Königshain. In der gesamten Region wurden seit Beginn des betrieblichen Steinabbaus in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts auch Frauen beschäftigt. Die Frauen wurden in der Steinindustrie insbesondere als Knackschlägerinnen eingesetzt. In Akkordarbeit zerkleinerten sie mit langen Knackhämmern Steinabfall zu Schotter für den Straßenund Gleisbau. Aber auch beim Abtragen des Mutterbodens und bei Schuttberäumung war Frauenarbeit gefragt. Zudem stellten Frauen auch Steine für die Fahrbahnbegrenzung und Kleinpflaster her. Mit zunehmender Mechanisierung der Betriebe kamen weitere Handlungsfelder hinzu. Der Einsatz von Frauen an Krananlagen und Drucklufterzeugern war keine Seltenheit. Weitere Arbeitsbereiche waren Büro und Kantine. Das Alter der Frauen schwankte zwischen 16 und ca. 70 Jahren.

Linke Seite: Gruppenfoto mit Knackschlägerinnen vom Steinbruch Schöna (am nördlichen Rand der Hohburger Berge), um 1915; Sammlung Steinarbeiterhaus Hohburg Rechte Seite, oben: Knackschlägerinnen bei der Arbeit, 1930er Jahre; Sammlung Steinarbeiterhaus Hohburg Mitte: Porträt einer jungen Dame, um 1905; Sammlung Dorfmuseum Markersdorf. Fotos: © Granitabbaumuseum Königshainer Berge Unten:. Gazebrille für das Knackschlagen; Sammlung Steinarbeiterhaus Hohburg. Foto: © Lore Liebscher

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Steinschlag wurde zunächst nicht zur Rohaufbereitung von Steinen gerechnet. Dies änderte sich in Niederschlesien 1909. Die Steinbruchbetreiber allerdings waren nicht bereit dies zu akzeptieren. 1908 kam es sogar zu Anzeigen gegen die Qualkauer Granitwerke von Steinbrich & Oelsner, als schulpflichtige Kinder der arbeitenden Frauen beim Aufsammeln von Steinabfall beobachtet wurden bzw. eine Frau mit schwerem Vorschlaghammer große Steine zerschlagen musste. Tatsache war, dass die Frauenarbeit wesentlich im Interesse des Geschäftes lag: dadurch konnten die Herstellungskosten herabgedrückt werden. Während des ersten Weltkrieges mangelte es an arbeitsfähigen männlichen Arbeitern für die Steinbrüche. Frauen durften nur unter bestimmten Bedingungen eingestellt werden. Die Lage war prekär: sie mussten den Lebensunterhalt der Familien sichern, in Frage kam nur die Arbeit im Steinbruch. Die Unternehmer sahen sich als Retter der Steinarbeiterfamilien, in Wahrheit waren Frauen für sie nur billige Arbeitskräfte. Ab 1919 sank die Anzahl der direkt in Steinbrüchen beschäftigten Frauen. Ab den 1920er Jahren übernahmen große Schotterwerke das Knackschlagen. Das Handwerk hat die Frau nötig Die in der Handwerkstradition fest verankerte Dreiteilung in Meister, Gesellen und Lehrlinge bot keinen Platz für Frauen. Sporadisch werden in den Quellen Ehefrauen von Töpfermeistern erwähnt: als verwitwete Eigentümerinnen von Betrieben oder wenn sie einen Gesellen heirateten, um den Weiterbestand der Töpferei zu sichern.

Die regelmäßigen Kontrollen der Gewerbeinspektion in den Steinbrüchen der Striegauer Region, dokumentiert ab 1908, deckten wiederholt Verstöße gegen Verordnungen auf, die bereits vor 1900 erlassen worden waren. Es häuften sich Anzeigen gegen das Sprengen ohne Alarmsignale, fehlende Schutzdächer gegen Regen bzw. Sonne, zu kleine Aufenthaltsräume, ohne Fußboden, mit undichtem Dach, rohen Wänden und rußenden Öfen. Die gesetzlich festgelegten Arbeitszeiten von max. 10 Stunden an normalen Wochentagen bei Erwachsenen wurden oft überzogen. In den Arbeitsverordnungen festgehaltene Pausen wurden nicht eingehalten.

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Im Steinbruch drohten ständig Unfallgefahren und Verletzungen. Arbeitsschutz wurde oft umgangen. Der allgegenwärtige Steinstaub setzte den Organen zu und führte zu Sillikose oder Magenkrebs. Der Daueraufenthalt im Freien zu jeder Jahreszeit begünstigte den Rheumatismus. Die körperlich schwere Arbeit schädigte den Frauenkörper immens. Als ungelernte Arbeiterinnen gehörten sie jedoch keiner Krankenkasse an. Frauenarbeit bei Steingewinnung, Rohaufbereitung sowie beim Transport und Verladen des Gesteins wurde durch eine Bundesratsverordnung ab 1. Oktober 1903 verboten. Die Herstellung von

Mehr Informationen über Frauen in Bunzlauer Töpfereien stammen aus dem frühen 20. Jahrhundert. Die Hauptaufgaben wie das Drehen und Brennen der Gefäße waren Männerdomäne. Frauen waren verantwortlich für das Dekorieren und GlasieLinke Seite, oben: Blick in die Sonderausstellung „Starke Frauen!/ Silne Kobiety!“ im Granitabbaumuseum Königshainer Berge Mitte: Frau beim Beladen einer Seilbahngondel, mit welcher von 1906 bis 1927 von den Lüptitzer Steinbrüchen zum Güterbahnhof nach Wurzen/ Roitzsch das Gestein zur Hauptbahn Leipzig-Dresden transportiert wurde. Steinbruch Breiter Berg bei Lüptitz, Anfang 20. Jh.; Sammlung Steinarbeiterhaus Hohburg. Fotos: © Granitabbaumuseum Königshainer Berge Rechte Seite: Junge Frau beim Bemalen einer Vase mit Malhorn und Engobe, Bunzlau, 1936; Sammlung Muzeum Ceramiki w Bolesławcu Foto: © Muzeum Ceramiki w Bolesławcu


ren, sowie das Gießen und Eindrehen von Gefäßen. Beim Bestücken und Einräumen des Ofens war die Hilfe von allen Mitarbeitern gefragt. Frauen wurden oft in der Gießerei eingesetzt, wo sie flüssige Tonmasse in Gipsformen gossen, danach die Rohlinge entnahmen, um mit Hilfe von Tonschlicker Henkel bzw. Ausgüsse anzugarnieren. Zu ihren Aufgaben zählte auch das Dekorieren der Gefäße, u.a. mit Schwämmchen; hierbei wurde das weibliche Geschick ganz besonders geschätzt. Das Glasieren der Ware war die Aufgabe der sog. Färberfrauen. Diese Tätigkeit erforderte keine besonderen Fertigkeiten,

war aber auch nicht einfach. In den stets feuchten Glasurstuben standen die Frauen barfuß oder in Holz- bzw. später in Gummischuhen und verrichteten ihre Arbeit. Der vor der Schürze umgebundene Sack schützte nur notdürftig vor Nässe. Den ganzen Tag tauchten sie in Akkord nicht selten große Gefäße in die Bottiche, zudem musste nach jedem Tauchgang die Glasur umgerührt werden. Danach wurden die schweren, mit glasierter Ware beladenen Bretter in die unter der Decke hängenden Trockengestelle geschoben. Die Hilfe der Frauen war auch beim Bestücken und Ausräumen des Ofens gefragt. Nach dem Brennen musste die Ware aus dem noch warmen Ofen ausgeräumt werden. Mehrere übereinander getragene Jacken sollten die Hitze abhalten, die behandschuhten Hände waren zusätzlich mit Lappen umwickelt. Die Helferinnen trugen dann das ausgekühlte Geschirr über steile Stiegen auf den Boden. Wichtige Aufgabe war auch das Verkaufen der Ware, direkt im Betrieb an fliegende Händler oder auf Märkten. Die Marktbesuche fanden unabhängig von der Jahreszeit statt. Packerinnen und sog. Feilhaberinnen mussten die Ware vom Boden hinunter tragen, sie in Haferstroh einpacken und dann auf dem Wagen stapeln. Im Winter wärmten sich

die draußen stehenden Frauen an Bettwärmern; eine Feder diente dazu, den Schnee aus den Gefäßen zu kehren. Die Auswirkungen auf die Gesundheit waren verheerend. Die Haut litt unter dem ständigen Kontakt mit Wasser. Allgegenwärtiger Tonstaub und Asche aus dem Ofen führten zu Staublunge und nicht selten zu Tuberkulose. Im 20. Jahrhundert eingeführte Aerographen für den Spritzdekor verstärkten die Feinstaubbelastung in den Räumen. Bleihaltige Glasuren und Massen waren Grund für Vergiftungen. Trotz dieser Gefahren arbeiteten in den Töpfereien Frauen wie Männer bis ins hohe Alter. Das Projekt wird aus Mitteln der Europäischen Union im Rahmen der Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung und mit Unterstützung der Euroregion Neisse realisiert. Öffnungszeiten: Mi-Fr 10.00 – 14.30 Uhr Sa/ So/ Feiertags 14.00 – 17.00 Uhr Sonderausstellung: 01.05. – 31.10.2019 Granitabbaumuseum Königshainer Berge Dorfstraße 163b, 02829 Königshain Tel.: 035829/60127 www.museum-oberlausitz.de

