Graubünden Magazin Ausgabe 39

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suedostschweiz.ch


I N H A LT S V E R Z E I C H N I S

6 EDITORIAL

9 KUNST K U N S T W E LT B A D R AG A R T Z : S E H E N , B E R Ü H R E N , G E N I ES S E N !

20 GASTRONOMIE S C H LO S S M A I E N F E L D – D I E G ES C H I C H T E G E H T W E I T E R

26 N AT U R D E R L Ä N G S T E B AU M W I P F E L P FA D D E R W E LT

32 HANDWERK E R F O LG R E I C H E G E N U S S H A N D W E R K E R F L E I S C H Z E N T R U M K LO S T E R S DAVO S

38 MUSIK K LO S T E R S M U S I C – D I E B Ü N D N E R KO N Z E R T R E I H E M I T K L A S S E

42 KUNST W E N N G E DA N K E N G ES TA LT A N N E H M E N

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Montag bis Freitag 17.59 Uhr Stündlich wiederholt

Die neue Infostunde auf TV Südostschweiz.

suedostschweiz.ch/tv

Bild: Somedia / Olivia Aebli-Item

RONDO


46 FREIZEIT B O G E N PA R K H O C H WA N G – AU F D E R S P U R VO N W I L D E N T I E R E N

52 TRADITION P R I C K E L N D E R S C H AU M W E I N F Ü R H E I S S E S O M M E R TAG E

58 KUNST D E N F R AG E N D ES L E B E N S N AC H S P Ü R E N – I N B E W E G E N D E N F O R M E N AU S B R O N Z E , M ES S I N G U N D S TA H L

62 P O R T R ÄT U N I V E R S U M «W H I S K Y» : D E R M A LT-W H I S K Y S H O P I N C H U R

I M PR E S S U M HERAUSGEBER MARC GANTENBEIN, DIEBUENDNER.COM

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Willkommen in Graubünden, willkommen zurück!

Es ist ein grossartiger Sommer voller Kunst, Kultur, Kulinarik und Natur auf uns! Es ist längst kein Geheimtipp mehr, aber immer noch ein sehr guter Tipp: Wer Lust auf einen auserlesenen Malt-Whisky hat, ist bei Markus Thöni an der Oberen Gasse hervorragend aufgehoben. Edle Tropfen sind auch bei Salis Wein zu finden, während auf Schloss Brandis in wundervollem Ambiente exzellente Küche zu geniessen ist. Unweit der Bündner Herrschaft, in der gepflegten Kurgemeinde Bad Ragaz, findet in diesem Sommer ein Kulturereignis mit Weltklasse statt: Geniessen Sie einen Kunstspaziergang durch über 400 Skulpturen von 83 Künstlern aus aller Welt an der 8. Schweizerischen Triennale der Skulptur, Bad RagARTz. Nach dem Augenschmaus gibt’s in Klosters etwas fürs Ohr: Auch in diesem Jahr bringt Klosters Music ab dem 31. Juli mit acht Konzertabenden die Weltstars der klassischen Musik auf die Bühne. Hungrig ans Konzert aber muss keine und keiner. Denn im Fleischzentrum Klosters Davos warten allerlei einheimische Leckereien. Sportlich wiederum geht’s im Bogenpark Hochwang zu, wo die hohe Kunst des Bogenschiessens inmitten der imposanten Bergwelt ausgeübt werden kann.

Viel Lesespass und einen wunderschönen Sommer wünscht

Ihr Marc Gantenbein

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LIU RUOWANG: ERBSÜNDE, 2011-2013


OTTMAR HÖRT: SCHLAMASSEL 2021

KUNST WELT BAD RAGARTZ: SEHEN, BERÜHREN, GENIESSEN ! TE X T ANDRIN SCHÜTZ | FOTOS FOTO FETZER, BAD RAGA Z

Gr osse Kunst für Jung und Alt: Die 8. Schweizerische Triennale der Skulptur begeist er t Kinder und Er wachsene gleichermassen. Zu sehen sind an der gr össt en Fr eiluf t ausst ellung Eur opas über 400 Werke von 83 Künstlern aus aller Welt.

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MAHMOUD OBAIDI, MOSQUITO EFFECT, 2016, © NORDART

Rolf Hohmeister strahlt, als er Mitte Juli eine erste Zwischenbilanz der diesjährigen Schweizerischen Triennale der Skulptur zieht: «Wir sind sehr glücklich darüber, dass die Menschen nach mehr als einem Jahr der Distanz wieder kulturelle Veranstaltungen besuchen können und so zahlreich die Nähe zur Kunst und zu unserer Ausstellung suchen. Denn die Bad RagARTz hat auch eine soziale und eine gesellschaftliche Funktion, davon waren wir immer überzeugt. Bis letzten Sonntag haben allein 7000 Besucher an offiziellen Führungen teilgenommen und wir haben 160 Kunstspaziergänge mit über 3100 Kindern unternommen. Für uns ist das grossartig. Auch die Nachtschwärmer kamen mit 72 «Vollmondführungen» nicht zu kurz. Ausserdem scheint man zufrieden mit unserer Arbeit zu sein. Die Weiterempfehlungsquote liegt bei 96% und die Übernachtungen im Tourismus stehen bei 17% plus gegenüber normalen Jahren», berichtet der pensionierte Arzt und Kunstliebhaber, der die Bad RagARTz vor mehr als 20 Jahren gemeinsam mit seiner Frau Esther und seiner Familie ins Leben gerufen hat.

Ein globaler Kreativer Dialog für Gross und Klein Der Erfolg der Triennale, die während ihrer Dauer bis zum 31. Oktober auch in diesem Jahr rund 500'000 Besucher erwartet, ist augenscheinlich: In Gruppen, Familien und zu zweit bewegen sich unzählige Menschen durch die faszinierende Stadt aus Formen und Farben. Hier wird gelacht, dort wird eifrig debattiert, andernorts wiederum klettern zahlreiche Kinder auf einer riesigen Stahlskulptur des deutschen Künstlers Werner Bitzigeio herum und scheinen sich grossartig zu amüsieren. Die Interaktion ist wichtiger Teil des Konzeptes der ohne Eintritt frei zugänglichen Ausstellung: «Bei uns kann man die Kunst berühren, man soll Formen und Materialen sehen, aber auch spüren und erkunden dürfen. Auf diese Weise können die Erwachsenen, aber besonders auch die Kinder einen unmittelbaren Bezug zur Kunstwelt entwickeln und ein jeder und eine jede wird sogleich Teil eines weltumspannenden kreativen Dialoges, der sich über die unterschiedlichen Generationen hinweg fortsetzt», berichten Rolf und Esther Hohmeister.

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VERA RÖHM: DIE NACHT IST DER SCHATTEN DER ERDE, 1995/1999


HELIDON XHIXHA: CATTEDRALE D’ACCIAIO, 2020


SONJA KNAPP: FARFALLA, 2013

Riesenhafte Affen aus fernen Landen, sensible Klangwelten und quietschende Türme Ausserordentlich faszinierend wiederum ist die enorme und spannungsvolle Vielfalt des kreativen und lebendigen Dialogs, der in diesen Monaten in allen Strassen, auf allen Plätzen und in den wundervollen gepflegten Parks der Kurgemeinde vor den Toren Graubündens vonstattengeht. So vermögen die mannsgrossen, in glänzendem Edelstahl gehaltenen Insekten der Bündner Künstlerin Sonja Knapp die Besucher ebenso anzuziehen wie die begehbare Installation «Köpfe» der einheimischen Künstlerin Franziska John, welche sich auf interaktive Weise mit den menschlichen Stimmungen, Launen und Beziehungen befasst.

