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FÜHRER

Hirte und Bergführer. Zwei Welten im Vergleich

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Geschichten aus der Welt aku frEUNDE die sich einsetzen für die Findung eines Gleichgewichts zwischen Mensch und Natur

REPARATEURE

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Die Berge: eine harte und gleichzeitig zerbrechliche Welt, die mit groSSer Vorsicht behandelt werden muss

DER REALISMUS DER BERGE Auf der Jagd nach „Almgesichtern”

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BAUERN

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Die Berge sind kein Spielplatz. Vor allem sind sie ein Ort des Lebens und der Arbeit.

AKU COLLECTION 2014

WANDERER

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Der lange Pfad der Entdeckung

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die gesamte AKU Modellpalette

CREDITS Redaktion // AKU trekking & outdoor footwear TeXTe // Teddy Soppelsa, AKU Marketing dept., in cooperation with the interviewed friends COVER PHOTO // Lorenzo Di Nozzi Grafik-design // Pubblimarket² Drucken // Castaldi, Industria Grafica, Agordo GOOD FOR ALPS INDEX

cover: Francesco Muretto, Alpe Vittine (ph. L. Di Nozzi)

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ANDREA ENZIO

CELESTINO FRONER

«Für mich sind die Berge eine Abfahrt auf frischem Schnee mit meinem Vater, ein Flug mit dem Gleitschirm mit meinem Bruder, aber auch Sonnenauf- und -untergänge, die ich in aller Stille von der Margheritahütte aus genieße» Seite 06

«Ich bin in den Bergen geboren. Ich habe schon früh das Leben als Hirte begonnen. Ich verdanke den Bergen so viel, Jahre voller Erinnerung und Erfahrungen, in denen ich immer mit meiner Herde gearbeitet habe» Seite 06

Bergführer

Hirte

EUGENIO GARLET

GIACOMO INVERNIZZI

ROBERTO D’AGOSTINO

«Ich glaube stark an die Kraft und die Wichtigkeit von Verbänden und Kooperationen. Wie immer brauchen wir in diesem System Menschen mit einem starken Willen und helle Köpfe, die die anderen mitziehen» Seite 13

«Die “Casa dello Stracchino” und die landwirtschaftliche Kooperative Il Tesoro della Bruna stehen symbolisch für die Zukunft des Valle Imagna» Seite 13

«Das Gehen ist eine gute Meditationsübung, denn es zwingt uns dazu, uns mit einer Dimension auseinanderzusetzen, die keinen Raum für Zwänge und Meinungsänderungen lässt; zurück kommt man nur zu Fuß» Seite 18

Bauer und Kooperative La Fiorita Team Manager

Bauer und Vizebürgermeister

Wanderer und Team Manager der Vereinigung Trekking Italia

PROTAGONISTEN MARIO MOTTINI

NARCISO SIMION

STEFANO SANSON

MARIA SCHNEIDER

GIANLUCA MAGLIAVACCIA

«In Livigno werden in fünfzig Jahren, genauso wie jetzt, junge Leute die Almen führen. Bei uns werden Bauern „Gärtner der Alpen” genannt» Seite 06

«Oft ist es die Herkunft, die das Können eines Felssicherungsarbeiters ausmacht; das Leben in den Bergen verleiht Gespür und fördert die Vorsicht vor den versteckten Gefahren der Baustelle» Seite 10

«Ein örtlich integriertes Produkt ist nachhaltiger als ein zertifiziertes Bioprodukt von einem anderen Kontinent. Wir zielen stark auf eine kurze Produktionskette bzw. auf den Direktverkauf ab» Seite 13

«Für meinen Mann und mich ist das Gehen immer das Maß unserer eigenen Geschwindigkeit gewesen, ohne Hilfe von Fahrrädern oder Autos. Mit dieser Philosophie sind wir dahin gekommen, wo wir hin wollten und wir sind auch im Val Maira angekommen» Seite 18

«Die Langsamkeit ist noch provozierender, wenn sie im Herzen unser Städte zur Anwendung kommt. Die „grünen Straßen” für den Zugang in die und die Fluch aus der Stadt als “Hochlangsamkeitsstraßen” zu entdecken, ist eine schöne Herausforderung für die Geschwindigkeit» Seite 18

Bergführer

Bergführer und reparateur

Agrartechnik

Wanderer und tour operator

RENZO GANZ

GUALTIERO COLZADA

DANIELE LANDRA

ALBERTO CONTE

«Die erste Pflicht des Hirten ist das Wohlbefinden der Herde. Eine sorgfältig gepflegte Herde ist der ganze Stolz eines jeden Hirten» Seite 06

«Es gibt einige schöne Beispiele für das Bio-Engineering oder Strukturen mit minimalen Umweltauswirkungen, aber viel hängt immer noch von der Sensibilität der Behörden und Planer ab» Seite 10

«Der Gedanke, dass es möglich wäre, von der Landwirtschaft und vom Tourismus in den Bergen zu leben, um eine Arbeit auszuüben, die mir gefällt und bei der Mühen und Unannehmlichkeiten zweitrangig sind» Seite 13

«Alles ist einfacher und natürlicher, wenn man eine Reise zu Fuß oder mit dem Fahrrad angeht; man lässt die Hektik der modernen Zeit ohne Bedauern hinter sich» Seite 18

Hirte

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Bergführer und reparateur

Bauer und tour operator

Wanderer und Team Manager der Vereinigung Movimento Lento

Wanderer

LORENZO DI NOZZI Photographer

«Ich habe viele Lebensgeschichten erhalten, wie es Bilder gibt. Schwierige Geschichten von Opfern und Mühe, aber auch von Liebe, Selbstlosigkeit und Hingabe» Seite 26

GOOD FOR ALPS PROTAGONISTEN


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GEBIRGLER AUS ÜBERZEUGUNG

Die Wirkungen dieses Phänomens verbunden mit Immigrationsprozessen und den verbliebenen Gebirgsbewohnern lassen sich ablesen an der Sanierung alter Dörfer, der Schaffung von agro-pastoralen Unternehmertätigkeiten, der Implementierung von sanften Formen des Tourismus und der Mobilität sowie der Erprobung innovativer Dienstleistungen, die modernste ICTTechnologien einsetzen. Diese Menschen, bei denen es sich meist um junge Leute handelt und für die ihre Zufriedenheit wichtiger als die Anhäufung von Gütern und der Konsum ist, zieht es aus verschiedenen Gründen in die Berge: die Suche nach alternativen Lebensstilen, die sich von denen in der Ebene und in der Stadt unterscheiden, die Nähe zur Natur, Arbeitsmöglichkeiten oder die Umsetzung eines Lebensplans. Sie sind “Gebirgler aus Überzeugung”. (1) Die neue Gebirgslandschaft beginnt sich abzuzeichnen dank der Unternehmungslust und des Mutes der “neuen Bewohner”, die überzeugt sind, dass es immer noch möglich ist, in Höhenlagen zu leben. Anhand des Beitrags von Menschen, Verbänden und Unternehmen, denen die Zukunft der Berge am Herzen liegt (wie die Agentur AgenForm aus Cuneo, der Verein Gente di

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Montagna aus Bergamo, die Verbände der Bergführer aus Alagna, Livigno und Valchiavenna, die Hirten der Trentiner und Belluneser Dolomiten, das Consorzio Triveneto Rocciatori und die landwirtschaftliche Kooperative La Fiorita aus Belluno) erzählen wir Ihnen die Erfahrungen derer, die sich entschlossen haben, auch weiterhin in den Bergen zu leben oder wieder in die Alpentäler zu ziehen. Genau diese Menschen kommen in dieser Good For Alps-Ausgabe zu Wort. Denjenigen zur Seite zu stehen, die in den Bergen leben und arbeiten, ist für ein Unternehmen wie AKU, das im Kontakt mit dieser Welt geboren wurde und gewachsen ist, eine Form des verantwortlichen Engagements, dem sich das Unternehmen mit Diskretion stellt, wobei soziale und kulturelle Initiativen mit echter Begeisterung unterstützt werden. Aber die Berge sind auch ein Ort der körperlichen und mentalen Regenerierung, an dem es möglich ist, ohne Zwänge zu wandern, um im Einklang mit dem Rhythmus der Umgebung zu beobachten, zu denken und den Genuss voll auszukosten. “Für den, der langsam geht, ohne sich dabei anzustrengen, gibt es keinen Weg, der zu lang ist (...)” – das ist der Geist, der den Wanderer und den Pilger beseelt, wie die Verbände Trekking Italia, Il Movimento Lento und Percorsi Occitani erzählen, deren Stimmen wir gesammelt haben und Ihnen zusammen mit den anderen Geschichten vermitteln möchten.

Viel Spaß beim Lesen und beim Wandern.

GOOD FOR ALPS EDITORIAL

(1) G. Dematteis, hrsg. von, 2011

S

teinhaufen versperren den Saumpfad, die Trockenmauer, die den Hang befestigt, ist teilweise eingestürzt. Tiefe Risse ziehen sich durch die Mauern der Wohnhäuser. Haselnusssträucher machen sich auf den Wiesen breit, aber nichts kann das Austreiben der verstreuten und vergessenen Samen verhindern und sobald die Jahreszeit es erlaubt, kommen die Blumen zum Vorschein. Die Alpentäler zeigen nun nach Jahrzehnten des Niedergangs, der Entvölkerung und der Resignation die Zeichen des Aufschwungs und fangen wieder an zu blühen. Die neue Saison beginnt jetzt.

links: Famiglia Vercella, Grand Halt (ph. L. Di Nozzi)

GOOD FOR ALPS


FÜHRER

Hirte und Bergführer. Zwei Welten im Vergleich Hirten und Bergführer behaupten sich in einer Welt, die sich verändert. Um sie selbst zu bleiben, müssen sie den Standpunkt verändern und den Mut aufbringen, den eigenen Leidenschaften zu folgen. GOOD FOR ALPS BERGGESCHICHTEN

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I n der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als in den Alpen die große Zeit des Alpinismus begann, waren die Hirten der Hochweiden – zusammen mit den Jägern, Schmugglern und Mineraliensuchern – die ersten, die zu geschätzten Bergführern geworden sind.