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Foto: © Dominik Ketz

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Welterbe Wartburg Autor: Andreas Volkert Seit fast einem Jahrtausend thront sie auf felsiger Höhe über der Stadt Eisenach in Thüringen. Ihr Gesicht veränderte sich im Laufe der Zeit wie auch die Empfindungen ihrer Betrachter sich wandelten. Das ehrfürchtige

Staunen, das unsere Vorfahren angesichts des Zeichens von Herrschaft und Macht erfüllt haben mag, ist längst abgelöst worden vom faszinierenden Ausblick und von der Bewunderung mittelalterlicher Baukunst.

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Als bisher einzige deutsche Burganlage gehört sie seit 1999 zum UNESCOWelterbe der Menschheit – die Wartburg!

Beim Betreten der Burg öffnet sich dem Besucher ein beinahe tausendjähriges Geschichtsbuch: Der Sage nach im Jahre 1067 gegründet, zeugt von der einstigen Blüte noch heute der aus dem 12.Jahrhundert erhaltene Palas als eine Kostbarkeit spätromanischer Baukunst. Der landgräfliche Hauptsitz erstrahlte als weitgerühmter Musenhof, an dem alle

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schönen Künste gepflegt wurden, wo Lieder Walthers von der Vogelweide erklangen und Dichtungen Wolframs von Eschenbach entstanden.

Fotos oben: Palas Wartburg Unten links: Codex Manesse Unten rechts: Kapitelle Fotos: © Rainer Salzmann


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ihre Bewohner aus vergangenen Jahrhunderten. Verfallen wohl, doch niemals in Vergessenheit geraten, erfuhr sie im 19. Jahrhundert eine Erneuerung und dekorative Ausgestaltung - mittelalterliche Bausubstanz wurde restauriert und durch historisierende Neubauten ergänzt. Herausragendes Beispiel romantischen Historismus ist zweifellos der Festsaal im Palas der Burg, einzigartige Kulisse für die bekannten Wartburgkonzerte im Sommerhalbjahr und zahlreiche Veranstaltungen. Höhepunkt ist hier sicher die Aufführung von Richard Wagners großer romantischer Oper „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg“ quasi am Originalschauplatz. Und genau diesen Festsaal ließ der Bayernkönig Ludwig II. sogar auf seinem berühmten Schloss Neuschwanstein nachempfinden. Der sagenhafte Sängerkrieg weiß davon zu berichten und gelangte durch Richard Wagners Oper „Tannhäuser“ zu wahrem Weltruhm. Die Wartburg war aber ebenso Wohn- und Wirkungsstätte der bis heute verehrten heiligen Elisabeth, bot dem geächteten Martin Luther Exil, der hier das Neue Testament übersetzte

und sah 1817 mit dem Wartburgfest der deutschen Burschenschaften den Morgen einer freiheitlich-demokratischen Nation heraufdämmern. Für alle diese Höhepunkte deutscher Kultur war die Wartburg Schauplatz - sie war wehrhafte Festung, prächtige Residenz, Herberge, Stätte der Geborgenheit und Einkehr für

Linke Seite, oben: Lutherstube. Foto: © Rainer Salzmann Unten: Festsaal. Foto: © Ulrich Kneise Rechte Seite, oben: Elisabeth Kemenate. Foto: © Rainer Salzmann Unten: MDR Musiksommer 2014 auf der Wartburg: Konzert der Pianistin Olga Scheps (Russland) Foto: © Klaus-Peter Kaschke

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Kaum weniger imposant erscheinen dem Besucher sicher auch die Fresken des Malers Moritz von Schwind, der nicht nur den sagenhaften Sängerkrieg in Szene setzte. Die Kunstsammlung der Wartburg mit ihren kostbaren Schätzen aus acht Jahrhunderten wurde auf Empfehlung Goethes vor nunmehr fast 200 Jahren ins Leben gerufen. In Erinnerung an Goethes musealen Gedanken legten die Großfürstin Maria Pawlowna und ihr Sohn Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach den Grundstock für eine europäisch geprägte Kunstkammer, deren Sammlungsschwerpunkte sich bis heute an den wichtigsten historischen und architekturgeschichtlichen Epochen der Wartburg orientieren. Mit Glanzlichtern aus der Wartburg-Sammlung, die heute insgesamt etwa 9.000 Objekte umfasst, illustriert der Gang durch das Museum die Geschichte der Wartburg auf eindrucksvolle Weise. Zu diesen Glanzlichtern zählen zweifelsohne zahlreiche Gemälde von Lucas Cranach d.Ä.

Linke Seite, oben: Sängersaal. Foto: © Rainer Salzmann Rechte Seite, oben: Blick in die Ausstellung der Wartburg Mitte: Cranach – Hans Luther Rechts: Cranach – Margarethe Luther Fotos: © Rainer Salzmann

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Linke Seite und rechte Seite unten: Sonderausstellung „Blick in die Vergangenheit. Die Wartburg in Fotografien des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts“ Foto: © Fotoarchiv Wartburg Rechte Seite oben: © Wartburghotel

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Ergänzend zur Dauerausstellung wird in jedem Jahr eine Sonderausstellung gezeigt. 2019 steht diese ganz im Zeichen alter Wartburgfotografien. Denn seit der

Mitte des 19. Jahrhunderts wird auf der Wartburg auch fotografische Geschichte geschrieben. Die Sonderausstellung „Blick in die Ver-


gangenheit. Die Wartburg in Fotografien des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts“ präsentiert von Mai – Oktober 2019 Schätze aus ihrer Fotothek, zu denen nicht nur Zeugnisse illustrer Ereignisse, sondern auch einzigartige Aufnahmen der Burg während und nach ihrer „Wiederherstellung“, der Besuche Kaiser Wilhelms II. oder die ersten Fotografien in natürlichen Farben gehören. Die Wartburg hat sich aber auch ihre freundliche Gastlichkeit bewahrt, seit Pilger einst an ihre Pforten klopften. Willkommen ist sowohl der eilige Besucher zur kleinen Rast in der Burgschänke, als auch der Gast, der sich in den geschmackvollen Restaurants oder in den individuell gestalteten 38 Zimmern des „Hotel auf der Wartburg“ verwöhnen lassen möchte.

