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MUMMY MAG

ISSUE N O.

R E P PA

2016

S C G E

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H U T Z B Ü H R 3 EURO

A MOTHERS‘ AND CHILDREN‘S LIFESTYLE MAGAZINE

Happiness

n i z a g a Das M og l B m u z FAMILY // SLOW LIVING // NATURE // SHOPPING mummy-mag.de


UNSERE

IDEE 2

Wir sprechen derzeit untereinander viel über Glück. Wann hat man es (gefunden), wann braucht man wieviel davon und wie geht man damit um, wenn es einem vermeintlich gerade nicht über den Weg läuft? Das hat mit dieser MUMMY MAG Paper Ausgabe zu tun, aber auch mit unseren ganz persönlichen FortunaBegegnungen. Das Zufallsglück ist Dusel und beschert uns einen guten Parkplatz, bewahrt die Kleinen vor Verletzungen, führt uns zur richtigen Zeit an den richtigen Ort. Manche nennen es auch Schicksal. Egal wie, es ist etwas, das wir nicht beeinflussen können. Oder doch? Heißt es nicht, wir sind unser Glückes Schmied? Haben wir unser Schicksal nicht selbst in der Hand? Was wir auf jeden Fall sagen können: es gibt ganz verschiedene Arten des Glücks. Es gibt das Wohlfühlglück. Es umfasst Gefühle wie Spaß, Freude, Befriedigung, emotionale Höhenflüge, die mit einer Ausschüttung von

Glückshormonen im Körper einhergehen. Wohlfühlglück besteht aus Momenten. Das erste Glucksen, das erste Wort, die ersten Schritte der Kleinen. Es ist kein Dauerzustand, es sind die kleinen Momente im Alltag, die dafür sorgen, dass unser Herz Luftstsprünge macht. Dann gibt es das tiefe Glück, das man vielleicht durch Stress, Krisen, Flauten, Langeweile, Abgründe, Schatten, Traurigkeit oder Kummer aus dem Blick verliert. Doch es sind die Talfahrten, die uns wieder besonders sensibilisieren für das große Gute. Die uns reflektieren lassen und das Glück als echtes, tiefes Glück empfinden lassen. Das ist es, was uns als mitfühlende, sensible, echte Menschen ausmacht. Es ist nicht immer alles eitel Sonnenschein - wir alle leben eine Achterbahnfahrt. Und genau davon erzählt diese Ausgabe: Vom Suchen und Finden des ganz persönlichen Glücks!

DAS

PA P E R


Saskia

Grad eben zu vie rt in der Hängem atte, beim Morgens -zu-fünft-im-Bett-K uscheln oder einfach wenn einer beim Abendbrot ein e lustige Ges chichte erzählt, die ihn so sehr amüsier t, dass er damit alle an steckt. Happine ss often sneaks in throu gh a door you did not know was open .

Camilla Ein mega glücklicher Moment? Den hatte e ich gerade gestern am Pool. Helen rief und nrand Becke dem n nebe stand e ganz laut: “Schau mal Mama, ich mach an. Stolz voller Pipiiiiii!” und strahlte mich Wie die Rentner um uns herum reagiert haben? Mir doch egal. Das größte Glück versteckt sich gerne in den ganz kleinen, komischen Momenten.

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Janine

ent stes Instrum usik. Sein er ner ei n Philo liebt M vo t lg phon gefo lo Xy m n ei ne war monika, ei ner Mundhar ei e, k, öt üc kfl st oc gs Bl Lieblin und seinem auf lt ie Akkordion sp Er n Gitarre. er der kleine ngt mit sein si d un ig äß lm ge al m re ch n alle zu! Man n Stimme da le el g nh an ke nl oc de gl te stun ch. Ich könn . ck lü G tanzt er au r vo und platzen zuschauen

Madeleine

Danilo

Als meine beid en Mädels na ch langen sechs Tagen am Flughafen in Berlin ankamen. That ’s it.

erklärlich Beispiele für un Es gibt viele habe ich d m Leben un Gutes in meine lück G be lie s da r auf es dann imme in k lüc G y ist für mich geschoben. Izz nd ma nie hafft es wie Person! Sie sc oder in schrägen st lb se anderes, eine rch du r mi , omenten ärgerlichen M en ch La es n ein schallend komische Aktio te öß gr r mi ch wenn ich . zu entlocken. Au me t go e sh t zu bleiben Mühe gebe erns


KIDS

EDITORS‘ CHOICE E s g i b t v i e l e k l e i n e G l ü c k l i c h m a c h e r, d i e d a s L e b e n einfacher und schöner machen. Man muss sich die Hilfe und den Spaß nur ins Haus holen… Wir stellen hi e r d i e Fa v o r i t e n u n s e re r K in d e r v o r.

Helene

“Helene ist wie ihr Papa ein echtes Schleckermäulchen. Sie liebt alles, was süß ist. Einkaufen mit Helene endet also immer mit einem kleinen Machtkampf. Einigen können wir uns dann ganz gut bei FruchtZwergen, die ich selbst auch noch gerne esse. Und ab und zu kann ich die auch mal als Druckmittel einsetzen, ganz nach dem Motto, wenn du das Gemüse aufgegessen hast, gibt es noch einen FruchtZwerg! Übrigens sind unterwegs die FruchtZwerge go! der perfekte Begleiter! Die machen auch nicht so viel schmutzig…”

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Philo

“Mit seinem zweiten Geburtstag entwickelte Philo eine Abneigung

gegen das Sitzen und Schlafen im Buggy. Da er kein großer Läufer ist, musste etwas anderes her, um möglichst innerhalb von 10 Minuten von A (Zuhause) ins 600 Meter entfernte B (Kita) zu kommen: Das Laufrad. Neulich hab ich bei der Servicehotline von Puky angerufen, um ein Lenkradpolster nachzubestellen. Die sind da so freundlich wie die Räder wendig sind.”


Leo, August & Paul “Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Mein heißgeliebter PlaymobilBauernhof wurde jahrelang von mir bespielt. Meine Söhne tun es mir nach und sind heute gleichermaßen im Playmobil-Fieber. Nach Piraten, Feuerwehr, Polizei und Geheimdiensten ist diesen Sommer Fußball auch fernab vom echten Grün ein großes Thema.”

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Izzy “Unabhängig von diesen Jungen-mögen-dies-und-Mädchen-mögen-dasAuflagen dreht Izzy seit ihrem ersten Besuch im Naturkundemuseum in Berlin total durch, wenn es um Dinosaurier geht. Dinos, Dinos, Dinos. Kein/e Freund/in in ihrer Nähe ist so versessen darauf und bisher haben wir vor Plastiksauriern im Kinderzimmer auch noch Halt gemacht, aber dieses T-Shirt mit dem verführerischen T-Rex von Mini Rodini das wollte sie unbedingt haben. So sei es.”


KOLUMNE von Janine Dudenhöffer

ÜBER DIE NEUEN HAUSFRAUEN, DIE KEINE SIND

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NINA VON PINSPIRATION.DE FOTOGRAFIERT VON JULES VILLBRANDT FÜR DEN #MAMASTYLEGUIDE

Bei den Bungers sieht es folgendermaßen aus: Dr. Simon Rolf Bungers ist Gründer und Geschäftsführer/ CEO von labfolder, Nina Bungers freiberufliche Redakteurin & Pinterest-Beraterin und daher flexibler in

ihren Arbeitszeiten. Sie leben ein 70:30-Modell: Unter der Woche ist Nina zuständig für Kita-Touren, einkaufen, kochen, Haushalt, Friedrich bespaßen und ins Bett bringen, am Wochenende holt Simon die Zeit mit dem Kleinen auf.

Neun Monate lang habe ich für den “Mama Styleguide” nach ihnen Ausschau gehalten. Jetzt springen sie mir förmlich entgegen: Vollzeit-Mütter, die ganz in der Erziehung und Fürsorge ihrer Kinder aufgehen und dies auch nach außen kommunizieren. Ohne dabei – wie offenbar in verstaubten Hirngespinsten verankert – innerlich oder äußerlich zu verlottern. Die Debatte ist entfacht. Durch diverse Publikationen und die Vereinbarkeits-Thematik getrieben, melden sich nun dankenswerterweise die Frauen zu Wort, die es erfüllt, ganztägig bei ihren Kindern zu sein. Erst kürzlich bin ich dazu über einen Artikel im Spiegel gestolpert mit dem Teaser “Die Hausfrau feiert als Lebensmodell junger Akademikerinnen ein Comeback. Ihnen stehen alle Türen offen, doch mit der Geburt der Kinder tauschen viele die Karriere gegen die Kittelschürze. Ist die Emanzipation am Ende?” Was für eine These! Korrigiert mich, wenn ich irre, aber bedeutet Emanzipation nicht, die Freiheit zu haben, den eigenen Weg wählen zu können?!


Dabei gibt es doch so herrlich unterschiedliche Wege. Ich versuche das mal in Lebenentwürfen zu skizzieren:

Das Entweder-oder-Modell – 100:0 Den einen war immer schon klar: “Entweder Kind oder Karriere“. Beides zusammen mache unglücklich. Das sind die Worte, die Headhunter mit Fragezeichen im Kopf zurücklassen. Quoten und Kitas stehen bereit. “Frauen an die Macht” lautet das Mantra des Landes, das von einer Frau regiert wird. Doch manche verbringen den Tag einfach lieber auf dem Parkett im Eigenheim als auf Karriereleitern. Aus freier Entscheidung. Und auch nachvollziehbar in einer Welt voller Unsicherheit und Bedrohungen. Die volle Windel ist schließlich ein lösbares Problem. Und das Kind die Eintrittkarte in ein bewussteres, entschleunigtes Leben. Das klingt gut – “Hausfrau” dagegen klingt weniger sexy. Deshalb ist, wer früher Hausfrau war, heute Mutter in Vollzeit und damit genauso Working Mom wie Berufstätige auch. Nur dass deren Arbeitsplatz eben zufällig im Haus liegt. Kehrseite der Medaille: Eine Ehe ist keine Rente, und besonders Frauen, die lange Zuhause waren, können in Altersarmut landen. Wer sollte das also regeln: die Politik oder der selbstverantwortliche, mündige Mensch?

Das emanzipierte Hausfrauenmodell – 100:50 Wer sich zu Hause vor allem um die Kinder kümmert, überlässt Männern die Macht in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, entgegnen die anderen. Diese Frauen erfüllt die Diversität von Job und Zeit mit Kind. Die Müttererwerbstätigkeit ist rasant gestiegen, aber (der Teufel steckt im Detail) als Teilzeitmodell. Das Resultat: Heute arbeiten mehr Frauen als noch vor 20 Jahren, aber sie arbeiten weniger Stunden im Job. Denn zusätzlich übernehmen sie den größten Teil der in und ums Haus anfallenden Aufgaben. Der Mann rackert in Vollzeit, die Frau Teilzeit, das ist die momentan häufigste Erwerbskonstellation in Deutschland. Modernisiertes Hausfrauenmodell, so bezeichne ich das. Streng genommen auch nicht wirklich emanzipiert, oder?

Das Übermutter-Modell – 50:100 Im Vergleich: die Zahl der Haushalte, in denen Frauen mehr als 60 Prozent des Familieneinkommens erwirtschaften, liegt in Deutschland nur bei rund zehn Prozent. Und dabei haben die wenigsten der Vollzeit arbeitenden Mütter diese Rolle bewusst gewählt, sondern eher den Umständen zu verdanken.

Das egalitäre Modell – 80:80 Als emanzipierte Lösung gepriesen: Die Umverteilung von Arbeitszeit zwischen Männern und Frauen. Beide können bis maximal drei Jahre 32 Stunden, also vier Tage die Woche, arbeiten. Die neue Leistung soll im Anschluss an das Elterngeld gezahlt werden. Das Modell nennt sich „Familienarbeitszeit“ und ist ein Lieblingsprojekt von Ministerin Schwesig, die selbst gerade zum zweiten Mal Mutter wurde.

Doch wer verhilft Müttern zu mehr Respekt in der Gesellschaft? Wer hilft den Männern in Teilzeit vor WeicheiVorwürfen und der Angst davor, Karriereeinbüßungen hinnehmen zu müssen? (Dabei finden wir Frauen gerade das sexy!) Und ehrlich gesagt, sieht das ja bei fest angestellten Eltern nochmal anders aus als bei Freiberuflern. Wer lockert bei den Unternehmen die verkrusteten Strukturen? (Schonmal beim Chef nachgefragt?) Das können nur wir selbst bewegen. In Endeffekt sieht wahre Emanzipation doch so aus: Jeder soll tun dürfen, was ihn glücklich macht – sofern es die Umstände ermöglichen. Und die anderen sollten ihn das auch tun lassen. Respektvoller Umgang miteinander als Schlüssel zum Glück. Das wünschte sich schon Aretha Franklin und stellte die Frage nach der sozialen und ökonomischen Gleichheit für Mann und Frau. “(Ho) all I‘m asking (ho) is for a little respect - when you come home.“ Ich beispielsweise, Mutter eines Sohnes in erfülltem “modernisierten Hausfrauenmodell”, brauche Kinder, Spaß, Liebe, Sex, Sport, Urlaub (vom Mamasein), aber auch meinen Job zum Glücklichsein. Sonst bin ich unausstehlich. Und was hätte mein Kind von einer unausstehlichen Mutter, selbst wenn sie 24/7 an seiner Seite wäre?

Mehr Kolumnen zum Thema auf www.mummy-mag.de

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Das Leben mit Kindern ist wie Achterbahn fahren. Es bringt viele kleine Höhepunkte mit sich. Unmittelbar danach auch Momente, in denen man innerlich am Boden liegt. Genau diese Frequenz aus Hoch-Tief-Hoch-Hoch-Tief macht es so besonders (anstrengend).

„Als ich heute morgen aus der Dusche kam, spielte meine Spotif yP l a y l i s t g e r a d e „T h e M e s s a g e “ v o n Grandmaster Flash & The Furios F i v e , a l s i c h e i n ‚ B i n g‘ v e r n a h m . I c h tanzte also zum Handy und siehe da, eine Benachrichtung meiner Schwangerschaf ts-App (habe ich mir vor kurzem zugelegt, weil ich mit den Wo chen s chon gan z durcheinander komm e): Herzlichen Glückwunsch in der 28. Wo che. S ie nehmen jet z t s chne ll zu… “A c h n e e e … H a h a h a h a a a … D a s w a r a l s o „T h e M e s s a g e “ . Ich kann mich köstlich über solche Highlights der Situationskomik kaputtlachen. Überhaupt lache ich sehr v i e l a m Ta g . A b e r d a s w a r s c h o n d i r e k t ein Highlight am Morgen. Ich bin danach weiter fröhlich durch das Bad getanzt (Ich habe da so einen Bauchtan z ent wickelt, der Hula Hoop Konkur ren z machen wird), bevor ich mich langsam m i t m e i n e m P i n g u i n-Wa l k i n s B ü ro a u f g e m a c h t h a b e .“

„ M e i n e To c h t e r b e f i n d e t s i c h g e r a d e i n d e r w u n d e r b a r e n Tr o t z p h a s e . L i l l y h a t j e t z t i h r e eigene Meinung und das macht sie mir immer w i e d e r k l a r. U m a l l e s w i r d v e r h a n d e l t , e s kann einen wirklich wahnsinnig machen. Aber dann könnte ich mich auch wieder wegschmeißen vor Lachen. Auf einmal sitzt da diese kleine Dame, schaut mich er nst an und über rascht mich mit einem altklugen Spruch, den sie irgendwo aufgeschnappt hat. Es ist wirklich zum Schießen. Es gibt un zählige dieser kleinen, flüchtigen Momente, in denen mir das Herz aufgeht. Zwischen her zhaf tem Lachen und W u t a n f ä l l e n w i r d m i r d a n n k l a r, d a s s m e i n e k l e i n e M a u s s o s c h n e l l g r ö ß e r w i r d .“

C E Y DA AV U N D U K , G R Ü N D E R I N L I T T L E H I P S TA R . C O M M U M M Y V O N A L I ( 3 ) U N D S I N A N ( 1 0 M O N AT E )

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MARI A ZIEMANN, GRÜNDER IN VOODOO M A R K E T, H E A D O F P R B E I B O L D U N D I M 8 T E N M O N AT S C H W A N G E R

Wir haben 7 Mütter und Väter auf ihrem Weg zum Glück befragt…

„Ü b e r l u s t i g e S t o r y s a u s d e r Ve r g a n g e n h e i t . I c h s a ß vor kurzem endlich einmal wieder mit Freunden, die ich seit über 15 Jahren kenne, in Berlin zusammen. W i r h a b e n s t u n d e n l a n g Tr ä n e n g e l a c h t u n d s i n d i n gemeinsamen Erinnerungen versunken. Für mich w a r d a s e i n g r o ß a r t i g e r, k u r z e r A u s b r u c h a u s d e m a l l t ä g l i c h e n F a m i l i e n - u n d B e r u f s l e b e n .“