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VERONIKA DIERAUER: WATER, 2020

STEFAN FAAS:HEADS OF HISTORY, 2020


HIROMI AKIYAMA: AUS EINEM STEIN (4-TEILIG), 2001


LIU YONGGANG: STANDING CHARACTER – EMBRACE OF LOVE, 2011


Nahezu vom anderen Ende der Welt herkommend haben die riesenhaften, bronzenen Affen des chinesischen Künstlers Liu Ruowang nach Bad Ragaz gefunden. Aus fernen Landen stammt auch die mächtige Skulptur «Mosquito Effect». Das Werk in Gestalt eines riesenhaften Bombers stammt aus der Hand des 1966 in Bagdad geborenen Künstlers Mahmoud Obaidi und gemahnt an das unaufhörliche Kriegsgeschehen im Nahen Osten. Vermeint man in unmittelbarer Nähe des «Mosquito Effect» das ferne Grollen der Bomben zu vernehmen, entführt der Zürcher Künstler Pius Morger die Besucher in eine feinfühlige Welt aus Klang, Farbe und Form. Absolute Stille und meditative Ruhe verbreiten die in formaler Stringenz und grandioser bildhauerischer Technik realisierten Granitskulpturen des 1937 in Hiroshima geborenen und 2012 verstorbenen Japaners Hiromi Akyjama, während der Chinese Liu Yonggang mit «Embrace of Love» ein ebenso monumentales wie farbenfrohes Zeichen der universellen Liebe setzt.

Gegen die verschwenderische Konsumgesellschaft wehrt sich auf dem Dorfplatz die Thurgauerin Veronika Dierauer: Sie hat die Kurzlebigkeit von PET-Flaschen und Müllsäcken bildhauerisch in Marmor festgehalten, jenem Material, das Jahrmillionen überdauert und zugleich als untrügliches Gedächtnis der Erdgeschichte fungiert. Die Wegwerfgesellschaft zu Nutze gemacht hat sich hingegen das aus Joel Schneebeli und Pascal Martinoli bestehende Schweizer Künstlerduo «Stück und Gut». Rund zehn Meter hoch strebt der interaktive quietschende Turm «Circle of Live» aus alten Metallteilen, an dem sich unter anderem eine riesenhafte Kugel auf ihre Lebensreise rund um den Turm schicken lässt, gen Himmel. Eine Attraktion für Gross und Klein! Und derlei Attraktionen gibt es in der Tat unzählige zu entdecken an der diesjährigen Schweizerischen Triennale der Skulptur, die einmal mehr einen genussvollen Spaziergang, ein einzigartiges Landschaftserlebnis und eine grandiose Kunstschau miteinander verbindet.


FRANZISKA JOHN, KÖPFE, 2020

BRUNO WALPOTH: THE QUIET OF MARCH, 2020


Durch eine wildromantische Schluchtenlandschaft in die Welt der Kleinskulptur Ein ausgedehnter Spaziergang lohnt sich auch durch die wildromantische Taminaschlucht mit ihren imposanten Felsformationen und den rauschenden Wasserfällen bis zum «alten Bad Pfäfers». Die 1240 von einheimischen Jägern entdeckte Heilquelle, die im 16. Jahrhundert aufgrund eines Gutachtens des berühmten Arztes und Alchimisten Paracelsus ersten Ruhm erlangte, legte die Grundlage für den heutigen Kurbetrieb in Bad Ragaz. Dort, in den Mauern der alten vormaligen Benediktinerabtei, welche einst den Quellbetrieb betreute, eröffnet sich in diesen Monaten der Blick auf die Welt der Kleinskulptur. In der sorgsam kuratierten Ausstellung, welche gleichsam einen Mikrokosmos des globalen Skulpturenschaffens bildet, sind alle an der Triennale teilnehmenden Künstler mit einem oder mehreren kleineren Werken vertreten.

Nähere Informationen: www.badragartz.ch

ALTES BAD PFÄFERS, FESTIVAL DER KLEINSKULPTUR ZUR VERFÜGUNG GESTELLT/PRESSEBILD


SCHLOSS MAIENFELD – DIE GESCHICHTE GEHT WEITER T E X T N A D J A W I E L AT H

| FOTOS FOTO HOMBERGER AROSA / VEIT FRITZ


Mitten in der Bündner Herrschaft, umgeben von Rebbergen liegt das Schloss Maienfeld. Die 1Xanders GmbH, ein innovatives Gastronomieunternehmen mit jungen frechen und eben etwas anderen Ideen, leitet den Betrieb. Entstanden ist ein vielseitiges Gastronomiekonzept mit Bistro für Business Lunch, gehobenem Restaurant, Garten, Lounge sowie dem Club 1247 – verpackt in ein einmaliges Ambiente zwischen traditionellen Schlossmauern und modernem Topdesign.

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Wer möchte nicht auch einmal über den roten Teppich gehen oder mit dem goldenen Löffel speisen? Wenn man die Eingangshalle im Schloss Maienfeld betritt, muss man einen kurzen Moment innehalten und einfach nur staunen. Wooow! Was sind das für überdimensioniert grosse Sofas mit einem bordeaux-silbrigfarbenen Samtstoff in einem verspielten Blumenmuster, an welchem Le Roi Soleil, der Sonnenkönig, bestimmt seine helle Freude gehabt hätte? Viel Zeit zum Staunen bleibt nicht, weil man mit Nähertreten bereits drei charmanten verführerischen Damen in grossformatigem goldigem Rahmen gegenübersteht. Seit der Neuorganisation und Neueröffnung vom Oktober 2020 muss die Schlossgeschichte weitergeschrieben werden, denn hier hat sich vieles gewandelt und vieles des alten Feudalsitzes aus dem 13. Jahrhundert ist unverändert geblieben.

Die Neuerungen erfolgten aber nicht nur äusserlich in der Architektur und dem Design. Gerade in der Küche fand ein markanter Wandel statt. «Das angestrebte Ziel war eine Modernisierung des Food & Beverage Konzeptes, ohne dass dabei die Traditionen vergessen wurden», erklärt Tim Disch, der Geschäftsführer der Firma 1Xanders, «im Zentrum stehen jetzt die vier Jahreszeiten sowie die Regionalität. Wir passen traditionelle Gerichte auf die jeweilige Saison an. Kulinarische Feinheiten werden aufgrund ihrer regionalen Verfügbarkeit bei der Menügestaltung integriert. So entsteht z.B. ein Rindstartar vom Weide-Beef mit einem konfierten Eigelb, gewürzt mit Fleur de Sel und Pfeffer, eingerahmt in aromatisches Liebstöckelkraut mit einer feinen Senfcrème. Zum Brot wird ein Rapsöl mit nussigem Geschmack gereicht, was die Sinneskomposition vollendet. Dieses Rapsöl beziehen wir von einem unserer regionalen Produzenten aus Fläsch», führt der Geschäftsführer weiter aus. «Auf der anderen Seite entwickeln wir zusammen mit Kooperationspartnern z.B. einen Crément Schaumwein und bestimmen

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die Dosage. Gerne bedienen wir uns auch an Spezialitäten aus unseren Nachbarländern wie z.B. einer Fregola Sarda, einer Pasta-Art aus Sardinien, das sind kleine Kügelchen aus Hartweizengriess, und kombinieren diese mit einem gebratenen Saibling sowie geschmortem Tomatenmix an einer Salsa Verde», offenbart der Insider weiter. Ein hauseigener Rebberg gehört natürlich auch zum Schloss. Hier wird der Pinot Noir Reserve, welcher auf der Weinkarte steht, durch die Schlosseigentümer Thomas und Claudia Zindel kultiviert.

Seit der Neueröffnung wurde die operative Betriebsleitung in die Hände der jungen charmanten Luzernerin Jacqueline Seiler gelegt. «Wir wollen die Gäste begeistern und ein stimmiges Gesamterlebnis mit erstklassigem Essen, perfektem Service sowie traumhaftem Ambiente bieten», offenbart die ambitionierte Betriebsleiterin, «es soll ein Ort für jedermann und jedefrau sein, wir haben mittlerweile eine bunte Durchmischung aller Altersgruppen. Unser Wandel und unsere Verjüngungsstrategie zeigen, dass es für alle Platz hat.»

