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35. Vorarlberger Wirtschaftsforum 9. November 2018

Europa In welche Richtung drehen wir uns?

Lebenswerk Auszeichnung fĂźr Georg Meusburger

600 Gäste und sieben Speaker im Festspielhaus


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Freitag, 9. November 2018 Vorarlberger Nachrichten

35. Vorarlberger Wirtschaftsforum 3 Editorial

Gerold Riedmann

Europa und die Welt In welche Richtung drehen wir uns? Traditionell zum wirtschaftsliberalen Westen orientiert, rückt der Osten politisch enger an uns heran. International tobt ein sich mit Strafzöllen mächtig aufschaukelnder Handelskonlikt. Drohen wir

„Unternehmerische Menschen sind nicht davon geprägt, dass sie Angst vor Fremdem hätten. Sie sind neugierig auf Neues.“ Das Wirtschaftsforum im Bregenzer Festspielhaus zieht Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Interessenvertretungen an.

Garant für Wohlstand und Wachstum Rund 600 Teilnehmer beim 35. Vorarlberger Wirtschaftsforum. BREGENZ Mit dem Themenschwer-

punkt des heurigen Wirtschaftsforums, des 35., lagen die Veranstalter auch in diesem Jahr am Puls der Zeit. Das zeigten die zahlreichen begeisterten Reaktionen der Teilnehmer.

Internationale Topreferenten Rund 600 Spitzenvertreter aus Wirtschaft und Wirtschaftspolitik, Interessenvertretungen und Gesellschaft aus der ganzen Bodenseeregion folgten beeindruckt den Ausführungen der sieben Topreferenten, die das heurige Thema dieser internationalen Wirtschaftstagung aus den verschiedenen Perspektiven beleuchteten. Und sie applaudierten, als Georg Meusburger mit dem von der Industriellenvereinigung, der Wirtschaftskammer und den Vorarlberger Nachrichten vergebenen „Ehrenpreis der Vorarlberger Wirtschaft für das Lebenswerk“ geehrt wurde (siehe Seite 7).

Das Vorarlberger Wirtschaftsforum wurde auch bei der 35. Auflage seiner Rolle als wichtiger Trefpunkt gerecht und diente der äußerst bedeutsamen Vernetzung der wirtschaftlichen Kräfte in Vorarlberg. Damit leistet die größte Wirtschaftsveranstaltung des Landes auch einen nicht mehr wegzudenkenden Beitrag zur Stärkung des Standorts. Den Veranstaltern ist es auch heuer wieder gelungen, mit Themen wie „Ursachen und Folgen von Populismus – Die politischen Gefahren für Europa.“, „Der Kompass Europas zeigt nach Osten. Warum Österreich als ,irst mover‘ besonders proitiert.“, „Wirtschaftspolitik in Deutschland – Was jetzt zu tun ist!“ oder „„Die Wirtschaft und die Europäische Union“ für spannende Diskussionen in den Pausen und beim abschließenden Weißwurstessen zu sorgen. Gerold Riedmann, VN-Chefredakteur, über das Wirtschaftsfo-

rum 2018: „Zahlreiche Besucher des Wirtschaftsforums betonten, wie wichtig das Thema Europa für uns alle ist, über die Ansätze der Referenten, wie Europa sich weiterentwickeln soll und wie man die Idee Europa besser verbreitet.“ Wirtschaftskammerpräsident Hans Peter Metzler stellte in seiner Begrüßung fest, dass sich die großen Fragen, die großen Herausforderungen der heutigen Zeit nur gemeinsam im europäischen Verbund lösen lassen. Nationaler Egoismus, so der Kammerpräsident, habe noch nie geholfen, Probleme zu lösen.

Unsere Betriebe, die Mitarbeiter und die Bevölkerung proitieren maßgeblich davon, dass Vorarlberg proeuropäisch und weltofen ist. Für ein Exportland mit sehr starker Industrie wird das auch in Zukunft der Garant für eine gute wirtschaftliche Entwicklung, gute Arbeitsplätze, hohe Einkommen und für hohen Wohlstand sein. Daher die Devise: Es gibt nur eine Richtung – nämlich positiv, proeuropäisch, mutig und weltofen nach vorne. Gerade in politisch und wirtschaftlich volatilen Zeiten – Stichwort Brexit, Italien, USA, Naher Osten – heißt es, für die europäische Idee einzustehen. Denn die EU ist mehr als nur eine politische Struktur, sie ist eine wirtschaftliche, eine soziale und eine kulturelle Gemeinschaft. Und nur gemeinsam können wir in der globalisierten Welt auch weiterhin eine erfolgreiche Rolle spielen. Martin Ohneberg, Präsident Industriellenvereinigung

Vorarlberg hat sich in den vergangenen Jahren zu einem äußerst leistungsfähigen Wirtschaftsstandort entwickelt. Gerade der EU-Beitrit Österreichs hat sich für uns sehr positiv ausgewirkt und so hat sich das Exportvolumen innerhalb der letzten 20 Jahre mehr als vervierfacht. Vor diesem Hintergrund ist es ganz klar, dass der Zugang zum EU-Binnenmarkt für unsere exportorientierte Wirtschaft enorm wichtig ist. Der starken wirtschaftlichen Konkurrenz aus den USA, aus China und anderen Ländern kann Europa zudem nur geeint die Stirn bieten. Mit Blick darauf ist es wichtig, die Bedeutung der europäischen Union noch stärker ins Bewusstsein zu rücken. Denn es kommt darauf an, gemeinsam frühzeitig die richtigen Weichen zu stellen, damit Vorarlberg weiter im Kreis der wirtschaftlichen Topregionen Europas vertreten bleibt. Markus Wallner, Landeshauptmann

„Nur eine Richtung“ Martin Ohneberg, Präsident der Industriellenvereinigung, legte in seiner Ansprache ebenfalls ein klares Bekenntnis zu Europa und der Gemeinschaft ab: „Es gibt nur eine Richtung – nämlich positiv, proeuropäisch, mutig und weltofen nach vorne.“

zwischen den USA und China aufgerieben zu werden – oder erledigt Europa das ohnedies selbst mit dem erstarkten Nationalismus? Hier im Land, auf der Insel der Seligen, ist die Wirtschaft vorwiegend auf zwei Rahmenbedingungen angewiesen: Erstens hervorragende Handelsbeziehungen, weltweit. Wir sind schließlich hocherfolgreiche Exporteure in klar deinierten Nischen. Zweitens hochqualiizierte Mitarbeitende in Vorarlberg, die täglich aufs Neue an Spitzenleistungen mitwirken. Die schwarz-blaue Regierung fährt zwar einen vordergründig wirtschaftsfreundlichen Kurs, allerdings droht die AusländerSymbolpolitik zum Bumerang für beide vorgenannten Faktoren zu werden. Im Ausland sind derzeit viele Fragen zu beantworten, vor allem zur österreichischen Politik, zum Kanzler, dem politischen Wunder-

kind, und wie weit rechts unsere Regierung unter starkem FPÖEinluss nun tatsächlich steht. All diese Vorgänge senden Signale aus. Keine qualiizierten Programmierer, Ingenieure oder Forscher lassen sich in einem Land nieder, das als zunehmend ausländerunfreundlicher präsentiert und das international nicht zwingend paktfähig ist. Nun ist Österreich eine gefestigte Demokratie und ändert nicht von einem Jahr aufs andere sein Antlitz. Jedoch haben wir für das 35. Vorarlberger Wirtschaftsforum bewusst diesen Titel gewählt: „Europa und die Welt“. Unternehmerische Menschen sind nicht davon geprägt, dass sie Angst vor Fremdem häten. Sie sind neugierig auf Neues. Unternehmerische Menschen sind gewohnt, nicht Probleme großzureden, sondern Lösungen zu präsentieren. Unternehmerische Menschen wissen, dass nichts perfekt ist, dass Fehler passieren, dass man aus ihnen vor allem lernen kann, dass sie uns im Idealfall stärker machen. Lassen Sie uns gemeinsam alles unternehmen, damit Vorarlberg seine Stärken ausspielen kann, nicht nur Chancen witert, sondern diese Chancen auch nutzt und in Erfolge verwandelt. GEROLD RIEDMANN gerold.riedmann@vn.at 05572 501-320 Twiter: @gerold_rie Gerold Riedmann ist Chefredakteur der Vorarlberger Nachrichten.