G R E TA B E C K E R , G R Ü N D ER IN VON KIDSANDCOUTURE .COM M U M M Y VO N P H I L I P PA ( 5) UND ALLEGR A (1) HENRIET TE Z WICK BLOGGT AU F M E S U P E R M O M . D E, MI T MARLENE (5), FLORENT INE (3) PLUS SUPERBABY IM BAUCH

„Ich stolper te über eine Grafik auf Facebook, die War n zeichen am Auto erklär t . Ich kam aus dem Lachen nicht mehr raus, ob der abstrusen Erklärungsversuche dieser vielen Symbole. Und es passte so herrlich, w e i l m e i n A u t o n u r s t u m p f „ P r o b l e m“ m e l d e t . Was ähnl ich v iele Fragen auf wir f t wie das Öllampensymbol, aus dem laut Erklärung die b e z a u b e r n d e J e a n n i e e r s c h e i n t .“

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„ E i n e s c h w i e r i g e F r a g e , w e i l i c h j e d e n Ta g h e r z h a f t l a c h e . M e i s t b e i m e i n e n t ä g l i c h e n Te l e f o n a t e n m i t m e i n e m B r u d e r. Z u s a m m e n m i t i h m f ü h l e i c h m i c h w i e d i e w i t z i g s t e Ve r s i o n m e i n e r s e l b s t . A u ß e r d e m b in ic h (le i de r) zi e m l ic h s c h a de nf ro h . We nn j e m an d stolper t, ohne zu fallen natürlich, muss ich mich schon sehr zusammenreißen. Neulich hat’s nicht g e k l a p p t . . .“

ROBIN POL AK, REGISSEUR U N D D R E H B U C H A U T O R , VAT E R VON SOHN ( 7 ), TO CHTER (2)

„Über ein uraltes Video auf youtube. Jemand ist i n e i n e r Ta l k s h o w u n g l ü c k l i c h h i n g e f a l l e n . D a s habe ich immer wieder angesehen und es wurde m i t j e d e m M a l l u s t i g e r. I c h f ü r c h t e , d a s s i c h etwas schadenf roh bin. Aber nur solange niemand e r n s t h a f t z u S c h a d e n k o m m t .“

Fotocredit: Patrice Bouedibela

ANNA HARTMANN, COF O U N D E R V O N B L O W W W . I T, M U M M Y V O N P I E T ( 5 M O N AT E )

S Y LV I A H A A G , G RÜ N D ER IN D R E A M S 4 K I D S . D E, MUMMY VON TOCHTER (3) UND IM 9TEN M O N AT S C H W A N G E R

„Über unsere kleine Maus, die gester n bei eigentlich ziemlich har ter House-Music plöt zlich anfing zu strahlen, mit dem Popo zu wackeln und zu tan zen, obwohl sie mit ihren 9 Monaten noch nicht mal richtig laufen kann. Den Rhythmus hat s i e s c h e i n b a r i m B l u t .“


COVER FAMILIE

MUMMY OF Fotos: Lisa Dietermann

Liebe Maria, Du hast, als Deine erste Tochter fast zwei Jahre alt war, erfahren, dass Du Zwillinge erwartest. Was war Dein erster Gedanke, als Du das gehört hast und wie hast Du reagiert? Die Zwillinge waren ein! Wunschkind. Als meine Frauenärztin beim Ultraschall lachend sagte: „Sie dürfen sich erstmal doppelt freuen!“ und mich vom Monitor zwei „Eulenaugen“ anstarrten, so sahen die beiden Fruchthöhlen nämlich in diesem Moment aus, war meine erste Reaktion überraschtes, leicht irritiertes Lachen. Mir war in diesem ersten Moment nicht bewusst, was das wirklich bedeutet und was da jetzt auf uns zukommt. War Dein Mann dabei? Was waren seine ersten Worte? Nein, er war arbeiten. Die Große war bei meiner Mutter und die dachte, ich sei beim Zahnarzt. Als ich meinen Mann bereits leicht zitternd anrief, konnte auch er erstmal nur lachen. Leicht panisch. Und sagte nur: „Mach keinen Scheiß!“.

Maria trägt Mantel von Closed

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Maria Ueberschaer (34) ist seit 2008 glückliche Berlinerin. Als Künstlertochter in München geboren und groß geworden, rebellierte sie kurzzeitig und machte erst eine klassische Ausbildung, um dann doch beim Theater zu landen. Sie traf ihren Mann Martin vor vier Jahren zum ersten Mal. Dass sich ihr Glück in den nächsten Monaten so stark vermehren würde, hätte sie nie gedacht, aber wie für alles in ihrem L e b e n i s t M a r i a d a n k b a r d a f ü r. M a r i a h a t g u t e z w e i J a h r e n a c h i h r e r e r s t e n To c h t e r e i n Z w i l l i n g s p ä r c h e n z u r We l t g e b ra c h t , d a s i h r L e b e n m e h r a l s a n f a n g s erwartet, veränderte. Aber es kommt so viel mehr von ihr als nur die schöne Erkenntnis, dass, auch wenn alles glatt läuft, kaum Raum für andere(s) bleibt.

Was hat sich dann zunächst geändert? Seid Ihr nervös geworden und habt Euer Leben als zukünftige Großfamilie auf den Kopf gestellt? Uns ist sehr schnell klar geworden, dass sich nun alles ändern wird. Wir mussten umziehen, da unsere Wohnung im 3. Stock ohne Aufzug lag und für fünf Leute etwas zu klein war. Ein Zwillingskinderwagen musste her. Wir dachten immer, ein zweites Kind, das ist kein Problem. Die Wohnung ist groß genug, wir wissen, wie das geht, wir haben alles, was man für ein Baby braucht, aber nun war alles anders. Ich muss sagen, ich war am Anfang wirklich fertig. Auch, weil ich so ein Kopfmensch bin und immer alles unter Kontrolle haben will. Aber nun ging alles seinen Weg und ich musste einfach mitgehen. Das war anfangs sehr schwer. Meine Mutter hat uns zum Glück wahnsinnig viel geholfen und war vor allem für Nora da. Das war sehr wichtig.


Du hast Deine sagenhafte Geburtsgeschichte schon in unserer „The day that…“-Reihe auf mummy -mag.de mit uns geteilt. Ein echtes Phänomen. Aber von vorne: Unterschied sich die Schwangerschaft mit den Zwillingen schon von Anfang an von Deiner ersten mit der inzwischen dreijährigen Nora? Hattest Du z.B. mehr unter typischen Schwangerschaftsbeschwerden zu leiden als mit nur einem Baby im Bauch? Wie bereits in meiner ersten Schwangerschaft litt ich leider an sehr starker Übelkeit und musste mich mehrmals täglich übergeben. Außerdem war ich durch die Hormonumstellung sehr niedergeschlagen. Hinzu kam natürlich der Schock. Ich musste wegen der Übelkeit ins Krankenhaus und bekam Infusionen, konnte den Alltag nur schwer meistern und war immer wieder krank geschrieben. Dann bekam ich auch ein Beschäftigungsverbot. Im zweiten Drittel ging es mir zum Glück wieder besser. Die Übelkeit war weniger. Wir haben schnell noch geheiratet und auch noch unsere Traumwohnung gefunden. Zwei Wochen später war der Umzug. Mittlerweile schon mit einem ziemlichen Bauch. Aber nun war erstmal alles gut. Die Großeltern meines Mannes haben uns dann auch noch den fehlenden Zwillingskinderwagen geschenkt. Frauenärztin und Hebamme waren toll. Ich hatte mich durch diverse Blogs und Foren für Zwillingseltern gelesen und wusste, dass wir das schaffen können und werden. Ich habe ja selbst auch erst einen Sohn bekommen und drei Jahre später Zwillinge, zudem eine sehr ähnliche Schwangerschaft erlebt, die ebenso in einer Frühgeburt endete. Besonders der Geburtsauftakt, mit der knallartig platzenden Fruchtblase des im Becken liegenden Kindes mit sofort danach beginnenden sehr starken Wehen ruft starke Erinnerungen bei mir hervor. Abgesehen davon, dass Deine Geburt wirklich etwas sehr Besonderes war, wie hast Du sie im Vergleich zu Deiner ersten erlebt? Schon Noras Geburt war nicht ganz ohne. 2 Wochen zu früh platzte die Fruchtblase. Sehr schnell bekam ich starke Wehen. Nach nur drei Stunden war der Muttermund schon 7 cm weit und sie musste wegen Beckenendlage per Kaiserschnitt

geholt werden. Bei den Zwillingen hatte ich bereits in der 26. SSW die Diagnose „stark verkürzter Gebärmutterhals mit Frühgeburtsbestrebungen“. Ich musste mehrmals ins Krankenhaus und durfte fast nur noch liegen. Ich hatte dann einen geplanten Kaiserschnitttermin ca. 2 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin. Die Zwillinge waren Beckenendlage und Querlage, daher sollte es wieder ein Kaiserschnitt werden. Meine Hebamme und ich waren auch überzeugt, dass ich es bis dahin schaffen würde. Es kam dann ja aber ganz anders. Leon war eine spontane Steißgeburt und Ella ein Notkaiserschnitt. Die beiden kamen in der 33.+1 SSW. 7 Wochen zu früh. Eine Stunde nachdem Leons Fruchtblase platzte, waren beide da. Und ich war 3-fache Mutter. Beide Geburten waren eher ein Trip als eine schöne Erinnerung. Aber Nora war fit und wir durften bald nach Hause. Bei den Zwillingen verbrachte ich mein Wochenbett zwischen der Intensivstation und der Neonatologie. Seitdem die Zwillinge nun auf der Welt sind - was war die größte Herausforderung und bist Du schon mal an Deine Grenzen gestoßen? Ich würde eigentlich sagen, dass ich bis jetzt noch nicht an meine Grenzen gestoßen bin. Ich musste ein paar Mal weinen. Es war einfach heftig. Aber ich bin jemand, der einfach funktioniert und nicht jammert. Ich erzähle zwar immer allen, was uns passiert ist, aber eher mit Stolz. Stolz, weil wir das gemeistert haben und es immer weiter geht. Weil wir uns lieben und nun drei wundervolle Kinder haben. Jedoch war es erstmal nicht leicht.

an und hing nur noch so da. Ein einfacher Schnupfen kann für ein Frühchen schon sehr heftig sein, auch weil Babys ja bis zum 6. Monat nicht durch den Mund atmen können. Wir waren dann wieder im Krankenhaus und bei der Entlassung meinte der Oberarzt, wir hätten wahrscheinlich den plötzlichen Kindstod vereitelt und schlug uns vor, einen Überwachungsmonitor mit nach Hause zu nehmen. Herzfrequenz und Sauerstoffsättigung werden so überwacht. Wir bekamen noch einen Erste-Hilfe-Kurs für Säuglinge und eine Beatmungsmaske mit und versuchten erneut, unseren Alltag als Großfamilie zu meistern. Diese Monitore sind kleine Monster. Andauernd Fehlalarme durch wackelnde Elektroden, aber man rennt jedes Mal so schnell man kann ans Kinderbett und checkt die Werte. Nachts beim Stillen verheddern sich die Kabel und wenn man unterwegs ist, hängt immer diese Maschine am Baby. Aber er war auch unsere Rettung. Ella ging es ein paar Wochen später wieder sehr schlecht und die Werte waren unentwegt im Keller. Diagnose RSV. Wieder Sauerstoffzufuhr und eine Woche in Quarantäne. Mittlerweile wohnt er aber im Schrank, der Monitor. Und Ellas Lachen ist auf jeden Fall das allerschönste Geräusch auf der ganzen Welt!!! Hat diese Erfahrung etwas bei Dir verändert? Siehst Du Dinge mit anderen Augen? Mir ist seitdem noch viel mehr klar, dass das Leben alles ist, was wir haben und doch jeden Moment vorbei sein kann. Wenn man Kinder hat, ist es eigentlich so, als würde man sein Herz offen vor sich her tragen und jederzeit kann es passieren, dass

„Man wuenscht sich oft eine Krake zu sein. Oder dass ein Tag 48 Stunden hat.“ Ella war auf der Intensivstation, wurde anfangs beatmet, konnte nicht trinken und bekam die Milch hauptsächlich per Magensonde durch die Nase. Und sie wäre nach ein paar Wochen fast gestorben. Wir bemerkten, dass sie nicht mehr atmete. Sie lief blau

es zerfetzt wird. Natürlich denke ich darüber nicht die ganze Zeit nach, aber ab und zu überkommt es mich. Und dann weiß ich wieder, dass ich jetzt im Moment so glücklich bin, weil alles Wichtige doch gut ist und wir leben und lieben dürfen. Man wünscht sich oft eine Krake zu

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sein. Oder dass ein Tag 48 Stunden hat. Ich bin zum Glück gut organisiert und denke meistens an alles. Sonst würde ich wahrscheinlich in dreckiger Wäsche ertrinken. Aber oft muss man leider ein Baby schreien lassen, weil das andere gerade gefüttert, gewickelt oder hingelegt wird. Aber mit der Zeit ist man so eingespielt, dass es ganz gut funktioniert. Und wenn die beiden dann anfangen sich „zu unterhalten“ oder einen gleichzeitig anlachen, dann ist man der glücklichste Mensch überhaupt.

einfach. Ich bin zwar gerne flexibel und versuche auch spontan zu sein – mit drei Kindern ist das aber eine ganz andere Nummer. Wenn ich mir vornehme, vormittags mal jemanden in einem anderen Bezirk zu besuchen, gehen die Vorbereitungen schon am Abend vorher los. Sonst schaffe ich das nicht. Als wir um 8 Uhr am Samstagmorgen für das Cover-Shooting bei Euch aufschlugen und Dein Mann sich in sein von uns ausgewähltes Outfit

unsere Launen nicht zu ernst nehmen und schneller verzeihen“ – das klappt meistens ganz gut. ☺ Habt Ihr Abmachungen oder eine Aufgabenverteilung bei der Versorgung der Kinder? Mein Mann ist selbstständig als Agenturleiter und Fotograf. Ich war immer angestellt. Wir haben tatsächlich ein sehr klassisches Modell gewählt. Er arbeitet, baut die Firma weiter auf und ich spiele viel LEGODuplo. In meiner ersten Elternzeit

„Auch toll ist es, mit zwei bzw. drei Kindern durch die Strassen zu laufen. Die Reaktionen sind aehnlich wie bei einem Schosshund und man kommt mit vielen Menschen ins Gespraech.“

Ich fand, dass bei Zwillingsbabys mit zusätzlichem Kleinkind oft alles relativ organisiert ablaufen muss und das dann auch im Idealfall tut. Dabei fühlt man sich aber manchmal etwas gehetzt und kann nicht jeden Moment wirklich genießen, so meine Erfahrung. Geht Dir das auch so und hast Du das Gefühl, Dir bleibt mal oder vielleicht ständig irgendetwas auf der Strecke? Das kann ich nur bestätigen. Wenn ich an manchen Tagen das Timing verändere, wird es nur noch anstrengender. Und am meisten leide ich ja dann selbst darunter. Ich bin sogar zur Zeit viel entspannter, wenn ich alleine den Vormittag mit den beiden verbringe, ohne z.B. andere Mamas mit Babys zu treffen. Man kann mit Besuch einfach nicht gut und schnell auf die Bedürfnisse der Zwillinge reagieren. Nachmittags holen wir dann die Große aus der Kita ab, gehen noch einkaufen oder in den Park. Alltägliche Dinge

geschmissen hatte, waren Deine ersten Worte zu ihm “Wow, bist Du schon verheiratet?”, ein süßer Spaß und Ihr beide wirkt sehr glücklich miteinander. Auch das ist nach einer derartigen Belastungsprobe nicht selbstverständlich. Was ist Euer Geheimnis? Wir haben uns einfach gefunden. Es war tatsächlich Liebe auf den ersten Blick. Und wir haben sehr schnell

fiel mir das sehr schwer, da ich immer viel und gerne gearbeitet habe. Aktuell ist es aber genau richtig so. Die Zeit vergeht so schnell. Was sind schon 12 Monate!? Vor allem weil sie so einen schweren Start hatten, will ich als Mutter für die beiden da sein. Wenn ich aber Termine habe, sei es beruflich oder auch nur mal ein Friseurtermin, klappt das eigentlich immer problemlos. Abends und an

mit der Familienplanung begonnen und sind daher wahrscheinlich immer noch in der Anfangsphase unserer Beziehung. ☺ Außerdem haben wir uns kurz nach der Geburt der Zwillinge in die Augen geschaut und gemeinsam klar gestellt: „Das wird jetzt heftig. Wir werden müde sein. Wir müssen auf einiges verzichten. Also sollten wir

den Wochenenden machen wir alles gemeinsam und nachts hat jeder ein Baby. ☺

Daddy trägt Closed, Nora trägt Noé & Zoë

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Auch toll ist es, mit zwei bzw. drei Kindern durch die Straßen zu laufen. Die Reaktionen sind ähnlich wie bei einem Schoßhund und man kommt mit vielen Menschen ins Gespräch. Ich habe aber wirklich sehr wenig Zeit für mich und wir bekommen wenig Schlaf. Aber das wird ja immer besser und bereits jetzt kann ich die beiden ab und zu alleine oder mit der Schwester im Kinderzimmer lassen und anderes erledigen.

