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FREIGEGEBENE AUFGABEN AUS PIRLS 2006 Literarische Texte Der kleine Tonklumpen Eine unglaubliche Nacht

Informationstexte Antarktis: Land aus Eis Auf Futtersuche


Der kleine Tonklumpen

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Der kleine Tonklumpen Von Diana Engel

G

anz hoch oben, in einem alten Turm, war eine Werkstatt. Es war eine Töpferwerkstatt, mit Fässern voller bunter Glasuren, Töpferscheiben, Brennöfen und natürlich Ton. Nahe dem Fenster stand eine große Holzkiste mit einem schweren Deckel. Darin wurde der Ton aufbewahrt. Ganz unten am Boden, in die Ecke gedrückt, lag der älteste Tonklumpen. Er konnte sich kaum noch daran erinnern, wann ihn zum letzten Mal jemand in die Hand genommen hatte. Das musste schon ewig her sein. Jeden Tag ging der schwere Deckel der Kiste auf, Hände griffen hinein und nahmen sich schnell große und kleine Stücke Ton. Der kleine Tonklumpen konnte die fröhlichen Geräusche der Menschen hören, die fleißig bei der Arbeit waren. „Wann bin ich endlich dran?”, fragte er sich. Aber der kleine Tonklumpen verbrachte Tag um Tag in der Dunkelheit der Kiste und verlor allmählich die Hoffnung. Eines Tages kam eine große Gruppe von Kindern mit ihrem Lehrer in die Werkstatt. Viele Hände griffen in die Kiste. Der kleine Tonklumpen war der letzte, der ausgewählt wurde, aber er war draußen! „Das ist meine große Chance!”, dachte er und blinzelte im Licht. Ein Bub legte den Ton auf die Töpferscheibe und drehte sie so schnell er konnte. „Das macht Spaß!”, dachte der kleine Tonklumpen. Der Bub versuchte, den Ton nach oben zu ziehen, während sich die Scheibe drehte. Der kleine Tonklumpen verspürte schon die Aufregung, etwas zu werden! Der Bub versuchte, eine Schüssel zu machen, aber schließlich gab er auf. Er drückte und knetete den Ton zu einem schönen runden Ball. „Zeit zum Aufräumen”, sagte der Lehrer. Die Werkstatt füllte sich mit Geräuschen, die die Kinder beim Schrubben, Wischen, Waschen und Abtrocknen machten. Das Wasser tropfte überall hin. Der Bub ließ den Tonklumpen in der Nähe des Fensters fallen und lief schnell hinaus zu seinen Freunden. Nach einer Weile war die Werkstatt leer. Der Raum war still und dunkel. Der kleine Tonklumpen hatte schreckliche Angst. Er vermisste nicht nur die Feuchtigkeit in der Kiste, sondern er wusste auch, dass er in Gefahr war. „Jetzt ist alles vorbei”, dachte er. „Ich werde hier liegen und austrocknen, bis ich hart bin wie ein Stein.”

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Der kleine Tonklumpen


Er lag am offenen Fenster, ohne sich bewegen zu können, und fühlte, wie er langsam austrocknete. Die Sonne brannte auf ihn nieder und der Nachtwind blies herein, bis er steinhart war. Er war so hart geworden, dass er kaum noch denken konnte. Er wusste nur, dass er alle Hoffnung aufgegeben hatte. Aber irgendwo tief drinnen in dem kleinen Tonklumpen war noch ein winziges Tröpfchen Feuchtigkeit übrig, und er weigerte sich, es verdunsten zu lassen. „Regen”, dachte er. „Wasser”, seufzte er. „Bitte”, quetschte er schließlich aus seiner trockenen Hoffnungslosigkeit hervor. Eine vorüberziehende Wolke hatte Mitleid mit dem kleinen Tonklumpen, und etwas Wunderbares geschah. Riesige Regentropfen fielen durch das offene Fenster auf den kleinen Tonklumpen. Es regnete die ganze Nacht, und am nächsten Morgen war er wieder so weich wie früher. Stimmen näherten sich der Werkstatt. „Oh nein”, sagte eine Frau. Sie war eine Töpferin, die oft in der Werkstatt arbeitete. „Jemand hat das ganze Wochenende das Fenster offen gelassen! Nun müssen wir erst einmal sauber machen. Du kannst mit etwas Ton arbeiten, während ich Handtücher holen gehe”, sagte sie zu ihrer Tochter. Das kleine Mädchen sah den Tonklumpen, der am Fenster lag. „Der ist ja genau richtig für mich”, sagte sie. Und schon presste und knetete sie den Ton in schöne Formen. Für den kleinen Tonklumpen fühlten sich ihre Finger himmlisch an. Das kleine Mädchen arbeitete überlegt, und ihre Hände bewegten sich zielstrebig.

