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Ausgabe 11

12 | 2012

http://magazin.museum.de

MAGAZIN M U S E U M.DE

Max Planck Science Tunnel im Heinz Nixdorf MuseumsForum


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In diesem Heft:

Max Planck Science Tunnel HNF Paderborn

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13. Szenografie-Kolloquium DASA Dortmund 14 Marketplace im Szenografie-Kolloquium 22 Bike Experience Deutsches Zweirad- und NSU-Museum Neckarsulm

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Mit dem Smartphone ins Museum

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Schwarze Romantik Städel Frankfurt

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Verführung Freiheit. Kunst in Europa seit 1945 DHM Berlin

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Schuhtick LVR-Museum Bonn

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Friedrich und Potsdam

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er deutsche Computerpionier Heinz Nixdorf erlag am 7. März 1986 auf der CeBIT einem Herzinfarkt. Ich jobbte damals als Informatikstudent bei einer norwegischen Computerfirma und hielt mich zu diesem Zeitpunkt in einer benachbarten Halle auf. Die traurige Nachricht erreichte schnell alle Messegäste. Auf Einladung des Heinz Nixdorf MuseumsForum (HNF) – dem größten Computermuseum der Welt – nahm ich kürzlich an der Eröffnung der Sonderausstellung »Max Planck Science Tunnel. Wissen schaffen – Zukunft gestalten« in Paderborn teil. Man hatte den Eindruck, dass der Pioniergeist Nixdorfs allgegenwärtig ist. Einen passenderen Ort für die Premiere des Science-Tunnel III, der ab April 2013 in Moskau und danach auch in Asien zu sehen sein wird, hätte die Max-Planck-Gesellschaft kaum finden können. Die Entwickler der ersten Rechenmaschinen wurden von vielen Menschen belächelt, weil sich nicht für jeden Zeitgenossen der Sinn erschloss.

Wahrscheinlich wäre auch Kopernikus begeistert gewesen, hätte man »seine« Weltordnung schon damals in einem Museum à la HNF erklärt. Museen sind nicht ausschließlich dazu da, um etwas zu bewahren. Sie sind die Startrampen für Zeitreisen, die mit der Vergangenheit beginnen. Next Stop Gegenwart. Der letzte Reiseabschnitt »Zukunft und Ausblick« bedingt die Existenz der ersten beiden Stationen. Albert Einstein sagte: »Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.« Mein Beitrag zur Reise in die MuseumsZukunft ist der kostenlose Audioguide, den wir in die App von museum.de integrieren (siehe Artikel Seite 84). Zur Premiere im Mai möchte ich Sie schon jetzt herzlich nach Xanten einladen. Ich habe dazu einen Tag »Die Türme von Xanten« ins Leben gerufen, bei dem unsere mittelalterlichen Türme geöffnet sein werden.

Ein innovatives Jahr 2013 wünscht Uwe Strauch

Frank Stella Retrospektive Kunstmuseum Wolfsburg 68 … es werde Licht! Hinter Aegidien, Braunschweig 70 3D-Rekonstruktion der Bischofsburg Xanten

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Audioguide museum.de

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Kooperation mit Unternehmen – Interview mit Barbara Wiench, smkp Düsseldorf 88 Foto: © Jan Braun

Workshop Marketing, Sponsoring, und Kooperation mit Unternehmen 95

Titelfoto: © Archimedes Exhibitions

Bericht vom 2. Museumstreffen in Bonn 97

Uwe Strauch

Dr. Kurt Beiersdörfer (Geschäftsführer Heinz Nixdorf MuseumsForum)

Prof. Dr. Peter Gruss, Präsident der Max-PlanckGesellschaft im HNF

MAGAZIN MUSEUM.DE

Ausgabe Nr. 11, Auflage 6.400

Herausgeber

Kurfürstenstr. 9

Telefon 02801-9882072

Druck: druckstudio GmbH

Design: Andrea Wark

Dezember 2012

Uwe Strauch, Dipl.-Inf TU

46509 Xanten

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Der Begriff der Szenografie ist im Ursprung eng mit dem Entwurf von Bühnenbildern verbunden. Er hat in jüngerer Zeit jedoch eine Bedeutungserweiterung erfahren: Definiert als die Gestaltung der visuellen und räumlichen Dimension szenischen Geschehens, lassen sich Strategien und Methoden der Szenografie nicht nur im Theater, Film und Fernsehen anwenden, sondern auch für die Inszenierung von Ausstellungen.

beschreiben, Assoziationsketten bilden und die Phantasie anregen. Steht bei dem Moodboard zunächst das ungefilterte Zusammentragen von Bildern und der freie Fluss der Gedanken im Mittelpunkt, um Themen einzukreisen, so geht man bei der Bewertung und Verdichtung analytischer vor. Aus den Bildern lassen sich Aussagen zu den gewünschten Lichteigenschaften und Effekten ableiten: Der Vorzug von diffusem Licht gegenüber kontrastreichen Übergängen von Licht und Schatten, die Neigung zu bestimmten Lichtfarben mit pastelligen oder gesättigten Farbtönen sowie die Ideen zu bestimmten Lichteffekten. Schattenbilder auf Fotos lassen sich zum Beispiel in der Lichtplanung als Projektion aufgreifen. Sind Lichtstimmungen durch Moodboards beschrieben und als Lichtszene skizziert, können sie nahtlos in die zeitliche und räumliche Organisation des Storyboards integriert werden.

Licht und Szenografie

Licht ist ein zentrales Medium der Szenografie, denn die Möglichkeiten, Räume durch Licht zu gestalten, sind praktisch grenzenlos. Mit Licht können Ausstellungen immer wieder neu interpretiert werden. Solche Verwandlungen unter der Einbeziehung der Zeitdimension zu steuern und in Szene zu setzen, bezeichnen wir daher als »Szenografisches Licht«. Mit den entsprechenden Hard- und Software- Werkzeugen lässt sich Licht in seiner Wechselwirkung mit Raum, Zeit und Atmosphäre zu einer schlüssigen Szenografie formen. Ob auf der Bühne oder in der Ausstellungsarchitektur, eines ist dem szenografischen Licht in beiden Formen gemeinsam: Es folgt einem Handlungsstrang, einer Dramaturgie, und es vermittelt simultan mit den Eindrücken der anderen Sinne Inhalte auf einer rationalen wie auch emotionalen Ebene. Storyboard und Moodboard Szenografisches Licht benötigt erweiterte Planungsprozesse gegenüber der Entwicklung statischer Beleuchtungskonzepte. Planungswerkzeuge wie Storyboard und Moodboard helfen, eine geignete Lösung für die definierte Aufgabe zu finden. Als gestalterisches Hilfsmittel für szenografische Beleuchtung bietet sich Planern zuerst die Arbeit mit einem Storyboard an. Mit skizzenhaften Darstellungen fungiert es als kreatives Drehbuch für den räumlichen und zeitlichen Ablauf einer Lichtinszenierung. Darstellungsmedium, Stil und Detailtiefe bleiben dabei natürlich dem Entwerfer überlassen – allerdings sollten die Skizzen Lichtqualitäten wie Helligkeits- oder Farbkontraste ausdrücken. Die Wechselwirkung von Licht, Zeit und Raum erzeugt einen Spannungsbogen, bei der die Dynamik des Lichts eng mit der Architektur verknüpft ist. So entstehen Orte mit einer starken Ausstrahlung. Als Werkzeug für die Visualisierung und Kommunikation von Stimmungen übernehmen Moodboards eine bedeutende Rolle im kreativen Prozess, indem sie Impressionen einfangen, Emotionen

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Tune the Light Technisch kann dies alles mit einem ERCO DALI-Lichtsteuersystem umgesetzt werden, das speziell für die szenografische Beleuchtung entwickelt worden ist. Es folgt einem innovativen Ansatz: Intelligent angewandte DALI (Digital Addressable Lighting Interface) Technologie für individuell adressierbare Leuchten bildet zusammen mit der Software ERCO Light Studio ein integriertes System. Zusammen mit dem umfassenden Programm an DALI-fähigen ERCO Leuchten für die Ausstellungsbeleuchtung lassen sich szenografische Lichteffekte so einfach und wirtschaftlich einsetzen wie nie zuvor. Die konsequente Integration von Soft- und Hardware setzt neue Maßstäbe hinsichtlich Bedienkomfort, Funktionsumfang und kreativer Kontrolle. »Tune the light« heißt nicht zuletzt, all diese neuen Gestaltungsspielräume erfolgreich zu erschließen und zu nutzen. Weitere Informationen finden Sie in unserer Broschüre »Licht und Szenografie«, die Sie unter nachfolgender Adresse kostenlos anfordern können.

Dr.-Ing. Wolfgang Roddewig Leiter Segment Museum w.roddewig@erco.com · www.erco.com


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Premiere für Logotec LED Strahler – die erste Strahlerserie von ERCO, die konsequent um die LED, das Leuchtmittel der Zukunft, herum konstruiert wurde. Mit einem Design, das der innovativen Lichttechnik Ausdruck verleiht. Das flache Gehäuse aus Aluminiumguß integriert das Betriebsgerät und sorgt mit ausgefeiltem

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Wärmemanagement für lange Lebensdauer. HochleistungsLEDs in Warmweiß oder Tageslichtweiß bieten Lichtströme von bis zu 1080 lm bei nur 14W Anschlußleistung – eine vergleichbare NiedervoltHalogenlampe benötigt 50W. Nur bei ERCO gibt es die besonders effiziente LEDLichttechnik aus Kollimatoren

und Spherolitlinsen – mit sechs Lichtverteilungen von narrow spot bis wide flood, oval flood und wallwash: Für kreative Lichtkonzepte mit effizientem Sehkomfort. www.erco.com/led

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Max Planck Science Tunnel Wissen schaffen – Zukunft gestalten 6


Fotos: Š Jan Braun/Heinz Nixdorf MuseumsForum

Neue Sonderausstellung im Heinz Nixdorf MuseumsForum: Paderborn bildet den Startschuss fĂźr die weltweite Tournee des Max Planck Science Tunnels. Das Heinz Nixdorf MuseumsForum (HNF) zeigt vom 18. Oktober bis zum 24. Februar 2013 die neuartige Multimediaausstellung, bevor sie ab April in Moskau zu sehen sein wird.

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er Science Tunnel ist eine der erfolgreichsten wissenschaftlichen Ausstellungen überhaupt. Die ersten beiden Versionen haben seit der Expo 2000 über neun Millionen Menschen gesehen. Nun ist der Science Tunnel völlig neu konzipiert und realisiert worden und beindruckt mit faszinierenden medialen Installationen. Die Ausstellung wendet sich an die allgemeine Öffentlichkeit und wirbt mit aktuellen Forschungsergebnissen und ‑perspektiven für deutsche Spitzenforschung. Sie soll zeigen, wie Wissenschaft und Technologie unser Leben in den kommenden Jahrzehnten verändern werden. Damit werden sowohl interessierte Museumsbesucher als auch Schulklassen angesprochen.

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Die großformatigen Bilder und herausgehobenen Objekte werden multimedial unterstützt durch Augmented-Reality-Apps. Die Besucher können sich kostenlos einen digitalen Ausstellungsführer ausleihen, der vertiefende Informationen zu den Ausstellungseinheiten mithilfe von Videos, Fotos und Texten liefert. Zusätzlich informieren in der Ausstellung Studierende der Universität Paderborn als Scouts die Besucher über die acht Themen Universum, Materie, Leben, Gesundheit, Energie, Gehirn, Gesellschaft und Komplexitätsforschung. Dabei werden die Gebiete aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet und von unterschiedlichen Disziplinen beleuchtet. So ergibt sich ein neuartiges Bild heutiger Grundlagenforschung und ihrer überragenden Bedeutung bei der Lösung der entscheidenden Zukunftsaufgaben unserer Zeit.

Ergänzt werden diese Bereiche durch einen Prolog und einen Zentralbereich, der alle Themen zusammenführt und den Austausch mit den Besuchern ermöglicht. »Den Begriff ‚Tunnel‘ darf man nicht zu eng sehen«, betonte Prof. Dr. Peter Gruss, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, in seinem Eröffnungsvortrag. »Einen Tunnelblick erwarten wir von unseren Besuchern allenfalls im dem Sinne, dass sie sich ganz auf die wissenschaftlichen Inhalte fokussieren sollten. Ansonsten bewirkt die Ausstellung genau das Gegenteil: Sie weitet den Horizont für eine Vielzahl an Themen, mit denen sich Wissenschaftler in unseren Max-Planck-Instituten und weltweit befassen. Ihre Ergebnisse werden den Alltag von uns allen in der Zukunft beeinflussen.«


HNF-Geschäftsführer Dr. Kurt Beiersdörfer erläuterte, warum das Heinz Nixdorf MuseumsForum den Science Tunnel präsentiert: »Die Ausstellung zeigt in unterhaltsamer Form den derzeitigen Forschungsstand in den zentralen Wissenschaftsbereichen, die für die weitere Entwicklung unserer Gesellschaft entscheidend sind. Wir hoffen vielen – insbesondere jungen – Menschen ein bisschen von der Faszination zu vermitteln, die es mit sich bringt, an der vordersten Front der wissenschaftlichen Entwicklung dabei zu sein«. »Das HNF und die Universität Paderborn kooperieren bereits seit vielen Jahren und verfolgen u. a. mit den Paderborner Wissenschaftstagen das gemeinsame Ziel, Kinder und Jugendliche für Wissenschaft und Technik zu begeistern«, sagte Prof. Dr. Nikolaus Risch, Präsident der Universität Paderborn. Mit dem Science Tunnel fände eine fantastische Wissenschaftsausstellung statt, in der die Max-PlanckGesellschaft ihre herausragende und international anerkannte Kompetenz im Bereich der Grundlagenforschung einer breiten Öffentlichkeit sehr anschaulich demonstriere. Diese bringe vielen Menschen das Thema Wissenschaft und Technologie näher, daher sei es selbstverständlich, dass die Universität diese besondere Ausstellung unterstütze. Der Science Tunnel umfasst eine Fläche von 800 Quadratmetern im 3. Obergeschoss des Heinz Nixdorf MuseumsForums. Nach dem Abbau wird er ab April 2013 in Moskau als Beitrag zum Deutschland-Jahr in Russland zu sehen sein. Wei-

tere Stationen in Europa und Asien werden zurzeit vorbereitet. Während der gesamten Laufzeit wird ein umfangreiches Rahmenprogramm im HNF die Themen der Ausstellung vertiefen. An fünf Abenden werden von November bis Februar international renommierte Spitzenforscher von Max-Planck-Instituten zu einzelnen Themen der Ausstellung für das interessierte Publikum vortragen. Darunter sind der Hirnforscher Prof. Dr. Dr. Wolf Singer und der Psychologe Prof. Dr. Gerd Gigerenzer. Höhepunkt der Begleitveranstaltungen wird die »Lange Nacht der Wissenschaften« am 12. Januar sein, in der drei Institutionen an der Fürstenallee – Heinz Nixdorf Institut der Universität Paderborn, HNF, Zukunftsmeile – eingebunden sind.

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Foto: © Archimedes Exhibitions

Für die jüngeren Besucher stehen während der Laufzeit der Ausstellung sechs unterschiedliche museumspädagogische Veranstaltungen zur Auswahl bereit. Schulklassen ab der Jahrgangsstufe 8 können klassische Führungen mit einem Besuch im Schülerlabor coolMINT kombinieren, das die Universität Paderborn und das HNF gemeinsam betreiben. Der Science Tunnel wird unterstützt durch das Auswärtige Amt, den Stifterverband für die deutsche Wissenschaft sowie durch die Wirtschaftspartner Siemens und Volkswagen. Am Standort Paderborn wird die Ausstellung getragen vom Heinz Nixdorf MuseumsForum und unterstützt von der Stiftung Westfalen und der Universität Paderborn.

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Themen des Max Planck Science Tunnels Der Max Planck Science Tunnel nimmt neueste Themen der Grundlagenforschung zum Ausgangspunkt, um Möglichkeiten und Chancen wissenschaftlich-technischer und sozialer Innovationen in naher und weiter entfernter Zukunft aufzuzeigen. Die acht Themen des Science Tunnels sind: • Universum – Von den Quarks in den Kosmos • Materie – Design der Nanowelt • Leben – Von den Bausteinen zu den Systemen • Komplexität – Von den Daten zur Erkenntnis

• Gehirn – Wunderwerk im Kopf • Gesundheit – Forschen für die Medizin der Zukunft • Energie – Leben im Anthropozän • Gesellschaft – Welt im Wandel Die Ausstellung präsentiert diese Themen mit großformatigen Abbildungen, Grafiken, Exponaten, Interviewfilmen und Animationen. Die Besucher folgen den Wissenschaften in die größten und kleinsten Dimensionen, in soziale Zusammenhänge, biomechanische Abläufe in Pflanzen, komplexe Hirnstrukturen, chaotische Turbulenzen an der Grenze von Wolken, den Mustern komplexer (sozialer) Netzwerke bis zur Entstehung selbstorganisierter Systeme – biologischer oder technischer Natur.


Eine wesentliche Grundlage der Wissenschaft lotet die Exponatreihe »Die moderne Vermessung der Welt« aus: das Messen und Analysieren – in den unterschiedlichen Maßstäben, Einheiten und Größen. Den Weg durch die Welt der Grundlagenforschung der Max-Planck-Institute weist ein digitaler Ausstellungsführer, der zusätzliche Filme, Interviews und virtuelle Einblicke per Augmented-Reality-Applikationen bietet. Nicht zuletzt erhalten die Besucher damit Gelegenheit, ihre individuellen Fragen an die Zukunft zu stellen und wie in einer Zeitkapsel auf die Reise mit dem Science Tunnel um die Welt zu senden. Individuelle Wünsche und Ideen werden so von Ausstellungsort zu Ausstellungsort in einen weltweiten Meinungsstrom münden. Konzipiert und umgesetzt wurde der Max Planck Science Tunnel von einem Projektteam der Max-Planck-Gesellschaft in München und Berlin und der Ausstellungsagentur Archimedes Exhibitions Berlin. Die Ausstellung richtet sich an die allgemeine Öffentlichkeit mit speziellem Impuls an Schüler und Studenten, um ihnen eine Karriere in wissenschaftsnahen Berufen oder in der Forschung nahe zu bringen.

Kontakt: Andreas Stolte, Heinz Nixdorf MuseumsForum, Leitung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Telefon 05251 306-914, astolte@hnf.de Dr. Andreas Trepte, Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V., Leiter des Referats für Wissenschaftspräsentation und -marketing, Telefon 089 2108-1407, andreas.trepte@gv.mpg.de Öffnungszeiten: Dienstag - Freitag: 9 - 18 Uhr; Samstag/Sonntag: 10 - 18 Uhr; montags geschlossen. Bitte beachten Sie die Regelung für die Öffnungszeiten an Weihnachten und Neujahr auf www.hnf.de. Der Eintritt zum Max Planck Science Tunnel ist frei.

Weitere Informationen: www.sciencetunnel.de www.hnf.de/sciencetunnel.html

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Rekonstruktion eines Neandertaler-Stirnbeins: Mittels der Augmented-Reality-App erfahren Besucher, wie Wissenschaftler aus Knochen-Fragmenten virtuell einen Neandertaler-Schädel rekonstruieren.

Fotos: © Archimedes Exhibitions

Aus Objekten werden

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Erzählen ist eine Urform der menschlichen Kommunikation. Es bedient unser Bedürfnis nach Kausalität. Aus Daten, Ereignissen, Themen, Formeln werden Gründe, folgen Zusammenhänge: eine Geschichte. »Was ist die Geschichte hinter den Objekten?« fragen Journalisten, Kuratoren, Ausstellungsbesucher. Archimedes hilft, diese Geschichten zu zeigen – in der Szenografie, der Präsentation von Objekten und deren Einbettung in narrative und wissenschaftliche Kontexte. Meist sind es die komplexen Themen und unerwarteten Zusammenhänge, die faszinieren, wenn sie sichtbar gemacht werden. Archimedes hebt genau diese Schätze und macht sie in überraschen-

den Kontexten, mittels Interaktionen und neuen Technologien, die gezielt in die Dramaturgie und Szenografie der Ausstellung eingebunden sind, zu einem unvergesslichen Ausstellungserlebnis.

Objekte können berührt, gesteuert, belauscht und bestaunt werden und machen Themen so nicht nur aktional, sondern auch ästhetisch und emotional erfahrbar.


Konvergente Szenografie für die Forschung

Neue Wege, Geschichten zu entdecken

Selten waren Forschung und Lebenswelt in einem Trend so nahe beieinander: Der Konvergenz von Themen, Technologien und Medien. Für den Max Planck Science Tunnel hat Archimedes eine Inszenierung entworfen, die klassische und virtuelle Objekte mit Forschungsbildern, wissenschaftlichen Statements, Publikumsfragen und -wünschen zu einer eigenen Tour d’Horizon verbindet – sichtbar, erklärbar und erzählbar. Als Wissens-Horizont gestaltete Archimedes eine Szenografie, die die Dynamik der Forschungswelt in wechselnde Bogenkonstruktionen, Spannungsbögen und Lichtinszenierungen übersetzt. Einfache und erstaunliche Objekte aus der aktuellen Arbeit der Max-Planck-Wissenschaftler markieren in der Dramaturgie Akzente

Archimedes entwickelt in Gemeinschaftsprojekten mit Forschungsinstituten Software und Präsentationstechniken. Dieses Know-how fließt in Exponate und Tools für die harte Praxis im Ausstellungsbetrieb ein: attraktiv für die Besucher, einfach zu pflegen für die Museen und technisch auf Jahre verlässlich. Hinter den Exponaten steht ein erprobtes Exhibition-Management-System, das die Bereitstellung von Content und audio-visuellen Inhalten für Multi-Media-Anwendungen und mobile Endgeräte – sei es der Museum-Audioguide oder das Smartphone eines Besuchers – unterstützt.

Der Max Planck Science Tunnel setzt eines der weltweit erfolgreichsten Formate in der Wissenschaftsvermittlung fort. Als Wanderausstellung reist er um die ganze Welt und setzt ein klares Statement in seiner Gastarchitektur.

Der urbane Platz im Bereich ME-US:THEM lädt die Besucher ein, sich mit sich selbst, ihren Beziehungen zu Gruppen und zur Gesellschaft auseinanderzusetzen.

aus dem Forschungsalltag. Eine Augmented-Reality-App »zoomt« die Details nah heran und schildert ausführlich den wissenschaftlichen Kontext der Objekte. Was Teenager wirklich interessiert Seit einem Jahr wendet sich die Ausstellung »Re:generation« im Copernicus Science Center in Warschau erfolgreich an Jugendliche. Im Mittelpunkt stehen die Besucher und ihr Verhältnis zu sich selbst und – basierend auf aktuellen Forschungsergebnissen aus Soziologie, Psychologie, Neurobiologie und Ethnologie – zur ihrer Umwelt. Auf einer Fläche von über 1.000 qm entwickelte Archimedes vier szenografische Räume: von «ME« über »ME - YOU«, »ME-US-THEM« bis zu »ME-WORLD«« werden die Konflikte, Facetten und Koordinatensysteme der Lebenswirklichkeit junger Menschen anspruchsvoll beleuchtet. Das Herzstück der Ausstellung, die Exponate, sind so konzipiert, dass sie in zunehmender Interaktion der Besucher gespielt und getestet werden.

Geschichten Der Roboter Felix kann in Echtzeit die Mimik seines Gegenüber nachahmen. Möglich wird die Interaktion durch eine Kombination hoch entwickelter Softwarelösungen und einer damit verbundenen ausgeklügelten Antriebsmechanik

Am SessionDesk 2.0.können Besucher als Gruppe oder einzeln Texte, Bilder, Filme bis hin zu komplexen 3D-Daten intuitiv mittels Fingergeste steuern.

Mit dem SessionDesk (interaktiver Medientisch) realisierte Archimedes beispielsweise ein Multi-Touch- und Multi-User-System. So lassen sich Sammlungsbestände und Archive für die Besucher in faszinierender interaktiver Umgebung präsentieren. Die datenbankbasierten Anwendungen erlauben ebenfalls die einfache Interaktion von Besuchern und Social-Media-Auftritten der Museen.