Die eleganten Schlossräumlichkeiten sind perfekt kreiert für feierliche Anlässe, Seminare, Geschäftsessen, ein leichtes Mittagessen, einen genussvollen Café, einen abendlichen Drink oder ein unvergessliches Candellightdinner zu zweit. Schon viele Kriege, Übernahmen und Bündnerwirren erlebte das Schloss, bis es 1968 in den Privatbesitz der Familie Zindel


und später an den Sohn Thomas Zindel, der als «Brand Ambassador» agiert, überging. Dennoch, die Geschichten, die Schlossgespenster und der Geist all der Ritter und Eroberer blieben. Sie sind heute noch präsent in den alten Gemäuern und verleihen diesem Märchenschloss den ganz speziellen Spirit. Der Architekt Thomas Zindel und der Interieur-Designer Günther Thöny hauchten allen Räumlichkeiten neues Leben, Licht und Leichtigkeit ein. Im Rittersaal, dem heutigen Restaurant, kann man hervorragend tafeln. Er wurde sanft und sehr geschmackvoll renoviert und modern eingerichtet. Ein ganz besonderes Bijoux ist der begehbare Weinschrank, das Herzstück des Restaurants! Der grosse Festsaal mit seinem neuen schmucken Wanddesign ist wie geschaffen für Hochzeiten und andere Events, zum richtig Abtanzen und Feiern mit bis zu 150 Gästen. Für einen Firmenanlass steht sämtliches technisches Equipment zur Verfügung. Oder darf es lieber etwas ruhiger und intimer sein? Der Club 1247 ist eine Mischung aus Bar und Club und befindet sich im Turm. Er ist der perfekte Treffpunkt für Gruppen und Vereine, um den Abend mit einem Drink und leichten Snacks zu starten oder nach dem Essen ausklingen zu lassen. Für ein feines Mittagessen ist das Bistro ideal. Hier wird eine kleine, sich ständig ändernde Auswahl an leichten, frisch zubereiteten Gerichten angeboten. Das Bistro ist individuell nutzbar für Mittagslunch, es kann aber auch gemietet werden für Businessevents, kleinere Feiern etc. An warmen Sommertagen lädt der bezaubernde Garten im Schlosshof die Gäste zum Verweilen und Geniessen ein. Hier stehen sich traditionelle Schlossmauern des 13. Jahrhunderts mit stylischen rostfarbenen Metallelementen der Jetztzeit gegenüber.

Was ist die schönste Art, das Wochenende einzuläuten? Man steigt am Freitagabend in den 600-jährigen Gewölbekeller der Lounge des Toggenburgerhauses gegenüber dem Schloss hinab, entdeckt diese Unterwelt, genehmigt sich einen Drink vor dem Abendessen oder verweilt hier den ganzen Abend lang mit Freunden.

www.schlossmaienfeld.ch, 081 302 24 23, info@schlossmaienfeld.ch www.thelounge.ch, 079 325 24 94, info@thelounge.ch www.1xanders.ch, 079 575 30 36, foodexperience@1xanders.ch

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DER L ÄNGSTE BAUMWIPFELPFAD DER WELT TEX T PETER CHRISTOFFEL | FOTOS WEISSER ARENA GRUPPE


Laax ist um eine Attraktion reicher: Nach rund einem Jahr Bauzeit konnte der längste Baumwipfelpfad der Welt feierlich eröffnet werden.

«Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen?» Nicht so in Laax! Dort nämlich können Erwachsene und Kinder auf dem aus einheimischem Holz gebauten Baumwipfelpfad die wundervolle imposante Bergwelt und das Abenteuer «Wald» hautnah erleben. Der Start zu dem erlebnis- und lehrreichen «Senda dil Dragun», dem «Drachenpfad», der auch mit Rollstuhl und Kinderwagen problemlos zugänglich ist, kann in Dimplaun oder Murschetg erfolgen. Die Vermittlung wissenswerter Informationen rund um die Natur, die Geheimnisse des Waldes und die Geschichte von Laax erfolgt mittels modernster Technologie. Sämtliche Informationen stehen ab Herbst 2021 in Augmented Reality zur Verfügung.

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Ein spannendes Abenteuer für die kleinen Gäste So begegnen die Erwachsenen dem bekannten Bündner Schauspieler Andreas Zogg, welcher in den Animationen als Erzähler fungiert, während auf die Kinder der bereits allseits bekannte Zauberer Ami Sabi wartet, der sie durch das Waldabenteuer führt. Ab Herbst 2021 können die jungen Besucher sogar interaktiv am spannenden Leben des Ami Sabi teilnehmen. Der geheimnisvolle Ami Sabi und seine Freunde brauchen nämlich die Hilfe der Kinder. Mehr sei an dieser Stelle aber noch nicht verraten. Ein besonderes Highlight des rund 1.6 Kilometer langen Pfades mit vier Plattformen ist der 37 Meter hohe Turm mit Rutschbahn in Murschetg.


Sensibilisierung für einen respektvollen Umgang mit der Natur Soll die «Senda dil Dragun» zum einen ein grossartiges und spannendes Naturerlebnis sein, geht es zum anderen aber auch darum, die grossen und kleinen Besucher auf den Wert und die Verletzlichkeit der Natur sowie auf ein nachhaltiges Verhalten gegenüber der Landschaft zu sensibilisieren. Der respektvolle Umgang mit der Umwelt war auch bei der Konzeption und der Realisierung des Projektes eine wichtige Komponente: «Wir haben die Linie des Pfades möglichst natürlich gewählt, um Abholzung zu vermeiden und die Natur möglichst nicht zu beeinträchtigen», berichtet der Revierförster und Projektleiter Maurus Cavigelli. Begeistert vom gelungenen Unterfangen zeigt sich auch Reto Gurtner, Präsident der Weissen Arena Gruppe, welche den Baumwipfelpfad betreibt: «Mit der Senda dil Dragun schaffen wir nicht nur für unsere Gäste, sondern auch für die Einheimischen und die gesamte Region einen nachhaltigen Mehrwert», so Gurtner.


Erwartet werden jährlich rund 130 ' 000 Besucher aus nah und fern, welche im Sommer und im Winter das schweizweit einzigartige Wald-Erlebnis geniessen werden, das neben seiner touristischen Attraktivität einen praktischen Fussweg zwischen Laax Dorf und Laax Murschetg darstellt.

Ein Leuchtturm mit Vorbildfunktion Das neue Wahrzeichen von Laax stellt in der Summe sicherlich ein Leuchtturmprojekt mit Vorbildfunktion für die Region und den ganzen Kanton dar. Dies sieht auch der Bündner Regierungsrat Marcus Caduff so, der sich wie folgt äussert: «Die Senda dil Dragun entspricht dem Zeitgeist und einem gesellschaftlichen Trend hin zu Freizeiterlebnissen in der Natur. Der Kanton hat das Projekt unterstützt, da es sich um den ersten Baumwipfelpfad in Graubünden handelt und vor allem, da es sich um ein zentrales Element der Wertschöpfungskette handelt. So können alle Unternehmen in der Destination davon profitieren und ihrerseits Wertschöpfung generieren. Die Schaffung von schneeunabhängigen Angeboten trägt zudem zur Diversifikation des Bündner Tourismus bei.»

Nähere Informationen: laax.com/senda-dil-dragun

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ERFOLGREICHE GENUSSHANDWERKER

FLEISCHZENTRUM KLOSTERS DAVOS TE X T DOMENICA FLÜTSCH | FOTOS SUNDROINA PICTURES / Z VG

Das Fleischzentrum Klosters Davos feiert 2021 sein fünfjähriges Bestehen und blickt stolz zurück auf ereignisreiche Jahre und mit freudiger Erwartung in eine spannende Zukunft. Mit der Übernahme der bedienten Metzgerei im Spar Supermarkt Davos Dorf ist für die Genusshandwerker eine neue Ära angebrochen. Im eigenen Verkaufslokal kann die ganze, feine Fleischpalette begutachtet und erstanden werden, entstanden ist ein spannender Begegnungspunkt für einen interessanten Austausch zum wertvollen Lebensmittel Fleisch aus der Region.



Was im Januar 2016 als innovativer 2-Mann-Betrieb startete, hat sich zum interessanten Arbeitgeber für 19 Personen gemausert und in kurzer Zeit als kompetenter Partner für die Fleischverarbeitung in der Region Prättigau /Davos etabliert. Die ambitionierten Genusshandwerker im Team von Geschäftsführer Samuel Helbling haben sich zu Recht einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet, fachkompetent deckt der moderne Betrieb die gesamte Herstellungskette in der Fleischverarbeitung ab, vom Schlachten, Zerlegen und Wursten bis zu einer Vielzahl von Trockenfleischspezialitäten. Hier entstehen aus einer Hand authentische und innovative Regionalprodukte in bester Qualität, ihr Motto für die Kundschaft: «Unser Handwerk – Ihr Genuss».