IMPRESSUM TEXTE Andreas Scalet, Hanna Reiner, Tony Walser, Klaus Hämmerle, Geraldine Reiner, Magdalena Raos, Tanja Güfel, Fabian Pertschy FOTOS Philipp Steurer, Dietmar Stiplovsek, Frederick Sams GESTALTUNG Felix Holzer UMSETZUNG Valentin Ledoldis

STATEMENTS der Veranstalter Noch weiß die alte Welt nicht, wohin die neue steuert. Die Zukunft wird zur Gegenwart, gestern Undenkbares ist heute Realität und morgen veraltet: Umfassenden Änderungen werden weitere folgen, immer radikaler, immer komplexer, immer schneller. Auch unser Europa ist ein steter Prozess, in den man sich konstruktiv einbringen muss, um mitzugestalten. Ein Historiker sagte einmal, es habe in den 1930er-Jahren eine Demokratie gegeben, aber zu wenig Demokraten. Hofentlich wird es nicht einmal heißen, es häte eine EU gegeben, aber zu wenig Europäer. So wichtig Föderalismus und der Subsidiarität auch sind: Die großen Herausforderungen lassen sich nur im europäischen Verbund lösen. Nationaler Egoismus hat uns noch kein Problem vom Hals geschaft. In diesem Sinne gibt es viel zu tun. Hans Peter Metzler, Präsident der Wirtschaftskammer Vorarlberg

35. Vorarlberger Wirtschaftsforum Internationale Tagung

Eine Initiative von

In welche Richtung bewegt sich Europa? Hofentlich in die richtige, trotz der vermehrten Störfeuer, denen der Staatenbund derzeit ausgesetzt ist. Auch wenn derzeit Populisten mit dem Feuer spielen, ist eine Rechnung angebracht. Die Europäische Union ist eine Erfolgsgeschichte. Wirtschaft und Wohlstand sind gewachsen, auch in den ärmsten Ländern. Vorarlberg brachte der Beitrit einen wirtschaftlichen Höhenlug, der allen Bürgern zugute kommt. Nun gilt es in stürmischen Zeiten zusammenzustehen, zusammenzuwachsen und sich vor Herausforderungen wie Industrie 4.0 und Digitalisierung nicht zu fürchten, sondern rasch und beherzt anzugehen, stat zu streiten. Apropos Herz: Hier hat die EU durchaus ein Deizit, in die Herzen der Europäer ist die Gemeinschaft bislang nicht wirklich vorgedrungen. Da gibt es noch einiges zu tun. Andreas Scalet,VN Ressort Markt

Sponsoren

Die Mitglieder der EU rücken hofentlich noch näher zusammen - entgegen populistischer Bestrebungen in mehreren Mitgliedsländern. Ein gemeinsames Europa ist gut und notwendig. Auch wir wollen enger mit den Banken des europäischen Volksbankenverbundes kooperieren. Diese Interaktion verbessert den Informationsluss, fördert das Verständnis für die Positionen anderer und ermöglicht einen Dialog über Themen von gemeinsamem Interesse. So setzen wir als Volksbank weitere nachhaltige Schrite für eine lebenswerte Zukunft innerhalb des Staatenbundes und darüber hinaus. Als wir 2016 die Principles for Responsible Investment der UN unterzeichnet haben, haben wir nicht nur ein klares Statement als Bank abgegeben, sondern auch Verantwortung für unsere Kunden und Mitglieder übernommen. Gerhard Hamel, Vorstandsvorsitzender Volksbank Vorarlberg


Freitag, 9. November 2018 Vorarlberger Nachrichten

4 35. Vorarlberger Wirtschaftsforum

Stefan Spirk von der Post AG (l.) und Bürgermeister Markus Linhart.

VN-Chefredakteur Gerold Riedmann (l.) sowie Moderatorin Angelika Böhler und Landeshauptmann Markus Wallner.

Vorstand Robert Sturn (l.) sowie Marco Klocker und Klaus Himmelreich (VLV).

Geschäftsführer Markus Spiegel (l.) und Dieter Unterberger (BMW Unterberger).

Das Wirtschaftsforum gilt über die Landesgrenzen hinaus als wichtige Unternehmerplatform. Unter den Gästen: Walter Deuring mit Sohn Adrian.

Gästepaar: Geschäftsmann Aldo Amann und Cornelia.

Raifeisenbank-Vorstand Wilfried Hopfner und Petra Kreuzer (F.M. Hämmerle).

Rechtsanwälte: Ernst Dejaco (l.) und Christoph Fink.

Russmedia-Geschäftsführer Markus Raith, IV-Geschäftsführer Mathias Burtscher, WKVVizepräsident Michael Grahammer und Nicholas Zumtobel.

Direktor Gerhard Riter (l.) und Wolfgang Kaufmann als Vetreter von Spar.

Im Gespräch: Heinz Senger-Weiss (l.) und Jürg Zumtobel.

AK-Präsident Hubert Hämmerle (l.) und die stellvertretende VN-Chefredakteurin Hanna Reiner sowie Wirtschaftskammerpräsident Hans-Peter Metzler.

Al Gore-Berater Alois Flatz (l.) und Vorstand Christof Germann (viw vkw).

Hanno Ledermüller (l.) sowie Andrea Kaufmann (Dornbirn) und Martin Ruepp.

Guntram Meusburger (l.) und IV-Präsident Martin Ohneberg.

SPONSOREN

People‘s-Duo: Juta Rinderer (l.) und Pilar Schorm.

Vorstandsdirektoren Martin Alge (l.) und Grit Delavier sowie Gerhard Hamel.

Hans-Peter Lorenz (l.) und Altbürgermeister Wolfgang Rümmele.

Stammgäste: Martin Dechant mit Carmen (ikp).

Volksbank Vorarlberg Prisma Unternehmensgruppe People’s Österreichische Post Donau Versicherung BMW Unterberger Dallmayr Mohrenbräu Vöslauer Spar - Weingut Schloss Fels Rauch Fruchtsäfte Bäckerei Mangold

Stathalter Karlheinz Rüdisser (l.) sowie Eva King (AK) und Andreas Scalet, Leiter der VNWirtschaftsredaktion.


Freitag, 9. November 2018 Vorarlberger Nachrichten

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Johannes Böhler (l.) sowie Hans Winter und Günther Rupp (Bank Austria).

Michaela Wagner-Braito (Lebenshilfe) und Reinhard Braito (i+R).

Jürgen Gmeiner (Donau), Elisabeth Stadler und Burkhard Berchtel (Wiener Städtische).

Wirtschaftstreibende im Fokus Veranstaltung gilt über die Landesgrenzen hinaus als wichtiger Trefpunkt. Wichtige Begegnungsplattform für Wirtschaftsvertreter. So wird das alljährliche Wirtschaftsforum im Bregenzer Festspielhaus seit Jahren gesehen. Auch heuer hatten sich wiederum zahlreiche Spitzenvertreter aus Wirtschaft und Landespolitik zur bereits 35. Aulage des Forums in die Landeshauptstadt aufgemacht. VNChefredakteur Gerold Riedmann konnte gemeinsam mit der stellvertretenden VN-Chefredakteurin Hanna Reiner sowie Andreas Scalet als Leiter der VN-Wirtschaftsredaktion und Angelika Böhler als Moderatorin knapp 600 Gäste willkommen heißen, darunter Landeshauptmann Markus Wallner und Statthalter Karlheinz Rüdisser sowie Klubobmann Michael Ritsch mit Parteichef Martin Staudinger und Landtagsabgeordnete Sabine Schefknecht. BREGENZ

Geschäftsführer und Direktoren Auch Geschäftsführer Markus Raith (Russmedia), Präsident Martin Ohneberg und Geschäftsführer Mathias Burtscher als Vertreter der Vor-

arlberger Industriellenvereinigung, Präsident Hans-Peter Metzler sowie die Vizepräsidenten Petra Kreuzer und Michael Grahammer sowie Direktor Christoph Jenny mit Stellvertreter Marco Titler als Vertreter der Vorarlberger Wirtschaftskammer, Geschäftsführer Peter Schmid (Inatura) sowie Direktorin Sabine Alge und Komm.-Rat Heinz Hämmerle (Rickatschwende) und Werber Lukas Konzet hatten sich das Forum mit prominenten Referenten auf der Bühne und die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch und Small talk nicht entgehen lassen. Ebenso unter der großen Schar von Gästen: Präsident Hubert Hämmerle sowie Direktor Rainer Keckeis und Kommunikationsproi Eva King als Vertreter der Arbeiterkammer, Spar-Aufsichtsrat Guntram Drexel mit Andreas Mark (Interspar), Geschäftsführer Markus Comploj (Getzner Holding), Modemacher Ambros Mayer, Renato Schneider (Autohaus Strolz), Karikaturist Silvio Raos mit Sohn Marcus, Vorstand Bernhard Ölz und Alexander Frischmann (Prisma), Juta Rinderer

(People‘s Viennaline), Jürgen Gmeiner (Donau Versicherung), Stefan Spirk als Vertreter der Post AG, Landesdirektor Markus Stadelmann (Uniqa), Markus Winkler und Gerhard Böhler (Generali Versicherungen) sowie Dieter Unterberger und Klaus Spiegel (BMW Unterberger).