Archimedes Exhibitions, Berlin, Kassel www.archimedes-exhibitions.de

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Was ist Szenog Prof. und Direktor Gerhard Kilger

A | Syntax in narrativen Räumen

Fotos: © DASA Dortmund | Uwe Völkner

In Museen wird Szenografie sehr kontrovers diskutiert. Dies hat in Deutschland vor allem damit zu tun, dass die Museen die Beschäftigung mit den Sammlungen als ihre Hauptaufgabe sehen und weiterhin sehen werden. An das Ausstellen selbst wurden selten wissenschaftliche Kriterien gestellt. Die Qualität der Vermittlung wurde und wird häufig den Museumspädagogen überlassen, diese haben Präsentationen meist aufzuarbeiten anstatt mit zu gestalten. Dass die Ansprüche an hochwertiger Vermittlung durch die Methode des Ausstellens weit über das hinausgeht, was Designer und Pädagogen leisten können, dies zeigt der kontroverse Diskurs.

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Die Bezeichnung Szenografie für die Methode der Ausstellungsgestaltung ist aus dem Theater entlehnt. Weil das deutsche Wort »Gestaltung« nicht zu übersetzen ist, hat sich im Zuge der Planungsarbeiten der EXPO 2000 in Hannover der deutschsprachige Raum dazu entschlossen, den französischen und angloamerikanischen Gebrauch dieses Wortes für die Ausstellungsgestaltung zu übernehmen. Dieser ist mit dem im Theaterwesen gängigen Begriff nicht identisch.


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Elementarraum Vier kubische, ganzheitliche »Elementarräume« geben die abstrakten Begriffe von geistiger, physischer, psychischer und sozialer Kompetenz wieder. Material, Licht, Chiffren, Klänge, Geruch und Interaktion verbinden sich zu szenografischer Gesamtheit.

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Fotorundwand Die Belange des Mensch-Seins in einer technisierten Arbeitswelt. Licht, Lichtführung und Fotokunst umgeben die Technik der »neuen Arbeitswelten« in der Ausstellung.

Es war aber gerade dieses Ereignis zur Jahrtausendwende, das für ernstzunehmende Museumsfachleute erkennen ließ, dass diese Art – von seriöser Vermittlung weit entfernte Eventökonomie – für Präsentationsformen in Museen nicht in Frage kam. Die fachspezifische Diskussion fand deswegen meist außerhalb des Museumswesens statt – sieht man von den jährlichen Kolloquien in der DASA in Dortmund ab. In den Kulturwissenschaften, in den neu geschaffenen Lehrgängen für Szenografie an den Hochschulen und bei einigen renommierten Ausstellungsagenturen hatte ein Diskurs darüber begonnen, welche theoretische Bedeutung man den Objekten zumessen sollte, wenn man sie zur Vermittlung in Ausstellungsräumen präsentiert: Sind sie in ihrer Präsenz noch authentisch? Können sie mit ihrer »Aura« ihre Eigentlichkeit vermitteln? Wie müssen wir die »Sprache der Dinge« verstehen und in Ausstellungen einsetzen? Es waren die Szenografen selbst, die das Thema der Semantik für sich entdeckten und damit auch die Grundlage für eine wissenschaftlich ausgewiesene Fachdisziplin schufen. Die Objekte als Zeichen zu verstehen, deren Bedeutungsfeld – oder Wortfeld – mit dem ursprünglichen Objekt nur teilweise deckungsgleich sind. Dieser seit Ludwig Wittgenstein in der Linguistik geführte Diskurs hatte nun in der Szenografie begonnen. Mehr noch: Die Objekte in ihrem performativen Erscheinen als Zeichen zu verstehen, macht natürlich nicht bei ihrer Verwendung in Ausstellungen (Heiner Wilharm) halt. Szenografie als Semiotik hat damit grundsätzliche Fragen der Erkenntnistheorie

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aufgeworfen. »Haben wir Vertrauen zu dem, was wir sehen?« und »Welche Bedeutung hat Zwischenraum?«. Narrative Räume – im anglo-amerikanischen längst diskutiert – haben die Begriffe der Szenografie auch in Deutschland gefestigt: Die Sprache der Dinge in ihrer Figürlichkeit einer gestalteten Innenarchitektur verbindet sich in ihrer Rezeption durch Publikum zu aussagekräftigen Räumen (Frank den Oudsten). Diese Verbindung der einzelnen Objekte zur Gesamtheit birgt ein weiteres Geheimnis: Das Phänomen des Sprungs, bei dem sich die Summe der Einzelobjekte zu neuer Qualität erhebt. Bei Friedrich Hegel und Ernst Bloch ist dieses Phänomen nicht nur auf Materialität bezogen, sondern auch bei geistigen, historischen und gesellschaftlichen Prozessen festzustellen. In der Linguistik erscheint uns das ganz alltäglich: Ein Satz ist mehr als die Summe der Wörter, in seinen Gedanken, in seiner Syntax drückt er in »neuer Qualität« die narrative Ganzheit gegenüber den linearen Einzelbedeutungen aus. Ebenso ist ein gut gestalteter Innenraum mehr als die Summe der in ihm wahrnehmbaren Objekte und Einrichtungsgegenstände. Die Semiotik der narrativen Räume gilt es bei der Ausstellungsplanung zu untersuchen und in welchem Maße die Zeichenhaftigkeit dieser Räume mit dem Authentischen der Darstellungsinhalte zu tun hat. Auch wenn die Sprache der Dinge und ihre »Syntax« in narrativen Räumen einen ganz spontanen Akt nonverbaler Vermittlung darstellen, so zeigt auch hier der Vergleich zur Linguistik ein hermeneutisches Problem: Sender und Empfänger müssen sich verstehen, die Bedeutungen von Gespro-


„Nicht das weitschweifige Erklärungen Erfordernde ist das Interessante im Leben, sondern das, was sich nur durch viele Erlebnisse erfahren lässt.“ Nörretranders, Tor: Spüre die Welt. Die Wissenschaft des Bewusstseins.

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chenem und zeichenhaft Vernommenem sollen weitgehend identisch sein. Für einen Gestalter heißt das, nicht die Organisation und Funktionalität von visuellen Reizen, sondern die Frage, welche Auffassung und Eindrücke beim Publikum als »Gegenleistung« entstehen, sollen für seine Gestaltung maßgeblich sein. Nicht Raumwirkungen mit entsprechender »Reiztopografie« zu Zwecken der Konditionierung, sondern szenografische Entwürfe, die sich aus dem Gebrauch, der Bedeutung, aus dem Verhalten oder dem Erlebnis in öffentlich zugänglichen Ausstellungsräumen herleiten, sollten zum Einsatz kommen. Eine derartige Umpolung der Produzentenästhetik auf die Rezipientenanalyse soll jedoch keinesfalls nur zur Erfüllung eines vordergründigen Publikumsgeschmacks führen. Im Gegenteil, die Aussichten auf noch Unbekanntes, auf Neues und Überraschendes, die Öffnung des Unverhofften gibt der verbalen oder nonverbalen Vermittlung erst ihren Sinn. Dass der Empfänger die Zeichen der Objekte möglichst als authentisch versteht, heißt nicht, dass er sie längst und vollständig kannte. Das Neue und Überraschende bestimmt den Anteil der Rezeption, der den Mehrwert und die Nachhaltigkeit für jede Erfahrung in narrativen Räumen ausmacht. »Das hätte ich nicht erwartet!« kann als höchste Form von rezeptiver Äußerung über den Zustand eingestuft werden, den wir üblicherweise mit Begeisterung oder Faszination bezeichnen. Neben der Erkenntnis und dem Erlebnis in Ausstellungen ist es vor allem das Staunen, das gute Ausstellungskonzepte erzeugen sollen.

B | Szenografie in Museen Gänzlich unabhängig von theoretischen Überlegungen haben Museen das alltägliche Thema der Präsentation von Objekten in ihren Räumen. Dabei muss man unterscheiden, ob sie Räume als Gegebenheit (z. B. alte Industriearchitektur), als Darstellungsmittel (z.  B. Hängung im »white cube«) oder als dargestellten Bedeutungsinhalt (z. B. szenisch gestaltete Innenarchitektur) verwenden. In jedem dieser drei Fälle findet Vermittlung durch Gestaltung statt. Man kann nicht nichtgestalten, wie dies für jede Kommunikation gilt. Insofern kann man für Museen ganz allgemein definieren: Szenografie betrifft alle Maßnahmen, die eine beabsichtigte oder zufällige Raumbildung in öffentlich zugänglichen Räumen darstellen und dem Zweck des Ausstellens in Museen dienen. Grundkenntnisse in Szenografie sind deswegen für alle Kuratoren und Direktoren wichtig. Dies gilt auch für diejenigen im Museumswesen, die allen gestalterischen Maßnahmen zugunsten einer reinen Objektpräsentation eher skeptisch gegenüberstehen. Denn professionelle Ausstellungsplanung muss davon ausgehen, dass jede Präsentationsform ihre jeweilige »Sprache« entwickelt. Zudem besteht die Forderung an professionelle Ausstellungsregie des Kurators, denn die meisten Gestalterbüros besitzen heute ein hohes fachliches Niveau. Dem kann seitens der Auftraggeber längst nicht mehr nur die Haltung »Gefällt mir« oder »Gefällt mir nicht« genügen, vielmehr müssen fachlich fundierte Vorstellungen vorausgesetzt werden. Vorgege-

Glashaus Das älteste und jüngste Glied der Evolution: Der Mensch im Farnwald. Seine natürlichen Veranlagungen und Belange werden interaktiv mit den Sinnen erfahrbar.

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Aussichten zur Öffnung des Unverhofften 13. Szenografie Kolloquium 23.-25.1.2013

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Ein interdisziplinärer Austausch mit Fachbeiträgen, Workshops und Podiumsdiskussionen für Museums- und Ausstellungsfachleute sowie mit Beiträgen aus Kunst, Architektur, Physik, Psychologie, Philosophie, Medienwissenschaft.

Anmeldung: www.dasa-dortmund.de


ben werden muss – neben Konzeption und Sammlungslisten – zumindest die Vorstellung von »Raumcharakteren«. Diese unterscheiden sich beispielsweise in ihrem Sozialbezug, nach ihrem Psychologiebezug, aber auch in ihrem Bedeutungsproblem. Dies gilt grundsätzlich und nicht nur für Ausstellungen: Traditionell haben Räume, die beispielsweise durch Tanz, rituelle Handlungen, gemeinsames Essen, Schlafen, Musizieren o. ä. genutzt werden, entsprechende Raumcharaktere. In der Szenografie leiten sich »Raumbegriff« und »Raumerfassung« entsprechend der Betrachtung von Skulptur im realen Raum bei Kunst- und Architekturwissenschaften ab. Gerade von Kuratoren ist es oft nicht selbstverständlich, dass sich der Raum mit der Skulptur oder den Ausstellungsstücken innig verbindet und dass ein multidimensionaler »reeller« Raum entsteht, in dem sich der betrachtende Mensch bewegt.

hung von Räumen zu begreifen. Für eine planerische »Raumdramaturgie« gilt es, Zeit und Zeitlichkeit nicht im messbaren Sinne oder durch Vernunft geprägte Einleitung zu verstehen, sondern als menschliches Erleben. Und dieses findet mit der Gesamtheit der Sinne jedes Einzelnen statt. Die Planung muss davon ausgehen, dass es meist nicht nur um das intentionale, sondern um das phänomenale Bewusstsein geht – um Begriffe der Bewusstseinsforschung zu verwenden. Letzteres richtet eben nicht seinen Verstand ganz aufmerksam auf ein interessantes Ausstellungsstück aus, sondern es verweilt und verfährt im Raum und erfährt den unreflektierten Gesamteindruck. Besucherwege in Ausstellungen bilden in der Rezeption jedes Einzelnen unterschiedliche Raumfolgen, die es planerisch zu unterscheiden gilt. Sie wirken stark durch Dramaturgie, wie sie im Theater oder im Film lange bekannt sind. Einstimmungs-, Vertiefungs-, Studien-

Kleiderfassade Die Sozialpolitik Bismarcks als immaterielles Erbe für den heutigen Sozialstaat: Originalbüste vor der aus Einzelschicksalen gebauten Fabrikfassade

Von hoher Bedeutung ist die Kenntnis der anzunehmenden »Raumnutzung« durch Publikum. Dies gilt auch für die Fähigkeit zur Orientierung; diese wird geleistet in einem Zusammenwirken von signifikanten Übergängen, Spannungen und Lichtführungen. Raumerfahrung hat sich an den natürlichen Veranlagungen und Befindlichkeiten des Menschen zu orientieren. Das bedeutet, nicht vorrangig den geometrischen Raum, die Architektur und ihre objektive Ausdehnung und Maßhaltigkeit zu betrachten, sondern was wir als menschliche Umgebung, als erlebbare Rezeption verstehen. Diese durchaus subjektive und sinnliche Form der Betrachtung von Raum gilt es als Abfolge durch Bege-

und Verweilzonen, sowie Raum- und Lichtwechsel der Wegeführung müssen mit Szenografen entwickelt werden. Museen haben ihre »Schwerkraft« durch ihre Sammlungsbestände und ihr jeweiliger Bildungsauftrag liegt in der Vermittlung. Insofern kommt ihrer Gestaltung ein hoher Stellenwert zu. In ihren Angeboten stehen sie zunehmend in einer durch digitale Medien geprägten Welt. Hierbei zeigt sich bereits jetzt, dass die Erfahrung von Originalen und von persönlichem Erleben ein zunehmendes Bedürfnis wird. Dieses Potential ist für die Facharbeit der Szenografie eine große Herausforderung.

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Szenografie + DASA-Marketplace Dortmund, 23.–25. Januar 2013 Der Weg zur begehrten Ausstellung beim 13. Szenografie-Kolloquium der DASA Das Szenografie-Kolloquium bei der DASA in Dortmund ist mit seinen erstklassigen Referenten »das Ereignis« für Museen und Szenografen. Zur Weiterentwicklung wurde museum.de über eine öffentliche Ausschreibung mit der Organisation des ersten Marketplace beauftragt. Ziel des Marketplace ist es, den theoretischen Aspekt der Szenografie in die Praxis umzusetzen und vor Ort Beispiele zu zeigen. Planung und Realisierung von Ausstellungen sind interdisziplinäre Teamarbeit. Der Marketplace ist eine erstklassige Gelegenheit, kreative Köpfe kennenzulernen, die als Partner für erfolgreiche Ausstellungen in Frage kommen.

Foto: © Susanne Dobler

Wir informieren Sie gern über die Möglichkeiten Ihrer Präsenz – mit einem eigenen Stand oder mit ausgelegten Medien – beim Kolloquium in Dortmund. Rufen Sie uns an: Telefon 02801-9882072 oder senden Sie eine Anfrage-Mail an museum@mailmuseum.de Ihr Uwe Strauch

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»Alles Künftige ist verbunden mit dem Vergangenen.« (Marc Aurel)

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Fotos: Mike Bink

Arch채ologie der Niederlande Rijksmuseum van Oudheden, Leiden | NL

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Die Archäologie der Niederlande von der Frühzeit bis zur Jetztzeit, basierend auf etwa 80 archäologischen Ausgrabungsorten, präsentiert Kinkorn mit dem Konzept eines Bandes. Das Band repräsentiert mit seinen Biegungen, Schwingungen und Wölbungen die Veränderungen der menschlichen Lebensbedingungen. Es kann die flache, kahle Steppe darstellen, ein Flussufer, einen dichten Wald oder ein gebautes Habitat mit hohen Stadtmauern und -toren. Die wechselnden Erscheinungsbilder werden begleitet von einem Soundscape. Das fortlaufende Band symbolisiert die nie endende Geschichte und die Verbindung aller Dinge. Wir entschieden uns für diese zeitgemäße Form, weil wir heute leben und Archäologie aus unserem spezifischen Standpunkt in Zeit und Kultur betrachten, der unseren Rahmen des Verstehens und Interpretierens gibt. Jedes darin präsentierte Objekt zeigt sich in eigener Szenerie. Reliefs in der Oberfläche unterstreichen die voranschreitenden künstlerischen Fähigkeiten der jeweiligen Zeit. Auch Zeitangaben und Titel finden sich als Relief. Wir zeigen, dass Archäologie nicht einer entfernten Vergangenheit angehört, sondern unser tägliches Leben in Zukunft Gegenstand der Archäologie sein wird. Deshalb ist der letzte Teil der Ausstellung ein Unterschlupf aus dem Zweiten Weltkrieg, der von einem deutschen Schützen benutzt wurde. Der Betrachter findet an dieser Stelle Alltagsutensilien wie eine Zahnbürste und Weinflaschen. Die Objekte sind in der Gestaltung vorrangig, sie bestimmen die Szenerie und erzählen ihre Geschichte. Sie finden sich hauptsächlich ‘in situ’; hinter, in und auf dem Band. Frei stehende Vitrinen gegenüber dem Band repräsentieren die zahlreichen Grabstellen, in denen die Teile der Ausstellung gefunden wurden. Dem Band folgend erhält der Besucher zusätzliche Informationen zum Kontext, neben den Texten gibt es folgende Exponate:

Landschaften Ziel: geben dem Besucher einen Eindruck von der Landschaft im jeweiligen Zeitraum Weg: Projektion wechselnder Landschaften im Lauf der Jahrhunderte Bild der Zeit Ziel: geben dem Besucher einen Eindruck vom Wandel der Habitate Weg: Projektion aus Google Earth, Wechsel vom jetzigen zum historischen Zustand.   Treffen Ziel: geben dem Besucher einen Eindruck von Familienleben, Ernährung und Mobilität in der Vergangenheit Weg: Besucher sind Gäste am Feuerplatz, die Gastgeber erzählen und zeigen Bilder aus ihrem Leben.   Schlafplätze für Kinder Ziel: geben dem jungen Besucher einen Eindruck vom Leben der Kinder verschiedener Ären und Kulturen. Die Schlafplätze sind Erwachsenen nicht zugänglich. Weg: Physikalische Schlafstellen, verborgen unter dem Band. Unterstützt durch Audio und leuchtenden Duratrans, die eine träumerische Atmospäre schaffen. Inspiration Ich wurde inspiriert durch Arbeiten von Zaha Hadid und anderen, das Museum für zeitgenössische Kunst Bahrain, das Nuragic and Contemporary Art Museum in Cagliari, Italien und ihre Schuhe für Lacoste und Melissa Shoes.  Die fließende Form des Bandes ermöglicht entsprechende Ausstellungen auch bei geringerem Platzangebot und bei höherer Geräuschentwicklung (etwa durch Klimaanlagen oder Leitungen) als in diesem Museum der Fall. Maarten Meevis | Kinkorn

Wald

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Fluss Moor Steppe

Wald

Ufer

Tor

Mauer


www.kinkorn.nl 27


BIKE EXPERIENCE Motorradgeschichte erleben Aufsteigen und Mitfahren! Im Deutschen Zweirad- und NSU-Museum in Neckarsulm erleben die Besucher die Geschichte des Motorrads mit allen Sinnen

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Die Agentur REINECKE NEW MEDIA aus Stuttgart bringt ihre Erfahrung aus mehreren Weltausstellungen in die Neukonzeption des Museums ein. Das Edutainment der Besucher steht dabei im Mittelpunkt.

»Besucher für die Motorradgeschichte begeistern« war die wichtigste Leitlinie bei der Neukonzeption des 2.000 qm großen Museums und insbesondere beim einstimmenden, multifunktionalen Kinoraum im Foyerbereich. Bernd Reinecke, Inhaber und kreativer Kopf der Agentur, beschreibt die konzeptionelle Idee: Wäre es nicht großartig, wir könnten den Museumsbesuchern ein richtiges Erlebnis bieten? Eine Ausfahrt auf alten Motor-

rädern? Abenteuerliche Momente? Eine spannende Reise durch die Geschichte der Mobilität auf zwei Rädern? Die 2011 präsentierte Idee überzeugte und die nun umgesetzte Realisierung des ersten Raums fasziniert: Besucher aller Altersgruppen steigen auf Motorradoldtimer und werden von der mächtigen Panoramaleinwand, Motorensounds und Gegenwind in die Geschichte gezogen. Die Bike Experience ist die neue Attraktion des Deutschen Zweiradmuseums.

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Motorradgeschichte inszenieren Der einstimmende, multifunktionale Kinoraum im Foyerbereich des Museums bietet eine ganz besondere Atmosph채re und die Attraktion eines Films zum Mitfahren.

Konzeption Legendenvitrine: Form und Material, dynamisches Lichtdesign und eine lebendige Hintergrundgrafik schaffen die besondere Aura f체r Motorradlegenden und den gesamten Kinoraum

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Die Neukonzeption des Museums

Die Bike Experience zum Mitfahren

2011 entscheidet sich die Stadt Neckarsulm ihr in den 1950er Jahren gegründetes und zuletzt in den 1990er Jahren aktualisiertes Deutsches Zweirad- und NSU-Museum zu modernisieren und inhaltlich zu erweitern. Das Museum zählt zum Kern der Stadtidentität. In den 1950er Jahren produzierte an diesem NSU Standort die größte Motorradfabrik der Welt.

Morgenstimmung, eine breite Landstraße zieht sich von der Leinwandmitte in die Tiefe des Bergpanoramas. Die Protagonisten, Vater und Sohn, starten ihre Motorräder. Auch die Motorräder der Besucher im Kinoraum werden lebendig: ein Einzylindermotor startet, ein Zweizylindermotor kommt dazu, ein Vierzylinderklang ertönt. Zylindersinfonie.

Die Agentur Reinecke New Media gewinnt mit einem Entwurf zur Neukonzeption das Vertrauen, die traditionsreiche Ausstellung im ehemaligen Deutschordensschloss ins 21. Jahrhundert zu führen.

16 Kanal Surround Sound, 4K-Videoformat, 256 DMX Lichtkanäle, Leinwand und Kinoraum verschmelzen akustisch und visuell zu

Bike Experience: Der Film zum Mitfahren

Die interdisziplinäre Planung

Der erste Schritt der Umsetzung ist die Besucherattraktion BIKE EXPERIENCE, das neue Erlebniskino, welches nicht nur Motorradfahrer begeistert. Reinecke New Media übernimmt in enger Abstimmung mit Christoph Rehm, Architekt des Hochbauamts, und Natalie Scheerle-Walz, Leiterin des Museums, die Detailplanung der Räume, vom 3D-Entwurf bis zur Ausschreibung der baulichen Leistungen, ebenso die aufwendige Licht- und Medienplanung. Szenografie, Drehbuch und Regie liegen in den Händen von Bernd Reinecke. Im Agenturteam ergänzen sich Konzeptioner, Szenografen, Architekten, Licht- und Medieningenieure, Grafik- und Mediendesigner und eine Filmproduktion. Die Szenografie

Bernd Reinecke: Raumarchitektur, Licht und Filmprojektion fließen ineinander! Ein Raum wie eine Straße, Asphaltboden, Mittelstreifen, historische Motorräder bereit zum Aufsteigen und Losfahren, am Ende des Asphalts beginnt der Horizont einer Filmprojektion. Parallel zur Straße eine scheinbar endlose Vitrine aus Stahl und Chrom, eine würdige Aura für die ausgestellten Motorradlegenden. Programmierte Lichtwellen wandern über ihre Kühlrippen, ihre alten Scheinwerfer reflektieren die neuen LED-Strahlen.

einem gemeinsamen Handlungsraum. Die Akteure geben Gas, Motorradschweinwerfer leuchten auf, die Motoren beschleunigen. Windmaschinen blasen Fahrtwind in die Gesichter und lassen das Lächeln noch etwas breiter werden.

Stündlich ein Start: Auf der Leinwand beginnt eine nostalgische Rennstartanimation, erste Besucher steigen auf die Motorräder, andere nutzen die Renntribüne, setzen sich auf Kissen aus altem Sattelleder. Der Film beginnt …

Das nächste Highlight folgt schon hinter der nächsten Kurve: hochdrehende Maschinen eines Youngtimertreffs. In nur acht Minuten durchfahren die Besucher die Geschichte der Mobilität auf zwei Rädern.

Konzeption Erlebnis-Kino: Architektur und Panoramaprojektion

Erster Zwischenstopp ist der alte Rennturm der Solituderennstrecke, hier wird die NSU Renngeschichte mit historischem Filmmaterial lebendig. Werner Haas fährt vor ihren Augen über die Ziellinie und wird Weltmeister.