Zur Alm “Cason de Foses”, die sich am Fuße der Rotwand in den Ampezzaner Dolomiten erstreckt, steigen seit Jahrhunderten die Schafe zur Weide auf. 1891 kümmerte sich ein junger Schäfer namens Angelo um sie. In einem Moment der Pause entschloss er sich, zu der Höhle zu gehen, die “el buš de ‘l oro” (Goldloch) genannt wird und unter dem Gipfel des Caštel de Foses liegt. Die alten Schäfer erzählten sich, dass es in der Höhle einen Schatz geben soll und Angelo wollte herausfinden, um was es sich dabei handelte. Er ließ die stillen Weiden hinter sich, stieg die senkrechten Felsen empor und erreichte die Höhle, fand aber nichts. Er schickte sich daher an, wieder abzusteigen, aber die Schwierigkeiten zwangen ihn, davon abzulassen und zu einem günstig gelegenen Felsband zu gehen, das ihn in Sicherheit führte. Angelo Dibona “Pilato” war erst zwölf Jahre alt und hatte soeben seinen ersten Aufstieg hinter sich gebracht. Später wurde er zur Symbolfigur der Ampezzaner Bergführer und einer der besten Alpinisten des 20. Jahrhunderts. Zwischen Bergführern und Hirten bestanden für lange Zeit verschiedene Ähnlichkeiten und Kontaktpunkte. Heute hingegen erscheinen sie uns als zwei vollkommen unterschiedliche Berufe. Das ist aber nicht ganz richtig. Heute wie vor einhundert Jahren tragen Bergführer wie Hirten die Verantwortung dafür, den richtigen Weg zu finden; eine Arbeit, die mit größter Vorsicht zu leisten ist, damit den begleiteten Personen oder den beschützten Tieren nichts geschehen kann. Beide brauchen für den ausgeübten Beruf vor allem echte Leidenschaft. Früher war es sicherlich eine traditionelle Arbeit, aber heute handelt es sich immer mehr um eine Lebensentscheidung, wobei manchmal keine Geschlechterunterschiede gemacht werden. Eine Entscheidung, deren Schönheit in den großen Räumen der Natur liegt; deren Kraft in der Liebe liegt; deren Poesie in der Stille, in den Gerüchen und in den Lichtern der Aufeinanderfolge der Jahreszeiten liegt. Wenn ein Hirte seine Herde nicht mehr in die Berge führt, dann verwildern diese langsam

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Val di Livigno

VALLE D’AOSTA

TRENTINO ALTO-ADIGE

FRIULI VENEZIA GIULIA

Val Sesia Lombardia

VENETO

PIEMONTE

nzio Andrea Ergf ührer

ottini Mario MBe rgführer

rio - Italien

Val di Livigno - Sond

links: Angelo Moltrer, Pale di San Martino (ph. A. Malacarne) oben: Ski-Bergführerverband Südtirol

Be - Italien Val Sesia - Vercelli

wieder, die Blumen blühen nicht mehr und der Schatz der großen Artenvielfalt geht verloren. Genauso haben die Bergführer ihr erfahrenes Auge immer auf die Berge gerichtet und geben technische Kenntnisse, Verhaltensmodi und die Sensibilität für die Umwelt weiter, wobei es sich um wichtige Voraussetzungen für eine bwusste Nutzung der Berge handelt.

Andrea Enzio und Mario Mottini sind zwei italienische Bergführer. Enzio wohnt in Alagna Val Sesia, an den Hängen des Monte Rosa, an der Grenze zur Schweiz; Mottini hingegen kommt aus Livigno im Alta Valtellina, ganz in der Nähe der Berninagruppe und des Ortles-Cevedale. „Ich bin aus Leidenschaft Bergführer geworden”, erzählt Mottini. „Mein Onkel ist der erste Bergführer von Livigno gewesen und hat diese Leidenschaft an mich weitergegeben.” Auch für Enzio gab es anfänglich eine Entscheidung, „die aus einer langen Bergführertradition in meiner Familie hervorgeht.” Für Mottini ist die Ausübung des Bergsteigerberufes keine leichte Arbeit: „Wir müssen uns an die kontinuierliche Veränderung der Kundenwünsche anpassen, von der Abfahrt auf unberührtem Schnee bis hin zu Fragen nach Blumennamen.” „Die erste Pflicht eines Bergführers”, sagt Enzio, „ ist es, die Sicherheit seiner Kunden zu garantieren. Der jähe Wechsel der Klimabedingungen macht ein größeres Augenmerk erforderlich. Die schwierigen Momente? Die hängen mit meiner

«Die erste Pflicht eines Bergführers. Du musst mit Situationen umgehen, die dich emotional stark fordern, die du oft nie mehr vergisst»

GOOD FOR ALPS BERGGESCHICHTEN FÜHRER


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Valle del Biois

TRENTINO ALTO-ADIGE

FRIULI VENEZIA GIULIA

Val dei Mocheni VALLE D’AOSTA Lombardia

VENETO

PIEMONTE

Celestino FronHirerte Val dei Mocheni - Trento

Rolle als Bergretter zusammen. Du musst mit Situationen umgehen, die dich emotional stark fordern, die du oft nie mehr vergisst. ”Wie wir gesehen haben, ist der Beruf des Bergführers auch eine Familientradition: „Wenn meine Töchter meinen Beruf ergriffen hätten, wäre ich glücklich gewesen, aber sie haben sich anders entschieden,” sagt Mottini. „Ich habe aber einen Neffen, der gerade Bergführer geworden ist.“ „Ich denke, dass sie das tun sollten, was sie am glücklichsten macht,” ist die Meinung von Enzio, „und wenn meine Kinder von derselben Leidenschaft wie ich getrieben sind und michnicht nur nachahmen, dann wäre ich glücklich.” Die Berge sind auch ein Ort der großen Abenteuer, Erfahrungen und Zusammentreffen. Für Enzio sind die Berge „eine Abfahrt auf frischem Schnee mit meinem Vater, ein Flug mit dem Gleitschirm mit meinem Bruder, aber auch Sonnenauf- und -untergänge, die ich in aller Stille von der Margheritahütte aus genieße.” Weniger romantisch, aber ebenso effektiv ist die Meinung von Mottini: „Für mich sind die GOOD FOR ALPS BERGGESCHICHTEN FÜHRER

Berge wie ein Fernseher, der immer auf einem neuen Programm eingeschaltet ist.” Der Blick schweift zu den Berggipfeln, wir sehen die Almen und wir fragen uns, wer sie in fünfzig Jahren leiten wird? „Ich hoffe, dass die Zukunft der Almen gekennzeichnet sein wird, von einer Rückkehr zu den Wurzeln und, wenn auch unterstützt von der Technologie, die gleiche Leidenschaft unserer Vorfahren überwiegt.” Die Hoffnung von Enzio findet Bestätigung in den Worten von Mottini: „In Livigno werden in fünfzig Jahren, genauso wie jetzt, junge Leute die Almen führen. Über das Milchhof-System von Livigno wurden neue Möglichkeiten entwickelt. Das Durchschnittsalter der Züchter liegt, glaube ich, unter dreißig Jahren, mit einem Haufen Kindern auf den Bergwiesen und vielen jungen Leuten, die Agrarwissenschaften studieren und einen landwirtschaftlichen Betrieb eröffnen wollen. Hier ist es der Gemeinde gelungen, das Hirtenwesen und die Tierzucht in den Tourismus zu integrieren. Der Milchhof ist zu einem Tourismusziel geworden, was für die gesamte Region

- Italien

z Renzo Gan Hirte

- Italien Valle del Biois - Belluno

«Die erste Pflicht eines Hirten ist seine Herde. Es ist die Herde, die dem Hirten sagt, was er tun muss, und der Hirte muss alles Mögliche für das Wohlbefinden der Tiere tun» von Vorteil is. Bei uns werden Bauern „Gärtner der Alpen” genannt.” Der Sommer ist da und die Schafe sind auf die Almwiesen zurückgekehrt. Die Hirten können endlich ausruhen. Renzo Ganz genannt Trifase und Celestino Froner sind zwei Wanderhirten der italienischen Ostalpen. Ganz lebt in Falcade in den Venetischen Dolomiten und Froner in

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1 Ski-Bergführerverband Südtirol // 2 Celestino Froner in der friulanischen Ebene (ph. A. Malacarne)

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Roveda, einem kleinen Dorf mit zwölf Einwohnern, im Val dei Mocheni in der Lagoraigruppe. „Ich bin seit fünfundzwanzig Jahren Hirte”, erzählt Ganz. „Schon als Junge half ich meinen Eltern auf den Almen der Pässe Valles und San Pellegrino (in den Agordiner Dolomiten an der Grenzen zwischen den Provinzen Trient und Belluno, AdR).” Froner ist seit siebenundzwanzig Jahren Hirte und auch er ist der Sohn von Hirten: „ Die erste Pflicht eines Hirten ist seine Herde. Es ist die Herde, die dem Hirten sagt, was er tun muss, und der Hirte muss alles Mögliche für das Wohlbefinden der Tiere tun”. Und er fährt fort: „Die schwierigsten Momente erlebe ich in der Winterwanderzeit unten in den Ebenen im Veneto und im Friaul: Durch den Verkehr und die Betonierung der Landschaft, das wenige Gras vor allem im Februar und die nicht immer leichten Beziehungen zu den Bauern ist es immer schwieriger, sich mit den Herden zu bewegen.” Auch für Ganz ist der Beruf des Hirten nicht einfach, vor allem: „zu Beginn des Winters mit Kälte, oft mit Regen, Schnee

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oder Nebel, den kurzen Tagen und dann den Durchgangs- und Weideverboten.” Im Laufe der Jahre hat die Herde von Froner in der Sommerund Herbstzeit auf den Bergen der Lagoraikette und den östlichen Bergen des Nationalparks der Belluneser Dolomiten geweidet. „Anders als vor zwanzig oder dreißig Jahren werden die Berge heute mehr beweidet”, erzählt Froner. „Die Zahl der Herden ist gestiegen und es gibt mehr Tiere als früher. In einigen Fällen sind die Weiden sogar überbelegt.” Ganz macht den Almauftrieb der Herde in Pian de Fontana und in Busnich im Nationalpark der Belluneser Dolomiten: „ Die Berge verändern sich immer mehr. Einerseits ist es besser geworden: Ich denke an die technologischen Verbesserungen und an die Sicherheit. Seit einigen Jahren miete ich einen Hubschrauber für den Transport des Materials auf die Alm. Früher war all das undenkbar. ”Das Hirtenwesen ist wieder interessant geworden, aber die Branche ist von vielen Problemen betroffen. „Ich sehe die Zukunft des Wanderhirtenwesens nur hinsichtlich des Verbleibs der Herden in den Bergen während der Sommer- und Herbstzeit positiv”, ist die Meinung von Froner und dann fügt er hinzu: „Viele möchten die Schafe in den Bergen, aber nicht in der Ebene haben. Wenn wir weiter von Gesetzen und einschränkenden Regelungen behindert werden, wird wohl nur das sesshafte Hirtenwesen überleben.” Auch Ganz sieht die Zukunft des Hirtenwesens sehr unsicher: „Aufgrund der zu vielen Einschränkungen unseres Berufsstands, der immer größeren Bürokratie, insbesondere was die Durchgangsgenehmigungen anbetrifft, die uns zu langen Abwesenheitszeiten von unserer Herde zwingen.” Und dann fügt er hinzu: „Heute tragen die Schafe einen Mikrochip, die Technologie entwickelt sich auch in der Welt der Hirten weiter. Ich denke, in Zukunft wird sich der Schäfer nicht mehr auf den Hirtenstab, sondern auf den tragbaren Computer „stützen”. ”Die Berge tragen Erinnerungen, Werte und Träume in sich, die beim Leben helfen. „ In den Bergen sehe ich die schönste Zeit des Hirten”, erzählt Ganz, „den Ort der Ruhe, an dem es keine Einschränkungen und Verbote wie in der Ebene gibt. Hier bleibt Zeit, um mit den Hunden zu „schmusen”, die während des ganzen Winters und Frühlings immer gearbeitet haben. Es ist die Zeit der Rückkehr zu einer antiken Welt. Ich denke an die Hütte für die Käsebereitung, die Alm, die Feuerstelle.” Auch Froners Traum ist es: „zu der Einfachheit und Freiheit wie früher ohne viele Einschränkungen zurückzukehren.”

