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Umwelt und Natur ERFAHREN – ERLEBEN – LERNEN – WOHLFÜHLEN

mit offener Struktur

Bildungskonzept


Konzept: Offener Umwelt- und Naturkindergarten Mäder

Umwelt und Natur ERFAHREN – ERLEBEN – LERNEN – WOHLFÜHLEN

mit offener Struktur

Bildungskonzept des Gemeindekindergartens Mäder

Erarbeitet von

Kornelia Flatz, Karin Vogler (Konzeptleitung)

Rosmarie Lamprecht, Kornelia Ender, Christine Pfattner, Silvia Seeber, Diana Rusch, Isolde Fussenegger, Sonia Gehrer

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Konzept: Offener Umwelt- und Naturkindergarten Mäder

Sind sie älter geworden, gib ihnen Flügel.

Solange die Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln. Unser Leitsatz:

„Durch Erfahren, Erleben und Wohlfühlen lernen, die Natur und Umwelt zu begreifen.“

Liebe Eltern, Gemeinde und Interessierte! Wir hoffen, dass Sie viel Freude am Lesen haben und unsere Arbeit besser verstehen lernen.

Wir möchten Ihnen mit dieser Konzeption einen Einblick in unsere pädagogische Arbeit geben und Ihnen allgemeine Informationen über unsere Einrichtung vermitteln. Das Konzept soll Ihnen und Ihrem Kind helfen, unsere Arbeit und die dahinter stehenden Grundsätze zu verstehen und sie so weit als möglich zu unterstützen.

Mit lieben Wünschen für Sie alle Ihr Kindergartenteam

Erkläre mir und ich vergesse.

Versetzen Sie sich beim Lesen des Folgenden bitte in Ihre eigene Kindheit und denken Sie daran, was Ihnen als Kind Freude und Spaß bereitet hat. Sicher möchten Sie Ihrem Kind auch eine unbeschwerte und glückliche Kindheit ermöglichen, damit es zu einem lebensbejahenden Menschen heranwachsen kann.

Zeige mir und ich erinnere.

In unserer "offenen" Umwelt des Naturkindergarten haben wir die notwendigen Voraussetzungen für eine positive Entwicklung geschaffen, indem wir den Kindern vielfältige Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten bieten.

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Lass es mich tun und ich begreife. 3

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Konfuzius


Konzept: Offener Umwelt- und Naturkindergarten M채der

Vorwort:

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Konzept: Offener Umwelt- und Naturkindergarten Mäder

Der offene Umwelt und Naturkindergarten Mäder Inhalt Vorwort des Kindergartenteams: Vorwort der Gemeinde: Inhalt Allgemeine Grundsätze und pädagogische Prinzipien:

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Recht des Kindes

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Gesellschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen in Österreich Pädagogische Prinzipien

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Kindergarten Mäder früher – heute

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Die Gesellschaftlichen Veränderungen

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Was bedeutet offener Kindergarten?

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1) Veränderte Sichtweise der Kinder 2) Veränderte Rolle des Kindergartenpersonals 3) Veränderte Angebotsstruktur

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a. Der Tag im offenen Umwelt und Naturkindergarten Mäder • • • • •

Impuls: Angebot: Stammgruppe: Jausenstüble: Regel und Grenzen im offenen Kindergarten

b. Ganztagsbetreuung im Umwelt- und Naturkindergarten Mäder c. Schwerpunktnachmittage: •

Projekte: Lirum Larum Löffelstiel Mäder drumherum Künstlertreff Kunterbunt Wo die Wilden Kerle wohnen

4) Ein verändertes Raumkonzept Funktionsräume) • Großbaustelle • Kognitiver Bereich Erlebnisraum Montessori • Atelier • Stüble • In der Kindergartenexpositur 5) Veränderte Zusammenarbeit mit der Gemeinde

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Umwelt im Offenen Umwelt und Naturkindergarten Mäder 1) Ökopsychologie 2) Umweltbildung

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Schwerpunkt Natur 1) Was ist Psychomotorik 2) Das Leben und Lernen mit allen Sinnen in der Naturzone Mäder

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Unsere Elternarbeit 1) Eltern – Kinder Kindergartenpädagogin 2) Eltern – Kindergärtnerin 3) Elternmitgestaltung, Mitbestimmung und Mitarbeit.

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Das Spiel im offenen Umwelt und Naturkindergarten Mäder • das freie Spiel • das gelenkte Spiel

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Beobachtung • Begriffsklärung: • Ziele der Entwicklungsbeobachtung sind: • Weitere Schritte:

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Die Beobachtung konzentriert sich auf folgende Aspekte

Qualitätssicherung im Kindergarten P Planung U Umsetzung M Monitoring E Evaluation

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Zusammenarbeit und Fortbildung im Team 1) Zeiten für Planung und Gespräch

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Brauchtumspflege und Feste Nachwort

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Literaturhinweise

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Der offene Umwelt- und Naturkindergarten Mäder

Ein Lebens- und Erfahrungsraum zum Wohlfühlen für Kinder, Eltern, Mitarbeiter und Träger

Allgemeine Grundsätze und pädagogische Prinzipien erleben zu lassen und jedem einzelnen Kind die Möglichkeit zu geben, seine eigene soziale Rolle innerhalb der Gruppe zu erfahren, wobei ein partnerschaftliches, gewaltfreies und gleichberechtigtes Miteinander, insbesondere auch der Geschlechter untereinander, erlernt werden soll.

Wir treten ein für die Wertschätzung, Achtung und Würde des Kindes.

Der Kindergarten ist eine sozialpädagogische Einrichtung und hat neben der Betreuungsaufgabe einen eigenständigen Erziehungsund Bildungsauftrag als Elementarbereich des Bildungssystems. Die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung des Kindes und die Beratung und Information der Erziehungsberechtigten sind von wesentlicher Bedeutung. Der Kindergarten ergänzt und unterstützt dadurch die Erziehung des Kindes in der Familie. Der Kindergarten hat seinen Erziehungs- und Bildungsauftrag im ständigen Kontakt mit der Familie und anderen Erziehungsberechtigten durchzuführen und insbesondere o o o o o

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die Lebenssituation jedes Kindes zu berücksichtigen, dem Kind zur größtmöglichen Selbstständigkeit und Eigenaktivität zu verhelfen, seine Lernfreude anzuregen und zu stärken, dem Kind zu ermöglichen, seine emotionalen Kräfte aufzubauen, die schöpferischen Kräfte des Kindes unter Berücksichtigung seiner individuellen Neigungen und Begabungen zu fördern, dem Kind Grundwissen über seinen Körper zu vermitteln und seine körperliche Entwicklung zu fördern, die Entfaltung der geistigen Fähigkeiten und der Interessen des Kindes zu unterstützen und ihm dabei durch ein breites Angebot von Erfahrungsmöglichkeiten elementare Kenntnisse der Umwelt zu vermitteln.

Die Integration behinderter Kinder soll besonders gefördert werden. Behinderte und nicht behinderte Kinder sollen positive Wirkungsmöglichkeiten und Aufgaben innerhalb des Zusammenlebens erkennen und altersgemäße demokratische Verhaltensweisen einüben können. Auch gegenüber anderen Kulturen und Weltanschauungen soll Verständnis entwickelt und Toleranz gefördert werden. Aus: Gesetz über Tageseinrichtungen für Kinder

Der Kindergarten hat dabei die Aufgabe, das Kind unterschiedliche soziale Verhaltensweisen, Situationen und Probleme bewusst •

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Das Recht des Kindes


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Die Bestimmungen der UNO-Konvention dienen im Wesentlichen dem Schutz von Kindern, der Bereitstellung von Ressourcen für Kinder und ihrer Partizipation an der Gesellschaft. Einige uns wichtige Grundrechte der Kinder, auf die wir besonders Wert legen, sind folgende:

Kinder o sind aktive Lerner o lernen in sozialen Zusammenhängen o lernen durch spielerische Aktivität und aktives Spiel o brauchen emotionale Sicherheit und Zuwendung als Basis für kindliche Lernprozesse und die Entwicklung ihrer Selbst o lernen durch Teilhabe und Aushandlung o haben das Recht auf Anerkennung ihrer Individualität

Person Beziehung Lebensraum Soziale Sicherheit Freie Meinung Freizeit und Kultur Privatsphäre Information Schutz vor körperlicher und geistiger Gewaltanwendung •

Gesellschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen in Österreich:

Der moderne Kindergarten kann nur erfolgreich geführt werden, wenn er sich am aktuellen gesellschaftlichen Geschehen orientiert, aber seine historischen Wurzeln nicht aus den Augen verliert.

Die Kindergartenpädagogin o ist Gestalterin einer anregenden Lern – Erfahrungsumwelt o Dialogpartnerin und Impulsgeberin o orientiert ihre Arbeit an der Lebenswelt dem Bedarf der Kinder und Eltern o ist geprüfte Fachperson in Fragen Erziehung, Bildung und Förderung Kinder

Der Kindergarten Mäder orientiert sich nach: o Vorarlberger Kindergartengesetz o Österreichischer Bildungskonzept „Bildung und Erziehung im Kindergarten“ (C. Niederle) •

und der der

Die Einrichtung o sichert allen Kindern – unabhängig von Geschlecht, Herkunft, und sozialem Status – Lern- und Entwicklungschancen o fördert durch Begegnungsangebote in der Natur selbstständiges Entdecken (Piaget), und eine wertschätzende, achtsame Beziehung zu Natur und Umwelt

Pädagogische Prinzipien

Aus dem Zusammenhang der vorhergehenden Ausführungen ergeben sich wichtige Grundsätze für die Gestaltung der pädagogischen Arbeit in unserem Umweltkindergarten, die uns bei der Erstellung unseres Konzepts geleitet haben:

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und

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Kindergarten Mäder früher – heute 1969 konnte durch die frei gewordenen Räume der ehemaligen Volksschule Mäder der passende Raum gefunden werden, um einen eingrüppigen Kindergarten mit der Kindergärtnerin Rosina Spalt zu eröffnen Schon 1970 wurde wegen der großen Nachfrage ein weiterer Raum zur Gruppenteilung zur Verfügung gestellt. Ein Jahr darauf finanzierte die Gemeinde Mäder Turn- und Spielgeräte für den Spielplatz. Von 1980 bis 1990 wurde der Kindergarten zweigruppig geführt und das Personal konstant auf 2 Kindergärtnerinnen und eine Kindergartenhelferin aufgestockt.