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Die Idee: Themenlandschaften

Radfahren wird von den meisten Menschen ganz natürlich und positiv mit der Bewegung durch grüne Landschaften assoziiert. Darauf gründet der konzeptionelle Ansatz, die Ausstellung in Themen zu strukturieren, die sich wie eine mäandernde Landschaft durch den Raum bewegen. Der erste Landschaftsteil zeigt die historischen Erfindungen, der gegenüberliegende Teil die aktuellen Entwicklungen der Fahrradtechnik. Konzeption: Themenlandschaft der »Historischen Erfindungen«

Die szenografische Umsetzung

Der ganze Raum wirkt wie ein dreidimensional abstrahiertes Bühnenbild einer lebendigen Landschaft. Jedes Thema, wie z.B. der aktuelle Downhill-Sport, ist homogen in diese moderne Szenografie integriert. Landschaftsform, Lichtdesign, moderne Fahrradexponate, Grafik, Videoscreens und Texte bilden ein einzigartig faszinierendes Gesamtbild, das die Besucher anspricht und in das Thema hineinzieht. Umsetzung: Downhill-Szenografie der »Aktuellen Entwicklungen«

Interaktion: Anfassen und Begreifen

An interaktiven Exponaten dürfen die Besucher selbst Hand anlegen, etwas ausprobieren und physikalische Zusammenhänge erkennen. Wie z. B. beim interaktiven Räderexponat: die fünf Räder repräsentieren die fünf Meilensteine der Radentwicklung, vom hölzernen Laufrad bis zum superleichten Rennrad mit Carbonfelge. Das Drehen am jeweiligen Rad aktiviert eine didaktische Grafikanimation auf den Multimedia-Screens. Interaktion: Das Drehen am Rad aktiviert die Infoscreens

Die Kommunikationsebenen

Neben der Themenlandschaft gliedern großformatige Themenrahmen die Ausstellung in eine chronologische Abfolge und vertiefen die Themen. Eine interessante Frage spricht die Besucher direkt an: »Das Rad wurde vor 6.000 Jahren erfunden, das Laufrad erst 1817. Warum?« Die überraschende Antwort folgt auf den Text- und Grafikebenen. Und der lebensgroße Erzähler, hier Karl Drais, erzählt eine ganze Geschichte über die Vorzüge seiner Erfindung via Audioguide.

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Kommunikationsebenen: Hintergrundthemengrafik, Textebene, Exponat, Erzähler, Audioguide


Junge Zielgruppen sind mit einer konventionellen Ausstellungsgestaltung nicht mehr zu erreichen. Schülergruppen fordern eine frische, interaktive Begegnung mit den Themen der Ausstellung.

Bicycle Evolution

Die interdisziplinäre Planung

Die neue Gestaltung des Deutschen Zweirad- und NSU Museums folgt den Grundsätzen der verantwortlichen Agentur: Moderne, besucherorientierte Ausstellungsgestaltung entsteht in interdisziplinärer Teamarbeit von Spezialisten. Von Konzeptionern, Szenografen und Architekten, Drehbuchautoren und Mediendesignern, Licht- und Medienplanern. Das gemeinsame Ziel mit den Museumsleitern und -betreibern ist die perfekte Inszenierung der Themen: Inhaltlich, formal, interaktiv und besucherorientiert. Die Begeisterung der Besucher ist ein wesentlicher Maßstab des gemeinsamen Erfolgs.

Raumszenografie: Themenlandschaft, Exponate, Grafikdesign und interaktive Multimediaprogramme verschmelzen zu einem lebendigen Erlebnis mit den Besuchern

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dessen Existenz er zuvor keine Kenntnis hatte, das ihn nun aber neugierig macht. Dank der aMuse-APP hält er alle tagesaktuellen Informationen wie Öffnungszeiten, Ausstellungen in der Hand und muss nur noch ins Museum hineingehen.

Applikationen, Anwenderprogramme für mobile Geräte, so genannte Apps, etablieren sich mehr und mehr zu der gängigen Informationsquellen, die von überall bequem und schnell vor allem per Smartphone abgerufen werden. Kommunikationswissenschaftler gehen davon aus, dass in wenigen Jahren nur noch internetfähige Handys im Gebrauch sein werden. Nach Angaben der ARD/ZDF-Onlinestudie gehen 2012 bereits 84 Prozent der User über Smartphones mobil ins Internet. Die Smartphone-App ist das wichtigste Informationsmedium der mobilen Kommunikation – für alle Altersgruppen.

Im Museum ist die aMuse-APP ein multimedialer Guide und macht in Zukunft Ausleihgeräte überflüssig, da der Besucher sein eigenes Ausgabegerät bereits mitbringt.

aMuse-Portal auf dem Smartphone

Die aMuse-App ist über ein Marketinginstrument par excellence hinaus, auch ein optimales Mittel, um den Einzelbesucher individuell mit passgenauen Informationen zu bedienen.

Mit dem Smartphone ins Museum – Marketing und Vermittlung per App Längst ist diese Entwicklung bei den Museen angekommen: in kaum einem wird nicht über die Anschaffung einer Smartphone-App nachgedacht. Museums-Apps können verschiedene Funktionen erfüllen: Am relevantesten sind die des Marketings und der Vermittlung. Das bedeutet, dass bei der Beauftragung einer App-Entwicklung genau überlegt werden muss, was und vor allem wer mit einer App erreicht werden soll. Soll die App der fundierten Vermittlung in den Museumsräumen dienen oder soll sie vor allem Marketinginstrument zur Gewinnung neuer Besucher sein? Eine Marketing-App zur Erschließung neuer Besucherkreise per App? Eine Marketing-Museums-App macht durch fundierte, lebendige und vor allem an das Medium angepasste Informationen die App-User auf das Museum neugierig oder sogar erst aufmerksam.

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Doch so mancher Museumsmitarbeiter steht dieser Entwicklung skeptisch gegenüber. Vielleicht kann das eine einzelne App tatsächlich nicht leisten. Daher hat axperience einen Weg gefunden, die Synergien einzelner Museums-Apps zu bündeln und zu nutzen: Das aMuse-PORTAL Deutschland und die dort verankerte kostengünstige aMuse-APP. Dadurch, dass die Museen im Portal vereint sind, erhält der User einen schnellen Überblick über die gesamte Museumslandschaft Deutschlands – und die Museen neue Besucher. Durch eine intelligente Suche nach Themen werden alle Museen miteinander verknüpft, sodass der User schon bei der Vorbereitung eines Museumsbesuchs – aber auch direkt vor Ort – mit nur wenigen Eingaben für ihn interessante Museen findet. Außerdem kann er standortbezogen suchen und auf diese Weise vor einem Publikumsmagneten stehend ein spezialisiertes Haus finden, von

Vertiefte Vermittlung mit der aMuse-APP plus Auf der aMuse-App plus lassen sich durch verschiedene technische Features Inhalte und Objekte in jeweils passender multimedialer Form erläutern. So kann zum Beispiel die Funktion eines Fahrzeugs mit einer 3D-Animationen verständlich visualisiert werden. Komplexe, historische Hintergründe können mit Hilfe interaktiver Elemente und Grafiken anschaulich gemacht werden. Muss man nun befürchten, dass Museumsbesucher nur noch auf ihre eigenen kleinen mobilen Geräte starren und den Objekten selbst kaum einen Blick würdigen oder diese gar überflüssig sind? Für Apps gilt dasselbe wie für alle Medien: Sie können nur so gut sein wie der Inhalt, der auf sie gespielt wurde. Einer sinnvollen und ansprechenden Vermittlungs-App


Mumienscanner in Aktion

liegt ein durchdachtes Konzept zu Grunde, welches festlegt, welche Inhalte auf welche Weise wem vermittelt werden sollen. Um möglichst viele Besucher zu erreichen und vor allem auch Familien die Möglichkeit zu geben, gemeinsam das Museum zu entdecken, sollten verschiedene Level für den unterschiedlichen Wissensstand angeboten werden. Besonders gut zur Vermittlung eignen sich interaktive Lernspiele. In altersgerechter Ansprache werden die User aufgefordert, anhand von spannenden Aufgaben die Objekte genau zu betrachten. Auf der App erhalten sie ansprechend aufbereitete Zusatzinformationen zur Herstellung und Geschichte der Objekte: Das können 3D-Animationen, Röntgenbilder und natürlich der Verweis auf weitere Originale sein. So führt zum

Beispiel nur die Eingabe von an den ausgestellten Artefakte Erlerntem zum Start des Mumien-Scanners, der das Innere des Sarkophags offenbart. Die Rituale des ägyptischen Kults werden so unvergesslich, denn das Selbstentdecken und der mit dem Wechsel der Medien verbundene Spaß führen erwiesenermaßen zu einem hohen Lernerfolg – das gilt gleichermaßen für Kinder und Erwachsene. Partizipation ist den Museen generell von immer größerer Bedeutung. Der Besucher möchte nicht nur mit Wissen und Infor-

mationen versorgt werden, sondern er möchte aktiv einbezogen werden, seine Meinung kundtun und auch ein Feedback erhalten. Für Museen, die bereits aktiv Social Media betreiben und soziale Netzwerke wie facebook und twitter nutzen, bietet es sich an, auf der aMuse-App plus eine direkte Verknüpfung zu diesen Online-Kommunikations-Multiplikatoren zu legen. Neben der Möglichkeit des schnellen Feedbacks und der Information können diese auch für Wettbewerbe und andere Aktionen genutzt werden.

Dr. Silke Krohn Leiterin Konzeption und Redaktion axperience s.krohn@axperience.eu Telefon 0331 626 449 –16

Markuswagen in 3D-Animation

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Gabriel von Max (1840–1915) Die weiße Frau, um 1900 (Ausschnitt) Öl auf Leinwand, 100 × 72 cm Privatbesitz

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2013 zeigt das Städel Museum die große Sonderausstellung »Schwarze Romantik. Von Goya bis Max Ernst«. Erstmals widmet sich damit eine Ausstellung in Deutschland der dunklen Seite der Romantik und ihrer Fortführung im Symbolismus und Surrealismus. Anhand von mehr als 200 Gemälden, Skulpturen, Grafiken, Fotografien und Filmen zeigt die umfangreiche Schau im Ausstellungshaus des Museums die Faszination zahlreicher Künstler für das Abgründige, Geheimnisvolle und Böse. Aufbauend auf dem eigenen Sammlungsbestand präsentiert die Sonderausstellung im Städel bedeutende Leihgaben aus international renommierten Sammlungen wie dem Pariser Musée d‘Orsay, dem Musée du Louvre, dem Museo del Prado in Madrid oder dem Art Institute of Chicago.

meten sich junge Literaten und Künstler verstärkt der Kehrseite der Vernunft. Das Schreckliche, das Wundersame und Groteske machten dem Schönen und Makellosen die Vorherrschaft streitig. Der Reiz der Beschäftigung mit Sagen und Märchen und die Faszination für das Mittelalter traten dem Ideal der Antike gegenüber. Auch die heimische Natur gewann verstärkt an Anziehungskraft und wurde zum belieb-

del-Ausstellungshauses erstreckt. Dass die Szene in der Gegenwart angesiedelt, aber durch den gnomenhaften Dämon und das lüsterne Pferd auch mit Elementen aus dem Volksglauben angereichert war, irritierte Füsslis Zeitgenossen zutiefst. Auch die sechs weiteren vertretenen Füssli-Gemälde zeigen die typischen Merkmale seiner Kunst: Den Wettstreit von Gut und Böse, Leiden und Lust, Licht und Finsternis. Füsslis innovative Bildsprache beeinflusste eine Vielzahl von Künstlern – darunter William Blake, dessen berühmtes Aquarell Der große rote Drache aus dem Brooklyn Museum seit über zehn Jahren erstmals wieder in Europa gezeigt wird.

SCHWARZE ROMANTIK VON GOYA BIS MAX ERNST

Wie alle Epochenbezeichnungen ist auch der Begriff Romantik lediglich eine Hilfskonstruktion, der nicht die äußeren Merkmale eines Kunstwerks definiert, sondern eine innere Haltung der Künstler beschreibt. In den ausgestellten Werken zeichnet sich eine romantische Geisteshaltung ab, die seit dem Ende des 18. Jahrhunderts ganz Europa erfasste und bis ins 20. Jahrhundert hinein bei Künstlern ihre Fortsetzung fand. Die Arbeiten erzählen eindringlich von Einsamkeit und Melancholie, von Leidenschaft und Tod, von der Faszination des Grauens und dem Irrationalen der Träume. Mit einem sowohl geografisch als auch zeitlich übergreifenden Ansatz, der Bezüge zwischen verschiedenen romantischen Zentren darlegt und komplexe ikonografische Entwicklungen vor Augen führt, will die Ausstellung das Interesse für die düsteren Aspekte der Romantik wecken und damit zu einem erweiterten Verständnis dieser Bewegung anregen. Viele der präsentierten künstlerischen Entwicklungen und Positionen resultieren aus einem erschütterten Vertrauen in ein aufgeklärtes, fortschrittliches Denken, das sich rasch nach der – als neues Zeitalter gefeierten – Französischen Revolution zum Ende des 18. Jahrhunderts ausgebreitet hat. Blutiger Terror und Kriege brachten Leid und den Zerfall gesellschaftlicher Ordnungen in weiten Teilen Europas. So groß die anfängliche Begeisterung war, so groß war auch die anschließende Enttäuschung, als sich die düsteren Facetten der Aufklärung in all ihrer Härte offenbarten. Nun wid-

Der zweite Saal der Ausstellung ist Francisco de Goya gewidmet, von dem sechs Gemälde präsentiert werden – darunter Meisterwerke wie Der Flug der Hexen aus dem Madrider Prado und die Kannibalen-Darstellungen aus Besançon. Hinzu kommt eine umfangreiche Gruppe von Papierarbeiten aus dem eigenen Bestand. In den Werken des Spaniers ist die Nahtlinie zwischen Realem und Imaginärem verwischt. Täter und Opfer tauschen ihre Rollen, Gut und Böse, Sinn und Unsinn – vieles bleibt rätselhaft. Goyas abgründige Bildwelten beeinflussten auch zahlreiche Künstler in Frankreich und Belgien, wie Delacroix, Géricault, Victor Hugo und Antoine Wiertz, denen der folgende Raum der Ausstellung gewidmet ist. Wichtiger als anatomische Korrektheit waren diesen Künstlern Leidenschaft und Atmosphäre.

ten Motiv der Künstler. Dem hellen Licht des Tages begegneten der Nebel und die dunkle, geheimnisvolle Nacht.

Unter den deutschen Künstlern – denen der nächste große Abschnitt der Ausstellung gilt – weist vor allem Carl Blechen eine Nähe zu Goya und Delacroix auf. Das Faible für den in Deutschland als »Gespenster-Hoffmann« umstrittenen Autor E. T. A. Hoffmann führte Blechen zu Darstellungen wie Pater Medardus – einem Porträt des wahnsinnigen Protagonisten der Elixiere des Teufels.

Den Auftakt der in sieben Kapitel gegliederten Ausstellung gibt eine Gruppe bedeutender Gemälde von Johann Heinrich Füssli. Der zunächst als evangelischer Prediger ausgebildete Künstler schuf mit seinem viel zitierten Gemälde Der Nachtmahr (Frankfurter Goethe-Museum) das Sinnbild der schwarzen Romantik. Dieses Werk bildet den Beginn der Präsentation, die sich über zwei Etagen des Stä-

Bei Caspar David Friedrich finden sich als Elemente des Schauerlichen Friedhöfe, offene Gräber, verlassene Ruinen, wie von Geisterhand gelenkte Schiffe, einsame Schluchten und Wälder. Friedrich ist innerhalb der Ausstellung mit dem großformatigen Gemälde Mond hinter Wolken über dem Meeresufer und Kügelgens Grab sowie mit Schiff auf hoher See mit vollen Segeln prominent vertreten.

Francisco de Goya (1746–1828) Flug der Hexen, 1797/98 © Museo Nacional del Prado, Madrid

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Fotos: © Andrea Spiess

Die Ausstellungsarchitektur nimmt in Anbetracht des Irrationalen und des Grauens den Besucher fest bei der Hand und führt ihn auf gekonnt durchdachte Weise durch das Ausstellungshaus (Peichel-Bau), wie durch die Kapitel des zur Ausstellung erschienenen Ausstellungskataloges.

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Ausgehend von dem schwarz verspiegelten Foyer, dass dem Besucher kurz eine Reflexion mit sich selbst erlaubt, zieht sich ein schwarzer Rahmen um die beiden Etagen der Ausstellung. Der schwarze Sockel und die schwarzen Türleibungen verbinden die einzelnen Ausstellungsräume, deren Themen und Inhalte.

Die Ausstellungsarchitektur, die Hängung und Präsentation der Exponate sind auf gelungene, harmonische Weise aufeinander abgestimmt. Die dezente Rhythmik der hell- und dunkelgrauen Wandfarben, die geschickte Anordnung der Räume mit eingestellten Wänden, elliptischen Räumen und Kabinetten bietet dem Besucher ein prachtvolles Seherlebnis. Als Premiere für das Städel Museum gibt es insgesamt vier Bereiche innerhalb der Ausstellung, in denen Filmausschnitte gezeigt werden, denn die Schwarze

Romantik äußert sich nicht nur in Gemälden oder Skulpturen, sondern auch in filmischen Meisterwerken. Diese Bereiche sind im Gegensatz zu früheren Ausstellungen als eigenständige und mit den Ausstellungsräumen für die Kunstwerke gleichwertige Elemente in den Rundgang durch die Ausstellung integriert. Der Besucher muss die Filmkabinette durchschreiten, hat dabei aber jederzeit die Wahl, sich auf die Filme einzulassen, zu setzen und sich Zeit zu nehmen. Andreas Spiess | SPIESS Interior Design www.spiessinteriordesign.de


Friedrichs Bilder sind von einer lastenden Stille durchdrungen. Eine Haltung, die in ihrer Kompromisslosigkeit Ideen des Symbolismus antizipiert, dem das folgende Kapitel des Ausstellungspanoramas gewidmet ist. Die Sprachlosigkeit wurde von diesen »Neuromantikern« zur Idealform menschlicher Kommunikation stilisiert, die zu tiefen, grundlegenden Einsichten führe. Odilon Redons Hauptwerk Geschlossene Augen formuliert diese Überzeugung eindrucksvoll. Auch in Gemälden von Böcklin, Ensor, Khnopff oder Munch wird diese Sichtweise manifest. Wie bei den Romantikern stehen diesen zurückhaltenden Werken Arbeiten gegenüber, die Ängste und unterdrückte Leidenschaften ungebremst zum Ausdruck bringen und in ihrer Radikalität noch heute irritieren. Während Gustave Moreau, Max Klinger, Franz von Stuck und Alfred Kubin zum kunstgeschichtlichen Kanon gehören, werden an dieser Stelle der Schau auch Künstler gezeigt, die es in Deutschland noch zu entdecken gilt: Jean-Joseph Carriès, Paul Dardé, Jean Delville, Julien-Adolphe Duvocelle, Léon Frédéric, Eugène Laermans und Lucien Lévy-Dhurmer. Den Abschluss der Präsentation markiert der von André Breton begründete Surrealismus. Breton motivierte Künstler wie Ernst, Brassaœä oder Dalì, aus dem Reservoir des Unbewussten ihre seltsamen Bildwelten zu schöpfen, die er als Sieg der Fantasie über die »faktische Welt« feierte. Vehement forderte Max Ernst, »die Grenzen zwischen der sogenannten Innenwelt und der Außenwelt« zu verwischen. Das Städel Museum zeigt in der Ausstellung vier Beispiele seiner Waldbilder, darunter das Hauptwerk Vom nächtlichen Anblick der Porte Saint-Denis ausgelöste Vision.

Städel Museum Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt 26. September 2012 bis 20. Januar 2013 Kurator: Dr. Felix Krämer, Leiter der Kunst der Moderne, Städel Museum Projektleitung: Ingo Borges, Städel Museum Ausstellungsarchitektur: Andreas Spiess (Dresden) Öffnungszeiten: Dienstag, Freitag bis Sonntag 10–18 Uhr, Mittwoch und Donnerstag 10–21 Uhr Julien Adolphe Duvocelle (1873–1961) Totenschädel mit hervortretenden Augen, 1904 Bleistift und Kohle auf Papier, 36 × 25 cm © Musée d’Orsay, Paris

Der Kunsthistoriker Carl Einstein sah in den Surrealisten die Nachfolger der Romantiker und prägte den Begriff der »romantischen Generation«. Trotz dieser historischen Bezugnahme verharrten die Surrealisten keineswegs im Blick zurück: Keine andere Bewegung war so offen für die neuen Medien; Fotografie und Film waren absolut gleichberechtigt. Besonders der Film war im 20. Jahrhundert – neben der Literatur – zum zentralen Schauplatz der schwarzen Romantik geworden. Hier hatten das Böse, der Kitzel der Angst genau wie die Lust am Schrecken und Abgründigen ihr Zuhause gefunden. In Kooperation mit dem Deutschen Filmmuseum können erstmals innerhalb einer Ausstellung im Städel Ausschnitte von Filmklassikern wie Frankenstein (1931), Vampyr (1931/32) , Dracula (1931), Faust (1926), oder Der Fuhrmann des Todes (1921) gezeigt werden.

Gefördert durch: Kulturfonds Frankfurt RheinMain im Rahmen des Schwerpunktprojektes »Impuls Romantik«, mit Unterstützung der Stadt Frankfurt am Main Medien- und Marketingpartner: Süddeutsche Zeitung, AD Architectural Digest, Brigitte Woman, Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main, Radio Bob, Wacker‘s Kaffee, Teehaus Ronnefeldt, Nerdindustries Das Projekt wird von einem umfassenden Rahmenprogramm begleitet. www.staedelmuseum.de Die Ausstellung »Schwarze Romantik. Von Goya bis Max Ernst« wird nach ihrer Präsentation in Frankfurt vom Pariser Musée d‘Orsay übernommen (4. März bis 9. Juni 2013).

unten: Friedrich Wilhelm Murnau (1888–1931) Faust – Eine deutsche Volkssage, Deutschland 1926, Filmstill Stummfilm, schwarz-weiß, deutsche Zwischentitel © Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

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Museums-Licht für »Phillips de Pury & Company«

Im Jahr 2010 entwarf der russische Lichtplaner Yuri Medvedev ein neues Lichtkonzept für das Londoner Auktionshaus Phillips de Pury & Company, welches sich einen exzellenten Ruf im Bereich zeitgenössischer Künstler ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erarbeitet hat (von Andy Warhol über Jean-Michel Basquiat bis Gerhard Richter). Bei einem Beleuchtungstermin im Londoner Stadtteil Westminster wurde das dedolight System aufgrund seiner offenen Zubehörliste bei einem Shoot-Out als Lichtwerkzeug festgelegt.

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Da die Galerie mehrmals jährlich umgestaltet wird und die Lichtgestalter differenziert Licht setzen wollen, stellte sich die Flexibilität dieser Strahler als essenziell heraus. Die Galerie entschied sich für Halogen-Strahler, da die Kuratoren der SW Photographie Abteilung auf ein perfektes Lichtspektrum Wert legten. Die Kuratoren der zeitgenössischen Künstler wiederum wollten ein kühleres Lichtspektrum und präferierten energieeffiziente Systeme: hier plante man 70W Metalldampf-Strahler. Gemeinsam ist den Leuchten, dass sie einen hohen Fokussierbereich bieten und so gezielt Licht auf das Objekt bei Vermeidung des Mitanleuch-

tens der Raumwände gesetzt werden kann. Eine Vielzahl von Zubehör ergänzt das Strahler-System: Standard-4-Flügeltore, 8-Flügeltore mit drehbaren Achsen und Filter. Für sehr große Exponate stehen Weitwinkelvorsätze mit eingebauten Toren zur Verfügung. Rasierklingenscharfe Kanten können mit den optionalen Projektionsvorsätzen erzielt werden. In diesem Frühjahr wurde die Erweiterung des Lichtkonzeptes auf das untere Geschoss der Galerie bekannt gegeben. Auch hier wird die erprobte Mischung aus Leuchten zum Einsatz kommen. Raffael Pollak, Lichtgestalter Dedo Weigert Film GmbH, 2012


symmetrisch fokussierend asymmetrisch fokussierend projizierend

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2007 gab der Europarat die Anregung zu einer Ausstellung im europäischen Format. Zeitlich sollte sie an die 1998 unter anderem im Berliner Deutschen Historischen Museum gezeigten Ausstellung »Kunst und Macht im Europa der Diktaturen. 1930 –1945« anschließen, d.h., sie sollte Kunst nach 1945 zeigen. Interessant daran war für uns nicht die bekannte Darstellung der ehemals verfeindeten Blöcke, sondern die Auseinandersetzung mit den gemeinsamen ideengeschichtlichen Traditionen: die Aufklärung und mit ihr das Recht auf »Freiheit«. Wie aber wird diese Idee gedeutet, verstanden und verteidigt? Was heißt Freiheit in Europa nach 1945? In zwölf Kapiteln diskutiert die Ausstellung mit über 100 Kunstwerken aus 28 Ländern dieses Thema.