Wann knallt es bei Euch zu Hause mal? Ich denke mal, dass das wie bei allen Familien ist. Wenn alle müde sind, reicht schon eine Kleinigkeit. Aber das ist ja normal und bei drei


Kleinkindern und viel Arbeit an allen Ecken ist man oftmals einfach durch. Was ist dann Euer Rezept der Versöhnung? Lachen. Und tief durchatmen. Alles wird gut. Ich mag einen Satz von Oscar Wilde sehr gerne: „Everything is going to be fine in the end. If it‘s not fine it‘s not the end.”

wusste sofort: „Hier gehöre auch ich hin“. Das Theater berührt mich. Im Gegensatz zum Film ist es immer live und daher sehr authentisch. Es geht um große Gefühle, Kämpfe werden ausgetragen, man erlebt die Liebe und den Tod. Ich glaube, Theater kann Menschen, die Zuschauer, aber auch die Mitwirkenden, verändern. Es ist einfach toll.

Du kommst aus einer Künstlerfamilie und hast lange an der Schaubühne als Regieassistentin und zuletzt als

Die Berliner Schaubühne ist schon seit Jahrzehnten eine der erfolgreichsten Bühnen der

Kita. Ich hatte gerade ein paar Vorstellungsgespräche und freue mich darauf, dann wieder halbtags arbeiten zu gehen. Wie wichtig ist es Dir generell, etwas für Dich zu tun? Fällt deine künstlerisch-kreative Arbeit als Ausgleich mit darunter? Natürlich ist es wichtig, etwas für sich selbst zu tun. Aber machen wir uns nichts vor. Viel Zeit bleibt momentan nicht. Ab und zu mal ausgehen. Ich bin schon froh, wenn ich mal alleine, ohne Kinderwagen, in der U-Bahn sitze. ☺ Das Theater oder auch andere kreative Aufgaben sind ein wunderbarer Ausgleich. Es ist ja auch kein Dauerzustand. Sobald die Kinder größer sind, wird es auch leichter sein, wieder mehr für mich zu tun.

Mummy & Daddy tragen Closed & VEJA, Kids tragen Noé & Zoë & YESMYLOVE

Ich kann mir vorstellen, dass auch die Anschaffung des Lastenrades, in das Du schnell und einfach alle drei Kids verstauen kannst, so ein Stück zurückgewonnene Freiheit für Dich ist! Absolut. Ich bin dadurch unabhängig und kann mit Sack und Pack und allen Kindern fast überallhin kommen. Einkäufe, die Kinder von der Kita abholen, im Sommer ins Schwimmbad - alles normale Dinge, die aber mit drei Kindern einfach schwieriger sind.

Direktionsassistentin gearbeitet. Gerade bist Du in Elternzeit, wirkst aber seit 2010 bis heute bei der Inszenierung „Fräulein Julie“ mit. Was bedeutet für Dich Theater und wie kamst Du dazu? Mein Vater und meine beiden Onkel sind Schauspieler. Meine Mutter ist Rocksängerin. Ich war also von klein auf immer backstage in Theatern und auf Konzerten. Es war immer ganz normal. Da ja Kinder aber oft das Gegenteil ihrer Eltern sein wollen, habe ich erstmal ganz brav die Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin gemacht, um dann zu merken, dass auch ich in die Nähe einer Bühne gehöre. ☺ Durch meinen Vater kam ich 2005 an eine Hospitanz (Praktikum) an einem Münchner Theater und

Hauptstadt, durch die Übernahme der künstlerischen Leitung durch Thomas Ostermeier 1999 konnte sie ihr Image und ihr Publikum noch einmal stark auffrischen. Was bedeutet Dir dieses Theater? Sehr viel. Ich habe dort viel gelernt, viel erlebt, bin erwachsener geworden. Durch die vielen Gastspiele bin ich viel gereist und habe tolle Menschen kennengelernt. Aber auch Kämpfe gekämpft. Vor allem als werdende Mutter habe ich gemerkt, dass das Theater oftmals leider nicht sehr familienkompatibel ist. Wie schnell möchtest Du wieder arbeiten gehen? Die Zwillinge kommen kurz nach ihrem ersten Geburtstag in die

Hast Du einen Trick, wenn Dir mal alles über den Kopf wächst und vielleicht grad alle Kinder schreien und Du alleine mit ihnen bist? Ich nehme das mit Humor. Solange es nicht mit Schmerzen oder so verbunden ist, gibt es ja immer eine Lösung. Einfach einen nach dem anderen vertüten und ein Lied singen. Aktuell singe ich die Titelmusik von Pippi Langstrumpf in Dauerschleife. Hauptsache es hilft. ☺ Was bedeutet Glück für Dich? Auch wenn es manchmal schwer oder anstrengend ist – ich weiß, ich habe bisher im Leben großes Glück gehabt. Man sollte sich auch immer bewusst sein, wie gut es uns hier in Deutschland ja an sich geht. Kein Krieg. Genug zu essen. Fancy Schuhe. Das ist schon großes Glück an sich. Gepaart mit der Liebe, die ich spüren darf. Durch meine Kinder, meinen Mann. Da braucht man nicht viel mehr. Ich denke, ich bin eindeutig einer der glücklichsten Menschen auf diesem Planeten.

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re Unse rne Part s! Shop

HAPPY GO LUCKY Shoppen macht glücklich. Das ist nun mal so. Und deswegen haben wir in unseren M U M M Y M AG P a p e r P a r t n e r - S h o p s m a l P r o d u k t e g e s u c h t , d i e Herzen höher schlagen lassen…

Von ihrem Paris-Trip brachte Nicola ihrem Sohn ein Kissen vom Label „ah, quel plaisir!“ mit und aus diesem einen Mitbringsel entstand die Idee für ihren Shop www.hitbringsel.de. Das Kissen gibt es nun auch dort für 44 Euro

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Wenn das Kind sich beömmelt, weil der Fuchs hin und her wackelt, dann geht es auch allen drumherum gut. Wackel-Fuchs von KidO über www.tinystore.de, 11 Euro

Zuhause ist es am schönsten und wenn man unterwegs ist, nimmt man die Geborgenheit samt Haus einfach mit! Kissen “Favorite Place” von Luckyboysunday aus 100% Baby-Alpaka zum Kuscheln über www.kleineskarussell.de für 60 Euro

Baden ist ein ganz besonderer Spaß für Groß und Klein. Besonders, wenn man die richtigen Freunde dabei hat. Die Badetoys von Oli&Carol sind aus 100% Latex der HaevaBäume und für knapp 11 Euro das Stück bei www.mybabyloon.de zu bestellen

Mit der DIY Light Box-Buchstabenlampe kann man je nach Stimmung individuelle Botschaften kreieren. Ein paar aufmunternde Worte sind schließlich immer noch am wirkungsvollsten... Von A Little Lovely Company über www.babyshop-itkids.com für 40 Euro

Ich weiß gar nicht, wer stolzer ist, wenn sie endlich selbst mitradeln können - Eltern oder Kids? Das Kokua LIKEtoBIKE Kinderfahrrad gleicht wie schon der Laufrad-Vorgänger einem kleinen Designobjekt. 16 Zoll mit Rücktritt in schnittigem Rot für 344 Euro über www.kleinefabriek.com


Das Motto der Ausgabe gilt eigentlich für alle Kinder! Und zwar jeden Tag! Shirt von “Little Man Happy”. Gefunden für 34 Euro bei www.missesandmister.de

Ok, wenn wir es schon nicht hinbekommen, dann sollen wenigstens die Kleinen wissen, was kochen bzw. zubereiten bedeutet. Denn Essen macht glücklich. Sushi Set aus Baumwolle, Denim, Buchenholz, Masse: Platte 10,5 x 15 cm – von Kiko für 59 Euro über www.walkingthecat.de

Alle Kinder wollen kleine Superhelden sein. Da brauchen sie natürlich auch noch das passende Outfit. Den coolen Sweater von Stella McCartney Kids gibt es bei www.kidsandcouture.com für 97 Euro Ein wahrer Spiele-Traum ist so eine handgefertigte Spielkamera aus Holz von “Twig Creative”. Dann können die Kleinen genau das tun, was die Großen auch ständig tun: alles und jeden fotografieren. Für 39 Euro ein super Geschenk. Gibt es zu bestellen bei www.littlehipstar.com

Davon träumt (fast) jedes Mädchen. Eine schicke Tasche, in der man alles verstauen kann, was man unterwegs so findet… Den Hängekorb gibt es bei www.babyssimo.de zu kaufen, für 39 Euro

Was bringt mehr Glück – ok auch Sorgen, aber noch mehr Glück – als ein Baby!? In diesem liebevoll illustrierten Buch von Gretas Schwester könnt Ihr die ersten Schritte festhalten…auf 30 Seiten, Größe: ca. 14,5 x 20,5 cm, 25 Euro über www.monkind.com

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Kids want tattoos! Die klaren geometrischen Formen von Tattyoo tun keinem weh. Haltbar sind sie für 2-3 Tage. Dazu sicher und ungiftig und geeignet für Kinder ab 3 Jahren. Für 7 Euro die Packung über www.annibazaar.com

Was uns Eltern happy macht? Gesunde, möglichst saubere Kids. Halstücher helfen. Am besten aus 100% Baumwolle. Diese hier sind noch dazu größenverstellbar durch zwei verschiedene Druckknopfpositionen. Von Anny Who über www.val-store.com, ca. 20 Euro

Er ist der wohl praktischste kleine Faltbuggy, den es jemals gab. Der Pockit von gb global wiegt gerade mal 4,3 kg und ist zusammengefaltet tatsächlich kaum größer als ein A4-Ordner! Die Pre-Order gibt es ausschließlich bei www.dreams4kids.de

Auch frisch gebackene Mamas verbringen gerne einen Tag am See mit ihren Familien. Der Bikini mit Eisprint der südamerikanischen Designerin Claudia Vitali macht schon beim Hinsehen gute Laune und obendrein sitzen die Hosen High-Waist - nicht ganz unwichtig bei eventuellem Restbauch oder Kaiserschnittnarben... Zu finden bei „Un Autre VooDoo“ in der Tellstrasse 7, Berlin Neukölln für zusammen 118 Euro


Fotos: Esther Meinel-Zottl

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H ek tik. Die D as einsb ere chtigung d e s “S low Living” ist mit die s em einem Wo r t gut erklärt. Die zunehmende Digitalisierung, die für eine Nachrichten- und Informationsschwemme sorgt, die dauerhaf te Erreichbarkeit über verschiedene M obilgeräte, das schnelle Leben besonders in Großstädten, der hastige Konsum von Fast Food, Online -Shopping oder Liebes-Apps begünstigt das Gefühl des zu Schnell und zu Viel. Die Er füllung der gesellschaf tlichen, beruflichen und privaten Ansprüche sorgt oft für die schnellere Erledigung von mehreren Dingen gleichzeitig. Hektik entsteht.

Slow Living ist ein moderner Begriff eines immer angesagteren Lebensstils. Aspekte des Alltags werden dabei einer bewussten Wahrnehmung unterzogen und es wird auf Entschleunigung gesetzt. Langsam leben soll die Hektik des Alltags bekämpfen. Althergebrachte Weisheiten, wie “In der Ruhe liegt die Kraft” ,“Immer eins nach dem anderen”,“Erstmal tief durchatmen“, sind heute aktueller denn je. Aber damit ist es nicht getan: die Gesellschaft verlangt nach weiterer Unterstützung. Entsprechende Trainings, Beratungen und Workshops, aus denen ein stetig wachsender Markt entsteht, sprießen aus dem Boden. Wie alles Kommerzielle kann auch das kritisch gesehen werden: Slow Living als Realitätsflucht? Doch das ist eine pauschalisierte Betrachtung, denn manch einen machen zu viele schlechte Nachrichten auf eine andere Art mehr fertig als andere und jeder kommt unterschiedlich gut mit Stressfaktoren zurecht. Die Psyche spielt hier also auch eine wichtige Rolle. Vielleicht liegt allen Anhängern ein Bedürfnis zu Grunde – nämlich die Sehnsucht, mit sich selbst klarzukommen. Und das kann auch von der äußeren (z.B. weltpolitischen) Lage beeinflusst werden. Denn einfach zur Ruhe kommen, scheint schwieriger geworden. Die boomende Auszeit-Industrie spricht Bände. So gibt es inzwischen Offline-Urlaubsangebote, Zeitlupencoaching oder gar echte Miet-Esel, an die Erholungssuchende ihre Zeitplanung abgeben können. Wer mindestens ein Kind hat, braucht solche Hilfestellungen eigentlich gar nicht. Denn sich auf den Rhythmus seines Kindes einzulassen, sich ihm anzupassen und nicht umgekehrt, oder es zumindest gewähren lassen, kann dasselbe bewirken. Eine natürliche Geschwindigkeit annehmen, darum geht es. Esther Meinel-Zottl (35) ist die Mama hinter eines erfolgreichen Instagram-Accounts (mama_2thelittleones) und inzwischen auch Blogs (mylittletreasuresoflife.wordpress.com). Die zwei Little Ones sind ihre zuckersüßen Zwillingsmädchen von inzwischen 3 Jahren. Sie hat sich mit ihrem Mann vom Großstadtleben abgewendet und ist vor eineinhalb Jahren in den Chiemgau in die Berge gezogen. “Slow Living bedeutet für mich, den langsameren und bewussteren Weg zu suchen. Eben gerade auch im Umgang und im Leben mit meinen Kindern. Sie in ihrem Sein, auf ihrem Weg und in ihrem Tempo wahrzunehmen. Nicht zu führen, sondern ihnen das zu überlassen. Die Anreize setze natürlich ich oder setzen wir als Eltern.” Die Diplom-Sozialpädagogin und systemische Körperpsychotherapeutin (GST) ist mit einem leidenschaftlichen Bergmann verheiratet und momentan noch Vollzeit zu Hause bei ihren Mädchen. Für Esther ist die Natur das beste Hilfsmittel, um die Welt verstehen zu lernen, einen Gang runter zu schalten und den Blick auf das Wesentliche zu richten – aber auch im Umgang und im Miteinander, egal an welchem Ort, und bewusst Zeit zusammen zu verbringen, die Erinnerung schafft. Eben jene Zeit, die Werte, Liebe und Achtsamkeit vermittelt und auch einfach nur gelebt werden darf. Wir haben Esther und ihre Mädchen ein kleines Stück begleitet.


“In Schweden (Norddalarna) im Urlaub, wo wir wild an einem Fluss gecampt haben und unseren Lagerplatz hatten. Eine unvergessliche Zeit. Rentiere sind zu uns rangekommen. Wir waren abgeschottet von allem. Die Mädels dort erkunden und spielen zu sehen, ließ mein Herz aufblühen. Dort werden gerade gefundene Stöcke mit Klappsitz zu irgendetwas anderem umfunktioniert.”

Mehr v gibt‘s on Esther Instag auf ihrem ram-A ccoun t mam a_2t helit tleon e

s

17 “Noch ein Foto aus dem Skandinavien-Campen-in-der-Natur-oder-VW-Bus-Urlaub. Heidelbeeren sammeln bzw. essen gehörte in den 4 Wochen einfach ganz selbstverständlich dazu. Die Mädels lieben Blaubeeren und konnten diese sogar von den ähnlichen aber giftigen Krähenbeeren unterscheiden. Stundenlang konnten sie da hocken und essen, ein bisschen weiterlaufen und wieder essen.”


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“Die Mädels und ich bei einer Mehrtagestour (die wir zu viert machten) mit Hüttenübernachtung in den Alpen letzten Sommer. Der Bergsee da oben war genial und die Bergflora war ganz anders und interessant für sie. Ebenso wie die Geräusche der Murmeltiere, die wir nur hören, aber nicht sehen konnten.”

“Bei uns nebenan bei einem Spaziergang. Einfach draußen sein. Sich bewegen. Rinder der Nachbarn beobachten.”

“Bei einer unserer Adventsbastelstunden (die Mädchen haben im Adventskalender zu jedem Adventssonntag einen Zettel mit einer gemeinsamen Aktivität/ Bastelsache gefunden, die uns Weihnachten immer ein Stück näher brachte). Ich fand es wichtig, sie dabei miteinzubeziehen. Und so haben wir beispielsweise Weihnachtsbaumanhänger aus Zimt und Apfelmus ausgestochen. Wie man im Bild sieht, war eine ganz hin und weg vom Rollen des Teiges und die andere hat gerade ihre Freude am Mandarinenschälen entdeckt.”