Wiederkehrende Veranstaltungen - Konzerte im großen Festsaal (Apr. – Okt.) - Adventskonzerte im Dezember - Aufführung der Wagner-Oper „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg“ am originalen Schauplatz - Sommernächte im August - Historischer Weihnachtsmarkt an drei Adventswochenenden

Wartburg-Stiftung Auf der Wartburg 1 99817 Eisenach Tel.: +49 (0) 36 91 /2 50 -0 Fax: +49 (0) 36 91/250 299 info@wartburg.de www.wartburg.de

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11. KulturInvest!-Kongress zeigt die Trends im europäischen Kulturmarkt auf Kulturkongress vom 7. bis 8. November. Autor: Causales – Gesellschaft für Kulturmarketing und Kultursponsoring „AUFBRUCH nach Europa! Transform the Culture“ – innerhalb von zwölf Themenforen diskutiert der 11. KulturInvest!-Kongress am 7. und 8. November 2019 die neuesten Trends und entwickelt Zukunftsvisionen für den europäischen Kulturmarkt. Europas größter Kulturkongress bietet über 100 Impulse von namhaften Referenten sowie einzigartige Netzwerkmöglichkeiten auf dem Bergwerk der Superlative – dem UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen. Seit 2009 bringt der KulturInvest!-Kongress jährlich erfolgreich Persönlichkeiten aus Kultur, Wirtschaft und Politik aus ganz Europa zusammen und hat mit der Preisverleihung der Europäischen Kulturmarken-Awards, dem avanciertesten Kulturpreis in Europa, internationale Strahlkraft im europäischen Kulturmarkt generiert. Die innovative Denkfabrik präsentiert künstlerische Exzellenzprojekte, diskutiert innovative, insbesondere europäische Themen des Kulturmanagements, -marketing, -investments und setzt durch den international beachteten, zweitägigen Austausch von Kultur, Wirtschaft, Medien

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und öffentlicher Hand wichtige Impulse für Kulturinstitutionen und Kulturinvestments in Europa. Themenforum CREATE EUROPE Passend zum Motto „AUFBRUCH nach Europa“ diskutiert das Themenforum CREATE EUROPE die Grundlagen eines postnationalen, europäischen Kulturmarkts. Denn die Werte, die Europa prägen sind so widersprüchlich wie nirgendwo anders auf der Welt; von Aristoteles bis Abba, von Shakespeare bis zu den Sex Pistols. Alle haben uns beeinflusst und sind der Humus unserer weltoffenen, toleranten europäischen Kultur. Diese und damit auch die regionale Kultur wird in den Regionen und Städten Europas lebendig und in deren zahlreichen Museen, Theatern und Festivals erlebbar.

Säule der Kulturfinanzierung und Bestandteil der Markenpflege in Unternehmen in den Fokus der Diskussion. Unternehmensvertreter von DHL, BMW und E.ON geben einen Einblick in die Motivation Kultur zu fördern und Kreative zeigen dass Kreativität nicht nur eine künstlerische Ausdrucksform, sondern auch Grundlage ökonomischer Erfolge sein kann.

Themenforum CULTURAL COLLABORATIONS

Themenforum CUSTOMER EXPERIENCE

Das Themenforum CULTURAL COLLABORATIONS rückt die erfolgreiche Zusammenarbeit von Wirtschaftsunternehmen, Kulturanbietern und Kreativen als wichtige

Den Kunden bei allen Aktivitäten in den Mittelpunkt zu stellen und über die Schaffung positiver Kundenerfahrungen eine nachhaltige emotionale Bindung


Anzeige zwischen Anbieter und Konsument herstellen, das ist das Ziel des Customer-Experience-Management. Auch in europäischen Kultureinrichtungen nehmen digitale Serviceleistungen eine wichtige Funktion ein, indem sie diese Bindung intensivieren. Innerhalb des Themenforums CUSTOMER EXPERIENCE präsentieren Experten und Dienstleister der digitalen Transformation ihre Visionen für eine digitale Kulturvermittlung und öffnen digitale Werkzeugkästen für die Kundenbindung der Zukunft. Themenforum KULTURELLE BILDUNG Offenheit und Neugier gegenüber der erlebbaren Umwelt sind grundlegende Merkmale, die kulturelle Bildung durch die Schulung einer ästhetischen Wahrnehmung wecken kann. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Umwelt und gesellschaftlichen Fragen ist dabei wesentlich und von Bedeutung, um Schlüsselkompetenzen zu entwickeln, Veränderungen verstehen, reflektieren und mitgestalten zu können. In einem Forum zeigen namhafte Referenten auf, wie durch KULTURELLE BILDUNG in Kultureinrichtungen ein individueller und gesamtgesellschaftlicher Nutzen gestiftet werden kann. Weitere Themenforen Weitere Themenforen innerhalb des 11. KulturInvest!-Kongresses sind Cultural Entrepreneurship, Reviving Industrial Sites, Cultural Tourism, Cultural Marketing Strategies, Ticketing Innovations, Places of Culture, Urban Culture und Cultural Transformation. Preisverleihung der 14. Europäischen Kulturmarken-Awards Emotionales Highlight des Kongresses ist die Preisverleihung der 14. Europäischen Kulturmarken-Awards innerhalb der „Night of Cultural Brands“ am 7. November. Hier werden in Gala-Atmosphäre die Besten der Besten des europäischen Kulturmarktes vor rund 700 Gästen aus Wirtschaft, Kultur, Tourismus, Medien und Politik geehrt. Die Verleihung der Kulturmarken-Awards ist Europas innovativster Branchentreff für Kulturmanagement, -marketing und -tourismus. Linke Seite, oben. Foto: © Jochen Tack/Stiftung Zollverein Mitte: KulturInvest!-Kongress 2018. Foto: Danny Kurz Rechts Seite, oben: KulturInvest!-Kongress 2018. Unten: Jurysitzung 2018 in Essen. Foto: Danny Kurz

Grand Opening Party am 6. November Die Grand Opening Party am 6. November mit allen Referenten, Teilnehmern sowie Beteiligten des Kongresses und exklusiven Führungen über das Zollverein-Areal runden das attraktive Rahmenprogramm des 11. KulturInvest-Kongresses ab. Der KulturInvest!-Kongress 2019 wird vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert. Darüber hinaus unterstützen 50 weitere Partner das einmalige Kongressformat. Dazu gehören E.ON SE, SAP, RSM, Bayer Kultur, innogy Stiftung für Energie und Gesellschaft gGmbH, MEYER Archi-

tekten, Mihai, Monheimer Kulturwerke GmbH, Ruhr Tourismus GmbH, ecce, CTS Eventim und die Stiftung Zollverein. Kuratiert wird der Kongress von der Causales – Gesellschaft für Kulturmarketing und Kultursponsoring, die auch Initiator und Veranstalter ist. Werden Sie Teil dieses einzigartigen Netzwerkes und Wissenstransfers und sichern Sie Ihr Ticket unter www.kulturmarken.de!

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Kunsthaus Dresden – Global und lokal am Puls der Welt Autorin: Christiane Mennicke-Schwarz, Künstlerische Leitung

Die Welt verändert sich und die zeitgenössische Kunst kann maßgeblich dazu beitragen, diese Veränderungen zu verstehen. Wie auf einer Wasseroberfläche, die sich leicht kräuselt oder stark bewegt, zeichnen sich globale Strömungen wie auch minimale Verschiebungen ab: Die Kunst dokumentiert wie ein Seismograph Veränderungen, die wir selbst erleben. Das Kunsthaus Dresden, noch untergebracht in einem barocken Wohnhaus im Dresdner Neustadtviertel, ist der Kunst als lebendigem Spiegel unserer Zeit verpflichtet. Um möglichst viele Menschen daran teilhaben zu lassen, inszenieren wir Ausstellungen, die über das ganze Jahr hinweg Einblicke in das aktuelle Kunstgeschehen der Welt geben. Darüber hinaus sind es

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jedoch auch Kunstprojekte im öffentlichen Raum, Festivals, Vortragsreihen und immer wieder Bildungsprojekte an Schulen, mit der wir als Institution und Team in die Stadtgesellschaft hinein wirken. Projekte der Kunst im öffentlichen Raum, die es ermöglichen, Haltungen der Kunst zu vermitteln. So beispielsweise das im Jahr 2016 begonnene einjährige transdisziplinäre Festival Am Fluss / At the River, zu Kulturen des Ankommens / On Cultures of Arrival, das das Team und die beteiligten Künstler*innen auch als einen Beitrag zu Fragen des Zusammenlebens und der Solidarität in Europa verstanden. Oben: Kunsthaus Dresden Rechts: Shira Wachsmann ‚Kohle‘, 2006 Rechte Seite: Lisl Ponger ‚Western Still Life‘, 2013 Fotos: © David Brandt, Dresden


