Konsumentenschutz Prinz-Eugen-Straße 20-22 A-1041 Wien Tel: ++43-1-501 65/2144 DW E-Mail: konsumentenpolitik@akwien.at 46b/2006 August 2006
PRIVATE BERUFSUNFÄHIGKEITSVERSICHERUNG PRÄMIEN UND LEISTUNGEN Zusammengefasst von Thomas Eisenmenger
Die wichtigsten Ergebnisse Die private Berufsunfähigkeitsversicherung wird entweder als eigenständiges Produkt oder als Zusatz zu einem anderen Vorsorgeprodukt (zB Lebensversicherung) angeboten. Die Prämien bzw die Höhe der Rente hängen vom ausgeübten Beruf des zu Versichernden ab. Manche Berufe werden nicht versichert (zB Berufsportler). Die Versicherungen stufen gleiche Berufe unterschiedlich ein, was zu unterschiedlichen Prämien und Leistungen führt. Bei allen Berufsgruppen gibt es ein Mindest- und Maximal-Eintrittsalter. In bestimmten Berufsgruppen bzw Berufen ist eine Verkürzung der möglichen Versicherungsleistung und/oder Leistungsendalters notwendig. Die Versicherungen haben dafür unterschiedliche Maßstäbe. Bei der Rente gibt es Höchstgrenzen, da es nicht möglich ist sich über seinem Einkommen liegende Rente zu versichern. Die Grenze für die zu versichernde Rentenhöhe 40 Prozent des Bruttoeinkommens bzw. 60 Prozent des Nettoeinkommens. Die Prämien sind teuer und zumeist zahlen Frauen mehr als für Männer. Beispielsweise kostet eine Jahresprämie für einen kaufmännischen Angestellten, der im Falle einer Berufsunfähigkeit bis zum 65. Lebensjahr eine Rente beziehen will, von 470 bis 659 Euro, eine kaufmännische Angestellte zahlt dafür von 531 bis 747 Euro. Ein Verkäufer hat zwischen 593 und 1003 Euro, eine Verkäuferin zwischen 736 und 1098 Euro zu bezahlen. Besserverdienende Akademiker oder Personen mit sehr geringer körperlicher Belastung zahlen weniger Prämien als schwerer körperlich arbeitende Schlechterverdiener.
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Was versteht man unter einer Berufsunfähigkeitsversicherung? Berufsunfähigkeit liegt dann vor, wenn die Arbeitsfähigkeit des Versicherten, in seinem Beruf und in jedem Beruf, auf den der Betroffene verwiesen werden kann, mindestens 6 Monate lang um mehr als die Hälfte abgesunken ist. Bei der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung handelt sich um eine Risikoversicherung um mögliche Lücken zwischen der Sozialversicherung und dem tatsächlichem Bedarf im Fall einer Berufsunfähigkeit zu schließen. Die Rentenleistung wird für die Dauer der Berufsunfähigkeit gewährt und üblicherweise erfolgt am Ende der Laufzeit keine Auszahlung. Die private Berufsunfähigkeitsversicherung wird entweder als eigenständiges Produkt oder als Zusatz zu einem anderen Vorsorgeprodukt (Kapital-, Renten- oder RisikoLebensversicherungen) angeboten. Bei der selbständigen Berufsunfähigkeitsversicherung wird die Versicherung als eigenständiges Produkt abgeschlossen. Man erwirbt dabei einen Anspruch auf die im Vertrag vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente. Bei der Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung wird die Berufsunfähigkeitsversicherung als Zusatzversicherung mit einem anderen Vorsorgeprodukten (Kapital-, Renten- oder RisikoLebensversicherungen) kombiniert. Es kommt entweder zu einer Befreiung von der Prämieneinzahlungspflicht für die Hauptversicherung und die eingeschlossenen Zusatzversicherungen bis zum vereinbarten Laufzeitende (Versicherer übernimmt die Prämienzahlung, Versicherungsleistung wird erst zum vereinbarten Laufzeitende ausbezahlt) oder zu einer Befreiung von der Prämieneinzahlungspflicht plus Zahlung einer Berufsunfähigkeitsrente. Sie gibt es auch in Kombination mit Risiko-Ablebensversicherungen.