Verführung Freiheit. Kunst in Europa seit 1945

kleines Bild: »Gerichtshof der Vernunft« großes Bild: Richard Hamilton The state / Der Staat, 1993 Öl, Lack, Mischtechnik auf Fotografie, auf Leinwand aufgezogen, je 200 x 100 cm London // Tate, Großbritannien © Tate, London 2012, © R. Hamilton. All rights reserved / VG Bild-Kunst, Bonn 2012

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Im ersten Raum »Gerichtshof der Vernunft« werden die Grundpfeiler der Aufklärung besprochen: Vernunft, rationales Denken, Freiheit, Gleichheit – was versprechen sie, was vermögen sie? Und: was ist der Preis der Vernunft? Wie nah Aufgeklärtheit, Licht und Schönheit neben Gewalt, seelischer Armut und Poesielosigkeit liegen, zeigen Arbeiten von Magritte, Finlay oder Kounellis, die sich mit historischen Personen auseinander: Marat, Robespierre, Adam Smith und Kopernikus – und die Dissonanzen einer aufgeklärten Welt zur Diskussion stellen. Fernand Légers Studie »Die Bauarbeiter« leitet über in den zweiten Raum »Die Revolution sind wir«: Bauen wir uns eine neue Welt! So und ähnlich haben es Karl Marx, Joseph Beuys und viele andere


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formuliert. Aber wer sind »wir«? Arbeiter mit ihrer Hände Kraft, Studenten der 1968-er Bewegung? Nach welchem Bilde wollen wir uns erschaffen? Zu sehen sind unter anderem Wojciech Fangor, Hauptvertreter des Sozialistischen Realismus in Polen, Nil Yalter, Pionierin zeitgenössischer Videokunst oder Stephan Balkenhols Prometheus. Mit Christian Boltanskiy »Le Lycée Chases« wird der Raum «Reise ins Wunderland« eingeleitet und der Gang durch die Ausstellung zunächst gestoppt: quer im

Raum ist seine Werkgruppe mit Porträts jüdischer Schüler aufgebaut, einem Klassenfoto entnommen, die allesamt deportiert wurden – und leitet gelichzeitig über zu den ‚Meistererzählungen‘ und Mythen der Kriegsgeneration: wie wurden nach dem Zweiten Weltkrieg Täter und Opfer beschrieben? Welche Erinnerungen lassen wir zu, welche ertragen wir? Armandos »Schuldige Lanschaft« diskutiert dies ebenso wie die Abschlussprüfung »Heroische Sinnbilder« des jungen 24-jährigen Anselm Kiefer.

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»Schrecken und Finsternis«, so der nächste Raum, werden – noch immer – vielfältig geboren: in den Verhörzimmern der Stasi (Jane und Louise Wilson) und mit den Erzwingungsmethoden der Geheimdienste (Nikita Kadan), aber auch mit den Unterrichtungsmaßnahmen in den Schulen (Tadeusz Kantor) oder in den Kinderzimmern durch übergriffige Väter (Niki de Saint Phalle). Im Raum »Realismus des Politischen« thematisiert der albanische Künstler Edi Hila mit »Das Brautkleid 2« wie sehr es in seinem Land an staatlichen Strukturen mangelt, um eine freiheitliche,

demokratische Gesellschaft aufzubauen. Im Raum gegenüber, »Bedrängnis der Freiheit«, zeigt der Serbe Mladen Stilinovic, wie alle Wörter seines Wörterbuches zu »Schmerz« werden. Nach diesen eher großen oder gesellschaftlich relevanten Themen gerät in den weiteren Kapiteln der einzelne Mensch in den Blick. Man sieht die Künstler über den unaufhaltsamen Fortschritt diskutieren, der unter dem Namen »Moderne« eine komplexe und irrationale Struktur des

kleines Bild: Ian Hamilton Finlay Je vous salue Marat / Gegrüßet seist Du Marat, 1989, Neonröhren, Plexiglas, 46 x 61 x 9 cm Berlin // Courtesy Kewenig Galerie, Deutschland © Estate of Ian Hamilton Finlay, Courtesy Kewenig Galerie, Berlin, Foto: Simon Vogel großes Bild: »Schrecken und Finsternis«


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Marktes, der Finanz- und Wirtschaftswelt hat entstehen lassen: Andreas Gursky thematisiert die Warenwelt ebenso wie Sylvie Fleury oder Valie Export mit ihrem »Tapp und Tastkino« die Käuflichkeit des weiblichen Körpers und Aurora Reinhard, fragt mit »Flowers # 2« – Titelbild für Plakat und Katalog –, wie in einer Massenkonsumwelt überhaupt noch Individualisierung möglich ist. Gegenüber wird das Thema Umwelt und Nachhaltigkeit erörtert und die Frage gestellt, ob wir auf unserem Planeten in »100 Jahren«, so der Raumtitel, noch leben wollten. Auch in den Wäldern von Nordnorwegen bestimmen nicht mehr die Geschichten der Alten das Leben, sondern die Notierungen an den Börsen der Welt. Und Christos Öltonnen von 1958/59 im Foyer des Museums

denkbaren Radikalität mit sich selbst auseinander. Von hier aus ist es nur noch ein kleiner Schritt zur »Welt im Kopf«, dahin, wo die Ideen geboren werden, das Denken seinen Ausgangspunkt nimmt und wo über Vernunft, Utopie, Geschichte nachgedacht wird. Joseph Beuys wie Carl Friedrich Claus zeigen, wie die Welt im Kopf die Welt zu verändern vermag.

weisen auf die selbstgemachten Umweltkatastrophen unserer Tage voraus.

in der Ausstellung: die Themen der Künstler sind unabhängig von Zeit und Ort und kehren in sich verändernden Vorstellungen und Zusammenhängen immer wieder und exponieren immer wieder Grundfragen unserer Existenz. Die Räume sind bewusst offen gestaltet, sie sollen den Besucher nicht einengen und binden, sondern immer wieder neu die Fragen evozieren: Wie möchte der Mensch leben, wie organisiert er sich, wie orientiert er sich. Es geht um die Freiheit des Menschen im gesellschaftlichen wie im individuellen Leben.

Schließlich geht es in »Lebenswelten« um die Hülle, das Futteral menschlicher Existenz: was vermögen die Sozialarchitekturen der 70er Jahre (Tjebbe Beekmann); Donald Rodney thematisiert die Haut des menschlichen Körpers als unsere vielleicht zerbrechlichste und naheste Begrenzungshülle. An einen »anderen Ort« (zehntes Kapitel) denken sich die Künstler wie Fontana oder Koller wenn die Realitäten keine anderen Möglichkeiten mehr zulassen. Im Raum daneben ist der Mensch mit seinen Erfahrungen beschäftigt, aber auch mit seinen Grenzen: Francis Bacon, Maria Lassnig oder Ulrike Rosenbach setzen sich in einer kaum

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kleines Bild: »Lebenswelten« großes Bild: Damien Hirst Dead End Jobs / Berufe ohne Zukunftsaussichten, 1993, Lack, Holz, Glas, Zigarettenstummel, 91,4 x 121,9 x 11,4 cm Busca / Collezione La Gaia, Italien © Damien Hirst and Science Ltd. All rights reserved /VG Bild-Kunst, Bonn 2012, Foto: Gareth Winters

So entsteht eine Art Kreislauf, der genauso gut hätte mit dem zwölften Kapitel beginnen und aus den ‚Kopfgeburten‘ über den Körper zu den Wohnungen weiter hätte hinauf steigen können – über die Politik zur Umwelt, zur Geschichte, um wieder bei der alles entscheidenden Vernunft zu enden. Aus diesem Grund gibt es keine Chronologie oder nationale Zuordnungen

Deutsches Historisches Museum Unter den Linden 12 10117 Berlin Mitte 17. Oktober 2012 bis 10. Februar 2013


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SCHUHTICK. Vom ältesten Schuhwerk des Menschen bis zum High Heel Erlebnisausstellung im LVR-LandesMuseum Bonn 50

Was haben Ötzi, Lady Gaga und der Papst gemeinsam? Welche Schuhgröße hat Arnold Schwarzenegger und mit welchen Schuhen lief Pablo Picasso in seiner Freizeit herum? Wie sieht eine unsichtbare Sandale aus und wie kommt die Haut eines Perlrochens in eine Schuh-Werkstatt? All diese Fragen klärt »Schuhtick«, die Erlebnisausstellung im LVR-LandesMuseum Bonn. Präsentiert werden Highlights aus der Schuhgeschichte, darunter die älteste Sandale Europas, Biedermeierstiefel, Schuhe von Sophia Loren, Jürgen Klinsmann oder Heidi Klum.


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Fotos: Š Andrea Wark


Catwalk Gekonnt über den Catwalk laufen und sich dabei filmen lassen – Schuhtick macht‘s möglich! Von der mittelalterlichen Trippe bis zum brandaktuellen High Heel können viele Schuhtypen ausprobiert werden.

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Mit 400 Ausstellungsstücken spannt »Schuhtick« einen Bogen durch die Epochen und über die Kontinente – von der Fußbekleidung der Neandertaler über römische Sandalen bis hin zu aktuellen Designerschuhen. Mit internationalen Highlights und »Schuh-Größen« aus den letzten 40.000 Jahren sowie einem Catwalk mit TV-Aufzeichnung für die Ausstellungsbesucher bietet diese Präsentation neue Sichtweisen auf den Schuh. Auf dem Weg vom Schutz- und Gebrauchsgegenstand zum technisch ausgeklügelten Sportschuh oder High Heel hat der Schuh zahlreiche Wandlungen durchlaufen. Die Ausstellung gibt Einblicke in die Entwicklung der Schuh-Kultur, Schuhherstellung und Gestaltung und zeigt sich wandelnde Trends quer durch die Jahrhunderte. So berichten historische Personen wie Pablo Picasso und Philipp Melanchthon über ihre besondere Beziehung zu Stiefeln und Sandalen. Prominente Schuhe aus Film und Fernsehen stehen ebenso im Rampenlicht wie Designerschuhe. Die ganze Bandbreite modernen Schuh-Designs wird mit Klassikern von André Perugia oder Salvatore Ferragamo bis hin zu Karl Lagerfeld und Vivienne Westwood präsentiert.

Aus verschiedenen Perspektiven nähert sich der Besucher auf 800 Quadratmetern der fabelhaften Welt der Schuhe: Mal regional, mal thematisch, mal funktional oder chronologisch – Schuhe sind mehr als ein alltägliches Kleidungsstück. In vier riesigen, begehbaren Schuhkartons haben Schuhe ihren Auftritt als Zeichen von Status und Macht, als Glücksbringer oder als Kunst- und Designobjekt und als erotisches Signal. Ein Team aus Archäologen, Kultur-, Naturund Kunstwissenschaftlern hat aus deutschen und europäischen Sammlungen herausragende Schuhe zu einer spannenden und einmaligen Darstellung zusammengetragen. Die Ausstellung entstand als interdisziplinäres Projekt des LWL-Museums für Archäologie, Westfälisches Landesmuseum Herne, des Überseemuseums Bremen und der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim in Kooperation mit dem LVR-LandesMuseum Bonn. Die Ausstellung wird durch ein umfangreiches Rahmenprogramm begleitet. Die Palette reicht von Führungen in historischer Kleidung, Prosecco-Führungen über das Cat-Walk-Training, von Einkaufstour mit dem Personal Shopper bis zum Tanzkurs.

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Zeitleiste und Vitrinen Der Besucher findet Informationen zu geschichtlichen Ereignissen der Jahrzehnte mit Exemplaren dazu gehĂśrender Schuhe, in den Vitrinen gegenĂźber thematisch gesammelte Exponate.

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Themenbereiche Zeitzeichen Schuhe – Schuh-Highlights aus 40.000 Jahren Menschen schützen ihre Füße seit Tausenden von Jahren mit Schuhen, die im Laufe der Zeit vielfältige Formen und Funktionen angenommen haben. Die Geschichte der Schuhe ist auch eine Geschichte des menschlichen Erfindungsreichtums. Typische Schuhmodelle führen entlang eines Zeitstrahls durch die großen Zeitepochen. Schuhmoden spiegeln sowohl Kultur und Lebensgefühl als auch politische, soziale und wirtschaftliche Verhältnisse einer Epoche wider. Dass Schuhe dabei nicht immer praktisch sein müssen, wenn andere Aufgaben wie z. B. die Repräsentation im Vordergrund stehen, zeigen modische Stilblüten und Schuhticks. Proportionen mehr anpasste als die der vorhergehenden gotischen Zeit. Statt überspitzter Formen setzte man nun in Mode und Architektur auf ausgewogene Proportionen. Die langen und spitzen »Schnabelschuhe« rundeten sich zu »Kuhmäulern« und »Bärentatzen«, die an der Spitze breit ausgeformt waren.

Mittelsteinzeit (9500 – 5500 v. Chr.): In Stiefeln auf die Pirsch? Die vermutlich frühesten Zeugnisse von Schuhen in Europa haben sich auf Felsmalereien in Spanien und Frankreich erhalten. Tragen die in einer Jagdszene dargestellten Figuren eine Art Schaftstiefel zum Schutz vor Dornen und Gestrüpp oder handelt es sich dabei nur um Beinschmuck? – eine Frage, die die Wissenschaft noch nicht eindeutig beantworten kann.

Die Schuhe von Ötzi (ca. 5300 v. C.) Die Schuhe des Ötzi zeigen, wie durchdacht und mit großem handwerklichen Geschick diese Fußbekleidung gemacht wurde. Sohlen aus Bärenleder, Netze aus Lindenbast, in die Heu gestopft war, Lederriemen, mit denen das Oberleder an den Sohlen befestigt war. Um die Füße warm zu halten, trug er die Fellseite der Bärenledersohle nach innen. Das Oberleder aus Hirschfell war mit der Fellseite nach oben auf dem Schuh befestigt, die langen und festen Haare des Hirschfells sorgten dafür, dass Regenwasser vom Schuhspann nach unten abrinnen konnte.

Das 17. Jh.: Der Auftritt des Absatzes links: »Schiffsschnabelschuh«, 14. Jh. rechts: Unterschuhe aus Holz, Trippen, 15. Jh

Renaissance (1500 – 1600): Das neue Ideal Das im 16. Jahrhundert aufkommende humanistische Weltbild erhob den Menschen zum Maß aller Dinge. Es entstand eine Kleidung, die sich den körperlichen

Unter der Herrschaft von Ludwig XIV. (1643-1715) übernahm der französische Hof nicht nur die wirtschaftliche und politische, sondern auch die modische Vormachtstellung in Europa. Während die Damen in Reifröcken wandelten, trugen die Männer Kniebundhosen. Beide Geschlechter bevorzugten feines Schuhwerk, das mit Schleifen und Rosetten verziert war. In Barock und Rokoko gelangte auch der Absatz zu großer Popularität: Er wurde immer höher und schmaler und entwickelte sich schließlich bis zum Stöckelschuh. Ursprünglich stammte der Absatz aus dem Orient, wo er dem Stiefel des Reiters besseren Halt im Steigbügel gab.

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Vom Schuhmacher zum Schuh-Designer Im 20. Jahrhundert erlebte das Schuhwerk seine größte Revolution und natürlich war Paris, das damalige Weltzentrum der Mode, Ausgangspunkt dieser Revolution. Ausgelöst durch eine neue Mode, bei der Kleider im sogenannten Empire-Schnitt nur noch bis zum Knöchel der Damen reichten, wurde ein bisher unmöglicher vollständiger Blick auf die Damenschuhe möglich. Der wohl erste große und erfolgreiche Schuhdesigner, André Perugia, belieferte Stars wie Josefine Baker, Rita Hayworth und Gloria Swanson. Durch Hollywood Stars berühmt wurde wenige

Schuhe von Marlene Dietrich, Pablo Picasso und weiteren Prominenten – und Statements über ihr persönliches Verhältnis zu Schuhen.

Zeit nach ihm Salvatore Ferragamo, der Schuhe für Audrey Hepburn, Marylin Monroe, Sophia Loren, die Herzogin von Windsor und unzählige weitere Berühmtheiten herstellte. Aus dem Schuhmacher von einst war der Design-Star der Modewelt geworden. Die Ausstellung Schuhtick zieht die Linie von diesen Anfängen des modernen Schuh-Designs über Roger Vivier, Christian Dior und Charles Jourdan bis hin zu aktuellen Top-Designern und Modeschöpfern wie Manolo Blahnik, Christian Louboutin, Jan Janssen, Terry de Havilland, Vivienne Westwood und Karl Lagerfeld.

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Status und Macht: Die Farbe Rot Schuhe zu besitzen war und ist nicht immer selbstverständlich. So kann der Besitz von bestimmten Schuhen ein Zeichen von Status und Macht sein, Modell, Form, Material, Farbe und Verzierungen von Schuhen verdeutlichen Rang oder Amt ihres Trägers. Sie spiegeln seine wirtschaftliche, gesellschaftliche oder religiöse Stellung, drücken eine persönliche Einstellung oder Gruppenzugehörigkeit aus. Während die europäische Mode bis zur Französischen Revolution von den herr-

schenden Gesellschaftsschichten bestimmt wurde, ging sie im 20. Jahrhundert auch den entgegengesetzten Weg: Nicht mehr die Oberschicht diktierte die Mode, sondern Jugendbewegungen setzten Trends – auch in der Fußbekleidung. Die Farbe der Reichen und Mächtigen Bis zum Aufkommen von künstlichen Farbstoffen im 19. Jahrhundert war rote Farbe nur schwer aus Naturmaterialien herstellbar und daher sehr kostbar. Rote Schuhe waren deshalb viele Jahrhunderte lang ein Zeichen für Reichtum und Macht. Im Römischen Reich durften nur die Patrizier rote Schuhe tragen. Im Mittelalter übernahm die katholische Kirche dieses Privileg für den Papst und seine Kardinäle. Im 17. und 18. Jahrhundert war es nur den Angehörigen des französischen Hofes erlaubt, rote Absätze an den Schuhen zu tragen. Heute ist die Farbe Rot für jeden Schuhträger erwerbbar und rote Damenpumps sind zu einem allgemeinen Klassiker avanciert. Bei dem französischen Stardesigner Christian Louboutin allerdings funktioniert die rote Sohle seiner Schuhe als hochwertiges Markenzeichen.

Glaube & Glück: Schuhe im Lebenslauf Schuhe »erden« uns ein ganzes Leben lang. Sie tragen uns schützend durchs Leben und bewahren uns vor Verletzungen. Daher sind Schuhe meistens mit positiven Vorstellungen verknüpft. Amulette und Gebrauchsgegenstände in Schuhform sollen ihrem Besitzer Glück bringen oder Unheil von ihm abwehren. Bei einschneidenden Ereignissen von der Wiege bis zur Bahre zeigt sich auf der ganzen Welt die zentrale Rolle der Fußbekleidung in zahlreichen Bräuchen und Ritualen:

Beschützt von Anfang an In den ersten Laufschuhen macht das Kind die ersten Schritte und erobert seine Welt. Weil Erstlingsschuhe mit der Sicherheit und Selbstbestimmung des Kindes verbunden sind, knüpfen sich Vorstellungen von Glück und Schutz an sie. Seit dem 19. Jahrhundert ließen Eltern die Schuhe ihrer Kinder mit Kupfer, Silber oder Gold überziehen, um sie als Talisman zu bewahren. Noch heute hängen solche Schuhe manchmal am Autorückspiegel und sollen so den Insassen eine sichere Fahrt gewährleisten.

Die Kartons

Auf dem letzten Weg Schuhe sollten den Toten auch auf der Reise ins Jenseits und im Leben nach dem Tod schützen. Die Mitgabe von bestimmten Schuhen oder eine spezielle Tragweise sollten aber auch eine Rückkehr des Verstorbenen in die Welt der Lebenden verhindern. Dafür zog man den Toten die Schuhe in einigen Kulturkreisen zum Beispiel seitenverkehrt herum an.

oben, von links nach rechts: Maßgefertigte, rote Schuhe für den Papst, Chinesische Kinderschuhe in Form ihres Tierkreiszeichens, Schuhe eines asiatischen Herrschers

Verliebt, verlobt, verheiratet In Südfrankreich schenken sich Verlobte traditionell Holzschuhe mit lang ausgezogener Spitze. Die Schärfe der Spitze soll die Stärke der Liebe zeigen. Ebenso drehen sich zahlreiche Hochzeitsbräuche um Schuhe: Trinkt der Bräutigam etwa aus dem Brautschuh, steht dies für die Verbundenheit des Paares und die Besiegelung der Ehe. Und solange man den Brautschuh aufbewahrt, so lange hält die Ehe. Der Ursprung dieser Bräuche liegt vielleicht darin, dass Fuß und Schuh als Fruchtbarkeitssymbole gelten.

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Sinnlichkeit und Erotik

Der menschliche Fuß ist durch seine hohe Dichte an Nervenenden besonders empfindsam. Schuhe bedecken diesen sensiblen und sinnlichen Körperteil. Das Spiel um das Verhüllen und Entblößen bestimmter Fußpartien kann erotische Signale aussenden. Schuhe sind dabei ein zentrales Objekt und können schon

Kunst und Design

an sich zum Träger erotischer Fantasien werden: Schon die Römer deuteten das Hineinschlüpfen des Fußes in den Schuh als Symbol für den Liebesakt. Schönheitsideale und die sexuelle Attraktivität einzelner Körperpartien variieren von Kultur zu Kultur und von Epoche zu Epoche. Dies gilt auch für Füße und Schuhe.

Schuh-Peep-Show: Vitrinen mit Gucklöchern und roten Fadenvorhängen

Die Übergänge zwischen der Arbeit von Schuhmachern, Modedesignern und Künstlern sind fließend: Sie inspirieren sich gegenseitig. Schuhdesigner suchen nach immer neuen Ideen, um Material und Form auf innovative Weise miteinander zu verbinden. So werden aus funktionalen Kleidungsstücken kunstvolle Objekte.

Zita Attalai_Virgin_2001

Schuhe faszinieren immer wieder Künstler und inspirieren sie durch ihren starken symbolischen Bezug zu Macht, Erotik und Religion. Aber auch bei den Schuhdesignern ist jeder Schuh eine individuelle, künstlerische Kreation.

Pfennigabsatz und Bananenschuh: Kobi Levi

Im 18. Jahrhundert, dem Zeitalter des Rokoko, galten unbedeckte Fußknöchel als höchst erotisch und frivol. Dennoch – oder gerade deswegen – ließen die Damen gerne ihre zarten Pantöffelchen unter den langen Kleidersäumen hervor blitzen. Manche Schuhe unterstreichen die sinnliche Ausstrahlung von Füßen und schüren erotische Fantasien: High Heels, geschnürte Lackstiefeletten, federverzierte Pantöffelchen, Overknee-Stiefel oder Pumps mit Fesselband ... die Übergänge zwischen sinnlich-erotischen Schuhen und Schuhen mit Fetischcharakter sind fließend.

Der schmale, zierliche Damenfuß ist ein weit verbreitetes Schönheitsideal. In Europa formten um 1830, im Zeitalter des Biedermeier, schmale Damenstiefeletten einen kleinen Fuß. In China entstand bereits im 10. Jahrhundert der Brauch, adeligen Mädchen ab dem Kleinkindalter die Füße zu binden. Dabei wurden die vier kleinen Zehen unter den Fußballen gepresst. Je kleiner der Fuß am Ende der sehr schmerzhaften Prozedur war, desto größer waren die Heiratschancen der Frau. Erst mit der Gründung der Volksrepublik China im Jahr 1912 wurde diese Praxis verboten.