1990 wurde das aktuelle Kindergartengebäude mit 3 Gruppenräumen und diversen Nebenräumen durch Bürgermeister Hildebert Ender und Architekt Dipl. Ing. Klaus Pfeifer seiner Funktion übergeben. Aus Platzgründen installierte die Gemeinde 1999 in der benachbarten Volksschule weitere Räumlichkeiten für eine vierte Kindergartengruppe.

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Die gesellschaftlichen Veränderungen dass wir in einer anderen Welt aufgewachsen sind.

Wie lebten eigentlich die Kinder in der guten alten Zeit? Und wie lebten die Eltern? Erziehungsziele wurden verfolgt?

Welche

Wir sind offen für Veränderung.

Diese und ähnliche Fragen stellt man sich, wenn man versucht, die veränderten Kindheiten von früher und heute zu verstehen.

Ein großer Teil unserer Generation ist in so genannten intakten Familien aufgewachsen. Der Vater sorgte für den Lebensunterhalt und die Mutter für den Haushalt. Am Vormittag waren die Kinder im Kindergarten und wurden von den netten Tanten versorgt. Dort lernten sie ein angemessenes Sozialverhalten, lustige Spiele und wurden mit gezielten Beschäftigungen auf die Schule vorbereitet. Nachmittags konnten sie mit den anderen Kindern des Wohnviertels draußen spielen.

Kindheit am Anfang dieses Jahrhunderts bedeutete Erziehung zu Gehorsam, Unterwürfigkeit und Patriotismus. Körperliche Gewalt und Misshandlungen gegen Kinder gehörten damals zu den alltäglichen Dingen des Lebens. Daran hat sich im Laufe der Zeit – GOTT SEI DANK – einiges geändert.

Heute finden sich neben der klassischen Familie noch viele andere Formen des Zusammenlebens. Die Zahl der allein erziehenden Mütter wird immer größer.

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Alleinerzieher

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Ausländerkinder

4 2 0 1996 1998 2000 2002 2004 Statistik Kindergarten Mäder

Traditionelle Werte wie Gehorsam, Verpflichtung, Ordnung und Unterordnung, religiöse und kirchliche Bindungen verlieren mehr und mehr ihre Bedeutung. An ihre Stelle treten neue Werte wie Selbstständigkeit, Durchsetzungsfähigkeit, Lebensfreude und Konsum. Wir leben in einer Zeit, in der allgemein verbindliche Werte

Blicken wir Eltern von heute einmal auf unsere Kindheit zurück (es ist immerhin schon ca. 30 Jahre her), haben wir manchmal das Gefühl,

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schwammig geworden sind, und es wird immer schwieriger, den Kindern brauchbare Orientierungshilfen zu geben.

Wir sind offen für eigenverantwortliches Handeln und Tun des Kindes.

Wie können wir unseren Kindern das Spielen mit anderen Kindern ermöglichen und sie gleichzeitig in ihren Stärken und Interessen fördern?

An dieser Stelle merkt man, dass ein Kindergartenplatz schon lange nicht mehr nur für Kinder berufstätiger Eltern sehr wichtig ist. Der Kindergarten bietet den Kindern Entwicklungsmöglichkeiten, die man im privaten Rahmen nicht mehr schaffen kann. Außerhalb des Kindergartens sind viele Kinder in Vereinen oder organisierten Freizeitgruppen tätig. Doch wo bleibt dann die heute so wichtige FREIZEIT, die SPIELZEIT der Kinder?

Und wer schickt seine Kinder ohne schlechtes Gewissen alleine nach draußen zum Spielen und bevorzugt nicht wenigstens ab und zu das Stillsitzen der Kinder vor verschiedenen Medien wie Fernseher, Computer und Game Boy?

Wer sich die Zeit nimmt, über diese Thematik intensiv nachzudenken, wird feststellen, dass es gut ist, wenn sich der Kindergarten auf diese veränderte Kindheit einstellt und sich genauso weiterentwickelt wie unsere Kinder. Viele Veränderungen sind zu Beginn fremd, und Fremdes stößt oft auf Ablehnung. Wir, die Mitarbeiterinnen des Kindergartens, setzen uns dafür ein, dass auch „moderne Kindheiten" schöne Kindheiten sind.

Was bedeutet offener Kindergarten? "Offener Kindergarten" ist ein zusammenfassender Begriff, der für viele Bereiche der pädagogischen Arbeit im Kindergarten steht. Insofern ist dies nicht mit einem Satz zu beantworten. "Offene Arbeit" verwirklicht sich in allen Bereichen der Begleitung der Kinder.

können und ungestört in einer entspannten und ruhigen Atmosphäre spielen und lernen.

Durch die größeren Entfaltungsmöglichkeiten erfahren die Kinder eine Bereicherung ihres Umfeldes und werden offener für Neues und Anderes.

1. Veränderte Sichtweise der Kinder

Sichtweisen der offenen Kindergartenarbeit:

Hier möchten wir wichtige Gedanken und Sichtweisen großer Pädagogen einfließen lassen. So sprachen diese Reformer von einer „Pädagogik vom Kinde aus“.

Offenheit bedeutet vor allem offen sein für die Bedürfnisse der Kinder, ihre Wünsche, ihre Entwicklungsstufen, ihre Entfaltungswünsche. Sie bieten uns allen einen Lebens- und Erfahrungsraum, um sich wohl zu fühlen. Unsere verschiedenen Erlebnisbereiche führen dazu, dass die Kinder mit viel Eigenständigkeit ihre Ich-, Wir- und Sachkompetenz entwickeln

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Wir lösen uns von der Vorstellung, das Kind zum Objekt erzieherischen Handelns zu machen und wollen keine Akteure für die Entwicklung des Kindes sein.

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Jean Piaget (1896 – 1980)

Janusz Korczak (1878 – 1942)

Nach Jean Piaget ist Entwicklung ein konstruktiver, spontaner und selbstgerichteter Vorgang, den der Mensch eigenverantwortlich gestaltet und steuert. So ist das Kind „Akteur seiner Entwicklung“. Er fordert nicht, dass Kinder alles tun können, was sie wollen, verlangt aber, dass sie das wollen, was sie tun.

Korczak lag es fern ein pädagogisches System aufzubauen. Vielmehr suchte er nach dem Wesentlichen in einer Situation – und versuchte den Menschen in seiner Einmaligkeit zu entdecken und zu beschreiben. Für ihn war der oberste Grundsatz die uneingeschränkte Liebe zum Kind und die Achtung der kindlichen Persönlichkeit. Er sagt: „Wir sollten Achtung haben vor der gegenwärtigen Stunde, vor dem heutigen Tag. Wie soll das Kind imstande sein, morgen zu leben, wenn wir ihm heute nicht gestatten, ein vertrauensvolles, bewusstes Leben zu führen?“

Maria Montessori (1870 – 1952) „Das Kind ist Baumeister des Menschen“. Nach Maria Montessori formen nicht Erwachsene das Kind, sondern das Kind entwickelt sich von Geburt an nach seinem inneren Bauplan. Kinder müssen ihre Tätigkeit frei wählen können, ihren Spielpartner, ihr Tempo sowie die Dauer der Beschäftigung selbst bestimmen und außerdem in ihrer Umwelt Materialien vorfinden, mit denen sie sich selbstständig handelnd auseinander setzen können.

Wir sind offen für zeitgerechte pädagogische Ansätze.

2. Veränderte Rolle des Kindergartenpersonals Entsprechend dem veränderten Bild vom Kind stellt Beobachten den Grundstein der Arbeit im Kindergarten dar: Aufgabe der Pädagogin ist es, Kinder in ihren Tätigkeiten und Handlungen intensiv und gezielt zu beobachten und dies zu dokumentieren. Im Gespräch mit Kolleginnen werden Beobachtungsergebnisse und Handlungsmöglichkeiten diskutiert, reflektiert sowie für weitere methodisch-didaktische Planungsschritte verwertet. Die Kindergartenpädagogin ist Fachperson für die verschiedensten Aspekte der Begleitung von Kindern und Eltern . Zu ihrem Aufgabenfeld gehören weiters die Kooperation mit dem Träger, die Vernetzung mit der Gemeinde sowie institutionsübergreifendes Arbeiten.

Margarete Schörl (1912 – 1991) Nach Margarete Schörl ist dem Kleinkind sein Tun wichtiger als das Ziel seines Tuns. Darum sollen Kinder immer neu mit Spielraum, Spielbedingungen und Spielideen experimentieren können und nicht mit Spielzeug abgefertigt und beschäftigt werden. Schörl weist vielfach auf die Spontanaktivität des Kindes hin und sagt: „Kein Erzieher oder Lehrer kann Spontanaktivität im Kind ersetzen.“ Jedoch können viele Verbote, Gebote, Anleitungen und Einstellungen Spontanaktivität verhindern.

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Wir machen Angebote, weil wir uns an den Interessen und Bedürfnissen unserer Kinder orientieren, . Die Kinder kommen mit Fragen und Anliegen und signalisieren uns in vielen Dingen, dass sie unsere Unterstützung und Anleitung wollen. Sie fordern uns dazu heraus, ihnen unsere Erfahrungen, unser Wissen, unseren Sachverstand, aber vor allem unser Verständnis für ihr Lernen über Spiel und Bewegung zur Verfügung zu stellen.. Kinder haben Wissenshunger, sie wollen Sachinformationen über Dinge, die sie interessieren und beschäftigen. Dies alles bieten wir in der Zeit des "Angebotes".