// Andrea Enzio Bergführer des Alagna (Vercelli) Italien, www.guidealagna.com // Mario Mottini Bergführer des Livigno (Sondrio) Italien, www.guidealpine.info // Renzo Ganz (Trifase) Falcade (Belluno) Italien // Celestino Froner Roveda, Val dei Mocheni (Trento) Italien

In Zusammenarbeit mit Adolfo Malacarne Autor des Bands Transumanze. Sulle tracce degli ultimi pastori del Triveneto Agorà Libreria Editrice, 2009.

Der Band kann erworben werden auf der Internetseite: www.libreriaagora.com

MONTAGNARD GTX Andrea Enzio (Bergführer, Alagna) gehört zum Team der Profi-Tester von AKU, die zur Realisierung des neuen Modells MONTAGNARD GTX beigetragen haben.

OBERMATERIAL Perwanger 3.0 mm | FUTTER GORE-TEX® Insulated Comfort | SOHLE Vibram® Nepal | ZWISCHENSOHLE double density PU | GEWICHT 1020 g

Ein Schuh für das klassische Bergsteigen in Gletschergebieten und Eisfällen. Dieses Modell ist auch ideal für einen Arbeitseinsatz in kalten Gebieten, dank der wasserdichten und isolierenden Gore-Tex® Membran. Die IMS3 Sohle aus PU in unterschiedlichen Dichten, sorgt für eine ideale Dämpfung auf jedem Gelände und gleichzeitig bietet das Exoskeleton-Gerüst Stabilität und Schutz. Die TPU Fersenkappe und die Zehenkappe aus Gummi machen den Schuh steigeisenfest. Der MONTAGNARD GTX ist ein präziser, robuster und zuverlässiger Schuh, der sich sowohl für das Bergsteigen als auch für Arbeitseinsätze in den Bergen eignet. GOOD FOR ALPS BERGGESCHICHTEN FÜHRER


REPARATEURE

Die Berge: eine harte und gleichzeitig zerbrechliche Welt, die mit groĂ&#x;er Vorsicht behandelt werden muss GOOD FOR ALPS BERGGESCHICHTEN GOOD FOR ALPS STORIE DI MONTAGNA

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Das Leben in Höhenlagen wird immer schwieriger und anstrengender im ständigen Gleichgewicht aus Natur und Mensch. Nun scheint dieses Gleichgewicht gestört zu sein. W

ir sind gewohnt, zu denken, dass nichts fester und die Zeit überdauernder als die Berge ist und aus diesem Grunde können wir es nicht glauben, wenn wir von einstürzenden Felswänden hören, und können uns nicht vorstellen, dass früher oder später auch die Torri del Vajolet herunterkommen werden. Aber zu natürlichen Erosionsphänomen kommen immer mehr Ereignisse hinzu, die die Handschrift des Menschen und seiner Verantwortung tragen. An erster Stelle beeinträchtigt der Anstieg der Erdtemperatur, der verursacht wird von Treibhausgasemissionen in die Atmosphäre, das Gleichgewicht des Gebirgsökosystems, das extrem sensibel auf Veränderungen externer und interner Faktoren reagiert. Wir können uns die Berge als „Klimawächter” vorstellen und ihr Gesundheitszustand ist ein Indikator für die allgemeine Gesundheit des Planeten. Im 20. Jahrhundert ist die Temperatur in den Alpen um ca. 2°C gegenüber einem Durchschnitt von 1°C in den umliegenden Gebieten gestiegen. Immer häufiger gibt es intensive Niederschläge und der Permafrost (Eis im Felsen oder zwischen Schutt) taut weiter auf .Diese Faktoren verursachen Überschwemmungen und Erdrutsche. Darüber hinaus verändert das Ansteigen der Temperaturen die Vegetation und beeinflusst auch die Landund Forstwirtschaft, wodurch die alpine Artenvielfalt in ihrer Gesamtheit bedroht wird. Zur Klimaveränderung kommen darüber hinaus weitere, für die Berge kritische Punkte hinzu, wie: die übermäßige Bodennutzung, die Betonierung, Brände, die Abholzung und vor allem die Entvölkerung. Diese Aspekte zeigen die Widersprüche einer sensiblen Umwelt, die bedroht wird von der übermäßigen Anwesenheit des Menschen wie auch von ihrer Verwahrlosung. Verändert haben sich auch die Personen, die sich um die Pflege der Berge kümmern: nicht mehr Bauern-Züchter, sondern Institutionen, die sich der Hilfe von Fachfirmen der Baubranche bedienen. Die Arbeiten für die “Reparatur” der Berge sind vielfältig: von der Sanierung und Verfestigung von Hängen bis hin zu hydraulischen Arbeiten für die auch Technologien des Bioengeneering eingesetzt werden. Oft arbeiten in diesen Firmen Bergführer, die aufgrund ihrer Ausbildung und Erfahrung die schwierigsten Aufgaben ausführen, wie Arbeiten am Seil oder in allen Situationen, in denen es nicht möglich ist, mechanische Hilfsmittel einzusetzen. Als eines der ersten italienischen Unternehmen hat das Consorzio Triveneto Rocciatori schon Ende der 70er Jahre in diesem speziellen Bereich gearbeitet: Auch heute noch ist das Unternehmen mit ca. fünfzig Mitarbeitern marktführend und auch auf die Produktion von Steinschlag- und Lawinenschutzbarrieren spezialisiert. Narciso (Narci) Simion ist Bergführer und arbeitet beim Consorzio Triveneto Rocciatori. „Vor dreißig Jahren, als ich angefangen habe zu arbeiten”, erzählt Narci Simion, „konnte ich mir die Arbeit als Bergführer und Felssicherungsarbeiter bestmöglich einteilen. Dann hat das Konsortium nach und nach immer mehr meine

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Zeit beansprucht. Ich begleite immer noch Kunden, wenn auch nur gelegentlich. Derzeit bin ich im Konsortium verantwortlich für den Vorbeugungs- und Schutzdienst und darüber hinaus gehöre ich zum Team Forschung&Entwicklung.” Im Konsortium arbeiten nur erfahrene und qualifizierte Personen, aber das Unfallrisiko kann niemals ganz ausgeschlossen werden und das weiß Narci auch: „In senkrechten Umgebungen mit starken Gefahrenquellen sind die Arbeiter sehr vorsichtig und wissen, dass ein kleiner Fehler schwerwiegende oder sogar tödliche Konsequenzen haben könnte. Aus diesem Grunde passieren fast nie Unfälle. In unwegsamen, aber nicht senkrechten Umgebungen hingegen können kleine Unfälle eher passieren. Oft ist es (zumindest in der Vergangenheit) die Herkunft, die das Können der Arbeiter ausmacht: Wenn sie aus den Bergen stammen, dann verleiht ihnen das Leben in den Bergen in der Regel ein Gespür und Vorsicht für die latenten Gefahren der Baustelle.” Viele Arbeiten erfordern besondere Aufmerksamkeit, wie uns Narci erklärt: „Die Abholzung an Wänden mit hochstämmigen Pflanzen, die Felsabräumung links: Gualtiero Colzada, Glockenturm von Piuro in Valchiavenna (ph. E. Gianera) 1 Verkleidung der Böschung mit Metallnetzen (ph. Archiv CTR)

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TRENTINO ALTO-ADIGE

Val Codera

FRIULI VENEZIA GIULIA

Valle di Primiero

VALLE D’AOSTA Lombardia

VENETO

PIEMONTE

rciso Simaraioteunr Colzadar Na Gualtieror und hrer und rep gfü Ber reparateu Italien Bergführe Valle di Primiero - Trento Val Codera - Sondrio - Italien GOOD FOR ALPS BERGGESCHICHTEN REPARATEURE


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1 Felsabräumung (ph. G. Colzada) // 2 Baustelle in Courmayeur (ph. Archiv CTR) // 3 Höhenarbeit auf dem Monte Disgrazia, 3678 m (ph. M. Nesa)

unter Einsatz von Kolben für die Entfernung großerBlöcke und Arbeiten für das Auf- und Abladen mit dem Hubschrauber an unwegsamen Hängen gehören zu den gefährlichsten Arbeiten.” Unternehmen wie das Consorzio Triveneto Rocciatori sind immer auf der Suche nach qualifiziertem Personal und sind eine Chance für junge Arbeitssuchende, aber nicht für alle, wie Narci präzisiert: „Unsere Arbeit ist sportlich, anstrengend, immer draußen und unterliegt den Witterungsbedingungen. Auf weiter entfernten Baustellen wohnt man in Hotels (bei denen es sich nicht um Luxushotels handelt) und spürt das Fehlen eines Privatlebens vor allem nach der Arbeit. Trotz allem handelt es sich um eine in der Regel gut bezahlte Arbeit und für Interessenten ist sie eine Gelegenheit, neue Orte und Menschen kennenzulernen.” In Italien gibt es rund sechzig Firmen mit ca. 1100 Mitarbeitern bestehend aus Angestellten und Dienstleistern, die Arbeiten wie das Consorzio Triveneto Rocciatori ausführen. Hinzu kommen verschiedene Handwerkerteams und Bergführerverbände, die vorwiegend kleine Arbeiten ausführen. In Novate Mezzola, am Fuße des Val Codera in der Provinz Sondrio, an der Grenze zwischen Val Bondasca und Val Masino, lebt Gualtiero Colzada. Auch Colzada ist Bergführer (er ist der Direktor der Bergführer

und der Alpinsmusschule des Valchiavenna) und hat eine lange Erfahrung mit Arbeiten am Seil : „Diese Tätigkeit deckt ca. 25% meiner Arbeit ab. Es ist eine ermüdende Arbeit und für mich ist es in Ordnung, sie ab und zu auszuüben, um ein wenig Abwechslung zu haben während der toten Zeiten der Arbeit als Bergführer”, erzählt Colzada während seiner Schicht für die Flugrettung 118. „Die Arbeiten sind ziemlich unterschiedlich: Instandsetzung von Pfaden und Klettersteigen, Felsabräumung in Steinbrüchen oder an Wänden über Straßen oder Wohnhäusern, Installation von Steinschlagschutzbarrieren, Begleitung von Technikern auf zu sanierendes Gelände. Es kommen auch Arbeiten in der Stadtumgebung vor, wie Kontroll-, Festigungs- und Reinigungsarbeiten an Glockentürmen, Gebäuden und Silos. Wir führen auch Fortbildungskurse für Branchenangehörige durch und in der Vergangenheit haben wir auch Arbeiten für das Beschneiden großer Bäume durchgeführt.” Sehr oft erfordern die Arbeiten Eingriffe für die Tarnung und Sanierung der Umwelt, aber Gualtiero Colzada nach: „hängt ihre Ausführung noch stark von der Sensibilität der Behörden und Planer ab.”

// NARCISIO SIMION ctr@consorziotrivenetorocciatori.it

// Gualtiero Colzada Bergführer des Valchiavenna (Sondrio) Italien www.guidealp.it

TERREALTE GTX Gualtiero Colzada (Bergführer des Valchiavenna) gehört zum Team der Profi-Tester von AKU, die zur Realisierung des neuen Modells TERREALTE GTX beigetragen haben.