Der kleine Tonklumpen

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Der kleine Tonklumpen fühlte, wie sie ihm sanft eine runde, hohle Form gab. Sie zwickte ihn ein paar Mal und da hatte er einen Henkel. „Mama, Mama”, rief das Mädchen. „Ich habe einen Becher gemacht!” „Er ist wunderschön!”, sagte ihre Mutter. „Stell ihn auf das Regal dort, dann wird er im Ofen gebrannt. Danach darfst du ihn in der Farbe glasieren, die du möchtest.” Bald war der kleine Becher fertig und kam in sein neues Zuhause. Jetzt wohnt er auf einem Regal in der Küche, gleich neben den anderen Bechern, Schüsseln und Tassen. Sie sind alle sehr verschieden, und einige davon sind sehr schön. „Frühstück!”, ruft die Mutter, stellt den neuen Becher auf den Tisch und füllt ihn mit Kakao. Das kleine Mädchen hält ihn vorsichtig. Wie glücklich der kleine Becher über die weichen Linien seiner neuen Form ist! Wie gut er seine Aufgabe doch erfüllt! Der kleine Becher steht ganz stolz da. „Endlich – endlich bin ich etwas!”

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Der kleine Tonklumpen


Fragen

1.

Der kleine Tonklumpen

Nummeriere die folgenden S채tze in der Reihenfolge, wie die Ereignisse in der Geschichte stattgefunden haben. Das erste Ereignis ist schon richtig nummeriert.

Der Regen machte den Tonklumpen feucht und weich. Ein Bub versuchte aus dem Tonklumpen eine Sch체ssel zu machen. Ein M채dchen machte aus dem Tonklumpen einen Becher. Der Tonklumpen trocknete aus. 1

2.

Der Tonklumpen war in der Kiste.

Warum war der Tonklumpen so lange Zeit in der Kiste?

1

3.

Was w체nschte sich der Tonklumpen am Anfang der Geschichte?

1 Der kleine Tonklumpen

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4.

Warum wurde der Ton schließlich aus der Kiste genommen?

A B C D

5.

Er lag ganz oben auf den anderen Tonklumpen. Der Bub nahm diesen Klumpen, weil er ihm besonders gut gefiel. Der Lehrer sagte dem Buben, er solle diesen Klumpen nehmen.

Welche Handlung des Buben war achtlos?

A B C D

6.

Alle anderen Tonklumpen wurden schon benutzt.

Er ließ den Ton auf der Töpferscheibe liegen. Er drehte die Töpferscheibe so schnell er konnte. Er ließ den Tonklumpen in der Nähe des Fensters liegen. Er drückte und knetete den Ton.

Der Bub ließ den Tonklumpen in großer Gefahr zurück. Welche Gefahr war das?

1

6

Der kleine Tonklumpen


7.

Wie fühlte sich der Tonklumpen, als der Bub die Werkstatt verlassen hatte?

A B C D

8.

zufrieden ängstlich ärgerlich stolz

Etwas Wunderbares geschah, als der Tonklumpen schon lange Zeit in der Nähe des Fensters gelegen hatte. Was war das? Warum war es so wunderbar für den Tonklumpen?

2

Der kleine Tonklumpen

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9.

Welche Worte in der Geschichte sagen dir, dass das Mädchen wusste, was es aus dem Tonklumpen machen wollte?