3. Veränderte Angebotsstruktur a. Der Tag im offenen Umwelt- und Naturkindergarten Mäder 7.30 – 8.30 8.30 – 9.00 9.00 – 11.00 11.00 – 11.30

Ankommen und Freispiel Morgenkreis in der Stammgruppe Freispiel mit Impulsen und Angeboten. Ausklang und Abschied

• Impuls: Das spontane Aufgreifen und Verfestigen von aktuellen Bedürfnissen der Kinder.

Wir sind offen für aktive und eigene Entscheidungen des Kindes.

Beispiel: Ein Kind erzählt vom jungen Hund zu Hause und spielt dieses Tier nach. Das Interesse dieses Kindes, aber auch seiner Freunde, wird durch aktive Unterstützung der Kindergärtnerin begleitet (Hundeleine, Hundegeschichte, Hundebesuch, Hundebuch ...)

Bei jeder Planung von Angeboten sind vor allem die Interessen und Bedürfnisse der Kinder zu berücksichtigen: o Kinder zu lassen und Kinder zu fordern, o Leistungsverhalten wachsen zu lassen im Spiel und Leistungsverhalten anzuregen und zu steigern im gezieltem Tun, o Kinder selbstbestimmt handeln zu lassen und über Angebote und Projekte neues Lernen anzuregen und herauszufordern, o Kinder ihr Akteur-Sein zu ermöglichen und als Erwachsene selbst Akteure sein wollen. Wenn offen mit den Kindern geplant wird und sie selbsttätig forschen, ausprobieren und organisieren können, ist jedes Angebot für Kinder interessant. Kinder haben Hunger auf neue Erfahrungen und spannende Erlebnisse. Wenn Angebote durch situativen Bezug mit den Kindern geplant werden, sind diese motiviert und haben Lust und Freude am gemeinsamen Tun.

• Angebot: Zunächst betrachten wir den Lebensraum Kindergarten mit all seinen Möglichkeiten als Angebot an die Kinder. Wir haben unseren Kindergarten so gestaltet, dass die Kinder zum selbstbestimmten Tun herausgefordert werden. Wir Mitarbeiterinnen wollen keine "Animateure" sein, sondern engagierte Begleiterinnen, die so wenig wie möglich eingreifen, damit sich wirklich selbstständiges Handeln und Spielen entwickeln kann.

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Dabei halten wir an einem Grundprinzip fest: nicht für die Kinder handeln, sondern mit ihnen planen und sich gemeinsam auf den Weg machen ins "Abenteuer Leben". Es gibt Themen in unserem Kindergarten, die immer wieder vorkommen:

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Beobachtungen in Natur und Umwelt, jahreszeitliches Brauchtum, Waldwochen, Schulprojekt: Kinder auf die neue Situation Schule vorbereiten, Berufe kennen lernen, Kennenlernen fremder Kulturen, mit der Natur im Einklang leben, genügsam sein und Verantwortung für die Umwelt tragen, Tiere.

Gestaltung des Tagesablaufes gibt, muss es auch Regeln und Grenzen geben, an die sich alle Beteiligten verbindlich halten müssen. Sie geben allen einen festen und verlässlichen Rahmen für den Alltag. Dabei ist es uns wichtig, dass es nicht zu viele Regeln gibt, die in ihrer Einhaltung undurchschaubar werden, sondern möglichst wenige, klare und für Kinder nachvollziehbare Regeln. Die Folgen einer Regelverletzung müssen den Kindern bekannt sein. Darüber hinaus gibt es, je nach Situation – die Kinder fragen uns – flexible Absprachen zwischen ihnen und uns. Unsere offene Atmosphäre trägt dazu bei, dass wir Absprachen treffen, die wir nicht kontrollieren müssen. Hier ist die Basis für unser Vertrauen zu unseren Kindern. Wir haben den Eindruck, die Kinder spüren, dass wir ihre Interessen ernst nehmen und diesen auch nachgehen. Unser Anliegen die Regeln einzuhalten ist die Basis gegenseitiger Achtung und Gleichberechtigung der Bedürfnisse aller. Beispiel: Wenn sich ein Kind für ein Angebot entscheidet, bleibt es dabei (begrenzte Kinderzahlen im Funktionsräumen ...).

Stammgruppe: In unserem Kindergarten sind die Kinder vier Stammgruppen zugeordnet. Uns Mitarbeiterinnen ist es wichtig, dass Kinder und Eltern sich einer Gruppe zugehörig fühlen, um sich bei uns besser orientieren zu können. Es erleichtert Kindern und Eltern den Einstieg in unseren Kindergarten, wenn sie wissen, dass sie sich mit ihren Fragen, ihren Sorgen und Nöten an eine feste Bezugsperson wenden können. Ohne Stammgruppen könnten wir uns unsere so praktizierte offene Arbeit nicht vorstellen. Das tägliche Ritual des Morgenkreises in der Stammgruppe gibt den Kindern eine größere Sicherheit, auch erfahren sie den Zusammenhalt und die Gemeinschaft einer Gruppe.

Regeln sind dazu da, die Umgebung entspannt zu halten – nicht um über ein Kind zu bestimmen, was es tun soll. b. Ganztagsbetreuung im Umweltund Naturkindergarten Mäder 7.00 – 8.30

• Jausenstüble: Das Jausenkonzept wird mit den Eltern gemeinsam erarbeitet, es wird unsererseits an ein Jausenbuffett mit den Schwerpunkten: Gesunde Ernährung, Abfallvermeidung und Fairer Handel gedacht.

8.30 – 9.00 9.00 – 11.30 11.30 – 13.30 13.30 – 15.30

Regeln und Grenzen im offenen Kindergarten: So wie es in unserem Kindergarten einen großen Freiraum für die individuelle

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15.30 – 17.30

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Ankommen, frühstücken, freies Spiel Morgenkreis in der Stammgruppe Freies Spiel und Angebot im offenen Kindergarten Mittagstisch Schwerpunktnachmittag im offenen Kindergarten (außer Mittwoch) Nachmittagsbetreuung


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Nach getaner Kindergartenarbeit kommen die Kinder in die Wohlfühloase zurück, um gemeinsam Mittag zu essen, sich vom Morgen auszuruhen oder/ und im kleinen Rahmen zu spielen.

Für die meisten Eltern ist eine zuverlässige Kinderbetreuung der entscheidende Punkt, Familie und Beruf in Einklang zu bringen. Qualitativ gute und leicht erreichbare Einrichtungen für Kindergartenkinder sind ein wichtiger Beitrag seitens der Gemeinde, die vielfältigen Lebensformen von Kindern und Eltern zu stützen und zu entlasten. Unsere Ganztagsgruppe soll eine Wohlfühloase für Kind und Eltern sein.

Schwerpunktnachmittage im offenen Kindergarten 13.30 Uhr bis 15.30 Uhr Auch die Kinder der Ganztagsgruppe besuchen ihre ausgewählten Projektnachmittage.

Glück ist, das zu mögen, was man muss und das zu dürfen, was man mag.

Henry Ford

Nachmittagsbetreuung von 15.30 Uhr bis 17.30 Uhr Dei Kinder, die die verlängerten Öffnungszeiten am Nachmittag in Anspruch nehmen, kommen wieder in die Stammgruppe zurück und lassen den Tag mit freiem Spiel und mitgebrachter Jause ausklingen, um denn flexibel von den Eltern abgeholt zu werden. c. Schwerpunktnachmittage

Wir sind offen für familienfreundliche ◊ Zeitlicher Ablauf: Atmosphäre Willkommensphase von 7.00 Uhr bis 8.30 Uhr Während dieser Zeit kann das Kind nach seinen Bedürfnissen mit dem Spiel in verschiedenen Spielbereichen beginnen, sein mitgebrachtes Frühstück essen oder sich noch für eine Weile in der Schlummerwolke zurückziehen, um dann gemeinsam mit seinen Spielkameraden nach dem gemeinsamen Morgenkreis in der Stammgruppe um 9.00 Uhr in den offenen Kindergarten zu gehen. Mittagsbetreuung von 11.30 Uhr 13.30 Uhr

flexibel bis

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Montag

13.30 – 15.30

Dienstag

13.30 – 15.30

Mittwoch

13.30 – 18.00

Donnerstag

13.30 – 15.30

Freitag

13.30 – 15.30

Lirum Larum Löffelstiel (Sprache) Mäder Drumherum (Natur- und Sachbegegnung) Reflexion, Planung Vorbereitung Künstlertreff Kunterbunt (Kreativität und Fantasie) Wo die wilden Kerle wohnen (Sport und Natur)

Dreimal jährlich besteht die Möglichkeit, die Kinder für einen oder mehrere Schwerpunkt-

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motiviert und steigen aktiv und begeistert in das Projekt ein.

nachmittage und deren Projekte anzumelden. Aufgrund der Personalsituation ist die Teilnehmerzahl pro Nachmittag auf 45 Kinder begrenzt. •

Lirum Larum Löffelstiel

Projekte:

Projekte sind für uns Vorhaben, die aus einer ganzen Reihe unterschiedlicher Aktivitäten und Angebote zu einem Thema entstehen. Es sind Themen, die über einen längeren Zeitraum für die Kinder angeboten werden. Sie müssen aber nicht immer von allen Mitarbeiterinnen durchgeführt und für alle Kinder unseres Kindergartens geplant und aktuell sein. Z. B. hat jede Mitarbeiterin in speziellen Bereichen ihre eigenen Fähigkeiten und Neigungen, die sie entsprechend einsetzt; somit haben wir eine große Spannweite an Schwerpunkten. Durch das Arbeiten in Projekten bieten wir den Kindern vielfältige Möglichkeiten der Beteiligung. Projekte sind inhaltlich anspruchsvoll gestaltet und sprechen die Lust am Lernen und den Erlebnishunger der Kinder besonders an. Diese Form der Arbeit gibt uns die Möglichkeit, neben alltäglichen Angeboten andere Elemente in die Praxis aufzunehmen und für neue Erlebnisse der Kinder und der Erwachsenen innerhalb und außerhalb des Kindergartens zu sorgen. Wir Kindergärtnerinnen sind Begleiterinnen und begeben uns im Projekt mit den Kindern auf den Weg des Forschens und gewinnen immer wieder neue Erkenntnisse. Durch die Projekte spüren die Kinder eine noch größere “Lust auf die Welt”, als wir sie ihnen in unserer alltäglichen Arbeit im Kindergarten schon bieten, denn Projekte bieten uns und den Kindern eine Erweiterung unseres Handlungsspielraumes und somit neue Spielund Lernmöglichkeiten auch außerhalb des Kindergartengeländes. Bei dem Projektthema “Schule” sind die Kinder beteiligt, die im folgenden Jahr die Schule besuchen werden. Kinder wollen groß werden, alles selbst ausprobieren und machen, sie wollen ihr Können erweitern und haben in den Projekten die Möglichkeit zur Mitgestaltung und aktiver Mitwirkung. Haben Projektthemen einen situativen Bezug, sind Kinder besonders

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Sprache ist viel mehr als das, was mit dem Mund geschieht. Sprache ist der Zugang zur Welt. Alle Sinne müssen bei der Aufnahme, der Verarbeitung und der Produktion der Sprache integriert werden.