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Das vom Kunsthaus Dresden in diesem Rahmen initiierte temporäre Mahnmal Monument des deutsch-syrischen Künstlers Manaf Halbouni löste bereits mit seiner Eröffnung im Februar 2017 eine Welle der regionalen und überregionalen Anteilnahme und Emotionen aus. Eine intensive Auseinandersetzung mit Formen des Gedenkens und mit zeitgenössischer Kunst begleitete nachfolgend das Geschehen vor Ort und sorgte für internationale Medienaufmerksamkeit. Weitere prominente künstlerische Arbeiten im öffentlichen Raum zu Am Fluss / At the River wurden von Thomas Kilpper, Svea Duwe und dem Architektenkollektiv Plastique Fantastique beigetragen. Im Herbst 2017 folgte gar eine künstlerischen Prozession: Die Performance der niederländische, in L.A. lebende Künstlerin Lara Schnitger mit dem Titel Suffragette City wurde auf Einladung des Kunsthaus von 50 Performer*innen unterstützt, die die Skulpturen der Künstlerin durch die Dresdner Altstadt trugen und auf diese Weise für eine höchst ungewöhnliche Form der Sensibilisierung für die Fragen unserer Zeit sorgten. Die aktuellen Themen der globalen Gegenwartskunst finden sich im Kunsthaus in einer ungewöhnlichen Mischung wieder, denn es sind es Künstler*innen und Menschen aus unterschiedlichen Lebenssituationen und kulturellen Resonanzräumen, die in den Projekten des Hauses zueinander finden. Kunst schafft Verbindungen Unterschiedliche und doch verknüpfte Kunstentwicklungen überall auf der Welt sind ein wichtiges Thema, das sich in zahlreichen im Kunsthaus entwickelten Ausstellungen wiederfindet, sei es die erste Retrospektive zum Werk der Dresdner Bildhauerin Leoni Wirth in Zusammenarbeit mit dem Kunstfonds/Staatliche Kunstsammlungen Dresden, die unter dem Titel Ortstermin mit Leoni Wirth mit Beiträgen junger internationaler Künstler*innen eine Hommage an das Werk der Dresdnerin verband.

Linke Seite: Manaf Halbouni, ‚Monument‘ auf dem Dresdner Neumarkt, 2018 Oben: Ausstellungsansicht (Su Ran-Sichling/ Margret Hoppe) Mitte: Fragment des Schalenbrunnens / Ansicht Prager Straße Unten: Modelle aus dem Atelier von Leoni Wirth Alle Aufnahmen rechts aus: „Ortstermin mit Leoni Wirth“ Fotos: © David Brandt, Dresden

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Svea Duwe „Spiegelmarsch“, Performance, Dresden 2017, Foto: © René Zieger

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Was verbindet Dresden mit der Welt? – dies ist eine widerkehrende Frage Programmes dieses Haus, das die Synthese von Internationalität und Lokalem nicht als Widerspruch sondern als selbstverständliches Credo betrachtet. In fortlaufenden thematischen Reihen beschäftigt sich das Haus mit Perspektiven des Erinnerns und Gedenkens (Von der Abwesenheit des Lagers, 2009, oder Immer Ärger mit den Großeltern,2018) und dem Umgang mit dem kolonialen Erbe in unseren Kulturen (Notes from the Empire, 2009, Boundary Objekts/Künstliche Tatsachen, 2014). Junge Menschen als Geschenk und Aufgabe Seit 2009 hat das Kunsthaus immer wieder Wege und Möglichkeiten gesucht und gefunden, Jugendlichen und Kindern eiOben: Künstler*innengespräch Antje Engelmann und Sven Johne moderiert von Christiane Mennicke-Schwarz Unten: Projekttag zu Shifting Identities mit der Fotografin Susanne Keichel, Foto: Susanne Keichel Rechte Seite: Lara Schnitger Suffragette City, Performance, Dresden 2017 Fotos oben und rechte Seite: © David Brandt, Dresden

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nen direkten Zugang zur Begegnung mit Künstler*innen und eigenen praktischen Erfahrungen in der Ausstellungsproduktion zu ermöglichen. Auch aufgrund der beschränkten Zugänge von Jugendlichen in ländlichen Räumen war die Entwicklung eigener mobiler, dezentraler An-

gebote für dieses Anliegen zentral: Die Vielfalt kultureller Identitäten zwischen Pop und Traditionen, Demokratie sowie Landschaft und Klimawandel sind Ausgangspunkte künstlerischer Workshops mit Jugendlichen, die oft zu fulminanten Ergebnissen führen.


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Christa Jeitner „Schnürwerk und Tafelwerk“, Ausstellungssatellit im Berpalais des Schloss Pillnitz, 2017 Foto: © David Brandt, Dresden

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Dresden bewirbt sich um den Titel der europäischen Kulturhauptstadt 2025. Dies hat das Kunsthaus zum Anlass genommen, mit über 120 Expert*innen aus Kunst, Design, Musik und Alltagskultur der Stadt ins Gespräch zu kommen und eine Zukunft zu erfinden, in der das Träumen und Leidenschaft erlaubt sind, und zentrale europäische, aber auch globale Fragen zu bearbeiten: Wie bleiben wir in unseren Gesellschaften zwischen Stadt und Land weiter im Gespräch? Wie schaffen wir einen Weg raus aus der Müllspirale? Und wie können wir mit Gärten Artenvielfalt erhalten? Geplant sind Museumsfilialen in der Kleingartenanlage, Konzerte in Hochhäusern, ein Festival für Trauerkultur und eine generelle Umstellung auf nachhaltige Kulturproduktion. So unterschiedliche Partner wie die Technischen Sammlungen Dresden, das Dresdner Museum für Technik- und Wissenschaftsgeschichte, der städtische Kleingartenverband, die DresdOben: Jan Brokof / 44 flavours ‚Nachbarschaftsaufstellung‘ 2019, Rauminstallation. Foto: © Anja Schneider Unten: Seiichi Furuya, Dresden 1984 (Soldaten vor der Frauenkirchenruine). Foto: © Seiichi Furuya

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ner Semperoper und der Fanclub der SG Dynamo Dresden ziehen hier an einem Strang. Die Ausstellung Nachbarschaften 2025. Eine Manufaktur der Visionen im Kunsthaus Dresden vermag auf erfreuliche Weise zu zeigen, dass eine Ausstellung das Ergebnis und zugleich der Anfang eines außerordentlich vielfältigen und lebendigen Prozesses sein kann, in

dem die Kunst einen Motor für Zukunftsvisionen bereitstellt. Kunsthaus Dresden Rähnitzgasse 8 01097 Dresden Tel: +49(0)351 8041456 kunsthaus@museen-dresden.de www.kunsthausdresden.de


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Vom Bauwerk für den Dritten Weltkrieg zum Museum. Autorin: Heike Hollunder M.A.

Der Dritte Weltkrieg beginnt in der zweiten Oktoberhälfte 1966. Die Nato ruft zur Stabsrahmen-Übung Fallex 66, (fall exercise - Herbstübung). 1500 Ministerialbeamte und Militärs, darunter 44 Bundestagsabgeordnete, ziehen in den Atomschutzbunker im Ahrtal ein, um der Frage nach zu gehen, welche Folgen ein militärischer Angriff auf das Nato-Gebiet für die Zivilbevölkerung hat und wie die Regierung aus der unterirdischen Befehlsstelle die oberirdische Lage meistern würde. Innenminister Paul Lücke, vertrat als Bundeskanzler üb, übungshalber, den Bundeskanzler Ludwig Erhardt. Ernst Benda, der zwei Jahre später Paul Lücke als Innenminister ablöste, nahm als Präsident des Notparlaments des Gemeinsamen Ausschusses teil. Zum ersten Mal fand eine Nato-Übung im geheimen Eifelbunker statt und zum ersten Mal nahm das Notparlament des Gemeinsamen Ausschusses, bestehend aus Mitgliedern des Bundestages und des Bundesrates an der Übung teil, das die geplante, aber noch nicht verabschiedete Notstandsverfassung vorsieht. Wie politisch brisant diese Übung Fallex 66 war und wie dort der Weg für die umstrittene Notstandsgesetzgebung bereitet wurde, erfahren die Parlamentarier damals nicht. Diese Informationen erhalten heute, fast 50 Jahre später, die Besucher der Dokumentationsstätte Regierungsbunker bereits am Anfang ihrer Führung, denn wo

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damals die Staatssekretäre und Minister, die Feldjäger und Fernmelder für die Aufgaben des atomaren Ernstfalls einzogen, befindet sich heute der Eingang zum ehemaligen Staatsgeheimnis Nr. 1, das seit 2008 ein Museum ist. Auf 203 Metern können sich die Gäste hautnah in die Zeit des Kalten Krieges zurück versetzen und erleben, wie es sich angefühlt haben muss, für 14 Tage unter mehr als 100 Meter Überdeckung mit Schiefer-Gestein, ohne Tageslicht, die Koordination des Krisenmanagements, die Realisierung der Notstandsplanung und die Versorgungssicherstellung im Spannungs- und Verteidigungsfall zu organisieren.