Erhebung und Zielsetzung In Österreich beziehen mehr als 400.000 Menschen Berufsunfähigkeitspension von der staatlichen Pensionsversicherungsanstalt, wobei in dieser Zahl die Beamten nicht eingeschlossen sind. Private Berufsunfähigkeitsversicherungen sind in Österreich noch wenig bekannt, werden aber in den letzten Jahren immer massiver beworben. Mit einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung sorgen Arbeitnehmer für den Fall vor, dass sie ihren Job wegen einer dauerhaften Erkrankung oder eines Unfalls aufgeben müssen. Immer mehr Anbieter bieten vielfältigere Produkte an. Ziel dieser Studie ist, den Bedarf für ein solches Produkt zu erheben und einen Angebotsvergleich durchzuführen. Der VKI hat von Juni bis August 2006 im Auftrag der AK, den Markt der Angebote der privaten selbständigen Berufsunfähigkeitsversicherungen untersucht. Es wurden 23 Versicherungsunternehmen kontaktiert, und zwar die 15 größten Lebensversicherungsunternehmen sowie deutsche Versicherer, von denen bekannt ist, dass sie in Österreich Berufsunfähigkeitsversicherungen anbieten. Insgesamt gibt es 11 Anbieter (UNIQA und Raiffeisenversicherung bieten dasselbe Produkt). Abgefragt wurden die Prämien für eine 35 jährige weibliche und männliche Einzelperson in verschiednen Berufsgruppen um bis zum 65. Lebensjahr eine Rente von 750 Euro monatlich zu erlangen 2
1. Leistungen und Prämien Die Kosten einer Berufsunfähigkeitsversicherung hängen von vielen Faktoren ab, die wichtigsten dabei sind das persönliche Risiko, tatsächlich berufsunfähig zu werden, die Leistungsdauer und die individuellen Vertragsbedingungen. Nicht jede Gesellschaft setzt die gleichen Maßstäbe und so kann es sein, dass die gleiche Ausgangssituation bei verschiedenen Gesellschaften unterschiedlich bewertet wird. Die Prämienhöhe hängt auch von der Art der Überschussbeteiligung ab Berufsunfähigkeitsversicherungen werden meist bis zu einem bestimmten Endalter abgeschlossen. Dies ist meist auf das geplante Pensionsantrittsalter abgestimmt (60 oder 65 Jahre). Es gibt auch Produkte mit einer lebenslangen Leistung, deren Prämie deutlich höher ist. 1.1 Welche Rentenhöhe soll versichert werden? Die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente hängt von individuellen Daten ab. Sie sollte etwa so hoch sein wie das Nettogehalt abzüglich der gesetzlichen Rentenleistung. Als Anhaltspunkt wird öfters empfohlen, die Berufsunfähigkeitsrente in Höhe des halben Einkommens zu wählen, wobei die Anbieter bei der Rentenhöhe Grenzen einziehen. Dem Versicherungsnehmer ist es nicht möglich, eine deutlich über seinem Einkommen liegende Rente zu versichern. Beispielsweise ist die Grenze für die zu versichernde Rentenhöhe 40 Prozent des Bruttoeinkommens bzw. 60 Prozent des Nettoeinkommens. Denn durch die Berufsunfähigkeitsrente soll der Lebensstandard gehalten und nicht verbessert werden.
1.2 Prämiengestaltung Nicht jede Gesellschaft setzt die gleichen Maßstäbe an und im Wesentlichen hängt die Prämiengestaltung von folgenden Kriterien ab: Eintrittsalter: Wann wird die BU-Versicherung abgeschlossen? Allgemein gilt: Je früher abgeschlossen wird, desto günstiger die Prämie. Geschlecht: Tarife für Frauen sind zumeist etwas teurer als für Männer. Der Grund dafür liegt in der Risikobeurteilung der einzelnen Anbieter und hängt vermutlich von internen statistischen Wahrscheinlichkeiten ab. Endalter/Leistungsdauer: Je länger der Versicherungsschutz bzw je länger eine Rentenzahlung erfolgen soll, desto höher sind die Beiträge. Rentenhöhe: Je höher die vereinbarte Rente ist, desto höher liegt der Beitrag. Versicherungsbedingungen: Je umfassender der Leistungsumfang, desto höher die Prämie. Ausbildung und Beruf: In der Berufsunfähigkeitsversicherung hängt die Prämienberechnung sehr stark vom Beruf bzw der Ausbildung ab. Da die Wahrscheinlichkeit einer Berufsunfähigkeit in erster Linie vom Risiko des ausgeübten Berufs abhängt, erheben die Versicherungsgesellschaften Zuschläge für riskantere Berufe. Diese Einteilung ist bei den Versicherungsgesellschaften verschieden. Tarifkombination Es gibt selbständige BU-Versicherungen und BU-Zusatzversicherungen Gesundheitszustand: Etwaige Vorerkrankungen können zu Ausschlüssen, Ablehnungen oder Risikozuschlägen führen. Sport & Hobbys: Auch die Ausübung von gefährlichen Hobbys kann zu einem Risikozuschlag führen Überschussbeteiligung. Die Berufsunfähigkeitsversicherer erwirtschaften mit den geleisteten Beiträgen Überschüsse, die unterschiedlich verwendet werden.
