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August 2012

Magazin für Sundern und Umgebung

WOLL

Worte, Orte, Land und Leute.

Schützenfeste 24 Stunden wie in Trance

Sorpesee Sport und Spaß am Wasser

Gerhard Hafner im Interview

Biergarten-Test Tipps und Empfehlungen für die Erfrischung im „Grünen“

www.woll-magazin.de, Schutzgebühr 3,- €


Magazin für Sundern und Umgebung

WOLL

Ausgabe 3 /August 2012

Worte, Orte, Land und Leute.

Seite 49

Seite 53

Seite 8

Seite 29

Helena Fromm Sauerländer Sportlerin bei Olympia

Seite 38 - 39

Sunderns geschichtliches Museum

Sorpesee Wassersport am Sorpesee

Seite 40 - 41

18 km rund um Allendorf

Willi-Weyer-Sportschule Der Erweiterungsbau in Hachen

Tortenträume im Backhius Maria Hegemann, ein Besuch in Hövel

Gerhard Hafner Ortsvorsteher in Enkhausen

Seite 53 - 59

Seite 8 - 11

Seite 12 - 13

Titelfoto: Manuela Rischen

Kornbrennerei

Seite 6 - 7

Seite 16 - 19

Seite 23 - 27

Schützenfeste

Interview mit Sunderns Schützenvorstand

24 Stunden

Seite 29 - 32

Enkhausens Königspaar

Geschichtswanderung

Seite 49 - 52

Biergärten Ein „Test“ der WOLL-Redaktion Seite 70 - 71

Schaumschläger

Kirchweihfest in Sundern/Christkönig Seite 74 - 75

Impressum, Fotowettbewerb W.O.L.L. August 2012 -

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Editorial Liebe Leserinnen und Leser!

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uchen Sie den Sommer? WOLL hat ihn gefunden. – Nein, ich werde an dieser Stelle nicht über das Wetter in diesem „Sommer“ 2012 lamentieren, wenngleich ein wenig mehr Sonnenschein nicht schaden könnte... Nein, ich werde mich nicht beklagen. Ich werde Ihnen sagen, was der Sommer im Sauerland zu bieten hat! Davon berichtet WOLL in dieser dritten Ausgabe – und das stellt alles in den kühlen Schatten! Gesellige Schützenfeste erleben und feiern Einheimische und Gäste in allen Dörfern und Ortsteilen Sunderns, und WOLL hat sich mit Kamera und Kugelschreiber ins Getümmel gestürzt! Lesen Sie unsere Reportage über die Arbeit der Schützen­vorstände, über die fleißigen Helfer im Hintergrund und erleben Sie in bunten Bildern den Jubel der „Majestäten“. Ein echtes Sommer-Event! Auch kulinarisch bietet die aktuelle WOLL-Ausgabe viele sommerliche Gaumenfreuden: Im „Backhius“ von Hövel bereitete Maria Hegemann köstliche Kuchen zu, perfekt zum Nachmittagskaffee auf Balkon oder Terrasse. Das unmittelbar bevorstehende Seefest mit Drachen­

bootrennen und großem Feuerwerk ist uns einen Ausflug nach Langscheid zu Sunderns „Edel-Promenade“ wert, Sommerfeeling pur garantiert! Und natürlich widmen wir uns im Olympia-Jahr 2012 dem SommersportEreignis des Jahres, denn auch das Sauerland leistet mit Spitzenathleten wie zum Beispiel Helena Fromm, der heimischen Taekwondo-Kämpferin, einen wichtigen Beitrag. Sie dürfen also gespannt sein auf 76 bunte, sommerliche Seiten WOLL! Und wir sind, wie immer, gespannt auf Ihre Meinung, auf Ihre Kritik, auf Ihre Ideen. Viele der Reportagen entstanden übrigens aus Ihren Anregungen und Empfehlungen. Dafür herzlichen Dank und: weiter so! Sommerliches Lesevergnügen wünscht Ihr Gisbert Scheffer

So erreichen Sie uns in der WOLL-Sundern-Redaktion: info@mkhoffe.de oder telefonisch 02933 90970-0. W.O.L.L. August 2012 -

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Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren! heLena fromm geWinnt in London bronze-medaiLLe fÜr daS SauerLand

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er es schon immer geahnt hat, wird jetzt dafür die Bestätigung finden. Schon im Sandkasten werden häufig die Weichen fürs Leben gestellt. Für Helena Fromm aus dem benachbarten Oeventrop trifft dies unumwunden zu. Denn durch einen Kindergartenfreund, der Helena mal mit zum TaekwondoTraining nahm, hat sie Kontakt zu der Kampfsportart bekommen. Von da an war sie fasziniert und begeistert vom Kampf „Mann gegen Mann“ oder besser „Mädchen gegen Mädchen“. Die Begeisterung war so groß, dass schon früh ihre Trainer das große Talent der jungen Oeventroperin erkannt haben. Begeisterung auf der einen Seite, aber vor allem Disziplin und Trainingsfleiß führten dazu, dass Helena heute die erfolgreichste deutsche Taekwondo-Kämpferin ist, und mit der Bronze-Medaille bei den Olympischen Spielen in London ihre Karriere gekrönt hat. Trotz ihrer sportlichen Erfolge, neben der Bronzemedaille, darunter sieben Deutschen Meisterschaften, Gold bei Europa- und Militärweltmeisterschaften und zahlreichen Top-Platzierungen bei internationalen Wettkämpfen ist Helena Fromm vor allem eins, eine Sauerländerin von Kopf bis Fuß: intelligent, charmant,

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freundlich und immer für ein offenes Wort zu haben. Vor vier Jahren bei den Olympischen Spielen in Peking erlebte sie eine ihrer schwärzesten Stunden. Hoffnungsvoll gestartet, schied sie aufgrund einer Fehlentscheidung schon im Vorkampf aus. Und der Traum von einer vorderen Platzierung oder sogar einer Medaille war dahin. Fast wäre es in London ähnlich gelaufen. Denn nach ihrem furiosen Auftaktsieg gegen die Vietnamesin Hoang Dieu Linh Chu traf Helena im Viertelfinale auf die koreanische Olympiasiegerin von Peking Hwang Kyung-Seon und verlor diesen Kampf mit 4:8. Über die Hoffnungsrunde gelang der Sauerländerin dann doch noch der Einzug in kleine Finale. Mit 8:2 gewann Helena Fromm ihren Finalkampf gegen die Australierin Carmen Marton deutlich. Danach war die Freude über die gewonnene Bronzemedaille groß. „Bronze ist eine wahnsinnige Super-Leistung“, sagte die Studentin und Sportsoldatin, nachdem sie wieder einigermaßen bei Atem war. In Oeventrop freuten sich hunderte von Fans beim Public Viewing in der Schützenhalle mit ihrer „Helli“ und feierten den Gewinn der Bronzemedaille bis in den frühen Morgen. Ihr Heimatort und das Sauerland liegen Helena Fromm besonders am Herzen. Daher unterstützt sie mit großer Überzeugung die Initiative HomebaseSauerland, eine Gruppe junger Menschen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, das Sauerland als attraktive Wirtschaftsregion und Standort innovativer und leistungsstarker Unternehmen bekannter zu machen. HomebaseSauerland hilft Helena Fromm bei der Suche nach Sponsoren und die Athletin wird im Gegenzug bei ihren Auftritten, wo immer es geht, als Botschafterin von HomebaseSauerland auftreten. Bei Olympia in London ist ihr das eindrucksvoll gelungen. Das Sauerland kann stolz auf diese hervorragende Leistungssportlerin sein. Die Medien sind schon seit einiger Zeit auf die charmante Olympiateilnehmerin aus dem Sauerland ebenso aufmerksam geworden wie der Deutsche Olympische Sportbund, für den Helena Fromm als eine von wenigen Olympioniken Ende April die neue Olympiakleidung der Deutschen Nationalmannschaft in einer Modenschau der Öffentlichkeit präsentieren durfte. ■ (hh)

Steckbrief mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift Sportiv, www.sportiv-magazin.de

Name: Vereine: Alter: Beruf:

Helena Fromm PSV Eichstätt 24 Jahre Sportsoldatin bei der Sportfördergruppe der Bundeswehr

Wie zum Taekwondo gekommen: Ein Kindergartenfreund hat mich einmal mit zum Training genommen und schon war ich von der Sportart fasziniert. Größte sportliche Erfolge: EM Gold 2008, WM Bronze 2007 und 2011, Militärweltmeisterin 2008 und 2010, Olympiateilnehmerin 2008, Olympia-Bronze 2012. Größte sportliche Enttäuschung: In Peking bei den Olympischen Spielen aufgrund einer klaren Fehlentscheidung auszuscheiden. Wem hast Du sportlich am meisten zu verdanken: In erster Linie natürlich meinen Trainern. Angefangen von Roland Schültke, der mich überhaupt in den Bereich des Wettkampfsportes gebracht hat, und dann natürlich meinem jetzigen Trainer Carlos Esteves, der mich seit nun gut acht Jahren intensiv betreut und mit dem ich meine größten Erfolge gefeiert habe. Aber ohne meine Familie wären all diese Erfolge nicht möglich gewesen. Darum spielt sie natürlich eine sehr große Rolle. Ohne sich immer bei jemandem ausweinen zu können, hält man dem Druck im Leistungssport kaum stand. Und das kann einem in dieser Form nur die Familie geben. Dein Lebensmotto: Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren. Glücksbringer für London: Ein kleiner Schlüsselanhänger, den mir mein Papa aus Holz geschnitzt hat. Auf dem steht in roter Schrift eingeritzt: „Vertraue deiner eigenen Stärke“.

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Sorpe in Flammen 2012 B u n t e s L i c h t e r m e e r l ä ss t Langscheid erstrahlen

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chon Tradition und doch jedes Jahr ein Highlight wie neu geschaffen: Das Seefest, bei dem die „Sorpe in Flammen“ steht, lockt in jedem Jahr Zehntausende an die Langscheider Promenade. Auch am 18. und 19. August dürfen sich die Seefans auf ganz besondere Darbietungen freuen. Am Samstag um 17 Uhr beginnt das Programm. Die „Aiste Griavensteainer Böllerköppe“ werden mit vielen Pistolen­salven und drei gehörigen Böllerschüssen aus einer alten Schwarzpulverkanone das Fest unten am Wasser eröffnen, während oben auf der Seebühne der Musikverein Hövel aufspielt. Bürgermeister Detlef Lins und Martin Levermann von der Sorpesee GmbH werden mit dem gemeinsamen Fassanstich die Eröffnungszeremonien beenden. Nach diesem offiziellen Teil darf ausgiebig zur Live-Musik der sauerländischen Kultband „Amigos“, der „Rotten Roll Company“ mit ihrem heißen Rock’n’Roll aus dem Sauerland und der Band „AVID“, den drei deutschen Jungs, die erfolgreich durch ganz Europa touren, getanzt werden. Wenn spät am Samstag­ abend langsam die Sonne untergeht und das Lichtermeer der liebevoll geschmückten Segler und kleinen Boote das Wasser bunt erstrahlen lässt, steht wenig später die „Sorpe in Flammen“. Von einer Plattform im Wasser aus wird ein glanzvolles Feuerwerk den Himmel und auch das Wasser in magisches Licht tauchen. Die Leuchtsterne werden nicht nur die Promenade, sondern auch die Augen von Kindern und Erwachsenen erstrahlen lassen. Am Sonntag werden ab 10.30 Uhr wieder die Drachenboote den Sorpesee beherrschen. Die besten Kostüme der Mannschaften werden extra bewertet, doch gewinnen wird das schnellste Team. Teamgeist, Rhythmik und Konzentration sind gefragt, wenn die Mann­schaften in den 13 Meter langen Booten Paddelschlag um Paddelschlag mit viel Ehrgeiz und doch Spaß an der Sache um den Sieg kämpfen. Die Geschwindigkeit wird noch erhöht, wenn am Ufer viele Fans stehen und die Akteure anfeuern! Die Sieger werden um 18 Uhr gekürt. Auf sie wartet ein Wochenende in den „Finntalos“ am Sorpesee oder es kann, neben weiteren super Preisen, ein Floß mit dem Mosaikteam gebaut werden. Während des gesamten Events wird es eine lange, kulinarische Meile am Langscheider Ufer geben, auf der sich die


Erwachsenen richtig wohlfühlen werden. Für die Kids ist das mobile Kinderindianerland „Maverland“ in diesem Jahr der Anziehungspunkt. Sie werden zu Cowboys und Indianern. So zeigt das Seefest nach den Segways und Rutschen im vergangenen Jahr ein anderes Gesicht. Die echten Seefans wissen: Auch im Jahr 2013 wird es wieder neue Highlights beim traditionellen Seefest geben. Um dieses Event wirklich genießen zu können und nicht im

Verkehrsstau zu enden, wurden schon im Jahr 2009 erfolgreich Shuttlebusse vom Lindhövel aus eingesetzt. In diesem Jahr wird die Sorpesee GmbH die Parkflächen in Langscheid von Ordnern kontrollieren lassen. Für zwei Euro kann man dort nahe am Geschehen parken. Sobald alle Plätze belegt sind, wird der gesamte Ort jedoch nur noch über den Shuttlebus, der auch vom Parkplatz des ehemaligen Freibades (bf ) Amecke aus fährt, zu erreichen sein.

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Das kühle Nass ruft W i n d s u r f i n g u n d T a u c h e n b i e t e n a ll e r l e i A c t i o n und faszinierende Entdec kun gen im Sorpesee

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enn die Sonne brennt, das Sauerlandes zählen würde. Zitroneneis aus der Waffel Zahlreiche Urlaubsund schmilzt und die Ferien und Sportangebote ziehen heute nicht Wochenenden sich wie der blaue nur Sunderns Bürger, sondern auch Himmel ins Endlose strecken, Menschen aus dem ganzen dann kann es nur noch ein Ziel Sauerland, dem Ruhrgebiet und geben: frisches, kaltes Wasser. Als den Niederlanden an den See zwider Sorpestausee vor rund achtzig schen Amecke und Langscheid. Jahren vor allem zum Zweck der Die Angebote für Sportler und Wasserregulierung der Ruhr und Aktive sind vielfältig, reichen vom der Stromerzeugung gebaut wurde, Schwimmen im Standbad und Beim Windsurfingkurs in der Surfsc hule Mr. Move. ahnte wohl niemand, dass er einst Segeln, über Kanu- und zu den beliebtesten Freizeit- und Erholungsgebieten des Rudertouren bis hin zum Angeln. Action und Erlebnis sind da vorprogrammiert. Zwei Sportarten aber liegen in den vergangenen Jahren besonders im Trend: Die eine nutzt Wind und die Oberfläche der Wassers, die andere die Schwerelosigkeit in in den Tiefen des Sees. Sundern „Windsurfen kann man prinzipiell überall, der Sport ist abwechslungsreich und bleibt immer aufregend.“ Damit widerspricht Mirko Berghoff, Inhaber der VDWS-Surfschule Mr. Move Windsurfing in Langscheid, nicht nur dem gängigen Klischee, dass Surfing bloß an die Küsten Hawaiis gehört, sondern weist auch auf den stetig anwachsenden Trend der Yoga für Fitness, Rücken-Kräftigung, Sportart hin. Seine Schule bietet professionelle WindsurfEntspannung und Stressbewältigung Kurse für Einsteiger bis Fortgeschrittene an, angegliedert sind Jeder Mensch ist einzigartig. ein Materialverleih und ein neu eröffneter Surf-Proshop. Ich gehe auf Ihre individuellen Möglichkeiten ein und stelle Sie in den Mittelpunkt der Yoga-Übungen. Ganze Familien und Gruppen können an den Kursen teilnehErika Mischkin, Yogalehrerin men, aber auch Einzelunterricht wird geboten. Besonders beliebt ist der Sport bei Kindern und Jugendlichen. Und seit dieser Saison hat Mr. Move Windsurfing einen neuen Trend Kostenlose Probestunden aus Hawaii im Programm: Das Stand-Up-Paddling, bei dem vom man sich auf einem speziellen Surf-Brett mithilfe eines 27. - 30.08. Stechpaddels stehend vorwärtsbewegt. 19 Uhr* Der Sorpesee bietet nach Berghoff die idealen Bedingungen Feldstraße 16 · 59846 Sundern *bitte mit Tel. 02933 7863599 · 0151 19687973 Voranmeldung für Windsurfing-Einsteiger. Im Anfängerkurs vermitteln die

