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SCHUTZ UND SNEAKER-FEELING GEPAART

Im Arbeitsalltag auf harten Industrieböden zählt bei Sicherheitsschuhen längst nicht mehr nur die Schutzklasse. Gefragt sind Modelle, die zuverlässig schützen, zugleich komfortabel sind – und ein „Sneaker-Feeling“ bieten. Wie dieser Spagat gelingt und welche Rolle Materialtechnologie,

Konstruktion und Design in der neuen Serie Red Stratos spielen, erklärt

Julia Sturm, Sales Director DACH bei U-Power.

Die Red Stratos-Serie verspricht „mehr Energie bei jedem Schritt“. Was war der konkrete Entwicklungsansatz hinter dieser neuen Generation – eher Performance-Steigerung oder spürbare Entlastung im Arbeitsalltag?

Julia Sturm: Im Fokus stand der „Modern Professional“ – Fachkräfte, die täglich bis zu 10.000 Schritte auf hartem Industrieboden zurücklegen. Unser Ansatz lässt sich als „präventive Performance“ zusammenfassen, das heißt, wir nutzen die Technologien zur Leistungssteigerung aus dem Profisport als direktes Mittel, um die Fachkräfte gesundheitlich zu entlasten. Durch die enorme Energierückgabe des Pebax-EVA-Gemischs in der Sohle muss der Träger bei jedem Schritt weniger eigene Kraft aufwenden. Das hält

die Leistungsfähigkeit über den Tag konstant und beugt der Ermüdung von Gelenken und Rücken vor. Ein entspannter Fuß führt zu konzentrierterem Arbeiten – und Konzentration ist der beste Schutz vor Unfällen.

Wie lassen sich immer wieder neue Technologien entwickeln, die Leichtigkeit mit der extremen Haltbarkeit eines Sicherheitsschuhs vereinen?

Sturm: Das gelingt durch den engen Austausch mit Technologiepartnern wie BASF, Gore-Tex oder BOA. Ein Meilenstein war 2017 die Adaption der Infinergy-Sohle aus dem Laufsport. Mit der Serie Red Lion haben wir den Tragekomfort revolutioniert und uns die Marktführerschaft in Europa erarbeitet. Es geht darum, Hochleistungswerkstoffe aus

dem Sport so zu modifizieren, dass sie den harten Anforderungen der Industrie standhalten.

Die Super Critical Technology stammt ursprünglich aus dem PerformanceSport. Welche Anpassungen waren nötig, um die Schutzklassen S1PS und S3S zuverlässig zu erfüllen?

Sturm: Die Anforderungen an einen Marathon-Schuh und die Anforderungen an einen Arbeitsschuh unterscheiden sich stark in ihrem Lebenszyklus. Für den Red Stratos haben wir beispielsweise die Dichte des Materials im Vergleich zum Laufschuh fast verdoppelt. So optimieren wir die Lebensdauer und Formstabilität, ohne dass wir dabei den Rebound-Effekt verlieren.

Eine breite bunte Range für ein farbenfrohes Sneaker-Feeling.

Wie funktioniert dieser technologische Kern physikalisch?

Sturm: Die Super Critical Technology ist ein Quantensprung. Stickstoff wird unter extremem Druck in ein Pebax-EVA-Gemisch injiziert, wodurch eine federleichte Mikrozell-Struktur entsteht. Für den Träger bedeutet das: Man läuft nicht mehr gegen den Boden, sondern wird von der Sohle beim Abstoßen aktiv unterstützt. Das reduziert die Gelenkbelastung massiv.

Mit Nano-Fiber-Kappe und HRO-Sohle vereint der Schuh viele Features. Wie verbinden Sie diesen Schutz konstruktiv mit dem Anspruch an Dynamik?

Sturm: Neben der Super Critical Sohlentechnologie ersetzen wir Masse durch hochleistungsfähige Verbundstoffe. Statt einer herkömmlichen Aluminiumkappe nutzen wir die federleichte Nano-Fiber-Toe Cap. Die HRO-Gummilaufsohle schützt vor Kontaktwärme bis 300 Grad Celsius, ist aber so dünn konstruiert, dass sie die Flexibilität des Dämpfungskerns nicht einschränkt. Das Ergebnis ist ein voll zertifizierter Schuh mit der Anatomie und Dynamik eines Sprint-Schuhs.

Von U-Knit bis Putek Star – wie definieren Sie die Einsatzprofile Ihrer Modelle?

Sturm: Die Generation von Modern Professionals, für die wir entwickeln, akzeptiert keine klobigen Stiefel mehr. Sie erwartet „Sneaker-Feeling“, deshalb sind unsere Schuhe multifunktional und bedienen hybride Tagesabläufe von der Produktion bis zum Kundentermin. Das Design ist dabei ein hartes B2B-Entscheidungskriterium, weil es Ausdruck von Wertschätzung und ein echter Motivationsfaktor ist. In Zeiten des Fachkräftemangels ist ein Schuh, mit dem sich der Mitarbeiter identifiziert, ein starkes Argument für den Arbeitgeber.

Wie sticht man in diesem großen Markt hervor – eher über die Nische oder das Vollsortiment?

Sturm: Unsere Geschichte zeigt: U-Power wächst über technologische Innovation, nicht über den Preis. Unsere Strategie lässt sich einfach erklären. Wir stellen den Träger konsequent in den Mittelpunkt und lösen das größte Problem am Arbeitsplatz – schwere, müde Füße. Wer diesen Komfort einmal erlebt hat, kehrt nicht mehr zum Standard zurück.

Unterscheiden sich die Anforderungen in Märkten wie Deutschland und Italien?

Sturm: Die Schwerpunkte ergänzen sich perfekt. Der deutsche Markt legt den Fokus auf Präzision, Funktionalität und normative Anforderungen wie die DGUV Regel 112-191. In Italien spielt die ästhetische Finesse eine größere Rolle. Mit Red Stratos bedienen wir beide Ansprüche: deutsche Zuverlässigkeit in einem Design, das die Energie des Nutzers widerspiegelt, und Trends wie neue, vom Running inspirierte Farbakzente, die PSA zu einem modernen Statement-Piece machen.

Wo steht die Branche in fünf Jahren?

Sehen Sie die nächste Welle eher materialgetrieben oder im Bereich intelligenter Sensorik?

Sturm:Ich glaube, wir werden eine spannende Parallelentwicklung erleben, wobei das Fundament für den täglichen Komfort auch in fünf Jahren noch das Material-Engineering sein wird. Bei U-Power arbeiten wir aktuell an der nächsten Generation von PU-Sohlen, die noch leichter sind. Mit unserer Red Indus-

Eine federleichte Mikrozell-Struktur unterstützt den Träger beim Abstoßen aktiv. // Fotos (3): U-Power

try Green-Linie haben wir bereits den Weg zum CO!-neutralen Sicherheitsschuh geebnet – ein Thema, das für unsere Kunden und Partner massiv an Bedeutung gewinnt. Wir zeigen damit, dass High-Performance-Schutz und gesellschaftliche Verantwortung eins sind. Auch die moderne Arbeitswelt treibt die Entwicklung in der PSA-Branche voran.

... ist Sales Director DACH.

Julia Sturm

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