Der treffende Grundsatz bringt das Erfolgsrezept auf den Punkt: höchste Ansprüche an Qualität, Leidenschaft für den Beruf und eine grosse Servicebereitschaft für die breit gefächerte Klientel. Damit sorgt das Fleischzentrum mit herausragenden Fleischerzeugnissen für zufriedene Bauern und glückliche Konsumenten. Denn sehr zur Freude von Einheimischen und Gästen betreibt der Betrieb seit Oktober 2020 ein eigenes Verkaufslokal im Spar Supermarkt Davos Dorf.

Eigenes Verkaufslokal Die Möglichkeit zur Übernahme der bedienten Metzgerei im Spar Supermarkt Davos Dorf war für die passionierten Genusshandwerker ein Jubiläumsgeschenk. In Rekordzeit wurde umgestaltet und eingerichtet und auf den 1. Oktober 2020 wurde die prominent platzierte Frischfleischtheke reich bestückt mit Klosterser Angusbeef, Davoser Hochlandrind, heimischem Schweine- und Schaffleisch und vielem mehr. Das Sortiment wird laufend ergänzt und natürlich fehlen auch die hausgemachten Wurst- und Trockenfleischspezialitäten oder das Monsteiner Treberfleisch nicht. Oder je nach Gelegenheit Wild aus heimischer Jagd, Kaninchen, Gitzi oder was das Genussherz sonst begehrt. Jedes Stück ist perfekt gereift und bietet höchste Qualität. Durch den eigenen Schlachtbetrieb weiss auch der Kunde, von welchem Hof und welchem Tier das Fleisch stammt,


wie lange es gereift ist und auch wie es perfekt zubereitet werden kann. Dabei gibt die Qualität den Ton an, im Fleischzentrum wird jedes Fleisch für die nötige Zeit fachgerecht abgehangen, hier werden keine Kompromisse durch Zeitdruck gemacht. Rindfleisch beispielsweise hängt mehrere Wochen zur Reifung, garantiert. Es ist eine Respekterweisung gegenüber den Tieren, sie so hochwertig und so umfassend wie möglich zu verarbeiten. Auch Nose-to-tail – die Verwertung vom «Schnörrli-zum-Schwanz» – ist kein Marketingslogan, sondern selbstverständlicher Umgang mit wertvollen Ressourcen.

Nachhaltigkeit und Respekt Das moderne Fleischzentrum hat sich selbst strenge Richtlinien gesetzt, zentral dabei ist ein nachhaltiger und respektvoller Umgang mit allen Ressourcen. Im besonderen Fokus steht dabei das Tierwohl: Dank einer durchdachten Einrichtung und der grossen Erfahrung der Mitarbeiter bleiben die Tiere ruhig und ohne Stress. Zudem arbeitet der Betrieb nach einem nachhaltigen Abfallkonzept: Durch die maximale Trennung der tierischen Nebenprodukte werden Schlachtabfälle auf ein Minimum reduziert. Entsorgt wird ausschliesslich und nur das, was gesetzlich vorgeschrieben ist, alles andere wird einer weiteren Verwendung zugeführt. Kurze Transportwege und direkte Absatzkanäle unterstützen Klimaschutz und regionale Wertschöpfung gleichermassen.

Powertruppe Samuel Helbling ist seit Betriebsstart Geschäf tsführer der Fleischzentrum Klosters Davos AG und hat den Erfolg des Betriebes massgeblich begründet und mitgeprägt. Ebenfalls von Anfang mit an Bord ist sein Stellvertreter Florian Rudin. Mit der Eröffnung des Verkaufsladens in Davos Dorf wurde die Geschäf tsleitung durch Susanne Pfister erweitert. Die Vollblutgastronomin und gelernte Köchin verantwortet als versierte Fachfrau alle Belange und Fragen rund um den Fleischverkauf und überrascht auch mit eigenen Rezepten. Florian Rudin hat zeitgleich die Leitung des Schlachtbetriebes übernommen und ist für die Lehrlingsausbildung verantwortlich. Seit 2020 ist Rudin zudem gewählter Lehrlingsobmann des Fleischfachverbandes Graubünden und kantonaler Chefexperte. Als Dreierteam führen sie eine veritable Powertruppe von 19 Mitarbeitenden, mit einem Durchschnittsalter von unter 30 Jahren, einem ansehnlichen Frauenanteil und drei Lehrlingen.


Projekt Regionale Entwicklung PRE Der Bau und Betrieb des Fleischzentrums Klosters Davos ist ein Teilprojekt des 2013 vom Klosterser Stimmvolk genehmigten Gesamtprojekts zur regionalen Entwicklung «Die Landwirtschaft von Klosters-Serneus auf neuen Wegen». Die Ziele des Projektes unter der Trägerschaft des Vereins IG Landwirtschaft liegen in der wirtschaftlichen und nachhaltigen Förderung und Stärkung der Landwirtschaft, in enger Zusammenarbeit mit dem Tourismus und dem Gewerbe. Der Neubau eines Schlachthauses in Klosters Dorf ersetzte zwei alte Schlachthäuser in Klosters und Davos, die nicht mehr den Hygiene- und Tierschutzbestimmungen entsprachen. Durch das moderne Schlachthaus wird die Wertschöpfungskette Fleisch regional verankert und gestärkt, indem die zahlreichen und erfolgreichen Direktvermarkter in der Region durch einen professionellen Fleischverarbeiter unterstützt werden. Ein grosser Kundenstamm an Landwirten und Jägern aus der Region schätzt das Angebot und die Kompetenz der Klosterser Genusshandwerker.

Die Fleischzentrum Klosters Davos AG ist Mitglied in der IG Landwirtschaft Klosters Serneus, die mit ihren Mitgliedern unter dem Label «Klosters PUR» aktiv in der Region unterwegs ist, wie zum Beispiel am Klosterser Wochenmarkt oder als Anbieter von Apéros an Veranstaltungen.

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MARTIN HELMCHEN MIT DER DEUTSCHEN KAMMERPHILHARMONIE BREMEN BEI KLOSTERS MUSIC 2020, © MARCEL GIGER

KLOSTERS MUSIC – DIE BÜNDNER KONZERTREIHE MIT KL ASSE TE X T ANDRIN SCHÜTZ | FOTOS KLOSTERS MUSIC


GIULIA SEMENZATO, © SCHOLA CANTORUM BASILIENSIS

ARABELLA STEINBACHER, © PETER RIGAUD

Zum dritten Mal in Folge findet vom 31. Juli bis zum 8. August 2021 die beliebte Konzertreihe «Klosters Music» statt. Der hochkarätige Konzertreigen mit Interpretinnen und Interpreten sowie Dirigenten von Weltrang hat sich inzwischen schweizweit einen hervorragenden Namen gemacht und ist zu einem relevanten Standortfaktor für die Destination Klosters geworden.

Seit der Gründung von Klosters Music 2019 pilgern in der ersten Augustwoche jeweils rund 3’000 klassikbegeisterte Zuschauer nach Klosters, um in der gepflegten Bündner Kurgemeinde inmitten der imposanten Bergwelt exquisite Konzertabende zu geniessen. Die Begeisterung der Klassikliebhaberinnen und Klassikliebhaber kommt nicht von ungefähr: Denn es gelingt dem künstlerischen Leiter, David Whelton, und den Mitgliedern der «Stiftung Kunst & Musik, Klosters», Jahr für Jahr die weltweit besten Musikerinnen und Musiker nach Klosters zu holen. So ist unter anderem der bedeutende Pianist Sir András Schiff ein regelmässiger Gast an der Konzertreihe, während auch

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weitere bekannte Grössen, unter anderem die Sopranistin Christiane Karg, der deutsche Pianist Martin Helmchen, die Ausnahmeviolinistin Veronika Eberle, der Flötist Maurice Steger, der spanische Dirigent Pablo Heras-Casado sowie Kammermusikformationen wie das Quatuor Modigliani und das Schumann Quartett bereits in Klosters zu hören waren.