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neun ausgebildeten Instruktoren seiner Schule zunächst praktische und theoretische Grundkenntnisse: Woher weht der Wind? Was gehört zur Grundausrüstung? Wie hole ich das Rigg auf und fahre an? Es geht um die Balance zwischen Körper und Windkraft und die Kontrolle über das Sportgerät. Ebenso stehen Naturschutz und Sicherheit auf dem Plan. Abgeschlossen werden die Kurse mit VDWS-lizenzierten Scheinen. Aber auch dem Fortgeschrittenen wird hier nicht langweilig, nicht zuletzt aufgrund der abwechslungsreichen Wetterverhältnisse der Region. Action ist da garantiert. Und Wohlfühlen auch, wie der Surflehrer betont: „Windsurfing ist Lifestyle, deine gesamte Einstellung verändert sich dadurch positiv. Du wirst auch im Leben belastbarer, gelassener, cooler, bist mit der Natur verbunden. In gewisser Weise ist dieser Sport spirituell.“ Wer auf Gelassenheit steht, der ist aber nicht nur auf dem Sorpesee, sondern auch in seinen Tiefen bestens aufgehoben. In absoluter Stille liegt er da, sobald man die Oberfläche über sich gelassen hat und seinem Grund entgegentaucht. Nur das monotone Ausatmen durch die Tauchermaske ist zu hören. Ein grüner Teppich von Wassergewächsen, wo man hinsieht. Eine kleine Renke tummelt sich im Seegras herum. Von der Hitze weit über ihr scheint sie nichts zu wissen. Woher auch. „Seit der Eröffnung unserer Tauchschule Sorpesee in Amecke im Jahr 2007 ist das Interesse am Tauchen im Sorpesee nochmals gestiegen“, betont Geschäftsführer Matthias Richter. Die Schule bietet PADI-Ausbildungen vom Anfänger bis zum Tauchlehrer an. Angegliedert ist ein kleiner Equipment-Shop und neben den drei Festangestellten arbeiten noch vierzehn Freiberufler als Instruktoren und Techniker in Schule und Shop mit. Tauchen kann prinzipiell jeder lernen, der keine

Gesundheitsprobleme hat – egal ob acht Jahre alt oder achtzig. Wer testen will, ob ihm der Wassersport gefällt, den laden Schnupperkurse ein, bei denen unter Aufsicht eines Tauchlehrers zunächst zwar nur die Untiefen des Hallenbades erkundet werden, die aber bereits mit den grundlegenden Handgriffen vertraut machen. „Unter Wasser ist es letztlich ganz anders, als man es sich vorstellt, wenn man von außen auf die grüne Oberfläche des Sees schaut. Besonders beeindruckt es mich, an Bäumen entlangzutauchen, die vor Jahren im See untergegangen sind und an deren Ästen und Zweigen sich inzwischen unzählige Teichmuscheln angesammelt haben“, schwärmt Tauchlehrer Oliver Pütz von dieser Welt, in der Fischschwärme am Seeboden entlangschweben, Krebse die Steilwände der Stauanlage bevölkern und der Taucher ab und zu auf eine gesunkene Boje trifft – von einer Welt, die von der ganz anderen, oberhalb des Sees, nichts ahnt, von den sich in der Sonne bräunenden Strandbad-Besuchern ebenso wenig wie von den Trockenübungen des gerade stattfindenden Windsurfingkurses. (cm)

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Viel Neues an der Willi-Weyer-Schule E r w e i t e r u n g s b a u d e r ls b - s p o r t s c h u l e i n h a c h e n

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te Schäfer, Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport, hat den Startschuss gegeben: Sie eröffnete vor wenigen Wochen die neuen Räume in der Willi-Weyer-Schule des Landessportbundes (LSB) am Hachener Holthahn. Die ersten Sportler haben kurz darauf die Zimmer bezogen. Begonnen hat die Ära der Sportler am Hachener Ortsrand schon vor über 60 Jahren. Da übernachtete man noch in Zelten. 1952 wurde die Sportschule Hachen des Landessportbundes eröffnet. Dem damaligen Präsidenten Peco Bauwens folgte der Hagener Willi Weyer 1957. Und der forcierte in den achtziger Jahren den Neubau der Schule. 1984

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wurde sie eingeweiht, seit 1987 trägt sie den Namen Willi-Weyer-Schule, im Gedenken an den großen Sportfunktionär. Nun, 28 Jahre später, wurde nach der Erneuerung des Feriendorfes im Jahre 2005 nochmals eine zeitgemäße Erweiterung der Sportschule vorgenommen: „Wir wollten unseren Gästen eine qualitative Verbesserung im Seminar- und Übernachtungsbereich ermöglichen“, sagt Annette Schmidt, Schulleiterin und auch Referatsleiterin für die Sportschulen beim LSB. So sei der Wunsch nach Einzelzimmern im Lehrgangsbetrieb immer stärker geworden, da die Kunden eine ruhige Atmosphäre in ihren


Zimmern wünschen. „Außerdem haben sich die Aus- und Atomkraftwerke immer mehr Zuspruch, und so bot es sich, Fortbildungen im Sport stark verändert. Der theoretische da die notwendigen Flächen vorhanden waren, natürlich an, Anteil und die Gruppenarbeit haben zugenommen“, bericheine wind- und sonnenunabhängige alternative Energie­ tet Annette Schmidt. gewinnung zu nutzen, die in dieser Region das ganze Jahr Deshalb entstanden in einem Neubau, 18 Einzelzimmer sowie über zur Verfügung steht“, betont Annette Schmidt. Der alte drei behindertengerechte Doppelzimmer. Darüber hinaus wurde Ascheplatz wird ersetzt durch einen Multifunktionsplatz mit eine komplette Etage von Doppel- auf Einzelzimmerbelegung Kunstrasen-Kleinspielfeld, Mehrgenerationen-Fitnessparcours umstrukturiert. Um den Veränderungen im Seminarbereich und einer Boule-Anlage. Rechnung zu tragen, schuf man einen teilbaren Seminarraum, der alle multimedialen Möglichkeiten doppelt besitzt. Für diese Modernisierungen hat der Landessportbund in Auf dem Aschesportplatz wurden Bohrungen für eine moderDuisburg viel Geld in die Hand genommen: Die Kosten der ne Heizung gesetzt: „Die bestehende Heizungsanlage war fast Neubaumaßnahme belaufen sich auf 4,6 Millionen Euro. 30 Jahre alt. Da eine Erneuerung in absehbarer Zeit aus ökoDavon sind 70 Prozent öffentliche Mittel und 30 Prozent logischer und ökonomischer Sicht zu erwarten war, bot sich stammen aus dem eigenen Budget. Der Landessportbund ein neues Energiekonzept zum gegenwärtigen Zeitpunkt an. erwartet, dass die Willi-Weyer-Schule für Sportler und andere „Es soll zwei positive Effekte miteinschließen: umweltfreundinteressierte Gäste damit noch attraktiver als bisher aufgestellt lichere Energiegewinnung und Kostensenkung“, erläutert die ist. In der Sportschule werden derzeit 27.000 Übernachtungen Schulleiterin das Tiefenwärme-Konzept. Der LSB sieht sich registriert, im angegliederten Feriendorf mit seinen 26 natürlich als Vorreiter dieser Energieform, wurden doch die Häusern für je acht Personen sind es nochmals 29.000. Dazu Pläne schon vor gut drei Jahren geschmiedet. „Die erneuerbakommen noch weitere 3.000 Übernachtungen im Bootshaus 186x119_4c_Scheffer_Gruppe:a 29.11.2011 15:01 Uhr Seite (da) ren Energien erfahren seit dem absehbaren Ende der am 1Sorpesee.

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Breitensport D a b e i s e i n i s t a ll e s . . .

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esund durchs Leben, fit durch Sport – diese Devisen des Breitensports finden immer mehr Anhänger. Sundern nennt sich „Sportstadt“ und diesen Namen trägt es, was seine Breitensportangebote betrifft, zu Recht. Der Sport ohne Gewinnen, einfach zur Gesunderhaltung wird bei Sunderner Vereinen immer mehr nachgefragt. Monika Kaiser, Leiterin der Turnabteilung des TuS Sundern, erinnert sich: „Peter Urny war der erste Übungsleiter, der Breitensport bei uns anbot. Damals trainierten bis zu 60 sportlich engagierte Männer und Frauen in der Dreifachhalle.“ Schon bald stieg die Nachfrage nach gesundheitsorientieren Angeboten. Der TuS ließ neue Übungsleiter ausbilden. Von Aerobic über Dance bis Yoga können die Mitglieder sich immer wieder neu orientieren. Was benötigt mein Körper gerade, Kraft oder Ausdauer? In den zehn Gruppen trainieren heute bis zu 40 Teilnehmer. Drei Reha- und Präventionsgruppen für Rückenleiden sind so nachgefragt, dass nach den Ferien zwei weitere eröffnet werden. Herz- und Diabetessport gehören

seit Jahren zu den Angeboten des TuS. Nur wer lieber ins kühle Nass springen möchte, hat es in Sundern schwer. Die Kurse der Schwimmabteilung des TuS Sundern sind so überfüllt, dass sogar im Kleinkinderbereich Wartelisten geführt werden. Laufveranstaltungen, die gerne von Profis als „Übungseinheit“ genutzt werden, aber für jeden Läufer zugängig sind, finden in ganz Sundern großen Zuspruch. Hier erproben die Freizeitläufer gerne ihren Fitnessgrad, um zu sehen, welche Zeiten sie laufen können, nicht um zu gewinnen. So beim Sommerlauf des SUS Amecke. 210 Läufer liefen 2012 die 15,6 km um den Sorpesee locker an. „Das sind etwas weniger als im Vorjahr“, bedauert der ersten Vorsitzende Egbert Berghoff, „da hat wohl die Fußball-EM mitgespielt.“ In der Hitze des vergangenen Jahres konnten einige Freizeitsportler der Versuchung nicht widerstehen. Als Selbstbelohnung für die geschafften Kilometer wichen sie zum Eiswagen ab und kamen mit dem Eis in der Hand fröhlich und als gefühlter

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Sieger über die Ziellinie. Der SSV Allendorf lässt sich zum Sportfest sportliche Spiele und Läufe für Groß und Klein einfallen. Das Highlight ist jedoch der 10-km-Volkslauf rund um den Ort, bei dem es ebenfalls heißt: „Dabei sein ist alles.“ Der Sorpe2Run, der gemeinsam vom RSV und dem SC HagenWildewiese gestartet wird, bringt die Menschen bei zwei in Zeitabständen aufeinander folgenden Läufen in Bewegung. Allein beim zweiten Lauf starteten im vergangenen Jahr 250 Teilnehmer auf der Hauptstrecke. Auch an diejenigen, denen 15 km zu lang sind, wird gedacht. Sie können fünf km laufen. Mit dem Rad geht’s beim RSV Sundern auf „Rad-Touristik Fahrt“. An die 500 Teilnehmer zählte das Feld schon, das durch das gesamte Sauerland geführt wird. Unterschiedliche Schwierigkeitsgrade beim Streckenverlauf lassen die Fahrt, die in diesem Jahr am 15. September stattfinden wird, ein Event für Jedermann werden. Ganze Familien genießen die mit Verpflegungsstationen ausgestatteten Strecken von 45 bis über 200 km Länge bei denen bis zu 2.300 Höhenmeter zu überwinden sind. Der SV Hellefeld nennt eine große Breitensportanlage sein Eigen. Hier wird nicht nur Fußball gespielt, sondern auch ungewöhnliche Sportarten wie Bogenschießen für alle Interessierten angeboten. Die kfd Hachen schlug auf die große Nachfrage ihrer Mitglieder ebenfalls neue Wege ein. Es wurde eine Zumba-Gruppe ins Leben gerufen, die sich mit über 30 Teilnehmern in der Schützenhalle trifft. In jedem Ortsteil finden sich gesundheitsorientierte Menschen, die sich fit halten möchten, ohne sich dem Stress eines Wettkampfes auszusetzen. Sportstadt Sundern – bei dem Breitensportangebot ihrer (bf ) Vereine ist dieser Name gerechtfertigt.

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Gerhard Hafner „Zuerst Die Menschen und die Vereine...“

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as bringt einen Menschen dazu, an vielen verschiede­ nen Aktivitäten, die nötig sind, um den Heimatort und seine Vereine zu erhalten, aktiv mitzu­ wirken, sich mit ganzer Kraft für andere einzusetzen? Gerhard Hafner, Ortsvorsteher von Enk­ hausen, ist ein Mensch mit vielen Aufgaben, die er gern und freiwil­ lig übernommen hat. Warum – das erklärt er im Gespräch mit WOLL. WOLL: Sind Sie gebürtiger Enkhauser? Gerhard Hafner: Ja, ich bin sogar direkt in Enkhausen geboren. Hier gab es bis Ende der 50er Jahre noch eine Geburtenstation. WOLL: Was hat Sie in Enkhausen gehalten? Gerhard Hafner: Hier ist meine Heimat, die ich nur für meine Ausbildung bei der Polizei in Wuppertal verlassen habe, von 1976 bis 1981 wohnte ich in Hachen. Die Kontakte habe ich nie abgebrochen, habe sogar Fußball in Enkhausen, Hövel und Hachen gespielt. WOLL: Berufsausbildung zum Polizeibeamten – ein Beruf, der nicht einfach ist, aber Einsatz für andere Menschen fordert, warum?

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Gerhard Hafner: Ich habe fast ein Helfersyndrom. Ich kann zum Beispiel nicht verstehen, wie man achtlos an Menschen in Not vorbeigehen kann. Trotzdem: Erst habe ich Kfz-Mechaniker gelernt, danach anstelle der Bundeswehr die Polizeiausbildung gewählt. Hier habe ich im Polizeimusikkorps gespielt und verschiedene Funktionen im Polizeidienst ausgeführt. Die Chancen des Polizeiberufes haben mich von meinem Vorhaben, später den Kfz-Meister zu machen, abgebracht. Ich habe dann mein Fachhoch­ schulstudium abgeschlossen, war insgesamt 16 Jahre mit verschiedenen Aufgaben bei der Polizei in Iserlohn, danach 16 Jahre bei der Autobahnpolizei in Arnsberg. Hier habe ich 1990 als erster Polizei­beamter der neuen Polizeiauto­ bahnwache Arnsberg den Bau der neuen Wache begleitet, das war spannend. Heute bin ich Leiter der Fortbildungsstelle bei der Polizei im Märkischen Kreis. WOLL: Wie sind Sie in die Politik gekommen? Gerhard Hafner: 1974 habe ich den CDU-Ortsverband Enkhausen mitgegründet. Damals stand die kommunale Neugliederung an und wir wussten nicht, was auf uns zu kam. Die Großgemeinde Hachen kam nicht zustande. Wie würden wir mit Sundern auskommen? Uns war damals nicht einmal klar, welche Partei wir gründen sollten. In meiner Familie hatten wir eher „vogelsche“ Verhältnisse. Wir gründeten einen CDU-Ortsverband. Wenn man erst einmal kommunalpolitische Luft geschnuppert hat, lässt die Politik einen so schnell nicht wieder los. So war ich sachkundiger Bürger, später im Rat und habe dann nach und nach weitere Aufgaben übernommen.


WOLL: Und wann haben Sie das Amt des Ortsvorstehers übernommen und welche Aufgaben sind damit verbunden? Gerhard Hafner: Ortsvorsteher bin ich seit August 1996. Ich war damals im Rat und dachte eigentlich, dass ein Orts­vorsteher nicht beide Ämter besetzen sollte. Doch es fand sich kein Nachfolger für den ausscheidenden Werner Bücher. Wir haben im CDU-Ortsverband diskutiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass es möglich ist, beide Aufgaben wahrzunehmen. Meine Aufgaben sehe ich in erster Linie darin, Ansprechpartner für die Belange der Bürgerinnen und Bürger in unserer Dorfgemeinschaft zu sein. Darüber hinaus möchte ich als Bindeglied mit Einfluss zwischen Rat und Verwaltung und Bürgern wirken. Ich sehe mich in der Verantwortung, dazu beizutragen, dass erforderliche Neuregelungen mit Augen­ maß getroffen werden, dass sie ausgewogen und sozialverträglich sind. Ohne Kompromisse geht das oft nicht. Als Ortsvorsteher sollte man aktiv am Dorfleben teilnehmen, die Generalversammlungen der Vereine wie die Feste im Dorf besuchen und sich einbringen. Bei Terminkollisionen muss man gelegentlich Prioritäten setzen.