A B C D

10.

„Ihre Finger fühlten sich himmlisch an.” „Das kleine Mädchen sah den Tonklumpen.” „Das kleine Mädchen hält ihn vorsichtig.” „Ihre Hände bewegten sich zielstrebig.”

Beschreib die unterschiedlichen Gefühle, die der Tonklumpen am Anfang und am Ende der Geschichte hatte. Erkläre, warum sich seine Gefühle veränderten.

3

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Der kleine Tonklumpen


11.

Das kleine Mädchen ist eine wichtige Person in dieser Geschichte. Erkläre, warum sie wichtig für die Handlung war.

2

12.

Die Autorin der Geschichte schreibt über den Tonklumpen, als ob er ein Mensch wäre. Sie will damit erreichen, dass du dir etwas Bestimmtes vorstellen kannst. Was ist das?

A B C D

13.

Wie es ist, den Regen zu spüren. Wie sich ein Tonklumpen wohl fühlt. Wie es ist, mit Ton zu arbeiten. Wie man sich fühlt, wenn man etwas selber macht.

Was ist die wichtigste Aussage der Geschichte?

A B C D

Menschen lassen sich genauso leicht kneten und formen wie Ton. Es gibt viel Kummer in der Welt. Man ist am glücklichsten, wenn man eine Aufgabe erfüllen kann. Töpfern ist der beste Weg, um Gutes in der Welt zu tun.

The Little Lump of Clay by Diana Engel, published by William Morrow Co. Inc., New York, 1989. Every effort has been

made to trace the copyright holder of this work.

Der kleine Tonklumpen

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Eine unglaubliche Nacht Von Franz Hohler

A

nna war zehn Jahre alt, daher konnte sie sogar im Halbschlaf den Weg von ihrem Zimmer zum Badezimmer finden. Ihre Zimmertür stand normalerweise einen Spalt offen, und das Nachtlicht im Gang war hell genug, um am Telefontisch vorbei zum Badezimmer zu gelangen. Eines Nachts, als sie auf dem Weg zum Badezimmer am Telefontisch vorbeiging, hörte Anna so etwas wie ein leises Zischen. Da sie aber noch halb schlief, achtete sie nicht weiter darauf. Es kam sowieso aus einiger Entfernung. Erst, als sie wieder auf dem Rückweg in ihr Zimmer war, sah sie, woher das Geräusch kam. Unter dem Telefontisch lag ein Stapel alter Zeitungen und Zeitschriften. Und dieser Stapel fing jetzt an, sich zu bewegen. Von dort kam auch das Geräusch. Plötzlich begann der Stapel zu kippen – nach rechts, nach links, nach vorne und nach hinten – und dann lagen überall auf dem Boden

Eine unglaubliche Nacht

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Zeitungen und Zeitschriften. Anna wollte ihren Augen nicht trauen, als sie ein grunzendes, schnaufendes Krokodil unter dem Telefontisch hervorkriechen sah. Anna stand wie angewurzelt da. Mit groĂ&#x;en Augen beobachtete sie, wie das Krokodil ganz zwischen den Zeitungen hervorkroch und sich langsam in der Wohnung umsah. Es schien gerade aus dem Wasser gekommen zu sein, denn es war am ganzen KĂśrper tropfnass. Wo immer es hintrat, wurde der Teppich ganz nass.

