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P.b.b. 14Z039972 M Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien

Innovatives Trefoil-System – 10 2 | 2018

Minimalinvasive Keramikveneers – 14 Die neuen Masterlehrgänge – 20

Das Journal der Universitätszahnklinik Wien

DREIDIMENSIONAL Infrastrukturprojekt fördert die Entwicklung neuer 3D-Drucktechnologien


Sehr geehrte LeserInnen!

U

nser Journal DentUnique gibt Ihnen einen exklusiven Einblick in die Tätigkeiten an der Universitätszahnklinik Wien.

Wir berichten über aktuelle Forschungserkenntnisse, schildern PatientInnenfälle und informieren über die zahlreichen Weiterbildungsmöglichkeiten an der Universitätszahnklinik Wien. In dieser Ausgabe wird das Infrastrukturprojekt „Additive manufacturing for M3dical RESearch“ vorgestellt. Durch die Entwicklung neuer Drucktechnologien werden auch die Anwendungsmöglichkeiten des 3D-Drucks im zahnmedizinischen Bereich erweitert.

Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz, Vorstand

Ein weiteres Thema ist die Sofortversorgung des zahnlosen Unterkiefers. Das innovative System Trefoil ermöglicht die Rehabilitation des zahnlosen Unterkiefers oder einer nicht erhaltungswürdigen Bezahnung im Unterkiefer am Tag des Eingriffs. Zusätzlich dürfen wir Ihnen gleich drei neue Masterlehrgänge vorstellen, mit denen die Universitätszahnklinik Wien ihr postgraduales Weiterbildungsangebot erweitert. Wir möchten Sie mit dem Journal DentUnique an unserem klinischen Alltag teilhaben lassen und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit mit Ihnen – zum Wohle der ­PatientInnen!

Impressum: Medieninhaber/Herausgeber: Universitätszahnklinik Wien GmbH, 1090 Wien, Sensengasse 2a, Tel.: +43 1/400 70, Fax: +43 1/400 70-3039, E-Mail: office-zmk@meduniwien.ac.at, www.unizahnklinik-wien.at Herausgeber: Geschäftsführer Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz und Thomas Stock Erscheinungsort: Wien Auflage: 4.000 Verlag: Albatros Media GmbH, Grüngasse 16, 1050 Wien, office@albatros-media.at, www.albatros-media.at Redaktion: Mag. Marianne Kitzler (Leitung), Mag. Andrea Fallent, Mag. Sabine Karrer, Anna Polyzoides, MA, Mag. Daniela Purer Grafik & Produktion: Julia Proyer Verlagsleitung: Otto Koller Designkonzept: Julia Proyer Lektorat: www.onlinelektorat.at Coverfoto: Universitätszahnklinik Wien/Fuchs Fotos: Falls nicht anders angegeben: Universitätszahnklinik Wien Druck: NP Druck Ges.m.b.H, 3100 St. Pölten Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz Die Universitätszahnklinik Wien GmbH ist eine 100%-Tochtergesellschaft der Medizinischen Universität Wien, www.meduniwien.ac.at/homepage/info/impressum. Grundlegende Richtung des Magazins: DentUnique informiert Zahnärztinnen, Zahnärzte, Studierende und MitarbeiterInnen der Universitätszahnklinik Wien über Forschung, Fallstudien, Weiterbildungsangebote und die Tätigkeiten der Institution.

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Inhalt 04

Stärkendes für den Zahnschmelz: Kariesrückgang in den Industrieländern beruht auf Anwendung von Fluoriden

07 Damals: William Morton, Begründer der Narkose 08

Die Zukunft aus dem Drucker: Infrastrukturprojekt fördert die Entwicklung neuer 3D-Drucktechnologien

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Innovatives Trefoil-System ermöglicht Rehabilitation des zahnlosen Unterkiefers

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Minimalinvasive Keramikveneers ermöglichen ausgezeichnete Ästhetik

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Neuer MedUni Point im AKH eröffnet

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Studierende der Universitätszahnklinik Wien absolvieren Praktikum bei neunerhaus

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Die neuen Masterlehrgänge: Universitätszahnklinik erweitert postgraduelles Weiterbildungsangebot

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Kunst und Engagement an der Zahnklinik: Fotografin Nadine Krier im Porträt

In den Kalender Inauguration Adjunct Professors: Univ.-Prof. Dr. Heinz Redl und Prof. Dr. med. dent. Anton Sculean, Dr. h.c., M.S. Scientific Symposium: Aktuelle Forschung in der Zahnmedizin Datum: 4. Juli 2018, 12–18 Uhr Ort: Großer Hörsaal der Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien Anmeldung: zahnerhaltung-unizahnklinik@ meduniwien.ac.at

Weiterbildung zur Prophylaxeassistenz Kursleitung: Assoc. Prof.in Univ.-Doz.in DDr.in Xiaohui RauschFan Datum: September 2018 bis April 2019 Ort: Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien Information und Anmeldung: pass-unizahnklinik@meduniwien.ac.at oder 01/40070-4577 (Fr. Rutschek) www.unizahnklinik-wien.at/studium-aus-weiterbildung/weiterbildung-zur-prophylaxeassistenz

Laser Workshop Modul II Kursleitung: Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz Datum: 18. Oktober 2018, 8.30–16 Uhr 19. Oktober 2018, 9–16 Uhr 20. Oktober 2018, 9–13 Uhr Ort: Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien Anmeldung: office@sola-laser.com ZFP-Fortbildung: 23 Punkte

Zum 5. Mal: Universitätslehrgang Parodontologie: Parodontologisches Spezialwissen und klinische Fertigkeiten Kursleitung: Dr.in Corinna Bruckmann, MSc Beginn: März 2019 Ort: Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien Anmeldung: www.meduniwien.ac.at/paromaster

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Stärkendes für den Zahnschmelz Der Kariesrückgang in den Industrieländern während der vergangenen Jahrzehnte beruht nachgewiesenermaßen auf der Anwendung von Fluoriden. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen beleuchten die Bedeutung und Wirkung des Fluorids sowie zusätzlicher Substanzen für die Kariesprävention wie Xylit oder Probiotika.

F

ür diesen Effekt ist hauptsächlich die lokale Fluoridapplikation und hier primär die Verwendung von fluoridhaltigen Zahnpasten von Bedeutung. Weitere Maßnahmen zur Kariesprävention wie der Einsatz des Zuckerersatzstoffes Xylit oder die Anwendung probiotischer Bakterien sind als unterstützende Maßnahmen möglich, zeigen jedoch nicht die gleiche gute Wirkung wie Fluorid und können es nicht ersetzen. Kariesreduzierende Wirksamkeit und Fluoridempfehlungen Die kariespräventive Wirkung lokal applizierter Fluoridpräparate wird in zahlreichen systematischen Übersichtsarbeiten hervorgehoben. Für den Einsatz von Fluoridtabletten gibt es nur eine sehr spärliche Evidenz aus klinischen Untersuchungen. Die verfügbaren Informationen zur Empfehlung von Fluoridtabletten gehen davon aus, dass sie am durchgebrochenen Zahn lokal wirken, zum

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Beispiel gelutscht werden. Sie sollten nur bei Kindern mit einem hohen Kariesrisiko ohne andere regelmäßige Fluoridierungsmaßnahmen Verwendung finden. Die Speisesalzfluoridierung stellt eine wirksame kariespräventive Maßnahme dar, wobei in Ländern mit bereits bestehendem hohen Niveau der Kariesprävention der zusätzliche Effekt quantitativ kaum nachweisbar ist. Die tägliche Verwendung fluoridhaltiger Zahnpasta ist die Basis der Kariesprävention mit Fluoriden, da sie leicht verfügbar ist und bei regelmäßiger Verwendung kontinuierlich Fluoridionen für die kariesprotektiven Vorgänge an der Zahnoberfläche zur Verfügung stehen. Dieser kariespräventive Effekt ist in allen Altersgruppen nachzuweisen und steigt mit zunehmender Fluoridkonzentration an. Aber auch bereits für Kinderzahnpasten mit einem Fluoridgehalt von 500 ppm wurde in mehreren Untersuchungen nachgewiesen, dass sie kariesprophylaktisch wirksam sind. Insbesondere in den