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1.2.1 Berufsgruppeneinteilung In der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung hängen sowohl das Berufsunfähigkeitsrisiko als auch die zu versichernde Rentenhöhe vom ausgeübten Beruf des zu Versichernden ab. Die Einstufung der zu versichernden Person erfolgt individuell anhand der konkreten beruflichen Tätigkeit in eine der Risiko- bzw Berufsgruppen. Durch die unterschiedlichen Berufsgruppeneinteilungen der Versicherer kann es für den gleichen Beruf zu unterschiedlicher Einstufung bei den verschiedenen Versicherungsunternehmen kommen. Zur Beurteilung des Risikos werden von den Versicherern dabei das Ausmaß an Bürotätigkeit, das Ausmaß an körperlicher Tätigkeit, die Unfallgefährdung sowie die Personalverantwortung herangezogen. Die Versicherer entscheiden selbst, welche Berufe zu welchen und in wie vielen Gruppen zusammengefasst werden. Es wird zwischen 3 und 5 Berufsgruppen unterschieden. In Gruppe 1 sind üblicherweise Akademiker oder Personen mit sehr geringer körperlicher Belastung. Besserverdiener erhalten somit in der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung einen günstigeren Versicherungsschutz als schwerer körperlich arbeitende Schlechterverdiener. Manche Berufe werden gar nicht versichert (zB: Animateur, Artist, Barkeeper, Berufssportler, Berufssoldat, Bodybuilder, Bodyguard, Bombenentschärfer, Designer, Diskjockey, Dompteur, Fotomodell, Hellseher, Künstler, Leibwächter, Pensionist, Schriftsteller, Stuntman, Tänzer, Tätowierer) Bei allen Berufsgruppen gibt es ein Mindest- und Maximal-Eintrittsalter, in bestimmten Berufsgruppen bzw. Berufen ist eine Verkürzung des möglichen Versicherungs- und/oder Leistungsendalters notwendig. 1.3 Prämienhöhe Abgefragt wurde eine die Prämie für eine 35jährige Person, die eine monatliche Rente von € 750,- bis zum Endalter von 65 Jahren beziehen möchte. Für die folgenden Berufe wurde je ein offizielles Angebot eingeholt: Anwalt/Anwältin, Praktische/r Arzt/Ärztin, Beamter/in in der Verwaltung, Gastwirt/in, Hausfrau/-mann, kfm. Büroangestellte/r, Krankenschwester/pfleger, Lehrer/in, Verkäufer/in Einzelhandel Beispielsweise kostet die Jahresprämie für einen kaufmännischen Angestellten, der bis zum 65. Lebensjahr eine Rente beziehen will, von 470 bis 659 Euro pro Jahr, eine kaufmännische Angestellte zahlt dafür 531 bis 747 Euro. Ein Verkäufer hat zwischen 593 und 1003 Euro zu bezahlen, eine Verkäuferin zwischen 736 und 1098 Euro, eine Krankenschwester zwischen 1.253 und 1.599 Euro, ein Krankenpfleger zwischen 1.105 und 1.693 Euro. Die Tabelle im Anhang zeigt die jeweilige Prämienhöhe pro Versicherer sowie die Einstufung in die verschiedenen Berufsgruppen.