2021 im Fokus: Die Musik Böhmens im 18. und 19. Jahrhundert Widmete sich Klosters Music im Jahre 2020 mit grossem Erfolg dem 250. Geburtstag des deutschen Komponisten Ludwig van Beethoven, steht in diesem Jahr die Musik Böhmens aus dem 18. und 19. Jahrhundert im Mittelpunkt. Insgesamt warten vom 31. Juli bis zum 8. August acht abwechslungsreiche Konzertabende auf das Publikum. Die von David Whelton unter dem Motto «Heimat. My Homeland» einmal mehr hervorragend ausgearbeitete Gesamtdramaturgie umreisst mit der «Prager Sinfonie», ausgesuchten Ouvertüren und Arien aus «Le Nozze di Figaro» und «Don Giovanni», dem von Lucas Debargue gespielten Klavierkonzert Nr. 23 sowie dem Violinkonzert Nr .5 Mozarts besondere und intensive Beziehung zur böhmischen Metropole Prag. Sodann schreitet das Programm fort zur grossen Tradition der in Böhmen heimischen Rhapsodie und Werken von Antonin Dvořák, Bedřich Smetana sowie Johannes Brahms, die sich in ihren Kompositionen alle intensiv mit der volksmusikalischen Tradition Böhmens auseinandersetzten. Zu hören sind unter anderem Dvořáks berührendes Cellokonzert in h-Moll, die Sinfonie Nr. 1 von Brahms und die bekannte «Moldau» aus «Mein Vaterland» von Smetana. Zu einer wahren Meisterreise in die Wiege der europäischen Musik lädt Sir András Schiff. Für einen Abend voller überraschender

SIR ANDRÁS SCHIFF, © LUKAS BECK


JULIE FUCHS, © SARAH BOUASSE

Improvisationen sorgt der Organist und anerkannte Bach-Spezialist Rudolf Lutz, während das Zürcher Orchester La Scintilla das Publikum in die glanzvolle Epoche des Barock entführt. Zum ersten Mal in seinem Bestehen widmet sich Klosters Music auch dem Genre der Filmmusik: Auf Grossleinwand wird der Kinoklassiker «Cinema Paradiso» des italienischen Regisseurs Giuseppe Tornatore gezeigt. Das City Light Symphony Orchestra spielt dazu live die grandiose Filmmusik des bekannten Komponisten Ennio Morricone und dessen Sohn Andrea Morricone.

Nebst den oben genannten Interpreten stehen in diesem Jahr die italienische Sopranistin Giulia Semenzato, die französische Sopranistin Julie Fuchs, der britische Cellist Steven Isserlis, der deutsche Violinist Christian Tetzlaff, das Kammerorchester Basel und Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen sowie der berühmte tschechische Dirigent Jakub Hrůša in Klosters auf der Bühne.

2022: Von der Frührenaissance bis heute: Klosters Music feiert 800 Jahre Klosters In seiner vierten Ausgabe feiert Klosters Music 2022 das 800-jährige Gründungsjubiläum von Klosters mit einer faszinierenden musikalischen Zeitreise von der Frührenaissance bis in die Gegenwart. Die glorreiche Zeit von Klosters als «Hollywood on the Rocks» lebt mit dem Musical «Singin’ in the rain» mit Gene Kelly in der Hauptrolle und live gespielter Filmmusik wieder auf. Ein erfrischender Mix aus Klassik, Jazz, Folk und Pop kommt mit dem «Ensemble Philharmonix – The Vienna Berlin Music Club» zum Zuge. Der Flötist Maurice Steger und die Sopranistin Nuria Rial versetzen das Publikum in die Gründerzeit von Klosters, während Sir András Schiff meisterhafte Momente aus der Musikgeschichte in der Klosterser Bergwelt erklingen lässt. Freunde des Barock werden vom renommierten Freiburger Barockorchester verzaubert. Ein weiteres Highlight im kommenden Jahr ist der Auftritt der bekannten Violinistin Arabella Steinbacher mit dem Violinkonzert von Brahms. Musik von Mendelssohn, Haydn sowie das Klavierkonzert von Robert Schuhmann runden das abwechslungsreiche und hochkarätige Programm ab.

Weitere Informationen finden Sie hier: www.klosters-music.ch

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WENN GEDANKEN GESTALT ANNEHMEN TEXT UND FOTOS T. NITZSCHE

Als Architekt hat Heinz P. Nitzsche schon immer die Beziehung zwischen Mensch und Raum fasziniert. In seinen Arbeiten beschäftigt sich der bildende Künstler mit den Dynamiken dieser Beziehung, mit dem inneren Antrieb der Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich – und mit dessen Gegenüber. Die figurative Darstellung von Menschen und Menschengruppen war schon früh eines seiner zentralen Motive. Nach einer Phase, in der abstrakte Formen dominierten, kehrt Heinz P. Nitzsche in jüngster Zeit wieder zurück zur figurativen Darstellung von Mensch und Gruppe. Die Dynamik seiner Figuren entsteht aus ihrer Gestik und ihrer Interaktion. Ohne mimische Akzentuierung wirken sie anonymisiert und gleichsam entindividualisiert und werden erst in ihrem Zusammenwirken zum Leben erweckt.

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Heinz P. Nitzsche ist 1954 in Grabs im Kanton St. Gallen geboren und in Vaduz im Fürstentum Liechtenstein, aufgewachsen. Als ausgebildeter Architekt arbeitete er zunächst in der Schweiz und machte sich schliesslich in Liechtenstein selbstständig. Seit 2015 richtet sich sein Fokus zunehmend auf die Tätigkeit als freischaffender Künstler. Nitzsche zeigt seine Arbeiten in Galerien und Ausstellungen in Liechtenstein, der Schweiz, Österreich und Deutschland. Seit 2019 wird er von der LDXArtodrome Gallery international repräsentiert und konnte seine Werke bereits in Städten wie Berlin als auch internationalen Kunstmessen wie der Shenzhen International Art Fair in China zeigen. Er ist Mitglied bei Visarte Schweiz/ Liechtenstein, dem Berufsverband bildender Künstler, sowie sculpture-network e.V., einem europaweiten Netzwerk zur Förderung der zeitgenössischen Skulptur.


In seinen Arbeiten mit Termini wie «Werdegang», «Courage», «Entwicklung» oder « zusammen-rücken», wird deutlich, dass sein Interesse über rein formale Gestaltungsfragen hinausgeht. Die von ihm geschaffenen figurativen Formen sind Ausdruck einer intensiven Beschäftigung mit Gruppenprozessen. In ihnen werden aktuelle gesellschaftliche Dynamiken ebenso spürbar wie ganz persönliche Befindlichkeiten im Spannungsfeld zwischen Uniformität, Gruppendruck und Individualismus. So sind seine Arbeiten immer auch starke Befunde einer Gesellschaft in der Krise und ein Appell für die Kraft der Gemeinschaft. «Ich bin zutiefst der Überzeugung, dass wir als Menschen die Herausforderungen der heutigen Zeit nur gemeinsam meistern können und nicht in der egoistischen Vereinzelung. Besonders in diesen Zeiten – in der Zeit von «Corona» – dürfen wir nicht vergessen, wie wichtig und bereichernd der Austausch untereinander ist. Es ist schön zu sehen, dass das Kulturgeschehen wie Musik, Sport, Kunst, Theater wieder auflebt », führt Nitzsche aus. Heinz P. Nitzsches skulpturale Arbeiten entstehen meist in Analogie zu seiner beruflichen Herkunft, der Architektur. Dabei folgt er strukturiert seinem erlernten und verinnerlichten Prinzip – Skizze, Modell, Ausführung.

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Neben seinen Arbeiten im skulpturalen Bereich hat deshalb auch die Zeichnung und in der Folge die Malerei einen gleichberechtigten Platz in seinem Schaffen eingenommen. Während er zeichnend und malend meist mit Graphit und Acryl arbeitet, sind seine bevorzugten Gestaltungselemente im skulpturalen Bereich meist Beton und Holz, seit geraumer Zeit allerdings auch Arbeiten aus Bronze. Dabei ist es für Nitzsche von zentraler Bedeutung, dass die Materialien ihre Natürlichkeit bewahren. Aus ihrer inneren materiellen Beschaffenheit schält er seine in Skizzen und Modellen erarbeitete formale Idee.

Eine Gelegenheit Heinz P. Nitzsches Arbeiten zu sichten, bietet sich während der in Liechtenstein zum dritten Mal stattfindenden «Triennale». Dabei wird in Kooperation von Visarte, Kulturhäusern und dem Kunstmuseum Liechtenstein – vom 22. August bis 3. Oktober 2021 – aktuelle zeitgenössische Kunst aus Liechtenstein präsentiert.