WOLL: Sie sind auch anderweitig in der Politik aktiv, als Mitglied des Kreistages, stellvertretender Stadtverbands­ vorsitzender der CDU Sundern und als Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Enkhausen. Laufen diese Ämter zusammen oder sehen Sie jede Aufgabe als ganz eigenstän­ digen Tätigkeitsbereich? Gerhard Hafner: In der Kommunalpolitik verfügt man über gute Informationen, wenn man entsprechend „vernetzt“ ist. Dabei ist es wichtig, in verschiedenen Gremien in Partei und im Kommunalparlament mitzuarbeiten. Vieles baut aufeinander auf beziehungsweise es greift ein Rad des kommunalen Getriebes in das andere. Aktive Kommunalpolitik ist Teamarbeit. Da kann man sich viel besser einbringen, wenn man in mehreren sich überschneidenden Bereichen arbeitet. Nur selten kann man eine Aufgabe als eigenständigen Tätigkeitsbereich ansehen. Im Kreistag arbeite ich im Gesundheits- und Sozialausschuss und im Kulturausschuss mit. Das entspricht meinen Vorstellungen über die kommunalen Politikfelder, die ich mitgestalten möchte. Da sind zum Beispiel die Bereiche der Musik und des Chorgesanges, die mir wie die Organisation des Sozial- und Gesundheitswesens sehr am

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Herzen liegen. Da kann ich meine Erfahrungen einbringen, die ich im kulturellen Leben der Dorfgemeinschaft oder in meinem Beruf als Polizeibeamter mache. Förderungen durchzusetzen, das liegt mir ebenfalls am Herzen. Aktives Musizieren hat zum Beispiel positive Auswirkungen auf die soziale und geistige Entwicklung von Kindern. Deshalb ist es wichtig, möglichst viele Kinder musikalisch zu fördern. Die Musikschule des HSK muss deshalb für alle sozialen Schichten zugänglich und bezahlbar sein. Ich bin ein Verfechter der fundierten musikalischen Ausbildung in unseren Schulen. Davon sind wir (noch) weit entfernt. Die Musikschule des HSK ist da eine gute Einrichtung, die ihren wichtigen musikalischen Bildungsauftrag mit sehr guten Ergebnissen erfüllt. Wer sich auf ein Musikstudium vorbereiten möchte, findet in der Musikschule des HSK den richtigen Partner. WOLL: Laurentiusfest, Kirche, Kirchenchor, auch hier sind Sie immer aktiv – in welcher Beziehung steht die Kirche zum Ort und Sie zur Kirche? Sehen Sie als Vorsitzender des Kirchenchores eine besondere Beziehung zwischen Gesang und Glauben? Gerhard Hafner: Ich stamme aus einem katholischen Elternhaus. Im Glauben kann man sehr viel Halt finden, und mir ist es schon wichtig, am Sonntag den Gottesdienst zu besuchen. Die Laurentiuskirche steht sicherlich in einem Wandel. Sie gehört zwar für jeden Enkhauser zum Ort, doch der Kirchenbesuch ist rückläufig wie fast überall. Das Laurentiusfest wird aber vom ganzen Dorf getragen. Die Schützen sind vornweg mit großem und zeitintensivem Arbeitsaufwand dabei. Für das Laurentiusfest ist kein Einsatz zu groß. Da mache ich selbst auch gerne mit. Die Strapazen, die die Frauen der kfd auf sich nehmen, wenn sie frühmorgens bei jedem Wetter den schönen Blumenteppich legen, muss man wohl als Gottesdienst verstehen. Zudem gibt es den kirchlichen und weltlichen Teil des Laurentiusfestes – schon vor mehr als 100 Jahren kannte man die weltlichen Jetzt auch: Fühlen Sie sich wohl in Ihrer Haut

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Akzente, und in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg soll das Laurentiusfest 4.000 bis 5.000 Besucher erlebt haben. Nach Gottesdienst und Prozession wurde auf dem Laurentiusmarkt so ziemlich alles angeboten, was der Mensch zum Leben brauchte. Der Kirchenchor ist für mich keine zusätzliche Belastung, schließlich ist es egal, ob ich singend in der Kirche sitze oder im Chor mitwirke. Der Gesang im Kirchenchor hat zudem etwas Besonderes, denn ein spirituelles Lied ist eine Steigerungsform des Gebetes. WOLL: Gehört das Heinrich-Lübke-Haus zu den Auf­ gaben des Enkhauser Ortsvorstehers oder war es auch Ihr eigener Wunsch, hier Führungen durchzufüh­ ren und es zu betreuen? Gerhard Hafner: Um 2000 habe ich diese Aufgabe übernommen. Damals wurden die Öffnungszeiten aufgehoben und die Kassendienste durch die Stadt eingestellt. Früher hatte das Haus über 3.000 Besucher im Jahr, jetzt sind es nur noch ein paar Hundert. Ich wurde damals gefragt, ob ich sporadisch Führungen machen könnte. Günter Aufmkolk, der letzte Lehrer der Laurentiusschule, half mit großem Engagement. Nachdem er verstarb, habe ich alleine weitergemacht. Erst hatte ich Zweifel, doch dann habe ich festgestellt, dass überwiegend interessierte Besucher kamen. Dann machte es richtig Spaß. Ein unvergessenes Erlebnis war der Besuch von Werner Utter, dem ständigen Piloten Lübkes. Er hat mit vielen Vorurteilen über unseren Bundespräsidenten aufgeräumt. Bei meiner Beschäftigung mit dem Menschen Heinrich Lübke ist mir klar geworden, wie sehr man ihm Unrecht getan hat. Sein soziales Engagement war enorm. Er war zum Beispiel Gründer der Welthungerhilfe. Doch anstatt ihn zum 50-jährigen Jubiläum der Welthungerhilfe entsprechend zu würdigen, standen neulich in einem Presseartikel nach kurzer Erwähnung des Gründers seine sprachlichen Fehlleistungen im Mittelpunkt. Dabei hat er so viel Gutes bewirkt. Wer weiß schon, dass er schon damals als umweltbewusster Landwirtschaftsminister auch „der grüne Heinrich“ genannt wurde? Oder wegen seines sozialen Engagements


„schwarzer Sozialist“? Auch 40 Jahre nach seinem Tod wird er nicht entsprechend seiner Verdienste gewürdigt. Dieses Image seiner wahren Lebensleistung anzupassen, daran möchte ich arbeiten. WOLL: Welche Aufgaben kommen als Ortsheimatpfleger auf Sie zu? Wo engagieren Sie sich besonders gern? Gerhard Hafner: Enkhausen ist ein reizvoller Ort mit großer, langer Tradition. Für die Ortsgeschichte habe ich mich immer interessiert, und die Aufgaben um das HeinrichLübke-Haus sehe ich als Teil der Heimatpflege Fotos und Geschichten über Heiligenhäuser, die Kirche und die stark mit dem Enkhauser Kirchspiel verbundene Dorfgeschichte bereiten mir viel Freude. Vieles hat hier aber auch Marianne Burke mit der Aufarbeitung der Pfarrchronik geleistet. WOLL: 2007 waren Sie Schützenkönig. gabe Auch diese Auf­ noch! Wie schaffen Sie es, diese vielfältigen Anforderungen zu koordinieren und zeitlich unterzubrin­ gen? Gerhard Hafner: Eigentlich ist dies eine lange Geschichte. Bis vor 15 Jahren habe ich bei jedem Vogelschießen bis zum letzten Schuss mitgeschossen. Meine Gedanken waren dabei immer: Fällt der Vogel, bist du König, fällt er nicht, kannst du auch schön feiern. Das hat mir Spaß gemacht, vor allem wegen des Nervenkitzels, wenn mehrere Mitbewerber da waren. Dann habe ich lange Zeit ausgesetzt. Als sich dann so recht kein Königsaspirant finden ließ, habe ich meine Frau kurz informiert und dann den Vogel abgeschossen. Auch das ist keine Mehrarbeit, ich bin ja sowieso dabei – ob als Schützenkönig oder Schützenfestteilnehmer. Wenn man als König dann sieht und spürt, wie gut so eine Schützen­ bruderschaft funktioniert, ist das schon schön. Außer Repräsentation und Feiern brauchte man fast gar nichts selbst zu machen, alle – Nachbarn wie Freunde und Bekannte –

haben geholfen, dass alles gut organisiert war. Es war für meine Frau und mich ein unvergessenes Schützenfest. WOLL: Was liegt Ihnen in Enkhausen besonders am Herzen? Gibt es vielleicht einen Lieblingsort? Gerhard Hafner: Zuerst die Menschen und Vereine, aber auch die Geschichte, die Traditionen und die Zukunft. Mein Lieblingsort ist eine kleine Bank am Enker Berg mit Blick auf das Enker Bachtal und der Platz „Am Pfingsken“ an der Vogelstange. WOLL: Ein derartiges Engagement kostet viel Zeit – wie steht Ihre Familie dazu? Gerhard Hafner: Ganz ehrlich, wenn ich in Dankesreden immer höre „ohne meine Frau geht nichts“, muss ich sagen, dass das tatsächlich stimmt. Aber meine Frau sagt auch ganz klar, wenn sie mal nicht dahinter steht. Da gibt es auch mal Diskussionen. Ein gemeinsamer Feierabend fällt bei so vielen Tätigkeiten oft flach. Da ist es wichtig, dass man die verbleibende gemeinsame Zeit umso intensiver gestaltet. WOLL: Wie sehen Sie die Zukunft Enkhausens? Gerhard Hafner: Wir haben auch in Enkhausen Probleme mit dem demographischen Wandel, die nur durch eine starke Dorfgemeinschaft zu lösen sind. Die haben wir, darum sehe ich momentan keinen akuten Handlungsbedarf. Der eine oder andere Verein wird in einigen Jahren anders organisiert sein. Man wird in der Region starke Gemeinschaften bilden müssen. In unserem Kirchenchor singen schon seit einigen Jahren Sängerinnen aus Hachen, Hövel und Langscheid. WOLL: Wie lange werden Sie noch so aktiv mitgestalten? Gerhard Hafner: Der verstorbene ehemalige Bürgermeister Franz-Josef Tigges hat immer gesagt: „An Gottes Segen ist alles gelegen.“ So lange ich gesund bleibe, möchte ich mich in die Dorfgemeinschaft einbringen. Aber wenn man zu lange an einem Sessel klebt, ist es schwer, einen geeigneten Nachfolger zu finden – darum weiß ich nicht, wie lange ich in der Politik noch tätig bin. Auch wenn ich schon dabei bin, einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin zu finden, Ortsvorsteher ist man oft über viele Jahre. Und außer dem lieben Gott entscheiden auch noch die Wählerinnen und (bf ) Wähler. W.O.L.L. August 2012 -

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hilipp Schwermann ist 16 Jahre alt und wohnt in Brenschede. Das liegt zwischen Endorf und Klos­ ter Brunnen. Der Realschüler spielt im Musikverein En­dorf die Posaune. Nach der Schule möchte er eine Aus­bildung beginnen. Philipp Schwermann ist einer von 53 Brenschedern, die in genau 15 Häusern leben. Schon einige berühmte Vorfahren hat Philipp im Laufe der Jahrhunderte gehabt, denn der Brenscheder Gutsbesitzer Franz Anton Thüsing (1782-1835) war der erste Landrat des Kreises Arnsberg. Den Ort gibt es schon viel länger: Die ersten Zeugnisse stammen aus dem 14. Jahrhundert. Das älteste Mescheder Register führt aus „Bredeschede“ die relativ hohe Einnahme von 32 Denaren an. Dass es sich um das heutige Brenschede handelt, lässt sich bei dieser Nennung nachweisen. Der Name bezieht sich auf eine Rodung im Wald und bedeutet so viel wie „breite Scheide“. Aus dem 15. und 16. Jahrhundert gibt es dann mehrere Lehnsurkunden beziehungsweise -protokolle im Mescheder Stiftsarchiv, die sich auf dieses Bren­ scheder Gut beziehen. Besiedelt wurde Brenschede vermutlich von Endorf aus, mutmaßt Maria Rörig, die Chronistin von Endorf. Bei der Volkszählung 1858 wurden 69 Einwohner in neun Häusern registriert. Den Schultenhof an der heutigen Stelle etwas östlich und oberhalb vom Ort erbaute der schon erwähnte Jurist Thüsing im Jahre 1813. Die Bezeichnung Klostergut Brenschede kommt in den Akten des 19. Jahrhunderts nicht vor, sie entstand erst später. Das Ufergut vereinigte wieder einige Teile

des früheren Lehnshofes, einige Zeit danach führte es der Landwirt König-Wortmann, im oberen Röhrtal als Peters bekannt. Dort siedelte sich auch Gastronomie an, die aber (da) vor etwa zehn Jahren geschlossen wurde.

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Schützenfeste

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inen äußerst bunten Reigen an Schützenfesten hat es in der Saison 2012 schon gegeben. Dabei bestätigte sich eines: In allen Bruderschaften wurde, trotz vorheriger Unkenrufe, ein neuer König gefunden. Und die Vogelbauer haben dazu ganze Arbeit geleistet, damit das Ziel nicht zu einfach war. Die Namen der Aare geben den Zeitgeist wieder und belegen, wie jung das Schützenwesen ist: So nannten die Königspaare ihre Vögel auf so illustre Namen wie Kloppo, Freddy oder Woddy. Bauer I., der erste Vogel von Ex-König Franz-Josef Knapstein, verlangte den Sunderner Schützen alles an Schießkünsten ab. Das kam beim Publikum gut an. So kann das Schützenfest trotz aller Traditionen sich auch mit ständigen Neuerungen immer wieder neu erfinden. Tradition ist auch, dass sich alle Sunderner Könige in einem Ort treffen und den Stadtkönig ausschießen. Diesmal in Hachen: Am 31. August treten auf der alten Burg erstmals die

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Jungkompanien der Bruderschaften an, um einen Stadtjugendkönig zu küren, einen Tag später, am 1. September, treten an der Ruine hoch über dem Ort die 16 amtierenden Könige an, um den Nachfolger von Heinz Heuel aus Stemel zu ermitteln. Am Sonntag, 2. September, zeigen sich auf der frisch erneuerten Bundesstraße die Königspaare und Hofstaate aus der ganzen Stadt. Ein Ereignis, das dann den Schatten schon voraus auf 2013 wirft, wenn die St.-Michaels-Schützen in Hachen ihr 350-jähriges Bestehen feiern werden… Wie in Sundern und Umgebung Schützenfest gefeiert wird, zeigen die nächsten Seiten. Und wie in Sundern das Selbstverständnis der St.-Hubertus-Schützen aussieht, kann man im Interview mit (gs) dem Schützenoberst Ludger Simon nachlesen.


Gemeinschaft der jungen und alten Generation Das Sunderner Sc hützenwesen bewegt sic h zwischen Tradition und Moderne

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or rund 30 Jahren war es eine Ehre und ein Muss, Mitglied in einer Schützenbruderschaft oder in einem Schützenverein zu sein und auch mal aktiv Vorstandsarbeit zu leisten. Das hat sich mittlerweile geändert. Dieses Problem eint alle Bruderschaften. Heute muss sich der Verein wesentlich mehr dafür engagieren, Mitglieder zu werben. Für Menschen, die von außerhalb kommen, kann das Schützenwesen mit all seinen Facetten aber auch eine Chance sein, sich in die örtliche Gemeinschaft zu integrieren und neue Kontakte zu knüpfen“, sagt Ludger Simon. Er ist Oberst der Schützenbruderschaft St. Hubertus 1631 Sundern mit zurzeit 1.916 Mitgliedern. Gemeinsam mit Vorstandsmitglied Franz Kaiser, einem der „zbVer“, sowie dem Jungschützenkönig von 2011, Thomas Blome, sprach Simon mit dem WOLL-Magazin darüber, wie die Bruderschaften heute zwischen Traditionen und ihrer Pflege in den Grundsätzen Glaube, Sitte und Heimat im Spagat zu Partys und Events auch in Zukunft bestehen können.