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“Bei einer unserer Mutter-Tochter-Ausflüge (die Mädels dürfen sich einen Ort, ein Ziel, z.B einen Berg oder See aussuchen). Hier sind wir im Nebel zu einer kleinen Bergkirche bei uns in der Nähe gelaufen. Der Vormittag war magisch. Nebel umhüllte uns da oben und wir waren die einzigen Menschen.”


Wenn das Gute liegt so nah...

REISEN MIT KINDERN SIND EIN SENSIBLES THEMA, DENN SIE MÜSSEN GUT UND MIT ETWAS VORLAUF GEPLANT SEIN. FALLS IHR DANN DOCH MAL HALS ÜBER KOPF UND GANZ SPONTAN AUSREISEN WOLLT, KÖNNEN WIR EUCH DIESE VIER REISEZIELE IN DEUTSCHLAND ANS HERZ LEGEN:

LANDGUT STOBER Wer im Urlaub auf Nachhaltigkeit, Regionalität, Geschichte und Ruhe setzt, der ist im Landgut Stober genau richtig. Nicht viele Hotels haben eine so interessante Geschichte wie das Landgut Stober am Groß Behnitzer See bei Nauen, ca. 20 km von Berlin entfernt. Schließlich war es seit 1866 der landwirtschaftliche Musterbetrieb der Familie Borsig. 2000 übernahm es der heutige Besitzer Michael Stober und verwandelte das kurz vor dem Verfall stehende Landgut in das erste bio-zertifizierte Hotel Berlin/Brandenburgs. Seitdem erhielt das Landgut nahezu alle Auszeichnungen in Sachen Nachhaltigkeit. Details dazu findet ihr auf unserem Blog. Familienfreundlich ist das Hotel übrigens auch, kein Wunder, der Besitzer ist selbst Vater von sieben (!!!) Kindern.

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www.landgut-stober.de DZ ab 79 Euro

DAS ROOKHUS Rettung bei familiären Ausnahmesituationen – das Rookhus in der Müritz sorgt für schnelle Erholung von Eltern und Kindern. Ihr habt vor nicht allzu langer Zeit Zwillinge bekommen, das dritte Kind steht kurz vor dem Geburtstermin oder ihr steckt in anderen familiären Ausnahmesituationen, seid einfach erschöpft und sehnt euch danach, dass vor allem die vielen alltäglichen Handgriffe und Aufgaben euch einmal erspart bleiben? Das Familienhotel Rookhus in der Müritz (unweit von Berlin) ist genau in solchen Situationen das richtige Reiseziel. Die “Hausaufgaben” übernimmt das entspannte Team rund um Herrn und Frau Borchard und ihr werdet nicht nur grandios bekocht, sondern auch gut unterhalten. Und eins ist hier garantiert: wie in den eigenen vier Wänden stören Kinder hier nicht, sondern sind vielmehr Mittelpunkt allen Geschehens und dürfen sich voll ausleben. Was das für die Eltern bedeutet, wisst ihr selbst. www.rookhus.de DZ ab 163€ p.P., all inclusive, Kinder frei


WIESENBETT – CAMPEN AUF DEM BAUERNHOF Das “Bett in der Wiese” klingt herrlich erholsam, nach pieksendem Heu und dem Mops im Haferstroh. Slow Living – zumindest für ein paar Tage. Runterfahren, Akkus laden, Hühner füttern, Eier sammeln, Kühe melken, Schafe zählen. Es gibt 5 Wiesenbett-Destinationen deutschlandweit: an der Ostsee, im Sauerland, in Franken, im Fichtelgebirge und im Schwarzwald. Zugegeben, es sind Luxuszelte – also eher Glamping statt Camping – denn statt im Schlafsack nächtigt man in gemütlichen Betten. Es gibt eine Küchenzeile und einen großen Tisch für die gemeinsam(en) zubereiteten Mahlzeiten. Und zur Not einen Hofladen. Dafür keinen Fernseher, kein Internet, keinen Stress. Wir sind bereits selbst mega gespannt, wie es sich anfühlt, nur durch eine Zeltwand vom Landleben getrennt zu sein und starten demnächst einen Selbsttest mit drei Tagen ohne Netz zwischen niedlichen Tieren. Mehr dazu auf dem Blog – nach unserer Rückkehr. www.wiesenbett.de 5 Tage ab 299 €

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STRANDHAUS SPREEWALD Der Spreewald ist seit einigen Jahren wieder absolut „in“. Kein Wunder, schließlich ist die grüne Oase wahrlich ein perfekter Ort für Groß und Klein um sich zu erholen, auszutoben oder einfach nur um zu genießen. Das Strandhaus ist im Spreewald zudem ein traditionsreiches Haus, das seit 1928 als Gastronomie besteht. Seit 2007 sind Claudia und Markus Karl Eigentümer und haben das ehemalige Strandcafe in ein kleine Perle verwandelt, die immer wieder einen Besuch wert ist. Ob für eine kleine Spa-Auszeit, einen Mummy-Trip oder ein Wochnende mit der ganzen Familie. Das Strandhaus und der Spreewald bieten wirklich für jeden Geschmack das Passende. Und: Selbst bei einem 2-wöchigen Urlaub gibt es keine Chance auf Langeweile. Wir waren bereits mit und ohne Kind dort – die Artikel dazu findet ihr natürlich auf www.mummy-mag.de www.strandhaus-spreewald.de DZ ab 128€ ALLE REISEBERICHTE AUF DEM BLOG


Mit Beate Uhse, der „Aufklärerin der Nation” und “Frau Oberst der Lustwaffe” sind wir alle irgendwie aufgewachsen. Sie stand für die Dinge, die mit Sexualität und Schweinkram zu tun hatten. Als Teenager liefen wir rot an, wenn uns einer vorschlug, zu Beate Uhse zu gehen – oftmals wurden regelrechte Mutproben daraus. Viele Jahre weckte der Name Uhse schmuddelige Assoziationen von Wichskabinen und Rotlichtvierteln. Schließlich galten Sexspielzeuge, Handschellen mit Plüsch, fleischfarbene Vibratoren mit Glitzerapplikation und Lack-Outfits mit Aussparungen an allen möglichen und unmöglichen Körperöffnungen damals nicht gerade als das, was sich als gesellschaftskonform betiteln ließe. Es verbreitete sich in der Schule wie ein

Lauffeuer, wenn ein Lehrer auch nur in der Nähe eines Beate UhseShops gesichtet wurde! Und während wir heutzutage das Aufsehen um die Machenschaften von Beate Uhse eher mit einem Schmunzeln abtun, war sie im Grunde vor allem eines für uns Frauen: eine Wegbereiterin. Sie war eine Frau, die für unsere Rechte und unsere Selbstbestimmung gekämpft hat. Eine, die sich in einer von Männern dominierten Welt behauptet und durchgesetzt hat. Und eine, die vor genau siebzig Jahren den weltweit ersten Erotik-Konzern gründete (unter der Bezeichnung “Fachgeschaft für Ehehygiene”) und damit zur Pionierin in Sachen Emanzipation wurde.

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1945

1919 Beate Köstlin wird am 25. Oktober im ostpreußischen Landkreis Cranz geboren.

1943 Sohn Klaus wird geboren.

1936 Ausbildung zur Kunst-Pilotin und später auch zur Sportfliegerin in Berlin.

1939 Beate Köstlin heiratet ihren Fluglehrer Hans-Jürgen Uhse und nimmt den Namen an, unter dem sie später bekannt wird.

1944 Hans-Jürgen Uhse verunglückt bei einer Flugzeugkollision tödlich.

Nach Ende des Krieges kommt Beate Uhse aufgrund ihrer Einsätze als Flugzeugüberführerin kurzzeitig in britische Gefangenschaft. Anschließend lässt sie sich mit ihrem Sohn und dem Kindermädchen in Flensburg nieder.


Die neue Zeit

der

Das Unternehmen sah sich im Laufe der Zeit stärker werdender Kritik der Frauenbewegung ausgesetzt, da diese die pornografische Industrie wegen ihrer oftmals sexistischen und häufig frauenverachtenden Tendenzen in Frage stellte. Und tatsächlich befriedigte das Erotik-Business lange hauptsächlich männliche Bedürfnisse – nicht zuletzt vielleicht, weil nach dem Rückzug von Beate Uhse selbst, jahrelang Männer den Konzern leiteten. Aber spätestens seit “Sex and the City” und der legendären

“Goodie Schublade” denkt auch die Erotikbranche um und kümmert sich endlich mehr und mehr darum, was Frauen gefallen könnte und ihre Phantasien beflügelt. Sexualität, vor allem die weibliche, ist nicht länger ein Tabuthema; sie gilt plötzlich sogar als salonfähig! Der internationale Bestseller “Fifty Shades of Grey” tat sein übriges – ob man jetzt Fan ist oder nicht: Niemals gab es einen größeren Ansturm auf Liebeskugeln und Bondage-Accessoires als zum Zeitpunkt des Erscheinens des Buches.

Mit Nicola Schumann als Deutschland-Chefin steht nun endlich wieder eine Frau an der Spitze des Konzerns, die die Traditionsmarke “Beate Uhse” erst einmal ordentlich entstauben und wachküssen soll: Raus aus der Schmuddelecke, rein in die moderne Lifestyle-Welt! Wie das gelingen soll? Unter anderem mit neuen, stilsicheren, femininen Produkten, mit ansprechenden, hellen, elegant eingerichteten Lifestyle-Boutiquen mit Fokus auf Erotik und einem völlig neuen und an den Markt- und Konsumentenbedürfnissen ausgerichteten Markenauftritt. Angesprochen werden vor allem Frauen wie wir, die mitten im Leben stehen und die sich in ihrem Körper und mit ihrer Sexualität wohlfühlen sollen. Es geht Nicola Schumann nicht darum, ein zweites Victoria’s Secret zu etablieren und dieses um Spielzeuge zu ergänzen. Vielmehr möchte sie mit der neuen Ausrichtung einen Beitrag zur lustvollen (Wieder-)Entdeckung der weiblichen Lust und Sexualität leisten. Das sexuelle Selbstbewusstsein von Frauen fängt erst seit kurzem an, sich wirklich zu entfalten und in dem aktuellen Sortiment von Beate Uhse finden sie dafür alles, wovon sie lange Zeit nur träumen konnten – natürlich gilt das für Männer, Singles und Paare gleichermaßen.

S I N N L I C H K E I T

Beate Uhse - die Wegbereiterin

Der Beginn der Ikone “Beate Uhse” war wenig glanzvoll oder gar verrucht: Ihre Mutter zählte zu den ersten drei Ärztinnen dieses Landes und erzog ihre Tochter zu Selbstvertrauen und Disziplin. So wurde die junge Beate zu einer Frau, die sich Herausforderungen stellte und die sich mit der klassischen Rolle der Frau nicht zufrieden geben wollte. Nach einer ungeplanten Schwangerschaft und kurz darauf jung verwitwet, musste sie als alleinerziehende Mutter nach dem Krieg einen Weg finden, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Damals erkannte Beate Uhse, wo es einen Bedarf gab: Seinerzeit gab es sehr viele ungewollte Schwangerschaften, die

sich mit einfacher Aufklärungsarbeit hätten verhindern lassen. So entstand also “Schrift X”, eine Aufklärungsbroschüre über den Zyklus der Frau und die fruchtbaren Tage. Auch später sorgte Beate Uhse durch solide Aufklärung und diskrete Versandbedingungen ihrer erotischen Handelsartikel dafür, dass ihre Kunden der gesellschaftlichen TabuZone entkamen. Die Produkte waren zwar sehr willkommen, der Nachbar sollte dann aber bitte trotzdem auf keinen Fall erfahren, was da im heimischen Schlafzimmer passierte.

Muttersein macht erfinderisch Was Beate Uhse, Mutter dreier Kinder und mehrfache Groß- und Ur-Großmutter, zu Lebzeiten erschaffen hat, erforderte Mut, Durchsetzungskraft, Kreativität und Führungspersönlichkeit. Alles Eigenschaften, die wir auch heute noch brauchen, um eine Geschäftsidee zum Laufen zu bringen – und größtenteils Attribute, die viele Mütter gemeinhaben. Wenn auch das Elterndasein und kleine Kinder die Sexualität beeinflussen und auch mal einschlafen lassen können, heißt es doch noch lange nicht, dass nun für immer Schluss mit der Erotik sein muss. Klar, der Körper einer Frau

1946 Beate Uhse veröffentlicht erstmals die “Schrift X”, eine kostenlose Aufklärungsbroschüre über den Zyklus der Frau und natürliche Schwangerschaftsverhütung durch Berechnung der fruchtbaren Tage.

verändert sich und es gibt Zeiten, da fühlt man sich weniger hinreißend in sexy Dessous, doch sollte das mitnichten bedeuteten, dass wir ab jetzt auf Funktionsunterwäsche und Liebestöter umsteigen müssen (die Dinger heißen schließlich nicht umsonst so). Also: Verzicht kommt nicht in Frage! Warum nicht mal die wilden Zwanziger aufleben lassen und wieder ein wenig Experimentierfreude an den Tag legen? Der große Vorteil ist doch, dass wir mittlerweile uns und unseren Körper schon sehr viel besser kennen als noch vor zehn Jahren. Und man sagt, dass Frauen Ende 30 und Anfang 40 erst ihre sexuelle Blütephase erleben ...

1950 1949 Beate Uhse heiratet den Flensburger Kaufmann Ernst-Walter Rotermund, der seinen Sohn Dirk mit in die Ehe bringt.

Gründung des “Versandhaus Beate Uhse” mit Produkten für “Ehehygiene”.

1956 Das Versandhaus erwirtschaftet trotz Widerständen erstmalig einen Umsatz von einer Million DM.

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"Alexis" Besired Blacklabel BH 35.- € + String 13.- €

Body Kiss Me 20.- €

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1978

1960 Das Unternehmen hat bereits 5 Millionen Kunden.

Beate Uhse expandiert zu einem Konzern und bietet erstmals auch einen Filmverleih an.

1962 Beate Uhse eröffnet den ersten Sex-Shop (Fachgeschäft für Ehehygiene) der Welt in Flensburg.

1981 Der Konzern wird zur Aktiengesellschaft, die bereits 12 eigene “Blue Movie”-Kinos betreibt und sich im Bereich der Pornofilmindustrie als Marktführer durchsetzt. Gleichzeitig steigt die Kritik der Frauenbewegung.


Lingerie-Set Kiss me Set 20.- €

"Love me Twice" Kiss Me Set 18.-€

"Desiris" Besired Blacklabel BH 35.- € + String 15.- €

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2001

1996 50-jähriges Jubiläum und Eröffnung des Beate Uhse-Erotik-Museums in Berlin.

1999 Börsengang des Unternehmens.

Beate Uhse stirbt am 16. Juli an den Folgen einer Lungenentzündung in einem Schweizer Krankenhaus.

2016

70-jähriges Unternehmens-Jubiläum.

to be continued ...