Tabelle 1: ausgewählte Unternehmen- Anbieterauswahl Anbieter Allianz Aspecta
selbständige BU Ja Nein
BU-Zusatzversicherung (Prämienbefreiung und/oder Rentenzahlung Ja Nein 4
BACA/Union Continentale Dialog Leben Donau FinanceLife Generali Gerling Gothaer Interrisk Nürnberger ÖBV Raiffeisen Skandia Leben S-Versicherung StandardLife Uniqa Victoria Volksbanken Wiener Städtische Wüstenrot Zürich
Nein Ja Ja Ja Nein Nein Ja Nein Ja Ja Nein Ja Nein Ja Nein Ja Nein Ja Nein Nein
Nein Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Nein Ja Nein Ja Ja Ja Ja Ja Nein Ja
Tabelle 2: Berufsgruppeneinteilung Versicherer
Allianz
Anzahl Berufsgruppen
3
ContiDialog nentale 3 5
Donau Gerling Interrisk 4
4
4
Wiener S-Versich- Uniqa/ Nürnberger Raiffeisen Städtische erung 4 3 4 3 1)
Berufsgruppeneinteilung: Anwalt
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
prakt. Arzt Bäcker
1 3
1 3
1 5
1 2
1 3
1 4
1 2
1 2
1 2
1 2
Baufacharbeiter
3
3
4
4
4
4
4
2
2/3/4/EU
3
Bauer
3
3
4
3
3
3
3
2
3
2
Beamter (Verwaltung) Briefträger
1 3
1 2
3 4
2 3
2 3
2 2
2 3
1 2
1 3
1 2
Dachdecker
3
3
4
3
4
3
3
3
3
2
Friseur Gastwirt
3 3
3 3
4 5
3 3
3 3
3 4
3 3
2 3
3 3
2 3
Hausfrau
2
2
4
2
3
3
2
-
2
1
Journalist (selbständig) kfm. Büroangestellter
1 1
EU 1
3 2
1 1
2 2
3 2
1 1
1 1
1 1
1 1
Kfz-Mechaniker Krankenschwester,pfleger Lehrer Straßenbauarbeiter
3
2
4
2
3
3
2
2
2
1
3
2
4
3
3
3
3
2
3
2
2 3
2 3
4 4
2 4
2 4
2 4
2 4
1 3
2 4
2 3
Verkäufer Einzelhandel
2
2
3
2
2
2
2
1
2
2
1) keine Berufsgruppen sondern Zuschlagssystem (1+ 0 %, 2+ 50 %, 3 + 100 %) EU bedeutet "Erwerbsunfähigkeitsklausel", dh diese/r Beruf/e kann nur gegen Erwerbsunfähigkeit versichert werden, nicht aber gegen Berufsunfähigkeit. Bei der Wiener Städtischen Versicherung ist die Einteilung der Berufsgruppen bei den Bauarbeitern konkret: Bauschlosser, Bauspengler, Bautechniker: Berufsgruppe 2, Bautischler, Bauglaser: Berufsgruppe 3, Maurer, Fassadenbauer: Berufsgruppe 4, Hilfsarbeiter - EU Klausel
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BG ƃ Ƃ BG ƃ Ƃ BG ƃ Ƃ BG ƃ Ƃ BG ƃ Ƃ BG ƃ Ƃ BG ƃ Ƃ BG ƃ Ƃ
S-VerUniqa/ Wiener ContiDialog Donau Gerling Interrisk Allianz sicherung Raiffeisen Städtische nentale BU-Schutz SBU profes325 BU / RV BU-Vers. m. B1 BU 1 bis BU 4 EGO classic TopLine BR2 Tarif 418 3) sionell 584 Prämienbonus 3 3 5 4 4 4 4 3 4 1 1 1 1 1 1 1 1 1 643,05 469,33 414,55 499,10 544,84 459,40 515,08 592,35 499,10 5) 729,26 530,91 463,80 654,50 612,50 515,90 681,22 747,31 463,20 1 1 3 2 2 2 2 1 1 5) 643,05 191,72 6) 290,23 6) 978,90 659,08 654,80 1.003,20 592,35 499,10 736,30 1.067,98 747,31 463,20 5) 729,26 218,82 6) 331,70 6) 1.030,50 740,93 5) 3 3 5 3 3 4 3 3 3 5) 7) 5) 1.196,62 902,62 1.670,04 1.563,30 1.191,82 1.937,20 1.693,04 1.350,41 1.074,80 5) 7) 5) 1.406,04 1.041,35 1.909,33 1.465,20 1.344,57 2.203,80 1.599,06 1.777,69 978,60 8) 2 2 4 2 3 3 2 2 8) 919,84 890,14 1.198,82 978,90 1.191,82 1.105,80 1.003,20 645,40 5) 8) 5) 1.067,65 1.007,73 1.361,48 1.030,50 1.344,57 1.252,90 1.067,98 668,80 1 1 2 1 2 2 1 1 1 5) 643,05 469,33 534,18 499,10 659,08 654,80 515,08 592,35 342,70 5) 729,26 530,91 599,96 654,50 740,93 736,30 681,22 747,31 463,20 3 2 4 3 3 3 3 2 3 5) 5) 6)9) 1.196,62 552,54 800,52 1.563,30 1.191,82 1.105,80 1.693,04 434,13 1.074,80 5) 5) 5) 6)9) 921,68 1.465,20 1.344,57 1.252,90 1.599,06 584,41 978,60 5) 1.406,04 636,93 2 2 4 2 2 2 2 1 2 919,84 340,44 6) 520,18 6) 978,90 659,08 654,80 1.003,20 592,35 978,90 5) 1.067,65 389,30 6) 593,39 6) 1.030,50 740,93 736,30 1.067,98 747,31 668,80 2 2 3 2 2 2 2 1 2 919,84 890,14 753,54 978,90 659,08 654,80 1.003,20 592,35 645,40 5) 5) 1.067,65 1.007,73 848,18 1.030,50 740,93 736,30 1.067,98 747,31 668,80