WOLL: Wie viele Menschen sind in Sundern an den Vorbereitungen für ein Schützenfest beteiligt? Ludger Simon: Wir sind etwa 130 Aktive. Rund 100 Leute sind über die Schützenfesttage verteilt im Einsatz. In der Woche vor Schützenfest sind die Helfer am Montag und am Mittwoch zum Arbeitsdienst eingeteilt. Dann erinnert das Bild dort wirklich an viele fleißige Ameisen in einer großen Halle. Franz Kaiser: Ein Vorteil ist bei uns, dass wir ohnehin das ganze Jahr über jeden Monat einen festen Arbeitsdienst eingerichtet haben. Große Reparaturen fallen im Rahmen der direkten Festvorbereitungen meist nicht mehr an, weil wir das schon im Vorfeld erledigen konnten. WOLL: Wie läuft die Zusammenarbeit mit den Zulieferern und der Brauerei? Ludger Simon: Sehr gut. Wir können uns über die Zusammenarbeit mit VELTINS wirklich nicht beklagen. Im Gegenteil, mit Andre Wiese und Marcus Voeste stehen uns stets kompetente Ansprechpartner der Brauerei zur Verfügung. W.O.L.L August 2012 -

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Außerdem steht mit der Firma Blessenohl ein guter und leistungsstarker Zulieferer bereit. Darauf sind wir als Bruderschaft schon angewiesen. WOLL: Was genau macht ein „zbVer“, Herr Kaiser? Franz Kaiser: Ich bin einer von zwölf offiziellen „zbVern“. Die Abkürzung steht für „zur besonderen Verfügung“. Ich setze meine handwerklichen Erfahrungen aus meinem früheren Berufsleben als Schlosser für die Bruderschaft ein. Alle „zbVer“ stammen ebenfalls aus handwerklichen Berufen. WOLL: Wie sind Sie denn zur Bruderschaft gekommen? Franz Kaiser: Eigentlich zähle ich zu den „Spätberufenen“. In die Bruderschaft bin ich 1974 im Alter von 34 Jahren eingetreten. Ich war vorher in keinem Verein. Ich hatte einfach keine Ambitionen dazu. Seit 1996 bin ich im Vorstand aktiv. WOLL: Und wie lange sind Sie schon Mitglied in der Bruderschaft, Herr Blome? Thomas Blome: Ich bin 2006 mit 16 Jahren in die Jungschützenkompanie eingetreten. Mein Bruder hat sie zwei

Sc hützenoberst Ludger Simon

Jahre vorher als erster Offizier mit ins Leben gerufen. Schon als Kind bin ich immer mit der Familie aufs Schützenfest gegangen und habe eigentlich nur abgewartet, bis ich das 16. Lebensjahr vollendet hatte, um auch mitmachen zu können. WOLL: Wie haben Sie das Jahr als Jungschützenkönig erlebt? Thomas Blome: Man bekommt die Möglichkeit, mal in das Geschehen der Vorstandsarbeit reinzuschnuppern, ist bei internen Veranstaltungen mit dabei und erlebt auch viele Dinge, die man normalerweise so nicht direkt mitbekommt. Sehr viel Freude hat mir auch das gute Verhältnis zum König bereitet. Wir waren gemeinsam auf einigen Festen, um unsere Bruderschaft zu repräsentieren. Hinzu kommen natürlich die internen Aktionen der Jungschützen, ob Wanderung, Ritteressen, unsere Party oder auch das Kartoffelbraten. Das macht schon Spaß. WOLL: Und warum engagieren Sie sich im Vereinsvorstand? Ludger Simon: Bei meiner Auslastung im Beruf ist es für mich einfach entspannend, in der Bruderschaft tätig zu sein. Es ist schön, wenn man merkt, dass die Bruderschaft hinter einem steht. Franz Kaiser: Ich bin der älteste Aktive im Vorstand. Mir ist einfach das gute Verhältnis zu den jungen Leuten sehr wichtig. Da gibt es keine Vorurteile untereinander und man hilft sich bei der Vorstandsarbeit. Das Miteinander in der Gemeinschaft ist einfach das beste Mittel, um jung zu bleiben. WOLL: Tradition wahren – Glaube, Sitte Heimat. Ist das in Ihren Augen die erste Aufgabe der Bruderschaft? Ludger Simon: Ich glaube, es wäre vermessen, zu sagen, dass wir ausschließlich die Botschaft „Glaube, Sitte, Heimat“ vermitteln wollen oder können. Wichtig sind in erster Linie

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zunächst unsere christlichen Grundsätze. Wir benehmen uns in der Öffentlichkeit nicht daneben. Wir sind tolerant gegenüber unseren Mitmenschen und bewahren uns mit der Tradition, das Schützenfest jedes Jahr auszurichten, auch ein Stück Heimat. WOLL: Zählt für junge Menschen beim Schützenfest in erster Linie die Party, das Event – oder sind die traditionellen Dinge genauso wichtig? Thomas Blome: Da kann ich nur für mich sprechen: Der Partycharakter ist für mich beim Schützenfest gar nicht so wichtig. Sei es der Kirchgang, das Vogelschießen, die Totenehrung – das alles gehört für mich dazu und macht das Schützenfest zu etwas Besonderem. Franz Kaiser: Meine Frau geht regelmäßig in die Kirche und freut sich jedes Jahr auf die Schützenmesse, wenn dort gesungen wird. Sie sagt immer: Das ist die schönste Messe im ganzen Jahr. Es macht einfach Spaß, in diese Messe zu gehen. Ludger Simon: Es spielt auch einfach ein Gänsehaut-Gefühl mit, wenn die Musik spielt, auch bei den traditionellen Programmpunkten wie etwa dem Zapfenstreich oder dem Deutschlandlied.

WOLL: Der Zapfenstreich ist immer wieder ein strittiger Punkt. Ist es stets möglich, die nötige Ruhe dafür zu erzeugen? Ludger Simon: Ja! Der Zapfenstreich stand für uns auch nie zur Debatte. Wir hatten zum Anfang des Jahres eine Umfrage unter den Schützen. Da kam von dem einen oder anderen der Einwand, dass das alles zu militärisch sei. Je weiter wir uns von den Kriegstagen entfernen, desto weniger akzeptieren die Leute dieses typische Auftreten. Dass wir in Formationen gehen, in

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WOLL: Warum besteht man in der Bruderschaft auf das Freibier? Ludger Simon: Sundern und Freibier – das gehört für uns einfach zusammen. Man braucht nicht immer die Geldbörse bereithalten. Es ist einfach ein entspannteres und schöneres Feiern ohne den üblichen Rundenzwang. Sicher sind die höheren Eintrittspreise am Montag für einige eine Hemmschwelle. Deshalb haben wir jetzt auf Anregung der Befragten am Montag zusätzlich zu den Ganztageskarten auch günstigere Halbtageskarten für den Vor- oder Nachmittag eingeführt. Begleitung von Märschen marschieren, und auch der Zapfenstreich, das wurde bei den älteren Mitgliedern nie diskutiert. Da geht die Schere zwischen deren Meinung und der der jüngeren Leute, die keine Beziehung mehr zum Militär haben, doch weit auseinander. Trotzdem wird es weiterhin den Zapfenstreich, bei gutem Wetter vor dem Ehrenmal oder bei schlechtem Wetter in der Halle geben. Er gehört zum Fest.

WOLL: Wie sieht es aus mit der Festmusik? Ist es schwierig, gute Kapellen an das eigene Fest zu binden? Ludger Simon: Mit dem Musikverein aus Garbeck und der dazugehörigen Band „Die Amigos“ sind wir hundertprozentig zufrieden. Die spielen hier im Umkreis wirklich in einer eigenen Liga. Wir sind froh, dass wir sie nach dem überraschenden Wegfall der Musik aus Olpe für unser Fest gewinnen konnten und haben jetzt schon die Zusage für 2013.

WOLL: Haben Sie noch andere wichtige Erkenntnisse aus dieser Mitgliederbefragung gewonnen? Ludger Simon: Der wohl wichtigste Punkt betraf die Kosten des „Königwerdens“. Hier sind immer noch falsche Zahlen im Umlauf. Teilweise wird von 10.000 bis 13.000 Euro ausgegangen, was definitiv nicht stimmt. Für 4.000 bis 4.500 Euro kann man in Sundern bereits König werden. Das können wir anhand von Aufzeichnungen, die wir seit mittlerweile fünf Jahren gemeinsam mit den Königen erstellt haben, belegen. Jeder Königsaspirant kann diese einsehen. Hinterfragt wurde auch das Freibier am Montag. Die überwiegende Mehrheit sprach sich für die Beibehaltung des Freibiers aus. Diesem Wunsch kommen wir natürlich nach, obwohl der Montag von den Gewinnen des Samstags und Sonntags aufgefangen werden muss. Solange die Bruderschaft dieses stemmen kann, behalten wir diese Tradition bei.

WOLL: Schützenfest hat eine lange Geschichte. Wie war es vor 30 Jahren? Franz Kaiser: Der Samstagabend war anders, weil dort noch mehr Eintritt wegen Freibier genommen wurde. Die jungen Leute waren nicht bereit, die hohen Eintrittsgelder zu bezahlen. Ludger Simon: Das stimmt. Wir haben einen riesigen Sprung nach vorne gemacht, als wir samstags das Freibier abgeschafft haben. Bei den Schützen in Hachen, die zeitgleich mit uns feiern, wurde angedacht, das Schützenfest zu verlegen, weil so viele junge Leute zusätzlich in unsere Halle kamen. Als wir das Freibier am Sonntag abschafften, war der Effekt nicht mehr so gravierend. Im Gesamtbild kann man sagen, dass sich auch kleinere Änderungen oftmals positiv ausgewirkt haben. An sich hat sich das Fest so verändert, wie die Menschen ihre Gewohnheiten verändert haben.

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WOLL: Und in der Zukunft, werden wir das Schützenfest in 30 Jahren noch in derselben Art feiern wie heute? Franz Kaiser: Davon gehen wir aus. Man muss aber mal sehen, wie sich die Gewohnheiten mit der Zeit entwickeln. Die jungen Leute kommen heute wesentlich später am Abend oder in der Nacht zum Feiern. Das war früher bei uns anders.


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WOLL: Gibt es einige junge Leute, die bereit sind, sich für die Bruderschaft zu engagieren? Franz Kaiser: Ja, ich höre demnächst als „zbVer“ auf, damit ein anderer nachrücken kann. Satzungsgemäß gibt es nur zwölf offizielle „zbV“-Stellen. Ich bleibe aber natürlich trotzdem dabei, so wie ich es kann. Ludger Simon: Egal ob Schreiner, Maler oder Elektriker – wir sind auf Handwerker im Vorstand angewiesen. Es würde den Kostenrahmen sprengen, wenn wir für alle Arbeiten Unternehmer beauftragen müssten. WOLL: Ist Ihr Weg in den Vorstand nach dem Reinschnuppern als Jungschützenkönig schon vorgezeichnet? Thomas Blome: Das weiß ich noch nicht, ich bin ja noch jung. Es hat mir auf jeden Fall viel Spaß gemacht. Lust hätte ich schon darauf, mich noch weiter zu engagieren. Jetzt ist das Jahr erst mal rum. Mal sehen, was sich in der Zukunft noch für Möglichkeiten bieten.

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WOLL: Nochmal einen Rückblick auf die Zeit vor dem Schützenfest. Gab es da Interessenkonflikte im Verein zwischen Fußballfans und traditionellen Schützen? Ludger Simon: Den Konflikt sehen wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Sicher gab es aufgrund des Public-Viewings zur EM auch einen großen Teil zusätzlicher Festgäste. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Menschen, die sich ein Schützenfest anders vorstellen. Auch unser letzter König Jürgen Knapstein, der selbst ein großer Fußballfan ist, ging da mit gemischten Gefühlen rein. Es war schließlich sein letzter Abend als amtierender König. Glücklicherweise mussten wir ja über eine echte Kollision dann nach der Niederlage gegen Italien nicht mehr nachdenken. Franz Kaiser: Ich denke aber, das funktioniert. Wir sind ja schon durch eine Weltmeisterschaft durchgegangen. Vor zwei Jahren war das letzte Spiel der deutschen Mannschaft an einem Samstagabend. Deshalb haben wir auch die Schützenmesse auf den Sonntagmorgen gelegt. Da haben wir das Spiel abends übertragen, die Halle war danach innerhalb von 65 Minuten wieder komplett sauber gemacht und die gesamte Technik abgebaut. Das Gute ist, dass in unserer Bruderschaft jeder genau weiß, was er zu tun hat. (gs)

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igentlich hatten wir es heute Morgen ja beide noch nicht direkt vor, Königspaar zu werden. Aber irgendwann haben wir uns einfach festgelegt: Entweder es passt – oder es passt eben nicht!“, sagte Peter Brands, kurz nachdem das letzte Stück des Vogels am Enkhausener „Pfingsken“ durch seine Hand aus dem Fang gefallen war. Die erste herzliche Umarmung und Gratulation zur soeben erstrittenen Königsehre kam dann auch

gleich durch seinen direkten Mitstreiter Michael Arcidiacone. Bis zum Schluss hatten sich die beiden Enkhausener Schützen – auch nachdem sich alle anderen bereits zurückgezogen hatten – duelliert. Der insgesamt 138. Schuss brachte die Entscheidung. „Mensch, toll, Peter! Wir freuen uns für dich! Wie fühlt sich das an? Hast du es Bärbel schon gesagt?“ – mit diesen Worten herzten die Gratulanten den 49-jährigen Sunderner StraßenW.O.L.L August 2012 -

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baumeister. Überwältigt von den vielen Glückwünschen und Umarmungen rang Brands um Worte und versuchte kurze Zeit später nervös seine Frau anzurufen. „Wenn du das machst, packe ich meine Koffer!“ – Auf diese Weise hatte Bärbel Brands, wie fast alle Schützenfrauen, reagiert, als ihr Mann sie kurz vor Ende des Schießens bereits telefonisch vorgewarnt hatte, dass er zu den beiden Duellanten um die Königsehre zähle. Zur nervlichen Unterstützung hatte sie bereits ihre besten Freundinnen zu sich nach Hause ge­rufen. Als dann der Anruf kam, flossen unter dem großen Jubel doch ein paar Tränen. „Ich dachte, er hört auf mich

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– gestern haben wir noch darüber diskutiert, dass ich das doch eigentlich gar nicht will“, sagte sie fast ein wenig entsetzt. Viel Zeit, um darüber nachzudenken, hatte sie nun nicht mehr. Jetzt stand fest: Ihr Mann Peter würde sie noch heute zur Schützenkönigin machen. Nicht einmal zwei Stunden hatten die beiden Zeit, bis sie offiziell zum neuen Regenten­paar der St.Laurentius-Schüt­zenbruderschaft Enkhausen proklamiert werden sollten. Während sich die designierte Königin mit ihren Freun­dinnen aufmachte, um schnell noch das passende Kleid zu besorgen, wurde der neue König bereits vom Schützenvolk


zurück in die St.-Laurentius-Schützenhalle begleitet. „Horridoooo!“, riefen ihm die Menschen immer wieder vom Straßenrand zu und ließen ihn in der Halle vor dem versammelten Schützenvolk hochleben. „Jetzt muss Peter erst mal in sich gehen, wer in seinem Hofstaat mit dabei sein soll“, erklärte sein Freund und Schützenbruder Andreas Tillmann, der sich gemeinsam mit dem neuen König daran machte, eine Liste zu erstellen und die einzelnen Freunde, Nachbarn oder auch Mitglieder des karnevalistischen Enker Männerballetts, dem der neue Regent auch angehört, nacheinander anzurufen. Vieles Weitere wurde noch eilig organisiert. In dem

Schützenfest in Enkhausen W.O.L.L August 2012 -

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Moment, als die neue Königin durch den zweiten Brudermeister und Adjutanten Stefan Treude unter großem Jubel durch das Schützenvolk zu ihrem König geführt wurde, war dann aber alle Aufregung vergessen. „Es war ein großartiges Erlebnis“, erzählen beide im Nachhinein. Bärbel Brands: „Ich habe den Tag fast ein wenig wie in Trance erlebt. Die Musik war prima, alle haben sich so wunderbar um uns gekümmert und alles so toll vorbereitet.“ Bis in die frühen Stunden des Dienstagmorgens habe man noch „gezaubert“. In einem Punkt war sich das neue Regentenpaar schließlich einig: „Für uns war und ist es eine tolle Erfahrung, die wir in unserem Leben ganz bestimmt nicht mehr (gs) missen möchten!“

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enn es um haarige Angelegenheiten geht, ist Derya Caglak-Alp zur Stelle. Die junge Friseurmeisterin und Diplom-Coloristin betreibt den Salon „Chaarisma Alp“ in der Sunderner Fußgängerzone. Mit gerade einmal 23 Jahren ist sie hier ihre eigene Chefin, auch wenn Mutter Ayse Alp ihr stets beratend zur Seite steht und beide Frauen sich bei allen Entscheidungen genau absprechen. Der Salon hat sich seit fünfeinhalb Jahren in Sundern etabliert. Ihrem Beruf hat sich die junge Türkin mit Leib und Seele verschrieben, sie bildet sich mit ihren Mitarbeiterinnen, die ebenfalls alle DiplomColoristinnen sind, regelmäßig weiter und legt Wert darauf, besonderen Service wie zum Beispiel die orientalische Haarentfernung anzubieten. Derya Caglak-Alp ist trotz ihrer jungen Jahre seit langer Zeit stadtweit bekannt für ihre Frisurenkunst und hat vor allem zur Schützenfest-Zeit alle Hände voll zu tun. „Da wir im Team arbeiten, können wir sehr viele verschiedene Frisuren innerhalb kürzester Zeit erstellen“, erzählt die hübsche Hairstylistin und lächelt. „Und das macht unglaublich viel Spaß, die Atmosphäre ist sehr, sehr angenehm, weil alle Damen in Feierlaune sind und deshalb alles ganz entspannt angehen.“ Allerdings sollten die Königin und die Damen des Hofstaates ein Bild von ihrem Kleid mitbringen, das sie tragen werden. Derya Caglak-Alp: „Dann kann man die Frisur optimal auf das Kleid abstimmen und entscheiden, ob das Haar hochgesteckt oder offen getragen wird, ob man noch Schmuck wie Bänder, Perlen oder Blumen darin verarbeitet. Wenn die Möglichkeit besteht, stecken wir – um jeden Kundenwunsch zu berücksichtigen – gerne die Frisuren vorab zur Probe. Auch das Make-up

gehört zu unseren Aufgaben. Bei uns bekommen Sie Frisuren für jeden Anlass. Ob Hochzeit, Abiball oder auch zu anderen Festlichkeiten lassen wir Sie gerne gut aussehen. Präzises Arbeiten ist die Voraussetzung, damit die Frisur gut aussieht und vor allem auch mehrere Stunden hält. Für mich ist jede Frisur etwas Besonderes“, betont Derya Caglak-Alp.