Ländern, in denen auch andere Fluoridierungsmaßnahmen (z. B. Kochsalz, Trinkwasser) durchgeführt werden, sollte man daher bei Kindern bis zum 6. Lebensjahr eine Kinderzahnpasta verwenden, um einer Fluorose durch übermäßige Fluoridaufnahme vorzubeugen. Es ist zudem bekannt, dass die Wirkung einer fluoridhaltigen Zahnpasta mit erhöhter Zahnputzfrequenz zunimmt. Auch der Einsatz professionell applizierter Fluoridpräparate, wie Lacke oder Gele, ist insbesondere bei erhöhtem Kariesrisiko zu empfehlen. Dabei zeigt sich, dass die mehrmalige Applikation pro Jahr (viermal) zu einer verbesserten kariespräventiven Wirkung beiträgt. Die Hemmung der Demineralisation Anhand zahlreicher Untersuchungen konnte umfassend dokumentiert werden, dass der Einbau von Fluoriden in die mineralischen Anteile des Schmelzes die Löslichkeit nur in geringem Ausmaß


reduziert. Geringe Mengen von gelösten Fluoriden in der Zahnumgebung hemmen die Demineralisation effektiver als inkorporiertes Fluorid und haben ein weitaus größeres kariesprotektives Potenzial als ein hoher Fluorapatit-(FAP-)Anteil im Schmelzmineral. Teilweise können Fluoridionen auf der Kristalloberfläche von Zahnschmelz adsorbiert werden und direkt vor einer Demineralisation schützen. Die zur Adsorption benötigten Fluoridkonzentrationen werden selbst nach dem Verzehr von mit fluoridiertem Kochsalz zubereiteten Speisen erreicht, erhöht sich doch der F–-Gehalt im Speichel signifikant während der ersten 30 Minuten. Kalziumfluorid (CaF2) als bedeutender Faktor für die Kariesprävention Bei der Anwendung F–-haltiger Präparate bildet sich ein kalziumfluoridähnliches Präzipitat mit einem Niederschlag auf der Zahnoberfläche. In vitro führt die

kurzzeitige Applikation von Fluoridpräparaten nur zur Bildung von sehr geringen Mengen von CaF2. Deutlich größere Mengen CaF2 lassen sich finden, wenn der Schmelz im Sinne einer initialen Karies verändert ist. Ein niedriger pH-Wert der Fluoridlösung, eine erhöhte F–-Konzentration, verlängerte Einwirkzeiten, das Anätzen der Schmelzoberfläche und die Bereitstellung von zusätzlichem Kalzium führen ebenfalls zu einer Steigerung der CaF2-Bildung. Bei einem pH-Wert von 5 genügt eine Konzentration von 100 ppm Fluorid, um eine spontane Präzipitation von Kalziumfluorid auszulösen. In vivo bildet sich kein reines CaF2, da auch Phosphate, Proteine und andere Bestandteile eingelagert werden, wodurch sich das Präzipitat stabilisiert und säureresistenter wird. Die Stabilität beruht hauptsächlich auf der Adsorption von Hydrogenphosphat-Ionen HPO4 2– auf der Oberfläche der CaF2-Kristalle, wodurch eine (nichtkompakte) löslich-

keitshemmende Schutzschicht entsteht. Beim kariösen Angriff werden aus dem CaF2-Depot aufgrund der reduzierten HPO4 2–-Ionenkonzentration bei sauren pH-Werten F–-Ionen freigesetzt. Das CaF2 fungiert demzufolge als pH-gesteuertes F–-Reservoir, welches beim Säureangriff bzw. bei niedrigem pH-Wert F– freisetzt und im neutralen pH-Bereich auf der Schmelzoberfläche länger stabil bleibt. Aufgrund dieser Mechanismen gilt CaF2 als Hauptlieferant für freie F–-Ionen während des Säureangriffes. Die freigesetzten F–-Ionen hemmen einerseits die Demineralisation und wirken sich andererseits fördernd auf die Remineralisation aus. Sie sind während des kariösen Angriffes von weitaus größerer Bedeutung als ein hoher F–-Gehalt im Schmelzkristall. Da Speichel bezüglich CaF2 untersättigt ist, besteht die CaF2-Schicht aber nicht dauerhaft. Der größte Anteil geht in den ersten Stunden oder Tagen nach einer Fluoridierung wieder verloren. ‣

Save the Date Mittwoch, 4. Juli 2018 12 – 18 Uhr Inauguration Adjunct Professors & Scientific Symposium Univ-Prof. Dr. Heinz Redl

Ludwig Boltzmann Institut, Experimentelle und Klinische Traumatologie, Institutsleiter

Prof. Dr. med. dent. Anton Sculean, Dr. h.c., M.S.

Universität Bern, Zahnmedizinische Kliniken Bern, Geschäftsführender Direktor und Klinikdirektor, Klinik für Parodontologie

Scientific Symposium: Aktuelle Forschung in der Zahnmedizin Ort: Großer Hörsaal der Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien Im Anschluss lädt die Universitätszahnklinik zum Ausklang bei Fingerfood und Getränken. Wir bitten um Anmeldung unter: zahnerhaltung-unizahnklinik@meduniwien.ac.at Die Teilnahme ist kostenlos.


Schmelz auf Kosten des karbonatreichen HAP erhöht wird. Ein demineralisierter und anschließend remineralisierter Zahnschmelz ist dadurch etwas säureresistenter als unversehrter Zahnschmelz. Dentin erfordert eine bedeutend höhere Fluoridkonzentration in der umgebenden Flüssigkeit als Schmelz, um eine äquivalente Demineralisationshemmung zu erreichen, was insbesondere bei der Prophylaxe der Wurzelkaries von Bedeutung ist.

Die ungekürzte Originalarbeit inklusive Literaturverweisen und Abbildungen ist in der Schweizer Fachzeitschrift „Dimensions“ erschienen.

Attin et al. fanden nach einmaliger Anwendung eines konzentrierten lokalen Fluoridierungsmittels einen Verlust von 80 % des CaF2 nach fünf Tagen in situ. Zeitgleich zum Verlust des CaF2 konnte aber in dieser sowie auch in anderen Studien eine Zunahme des strukturell gebundenen Fluorids in initialen Schmelzläsionen beobachtet werden. Die Förderung der Remineralisation durch Fluorid Bei einem neutralen pH-Wert von 7 und leicht darunter reichen relativ geringe Ionenkonzentrationen aus, um die Zahnhartsubstanz stabil zu halten. Erniedrigt sich der pH-Wert aufgrund der Säureproduktion der Plaque, wären höhere Konzentrationen erforderlich, um die Auflösung zu verhindern, die im Normalfall nicht vorhanden sind. Beim

pH-Wert von ungefähr 5,5 beginnt eine Untersättigung, d. h. die Kalziumionenund die Phosphationenkonzentration in der Plaqueflüssigkeit reichen nicht aus, um Schmelz in einem stabilen Gleichgewichtszustand zu halten, woraus die Auflösung von Schmelz resultiert. Fluoridhydroxylapatit (FHAP) und Fluoridapatit (FAP) dagegen bleiben auch noch bei niedrigeren pH-Werten stabil; hier beginnt die Untersättigung und die daraus folgende Auflösung bei einem pH-Wert von ungefähr 4,7. Bei Erhöhung des pH-Wertes wird sich zuerst wieder bezüglich FHAP eine Übersättigung einstellen, sofern sich Fluorid in der Mundhöhle befindet. Folglich findet bei der Remineralisation nach einem Säureangriff eine Umverteilung von mineralischen Phasen statt, indem der Anteil an stabilem und karbonatarmem FHAP im

Die antimikrobielle Wirkung von Fluorid Im Labor konnte gezeigt werden, dass der Kohlenhydratmetabolismus von oralen Streptokokken und Laktobazillen durch Fluorid gehemmt werden kann. Während die Mechanismen in einfachen Zellkulturen relativ klar nachgewiesen sind, gibt es allerdings nach wie vor keinen Beweis dafür, dass dieser antimikrobielle Effekt von Fluorid zur Kariesprävention beiträgt. Es ist anzunehmen, dass die Fluoridkonzentrationen in der Mundhöhle für einen derartigen Effekt nicht ausreichen. Die kariespräventive Wirkung von Fluoriden lässt sich – wenn überhaupt – nur sehr begrenzt auf eine Wirkung im oralen Biofilm beziehen. • Teil 2 folgt in der kommenden Ausgabe von DentUnique. Die ungekürzte Originalarbeit inklusive Literaturverweisen und Abbildungen ist in der Schweizer Fachzeitschrift „Dimensions“ erschienen (Ausgaben 6/2017 und 1/2018). Zugang über: http://www.dentalhygienists.swiss/mitglied/dimensions/