Nürnberger 1) Plan B Plus 4) 3 1 1.345,53 1.672,48 1 1.345,53 1.672,48 3 5) 1.254,18 5) 1.672,01 1 633,33 5) 5) 842,24 1 1.345,53 1.672,48 2 2.012,06 2.502,52 2 5) 943,80 5) 1.257,17 2 2.012,06 2.502,52
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Prämienangaben: nicht garantierte Jahresnettoprämien inkl. 4% Versicherungssteuer in € (Variante Beitragsverrechnung), Das Prämienbeispiel bezieht sich auf eine 35jährige Person, die eine BUVersicherung bis zum Endalter 65 mit einer monatlichen Rente von € 750,-- abschließt. Leistungs- und Versicherungsendalter sind ident. BG ... Berufsgruppe 1) Das Produkt Plan B Plus ist nicht direkt vergleichbar und daher extra dargestellt. Bei diesem Produkt wird am Ende der Laufzeit ein Gewinn aus einer Fondsveranlagung ausgeschüttet. 2) bzw www.raiffeisen-versicherung.at, 3) inkl. Ablebensschutz in Höhe einer doppelten Jahresrente, 4) keine Berufsgruppen, sondern Zuschlagssystem (0%, 50%, 100%) 5) Endalter 60 6) Endalter 55 7) Endalter 62, 8) Hausfrau/-mann nicht versicherbar, 9) Krankenpfleger bis 60 versicherbar
Verkäufer Einzelhandel
Lehrer
Krankenschwester/pfleger
kfm. Büroangestellter
Hausfrau/-mann
Gastwirt/in
Beamte/r (Verwaltung)
Anwalt/in prakt.Arzt/in
Anzahl BG
Tarifbezeichnung
Versicherer
Tabelle 3: Prämienhöhe pro Versicherer sowie die Einstufung in die verschiedenen Berufsgruppen.
2. FAQs - „Klausellatein“ Was bedeutet Beitragsfreistellung? Es ist die Möglichkeit, die Berufsunfähigkeitsversicherung beitragsfrei weiterzuführen, wenn der Beitrag zeitweise nicht bezahlt werden kann (zB aufgrund von Arbeitslosigkeit, bei unregelmäßigen Einkünften oder wegen Kindererziehungszeiten). Der Berufsunfähigkeitsschutz bleibt dann auf Basis der bis zur Freistellung gezahlten Beiträge bestehen. Zu einem späteren Zeitpunkt kann die Beitragszahlung wieder aufgenommen werden. Während dies bei einigen Anbietern ohne weitere Gesundheitsprüfung möglich ist, verlangen andere Versicherer eine erneute ärztliche Untersuchung und behalten sich vor, während der Freistellung eingetretene Gesundheitsrisiken vom Berufsunfähigkeitsschutz auszuschließen Was bedeutet Dynamisierung? In Verträgen zum Berufsunfähigkeits-Schutz wird grundsätzlich eine feste Monatsrente versichert (zB monatlich € 750,-). Um eine Anpassung des Versicherungsschutzes an die stetig steigenden Lebenshaltungskosten zu erreichen, kann bei vielen Anbietern zusätzlich eine regelmäßige Erhöhung der Beiträge vereinbart werden – dadurch steigt auch die Höhe der Rentenansprüche von Jahr zu Jahr. Was ist die Leistungs- und Versicherungsdauer? Die Leistungsdauer ist der Zeitraum, über den im Falle der Berufsunfähigkeit die vereinbarte Rentenleistung erbracht wird. Die meisten Unternehmen leisten an Angehörige bestimmter Risiko-Berufsgruppen nur bis Vollendung des 55. oder 60. Lebensjahrs, andere Anbieter versichern fast alle Berufe bis 65 Jahre. Ähnliches gilt für die Versicherungsdauer: Bestimmte Berufsgruppen können sich bei vielen Unternehmen nur bis 55 Jahre versichern – würden sie danach berufsunfähig, bekämen sie keine Rentenzahlung. Risikoarme Berufe erhalten Versicherungsschutz üblicherweise bis zum gesetzlichen Pensionsalter von 65 Jahren. Was ist die Karenzzeit? Erst nach Ablauf einer so genannten Karenzzeit von 