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Ihr Wohlfühl-Friseur für die ganze Familie! Hauptstraße 118 · 59846 Sundern · Telefon 02933 921333 Wir sind für Sie da: Mo - Fr von 8.30 bis 18.00 Uhr / Sa von 8.30 bis 13.30 Uhr W.O.L.L August 2012 -

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Als hilfreicher Ratgeber der Schützen “ wurde VELTINS zum Marktführer“ Marcus Voes te iM gespräc h

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ie meisten Schützenbruderschaften im Sauerland setzen inzwischen auf frisches VELTINS. Einen Trend beim Wechsel der Biermarke hin zur Grevensteiner Familienbrauerei war bereits seit der Jahrtausendwende zu beobachten, aber jetzt ist die Wende mit Zahlen und Fakten belegt. VELTINSVerkaufsleiter Marcus Voeste – selbst aktiver Schützenbruder – kennt die Region, spricht Woche für Woche mit Vorständen. Im Interview erläutert er, warum eine Biermarke auch für den Erfolg eines Schützenfestes mitverantwortlich ist. WOLL: Marktführer im Schützenwesen des HSK zu sein, ist schon etwas Besonderes. Wie kam es dazu? Marcus Voeste: Aus vielen Gesprächen mit den Verantwort-

frisches VeLtins – beliebteste biermarke bei den schützenfesten im hsK 1. VELTINS 2. Warsteiner 3. Westheimer 4. Krombacher 5. Iserlohner 6. DAB König

68 Schützenfeste 55 Schützenfeste 21 Schützenfeste 19 Schützenfeste 4 Schützenfeste 1 Schützenfest 1 Schützenfest Quelle: Veltins

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lichen der Vereine wissen wir um die Probleme der Vereine. Die Brauerei C. & A. VELTINS hat sich von Anfang an als Partner positioniert, der Hilfestellung anbietet. Und genau das wurde in den letzten Jahren immer häufiger gefragt. Gerade, wenn Verträge auslaufen, bietet sich den Vereinen die Chance, sich neu zu orientieren. Das ist immer wieder der entscheidende Moment, in dem sich unser Haus von den wenigen Wettbewerbern absetzen kann. Wir haben den Dialog über inhaltliche Tiefe gesucht, Problemlösungen aufgezeigt und nicht nur die Hektolitererwartung des nächsten Schützenfestes abgefragt. Dieser Einsatz wird honoriert, weil wir auf Kontinuität und Langfristigkeit setzen. WOLL: Und wie reagieren die Gäste nach einem Wechsel der Biermarke? Marcus Voeste: Die Besucher spüren, ob das Getränkeangebot im Verein geerdet ist. Die Biermarke muss bodenständig sein und das traditionsreiche Lebensgefühl der Schützenvereine widerspiegeln. Als jahrzehntelanger Begleiter wird die Marke VELTINS diesbezüglich wohlwollend aufgenommen. WOLL: Die Herausforderungen an die Traditionsvereine sind so groß wie nie zuvor. Die Schützenhallen sind vielerorts ein großer Kostenfaktor. Wie sehen Sie die Arbeit der Vorstände? Marcus Voeste: Die Vorstände arbeiten heute zielorientiert, entwickeln Lösungen und drängen auf deren Umsetzung. Gerade die jüngsten VELTINS-Ideenwettbewerbe im HSK


haben schon sehr viele Impulse zu Tage gefördert, konnten auch Wege aufzeigen, die Schützenhallen fürs nächste Jahrzehnt fit zu machen. Immerhin kommt den Traditions­ objekten in den Gemeinden und Dörfern eine zentrale gesellschaftliche Funktion zu. Ich gehe sogar davon aus, dass die künftigen Möglichkeiten, Schützenhallen intensiver ins Leben vor Ort einzubinden, tendenziell noch größer werden. WOLL: Das hört sich nach Aufbruchsstimmung an? Marcus Voeste: Stimmt. In unseren Gesprächen erleben wir täglich hoch motivierte Vorstandsmitglieder, die auf die Beantwortung anstehender Fragen drängen. Es wird angepackt und nichts vor sich hergeschoben – die neue Vorstands­ generation will Probleme wirkungsvoll lösen. Und genau das macht die Beratungsarbeit der Brauerei C. & A. VELTINS für uns auch so attraktiv. Ideen und Ratschläge werden in vertrauensvollen Gesprächen mit auf den Weg gegeben und fallen dann auch auf fruchtbaren Boden, insbesondere, wenn es um die immer wichtiger werdenden Vermarktungsaspekte geht. Eines steht fest: Die Schützenvereine wollen die Zukunft aktiv gestalten und ihre Chancen im gesellschaftlichen Miteinander nutzen. WOLL: Wie sehen Sie die Zukunft des heimischen Schützenwesens? Marcus Voeste: Dass die meisten Schützenvereine in jüngster Vergangenheit einen gewachsenen Zuspruch spüren, ist zweifellos der Rückbesinnung auf die Tradition und der gesellschaftlichen Kraft des Schützenwesens zuzuschreiben. Aber die Nachhaltigkeit des positiven Trends basiert auch auf der für alle erkennbaren Bereitschaft, dass die Bruderschaften neue Wege gehen, innovativ denken und handeln. Nach meiner festen Überzeugung stehen die Aussichten günstig. Bereits seit einigen Jahren ist zu erkennen, dass vielerorts die Resonanz auf die Schützenfeste größer war als noch in den Jahren davor. Auch die Wirtschaftskrise hat 2010 zu einer Renaissance des heimatlichen Zusammenhalts geführt – und genau da können die Schützenbruderschaften bei uns punkten. Das ist ihre Kernkompetenz. So dürften die nächsten Jahre ebenso besucherattraktiv werden wie die Vorjahre.

„eigenen“ Festen? Oder auf denen, wo WettbewerberMarken ausgeschenkt werden? Marcus Voeste: Es ist für uns eine Ehre und ein Vergnügen, auf den Schützenfesten des Sauerlandes jedes Jahr aufs Neue Gast zu sein. Das bedeutet natürlich einen fortwährenden Dialog – wir sind dann ganz nah dran am Schützenvolk. Verständlich, dass wir vor dem Hintergrund dieser langjährigen Besuchstradition quasi wie ein Seismograph auch Veränderungen spüren. Das hilft bei den späteren Gesprächen. WOLL: Heimat, heißt das, auch das Bier aus der Heimat zu trinken? Unterstützt VELTINS deshalb die Schützen? Und sind die Mitarbeiter auch mal irgendwo König oder Königin? Marcus Voeste: Eine Vielzahl von Mitarbeitern engagiert sich in der Region auch in ihren Heimat-Schützenvereinen – das ist doch selbstverständlich. Als Traditionsunternehmen sind wir ein integrativer Bestandteil der Region – mit unseren Mitarbeitern und den Produkten. Natürlich können wir Jahr für Jahr auch Schützenkönige oder Schützenköniginnen in unseren Reihen hochleben lassen. Das freut uns dann immer ganz besonders. WOLL: Ist eine Trendwende weg vom Bier, hin zu den Mixsorten auch auf den Schützenfesten erkennbar? Und wie macht sich Fassbrause auf dem Schützenfest? Marcus Voeste: Schützenfesttradition ist generationsübergreifend. Dementsprechend gestalten sich auch die Getränkepräferenzen der Gäste. Selbstverständlich steht frisches VELTINS vom Fass im Vordergrund. Aber auch VELTINS Radler gehört dazu. Und in diesem Jahr sorgten wir gleich zu Beginn der Saison mit VELTINS Fassbrause in (gs) den Sorten Zitrone und Holunder für Abwechslung.

WOLL: Wie bringen sich die Mitarbeiter auf den Festen selbst ein? Durch Besuche des Hauses VELTINS auf den W.O.L.L August 2012 -

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Genuss – Pleasure Lesenswert

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enieszen ist das Wort, womit man das innige des vergnügens bezeichnet.“ So zitieren die Gebrüder Grimm in ihrem Wörterbuch von 1854 den Königsberger Moralisten Immanuel Kant. Eigentlich hieß das Wort im Mittelhochdeutschen so viel wie gebrauchen oder hatte den Sinn von essen. Zu Kants Zeiten zeichnete sich dann schon eine sehr spezielle Entwicklung ab. Wichtig dabei: Genuss ist immer subjektiv. Der eine mag nämlich scharfen Senf, der andere nur den milden mit Honig aus der Provence. Womit wir mitten im Thema wären.

„Genuss – Pleasure“ hat Matthias Berghoff aus Dörnholthausen sein erstes Buch genannt, übrigens durchgängig zweisprachig. Es beschäftigt sich mit den unterschiedlichsten Seiten des Genusses: „Wenn wir genießen, d. h. wenn wir mit oder bei etwas in Zufriedenheit und Glück eintauchen, möchten wir am liebsten diesen Augenblick festhalten, auf eine gewisse Weise konservieren“, schreibt der Hotelier, der vor einigen Jahren in den heimischen Betrieb eingestiegen ist, im Vorwort. In der Folge beschreiben, eben ganz subjektiv, verschiedene Autoren, was sie zum Thema Genuss zu sagen haben. Daraus

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ergibt sich ein ganz spezielles Konglomerat von Gedanken, Bildern und GenussSzenarien. Denn es geht nicht nur um Essen und Trinken, sondern um Urlaub und Reisen, Landschaften, Musik, Wohnen und Design, Sport, Wellness, Literatur und Kunst. Etwas fällt der Begriff der Region heraus, den Dr. Hubert Schmidt, gebürtiger Dörnholthausener und Sunderns Historiker, zu erklären versucht. Er verweist auf das biblische „Buch der Weisheit“ (2,6): „Lasst uns die Güter des Lebens genießen und die Schöpfung auskosten.“ Und gekonnt schlägt er den Bogen von dort zu den bewaldeten Bergen um Stockum bis zum Elternhaus des Herausgebers in der Dörnholthausener „Ecke“. Ein Buch, das man nie allzu weit weg legen sollte. Denn es ist nicht zum Lesen von vorne bis hinten, sondern gerade für genüssliche Stunden, am besten in der Lieblingsecke oder im Lieblingssessel, mit einem Glas Wein und gedämpftem Licht. Dann macht das Stöbern darin den größten Spaß. Mal bleibt der Blick an den schönen Patisserie-Künsten von Thomas Haas hängen, ein anderes Mal an den Bildern von Olga Shabanova. Selbst bei einer Person bleibt Genuss ganz subjektiv: „Die Möglichkeit, sich für emotionale oder intellektuelle Impulse öffnen und ihnen nachgeben zu können – das ist Genuss“, sagt der Theologe Dr. Christoph Kracht. Dem (da) ist nichts mehr hinzuzufügen. „Genuss – Pleasure“ erschienen im Kairos-Verlag Tübingen, ISBN 978-3-920523-12-5

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Museum in der alten Kornbrennerei wo sunderns gesc hic hte ein ehrwürdiges zuhause hat

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ass das 1632 erstmals erwähnte Gebäude, welches damals zu Kriegsdiensten zur Verfügung gestellt wurde, circa 350 Jahre später für Museumszwecke benutzt wird, hätte Hausherr KapitänLeutnant Ludwig Kleinsorge sicher nicht für möglich gehalten. Genauso wenig wie die Verwendung im 19. Jahrhundert, als die Familie Kleinsorge das Gebäude als Maschinenhaus und landwirtschaftliche

Kornbrennerei nutzte. In der Kornbrennerei durfte aus ökologischen Gründen nur Korn aus eigenem Anbau verarbeitet und der fertig gebrannte Schnaps durfte nur im eigenen Lokal (Gasthof Kleinsorge) ausgeschenkt werden. Im Jahre 1909 wurde das Gebäude um einen neuen Schornstein erweitert, wodurch das kommerzielle Brennen von Korn ermöglicht wurde. Allerdings

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DER FELS IN DER BRANDUNG

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wurde nicht nur Schnaps gebrannt, auch Whiskey und Wodka gehörten zum Repertoire. Bis zum Anfang der 70er Jahre war die alte Kornbrennerei im Besitz der Familie Kleinsorge. Mit dem Umzug nach Bayern wurde das älteste Steingebäude (erbaut vor 1600) der Stadt an Baron Fürstenberg zu Herdringen verkauft. Die Geschichte des Museumsvereins Stadt Sundern e. V. beginnt auf Anregung von Franz Josef Tigges im Jahre 1989. Seine Vorstellung war es, ein gesamtstädtisches Museum zu eröffnen. Nach langer Suche fiel die Entscheidung auf die alte Kornbrennerei in Sundern, welche im Zuge dessen 1993 unter Denkmalschutz gestellt wurde. Zum damaligen Zeitpunkt war Michael Senger Leiter des Projektes, das bis zum Jahr 2000 aus Landesmitteln finanziert wurde. 2001 kam es zum Schnitt: Michael Senger schied als Projektleiter aus und das Projekt wurde bedingt durch Finanzprobleme geschlossen. Schon ein Jahr später wurde Herbert Müller zum Vorsitzenden des Museumsvereins gewählt. Als Lehrer am städtischen Gymnasium und Politiker ging Herbert Müller couragiert ans Werk und setzte Prioritäten. Oberstes Gebot war es, das Museum wiederzueröffnen und es nach außen gut darzustellen. „Heute zählt der Museumsverein circa 100 Mitglieder, davon sind 15 aktiv und regelmäßig an der Kornbrennerei anzutreffen“, so Müller. Der Schwerpunkt des Museums liegt auf Seiten der Industrie- und Handwerksgeschichte. Beim Gang durch das alte Gemäuer sind überall stadtgeschichtliche Gegenstände wie alte Bügeleisen, Schreibmaschinen und vor allem Lampen aller Art aus der örtlichen Lampenindustrie zu sehen. Ebenfalls zu finden sind Überbleibsel aus dem städtischen Bergbau und der ältesten Zahnarztpraxis aus Sundern. Der Museumsverein bietet nicht nur das typische Museumsangebot, sondern auch eine Vielzahl weiterer Aktivitäten, wie beispielsweise Lesungen der „Kriminale“ und das alljährliche Oldtimer-Treffen zum Autofrühling. Öffnungszeiten: Do 10-12 Uhr, So 14-16 Uhr (nk) Führungen nach Absprache

informationen Museum in der alten Kornbrennerei Hauptstraße 132a · 59846 Sundern www.museum-kornbrennerei.de.tl

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Der Geschichte auf der Spur D e m G e s c h i c h t s wa n d e rw e g All e n d o r f z u m z e h n t e n G e b u r t s tag

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er der Geschichte wortwörtlich auf der Spur sein will, der mache sich auf den Weg nach Allendorf. Besser noch: auf einen Weg rund um Allendorf. Hier hält der Allendorfer Geschichtswander­ weg auf seinen rund 18 Kilometern allerlei Wissenswertes aus der Vergangenheit der Titularstadt parat und bietet ganz nebenbei einmalige Ausblicke auf die Sauerländer Hügellandschaft und das schmucke Sauerländer Örtchen im Südwesten von Sundern. Und weil die Geschichte viel Lustiges, auch Trauriges und Kurioses zu berichten weiß, ist der Wanderweg nicht nur für Bewohner Allendorfs ein Genuss, sondern in seiner einmaligen Verbindung von Natur und Kultur, von Wander- und Geschichtserlebnis ebenfalls für Besucher ein echter Geheimtipp. Das findet auch das Outdoorportal Outdooractive.com und verleiht dem Weg in den Kategorien Landschaft und Erlebnis volle sechs Sterne. Am 7. Juni 2012 sammelten sich rund 60 Wanderfreudige vor der Allendorfer Schützenhalle, ausgerüstet mit Proviant und festem Schuhwerk. Fickeltünnes Allendorf e. V. hat zur Jubiläumswanderung eingeladen, der für den Geschichtswanderweg verantwortliche Verein feiert das zehnjährige Bestehen des Erfolgsweges. Zwischen April und Juni 2002 entstand er in müßiger Kleinarbeit – 600 Stunden Eigenleistung waren gefragt –, gesponsert wurde er von der Brauerei VELTINS, die Allendorfer Vereine investierten mit. Der Weg erfreut sich heute einer großen Beliebtheit. Das galt es zu feiern, natürlich in Wanderkluft und mit dem Rucksack auf dem Rücken, wie es sich für echte Wanderfreude gehört. Und zur Feier des Tages überraschten die Truppe unterwegs die Alphornklänge der Luierlinge. Allein schon wegen Natur, Wegführung und Umgebung ist

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die Tour, die zur Hälfte durch urige Sauerländer Wälder, zur anderen Hälfte über weite Wiesen und Felder verläuft, zu empfehlen. Zu Pausen laden viele Ruhebänke am Wegrand ein und auch bei schlechtem Wetter bieten drei Schutzhütten Gelegenheit zu einer ausgiebigen Rast. Das Highlight des Weges aber sind die insgesamt 16 Stationen, die aus der Geschichte und von allerlei Geschichten aus Allendorf und der Umgebung zu berichten wissen. Am Friedhof am Fuße des Kaukenberges erfährt der Wanderer vom dortigen Kreuzweg und den Begräbnissitten um 1800. Längst des Waldrandes und über freie Flächen führt der Weg in den Allendorfer Stadtwald mit seinen prächtigen alten Bäumen, bei deren Anblick schnell klar wird, woher die Redensart „so reich wie Allendorfer Eichen“ kommt. An der kleinen Mutter-Anna-Kapelle berichtet eine Infotafel über die alljährliche Agatha-Prozession ebenso wie über den Festplatz Fitz-Droste-Kuhle. Wer mag der „Lügenschmidt“ gewesen sein, der die Studentenverbindung Sauerlandia gründete und dessen Name auf der allerorts bekannten und außerordentlich ausgeprägten Eigenschaft beruhte, zu flunkern und Schwänke zu erzählen? Was hat es mit dem alten Ehrenmal auf sich? Was mit dem ehemaligen Felsenkeller? Und wie kam Allendorf im Jahr 1819 zu der Ehre, hohen Besuch aus Preußen, nämlich den späteren deutschen Kaiser Wilhelm I., zu empfangen? An Bergfüßen entlang und über Bergkämme, über Feld und Wiese, an einem Weiher vorbei und der Kapelle Neues Brünneken mit einer Quelle, deren Wasser heilende Kräfte nachgesagt wurden, läuft der Wanderer. Vor lauter spannenden Geschichten muss er da aufpassen, dass er das Wandern nicht vergisst.