Bis es dazu kam, lag ein weiter Weg vor dem Bauwerk. Am 23. Mai 1949 wurde die Bundesrepublik Deutschland gegründet und schon bald befand man sich wieder im Krieg – im Kalten Krieg. Bereits ab 1950 geht das Bundesinnenministerium mit seiner Abteilung Zivilschutz

Oben: „Dokumentationsstätte Regierungsbunker“ Foto: © Sascha Kelschenbach Unten: „Außenansicht der Dokumentationsstätte Regierungsbunker“ Foto: © Kajo Meyer Rechts: Friseursalon. Foto: © Heike Hollunder


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det, die für den Ausbau zum Regierungsbunker geeignet erscheinen. Am 19. Januar 1962 gibt Konrad Adenauer nach langen Vorplanungen den Startschuss für den Ausbau der beiden längsten Tunnelanlagen. Unter dem Decknamen „Anlagen des THW“ entstand hier, ca. 25 Kilometer von der damaligen Bundeshauptstadt Bonn entfernt, eine 19 Kilometer große unterirdische Stadt, die intern den Namen „Rosengarten“ trägt.

der Frage nach, wohin sich die Regierung im Kriegsfall zurück ziehen könnte, um handlungsfähig zu bleiben. Von Anfang an in die Planungen miteinbezogen war Bundeskanzler Konrad Adenauer. Nach dem Beitritt Deutschlands zur NATO am 6. Mai 1955, der eine Bereitstellung eines Ausweichsitzes obligat macht, werden die Planungen konkreter und zielgerichtet blickt man ins idyllische Ahrtal, wo sich eine Tunnelanlage mit zwei größeren, ausbaufähigen Eisenbahntunneln befin-

Die gigantische Stadt im Berg, in der 3000 Menschen einen Zeitraum von 30 Tagen überstehen sollten, besteht aus fünf autarken Bauteilen, jeder ausgestattet mit einer eigenen Energie-, Wasser-, Luft-, und Lebensmittelversorgung. Der Regierungsbunker verfügt über 936 Schlafräume sowie 897 Büros und Technikräume, einen Friseursalon, ein Hör- und Fernsehstudio des WDR und vier Krankenstationen, sowie über fünf Kommandozentralen. Lediglich der Bundeskanzler und der Bundespräsident sowie weitere hochrangige Politiker hätten über eigene Räumlichkeiten verfügt, alle anderen Bunkerbewohner wären in Mehrbett-Zimmern

untergebracht worden. 140 Mitarbeiter der „Dienststelle Marienthal“ hielten den Bunker betriebsbereit, weitere 40 waren in der Bunkerverwaltung im Verwaltungsgebäude in Marienthal tätig. Das Zentrum der Macht befand sich im Bauteil 2. Dort waren der Bundeskanzler untergebracht, ebenso der Kabinettssaal und der Sitzungssaal des Gemeinsamen Ausschusses. Von 1966 bis 1989 fanden alle zwei Jahre Natoübungen im Regierungsbunker statt. Die Übungen wurden nach Fallex 68 in Wintexübungen (Winterübung) umbenannt, der Rhythmus wechselte vom Herbst in den Winter und begann mit Wintex 71.

Linke Seite, oben: Kommandozentrale Seitenansicht Foto: © Sascha Kelschenbach Unten: Sanitätsstollen. Foto: © Sascha Kelschenbach Rechte Seite, oben: Schlafraum Bundespräsident Foto: © Kajo Meyer Unten: Militärisches Lagezentrum, taktische Zeichen Warschauer Pakt. Foto: © Sascha Kelschenbach

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Linke Seite: Blick zurück gebauter Tunnel Rechte Seite, oben: Drucktor MAN Fotos: © Sascha Kelschenbach Mitte: Eingangssperrbauwerk. Foto: © Kajo Meyer Unten: Drucktor. Foto: © Sascha Kelschenbach

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nur aus ihren Geschichtsbüchern kennen und denen hier Geschichte auf anschauliche Art und Weise vermittelt wird. 2008 besuchte der damalige Bundespräsident Horst Köhler den ehemaligen Regierungsbunker und hielt nach seinem Besuch fest, dass es wichtig gewesen sei, „dass der zum Museum umgebaute Bunker als mahnendes Zeichen, der Nachwelt erhalten bleibe, denn er zeige, wie irrsinnig der Atomkrieg gewesen wäre“. Im Juni 2009 wurde der ehemalige Regierungsbunker mit dem Preis der Europäischen Union für das Kulturerbe, dem „Europa Nostra Award “, ausgezeichnet. Zum ersten Mal wurde damit ein Atomschutzbunker in die Riege der europäischen Kulturgüter aufgenommen. Oben: Präsidentensuite. Unten: Besuch Bundespräsident. Fotos: © Kajo Meyer

Ab 1977 kam die Ergänzung Cimex (Zivilmilitärische Übung) hinzu, von konventionellen Waffen aus, dem ein vermehrter Atomwaffeneinsatz folgte. Nach der letzten Kommandoübung 1989 und der Wiedervereinigung von Ost und Westdeutschland am 3. Oktober 1990 sollte das Bundeskabinett noch bis zum 9. Dezember 1997 warten, bis es die Aufgabe des Regierungsbunkers verkündete. Es wurde versucht eine Nachnutzung für die riesige Anlage zu finden. Große Verkaufsanzeigen in allen deutschen Zeitungen folgten. Neben einer erneuten Champignonzuchtanlage, gingen auch Konzept für ein Bunkerwunderland oder eine Einlagerung von Zeitkapseln für die Nachwelt ein. Allerdings sollte keiner der Interessenten einen Zuschlag für den Kauf oder Vermietung der Bunkeranlage erhalten und somit war der Rückbau beschlossene Sache. In den Jahren von 2001-2006 erfolgte die gründliche Entkernung der Anlage bis auf die nackten Betonwände. Das neben der Berliner Mauer größte Bauwerk aus der Zeit des Kalten Krieges wurde komplett ausradiert. Der Präsident des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung, BBR, Florian Mausbach setze sich sehr für eine Erhaltung eines Teilstücks als Museum ein, nicht zuletzt als touristischer Publikumsmagnet in der Ahrregion. Und das Interesse ist schon weit vor der Eröffnung des Museums groß, nicht nur national, sondern international berichten die Medien

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über das einstige geheime Bauwerk, so auch die New York Times im November 2006. Ein Teilstück von 203 Metern sowie zwei Seitenstollen mit Sanitätsbauwerk und Abluftstollen, wurde im Originalzustand erhalten und als Originalschauplatz des Kalten Krieges für 2,5 Millionen Euro vom Bund für interessierte Besucher und nachfolgende Generationen eingerichtet. Schon nach wenigen Metern erhält man beeindruckende Einblicke in die Zeit des Kalten Krieges, die hier physisch und psychisch spürbar ist. Zeitzeugen berichten als Gästeführer über ihre Erfahrungen und der Bunker als Plattform auch für den politischen Schauplatz. Höhepunkte der Besichtigung sind der Eingangsbereich mit seinen beiden 25 Tonnen schweren Zugangstoren der Firma MAN, die innerhalb von wenigen Sekunden den Bunker vor der Außenwelt verschließen konnten, die Dekontaminationsanlage, der Bereich des Bundespräsidenten und des Bundeskanzlers, das Sanitätsbauwerk und der Friseursalon., Kommandozentrale. Träger des Museums ist der gemeinnützige Heimatverein „Alt-Ahrweiler“, der mit seinen 60 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen täglich bis zu 1200 Besucher in 90 minütigen Führungen durch die Anlage führt. Das Museum fand vom Tag seiner Eröffnung großen Publikumszuspruch. Die Besucher kommen aus der ganzen Welt, alle Altersklassen sind vertreten. Eine besondere Betreuung erfahren Schulklassen, die den Kalten Krieg

Im Sommer 2019 wird der 900.000. Besucher erwartet. Niemand hat im Vorfeld geahnt, wie groß das Interesse an diesem einzigartigen Bauwerk des Kalten Krieges sein würde, das Schauplatz der gegenseitigen Abschreckung der Atommächte in Ost und West war.