“Helfen macht glücklich”

Daniel Send, 37, studierter Kulturanthropologe mit MBA, jetzt Sozialbetreuer bei dem Malteser Hilfsdienst

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Lieber Daniel, Du hast Kulturanthropologie studiert sowie danach einen MBA absolviert und jahrelang im Sales- bzw. Marketing-Bereich von führenden Lifestyle-Unternehmen gearbeitet. Inzwischen bist Du beim Malteser Hilfsdienst angestellt und in einem Neuköllner Flüchtlingsheim tätig. Wie kam es dazu? In meinen vorherigen Jobs habe ich mir immer wieder die Frage nach dem tieferen Sinn meiner Arbeit gestellt. Gleichzeitig hatte ich das Gefühl, für soziale Arbeit oder ähnliches würden mir die Kompetenzen fehlen. Eine Freundin hat mich dann dazu inspiriert, ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe zu helfen. In einer Notunterkunft habe ich angefangen, einmal wöchentlich mit geflüchteten Kindern spielerisch Kampfsport zu trainieren. Sport kann ich, also war das ein guter Einstieg. Ich habe dann festgestellt, dass einige der Hauptamtlichen als Quereinsteiger angefangen haben. Also habe ich mich kurzentschlossen initiativ beworben. Was machst Du beim Malteser Hilfsdienst genau? Ich arbeite in einer Notunterkunft und kümmere mich um die Alltagsorganisation. Sehr basic und nah an den Menschen und den täglichen Problemen. Dabei geht es um die Organisation der Versorgung mit lebensnotwendigen Dingen wie Nahrung, Kleidung und Hygieneartikel. Aber wir bieten auch Hilfe bei Behördengängen, Arztbesuchen oder sind einfach als Gesprächspartner da. Du hast auch einen jungen Mann, der aus Syrien geflohen ist, bei Dir zu Hause aufgenommen. Wie kam es dazu, wie hat sich das anfangs angefühlt und was war die größte Erkenntnis aus diesem Schritt? Um Weihnachten herum habe ich einer Initiative, die kurzfristig Schlafplätze für Geflüchtete vermittelt, meine Couch im Wohnzimmer angeboten. Daraufhin hat ein junger Mann aus Syrien ein paar Tage bei mir gewohnt. Wir sind seitdem in Kontakt, wir verstehen uns ziemlich gut. Vor ein paar Wochen hat er mich gefragt, ob ich jemanden kenne, der ihm längerfristig etwas zum Schlafen vermitteln kann. Ich habe ihm dann kurzerhand mein Schlafzimmer angeboten und bin selbst ins Wohnzimmer gezogen. Jetzt hat sich vor wenigen Tagen ergeben, dass ich selbst bald umziehe. Nun bin ich gerade in Verhandlungen mit meiner Hausverwaltung, denn ich möchte ihm und seiner Freundin meine aktuelle Wohnung als Nachmieter überlassen. Für mich hat sich das alles ganz normal angefühlt, als ob ein Freund ein paar Tage bei mir wohnen würde. Und jetzt habe ich halt einen Untermieter. Mir ist natürlich seine Situation bewusst, und wir sprechen viel über seine Erlebnisse in Syrien und auf der Flucht, aber zentral ist eher, dass wir uns gut verstehen und sich eine Freundschaft entwickelt hat. Was war für Dich der ausschlaggebende Moment, Dich für Flüchtlinge einzusetzen? Zu begreifen, mit wie wenig Aufwand es möglich ist, anderen Menschen das Leben etwas erträglicher zu machen. Was bedeutet Glück für Dich? Das ist eine sehr schwierige Frage. Glück hat für mich viele Dimensionen. Oft sind es ganz kleine Momente, die mich am glücklichsten machen. Inwiefern macht Helfen glücklich? Helfen rückt einen selbst aus dem Zentrum. Plötzlich ist es nicht mehr so entscheidend, wie es mir selbst geht, ob ich viel Geld verdiene oder wohin ich als nächstes in Urlaub fahre. Helfen macht glücklich, weil es einen selbst erdet.


“Helfen macht glücklich”

L i s a E i s e n b l ä t t e r, 2 9 , Studentin Kriminalpolizei, Mutter von drei Kids

Liebe Lisa, Deine Kids sind 10, 8 und 1. Unter der Woche bist du alleinerziehend, weil Dein Mann nicht in Berlin arbeitet und machst zusätzliche ein Studium zur Kriminalbeamtin. Als wäre das nicht genug, engagierst Du Dich in Sachen Flüchtlingshilfe. Wann schläfst Du eigentlich? Durch? Keine Nacht. Am Wochenende, wenn mein Mann da ist, schlafe ich häufig direkt auf der Couch ein. Er strahlt so viel Ruhe aus, dass mein Körper, der unter der Woche durchgehend auf 180 ist, runterfährt. Wie engagierst Du Dich? Bis zur Elternzeit Ende September habe ich Unterkünfte für Geflüchtete gesucht und manche kurzfristig bei uns aufgenommen. Daraus entwickelten sich Freundschaften zu einzelnen Familien, die ich seit August bis heute auf Schritt und Tritt begleite. Vom Ämtergang bis zur Wohnungssuche, aber auch zu Veranstaltungen oder in unseren Schrebergarten nehme sie mit, um ihnen das Ankommen zu erleichtern. Mitte April hat eine Drillingsmama, deren Babys im November zur Welt kamen, endlich eine Wohnung bekommen, die wir jetzt peu à peu einrichten. Dann geht die Krippenplatzsuche los. Für drei!!! Babys.

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Was hat Dich dazu veranlasst, sie aufzunehmen? Hätten wir, oder eine andere Familie, sie nicht aufnehmen können, wäre es für sie zurück in die Traglufthalle in der Kruppstraße gegangen, weil es keine verfügbare geeignete Unterkunft gab. Das Kindeswohl wäre gefährdet gewesen. Ein noch immer anhaltender Zustand übrigens – dass Mütter mit ihren Neugeborenen wieder zurück in Turnhallen müssen! Sie brauchte dazu besonderen Schutz und den hat sie bei uns gefunden. Wie hat das Euer Leben verändert? Wir haben auf engstem Raum zusammengelebt, das Kinderzimmer wurde zum gemütlichen Mama-Baby-Zimmer und das Spielzeug wurde „in den Urlaub“ geschickt. Die spielzeugfreie Zeit in Verbindung mit vielen gemeinsamen Stunden im Wohnzimmer, ohne Rückzugsraum war eine große Herausforderung. Danach haben besonders Levi und Jona ihren Luxus, das eigene Zimmer mit den vielen Spielmöglichkeiten, viel bewusster wahrgenommen. Wie gehen Deine Kids damit um? Sprichst Du mit ihnen darüber? Wir sprechen viel über die Situation der geflüchteten Menschen. Warum es so wichtig ist, dass wir enger zusammenrücken, damit andere nicht auf der Straße oder in der Turnhalle leben müssen. Auch die Konflikte in den Ländern auf dieser Welt beschäftigt sie. Die Kindernachrichten LOGO gehören seit einigen Monaten zu ihrem Abendprogramm. Was war Deine/Eure größte Erkenntnis daraus? Leider kann ich nicht jedem helfen, doch jeder von uns könnte einem oder einer Familie bei der Integration helfen. Wäre toll, wenn sich dafür noch mehr Paten finden würden. Unsere Familie hat durch die Familien aus den unterschiedlichen Ländern neue Kulturen kennengelernt und Freundschaften gewonnen.

DIE AUSFÜHRLICHEN INTERVIEWS GIBT‘S AUF DEM BLOG

Du hast eine Frau mit Frühchen aus Eritrea bei Dir zuhause aufgenommen, mittlerweile ist das Kind ja schon ein halbes Jahr alt. Leben die beiden weiterhin bei Euch? Nein, sie lebten einige Wochen bei uns, bis wir für sie mit Hilfe des Jugendamtes eine geeignete Unterkunft, ein Mutter-KindHeim, gefunden haben. Sie ist sehr labil, schwer traumatisiert und benötigt noch immer eine 24-Stunden-Betreuung.


VON DAMPF & INNEREM SCHWEINEHUND

Kinderkriegen verändert nicht alles, aber oftmals genug, um den Sport lieben zu lernen – als Energiespender und die M öglichkeit, Dampf abzulassen. Wir stellen euch hier vier v e r s c h i e d e n e Va r i a n t e n v o r, s i c h u n d s e i n e n K ö r p e r i m A l l t a g s w a h n s i n n n o c h e i n b i s s c h e n mehr herauszufordern. I h r w i s s t : D a s G e f ü h l d a n a c h i s t u n b e z a h l b a r…

Mom in Balance Es wird nicht leichter, aber du wirst besser! Die ersten Jahre mit kleinen Kindern erfordern Höchstleistungen. Familie, Arbeit und Zeit für Sich selbst zu vereinen ist ein Drahtseilakt, der viel Energie aus einem zieht. Dann ist es umso wichtiger, sich in seinem Körper wohl zu fühlen. Das Konzept von Mom in Balance aus den Niederlanden ist so simpel wie gut: Sport mit anderen Müttern oder Schwangeren – es gibt verschiedene Gruppen – zusammen in der freien NATUR. Eine Stunde lang. Bei Wind und Wetter. Und es wirkt. Wo: Köln, Frankfurt und Berlin (Blankensteinpark, Lietzenseepark, Mauerpark, Park am Gleisdreieck, Volkspark Friedrichshain), Paris sowie natürlich in Amsterdam

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Monatsabo ca. 40,- € www.mominbalance.com

Somuchmore Sport, wie Du ihn brauchst! Somuchmore ist eine Plattform für ganzheitliche Lebensweise. Man muss sich nicht für eine bestimmte Sportart oder ein einzelnes Studio entscheiden, sondern kann täglich unter bis zu 5ooo+ Kursen wählen. Die somuchmoreKarte ist günstig, flexibel und jederzeit pausierbar. Yoga, Pilates, Fitness, Tanz, Wellness und vieles mehr kann in den beliebtesten Studios & Gyms überall in ausgewählten Städten mit einer einzigen Mitgliedschaft machen. Wo: Berlin, München, Hamburg, Stuttgart. Und: Eine somuchmore-Karte ist zum Teil günstiger als die Beiträge in den Studios oder für die einzelnen Kurse! Noch dazu bekommen Mummy MagLeser 30% Rabatt auf die ersten drei Monate. Monatskarte ab 39,- € www.somuchmore.de

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Ride Berlin - Für gute Beats und maximale Power! Wir alle kennen Indoor-Cycling seit vielen Jahren. Ganz neu ist aber der Trend aus den USA, dass es reine Cycling Studios gibt. Kein Wunder, denn es ist hart und schweißtreibend, aber kaum ein Training macht einen so fit – und glücklich, wenn man es geschafft hat. Das Konzept von Ride Berlin ist zwar nicht ganz neu, aber bisher einzigartig in seiner Form und Deutschland. Es gibt keine Mitgliedschaften, gebucht werden einzelne Rides online, per App oder per Telefon. Mitbringen muss man nur seine Sportsachen – Fahrradschuhe, Handtücher und Getränke gibt es vor Ort. Und was einen erwartet? Super Beats, gute Stimmung und ganz viel Endorphine! Bisher nur in Berlin, aber das ändert sich sicher bald! Pro Ride 26 Euro, 10-er Karte für 225 Euro www.ride-berlin.de


Mrs. Sporty Perfekt für alle, die nicht viel Zeit haben! Das Training bei Mrs. Sporty ist ein echter Quicky: Schnell hin und los geht’s! In 30 Minuten Zirkeltraining wird jede Körperpartie je nach individuellen Wünschen trainiert. Man wechselt von Station zu Station, mit überdimensionalen Bildschirmen, die die eigenen Körperbewegungen genau scannen, ggf. korrigieren und alle Daten speichern. Zwischen den Stationen wird eine aktive Pause gemacht, d.h. es wird sich nicht ausgeruht, sondern der Körper bleibt immer in Bewegung. Das ganze Training wird immer von Personal Trainern begleitet und alle paar Wochen ausgewertet und angepasst. Perfekt für jeden, der schnelle Ergebnisse und eine echte Kontrolle haben möchte. Und wer jetzt noch will, der bekommt außerdem eine Ernährungsberatung on top. Monatsabo ca. 49,- € www.mrssporty.de

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Hier geht’s zum Produkttest!

Wir alle sind zwar mit Kindersitzen aufgewachsen, aber das waren eher große Styropor-Boxen, in denen wir um einiges höher saßen als in den Hochsicherheitssystemen, die wir heute für unsere Kinder kaufen. Aber kein Wunder, als wir unseren Führerschein machten, galt teilweise nicht mal Anschnallpflicht und erst seit dem 1. April 1993 steht in der Straßenverkehrsordnung, dass Kinder unter 150 cm Körpergröße nur auf Kindersitzen mit Rückhalteeinrichtung mitgenommen werden dürfen.

Unser Testmodell – REBL von Nuna Er ist der erste um 360 Grad drehbare Kindersitz, der der neuen i-Size-Norm entspricht und somit das rückwärtsgerichtete Fahren ab der Geburt bis zum Alter von ca. 4 Jahren (40-105 cm) ermöglicht. Wir haben ihn einige Wochen lang getestet und Kids zwischen einem und drei Jahren mitfahren lassen. Und tatsächlich, die Kids sind happy. Was den REBL ganz besonders macht: er ist jederzeit um 360 Grad drehbar – eben der perfekte Drehmoment. Mit nur einem Handgriff kann man ganz easy den Sitz wenden. Sollte das Kind also mal wirklich keine Lust mehr haben, rückwärtsgerichtet zu fahren, kann man das ganz schnell ändern. Doch dank der erhöhten Sitzposition und der besseren Beinfreiheit geht das selbst bei einer 3-jährigen ohne Platzschwierigkeiten oder Gegenwehr! Und auch das Einsteigen wird durch das Drehen des Sitzes enorm erleichtert. Den gesamten Produkttest vom REBL findet Ihr nochmal auf www.mummy-mag.de!

A b 2 018 s i n d K i n d e r a u t o s i t z e m i t d e r i - S i z e - N o r m P f l i c h t . D o c h w a s g e n a u b e d e u t e t das eigentlich, worauf müssen wir achten und welche Art von Sitz ist eigentlich am besten? Wir haben den ersten Reboarder mit i-Size -Norm, den Nuna REBL, getestet und sind absolut begeistert!

Der perfekte drehmomenT

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Er denk mit! • atmungsaktive Stoffe und Belüftungsschlitze an der Sitzschale • farblich markierte Sicherheitsindikatoren an Stützfuß und ISOFIX helfen Anwendungsfehler zu vermeiden

Er wächst mit! • verwendbar von 40-105 cm, was dem Zeitraum ab Geburt bis zu einem Alter von ca. 4 Jahren entspricht • entspanntes Fahren (egal in welchem Alter!) durch 7 Liegepositionen – egal, ob vorwärts- oder rückwärtsgerichtet • Position von Kopfstütze (7-fach verstellbar) und Sitzschale mit einer Hand einstellbar • integrierte Fußstütze erhöht sowohl den Sitzkomfort als auch die Leichtigkeit des Einsteigens

Er ist sicher! • erstklassiger Seitenaufprallschutz dank patentiertem tailor techTM Memoryschaum • hochwertige Kunststoffe sorgen für eine besonders robuste Sitzschale • die Knautschzone im Stützfuß minimiert die Belastungen für das Baby im Falle eines Unfalls • integrierter Reboundbügel kontrolliert die Rückwärtsbewegung des Sitzes bei einem Front- und Heckaufprall • komfortabler 5-Punkt-Sicherheitsgurt

Die Vorteile des REBL im Überblick:

Als erstes wird man beim Kauf meist gefragt, ob man eine ISOFIX-Vorrichtung im Wagen hat oder nicht. Seit 2006 gehört eine ISOFIX-Halterung zum Standard, in älteren Fahrzeugen schnallt man wie gehabt den Autositz an. Doch braucht man dann überhaupt einen Sitz mit ISOFIX? Wenn man einen Blick auf die Unfallstatistiken wirft, dann lautet die klare Antwort: Ja! Denn laut Expertenschätzung wird rund ein Drittel der Kinder im Auto unzureichend gesichert. Und das liegt häufig daran, dass unerfahrene Eltern oftmals die Sitze mit einem Dreipunktgurt nicht korrekt anschnallen. Und ISOFIX löst ebendieses Problem mit seiner sehr einfachen Handhabung. Außerdem ist die Eisenstange fest im Auto verankert und sorgt für doppelte Sicherheit.

ISOFIX - ja oder nein?

Kindersitze sind in unterschiedliche Klassen unterteilt. Es beginnt mit der Babyschale (Klasse 0) und endet im Alter von ca. 12 Jahren mit der Sitzerhöhung (Klasse III). In der Regel sind die Klassen dem Gewicht der Kids zugeordnet, aber in den meisten Fällen wechselt man schon zur nächsthöheren Klasse, bevor man die Gewichtsobergrenze erreicht hat. So sind z.B. die meisten Babyschalen bis zu einem Gewicht von 13 kg zugelassen, aber kaum jemand lässt sein Kind länger als 12 Monate darin sitzen.

Welche Kindersitze gibt es überhaupt?

*Richtwerte

• Klasse I ab 9 kg bis 18 kg Es darf in Fahrtrichtung oder entgegen der Fahrtrichtung gefahren werden

• Klasse 0+ Gewicht bis 13 kg Sitz wird entgegen der Fahrtrichtung gefahren

Natürlich sind die Kosten für viele Eltern bei der Kaufentscheidung ein wichtiger Faktor. Und natürlich fällt man erst einmal fast vom Stuhl, wenn man bei Preisen um die 300-600 Euro landet. Während bei wirklich vielen Dingen nicht unbedingt das Teuerste das Beste ist, geht es hier nunmal um die Sicherheit unserer Lieblinge. Und weil im Straßenverkehr jederzeit etwas passieren kann, gilt hier: Safety first. Also bitte nicht an dieser Stelle sparen, sondern wirklich – am besten mit dem Kind vor Ort als Probesitzer – gut beraten lassen und lieber etwas tiefer in die Tasche greifen… Übrigens, der Preis für den REBL liegt wie andere Reboarder seiner Art bei 549,95 Euro und ist seit April 2016 im Handel erhältlich.