Banker und Rechtsanwälte Darüber hinaus hatte sich auch eine ganze Reihe Spitzenvertreter der Bankinstitute, darunter die Vorstände Gerhard Hamel und Helmut Winkler (Volksbank), Michael Gebhard und Christof Kogler (Bank für Tirol und Vorarlberg), Johannes Hefel und Michel Haller (Hypo Landesbank), Wilfried Hopfner (Raifeisen Landesbank) sowie Harald Giesinger (Dornbirner Sparkasse), Johannes Böhler, Hans Winter und Günther Rupp (Bank Austria) ins Festspielhaus aufgemacht. Weiters unter den Besuchern: Möbelproi Harald Künzle (Reiter Wohn- und Objekteinrichtung), Vorstand Christof Germann (viw vkw), Direktor Klaus Himmelreich (VLV), Geschäftsführer Christian

Beer (Heron), Wirtschaftsbunddirektor Jürgen Kessler, Festspiele-Vizepräsident Willi Muzyczyn, Geschäftsmann Werner und Sissy Schefknecht, Marion Flatz-Mäser (ORF), Gewerkschafter Bernhard Heinzle (GPA), Personalberater Wolfgang und Lukas Mayer, die Rechtsanwälte Ernst Dejaco und Christoph Fink, Spitalsdirektor Gerald Fleisch, Gemeindeverbandspräsident Harald Köhlmeier, Stadtamtsdirektor Hanno Ledermüller, Claudia und Marco Probst, Alexandro Rupp (Vorarlberg Line), die Recycler Michael und Mario Loacker, Sabine Tichy-Treimel (Messe Dornbirn), die Geschäftsführer Günther Kreuzhuber (Metro) und Hans-Peter Lorenz (Vogewosi), Outdoorpionier Chris Alge (High 5), Hannes Jochum (Bergbahnen Brandnertal), Werber Michael Casagranda und Nicole Schedler (Silberball) sowie AK-Vorstand Adnan Dincar, Unternehmenssprecher Andreas Neuhauser (viw vkw), Roman Giesinger (Meusburger), Michaela Wagner (Lebenshilfe) mit Reinhard Braito (i + R Schertler) und Gemeindoberhäupter wie Markus Linhart, Andrea Kaufmann, Kurt Fischer sowie Herbert Sparr.

Michael Ritsch (l.) mit Stadträtin Annete Fritsch und Martin Staudinger.

Roman Giesinger (Meusburger) und Vorstand Harald Giesinger.

Freunde: Tino le Duigou (l.) und Martin Wiesenegger (Medartis).

Bürgermeister Harald Köhlmeier und Irmi Riter-Sachs.

Bürgermeister Kurt Fischer (Lustenau), Bernhard Ölz (Prisma), Barbara Bechter (Russmedia) und Spitalsdirektor Gerald Fleisch (v.l.).

Recycler: Michael Loacker (l.) und Sohn Mario.

Spar-Aufsichtsrat Guntram Drexel (l.) mit Getzner-Geschäftsführer Markus Comploj und Seilbahner-Sprecher Hannes Jochum.


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Freitag, 9. November 2018 Vorarlberger Nachrichten

35. Vorarlberger Wirtschaftsforum 7

Unternehmer Georg Meusburger (2. v. r.) wurde für sein unternehmerisches Lebenswerk geehrt. Gratulanten v. l.: WKV-Präs. Hans Peter Metzler, VN-Chefredakteur Gerold Riedmann und IV-Präs. Martin Ohneberg.

Vom Ein-Mann-Betrieb zum Marktführer Formnormalien-Pionier Georg Meusburger erhält den Preis für das unternehmerische Lebenswerk. Das Vorarlberger Wirtschaftsforum war gestern zum fünften Mal Schauplatz für eine ganz besondere Auszeichnung. Die Industriellenvereinigung Vorarlberg, die Wirtschaftskammer Vorarlberg und die Vorarlberger Nachrichten haben den „Ehrenpreis der Vorarlberger Wirtschaft für das unternehmerische Lebenswerk“ an den Gründer des Wolfurter Unternehmens Georg Meusburger GmbH, Georg Meusburger, überreicht. BREGENZ

Gespür eines Pioniers VN-Chefredakteur Gerold Riedmann erläuterte in seiner Laudatio auf den aus dem Bregenzerwald stammenden und in Dornbirn lebenden Unternehmer die Intention des vor fünf Jahren erstmals vergebenen Preises. „Wenigen Menschen in der Wirtschaft gelingt es, in ihrer Schafensphase ein Unternehmen, wie es die Georg Meusburger GmbH ist, nicht nur zu führen, sondern entscheidend weiterzuentwickeln. Mit Mut, Engagement, Fleiß und Gespür können Unternehmen wachsen, die Arbeitsplätze und Wohlstand sichern. Solche Ausnahmepersönlichkeiten machen Mut, sie sind interessant und man kann von ihnen lernen.“ ZUR PERSON GEORG MEUSBURGER GEBOREN geboren 31. Juli 1936 als Sohn eines Schwarzenberger Landwirtes AUSBILDUNG Lehre zum Schlosser, anschließend Schüler der HTL Bregenz 1956: Meisterprüfung zum Schlosser - mit 20 Jahren einer der jüngsten Schlossermeister im Land LAUFBAHN Auslandsaufenthalt als Werkzeugmacher in den USA 1964: Gründung der Firma Meusburger Werkzeugbau FAMILIE verheiratet, drei Kinder: Beate, Carmen und Guntram Unternehmen: Georg Meusburger GmbH, 1680 Mitarbeiter, Umsatz: 291 Millionen Euro

Bei den Kriterien für diesen Preis wird auf den nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg, die vorbildliche Unternehmenskultur, die Treue zum Standort Vorarlberg und die Einzigartigkeit des Lebenswerks der geehrten Person Bedacht genommen. Die Wahl iel heuer auf Georg Meusburger. Sein Lebenswerk ist beeindruckend, „sein unternehmerisches Geschick und Gespür für die richtigen Entscheidungen und die damit verbundene Umsetzungskraft schufen die Grundlage für ein Unternehmen, das heute weltweit über 1600 Mitarbeiter beschäftigt“, zählte Riedmann einige Eckdaten aus dem Leben Meusburgers auf, bevor die Werkstattbühne zum Kino wurde. Marion Flatz vom ORF Vorarlberg hat zur Verleihung des Lebenswerkpreises ein ilmisches Porträt des Geehrten produziert, in dem Wegbegleiter zu Wort kommen und der Porträtierte auch in historischen Aufnahmen zu sehen ist.

Richtige Entscheidung Von den rund 600 Teilnehmern des Wirtschaftsforums wurde die Auszeichnung für Georg Meusburger heftig beklatscht. Im launigen Interview in Wälder Mundart mit Moderatorin Angelika Böhler erzählte der Kosmopolit, der in den USA und Kanada nach seiner Meisterprüfung in 16 Unternehmen, u. a. bei General Motors, den „American Way of Work“ kennengelernt hat, über seine Einstellung zur Arbeit, entscheidende Momente im Berufsleben und schwierige Situationen, etwa die Entscheidung, sich auf Formnormalien zu konzentrieren, die schlussendlich die richtige Entscheidung für den Erfolg und das Wachstum des Unternehmens war. Georg Meusburger hat von Anfang an auf einige Parameter großen Wert gelegt hat und diesen erfolgreichen Pfad nie verlassen. So ließ sich der heute 82-Jährige niemals in die Abhängigkeit von

Schon früh wusste Georg Meusburger wohin er will.

Nämlich nach Amerika: Abschied auf eine fünfjährige Reise, die ihn prägte.

Meusburger (vorne re.) war einer der jüngsten Schlossermeister.

Der Unternehmer ist stolzer Vater: Beate, Carmen und Guntram.

einzelnen Kunden bringen. „Unser Ziel war es immer, breit gestreut zu sein“ - heute werden 20.000 Kunden weltweit betreut. Zudem hat er immer über den Tellerrand, will

Reisen ist eine große Leidenschaft: am Kilimandscharo.

heißen: über die Landesgrenzen geschaut. Heute ist der Familienbetrieb weltweit tätig, ist im Haus selbst international aufgestellt und ist für die Kunden in 21 Sprachen

ansprechbar. Georg Meusburger gründete sein Unternehmen 1964 als Ein-Mann-Betrieb. Sein Vater, Landwirt in Schwarzenberg, bürgte damals mit seinen Kühen für den Junior. Der Schlosser- und Maschinenbaubetrieb spezialisierte sich: „1970 habe ich umgestellt auf das eigentliche Produkt, was wir heute machen, also standardisierte Formaubauten. Ich habe damals aber ziemlich Lehrgeld bezahlt, weil der Formenbau kein Geld mehr abgeworfen hat.“ Mit den standardisierten Formaubauten kam der Erfolg. Seither wächst das Unternehmen kontinuierlich. Die in Wolfurt und Lingenau hergestellten Produkte werden im Formen- bzw. Stanzwerkzeugbau als Grundlage für Produktionswerkzeuge verwendet.

Fokus auf Unternehmenskultur Meusburger, 1936 geboren, hat mit 16 Jahren die Lehre zum Schlosser begonnen und anschließend die HTL Bregenz besucht. 1956 machte er die Meisterprüfung, Mit 20 Jahren war er einer der jüngsten Meister seines Faches im Land. Auf die duale Ausbildung schwört er bis heute. Schon früh hat er auf die Ausbildung des eigenen Fachkräfte-Nachwuchses gesetzt. Dafür wurde er mit dem renommierten Hans-Huber-Preis ausgezeichnet. Auch auf die Weiterbildung der Mitarbeiter legt das Unternehmen, das inzwischen eine Reihe weiterer Firmen in der Gruppe vereint, größten Wert. Ebenso auf das Betriebsklima. Die Auszeichnung „Arbeitgeber des Jahres“ ist Lohn dieser Bemühungen. Der Gründer, der die Führung der Firma 2007 in die Hände von Sohn Guntram legte, ist nach wie vor in den Fabrikshallen in Wolfurt anzutrefen, allerdings, und das ist für ihn ein kleiner Wermutstropfen, kennt er nicht mehr alle Mitarbeiter mit Namen: „Früher hat man noch jeden Einzelnen gekannt, das wird jetzt leider schwieriger.“


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Freitag, 9. November 2018 Vorarlberger Nachrichten

35. Vorarlberger Wirtschaftsforum 9

„Habe Kurz Brief geschrieben“

UMFRAGE Wie hat Ihnen der Vortrag gefallen?