OBERMATERIAL Suede + air 8000® 1.8 mm | FUTTER GORE -TEX ® Insulated Comfort | SOHLE Vibram® Mulaz | ZWISCHENSOHLE double density PU | GEWICHT 810 g GOOD FOR ALPS BERGGESCHICHTEN REPARATEURE

„Terre Alte“ bedeutet auf deutsch Hochland, so gibt das neue Modell der Linie Mountaineering, der TERREALTE GTX, schon mit seinem Namen einen Vorgeschmack auf den Einsatzbereich. Eine leichter und präziser Schuh für das klassische Bergsteigen und anspruchsvolle Wanderungen, auch in hoher Quote. Der TERREALTE GTX eignet sich für halbautomatische Steigeisen und ist dank des sofortigen und lang anhaltenden Tragekomforts auch ein ideales Modell für den Arbeitseinsatz in den Bergen.

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BAUERN

Die Berge sind kein Spielplatz. Vor allem sind sie ein Ort des Lebens und der Arbeit Der Berglandwirtschaft wird heute eine neue Rolle zuerkannt, die zusammenh채ngt mit der Wirtschaft des Ortes und den positiven Wirkungen, die sie auf sozialer und Umweltebene erzeugt. GOOD FOR ALPS BERGGESCHICHTEN

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Auf ca. 1500 Metern Höhe kommt der Pfad

aus dem Wald heraus und der Blick schweift frei über die Wiesenhänge, die die Nordseiten des Piz Zorlet genau gegenüber der Marmolada bedecken. Es ist Mitte Juli und die Berge scheinen von purpurroten Flecken überzogen zu sein. Jeden Sommer wiederholt sich dieses Schauspiel der Rhododendronblüte. Wer aus der Ebene und den Städten kommt, sieht in diesem Blütenmeer die Schönheit einer wilden Bergwelt weit ab vom grellen Tourismus, aber er kennt nicht den Blick des Bergbewohners, der hingegen ein tragisches Schicksal wahrnimmt. Überall in den Alpen erobern die Rhododendren die verlassenen Weiden und Wiesen zurück; ihre Ausbreitung ist ein Indikator für eine Natur, die sich den Raum zurückholt, den der Mensch ihr abgenommen hat. Mit ca. 4500 Pflanzen, die Blüten erzeugen, beherbergen die Alpen drei Siebtel der gesamten europäischen Flora. Die Berglandwirtschaft ist ein grundlegender Bestandteil dieses Reichtums, aber ohne Weidetiere und das Mähen der Weiden wäre dieser Habitat inzwischen fast verschwunden. Nach Jahrzehnten, in denen in den Alpen viele Anbauzonen teilweise verlassen wurden, kann man seit den 90er Jahren eine Rückkehr zu den landwirtschaftlichen Tätigkeiten beobachten und verantwortlich für diese Veränderung sind vor allem junge Leute. Und so verändern sich die Berge langsam: Bauern aus Tradition werden ersetzt von Bauern aus Überzeugung, die oft aus Lebens- und Arbeitswelten stammen, die weit von den Bergen entfernt sind. Langsam ändert sich auch der Blickwinkel, den die Stadt auf die Berge hat. Heute sind es Städter, die auf den Lehrbauernhöfen und den Modellalmen Unterricht bei den Bergbauern nehmen. Es handelt sich um eine soziale und kulturelle Veränderung von grundlegender Wichtigkeit für die Höhenlagen und trotz der Mißerfolge und Schwierigkeiten hinsichtlich einer umfassenden Durchsetzung wachsen die positiven Erfahrungen neuer Bauern, denen es gelungen ist, Kultur und Erfahrung, Tradition und Innovation unter einen Hut zu bringen, ständig weiter. Im Bereich des Nationalparks der Belluneser Dolomiten baut die landwirtschaftliche Kooperative La Fiorita mit mehr als 200 Mitgliedern Spezialitäten der Region an, wie: Bohnen aus Lamon und Gialét-Bohnen, Sponcio-Maismehl, GOOD FOR ALPS BERGGESCHICHTEN BAUERN

Gerste aus Agordo, Kartoffeln aus Cesiomaggiore und großer Alpendinkel. Alles Produkte, die aus der Aufwertung alter traditioneller Sorten der Belluneser Berge hervorgehen und mit umweltfreundlichen, integrierten und biologischen Produktionsrichtlinien und -verfahren erzeugt werden. Die Genossenschaft arbeitet seit 1977 und seit ca. zehn Jahren haben sich die Mitglieder und mit ihnen auch die Obst- und Gemüseproduktion mehr als verdoppelt. In die richtigen Bahnen geleitet wird dieses Wachstum vom Präsidenten Eugenio Garlet und von Stefano Sanson, Lehrer für Agrartechnik und Verantwortlicher für die Entscheidung, auf die Belluneser Agro-Artenvielfalt zu setzen. „Unsere Mitglieder sind vor allem kleine Erzeuger, Kinder und Enkel von Bauern, die einen Schatz an Böden und Gebäuden vorgefunden haben, den sie in irgendeiner Weise nutzen wollen”, erzählt Sanson. „Die Produktion erfolgt daher in kleinen Unternehmen, die oft durch Erbaufteilungen auseinandergerissen wurden, die für die Gemüseproduktion interessante Einkommen liefern könnten. Trotzdem übt noch niemand die Tätigkeit als Haupterwerbsquelle aus.” Unter Berücksichtigung des Jahreszeitenzyklus bringen die Mitglieder der Kooperative ihre Produktion, die direkt verpackt und verkauft wird.

«Starke emotionale Verbindungen, der Gedanke, dass es möglich wäre, von der Landwirtschaft und vom Tourismus in den Bergen zu leben, um eine Arbeit auszuüben, die mir gefällt und bei der Mühen und Unannehmlichkeiten zweitrangig sind» „Wir zielen stark auf eine kurze Produktionskette ab”, präzisiert Sanson, „und verkaufen an Restaurants, in kleinen örtlichen Geschäften und in den umliegenden Provinzen. Wir haben gute Beziehungen zu einigen Gruppen des solidarischen Einkaufs und vernachlässigen es auch nicht, unsere Produkte auf Messen zu bewerben.” Die Zukunft der Berglandwirtschaft ist immer mehr gebunden an die Fähigkeit,

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Erfahrungen und Chancen auszutauschen und Präsident Garlet sieht unter dieser Perspektive die Entwicklung seiner Kooperative: „Heute ist es von unabdingbarer Wichtigkeit, solidarisch zusammen arbeiten zu können, aber wenn wir wachsen wollen, muss mehr Professionalität, Ausbildung und unternehmerischer Biss hinzukommen.” Qualitäten, die wir in der Geschichte von Daniele Landra finden, dem es mit siebenundzwanzig Jahren gelungen ist, unter einem einzigen Dach all seine Leidenschaften zu vereinigen. Das Dach ist das des Hauses seines Ururgroßvaters im Valle Maira (in der Provinz

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ohne eine große Leidenschaft entsteht: „Wir haben das Haus der Großeltern in Abstimmung mit denen umgebaut, die es vor mehr als einem Jahrhundert errichtet haben, unter Berücksichtigung der Region und der örtlichen Architektur und unter Benutzung von sauberen und erneuerbaren Energiequellen, wie Holzheizungen und Sonnenkollektoren.” Der landwirtschaftliche Betrieb von Daniele ist ein multifunktionales Landwirtschaftsmodell, bei dem die landwirtschaftliche Produktion durch die Landschaft und Dienstleistungen ergänzt wird. „Unser Unternehmen ist ein Familienbetrieb, der sich vorwiegend mit biologischer Imkerei beschäftigt. Außerdem bauen wir Gemüse und Kleinobst an und züchten Hoftiere. Wir haben ca. zwanzig Schlafplätze, wir organisieren Lehrkurse, Fotoausstellungen, Musikabende und

«Wir zielen stark auf eine kurze Produktionskette ab und verkaufen an Restaurants, in kleinen örtlichen Geschäften und in den umliegenden Provinzen»

TRENTINO ALTO-ADIGE

Val Belluna

FRIULI VENEZIA GIULIA

VALLE D’AOSTA Lombardia

VENETO

Valle Maira

Daniele Landra 1 Daniele Landra (ph. G. Luigi) // 2 - 3 Pollen des biologischen Landwirtschaftsbetriebs Al Chersogno (ph. D. Landra) 4 Bicigrill in Busche, Kooperative La Fiorita (ph. S. Sanson) // 5 - 6 Kartoffeln in Cesiomaggiore (ph. S. Sanson)

Cuneo an der Grenze zum französischen Valle dell’Ubaye), das Daniele und seine Familie in einen wunderbaren Agritourismusbetrieb verwandet haben. Die Leidenschaften hingegen sind: okzitanische Musik, Imkerei, Fotografie und Ausflüge in die Berge. Nach dem Studium der Forst- und Umweltwissenschaften und nachdem er Naturführer geworden war, hat Daniele entschieden, dass dieses Haus aus Holz und Steinen und Ort seiner Kinderspiele der Ausgangspunkt für ein neues Abenteuer werden soll. Es waren mehr als vier Jahre intensiver Arbeit nötig,

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son Stefano Santechn ik

Agrar Val Belluna - Belluno - Italien

PIEMONTE

aber Ende 2012 konnte Daniele Al Chersogno eröffnen: ein biologisches landwirtschaftliches Unternehmen und Agritourismusbetrieb inmitten der Natur der Cottischen Alpen. „Ich habe immer engen Kontakt zu den Orten und Geschichten meiner Heimat gehalten,” erzählt Daniele voller Stolz. „ Starke emotionale Verbindungen, der Gedanke, dass es möglich wäre, von der Landwirtschaft und vom Tourismus in den Bergen zu leben, um eine Arbeit auszuüben, die mir gefällt und bei der Mühen und Unannehmlichkeiten zweitrangig sind.” Ein Blick reicht aus, um zu verstehen, dass nichts

Bauer und tour operator Val Maira - Cuneo - Italien

rlet Eugenio Gaerativ e

Bauer und Koop La Fiorita Team Manager Val Belluna - Belluno - Italien

Kurse zur okzitanischen Küche. Tourengänger finden hier zahlreiche Überquerungen und Aufstiege, vom Familienpfad bis hin Gipfeln, die höher als 3000 Meter sind.” Die Folgerichtigkeit des Projekts von Daniele erstaunt, wenn er die Art und Weise erzählt, wie er die Rückverfolgbarkeit der Bienenprodukte anwendet: „Auf jedes Glas kleben wir ein QR-Code-Etikett, das mit einem Mobiltelefon gelesen werden kann, mit dem ein Video im Internet verbunden ist. Das Video erzählt, was sich im Glas befindet, vom Ort der Erzeugung bis zur Verarbeitung; auf diese Weise binden wir das Produkt an den GOOD FOR ALPS BERGGESCHICHTEN BAUERN


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TREKKER LITE II GTX

TRENTINO

ALTO-ADIGE Val Imagna

Das Modell TREKKER LITE II GTX , ein robuster und leichter Schuh, der ideal für Tageswanderungen ist, ist eines der Symbole der Handwerkstradition von AKU, ein “Klassiker” für das Trekking in mittleren Gebirgslagen auch außerhalb der vorgegebenen Wege, mit der Sicherheit sofortigen und dauerhaften Komfort, Stabilität und eine hervorragende Atmungsaktivität zu erhalten.