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Eine unglaubliche Nacht


Das Krokodil bewegte den Kopf vor und zurück und gab ein lautes Zischen von sich. Anna sah das Maul des Krokodils mit seinen schrecklich langen Zahnreihen an und schluckte. Es bewegte den Schwanz langsam hin und her. Anna hatte in der Zeitschrift „Tiere“ darüber gelesen, wie Krokodile mit dem Schwanz ins Wasser schlagen, wenn sie Feinde vertreiben oder angreifen wollen. Ihr Blick fiel auf die letzte Ausgabe der Zeitschrift „Tiere“, die vom Stapel gefallen war und bei ihren Füßen lag. Wieder erschrak sie. Auf dem Titelblatt der Zeitschrift war ein großes Krokodil an einem Flussufer abgebildet gewesen. Doch jetzt war das Flussufer leer! Anna bückte sich und hob die Zeitschrift auf. In diesem Moment schlug das Krokodil so heftig mit dem Schwanz, dass es die große Vase mit den Sonnenblumen darin zertrümmerte, die auf dem Boden stand. Die Sonnenblumen flogen in alle Richtungen. Mit einem schnellen Sprung war Anna in ihrem Zimmer. Sie krachte die Tür zu und schob ihr Bett vor die Tür. Sie hatte eine Sperre gebaut, die sie vor dem Krokodil schützen würde. Erleichtert atmete sie aus. Doch dann zögerte sie. Was ist, wenn das Ungeheuer einfach nur Hunger hatte? Vielleicht musste sie dem Krokodil etwas zu fressen geben, damit es wegging? Anna sah wieder zur Tierzeitschrift. Wenn das Krokodil einfach so aus einem Bild kriechen konnte, dann könnten das andere Tiere vielleicht auch. Hastig blätterte Anna die Zeitschrift durch und hielt bei einem Schwarm Flamingos in einem Sumpf im Dschungel inne. Genau richtig, dachte sie. Die sehen aus wie eine Geburtstagstorte für Krokodile. Plötzlich hörte man ein lautes Krachen, und die Schwanzspitze des Krokodils schob sich durch die zersplitterte Tür. Schnell hielt Anna das Bild von den Flamingos an das Loch in der Tür und rief so laut sie konnte: „Raus aus dem Sumpf! Ksch! Ksch!“ Dann warf sie die Zeitschrift durch das Loch in den Gang, klatschte in die Hände, rief und stieß laute Schreie aus.

Eine unglaubliche Nacht

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Sie konnte kaum glauben, was dann passierte. Plötzlich war der gesamte Gang voller kreischender Flamingos, die wild mit den Flügeln schlugen und auf ihren langen, dünnen Beinen durcheinander liefen. Anna sah einen Vogel mit einer Sonnenblume im Schnabel und einen anderen, der den Hut ihrer Mutter vom Haken schnappte. Sie sah auch, wie ein Flamingo im Maul des Krokodils verschwand. Mit zwei schnellen Bissen verschlang es den Flamingo und holte sich dann gleich den nächsten, den mit der Sonnenblume im Schnabel. Nach zwei Portionen Flamingo schien das Krokodil genug gefressen zu haben und legte sich zufrieden mitten im Gang hin. Als es die Augen geschlossen hatte und sich nicht mehr bewegte, öffnete Anna vorsichtig ihre Tür und schlich in den Gang. Sie legte das leere Titelblatt direkt vor die Nase des Krokodils. „Bitte”, flüsterte sie, „bitte geh zurück nach Hause.“ Sie schlich zurück in ihr Zimmer und blickte durch das Loch in der Tür. Sie sah, dass das Krokodil wieder auf dem Titelblatt der Zeitschrift war. Dann ging sie vorsichtig ins Wohnzimmer, wo die Flamingos um das Sofa herum und auf dem Fernseher standen. Anna schlug die Zeitschrift auf der Seite mit dem leeren Bild auf. „Danke”, sagte sie, „vielen Dank. Ihr könnt jetzt zurück in euren Sumpf.”

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Eine unglaubliche Nacht


Es war sehr schwierig, ihren Eltern am nächsten Morgen den großen nassen Fleck auf dem Boden und die kaputte Tür zu erklären. Sie glaubten ihr die Geschichte mit dem Krokodil nicht so recht, obwohl der Hut ihrer Mutter wie vom Erdboden verschluckt war.

Adapted from Eine Wilde Nacht in Der Große Zwerg und Andere Geschichten by Franz Hohler. Published in 2003 by Deutscher Taschenbuch Verlag, Munchen, Germany. Illustrations copyright © 2003, IEA. An effort has been made to obtain copyright permission.

Eine unglaubliche Nacht

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Fragen

1.

Was war das erste Anzeichen, dass etwas Ungewöhnliches vor sich ging?