SP-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner sieht die Bereitschaft zum Dialog in Gefahr. Die gesellschaftliche Balance, die sich bisher als Erfolgsrezept des Kontinents bewährt habe, sollte fortgeschrieben werden. Das bekräftigte Pamela Rendi-Wagner (47) als neue Vorsitzende der Sozialdemokraten als Referentin beim Wirtschaftsforum und im Gespräch mit den VN. Für die Medizinerin und zweifache Mutter steht nämlich im Hinblick auf die positive wirtschaftliche Entwicklung fest: „Einer der Erfolgsfaktoren war, dass die Unternehmen nicht nur für die Kunden ein Ohr hatten, sondern auch für die Mitarbeiter.“ Diesen Dialog zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sieht sie derzeit in Gefahr. BREGENZ

Der Vortrag hat mir gut gefallen. Besonders das Betonen des Gemeinsamen und das Wahrnehmen von Chancen haben mir zugesagt. Bezüglich der Digitalisierung und der Gesundheitsthematik hat sie gute Aspekte vorgebracht. Marc Freuler, LGT Bank AG Vaduz

Ich inde Frau Rendi-Wagner bleibt sich in ihrer Thematik sehr treu. Ich schätze besonders an ihr, dass sie auf Frauen-, Gesundheits- und Bildungsthemen setzt und für ein Miteinander wirbt. Manuela Messmer-Wullen, Freelancerin

Meiner Meinung nach hat sich Frau Rendi-Wagner bei ihrem Vortrag gut geschlagen, da es nicht unbedingt einfach ist, als Parteivorsitzende auf dem Wirtschaftsforum zu sprechen, ohne Parteipolitik einließen zu lassen. Wilhelm Muzyczyn, Kongresskultur Bregenz GmbH

SP für lexible Arbeitszeiten Als Beispiel dafür führte sie die Entstehung des neuen Gesetzes zur Zwölf-Stunden-Arbeitszeitregelung ins Trefen. Sie habe die Art und Weise, wie die Regierung ohne Einbindung der Sozialpartner und ohne Begutachtung dieses Gesetz im Nationalrat durchgepeitscht wurde, „als sehr befremdlich empfunden“. Weil das neue Gesetz so gesehen „dialoglos“ entstanden sei, müsse das Ganze neu verhandelt werden. Ihre Partei trete sehr wohl für eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten ein. Allerdings gelte es, branchenspeziische Vereinbarungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu inden. „Das ist in diesem Gesetz nicht verankert.“ Jetzt zeige sich, dass das Gesetz in der Praxis zu Problemen führe und missbrauchsanfällig sei. Es wäre daher besser gewesen, sich vorher mit

„Wir laufen Gefahr, den Weg des Gemeinsamen und des Zusammenhalts ein Stück zu verlassen“, sagt Pamela Rendi-Wagner.

Betrofenen an einen Tisch zu setzen und das Vorhaben ofen zu diskutieren. „Ich glaube, dass wir die großen Herausforderungen der Zukunft und die Fragen des digitalen Wandels nur gemeinsam und nicht im Gegeneinander lösen können“, betonte die Parteivorsitzende. „Es ist nämlich nicht zuletzt der soziale ZUR PERSON PAMELA RENDI-WAGNER Designierte Bundesparteivorsitzende der Sozialdemokraten GEBOREN 7. Mai 1971 FAMILIE verheiratet, zwei Töchter WERDEGANG Medizinstudium an Uni Wien und Promotion 1996; 8. März bis 18. Dezember 2017 Ministerin für Gesundheit und Frauen; seit 9. November 2017 Nationalrätin und seit 8. Oktober 2018 als Klubobfrau im Parlament

Friede, den wir der Kooperation der Sozialpartner verdanken.“

Ideologische Barrieren abbauen Rendi-Wagner sieht das Klima in Sachen Dialogbereitschaft ernsthaft bedroht. „Ich habe zunehmend das Gefühl, dass wir in Österreich Gefahr laufen, in ein Klima zu verfallen, wo der Weg des Gemeinsamen und des Dialogs Stück für Stück verlassen wird.“ Eine ganze Reihe von Herausforderungen wie Bildung, Digitalisierung und die Folgen für den Arbeitsmarkt würden bedauerlicherweise kaum gesamtheitlich und ohne ideologische Barrieren im Kopf angegangen. Aus ihrer Sicht mangelt es am generellen Dialog. Als Beispiel dafür verwies sie auf das Tatsache, dass zwischen ihr und Bundeskanzler Sebastian Kurz (32, VP), der übrigens in derselben Schule wie sie die

Schulbank gedrückt hat, als Chefs der größten Parteien noch immer kein Gespräch zustande gekommen sei.

Funkstille zu Sebastian Kurz Zwischen der roten Medizinerin und dem türkisen Kanzler herrscht Funkstille. „Ich habe Sebastian Kurz einen Brief geschrieben. Es wäre meiner Meinung nach notwendig, dass wir einen Draht zueinander haben, das erwarten sich auch die Menschen.“ Wird sie einen neuerlichen Versuch machen? „Die Terminindung läuft ja noch, ich denke, es liegt jetzt an ihm.“ Den Vorarlberger Genossen mit Martin Staudinger als neuem Parteichef streut sie im VN-Gespräch Rosen. „Ich bin überzeugt davon, dass Staudinger eine gute Ansage ist und die Vorarlberger SP in eine gute Zukunft führen wird.“

Die Vorarlberger Landeskrankenhäuser Die Gesundheit ist unser ureigenster Unternehmensauftrag - für unsere PatientInnen und für unsere MitarbeiterInnen. In den fünf Landeskrankenhäusern kümmern sich 4.000 MitarbeiterInnen um rund 450.000 PatientInnen pro Jahr. Sie machen unsere Institutionen zu Orten, an denen Hilfe im Mittelpunkt steht. Wir bedanken uns für das Vertrauen und verpflichten uns auch weiterhin einer hochqualitativen Gesundheitsversorgung in Vorarlberg. Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsgesellschaft m.b.H.

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10 35. Vorarlberger Wirtschaftsforum

Gekommen, um zu bleiben

UMFRAGE Wie hat Ihnen

der Vortrag gefallen?

Elisabeth Stadler: Die Richtung zeigt nach Osten. Elisabeth Stadler kann auf eine imposante Karriere verweisen. Nach verschiedenen Stationen in der österreichischen Versicherungsbranche wurde sie 2014 Generaldirektorin der Donau Versicherung und steht seit 2016 an der Spitze der Vienna Insurance Group. Insgesamt ist sie seit 35 Jahren in der Versicherungsbranche tätig. „Und ich habe keinen einzigen Tag davon bereut“, sagt Stadler. Auf das Motto des Wirtschaftsforums „In welche Richtung drehen wir uns?“ hat sie eine klare Antwort: „In Richtung Osten.“ 1991 zeriel Jugoslawien. Viele österreichische Unternehmen wagten damals nach Ende des Kommunismus den Sprung in den Osten. Auch die Vienna Insurance Group ging in den Osten und expandierte 1990 als erstes Versicherungsunternehmen in die damalige Tschechoslowakei. „In die Expansion haben wir damals 15,4 Millionen Schilling investiert, also gut eine Million Euro“, erklärt Stadler. „Leider gehören diese Beträge heute der Vergangenheit an.“ Die Vienna Insurance Group entwickelte sich vom rein österreichischen Unternehmen hin zum internationalen Konzern. Schritt für Schritt wurde in weiteren CEE-Ländern Fuß gefasst. Heute erzielt die VIG ein Prämienvolumen von zehn Milliarden Euro in 25 Märkten und ist Marktführer in Zentral- und Osteuropa. Alleine ist man im Osten allerdings nicht mehr. Viele andere Versicherungen und Unternehmen sind in den Ländern Osteuropas tätig. „Sie alle versuchen, ein Stück

EU-15-Länder“, so Stadler. Jene, die sich aufgrund der Krise zurückgezogen haben und danach wieder zurückkehrten, oder erst dann begannen, dorthin zu exportieren, hätten deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen. „Ich bin davon überzeugt, dass es wichtig war, einer der ersten dort gewesen und auch in Krisenzeiten dort geblieben zu sein.“ Die Vienna Insurance Group sei gekommen, um zu bleiben, verweist Stadler auf die Langzeitstrategie. Dabei musste man in den Anfängen sehr viel in die Ausbildung der Menschen investieren. „Es gab viel Transfer von Know-how. Heute ist es teilweise umgekehrt und wir rekrutieren versierte Kräfte aus dem Osten nach Österreich.“

BREGENZ

Es war ein interessanter Vortrag, denn Frau Stadler hat aufgezeigt, dass es bei Investitionen im Osten noch Luft nach oben gibt. Bei Investitionsentscheidungen heißt es mutig sein. Diese Aussage würde ich so unterschreiben. Veronika Marte, Landeshauptstadt Bregenz

Der Vortrag hat mir gut gefallen. Frau Stadler war früher in unserem Generalvorstand der Donau Versicherung. Ich kann über sie nur Positives berichten und bin sehr stolz auf den Beitrag, den sie in der Vergangenheit geleistet hat. Julia Stöckler, Donau Versicherung AG