Blaues Blaubeerenmus bleibt blau, wenn blaues Blaubeerenmus blau bleibt. In jeder Kindergruppe in Mäder gibt es Kinder mit Sprachverzögerungen und Auffälligkeiten. Für einige Kinder ist Deutsch die Zweitsprache. Für andere ist eine zweite Sprache ( Englisch, Spanisch ...) von großem Interesse. Im offenen Umwelt- und Naturkindergarten Mäder unterstützen wir die integrative Sprachförderung. Beispiele: o „Das kommt mir aber spanisch vor“: Lateinamerikanische Kulturvermittlung mit Spracherlebnissen. o „Blaues Blaubeerenmus“: Sprachförderung mit allen Sinnen – schmecken, schlecken, strecken, lecken. Mäder drumherum In der Natur eignen sich Kinder grundlegende Kompetenzen an, die sie für die ganzheitliche Entwicklung brauchen. Durch den Erlebnisraum Mäder erfährt das Kind eine intensive

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Auseinandersetzung und ureigenen Forscherdrang.

entdeckt

seinen

Künstlertreff Kunterbunt

Um kreativ zu sein, muss man manchmal aus der Reihe tanzen. Kreativität und Phantasie spielen eine wichtige Grundlage für jedes spätere Lernen. In seinem Tun liegt eine Vielfalt von sozialem und emotionalem Potenzial, das sich durch wertschätzende Begleitung der Erwachsenen entwickeln und heranreifen kann.

In ihrem Umwelterleben sind die Kinder aktive und verantwortungsvolle Mitgestalter der Gemeinde. Beispiel: o E5 zu Gast im Kindergarten (Energieprojekt) o Karlchen Schlaufuchs ( Schulprojekt) o Übrm Kumma flügand Breama (ich schütze, was ich liebe)

Kinder kennen weder Vergangenheit noch Zukunft. Und – was uns Erwachsenen kaum passiert – sie genießen die Gegenwart.

Beispiele o Tausendsassa Hundertwasser o Galaxie Fantasie Wo die Wilden Kerle wohnen Durch Bewegung entsteht Körperbewusstsein. Das Selbstvertrauen wird gestärkt, Abwehrkräfte werden mobilisiert. Bewegung wirkt sich positiv auf den gesamten Bewegungsapparat aus. Wir trauen uns zu jeder Jahreszeit und bei jeder Witterung hinaus. Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung. Beispiele; Aufgepasst, rasende Racker (Rollerskaten, Scooter fahren, Landhockey, Seifenkisten ...)

Jean Bruyere

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Im Wald, da sind die Räuber (Waldabenteuer)

lange es möchte und daran interessiert ist. Abschließend wird alles wieder ordentlich auf

4. Ein verändertes Raumkonzept (Funktionsräume)

dem anstammten Platz im Regal eingeräumt. Wir Erzieherinnen geben auf Wunsch eine Einführung, ebenso gut kann auch ein älteres Kind einem jüngeren helfen, oder ein Kind auf Grund seiner Beobachtung selbständig damit arbeiten.

Der offene Kindergarten ist das unausgesprochene Angebot: „Komm, geh aus dir heraus, wage etwas hier ist Spielraum, er gehört dir, fülle ihn aus!“ (Gerhard Huber u.a., „Psychomotorik in Theorie und Pädagogik“, Dortmund 1990, S.174) Im Umwelt- und Naturkindergarten Mäder bieten wir den Kindern und Eltern die Möglichkeit einer Ganztagesbetreuung an, die in das Konzept des offenen Kindergartens integriert ist. Der Stammkindergarten ist in verschiedene Erlebnisräume ( Funktionsräume) eingeteilt.

Die Übungen des täglichen Lebens Hier können Kinder schütten und löffeln, nähen und kochen, putzen und waschen, Schuhe putzen, eine Kerze anzünden, Knöpfe schließen und öffnen, Dinge nachempfinden und vor allem praktisch erlernen, was wir Erwachsene spielend und nebenher erledigen. Denn jedes Kind will lernen, strebt nach Selbständigkeit und möchte wie der Erwachsene sein. Montessori erwählte aus ihrer Beobachtung der Kinder den Spruch: „Hilf mir es selbst zu tun“.

• Großbaustelle Die Kinder können mit unterschiedlichem Konstruktionsmaterial ideenreich, großflächig bauen und haben die Möglichkeit, ihr Spiel über Stunden und Tage fortzuführen. Holzbausteine, Natursteine, Rindenstücke.

Es ist genau so wie bei mir zu Hause. Ich könnte mir auch nicht vorstellen, Küche, Büro, Wohnzimmer, Schlafzimmer usw. in einem Raum zu haben.

Kognitiver Bereich Erlebnisraum Montessori In diesem Bereich sind uns die fünf Sinne besonders wichtig. Im alltäglichen Leben werden sie unbewusst angeregt und wir versuchen dies durch gezielten Angebote zu unterstützen, z. B. durch Kimspiele. Die Montessori-Materialien liegen in offenen Regalen nach ihrem Bereich sortiert für die Kinder immer griffbereit zur Verfügung. Es herrscht das Prinzip der Einmaligkeit: Alles ist nur einmal vorhanden. Wird es aus dem Regal geholt, kann das Kind damit umgehen, so

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Die Sinnesmaterialien Alle Sinne werden einzeln angesprochen und durch spezielle Materialien differenziert geschult, als Beispiel nenne ich die Farbtäfelchen. Hier lernt das Kind Farben kennen und benennen, zu assoziieren, Abstufungen zu unterscheiden usw. Es lernt sogar in einem Sprachspiel alle Steigerungsformen der

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Benennung kennen. Es lernt spielerisch anhand von „rosa Turm“, den „roten Stangen“,

ergänzt oder unter einem Themenaspekt eingerichtet.

der „braunen Treppe“, den Einsatzzylindern zu ordnen, zu klassifizieren, zu differenzieren und zu kontrastieren. Dazu gehört auch der Umgang mit Oberflächenbeschaffenheiten, Geräuschen, Geschmacks- und Geruchsrichtungen. Denn nichts ist im Geiste, was vorher nicht in den Sinnen war.

Die kosmischen Materialien Die Welt ist riesengroß und bunt. Deshalb gibt es Experimente und viele Möglichkeiten zu testen. Aber auch: Warum gibt es Tag und Nacht. Welches Tier lebt in Südamerika, welche Spuren hinterlässt ein Hase im Schnee? Wie funktioniert ein Vulkan? Die Jahreszeiten im Wechsel. Wie sieht die Blüte vom innen aus und welche Blattformen gibt es?

Mathematikmaterialien Vom konkreten Material bis hin zu theoretischen Rechenoperationen und dem Eintragen in kleine Rechenheftchen ist alles möglich. Es kann bis 1000 gezählt und Perlen entsprechend der Pfeile zugeordnet werden, es wird wild addiert, multipliziert, dividiert und subtrahiert, es kann das Einmaleins ausgelegt und das Hunderterbrett gefüllt werden. Zahlen werden nachgespürt und ausgemalt. Freude an Zahlen und Riesensummen ist spürbar.

anderen

• Stüble Das Stüble lädt zur gemütlichen Jause ein, sie ist Begegnungsstätte für Kinder und Mitarbeiterinnen.

Sprachmaterialien Lautgetreu kann das Kind Buchstaben legen, dadurch Laute zu Wörtern formen, diese abschreiben, selbstständig erlesen und im Raum den Gegenstand suchen; kleine Aufträge entziffern, diese ausführen, ganze Sätze abschreiben und Buchstaben anmalen; kleine Leseheftchen erlesen, selber Schreibheftchen füllen und sich die Welt der Buchstaben erschließen.

• Atelier Der Kreativraum eröffnet den Kindern Möglichkeiten zum schöpferischen Gestalten.

• Rollenspiel und kosmischer Bereich Verkleidungsutensilien, Puppenküche, Sofa, Matratze, Decken und Kissen sind für die verschiedenartigsten Rollenspiele geeignet. Je nach Bedarf und Interesse wird der Raum gemeinsam mit den Kindern umgeräumt,

Wertvoll Erfahrungen sammeln die Kinder durch den Gebrauch von (Hand-)Werkzeugen. Unsere Werkbank ist daher mit echtem Werkzeug ausgerüstet. Nur so können die Handwerker die Wirklichkeit aus erster Hand erfahren. Nach entsprechender Anleitung

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o Materiallager

trauen wir den Kindern den selbständigen Gebrauch der Werkzeuge zu.

5. Veränderte Zusammenarbeit mit der Gemeinde

Neben der Werkbank haben wir Tische, auf denen bebastelt, gemalt und geknetet wird. Eine Staffelei lädt zum großflächigen Malen ein. Ein Matschtisch, mit Modelliersand gefüllt, eröffnet interessante Tast- und Bauerlebnisse. Jedes Kind hat in diesem Raum eine Eigentumsschublade, in der es seine kleinen Kunstwerke aufbewahren kann.