Fotos von Helmut Newton

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Schuhbar Schuhe werden in Liedern unterschiedlicher Musikrichtungen besungen, von Schlager, Country, Pop, Punk, Hardrock, Hip-Hop bis Rap. Sie stehen dabei für ein bestimmtes Lebensgefühl oder eine Gruppenzugehörigkeit: Die Liedtexte huldigen Schuhtypen oder Schuhmarken wie »Dr. Martens« bei der Wattenscheider Punkband »Die Kassierer« und »My Adidas« der Rapper Run-D.M.C.. Manche Interpreten setzen ihren Lieblingsschuhen ein Denkmal, so Elvis Presley mit »Blue Suede Shoes« seinen blauen Wildlederschuhen. An der Schuhbar kann man entspannt vielen Titeln lauschen und sich auf eine musikalische Entdeckungsreise durch die Epochen der Schuhmode begeben. Rund um den Schuh: Schuhherstellung Teile einer Schuhwerkstatt und ein Video informieren über traditionelle und moderne Arten der Schuhherstellung.

Schuhe schützen, Schuhe trennen: Barfuß erleben, wie sich verschiedene Untergründe ohne Schuhe mehr oder weniger gut anfühlen.

SCHUHTICK. Vom Ötzi-Schuh zum High Heel Eine Ausstellung des LWL-Museums für Archäologie, Westfälisches Landesmuseum Herne, des Überseemuseums Bremen und der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim in Kooperation mit dem LVR-LandesMuseum Bonn. LVR-LandesMuseum Bonn Colmantstr. 14-16, D-53115 Bonn Telefon +49 (0) 228 2070-0 Telefax +49 (0) 228 2070-299 info.landesmuseum-bonn@lvr.de www.landesmuseum-bonn.lvr.de Ausstellungsdauer 20. September bis 10. März 2013 Öffnungszeiten Di. - Fr., So. 11.00 – 18.00 Uhr, Sa. 13.00 – 18.00 Uhr Eintrittspreise Erwachsene: 8,- € / ermäßigt: 6,- € Kinder / Jugendliche bis 18 Jahre: kostenlos Schulklassen: kostenlos Behinderte mit Ausweis: 3,50 € Führungen Das LVR-LandesMuseum Bonn bietet öffentliche Führungen und Führungen zum Wunschtermin an. Führungen (1 h): 45,- € (zzgl. Eintritt) Schülerführungen (1 h): 26,- € (Eintritt frei) Anmeldung unter: info@kulturinfo-rheinland.de, +49 (0)2234 / 9921-555. Ausführliche Informationen zum museumspädagogischen Angebot auch unter: +49 (0) 228 / 2070-277 (Di-Fr 9-13 Uhr) sowie am Info-Counter im Museumsfoyer Ein reich bebilderter Katalog ist im Philipp von Zabern Verlag erschienen. Preis: 14,90 €

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Die Raumansicht gewährt einen Blick auf die Ausstellungsarchitektur und ihre fließenden Formen.

Friedrich und Potsdam – die Erfindung (s)einer Stadt Ludwig Hildebrandt errichtete Rathaus zählt zu den Kernstücken der friderizianischen Platzgestaltung im Umfeld der königlichen Residenz.

Frank Peter Jäger Die Sonderausstellung zur Wiedereröffnung des Potsdam Museums schildert, wie Friedrich der Große Potsdam ab 1740 zur Residenzstadt von europäischem Format ausbaute.

Sofern sie nicht frei im Raum stehen, befinden sich die Objekte in Vitrinen, die eine räumliche Einheit mit der übrigen Ausstellungsarchitektur bilden. Durch ihre Präsentation auf kräftigem Dunkelblau, in Anlehnung an Preußisch-Blau, heben sich diese Objekte wirkungsvoll gegenüber den eierschalfarbigen Ausstellungsmöbeln ab.

Nach mehr als 100 Jahren kehrte das Stadtmuseum der brandenburgischen Landeshauptstadt 2012 an seinen ursprünglichen Platz ins Alte Rathaus am Alten Markt zurück. Die Neueröffnung feierte man mit der Sonderausstellung »Friedrich und Potsdam – die Erfindung (s)einer Stadt«, kuratiert von Museumsdirektorin Dr. Jutta Götzmann und ihrem Team. Mehr als 190 Kunstwerke, darunter Gemälde, Handzeichnungen, Skulpturen, Möbel, Bauschmuck und Fayencen, veranschaulichen Potsdams Ausbau zu einer der schönsten europäischen Residenzstädte. Im Zentrum der Ausstellung stehen die königlichen Bauaktivitäten in Potsdam während der Regierungszeit Friedrichs des II. Die 46 Jahre von 1740 bis 1786 waren eine der prägendsten Phasen für die Entwicklung der Stadt. Auf 500 Quadratmetern, gegliedert in fünf thematische Räume wird die Baugeschichte Potsdams in der friderizianischen Ära dokumentiert. Die Szenographen Duncan McCauley aus Berlin inszenierten die Wandlung

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Stills aus der zehnminütigen Filminstallation »Der Alte Markt«. Die Medieninstallation besteht aus animierten historischen Illustrationen vom Alten Rathaus und dem ehemaligen Palast Barberini.

der Stadt unter Friedrich dem Großen als räumlich-visuelle Zeitreise: Neben einem Film, der zurück versetzt in das Potsdam des Rokoko, banden sie die Ausstellungsstücke in eine von den Bauformen der Epoche inspirierte Ausstellungsarchitektur ein, die ein alle Räume durchziehendes Kontinuum bildet. Dadurch korrespondiert die Schau unaufdringlich mit dem Museumsgebäude und damit dem Erbe Friedrichs: Das ab 1753 von den Baumeistern Jan Boumann und Christian

Weil Tom Duncan und Noel McCauley den gezielten Einsatz akustischer und visueller Elemente schätzen, stützt sich die Ausstellung nicht alleine auf Architekturzeichnungen und historische Exponate: Mit den »Biografischen Stelen« entwickelten die Szenographen ein multifunktionales Element, das entfernt an einen Thron erinnert: Nimmt der Besucher auf einem der Stühle mit der hohen Lehne Platz, kann er einen Audiokommentar zu Person und Lebensweg bedeutender Einwohner des friderizianischen Potsdams abrufen. An den Audiostationen kann man tiefer einzutauchen in die Zeit, das alte Potsdam wird in seinen Persönlichkeiten und Biographien lebendig. Die ebenfalls von Duncan McCauley produzierte Filminstallation »Der Alte Markt« im Runden Saal verbildlicht durch eine panoramische Darstellung des Platzes


Die Audiostationen »Biografische Stelen« lassen den Besucher in die Zeit des alten Potsdams eintauchen und informieren ihn über bedeutende Bewohner der Stadt.

Diese virtuelle Zeitreise ist ein Höhepunkt der Ausstellung und ein erzählerisches Mittel, das dem Besucher eine unmittelbare Verbindung zur Geschichte gewährt. Im weiteren Verlauf des Rundgangs werfen die Besucher einen Blick »hinter die Kulissen« dieser repräsentativen Enklave im Stadtgefüge: Thema ist die Diskrepanz zwischen dem äußeren Bild der friderizianischen »Capriccio-Ar-

chitektur« und ihrer tatsächlichen Nutzbarkeit. Hier wird vermittelt, wie eigenwillig Friedrich der Große bei seinen Planungen vorging. Die Kombination von Objekt, Medien und Grafik sowie die den Wandel Potsdams interpretierende Formensprache der geschaffenen baulichen Elemente erleichtert die Vermittlung des scheinbar abstrakten Themas und eröffnet durch das Wechselspiel von horizontalen und vertikalen Flächen vielseitige Interpretationsebenen. Geleitet von der Idee eines »Erzählenden Raums« werden Gestalt und Thema der Schau zu einer inspirierenden Einheit verschmolzen. Die nach Plänen der Szenographen hergestellten Ausstellungselemente bilden ein modulares System und werden nach dem Ende von »Friedrich und Potsdam« für die Dauerausstellung zur Geschichte der Stadt Potsdam verwendet, die im September 2013 eröffnen wird.

Ausstellungsgestaltung & Medienproduktion Duncan McCauley GmbH & Co. KG www.duncanmccauley.com Kuratoren Potsdam Museum Dr. Jutta Götzmann Dr. des. Ines Elsner Thomas Sander Ausstellungsbau museumstechnik GmbH www.museumstechnik.com Ausstellungstechnik G. Fleischhauer Ing.-Büro Cottbus GmbH www.fleischhauer-cottbus.de Grafikdruck digidax gbr www.digidax.de Multitouchtisch Hardware & Programmierung interactive scape GmbH www.interactive-scape.com Exponateinrichtung Abrell & van den Berg
 Ausstellungsservice GbR www.abrell-vandenberg.de

links: Das Bild erlaubt einen Blick auf die Vitrinen und veranschaulicht den farblichen Kontrast des PreußischBlau sowie die fließende Ausstellungsarchitektur.

Fotos © Jan Bitter und Daniel Alexander

die städtebauliche Vision Friedrichs und ihre Umsetzung: Der zehnminütige Film zeigt den nach Vorstellungen des Königs umgestalteten Platz im Licht wechselnder Tageszeiten – vom frühen Morgen bis in die Nacht. Unterlegt mit einer städtischen Geräuschkulisse werden die gestalterischen Einflüsse für das Alte Rathaus und den ehemaligen Palast Barberini anhand von Vorbildern dargestellt. Dem Besucher wird damit ein unmittelbarer Vergleich möglich zwischen dem Ort, an dem er sich befindet, und den Plänen, die zu seiner heutigen Gestalt führten.

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Dr. Jutta Engelhard, stellvertretende Direktorin des Rautenstrauch-Joest-Museum – Kulturen der Welt in Köln, wurde kürzlich vom Europäischen Museumsforum (EMF) zur Nationalkorrespondentin für Deutschland ernannt. Als wissenschaftliche Projektleiterin hat sie mit ihrem Team eine innovative Neukonzeption für das Kölner Museum realisiert, das an seinem neuen Standort im Zentrum der Stadt seit Oktober 2010 500 000 Besucher und Besucherinnen angezogen und zahlreiche Auszeichnungen erhalten hat; unter anderem wurde es für den EMYA 2012 nominiert und mit dem Council of Europe Museumprize 2012 geehrt. Jutta Engelhard teilt sich das Ehrenamt mit Dr. Otto Lohr, wissenschatlicher Mitarbeiter der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in München, der künftig Museen in Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin in Sachen EMF, EMYA (European Museum of the Year Award) und CEM (Council of Europe Museum-

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prize) berät, während seine Mitstreiterin Museen in NRW, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz, Hessen und im Saarland als Ansprechpartnerin zur Verfügung steht. Beide freuen sich über Hinweise auf interessante neu eröffnete Museen aller Sparten und solche, die mit einer innovativen Neukonzeption wieder eröffnet haben. Kontaktadressen: Dr. Jutta Engelhard Rautenstrauch-Joest-Museum – Kulturen der Welt Leonhard-Tietz-Straße 10 50676 Köln Telefon 0221 221 31303 jutta.engelhard@stadt-koeln.de Dr. Otto Lohr Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern Alter Hof 2 80331 München Telefon 0089 210 14016 Otto.lohr@blfd.bayern.de


Changi Airport Group

MKT AG bringt kinetische Kunstinstallation nach Singapur Mit »Kinetic Rain« wurde am Changi Airport in Singapur die wohl weltweit größte kinetische Skulptur realisiert. Das künstlerische Konzept der Installation und die komputative Gestaltung der Choreografie stammen von der Berliner Agentur Art+Com. In Anspielung auf den tropischen Regen besteht die Installation aus 1.216 hochglänzenden, verkupferten Aluminiumtropfen. Diese hängen an dünnen Stahlseilen von der Decke und werden jeweils einzeln von einem kleinen Servomotor bewegt. Während einer 15 Minuten dauernden Show formieren sich die Tropfen zu verschiedenen Schaubildern zum Thema Fliegen.

Die gesamte technische Umsetzung von »Kinetic Rain«, inklusive der Software, erfolgte durch die MKT AG, Experte für kinetische Installationen. Insgesamt überspannt »Kinetic Rain« eine Fläche von mehr als 75 Quadratmetern und bespielt den Raum über acht Meter Höhe. Aufgrund der immensen Größe wurde eigens für die Produktion eine Halle angemietet. »Eine besondere Herausforderung war vor allem der Transport der insgesamt knapp 30 Tonnen schweren und bis zu fünf Meter langen Baugruppen nach Singapur«, so Axel Haschkamp, Vorstand der MKT AG.

Das gelungene Ergebnis kann nun von den tausenden Reisenden, die die Abflug-/Check-In-Halle im Terminal 1 am Changi Airport passieren, bewundert werden und soll diese animieren, einen Moment zu verweilen und innezuhalten.

Kontakt Axel Haschkamp MKT AG Industriestraße 2 D 82140 Olching Telefon +49 (0)8142 65 255 0 Telefax +49 (0)8142 65 255 71 info@mkt-ag.de www.mkt-ag.de

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Frank Stella (*1936) ist einer der letzten lebenden Heroen der amerikanischen Malerei der 1950er- und 1960er-Jahre, der Zeit also, in der die amerikanische Kunst zu ihrer eigentlichen Identität und zu ihrem historischen Höhepunkt fand. Seine Schaffenskraft ist bis heute ungebrochen.

dären Ära der monochromen Farbfeldmalerei der 1950er-Jahre – wie zum Beispiel eines Barnett Newman – und der Abstraktion im 21. Jahrhundert. Er ist somit Vollender und gleichzeitig Erneuerer der Abstraktion. Das Kunstmuseum Wolfsburg zeigt in seiner Präsentation »den ganzen Stella«: Gemeinsam mit dem Künstler ist eine weiträumige Inszenierung entstanden, in der die einzelnen Werke ihre Wirkung neu entfalten können und sie darüber hinaus ein einzigartiges und reizvolles Zusammenspiel ergeben. Somit wird die Vielfalt der Dialoge von Farbe, Form und Raum an jedem Punkt der Ausstellung direkt erfahrbar. Die zusammen mit dem Künstler getroffene, repräsentative Werkauswahl gibt jedoch auch einen intensiven Einblick

rischen Innovationen zu verwirklichen, experimentiert Stella mit immer neuen technischen Mitteln. So war er einer der ersten Künstler, die ihre Werke mit dem Computer entwarfen. Diese stets visionären Gestaltungen spiegeln sich auch in den architektonischen Entwürfen wider, die auf der Empore gezeigt werden. Am Ende der Ausstellung bietet ein Raum mit Stellas frühen Skizzen Einblicke in den Entstehungsprozess seiner Arbeiten. Erstmals stellt das Kunstmuseum Wolfsburg Stellas Werk in einen größeren Zusammenhang der Kunstgeschichte, der weit über die Moderne hinausweist. Es geht dabei nicht nur um die Darstellung des Gesamtwerkes, sondern auch um dessen Verankerung in der Geschichte und seine Brückenfunktion ins 21. Jahrhundert.

Fotos: © Zooey Braun, Stuttgart

Frank Stella – Die Retrospektive

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Mit einem Paukenschlag eroberte der erst 23-jährige Künstler bereits 1959 die New Yorker Kunstszene: Seine großen Black Paintings verschärften nicht nur die Auseinandersetzung mit dem Minimalismus in der Malerei, sondern bereiteten auch den »Ausstieg aus dem Bilde in den Raum« vor. Zur großen Überraschung der Kunstkritik folgte der leidenschaftliche Rennwagenfahrer nicht dem Tross der Avantgarde, der scheinbar unausweichlich Richtung Minimal Art steuerte. Stellas Weg hingegen führte zu immer opulenteren, immer barockeren Reliefs. Mit dieser eigenwilligen Wendung »vom Minimalismus zum Maximalismus« wurde Frank Stella zu einem der prägenden Künstler des 20. Jahrhunderts, dem das Kunstmuseum Wolfsburg nun mit etwa 63 meist großformatigen Werken und 82 Arbeiten auf Papier eine umfassende Retrospektive widmet, die weltweit umfassendste seit mehr als 15 Jahren. Frank Stellas Arbeit bildet eine historisch und formal weit gespannte Brücke zwischen der legen-

in die Werkentwicklung eines halben Jahrhunderts äußerst produktiven Schaffens. Diese zeichnet die sukzessive Eroberung des Raumes bis hin zu den visionären und allerjüngsten Arbeiten nach und nimmt dabei Grundelemente der fraktalen und der digitalen Ästhetik vorweg. Bis auf

den Einstieg in die Ausstellung folgt die Präsentation keiner strengen Chronologie – spätere Werke tauchen in früheren Kontexten auf und umgekehrt. Dadurch werden auf besondere Art Einblicke in die Arbeitsweise des Künstlers sichtbar und Zusammenhänge zwischen seinen Serien erfahrbar gemacht. Um seine künstle-

Dazu gehört auch die Frage nach der Rolle des Ornaments und nach der Zukunft der Abstraktion. Zu diesem Zwecke wurde im Obergeschoss des Museums eine eigenständige Ausstellung mit Ornamentgrafiken vom 15. bis zum 18. Jahrhundert – von Dürer bis Piranesi – eingerichtet. Sie wurde im Mai eröffnet und läuft praktisch zeitgleich zur Stella-Ausstellung (bis 06.01.2013). Ein Kabinett mit einer Auswahl von Arbeitszeichnungen, die der Künstler 1980 dem Kunstmuseum Basel übergeben hat, bildet das Gelenk zu dieser historischen Ausstellung. Mit diesem Rückblick in die Prämoderne wird nicht nur die ungebrochene Aktualität des Ornamentalen insbesondere in der zeitgenössischen Kunst offensichtlich, die Parallelität zur Hallenausstellung lässt die Abstraktion in einem viel größeren Zusammenhang begreifen und deutet an, dass in Frank Stellas Werk gleichsam die Geschichte der Abstraktion mit der großen Geschichte des Ornaments verschmilzt.


In der Ausstellung sind Schlüsselwerke wie die Black Paintings, Damascus Gate (1969–70), Arbeiten aus der Polish Village und der Irregular Polygon Series, La penna di hu (‚19, 3D, 3x) (1987–2009), Etymology (Q-10) (1990) und The Broken Jug. A Comedy [D#3] (left handed version) (2007) vertreten. K.179 (2011) aus der Scarlatti Sonata Kirkpatrick Series entstand für die Ausstellung im Kunstmuseum Wolfsburg und wird hier erstmals öffentlich ausgestellt. Diese und die übrigen Werke werden unter anderem vom Kunstmuseum Basel, der Tate London, dem Museum Ludwig Köln, dem VanAbbemuseum Eindhoven sowie den Sammlungen Henkel, Düsseldorf, und Hoffmann, Berlin, und nicht zuletzt von Frank Stella selbst zur Verfügung gestellt.

Der Katalog ist als Standardwerk zu Frank Stella gedacht und bietet neben einer ausführlichen Dokumentation und Besprechung der ausgestellten Arbeiten durch Holger Broeker, wissenschaftliche Einblicke in die nach wie vor überraschende Wende vom Minimalismus zum Maximalismus: Gregor Stemmrich, ausgewiesener Spezialist für die amerikanische Kunst der 60er- und 70er-Jahre, liefert eine fundierte Einbettung des Werkes von Frank Stella in die Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts. Markus Brüderlin schreibt über Stella und das Ornament. Ein Ateliergespräch von Claudia Bodin mit dem Künstler sowie Statements von Künstlern, Weggefährten Stellas und von Fachleuten wie Michael Fried, Santiago Calatrava, Sarah Morris und Serge Lemoine runden die Publikation ab. Erstmals ist in diesem Katalog auch ein bebilderter Überblick über alle 36 Serien Frank Stellas enthalten. Rita Werneyer, M. A. Leitung Kommunikation & Visuelle Bildung Kunstmuseum Wolfsburg

Frank Stella – Die Retrospektive Werke 1958 – 2012 Bis 20. Januar 2013 Kunstmuseum Wolfsburg Hollerplatz 1 | 38440 Wolfsburg

Die Ausstellung wird unterstützt durch die Volkswagen Financial Services AG.

T. +49 (0)5361 2669 0 F. +49 (0)5361 2669 66 www.´´kunstmuseum-wolfsburg.de

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…und es ward Licht. Das Ausstellungszentrum Hinter Aegidien des Braunschweigischen Landesmuseums mit neuer Dauerausstellung

Meike Buck Wer die noch erhaltenen Reste des ehemaligen Aegidienklosters in Braunschweig sucht, muss sich abseits der großen Verkehrswege und Touristenströme begeben. Mitten in der Innenstadt liegt es in einer Oase der Ruhe: eine riesige Kastanie überspannt den Innenhof, die alten Mauern von Efeu berankt, im Sommer blühen Rosen zwischen den historischen Steinfragmenten. Ausgehend von der besonderen Atmosphäre dieser Traditionsinsel wurde ein Konzept für eine neue Dauerausstellung entwickelt, die den Besucher die kontemplative Stille erahnen lässt, die die Benediktinermönche vor 900 Jahren suchten.

Fotos: © Jan Eickhoff

Betritt der Besucher den Innenhof Hinter Aegidien, findet er sich zwischen zwei Kirchenchören wieder. Der imposante gotische Chor der Aegidienkirche an der linken Seite, gegenüber an der rechten Seite der seltsamerweise nach Westen ausgerichtete Paulinerchor, der 1906 für den Einzug des Vaterländischen Museums, heute das Baunschweigische Landesmuseum, hierhin versetzt wurde. Das Verbindungsstück dazwischen bildet der romanische Ostflügel der ehemaligen Klausur.

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Verbunden mit dem Kloster ist das ehemalige Evangelische Vereinshaus. Ende des 19. Jahrhunderts gebaut, beherbergt es heute die barocke Inneneinrichtung der Hornburger Synagoge als Herzstück des Jüdischen Museums. Als das Museum 1986 seinen Hauptsitz in das repräsentative ehemalige Viewegsche Verlagshaus an den Burgplatz verlegte, wurde es ruhiger Hinter Aegidien, unterbrochen von Schulklassen, die die hier ausge-


Die Positionierung der Lichts채ulen greift die bauliche Struktur der R채ume auf und f체gt sich in die Architektur ein.

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stellte Judaica-Sammlung des Museums mit der Inneneinrichtung der Hornburger Synagoge besuchen. Die Zeit schien stehen geblieben zu sein. Der östliche Flügel des Kreuzganges mit den drei daran angrenzenden Räumen, der ehemalige Kapitelsaal, das Parlatorium und das Refektorium, schlummerten einen Dornröschenschlaf, als müssten sie sich von den Jahren der Betriebsamkeit und den wechselnden Bewohner in ihren Mauern erholen. 1115 hatte die brunonische Markgräfin Gertrud das Aegidienkloster auf dem Braunschweiger Köpfeberg gegründet, so gelten die Räume aus dem 12. Jahrhundert als eine der ältesten in der Stadt. Gertrud stattete ihr Kloster nicht nur mit umfangreichen Ländereien aus, sondern der Legende nach auch mit den Reliquien des Heiligen Aegidius und des Heiligen Auctors, der von den Braunschweigern als ihr Schutzheiliger verehrt wurde. Gertruds Schwiegersohn Lothar von Süpplingenburg nahm das Benediktinerkloster unter seinen kaiserlichen Schutz, Objekte wie ein historisch und kunstgeschichtlich wertvolles Evangeliar aus dem 12. Jahrhundert machen die Bedeutung des Klosters deutlich. Noch einmal erregte es Aufmerksamkeit, als der Mönch Gottschalk Kruse die Gedanken Luthers nach Braunschweig brachte und somit die Reformation in der Stadt einleitete.

Wertvolle Objekte wie diese Frauenhaube aus dem 18. Jahrhundert, die in einem Grab der Aegidienkirche gefunden wurde, illustrieren die Geschichte des Klosters.

oben: Kleine Schatzkästchen: Die historischen Objekte werden lichtgeschützt aufbewahrt und müssen vom Besucher »entdeckt« werden.

kleine Fotos rechts: © Marburger Bildarchiv

unten: Aus dem Dornröschenschlaf wachgeküsst: Bei der Eröffnung der neuen Ausstellung herrschte großer Andrang in den historischen Räumen.