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fĂźr Museen aller Art

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Museum Insel Hombroich Atelierhaus Werke aus der Sammlung Š Ivo Faber VG Bild-Kunst Bonn 2019

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Kulturraum Hombroich Zwischen Düsseldorf und Köln entwickelt sich bei Neuss seit über dreißig Jahren ein einzigartiger Kulturraum von internationaler Bedeutung. Hombroich ist Museum, Künstlerstätte und Landschaft, ein Ort für Architektur sowie für Ereignisse der Kunst, Literatur, Philosophie und Musik.

Angelegt als „offener Versuch“, entfaltete die 1997 gegründete Stiftung Insel Hombroich mit Museum Insel Hombroich, der Raketenstation Hombroich und dem Kirkeby-Feld den Kulturraum Hombroich, den seitdem selbstständige Partner erweitern und bereichern. Individuelle Ensembles und Einzelbauten nach

Entwürfen von bedeutenden Architekten und Künstlern gehen auf einem Areal mit einer Gesamtfläche von über sechzig Hektar unterschiedliche Verhältnisse zur sie umgebenden Natur ein. Verschiedene eigenständige Institutionen entwickeln mit Ausstellungen und anderen Formaten gemeinsam den Kulturraum Hombroich.

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Museum Insel Hombroich Keimzelle der gesamten Entwicklung ist das 1987 eröffnete Museum Insel Hombroich, das der Sammler Karl-Heinrich Müller unter dem Motto Kunst parallel zur Natur als musealen und landschaftlichen Idealraum für seine bedeutende Sammlung von Kunst und Objekten aus zweitausend Jahren mit Schwerpunkt in der Moderne realisierte. Karl-Heinrich Müller entwickelte weltweit einzigartigen Konzept gemeinsam mit den Künstlern Gotthard Graubner (Sammlungsinstallation) und Erwin Heerich (begehbare Skulpturen) sowie dem

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Landschaftsplaner Bernhard Korte (Landschaft) Schwerpunkte der Sammlung sind, neben fernöstlicher Kunst und einem archäologischen Fundus, Werke von Jean Fautrier, Lovis Corinth, Hans Arp, Kurt Schwitters, Alexander Calder, Yves Klein, Anatol Herzfeld, Erwin Heerich und Gotthard Graubner. Um Kunst und Natur sinnlich erfahrbar zu machen, wird in den Tageslichtbauten auf dem einundzwanzig Hektar großen Areal auf Beschilderungen und Bildlegenden sowie jegliche Didaktik verzichtet. Das Museum ist beliebtes Ziel für Natur- und Kunstfreunde.

Hombroich Anfang 2019 mit der Sanierung des Ausstellungspavillons Labyrinth nach ökologischen und konservatorischen Kriterien begonnen. Die Ertüchtigung des von Erwin Heerich entworfenen Gebäudes ist wesentlicher Teil eines konservatorischen Maßnahmenpaketes, mit dem die Stiftung Insel Hombroich das außergewöhnliche museale Konzept zeitgemäß weiterentwickelt. Der weitläufige Park und alle anderen Pavillons im Museum Insel Hombroich bleiben während der Bauarbeiten, die Ende 2019 beginnen geöffnet.

30 Jahre nach der Eröffnung von Museum Insel Hombroich hat die Stiftung Insel

Seit April 2019 hat das Museum Insel Hombroich ein neues Ausstellungs-


gebäude, das über der Aue gelegene Atelierhaus. In dem von Erwin Heerich entworfenen ehemaligen Wohn- und Atelierhaus des Malers Gotthard Graubner werden Werke aus der Sammlung der Stiftung Insel Hombroich gezeigt, einige darunter erstmalig. Zur Erschließung des Atelierhauses wurden neue Wege durch einen Pappelwald mit Teichen angelegt.

Museum Insel Hombroich Links: Hohe Galerie. Entwurf: Erwin Heerich Re.: Turm. Begehbare Skulptur von Erwin Heerich, 1989 Fotos: © Tomas Riehle Unten: Aue. Foto: © Stiftung Insel Hombroich

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Museum Insel Hombroich Links oben: Tadeusz Pavillon. Begehbare Skulptur von Erwin Heerich, 1993. Werke von Norbert Tadeusz Mitte: Tadeusz Pavillon Begehbare Skulptur von Erwin Heerich, 1993 Unten: Begehbare Skulptur von Erwin Heerich, 1993. Grafische Sammlung Rechts: Zwölf-Räume-Haus. Werke von Bart van der Leck Fotos: © Tomas Riehle

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Raketenstation Hombroich 1994 erwarb Karl-Heinrich Müller die nahegelegene ehemalige Nato-Raketenstation, um sie komplementär zum Museum Insel Hombroich zu nutzen. An ihrer Umgestaltung und Neubebauung beteiligten sich die Künstler und Architekten Raimund Abraham, Erwin Heerich, Dietmar Hofmann, Oliver Kruse, Katsuhito Nishikawa, Claudio Silvestrin und Álvaro Siza. Der Stiftung Insel Hombroich dient das Areal als Ort der Entwicklung von Kunst und Architektur und als Lebens- und Arbeitsraum für Künstler und Wissenschaftler. Auf der Raketenstation Hombroich stellt die Stiftung Insel Hombroich Künstlern und Literaten temporär Räume zur Verfügung, sie können den Gastaufenthalt für die Konzentration auf ihre eigene Arbeit und zum Gedankenaustausch nutzen. Das Gelände ist öffentlich zugänglich. Im Rahmen von Ausstellungen, Führungen, Lesungen, Konzerten, Veranstaltungen, zur Übernachtung im Gästehaus „Kloster“ und zum Besuch des Café Biemel haben Besucher Zugang zu den Gebäuden. Seit 2004 ist die Langen Foundation in einem von Tadao Ando entworfenen Gebäude auf der Raketenstation Hombroich beheimatet.

Die Langen Foundation präsentiert bis zum 25. August 2019 mit der Ausstellung Eine erlesene Welt eine Auswahl von über 80 Objekten aus dem umfangreichen Fundus der in Europa einzigartigen Japan-Sammlung. Im Japanraum des Gebäudes zeigt die Düsseldorfer Künstlerin Anne Pöhlmann eine Auswahl von Werken, die 2017 während eines dreimonatigen Aufenthalts in Japan entstanden sind. Raketenstation Hombroich Oben: Haus für Musiker, 2006 - 2017 Architekt: Raimund Abraham. Links: „Kloster“. Mitte: Langen Foundation. Architekt: Tadao Ando Rechts: Archiv und Bibliothek, 1990 - 2000 Entwurf: Erwin Heerich Fotos: © Tomas Riehle

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Kirkeby-Feld Das nach Per Kirkeby benannte Areal umfasst fünf begehbare Skulpturen, die der dänische Künstler in einem Landschaftsraum zwischen 2002 und 2009 geschaffen hat. Die Drei Kapellen werden von der Stiftung Insel Hombroich für wechselnde Ausstellungen und andere künstlerische Formate genutzt. Bis zum 6. Oktober 2019 ist dort die Ausstellung Per Kirkeby. Bau und Bild zu sehen. Ausgehend von der einzigartigen Situation der Stiftung Insel Hombroich thematisiert die Ausstellung den Zusammenhang zwischen Architektur und Landschaft im Werk von Per Kirkeby an Hand von Gemälden, Bronzen und Modellen aus fünf Jahrzehnten. Die Sammlung Kahmen des Literatur- und Kunstinstituts Hombroich beherbergt Malerei und Skulptur aus der Kunstsammlung von Volker Kahmen mit den Schwerpunkten Bruno Goller und ausgewählten Gegenwartspositionen. Das Feld-Haus – Museum für Populäre Druckgrafik ist eine Dependance des Clemens Sels Museums Neuss, das hier bis zum 27. Oktober 2019 Skulpturen von Josef Neuhaus zeigt.