Den heutigen Vortrag beim Wirtschaftsforum würde ich als interessante Lesestunde beschreiben. Frau Stadler hat es in dieser geschaft, mir Einblicke und Ausblicke einer anderen Seite zu ermöglichen. Mag. Peter F. Baumgartner, m27 Finance GmbH

Elisabeth Stadler, Vorsitzende der Vienna Insurance Group, will Frauen fördern und ist gleichzeitig eine Gegnerin der Frauenquote.

vom Kuchen abzubekommen.“ Für Stadler ist die Region von höchster Bedeutung, und da man sehr früh ZUR PERSON ELISABETH STADLER CEO der Vienna Insurance Group (VIG) GEBOREN 1961 AUSBILDUNG Studium der Versicherungsmathematik LAUFBAHN ab 2014 Generaldirektorin Donau Versicherung; seit 2016 an der Spitze der VIG

den Sprung dorthin geschaft habe, proitiere man heute vom sogenannten „First Mover Efekt“. Das Wirtschaftswachstum der osteuropäischen Staaten sei weiterhin sehr dynamisch. In der Wirtschaftskrise 2008/2009 hätte es viele Unkenrufe gegeben, die sagten, diese würde der CEE-Region zum Verhängnis werden. „Die Krise hat überall zu abgeschwächtem Wirtschaftswachstum bzw. einer Rezession geführt. Doch die Region hat sich rascher erholt als die

Noch viel Potenzial vorhanden Und wie sind die Menschen versichert? Es besteht Potenzial, so Stadler. Die Versicherungsdichte sei noch gering. Zum Vergleich: In den CEE-Ländern würden die Menschen im Schnitt 170 Euro pro Jahr für Versicherungen ausgeben. In Österreich seien es 2000 Euro. Dabei gebe es aber ein Gefälle. In Tschechien gibt man deutlich mehr aus. Schlusslicht ist die Ukraine mit 37 Euro. Das Einstiegsprodukt sei überall die Kfz-Versicherung. Mit wachsendem Wohlstand steige nun die Nachfrage nach Eigenheimversicherungen. Dass man Marktführer ist, habe dabei sowohl Vor- als auch Nachteile. Als Nummer Eins sei man der sprichwörtliche Hecht im Karpfenteich, aber man habe auch die Möglichkeit, den Markt in gewisser Form zu lenken.

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Freitag, 9. November 2018 Vorarlberger Nachrichten

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„Ergebnis, nicht Verursacher“

UMFRAGE Wie hat Ihnen der Vortrag gefallen?

Bestsellerautor Thore D. Hansen zu Ursachen und Folgen des Populismus für Europa. Der studierte Politikwissenschaftler und Soziologe Thore D. Hansen ist spezialisiert auf die Analyse internationaler Politik, Kriegsursachenforschung und - besonders spannend - die Arbeit von Geheimdiensten in diesem Zusammenhang. Hansen arbeitete als Wirtschaftsjournalist und war von 2006 bis zum Jahr 2010 Kommunikationsberater von zwei europäischen Großbanken. In dieser Zeit erlebte er den Ausbruch der Finanzkrise hautnah. Heute schreibt er politische Thriller. Seine Freundschaft mit dem ehemaligen CIA-Agenten Philip Agee ermöglichte Hansen unübliche Einblicke in die Entstehung internationaler Konlikte. Der 49-jährige Wahlösterreicher hat ein Gespür für die großen Themen unserer Zeit. BREGENZ

Herr Hansen hat vielen Menschen aus dem Herzen gesprochen. Dabei hat er die Inhalte gut und authentisch rübergebracht und es wäre zu wünschen, dass die PopulismusGefahr, gerade in Zeiten wie diesen, ernst genommen wird. Mag. Reinhard Braito, i+R Bau GmbH

Ich inde er hat die Lage korrekt analysiert. Es war interessant zu erfahren, woher der Populismus kommt und welche Akteure ihn verschuldet haben. Seine Erkenntnisse hat Herr Hansen super hergeleitet. Alex Welzenbach, die3 Agentur für Werbung und Kommunikation GmbH

Der Vortrag von Herrn Hansen hat mir gut gefallen. Er hate bei seinen Ausführungen einen sehr überlegten Zugang und lässt dabei eine kritische Betrachtungsweise aller politischen Ausrichtungen erkennen. Mag. Heinz Peter Balcz, Lang und Schiller Steuerberatung GmbH & Co KG

„Nicht vorstellbar“ Dieses Gespür fesselte auch die Teilnehmer des Wirtschaftsforums. Hansen referierte zum höchst aktuellen Thema, wie Populismus die Europäische Union beeinlusst, über seine Ursachen und Auswirkungen für Europa. Dass Populimus von rechts heute wieder so stark geworden ist, so der Autor, „dass das nochmals möglich ist, konnte sich niemand vorstellen“. Die Ursachen seien allerdings nicht erst in der nunmehrigen Migrationsproblematik zu inden. Das habe schon viel früher, nämlich in der Finanzkrise begonnen und sei durch die weiteren Krisen weiter aufgebaut worden. „Den Menschen wurden inanzielle Einschnitte verordnet und plötzlich hat es wieder Millarden

Der Politikwissenschaftler und Autor Thore D. Hansen analysiert die aktuelle politische Lage präzise und ohne politische Tabus.

Euro gegeben, um Banken zu retten und später auch Griechenland zu stützen“, so Hansen. Das habe die Leute gedemütigt und erzürnt und den Populisten in die Hände gespielt. „Aber diese Angreifer waren nicht die Verursacher, sie sind das Ergebnis dieser Politik“, sagt er und ortet die Schuld in der Arroganz des politischen Establishments, das die Sorgen der Bürger bis heute nicht wirklich ernst nimmt. Menschen, die z. B. in Deutschland durch die ZUR PERSON THORE D. HANSEN Journalist und Schriftsteller GEBOREN 25. März 1969 AUSBILDUNG Studium Politikwissenschaft, Soziologie in Hamburg und Boston LAUFBAHN Journalist, Pressesprecher, Autor

Agenda 2010 plötzlich im Billiglohnsektor gelandet sind.

Chancen für Europa Doch noch sei Europa nicht verloren, ist sich der als scharfer Analytiker bekannte Autor sicher. Trotz des Sperrfeuers der Populisten, „die in der AFD immer weiter ins rechte Eck rücken“, steigen die Umfragen wieder. „Die Leute sehen nun den Brexit und das wollen sie nicht. Ich persönlich hofe noch, dass ein Wunder geschieht.“ Aber er sehe auch die Chancen, die ein geeintes Europa hat. „Wenn die Kräfte gebündelt werden, dann werden wir das Plastik ersetzen, die Digitalisierung schafen und innovativ sein“, man müsse nach vorwärts schauen und die Politik dürfe sich nicht von der alten Wirtschaft erpressen lassen. Schließlich habe man auch die industrielle Revolution gemeistert,

obwohl damals der Weltuntergang prophezeit wurde. Aber natürlich müsse man auch das Thema Migration angehen. Es werde wohl einen großen Marshallplan brauchen, der die Länder in Afrika in der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung unterstütze. „Das wird die größte Transfergeschichte aller Zeiten“. Man werde über den Lebensstil in Europa verhandeln müssen, Fehlentwicklungen entgegentreten, offen eingestehen, was falsch laufe. Hansen wünscht sich eine politischere Jugend, mehr politische Bewusstseinsbildung: „Statt in einem Nischenkanal gehören Bundestagsdebatten zumindest einmal wöchentlich in die großen Fernsehsender“, schlägt er vor. Und von den Parteien erwarte er Haltung und nicht eine Politik nach Marketing-Vorgaben.

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Freitag, 9. November 2018 Vorarlberger Nachrichten

12 35. Vorarlberger Wirtschaftsforum UMFRAGE Wie hat Ihnen

der Vortrag gefallen?

„Technisierung braucht Diskurs“ Edeltraud Hanappi-Egger über Segen und Grenzen der Digitalisierung.

Grundsätzlich ist sie eine gute Rektorin, da sie gut vortragen kann. Meiner Ansicht nach hat sie jedoch eher Werbung für die Wirtschaftsuniversität gemacht. Gut gefallen hat mir die Vorstellung digitaler Lernziele und Lehrpläne. Marco Probst, Bank Frick & Co. AG

Es war eher eine Bewerbung der Wirtschaftsuniversität und somit nicht für ein Format geeignet, in dem Wirtschaftsmanager zugegen sind. Es war ein netes Update, das in einem Wirtschaftsforum jedoch nichts verloren hat. Thomas Radauer, SCHENKER & CO AG

Ich häte gerne unter ihrer Leitung in Innsbruck studiert. Das Moderne, Strukturierte und Innovative ist ein Gegensatz zu den verkrusteten Strukturen meiner Studienzeit. Genau so sollten junge Leute heutzutage ausgebildet werden. Mag. Roland Schuster, Intemann GmbH

BREGENZ „Ich lehre an der schönsten Universität der Welt.“ Edeltraud Hanappi-Egger, Rektorin der Wirtschaftsuniversität Wien, ist stolz auf ihren Arbeitsplatz. Mit Begeisterung erzählt sie von „ihrer“ tertiären Bildungsanstalt als Ort der Moderne und der Entwicklung. Die 54-jährige Akademikerin ist eine überzeugte Verfechterin neuer Lern- und Lehrmethoden. „Man muss die neuen Möglichkeiten nutzen“, sagt sie mit Überzeugung. Dazu gehören digitale Lernmethoden genauso wie das Recht auf individuelles Lernen. „Der eine lernt lieber allein, der andere im Team.“ Die in Österreich existierenden Bildungsmöglichkeiten hält Hanappi-Egger für ein hohes Gut, das entsprechende Wertschätzung verdiene.