Die Einbeziehung des Gemeindelebens in die Kindergartenarbeit ist im Grunde kein neuer pädagogischer Bildungsansatz. Im Bildungsplan für den Kindergarten werden im Zusammenhang mit dem Bildungsbereich „Umweltbewältigung“ die Bildungs- und Erziehungsziele „Kennenlernen der näheren und weiteren Umgebung des Kindergartens“ sowie „Kennenlernen öffentlicher Einrichtungen genannt.

Die Kinder haben Zugang zu vielfältigem Materialangebot. •

Bei der gemeindeorientierten Öffnung des

Kindergartenexpositur

Denn was die Kinder heute erleben, das wächst mit ihnen in die Zukunft hinein.

( Aus: Rebecca Wild: Kinder in Pesta)

Hier findet sich der nötige Rückzugsraum für Kinder der Ganztagesgruppe aber auch der Wahrnehmungs- und Sprachförderungsraum für besondere Angebote.

Kindergartens geht es darum, die Kindergartenarbeit stärker an den aktuellen Geschehnissen der Gemeinde – sei es im kommunalen oder kirchlichen Bereich – auszurichten und das Gemeindeleben aktiv mitzugestalten. Der gemeindeorientierte Kindergarten steht mit anderen Institutionen und Einrichtungen der Gemeinde in örtlicher und fachlicher Verbindung. Spiel- und Lernorte für Kinder und Erwachsene werden im Sinne eines ganzheitlichen Bildungskonzeptes vernetzt.

Zusätzlich stehen dem Personal folgende weitere Räume zur Verfügung: o Küche o Büro o Putzraum o Flur

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Konzept: Offener Umwelt- und Naturkindergarten Mäder

Umwelt im Offenen Umwelt- und Naturkindergarten Mäder Kind und Kindergarten befinden sich in einem wechselseitigen Anpassungsprozess: Das bedeutet, dass sich die Bildungs- und Erziehungsarbeit im Kindergarten immer wieder an die wechselnden Bedürfnisse und Fähigkeiten der Kinder anpassen muss.

1) Ökopsychologie

Die ökologische Psychologie sucht menschliches Verhalten aus der Wechselwirkung mit der Umwelt zu erforschen und zu verstehen.

2) Umweltbildung Umweltbildung als Schwerpunkt in Kindertagesstätten ist ein bedeutender Bildungsauftrag und kann von der umweltfreundlichen Betriebsführung ihren Ausgang nehmen oder von der Pädagogik. Beide Teilbereiche sind in der Praxis häufig miteinander verknüpft: In die Veränderung der Betriebsführung können je nach Situation Kinder eingebunden werden – und damit ist die Pädagogik gefragt. Setzt die Umweltbildung bei der Pädagogik an (z. B. in Form von Projekten), so entwickelt sich daraus häufig eine Veränderung der Betriebsführung.

Umwelt und Persönlichkeit sind Systembestandteile, die sich einander gegenseitig bedingen. (Urie Bronfenbrenner)

Ökologie: Wissenschaft von den Wechselwirkungen lebender Organismen mit der Umwelt .

Entwicklung bedeutet nach Urie Bronfenbrenner die Art und Weise, wie ein Individuum seine Umwelt wahrnimmt und sich mit ihr auseinander setzt.

Ein Beispiel: Die Kindergartenpädagogin beobachten, dass viele Kinder immer wieder lange und ausgiebig sehr gerne mit Wasser spielen. Zur gleichen Zeit informiert sie der Träger über gestiegene Gebühren bzgl. des Wasserverbrauchs. Die Erzieherinnen überlegen: Was können wir tun? Welchem Verhalten räumen wir Priorität ein? Sie einigen sich auf zwei Standpunkte: Aufforderung zum Wassersparen; wenn Kinder das Wasser als Spielelement lustvoll nutzen, lehnen sie es ab. Einsparungen beim Brauchwasser (Toilettenspülung, Gartenbewässerung, Spülmaschine u. a. m.) wollen sie gerne vornehmen. Gleichzeitig möchten sie Kinder für das kostbare Nass sensibilisieren. Sie sind offen für die Entwicklung eines Projektes über den Weg des Trinkwassers. Die Kindergärtnerinnen

Aus ökopsychologischer Perspektive wird Entwicklung als lebenslanger Prozess gesehen und bezieht sich auf das sich verändernde Individuum in einer sich wandelnden Welt. Kinder wachsen in verschiedenen Umweltsystemen auf. Der Kindergarten stellt eines dieser Systeme dar, ist aber zugleich in andere Umweltsysteme integriert. Eine seiner Aufgaben ist es, die Vielzahl dieser Systeme für die Kinder transparent zu machen und sie in die Bildungsarbeit einzubeziehen.

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Konzept: Offener Umwelt- und Naturkindergarten Mäder

für

Ernährung, dem Energieverbrauch, Lärmschutz,

den Umwelt- und Naturkindergarten getroffenen Beschlüsse auf das Zuhause übertragen. Daher informieren sie von sich aus die Eltern über ihre Ideen und laden sie zum Mitmachen ein.

den damit verbundenen Weiterentwicklungen technischer Möglichkeiten und nicht zuletzt dem Konsumverhalten allgemein. Die Entwicklungen in in jedem einzelnen Bereich schreiten enorm rasch voran und können nur mit Hilfe von Experten erkannt werden. Niemand erwartet, dass Erzieherinnen Fachleute für Umweltfragen sind, aber sie sollen wissen, dass sie ihr Wissen je nach Situation aktualisieren müssen und sie sollen wissen, wo sie sich Fachwissen holen können. Sie sind also auf Vernetzungspartner angewiesen.

wissen

auch,

dass

viele

Kinder

ihre

Wir befinden uns auf dem Weg in die Wissensgesellschaft. Wissen ist das Kapital unserer Gesellschaft, Wissen ist die Grundlage, auf der sich Bildung vollziehen kann. Das ist Grund genug, sich ein Wissen über die Bedingungen unserer Umwelt anzueignen. Auf jeden Fall sollten Kindergartenpädagoginnen neugierig sein und nicht nachlassen, Fragen zu stellen und Experten zu Rate zu ziehen.

In diesem Beispiel sind die umweltfreundliche Betriebsführung und die Pädagogik miteinander verzahnt. Pädagogisches Handeln dagegen geschieht immer mit aktiver Beteiligung der Kinder sowie nach Möglichkeit mit deren Familien und kann bis in die Verantwortlichkeitsbereiche der Gemeinde hineinreichen.

Kinder brauchen keine Spielsachen, sondern Sachen und Kinder zum Spielen.

Umweltbildung ist niemals wertfrei zu sehen, vielmehr steht sie ganz bewusst für eine Werteerziehung. Umweltbildung ist daher in ethisches Empfinden eingebunden und so eng mit Religionspädagogik verknüpft.

Wir sind offen für öffentliche verkehrsmittel

Kindergartenpädagoginnen haben die Verantwortung, den Kindern Wissen über unsere Umwelt kindgemäß zugänglich zu machen. Die Wege dazu führen o über das Beobachten in einer anregungsreichen Umgebung, o über die Ermunterung zum selbsttätigen Nachforschen, Ausprobieren und Experimentieren, o über das Zugänglichmachen verschiedener Informationsquellen, auch durch Nutzung der neuen Medien.

Beispiele: o Bewahrung der Schöpfung o Achtung vor Andersartigkeit o Achtung vor dem Leben

Umweltbildung baut auf Naturerlebnissen auf, kann jedoch nicht auf die Wissensvermittlung verzichten. Umwelt ist äußerst komplex und beschränkt sich nicht nur auf die Natur. Sie umfasst ebenso die bebaute Umwelt, widmet sich Fragen der

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Konzept: Offener Umwelt- und Naturkindergarten Mäder

Umweltbildung ist auf Vernetzungspartner angewiesen. Aus dem bisher Gesagten geht bereits hervor, dass Kindergartenpädagoginnen verlässliche (und seriöse) Partner brauchen. Bei komplexen Vorgängen können sie sich nicht unbedingt nur auf eine Person verlassen, sondern müssen sich bei anderen Experten rückversichern. Als erstes bieten sich womöglich Väter und Mütter an, die in einer bestimmten Sparte tätig sind sowie die Gemeinde Mäder, die sich die Ökologie als Schwerpunkt gesetzt hat und mit verschiedensten Institutionen verknüpft ist. Umweltbildung bezieht sich auf die aktuelle Situation und auf die Zukunft der Kinder. In der Regel entwickeln sich Projekte zur Umweltbildung aus einer aktuellen Situation heraus. Einige Beispiele: o Im Zusammenhang mit einer Gartenumgestaltung interessieren sich die Kinder für die Lebensbedingungen eines Tieres, z. B. den Igel oder den Regenwurm o Güne Meile o E5 o Sonnenfest o Ökogarten Mäder o Gezielter Einkauf von Fairhandelsprodukten Aus jedem dieser oder ähnlicher Anlässe kann sich ein Projekt entwickeln, das eine Veränderung zugunsten eines gesunden und umweltfreundlichen Lebensstils zum Ziel hat. Die Kinder erleben dabei Erwachsene, die sich für eine Verbesserung ihrer aktuellen Lebensbedingungen stark machen und die sich gleichzeitig für den Erhalt einer gesunden Umwelt einsetzen. Insofern richtet sich Umweltbildung immer auch auf die Zukunft der Kinder. Kinder erkennen das durchaus – auch ohne große Worte – und können daraus Hoffnung für eine lebenswerte Zukunft schöpfen.

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Lasst die Kinder spontan spielen, damit sie sich entwickeln kännen.