6, 12, 18 oder 24 Monaten nach Eintritt der Berufsunfähigkeit leistet die Versicherung. Eine solche Wartezeit wirkt in der Regel beitragsmindernd. Eine Karenzzeit sollte jedoch nur dann vereinbart werden, wenn während dieses Zeitraums anderweitige Absicherung besteht oder genügend Ersparnisse vorhanden sind, um die Karenzzeit aus eigenen Mitteln überbrücken zu können. Was bedeutet eine Nachversicherungsgarantie? Während des laufenden Vertrages kann der Versicherungsschutz auch ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöht werden, um eine mögliche spätere BU-Rente an gestiegene finanziellen Bedürfnisse anzupassen. Abhängig vom Versicherer und dem gewählten Tarif kann dies der Fall sein bei Heirat, Geburt oder Adoption eines Kindes, Erwerb einer Immobilie, Abschluss der Berufsausbildung und Berufseinstieg, berufliche Veränderung oder Wechsel in die berufliche Selbstständigkeit. Was passiert bei einem Berufswechsel? Die meisten Versicherer verlangen, dass ein während der Vertragslaufzeit vorgenommener Berufswechsel unverzüglich angezeigt wird – falls ein Berufswechsel nicht mitgeteilt wird, gibt es im Ernstfall keine oder nur eingeschränkte Leistungen. Es gibt aber auch Unternehmen, bei denen eine Änderung der beruflichen Tätigkeit nicht angezeigt werden muss - diese ver-
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sichern automatisch den vor Eintritt einer möglichen Berufsunfähigkeit zuletzt ausgeübten Beruf. Was bedeutet eine Staffelregelung? Wenn nicht ausdrücklich anderes vereinbart wurde, leisten die Versicherer im Regelfall ab einer nachgewiesenen Berufsunfähigkeit von 50%. Alternativ kann oft eine Staffelung vereinbart werden, nach der die BU-Rente ab einem bestimmten Grad der Berufsunfähigkeit anteilig und bei höherem BU-Grad zu 100 % geleistet wird. Was bedeutet Stundungsmöglichkeit? Die Beiträge des Kunden zur Berufsunfähigkeitsversicherung entfallen, sobald eine Berufsunfähigkeit vom Versicherer anerkannt ist und dieser Rentenleistungen erbringt. Die genaue Feststellung der BU kann sich jedoch erheblich in die Länge ziehen. Bereits während der Prüfung auf Berufsunfähigkeit stunden kundenfreundliche Versicherer die Beiträge deshalb zinslos. Der Versicherte muss die Beiträge nur dann nachentrichten, wenn der Versicherer die Berufsunfähigkeit nicht anerkennt. Was welche Arten der Überschussbeteiligung gibt es? Die Berufsunfähigkeitsversicherer erwirtschaften mit den geleisteten Beiträgen Überschüsse, die unterschiedlich verwendet werden.
Beitragsverrechnung: Die durch Anlage des eingezahlten Kapitals erwirtschafteten Überschüsse werden Jahr für Jahr direkt mit den Beiträgen verrechnet. Die zugeteilten Überschüsse werden also nicht zur Erhöhung der Rente herangezogen, sondern dazu verwendet, die Höhe der Beitragszahlungen zu senken. Diese wird von der Mehrzahl der Anbieter angeboten und hat den Vorteil, dass von Beginn an niedrigere Prämien bezahlt werden müssen Verzinsliche Ansammlung: Das Überschussguthaben wird jährlich verzinst und bei Vertragsende als Gesamtsumme ausbezahlt. Dies führt dazu, dass die Prämien hoch bleiben. Sofortbonussystem: Das Versicherungsunternehmen legt die angefallenen Überschüsse an, um sie im Ernstfall für die Erhöhung der Rente zur Verfügung zu stellen. Die Höhe der BU-Rente hängt also davon ab, welche Überschüsse bis zum Eintritt der Berufsunfähigkeit entstanden sind. Je später der Versicherte berufsunfähig wird, desto höher wird die Rente.