informationen Länge: 18 Kilometer Höhenmeter: rund 520 m Start- und Zielpunkt: Schützenhalle Allendorf Wegbeschaffenheit: Feld- und Waldwege, davon 92 Prozent nicht asphaltiert (festes Schuhwerk empfohlen) Gehzeit: etwa fünf Stunden Anforderung: mäßig schwere Wanderung Wegmarkierung: weißer Doppelstrich auf rotem Grund Infos amWegrand: 16 Stationen mit insgesamt 32 Bildund Texttafeln zur Geschichte Allendorfs Weiter Infos zum Weg: www.fickeltuennes-allendorf.de oder www.outdooractive.com

Von Grenzstreitigkeiten zwischen Allendorf und Hagen ist die Rede und von einem unheimlichen Schwur, der mit einem mysteriösen Tod bezahlt wurde. Man erfährt ausgiebig vom Erzbergbau in der Hermannszeche und von der Zeche Ida. Und wer hätte ahnen können, dass in der Gemarkung Allendorf Funde aus der Jungsteinzeit und Bronzezeit liegen? Fünf Hügelgräber legen Zeugnis ab über frühste menschliche Bestattungsbräuche. Eine alte Allendorfer Sage berichtet von einer vergangenen Freundschaft zwischen den Menschen und kleinen fleißigen Zwergenmännchen, den sogenannten Hollen. Die Luftangriffe während des Zweiten Weltkrieges und die Hexenverfolgung gehören zu den dunklen Seiten der Dorfgeschichte. Und auch dem alten Handwerk ist der Weg auf der Spur, wenn die Strecke hin zur Amecker Mühle führt oder wenn eine Infotafel an die Lohmühle und die Gerberei, die sich ehemals in der Stadtmitte befanden, erinnert. Geschichten über Geschichten also, vor lauter Vergangenem mögen dem einen oder anderen am Ende der Tagestour nicht nur die Füße schmerzen, sondern auch der Kopf brummen. Die Jubiläumswanderer am 7. Juni jedenfalls holte eine ausgiebige Feier in der Biberhütte wieder in die Gegenwart zurück. (cm) W.O.L.L. August 2012 -

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Gesang, Theater, Büttenrede Da s ta l e n t d e s m gvs e i n t r ac h t e n d o r f i s t fac e t t e n r e i c h u n d 12 5 j a h r e a l t

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n Paris wurde der Eifelturm ge­ baut, in Endorf der MGV Eintracht gegründet. Beides ist nun schon 125 Jahre her und der MGV Eintracht ist für Endorf sicher so markant wie der Eifelturm für Paris. Diese Feststellung machte Bürger­meister Detlef Lins auf der familiären Jubiläumsfeier des Chores im Mai dieses Jahres. Die Gründungsversammlung des traditionsreichen Vereins fand am 23. Oktober 1887 im Gasthof Wahle statt. Mit 18 Herren startete der Verein, kurz darauf waren es schon 28, die dem Gesang mit großem Engagement frönten. Josef Mertens übernahm den Vorsitz, Wilhelm Ernst dirigierte, bis er 1896 leider versetzt wurde, Ehrenpräses wurde Schulvikar Koch. Mit viel Freude gingen die Sangesbrüder zur Probe. Schon nach kurzer Zeit konnte das erste vierstimmige Lied „Die Abendglocken klingen“ vorgetragen werden. Als Gast zur 25-Jahrs-Feier bemerkte Wilhelm Ernst stolz: „Pünktlichkeit, Aufmerksam­ keit und Fleiß waren die Grundlage zu erfolgreicher Arbeit, und schon nach einigen

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Wochen erklang in abendlicher Stille beim Verhallen der Betglocke zum ersten Mal das schöne Lied.“ Lehrer Schulte übernahm für Ernst 1898 das Dirigentenamt und die Proben konnten nach fast zweijähriger Ruhephase wieder aufgenommen werden. Die Begeisterung der Endorfer Herren über die Belebung des Vereins war so groß, dass Neuzugänge im Protokoll verzeichnet wurden. Jedoch waren aus heute unbekannten Gründen nur noch acht Sänger der Gründungszeit dabei. Erste Proben fanden in der Schule statt, dann wechselte man ins Gasthaus Lucas. Um 1909 ernannte man Gasthof Wahle zum neuen Vereinslokal, der dem Verein nun 72 Jahre lang eine Heimat war. Anschließend wechselte man aus terminlichen Gründen zum Gasthof Severin. Neben dem MGV Eintracht gründete sich zu der Zeit ein zweiter Männerchor, der sich „Harmonie“ nannte. Von Ein­ tracht und Harmonie kann laut der Überlieferung jedoch nicht wirklich gesprochen werden, die Vereine konkurrierten hart. 1934 einigten sich die Chöre gemeinsam unter dem Namen MGV Eintracht zu singen. In echter Harmonie wurden Familienfeiern organisiert und Konzerte gestaltet. Bis heute gehört das Weihnachtskonzert zur Tradition des MGVs. Auch das Theaterspiel war eine Leidenschaft, die dem MGV Eintracht viel Zustimmung in der Bevölkerung brachte. Schon wenige Jahre nach der Gründung führte man jährlich, meist zu den Familienfeiern, mindestens ein Stück auf. Doch 1939 liest man im Protokoll: „Angesichts der sich immer mehr verschärfenden Kriegslage wurde auch von der Feier des traditionellen Familienabends abgesehen. Ebenfalls wurden die regelmäßigen Übungsstunden bis auf Weiteres eingestellt.“ Auch das Theaterspiel ruhte. Doch das Ende des MGVs war dies nicht. Gleich nach dem


Zweiten Weltkrieg wurden die Männer wieder aktiv und führten 1946 der alten Tradition getreu das Theaterstück „Genoveva“ auf. Ein Engagement, das in Endorf ankam. Dreimal musste das Stück gespielt werden, bis alle es gesehen hatten. Aus diesen jährlichen Theatervorstellungen reifte eine rege Aktivität in der Karnevalszeit. „Lange Zeit haben diese Vereinsveranstaltungen nebeneinander bestanden“, wird in der Chronik des MGVs berichtet. Die Familienabende im Februar entwickelten sich im Laufe der Jahre zu Karnevalsfeiern. Am 17. Februar 1952 wird zum ersten Mal eine „Büttenrede“ erwähnt, am 25. Februar 1963 lud man dann zum Karneval. Später startete in der neu gebauten Schützenhalle neben dem Kaffeetrinken eine humorvolle Narrensitzung. Der Erfolg dieser Feier war so groß, dass sie nicht nur den Familienmitgliedern vorbehalten sein sollte. 1975 fand ganz offiziell kein „gemütlicher Abend“ mehr statt, sondern eine „Große Karnevalsveranstaltung“ für alle. Diese Veranstaltung wurde mit ebenso großer Begeisterung vom Frauenchor Endorf und dem Jugendchor mitgetragen. 1984

schwamm man auf den Wogen des Erfolges mit einem Endorfer Schiff beim Karnevalsumzug durch Sundern, auch dieser Wagen wurde Tradition. 1987 wurde dem MGV Eintracht die Zelter-Plakette verliehen. Besonders erwähnenswert ist hier die Arbeit des zu der Zeit amtierenden Dirigenten Georg Jürgens. Die Glanzzeit des Endorfer Gesangslebens und der Name „Singendes Dorf“ ist seinem großen Engagement zu verdanken. Im Altersdurchschnitt ist der Verein wohl bis heute der jüngste Chor in Sundern. Diesem Ruf gerecht werdend sang er unter dem Dirigenten Siegfried Knappstein poppige Lieder wie „Skandal im Sperrbezirk“. Ein Höhepunkt der Vereinstätigkeit war das gemeinsam mit dem Kulturring Sundern organisierte „Basta“-Konzert. Der MGV stand mit der A-Capella-Gruppe zusammen auf der Bühne und sang mit ihr „Wetter im Gepäck“. Am 28. und 29. September 2012 lädt der MGV Eintracht ab 19 Uhr zur großen Jubiläumsfeier in die Schützenhalle Endorf ein und stellt sein neues Programm (bf) unter der Leitung von Oksana Kilian vor.

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Kultur statt Milch und Käse D e r K u l t u r t r i c h t e r S u n d e r n e . V. g i b t K u n s t u n d K u lt u r e i n e B ü h n e

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n der Metropole Ruhrgebiet liegt es im Trend, alte Fabrikhallen und Zechen in erstklassige Kulturhäuser und Veranstaltungsräume zu verwandeln. Schlagwort: Industrie­ kultur. Wo ehemals Menschen ackerten und schwitzten, da öffnen heute Museen ihre Pforten, da finden Rock­ konzerte statt, dort hängen Picassos und Dalís an ehemals rußbeschmierten Wänden. Von konservativer Hochkultur und schnörkeliger Atmosphäre barocker Opernhäuser keine Spur. Als vor knapp 20 Jahren eine Gruppe von Künstlern und Kulturbegeisterten aus dem Raum Sundern ihren Ideen eine Bühne geben wollte, griffen sie dem Trend vor – in ländlicher Alternative zur urbanen Industriekultur, versteht sich: Wo sich ehemals alles rund um Butter, Milch und Käse drehte, dorthin lädt heute der 1993 gegründete Kulturtrichter regelmäßig zu Kunst- und Kulturveranstaltungen ein. Die Alte Molkerei in Allendorf, kurz „Molke“ genannt, ermöglicht damit nicht nur den vereinsangehörigen Bands und Theatergruppen einen Raum zur Probe und zur kreativen Entfaltung, sondern bietet Besuchern rockige Sounds, handgemachte Comedy, Theater in außergewöhnlicher

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Atmosphäre und vieles mehr. Anfang der Neunziger war das Sunderner Kulturangebot recht überschaubar, etwas einseitig vielleicht, wie eine rund 25-köpfige Gruppe aus der Region Sundern fand. Man gründete den gemeinnützigen Verein Kulturtrichter Sundern e. V. „Wir wollten selbst kreativ werden, eigenes Können kultivieren und unsere Ideen auf die Bühne bringen, aber es fehlten die Räumlichkeiten“, erinnert sich Reinhold Hammeke, Gründungsmitglied und Teil des Vereinsvorstandes. „Gelegen kam es da, als zwei von uns die ehemalige Molkerei in Allendorf kauften.“ Jede Menge Eigenleistung und unzählige gemeinsame Um- und Ausbauaktionen in den vergangenen Jahrzehnten zeigten: Den Kulturliebhabern war es ernst. Neben 13 Mietwoh­ nungen befinden sich heute in dem Gebäude am Ortseingang des Dorfes die Räumlichkeiten des Kulturtrichters, die sich – step by step – von einem kleinen provisorischen Zimmertheater zu einem stattlichen Veranstaltungsort mit Theke, Bühne, Backstagebereich, vier Proberäumen und professioneller technischer Ausstattung entwickelt haben. Die anfängliche Idee schlug ein wie eine Bombe. Jede Art der Kunst war willkommen, Hauptsache selbstgemacht, selbstgespielt: von klassischen Konzerten über Kabarett bis hin zu Ausstellungen. Ruck zuck hatten sich vier Theaterensembles gefunden, im Laufe der Jahre gründeten sich mehr als 15 Bands. Die Angebote wurden meist gut angenommen. „Nur der eine oder andere Allendorfer hatte zu Beginn noch etwas Scheu“, erinnert sich Mike Petri, „aber heute ist der Kulturtrichter eine feste Institution im Dorfleben.“ Mike ist erster Vorsitzender des Kulturtrichters, spielt in der Band „Jeffrey Francis Baker and the Flojo Bambini“ und wohnt


selbst mit seiner Familie in der Molke. Die langen Haare, die alternative Erscheinung – all das mochte den einen oder anderen Dorfbewohner damals zunächst von der kreativen Truppe abgeschreckt haben. Völlig zu Unrecht, denn das Programm ist breit: Neben Rockmusik oder Improvisationstheater tritt einmal im Jahr der Allendorfer Musikverein auf, Diavorträge führen die Besucher rund um die Welt, es singen Chöre und zu Advent finden Märchenspiele für Kinder statt. Eingeladen ist jeder, der Lust hat, selbst künstlerisch tätig zu werden oder Kultur zu genießen. Dass sich das Konzept des Kulturtrichters etabliert hat, das beweist seine Geschichte: Im nächsten Jahr feiert er sein 20-jähriges Bestehen. „Unser Jubiläumsjahr wollen wir kräftig zelebrieren“, freut sich Mike, „da darf man sich jetzt schon auf die eine oder andere kulturelle Überraschungen freuen.“ Die Köpfe der Verantwortlichen nicken – da ist man sich einig. Heute hat der Verein rund 140 Mitglieder, davon 30 aktive, ihm gehören fünf Theatergruppen und drei Bands an. In der Truppe „Vulkanakne“ probiert sich Sunderns Jugend auf der Bühne, Kinder- und Jugendarbeit soll großgeschrieben werden. „Creme frech“ spielt Regietheater, das mittlerweile über Sunderns Grenzen hinaus bekannt ist, „Die 6 Richtigen“ lassen mit ihrer Comedy kein Zwerchfell unbewegt und bei den „Sieben“ erwartet den Theaterbesucher experimentelles, völlig durchgeknalltes Theater – wie Simone Kaschka, Vorstandsmitglied und Teil der Theatergruppe „Creme frech“, verspricht. Neu im Bunde ist das Marionettentheater Firo. Und wenn „Monobox“, „Noise’R’us“ oder „Jeffrey Francis Baker and the Flojo Bambini“ ihre Verstärker aufdrehen, dann schallen die Sounds der E-Gitarren und Drums hinaus über die Allendorfer Straße – und das Publikum rockt. „An so genannten offenen Freitagen kann sich jeder, der will, ausprobieren. Wir stellen die Räumlichkeiten, er die Unterhaltung“, beschreibt Simone das Konzept. Dann kommen Geschichtenerzähler, Zauberer oder Songwriter zum Zuge, Jazzbands oder Comedians. „Außerdem bieten wir noch ausgewählte Veranstaltungen, zu denen wir vom Verein aus Künstler einladen.“ Der Eintritt soll maximal zehn Euro kosten. „Kultur für jedermann!“, wirft Reinhold ein.

Wichtig ist und bleibt dem Verein dabei die Autonomie. Man ist schöpferisch, was die Kunst angeht, selbständig, was das Programm betrifft, auch finanziell ist man unabhängig. „Nicht selten spielen unsere Bands ohne Gage in die Kassen des Kulturtrichters.“ Und dennoch: Über Sponsoring, vor allem der Kinder- und Jugendprojekte, sowie neue Mitglieder freut man sich immer. Beate Schütz, die auch zur Gruppe der Initiatoren gehört, weiß um den Wert des Kulturtrichters: „Die Leute, die den Verein künstlerisch, kreativ und im Team mitgestalten, tragen einen außergewöhnlichen Beitrag dazu bei, das Landleben hier attraktiv zu gestalten.“ Sie machen es vielfältiger, bunter. Wen zieht es da noch in die Metropolen, (cm) wen zur Industriekultur ins Ruhrgebiet?

veranstaltungskalender sommer 2012 25. August, 20 Uhr: Uli Engelbrecht: Samtcord, Strass & Soundgewitter, Rockstories-Leseshow 1. September, 20 Uhr: Scarlett Sky, Melodic-Rock-Musik 7. September, 20 Uhr: Frank Steinhage, Solo-Comedy 21. September, 20 Uhr: Benefizkonzert für die Mobilen Krippen in Mumbai, Indien, mit der Vanilla Boat Crew und anderen Weitere Infos unter: www.kulturtrichter.de W.O.L.L. August 2012 -

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El Flamingo S p e k ta k u l ä r e S p o r t -V i d e o s

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ie Anfänge der meisten Extremsportler sind gleich: Man kauft sich ein Skateboard, Snowboard, BMX oder Blades und versucht, auf artistische Art und Weise Hindernisse (im Fachjargon auch „obstacles“ genannt) zu überwinden. Vor allem am Anfang sind Blessuren jeglicher Art vorprogrammiert. Einen ähnlichen Anfang durchliefen vor rund sieben Jahren die Jungs von „El Flamingo“. Zu Beginn fuhr man Skateboard, später erfolgte der Umstieg auf Mountainbike und Ski oder Snowboard. Wie üblich im Extremsport fehlten Videokamera und Fotoapparat an kaum einem Tag. Ende 2009 waren sich Johannes Müller, Philipp Becker und Johannes Fabry einig: In Zukunft soll die Konzentration auf Film und Fotografie liegen. Mit der Zeit wuchs ihr Equipment, nicht nur quantitativ, auch qualitativ. Die komplette Kameraausstattung basiert auf Spiegelreflexsystemen. Sogar eine

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Kamerabahn, Marke „Eigenbau“, gehört ins Repertoire von El Flamingo. Im Laufe der Zeit wurde El Flamingo immer bekannter, sodass die Begeisterung unter den Extremsportlern stieg und das Interesse am Gefilmtwerden größer wurde. Mittlerweile ist ein richtiger „Fahrerpool“ entstanden, auf den immer wieder zurückgegriffen werden kann. Anfang des Jahres gab es für die Jungs von El Flamingo ein riesiges Highlight: Ihr zweiter Film „[11]“ feiert Premiere in Kinos in Bochum und Berlin und auf kleineren Veranstaltungen an der Nordsee sowie in der Allendorfer „Molke“. Der Film „[11]“ wurde im Jahr 2011 gedreht – trotz Abistress. Philipp von El Flamingo nannte es einen Vollzeitjob. Der Film wurde in verschiedenen Teilen Europas gedreht: Im Norden, angefangen in Dänemark, über die Alpen bis in den Süden nach Spanien.