Die Kostenfrage

Ab 2018 gilt: Alle Babys bis zum 15. Lebensmonat müssen rückwärtsgerichtet fahren. Die aktuelle Empfehlung lautet sogar, dass Kinder bis vier Jahre entgegengesetzt der Fahrtrichtung fahren sollen. Doch es gibt nicht wenige Kinder, die nach dem zweiten Geburtstag einfach nach vorne schauen wollen! Und nach hinten gerichtet Wutanfälle bekommen. Und das ist auch einigermaßen verständlich, denn wer würde während einer langen Autofahrt immer nur den Sitz anstarren oder in den Himmel glotzen wollen? Beschäftigt man sich aber mit dem Thema, den Unfallstatistiken und den Risiken, kann man gar nicht anders, als das Kind so lange wie möglich entgegen der Fahrtrichtung im Auto mitzunehmen. Und zum Glück gibt es dank Spiegel und allerlei Accessoires die Möglichkeit, dem Kind dennoch direkt ins Gesicht zu schauen. Außerdem sorgt die neue internationale i-Size-Norm (auch “Super-ISOFIX” genannt) dafür, dass die Kinder auch rückwärtsgerichtet mehr Beinfreiheit haben und höher sitzen. Und dass sich iSize nicht mehr wie bisher nach Gewicht sondern nach Körpergröße klassifiziert. Natürlich ist es am Ende immer eine individuelle Entscheidung der Eltern, aber in Sachen Sicherheit sollte man lieber keine Kompromisse eingehen! Und genau aus diesem Grund haben wir uns auch für den Nuna REBL entschieden!

Reboarder & iSize

• Klasse III ab 22 kg bis 36 kg Klasse III-Sitze sind Sitzerhöhungen

• Klasse II ab 15 kg bis 25 kg ab dieser Klasse wird in der Regel in Fahrtrichtung gesessen

Sitzklassen* in der Übersicht: • Klasse 0 Gewicht bis 10 kg Sitz wird entgegen oder quer zur Fahrtrichtung gefahren

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WENN’S MAL WIEDER SCHNELL GEHEN MUSS Kochen mit und für Kinder ist nicht immer ganz so einfach. Doch genau das wollen wir! Deshalb haben wir heute gleich z wei Geheimtipps, wie wir Eu ch d en A llt ag l eicht er m a ch en kö nn en: Leb ensmit t e l n a ch H aus e b e s t e l l e n b e i „ g e g e s s e n w i r d i m m e r. d e“ u n d R e z e p t e a u s d e m “M am a - Ko c hb u c h” von H ann ah Wo lja S c hmit z.

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Für 4 Personen 750 g geschälte und gekochte Kartoffeln (mehlig kochend) 200 g Mehl 1 Ei, verschlagen 80 g Butter 2 Birnen Birnenmus (oder Birnenkompott selber machen) Salz Salbei-Blätter


Und so geht‘s: • Kartoffeln kochen, anschließend gut durchstampfen. Mehl und Ei dazugeben und mit der Gabel einarbeiten. • Anschließend alles mit den Händen verkneten, bis sich alles verbunden hat. Den Teig in 8 Teile teilen und zu einer langen 1,5 cm dicken Rolle formen. Diese in 2,5 cm lange, mundgerechte Gnocchi zerschneiden, mehlen und bereitstellen. • In einer Pfanne Butter zerlassen und Birnenspalten 2 Minuten pro Seite bei mittlerer Hitze goldbraun anbraten und auf einem Teller zur Seite stellen. Salbeiblätter in der restlichen Butter bei mittlerer Hitze knusprig braten. • In leicht gesalzenem, kochendem Wasser die Gnocchi gar kochen, bis sie oben schwimmen. Die Gnocchi anschließend in die Pfanne mit dem Salbei geben und kurz durchschwenken. Mit Birnenmus und angebratenen Birnen anrichten. Tipp: Für Kleinkinder einfach den Salbei weglassen!

Vor fünf Jahren startete der Onlineshop für ökologische Lebensmittel unter dem Namen deinBiogarten.de mit dem Schwerpunkt Bio-Obst und -Gemüse. Vier Jahre später wurde das Konzept erweitert und der neue Shop GEGESSEN WIRD IMMER gegründet. Das Portfolio wurde um eine ganze Anzahl an Lebensmitteln erweitert. Von Brot, über Molkereiprodukte, Wurst, bist hin zur Konfiserie, Tee, Kaffee und Feinkost – es gibt kaum etwas, das es nicht gibt. Und dennoch gilt immer noch: Qualität steht an erster Stelle und wird vom Team persönlich getestet. Und ganz ehrlich: Wo gibt es das eigentlich noch außer auf dem heimischen Wochenmarkt? We like it!!! www.gegessenwirdimmer.de

Hannah Wolja Schmitz ist eine geborene Genießerin, die den Pragmatismus des Kochens mit ordentlich Ästhetik würzt. Noch während ihres Grafikdesignstudiums gewann die Tochter einer Japanerin und eines Rheinländers Kochshows wie das ‚Perfekte Dinner‘, ‚Unter Volldampf‘ oder ‚Kochchampion‘, zog mit ihrem Mann nach New York und mit dem ersten Kind zurück nach Europa. Heute kocht, probiert, fotografiert und lebt Hannah glücklich mit ihrer Familie in Zürich, was sie in ihrem “Mama-Kochbuch” (Callwey Verlag) mit der ganzen Welt teilt. Auf www.mummy-mag.de findet Ihr ein Interview mit Hannah.

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Welto courome

bakery

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Fotostudio: Studio Lichthaus, München

Models: Lena, Lillian, Marie-Sophie, Theresa c/o casting family

Haare & Make-Up: Maria Mutz c/o fame agency

Stylistin: Amie Brennan c/o fame agency

littleschneiderphotography.de c/o bascha kicki photographers

Fotografin: Christine Schneider

Wir haben für diese Ausgabe mit vielen Müt tern darüber gesprochen, was sie glücklich macht. Zeit mit ihren Kindern zu verbringen, gehört zu den Antworten wie das Mehl in den Kuchen.

Tee: Bobochoses @ zuckerschnuerl.neueshop.com Trousers: Imps&elfs @ stadtkind-muenchen.de Socks: Stylists own


35 Tee: American Apparel Skirt: Bobochoses @ zuckerschnuerl.neueshop.com Socks: Stylists own Navy dress: COS

Dress: FUB@ stadtkind-muenchen.de Socks: Stylists own

Tee: American Apparel Trousers: Bobochoses @ zuckerschnuerl.neueshop.com Socks: Stylists own

Tee: Zara Shorts: American Apparel Socks: Stylists own


Dress: FUB @ stadtkind-muenchen.de Tee: American Apparel Skirt: Bobochoses @ zuckerschnuerl.neueshop.com All socks: Stylists own Mini kitchen utensils: stadtkind-muenchen.de

Dress: NADADELAZOS @ stadtkind-muenchen.de

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Tee: Bobochoses @ zuckerschnuerl.neueshop.com

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Vom ganz besonderen

Glück Wir a ll e g e h e n d u rc h H ö h e n u n d Tie f e n. Manche haben kur vigere Wege als andere. Saskia Borcherts Familienglück ließ lange auf sich warten und kam dann fast im Doppelpack…

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Fotos: Jules Villbrandt / Mama-Styleguide

Saskia, du hast früher bei der Vogue gearbeitet. Jetzt legst du die Klamotten deiner Jungs zusammen. Wie fühlt sich das an? Gut. Wir genießen die Zeit zusammen, das morgendliche „Wachkuscheln“ im Bett oder auf der Couch, wenn ich die Jungs aus der Kita abhole und dann mit beiden im Kinderwagen nach Hause schlendere. Oder wenn wir bei uns im Hof sind. Da können die Jungs ein bisschen rumsausen, im Sandkasten spielen oder mit dem Roller oder Bobby Car fahren. Und natürlich auch den Moment, wenn beide Jungs abends in meinem Arm einschlafen. Diese Ruhe und Nähe, die dann entsteht, das ist einfach ein unglaublich schönes Gefühl und berührt mich immer wieder.

die Möglichkeit und die Zeit, ganz pur, zu zweit mit unserem kleinen Levi zusammen zu sein. Ihn einfach nur anzuschauen, zu staunen, mit ihm zu kuscheln, ihn lieb zu haben. So sind wir in unserem Familienzimmer im Krankenhaus, unserer “Insel”, zu einer kleinen Familie zusammengewachsen. Und für uns war nur wichtig, dass es Levi gut geht, wir waren froh, dass er gesund ist, keine Organfehler hat und somit keine OP brauchte. So war für uns irgendwann das Ergebnis des Gutachtens eigentlich nicht mehr wichtig (und eigentlich kannten wir das Ergebnis schon). Wichtig war nur, zu wissen, das ist unser kleiner Levi, der uns braucht, den wir lieben und der uns schon damit so glücklich gemacht hat, weil er bei uns ist.

Bei eurem ersten Sohn, Levi, wurde kurz nach der Geburt Trisomie 21 – auch Down Syndrom genannt –, attestiert. Wie war das damals für euch? Wir hatten überhaupt nicht damit gerechnet. Und als Levi mit Trisomie 21 auf die Welt kam, war es schon erst mal ein Schreck. Ich habe die ersten Stunden und Tage wie in einer Blase in Erinnerung. Einerseits ganz klar und deutlich und andererseits verschwommen, vage. Wir mussten ein paar Tage auf das molekularzytogenetische Gutachten warten. Das war für uns erstmal hart, weil wir natürlich so schnell wie möglich Gewissheit haben wollten. Andererseits gab es uns

Bei Levi hat es lange gedauert bis du schwanger wurdest. Die Schwangerschaft mit Elijah folgte unverhofft kurz darauf, wie groß war die Freude, aber auch die Sorge? Wir fanden den Gedanken schön, wenn unsere Kinder zeitlich nicht weit auseinander geboren werden. Als wir dann 9 Monate nach Levis Geburt die positiven Schwangerschaftstests (ich habe gleich zwei gemacht, weil ich es erst nicht glauben konnte, als der erste Test gleich positiv war) in der Hand hatten, haben wir uns unglaublich gefreut! Wir konnten es gar nicht fassen. Den Rest des Tages verbrachten wir in einer Art Schwebezustand, irgendwie neben uns, es fühlte sich


noch surreal an. Sorgen kamen eher darüber auf, wie wir das jetzt mit zwei so kleinen Kids alles packen. Ich hatte ja gerade erst abgestillt und Levi war noch so klein. Steffen und ich sprachen ein- oder zweimal darüber, ob wir pränatale Untersuchungen machen würden und kamen aber zu dem Entschluss, gar keine machen zu lassen. In der Schwangerschaft mit Levi hatten wir eine Nackenfaltenmessung machen lassen. Diese war nicht auffällig. Um sicher zu sein, hätten wir eine Amniozentese machen müssen, das kam damals schon nicht für uns infrage und dieses Mal auch nicht. Wir waren froh, dass wir bei Levi nichts vor der Geburt wussten und wir eine unbeschwerte Schwangerschaft erleben konnten. Wir hätten uns sonst bestimmt unnötige Sorgen damals gemacht und das wollten wir auch dieses Mal nicht. Wenn wir noch ein Kind mit einer Behinderung bekommen sollten, dann hätte das so sein sollen. Wir freuten uns einfach auf dieses Kind, was so unglaublich schnell zu uns kommen wollte!

Beispiel, dass er nicht einfach über die Straße laufen kann, wenn er seinen Papa auf der gegenüberliegenden Seite sieht. Dass er nicht seinen iPod aus dem 3. Stock ins Treppenhaus werfen soll oder in die Toilette. Auch dass er lernen muss zu warten und dass nicht alles was

Was für Hürden stellt euch der Alltag mit Downkind? Wir haben vor zwei Jahren die Pflegestufe für Levi bei der Pflegekasse beantragt. Die Pflegestufe wurde uns zwei Mal abgelehnt, nachdem wir zwei Mal eine Gutachterin des MDK bei uns zuhause hatten. Jedes Mal haben wir Einspruch eingelegt. Schlussendlich mussten wir uns eine Anwältin nehmen, die dann für uns mit dem Fall vor das Sozialgericht ging, mit dem Ergebnis, dass uns jetzt – nach einem weiteren Gutachtertermin zuhause – endlich Pflegeleistungen der erhöhten Pflegestufe 1 gewährt wurden. Diese ganze Prozedur hat uns sehr viel Energie und Zeit gekostet, doch wir wollten nicht aufgeben und uns nicht unterkriegen lassen, denn das ist es, worauf die Kasse hofft. Auch wenn Levi noch nicht so viel spricht, versteht er alles und kann sehr gut deutlich machen, was er möchte und was nicht. Trotzdem gibt es Dinge, die bei ihm einfach irgendwie nie anzukommen scheinen. Wie zum

er möchte sofort geschieht. Oder er den Ball nicht über den gedeckten Tisch werfen soll. Wir müssen Levi viele Sachen einfach anders erklären, öfters wiederholen. Wir werden kreativ darin, immer wieder neue Versionen zu finden, wie wir ihm etwas erklären. Und es macht uns einfach froh, wenn Levi es irgendwann verinnerlicht hat. Genauso frustriert es auch, wenn etwas einfach nicht bei ihm ankommen mag. Umso mehr freuen wir uns dann mit ihm, wenn es Highlights zu feiern gibt. Im Moment spricht er sehr schnell neue Wörter nach und das kommt oft so überraschend, dass wir richtig geflasht sind. Oder ein großes Pipi oder Kaka ins Töpfchen, da feiern wir alle im Badezimmer! Inwiefern unterstützt dich der Daddy? Unglaublich. Steffen ist immer da. Er geht so früh wie er kann zur Arbeit, damit er früh wieder nach Hause zu uns kommen kann, um mich zu unterstützen und so viel

"Wir hatten ueberhaupt nicht damit gerechnet als Levi mit Trisomie 21 auf die Welt kam.“

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Zeit wie möglich mit den Jungs zu verbringen. Vor allem im ersten Jahr nach Elijahs Geburt war das ungemein wichtig für mich und hat mich sehr gestützt. Levi war auch noch klein und ich musste beide noch viel tragen. Es war körperlich und geistig sehr anstrengend und ich war immer froh, wenn Steffen da war und ich nicht alles alleine machen musste. Steffen ist ein Papa, der präsent ist und mitmacht. Und dazu noch der beste Koch. Die Jungs springen sofort auf und rennen zu ihrem Papa, wenn er durch die Tür kommt. Erziehungsfragen besprechen wir zusammen. Natürlich bin ich zeitlich doch mehr mit den Jungs zusammen und bin als Mama auch eher öfters für die „unangenehmen“ Sachen, wie vielleicht Nägel schneiden zuständig. Im Moment bin ich die HauptFamilienmanagerin. Wenn ich mal krankheitsbedingt ausfalle, ist es für ihn selbstverständlich, dass er für uns da ist.

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Und wie schafft ihr das ohne Großeltern in der Nähe? Unsere Familie ist nicht hier in München, aber trotzdem immer für uns da und wir haben ein sehr vertrautes Verhältnis. Wir sehen uns sehr regelmäßig, so dass sich die Jungs nicht erst an ihre Großeltern, Tante und Onkel gewöhnen müssen. Als Levi geboren wurde und wir erfuhren, dass er das Down Syndrom hat, haben wir von keinem ein Zögern oder ähnliches empfunden, sondern ihre Arme waren sofort weit geöffnet, um uns drei zu umarmen und als neue kleine Familie zu begrüßen und alle haben sich über ihren ersten Enkel/Neffen unheimlich gefreut. Als Levi seine erste und zweite Lungenentzündung hatte und wir mit ihm längere Zeit im Krankenhaus waren, war meine Mama da. Es war für mich eine unheimlich große Hilfe, zu wissen, dass Elijah gut aufgehoben war, Steffen wieder arbeiten gehen konnte und ich auch mal abgelöst wurde. Das geht nur mit sehr großem Vertrauen und flexiblen Großeltern. Was ich mir also wirklich wünschen würde, wäre, dass wir zumindest mit einem Teil der Familie (Oma, Opa, Tante oder Onkel) in einer Stadt leben würden und sich dadurch eine Routine entwickeln würde. Oder auch in Notfällen einfach klar ist, da ist auch noch Familie da, die mit einspringen kann und man muss nicht immer alles alleine (Mama und Papa) stemmen. Aber da weder wir wieder nach Karlsruhe, noch Steffens oder meine Eltern oder Geschwister nach München ziehen werden, wird das wohl eher nichts. Wir versuchen jetzt gerade mit einer guten Babysitterin einen Nachmittag in der Woche zu basteln, wo wir mal wieder ein paar Stunden nur für uns als Paar haben. Das ist manchmal gar nicht so einfach, aber unglaublich wichtig, auch für die Kinder... Wie wichtig ist dir beruflicher Erfolg? Im Moment bin ich noch in Elternzeit, insgesamt bald 5 Jahre. Ich wusste, dass ich nicht direkt nach einem Jahr wieder arbeiten gehen will, weil ich den Break gebraucht habe und mein Kind erleben wollte und bewusst das MamaSein erleben wollte. Als dann Elijah so schnell hinterher kam, war es für mich aber gar kein Problem, weiterhin zu Hause zu bleiben. Ich habe direkt zwei weitere Jahre Elternzeit genommen. Ich habe die Zeit sehr genossen und bin dankbar dafür, dass ich nicht das Gefühl haben muss etwas Wichtiges im Aufwachsen meiner Kinder zu verpassen. Und die anstrengenden Momente?