Was bedeutet Verweisbarkeit? Verweisung im Allgemeinen bedeutet, dass der Versicherte zwar in seinem zuletzt ausgeübten Beruf berufsunfähig ist, jedoch noch andere zumutbare berufliche Tätigkeiten auf Grund seiner Erfahrung und Ausbildung ausüben könnte. Es gibt folgende Arten: Abstrakte Verweisbarkeit: Bei dieser Klausel kann der Versicherer eine Berufsunfähigkeitsrente verweigern, wenn der Kunde gesundheitsbedingt zwar nicht mehr im versicherten Beruf einsetzbar ist, aber aufgrund seiner Kenntnisse und Fähigkeiten theoretisch noch in einer anderen, bezüglich Einkommen und sozialer Stellung vergleichbaren Tätigkeit arbeiten kann. Dabei kann der Versicherer auf diese Tätigkeit verweisen, egal ob eine Stelle auf dem Arbeitsmarkt momentan überhaupt verfügbar ist oder der Versicherte aufgrund seiner Gesundheitsschäden überhaupt noch die Chance hat, eine solche Stelle zu finden. Die meisten Anbieter (gute Versicherungsverträge) verzichten auf diese Klausel darauf, allerdings nicht immer uneingeschränkt. Verschiedene Varianten hierbei sind: völ8
liger Verzicht, abweichende Regelung im Nachprüfungsverfahren, sie wird erst ab einem bestimmten Alter ausgeschlossen, sie wird nur für bestimmte Berufsgruppen ausgeschlossen oder Verzicht für die Dauer der Umschulungsmaßnahmen. Der Ausschluss dieser Klausel ist sehr wichtig, da sich hier die Frage stellt, ob es überhaupt eine Rentenleistung gibt. Konkrete Verweisung: Der Versicherte ist dann berufsunfähig, wenn er den zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr ausüben kann. Wenn er dennoch aus freien Stücken einen vergleichbaren Beruf konkret ausübt, so kann er darauf konkret verwiesen werden. Wird auf diese Form der Verweisbarkeit verzichtet, bedeutet dies aber, dass der Versicherer überhaupt nicht verweisen kann und der Versicherte unter Umständen in seinem neuen Beruf genauso viel verdient wie vorher und zusätzlich noch eine Berufsunfähigkeitsrente bekommt. Dies liegt nicht im Interesse dieser Versicherung und daher wird die konkrete Verweisung auch grundsätzlich nicht ausgeschlossen.
3. AK Tipps Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung kann durchaus sinnvoll sein, ist aber relativ teuer vor allem bei langen Laufzeiten und hohen Renten. (zB für einen Verkäufer zwischen 593 und 1.003 Euro pro Jahr, für eine Verkäuferin von 736 bis 1.098 Euro um 750 Euro monatlich im Falle der Berufsunfähigkeit zu erhalten). Auch andere Vorsorgeformen beachten (zB Sparbuch, Bausparen, Lebensversicherung), da es bei diesen zu einer sichern Kapitalauszahlung kommt. Wer sich für eine private Berufsunfähigkeitsversicherung entscheidet sollte genau vergleichen - die Preis- und Leistungsunterschiede sind enorm. Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist ein beratungsintensives Produkt. Die unterschiedlichsten Gestaltungsmöglichkeiten der Angebote erfordern eine intensive Beratung – am Besten eines Versicherungsmaklers Nicht nur den Preis vergleichen, sondern auch die Leistungen sowie die Zusatzleistungen. Möglichst früh mit Berufsunfähigkeitsschutz befassen. Wer jung und gesund ist, bekommt leichter einen guten Vertrag zu einem akzeptablen Preis Berufsunfähigkeits- und Risikoversicherung ist eine sinnvolle Kombination für Personen, die auch für den Todesfall vorsorgen möchten, weil Hinterbliebene zu versorgen sind. Nicht zu früh enden lassen. Kürzere Laufzeiten bedeuten zwar eine billigere Prämie, sollten aber nur dann gewählt werden, wenn der finanzielle Polster ausreicht, einen längeren Zeitraum zu überbrücken. Wer schon eine Lebensversicherung hat, sollte bei diesem Anbieter nach einem Zusatz für eine Berufsunfähigkeits-Rente fragen. Bei monatlicher Zahlungsweise wird ein Unterjährigkeitszuschlag verrechnet. Alles nachfragen, was nicht verstanden wurde oder unklar ist. Mehrere Angebote einholen. Die Berufsunfähigkeit unverzüglich der Versicherung melden
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4. Forderungen der AK Wien Einführung eines unbegründeten Rücktrittes („cooling off“) vom Vertrag innerhalb von zwei Wochen ab Erhalt der Polizze für alle Versicherungsabschlüsse im Konsumentenbereich mit einer längeren Laufzeit als sechs Monate Mehr Transparenz bei Produkten Klare Prämiendarstellung in den Angeboten. Fragen zu Krankenhausaufenthalten sollten höchstens auf die vergangenen zehn Jahre begrenzt werden. Fragen zu Arztbesuchen oder erlittenen Erkrankungen höchstens auf die letzten fünf Jahre begrenzen. Kein unbefristetes Rücktrittsrecht der Versicherung, wenn der Versicherte Gesundheitsfragen im Versicherungsantrag versehentlich falsch beantwortet hat. Verpflichtender Hinweis im Versicherungsantrag in verständlichen Worten auf die Folgen einer Verletzung der Anzeigepflicht. Ausschluss der Arztanordnungsklausel.