Weitere Informationen: www.nitzsche.li | info@nitzsche.li



BOGENPARK HOCHWANG AUF DER SPUR VON WILDEN TIEREN T E X T N A D J A W I E L AT H | F O T O S V E I T F R I T Z

Hoch über dem Schanfiggertal laden die beiden spannend angelegten Bogenparks zur Pirsch von lebensgrossen Wildtieren ein. Wer möchte nicht die Trendsportart Bogenschiessen mit grandiosem Bergpanorama live erleben und sich ein bisschen wie Winnetou in der freien Wildbahn fühlen? Die alpinen Parks bieten für jedes Alter das passende Abenteuer.

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Bobi Götte ist ein echtes Urgestein und der Urvater des Waldund Alpin-Bogenparkes in Hochwang. Die Idee entstand vor sieben Jahren zusammen mit Hochwang Tourismus als im Skigebiet kein Schnee lag. Das Komitee suchte eine kreative Alternative für den Wintertourismus. Dabei entstand die Idee, Zielscheiben und Fangnetze aufzustellen. Gesagt, getan. Und schon bald entstand darauf der erste feste Parkours fürs Bogenschiessen. Für Bobi Götte, ein sehr ambitionierter Bogenschütze und Schweizer Meister im Jahr 2019, ging damit ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Bei einem Parkours sollte es aber nicht bleiben. Aufgrund des hohen Funfaktors stieg die Besucherzahl von 400 sehr schnell auf heute über 3000. Das Bogenschiessen mauserte sich gerade in Graubünden zu einer der neuen Trendsportarten. Von den 20 Parks in der Schweiz befinden sich aktuell acht in den bündnerischen Gefilden. Das Bogenschiessen gehört seit knapp fünfzig Jahren zu den olympischen Disziplinen. 1904 war es die einzige Sportart bei diesen Spielen, bei welcher auch die Damen


teilnahmeberechtigt waren, obwohl Bogenschiessen noch keine offizielle Disziplin war. Erstaunlich ist, dass es gerade die Bogenschützinnen in Grossbritannien waren, welche Mitte des 19. Jahrhunderts diesen Sport ausübten und populär machten.

Der Wald-Bogenpark liegt auf 1'500 Metern über Meer und führt durch abwechslungsreiches Gelände. Die Schützen werden vorbei an imposanten Schluchten, auf schmalen, aber gut gesicherten und ausgeschilderten Pfaden geführt. In einem Rundkurs bis zum Grillplatz Janover Egg und zurück kann das abenteuerliche Vergnügen in circa drei bis vier Stunden von geübten Schützen, Familien und Anfängern absolviert werden. «28 3-D-Tiere aus Schaumstoff können aufgespürt, gejagt und mit Pfeil und Bogen getroffen werden. Natürlich gibt es viel zum Lernen, Lachen und Erforschen über unsere heimischen Raubtiere, das Wild, Nagetiere, die Vegetation etc. Was zählt, ist das Gesamterlebnis», erklärt Götte. «Spielerisch werden die Wege gelaufen, die Blumen am Wegrand werden auf einmal geachtet, ein vorbeihuschendes Eichhörnchen wird wahrgenommen. Die Kinder sind herrlich, sie machen einfach und studieren nicht. Sie handeln instinktiv und versuchen ihr Glück. Es gibt aber auch gestresste Menschen, die herkommen und durch das Laufen, die Naturerlebnisse sowie die konzentrierten Schiessübungen, viel Ruhe und Ausgeglichenheit finden», führt der Profischütze weiter aus.

«Je nach Fertigkeitsgrad wird die Distanz der Abschussposition gewählt. So trifft garantiert jeder und generiert sich sein Erfolgserlebnis», sagt Götte mit einem Schmunzeln. «Dann kommt die Kerndisziplin, der Abschuss: Dabei bin ich bin fest mit dem Boden verankert. Ich atme ruhig und gleichmässig. Mein Ziel, ein wilder Steinbock, habe ich voll im Visier. Meine gesamte Energie, Aufmerksamkeit und Konzentration ist auf das Wildtier gerichtet, welches in 50 Metern Entfernung halb verdeckt hinter einem Busch am Äsen ist. Ich nehme den Bogen hoch,

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spanne die Sehne und fixiere den Blick in die Ferne. Und Schuss! Treffer!», so beschreibt der geübte Schütze die alles entscheidende tausendstelsekunde. Der Körper des 3-D-Tieres ist getroffen und Punkte für den Wettstreit wurden gesammelt. Und es geht weiter zum nächsten Posten. Irgendwann vergisst jeder die Zeit, aus lauter Euphorie und Konzentration auf den Moment. Ob mit Familie, Freunden oder im Team – zusammen auf die Pirsch zu gehen bereitet allen viel Spass.

Wer hoch hinaus will, kann über der Waldgrenze auf 1'800 Metern über Meer den vielseitigen Alpin-Bogenpark erkunden. Mit Blick auf eine grossartige Bergkulisse wandern die Bogenschützinnen oder Bogenschützen vom Panoramarestaurant Triemel durch saftige Bergwiesen, über steinige Wege und entlang von plätschernden Bächen den Sommerweg hinauf zur romantischen Hochwanghütte. Zurück geht es vorbei an Flach- und Hochmooren zum Ausgangsort. Unter Vorreservation kann das gesamte Equipement gemietet und nach einer kurzen Instruktion das Abenteuer individuell gestartet werden.

www.bogenpark-hochwang.ch


Bildarchiv Safiental/Fotostiftung Graubünden

Sonntagsfahrer haben halt auch Tradition!

Jetzt testen : .– 5 2 F H C r ü f n e h c 6 Wo Wer sich mal wieder über den Verkehr nervt, liest am besten das «Bündner Tagblatt». Hier steht nicht einfach drin, wo es Stau gibt und was Strassen so kosten. Hier wird über alles Erfahrenswerte in Graubünden berichtet. Unaufgeregt, aber fundiert.

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PRICKELNDER SCHAUMWEIN FÜR HEISSE SOMMERTAGE T E X T N A D J A W I E L AT H | F O T O S V O N S A L I S A G


Ein kosmopolitisches Zusammentreffen findet in Landquart bei der von Salis AG statt – zumindest sind es die Spitzenweine und Spirituosen aus allen Herren Länder, welche im Sortiment geführt werden. Ebenso ist die Förderung der Biodiversität und Nachhaltigkeit im Bündner Rebbau hoch im Kurs. Der renommierte Handels- und Produktionsbetrieb plant bereits einen repräsentativen Neubau in Maienfeld.

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Spätestens seit der Fussball Europameisterschaft 2021 wissen wir es alle: die Schweiz ist Weltklasse! Was Spanien und Frankreich können, können wir auch! Und genauso verhält es sich mit dem Wein. Der beliebteste italienische Schaumwein, der Prosecco, der an keinem Apéro fehlt oder das festlichste aller Getränke, der sprudelnde edle französische Champagner, haben einen ebenbürtigen schweizerischen Mitstreiter bekommen. Der prickelnde, pulsierende und blasenwerfende Schaumwein «von Salis Bündner Brüt» ist einfach atemberaubend und genau das Richtige für laue Sommernächte. «Das Spezielle an ihm ist, dass er aus der roten Pinot-Noir-Traube als «Blanc de Noir» ausgebaut wird und ganze Trauben gepresst werden», wie Micha Davaz, der Geschäftsführer der von Salis AG, erklärt. «Bei dem Gärungsprozess wird die Hefe nach dem Vorbild der «Batonnage» ständig mit dem Saft in Verbindung gebracht, was zur Geschmacksbildung beiträgt.» Während beim Champagner die aufwendige und delikate zweite

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Gärung in der Flasche stattfindet, wird der Prosecco aus dem Edelstahltank in seinem Endstadium in die Flaschen abgefüllt. Dieses Verfahren wird ebenfalls bei unserem Schaumwein angewendet und hat den Vorteil, dass das Produkt frisch und fruchtig daherkommt», führt Davaz weiter aus. Schweizer Schaumweine sind deshalb nicht nur fantastisch zum Geniessen, sondern auch bezahlbar und zurzeit der Riesenhype bei jedem Anlass.