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Konzept: Offener Umwelt- und Naturkindergarten Mäder

Schwerpunkt Natur Körperhaltungen und Bewegungen aus. Umgekehrt können Emotionen durch körperliche Aktivitäten beeinflusst werden. So liegt in der Bewegung die Verbindung von Körper, Geist und Seele. Diese in Einklang zu bringen, sehen wir als unsere Aufgabe. Denn Sinne, Motorik, Gefühle und Sprache sind Anfang und Ursprung geistiger Entwicklung. Jean Piaget spricht von der "sensomotorischen Entwicklung" (= die Wahrnehmung mit allen Sinnen). Das heißt, die Basis der Intelligenz ist die Wahrnehmung mit allen Sinnen über die Bewegung. Je mehr die Kinder aus sich heraus durch Bewegung die Umwelt erleben, desto günstiger verläuft die psychische und geistige Entwicklung der Kinder. Alles, was Kinder mit ihren Sinnen greifen können, können sie auch begreifen. Spontaneität, Bewegungsdrang und Neugier sind die Triebfedern für die Entwicklung der Sinne. Und durch Bewegungssituationen entstehen auch immer soziale Lernprozesse. "Psychomotorik" verstehen wir als ein Konzept ganzheitlicher Erziehung und Persönlichkeitsentwicklung durch Wahrnehmung und Bewegung.

Zu einer ganzheitlichen Entwicklung eines Kindes gehört Bewegung unabdingbar dazu, ja sie stellt eine Grundlage für die geistige und seelische Entwicklung dar. Mit einem Fachwort heißt dies: Psychomotorik.

Für ein Kind, dem sich die erregende Welt der Natur öffnen soll, ist es vor allem wichtig zu fühlen – und erst auf dieser Grundlage Wissen aufzubauen.

1) Was ist Psychomotorik? Heinar Kipphardt bezeichnet mit der Psychomotorik die enge Wechselbeziehung zwischen seelischen und körperlichen Vorgängen. Das sind alle bewussten Bewegungsabläufe, wie z.B. Gehen, Sprechen und Tasten. Gefühle und Stimmungen drücken sich in

Mit dem Begriff Psychomotorik wird die enge Verbindung

des Geistig-Seelischen und des Körperlich-Motorischen gekennzeichnet Psychomotorik fördert

sensorische Fähigkeiten

motorische Fähigkeiten

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geistige Fähigkeiten

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sozial-emotionale Fähigkeiten


Konzept: Offener Umwelt- und Naturkindergarten Mäder

Psychomotorisches Lernen findet statt, wenn Kinder ihren Spiel- und Bewegungsbedürfnissen nachgehen können und darüber hinaus bei allen sonstigen Tätigkeiten praktische Erfahrungen sammeln. Psychomotorisches Lernen findet verstärkt statt, wenn Kinder eine bewegungsfördernde Umwelt vorfinden. Einfach gesagt: Jeder Bewegungsablauf ist ein psychomotorischer Ablauf – auch ohne eine Spielidee von uns Kindergartenpädagoginnen.

Wart, rief der Frosch, ich komme nach. Und richtig ist er fortgeflogen, Das heißt, nach unten hin im Bogen, So dass er schnell und ohne Säumen, Nach mehr als zwanzig Purzelbäumen, Zur Erde kam mit lautem Quak, Nicht ohne großes Unbehagen.

2) Das Leben und Lernen mit allen Sinnen in der Naturzone Mäder

Wilhelm Busch

Das Spielen unter freiem Himmel, unbegrenzt von Wänden und Regeln, die ein Spielen im Haus nun einmal mit sich bringt, bietet einen weiteren Raum für die körperliche, geistige und seelische Entwicklung unserer Kinder. Frische Luft und der jahreszeitliche Wechsel der Temperaturen trainieren das Immunsystem. Die Freude an der Bewegung sowie und Feinmotorik werden zusätzlich Und das Spiel im Freien wird sogar Sicherheitstraining, denn Kinder, die Körperbeherrschung haben, sind unfallgefährdet.

mehr können die Kinder auf unserem Außengelände machen. Die Liebe zur Natur kann in unseren Kindern nur dann entstehen und wachsen, wenn sie diese hautnah erleben können. Unser naturnahes Außengelände ist spielanregend, kreativitäts- und bewegungsfördernd und bietet unseren Kindern vielfältige Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten.

die Grobgefördert. zu einem eine gute weniger

o Es sind Nischen, Weidenhäuser und Bauwagen vorhanden, in denen sich unsere Kinder in ungestörtes Spiel und Rollenspiele zurückziehen können. o Es gibt viele Büsche, Bäume und Ecken, hinter denen sie sich verstecken und etwas Spannendes verborgen halten können. o Es fordert zum Klettern, Rutschen, Hangeln, Kriechen, Laufen, Springen, Runterrollen, Matschen usw. auf.

Der direkte Kontakt zu den Elementen Erde, Luft und Wasser – und in begrenztem Umfang auch zum Feuer – spricht alle Sinne der Kinder an. Jeder von uns hat sicher schon einmal das sinnliche Vergnügen das Geruches von Regen erlebt, wenn im Sommer nach einem Schauer der Boden dampft. Wir riechen vermoderte Blätter im Herbst. Die Märzsonne kribbelt auf der Haut ... – Wie fühlt sich der Matsch am Boden einer Pfütze an und wie rau ist die Rinde eines Baumes? All diese Erfahrungen und noch viel

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Konzept: Offener Umwelt- und Naturkindergarten Mäder

Der Schmetterling Ein Mann entdeckte im Gebüsch eine Schmetterlingspuppe. Jeden Tag kam er nun vorbei um zu sehen, ob sich etwas verändert hätte. Tatsächlich erwischte er eines Tages den Moment, als der Schmetterling anfing, das enge Gefängnis um sich herum abzustreifen. Mühsam begann er seinen Körper aus der engen Hülle heraus zu zwängen. Der Mann bekam Mitleid mit dem kleinen Insekt, das offenbar große Mühe hatte, den Rest des Kokons abzustreifen und wollte ihm deshalb gerne helfen. Er holte eine kleine Schere und schnitt die Hülle auf, und flugs krabbelte der Schmetterling endgültig in seine neue Freiheit. Fasziniert wartete der Mann nun, was passieren würde. Doch das Tierchen krabbelte schwerfällig herum, die schlaffen Flügel festgeklebt am viel zu dicken Körper. Am nächsten Tag fand er es tot am Boden liegen. Was er in seiner gut gemeinten Ungeduld nicht beachtet hatte war, dass diese schrecklich anzusehende Mühsal des Schmetterlings, sich aus der engen Hülle zu befreien, ein notwendiger Schritt war, um aus dem zu dicken Körper Blut in die Flügel zu pumpen, so dass dieser fähig sein würde, damit zu fliegen. Die Moral der Geschichte: Anstrengung ist manchmal genau das, was wir im Leben brauchen. Wenn Gott uns erlauben würde, ohne jedes Hindernis durchs Leben zu gehen, würden wir nie so stark werden, wie wir es eigentlich sein könnten.

o Es bietet Raum für: o Ballspiele jeder Art o Tempelhüpfen o Dreirad fahren o Fallschirmspiele o Wasser , Sand und Steine elementar erleben. o Löwenkäfige und Aussichtsturm

Schmutz und Dreck gehn immer weg.

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Konzept: Offener Umwelt- und Naturkindergarten Mäder

Unsere Elternarbeit • Persönliche Beratungsgespräche Das Elterngespräch ist eine wichtige Voraussetzung für ein gutes Miteinander. Es hat Einfluss auf die Beziehungsebene, die Identifikation mit der Einrichtung und die Qualität der Arbeit. Wenn Beratungsbedarf besteht, ob seitens des Kindergartens oder von den Eltern her, dann bietet sich dafür eine besonders vereinbarte Sprechstunde an. Meistens ist ein Problem der Anlass. Beratungsgespräche sind ein wichtiger Bestandteil der Elternarbeit des Umwelt- und Naturkindergartens Mäder.

Die Erziehung in unserem Kindergarten ist familienunterstützend und ergänzend. Deshalb ist es wichtig, dass wir offen und vertrauensvoll miteinander umgehen. Der Kindergarten hat den gesetzlichen Auftrag Eltern in die Arbeit mit einzubeziehen: Die Kindergartenpädagoginnen sollen mit den Erziehungsberechtigten zum Wohle der Kinder zusammenarbeiten. Für uns Mitarbeiterinnen ist die Zusammenarbeit mit den Eltern von großer Bedeutung, weil unsere Kindergartenarbeit nur in gutem Einvernehmen mit den Eltern erfolgreich sein kann. Eltern sind in jeder Hinsicht unsere Ansprechpartner, wenn es um Entwicklungsbedingungen ihrer Kinder geht. 1) Eltern – Kinder – Kindergartenpädagogin • Kindergartenanmeldung Je früher es der Kindergartenpädagogin gelingt, mit den Eltern in einen Dialog zu treten, desto mehr Zeit bleibt für eine gute Zusammenarbeit zum Wohle des Kindes. Beim Aufnahmegespräch erhält das Kind die ersten positiven Eindrücke und die Eltern erfahren etwas über die pädagogische Konzeption. • Eltern-Kind Schnuppertage

• Elternabende zu aktuellen und relevanten Themenbereichen. Gemeinsame Anlässe verbinden und bereichern die Kindergartenarbeit. Aktueller Kenntnisstand ermöglicht, dass die Anliegen nach innen und außen transportiert werden. Elternabende dienen zur Information, Diskussion und Bedürfnisorientierung.

„Woascht Oma, d`Mama goht hüt in Kindi gi lerna!

Kindermund

• Tür-und-Angel-Gespräche Diese dienen zum aktuellen Informationsaustausch. Die Gespräche beim Bringen und Abholen des Kindes machen einen nicht unerheblichen Teil der Kommunikation zwischen Eltern und Institution aus und signalisieren das gegenseitige Interesse am Kind. • „Gügsletage“: Eltern besuchen die Institution in Beobachterrolle

3) Elternmitgestaltung, Mitbestimmung und Mitarbeit. • Eltern bringen ihre Wünsche, Meinungen und Bedürfnisse ein. • Eltern beraten und planen Projekte mit und sind in der Umsetzung dabei. • Eltern bestimmen mit, wie oft, wann und zu welchen Themen Elternabende, Projekte und Aktionen stattfinden sollen und entlasten durch ihre Mitarbeit das Kindergartenpersonal in organisatorischen Belangen.