Zusammenfassung Das Angebot privater Berufsunfähigkeitsversicherungen ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Marktführer sind die deutschen Anbieter. Die österreichischen Anbieter ziehen nun nach. Der Markt ist im Umbruch, es kann daher sein, dass in der zweiten Jahreshälfte schon mehr Produkte am Markt sind. Die private Berufsunfähigkeitsversicherung wird entweder als eigenständiges Produkt oder als Zusatz zu einem anderen Vorsorgeprodukt angeboten. Berufsunfähigkeit liegt dann vor, wenn die Arbeitsfähigkeit des Versicherten, in seinem Beruf und in jedem Beruf, auf den der Betroffene verwiesen werden kann, mindestens 6 Monate lang um mehr als die Hälfte abgesunken ist. Bei der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung handelt sich um eine Risikoversicherung um mögliche Lücken zwischen der Sozialversicherung und dem tatsächlichem Bedarf im Fall einer Berufsunfähigkeit zu schließen. Die Rentenleistung wird für die Dauer der Berufsunfähigkeit gewährt und üblicherweise erfolgt am Ende der Laufzeit keine Auszahlung. Sowohl das Berufsunfähigkeitsrisiko als auch die zu versichernde Rentenhöhe hängen vom ausgeübten Beruf des zu Versichernden ab und werden anhand des jeweiligen Gefährdungsgrades in Risikogruppen unterteilt. Manche Berufe werden nicht versichert. Die Einstufung der zu versichernden Person erfolgt individuell anhand der konkreten beruflichen Tätigkeit in eine der Risiko- bzw Berufsgruppen. Dadurch kann es für den gleichen Beruf zu unterschiedlicher Einstufung bei den verschiedenen Versicherungsunternehmen kommen. Zur Beurteilung des Risikos werden von den Versicherern dabei das Ausmaß an Bürotätigkeit, das Ausmaß an körperlicher Tätigkeit, die Unfallgefährdung sowie die Personalverantwortung herangezogen. Die Versicherer entscheiden selbst, welche Berufe zu welchen und in wie vielen Gruppen zusammengefasst werden. Es wird zwischen 3 und 5 Berufsgruppen unterschieden und führt zu unterschiedlichen Prämien und Leistungen. Bei allen Berufsgruppen gibt es ein Mindest- und Maximal-Eintrittsalter, in bestimmten Berufsgruppen bzw Berufen ist eine Verkürzung der möglichen Versicherungsleistung und/oder Leistungsendalters notwendig. Die Versicherungen haben dafür unterschiedliche Maßstäbe. Manche Unternehmen leisten nur, wenn der Versicherungsnehmer eine „voraussichtlich dau10
ernde Berufsunfähigkeit“ nachweist, bei anderen Tarifen ist es ausreichend, wenn eine Berufsunfähigkeit von voraussichtlich mindestens sechs Monaten ärztlich prognostiziert wird. Bei der Rentenhöhe gibt es Grenzen, da es nicht möglich ist sich über seinem Einkommen liegende Rente zu versichern. Die Prämien sind zumeist teurer und hängen von der Art der Überschussbeteiligung und Dauer der Rentenzahlung ab. Tarife für Frauen sind zumeist etwas teurer als für Männer. Besserverdienende Akademiker oder Personen mit sehr geringer körperlicher Belastung zahlen weniger Prämien als schwerer körperlich arbeitende Schlechterverdiener.
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