Natürlich war die erste Zeit sehr anstrengend. Heute sind die Jungs gefühlt etwa gleich alt. Es kommt mir manchmal vor, als hätte ich Zwillinge. Und doch sind sie so unterschiedlich. Levi entwickelt sich in seinem ganz eigenen Tempo, ihm müssen wir einfach vieles viel öfter erklären. Elijah ist in allem sehr schnell und redet schon viel und sehr deutlich und er diskutiert wie ein Großer. Aber sie werden älter und immer selbstständiger und ich bekomme langsam wieder die Ruhe dafür, daran zu denken, dass ich auch gerne wieder arbeiten würde. Nicht mehr „nur“ Mama sein, auch mal wieder was anderes machen. Aber auch deshalb, weil ich merke, dass es mir gut tun würde und auch meiner Familie, wenn ich mich wieder auch mit anderen Dingen beschäftige.

Wie und wann hast du entschieden, nicht mehr zur Vogue zurückzugehen? Es war eher so, dass ich, als ich in den Mutterschutz ging, dachte, ich gehe vielleicht nie wieder zurück. Aber nachdem ich den Abstand bekommen hatte und mir bewusst wurde, dass ich die Modebranche doch sehr mag , so oberflächlich sie vielleicht manchmal sein mag, merkte ich doch, dass ich einen festen Job nicht so einfach gehen lassen wollte. Da aber bisher keine meiner Kolleginnen in der Moderedaktion vor mir Kinder bekommen hatte, gibt es kein Vorbild und wir müssen jetzt erst mal sehen, wo und wie ich nach der Elternzeit wieder einsteigen kann. Viel reisen und Überstunden machen wie früher, kann und möchte ich nicht mehr, aber ich bin guter Dinge, dass ich zusammen mit meiner Chefin und meinen Kolleginnen eine Lösung finden werde. Was würdest du beim nächsten Mal anders machen? Eigentlich nichts. Alle Entscheidungen, die wir getroffen haben, haben schlussendlich dazu geführt, dass ich echt glücklich bin. Ich habe zwei großartige Kinder, einen super Mann, tolle Freunde, wohne in einer schönen Stadt, wo wir uns als Familie wohlfühlen und habe eine Familie, die uns liebt und für uns da ist. Klar war es anfangs mit zwei so kleinen Jungs so nah aufeinander kein Zuckerschlecken, aber schon jetzt merke ich, wie toll es für die beiden ist, dass sie jetzt so viel miteinander machen können. Sie sind echt beste Kumpels und das ist so schön zu erleben! Und wir haben eine Menge Spaß!


GO FOR A WALK

Luise Müller-Hofstede und Karolin Langfeldt erleben gemeinsam seit knapp acht Jahren allerlei Abenteuer: Sie haben sich mit w w w.f ro m b e rl i n t o.c o m s e l b s t s t ä n d i g g e m a c h t, w e i l s i e d a s Re i s e n verbunden hat und haben anschließend zusammen eine Agentur für Reise- und Lifest yle Content gegründet. Gemeinsam haben sie die Welt entdeckt, doch das vielleicht größte Abenteuer steht ihnen genau j e t z t b e v o r: B e i d e w e rd e n d i e s e n S o m m e r z u m e r s t e n M a l M u t t e r. Zeit f ü r ein e n #m u m my t a l k ü b e r Er w a r t u n g e n, A n si c h t e n u n d Reis e n...

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Camilla: Die Frage, die Ihr wahrscheinlich ständig hört, platzt förmlich aus mir heraus: habt Ihr eigentlich geplant gemeinsam schwanger zu werden? Luise: Ich weiß noch, dass wir genau ein einziges Mal darüber gesprochen haben. Wir waren im Januar 2015 in Verona und haben auf der Piazza gesessen und Aperol Spritz getrunken. Wir hatten über Silvester gesprochen und ich habe Karo gefragt, ob sie sich etwas vorgenommen hat. Und Du, Karo, meintest, dass Du Dir schon vorstellen könntest, schwanger zu werden. Saskia: Und da hast Du gesagt: “Ich bin dabei!“ Luise: So ähnlich. Nein, ich glaube ich habe gesagt „Ja super!“ und damit hatte sich das Thema quasi erledigt. Wir haben erst wieder darüber gesprochen, als ich Karo gesagt habe, dass ich schwanger bin. Da war sie es auch schon, wusste es aber noch nicht. Camilla: Das erinnert mich irgendwie an uns, Saskia. Wir hatten vor unserem Thailandurlaub telefoniert und Du meintest, dass ich sicherlich im Urlaub schwanger werde und dann genau wie Du noch knapp vor meinem 30ten Geburtstag Mama werde. Und ich hatte noch großspurig entgegnet „Spinnst Du, auf keinen Fall!“. Und natürlich wurde ich dann im Urlaub schwanger. Saskia: Also dann bin ich ja ein bisschen der Grund, dass es Helene gibt. Ich habe Dir das wahrscheinlich indirekt in den Kopf gesetzt. (lacht)

Camilla: Und eure Männer? Luise: Ja, also mein Mann ist Schauspieler, das können wir ganz gut planen. Und Karo hat das mit ihrem Mann alles schon organisiert. Saskia: Das Thema unserer Ausgabe heißt diesmal “Happiness”. Was macht Euch glücklich? Luise: Also klar, die Vorfreude auf das Baby wächst und wächst, aber noch ist das ziemlich fiktiv. Also kann ich das nicht klassisch beantworten mit dem „Kind in meinem Bauch“. Camilla: Ihr bekommt ja beide Mädchen – erfüllt Ihr überhaupt eins der Klischees? Schlechte Haut? Schlechte Haare? Übelkeit? (beide lachen) Luise: Nein, wir sind tatsächlich zwei super langweilige Schwangere. Und ich bin dazu noch voller Glückhormone! Karo: Ja, ich bin auch wahnsinnig glücklich. Ob sich das mit dem Glück seit der Schwangerschaft irgendwie potenziert hat, kann ich gar nicht sagen. Das ganze letzte Jahr war einfach superschön. Saskia: Und generell im Leben, abgesehen vom hormonell betäubten Mama-werden-Moment? Karo: Ich glaube für mich, dass das keine großen Momente oder KONKRETE Ereignisse sind, die mich besonders glücklich machen.

„Ich würde Glück auch eher als Moment beschreiben, nicht als Gesamtzustand.“ 42

Camilla: Aber sagt mal, seit wann seid Ihr denn eigentlich befreundet? Karo: Seit etwa 10 Jahren. Am Anfang war das eher so, dass man sich ab und zu mal irgendwo über Freunde getroffen hat. Luise: Genau, aber ein guter Freund hat das ganz stark vorangetrieben und meinte, dass wir unbedingt mal zu dritt einen Kaffee trinken müssen, weil er glaubt, wir würden uns gut verstehen. Saskia: Dann wurdet Ihr also verkuppelt. Karo: Ja, genau. Wir waren dann zu dritt einen Kaffee trinken und wir haben uns danach immer öfter getroffen – auch ohne Norman. Camilla: Ihr habt zusammen eine Agentur, seid aber auch wahnsinnig viel gereist... Karo: In den letzten zwei Jahren sind wir nicht mehr so viel gereist. Ich würde sagen, das macht inzwischen nur noch 30 Prozent unserer Arbeit aus. Camilla: Und vorher? Caro: Da waren wir schon alle zwei Wochen weg, oft auch vier Wochen am Stück. Das konnte durchaus anstrengend sein - von Riga nach Helsinki nach Russland nach Johannesburg und dann noch nach Marrokko. Luise: Du kannst das Reisen dann am Ende kaum noch genießen, weil Du einfach nicht die Zeit hast, die ganzen Eindrücke zu verarbeiten. Und wenn Du gerade bei unter null Grad an der russischen Grenze warst und dann in den Hochsommer nach Marokko fliegst, ist das wirklich extrem. Camilla: Ihr seid selbstständig – habt Ihr eine Elternzeit geplant? Luise: Ja, beide, zumindest ist so der Plan.

Oft sind es kleine Momente, in denen man vielleicht mal kurz etwas Zeit und Ruhe hat, raustritt aus dem Leben und sieht, wie schön und perfekt das Leben gerade ist. Das kann einfach ein Moment auf dem Sofa sein, wenn man über den Tag nachdenkt oder auf dem Balkon steht und die Blumen blühen. Oder aber auch ganz konkret in einem spannenden Moment, wenn man am Strand entlangläuft oder eine neue Stadt entdeckt. Da bekommt man einen richtigen Adrenalinstoß. Das ist Glück. Luise: Bei mir ist es eigentlich auch so. Der Frühling kickt mich gerade total. Ich würde Glück auch eher als Moment beschreiben, nicht als Gesamtzustand. Ein blühender Magnolienbaum, hier mit Euch in der Sonne zu sitzen. Das sind alles glückliche Momente. Und auf die Schwangerschaft bezogen: wenn ich ruhige Momente habe und das Kind auch schon so richtig spüre, das ist dann Glück. Camilla: Aber um nochmal aufs Reisen zurückzukommen – das hat schon auch viel mit Glück zu tun, oder? Luise: Ich glaube, Du kannst natürlich auch Glück verspüren, wenn Du nicht reist, aber es sensibilisiert Dich schon für das Besondere. Oder es gibt Dir die Distanz, auf das zu schauen, was Du eigentlich im Leben hast. Karo: Auch nach einer Reise nach Hause zu kommen ist etwas ganz Besonderes. Wenn Du kurz rausgerissen wirst und dann wiederkommst und Dein Leben, Dein Kiez, Deine Freunde, Deine Familie betrachtest und denkst „Eigentlich ganz schön geil!“. Saskia: Ich denke auch, dass das viele berufliche Reisen einen gewissen Abstand zu alltäglichen Dingen bewirkt, der einem das Bewusstsein schärft. Da verspürt man eine große Dankbarkeit für das, was man hat. Luise: Ich glaube, das ist auch der Gedanke hinter dem Spruch „Jeder ist seines Glückes Schmied!“, denn die Frage ist doch “was hat man eigentlich für eine Haltung zu den Dingen, wenn man sie sich wirklich bewusst macht?” Auch, oder vielleicht gerade wenn es


einem schlecht geht, sollte man die Dinge alle mal in Relation setzen und mal kurz einen Reality-Check machen. Oft merkt man dann, dass man ziemlich glücklich ist, selbst wenn gerade einzelne

Dinge nicht so laufen, wie man es sich vorstellt. Ich denke, Glück ist letzendlich eine Frage der Haltung und Perspektive. Camilla: Genau, darauf wollte ich hinaus. Auf meinen Reisen habe ich oft viele Dinge gesehen, die mir wieder vor Augen geführt haben, wie gut es mir eigentlich geht und welches Glück ich im Leben eigentlich habe. Natürlich hat jeder sein Päckchen zu tragen und jeder ist auch mal unglücklich, besonders im Alltag. Aber wenn man das dann, genau wie Du sagst, Luise, in Relation setzt, ist es meistens alles gar nicht so schlecht, sondern eigentlich ziemlich gut. Karo: Oder dass man, wenn man über längere Zeit unzufrieden ist, doch die Chance hat, das in etwas Posititves umzuwandeln. Vielleicht ist es die Arbeit, die Beziehung, eine Freundschaft, die man reflektieren muss. Dann ist Unzufriedenheit auch nicht nur etwas Schlechtes, sondern auch der Antrieb, etwas zu verändern, was einen dann auch wieder ins Glück bringt. Saskia: Fällt Euch spontan ein besonders glücklicher Moment von Euren Reisen ein, den ihr nicht mehr vergesst? Luise: Das ist wirklich schwer, weil wir so viele Reisen gemacht haben und jede auf ihre besondere Weise schön war. Ich muss aber sagen, dass die Reisen, die von besonders vielen glücklichen Momenten geprägt waren, immer mit der Natur verbunden waren. Zum Beispiel sind wir mit einem 70er Jahre Camper-Van in Wales unterwegs gewesen. Der gelbe Camper hieß Harmony und da waren wir gefühlt die gesamte Zeit auf Endorphinen. Wie auch in Südafrika, Finnland, Schweden – immer wenn wir in ungewohnte Situationen geschmissen wurden, nichts durchgetaktet war. Wir waren in den aufregendsten Städten, den tollsten Hotels, den besten Restaurants und das macht natürlich riesig Spaß. Aber das

waren nie die Momente, an die wir sehnsüchtig zurückdenken würden. Karo: Ja, wir sind zwar schon zwei echte City-Girls und leben supergerne in der Stadt. Aber am besten für uns ist wirklich, wenn man uns da rausreißt, uns alle Versuchung nimmt, wie Shops, Bars, Restaurants und ins echte Abenteuer schmeißt. Saskia: Vielleicht ist es ja auch der Kick dieser neuen Herausforderung? Karo: Ich glaube, es ist eine Mischung aus dem Unbekannten, dem Unkomfortablen und dem Verzicht auf etwas, für das man dann auf besondere Art und Weise belohnt wird. Luise: Es ist auf der einen Seiten sicherlich auch das Aufregende, aber vielmehr war es das Runterbrechen auf das ganz Einfache. Wenn etwas ganz einfach war, waren wir am glücklichsten. Zum Beispiel die Käsestulle nach der sechsstündigen Kanu-Tour ist mir mehr in Erinnerung geblieben als jedes 3-SterneRestaurant in London. Camilla: Das unterschreibe ich sofort. Luxus und materielle Dinge bringen natürlich Freude, machen Dich aber nicht nachhaltig glücklich. Bei mir waren das auch immer viele Reisemomente, weil ich da durchatmen und wirklich genießen konnte. Luise: Ja, ich glaube, deshalb haben Karo und ich uns auch entschlossen, gemeinsam zu reisen und das beruflich zu machen. Weil wir genau das auf unserer ersten Reise beherzigt haben und das Glück so wirklich erlebt haben. Dieser Fokus hat uns von Anfang an verbunden.

43 Saskia: Ich muss noch mal nachhaken bei diesem NaturBezug, denn Ihr würdet trotzdem immer bevorzugen in der Stadt zu wohnen, stimmt’s? Karo und Luise: Ja! Saskia: Das macht Eure positiven Erfahrungen von Reisen in der Natur umso interessanter, finde ich. Luise: Also wir sind schon beide total urban, lieben Städte und die Möglichkeiten dort und waren auch von vielen Städtetrips mega gekickt, gerade wenn man beispielsweise in New York ankommt.