2) Eltern – Kindergärtnerin o Konzeptpräsentation

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Konzept: Offener Umwelt- und Naturkindergarten Mäder

Das Spiel im offenen Umwelt und Naturkindergarten Mäder Kinder im Vorschulalter lernen im Spiel, denn die Spielfähigkeit eines Kindes steht in direktem Zusammenhang zu seiner Lernfähigkeit. Das Spiel ist wichtig für eine ganzheitliche Entwicklung des Kindes. Es ist eine kindgemäße Form der Betätigung, in der die Bewegung, die Gefühle, das Denken und das soziale Handeln gefördert werden. Wir räumen dem Spiel, der Bewegung und den Handlungsmöglichkeiten in unserer Begleitung der Kinder einen hohen Stellenwert ein und wissen, dass wir so den Bedürfnissen und Interessen und auch den Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten der Kinder für ihre Entwicklung gerecht werden.

form der Kinder. Im Spiel werden Erlebnisse und Erfahrungen der Kinder nachgelebt und in ihr Denken und Handeln eingebaut. Im Spiel erreichen Kinder alle Fähigkeiten und Fertigkeiten, die sie für die Schule brauchen, denn ein Kind, das spielt, lernt auch immer. Das Spiel zeigt Kindern, was ihnen möglich ist, sie erfahren im Spiel auch ihre Grenzen im Miteinander mit anderen Kindern. Spiel ist ein Ventil, um vorhandene Gefühle auszuleben. Kinder benutzen das Spiel als hervorragendes Ausdrucksmittel, um anderen ihre Sorgen und Freuden, Hoffnungen und Ängste mitzuteilen.

Die Kinder müssen (wieder) spielen lernen, damit sie spielend lernen können.

Schon kleine Kinder – noch bevor sie krabbeln können – sind ständig aktiv in Bewegung. Sie benutzen alle Sinne (tasten, riechen, schmecken, sehen, hören) und lernen nach und nach ihr Tun, sich selbst und ihre nähere Umgebung kennen. Diese kleinen Persönlichkeiten sind neugierig auf ihre Welt und wollen sie entdecken.

Wir unterscheiden zwei Formen des Spiels: • Das freie Spiel Das Kind wählt Spiel, Mitspieler, Ort, Zeit und Material nach eigenen Wünschen und Interessen aus. Es entwickelt im Freispiel seine Phantasie und Kreativität und lernt seine Grenzen kennen.

Kommen die Kinder zu uns in den Kindergarten, wird ihre Welt wieder ein Stück erweitert. Sie lernen zunächst fremde Erwachsene kennen und eine Vielzahl unbekannter Kinder, eine neue, erlebnisreiche Umgebung und den bewussten Umgang mit vielfältigen Materialien. Diese neue Welt weckt die Neugierde der Kinder und fordert sie zum Entdecken und Handeln auf.

• Das gelenkte Spiel Die Kindergartenpädagoginnen bringen Spielvorschläge ein, geben den Impuls des "Angebotes" und verfolgen dabei ein bestimmtes Ziel. Ideen und Vorschläge der Kinder werden in das gelenkte Spiel mit einbezogen. Beide Spielformen gehen ineinander über und sind gleichwertig.

Im Spiel kann das Kind all seine Fähigkeiten frei entfalten und sich ausdauernd und konzentriert mit einer Sache beschäftigen. Das Spiel ist eine selbst gewünschte Handlungs-

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Konzept: Offener Umwelt- und Naturkindergarten Mäder

Das Kennenlernen von Gegenständen und Sachzusammenhängen geschieht in spielerischer Form im Handeln und Erleben.

„Das Kind ist Baumeister des Menschen“.

Beispiele:

Experimentieren, Werken, Gestalten und Formen, Basteln, Töpfern, Malen (wenig vorgegebene Schablonen – kindgerechtes, phantasievolles freies Gestalten), Kochen, Backen, religiöse Feste gestalten und feiern, Rollenspiel, Bewegungsspiele, Konstruktionsspiele, Sand- und Wasserspiele, Bilderbücher, Gespräche, Märchen und Geschichten, Singen, Tanzen, Singspiele, Musik hören, musizieren mit Orff'schen Instrumenten, Meditationen, Phantasiereisen, Massage- und Entspannungsübungen, Rhythmik, u.v.m. Aus diesen vielfältigen Spielmöglichkeiten wählen die Kinder nach ihren Interessen und Bedürfnissen aus. Der Naturkindergarten legt Wert auf: o Spiel und Arbeitsmaterial aus natürlichen Rohstoffen o Holzspielzeug o Porzellangeschirr o giftfreie und umweltfreundliche Materialien o Abfallvermeidung o Gesunde und bewusste Ernährung o Recycling o Verkehrsvermeidung und Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel o Sparsamer Umgang mit natürlichen Ressourcen

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Konzept: Offener Umwelt- und Naturkindergarten Mäder

Beobachtung Ziele der Entwicklungsbeobachtung sind:

Als Grundlage für die Reflexion der pädagogischen Arbeit, als Ausgangspunkt für die Planung und Umsetzung von pädagogischen Angeboten und als Basis für den engagierten Austausch und die Kooperation mit Eltern und Familien dient die genaue Beobachtung. Deshalb ist es sinnvoll, alle Dokumentationen, die Auskunft geben können über Bildungs- und Entwicklungsprozesse eines Kindes, in einer geordneten Form zusammenzuführen.

o Den Verlauf der Entwicklung der Kinder zu erkennen und individuelle Förderung anzubieten. Dies gilt insbesondere bei einer Beeinträchtigung oder Verzögerung der kindlichen Entwicklung. o Gemeinsame und unterschiedliche Bedürfnisse und Interessen der Gruppe zu erfassen. o Eltern fundierte Informationen über die Entwicklung ihrer Kinder geben zu können. o Kooperationspartnern fundierte Informationen über den Verlauf der Entwicklung von Kindern geben zu können. (Hinweis: Im Falle der Weitergabe von Informationen an Dritte ist das Einverständnis der Eltern erforderlich!) o Die Ziele der eigenen Arbeit regelmäßig überprüfen zu können (Erfolgskontrolle).

Begriffsklärung: Entwicklungsbeobachtung ist eine Methode in der pädagogischen Arbeit im Kindergarten, um zu einem Gesamtbild der Kindergartengruppe, aber auch zu einem besseren Verständnis gegenüber dem Verhalten von Kindern zu gelangen. Entwicklungsbeobachtung dient der regelmäßigen, zielgerichteten und systematischen Wahrnehmung des einzelnen Kindes in der Gruppe. Im Kindergarten werden damit Teilbereiche des Erlebens und Verhaltens von Kindern erfassbar. Die Entwicklungsbeobachtung dient als Grundlage der gezielten und reflektierten pädagogischen Arbeit im Kindergarten.

Die Beobachtung konzentriert sich auf folgende Aspekte:

Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar. (Antoine de Saint-Exupery

Wir sind offen für bedürfnisorientierte Planungsansätze

o o o o o o o

Sozialverhalten Emotionale Entwicklung Lernen (Kognitive Entwicklung) Sprachliche Entwicklung Kreativität Spielverhalten (Motivation) Körperliche Entwicklung

Weitere Schritte: Im Anschluss daran erfolgt eine Auswertung der Beobachtungsergebnisse im Gruppenteam (Gesamtteam). Die im Anhang beigefügten Merkmale zur Kinderbeobachtung dienen der Erzieherin als Orientierungshilfe für die Einschätzung des Verlaufs der Entwicklung des beobachteten Kindes.

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Konzept: Offener Umwelt- und Naturkindergarten Mäder

Fachdienste hinzuzuziehen und gegebenenfalls eine weitere Beobachtung durch Fachdienste nach Absprache mit den Eltern anzuregen.

Werden in der gemeinsamen Auswertung der Beobachtung im Gruppenteam besondere Auffälligkeiten (mögliche Abweichungen/ Defizite) festgestellt, wird empfohlen,

Qualitätssicherung im Kindergarten In einem weiteren Konkretisierungsschritt planen alle Beteiligten Ziele, Resultate, Aktivitäten und Mittel. Dieser Grobraster fließt dann weiter in die persönliche Feinzielplanung ein. U Umsetzung

In der Auseinandersetzung mit dem Thema Qualitätssicherung haben wir uns für das System P.U.M.E. entschieden. Planung, Umsetzung Monitoring Evaluation, und sind integrale Bestandteile unserer Kindergartenarbeit. Sie erfordern ein kooperatives Klima, in dem jeder Einzelne bereit ist, sein eigenes Tun gemeinsam mit seinen Partnern kritisch zu überprüfen und Konsequenzen für sein zukünftiges Handeln und Verhalten daraus zu ziehen. Dermaßen zum Anliegen aller Betroffenen gemacht, kann dieses System zu einem Stück gelebter Organisationspraxis werden. P U M E P

Umsetzung heißt, die Resultate aus der Planung, dem Monitoring und der Evaluation als Grundlage für die Durchführung der konkreten Kindergartenarbeit zu verwenden. Dadurch wird ein bedürfnisorientiertes Arbeiten mit Kind, Eltern, Träger und Mitarbeiter möglich.

Planung Umsetzung Monitoring Evaluation

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Monitoring

Monitoring ist das System ständiger Produktion und Sammlung von Daten und Informationen während der Durchführung der Kindergartenarbeit. Monitoring nimmt Aspekte auf, die im Plan vorskizziert wurden. Eine zentrale Rolle kommt dabei den Indikatoren zu. Indikatoren liefern Informationen darüber, wie und in welchem Ausmaß sich durch unser Handeln oder auch durch Außeneinflüsse Veränderungen und Ergebnisse einstellen. Mit dem Monitoring möchten wir über Veränderungen qualitativer und quantitativer

Planung

Ausgangspunkt für eine Planung sind die Mängel und die Potenziale, die Nöte und die Hoffnungen, die Hindernisse und die Energien der Kinder, Eltern, Gemeinde und Mitarbeiterinnen.