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oben: Kapitelsaal zwischen 1906 und 1933 unten: Konvent als Vaterländisches Museum


unten: Versammlungsraum gestern und heute; Möbel für museumspädagogische Veranstaltungen im ehemaligen Kapitelsaal

Auf Textil gedruckte und hinterleuchtete Buchmalereien aus dem Mittelalter gliedern die beiden Ausstellungswände im Refektorium.

oben: Rote Textelemente setzen Akzente auf den ansonsten in neutralem weiß gehaltenen Ausstellungsmöbeln. unten: Die Zugluft in dem alten Gebäude erforderte den Einbau von Klimavorhängen zum Schutz der Objekte.

unten: Ein Modell des Klosters und der Kirche aus dem 12. Jahrhundert lässt erahnen, wie es hier vor rund 800 Jahren aussah.

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Doch das bedeutete auch das Ende des Klosters, es löste sich 1542 auf. Damen eines evangelischen Stifts übernahmen die Räume, bis sie den Gefangenen der Braunschweiger Justiz weichen mussten, die hier ihre Strafen absaßen oder, im schlimmsten Fall, im ehemaligen Klosterhof hingerichtet wurden. Die Nutzung als Museum bewahrte die noch erhaltenen Räume vermutlich vor dem Abriss. Die Räume waren, bis auf einige Deckenfluter im Stile der 1990er Jahre, leer. Hier fanden Veranstaltungen und Sonderausstellungen zu verschiedensten Themen statt. Die uns selbst gestellte Aufgabe lautete, hier neues Leben einzuhauchen, die Architektur mit ihren Blickachsen, den reich verzierten romanischen Säulen und der Deckenmalerei aus dem 19. Jahrhundert hervorzuheben. Die Räume selbst sollten zum wichtigsten Ausstellungsstück werden, die der Besucher mit seiner Geschichte und Architektur erklärt bekommt. Denn bisher bekam er keine Informationen zu dem Gebäude an sich. Eine gleichmäßige Beleuchtung sollte die Räume in Szene setzen, bei der alle nötige Technik möglichst unsichtbar untergebracht wird. Die Auflage der Denkmalpflege, originale Wände und Decken nicht mit Haken, Bohrungen und anderen Befestigungen zu zerstören, war eine zusätzliche Herausforderung. Frei stehende Lichtsäulen beleuchten nun die Räume und schaffen eine Atmosphäre, die den Besucher eine klösterliche Stimmung erahnen lässt, gleichzeitig sind sie Träger für die Ausstellungstexte. Die Erläuterungen zur Geschichte des Klosters und seiner Räume werden ergänzt durch poetische Schwarz-Weiß-Fotos und einprägsame Zitate aus der Regel des Heiligen Benedikts. Für den größten und schlichtesten der drei Räume, das Refektorium, wurden zwei Ausstellungswände entwickelt. Hier werden einige ausgewählte Objekte zur Geschichte des Klosters und der Räumlichkeiten ausgestellt, archäologische Objekte stehen neben Skulpturen, Bauteile werden ergänzt durch Grafiken und Gemälde. Schubladen und Klappen, die beim Öffnen einen Lichtschalter auslösen, gewährleisten zum Einen die konservatorischen Auflagen für die fragilen Objekte, laden die Besucher zum Anderen zum Entdecken und Geheimnislüften ein.

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oben: Die Anzahl der präsentierten Objekte, hier ein Giebelkreuz aus dem 18. Jahrhundert, wurde bewusst klein gehalten, um die Räume in den Vordergrund zu stellen. unten: Lichtempfindliche Objekte in Vitrinen sind durch textile Abdeckungen geschützt.

unten: Die optische Leichtigkeit der Lichtsäulen bildet einen passenden Gegensatz zur Schwere der romanischen Architektur.


Morgan Library & Museum Foto ausgeliehen von The Morgan, David Collection Foto von Pernille Klemp, Florida Museum Foto von Jeff Gage

Haie in Hall of Florida Fossils Mumien im Neues Museum Tagebücher im Anne Frank Huis Münzen in The David Collection Königinnen entlang The Mall Pergamente im Nationalmuseum Iran Tafelsilber im Cleveland Museum of Art Folianten in Morgan Library & Museum Reiterrüstungen in der Türckischen Cammer

Museumsbeleuchtung von Roblon Mehr über Roblon auf der Exponatec Cologne Projektfotos & Lösungen auf www.roblonlighting.com

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So ist eine Ausstellung entstanden, die die Räume feinfühlig in Szene setzt und dem historischen Wert der ehemaligen Klosterräume gerecht wird. Zugleich ist es eine unaufdringliche Ausstellung, die der romanischen Gestalt der Räume mit ihren geschichtlichen Veränderungen die Bühne überlässt. Dass der Ort trotz dieser Veränderung seine Stille und Verträumtheit behalten hat, symbolisieren drei Gartenmöbel, die auf ehemaligen Skulpturenfundamenten im Innenhof entstanden sind, die jeden zum Verweilen und Träumen einladen. Wenn sie nicht gerade von einer lachenden und schwatzenden Horde kleiner Mönche mit Butterbroten und Apfelsaft gestürmt werden…

oben: Die neu gestalteten Bänke im Innenhof laden zum Pausieren ein.

Die Neuinszenierung der Klosterräume ist Teil eines neuen Konzeptes für das Gebäudeensemble Hinter Aegidien. Demnächst soll hier ein Museum für Religionsgeschichte eingerichtet werden als Ort für den interkulturellen Dialog zwischen den drei monotheistischen Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam.

Braunschweigisches Landesmuseum Ausstellungszentrum Hinter Aegidien Hinter Aegidien 38100 Braunschweig www.landesmuseum-braunschweig.de

oben: Ein Ort der Stille inmitten der Großstadt: Der Innenhof des Ausstellungszentrums Hinter Aegidien

unten: Farbliche Akzente im Innenhof sollen den Besucher auf die Ausstellung aufmerksam machen.

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m Bereich Ausstellungsgestaltung gibt es vielfältige Möglichkeiten zur Vermittlung von Informationen und Geschichtsstoff. Dabei stellt sich die herausfordernde Frage, wie Ausstellungsthemen in ein angemessenes, visuelles Gesamtkonzept verpackt werden können, ohne den musealen Ort in den Hintergrund zu drängen.

Foto und Zeichnungen: © Studio Anne Hasselbach

Das Kloster Hinter Aegidien ist zweifelsohne ein Ort der Stille, dessen friedliche Atmosphäre man kaum mit schmückenden Beiwerk zu durchbrechen wagt. Deshalb verzichtet die Ausstellungsgestaltung bewusst auf multimediale Einbauten und ordnet sich stattdessen mit einer zurückhaltenden Präsentation den historischen Räumen unter. Vielmehr wird durch das Thema »Licht« ein Leitgedanke sichtbar, der die architektonische Originalität des ehemaligen Klosters sphärisch unterstützt.

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Die für die Ausstellung entwickelten Leuchtkörper führen den Besucher intuitiv auf eine Zeitreise durch die ehemalige Wohn- und Gebetsstätte der Benediktinermönche. Die rhythmisch angeordneten Stelen folgen der Architektur der drei Klosterräume und erhellen die tageslichtarmen Räume auf eine fast wohnliche Art und Weise. Auf den Leuchtkörpern aufgedruckte Benediktinerregeln, Raumbeschreibungen und Bildmetaphern geben dem Besucher einen illustrativen Eindruck über das ehemalige Leben hinter Klostermauern. Zwei große, helle Ausstellungswände dienen der didaktischen Wissensvermittlung zur Geschichte des Klosters. Auch hier wieder rhythmisch angeordnet, wird der Besucher durch hinterleuchtete Ikonendarstellungen sinnlich in die göttliche

Welt der Benediktiner einbezogen. Im Gegensatz dazu sind die wertvollen Ausstellungsstücke lichtgeschützt und unter konservatorischen Gesichtspunkten in Schubläden und Vitrineneinbauten erst auf den zweiten Blick zu entdecken. Der Habitus der lebensgroßen, handgezeichneten Mönche auf den Ausstellungswänden und den Klimavorhängen gibt der Präsentation etwas Menschliches. Das dem Erscheinungsbild der Ausstellung angepasste Mobiliar lädt die Besuchern ein, inne zu halten und den Alltag einmal hinter sich zu lassen. Angelehnt an den feierlichen Stil eines christlichen Abendmahls können heute an einer langen Tafel museumspädagogische Programme durchgeführt werden, die das Kloster wieder zu einem lebendigen Ort der Kommunikation werden lassen.


Eine Ausstellung von Menschen für Menschen beginnt in der Regel mit dem Skizzieren erster Ideen. In unserem digital geprägtem Zeitalter wirken Zeichnungen beinahe schon altmodisch, lassen aber im Gegensatz zu makellosen Renderings im Arbeitsprozess viel Spielraum für Gestalter und Auftraggeber. Ist die Idee gereift, beginnt die Modellphase, um die Proportionen der Einbauten mit den architektonischen Rahmenbedingungen abzustimmen. Dabei sind die Maße der Säulen und Kapitelle des Klosters ausschlaggebend. Hier entscheiden wenige Zentimeter über die geeignete Höhe der Ausstellungswände und Lichtstelen, ohne die vollkommene Wirkung der bestehenden Architektur ins Wanken zu bringen. Die Ausstellungsmöbel sind überwiegend aus Holz gefertigt. Das Farbkon-

zept unterscheidet in Objekt- und Textpräsentationen. Weiße Flächen dienen vordergründig dem Lesen, rote Flächen hingegen betonen besonders wertvolle Ausstellungsstücke. Die Lichtstelen aus Metall erzeugen durch beleuchtete textile Oberflächen und zarte Konstruktionsrahmen eine überraschende Leichtigkeit. Besonders in Klöstern bilden Innen- und Außenräume immer eine Einheit. Mit diesem Hintergrund wurde ganz bewusst der Klosterhof in die Gestaltung einbezogen. Rote Gartenliegen und Stelen setzen sich von der sonst eher homogenen Ausstrahlung des Außenbereiches ab und lenken die Blicke selbst zufälliger Passanten in den Hof und damit in das neugestaltete Ausstellungszentrum Kloster Hinter Aegidien.

Szenografie und Lichtsystem: corporate friend und studio anne hasselbach www.annehasselbach.de www.corporatefriend.de http://corporatefriend.blogspot.de

in Zusammenarbeit mit dem Büro Fischer&Partner, Leipzig www.fischer-lichtdesign.com

Digitaler Plattendirektdruck / Textildruck: Sachsen Fahnen GmbH & Co. KG www.sachsenfahnen.de

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Die Rekonstruktion der Ein Gemeinschaftsprojekt von museum.de und der PUPPETEERS GmbH Teil 1 Beim Blick auf die die Geschichte Xantens fällt auf, dass immer wieder Gebäude abgetragen wurden, um damit am steinarmen Niederrhein neue Häuser errichten zu können. Die römische Stadt Colonia Ulpia Trajana (heute teilweise Archäologischer Park Xanten) wurde um 100 n. Chr. mit aufwendig über den Rhein antransportiertem Material erbaut. Im Mittelalter diente die ehemalige Römerstadt selbst als Steinbruch. So gesehen verdanken wir auch der Römerstadt unseren herrlichen Dom und die ehemalige Bischofsburg.

Ihre Errichtung wird dem Kölner Erzbischof Brun (Bruno I. von 953–965) zugeschrieben. Doch erst 1096 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt, als dort 60 unter dem Schutz des Kölner Bischofs Hermann III. stehende Juden einem Pogrom zum Opfer fielen. Der benachbarte und heute noch existierende Meerturm, der heute als Sitz von museum.de dient, war seit 1389 als Teil des Flucht- und Rückzugssystems mit der bischöflichen Burg verbunden. Während dieser Turm und sein Wehrgang bis heute das historische Stadtbild der Stadt mit prägen und begehbarer Teil des SiegfriedMuseums sind, gehört die Bischofsburg längst der Vergangenheit an. Kaum etwas erinnert die Einwohner und die Touristen an diesen einst imposanten Bau. Die Türme, an denen bislang viele wie selbstverständlich vorbeigehen, erhalten plötzlich eine ganz andere Bedeutung, wenn man sich mit ihnen inhaltlich auseinandersetzt. Das würde mit Sicherheit auch für die Bischofsburg gelten, wäre sie nicht gesprengt worden.

Reste der Bischofsburg 2012

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Aus den Augen heißt aber nicht aus dem Sinn. Vielmehr entstand die Idee, durch die Nutzung modernster Technologien die größtenteils aus dem Stadtbild Xantens verschwundene Bischofsburg virtuell als 3D-Computermodell zu rekonstruieren. Ein solches Modell lässt sich schließlich am Rechner aus beliebigen Blickwinkel betrachten.

Ausschnitt aus dem Altarbild mit dem Martyrium des Hl. Viktors von Bartholomäus Bruyn d.Ä. von 1529-1534 an Xantener Hochaltar (Bild Hochaltar, linker Seitenflügel, rechter Flügelteil, außen; im Hintergrund des Martyriums Stadtansicht mit Marstor, Bischofsburg und Dom), Blick von Süden

Was lag da näher, genau die Firma Puppeteers um eine Kooperation zu bitten, die bereits für das StiftsMuseum Xanten den St.-Viktor-Dom detailgetreu als 3DModell nachgebaut hat. Es entstand ein Animationsfilm für die ständige Ausstellung, der auch die zeitliche Entwicklung des St.-Viktor-Doms plastisch veranschaulicht. Der Besuch des StiftsMuseums gehört unbedingt zu einem Besuch in Xanten.


Bischofsburg Xanten Das Erscheinungsbild der Burg Die Rekonstruktion will visualisieren, wie die beeindruckende Bischofsburg vor ihrer Sprengung im Jahre 1692 das Stadtbild prägte. Grundlage für die Designer von Puppeteers sind dabei u.a. die AusgrabungsErkenntnisse der Wissenschaftler Prof. Dr. Walter Bader und Dr. Hugo Borger. Bis 1969 war Prof. Dr. Bader als Staatsund Landeskonservator federführend an der Rettung und Wiederherstellung vieler wichtiger Baudenkmäler des Landes beteiligt – insbesondere auch am Wiederaufbau des Xantener Domes. Sein Schüler Dr. Borger vom Rheinischen Landesmuseum in Bonn wiederum führte ab 1955 die Ausgrabungen unter dem Xantener Dom fort und weitete diese auf den Bereich der Stifts-Immunität aus. In den 1960er Jahren legte er Teile der Grundmauern frei und liefert damit wichtige Erkenntnisse zu Lage und Größe und damit fundamentale Vorgaben für das 3D-Modell zur Bischofsburg: zwei Meter dicke Mauern, 21 m lang, 27 m breit,

Ausschnitt aus der Kreuzigungsszene des Agatha-Altars im Xantener Dom mit seitenverkehrter Darstellung der Bischofsburg, etwa 1499/1500

25 m hoch. Heute bilden der Turm an der Nordweststecke der Immunität und die Mauer am Ziegelhof die sichtbaren Überbleibsel. Als weitere Grundlage für die Rekonstruktion werden den Spezialisten von Puppeteers drei Gemälde bzw. Zeichnungen aus jener Zeit dienen. Die damaligen Maler nahmen sich allerdings einige künstlerische Freiheiten. So malten sie beispielsweise die Bischofsburg auf dem Altarbild des Agatha-Altares im Xantener Dom seitenverkehrt.

Damit könnte man den wissenschaftlichen Wert der Rekonstruktion oberhalb der Grundmauern natürlich in Frage stellen. Durch Zuhilfenahme anderer Bauten, die zur gleichen Zeit erstellt wurden, lassen sich weitere Rückschlüsse ziehen. So hat die Turmburg aus Soest, die 1810 abgetragen wurde, sehr ähnliche Grundrisse. Ihre Entstehung ist ebenfalls erzbischöflicher Initiative zuzuschreiben. Auch die Turmburg wurde erstmals Ende des 11. Jahrhunderts schriftlich erwähnt.

unten: Ausschnitt aus »altem Stadtbild« (nach Ingo Runde ist dies die Stadtansicht Hendrik Feltmanns um 1653, wobei das in Hinblick auf das Alter der Bischofsburg nicht als »altes« Stadtbild zu bezeichnen ist), Blick von Osten auf die Stadt

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burg und den nur 40 Meter entfernten Dom in einem Modell zusammen, dann eröffnen sich ganz neue Perspektiven vom ehemaligen Stadtbild und den Proportionen der beiden einst prägnantesten Bauwerke Xantens. 3D-Modelle sind auch Grundlage für animierte Kamerafahrten zwischen Dom und Bischofsburg, die zudem als 3D-Filme mit räumlichen Eindruck erzeugt werden können. Möglich ist auch, ein ganz reales Modell über 3D-Drucker zu erzeugen.

Auf einem Ölgemälde von Pierre-Denis Martin le Jeune, das die Einnahme Xantens durch Ludwig XIV. im Jahr 1672 zeigt (ebenfalls nach Ingo Runde)

Der Nutzen Die vorhandenen Erkenntnisse zur Bischofsburg sind bisher nicht zentral gesammelt worden. Für eine visuelle Rekonstruktion war es zunächst erforderlich, alle Quellen zusammen zu tragen. In einem sehr konstruktiven Treffen bei der Firma Puppeteers in Schwerte haben wir diese Erkenntnisse zusammengetragen und beschlossen, das Modell in die Praxis umzusetzen. Die grundlegenden Vorgaben dafür sind in Teilen lückenhaft, dennoch waren sich alle Beteiligten einig, dieses vielversprechende Pilot-Projekt für die Stadt Xanten umzusetzen. Für eine möglichst authentische Rekonstruktion ist es wichtig, die einzelnen Entwicklungsschritte wissenschaftlich zu begleiten. Mehrere Jahrzehnte nach den Ausgrabungen von Bader und Borger ist es Dr. Jens Lieven vom Lehrstuhl für die Geschichte des Früh- und Hochmittelalters der Ruhr-Universiät Bochum, der das interdisziplinäre Team wissenschaftlich berät. Die Kommunikation läuft über die üblichen Wege und zusätzlich über zeitsparende Bildschirmkonferenzen, die eine ortsungebundene Teamarbeit über große Distanzen möglich macht.

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Mitte März werden wir Ihnen im Magazin Museum.de Ausgabe Nr. 12 einen Bericht über die Fortschritte auf unserer digitalen Baustelle liefern. Zu einem ganz ungefährlichen Besichtigungstermin auf eine Baustelle möchten wir Sie selbstverständlich auch noch nach Xanten einladen. Dort wird wieder alles real sein, und wir haben Zeit für Gespräche und den klassischen Händedruck.

Neue Perspektiven vom ehemaligen Stadtbild Sowohl die Einwohner als auch die Touristen dieser Stadt erhalten einen Eindruck von der Bischofsburg, wie sie kurz vor ihrer Sprengung ausgesehen haben könnte. Mit den zeitgemäßen Möglichkeiten der 3D-Modellierung lassen sich letztlich alle Perspektiven der Bischofsburg betrachten. Bringt man die Bischofs-

C A: älteres Haus von Klever Graf, der die Burg vor 1173 innehatte, beansprucht nur Grundriss bekannt B: Turm/Burg 21 m lang, 27 m breit, 25 m hoch, Mauerdicke 2 m von besonders tiefem Graben und erdverstärkter enger Hofmauer umgeben C: Aula/Rechtecksaal 38m lang, 8,4 – 9,8m breit zweistöckig (angenommen von Bader, da 1151 neu gebaut) D: Pfalzkapelle; evtl. ebenso zweistöckig EF: angrenzendes Doppelhaus mit Westturm zweistöckig, Turm noch erhalten G: Fortsetzung von EF; weitere Bauten, etwa bis Höhe Westende Kirchtürme im UG meist schmale Fensterluken, im OG nachweisbar Fenster mit Halbrundbögen

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Einladung zu »Die Türme von Xanten«

Die PUPPETEERS GmbH begleitet Ihre Kunden und Auftraggeber von der ersten Idee an. Das bezieht sich auf die Konzeption und Planung von Inhalten, wie auch auf die Beratung und Projektplanung von Installationen mit multimedialer Hardware.

Schon jetzt möchten wir Sie ins SiegfriedMuseum in Xanten einladen, um sich am 26. Mai ein Bild vom 3D-Modell und dessen unterschiedlichen Präsentationsmöglichkeiten im Museum zu machen.

So auch bei dem aktuell gestarteten Projekt »Rekonstruktion der Bischofsburg«. Hier sind die PUPPETEERS von Beginn an in die inhaltliche und organisatorische Planung der Realisierung des 3D Modells der Bischofsburg mit einbezogen.

Trotz Winter haben wir bei der „digitalen Baustelle Bischofsburg“ keine Probleme mit Frost und Mörtel, jedoch rechnen wir mit inhaltlichen Herausforderungen, die das Projekt spannend machen. Gern werden wir Ihnen vor Ort alle Fragen zum Projekt beantworten. Außerdem erwartet Sie an diesem Tag die Premiere des neuen Audioguides von museum.de, der für alle Museen und Besucher kostenlos ist. Lesen Sie dazu bitte auch den Beitrag auf den beiden nächsten Seiten.

Folgend die Leistungsbereiche, die den Ablauf eines Projektes in der 3D Produktion ausmachen: 3D-Rekonstruktion des Doms St. Viktor durch die Firma Puppeteers GmbH im Auftrag des StiftsMuseum Xanten. Die Westmauer der Bischofsburg war nur 40 Meter vom Dom entfernt. Foto: © Olaf Strauch

Wachturm

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Konzeption, Beratung und Planung: Am Anfang jedes Projektes steht die Idee. Die PUPPETEERS GmbH verwandelt Ihre Ideen und Gedanken in ein stimmiges Konzept, das Ihre Kernaussagen transportiert und für den Betrachter verständlich macht. Die Konzeption erfolgt ganzheitlich, nicht nur auf den Inhalt bezogen, sondern auch bezüglich Auswahl und Einsatz der Medien, Mehrfachnutzung und Nachhaltigkeit. Die PUPPETEERS GmbH hat dank starker Netzwerk-Partner auch im Hardware-Bereich viel Beratungskompetenz zu bieten, so dass auch die Planung der Hardware für eine Installation Teil des Konzeptes sein kann. Animation und Visualisierung: Bilder und Filme erzählen immer Geschichten. Die PUPPETEERS GmbH hat eine lange Tradition in der Erstellung von hochwertigen 3D Animationen und Renderings für alle denkbaren Anwendungsbereiche. Beispiele hierfür sind Schulungen, Präsentationen, Rekonstruktionen, Prozessvisualisierung, Infotainment, Werbung, Anwendungen in WEB, Messe, PoS, PoI, etc.

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Liest man in Xanten den Lokalteil der Tageszeitung, so erfährt man auch immer etwas von der niederrheinischen Seele. Menschen mit bildhafter Sprache und scheinbar ziellos ausschweifenden Geschichten. Menschen, die selbst nicht genau wissen, ob sie sich und die Welt überhaupt ernst nehmen sollen. Geschichten und Fantasie bekommen hier schnell eine Eigendynamik und plötzlich werden sie ganz unverhofft zur Realität. Das betrifft auch meine Idee, die ich Ihnen hier vorstelle. Zur Geschichte Xantens und seiner mutigen Söhne: Da ist unser weit sichtbarer wunderschöner Dom. Seinen Namen verdankt er dem Märtyrer und Angehörigen der Thebäischen Legion Viktor von Xanten, der im 4. Jahrhundert im Amphitheater von Vetera nahe dem heutigen Birten hingerichtet worden sein soll. Ein weiterer Xantener ist Siegfried, bekannt aus der Nibelungensage. Ihm ist das SiegfriedMuseum gewidmet, welches direkt an den Meerturm von museum.de grenzt. Nicht mit der Lanze, sondern mit dem Smartphone brechen wir auf. Nur Mut! Ganz in Tradition für Taten mit größerer Reichweite möchte ich Sie einladen, sich mit museum.de auf einen besonderen Weg zu begeben, für den alle Beteiligten die alten Tugenden wie Vertrauen und Mut benötigen. Unsere ständigen Begleiter sind im 21. Jahrhundert weder Lanze noch Schwert, sondern Smartphone und iPhone.