FRIULI VENEZIA GIULIA

VALLE D’AOSTA Lombardia

VENETO

PIEMONTE

ernizzi Giacomo Invürger meister

Bauer und Vizeb Val Imagna - Bergamo - Italien 3

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OBERMATERIAL Suede + air 8000® 1.8 mm | FUTTER GORE-TEX® Performance Comfort | SOHLE Vibram® Winkler | ZWISCHENSOHLE double density die cut EVA | GEWICHT 620 g 1 Kühe im Valle Imagna (ph. Dimitri Salvi) // 2 Stracchino der Kooperative Il Tesoro della Bruna (ph. D. Salvi) // 3-4 Celina Carminati (ph. D. Salvi)

Landstrich und vermitteln die Leidenschaft für unsere Arbeit.” In der Provinz Bergamo, im Valle Imagna in den Orobischen Alpen gibt es einen Ort, der um sich einige Berglandwirtschaftsprojekt versammelt, die sich untereinander ergänzen und zusammenhängen. Der Ort heißt Corna Imagna, liegt auf 800 Metern, hat etwas weniger als eintausend Einwohner und das Projekt, aus dem alles hervorgegangen ist, ist das Haus des Stracchino, eine ebenso kleine wie funktionale Käserei, die geschaffen wurde von den Mitgliedern der landwirtschaftlichen Kooperative “Il Tesoro della Bruna”, sechs kleine Unternehmen, die sich um einen Schatz versammeln: die Milch der braunen Alpenkuh. In wenigen Jahren sind zur Käserei eine Herberge, ein Campingplatz, ein Verkaufspunkt mit einem kleinen Lehrmuseum und kürzlich auch ein Gasthaus hinzugekommen, das natürlich den Namen „Locanda dello Stracchino” trägt. Und, sollte dies noch nicht reichen, eine Reihe von Routen entlang der alten Wege des Ortes (alles georeferenziert und mit herunterladbaren Apps), das Netzwerk anderer landwirtschaftlicher Betriebe der Region (Kleinobst, Gemüse, Äpfel), um besser den AnforderunGOOD FOR ALPS BERGGESCHICHTEN BAUERN

gen von Gruppen für den solidarischen Einkauf gerecht zu werden, und die Eröffnung eines stark besuchten 0-km-Marktes. Giacomo Invernizzi, Vizebürgermeister von Corna, ist eines der Mitglieder der landwirtschaftlichen Kooperative. „Der Stracchino deckte in der Vergangenheit einen großen Teil der Agrarwirtschaft des Valle Imagna ab,” erzählt Invernizzi. „ Dann ist er in jüngerer Zeit eine Familientätigkeit geworden, die repräsentativ für eine zur marginalen Wirtschaft niedergegangene Landwirtschaft ist.” Der Wunsch, den kleinen örtlichen Landwirtschaftsbetrieben Würde und Nachhaltigkeit zu verleihen, und die Überzeugung, dass die Pflege des Landstrichs die Basis bilden kann, auf der sich andere Wirtschaftszweige entwickeln können, treibt die Gemeindeverwaltung von Corna Imagna an, den Dialog mit den Landwirten zu suchen: „So ist die landwirtschaftliche Kooperative “Il Tesoro della Bruna” entstanden”, fährt der Vizebürgermeister Invernizzi fort. „ Man hat ein Unternehmensmodell gesucht, das mit den Höhenlagen kompatibel und nachhaltig ist und hat versucht, eine örtliche Produktionskette entstehen zu lassen, in der die Aufwertung der

Umwelt- und Kulturressourcen ein neue Art und Weise den Landstrich zu bewohnen, darstellt. Das Haus des Stracchino und die landwirtschaftliche Kooperative sind ein symbolisches Element des Tals, das über Prozesse des Selbstbewusstseins und der Selbstbestimmung den Aufbau der eigenen Zukunft versucht.” // landwirtschaftlichen Kooperative La Fiorita www.cooperativalafiorita.it // Agritourismusbetrieb Al Chersogno www.chersogno.it // landwirtschaftlichen Kooperative Il Tesoro della bruna www.iltesorodellabruna.it In Zusammenarbeit mit Davide Torri, Association: www.gentedimontagna.it BRESCIA WINTER FILMFEST

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GUT (2,1) Herrenmodell

Ausgabe 8/2013

13NF19

Im Test: 15 Paar Trekkingstiefel

AKU Trekker Lite II GTX

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Stabilität und Schutz des Fußes Dämpfung und Abrollverhalten Rutschfestigkeit HALTBARKEIT 25% gut (1,9) Laufsohle Innenfutter Schnürteile und Ösen Processing SCHADSTOFFE 5% sehr gut (1,2) Perfluorierte Tenside (PFOA) / PAK / Phthalate / Chrom VI / AUSSTATTUNG / TECHNISCHE MERKMALE Erhältliche Schuhgrößen 3 bis 13 670 Gewicht pro Schuh (Gramm) 156 Schafthöhe (Millimeter) Leder, Obermaterial (vorwiegend) Synthetik Gore-TEX® Membran 4 Haken, Schnürsystem 3 Ösen

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TREKKER LITE ii GTX FUNKTIONALITÄT UND SICHERHEIT

Stiftung Warentest ist eine deutsche Stiftung, die im Jahre 1964 auf Beschluss des deutschen Bundestages gegründet wurde, um dem Verbraucher durch die vergleichenden Tests von Waren und Dienstleistungen eine Unterstützung beim Kauf zu bieten. Als Ergebnis eines Tests, der durchgeführt wurde an 15 der wichtigsten auf dem deutschen Markt vertretenen Marken, hat das Modell TREKKER LITE II GTX im Juli 2013 eine Anerkennung als bestes Produkt der Kategorie Trekkingschuhe erhalten. Besonders positiv ist das Ergebnis des Labortests, der durchgeführt wurde für den Nachweis eventueller giftiger Stoffe in den Hauptkomponenten des Produkts. Für diesen Parameter hat sich TREKKER LITE II GTX als der sicherste Schuh erwiesen und eine Bewertung von 2,1 (sehr gut) erhalten.

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Trekker Lite II GTX W’s

Schuhgrößen (Damenmodell)

3 bis 8

GOOD FOR ALPS STORIE DI MONTAGNA


WANDERER Der lange Pfad der Entdeckung

Gehen ist eine praktische Geste, aber auch eine Form des Denkens und die freiesten und tiefgr端ndigsten Gedanken entstehen beim Gehen. GOOD FOR ALPS BERGGESCHICHTEN

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TRENTINO ALTO-ADIGE

FRIULI VENEZIA GIULIA

VALLE D’AOSTA Lombardia

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PIEMONTE

Val Maira

Maria Schneider

links: Forte Diamante, Genova (ph. A. Beltrame) // 1 Borgata San Martino, Val Maira (ph. A. Beltrame) // 2 - 3 Val Maira trails (ph. A. Beltrame)

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ile mit Weile. So lautet ein lateinisches Motto, das dem Kaiser Augustus zugeschrieben wir, das im scheinbaren Gegensatz die Effizienz und die Vorsicht beim Handeln zusammenhält. Genau das Gegenteil von dem, was in der heutigen Gesellschaft passiert, die vollkommen auf eine kontinuierliche Beschleunigung abzielt, die so weit geht, dass eine Verlangsamung ein Luxus geworden zu sein scheint. Aber eher als in ihrer Gegensätzlichkeit ist es die Spannung zwischen diesen beiden Haltungen, in der sich unsere Menschheit realisieren kann. Es ist klar, dass wir nicht vollständig auf die Geschwindigkeit verzichten können, aber wir müssen bremsen und auch anhalten. Die Langsamkeit ist die Bedingung für das Zuhören, für das Zusammentreffen und wenn wir für einen Augenblick aufhören zu laufen und beginnen, zu gehen, bemerken wir, wie stark wir uns selbst verlieren. Im Übrigen ist das Gehen die einfachste Sache, die wir alle schon von Kindesbeinen an beherrschen, aber erst seit Kurzem ist es zumindest für den unruhigsten und vom technologischen Fortschritt am meisten betroffenen Teil der Weltbevölkerung zu einem unerwartet attraktiven, unkonventionellen und alternativen Akt geworden. Viele Studien haben inzwischen bewiesen, dass wir, wenn wir gehen, eine starke Dosis an Stoffen wie Serotonin und Endorfin produzieren, die für Wohlbefinden sorgen. Aber das Gehen erlaubt uns auch, den Kopf frei zu bekommen und in Einklang mit der durchquerten Umwelt zu gelangen und sie zu einem einzigen Ganzen mit uns werden zu lassen. Das Gehen in der Natur, aber auch durch Stadtlandschaften, erlaubt es uns, bei jedem Schritt Fenster nach außen zu öffnen. Aber auch die Sinne werden angeregt: Gerüche, Farben, Geräusche, Geschmäcker, Hitze, Kälte. Und dann wären da die haptischen Eindrücke: die Füße auf dem Boden, der Wind der Haut, Regen oder Schnee im Gesicht. Beim Gehen gelangen wir in Kontakt mit unserem Körper und atmen den Ort, in den wir eingetaucht sind und der uns jedes Mal neu erscheint, auch wenn wir ihn schon gesehen haben, weil die Empfindun-

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Vizepräsidentin der Vereinigung Percorsi Occitani Val Maira - Cuneo - Italien

gen, die wir haben, anders sind. Das Gehen erlaubt es uns, den Landstrich und seine Bewohner genau kennenzulernen und wir können Details erfassen, die uns sonst entgehen. Aber um etwas zu sehen, muss man den richtigen Rhythmus haben, anderenfalls bewegen wir uns nur von einem Punkt zu anderen und verlieren mehr Dinge als wir erobern. Der richtige Rhythmus ist nicht unbedingt das langsame Gehen, viel mehr ist er ein bewußtes Gehen, das es erlaubt, sich selbst stärker im Verhältnis zur Natur und zur Kultur der Orte auszudrücken. Wandern, Trekking, Bergsteigen und auch ein langsames Laufen sind Formen des Gehens, die mit einem bewußten Schritt angegangen werden können, ohne von der Geschwindigkeit überrollt zu werden, wobei wir anhalten können, wann wir wollen, wenn ein Zusammentreffen unsere Aufmerksamkeit fordert, und uns von der Zufälligkeit der Zusammentreffen leiten lassen können. Maria Schneider ist die Vizepräsidentin der Vereinigung Percorsi Occitani, eine Gruppe von Kleinunternehmern, die seit fast zwanzig Jahren das meistbesuchte Wandergebiet des Valle Maira leitet. Mit ihrem Mann Andrea Schneider, gehörte sie Anfang der 80er Jahre zu den Pionieren der Wiedergeburt des Tals. „Wir sind Ende der 70er Jahre durch Zufall hierher gekommen, weil wir uns auf dem Weg in die Provence, die damals unser Ferienziel war, verfahren haben”, erzählt Maria Schneider. „ Dieses Tal hat uns beeindruckt und wir haben uns entschlossen, hier zu bleiben. Unsere erste Tätigkeit ist eine Schule für die italienische Sprache für Ausländer in Prazzo gewesen. Die Kurse wurden von italienischen Lehrern gehalten und in der Freizeit begleiteten mein Mann und ich sie in die Berge.” 1990 sind die Eheleute Schneider in die Gemeinde Stroppo umgezogen und haben das Centro Culturale Borgata San Martino gegründet, das zu einem wichtigen Ort für kulturelle und gastronomische Veranstaltungen sowie für Wanderungen werden sollte. In der Zwischenzeit nahm das Projekt, die alten Pfade, die die kleinen Orte des Tals miteinander verbinden, wieder instand zu setzen und zu einem großen Rundwanderweg zu GOOD FOR ALPS BERGGESCHICHTEN WAnderer