Das Team Assoz. Prof. Priv.-Doz. DDr. Barbara Cvikl, Universitätszahnklinik Wien, Fachbereich für Zahnerhaltung und Parodontologie, Medizinische Universität Wien Prof. Dr. Adrian Lussi, Dipl. Chem. Ing. ETHZ, Klinik für Zahnerhaltung, Präventiv- und Kinderzahnmedizin der Universität Bern

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Foto: Division of Medicine & Science, National Museum of American History, Smithsonian Institution

Morton und sein Inhaler William Thomas Green Morton (1819 Charlton, Massachusetts –1868 New York City, New York), ein amerikanischer Zahnarzt, führte als Erster öffentlich Äther als Inhalationsnarkotikum vor. Er gilt als Begründer der modernen Narkose. Zuerst Angestellter, Drucker und Kaufmann in Boston, studierte er 1840 am Baltimore College of Dental Surgery, ab 1842 dann bei Horace Wells in Hartford. Im selben Jahr eröffneten sie eine gemeinsame Zahnarztpraxis. Wells setzt ein Jahr später in dieser Praxis Lachgas bei seinen PatientInnen ein (siehe DentUnique 2018/1). Morton spezialisierte sich auf Zahnprothetik. Seine PatientInnen wollten für das Ziehen zerstörter Zähne eine schmerzfreie Behandlung. Professor Charles Thomas Jackson wies ihn auf die Rauschwirkung von Schwefeläther hin, was schon 1818 von Michael Faraday beschrieben worden war. Morton experimentierte an Tieren, 1846 folgten Selbstversuche. 1846 ließ sich der Cellist Eben Frost wegen großer Zahnschmerzen von ihm unter Äther einen vereiterten Backenzahn ziehen. Wieder erwacht, bestätigte er, vom Zahnziehen nichts gespürt zu haben. Morton wurde von Professor John Collins Warren (1778–1856) eingeladen, am Massachusetts General Hospital in Boston seine Anästhesiemethode zu demonstrieren. Warren entfernte bei einem jungen schwindsüchtigen Buchdrucker einen „angeborenen (…) Tumor (…) auf der linken Halsseite“ innerhalb von fünf Minuten. Warren war von Mortons Versuch begeistert! Dieses Ereignis im Ether Dome gilt als die Geburtsstunde der modernen Anästhesie. Morton versuchte seine Methode geheim zu halten, um sie patentieren zu können. Er bezeichnete seinen Äther als Letheon (vom griechischen Wort lethe, das Vergessen). Gezwungen, sein Geheimnis zu lüften, kam es zu einem Rechtsstreit, der Morton ruinierte. Nach über 20 Jahren erfolglosem Kampf starb er verarmt an einem Schlaganfall. Er war aber nicht der Erste, der Äther zur Schmerzausschaltung in der Chirurgie einsetzte. Schon 1842 hatte Doktor Crawford Williamson Long Äther bei einer Operation benutzt, leider aber nicht publiziert. DDr. Johannes Kirchner, Kustos des Zahnmuseums Wien

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Die Zukunft aus dem Drucker Das Infrastrukturprojekt „Additive manufacturing for M3dical RESearch“ (M3dRES) unter der Mitwirkung von Hermann Agis fördert die Entwicklung neuer 3D-Drucktechnologien und erweitert ihre Anwendungsmöglichkeiten im zahnmedizinischen Bereich.

E

infach erklärt, wird beim 3D-Druck – basierend auf einem 3D-Computermodell – durch Hinzufügen aufeinanderfolgender Materialschichten ein dreidimensionales Objekt aufgebaut. Seit der frühesten Nutzung für die Herstellung von präoperativen Visualisierungsmodellen und Bohrschablonen ist die Entwicklung des Additive Manufacturing rasant vorangeschritten. Zu den in der Entwicklung befindlichen Möglichkeiten gehören die Herstellung patientInnenspezifischer Implantate sowie Gerüste für Knochenaufbau und Tissue Engineering. Auch in der Lehre werden 3D-gedruckte Modelle für Visualisierung und Training verwendet. Was den 3D-Druck für die Zahnmedizin so innovativ macht, ist

die Möglichkeit, basierend auf CTAufnahmen oder Intraoralscans, präzise, effizient und automatisiert Werkstücke herzustellen, welche optimal an die spezifische Anatomie der PatientInnen angepasst sind. Additive Fertigungsverfahren im Trend Entsprechend hat der 3D-Druck in den vergangenen Jahren einen „Boom“ erlebt, was sich in den steigenden Zahlen an Publikationen in relevanten Fachjournalen zu diesem Thema zeigt. Zu den am weitesten verbreiteten additiven Fertigungsverfahren gehören „Fused Deposition Modeling“ (FDM), Stereolithografie (SLA) und Selektives Lasersintern (SLS). Auch im Bereich des Bioprinting, also dem Druck

von Geweben, sind entsprechend große Fortschritte zu sehen. Durch die Entwicklung neuer Drucktechnologien und der Optimierung des Druckmaterialspektrums werden die Anwendungsmöglichkeiten des 3D-Drucks im zahnmedizinischen Bereich weiter steigen. Genau hier setzt ein neues innovatives Projekt unter Beteiligung der Universitätszahnklinik an. Innovatives Infrastrukturprojekt „Additive manufacturing for M3dical RESearch“ (M3dRES) ist ein Infrastrukturprojekt des interdisziplinären Umfelds der Medizinischen Universität Wien und der Universitätsklinik für Zahnmedizin Wien, das durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG)

„Additive manufacturing for M3dical RESearch“ (M3dRES) Infrastrukturprojekt unter Beteiligung von: • Medizinische Universität Wien (Zentrum für Medizinische Physik und Biomedizinische Technik, Universitätszahnklinik Wien, Zentrum für Biomedizinische Forschung, Universitätsklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Universitätsklinik für Chirurgie – Klinische Abteilung für Herzchirurgie)

Beim 3D-Druck wird durch Hinzfügen aufeinanderfolgender Materialschichten ein dreidimensionales Objekt aufgebaut.

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• ACMIT GmbH • PROFACTOR GmbH • Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften GmbH • Technische Universität Wien (Institut für Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnologie) www.m3dres.org


unterstützt wurde. M3dRES ist ein einzigartiger Ansatz in Österreich, eine universitäten- und firmenübergreifende Infrastruktur für die Anwendung des 3DDrucks für die medizinische Forschung aufzubauen. In diesem Konsortium werden modernste Geräte für den 3DDruck von Polymeren, Metallen, Keramiken und biologischen Materialien sowie optimierte Software für die 3D-Modellie-

rung aus CT- und NRM-Aufnahmen und 3D-Scans erworben. Neben den Forschungsprojekten des Konsortiums steht die Infrastruktur auch für Externe zu Verfügung. Derzeit wurden bereits die ersten 3D-Drucker implementiert und die ersten Forschungsprojekte gestartet. Das M3dRES ermöglicht so der Universitätszahnklinik Wien die grenzerweiternde Erforschung der Anwendung

des 3D-Drucks und die Entwicklung neuer Strategien für die optimale Behandlung ihrer PatientInnen. Erste Forschungsergebnisse des Projekts wurden bereits im März 2018 beim 1st TERMIS-EU WORKSHOP in collaboration with ISBF „3D Printing in Musculoskeletal Tissue Engineering“ (http://eu-workshop-2018.termis.org) in Warschau, Polen, präsentiert. •

Das M3dRES-Koordinatoren-Team Assoc. Prof. Priv.-Doz. Dipl.-Ing. Hermann Agis, PhD, Fachbereich Zahnerhaltung und Parodontologie Assoc. Prof. Dipl.-Ing. Dr. Francesco Moscato, Zentrum für Medizinische Physik und Biomedizinische Technik, MedUni Wien Oberrat Ewald Unger, Zentrum für Medizinische Physik und Biomedizinische Technik, MedUni Wien


Sofortversorgung des zahnlosen Unterkiefers Festsitzende Brücke auf drei Implantaten: Das innovative System Trefoil ermöglicht die Rehabilitation des zahnlosen Unterkiefers oder einer nicht erhaltungswürdigen Bezahnung im Unterkiefer am Tag des Eingriffs.