Geld zahlen für den Audioguide? Denkt der Besucher an die digitale Infrastruktur eines Museums, dann fragt er sich: »Warum kostet der Audioguide für die Besucher Geld?« Der Audioguide ist ein Teil Ihres Museums. Da Geschenke nun mal besonders gut ankommen, werden wir diesen über die App direkt auf das Handy der Besucher beamen, und zwar nicht nur für die Museen, sondern auch für die Besucher kostenlos. Für die Verbreitung von museumseigenen Audio-Dateien innerhalb und außerhalb der Museen wird museum.de ab Mai 2013 eine kostenlose Infrastruktur schaffen. Sie laden dann Ihre Audiodateien auf den Server von museum.de hoch und erhalten einen QR-Code, den Sie ganz einfach ausdrucken und in der Nähe des Exponats anbringen können. Zusätzlich können Sie auch ein Bild und einen Text zu jeder Audiodatei hochladen. Die Besucher scannen mit Ihrem eigenen Smartphone/iPhone den QR-Code in Ihrem Museum ein und es startet sofort der Audioguide als Live-Stream. Alternativ dazu kann man alle bereitgestellten Audioguides eines Museums schon zuhause über WLAN herunter laden. Sie können auch einen WLAN-Hotspot im Museum einrichten, der nur auf Daten von museum.de zugreifen kann. Auf den ersten Blick ergeben sich für die Museen scheinbar weniger Gesamteinnahmen durch

Der kostenlose Museums-Audioguide für alle Zunächst eine analoge Situation zur Erläuterung: Viele gewachsene Innenstädte beklagen inzwischen den Verlust des abwandernden Handels zu den außerhalb und verkehrsgünstig gelegenen Einkaufszentren mit reichlich kostenlosen Parkplätzen. Den Beruf einer Politesse möchte ich nicht in Frage stellen, denn sie sorgt für Ordnung im öffentlichen Verkehr der Innenstadt. Der Besucher interpretiert das Knöllchen an seiner Windschutzscheibe jedoch als nette Einkommensquelle der Stadt. Er fühlt sich alles andere als belohnt, in der Innenstadt eingekauft zu haben – woanders bekommt er nämlich eine besucherfreundlichere Infrastruktur geschenkt. Natürlich kann ein Museum in der Innenstadt nun keine kostenlosen Parkplätze anbieten. Aber darum soll es hier auch gar nicht gehen.

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den Ausfall der Leihgebühr. Es entfallen aber die Anschaffungskosten für die Hardware, sowie Reparaturen, Akkus aufladen und die Reinigung nach jeder Ausleihe. Ein kostenloser Audioguide, der auch außerhalb des Museums erreichbar ist, wird die Attraktivität Ihres Museums insgesamt steigern und das kann zu mehr Besuchern führen, die Eintrittsgelder zahlen. Vielleicht setzen Sie den Ansatz ja bereits erfolgreich um. Es ist in jedem Fall ein wirksames Instrument für überregionales Museumsmarketing. Für die Erstellung der Audioguides ist ein professioneller Sprecher und ein Tonstudio empfehlenswert. Das Konzept von museum.de sieht vor, dass auch Museen ohne Budget uneingeschränkt mitmachen können. Sie erhalten von uns demnächst einen Ratgeber, wie Sie selbst Audiodateien mit kostenloser Software erstellen können.


Einladung zur Premiere des Audioguides am »Tag der Xantener Türme«, Sonntag, den 26. Mai 2013 Ich möchte die Entscheidungsträger in den Museen zu diesem Tag nach Xanten einladen, um die Premiere und Präsentation der beschriebenen App-Erweiterung zu erleben. An letzten Sonntag im Mai wird in Xanten der von museum.de organisierte Tag »Die Türme von Xanten« stattfinden. Im SiegfriedMuseum werden wir eine Fotoausstellung zu den mittelalterlichen Türmen in Xanten zeigen. Die ausgestellten Fotos werden dabei mit dem gleichen QR-Code versehen wie die jeweilig abgebildeten Türme vor Ort. Vom Museum aus werden die Gästeführer der Tourismus Info Xanten alle Gäste zu den nahe gelegenen geöffneten Türmen führen und ihnen einiges dazu erzählen können. Sie werden sehen, dass sich die Führung durch einen kompetenten Menschen und der freie Audioguide von museum.de einander ergänzen und nicht in Konkurrenz stehen. Überzeugen Sie sich in unserem schönen, mittelalterlichen Stadtkern Xantens davon, wie dieser Audioguide innerhalb und außerhalb eines Museums funktioniert. Rheinische Post vom 11.10.2012

Wir freuen uns auf Sie!

Museen und Besucher

Herzliche Grüße, Uwe Strauch

Audioguide auch außerhalb des Museums überall und immer verfügbar Sicherlich gibt es bereits viele Audioführungen, die in museumseigenen Audiogeräten oder Audioguides eingeschlossen sind und das Museum noch nie verlassen durften. Das nenne ich den klassischen Dornröschenschlaf.

Für Besucher, die über kein Smartphone verfügen oder nicht wissen, wie man eine App installiert, kann auch die hauseigene robuste Audio-Hardware für die Nutzung der Software in Frage kommen.

Foto: © Andrea Wark

Ich sage: »Befreit die armen, eingeschlossenen MP3-Dateien aus Audiogeräten in den Museen«. Über die neue Infrastruktur können sich die Menschen an ihrem eigenen Handy ein dem Museum nahe gelegenes Denkmal oder historisches Gebäude erklären lassen. Gegen Ende baut der Sprecher eine inhaltliche Brücke zum Museum und empfiehlt den Besuch Ihres Museums unter Angabe der Öffnungszeiten. Möglich ist auch der Abdruck des QR-Codes in der Presse.

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Nehmen Sie das Mobiliar vom Museum mit nach Hause!

Sie sind mehr als lediglich eine Sitzgelegenheit: Setzen Sie mit den Photohockern von WERKHAUS die Akzente, die einen Großteil der besonderen Atmosphäre eines Museums ausmachen. Fünf stabile, umweltschonende Holzwerkstoffplatten (MDF) mit hochauflösendem Digitaldruck versehen und UV-härtendem Schutzlack beschichtet, verbinden sich im Original-WERKHAUS-Stecksystem – ohne Verwendung von Nägeln, Schrauben und Leim – zu einem praktischen und vielseitigen Sitz-

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möbel. Alle Flächen lassen sich mit eigenen Motiven gestalten. So kann der Museumsbesucher sein Lieblingsbild erwerben und »besitzen«. Die Hocker lassen sich ganz einfach zusammenstecken, werden mit den vorhandenen Gummiringen fixiert und sind dennoch bis zu 150 kg belastbar. Die flache Verpackung erleichtert den Transport und der Aufbau des Hockers durch den Kunden schafft eine besondere Beziehung zum Produkt, welches auf diese Weise zum Ausdruck persönlicher Lebensart wird.


Die Photoproduktlinie wurde außerdem noch mit individuell zu gestaltenden Klemmmappen erweitert: vielseitig einsetzbare Helfer mit Dokumentenklemme und über die Ecken gezogenem Verschlussgummi.

buntes Antikglas, Glasmurmeln oder farbige Schmucksteinchen, sowohl die Füllung als auch das äußere Motiv der Hülle lassen sich individuell gestalten, um das besuchte Museum auch nach langer Zeit

Auch mit Kaleidoskopen, Prismen und Guckaugen lenkt Werkhaus das Auge des Betrachters in faszinierende Welten. Der Schönbildseher, das heißt Kaleidoskop im Griechischen, begeisterte schon vor mehr als 160 Jahren Jung und Alt mit seinem atemberaubenden Farbenspiel und seinen fantastischen Spiegelungen. Aus festen Pappröhren, unzerbrechlichen Oberflächenspiegeln, stabilen Metalldeckeln und aufwändig gearbeiteten Facettenlinsen werden diese Produkte Stück für Stück von Hand gefertigt. Ob

spielerisch in Erinnerung zu bringen: Mitbringsel aus ökologisch einwandfreien Materialien unter Verwendung gesundheitlich völlig unbedenklicher Klebemittel und Farben.

Seit Firmengründung vor 20 Jahren zeigt WERKHAUS durch anschauliche Produkte und Projekte, dass ökologisches Bewusstsein auch in Kombination mit anspruchsvollem Design kein Widerspruch sein muss. Die Formel hierzu bildet die Synthese aus Material, Formgebung und Modularität: alle Werkhaus-Produkte werden zu 100 Prozent in Deutschland hergestellt und bestehen aus nur wenigen umweltfreundlichen Materialien wie FSC-Papier und der nachwachsende Rohstoff Holz aus Recycling und Durchforstung. Und so facettenreich wie die grüne Produktpalette sind auch die Menschen, die bei Werkhaus zusammenarbeiten: 15 Prozent der Beschäftigten haben körperliche oder seelische Einschränkungen, 15 Prozent sind Auszubildende, und insgesamt stammen die Mitarbeiter aus mehr als zehn Nationen. Mit sozialem Engagement und einer klima- und ressourcensparenden Produktion schafft Werkhaus es, aus Recyclingmaterial nachhaltige Werbeprodukte für Museen herzustellen, die farbenfroh, funktional und erschwinglich sind! info@werkhaus.de www.werkhaus.de

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»Das Neue ist zu kostbar, um es nicht auszuprobieren.« Das Museum Kunstpalast als Beispiel für gelungene Unternehmenskooperationen Am 2. Oktober 2012 führten Barbara Wiench und Mechtild Julius ein Gespräch zum Thema Unternehmenskooperationen. Ziel war es, die im Museum Kunstpalast gemachten positiven Erfahrungen für andere Museen transparent und verfügbar zu machen. Das Gespräch fand im an das Museum Kunstpalast angrenzenden Bistro der Firma E.ON AG in Düsseldorf statt.

MJ: Guten Tag Frau Wiench. Ich danke Ihnen, dass

Stifter, Sponsoren, Mäzene und Spender bilden die finanzielle Basis.

Im Zuge der Wiedereröffnung unserer ständigen Sammlung 2011 haben wir erstmalig systematisch ein breites Kooperationsnetzwerk aus über 50 Partnern aufgebaut. Die Sammlung war zweieinhalb Jahre geschlossen und wurde im letzten Jahr mit der großen Kampagne »Kunst befreit« wiedereröffnet. Hierfür haben wir zum Beispiel mit Hotels Angebotspakete für Touristen entwickelt. Wir haben ebenfalls die Concierges der Hotels gebrieft, damit auch diese genau im Bilde darüber sind, was das Museum Kunstpalast ihren Gästen zu bieten hat.

MJ: Frau Wiench, welche Kooperationen pflegt

Sie müssen immer selbst hingehen.

das Museum Kunstpalast mit Unternehmen aus der freien Wirtschaft?

MJ: Haben Sie die Hotelvertreter und Concierges

Sie sich die Zeit nehmen, um Ihre Erfahrungen zu Unternehmenskooperationen mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Museen zu teilen.

BW: Sehr gern. Hier erleben Sie schon einen praktischen und angenehmen Teil unserer Partnerschaft mit E.ON: Wir Museumsmitarbeiter dürfen das Mitarbeiterbistro mitbenutzen.

hierher ins Museum eingeladen?

BW: Das Museum Kunstpalast verfügt über eine

Barbara Wiench studierte an der Ruhr-Universität Bochum Anglistik, Politik und Ökonomik. Seit 2006 arbeitet sie im Marketing der Stiftung Museum Kunstpalast und leitet dort seit 2008 den Bereich Marketing, Sponsoring & Mäzenat. Seitdem realisierte sie mit ihrem Team aus 3 Kulturmanagerinnen die Neupositionierung der Marke Museum Kunstpalast sowie zahlreiche Kampagnen im Bereich klassische und neue Medien. Ihr Selbstverständnis: Das Neue ist zu kostbar, um es nicht auszuprobieren.

breitgefächerte Kooperationsstruktur. Zunächst gibt es unsere Stifter. Wir sind eine PPP, eine Public Private Partnership, das heißt eine Kooperation zwischen der öffentlichen und der privaten Hand. Unsere Stifter sind zur Zeit die E.ON AG und METRO GROUP. Eine Besonderheit ist, dass die Stifter einen Sitz im Kuratorium haben und somit die Stiftung mitgestalten, z.B. bei der Verabschiedung des Wirtschaftsplans und bei der Wahl des Vorstands.

und jeden Partner selbst besucht. Es waren teilweise fünf bis sechs Termine an einem Tag, und die Mittagspause ist in dieser Zeit oft ausgefallen. Es ist absolut notwendig, persönlich hinzugehen.

MJ: Kollegen aus anderen Museen haben mir ebenfalls berichtet, wie wichtig die dauerhafte persönliche Kontaktpflege zu Kooperationspartnern in der Wirtschaft ist. Könnten Sie nicht Praktikanten dorthin schicken?

MJ: Welche Kooperationspartner gibt es neben den Stiftern?

BW: Zahlreiche Sponsoren wie die UBS Bank oder die National-Bank engagieren sich für uns. Darüber hinaus wird das Museum Kunstpalast von Mäzenen und Spendern unterstützt. Das Mäzenatentum zeichnet sich dadurch aus, dass keine Gegenleistung erfolgt, dass jemand also dem Museum Vermögenswerte oder Kunst zuteil kommen lässt, ohne dafür eine Gegenleistung zu fordern. Bei »Kooperationspartnern« geht es darum, Win-Win-Situationen zu schaffen.

BW: Als »Kooperationspartner« bezeichnen wir Partnerschaften, bei denen kein Geld fließt, sondern dem Museum Dienstleistungen oder Sachwerte zur Verfügung gestellt werden. So pflegen wir beispielsweise schon seit Jahren eine Partnerschaft mit der Brauerei Frankenheim, die regelmäßig Bier für Ausstellungseröffnungen zur Verfügung stellt. Oder mit dem Blumengeschäft Fiori, das uns dauerhaft mit Blumenschmuck für diverse Veranstaltungen erfreut.

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BW: Nein, wir haben persönliche Termine gemacht

BW: Nein, das ist nur im äußersten Notfall anzuraten. Die Verantwortlichen wünschen einen einzigen kontinuierlichen Ansprechpartner. Schon bei zweijährlich wechselnden Volontären beschweren sich die Partner: »Warum kommt schon wieder jemand Neues?« Obwohl die Arbeit nahtlos weitergeht. Echte Partnerschaften entwickeln und die emotionale Bindung kontinuierlich pflegen

MJ: Was glauben Sie, woran das liegt? Ist es die positive persönliche, emotionale Bindung, die entstanden ist, und die mit der vertrauten Person erst einmal verloren geht?

BW: Ganz genau, das ist das A und O. Im Idealfall entwickelt sich eine vertrauensvolle Partnerschaft ähnlich wie im privaten Bereich. Wir reden offen über Dinge, konzipieren Projekte gemeinsam und lassen unseren Partnern Spielräume. MJ: Wie sieht solch eine Hotel-Partnerschaft mit Angebotspaketen praktisch aus? Inwieweit pro-


fitieren davon das Hotel, das Museum und die Besucher?

MJ: Das klingt sehr nach professionellem Pro-

BW: Ein Angebotspaket enthält z.B. eine Hotelübernachtung inklusive eines Tickets in die Ausstellung und evtl. eines Katalogs, und wird zu einem Spezialpreis angeboten. So zieht das Hotel mit einem guten Produkt – der Ausstellung – Hotelgäste an, die schließlich zu uns ins Museum kommen. Für die Gäste bedeutet es weniger Aufwand und es ist für sie preiswerter, ein Angebotspaket zu buchen, als alles individuell zu vereinbaren.

BW: Es ist natürlich ein logistischer Kraftakt. Wenn Sie 50 Kooperationspartner haben …

MJ: Sie gehen dabei offensichtlich sehr systema-

jektmanagement.

MJ: Was wollten Sie bei den Kooperationspartnern für das Museum erreichen?

BW: Bei den Einzelhändlern wollten wir zum Beispiel die Ausstellungsprojekte in die Schaufenster und Geschäftsräume tragen. Zudem war unser Ziel, dass unsere Flyer mit in die Einkaufstüten gegeben werden, was alles andere als selbstverständlich ist.

tisch vor.

MJ: Da könnte ja jeder kommen …

Es ist wichtig, die Zielgruppe für eine Kampagne genau zu definieren. Darauf baut alles auf.

MJ: Als Sie die ständige Sammlung wiedereröffnet haben, haben sie als Allererstes Ihre Zielgruppe definiert: »Wir wollen die Düsseldorfer ansprechen.«

BW: Genau. MJ: Sie haben dann analysiert: Wo sind denn die Düsseldorfer? Wo können wir sie finden? Und haben schließlich die entsprechenden Lokalitäten bzw. Unternehmen mit fertigen Konzepten konkret angesprochen. Also ein sehr strategisches Vorgehen mit Business Plan und Projektplanung.

BW: 2011 sind wir in dieser Hinsicht »durchgestartet«. Mit der Wiedereröffnung der Sammlung wollten wir insbesondere die Düsseldorfer selbst ansprechen und ihnen ihre eigene Sammlung wiederschenken. Am Anfang stand daher eine Analyse: Wo erreichen wir die Düsseldorfer? Wo gehen sie hin? Wo halten sie sich auf? Wo kaufen sie ein? Alle diese potenziellen Partner haben wir gezielt angesprochen: jedes einzelne für uns wichtige Hotel, den Einzelhandel, alle Einkaufscenter, Kaufhof, Karstadt, die Bäckerei Hinkel, alle Traditionsunternehmen, die »der Düsseldorfer« kennt – und es hat keiner »Nein« gesagt!

BW: Richtig. Ich bin jedoch überzeugt, dass wir als Kulturbetrieb einen großen Vorteil gegenüber kommerziellen Anbietern haben. Wir kommen aus dem Non-Profit-Bereich, und wir haben eine Bildungsmission. MJ: Bildungsauftrag und nicht kommerziell – und Sie sind als Museum ideologiefrei. Könnte das auch wichtig sein? Ein Museum ist wertfrei. Als Kooperationspartner legt man sich also nicht fest in einer Richtung und verärgert dadurch möglicherweise andere. Mit einem Museum kann sich jeder »schmücken«.

MJ: Alle haben »Ja« gesagt? BW: Ja (lacht). Sie müssen ein konkretes Konzept vorstellen und genau wissen, was Sie wollen.

MJ: Es sind also der Bedarf und die Bereitschaft da, und man muss nur kommen?

BW: Ja so ist es. Ganz wichtig ist dabei allerdings, dass Sie genau wissen, was Sie wollen. Die Partner aus der freien Wirtschaft erwarten ein konkretes Konzept. Dieses muss klar strukturiert sein, und es muss sehr deutlich werden, was Sie erwarten und was Sie im Gegenzug bieten. Ich treffe mich zweimal im Jahr mit allen Kooperationspartnern und stelle ihnen neue Konzepte vor. Dabei habe ich mehrfach folgendes Feedback bekommen: »Uns gefällt bei Ihnen so gut, dass Sie verbindlich sind. Sie wissen genau, was Sie wollen. Sie haben für uns schon ein maßgeschneidertes Konzept dabei – und vor allem bleiben Sie dran!« Im Anschluss an jedes Gespräch versende ich eine schriftliche Bestätigung und erstelle ein Timing und eine To-Do-Liste. Das kommt bei den Kooperationspartnern sehr gut an. Und dann laufen die Projekte auch.

Aus unserer Vielfalt schnüren wir für jeden Kooperationspartner gezielt ein maßgeschneidertes Paket.

BW: Ja, das stimmt, das ist ein interessanter Gedanke. Außerdem können wir aus unserem breiten Programm für jeden etwas Maßgeschneidertes zusammenstellen. Wir haben unsere Sammlung und die Ausstellungen, die pädagogischen Programme und darüber hinaus unseren Konzertsaal. Die Frage ist, was man mit dieser Fülle anfängt. MJ: Sie gehen also so vor, dass Sie zunächst genau analysieren: Was braucht dieser potenzielle Partner? Auf dieser Basis werden Sie kreativ und entwickeln aus der Vielfalt, die das Museum bietet, maßgeschneiderte Pakete, die Sie dem Partner dann vorstellen.

BW: Genau. Und wir suchen Anknüpfungspunkte. Wichtige Anknüpfungspunkte für Unternehmen sind Standortaspekte, also Projekte, um die Stadt oder die Region attraktiver zu gestalten. Auch das Produkt kann ein Anknüpfungspunkt sein. Wir zeigen 2014 zum Beispiel eine Alchemie-Ausstellung und haben hierfür die Bereiche Chemie, Stahl und Pharma im Auge. Eine Kooperation sollte immer einen thematischen Bezug haben, wenn es um solche speziellen Themen geht.

Mechtild Julius absolvierte an der Universität Konstanz ihr Studium der Germanistik und Geschichte. Anschließend machte sie 6 Jahre Karriere im Konsumgütermarketing eines namhaften internationalen Unternehmens. Seit 15 Jahren ist Frau Julius selbstständige Unternehmensberaterin und Coach mit den Schwerpunkten Marketing, Kommunikation und Teamentwicklung. Seit 2011 verbindet sie im Bereich Kulturmarketing ihre Erfahrungen aus Wirtschaft und Kultur. Für die Akademie museum.de konzipiert und realisiert Frau Julius Workshops für MuseumsexpertInnen. www.mj-beratung.com Ihr Selbstverständnis: Grenzgängerin zwischen den Welten BW: So arbeiten wir immer. Anders funktioniert es nicht. Die Leute können sich nichts vorstellen. Sie müssen immer zeigen, wie etwas aussehen könnte.

MJ: Was ist sonst noch wichtig? Welche Tipps können Sie Ihren Kolleginnen und Kollegen in anderen Museen geben?

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BW: Sie erreichen die Ansprechpartner viel besser, wenn Sie ihnen konkret zeigen, wie das Resultat aussehen könnte. Wir fertigen z. B. Fotomontagen, die wir im Gespräch zeigen können.

BW: Holen Sie sich Hilfe! Unsere Aktion stand unter politischer Schirmherrschaft (lacht). Wenn man sich Hilfe »von oben« holt, bekommt das Projekt gleich einen ganz anderen Stellenwert.

MJ: Es reicht also nicht, eine Idee zu haben. Man

MJ: Wie sind Sie vorgegangen, um diese Hilfe

braucht Fotomontagen oder Zeichnungen, damit der Gesprächspartner sich das Ergebnis vorstellen kann.

zu bekommen?

BW: Das ist genau das Problem. Viele Menschen können sich Dinge einfach nicht vorstellen. Für uns, die wir im Museums- und Marketingbereich tätig sind, ist das schwer verständlich. Ich kann mir ein Plakat in jeder Farbe vorstellen. Dieses Vorstellungsvermögen brauche ich einfach bei meiner Arbeit. Aber viele Menschen haben es überhaupt nicht.

BW: Ich habe den Bürgermeister ganz direkt gefragt: »Können Sie für uns die Tür in gewisse Gremien öffnen, damit wir unsere Kampagne schneeballmäßig verbreiten können?« Und das hat er getan. Ich wurde anschließend in Vorstandssitzungen des Einzelhandels eingeladen und habe dort das Projekt präsentiert. So erfuhr jedes kleine Geschäft davon. Es ist sehr hilfreich, Gremien zu nutzen.

MJ: Und das hat gut funktioniert? BW: Ja (lacht). Es ist immer eine besondere Herausforderung, die ständige Sammlung zu bewerben.

MJ: Sie waren also zufrieden mit dem Besucherzulauf?

BW: Ja absolut. Es ist besonders schwierig, eine ständige Sammlung zu bewerben. Sie hat nicht diesen Neuigkeitsreiz. Sie ist ja ständig da. Sie ist nicht zeitlich begrenzt. Wir hatten in den ersten beiden Wochen etwa 30.000 Besucher. Wenn ich morgens hierher gekommen bin, standen die Leute schon vor verschlossener Tür. MJ: Obwohl die Besucher wussten: Wir können auch später kommen, und dann gibt es hier keine Schlange mehr.

BW: Das war wirklich überaus erfreulich. Natürlich flacht der Besucherandrang irgendwann ab. Trotzdem hatten wir selbst nach der Kampagne immer noch konstante Besucherzahlen, mit denen wir sehr zufrieden waren.

MJ: Was haben Sie Interessantes für andere Ausstellungen gemacht?

MJ: Das muss man erst einmal wissen.

MJ: Es ist ja auch ein Reichtum der Stadt, um den es beim Museum Kunstpalast geht.

BW: Es hat bei mir auch länger gedauert, bis ich das Fingerspitzengefühl dafür entwickelt habe. Natürlich ist es zeitaufwändig, Fotomontagen zu machen. Doch der Rieseneffekt lohnt den Aufwand!

BW: Ja, die Politik hat auch ein Interesse daran.