TRENTINO ALTO-ADIGE

VALLE D’AOSTA

Roppolo PIEMONTE

Lombardia

Milano

FRIULI VENEZIA GIULIA

VENETO

EMILIA-ROMAGNA

Alberto Conte

Team Manager der Vereinigung il Movimento Lento Roppolo (Biella) - Italien

Roberto D’Agostino

Team Manager der Vereinigung Trekking Italian Milano - Italie

Gianluca Migliavacca

Koordinator der Vereinigung Trekking Italian Milano - Italie

verbinden, Form an. „Die Percorsi Occitani haben viele Mütter und Väter. Das Modell ist ohne Zweifel die Große Alpenüberquerung gewesen”, fährt Frau Schneider fort. „Sie gefallen, weil sich um sie herum eine ganz besondere Art der Gastlichkeit entwickelt hat: Man kann einen ganzen Tag wandern, ohne eine Menschenseele zu treffen, am Ende des Weges findet man aber sicher eine Etappenstation mit leckeren typischen Gerichten.” Der Wanderer der Percorsi Occitani bleibt zwischen 7 und 10 Tage im Tal, wechselt jeden Tag Etappenposten und spricht zu 95% Deutsch (Deutsche, Österreicher und Schweizer). Mit 4000 geschätzten Gästen pro Jahr bieten sie ca. 50 Personen eine Saisonarbeit. Der Wandertourismus hat dem gesamten Tal beachtliche wirtschaftliche Vorteile gebracht und hat die Entvölkerung gebremst, wie Maria Schneider erzählt: „Mit den Percorsi Occitani sind neue Beherbergungsstrukturen entstanden, viele Häuser wurden renoviert, das Wanderwegnetz ist ausgeschildert und auch die Winterwanderungen (alpiner Ski und Schneeschuhe, AdR) wächst von Jahr zu Jahr.” Und für die Zukunft hat Frau Schneider klare Vorstellungen: „Das Valle Maira bleibt eine Nische für besondere Personen. Es kann nicht nur mit dem Tourismus überleben. Wenn es eine Zukunft haben will, müssten weitere Aktivitäten um den landwirtschaftlichen Bereich und auch im Handwerk entwickelt werden. Ferner könnten mit den Kommunikationsinstrumenten der heutigen Zeit viele Freiberufler (Übersetzer, Architekten, Ingenieure usw.) hier arbeiten. Das ist jedoch eine Lebensentscheidung und es gibt noch zu wenige Menschen, die sich entschließen, hier zu leben.”

«Immer öfter fängt man an zu gehen, um wichtige Entscheidungen zu treffen oder um sich selbst in einem schwierigen Moment wiederzufinden» Die vorliegenden Daten zeigen uns, dass sich das Gehen von einer sportlichen Aktivität im Freien in einen Lebensstil verwandelt. Alberto Conte GOOD FOR ALPS BERGGESCHICHTEN WAnderer

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1-2 Festival della viandanza (ph. A. Conte)

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beschäftigt sich seit mehr als dreizehn Jahren mit der Verbreitung des langsamen Reisens. Er gehört zu den Schöpfern des Festival della Viandanza (Festival der Wanderung) und hat den Vorsitz des Vereins Il Movimento Lento. Wer kann uns besser als er sagen, wie groß die Lust am Gehen ist? Wie Rebecca Solnit in der Geschichte des Gehens sagt, „funktioniert der menschliche Geist auf drei Meilen pro Stunde”, sagt Alberto Conte. „Immer öfter fängt man an zu gehen, um wichtige Entscheidungen zu treffen oder um sich selbst in einem schwierigen Moment wiederzufinden oder weil man von einem Tag auf den anderen ohne Arbeit dasteht und auf lange Sicht in einer Reise zu Fuß die Erfüllung eines Traums sieht, der vorher nicht verwirklicht werden konnte.” Ein Traum, aber nicht für alle, denn es gibt auch diejenigen, die zum Gehen gezwungen sind, um zur Schule zu kommen, einen Brunnen zu erreichen oder vor einem Krieg zu flüchten. „Ich habe oft Menschen gesehen, die unter Armutsbedingungen oder in schwierigen Situationen lebten, die sehr viel fröhlicher als viele von uns schienen, die von den Bequemlichkeiten der „ Zivilisation” profitieren. Ich möchte glauben, dass das Gehen in einer bestimmten Weise zur Ruhe beiträgt, die ich in ihren Augen gesehen habe”, ist der Gedanke von Alberto Conte und dann fügt er hinzu: „ Ich habe keine Zweifel: Es ist hundert Mal besser, zu Fuß zur Schule zu gehen und vielleicht jeden Tag viele Kilometer hinter sich zu bringen, als von einem reichen, aber verärgerten Vater in einem großen SUV gebracht zu werden.” Das starke Wachstum des Tourismus verbunden mit der Erfahrung der „Andachtswege” und das Entstehen von Veranstaltungen, die dem langsamen Gehen gewidmet sind, wie das Festival della Viandanza, sind ein Indikator für eine laufende soziale Veränderung. „Die Krise hat uns die Grenzen des materialistischen Ansatzes aufgezeigt, in dem viele aufgewachsen sind, und die Andachtswege bedienen einen wachsenden Bedarf an Spiritualität ”, erzählt Alberto Conte. „Der Erfolg des Jakobswegs ist vor allen ein soziales Phänomen, ein kollektiver Ritus, und sicherlich ist er Mode geworden. Aber trotz dessen, dass ich nicht viel für Moden übrig habe, gefällt mir diese besonders gut, denn sie nähert viele Menschen einer Praxis an, die ihnen und der gesamten Gesellschaft guttut.” Zu den ersten Verbänden in Italien, die die klassischen alpinen Wanderwege verlassen ha-

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1 Porretta Terme, Bologna (ph. Mucci) // 2 San Peyre di Stroppo, Val Maira (ph. A. Beltrame)

TRANSALPINA GTX Associazione Amici del Trekking e della Natura Milano.Genova.Torino.Firenze.Bologna.Venezia.Roma

Getestet und genehmigt von Trekking Italia 2

ben, zählt Trekking Italia. Seit 1985 gibt es ihre Angebote für ein bewußtes Gehen überall: Küstenstreifen, Hügel, Flüsse, Ebenen, Seen, natürlich in den Bergen und seit Kurzem auch in der Stadt. „Ich denke, dass Trekking Italia zu einer entschiedenen Kursveränderung unter den Bergfans beigetragen hat”, erzählt Roberto D’Agostino, der seit kurzer Zeit seinen Verband leitet, der jedes Jahr mehr als 30.000 Menschen zum Wandern bringt, und er fährt fort: „Nicht nur, weil eine Reihe von Orten aufgezeigt wurde, die normalerweise vom Tourengehen ausgeschlossen sind, sondern auch, weil in Mißbrauchssituationen ziviler Einsatz gezeigt und die Erfahrungen von tausenden Mitgliedern gesammelt und beherzigt wurden. All unsere Mitglieder sind eingeladen, das Wegenetz und die Beziehungen auszubauen, die das echte Herz des Verbands sind. Netze und Routen verflechten sich auch in den Social Networks und ein neues Phänomen bildet sich heraus: das „Social Trekking”. „Es handelt sich um die Weiterführung der Förderung des Gemeinwesens, des Kennenlernens des anderen. Der Punkt, der uns am meisten interessiert”, fährt der Präsident D’Agostino fort, „ist die an vernachlässigten Gebieten orientierte Forschung. Der Frankenweg ist die Hochgeschwindigkeit der Wanderwege, aber wie viele andere Wege zweigen sich ab, wie viele kleine und neue Wirtschaftsbetriebe finden wir? Diese Suche ist die politische Voraussetzung für die Ausweitung des Wissens und die Pflege des Landstrichs.” Unter den Mitarbeitern des Präsidenten D’Agostino ist Gianluca Migliavacca, historisches Mitglied des Verbands,in dem er auch Präsident gewesen ist, der die Mailänder Filiale koordiniert und der Schöpfer der „Sentieri Metropolitani” (Großstadtpfade) ist. Versuchen wir, zu verstehen, um was es sich bei diesem neuen Angebot handelt. „Es beinhaltet viele Dinge und auch eine Provokation”, erzählt Migliavacca. „Die Langsamkeit ist noch provozierender, wenn sie im Herzen unser Städte zur Anwendung kommt. Ich würde sogar sagen, dass dieselbe Stadt, wenn sie gehend entdeckt wird, noch mehr Überraschungen für uns bereithält als eine Wüste oder ein Gletscher. Die „grünen Straßen” für den Zugang in die und die Fluch aus der Stadt als “Hochlangsamkeitsstraßen” (wobei „hoch” auch ein Maß für den Wert ist) zu entdecken, ist eine schöne Herausforderung für die Geschwindigkeit.”

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“Auf dem Wanderweg finden sich alle Werte, die dem zugrunde liegen, was wir beide tun.” Aus dieser Überlegung geht die Kooperation von AKU und Trekking Italia hervor, ein gemeinsamer Planungs- und Entwicklungsraum, in dem die gegenseitigen Erfahrungen von Hersteller und bewußtem Benutzer vereinigt werden. Einige Mitglieder von Trekking Italia haben dazu beigetragen, das neue Modell TRANSALPINA GTX durch eine kontinuierliche praktische Testtätigkeit während aller Entwicklungsphasen zu verbessern und zu verfeinern.

OBERMATERIAL Suede + AIR 8000® 1.8 mm | FUTTER GORE-TEX® Performance Comfort | SOHLE Vibram® Cloud | ZWISCHENSOHLE EVA/PU | GEWICHT 600 gr

Schuh für zeitgemäße Wandergänge. Transalpina GTX vereint traditionelle Handwerkskunst mit neuen technischen Lösungen. Der modisch designte und gleichzeitig funktionelle Oberschuh aus Veloursleder und AIR8000® ist mit einer innovativen IMS³ mit drei unterschiedlichen Dämpfungshärten und einem Exoskeleton-System gekoppelt, für optimale Dämpfung der Fußsohle.

// Vereinigung PERCORSI OCCITANI www.percorsioccitani.com // Vereinigung TREKKING ITALIA www.trekkingitalia.org // Vereinigung il MOVIMENTO LENTO www.movimentolento.it

Associazione Amici del Trekking e della Natura Milano.Genova.Torino.Firenze.Bologna.Venezia.Roma

GOOD FOR ALPS BERGGESCHICHTEN WAnderer


Welt PS FOR AL GOOD

“Geschichten aus der Welt” ist die Erzählung einer Gedanken- und Handlungsform, die AKU mit allen Freunden weltweit teilt: Frauen und Männer, die sich einsetzen für die Findung eines Gleichgewichts zwischen Mensch und Natur, Produktion und Leben. In der natürlichen Dimension und im urbanen Raum gibt es bewusste Nutzer, die in der natürlichen Umwelt (wieder) den eigenen Lebens- und Arbeitsraum finden.