Die Geschichten Die in Tirol aufgewachsene Wissenschaftlerin schlägt aus der Art. Dass eine Frau Informatikern wird, ist schließlich auch heute noch nicht die Norm, und war es in den frühen 80er-Jahren noch viel weniger. Zum Thema „Frau in der Technik“ hat die Schwiegertochter des berühmten ehemaligen Fußballnationalspielers und Namensgebers des Rapid Stadions, Gerhard Hanappi, ihre höchstpersönlichen Geschichten. Wie zum Beispiel die: „Als ich in meiner Studienzeit mit einem Kollegen ausging, sagte der zu mir: ‚Was studierst du Technik? Du bist doch ned schiach‘“. Edeltraud Hanappi-Egger kannte im Laufe ihrer Karriere nur einen Weg: den nach vorne. Der hievte sie

liegt in der Natur der Sache. Aber sie warnt auch vor den Grenzen des digitalen Glücks. „Da ist zum Beispiel die Frage der Abhängigkeit von der Technik. Dieses Thema wird viel zu wenig diskutiert.“ Auch könnten die Segnungen der digitalen Kommunikationsmöglichkeiten nie die reale soziale Interaktion ersetzen, ist die Rektorin überzeugt. „Warum wohl wollen Menschen in Führungspositionen sich trotz aller Möglichkeiten von Skype und Videokonferenzen trotzdem persönlich trefen? Weil das einfach etwas anderes ist und das Zwischenschalten von Technologien diesbezüglich einen Qualitätsverlust bedeutet.“

Edeltraud Hanappi-Egger hat sich schon früh der Informatik verschrieben, als eine von wenigen Frauen.

auf der Karriereleiter nicht nur bis zum Posten der Rektorin der WirtZUR PERSON EDELTRAUD HANAPPI-EGGER Hanappi-Egger ist Rektorin der Wirtschaftsuniversität Wien und dort Professorin für Gender and Diversity in Organisations GEBOREN 18. Jänner 1964 AUSBILDUNG Hauptschule, Gymnasium, Informatikstudium an der TU Wien

schaftsuniversität Wien, HanappiEgger ist auch in ihren Haltungen stets eine, die voran marschiert, die Errungenschaften der neuen Zeit begrüßt und sie zu „vermenschlichen“ versucht. „Wenn wir Technik implementieren, müssen wir immer schauen, was sie für das Sozialgefüge bedeutet. Das herauszuinden, muss im Rahmen eines Diskurses erfolgen“, verlangt die Informatikerin Verantwortung. Dass sie selbst in den digitalen Errungenschaften hauptsächlich positive Entwicklungen erkennt,

Problem Konzentration Etwas, das Edeltraud Hanappi-Egger Sorgen bereitet, ist ein besonderes Phänomen: „Ich registriere zunehmende Konzentrations- und Aufmerksamkeitsmängel bei jungen Menschen. Es gibt Personen, die es nicht einmal mehr schafen, eineinhalb Stunden ohne Unterbrechung einen Film anzuschauen.“ Genau an diesem Punkt müsse man Multitasking hintanstellen und versuchen, sich auf eine und nicht mehrere Sachen zu konzentrieren. Kein gutes Zeugnis stellt die Verfechterin von modernen Lernmethoden der Bildungspolitik aus. „Ich wäre nicht Wissenschaftlerin, würde ich nicht sagen, dass auch politische Bildungsentscheidungen evidenzbasiert und nicht iedologisch getrofen werden müssen“, kann sie sich einen Seitenhieb auf Bildungsminister Faßmann nicht verkneifen.

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Freitag, 9. November 2018 Vorarlberger Nachrichten

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Vieles ist nicht so wie es scheint

UMFRAGE Wie hat Ihnen der Vortrag gefallen?

Julia Shaw gehĂśrt zu den fĂźhrenden Forscherinnen zu falschen Erinnerungen. Julia Shaw (31) kann Menschen in drei Sitzungen falsche Erinnerungen einplanzen. Ihre Erfolgsquote liegt bei 70 Prozent. Wieso sie das macht? „Ich wurde von Menschen unterrichtet, die falsche Geständnisse studiert und gezeigt haben, dass Menschen Straftaten gestehen, die sie nicht begangen haben. Dazu kam, dass auch Zeugen unzuverlässig sein kĂśnnen und dass sie auf unschuldige Menschen zeigen und sagen kĂśnnen, das ist der Mensch, der etwas Schlimmes getan hat“, erläutert die 31-Jährige, die im Rahmen ihrer Doktorarbeit eine Studie zu diesem Thema durchgefĂźhrt hat. „Ich wollte verstehen, wie Menschen falsche Erinnerungen haben kĂśnnen, die zu falschen Geständnissen fĂźhren kĂśnnen.“ Heute forscht Shaw am University College London (UCL) und berät PolizeibehĂśrden, Militärorganisationen, Rechtsanwälte, Justiz und Unternehmen in deutsch- und englischsprachigen Ländern. Davor war sie unter anderem Universitätsdozentin an der London South Bank University.

BREGENZ

Die Ausfßhrungen von Frau Shaw spiegeln an und fßr sich unsere Realität wider. Sie spricht uns aus der Seele, gerade in Bezug auf unsere unterdrßckten Ängste. Wir sollten mehr zu unseren Ängsten stehen, wir selbst sein und die Probleme anpacken. Adnan Dincer, AK Vorarlberg

Das war der beste Vortrag. Ganz interessant war, wie manipulierbar wir eigentlich sind. Je mehr digitale Einlßsse wir aufnehmen, desto manipulierbarer werden wir. Gerade in Bezug auf Kinder stimmt mich das nachdenklich. Sigrid Brändle, Stadtvertreterin Hohenems

Ich habe den Vortrag von Frau Shaw als recht erfrischend erlebt. Das Gedächtnis und seine Beeinlussung ist ein spannendes Thema, insbesondere da man sonst keinerlei Berßhrungspunkte mit dieser Thematik hat. Mag. Michaela Wagner-Braito, Lebenshilfe Vorarlberg

Im täglichen Leben Die falschen Erinnerungen stellen vor allem in der Juristerei ein hochrelevantes Thema dar. Liegt die Tat beispielsweise Jahre zurĂźck, kĂśnne es sein, dass es keine entsprechenden BeweisstĂźcke mehr gibt. AuĂ&#x;erdem werden Menschen laut Shaw schlecht befragt. „In Teilen von Amerika beispielsweise kommen Polizisten teilweise mit falschen Beweisen und lĂźgen diesen

„Das Gedächtnis funktioniert wie eine Wikipedia-Seite: Wir kĂśnnen sie aufrufen und verändern, aber andere kĂśnnen das auch.“

Menschen an. Dadurch passiert es eher, dass dieser Mensch an sich selber zweifelt und sagt: ,Vielleicht ist es doch passiert“, fĂźhrt die 31-Jährige aus. Auch im täglichen Leben schleichen sich ständig falsche Erinnerungen in unser Gedächtnis. „Falsche Erinnerungen fĂźhlen sich wahnsinnig echt an. Wir alle haben falsche Erinnerungen, kleine, manche groĂ&#x;e. Meistens wissen wir gar nicht, dass wir sie haben“, betont ZUR PERSON JULIA SHAW ist Rechtspsychologin und Autorin GEBOREN 1987 in KĂśln AUSBILDUNG Psychologie-Studium an der Simon Fraser University, Master of Science in Psychologie und Rechtswissenschaften in Maastricht, Promotion an der University of British Columbia

die Rechtspsychologin. Das sei deshalb mĂśglich, weil wir in unserem Gehirn neuronalen Netzwerke haben, die unsere Erinnerungen zusammenbauen. Das Gedächtnis sei fĂźr Abstraktion gebaut worden. „Das heiĂ&#x;t, wir sind wahnsinnig gut darin, im GroĂ&#x;en und Ganzen zu sagen, dieses Ereignis ist passiert, aber uns an die genauen Details zu erinnern, das fällt uns ganz oft schwer.“ Beispiel soziale Netzwerke: Wir stellen uns darin absichtlich nicht so dar, wie wir sind. Wir versuchen ein bestimmtes Image darzustellen und kreieren absichtlich ein gefälschtes oder geiltertes Leben. „Irgendwann glauben wir das vielleicht“, sagt Julia Shaw und verweist auf Studien, die zeigen, dass wir uns um 15 Prozent attraktiver einschätzen, als wir tatsächlich sind. Keine unwesentliche Rolle spielen

auch Fotos. „Wenn ich ein Foto mache, sagt mein Gehirn, da muss ich mich nicht daran erinnern, da habe ich ein Foto gemacht.“ Die meisten Menschen seien Ăźberzeugt, dass ihnen das nicht passieren kann. Wir seien immer unsere liebsten Experten, vor allem was unser eigenes Leben betrift. „Wir Ăźberschätzen unser eigenes Gedächtnis, wir Ăźberschätzen, wie schnell wir in Gedächtnisfallen reinfallen“, so Shaw. Ihr Tipp: „Seien Sie bitte bewusste Konsumenten von Technologien, seien Sie sich bewusst, dass Ihr Gedächtnis ganz einfach manipuliert werden kann, auch von Ihnen selbst.“ AuĂ&#x;erdem rät sie, den Momenten, die fĂźr uns wichtig sind, mehr Aufmerksamkeit zu schenken und Details aufschreiben. „Oder annehmen, dass die wichtigen Details vergessen werden.“

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14 35. Vorarlberger Wirtschaftsforum

„Das Vertrauen nimmt ab“

UMFRAGE Wie hat Ihnen

der Vortrag gefallen?