Abb. 1: Panoramaröntgen der Ausgangssituation: versagende UK-Restbezahnung

Abb. 2: Bissnahme der Ausgangssituation mit Vorbereitung für die 3D-Diagnostik

Abb. 3: Prüfung einer ausreichenden horizontalen Knochenplattform und des Knochenangebotes in der Regio interforaminalis

Abb. 4: Kontrolle der Implantatachsen mit der Führungsschablone

Abb. 5: Führung der distalen ImplantatbettAufbereitungen mit dem bereits inserierten anterioren Implantat

Abb. 6: Zusätzliche Fixierung mit zwei enossalen Verankerungsschrauben

Dieses Konzept – Novum – wurde 1999 vorgestellt: Präsentiert wurde das Ergebnis der Behandlung von 50 PatientInnen mit 150 Implanten und einer Nachbeobachtungszeit zwischen 6 und 36 Monaten. Die Überlebensrate der Implantate betrug 98 Prozent. Motivation war auch damals bereits eine Reduzierung der Gesamtbehandlungskosten, um die

Versorgung einem größeren PatientInnenkollektiv zu erschließen. Brånemark nahm damit auf die große Anzahl an PatientInnen weltweit Bezug, die davon profitieren könnten, wenn es dadurch möglich würde, Kosten und Dauer der Behandlung zu reduzieren. Novum gilt als zukunftsweisender Meilenstein, der die Sofortbelastung von Implantaten

F

ür dieses System wurden die visionären Versorgungskonzepte des Pioniers Per-Ingvar Brånemark gemeinsam mit Richard Skalak aus den 1990er-Jahren weiterentwickelt. Grundlage dafür ist eine Standardlösung mit einem fixen Abstand zwischen drei Implantaten, die den anatomischen Gegebenheiten der Unterkiefer eines PatientInnenkollektivs entspricht.

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mit vorgefertigter schablonengeführter Chirurgie verband. Das Trefoil-System Das Trefoil-System beruht auf diesem System und wurde 2016 vorgestellt. Wegbereiter der Entwicklung ist Dr. Kenji W. Higuchi, Mitglied des American Board of Oral and Maxillofacial Surgery. Das Trefoil-System stellt eine Kombination aus einem vorgefertigten Titansteg, drei Implantaten, einem vereinfachten Versorgungsablauf, einer mit Kunsstoff verblendeten Brücke und weiteren standardisierten Komponenten dar. Auf der Grundlage eines einzigartigen Fixierungsmechanismus mit selbstjustierenden Verbindungen wurde der erste vorgefertigte Brückensteg mit passivem Sitz entwickelt. Dieser Mechanismus erlaubt einen spannungsfreien Sitz, indem er horizontale, vertikale und winkelbezogene Abweichungen von

der idealen Position der drei Implantate kompensiert. Durch präzises Bohren mithilfe von standardisierten Bohrschablonen ist ein weitgehend paralleles Platzieren und Einsetzen der Implantate für einen passiven Sitz in Kombination mit den selbstjustierenden Verbindungen möglich.Dieses Konzept ermöglicht eine schnellere Bereitstellung der neuen Versorgung und eine kürzere Behandlungszeit verglichen mit herkömmlichen Behandlungen auf der Grundlage von provisorischen Restaurationen. Da temporäre Prothesen nicht erforderlich sind, kann die endgültige BrückenVersorgung bereits am Tag des Eingriffs eingesetzt werden. Das spart kostbare Zeit für den Zahnarzt, das Labor und in der Folge auch Zeit und Kosten für die PatientInnen. Planung der Durchführung Nach Abklärung der prothetischen Vor-

aussetzungen mithilfe von herausnehmbaren Prothesen (siehe Kasten) beginnt die eigentliche Planung, bei der die notwendigen anatomischen Platzverhältnisse überprüft werden. Dazu zählen die Überprüfung der vertikalen und horizontalen Dimensionen (transversal interforaminaler Mindestabstand = 37 mm) und die CT-gestützte Analyse des interforaminalen Knochenangebotes. Sind die Voraussetzungen nicht gegeben, kann der Eingriff nicht durchgeführt werden bzw. müssen prothetische Adaptionen vorgenommen werden. Auf der Zahnklinik läuft gerade eine Diplomarbeit von Neda Davoudi unter der Anleitung von Prof. Werner Zechner, die sich mit den anatomischen Voraussetzungen der regionalen Bevölkerung auseinandersetzt. Für diese Studie wurden radiologische Daten von bislang etwa 40 zahnlosen PatientInnen nachuntersucht, ob ein ausreichendes Knochenangebot für das Trefoil-Konzept vorhanden wäre. ‣

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Abb. 7: Zustand nach schablonengeführter Implantation der drei interforaminalen Trefoil-Implantate

Abb. 8, 9: Verschlüsselung mit einem provisorischen Abutment und zwei Transfer-Abutments zur Positionsübertragung in ein Meistermodell

Abb. 10: Zustand nach Insertion von Healing-Abutments und Wundverschluss am 1. postoperativen Tag

Abb. 11: postoperatives Kontrollröntgen unmittelbar nach der geführten TrefoilImplantation

Prothetische Voraussetzungen und Kontraindikationen Prothetische Voraussetzungen: • adäquate Mundöffnung von mindestens 40 mm, um die prothe tische Versorgung und die geführte Implantation gewährleisten zu können

Abb. 12: Überprüfung eines ausreichenden Abstandes zum Kieferkamm für die spätere festsitzende Versorgung am Trefoil-Modell

Abb. 13: okklusale Ansicht des eingesetzten Trefoil-Steges zur Probe

Alle PatientInnen wiesen tatsächlich einen interforaminalen Mindestabstand von 37 mm auf, davon 92 % mit einem Sicherheitsabstand von mehr als 2 mm. Abgesehen von den anatomischen Voraussetzungen müssen die PatientInnen allgemeinmedizinisch für einen chirurgischen Eingriff von rund zwei Stunden unter Sedierung oder Vollnarkose geeignet sein und keine üblichen Implantat-Kontraindikationen aufweisen. Das Trefoil-Konzept soll für

den zahnlosen Unterkiefer verfügbare Lösungen nicht ersetzen, sondern stellt eine zeitlich und ökonomisch reduzierte, langfristige Alternative für eine PatientInnenpopulation dar, die bislang nur eingeschränkt und abnehmbar versorgt werden konnte. Die Universitätszahnklinik ist an der Weiterentwicklung des Konzepts interessiert und nimmt dazu bei Erfüllung der Voraussetzungen weitere TeilnehmerInnen in die laufende Studie auf.

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• vertikales Platzangebot im Unter kieferbereich von mindestens 22 mm für die implantatgetragene Brücke • prächirurgische Vorbereitung einer neuen Prothese im Unterkiefer mit Gewährleistung einer adäquaten Okklusionsebene, Phonetik und Ästhetik und restaurativer Ansprüche Prothetische Kontraindikationen: • Kieferrelation: hochgradige Klasse 2 oder Klasse 3 können zu bio mechanischen Limitationen führen • massives Zähneknirschen, das zu einer möglichen Überbelastung der implantatgetragenen Brücke führen kann


Die chirurgische Umsetzung Zur Identifizierung, Markierung und Positionierung des Implantatbettes und zur Insertion der Implantate werden vorbereitete Schablonen genützt, die wiederverwendbar sind. Zuerst wird das mittige Implantat gesetzt, danach die zwei distalen Implantate. Das Trefoil-Implantat basiert auf dem bewährten parallelwandigen Implantatdesign, einer konischen Verbindung und einem maschinierten Implantathals, der das Weichgewebe

nach dem chirurgischen Eingriff nicht irritiert. Die TiUnite-Oberfläche verleiht dem Implantat während der Heilungsphase bewiesenermaßen vermehrte Stabilität, in dem sie eine schnelle Knochenbildung fördert. Der Durchmesser beträgt 4,3 oder 5 mm je nach Platz in der Horizontalen, die Länge misst 11,5 oder 13 mm. Bereits eingebaut ist der 4,5- oder 6-mm-Abutmentanteil, um den Durchtritt durch das Weichgewebe zu erreichen, damit prothetisch günstig gearbeitet werden kann.

Verschlüsselung der Implantate Der letzte Schritt der chirurgischen Umsetzung besteht in der Verschlüsselung der drei Implantate für die prothetische Umsetzung, da man einen Spielraum von rund 0,4–0,5 Millimeter für die Anpassung benötigt, um Unebenheiten bzw. räumliche Differenzen auszugleichen. Dazu werden die Implantate noch intraoperativ im Mund der/des PatientIn miteinander verschlüsselt. Damit ist der chirurgische Teil abgeschlossen. •

Im 2. Teil des Artikels in der Ausgabe DentUnique 3/2018 wird die prothetische Vorgangsweise im Detail vorgestellt.