Art frühzeitig informiert werden. Dazu beobachten wir und sammeln Eindrücke, Daten und Informationen. Der Mensch wird in seiner Ganzheitlichkeit ins Zentrum gestellt und es werden Verände-

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Konzept: Offener Umwelt- und Naturkindergarten Mäder

rungen sowohl auf der Sachebene als auch auf der Gefühlsebene wahrgenommen. Nur unter Beachtung beider Ebenen und deren gegenseitiger Beeinflussung kann es uns gelingen, die wesentlichen Veränderungen und die dahinter stehenden Motive aufzunehmen. E

Schlussfolgerungen oder Empfehlungen für die Zukunft gezogen. Interne Evaluation Jede Mitarbeiterin erkennt durch Reflexion und Auswertung ihren persönlichen Handlungsbedarf. So kann sie diesen in der neuen zielorientierten Handlung umsetzen.

Evaluation

Evaluation heißt, das Vorhergesehene und Geplante der Kindergartenarbeit mit der Durchführung und ihren Resultaten zu vergleichen. Auf Grund dieses Vergleichs wird dann auf eventuelle zukünftige Anpassungen geschlossen: • Erstens eine Zusammenstellung nachvollziehbarer Informationen über die Vergangenheit bis hin zum Zeitpunkt der Evaluation (Analyseteil); • Zweitens eine persönliche Meinung zur Vergangenheitsanalyse (Beurteilung);

Es ist Unsinn sagt die Vernunft Es ist was es ist sagt die Liebe

Externe Evaluation Die externe Evaluation ist der Blick und das Gutachten von außen. In diesem Bereich wird die Gemeinde Mäder in die Verantwortung genommen. Die E.E. stellt eine Gelegenheit dar, die Planung zu hinterfragen um anschließend Entscheidungen über eine eventuelle Veränderung zu treffen.

Durch diese Arbeit wird die Kindergartenarbeit transparent und die Institution erhält ihr persönliches Profil. Interdisziplinäres Arbeiten wird konkret.

Es ist Unglück sagt die Berechnung Es ist nichts als Schmerz sagt die Angst Es ist aussichtslos sagt die Einsicht Es ist was es ist sagt die Liebe

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Drittens: Aufbauend auf Analyse und Beurteilung der Vergangenheit werden

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Es ist lächerlich sagt der Stolz Es ist leichtsinnig sagt die Vorsicht Es ist unmöglich sagt die Erfahrung Es ist was es ist sagt die Liebe Erich Fried


Konzept: Offener Umwelt- und Naturkindergarten Mäder

Zusammenarbeit und Fortbildung im Team zuzulassen, damit aktuelle und zukünftige (!) Anforderungen schon in der Gegenwart strukturiert gesehen und aufgenommen werden können; o regelmäßige Dienstbesprechungen mit allen Beteiligten für fachliche Gespräche und Arbeitsplanungen zu nutzen; o motiviert, neugierig und engagiert, innovativ und integrativ an einer Teamkultur mitzuarbeiten, sodass trotz aller neu auftauchenden Probleme und Fragestellungen das Klima für eine sachorientierte Pädagogik sichergestellt ist.

Als Team müssen wir Mitarbeiterinnen im Hinblick auf eine gute pädagogische Kindergartenarbeit an einem Strang und in die gleiche Richtung ziehen. Dazu gehört Mut sich zu öffnen und offen zu sein für Neues.

Wir sind mutig uns zu öffnen und offen zu sein für Neues. Wir stützen uns auf gegenseitige Akzeptanz und Wertschätzung. Qualitätsarbeit bedeutet heute Teamarbeit.

Zeiten für Planung und Gespräch

Teamqualität zeigen heißt: o in lebendiger Auseinandersetzung miteinander persönliche und fachliche Unterschiede zu entdecken und durch Weiterentwicklung eine gemeinsame Sichtund Verhaltensbasis aufzubauen; o Selbstverantwortung zu übernehmen und an den Stellen zu zeigen, an denen eine fachliche Profilierung angezeigt ist; o persönliche Ressourcen und eigene Potenziale immer wieder aufs Neue zu entdecken, aufzunehmen und auszubauen; o sich mit der Arbeit, den Zielen und fachlichen Aufgaben der eigenen Einrichtung zu identifizieren, um dem Haus ein unverwechselbares Profil zu geben; o zurückliegende Erfahrungen auf ihren heutigen Wert zu überprüfen und neue Perspektiven sowie brauchbare Visionen

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Täglich

Morgenblitzlicht

7.30 – 8.00

Tagesabsprache: Kinder und Eltern werden von einer Mitarbeiterin empfangen und begrüßt

Mittwoch

Austausch

13.30 – 15.30

Kinderbeobachtung und Reflexion

Mittwoch

Planung und Vorbereitung

15.30 – 18.00 Nach Bedarf

Supervision

Mind. 3x jährlich

Fachspezifische Fortbildung sowohl intern als auch extern

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Konzept: Offener Umwelt- und Naturkindergarten Mäder

Brauchtumspflege und Feste im Kindergarten Ob spontane Feste, wie in diesem Gedicht beschrieben, oder Feiern zu bestimmten Anlässen, sie sind fest in unserem Kindergartenalltag integriert.

Kinder brauchen Erfahrungen und Erlebnisse im Umgang mit Traditionen, denn dies gibt ihnen ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit. Immer wieder erleben sie, daß das, was heute noch da war, sich morgen schon verändert hat. Das macht Angst. Nur wenn Kinder sich fest verwurzelt fühlen, können sie die Herausforderungen unserer Zeit bewältigen. In der Auseinandersetzung mit dem soziokulturellen Wandel erfahren sie aber zugleich, daß Veränderungen "normal" und Teil des heutigen Lebens sind, so daß sie diese eher akzeptieren können.

Feste und Feiern stellen Höhepunkte im Jahreskreis dar. Der Gemeinschaftssinn der Kinder und das bessere Kennenlernen werden gefördert. Die Kinder erleben eine besondere Form der Gemeinschaft. Bei allen Festen sollen die Bedürfnisse und Wünsche der Kinder im Mittelpunkt stehen.

Feste feiern Man sollte öfter einmal Feste feiern, und nicht erst wenn eins fällt. Man kann sie ohne Gäste feiern Die Vorfreude auf das Fest, sowie der Spaß und der Frohsinn bei einer Feier sollen ein besonderes Erlebnis sein. So ist es selbstverständlich, dass wir auch bei der Planung und Gestaltung der Feiern vor allem die Kinder, aber auch bei öffentlichen Festen, die Eltern mit einbeziehen wollen.

Und ohne Geld. Ein hübsches Fest heißt: Freunde-Suchen. Ein lustiges heißt: Lachen-Fest. Es gibt das Fest der Pflaumenkuchen, das Drachenfest.

Feste im Jahreskreis

Ich könnte euch noch viele nennen, doch hoff‘ ich, ihr versteht Man muß auch grundlos feiern können, wenn’s sonst nicht geht Rudolf Neumann

Erntedank

Geburtstag

St. Martin

Projektbezogene Feste

Nikolaus

Fasching

Advent

Übernachtungsfest

Weihnachten

Sommerfest

Ostern

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kirchlichen Sonstige Feste

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Wenn ich träume Ich träume mir ein Land, wo ich so groß sein kann wie ein Elefant – und erträume mir dabei einen rosaroten Himmel, wo ich hinaufreiten kann mit einem Schimmel. Ich träume mir ein Land, wo alles böse sofort verschwand – und erträume mir noch eine Märchenfee, damit mir nie wieder tut was weh. Ich träume mir ein Land, dort pfeift der Wind mir aus der Hand – und erträume mir ich wäre kein Kind, möchte halt sein, wie die Erwachsenen so sind. Ich erträume mir ein Land, wo ich keine Angst mehr vor was haben muß – und erträume mir auch dort zu übernachten, wo andere hierauf auf mich warten. Ich träume mir ein Land, wo Kinder spielen dürfen wie sie wollen – und erträume mir: nichts müsste ich sein lassen, nur weil Erwachsene laute Kinderspiele hassen.

Kinderträume machen uns Mut, die uns anvertrauten Kinder „loszulassen“ und ihnen hilfreiche Begleiter auf dem Weg zu ihrem eigenen Ich und ihrem eigenen Leben zu sein.

Ich träume mir ein Land, wo unendliche Ruhe ich fand – und erträume mir dazu ein Himmelreich, das ganz meinen Träumen gleicht. Ich träume mir ein Land, wo nur Liebe und Friede gedeiht – und erträume mir ein Land, wo es im Sommer auch mal schneit.

Das Kindergartenteam Mäder

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Konzept: Offener Umwelt- und Naturkindergarten Mäder

Literaturhinweise: Titel

Autor

ISBN

Erlebnisorientiertes Lernen im offenen Kindergarten

Thomas Kühne Gerhard Regel

3-930826-07-0

Offener Kindergarten

Gerhard Regel Axel Jan Wieland

3-923002-74-2

Bildungsqualität im Kindergarten

Waltraud Hartmann Martina Stoll

3-215-12141-7

Mit Kindern die Natur erleben Urie Bronfenbrenner

Joseph Corwell

3-927279-97-8

Kindergartenpädagogik Online Handbuch

Armin Krenz

www.lexikonia.de www.wikipedia.de www.kindergartenpaedagogik.de

Sinneswerkstatt

Renate Zimmer

3-451-26976-7

Mut machen zur gemeinsamen Erziehung Zeitgemäße Pädagogik im offenen Kindergarten

Joachim Büchsenschütz

3-923002-70-X

Kindergarten 2010. Traum Vision - Realität

Ingeborg Becker-Textor

3-451-22987-0

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Umwelt_und_Naturkindergarten_Maeder1  

http://cdn2.vol.at/2006/01/Umwelt_und_Naturkindergarten_Maeder1.pdf