Unbehagen der Menschen äußert sich bei Wahlen, sagt CDU-Politiker Linnemann. zogen, zudem habe sie unmittelbare Auswirkungen auf das Leben der Bürger. „Das hat Vorteile, aber auch Nachteile.“ Das Unbehagen und der Frust äußern sich bei den Wahlen. Die Protestpartei AfD erlebe Höhenlüge. Dazu kommt, dass die Menschen das Gefühl haben, Regeln würden nur für sie gelten, erläutert Linnemann weiter. Geben sie ihre Steuererklärung einen Tag zu spät ab, gebe es einen Verspätungszuschlag. Gleichzeitig herrsche der Eindruck, in der Politik halte sich niemand an die Spielregeln, etwa bei der Finanzkrise oder der Flüchtlingskrise. „Das Vertrauen in staatliche Strukturen nimmt ab.“ Dabei müsse die Politik in einer komplexen Welt Erklärungsansätze bieten und Ziele vorgeben.

Carsten Linnemann (41), stellvertretender Fraktionsvorsitzender der deutschen CDU/CSU im Bundestag und Vorstandsvorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) seiner Partei, gilt als Kritiker von Bundeskanzlerin Angela Merkel (64). Dass diese sich von der CDU-Spitze zurückzieht, sieht er als „Befreiungsschlag“. Es müsse nämlich endlich etwas passieren, indet der Poltiker. Immerhin habe die Union bei der Bundestagswahl 2013 noch knapp 41 Prozent geholt, 2018 waren es noch rund 33 Prozent. In den Umfragen kommen CDU/CSU gerade einmal auf 25 bis 26 Prozent. Die Trennung von Kanzleramt und Vorsitz ist aus Sicht Linnemanns daher die richtige Entscheidung. „Derzeit sagt die CDU faktisch das gleiche wie die Bundesregierung. Dabei sollte die Partei vorangehen.“ BREGENZ

Er hat gute Statements geliefert und die Probleme konkret benannt. Viele Politiker bringen das nicht zustande. Aufgrund seines jungen Alters ist das sehr beeindruckend und eine Alternative für die Zukunft. Michael Sagmeister, Industriellenvereinigung Vorarlberg

Von den politischen Teilnehmern dieses Wirtschaftsforums war Herr Linnemann der beste Redner. Er hat relativ klare Vorstellungen davon, was sich in Deutschland und in der EU verändern sollte. Das hat mir gut gefallen. Günter Böhler, Verein Netzwerk Logistik

Herr Linnemann hat beim heutigen Wirtschaftsforum einen sehr gelungenen Vortrag über ein spannendes Thema gehalten. Besonders hat mir dabei der Einblick in die deutsche Innenpolitik sowie der Bezug zu Österreich gefallen. Michael Obwegeser, BTV Dornbirn

Schwierige Situation Auf die Frage, wer die Union künftig anführen soll, will der 41-Jährige allerdings keine eindeutige Antwort geben. Es sei ein Glücksfall, dass es mit Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer, Gesundheitsminister Jens Spahn und dem früheren Fraktionschef Friedrich Merz drei fähige Bewerber gebe. Er komme mit allen gut klar, auch mit Kramp-Karrenbauer, die als Merkel-nahe gilt. Spahn habe „viel Reformeifer“, Merz habe das Zeug, „unserem Land wieder eine Vision zu geben“. Grundsätzlich beindet Linnemann: „In Berlin ist es derzeit nicht vergnügungssteuerplichtig, Politik zu machen.“ Die Situation in

Carsten Linnemann will nicht darauf weten, dass die große Koalition in Deutschland bis 2021 hält.

der großen Koalition sei schwierig. „Eine Regierung, die nur streitet, macht sich unwählbar.“ Demnach ZUR PERSON CARSTEN LINNEMANN geboren 1977 in Paderborn, ist Chef der Mitelstands- und Wirtschaftsvereinigung der deutschen CDU/CSU und stv. Vorsitzender der Bundestagsfraktion für die Bereiche Wirtschaft, Energie, Mitelstand und Tourismus.

würde der stellvertretende Fraktionsvorsitzende auch nicht wetten, dass die „GroKo“ mit den Sozialdemokraten bis 2021 hält. Der CDU-Fraktionsvorsitzende sucht die Erklärung für die derzeit vorherrschende Unzufriedenheit in der Bevölkerung auch im rasanten Wechsel zum Zeitalter 4.0. Stichwort: Internet und Digitalisierung. „Es hat alles einfacher gemacht. Aber es geht auch alles immer schneller.“ Diese Revolution hat sich innerhalb kürzester Zeit voll-

Drei Topthemen Linnemann, der nicht nur in der Politik Karriere gemacht hat, sondern auch in der Wissenschaft und der Privatwirtschaft tätig war, verweist auf drei Topthemen, die den deutschen Mittelstand derzeit beschäftigen: Fachkräfte, Steuern und Bürokratie. Um den Fachkräftemangel in den Grif zu bekommen, habe es Deutschland endlich geschaft, ein entsprechendes Einwanderungsgesetz auf den Weg zu bringen. In Sachen Unternehmenssteuerreform herrscht aus seiner Sicht Nachholbedarf. Und beim Thema Bürokratieabbau blickt Linnemann nach Österreich. „Dass hier eine Flexibilisierung der Arbeitszeit angegangen wurde, ist klasse. In Deutschland schafen wir das nicht.“

36. Vorarlberger Wirtschaftsforum Internationale Tagung

FÖRDERPROJEKT: DIE MODELLFABRIK Das Land Vorarlberg unterstützt in der Förderperiode 2014 – 2020 gemeinsam mit der EU und dem Bund innovative Projekte. Die Modellfabrik an der Fachhochschule Vorarlberg wurde finanziell unterstützt. Dies ist ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Vorarlberg. Informieren Sie sich auf unserer Homepage über Ihre Fördermöglichkeiten oder fordern Sie unsere kostenlose Broschüre an. www.vorarlberg.at/wirtschaft | www.efre.gv.at | T +43 5574 26105

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Fotos: Fachhochschule Vorarlberg Entgeltliche Einschaltung des Landes Vorarlberg

36. Vorarlberger Wirtschaftsforum Donnerstag, 14. November 2019 Festspielhaus Bregenz Eine Initiative von

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Freitag, 9. November 2018 Vorarlberger Nachrichten

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„Was ist denn daran falsch?“

UMFRAGE Wie hat Ihnen der Vortrag gefallen?

Unternehmer Reinhold Würth sieht Europa derzeit in einer „sehr kritischen Situation“. Reinhold Würth war 19 Jahre alt, als sein Vater plötzlich starb und er den elterlichen Betrieb weiterführen musste. Eine große Aufgabe für einen jungen Mann, der gerade die Lehre abgeschlossen hat. Er übernahm einen Schraubenhandel mit zwei Mitarbeitern, heute beschäftigt die Würth-Gruppe 77.000 Mitarbeiter, erwirtschaftet einen Jahresumsatz von über zwölf Milliarden Euro und ist Weltmarktführer im Handel mit Montage- und Befestigungsmaterial. In der Würth-Gruppe sind heute 400 Gesellschaften in über 80 Ländern versammelt. Würth zählt auch in Vorarlberg zu den größten Arbeitgebern. Allein beim Höchster Beschlägehersteller Grass sind im Land über 1000 Mitarbeiter beschäftigt und es sollen noch mehr werden. Weniger Bekannt ist, dass der Vorarlberger Werkzeughändler Metzler GmbH & Co KGüber die Firma Hahn & Kolb ebenfalls Teil der Würth-Gruppe ist. BREGENZ

Mir hat der Vortrag gut gefallen. Herr Würth war sehr authentisch und bodenständig. Viele junge Unternehmer könnten von seinen Ansichten lernen und proitieren. Oftmals fehlt die Wertschätzung in den Unternehmen. Elke Böhler, MSc, Oto Bischof Transporte GmbH

Das war der beste Vortrag des Tages, vor allem weil Herr Würth sich auf seine Geschichte und Erfolge konzentriert hat. Von ihm kann man viel über den Umgang mit Mitarbeitern und den gegenseitigen Respekt lernen. Wolfgang Schneider, Volksbank Vorarlberg e. Gen.