Unterkiefer-Sofortversorgung mit Trefoil Indikation: versagende UK-Restbezahnung bzw. UK-Leerkiefer mit Wunsch nach einer festsitzenden Sofortversorgung bei reduziertem ökonomischem Aufwand Vertikale Dimension: • SKD ≥ 40 mm • KA (v) ≥ 13 mm (nach KK) Horizontale Dimension: • minimale interforaminale Distanz ≥ 37 mm • minimale Kieferkammbreite nach Reduktion ≥ 7 mm Workflow: • prothetische Diagnostik und OE-Korrektur, zahntechnische Vorbereitungen • präoperative CT-Diagnostik empfohlen (fakultativ mit NBG), • OP-Dauer ca. 2 h + 0,5 h prothetisch, Vorgehen in ITN/Sedierung • zahntechnischer Aufwand postoperativ ca. 3 h • prothetische Übergabe (0,5 h; innerhalb von 6 bis 24 h empfohlen)

Das Team Univ.-Prof. DDr. Werner Zechner, Fachbereich Orale Chirurgie DDr. Polina Kotlarenko, Fachbereich Orale Chirurgie, Fachbereich Spezialambulanzen ZTM Tom Vaskovich, Zahntechnisches Labor

DentUnique 2/2018 13


Minimalinvasive Keramikveneers Keramische Veneers sind eine bewährte konservative Versorgungsmöglichkeit von verfärbten, frakturierten und abradierten Zähnen, Zahnfehlstellungen und Diastemata und ermöglichen somit ausgezeichnete Ästhetik.

Abb. 1a, 1b: Fall einer 40-jährigen Patientin mit ausgedehnten Kompositfüllungen, uneinheitlicher Farbe, inverser Lachlinie und leichten Rezessionen; die Kompositfüllungen wurden erneuert und Veneers aus LithiumDisilikat-Keramik adhäsiv befestigt.

D

ie empfohlene minimalinvasive Schmelzpräparation und eine adhäsive Befestigung erleichtern die Versorgung mit minimalem Verlust der gesunden Zahnhartsubstanz. Folgende Indikationen sind zu beachten: Zähne, die auf das Bleaching nicht ansprechen (Tetrazyklinverfärbungen), Zahnformveränderungen (Diastema, interdentale Dreiecke, Schneidekantenverlängerung etc.), ausgedehnte Restaurationen (Kronenfraktur, Abrasion/ Attrition/Erosion).

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Abb. 2a, 2b: Fall eines 32-jährigen Mannes mit dem Wunsch nach Diastemaschluss und das Endresultat nach Veneerversorgung

Ursprünglich wurden keramische Veneers aus Feldspatkeramik als „Non-Prep“ 0,5– 0,7 mm dicke Versorgungen hergestellt. Das führte häufig zu unerwünschten Ergebnissen, da die Veneers sehr klobig aussahen und öfters Gingivareizungen auftraten. Vorteile des minimalinvasiven Eingriffs Die endgültige erwünschte Position, Farbe und Form der Veneers sind für das Ausmaß des Zahnabtrages ausschlaggebend. Als einige von vielen Vortei-

len eines solchen minimalinvasiven Vorgehens sind die Vermeidung von Lokalanästhesie und „postoperativer“ Überempfindlichkeit, Befestigung im Zahnschmelz, verminderte Spannung, erhöhte Akzeptanz unter PatientInnen zu nennen. PatientInnen mit kleinen und nach palatinal/lingual geneigten Zähnen sind ideale KandidatInnen für eine minimalinvasive beziehungsweise gar keine Präparation. Entscheidende Faktoren für den Erfolg sind eine genaue Fallplanung, schmelzschonende Präparation, Wahl


Adhäsive Befestigung Die adhäsive Befestigung spielt eine große Rolle, da Kraft und Langlebigkeit des Verbundes zwischen drei Komponenten (Zahnoberfläche, Keramik und Befestigungskomposite) den Erfolg eines keramischen Veneers maßgeblich bestimmen. Lichthärtende Komposite eignen sich am besten für die Befestigung der Veneers. Bei einer Dicke ab 0,7 mm erreichen die lichthärtenden Komposite nicht ihre maximale Auspolymerisation und Härte, so dass dual-härtende (chemisch- und lichthärtende) Komposite zu empfehlen sind.

Inzisalkantengestaltung beinhaltet sowohl die Möglichkeit des Bestehenlassens, Legung eines inzisalen Bevels oder sogar einer palatinalen Hohlkehle. Wenn Letztere gelegt wird, kann die/der TechnikerIn die endgültige Position der Inzisalkante freizügiger gestalten. Die Anschaffung einer palatinalen Hohlkehle erleichtert auch das Einsetzen mehrerer Veneers gleichzeitig. Ein Silikonpatent stellt ein besseres Hilfsmittel zur Präparation der palatinalen Fläche und Reduktion der Inzisalkante als Orientierungsrillen dar. Wünschenswert ist eine optimale Reduktion der labialen Fläche (mittleres Drittel) um 0,5 mm. Wichtig ist die gleichmäßige Reduktion an der gesamten Fläche, sodass eine Dentinfreilegung vermieden wird. Eine 0,5 mm tiefe Präparation im marginalen Drittel würde wahrscheinlich zum kompletten Abtrag des Schmelzes führen (eher 0,3–0,4 anzustreben) – oder umgekehrt hätte eine zu seichte Präparation eine überkonturierte Restauration zur Folge. Somit ist die Präparation des mittleren Drittels mit Sorgfalt durchzuführen, damit die Veneers nicht zu klobig erscheinen oder eine Befestigung im Dentin stattfinden muss.

Richtlinien für die Präparation Klare Prinzipien gelten für VeneerPräparationen, jedoch abhängig von der Ausgangssituation. Zu beachten ist die Präparation in allen drei Ebenen der bukkalen Flächen (inzisal, labial, zervikal, aber auch approximal). Die

Weitere Aspekte Die erwünschte Position des marginalen Abschlusses eines keramischen Veneers soll sich an der koronalen Grenze des Sulkus orientieren. Es besteht keine Notwendigkeit dafür, dass die Präparation subgingival gelegt wird – außer wenn

des keramischen Materials, Befestigungsmethode, Politur der Versorgung und regelmäßige Recalls. Wahl des Materials Um die optimale Ästhetik zu gewährleisten, eignen sich besonders zwei Keramikarten wegen ihrer Transluzenz und ihrer Fähigkeit, als hochdünne Restauration angefertigt zu werden: gesinterte Feldspat- und Presskeramik, die auch als CAD/CAM-gefräste Keramik fungiert. Je nach Indikation können auch festere Keramiken (Alumina und Zirconia) eingesetzt werden.

eine starke Farbveränderung erwünscht wäre. Empfohlen wird eine leichte Hohlkehle, die dem Keramiker eine klare Abstufung an der Zahnoberfläche zum Aufbau der Keramik ermöglicht. Bei tetrazyklinverfärbten Zähnen kann die Hohlkehle subgingivaler gelegt werden, um das Dunkeldurchscheinen zu verhindern. Auch ein größerer zervikaler Abtrag wäre vertretbar. Zwei Fallberichte In der Abbildung 1a, b wird der Fall einer 40-jährigen Patientin mit dem Wunsch nach schöneren Zähnen gezeigt. Klinisch sind groß ausgedehnten Kompositfüllungen, uneinheitliche Farbe, inverse Lachlinie (nach oben konvexer Inzisalkantenverlauf) und leichte Rezessionen zu erkennen. Primär wurden alle Kompositfüllungen erneuert und nach minimalinvasivem Beschliff Veneers aus Lithium-Disilikat-Keramik adhäsiv befestigt. Die Abbildung 2a, b zeigt einen 32-jährigen Mann mit dem Wunsch nach Diastemaschluss. Was bei einer Frau sogar als attraktiv gelten könnte, erzeugt bei einem Mann meist ein eher unerwünschtes „infantiles“ Erscheinungsbild. Abschließend sei erwähnt, dass NonPrep-Veneers eine strenge Indikationsstellung in bestimmmten Fällen haben und nicht als Selbstverständlichkeit in der alltäglichen Praxis angesehen werden sollten. •

Zur Person Dr. Mladen Regoda, Leiter der Spezialambulanz Ästhetische Zahnheilkunde

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Neuer MedUni Point im AKH eröffnet Ende Mai wurde der neue MedUni Point beim Haupteingang des AKH Wien eröffnet. Lounge und die Saftbar „Juice Point“. Die BesucherInnen waren vom umfangreichen Angebot und den Specials der Eröffnungswoche begeistert. Geöffnet hat der Shop von Montag bis Freitag, von 6.30 bis 18 Uhr. Für Alumni-Club-Mitglieder gibt es spezielle Angebote. •

Gute Laune herrschte bei der Eröffnung des neuen MedUni Points! Der Shop und die Juice Bar erfreuten sich regen Andrangs.