Kulturraum Hombroich, Kirkerby-Feld Foto links: © Stiftung Insel Hombroich Aktuelle Ausstellung: Per Kirkeby. Bau und Bild. Per Kirkeby Mitte: Herakles, 1991-92. Bronze, 345 x 254 x 75 cm Drei Kapellen, Kirkeby-Feld Rechts: Verdammt – Grün, 2003. Öl auf Leinwand, 200 x 300 cm. Drei Kapellen, Kirkeby-Feld Beide Fotos: © Ivo Faber, VG Bild-Kunst Bonn 2019

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Skulpturenhalle Die Skulpturenhalle der Thomas Schütte Stiftung liegt zwischen dem Museum Insel Hombroich, dem Kirkeby-Feld, der Raketenstation Hombroich und der Langen Foundation. Sie ist mit ihrer einzigartigen Architektur ein weiterer Solitär unter Solitären, setzt ein von weitem sichtbares Zeichen in der flachen Landschaft und ist der bisher größte und ambitionierteste Bau, der nach einem Modell des Künstlers erstellt wurde. Die Skulpturenhalle ist nicht nur für Schüttes Arbeiten allein, sondern für das Ausstellen von Skulpturen im Allgemeinen bestimmt.
Bis zum 11. August 2019 sind Banner des kalifornischen Künstlers Matt Mullican zu sehen.

Oben: Kulturraum Hombroich Skulpturenhalle, 2016 Entwurf: Thomas Schütte Foto: © Nic Tenwiggenhorn, VG Bild-Kunst Bonn, 2017

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Kulturraum Hombroich Aktuelles Programm: Stiftung Insel Hombroich Raketenstation Hombroich 4 41472 Neuss www.inselhombroich.de Museum Insel Hombroich Minkel 2 April bis September, täglich 10 bis 19 Uhr Oktober bis März, täglich 10 bis 17 Uhr Das Museum Insel Hombroich ist am 24., 25. und 31. Dezember sowie am 1. Januar geschlossen. Per Kirkeby. Bau und Bild Drei Kapellen, Kirkeby-Feld Berger Weg Bis 6.Oktober 2019 Freitag bis Sonntag und an Feiertagen 12 bis 17 Uhr Raketenstation Hombroich täglich zugänglich, von 9 bis 18 Uhr Langen Foundation Raketenstation Hombroich 1 41472 Neuss www.langenfoundation.de

Eine erlesene Welt - Japanische Kunst aus der Sammlung Viktor und Marianne Langen und Anne Pöhlman, Japanraum Bis 25. August 2019 Täglich, 10 bis 18 Uhr

Skulpturenhalle Berger Weg 41472 Neuss www.thomas-schuette-stiftung.de Matt Mullican : Banner Bis 11. August 2019 Freitag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr www.thomas-schuette-stiftung.de Josef Neuhaus, Skulpturen

Feld-Haus – Museum für Populäre Druckgrafik Berger Weg 41472 Neuss www.clemens-sels-museum-neuss.de Josef Neuhaus, Skulpturen Bis 27. Oktober 2019 Samstag und Sonntag von 11 bis 17 Uhr


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Dahinschmelzen. Gletscher als Zeugen des Klimawandels Sonderausstellung im Naturhistorischen Museum Wien vom 05. Juni bis 01. September 2019

Das Naturhistorische Museum Wien zeigt als erstes Museum die Ausstellung „Dahinschmelzen“, eine Visualisierung des Klimawandels durch die Stiftung Project Pressure. Project Pressure verwendet Kunst, um zu Engagement und Verhaltensänderungen

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anzuregen. Die ausgewählten Kunstwerke in der Ausstellung beziehen sich auf abschmelzende Gletscher und zeigen die Auswirkungen des Klimawandels, wobei verschiedene Medien zum Einsatz kommen. Im Gegensatz zu Waldbränden, Überschwemmungen etc. sind Gletschermassenverluste nicht auf kurzfristi-

ge Wetteränderungen zurückzuführen, sondern spiegeln langfristig die globale Erwärmung wider. Daher sind sie Schlüsselindikatoren für den Klimawandel. Seit 2008 beauftragt Project Pressure weltweit renommierte Künstler mit Expeditionen in die ganze Welt; die künstleri-


schen Arbeiten, die daraus hervorgingen, werden im Naturhistorischen Museum Wien erstmals zusammen in einer Ausstellung gezeigt. Die Projekte wurden in Kooperation mit Wissenschafterinnen und Wissenschaftern entwickelt und durchgeführt, um die wissenschaftliche Genauigkeit zu gewährleisten.

„Dahinschmelzen“ bezieht Arbeiten aus allen relevanten Kontinenten ein und entführt den Betrachter in drei Abschnitten auf eine Reise um die Welt. Der erste Teil „Warum sind Gletscher wichtig?“ bietet eine Einführung in das Thema. Man erfährt, wie jährliche Vergleichsbilder genutzt werden, um Gletschermassen-

verluste und damit die Auswirkungen des Klimawandels zu verfolgen. Der Künstler Peter Funch verwendet Vintage-Postkarten als Vorlage für seine Bilder von amerikanischen Gletschern, um die Ausstellungsansicht „Dahinschmelzen. Gletscher als Zeugen des Klimawandels“. © NHM Wien, Schumacher

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Auswirkungen des Gletscherrückgangs zu erfassen. Diese Effekte betont er zusätzlich durch die Verwendung von RGB (Rot, Grün, Blau)-Separationsprofilen. Durch seine Landschaftsdarstellung will Funch den Einfluss des Menschen auf die Natur aufzeigen. Noémie Goudal stellt den Begriff der Stabilität in Frage. Gletscher können wie Berge aussehen, aber ihre Eisströme bewegen sich und unterliegen ständigen Veränderungen. Um die sich permanent wandelnde Gletscherlandschaft widerzuspiegeln und die sich verändernde Umwelt hautnah erlebbar zu machen, konstruierte Goudal eine großformatige fotografische Installation, die auf biologisch abbaubarem Papier gedruckt wurde und sich bei Nässe zersetzt. Während sich das Bild auflöst, kann die künstliche Landschaft mit ihrem natürlichen Vorbild verglichen werden.

Oben: Shroud IV. Foto: © Norfolk+Thymann Rechts: Glaciér 2. Foto: © Noemie Goudal Unten: Ausstellungsansicht „Dahinschmelzen. Gletscher als Zeugen des Klimawandels“ Foto: © NHM Wien, Schumacher

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Im zweiten Abschnitt „Aktuelle Themen“ setzt sich die Ausstellung unter anderem mit der Tatsache auseinander, dass der Wasserabfluss von den Gletschern des Himalaya-Gebirges für mehr als eine Milliarde Menschen unmittelbar lebenserhaltend ist. Denn Bewässerung, Wasserkraft und Trinkwasser hängen von der Gletscherschmelze ab. Man erfährt auch, wie die Grenzen

innerhalb Europas durch die Gletscherschmelze neu gezogen werden müssen. Der Klimawandel ist nicht mehr zu vermeiden – er findet bereits statt. Die Welt und die Menschheit müssen sich anpassen. Im letzten Teil „Auswirkungen“ behandelt die Ausstellung allgemein bekannte Fakten, überrascht aber das Publikum

auch, indem sie Folgen des Klimawandels aufzeigt, die weit über den Anstieg des Meeresspiegels hinausgehen. Durch spezifische Maßnahmen wird versucht, den Folgen der Gletscherschmelze entgegenzuwirken. Die Künstler Norfolk + Thymann präsentieren ein eher ungewöhnliches Beispiel dafür, nämlich jenen Teil des Rhône-Gletschers, der mit Polyester-Tüchern abgedeckt wurde, um das Abschmelzen in Grenzen zu halten. Oben: The Lewis Glacier, Mt Kenya. © Simon Norfolk Mitte: Blick in die Ausstellung © NHM Wien, Schumacher Unten: Glacier Du Tacul. Foto: © Scott Connarroe Rechts: Esmarkbreen II. Foto: © Corey Arnold