MJ: Das Bild ist dann wie ein Stimulus, der den

BW: Wenn man diese Rückendeckung von »ganz

Effekt hervorruft: »Ja, genau das ist es. Das sieht gut aus. Das wollen wir. Da machen wir mit.«

oben« erst einmal hat, läuft es wirklich wie von alleine. Der Einzelhandelsverband hat z. B. ein Mailing an seine Mitglieder herausgeschickt, das wir konzipiert hatten. Darin konnten die Einzelhändler ankreuzen: Ja, ich hänge ein Plakat auf, ich lege Flyer des Museums aus, usw.

BW: Und besonders schön ist es, wenn dieser Ball einmal ins Rollen gekommen ist. Wir erhielten nach einer Weile viele Anrufe von unterschiedlichen Partnern: »Wir möchten auch dabei sein. Wir möchten auch mitmachen ...« Holen Sie sich Hilfe – und nutzen Sie Gremien und Verbände!

MJ: Es wertet die Stadt auf.

MJ: So konnten Sie das Marketing also ein Stückweit delegieren, indem die Verbände Bedarf und Bereitschaft ihrer Mitglieder abgefragt und diese gebündelt haben, so dass sie nicht zu jedem einzelnen hingehen mussten.

MJ: Mit welchen Strategien haben Sie weiterhin gute Erfahrungen gemacht?

BW: Ja. Denn wir wollten mit dieser Kampagne möglichst flächendeckend möglichst viele Düsseldorfer erreichen.

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BW: Der nächste Schritt war die El Greco-Ausstellung. Viele Kooperationspartner riefen schon von sich aus an: »Habt Ihr nicht wieder ein Projekt? Wir wollen mitmachen.« Das hat uns sehr gefreut und die Arbeit vereinfacht. Diese Ausstellung hatte eine internationale Ausrichtung. Unsere Zielgruppe waren daher diesmal über das bestehende Publikum hinaus verstärkt internationale Gäste und junge Menschen. Deshalb haben wir noch mehr Hotelkooperationen und zusätzlich eine Kooperation mit Lufthansa ins Leben gerufen. Bei jüngeren Menschen funktioniert oft die Kooperation mit Orten, die sie regelmäßig aufsuchen.

MJ: Wie haben Sie gezielt um die jüngere Zielgruppe geworben? BW: Uns ging es um jüngere Menschen unter 30, die wir z.B. durch eine Kooperation mit der Diskothek »Nachtresidenz« erreicht haben. MJ: Wie sind Sie vorgegangen, und wie hat es funktioniert?

BW: Wir durften zum einen in der Diskothek Werbeflächen nutzen. Zum anderen haben wir gemeinsam einen Gutschein entwickelt, der beim Erstsemestertag der Universität an die neuen


Studenten herausgegeben wurde. Dieser Gutschein beinhaltete einmal den freien Eintritt in das Museum Kunstpalast und einmal in die Diskothek »Nachtresidenz«.

sie bekam auch großen Zuspruch seitens anderer Kulturinstitute und der Medien. Einen Gesprächstermin für eine Stunde bekommen Sie immer.

MJ: Das Thema »junge Besucher« beschäftigt viele Museen. Das ältere Publikum wird in Zukunft geringer werden. Und dann stellt sich die Frage: Was kommt danach? Wie können wir die Jüngeren ansprechen und langfristig für unser Museum und Museen im Allgemeinen interessieren?

MJ: Wer sind Ihre Ansprechpartner in Unternehmen?

BW: Bei kleineren Unternehmen ist es oftmals die Geschäftsleitung. Diese Personen sind erfahrungsgemäß sehr stark eingespannt. Sie müssen hingehen und sich kurzfassen (lacht).

BW: Soziale Netzwerke sind dabei ein wichtiges Stichwort, denn dort finden Sie die jungen Menschen. Deshalb haben wir im Zuge der El Greco-Kampagne erstmals zwölf Bildpaten für die Werke von El Greco gesucht. Aufgabe der Bildpaten war es, bei Facebook über ihre Patenbilder zu posten und Menschen dafür zu begeistern. Wer die meisten Menschen von seinem Patenbild überzeugen konnte, gewann eine Reise nach Madrid und Toledo. Im Gegenzug bekamen die Bildpaten exklusive Einblicke hinter die Kulissen. Ob bei der Hängung ihres Patenbildes, bei einem Dinner mit dem Generaldirektor Beat Wismer oder auch bei der Preview – die Bildpaten hatten die Möglichkeit, überall dabei zu sein und hautnah mitzuerleben, wie Museumsarbeit funktioniert. Die Kampagne erreichte nicht nur viele junge Menschen,

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MJ: Das heißt, Sie bekommen trotz aller Zeitknappheit dennoch Termine? Demnach wäre die Empfehlung für andere Museen: Treten Sie an kleinere Unternehmen heran und bitten Sie ganz offensiv um einen Termin mit dem Geschäftsführer?

BW: Ja, genau. MJ: Und wie viel Zeit würden Sie ansetzen? Eine halbe Stunde, eine Stunde …?

BW: Ein »Stündchen« geht immer. Meistens ist man schneller fertig. Die meisten Geschäftsführer sind sehr entscheidungsfreudig und sagen schnell »ja« oder »nein«. Oftmals entwickeln sie im Gespräch ganz neue Ideen zu Dingen, von

denen wir bis dahin noch gar nichts wissen konnten. So durften wir einen riesigen Banner auf dem Kaufhof an der Kö aufhängen, als die Fassade umgebaut wurde. Wir kamen zufälligerweise genau zum richtigen Zeitpunkt. So etwas hatte es zuvor nie gegeben und wird es auch nicht wieder geben. Es hängt alles davon ab, wie Sie Ihre Kontakte pflegen und wie Sie Ihre Prioritäten setzen. Die Zeit für die persönlichen Gespräche muss man sich nehmen. Auf diese Weise entstehen echte Bindungen, und die Partner sind bereit, Sie in allen Belangen zu unterstützen. Museen dürfen sich einfach mehr trauen.

MJ: Gibt es dafür noch ein Beispiel? BW: Z.B. stand die Neueröffnung unserer Sammlung unter dem Motto »Kunst befreit!«. Die Kunst wird aus den Archiven befreit und befreit zugleich die Menschen. Für diese Aktion haben wir neben klassischer Plakatierung eine »Guerilla-Kampagne« durchgeführt. Unsere Ausgangsidee war: Die Sammlung geht hinaus in die Stadt und lädt die Düsseldorfer ein, ins Museum zu kommen. Dafür haben wir Figuren aus bestimmten Gemälden aus unserer ständigen Sammlung herausgenommen und aus Kunststoff in Lebensgröße reproduzieren lassen. Diese Figuren haben

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wir überall in der Stadt an Orten verteilt, an denen die Düsseldorfer sich aufhalten. Auf der Kö, an der Uni, in den Rheinwiesen, im Medienhafen, überall. 50 Figuren zwei Monate lang. Jeden Tag haben die Figuren an einen anderen Ort gewechselt, denn das Ganze war schließlich eine nicht genehmigte Guerilla-Kampagne. Es war auch ein großes Risiko, aber alle haben ein Auge zugedrückt.

MJ: Wie ist das möglich? BW: Wir kannten bereits alle Verantwortlichen durch frühere Projekte persönlich, und sie kannten uns. Solche Aktionen können Sie sich als Kulturinstitution viel eher erlauben als ein kommerzieller Partner. Keine Stadt würde das für einen Großkonzern machen. Wir haben als Museum einen echten Vertrauensbonus und dürfen uns auch mehr trauen. Einfach mutiger sein. Denn die Leute finden solche Projekte toll. Sie erwarten von uns Kreativeres als einfach nur ein Plakat aufzuhängen. Schließlich arbeiten wir mit Kunst, und Kunst an sich kennt keine Grenzen … Alle Menschen sind überfrachtet mit Werbebotschaften. Deshalb nutzen wir gezielt Räume, in denen sie keine Werbung erwarten. Wir haben unsere Figuren z. B. in Bussen auf die Sitzbänke gesetzt, und die Rheinbahn hat ihr »okay« dazu gegeben.

den Kooperationspartnern in den Schaufenstern platziert hatten. Wir haben kurzerhand beschlossen, sie zu versteigern. Diese Aktion haben wir auf der Website mit einfachen Mitteln selbst gestaltet. Nach dem eBay-Prinzip konnte man die Figuren entweder sofort kaufen oder mitsteigern. Wir haben angekündigt, dass die Figuren ab Freitag kaufbereit sind, und – Sie werden es nicht glauben – schon am Donnerstag gingen bei uns so viele E-Mails ein, dass am Freitag alle verkauft waren.

MJ: Wie hoch war der Preis für eine Figur? BW: Die kleineren haben 99 € gekostet, die größeren 199 €. MJ: Sie haben den Düsseldorfern mit diesen

MJ: Was interessiert größere Unternehmen an

Figuren offensichtlich sehr viel Freude bereitet.

einer Kooperation mit einem Museum?

BW: Ja, manche Leute haben sich die Figuren sogar auf das Dach montiert.

BW: Für Unternehmen scheint es attraktiv zu sein,

MJ: Ich kann es mir richtig gut vorstellen. Es ist Kunst.

BW: Genau, und es ist etwas ganz Außergewöhnliches. MJ: Und so charmant. Das fehlt in der heutigen

MJ: Wenn die Figuren ständig an einem anderen Ort auftauchten, hatte das wohl auch einen Witz in sich.

Zeit doch auch immer mehr, wenn es ständig ums Kommerzielle geht, dieses charmante und liebenswerte Miteinander.

einen Museumspartner zu haben, der selbst eine konsequente Markenführung betreibt. Wir haben 2011 für das Museum Kunstpalast einen Markenrelaunch realisiert. Zuvor hatten wir das Problem, dass unsere große Vielfalt nach außen eher diffus wirkte. Daher haben wir unsere Markenstrategie und das Corporate Design überarbeitet und seitdem konsequent weiterverfolgt. Nach meiner Erfahrung ist dies ein Kreislauf. Sie können nur Kooperationspartner und Sponsoren anziehen, wenn Sie sich selbst vermarkten können.

MJ: Und wofür steht die Marke »Museum KunstBW: Ja, es gab viele verschiedene Figuren aus allen Epochen, und die Leute haben sie geliebt und fanden die Aktion einfach witzig und charmant.

Man muss pragmatisch denken: Was brauchen die Menschen, was mögen sie?

BW: Auch Buchhandlungen können Sie ganz Es ist wichtig, in einem Projekt flexibel zu bleiben und immer wieder neue kreative Ideen zu entwickeln und einfach umzusetzen.

MJ: Und wo sind die Figuren jetzt? BW: Wir hatten am Ende der Aktion 50 Figuren aus dem Außenbereich sowie 150, die wir bei

einfach glücklich machen, nämlich mit Lesezeichen. Wir produzieren zu jeder Ausstellung eine große Anzahl von Lesezeichen, die mit dem Kampagnenmotiv gestaltet sind und stellen sie den Buchhandlungen in Düsseldorf und Umgebung zur Verfügung. Diese nehmen sie dankend an und geben Sie an ihre Kunden – unser Zielpublikum – weiter. Unternehmen schätzen Kooperationspartner mit einer konsequenten Markenführung.

MJ: Welches sind bei größeren Unternehmen die richtigen Ansprechpartner?

BW: Das ist unterschiedlich. Große Unternehmen haben eine Abteilung »Kulturkommunikation« oder Ähnliches. Manchmal gibt es eine eigene Sponsoring-Abteilung. Ansonsten muss man sich durchfragen. Die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit oder PR ist auf jeden Fall eine gute erste Anlaufstelle, um sich im Unternehmen zu orientieren.

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palast«? Können Sie das in wenigen Worten zusammenfassen?

BW: Was uns ausmacht, ist die breite Vielfalt. Wir können Partnern und Besuchern jeden Alters kulturelle Erlebnisse bieten – und diese in mehrschichtiger Art und Weise. Wir verfügen über die bildende Kunst, die Musik, die Pädagogik und den Konzertsaal und verzahnen die Bereiche nach Möglichkeit miteinander, so dass von außen alles als eine Einheit wahrgenommen wird. Man kann das Museum Kunstpalast schon fast als ein Kulturzentrum bezeichnen. MJ: Das klingt nach einem guten Erfolgsrezept. Aufgrund der Vielfalt des Gesammelten und der Angebote ist es für viele Museen oft schwierig, sich in zwei Sätzen vorzustellen und in wenigen Worten zu bündeln: Was ist genau das Besondere an unserem Museum? In dem Begriff »Kulturzentrum« steckt die Vielfalt, die sonst erst einmal erschlägt. Offensichtlich ist dies eine Aufgabe, die vielen Museen noch bevorsteht, glauben Sie nicht?

BW: Doch, das sehe ich genauso. Man muss sich selbst klar werden: Wer sind wir? Was macht uns aus? Die Hauptaufgabe besteht tatsächlich darin, dieses erst einmal zu analysieren und dann grif-


fig sowohl für die interne als auch die externe Kommunikation zu fixieren. Denn wenn es intern keiner weiß, wie soll es nach außen vertreten werden?

Das Thema Mitarbeiterbindung und Corporate Identity wird für Unternehmen immer wichtiger.

MJ: Ich würde gern noch einmal auf die GroßMJ: Wie sind Sie vorgegangen im Rebranding-Projekt?

BW: 2008 wurde mir hier im Museum Kunstpalast die Abteilungsleitung Marketing/Sponsoring/ Mäzenat angeboten. Ich habe sofort das Rebranding-Projekt in Angriff genommen. 2009 haben wir den Pitch für eine neue Agentur ausgeschrieben und haben uns 2010 für eine Agentur entschieden, die auf Markenführung spezialisiert ist. 2011 haben wir alles realisiert: die Markenstrategie, das Corporate Design, den Internet-Relaunch, den Online-Shop und die Image-Kampagne. Das war ein sehr zügig durchgezogener Prozess. MJ: Warum ging es so schnell? BW: Ich habe im Vorfeld mit dem Vorstand einen Workshop durchgeführt, um gemeinsam unsere Ziele sowie unsere Stärken und Schwächen zu analysieren. Diese Erkenntnisse sind danach gesammelt in das Briefing der Agentur eingeflossen, so dass wir zügig auf den Punkt kommen konnten.

konzerne zurückkommen, z. B. E.ON. Wie gelingt es Ihnen, die Zielgruppe der 30–50-Jährigen ins Museum zu locken, die doch so wenig Zeit und oft andere Prioritäten haben?

BW: Ich habe den Eindruck, dass für die Unternehmen die Themen Mitarbeiterbindung und Corporate Identity immer wichtiger werden. Aufgrund des Fachkräftemangels sind die Unternehmen sehr bestrebt, ihre Mitarbeiter zu halten und ihnen attraktive Nebenleistungen zu bieten. Solch eine Kooperation ist daher willkommen. Wir bemerken diesen Trend immer stärker.

MJ: Bemerken Sie diesen Trend auch in Ihren Gesprächen?

BW: Ja, gerade eben rief ein potenzieller Sponsor an und fragte: »Bieten Sie pädagogische Angebote für Unternehmen an?« Pädagogische

Angebote sind tatsächlich eine unserer Stärken. Wir bieten z. B. Mitarbeiterworkshops an, die dem Teambuilding dienen. In Gruppen können mit Hilfe von kreativen Prozessen Themen erar-

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den Mitarbeitern nebenbei die Scheu vor der Kunst. Unternehmen lieben auch den Blick hinter die Kulissen, z. B. eine Führung durch das Depot.

MJ: Frau Wiench, ich danke Ihnen für die vielen interessanten Hinweise und für die Offenheit, mit der Sie Ihre Erfahrungen und Erkenntnisse an andere Museen weitergeben.

MJ: Machen Sie auch »normale« Führungen für MJ: Können Sie ein konkretes Beispiel nennen?

die Mitarbeiter Ihrer Unternehmenspartner?

BW: Einmal hat uns ein Unternehmen einige Stichwörter aus seiner Unternehmensphilosophie gegeben. Zu diesen Stichwörtern haben wir 20-minütige Kurzführungen in der Sammlung erarbeitet und die Mitarbeiter in kleinen Gruppen hindurchgeführt. Anschließend haben die Mitarbeiter sich alle wieder getroffen und zu den Themen ausgetauscht.

BW: Ja, wir bieten regelmäßig Kurzführungen an, und diese sind sehr schnell ausgebucht. Wir haben auch schon After-Work-Parties für die E.ON-Mitarbeiter realisiert, und diese sind begeistert angenommen worden.

Außergewöhnliche Tagungsformate und Work-in-Progress im Museum kommen bei Unternehmen sehr gut an.

MJ: Gibt es weitere Tipps für andere Museen?

BW: Ja, daran merkt man, dass das Interesse in der Mitarbeiterschaft durchaus da ist. Die E.ON-Mitarbeiter dürfen die Ausstellungen zudem als erste besuchen, oft, wenn diese noch gar nicht ganz fertig sind. Das hat offensichtlich seinen ganz besonderen Reiz.

BW: Wir haben festgestellt, dass bei Unter-

MJ: Manchmal ist ein Work-in-Progress offenbar

nehmen außergewöhnliche Tagungsformate für interne Veranstaltungen sehr gut ankommen, z. B. in einer gerade geschlossenen oder leerstehenden Ausstellung. Denn in einer solchen kreativen Atmosphäre können die Unternehmen sehr gut schwierigere Themen platzieren. Wir nehmen

interessanter als das fertige Produkt.

MJ: Die Mitarbeiter müssen sich also im Vorfeld anmelden und um die Teilnahme bemühen?

BW: Wir geben gern alles weiter. Ich kann meine Kollegen nur auffordern: »Schaut, was bei uns gut läuft, und macht es in Eurer Stadt nach.« MJ: Oft ist es hilfreich zu wissen, dass eine Grundidee gut funktioniert hat, um im eigenen Projekt etwas Ähnliches auszuprobieren.

BW: Genau. Es muss nicht jeder bei Null anfangen. Wir sind für einen Erfahrungsaustausch mit anderen Museen immer sehr offen. MJ: Was ist Ihr Motto für Ihre Arbeit? BW: Das Neue ist zu kostbar, um es nicht auszuprobieren. MJ: Danke für das spannende Gespräch, Frau

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BW: Ja, die Menschen lieben es. Deshalb erstellen wir häufig Making-of-Filme über die Entstehung von Ausstellungen, die sehr oft im Internet angeklickt werden.

Wiench.

BW: Ich danke Ihnen, und ich begrüße sehr, dass Sie das Thema »Kooperationen von Museen mit Unternehmen« verstärkt in die Fachöffentlichkeit bringen.


Workshop der Akademie museum.de Marketing, Sponsoring und Unternehmenskooperationen

Moderation des Workshops: Mechtild Julius M.A. CMC/BDU www.mj-beratung.com

Do. 25.– Fr. 26. April 2013 im Museum Kunstpalast in Düsseldorf

Zielgruppe: Museumsexperten Inhalte: 1. Das Museum als Marke: Die Bedeutung stringenter Markenführung für Marketing, Sponsoring und Partnerschaften mit Unternehmen • Der USP (Unique Selling Proposition) von Museen • Systematische Markenentwicklung • Strategische Markenführung 2. Analyse von Zielgruppen und deren individuellen Bedürfnissen • Museumsbesucher • Unternehmen als Kooperationspartner oder Sponsoren • Synergiepotenziale zwischen den Zielgruppen 3. Strategisches Marketing zur Besuchergewinnung und -bindung • BCG-Produktportfolio • Die 4 »P«s jedes einzelnen »Produktes« • Ideensammlung für innovative Marketingansätze für Museen 4. Gewinnung von Sponsoren und Kooperationspartnern • Private Finanzierungsquellen für Museen • Erfolgsfaktoren für die langfristige Gewinnung von Sponsoren • Erfolgsfaktoren für den langfristigen Aufbau von Unternehmenskooperationen 5. Gesprächsführung in der Akquise von Sponsoren und Partnern • Systematische Vorbereitung von Akquisegesprächen • Gesprächsleitfaden • Feedback: Tipps und Tricks

Nutzen: • Sie kennen die Erfolgsfaktoren für strategisches Marketing sowie für die Gewinnung von Sponsoren und Kooperationspartnern. • Sie machen Ihren Zielgruppen maßgeschneiderte Angebotspakete. • Sie gewinnen neue Ideen und Anregungen für das Marketing Ihres Museums. • Sie machen Ihr Museum interessant als Partner für Sponsoren und Kooperationspartner. • Sie gewinnen Sicherheit in der Gesprächsführung mit Unternehmensvertretern. Methoden: Kurzweiliger, interaktiver und erlebnisorientierter Workshopstil • Kurzpräsentationen der Moderatorin • Plenumsdiskussion und -moderation • Kleingruppen- und Partnerarbeit • Best-Practice-Beispiele • Exemplarische Fallbearbeitung • Übungen zur Gesprächsführung Zeiten für den Workshop: 1. Tag: 14.00 – 15.30 Uhr 16.00 – 17.30 Uhr Am Abend Gelegenheit zum gemeinsamen Abendessen, Erfahrungsaustausch und Netzwerken 2. Tag: 09.00 – 10.30 Uhr 11.00 – 12.30 Uhr gemeinsames Mittagessen und Besuch der Ausstellung des Museums 14.00 – 15.30 Uhr

• Selbstständige Unternehmens- beraterin/Coach seit 1998 • Seit 2011 Erweiterung des Aufgabenspektrums im Kulturmarketing • Schwerpunkte: Marketing, Kreativität, Führung, Teamentwicklung, Kommunikation, Moderation • Führungskraft im Marketing der Henkel KGaA (1992–1997) • Studium der Germanistik und Geschichte, Universität Konstanz

Ihr Beitrag: 369 € zzgl. 19% ges. Umsatzsteuer Das Mittagessen am 2. Tag sowie die Seminargetränke sind im Preis inbegriffen.

Begrenzte Teilnehmerzahl: Mindestens 10, maximal 20 Teilnehmer. Bei Nichterreichen der Mindestteilnehmerzahl behalten wir uns vor, das Seminar 2 Wochen vor dem Termin abzusagen. Evtl. entstandene Kosten können leider nicht erstattet werden.

Das Anmeldeformular mit weiteren Informationen finden Sie unter www.museum.de/akademie/ D_25042013.pdf

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Das 2. Museumstreffen am 5. Danke! Unser herzlicher Dank geht an unsere Sponsoren, die das Treffen mรถglich gemacht haben:

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Oktober 2012 in Bonn Über einige Mails unserer Besucher haben wir uns sehr gefreut, zum Beispiel diese:

Sehr geehrter Herr Strauch, zuerst einmal möchte ich mich für die großartige Tagung in der Bundeskunsthalle bedanken. Es tut sehr gut, mal über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen, und dafür haben Sie sehr gute Objekte und deren Referenten ausgewählt. Auch wenn wir als kleines Museum mit beschränkter Besucherzahl weit von den Erfolgen der dargestellten Museen entfernt sind, so gab es Anregungen und Perspektiven. Sehr interessant fand ich auch die Darbietung mit dem QR Code als Audio-Führer für Besucher mit Smartphone. Diese Entwicklung verfolge ich mit großem Interesse, da wir für ein übliches Audiosystem als Museum zu klein sind. Zur Zeit entwickeln wir einen gedruckten Museumsführer, um dem Besucher wenigstens etwas geben zu können. Außerdem haben wir den »roten Faden« neu ausgelegt und hoffen, so dem Besucher bei der Erschließung des Museums ohne Führung behilflich zu sein. Während der Vorträge saß ich neben der Inhaberin des Spielzeugund Puppenmuseums in Rothenburg o. d. Tauber, Frau Katharina Engels. Wie sich später herausstellte eine enge Bekannte meiner Freiburger Vettern. Insgesamt hatte ich das Gefühl einer familiären Veranstaltung. Man spürte die Begeisterung und Freude, Interesse für die Sache an sich herüber kommen zu lassen. Mit 63 Jahren habe ich mit großer Freude außerdem bemerkt, wie viele junge Leute ihre Einrichtungen vertraten. Da kann man nur hoffen, dass auch die kleinen Einrichtungen immer die richtigen Nachfolger finden. Nochmals vielen Dank, dass Sie diese Tagung durchgeführt haben. Mit freundlichen Grüßen Franz Werner von Wismar, Tuchmuseum Lennep

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Modulbau-Technik f체r Museen, Galerien und Ausstellungen Leichte Bauweise

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Patentierte Stellwandtechnik, leicht und schnell in der Handhabung. Variabel im Design, robust und langlebig.

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Bruynzeel Museum

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