Ehrentitel für Professor Tonetti Prof. Maurizio S. Tonetti steht der Universitätszahnklinik künftig im Rahmen der postgraduellen Masterlehrgänge als „Adjunct Professor“ zur Verfügung.

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ie Lehre an der Universitätszahnklinik Wien wurde um einen internationalen Top-Referenten erweitert: Prof. Maurizio S. Tonetti, Editor in Chief des Journal of Periodontology und Professor an der Universität in Hong Kong, folgte der Einladung von Assoc. Prof.in Univ.-Doz.in DDr.in Xiaohui Rausch-Fan, im Rahmen der postgraduellen Masterlehrgänge als Vortragender künftig zur Verfügung zu stehen. Die Verleihung des Ehrentitels „Adjunct Professor“ fand im Zuge der jährlichen Generalversammlung der Europäischen Föderation für Parodontologie (EFP) an der Universitätszahnklinik Wien statt. Die Urkunde wurde Prof. Tonetti von Frau Dr. Michaela Fritz, Vizerektorin der MedUni Wien, sowie von Univ.-Prof. DDr. Andreas Moritz verliehen (siehe Foto). Im Juli folgt die Inauguration der Gastprofessoren Univ.-Prof. Dr. Heinz Redl und Prof. Dr. med. dent. Anton Sculean, Dr. h.c., M.S. •

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Foto: MedUni Wien/F. Matern

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ahlreiche Gäste – MitarbeiterInnen der MedUni Wien, AKH Wien, Studierende, PatientInnen und Gäste des AKH – nahmen an der Eröffnung des neuen MedUni Points in der AKH-Eingangshalle teil. Der MedUni Point umfasst den MedUni Shop mit vielen neuen Produkten, die Alumni


Weiterbildung zur PAss 2.0 Mitte April konnten die TeilnehmerInnen des Kurses „Weiterbildung zur Prophylaxeassistenz (PAss) nach erfolgreicher kommissioneller Prüfung ihr Zeugnis entgegennehmen. Ab Herbst stehen wieder 24 Ausbildungsplätze zur Verfügung.

S

eit zwei Jahren bietet die Universitätszahnklinik Wien die Weiterbildung für zahnärztliche AssistentInnen zur Prophylaxeassistenz an. Unterrichtet werden die angehenden ProphylaxeassistentInnen von erfahrenen SpezialistInnen für Parodontologie und Prophylaxe der österreichischen Gesellschaft für Parodontologie. Ausgebildet werden sie in den modernsten Schulungsräumen Europas: 40 Plätze mit Phantom-

köpfen stehen den TeilnehmerInnen dafür in den Räumlichkeiten der Universitätszahnklinik Wien zur Verfügung. Bei der Ausbildung wird darauf geachtet, dass sowohl „KlinikerInnen“ als auch „PraktikerInnen“ in die Lehre involviert sind, um wissenschaftliche Erkenntnisse auch praxistauglich zu vermitteln. Heuer wurden wieder einige Schwerpunkte gesetzt, wie z. B. das Erkennen und das notwendige Management von ParodontitispatientIn-

nen, Mundschleimhauterkrankungen oder auch die Prophylaxe bei Kindern. Berufsbegleitende Ausbildung In acht intensiven theoretischen und praktischen Modulen werden sämtliche Bereiche der Mundhygiene abgedeckt. Diese sind so aufgeteilt, dass die Ausbildung auch berufsbegleitend absolviert werden kann. •

Strahlend lächelnd posierten die AbsolventInnen der PAss-Ausbildung Mitte April gemeinsam mit ihrer Ausbildnerin Assoc. Prof.in Univ.-Doz.in DDr.in Xiaohui Rausch-Fan (vorne, 3. v. r.)

Horizontal Alveolar Ridge Augmentation in Implant Dentistry: A Surgical Manual – Len Tolstunov In dem Buch werden die vier Hauptmethoden der horizontalen Kieferkammaugmentation in einem klinisch fokussierten chirurgischen Handbuch präsentiert. Nach einem einleitenden Abschnitt und den Anforderungen für Zahnimplantate sind jedem Verfahren Abschnitte gewidmet: Ridge-Split, intraorales Onlay-BlockKnochentransplantat, geführte Knochenregeneration und horizontale Distraktionsosteogenese. Ebenfalls enthalten ist ein Abschnitt über die intraorale Weichteiltransplantation.

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Wohnungs-, obdachlose und nichtversicherte Menschen erhalten in der neunerhaus Zahnarztpraxis nicht nur medizinische Behandlung, manche erleben hier erstmals auch einen respektvollen Umgang. Beim Blick hinter die Kulissen zeigen sich viele Studierende davon besonders beeindruckt.

Zahnarztpraktikum bei neunerhaus Ehrenamtlich sorgen ZahnärztInnen bei neunerhaus dafür, dass PatientInnen wieder schmerzfrei leben und Zähne zeigen können. Einblicke in die Arbeit der Sozialorganisation erhalten Studierende der Unizahnklinik Wien im siebenten Semester.

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ür viele ist die neunerhaus Zahnarztpraxis im fünften Wiener Gemeindebezirk ein letzter Hoffnungsanker. Wer in diese Einrichtung kommt, ist entweder wohnungs- oder obdachlos oder hat keine aufrechte Sozialversicherung. Dafür aber oft bereits über einen längeren Zeitraum erkrankte Zähne. Unterstützt von AssistentInnen, administrativem Personal und SozialarbeiterInnen behandeln die ehrenamtlichen ZahnärztInnen PatientInnen kostenlos. Das 2009 ins Leben gerufene Projekt ist für manche der Start in eine bessere Zukunft. neunerhaus-Geschäftsführerin Daniela Unter-

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holzner weiß: „Schmerzfreiheit ist eine Grundvoraussetzung dafür, dass jemand aus seiner Situation herauskommt. Wenn Sie ständig unter Schmerzen leiden, ist es mitunter schon ein Problem, jeden AMSTermin wahrzunehmen.“ Auch starke Zahnfehlstellungen können belastend und etwa bei der Jobsuche hinderlich sein, erinnert sie sich an den Fall eines jungen Mannes, der Verkäufer werden wollte, wegen seiner Fehlstellung jedoch Angst vor direktem Kundenkontakt hatte. „Nach der Behandlung, die er sich sonst nicht hätte leisten können, hat er dann wirklich eine Lehrstelle gefunden.“

Barrieren im Kopf abbauen Es sind keine einfachen Lebensgeschichten, die man bei neunerhaus hört. Viele kennen zudem das Gefühl, auch in Arztpraxen abschätzig behandelt zu werden. Umso höher ist für manche die Barriere, sich erstmals in die Hände der ÄrztInnen bei neunerhaus zu begeben. Umgekehrt gilt aber auch für diese, die eine oder andere Barriere im Kopf abzubauen, denn der Umgang mit PatientInnen mit besonders belastenden Lebensrealitäten ist zumindest auf den ersten Blick nicht immer einfach. Neben viel Einfühlungsvermögen braucht es ein besonderes