Almfieber von Pia Kommer

Alle wissen es: Gepäck und Organisation sind die größten Herausforderungen für eine ungewöhnliche Reise. Genau diesen musste ich mich im Frühjahr 2012 stellen, als ich mich entschlossen hatte, zusammen mit meiner vierjährigen Tochter in eine neue Welt, nämlich die des Hirten und Almkäsers einzutauchen. Für die nächsten Monate wird unser Heim eine Hütte auf 1500 Metern Höhe im Berner Oberland (Schweizer Alpen) sein. Dort möchte ich mit meiner Tochter den ganzen Sommer verbringen, lernen, wie Käse und Butter gemacht werden und ein einfaches Leben führen. So kann auch meine Tochter einen ganz besonderen Sommer in der Natur und in Harmonie mit den Tieren verbringen. Die Alm gehört einem passionierten Biobauern, dem wie keinem anderen die Schweizer Alpenkultur und die althergebrachte Landwirtschaft am Herzen liegt. Das Gebäude bewahrt noch heute seine alte Struktur, die niemals von einem anderen Gebäude übertroffen werden wird, und alles ist ganz so wie zu Zeiten unserer Großeltern. Der Käse wird noch immer auf dem Kamin gemacht, die Butter wird in einem Originalfass erzeugt und in traditionelle, Buttermödeli genannte Formen zu 200 Gramm gepresst. Die Kühe bekommen kein Kraftfutter, sondern fressen nur das Gras der Alm. Und sie sind keine hocheffizienten Milchzentralen, sondern normale Kühe unterschiedlicher Rassen, die ein harmonisches Leben in den Bergen verbringen. Nach dem ersten Monat habe ich mich an die

GOOD FOR ALPS Geschichten aus der Welt

Berner Oberland Schweizer Alpen

harte Arbeit und die offensichtlichen Schwierigkeiten gewöhnt. Nur die Finger taten mir zuweilen weh und auch wenn die manuelle Arbeit anstrengend war, hat es mir gefallen, so zu leben. Mein Körper ist robuster geworden und das ist gut für mich und auch für meine Tochter gewesen. Gut für mich, weil ich mich hier in den Alpen immer wohler fühlte und gut für meine Tochter, weil ich in der Lage war, sie während der Arbeiten in den Bergen öfter auf den Schultern zu tragen. Meine Bergschuhe von AKU sind in diesem Fall eine große Hilfe gewesen. Wie eine Ziege im Schnee hatten meine Füße immer genug Grip und der Knöchel hatte auch an steilsten Hängen immer stabilen Halt. Wir hatten vorgesehen, vier Monate auf der Alm zu bleiben, sind am Ende aber ein wenig länger geblieben. Die Kühe waren schon ins Tal abgetrieben worden und wir sind mit den Schweinen, die länger bleiben, oben geblieben. Wir haben die Alm aufgeräumt und Marmelade aus im Tal gesammelten Früchten gemacht. Im Oktober ist der erste Schnee gefallen und das Wasser ist gefroren. Dann haben wir die Alm verlassen und sind über den frischen Schnee mit einem schweren Rucksack auf den Schultern abgestiegen. Was in dem Rucksack war? Er war prall gefüllt mit wunderbaren Erinnerungen: Momente der Müdigkeit, aber auch der Kraft, Momente tiefer Emotionen und Schönheit, Momente der Liebe für die Tiere und für das Leben in den Bergen. Und jeden Frühling, wenn die Sonne die Gipfel erhellt und den Schnee schmelzen lässt, werde ich das Almfieber wieder spüren.

photos: Pia Kommer auf der Alm

ichten Gesch der s u a

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von Agnieszka Szymaszek

Wenn Michał zur Arbeit aufbricht, dann kommt er für zwei Tage oder auch für eine Woche nicht nach Hause, Einmal ist er aufgrund eines enormen Schneesturms vollständig von der Welt abgeschnitten und in seinem Büro eingeschlossen gewesen. Für dreizehn Jahre hat Michał Trzebunia in der Hochgebirgs- Wetterwarte gearbeitet, die auf dem Gipfel des Kasprowy Wierch auf 1987 Metern Höhe in der Tatra liegt. Die Warte ist das höchstgelegene Gebäude ganz Polens. Um dorthin zu gelangen, muss das Personal die Seilbahn in Zakopane nehmen und sollte diese zum Beispiel aufgrund starken Winds geschlossen sein, ist es gezwungen, zu Fuß aufzusteigen und einen Höhenunterschied von 1000 Metern zu überwinden. Im Winter oder bei schwierigen Witterungsbedingungen kann sich der Aufstieg als echte Herausforderung erweisen, denn bei Nebel oder Schneegestöber kann man sich leicht verlaufen. Aber Michał macht all das nichts aus. Er ist einer der besten Freerider Polens, der Gründer der Freeskiing Academy und Kletterführer. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass er sich in den Bergen wohlfühlt: Die Tatra ist sein natürlicher Habitat. Viel mehr könnten ihm die Büroarbeit und das Tragenmüssen eines eleganten Anzugs unangenehm sein.Die ersten Wetterbeobachtungen auf dem Kasprowy Wierch gehen auf das Jahr 1935 zurück und drei Jahre später wurde die Wetterwarte gebaut, die bis heute einzig in ihrer Art ist. Dank ihrer Position an einem unberührten Ort spielt sie eine wichtige Rolle bei der Klimaforschung und darüber hinaus werden die Wetterdaten mit den Polish and Slovakian Mountain Rescue Teams und mit dem Tatra National Park ausgetauscht und dafür benutzt, die Sicherheit der Personen, die die Tatra besuchen, zu erhöhen.

Kasprowy Wierch Tatra-Gebirge - Polen

Stunden vorgenommen und dann an ein Wetterzentrum in Krakau geschickt werden, das Beobachtungen zu den Veränderungen der Schneeschichten im Laufe der Jahre anstellt. „Im Winter muss ich relativ früh vor 6 Uhr aufstehen, mich schnell anziehen und die Schneemessungen durchführen, so dass die Daten vor 7 Uhr bereit sind”, erklärt Michał. „Wir arbeiten in Übereinstimmung mit der Greenwichzeit und alle Stationen senden die Daten zur selben Uhrzeit. Ich muss die Schneefallmenge und alle Thermometer kontrollieren und den Schnee im Pluviometer schmelzen lassen. Im Sommer führen wir alle drei Stunden bis 20 Uhr und im Winter bis 19 Uhr Messungen durch. Am Abend habe ich ein wenig Zeit für mich.Darüber hinaus kontrolliere ich die Wetterpunkte, die sich außerhalb der Station in der Nähe des Liliowe-Passes, des Sees Morskie Oko und im Chochołowska-Tal befinden.” Wer in der Station arbeitet, muss sich, wie bei sich zu Hause, auch um die Hausarbeiten kümmern: das Ofenfeuer nicht ausgehen lassen, putzen, kochen, waschen und Schnee schippen. In der Freizeit kann man vor dem Computer sitzen, fernsehen oder ein Buch lesen. Die Station ist ein ziemlich komfortabler Ort mit viel Service. Dennoch nutzt Michał in seiner Freizeit nur selten die modernen Technologien. In der Regel nimmt er seine Skier oder den Fotoapparat und macht einen Ausflug in die Berge. Oft steigt er bis zum Kasprowy Wierch auf. Nahe an der Station gibt es eine Hütte, wo er seine Bergsteigerfreunde treffen kann. Wenn sich seine Schicht dem Ende zuneigt, sucht er seine Habseligkeiten zusammen und bereitet sich auf den Heimweg oder einen anderen Ausflug in die Berge vor. „Es gibt nichts Schöneres, als sich die Bergschuhe anzuziehen und zum Gipfel aufzusteigen”, sagt Michał.

Das Personal der Wetterwarte muss die Instrumente Tag und Nacht jede Stunde kontrollieren, egal, ob es draußen schneit, regnet oder stürmt. „Die auf dem Kasprowy Wierch erfassten Daten”, erläutert Michał Trzebunia, „gehören zusammen mit wenigen anderen Wetterstationen in Polen zum internationalen Vorhersagesystem und nach fünf Minuten werden sie nach Krakau und Washington geschickt.” Derzeit arbeitet Michał in Hala Gasienicowa, eine Weide, die am Fuße des Kasprowy Wierch liegt. Dort befindet sich die Nival Research Station, die zum Wetterinstitut und zur Wasserverwaltung gehört. Um in sein Büro zu gelangen, muss Michał den Gipfel des Kasprowy Wierch mit der Seilbahn erreichen und dann zu Fuß bis zur Station absteigen. „Im Sommer brauche ich ca. zwanzig Minuten für den Abstieg, aber im Winter bin ich auf Skiern in nur drei Minuten unten. Unsere Aufgabe ist es, den Schnee zu messen. Für Jahre haben wir dafür traditionelle Methoden eingesetzt, wie das Ausgraben von Profilen im Schnee. Seit einem Jahr ist unsere Station mit einem ultramodernen Gerät ausgerüstet, das eine Prüfung des Schnees erlaubt, ohne die Schichten dafür zu beschädigen. Die Vorrichtung ist unter dem Schnee vergraben und misst die Feuchtigkeit, die Temperatur, das Gewicht und andere Eigenschaften”, erklärt Michał. Die Wettermessungen in der Nival Research Station müssen alle drei

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GOOD FOR ALPS Geschichten aus der Welt

Michał Trzebunia bei der Arbeit in der Wetterwarte (ph. Studio Amo Vitam)

Arbeiten in der Tatra


Michael Schott, Vater und Bergführer AKU hat Michael Schott getroffen

Derzeit lebt er in Bolsterlang in den Hörnerdörfern, der südlichen Ecke Bayerns, nur wenige Kilometer nördlich von Oberstdorf. Vor drei Jahren ist er zusammen mit seiner Frau in die Berge zurückgekehrt, in denen er geboren wurde. Dort haben sie ihr Haus gebaut und dort ist auch Max geboren. Heute arbeitet Michael hauptberuflich als Bergführer an der Alpinschule Oberstdorf und ist freiberuflicher Berater für Hersteller von Sportmaterial. „Seit mehr als 40 Jahren liebe ich es, Sommer wie Winter in der Natur zu leben. Meine Leidenschaft sind die Alpen. Hier finde ich alle Wanderund Alpinismusformen in einem Gebiet, das nicht zu weit von Zuhause entfernt ist”, erzählt Michael. „Die Alpen sind der ideale natürliche Raum für alle Aktivitäten im Freien, die ich in den letzten Jahrzehnten lieben gelernt habe”, fährt Michael fort. „Egal, ob du in den Dolomiten auf Felsen kletterst, in den Walliser Alpen bergsteigst, Skitouren machst oder mit Schneeschuhe gehst, der einfachste und beste Weg, um frei von der digitalen und automatisierten Welt zu sein, ist das Gehen in den Natur- und Kulturlandschaften der Alpen und den Berge der Welt.”