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naten eine erneute Online-Berechnung durchzuführen. Dadurch soll jeder Einzelne zum Weitermachen motiviert werden. Über „Project Pressure“ „Project Pressure“ ist eine Charity-Organisation mit dem Ziel, den Klimawandel zu visualisieren. Die Organisatoren nutzen Kunst als positiven Berührungspunkt, um Aktionen und Verhaltensänderungen anzuregen. Im Gegensatz zu Waldbränden, Überschwemmungen und anderen Wetterereignissen kann der Gletschermassenverlust direkt auf globale Temperaturänderungen zurückgeführt werden und ist somit ein 100 prozentiger Indikator für den Klimawandel. Seit 2008 beauftragt „Project Pressure“ weltbekannte Künstlerinnen und Künstler mit Expeditionen auf der ganzen Welt. Das Ergebnis ist eine spektakuläre Ausstellung mit inspirierenden Kunstwerken, die verschwindende Gletscher zeigen, um die Auswirkungen des Klimawandels zu demonstrieren. Die Projekte wurden zusammen mit Wissenschaftlern entwickelt und durchgeführt, um Genauigkeit und ein tieferes Verständnis des Themas zu gewährleisten. Mit mehr als 30 besuchten Ländern und Regionen hat „Project Pressure“ unter anderem in The Guardian, der BBC, der NY Times, CNN, Le Monde, Wired und National Geographic aufsehenerregende Berichterstattung in den Medien hervorgerufen. 2015 gewann der „Project Pressure“-Beitrag des Künstlers Simon Norfolk den „World Photography Award“ in der Kategorie „Landschaft“.

Die Ausstellung „Dahinschmelzen“ kann als Geschichte über die Bedeutung von Gletschern aufgefasst werden, die auf wissenschaftliche, illustrative und poetische Weise erzählt wird. Jede Künstlerin und jeder Künstler repräsentiert eine einzigartige Sichtweise auf das Thema, indem sie oder er die Auswirkungen der Gletscherschmelze auf planetarer bis hin zu mikroskopisch-biologischer Ebene zeigt, das humanitäre Leiden thematisiert, das damit in Zusammenhang steht, etc. Zusammen vermitteln die künstlerischen Interpretationen den Besucherinnen und Besuchern einzigartige Einblicke in unsere Kryosphäre mit ihren fragilen

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Ökosystemen und in das sich verändernde Weltklima. Die Ausstellung will inspirieren und das Publikum aktivieren, indem sie über bloßes Bewusstmachen der Problematik hinausgeht und zu einer echten Verhaltensänderung anregt. Dazu hat Project Pressure einen CO2-Fußabdruck-Rechner entwickelt. Über Touchscreens am Ende der Ausstellung können die Besucher abrufen, wie CO2-intensiv ihr Lebensstil ist, und erhalten Empfehlungen für Verbesserungen in Bereichen wie Zuhause, Verkehr, Energie, Lebensmittel etc. Per E-Mail werden sie aufgefordert, nach zwei Mo-

Eine weitere Anerkennung ist die Finanzierung durch renommierte Unterstützer wie die Königin von Dänemark, die Lighthouse Foundation, Getty Images und Arts Council England. Fotos oben: Oben: Blick in die Ausstellung © NHM Wien, Schumacher

Naturhistorisches Museum Wien Burgring 7 1010 Wien, Austria Tel: +43 1 52177-0 info@nhm-wien.ac.at www.nhm-wien.ac.at www.project-pressure.org


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Koblenz – Mittelrhein-Museum „Deutsche Künstler im Exil (1933 – 1945). Werke aus der Sammlung Memoria von Thomas B. Schumann“ 15. Juni – 29. September 2019

Ruth Cahn, Mädchen mit roter Jacke, o.J., © Sammlung Memoria T. B. Schumann

Koblenz – Mittelrhein-Museum „Titus Lerner. Retrospektive.“ 6. Juli – 15. September 2019

Rund eine halbe Million Menschen verließen Deutschland während der nationalsozialistischen Diktatur. Die Gründe für das Exil waren vielfältig: religiöse Ausgrenzung, künstlerische Diffamierung und/oder politische Verfolgung. Unter diesen Exilanten befanden sich rund 10.000 Kulturschaffende, wie Maler, Musiker oder Schriftsteller. Im öffentlichen Bewusstsein sind vor allem einzelne Persönlichkeiten in Erinnerung geblieben, die schon vor ihrem Exil international berühmt waren oder danach zu Bekanntheit gelangten, wie etwa Thomas Mann, Walter Gropius oder Max Beckmann. Sie sind jedoch nicht repräsentativ für die überwältigende Mehrzahl der aus Deutschland vertriebenen Künstler. Für diese war der Heimatverlust gleichbedeutend mit dem Verlust der beruflichen Existenz, dem Verlust ihres Publikums, ihrer Förderer, kurz ihres gesamten gesellschaftlichen Resonanzbodens. Sie standen vor dem Nichts und kämpften täglich um die Sicherung ihres Lebensunterhaltes. Die wenigsten konnten als Künstler beruflich in ihrem Gastland Fuß fassen und waren gezwungen, sich auf andere Tätigkeitsfelder zu verlegen. Viele lebten in völliger Isolation. Während des Zweiten Weltkriegs wurden sie zudem – paradoxerweise – als feindliche Ausländer interniert. Einige wurden dort von den deutschen Besatzern eingeholt und ermordet. Nach Kriegsende und der Rückkehr in die Heimat mussten viele feststellen, dass sie vergessen waren oder dass sie als Emigranten sogar auf offene Ablehnung stießen. Die Präsentation zeigt eine Auswahl aus der umfangreichen Sammlung „Memoria“ des Sammlers Thomas B. Schumann und stellt 60 dieser Künstler mit ihren Werken vor, darunter George Grosz, Felix Nussbaum, Ludwig Meidner, Anton Räderscheidt, Charlotte Berend-Corinth und Lotte Laserstein.

Die Ausstellung „Titus Lerner. Retrospektive“ zeigt nicht nur aktuelle Arbeiten der letzten Jahre, sondern macht auch mit Rückgriffen auf die 1980er Jahre die Entwicklung einzelner Themen sichtbar. Dabei haben sich allmählich die Schwerpunkte seiner Arbeit verschoben. Wurde in den 1980er Jahren das plastische Werk durch die Terrakotten bestimmt, so traten seither die Bronzegüsse in den Vordergrund. Grafik und Druckgrafik, die vor der Jahrtausendwende noch eine bedeutende Rolle spielten, sind zugunsten der farbintensiven Malerei fast gänzlich aus Titus Lerners gegenwärtigem Schaffen verschwunden. Seit 1980 ist das Werk Titus Lerners in Zeitschriften und in Katalogen dokumentiert. So wird dem Betrachter die Entwicklung einzelner Themen in verschiedenen Dimensionen verdeutlicht. Zur Ausstellung erscheint der neue Werkkatalog Nr. 13. Titus Lerner wurde 1954 in Hachenburg geboren und wuchs in Müschenbach, Westerwald, auf. Sein Abitur absolvierte er 1972 am humanistisch, altsprachlichen Gymnasium in Marienstadt. Von 1972 – 1978 studierte er Bildende Kunst in Koblenz und Bonn. Seit 1978 arbeitet er als freischaffender Künstler, ab 1979 widmet er sich dann ausschließlich der Bearbeitung des Menschenbildes in Zeichnung, Radierung und Plastik. Seit ca. 1988 bilden farbintensive Malereien neben Bronzeplastiken den Schwerpunkt des Künstlers. In bisher 105 Einzelausstellungen in Galerien und Museen im In- und Ausland, sowie bei jährlichen Präsentationen auf internationalen Kunstmessen, hat das Werk Titus Lerners viele Sammler und Kunstinteressierte begeistert. Mittelrhein-Museum, Zentralplatz 1, 56068 Koblenz, www.mittelrhein-museum.de, Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 18:00 Uhr. Bild: Titus Lerner, Maskenfall III, 2018, im Besitz des Künstlers. Foto: © Thomas Knauf

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Magazin Museum.de Nr. 37  

Die ganze Welt der Museen. In dieser Ausgabe: - Burg Gnandstein – Eine Burg wie aus dem Bilderbuch - Hohenzollernschloss Sigmaringen – Sond...

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