Verständnis für soziale Gruppen, Armut und Ausgrenzung – und die Bereitschaft, die Behandlung eng mit Sozialarbeit abzustimmen. Wer dafür offen ist, bekommt aber sehr viel zurück. „Es passiert schon mal, dass PatientInnen den ÄrztInnen um den Hals fallen, weil sie so dankbar sind“, sagt Unterholzner. Steigende Zahl der PatientInnen Um die ÄrztInnen von morgen schon heute für das Thema zu sensibilisieren, erhalten Studierende an der Universitätszahnklinik Wien im Rahmen eines verpflichtenden Praktikums im Wintersemester Einblick in die Arbeit der Zahnarztpraxis. Für Lehrveranstaltungsleiter Alexander Franz ist das nicht nur für ihre spätere Arbeit wichtig, sondern wird von diesen auch gut angenommen. „Viele Studierende sind begeistert, wie respektvoll bei neunerhaus mit den Menschen umgegangen wird. In den Erfahrungsbe-

richten schreiben viele auch, dass sie sich vorstellen können, nach ihrem Studium selbst mitzuarbeiten." Bei neunerhaus werden zusätzliche ehrenamtliche ZahnärztInnen weiterhin händeringend gesucht, denn Jahr für Jahr wenden sich mehr Menschen an die Sozialorganisation. Wurden 2011 noch 702 PatientInnen behandelt, waren es 2017 bereits fast dreimal so viele. Besonders schockierend ist für die Geschäftsführerin, wie viele Kinder und Jugendliche betroffen sind. Hier verzeichnete man 2017 gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 71 Prozent. Erst vor Kurzem wurde ein vierter Zahnarztsessel gespendet, der hilft, der hohen Nachfrage gerecht zu werden. Für Unterholzner hat das verpflichtende Praktikum aber einen weiteren wesentlichen Effekt: „Die Studierenden sollen auch sehen, dass Medizin für alle da ist, und das auch Tag für Tag leben, wenn sie mal eine eigene Praxis haben.“ •

neunerhaus unterstützen Um weiterhin so viele Menschen wie möglich versorgen zu können, ist neunerhaus auf ehrenamtliche Mitarbeit und Spenden angewiesen. neunerhaus ist Träger des Spendengütesiegels, die Spenden sind von der Steuer absetzbar. Infos/Kontakt: www.neunerhaus.at

O. Univ.-Prof. Dr. Hans-Peter Bantleon Kieferorthopädie Universitätszahnklinik Wien www.unizahnklinik-wien.at HANDS ON COURSE • HANDS ON COURSE • HANDS ON COURSE • HANDS ON COURSE

Do. 13. 9. 2018 (8.30-17.00 Uhr) Fr. 14. 9. 2018 (8.30-13.00 Uhr)

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Dr. Roland Männchen, PhD / SCHWEIZ

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KFO - Biegekurs für Fortge

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Kurssprache: Deutsch

Universitätszahnklinik Wien Sensengasse 2a, 1090 Wien www.unizahnklinik-wien.at

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EUR 500,– pro Teilnehmer (exkl. 20 % MwSt.)

Informationen:

Maria Strobl, Tel.: +43 1 40 070-4301 maria.strobl@meduniwien.ac.at

Der Kurs ist mit 15 Fortbildungspunkten der Österreichischen Zahnärztekammer approbiert.


Die neuen Masterlehrgänge

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or allem komplexere Fälle erfordern von ZahnärztInnen eine hochgradige Spezialisierung. Daher setzt die Universitätszahnklinik Wien neben einer praxisnahen Ausbildung für Studierende auch auf ein hochwertiges postgraduales Weiterbildungangebot. Um Interessierten die Möglichkeit zu bieten, ihr Wissen auf akademischer Ebene noch weiter zu vertiefen, wird das bestehende Angebot nun um drei neue Masterlehrgänge erweitert. Im März genehmigte der Senat der Medizinischen Universität Wien die Masterlehrgänge „Endodontology“, „Esthetic Dentistry“ und „Periodontology und Implantology“. Alle drei Lehrgänge richten sich an praktizierende ZahnärztInnen, bauen auf das Studium der Zahnheilkunde auf, sind berufsbegleitend und auf eine Dauer von vier Semes-

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tern angelegt. Ein Teil der Theorie kann mittels Fernstudium absolviert werden, im Praxisteil ist Supervision von ExpertInnen vorgesehen.

wendung, plastischer Parodontalchirurgie, Implantation oder in anderen verwandten Bereichen. Für die Masterstudie steht eine Forschungsplattform zur Verfügung.

Endodontology Im Masterlehrgang „Endodontology“ eignen sich die Teilnehmenden in Theorie und Praxis die notwendigen technischen und klinischen Fähigkeiten an, um sowohl einfache als auch schwierige Wurzelkanalbehandlungen auf höchstem Standard evidenzbasiert durchführen und postendodontisch versorgen zu können.

Periodontology und Implantology Eine Spezialisierung im Bereich der Parodontologie und Implantologie bietet dieser Masterlehrgang. AbsolventInnen befähigt der Lehrgang insbesondere für eine Weiterqualifizierung oder Beschäftigung in fachspezifischen Tätigkeitsbereichen. •

Esthetic Dentistry Der Lehrgang „Esthetic Dentistry“ richtet sich an TeilnehmerInnen, die sich im Bereich der Ästhetik spezialisieren wollen: ob in ästhetischer Versorgung, Laseran-

In den kommenden Ausgaben von DentUnique werden die drei neuen Masterlehrgänge genauer vorgestellt. Starten werden sie voraussichtlich ab Februar 2019. Mehr Infos: www.unizahnklinik-wien.at

Foto: Rawpixel.com/AdobeStock

Mit gleich drei internationalen Masterlehrgängen erweitert die Universitätszahnklinik Wien demnächst ihr postgraduales Weiterbildungsangebot. Aufbauend auf das Studium der Zahnheilkunde können Teilnehmende ihr ­theoretisches und praktisches Wissen in den Bereichen „Endodontology“, „­ Esthetic Dentistry“ und „Periodontology und Implantology“ vertiefen.


Gut zu wissen Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien

ANFAHRT: Öffentliche Verkehrsmittel: • 37/38/40/41/42 von Schottentor– Haltestelle: Schwarzspanierstraße • 40/41/42 von Währinger Straße – Volksoper–Haltestelle: Sensengasse • 5/33 Haltestelle: Lazarettgasse • 43/44 Haltestelle: Lange Gasse (kurzer Fußmarsch durch das Alte AKH) Mit dem Auto: Gebührenpflichtige BOE-Parkgarage in der Sensengasse 3. Beachten Sie die Kurzparkzone im gesamten 9. Bezirk! FACHBEREICHE: • Zahnerhaltung und Parodontologie • Unit – Zahnärztliche Ausbildung • Kieferorthopädie • Orale Chirurgie • Prothetik • Radiologie • Kinderzahnheilkunde SPEZIALAMBULANZEN: • Spezialambulanz Ästhetische Zahnheilkunde Ansprechpartnerin: Monika Dangl Tel.: +43 1/400 70-2323 • Spezialambulanz Bulimie Ansprechpartnerin: Kerstin Geister Tel.: +43 1/400 70-2323 • Spezialambulanz Endodontie Ansprechpartnerin: Selma Sulejmanovic Tel.: +43 1/400 70-2145 • Spezialambulanz Funktionsstörungen Ansprechpartnerin: Alexandra Wolfer Tel.: +43 1/400 70-4930 • Spezialambulanz Implantologie Ansprechpartnerinnen: Maja Strainovic, Zeljka Vasic Tel.: +43 1/400 70-4121

• Spezialambulanz Laserzahnheilkunde Ansprechpartnerin: Monika Dangl Tel.: +43 1/400 70-2323 • Spezialambulanz Mund- und Schleimhauterkrankungen Ansprechpartnerin: Maja Strainovic Tel.: +43 1/400 70-4121 ANSPRECHPARTNERINNEN – KONTAKTE: Zentrale Aufnahme Natascha Fuchs, Agnes Font, Helga Brixa, Bettina Lackner, Monika Saffer, Cornelia Schmid, Katharina CelarVojtechovsky, Mirija Tosuni Tel.: +43 1/400 70-2000 E-Mail: aufnahme-unizahnklinik@ meduniwien.ac.at Allgemeine Ambulanz Gabriele Pleininger, Karoline Schweinberger Tel.: +43 1/400 70-2020 E-Mail: notfallambulanz-unizahnklinik@meduniwien.ac.at Klinische Bereiche • Zahnerhaltung und Parodontologie Sekretariat: Edda Gsell Tel.: +43 1/400 70-2101 E-Mail: zahnerhaltung-unizahn klinik@meduniwien.ac.at • Parodontologische Ambulanzen Leitstelle: Nina Filzwieser Tel.: +43 1/400 70-4720 E-Mail: parodontologie-unizahn klinik@meduniwien.ac.at • Prophylaxe-Center Leitstelle: Tamara Hauptmann Tel.: +43 1/400 70-4725 E-Mail: prophylaxecenter-unizahn klinik@meduniwien.ac.at • Kieferorthopädie Leitstelle: Barbara Lembachner