Dabei war der Drehort (oder auch „Spot“) in einer Wüste 80 km vor Pamplona wohl der spektakulärste. Dabei steht die Filmerei auf einer Seite. Auf der andern standen circa 15 Stunden Videomaterialsichtung und gut zwei Wochen PostProduktion. Da El Flamingo diesen Film nicht kommerziell verkaufen, sind die Filmprojekte alle „non-profit“. Um dennoch, zumindest einige, Kosten zu sparen, greift El Flamingo immer wieder mal auf die Unterstützung von namhaften Sportausstattern zurück. Das neuste Projekt „Feathered Friends“ ist in vollem Gange. Monatlich erscheinen Episoden mit den neusten Action-Clips, passend zur Jahreszeit. Auch hier waren und sind El Flamingo an außergewöhnlichen Spots wie den Innsbrucker Alpen oder mitten auf dem Sorpesee unterwegs. Dem Produzieren von Filmen werden Johannes, Philipp und Johannes auch weiterhin nachgehen. Nach dem Studium sogar beruflich, denn die drei haben ihr Studium dem Hobby nach gewählt. Ob dabei das Spotfilm-Genre den Schwerpunkt bilden wird, lassen die Jungs von El Flamingo offen. (nk)

Ihre Arbeiten sind sehr sehenswert und bei Interesse im Internet zu bewundern: www.el-flamingo.de https://www.facebook.com/pages/ El-Flamingode/113626868706246 http://vimeo.com/elflamingo

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Sommerfest mit Tücken S T Ü R M I S C H E R N AC H M I T TAG I N S U N D E R N FÄ L LT FA S T I N S WA S S E R

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er 29. Juni 2012 war ein sonniger Tag - ideal, um draußen Zelte, Grill- und Kuchenstände aufzubauen. Die Bewohner des CaritasAltenheim St. Franziskus Sundern freuten sich schon lange auf diesen Event. Mit dem Auftakt der Musikkapelle brach jedoch auch das große Unwetter los. Der Sturm erfasste die aufgebauten Stände, der heftige Regen setzte den Vorplatz in Minuten unter Wasser. Von diesen Widrigkeiten ließ sich jedoch Niemand einschüchtern.. In Windeseile zogen die Bewohner ins Trockene um, Speis und Trank wurde ins Foyer gerettet und kurzerhand war der ehrenamtliche Akkordeon-Spieler für die musikalische Fortführung zur Stelle. Ein Sommerfest der besonderen Art. Das Leben im Altenheim hat eben doch mehr zu bieten als

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manch einer denkt. Im Altenheim St. Franziskus leben 98 Menschen. Der Einrichtung stehen 46 Einzelzimmer zur Verfügung. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, 8 Kurzzeitpflegeplätze zu nutzen, um pflegenden Angehörigen eine Auszeit vom Pflegalltag zu ermöglichen. Ein besonderes Plus ist der unermüdliche Einsatz von vielen ehrenamtlichen Helfern. Haupt- und Realschüler backen regelmäßig für die Bewohner Waffeln, andere Schüler spielen mit den Bewohnern an der Playstation. St. Franziskus ist ein offenes Haus, Gäste sind jederzeit herzlich willkommen. Alle Interessierten sind eingeladen, Sonntags nachmittags die Caféteria zu besuchen und die Atmosphäre des Hauses einmal zu erleben. Herzlich Willkommen, Ihr Caritas-Altenheim St. Franziskus, Rotbuschweg 2 in Sundern, Tel. 02933 985-0


Im Backhius werden Tortenträume wahr

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igentlich hatten Wilhelm und Maria Hegemann nur ein Ziel: „Wir wollten unseren Bauernhof in Hövel erhalten.“ Das Ziel ist erreicht, und gut 20 Jahre nach der Entscheidung, aus dem Ruhrgebiet wieder ins Sauerland zurückzukehren, steht für die gelernte Betriebswirtschaftlerin und heutige Inhaberin des Backhius fest: „Ja, ich würde alles wieder so machen.“ Rückblick in die achtziger Jahre: „Mein Vater hatte die Landwirtschaft aufgegeben und mein Mann und ich übernahmen 1993 den Hof und damit auch das alte Backhaus nebenan“, erzählt Maria Hegemann. 1995 erfolgte die komplette Rückkehr aus Wattenscheid in die Heimat. In der Folge suchte die junge Mutter nach einer Teilzeitbeschäftigung in ihrem Berufsfeld. Doch Fehlanzeige im Sauerland: „Entweder gab es eine volle Stelle oder eben nichts.“ In dieser Phase entstand bei Maria Hegemann die Idee, ein eigenes Café zu eröffnen. Sie war zu diesem Zeitpunkt in der Berufsbildungsakademie tätig und half Berufseinsteigern, im Job Fuß zu fassen: „Da wurde mir bewusst, mit welchen Abbrüchen Frauen zu tun haben. Und ich sah darin auch eine Chance.“

Ein weiterer Schritt auf dem Weg zum Backhius war das Engagement von Maria Hegemann im „Landfrauenservice“ des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes, den sie mitgegründet hatte und in dem sie zeitweilig auch den Vorsitz führte: „Dabei ging es um Dienstleistungen, die Landfrauen anbieten können. In der Zeit entstanden die ersten Hofläden, Blumengärten und auch Cafés“, erinnert sie sich. Zwischenzeitlich reifte die Idee zu einem eigenen Café bei Maria Hegemann, gleichzeitig rechnete sie als gute Betriebswirtschaftlerin und Controllerin, ob sich das Geschäft auch tragen würde. Als dann Ende der neunziger Jahre das an die 400 Jahre alte Backhaus restauriert wurde, ergab sich ein erster Schritt in die heutige Richtung: „Ich machte Gästeführungen im Backhaus. Und bemerkte das Interesse der Besucher an diesem Gebäude“, berichtet die heutige Gastronomin über die Pläne. Sie stellte fest: „Es könnte ein Ausflugsziel werden.“ W.O.L.L. August 2012 -

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2005 kam dann der Schritt in die Selbstständigkeit: Fortan öffnete das „Backhius“ an Wochenenden und Feiertagen. Für Maria Hegemann war nach einigen Monaten klar: „Es trägt sich.“ Werbung hatte sie keine gemacht, vor allem durch Mund-zu-Mund-Propaganda sprachen sich die Qualität und das besondere Ambiente des Hauses herum. „Ich wollte immer ein schlichtes Programm“, gesteht sie. So gab es in der Anfangszeit vor allem Plattenkuchen und Schnittchen. „Aber zur Sicherheit habe ich auch einige Torten an jedem Wochenende gemacht. Und die gingen weg. Also musste umgesteuert wer-

den“, bringt Maria Hegemann auf den Punkt, was heute den Charme des Backhius aus macht. Legendär ist inzwischen die Stachelbeer-Torte, die von den Landfrauen schon einmal zur „Torte des Monats“ gewählt wurde. Dazu brachte die Zusammenarbeit mit dem Altenhellefelder Bäcker Karl Wintz viele Dauerkundschaft: „Einmal im Monat wird in der Saison von Februar bis Mai und von September bis Dezember gebacken. Die Gäste mögen den Geschmack des BuchenHolzofen-Brotes, das Karl Wintz kreiert hat.“ Das Brot hat eine kräftige, wild aufgegangene Kruste und eine saftige, elastische Krume. „Der Geschmack ist aromatisch und würzig“, beschreibt Maria Hegemann den Geschmack dieses Brotes, das sich lange frisch hält. Heute ist die Hövelerin glücklich, diesen Weg gegangen zu sein, denn wer arbeitet schon noch dort, wo er wohnt: „Meine Patentante arbeitete früher bei Kaisers Kaffee und

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ÄSEKUCHEN MIT

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schon da habe ich das gut gekochte Essen in unserer Familie geliebt“, gesteht sie. Im Nachhinein sieht sie die damalige Situation als Chance, die sie ergriffen hat: „Hier muss ich nicht mit Zahlen arbeiten, hier arbeite ich mit allen Sinnen.“ Und man hat Kontakt mit den Menschen: „Besonders schön ist es, dass man sofort ein Feedback bekommt.“ Die Zahlen hat die Unternehmerin aber nicht aus den Augen verloren, denn im Büro muss sie Bestellungen tätigen, Zutaten planen und ordern. Aber das reicht auch: „Diese Größe, das ist genau das, was ich wollte.“ Und einen weiteren Vorteil nennt die dreifache Mutter: „Ich kann mein Team heute selbst bestimmen.“ Deshalb strahlt das Backhius auch eine Ruhe aus, die Gäste zu schätzen wissen: Hierhin kommen gute Freunde und sie werden von guten Freunden bedient. Stammkunden hat das alte Backhaus im Münsterland, im ganzen Ruhrgebiet und auch in den

Öffnungszeiten Sa/So: 14.00 - 18.00 Uhr Feiertage: 14.00 - 18.00 Uhr Sonst: Geöffnet nach Vereinbarung für Gruppen Betriebsferien: 23.12. - 31.01.

F R I S C H E N A P R I KO S E N

Niederlanden, und natürlich im ganzen Sauerland. Und wer nach der Torte noch ein wenig Zeit mitbringt, der kann bei einem kühlen Riesling auch den Sonnenuntergang in Hövel genießen, mit Blick auf viel Landschaft, Pferde und einen weiten Himmel. Für die Leser von WOLL hat Maria Hegemann die Rezepte von zwei Torten aufgeschrieben. „Viel Spaß beim Nachbacken“, (da) wünscht die sympathische Gastronomin.

REZEPT KÄSEKUCHEN KNETTEIG

KÄSEMASSE

• 200 g Mehl • 100 g Zucker • Prise Salz • 1 Eigelb • 150 g Butter

• 200 g Butter • 180 g Zucker • 6 Eigelbe • 6 Eiweiße • abgeriebene Schale von ½ Zitrone • etwas abgeriebene Vanilleschote • 750 g Magerquark • 200 g Sahne • 40 g Speisestärke • 500 g frische entsteinte Aprikosen

ZUBEREITUNG Alle Zutaten für den Knetteig mischen und schnell miteinander zu einem glatten Teig verkneten. In Folie verpackt mindestens 30 Minuten in den Kühlschrank legen. Anschließend zwei Drittel des Teiges auf dem Boden einer Springform mit 28 cm Durchmesser ausrollen und mehrmals mit einer Gabel einstechen. Den Boden hellgelb vorbacken und anschließend sofort auskühlen lassen. Dann aus dem letzten Drittel einen Rand formen und die Springform damit auslegen. Für die Käsemasse die Butter schaumig rühren. Nach und nach Zucker, Eigelb, Vanillemark und abgeriebene Zitronenschale unterrühren. Quark, Sahne und Speisestärke dazugeben und gut verrühren. Zum Schluss das Eiweiß steif schlagen, vorsichtig unterziehen und die Masse auf den vorgebackenen Boden füllen. Die entsteinten Aprikosen aufrecht in die Käsemasse stellen und die Form auf dem unteren Rost in den Backofen schieben. Sollte er in den letzten 15 Minuten zu viel Farbe bekommen, kann eine Alufolie locker übergelegt werden. Nach der Backzeit den Käsekuchen ca. 30 Minuten im Backofen leicht auskühlen lassen. Die Backofentür dabei einen handbreiten Spalt offen lassen. Backzeit Boden: bei 180 Grad Heißluft vorgeheizt etwa 15 Minuten backen. Käsekuchen bei 150 Grad Heißluft vorgeheizt etwa 50 Minuten backen. W.O.L.L. August 2012 -

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REZEPT FRIESENTORTE

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RIESENTORTE

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KNETTEIG

STREUSEL

• 400 g Mehl • 1 Messerspitze Backpulver • 1 Prise Salz • 14 g Bourbon-Vanillezucker • 150 g saure Sahne • 175 g Butter

• 125 g weiche Butter • 75 g Zucker • 1/2 Teelöffel Zimt

BEL AG

• 500 g Pflaumenmarmelade • 600 g Schlagsahne • Puderzucker Für den Knetteig 250 g Mehl, Backpulver, Prise Salz, Vanillezucker, saure Sahne und die Butter in Flöckchen zu einem Knetteig verarbeiten und mindestens 30 Minuten in Folie eingepackt im Kühlschrank kühl stellen. In der Zwischenzeit die Streusel zubereiten: Mehl, Zucker, Zimt und die weiche Butter in Flöckchen mit den Händen verkneten und dabei Streusel formen. Nun den Knetteig vierteln. ein Viertel des Teiges mit etwas Mehl bestäubt auf einem Springformboden 26 oder 28 cm Durchmesser ausrollen, mit einer Gabel mehrmals einstechen. Den Springformrand darumlegen und 1/4 der Streusel darauf verteilen. Backzeit: Böden bei 180 Grad Heißluft vorgeheizt ca. 15 bis 20 Minuten goldgelb backen. Den Boden aus der Form lösen und auskühlen lassen. Auf diese Weise die anderen drei Böden abbacken und erkalten lassen. Der letzte Boden kann sofort in zwölf Tortenstücke geschnitten werden. Die Sahne steifschlagen und dritteln. dritten Böden zuerst mit Pflaumenmarmelade bestreichen, anschließend fingerdick die Sahne darauf verteilen. Beim letzten Boden können die geteilten Tortenstücke nach Belieben auch schräg auf die Torte gesetzt werden. Dann sollten auf dem dritten Boden zwölf Sahnetupfer gespritzt werden. Die Torte mind. eine Stunde in den Kühlschrank stellen. Zum Servieren mit Puderzucker bestreuen. Am besten ist die Torte mit dem elektrischen Messer anzuschneiden.

FOTOS: NIKL AS THIEMANN


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iergarten-Wetter: Blauer Himmel, Sonnenschein, laue Abende im Grünen. Darauf haben unsere fünf Tester lange gewartet. Schon im Mai waren sie erstmals ausgeschwärmt, um sich ein Bier in gemütlichen Locations zu gönnen. Doch da holten sie sich eher eine frostige Nase. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Das Quintett und Fotograf Roland Sommer blieben hartnäckig dran, und so können die WOLL-Leser – trotz des bisher mäßigen Sommers – einen umfangreichen Check der Biergarten-Szene in Sundern nachlesen, mit den dazugehörigen Sommerbildern. Bleibt zu hoffen, dass zum Nachtesten auch noch die Sonne um die Ecke schaut. Und als Schmankerl haben die fünf Tester auch noch einen Geheimtipp parat. Was viele nicht wissen: Die hiesigen Biergärten, mag es auch außen dranstehen, sind keine Biergärten im strengen Sinne. Der wird in diesem Jahr 200 Jahre, natürlich nach bayerischer Zeitrechnung und bajuwarischer Rechtsprechung. Glaubt man anderen Quellen ist der Biergarten schon 473 Jahre alt. Zu verdanken hätten wir diese tolle Einrichtung demnach der bayerischen Brauordnung aus dem Jahre 1539: Danach durfte Bier in dieser Zeit nur zwischen dem Feiertag des heiligen Michael (29. September) und dem Ehrentag des heiligen Georg (23. April) gebraut werden. Hintergrund war die Angst, dass beim Biersieden im Sommer ein Brand ausbrach. Deshalb musste für den Sommer ein entsprechend großer Vorrat angelegt werden. Dabei hatten die Bierbrauer ein Problem, denn der Kühlschrank war

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noch nicht erfunden. Aber sein Prinzip kannte man schon damals: Also baute man tiefe Bierkeller außerhalb der Stadt, da ja die anderen Keller mit der normalen Produktion belegt waren. Dort schaffte man im Winter Eis aus den Seen heran, um das Bier zu kühlen. Damit die Sonne nicht zu viel Hitze von oben brachte, pflanzten die schlauen Münchner Kastanien. Und das war die eigentliche Geburtsstunde des Biergartens: Von unten gab es angenehme Kühle aus dem Keller, von oben wenig Sonne durch die Kastanien. Zusätzlich

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verkauften die Brauer ihr Bier an die Gäste, die diesen angenehmen Ort immer mehr genießen wollten. Doch genau dagegen liefen damals die Wirte aus der Stadt Sturm: Denn die Brauer sollten die Wirte beliefern und nicht im Bierverkauf Konkurrenz machen. Es kam dann zu einem typischen bajuwarischen Rechtsstreit, dem erst Bayernkönig Ludwig I. genau 1812 ein Ende bereitete. Er urteilte wie einst der König Salomon, so durften ab da die Bierbrauer zwar Bier an die Gäste verkaufen, dazu aber nur Brot. Das Urteil des Königs hatte etwas Sozialistisches, denn nun konnten sich auch ärmere Familien die sommerlichen Freuden vor der Stadt erlauben. Denn jeder Gast konnte Mitgebrachtes verzehren: „Das Verabreichen von Speisen und anderen Getränken bleibt ihnen (den Brauern) aber ausdrücklich verboten“, lautete der genaue Urteilstext. Die Folgen dieses Urteils reichen noch bis heute, und gelten in ganz Bayern. Dadurch gibt es ein buntes Durcheinander, das ja heute die Werbung gern mit biertrinkenden Japanern positiv nach vorne bringt. Und die charakteristischen Aspekte des Biergartens wie Kühle, Naturnähe und frisches Bier haben quer durch Deutschland seit 200 Jahren zu einem Siegeszug geführt. (nk)

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Hoch über dem Lennetal gelegen und weithin sichtbar liegen die SAUERLAND-PYRAMIDEN, mittlerweile ein heimliches Wahrzeichen des Sauerlandes. Darin befindet sich der GALILEO-PARK, ein Wissens- und Rätselpark in dem auf unterhaltsame und doch anspruchsvolle Art und Weise Wissen vermittelt und Interesse an neuen Themen geweckt wird. Dabei präsentiert der GALILEO-PARK sowohl wissenschaftliche als auch „rätselhafte“ Themen - sachlich, objektiv, offen und wertungsfrei.