Michael hat eine lange Erfahrung mit Reisen in extreme Gebiete und Höhenlagen und weiß gut, dass man, um diese Aktivitäten angehen zu können, angemessene technische Fähigkeiten haben, eine gute körperliche und mentale Form besitzen und sich nicht zuletzt Urlaub gönnen muss. „Im Gegensatz zu den Expeditionen ins Hochgebirge oder dem Klettern an großen Bergwänden ist das Wandern die einzige Art und Weise, sofort weit ab von allem zu sein. Man findet immer Zeit für sich selbst und für die eigenen Gedanken und man ist inmitten der Natur”, erklärt Michael. „Wandern kann man direkt vor der Haustür; bei Sonne, Regen, Schnee oder Sturm, mit der heute verfügbaren Ausrüstung ist es kein Problem, eine echte und nachhaltige Erfahrung zu erleben, auch wenn man nur wenig Zeit hat. Zurzeit ist es für mich am schönsten, meinen Sohn Max am Morgen mitzunehmen und erst spät wiederzukommen. Wenn er müde ist, kann er unter einem Baum oder im Kindertragerucksack schlafen. Wenn der Weg interessant ist, liebt er es, zu gehen und alles zu entdecken, was man riechen und hören kann und sich anders bewegt als alles, was er bis heute kennengelernt hat.” Max sitzt bei seinem Vater und der Blick des Kindes fällt plötzlich auf einen Alpenfinken, der am Himmel fliegt. „Die kleinen Dinge mit den Augen eines Kindes sehen zu können, ist das, was ich allen wünsche. Wanderungen in den Alpen sind der beste Weg, diese Erfahrungen zu erleben”, sagt der Vater und Bergführer Michael Schott.

photos: Michael Schott mit seinem Sohn Max

Für fünfzehn Jahre hat Michael Schott als Marketing und Product Manager bei einem in Deutschland marktführenden Anbieter für Wanderreisen in München gearbeitet. In seinem Studiencurriculum finden sich ein Chemiestudium und ein Diplombetriebswirt „Touristik”. Aber seine wahre Leidenschaft sind stets die Berge gewesen. Seit dreißig Jahren ist Michael Bergführer, eine Arbeit, die er immer zusammen mit seiner „normalen” Tätigkeit ausgeübt hat.

Bolsterlang Bayern - Deutschland

Die Alpinschule Oberstdorf ist eine Alpinschule, die seit Jahren zu den Freunden AKUs zählt. Ein mittlerweile langjähriger Partner, der unseren Produkten in allen Situationen, in der sich ein Bergführer während seiner Arbeit befindet kann benutzt: ein wichtiges Testfeld für alle Modelle der Kollektion AKU. Die Bergführer der Alpinschule Oberstdorf sind im gesamten Alpengebiet tätig und bieten organisierte und maßgeschneiderte Touren, vom Wandern über Backpacking, bis über die Besteigung zahlreicher Viertausender im bergsteigerischen Stil.

www.alpinschule-oberstdorf.de

GOOD FOR ALPS Geschichten aus der Welt

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Vitalpina Hotels Südtirol

jung.it jung.it

Vitalpina Vitalpina Hotels Hotels Südtirol Südtirol

www.vitalpina.info

Vitalpina Hotels Südtirol ist ein Hotelkonsortium bestehend aus den besten Hotels in Südtirol, die auf Wanderurlaube in den Bergen spezialisiert sind. Das Thema Wandern steht auf dem ersten Platz in der Philosophie der Vitalpina Hotels, neben einer gesunden Ernährung und WellnessBehandlungen mit natürlichen Produkten der Region. Alle Gastgeber sind selbst erfahrene Wanderer und begleiten Sie gerne sowohl im Sommer als auch im Winter durch die faszinierende Welt der Südtiroler Berge. Von Ortles bis zu den Dolomiten finden Sie in den Vitalpina Hotels Profis zu Ihren Diensten für einen Natururlaub im Zeichen des Wanderns in Trentino-Südtirol. VITALPINA HOTELS und AKU: Eine gemeinsame Inspiration, eine gemeinsame Begeisterung für das Leben in den Bergen. www.vitalpina.info www.vitalpina.info

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DER REALISMUS DER BERGE Auf der Jagd nach „Almgesichtern”

GOOD FOR ALPS BERGGESCHICHTEN

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ten und Volksliedern (auf Italienisch, Deutsch und Titsch) im Fotoband „Valsesia. Almgesichter” von Lorenzo Di Nozzi zu finden sind.

Auch die Schwarz-Weiß-Fotos – eine wirkungsvolle Farbwahl, um die Reinheit der Formen zu unterstreichen – sind die Poesie des Alltäglichen, die der Autor dem Volk der Almen rund um Alagna Valsesia und Riva Valdobbia gewidmet hat. Es ist ein kostbares Buch, Zeugnis der Zeitgemäßheit der Welt der Almen, das fern ab von jedem rhetorischen Mittel die Gegenwart fotografiert. Die Vergangenheit ist jedoch in einer bestimmten Weise in der Gegenwart enthalten und es sind die antiken Gesichter der Alpenbewohner, die sie enthüllen, auch wenn ihre Kleider, vor allem die der jungen Leute, auf die Moderne verweisen. Die Gesichter sind die der “Bergmenschen” schlechthin, ein alemannisches Volk, das sich um das 12.-13. Jahrhundert nach einer der wichtigsten transalpinen Wanderbewegungen an den Weiden um den Monte Rosa angesiedelt hat. „Die Almen sind das echte Herz der alpinen Kultur”, schreibt Lucia Bonesio, Dozentin für Geophilosophie, „[...] verbreitetes und außergewöhnliches Monument nicht nur für Hingabe, Arbeit, bauliches und umwelttechnisches Können, vor allem aber Ausdruck und gleichzeitig Garant für das gemeinsame Werk der Identität, das die Landschaft ist, Ergebnis der unaufhörlichen Zusammenarbeit von Mensch und Natur [...]”. Das „Herz der alpinen Kultur” liegt in den Gesichtern von Lorenzo Di Nozzi, Bilder, die über den dokumentarischen Wert hinausgehen und den Landstrich erzählen: Die Schönheit der Landschaft vereint mit dem harten Leben in den Bergen all jener, die sich in Höhenlagen, an der Überlebensgrenze niederlassen mussten. Die Fotografie ist nicht nur ein Mittel, um etwas zu sehen, sondern wird in geschickten Händen zu einer Geste, um dem zuzuhören, was uns umgibt und in einer Gefühlstiefe zu zeigen, die alle Sinne berührt und den Leser zu den soeben gesehenen Gesichtern zurückkehren lässt. Lorenzo Di Nozzi ist Bühnenfotograf und lebt zwischen Spanien und dem Ortasee. Derzeit ist er der offizielle Fotograf des Palau de la Musica in Barcellona und des International Jazz Festival in Barcellona. Von der Theaterbühne zur Bühne der Berge scheint der Sprung wirklich groß zu sein. „In der Tat sind es zwei von einander entfernte Welten”, bestätigt Di Nozzi. „Trotz dessen habe ich viele gemeine Punkte entdeckt: Ich habe nämlich immer versucht, die Almen so zu betreten, wie man ein Theater betritt, auf Zehenspitzen, und dabei versucht, diese Harmonie und dieses Gleichgewicht, das man spüren

// LORENZO DI NOZZI www.lorenzodinozzi.com Valsesia. Volti d’alpeggio, photo von Lorenzo Di Nozzi, von Paola Riccardi, 99 photo s/w, 120 pp, ril. 21x29.7, 2012. Der Band kann erworben werden auf der Internetseite: www.valsesiavoltidalpeggio.com

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kann, nicht zu stören. Wenn ich mir die Fotos jetzt wieder anschaue, sehe ich die Suche nach dem gleichen Licht, mit dem ich im Theater arbeite. Auf der Alm habe ich nur natürliches Licht benutzt, aber die Kontraste und die Weichheit des Lichts sind die der Bühne.” Das Valsesia ist der Landstrich, in dem Di Nozzi aufgewachsen ist, wo ihn sein Vater die Liebe zu den Bergen und insbesondere zum Monte Rosa gelehrt hat. „Ich verdanke diesen Bergen und ihren Menschen viel. Es schien mir ein Weg zu sein, etwas zurückzugeben, auch wenn ich gestehen muss, dass mir dieses Projekt unter dem menschlichen Aspekt so viel gegeben hat, dass ich jetzt denke, noch mehr in der Schuld zu stehen. Die Reise in diese Welt”, fährt Di Nozzi fort, „hat mir eine lange Reihe der Zusammentreffen mit außergewöhnlichen Menschen, und ergreifende Episoden geschenkt, die ich stets in mir tragen werde. Ich habe ebenso viele Lebensgeschichten erhalten, wie es Bilder gibt. Schwierige Geschichten von Opfern und Mühe, aber auch von Liebe, Selbstlosigkeit und Hingabe.” Im Laufe des 20. Jahrhunderts haben alle Walser-Gemeinschaften einen starken Rückgang und eine frühzeitige Verarmung der traditionellen Wirtschaft und des kulturellen Erbes erfahren. „Als ich dieses Projekt in Angriff genommen habe, dachte ich, dass die Welt, die ich dabei war zu entdecken, nunmehr am Ende angelangt war. In der Tat muss ich zugeben, dass es ihr nicht gut geht”, ist die Feststellung von Lorenzo Di Nozzi. Aber dann fügt er hinzu: „Es gibt aber viele junge Leute, Kinder von Hirten, die sich entschlossen haben, in die Fußstapfen der Väter zu treten, oder die sich entschieden haben, nach einer Erfahrung in der Stadt, die ihre Träume nicht erfüllt hat, in die Berge zurückzukehren. Diese jungen Leute machen Hoffnung.” Die Veröffentlichung des Bands hat gleichzeitig mit einem anderen freudigen Ereignis für die Familie Di Nozzi, nämlich der Geburt des ersten Kindes Romeo stattgefunden und der Gedanke des Vater gilt seinem Sohn: „ Ich wünsche mir, dass er eines Tages das Privileg haben kann, das ich gehabt habe, und diese Welten entdecken darf. Mein Optimismus sagt mir, dass er nicht nur diese Möglichkeit haben wird, sondern auch, dass Romeo in einer besseren Welt als der unseren leben wird. Eine Welt, in der der Mensch verstanden hat, dass wir zur Erde zurückkehren müssen und dass wir einander brauchen, wenn wir uns retten wollen. Teilen, denke ich, ist das Wort, das uns retten wird und das noch heute auf den Almen wie in vielen anderen kleineren Welten widerhallt.” Und dann fährt er fort: „ Die Welt wie wir sie kennen, ist am Ende, es gibt sie nicht mehr. Wir sind ganz unten und bereit, wieder aufzusteigen, um eine neue Welt bereichert von der Erfahrung und den gemachten Fehlern zu schaffen, um uns der Natur mit Freundlichkeit und Respekt wieder anzunähern. Es geht nach Hause!”

(1) Poesie von Anna Maria Bacher aus seinem Buch “Wê im ä Tröim - Vecchie e nuove poesie”, Ed. Walservereinigung Graubünden

dies ist eines der wunderbaren Walser-Gedichte, die zusammen mit Gebe-

photos: Lorenzo Di Nozzi

Geh Nebel, geh zum Bach, berühre leicht das Wasser und nimm seine leuchtenden Tränen mit. Dann flieg Nebel, flieg auf die Tannen und spinn deine Seide zwischen ihren Nadeln. Lauf Nebel, lauf nach Norden und nimm die Traurigkeit des Menschen mit. Dann steige empor Nebel, steige empor auf den Berg; dort oben verschwindet mit dir jede Sorge.(1)


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