Tel.: +43 1/400 70-4321 Sekretariat: Maria Strobl Tel.: +43 1/400 70-4301 E-Mail: kfo-unizahnklinik@ meduniwien.ac.at • Orale Chirurgie Leitstelle, OP-Organisation: Maja Strainovic, Zeljka Vasic Tel.: +43 1/400 70-4121 Sekretariat: Brigitte Kneidinger Tel.: +43 1/400 70-4101 E-Mail: oralechirurgie-unizahn klinik@meduniwien.ac.at • Prothetik Sekretariat: Bettina Haruksteiner Tel.: +43 1/400 70-4901 E-Mail: prothetik-unizahnklinik@ meduniwien.ac.at • Radiologie Leitstelle: Christine Niziolek Tel.: +43 1/400 70-2420 E-Mail: radiologie-unizahnklinik@ meduniwien.ac.at • Kinderzahnheilkunde Leitstelle Tel.: +43 1/400 70-2820 Organisation: Susanne Preis Tel.: +43 1/400 70-2825 E-Mail: kinder-unizahnklinik@ meduniwien.ac.at ÖFFNUNGSZEITEN: Immer nach Terminvereinbarung! • Aufnahme von PatientInnen Zentrale Aufnahme: Montag–Donnerstag 7.30–17 Uhr, Freitag 7.30–15.30 Uhr • Notambulanz mit Trauma versorgung: Montag–Sonntag 8–13 Uhr, • Kieferorthopädie: Montag–Donnerstag 8–17 Uhr, Freitag 8–12 Uhr nach Termin vereinbarung

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Kunst und Engagement an der Zahnklinik Seit 2015 zieren die Skulpturen des Bildhauers Rob Krier den Hof der Universitätszahnklinik. Seine Tochter und Managerin Nadine Krier ist an der Klinik als Fotografin tätig.

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or drei Jahren wurden zwei Skulpturen im Garnisonshof der Universitätszahnklinik Wien enthüllt. Der Urheber: Rob Krier, Bildhauer, Architekt und Stadtplaner. Der Künstler war Professor an der TU Wien und Gastprofessor an der Universität Yale in den USA. Sein Architekturbüro zeichnete sich für städtebauliche Projekte in ganz Europa verantwortlich. Rob Krier ist Ehrenmitglied im Bund Deutscher Architekten und im American Institute of Architects AIA. Die beiden Skulpturen wurden der MedUni Wien als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. Eine enge Verbindung zur Universitätszahnklinik hat Rob Krier durch seine dort tätige Tochter, die Fotografin Nadine Krier.

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Über die Kunst verbunden Entdeckt habe sie die Affinität zur Fotografie im Architekturbüro des Vaters, erzählt Nadine Krier: „Mit der Fotografie habe ich autodidaktisch im Büro meines Vaters begonnen.“ Von 1991 bis 1995 war sie dort für die fotografische Projektdokumentation zuständig. Nach ihrer Ausbildung in der Meisterklasse für Fotografie an der Graphischen Bundes-, Lehrund Versuchsanstalt in Wien war sie drei Jahre lang als fotografische Assistentin bei Margherita Spiluttini tätig. Seit 2001 arbeitet sie als medizinische Fotografin in der Chirurgie der Universitätszahnklinik Wien und als selbstständige Fotografin. „Mein Vater und ich verbinden unsere Arbeit über die Fotografie: Ich halte seine

architektonischen und bildhauerischen Projekte mit der Kamera fest“, erklärt Nadine Krier. Auch für sein erstes Skulpturenbuch hat sie die Fotografien angefertigt. 2014 haben Vater und Tochter gemeinsam ausgestellt. Im Rahmen des Monats der Fotografie gestaltete Nadine Krier eine Fotoreihe zum 25-jährigen Jubiläum des Falls der Berliner Mauer. Rob Krier ergänzte die Ausstellung mit vier Skulpturen, die am Hauptportal der von ihm gestalteten Cité Judiciaire in Luxemburg angebracht sind. In ihrer Funktion als Managerin des Vaters ist Nadine Krier mit InteressentInnen und Gießereien in Kontakt. „Noch macht mein Vater den größten Teil selbst. Nach und nach aber soll alles in meine Obrigkeit übergehen.“ Geradlinig war die

Foto: Nadine Krier

Exponate der Familie Krier: Skulpturen, Fotografien und Designstücke


Arbeit für den Vater nicht: „Man wächst da langsam hinein. Ich bin ein bisschen die Hüterin seines Skulpturenarchives.“ Da Rob Krier teils in Berlin und teils in Ligurien (Italien) lebt, halten Vater und Tochter meist telefonisch oder per E-Mail den engen Kontakt. „Rob Krier ist sehr umtriebig. Aktuell ist er dabei, seine künstlerischen Monografien auszuarbeiten, sein Lebenswerk.“ Im Juni folgt zum Anlass seines 80. Geburtstags eine Ausstellung in Bamberg. Fotografie an der Klinik Nadine Krier arbeitet seit 2001 an der Universitätszahnklinik Wien. „Zu Beginn war ich ausschließlich in der Chirurgie tätig und habe den kompletten Behandlungsstatus fotografisch festgehalten: vor, während und nach der Behandlung“, so Krier. Auch für die Forschung fotografierte sie Präparate und war im AKH und im Lorenz-Böhler-Unfallkrankenhaus bei

Tierversuchen tätig. Heute übernimmt sie, gemeinsam mit ihren Kollegen, die fotografische Verantwortung für die komplette PatientInnenbetreuung, den technischen Support in Hörsaal und Seminarräumen sowie für Veranstaltungen im Haus. Neben dem menschlichen Kontakt zu den PatientInnen schätzt Nadine Krier an ihrer Tätigkeit den Einblick in Medizin und Forschung: „An der Klinik wird es nie langweilig, man sieht immer neue Sachen und lernt laufend neue Methoden kennen.“ Auch fotografisch kann sie hier am Puls der Zeit arbeiten: „Früher war alles noch auf Dia-Material, seit einigen Jahren arbeite ich nur noch digital. Aktuell wird die Videotätigkeit immer relevanter. Die Entwicklung schreitet rasant voran, der Bereich erweitert sich laufend.“

Nadine Krier ihr eigenes Label „by nini“, für das sie Babyartikel, Spielzeug und Accessoires näht. Sie fertigt außerdem ehrenamtlich sogenannte Herzkissen für BrustkrebspatientInnen. Diese sind speziell geformt, um die Wunde nach einer Brustoperation zu entlasten. Zur künstlerischen Arbeit reicht die Zeit neben ihren vielfältigen Tätigkeiten oft nicht aus, bedauert Nadine Krier. Dennoch arbeitet sie aktuell an den Vorbereitungen einer Ausstellung zum Fall der Berliner Mauer: „Da sich im kommenden Jahr der Fall der Berliner Mauer zum 30. Mal jährt, möchte ich versuchen, meine Ausstellung zu diesem Zeitpunkt in der Österreichischen Botschaft in Berlin unterzubringen.“ •

Kunst und Engagement Neben ihrer Arbeit als medizinische Fotografin und Managerin führt

Hinkommen, zusehen, mitmachen Die Lange Nacht der Forschung bot Interessierten einen Einblick in Forschung und Behandlungskonzepte der Universitätszahnklinik Wien.

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m 13. April fand Österreichs größte Veranstaltung zur Wissenschaftskommunikation statt. Auch die Universitätszahnklinik Wien öffnete ihre Pforten für rund 1.000 BesucherInnen und machte ihre Leistungen für die breite Bevölkerung zugänglich. Selbst Hand anlegen Auf großes Interesse stießen laut Organisationsteam Mag. Brigitte Hirschegger und Priv.-Doz. Mag. Dr. Alexander Franz die Schädelsammlung sowie die Statio-

nen zu 3D-Druck und Zahnfüllungen: „Überall, wo man praktisch etwas tun konnte, war der Andrang am größten." Beim nächsten Mal möchte die Universitätszahnklinik mehr Stationen zum Mitmachen anbieten. Die Geschäftsführung der Universitätszahnklinik Wien freut sich über das gute Feedback der BesucherInnen: „Alle waren begeistert – von der Architektur, der Atmosphäre und der Vielfalt der Forschung. Viele, die nur kurz hineinschauen wollten, sind drei bis vier Stunden geblieben.“ •

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