Es war sehr beeindruckend zu erleben, dass eine Unternehmerpersönlichkeit wie Herr Würth, mit über 80 Jahren, noch so aktiv und derartig eloquent auftrit. Er hat eine klare und positive Position zu Europa bekannt. Dr. Gerhard Hofer, Spiritworks Gerhard Hofer

„Viel Unfug“ Die Unternehmerlegende hat eine klare Meinung zu Europa. „Wenn ich heute für Europa wählen könnte, kämen nur die Grünen oder die SPD in Frage“, so der Unternehmer, „das sind die einzigen, die uneingeschränkt für Europa sind.“ Sich selbst bezeichnet Würth als „linksliberal im Sinne der FAZ“. Er erinnert an die Kleinstaaterei in Deutschland und Europa und leitet zur Ausländerdebatte über, mit der derzeit viel Unfug getrieben werde. Sogar bei der Bayern-Wahl habe man die Wahlniederlage auf

Unternehmer Reinhold Würth warnt eindringlich vor einer Schwächung der Europäischen Union.

zugezogene Deutsche aus anderen Bundesländern geschoben. Innenminister Horst Seehofer wünscht er sich jedenfalls in den Ruhestand, die Koalitionsrangeleien in Deutschland bezeichnet er als Kindergartenspiele. Respekt forderte Würth für die Gründerväter der EU ein, denn „es ist ja verrückt, dass wir so unzufriedene Bürger haben. Uns ist es noch nie so gut gegangen wie heute“. Die Unzufriedenheit sei deshalb da, ZUR PERSON REINHOLD WÜRTH Unternehmer und Kunstsammler GEBOREN 20. April 1935 AUSBILDUNG Oberrealschule, Lehre LAUFBAHN Übernahme Schraubenhandel des Vaters, Ausbau zum internationalen Konzern FAMILIE verheiratet, drei Kinder

„weil wir so schwache Leute an der politischen Spitze haben“, sagt er im Gespräch mit den VN. Überzeugen von Europa könne man die Leute nur übers Reden, „das ist halt mühevolle Kleinarbeit“. Die Unzufriedenheit der Bürger und die Machtspiele der Politik setzen Europa aufs Spiel. Die Machtblöcke USA, China und Russland „nagen an Europa, arbeiten an der Destabilisierung“, warnt er. „Und wir beschäftigen uns damit, ob wir in der Wirtschaft rauchen dürfen oder nicht.“

Euro-Finanzminister Die Währungsunion nütze vor allem den Nordstaaten, die von der Schwäche der südlichen Währungen gut leben, entgegnet er EuroKritikern und geht einen Schritt weiter. Er betont, dass die Währungsunion besser funktioniere, wenn es eine politische Zuständig-

keit gäbe. Er kann sich gut einen europäischen Finanzminister vorstellen. „Was ist denn daran falsch?“, fragt er und bezeichnet sich selbst auch zuerst als Europäer, dann als Hohenloher und dann als Österreicher.

„Schon ein Wert“ Er sei zum Wirtschaftsforum über Altenrhein eingelogen und habe keinen Ausweis gebraucht. „Ist das nicht wunderbar“, erinnert er an Zeiten, als Grenzen den freien Personen- und Warenverkehr hemmten. Die nationalistischen Bestrebungen würden „die Chancen gefährden“. Und Würth begründet sein Engagement für Europa nicht nur wirtschaftlich: „Wir leben in Frieden und Freiheit. Wenn wir durch Europa von der Hybris des Nazismus verschont bleiben, dann ist das schon ein Wert.“

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16 35. Vorarlberger Wirtschaftsforum

Netzwerke und gute Stimmung Kontaktplege wird beim Wirtschaftsforum großgeschrieben. BREGENZ Das Vorarlberger Wirtschaftsforum mit rund 600 Teilnehmern aus Österreich, der Schweiz, Liechtenstein und Deutschland ist ein traditioneller und wichtiger Trefpunkt für Meinungsmacher aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Nach der Begrüßung durch IVPräsident Martin Ohneberg, Wirtschaftskammerpräsident Hans Pe-

ter Metzler und VN-Chefredakteur Gerold Riedmann umrissen die sieben Referenten das Thema der Veranstaltung „Europa und die Welt. In welche Richtung drehen wir uns?“ aus ihrer ganz persönlichen Sichtweise.

Get-together Für anregende Diskussionen, gute Gespräche und die passenden Ge-

sprächspartner ist jedes Jahr gesorgt. Denn das Netzwerken während des Mittagsessens und in den Pausen spielt beim Vorarlberger Wirtschaftsforum seit jeher eine wichtige Rolle. Der Tag startet dabei traditionell mit einem „Gettogether“, also einem Zusammenkommen bei Kafee und feinem Gebäck vor Beginn der ganztägigen Veranstaltung.


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18 35. Vorarlberger Wirtschaftsforum

Viele fleißige Hände im Festspielhaus BREGENZ Damit eine Großveranstaltung wie das Vorarlberger Wirtschaftsforum über die Bühne gehen kann, braucht es nicht nur die Teilnehmer und die Referenten, sondern viele leißige Hände. Denn erst, wenn alle Komponenten perfekt zusammenspielen, kann man von einem gelungenen Event sprechen. An vorderster Front beim Wirtschaftsforum sind dabei die freundlichen Damen von Garderobe und Empfang, während die Techniker des Festspielhauses mehr im Hintergrund agieren. Aber auch ohne sie und ihr Know-how geht nichts. Und weil man auf einer Veranstaltung nicht nur geistige Nahrung zu sich nehmen sollte, sorgten Zoltan Toth und sein Team von evenTZ Hospitality auch heuer wieder in gewohnt professioneller Manier für die Kulinarik während des ganzen Tages. Das Highlight zum Ausklang ist dabei das traditionelle Weißwurstessen.

Freitag, 9. November 2018 Vorarlberger Nachrichten


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20 35. Vorarlberger Wirtschaftsforum

Freitag, 9. November 2018 Vorarlberger Nachrichten

Eine Großmacht, die sich klein macht Die EU hat gemeinsam mehr erreicht, als oft gesehen wird. Zahlen, Fakten und Initiativen auf einen Blick. Als Binnenmarkt von 28 Ländern ist die Europäische Union eine echte Welthandelsmacht. Die Wirtschaftspolitik der Union hat sich ehrgeizige Ziele auf die Fahnen geschrieben und will mehrere Aufgaben lösen - nicht immer einfach: Die EU will Wachstum durch Investitionen in Energie und Forschung fördern und gleichzeitig die BREGENZ

Umweltauswirkungen der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung möglichst gering halten. Sie muss in einigen Bereichen auch auholen, was verpasst wurde (siehe dazu die Graiken) BRUTTOINLANDSPRODUKT Die Wirtschaft der Europäischen Union ist gemessen am Gesamtwert aller produzierten Waren und Dienst-

leistungen (BIP) größer als die Wirtschaft der Vereinigten Staaten. BIP der EU im Jahr 2017: 15,3 Billionen Euro. HANDEL Über 64 Prozent des Gesamthandels der EU-Länder erfolgt mit anderen EU-Ländern. Obwohl der Anteil der EU an der Weltbevölkerung lediglich 6,9 Prozent beträgt, macht der Handel zwischen

der EU und der restlichen Welt rund 15,6 Prozent der weltweiten Ein- und Ausfuhren aus. Die EU ist neben den Vereinigten Staaten und China einer der drei größten Weltakteure im internationalen Handel. Auf die 28 EU-Mitgliedstaaten entiel 2016 der zweitgrößte Anteil der weltweiten Ein- und Ausfuhren von Waren.

VN-GRAFIK, QUELLE: APA

Ihre Exporte machten 15,6 Prozent der Gesamtausfuhren weltweit aus. Erstmals seit Gründung der EU wurden sie 2014 von den Ausfuhren Chinas übertrofen (16,1 Prozent, Anstieg auf 17,0 Prozent im Jahr 2016). Sie lagen aber noch über denen der Vereinigten Staaten (11,8 Prozent). Die USA hatten einen größeren Anteil an den weltweiten Einfuhren (17,6 Prozent) als die EU-Länder (14,8 Prozent) oder China (12,4 Prozent). BEVÖLKERUNG In der EU leben 508 Millionen Menschen auf einer Fläche von mehr als vier Millionen Quadratkilometern nach China und Indien die drittgrößte Bevölkerung der Welt. Flächenmäßig ist Frankreich das größte und Malta das kleinste Land der EU. EU-BEAMTE Die Europäische Kommission beschäftigt rund 32.000 Personen. Zum Vergleich: die Stadt Wien 65.000. EXPORTE


Unternehmer sein bedeutet Chancen ergreifen.

DIE BANK FÜR UNTERNEHMER In Chancen denken, bewusst handeln. Warum können wir uns in Sie hineinversetzen? Weil auch wir Unternehmer sind und wie Sie agieren: als Stratege und Macher, als Entscheider und Fachmann, als Bewahrer und Innovator. Ein exzellenter Ruf, Klarheit ohne Umwege und ein Betreuungsteam, das Ihr Geschäftsmodell versteht. Das macht uns zur idealen Hausbank für eigentümergeführte, exportorientierte Mittelstandsbetriebe. Ihrem Erfolg verpflichtet. Unserem Weg verbunden. Seit 114 Jahren. btv.at/firmenkunden


„Unternehmertum auf Vorarlberger Art, das heißt, nicht nur auf sich selber schauen, sondern auch für das größere Ganze eine Verantwortung spüren.“ Hans Peter Metzler Präsident Wirtschaftskammer Vorarlberg

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