Vor dreieinhalb Jahren war die Stabsübergabe der von Salis AG an den Junior, Micha Davaz. Sie wurde 1994 gegründet und ist einer der drei Betriebe der Fläscher Winzerfamilie Davaz. Rund 1500 erstklassige Marken, darunter allein aus Italien 500 beliebte Top-Weine und Spitzenmarken. Über 200 Schaumweine und Champagnermarken sowie rund 300 Spirituosen runden das Sortiment ab. Nicht zu vergessen sind die 20 einheimischen


Weinproduzenten. Die Produkte werden an die Gastronomie, an Fachhändler und an Private in der ganzen Schweiz verkauft. Die von Salis AG ist jedoch nicht nur Weinhändlerin, sondern auch Produzentin einer eigenen Bündner Linie. Über 60 Bündner Produzenten aus der Region hegen und pflegen auf rund 50 Hektaren Trauben, die den Von-Salis-Wein zu etwas Einmaligem küren. Das ideale Klima trägt das Seine dazu bei, dass die Bündner Herrschaft zu den besten Terroirs für Pinot Noir zählt. Als oberste Maxime setzt das Unternehmen unverkennbar auf höchste Qualität ihrer

Produkte. Die Produktionsprozesse werden laufend optimiert und dieses Jahr wird mit der Verarbeitung der ersten Bio-Trauben ein neues Zeichen gesetzt.

Andres Meyer ist einer der treusten Bündner Traubenproduzenten bei von Salis. Er ist der Mann der ersten Stunde und beliefert sie seit der Gründung des Unternehmens mit seinen Trauben. Die Bewirtschaftungsweise passen Andres und Edith Meyer den jeweiligen Parzellen individuell an. Ihr Anspruch ist es, die schönsten Trauben in Malans zu produzieren. Dieses Gedankengut wird mit einer sorgfältigen Arbeitsweise im Keller weitergeführt.


Johannes Lampert-Hug und Beatrix Lampert sind Jeninser Urgesteine. Johannes ist ein grosser, starker Mann, dessen Händedruck der Begegnung mit einem Schraubstock gleicht. Trotzdem pflegt er gemeinsam mit seiner Frau die heikelste und anspruchsvollste Sorte der Welt: den Pinot Noir. Und zwar mit einem Gespür und Gefühl, das seinesgleichen sucht. Auch sie gehören zu den Produzenten, die man persönlich kennt und deren hohe Qualität sehr geschätzt wird.

Sich ständig zu verbessern, im Online-Handel präsent zu sein und sich mithilfe der Digitalisierung durchzusetzen, ist das erklärte Credo von Geschäftsführer Micha Davaz. «Mit unserem bestens ausgebildeten und leidenschaftlich arbeitenden Team arbeiten wir mit grosser Freude an Weiterentwicklungen für unsere Kunden und Produzenten in der Region. Unser nächster Sprung ist ein repräsentativer und moderner Neubau in Maienfeld im Industriegebiet, auf den wir uns besonders freuen», erzählt Davaz junior mit einem grossen Strahlen. «Es wird ein toller Gebäudekomplex, der die Verwaltung, das Lager und eine grosszügige, einladende Vinothek beherbergen wird.»

Erhältlich im Von Salis Weinshop: vonsalis-wein.ch


DEN FRAGEN DES LEBENS NACHSPÜREN

IN BEWEGENDEN FORMEN AUS BRONZE, MESSING UND STAHL T E X T S I LV I A P E D E R I VA | F O T O S M A R T I N WA L S E R

Peter Nutt hat ein Gespür für harmonische Formen. Die Formen, die er seinen Objekten gibt, plant er nicht; er fühlt sie. Sie können nur «so» sein. Abseits dieses Gefühls treibt ihn das Bedürfnis an, das, was ihn im Innersten bewegt, in seine Objekte einzubringen und zu transportieren. So, dass es auch den Betrachter bewegt. Es ist eine Bewegung «von mir zu dir»: von innen nach aussen nach innen.

Unschwer erkennt der Betrachter in der Bewegung den roten Faden in Peter Nutts Formenwelt. Und wenn sich die «Harmonie des Lebens» um die eigene Achse dreht und dabei immer wieder neue Aus- und Einblicke gibt, dann gesellt sich eine weitere Erkenntnis hinzu: Diese Bewegung findet nicht nur auf der äusseren, beobachtbaren Ebene statt.

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Das Objekt soll (sich) bewegen und Horizonte eröffnen Alles hängt zusammen, fügt sich ineinander, bedingt sich gegenseitig. Die «Harmonie des Lebens» zieht den Betrachter unweigerlich in ihren Bann: Er blickt durch die raue Schönheit im Aussen tief ins Innere der Welt, spürt den inneren Glanz, wird von einer unsichtbaren Kraft getragen. Mit jedem Perspektivenwechsel offenbart sich eine neue Formenwelt, eröffnet sich ein neuer Horizont. Es ist ein Kunstwerk wie ein Kosmos; zusammenhängend, ohne Anfang und ohne Ende, ein Kontinuum. Das Modell hat der Künstler von Hand geformt und später in digitaler Form bearbeitet, um es schliesslich in die fast drei Meter hohe Installation zu verwandeln. Auch darin zeigt sich: Alles hängt zusammen, und im Einklang der Kräfte entsteht Schönheit. Oder, wie es ein Besucher in Peter Nutts Werkstatt ausdrückte: Diese Objekte besitzen eine «innere Schönheit».


So, wie die «Harmonie des Lebens» gar nicht anders sein kann als «genau so», so ist es mit allem, was Peter Nutt modelliert. Seine Bronzeschleifen in ihren vielfältigen Ausdrucksformen und Oberflächen entstehen buchstäblich aus dem Handgelenk. Eine von ihnen trägt die gedachte Überschrift «Gut sein heisst, mit sich selbst im Einklang sein.» Auch sie soll (sich) bewegen. Sie repräsentiert gleichsam einen Gegensatz zum Kontinuum, und damit scheint sie eine Frage aufzuwerfen: Wo ist der Anfang, wo das Ende? Auf diese Denkaufgabe, die sich dem Betrachter aufdrängt, folgt sogleich der Impuls, das Objekt zu berühren, umzudrehen, auf den Kopf zu stellen. Und schon ist wieder etwas in Bewegung gesetzt, im Inneren wie im Äusseren.

Betrachter und Objekt treten in Verbindung Peter Nutt liebt die Bewegung in seinen Objekten. Doch nicht um der Bewegung willen, denn sie ist nur der Ausgangspunkt für das, worum es ihm eigentlich geht : die Interaktion des Betrachters mit dem Objekt. Wenn Betrachter und Objekt eine Verbindung eingehen, wenn ein Zusammenspiel zwischen Mensch und Objekt entsteht, dann verdichten sich alle Gedanken und Gefühle zu einem Punkt im Hier und Jetzt. Eine neue Sicht auf die Dinge, real und im übertragenen Sinn, kann sich entfalten.


Gänzlich andere Mechanismen der Bewegung, und doch mit ähnlicher Essenz, zeigen sich in Peter Nutts kinetisch-mechanischen Objekten. Trickreich, intelligent, spielerisch mutet es an, wenn da ein herzförmiger Schlüssel eine Reihe von Zahnrädern in Gang setzt und damit eine Bewegungskaskade seinen Anfang nimmt. Dann, zwei Individuen, die, jedes für sich, ihre Last tragen und doch nur gemeinsam bestehen können. Scheitert einer an seiner Aufgabe, wirkt sich das auf das Ganze aus – auf das, was sie gemeinsam in Bewegung halten – nennen wir es die Lebensschaukel. Und auf die zwei Kugeln, die sanft hin und her laufen und nicht anders können, als sich gemeinsam dem Auf und Ab ihres Daseins hinzugeben. Die sich im Einklang miteinander bewegen, sich aneinander reiben, und manchmal, einem kleinen Ruck nachgebend, eine Winzigkeit voneinander abrücken, nur um sich gleich wieder aneinanderzuschmiegen und ihren Rhythmus wiederzufinden.

Und der Betrachter ist bewegt.