„Wenn etwas ganz einfach war, waren wir am glücklichsten.“ Saskia: Ihr macht ja sehr vieles gemeinsam. War da trotzdem mal der Gedanke, ob es sinnvoll wäre, sich mit dem Kind abzuwechseln? Karo: Also wir haben schon mal drüber gesprochen, ob das jetzt gut oder schlecht ist – da waren wir aber schon beide schwanger. Aber gerade was unsere Arbeitsbeziehung ausgemacht hat in den letzten sechs Jahren, waren wir eigentlich immer auf derselben Welle. Am Anfang wollten wir möglichst viel Spaß haben und möglichst viel reisen, Geld war total nebensächlich. Dann kam die Phase, in der wir auch mal gerne mehr Geld verdienen wollten und dafür auf manche Reisen verzichtet haben. Dann kam noch mal so ein Power-Push, bei dem wir beide mega businessorientiert


waren und jetzt ist es schön, auch diese neue Phase gemeinsam zu erleben. Ich glaube, es wäre schwieriger geworden, wenn nur eine schwanger wäre und die andere noch auf der BusinessWelle reiten würde. Luise: Was uns beide auch verbindet, ist das Grundvertrauen in die Dinge. Wir haben im Grunde nie etwas im Voraus wirklich geplant, sondern bei uns lief bisher alles ziemlich in einem Flow. Und was die Zukunft betrifft? Ich glaube, wir schauen einfach mal und lassen alles auf uns zukommen. Karo: Genau, wir werden sehen wie es sich entwickelt und dann werden wir darauf reagieren. Gewisse Dinge kann man ja eh nicht beeinflussen. Saskia: Und plant Ihr schon Reisen mit Kindern? Luise: Klar, das werden wir auch früher oder später machen. Gemeinsam. Camilla: Na etwas Besseres kann Euch da auch nicht passieren! Saskia reist ja auch immer im Sommer mit Freunden, die ebenfalls drei Kinder haben. Die Kids lieben es und die Eltern haben füreinander Verständnis. Man sitzt halt im selben Boot! Aber das ist ja auch so schön. Ich bin ja fest davon überzeugt, dass jede Mama mindestens eine Mama mit einem Kind im gleichen Alter

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„Wir haben bei vielen Dingen dieselben Ansichten und dasselbe Grundverständnis, wie was zu funktionieren hat.“ braucht, besonders am Anfang. Einfach weil man die Bedürfnisse der anderen so sehr versteht – und ich glaube, genau das ist dann auch für das Reisen so schön. Klar, es ist anders, aber nicht weniger aufregend. Luise: Ja, und ich glaube unsere Ehemänner wären auch nicht unsere Ehemänner, wenn nicht davon auszugehen wäre, dass sie uns da auch unterstützen. Also uns auch davon ziehen lassen, sofern wir das dann möchten. Saskia: Habt Ihr eigentlich ein bestimmtes Mutterbild vor Augen? Oder was habt Ihr bisher über Mütter gedacht? Und hat sich das vielleicht schon mit der Schwangerschaft geändert? Luise: Also das ist jetzt schwer, politisch korrekt auszudrücken. Abgesehen davon, dass wir aus einem extrem kinderarmen Freundeskreis kommen und wir ja quasi jetzt zur ersten Welle gehören. Deshalb beruht das jetzt gar nicht auf Erfahrung – die Mutterrolle ist immer noch sehr fiktiv. Früher war das einfach sehr weit von unserem Leben entfernt, damals war die Vorstellung einfach nicht mit unserem Leben vereinbar. Mittlerweile als angehende Mutter würde ich sagen, dass Mütter auf gar keinen Fall langweiliger sind. Der Spaß hört nicht auf, er wird einfach ein anderer. Karo: Wir haben bisher erst zwei Freundinnen, die Kinder haben und als die schwanger waren, hat man zwar nachgefragt, wie es denen geht, aber so richtig nachvollziehen, was bei denen passiert, kann man das als “Nicht-Mutter” nicht. Es ist einfach eine Welt, in die man sich überhaupt nicht reinfühlen kann... Saskia: Genau das finde ich so spannend. Die Zeit, in der man noch gar keinen Einblick hat in die Sache und was man gerade

dann über das Elternsein denkt. Ich fand das beispielsweise immer einfach toll, aber viele haben da ja verschiedene Gedanken wie „Oh Gott, ich werde dann ja soundso“ oder “So möchte ich aber nicht werden...” Karo: Ich finde, es gibt ja ganz unterschiedliche Mütter. Da sind Mütter, die ich ziemlich cool finde und dann gibt es wieder welche, bei denen ich mir denke, so möchte ich AUF GAR KEINEN FALL sein – aber am Ende macht man wahrscheinlich genau die gleichen Fehler. Camilla: Oh ja, das kann ich unterschreiben. Ich hatte wirklich sehr viele Vorstellungen, wie sich Dinge entwickeln, wie ich sein werde, wie unser Leben aussehen wird. Und war dann völlig überrascht davon, dass viele Dinge doch komplett anders sind bzw. sich viele Vorstellungen verändern, weil man eine ganz andere Perspektive bekommt. Luise: Also davor habe ich ehrlich gesagt ein bisschen Angst. Aber ich merke ja jetzt schon, was die Hormone so mit einem machen und denke dann, dass ich von vielen Dingen gar nicht mehr so weit entfernt bin. Saskia: Ja, man wächst halt in dieses Mutterwerden so rein, das ist ein Prozess, genau wie Karo gesagt hatte. Die erste Phase in der Schwangerschaft bis zur Geburt – da wird man schon neun Monate lang gedanklich irgendwie fokussierter – und dann die zweite Phase, wenn das Kind da ist. Ich bin jetzt schon über sieben Jahre Mutter und für mich ist das immer noch ein ständiger Prozess, auch mit jedem weiteren Kind. Camilla: Ja, die Kinder verändern sich ja auch ständig. Saskia: Genau, die Kinder werden mehr und mehr zu eigenen Persönlichkeiten, denen man natürlich auch den nötigen Respekt entgegen bringen muss. Und auch das verändert das Muttersein und einen selbst ständig. Und auf all das wird man in der Schwangerschaft schon vorbereitet und man fängt an, Dinge auch einmal mit anderen Augen zu sehen. Karo: Bei mir hat sich auch schon sehr viel verändert. Ich habe beispielsweise heute einen ganz anderen Blick auf meinen Kiez als vorher. Camilla: Absolut. Ich bin sofort auf Wohnungssuche gegangen, als wir den ersten Schock vom Schwangerschaftstest verdaut hatten. Saskia: Glaubt Ihr, dass das Mutterwerden heute einen anderen Stellenwert in der Gesellschaft hat als in der Generation zuvor? Luise: Ich habe gerade öfters Gespräche mit der älteren Generation darüber, dass Schwangerschaft früher immer sehr viel mit Verstecken und Kaschieren zu tun hatte. Heute sieht man ja schon an der Mode, dass das eine ganz andere Selbstverständlichkeit angenommen hat. Heute versucht man den Bauch zu betonen und man trägt ihn stolz vor sich her. Das zeigt doch die andere Wertstellung des Schwangerseins in der heutigen Zeit. Saskia: Das ist natürlich eigentlich total positiv, aber vielleicht auch ein Beigeschmack von der Kinderarmut in Deutschland. Dass eine Schwangerschaft dadurch etwas Besonderes ist?! Karo: Meinst Du? Camilla: Aber ist es vielleicht nicht eher so, dass wir heute so viele Einflüsse aus allen Ländern und Sitten dieser Welt mitbekommen und sich dadurch grundlegend unsere Einstellung zu vielen Dingen verändert hat. Da ist dann die Schwangerschaft nur einer von vielen Aspekten. Saskia: Das hat sicherlich auch einen Einfluss. Luise: Ich denke auch. Es gibt heute solche Dinge wie MILF, es gibt Kim Kardashian, es gibt eine komplett neue Prägung. (Alle lachen über das neue Thema Kim Kardashian) Also einfach dieser Stolz, den sie propagiert hat in ihren High Heels während der Schwangerschaft. Also ich muss schon sagen, dass dieses Körperbetonte einfach zu uns herübergeschwappt ist. Saskia: Ja auf jeden Fall. Ich meine aber mehr den gesellschaftlichen


Aspekt. Luise: Ja, aber zu dieser Mode gehört ja auch die Sexualisierung einer Schwangerschaft. Das ist schon so, dass Du auch als Schwangere noch ziemlich heiß sein kannst. Ich habe, seitdem ich schwanger bin, auch nicht das Gefühl, dass mein Umfeld weniger flirty geworden ist. Camilla: Ja absolut. Ich finde aber generell, dass Schwangere einen ganz besonderen Glow haben. Eine Ausstrahlung und Anziehungskraft – die pure Weiblichkeit. Ich meine schaut Euch an! Saskia: Ja, das ist aber auch so.

„Es gibt heute solche Dinge wie MILF, es gibt Kim Kardashian, es gibt eine komplett neue Prägung.“ Camilla: Ich selbst habe das zwar gar nicht so empfunden, aber mein Freund fand mich aus irgendeinem Grund supertoll. Luise: Ja, Deine Haare werden schöner, die Brüste, die Haut. Alles wird optimiert. Camilla: Naja, das trifft auf Euch zu. Aber ehrlich jetzt, ich springe gerade auf fast jede Schwangere, weil ich das so krass schön finde. Luise: (lacht und breitet die Arme aus) Na komm schon her Camilla!!! Camilla: (kommt kuscheln) Jetzt mach Dich nicht lustig. Aber ich finde auch jede Mutter wird durch das Muttersein schöner. Voll cheesy, oder? Karo: Nein, ich glaube das Muttersein komplettiert Dich irgendwie und ergänzt Erfahrungen, die Du ohne Kind nicht machen würdest. Das ist eine Liebe, die jetzt schon mit nichts auf der Welt vergleichbar ist.

Saskia: Seid Ihr eigentlich sowas wie “beste” Freundinnen? beide: Ja! Saskia: Und hatte das irgendwann mal Auswirkung auf Eure Zusammenarbeit? Luise: Nein, eigentlich nicht. Wenn wir beruflich sehr viel Zeit miteinander verbringen, dass tritt unsere private Zeit zusammen ganz von alleine etwas in den Hintergrund. Mal mehr, mal weniger. Wir sind teilweise wie ein altes Ehepaar. Wenn wir mal genug voneinander haben, dann sitzen wir einfach nebeneinander, trinken unsere Schorle und schweigen vor uns hin. Karo: Ach, man kennt sich einfach so gut, auf so vielen Ebenen. Besonders durch die Komponente des gemeinsamen Reisens, wo man 24 Stunden am Tag miteinander verbringt und durch alle möglichen Situationen läuft, da ist einfach so ein Grundverständnis da, das man kaum für jemand anderen hat. Camilla: Ich finde aber, was Ihr da miteinander habt, ist wirklich etwas ganz Besonderes, das nur wenige Menschen so haben. Auf lange Zeit so beständig und auf einer Wellenlänge zu sein und zu bleiben. Luise: Ich glaube auch, dass ich das mit keiner anderen Freundin machen könnte, was ich mit Karo mache. Das hat nichts mit dem Grad der Freundschaft oder so zu tun, sondern einfach mit unserer Persönlichkeit und der Verbindung, die wir von Anfang an miteinander hatten. Karo: Wir haben halt bei vielen Dingen dieselben Ansichten und dasselbe Grundverständnis, wie was zu funktionieren hat. Camilla: Ich denke, das ist ähnlich wie bei einer funktionierenden Partnerschaft – bis auf den Sex. Die Intensität ist sehr ähnlich, entweder Du hast einen ähnlichen Lebensentwurf oder eben nicht. Und wenn Du ihn nicht hast, ist es ständig ein Kampf. Karo: Ja, es denken auch immer wieder viele Leute, wir wären ein Paar. Camilla: Ihr wärt auf jeden Fall ein sehr hübsches Paar!

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Zuhause bei of

PinchAnna“ Alles fließt, das hat schon der alte Grieche Heraklit festgestellt. U n d d a s is t b ei A n n a B aie r (30 ), M a m a vo n O li v ia u n d Tim, im ö s t e r reic his c h e n Tra u n t a t s ä c h l i c h s o. Z u m G l ü c k i s t i h r M a n n Fo t o g r a f u n d t a l e n t i e r t e r S e l b e r m a c h e r, e s wäre jammerschade, wenn dieses kreative, sich stets wandelnde Heim nicht auch mal festgehalten würde. Fotos: Peter Baier

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“Der Schaukelstuhl ist ein Erbstück von den Großeltern, die vor uns in unserem Haus wohnten. Ich verbringe die schönsten Stunden darin.”

Anna trägt Shirt von H&M (alt) Rock von liilu.de Tim trägt Schuhe von lieblinge.com Olivia trägt Schuhe von lieblinge.com Shirt von wildboysandgirls.com Rock von liilu.de


“Pinterest ist mein Helfer, wenn ich einen Raum einrichten oder umgestalten möchte. Ich klicke mich da immer durch hunderte von Bildern und „lerne“ aus den Räumen anderer.”

Vase, Ferm Living via geliebtes-zuhause.de Boxen auf Spind, Hay via salon-hochstetter.at Spind, Vintage Tasche via littlehipstar.com/de

„Unser großer Esstisch ist das Herzstück unseres Hauses. Er bietet für jeden genug Platz und so türmt sich hier manchmal der Bastelkram, Mamas Bürozeug, Spielzeug und natürlich viele Leckereien. Die Platte ist übrigens aus Nussholz und wurde von einem Tischler für uns angefertigt. Die Beine hat uns ein Schlosser aus Stahl gemacht.“

Spiegel, House Doctor via geliebtes-zuhause.de Obstkorb, Bloomingville via westwingnow.de Espressotassen (ich hab Kakteen rein gepflanzt) Ferm Living via salon-hochstetter.at Kerzenleuchter, Hay via salon-hochstetter.at Tablett, Hay via madeindesign.de

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“Ein Kinderzimmer kann noch so schön eingerichtet sein, wenn es nicht den nötigen Stauraum aufweist, wird man als Mutter nie so richtig glücklich damit.“

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Teppich, Ferm Living via salon-hochstetter.at Tapete, Ferm Living via madeindesign.de Holzkiste, ikea.com Wimpelgirlande, Ferm Living via madeindesign.de Bettwäsche, Ferm Living via madeindesign.de und hm.com Schreibtisch, DIY meines Mannes Sessel, ikea.com Stühle, Sebra via kinderkram-linz.at Brauner Schrank, Vintage Print „Baby it‘s a…“, via wildboysandgirls.com Fuchslampe, Ferm Living via madeindesign.de Löwenkissen, annywho.de


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“Mein Gute-Laune-Rezept ist ein einfacher Kokos-Zitronen-Becherkuchen. 1. weil er gut schmeckt 2. weil er unheimlich schnell geht und 3. immer der Retter an Tagen mit schlecht gelaunten Kindern ist.”

Tasse mint, feinedinge.at Tassen schwarz-weiß, Marimekko via nord-design.at Kühltasche, Nicolas Vahé via salon-hochstetter.at Teppich, Ferm Living via geliebtes-zuhause.de Hacken, Muuto via norddesign.net Tablett, Fine Little Day via babyssimo.de

DAS REZEPT ZU ANNAS KOKOS ZITRONEN BECHERKUCHEN AUF WWW.MUMMY-MAG.DE


Fotocredit: kuchenkult.de

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Die eigene H o chzeit ist einer der Tage im Leb en, an denen Familie und Freunde um einen versammelt sind. Er ist mit vielen Emotionen verbunden und wohl zusammen mit der Geburt von Kindern einer der glücksintensivsten Momente im Leben. Weil auch Zucker happy macht, haben wir uns bei kuchenkult.de mal nach dem Rezept für die in unseren Augen perfekte Hochzeitstorte umgesehen – die natürlich auch bei vielen anderen Anlässen passt. Gr undlage f ür den N ake d Cake – nake d, weil die Tor tenschichten z u sehen und nicht mit Glasur bedeckt sind – ist eine Donauwellentorte aus lockerem Rührteig mit saftigen Kirschen gefüllt.

ZUTATEN

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4 Meistertorten Donauwelle aus der Conditorei Coppenrath & Wiese ca. 600 g Sahne, je nach Bedarf 3 Päckchen Sahnesteif frische Schnittblumen oder besser noch essbare Blüten je nach Saison

Die 4 Torten aus der Verpackung nehmen und leicht antauen lassen. Ist euch die Sahneschicht zu wenig, die Sahne mit Sahnesteif steif schlagen und gleichmäßig auf den einzelnen Tortenböden verteilen. Am Rand glatt streichen. Torten im angetauten Zustand übereinandersetzen. Blumen zu einem passenden Arrangement auf der Torte zusammenstecken, evtl. vorher einmal von der Floristin Probe stecken lassen. Doch mit etwas Geduld und Handarbeit kreiert ihr bestimmt auch eure eigene prachtvolle Blumenkomposition.


#flowerpowerwedding D i e H o c h z e i t s s a i s o n h a t b e g o n n e n. W i e j e d e s J a h r. U n d irgendwie stehen abgesehen vom Brautpaar auch die Gäste immer vor derselben M ammutaufgabe: Was ziehen wir eigentlich an? Weiß ist tabu, komplet t schwarz auch. Muss das Kleid lang oder darf es auch mal kurz sein? Wie ist eigentlich der Dresscode? Und muss ich mich auch umziehen? Puh… Wir hab en jetz t eine Lösung gefunden: Wir tragen einfach f r i s c h e B l u m e n k l e i d e r. D i e p a s s e n irg e n d w i e im m e r u n d m a c h e n verdammt gute Laune!

Fotocredit: Jules Villbrandt / herzundblut.com

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ISSUE 6 IS COMING AUTUMN

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IMPRESSUM

HERAUSGEBERIN:

Camilla Rando camilla@mummy-mag.de

LEKTORAT:

Katja Schifferegger

REDAKTION:

Janine Dudenhöffer janine@mummy-mag.de

DRUCK:

MegaDruck.de

Saskia Hilgenberg saskia@mummy-mag.de

Produktions- und Vertriebs GmbH

Camilla Rando camilla@mummy-mag.de

Eichendorffstraße 34 b

CONTRIBUTORS:

Madeleine Samios

26655 Westerstede

FOTOGRAFEN:

Cover: Lisa Dietermann (fraeuleinstern.de)

Jules Villbrandt (herzundblut.com)

ERSCHEINUNGSWEISE:

ART DIREKTION:

Azyklisch zu den Entwicklungsschüben unserer Kinder

Danilo Dürler

RECHTSHINWEISE: Verbreitung der Inhalte ist selbstverständlich ausdrücklich erwünscht. Bitte an ausreichende Verlinkungen denken – die Links findet ihr unten. Ein Nachdruck bedarf allerdings einer schriftlichen Genehmigung, da alle Urheberrechte bei uns liegen. BLOG: mummy-mag.de

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Janine Dudenhöffer (Text), Jules Villbrandt (Fotografie)

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