Ausstellungen 2012 04. Mai - 21. Oktober 2012

Messel on Tour - Fossile Ausgrabungen aus dem

UNESCO-Weltnaturerbe Grube Messel Im Zentrum der Ausstellung stehen die weltberühmten Funde der Fossilienlagerstätte Grube Messel, die 1995 in die Liste der Weltnaturerbe-Denkmäler der UNESCO aufgenommen wurde.

Veranstaltungs-Highlights 15.-16. September 2012 CSI-Fossilien - Der Urzeit auf der Spur Begleitend zur Ausstellung “Messel on Tour” veranstaltet der GALILEO-PARK ein Wochenende rund um das Thema Fossilien und Urzeit. Der Startschuss fällt am Samstag mit einem “Mysteries Dinner” der besonderen Art mit kulinarischen Spezialitäten und einem Vortrag der Ihr Weltbild erschüttern wird. Sonntags wird etwas für die ganze Familie geboten, von Vorträgen über Workshops, bis hin zu Führungen durch die Ausstellung und einem kleinen Fossilien-Markt ist für jeden etwas dabei.

13. - 14. Oktober 2012 15. April - 02. Dezember 2012

Einhorn, Wolpertinger & Co.

Fabeltiere gibt es in der Phantasie des Menschen seit Jahrtausenden. Sie kommen in der Mythologie, der Religion und im Märchen vor. Dort und in dieser Ausstellung trifft man auf glückbringende Einhörner oder fürchterliche Drachen oder merkwürdige Wolpertinger.

DUCKDAyS - Duckomenta hautnah Ein tolles Wochenende erwartet die Besucher des GALILEO-PARKs im Oktober, denn da halten die Enten Einzug. Begleitend zur Ausstellung “Duckomenta - Die interDucks verlassen die Erde” bietet der GALILEO-PARK zwei spannende und erlebnisreiche Tage rund um die Geschichte der Enten.

10. Juni 2012 - 13. Januar 2013

Duckomenta Die interDucks verlassen die Erde Unerklärliche Funde berühmter Exponate mit Entenschnäbeln führen auf die Spur der interDucks, der myteriösen Entensippe aus unserer Vergangenheit.

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Weitere Infos:

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Liebevoll und jagdfreudig zugleich BRAC KENNAC HWUC HS IM FÖRSTER - UND JAG D H AU S D R E E S KO R N F E L D

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iebevoll, das ist ein Wort, das man im Hause Dreeskornfeld häufig hört und auch spürt. Das Förster- und Jagdehepaar zeigt, dass man mit einer liebevollen Aufzucht und Erziehung hervorragend Jagdhunde ausbilden kann. Der neueste Beweis ist die Deutsche Bracke Merle und ihr erster Wurf. Merle kennt keine Schläge oder hartes Anfassen. Trotzdem ist sie auf der Stöberjagd sehr erfolgreich. Kaum ein halbes Jahr alt, ging sie mit Sylvia Dreeskornfeld hinaus in den Wald um Spuren zu folgen und das Wild aufzuspüren. Genauso erfolgreich und ganz liebevoll kümmert sie sich nun um ihren ersten Wurf. Vier kleine Bracken liegen eng aneinander gekuschelt in der dunklen Wurfkiste. Merle leckt sie liebevoll, stupst sie immer wieder zärtlich an. Sie, die nur fürsorglichen Umgang kennt, hat auch keine Angst, ihre Jungen fremden Menschen zu zeigen. Unter ihren wachsamen Augen darf jeder in die Kiste gucken und die Kleinen sogar streicheln. Den ersten Ausflug an die frische Luft haben die am 15. Mai geborenen Welpen schon mit knapp vier Wochen erleben dürfen. Sie schauten erst ganz erschrocken ob der Erfahrung, dass es Wind und Wetter gibt. Doch dann begannen sie rege ihre Umgebung zu erkunden. Leise fiepend und meist noch auf dem Bauch krabbelnd entdeckten sie alles, was sie in der nächsten Nähe an Neuem erwartete. Wieder zurück in der Wurfkiste, schliefen sie gleich erschöpft von den neuen Erfahrungen und unter Merles wachsamen Augen ein. Die kleine Familie weiß nicht, dass sie nicht nur für Dreeskornfelds und für die vielen Kinder, die täglich zu Besuch kommen, um den Wurf zu bewundern, etwas ganz Besonderes ist. Merle vom

Kaufunger Wald ist die erste Brackenmutter seit über 40 Jahren in der weiteren Sunderner Umgebung. Bracken waren früher als eine der wichtigsten Jagdhundrassen überall anzutreffen. Damals waren die Parforcejagd und das Brackieren die wichtigsten Jagdformen. Die Bracken gehörten dazu, weil sie das Wild laut bellend verfolgen. Für den Jäger barg dieses „Geläut“ viele Informationen. „Neben dem hellen Geläut gibt es noch einen weiteren Laut, den die Bracken von sich geben, den sogenannten Standlaut. Stellen sie wehrhafte Hirsche oder Wildschweine, greifen die Bracken nicht an, sondern rufen durch ein tiefes Gebell den Jäger zu Hilfe. Schnellstmöglich eilt er zum Geschehen. Die Bracken werden wieder gebraucht, denn im Wandel dieser Zeit ist die Stöberjagd ihr neues Arbeitsfeld. „Das Haupteinsatzgebiet der Bracken liegt heute bei den großräumigen Bewegungsjagden auf Rotwild und wehrhaftes Schwarzwild. Hier arbeiten sie ihrem Wesen entsprechend selbständig und ausdauernd, wovon der Erfolg dieser Jagdart entscheidend abhängt“, erklärt Sylvia Dreeskornfeld. Darum wird Merles Wurf wohl nicht der letzte sein, und diese Rasse wieder aufleben. (bf)

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ie Entscheidung steht: Sundern richtet das 67. Gebirgsfest des Sauerländer Gebirgsvereins (SGV) aus. Erste Organisationen seitens des Vereins, der Stadt Sundern und des Stadtmarketings sind angelaufen – der eine oder andere mag sich schon eine Wanderkarte für die Sorpesee-Region besorgt haben, voller Neugier, was dieser Teil des Sauerlandes dem Wander­freund alles zu bieten haben mag. Dass Sundern an dem Wochenende vom 13. bis 15. Juni 2014 Wandermittelpunkt des SGV, eines der größten Wandervereine

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Stadt Sundern und SGV beim offiziellen Startsc huss zum 67. SGV-Gebirgsfest in Sundern 2014. V.l., vorne: Hermann Weische (SGV- Abteilung L angsc heid), Barbara Geuec ke (SGV-Region Mittleres Sauerland), Jeroen Tepas (Stadtmarketing Sundern eG), Gerd Geuec ke (SGV- Abteilung Endorf), Mic hael a Kiko (SGV- Abteilung Hac hen), Burkhard Klute (SGV- Abteilung Stoc kum), Aloys Steppuhn (L andrat a .D. und SGV-Präsident), Detlef Lins (Bürgermeister Stadt Sundern), Kl aus Sc häfer (SGV- Abteilung Stoc kum), Dieter Sc höttler (SGV- Abteilung Amec ke).

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enseits von Afrika, über den Dächern von Sundern versprüht der frisch renovierte Wellness-Bereich des SUNDERLAND-Hotels einzigartiges Urlaubsflair. Besondere Entspannungsmomente zwischen Makuti, Bambus und exotischen Düften lassen die Besucher des 250 Quadratmeter großen KENBALI-Spa-Bereichs eintauchen in die Faszination Afrikas. Wohltuende Massagen, zum Beispiel mit Zitronenöl oder Rosenblatt-Fußbad, Handmasken oder spezielle SaunaAnwendungen wie Früchtetraum, Salz-Tag oder Afrikanischer Abend, garantieren erholsamen Kurzurlaub direkt vor der Haustür. „Durch unser Schwesterhotel Severin Sea Lodge in Mombasa sowie das Severin Safari Camp im Tsavo-westNationalpark in Kenia liegt es natürlich nahe, die afrikanischen Einflüsse auch in das Sauerland zu transportieren“, so Hoteldirektor Nico Meier. Dafür wurden die Erlebnisduschen mit neuen Highlights ausgestattet. Dazu gehört die EimerSchwalldusche für Saunagänger, die nach der Hitze des Saunagangs für die perfekte Abkühlung sorgt. Ergänzt um eine Regenwalddusche sowie eine Stachelbrause ist das Afrika-Feeling im KENBALI Spa perfekt. Nico Meier: „Der Balkon über den Dächern von Sundern wurde passend zum Thema dekorativ mit Schilf und neuen Pflanzen zu einer kleinen Wohlfühl-Oase umgestaltet. Und bei schönem Wetter lädt unsere Sonnenterrasse zum Entspannen und Träumen ein.“

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4. Beachvolleyball-Dorfturnier, Amecke

Beachvolleyballturnier des SSV Stockum, 11 Uhr

Highland Games, Hövel

25.08.-  Opti-Regatta „Kreuzknoten”, Amecke, Vorbecken 26.08. Dorffest Altenhellefeld 26.08. Bernhardfest der Dorfgemeinschaft Seidfeld

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01.09.- Stadtschützenfest Hachen 02.09. 07.09. Offener Freitag mit Frank Steinhagen (Comedy), 20 Uhr, Alte Molkerei, Allendorf


vom 15. August bis 31. Oktober 2012 09.09. BigBand-Frühschoppen der Feuerwehr Allendorf, Am Sägewerk Eröffnung des Strackenhofs, Endorf, 11 Uhr 14.09.- Stadtfest Sundern, 16.09. mit verkaufsoffenem Sonntag 15.09. Konzert zum 135-jährigen Bestehen des MGV Stockum, 19 Uhr, Halle Dämmerschoppen der Freiwilligen Feuerwehr Langscheid, 17 Uhr, Feuerwehrgerätehaus 15.09.- 85 Jahr, Tambourcorps Stemel, 16.09. Freundschaftstreffen in der Schützenhalle

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Kammerkonzert mit Simon Bode (Tenor) und Nikolas Rimmer (Pianist), Schloss Melschede

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28.09.-  125-Jahr-Feier des MGV Eintracht Endorf 29.09. 29.09. Erntedank und Aktion Minibrot, Hellefeld

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m wahrsten Sinne überschäumend war die Stimmung bei der „Taste of Summer“ Schaumparty der Jugend des Heimatvereins Sundern sicher auch in diesem Jahr am 10. August. Seit 2005 veranstalten die Jugendlichen dieses Event auf dem Schulhof der Marienschule für ihre Alters­genossen vor dem traditionellen Kirchweihfest. Nach einem bombigen Start 2005 mit einer einfachen kleinen, wurde die zweitgrößte Schaumkanone Deutschlands gemietet – samt DJ und Unterhaltung. Diese „Kanone“ hängt unter der Decke eines großen Zeltes. Immer wieder treten aus ihr Badeschaum ähnliche weiße Wolken hervor, deren Konsistenz jedoch wesentlich haltbarer ist. 1.000 Liter Flüssigkeit verwandeln sich, durch ein engmaschiges Netz gedrückt, beim „Taste of Summer“ in schneeweiße Gischt. Die Truppe „One DJ“ aus Bestwig sorgt für heiße Rhythmen und die Jugend Sunderns zeigt, dass sie zu feiern versteht. Alle Besucher warten beim Start des Festes ungeduldig, bis die ersehnte Wolke hervorquillt. Dann sind die jungen Leute nicht mehr zu halten. Nach der Musik des DJs tanzen sie durch den Schaum, prus-

ten sich an, tunken sich gegenseitig in die nun von den Scheinwerfern bunt angestrahlte wogende Masse. Diese Masse bedeckt schnell fast einen Meter hoch die Tanzfläche. Klatschnasses Disco Feeling in sommerwarmer Luft stellt sich ein. Gläser wie in der Disco gibt es jedoch nicht, denn die Scherben wären im Schaum nicht zu sehen, die Verletzungsgefahr zu groß. Leichtes Schuhwerk wird durch die Nässe schon mal vom Fuß gezogen. Es ist nicht leicht, diesen aus der wogenden Wolke wieder herauszufischen. Alle Kenner der Schaumparty ziehen sich deshalb gleich „sicher“ an, keine ungesicherten Geldbörsen, keine Kettchen, die leicht verloren gehen. Schaum­party-Profis verpacken ihr Hab und Gut in Gefrierbeutel. Doch dann ist dem Spaß kein Ende gesetzt. Über Facebook und per Plakat werben die Macher weit über Sunderns Grenzen hinaus und haben einen riesigen Erfolg. Bisher konnte die Besucherzahl bis auf einmal, als das Wetter nicht mitspielte, immer neu getoppt werden. 600 bis 700 Jugendliche füllen den kleinen Festplatz. Die Skepsis der Erwachsenen, die ihre Kinder wegen des

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Jugendschutzgesetzes begleiten, war anfangs groß, dann sah man dem Vergnügen lachend zu, um sich zum guten Schluss selber vom „Taste of Summer“ anstecken zu lassen und in das wogende Meer einzutauchen. Schon am frühen Morgen heißt es in jedem Jahr für die „Macher“ und ihre erwachsenen Mitstreiter vom Heimatverein „aufräumen“. Dem Schaum, der mittlerweile den gesamten Festplatz überspült, muss nach Partyschluss der Garaus gemacht werden. Denn beim traditionellen Kirchweihfest hat er nichts zu suchen. Mit einem Feuerwehrschlauch wird er fortgespült. Tische und Bänke für den Abend sind noch nicht aufgestellt und auch in der Aula, die zur Kaffeestube umgebaut wird, werden viele helfende Hände benötigt. Den Kuchen backen die Damen des Vorstandes und zahlreiche Spender. So gut vorbereitet geht es für alle nach dem festlich gestalteten Hochamt am Samstag zum Festplatz. Früher war dieser gleich am ersten Abend überfüllt, Karussells drehten sich, Kirmesstimmung machte sich breit. Unter anderem sorgte die Gruppe „De Fruende“ aus Köln, für Stimmung. Zum Frühschoppen am Sonntag spielte der Musikverein. Doch das Interesse an dieser kleinen Kirmes ließ im neuen Jahrtausend extrem nach. Darum überlegte der Vorstand um den 1. Vorsitzenden Georg Te Pahs sich eine neue Strategie. Warum nicht die Discostimmung von der Jugend übernehmen? Der DJ war ja schon Vorort, er konnte seine Zelte stehen lassen. Nur die Schaumkanone müsste abgebaut, die Musik auf das ältere Publikum abgestimmt werden. Die Idee wurde im vergangenen Jahr zum ersten Mal in die Tat umgesetzt. Die schlecht frequentierten Karussells

sowie die Livemusik wurden abbestellt, anstatt des Musikvereins zum Frühschoppen ein Alleinunterhalter engagiert. Auf der Jahreshauptversammlung im Januar 2012 konnte Georg Te Pahs endlich wieder einen zufriedenstellenden Gewinn, der der Kirche und Obersundern zugutekommt, des letzten Kirchweihfestes bekannt geben. „Doch ausruhen können wir uns nicht!“, betont er, „wir werden uns weiter um ein neues, modernes Gesicht des Festes, das wieder den Anklang finden soll, den es früher gehabt hat, einsetzen.“ Darum wurde das Konzept auch in diesem Jahr, am 11. und 12. August, mit dem gleichen Erfolg durchgezogen. Wenn die Änderungen bekannter werden, finden sich sicher wieder mehr Menschen hier auf dem Platz ein, ist sich der Vorstand (bf ) aufgrund des Feedbacks der Besucher sicher.

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