Der Künstler Peter Nutt Peter Nutts Passion ist das Schaffen harmonischer Formen aus verschiedenen Materialien. In den zwei Mal 25 Jahren, die Peter Nutt schon gelebt hat, hat sich sein Stil entwickelt, verändert, geformt. Heute sind in seinem Atelier im südlichsten Dorf des Fürstentums Liechtenstein Bewegung, Dialog und Reflexion allgegenwärtig. Gelassen und vertrauensvoll überlässt er es dem Fluss des Lebens, seine Zukunft und seine Werke zu formen.

Über Besucher in seinem Atelier in Balzers (und auf seiner Webseite peternutt.com) freut sich der Künstler; wie von selbst entstehen dabei inspirierende Gespräche und kreativer Austausch.

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UNIVERSUM «WHISKY»: DER MALT-WHISKY SHOP IN CHUR TE X T ANDRIN SCHÜTZ | FOTOS VEIT FRITZ

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Die Leidenschaft für edle Tropfen begleitet den Churer Markus Thöni schon fast sein ganzes Leben lang. Lag sein Fokus einst auf erlesenen Weinen, hat er sich vor rund 30 Jahren auf erlesene Whiskys spezialisiert.

Der Malt-Whisky Shop von Markus Thöni ist weit über die Region und den Kanton hinaus als ein wahres Mekka für ausgesuchte Malt-Whiskys bekannt und beliebt. In den exklusiven Gewölberäumen an der Reichsgasse 61 in Chur finden sich ebenso bekannte Marken und Abfüllungen wie seltene Trouvaillen aus dem Reich der edlen Destillate. Wer die charmanten und zugleich urig anmutenden Räumlichkeiten betritt, kommt nach einem lockeren Gespräch alsbald in den Genuss eines guten Tropfens. Denn den idealen Whisky findet man nur im Rahmen einer Verkostung.

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Die Nase will riechen, der Gaumen möchte schmecken und spüren. Dies hilft nicht nur bei der Suche nach dem perfekten Destillat für die richtige Gelegenheit, sondern erweitert vielmehr auch den bestehenden geschmacklichen Horizont. Schon manch einer hat auf diese Weise unerwartet und begeistert seinen neuen «Lieblings-Whisky» entdeckt. Dies ist auch nicht weiter verwunderlich. Denn bei Markus Thöni stehen Leidenschaft und Qualitätsbewusstsein im Vordergrund. Um die entsprechenden Qualitäten zu finden, nimmt der Bündner mitunter weite Reisen auf sich.

Ein «Gemeinschaftsfass» als Grundstein für eigene Abfüllungen Seit 2005 besucht Thöni regelmässig ausgewählte Destillerien in Schottland und liess sich unter anderem in Glenlivit auf eine Einladung hin an der Whiskyschool aus- und weiterbilden. Der Weg zu besonderen Abfüllungen ist zuweilen aber auch kein einfacher und auch ein kostspieliger. Denn Individualität und Qualität haben ihren Preis: «2011 kaufte ich zum ersten Mal ein ganzes Fass von einem unabhängigen Abfüller. Um die beachtlichen Kosten zu decken, haben fünf Mitglieder meines damaligen Whiskyclubs das Fass mit mir gemeinsam finanziert. Ihre Darlehen wurden innert Jahresfrist amortisiert, während der letztendlich aus Fass erwirtschaftete Gewinn

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den Darlehensgebern und mir selbst in Form einer Whiskyschool in Springbang zugutekam», berichtet Whisky-Experte Thöni begeistert. Der Grundstein für die inzwischen mehr als 20 Fässer verschiedener Hersteller, die inzwischen eigens und exklusiv für den Churer WhiskyShop abgefüllt wurden, war gelegt.

Lustprinzip und Tastings: Die richtige Wahl Wie aber führt Markus Thöni die Menschen an die Produkte heran und zu welcher Gelegenheit passt wiederum welcher Whisky? «Whisky trinkt man meistens in Gesellschaft, aber auch alleine ist der Whisky ein grosser Genuss. Ich persönlich lasse mein Lustprinzip walten, wenn aber ein anderes Genussmittel wie Cake oder Shortbread, Käse etc. dabei genossen wird, ist es wichtig, dass man die Produkte miteinander probiert. Wenn es passt, gewinnt der Whisky gemeinsam mit dem mitgenossenen Produkt. Da es in Schottland verschiedene Regionen gibt, sind auch die Whiskys unterschiedlich. Islay ist die Insel mit den meisten Torf-Rauch-Malts, Lowland das Gebiet mit floralen Malts, und Campbeltown steht für Malts mit mittlerer Torf-Rauch-Note, ebenso wie Highland», so Markus Thöni. Damit man diese besondere Welt in kleinen oder grösseren Gruppen erkunden kann, bietet Thöni ab vier Personen Tastings bei sich im Shop an. In Restaurants im Rahmen eines «Whisky and Dine» wiederum eröffnen sich Zeit und Raum, in Ruhe und in verschiedenen kulinarischen Kombinationen die Differenzen sowie die Nuancen der Destillate zu erfahren und zu geniessen.

Qualität ist keine Selbstverständlichkeit Hohe Qualität der Abfüllungen und perfekte Beratung sind heute aber keine Selbstverständlichkeit mehr. Viele einst klingende Namen sind heute nicht mehr nur im Fachhandel, sondern auch bei grösseren Detailhändlern zu bekommen. Dies hat unter anderem mit einer Veränderung des Marktverhaltens und der Philosophie gewisser Hersteller zu tun: «Die schottischen Destillerien haben sich laufend der mittlerweile weltweiten Nachfrage angepasst. Da die meisten inzwischen zu Konzernen gehören und auch an der Börse gehandelt werden, ist Qualität leider nicht mehr das höchste Ziel. Seit dem Jahr 2000 wurden laufend neue, zum Teil sehr grosse Destillerien gebaut und in Betrieb genommen, um dem ständig wachsenden Trend gerecht zu werden. Zudem wurden zunehmend verschiedene neue Gerstensorten mit mehr Zuckergehalt für die Produktion verwendet, was nicht immer zu einer besseren Qualität beigetragen hat. Der neuste Trend führt nun dahin, dass viele «no age statement»-Whiskys angeboten werden, da der Bestand der älteren Jahrgänge langsam zur Neige geht. Wenn man sehr junge Whiskys mit einem schönen Namen und einer perfekten Designerverpackung auf den Markt bringt, steht meiner Meinung nach die pure Kommerzialisierung an erster Stelle und nicht mehr die Qualität des Produktes. Nicht zu vergessen ist der Umstand, dass der Markt mittlerweile viele Einsteiger ins Boot holt, welche sich noch nicht lange mit Whisky beschäftigen.


Darunter befinden sich leider auch solche, die sich aus rein spekulativen Gründen und nicht des Genusses wegen für Whiskys interessieren. Auch kommen vermehrt Grainwhiskys sowie «Pure Malt-Whiskys» mit Fantasienamen auf den Markt. Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob der Markt diesen Umstand weiterhin so aufnimmt. Dies zeigt uns das Beispiel der «Islay Whiskys», bei welchen die Preise immer weiter in die Höhe gehen, was dazu führt, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis in keinem Verhältnis mehr steht», führt Thöni aus.

Nachhaltige Passion für Geniesser und alle, die es werden wollen Umso wichtiger für die wahren Geniesser und alle, die es werden wollen ist es also, dass sich kompetente, engagierte und erfahrene Fachhändler wie Markus Thöni auch in Zukunft mit Leidenschaft der Qualität und der persönlichen Beratung widmen. Nebst einem Besuch im Ladenlokal in der Churer Altstadt ergeben sich die nächsten Gelegenheiten, unter der Ägide von Markus Thöni an der faszinierenden Welt des Whiskys teilzuhaben an den «Whisky & Dine»-Abenden im Restaurant Va Bene am 18. September 2021 und am 11. Dezember 2021.

Nähere Informationen rund um das «Universum Whisky» gibt es auf der informativen Homepage des Malt-Whisky Shops: www.malt-whisky.ch


FRAU IM BILD Sammlung Würth

Bis 17.10.2021 Gabriel Vormstein, Hun, 2009, Bleistift, Aquarell auf Zeitungspapier, 154 x 122 cm, Sammlung Würth, Inv. 12601

Forum Würth Chur • Aspermontstrasse 1 • 7000 Chur Tel. 081 558 05 58 • www.forum-wuerth.ch • Mo - So 11 - 17 Uhr Alle Aktivitäten des Forum Würth Chur sind Projekte der Würth International AG.



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