A B C D

2.

Anna sah das Titelblatt der Zeitschrift. Annas Zimmertür war kaputt. Anna hörte ein Zischen.

aus dem Badezimmer vom Titelblatt einer Zeitschrift unter dem Bett hervor aus einem Fluss in der Nähe

Welche Wörter zeigen dir, dass Anna Angst hatte?

A B C D

6

Ein Stapel Zeitungen begann sich zu bewegen.

Woher kam das Krokodil?

A B C D

3.

Eine unglaubliche Nacht

„...stand wie angewurzelt da“ „...wollte ihren Augen nicht trauen“ „...atmete sie aus“ „...wie ein leises Zischen“

Eine unglaubliche Nacht


4.

Warum glaubte Anna, das Krokodil würde sie angreifen?

A B C D

5.

Es zeigte seine langen Zahnreihen. Es zischte laut. Es fing an zu grunzen und zu schnaufen. Es bewegte den Schwanz langsam hin und her.

Bring die folgenden Sätze in die richtige Reihenfolge (so, wie sie in der Geschichte passiert sind). Der erste Satz ist schon richtig nummeriert. Anna sah das Krokodil. Das Krokodil fraß zwei Flamingos. Anna versuchte ihren Eltern zu erklären, warum ihre Tür kaputt ist. 1

Anna ging zum Badezimmer. Anna rannte in ihr Zimmer und knallte die Tür zu.

6.

Warum rief Anna die Flamingos herbei?

1

Eine unglaubliche Nacht

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7.

Wie ging die Zimmertür kaputt?

A B C D

8.

Das Krokodil schlug mit dem Schwanz hindurch. Die große Vase krachte dagegen. Der Flamingo hackte mit seinem spitzen Schnabel hinein. Das Bett krachte dagegen.

Warum war die Zeitschrift hilfreich für Anna? Nenn zwei Dinge.

11. 12.

9.

Wie fühlte sich Anna am Ende der Geschichte gegenüber den Flamingos?

A B C D

8

schuldig vorsichtig dankbar verärgert

Eine unglaubliche Nacht


10.

Nenn eine Sache, die Anna ihren Eltern nur schwer erkl辰ren konnte.

1

11.

Du hast durch das, was Anna getan hat, erfahren, was f端r ein Mensch sie war. Beschreib zuerst, was f端r ein Mensch sie war. Nenn dann zur Begr端ndung zwei Beispiele, was sie getan hat.

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Eine unglaubliche Nacht

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12.

Der Autor verrät uns nicht, ob Annas Abenteuer nur ein Traum war. Nenn einen Beweis dafür, dass es ein Traum gewesen sein könnte.

1

Nenn einen Beweis dafür, dass es kein Traum gewesen sein könnte.

1

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Eine unglaubliche Nacht


Antarktis: Land aus Eis

In der Antarktis Was ist die Antarktis?

Südpol

Die Antarktis ist ein Kontinent ganz im Süden unseres Planeten. (Wenn du sie auf dem Globus suchst, wirst du sie ganz unten finden.) Die Antarktis macht ein Zehntel der Erdoberfläche aus und ist von einer Eisdecke bedeckt, die an einigen Stellen über 1500 Eine Landkarte der Antarktis Meter dick ist. Der Südpol ist genau in der Mitte der Antarktis. Die Antarktis ist der kälteste Kontinent, aber auch der trockenste, der höchste und der windigste. Nur wenige Menschen wohnen das ganze Jahr über dort. Forscherinnen und Forscher bleiben für kurze Zeiträume und wohnen dabei in speziell dafür eingerichteten Forschungsstationen. In der Antarktis ist von Oktober bis März Sommer. Während dieser Zeit geht die Sonne nie unter. Im Winter, von April bis September, ist es genau umgekehrt und die Antarktis versinkt sechs Monate lang in ständiger Dunkelheit.

Antarktis

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Das Wetter in der Antarktis In der Antarktis ist es sogar im Sommer kälter, als du es dir wahrscheinlich vorstellen kannst! Der Südpol ist der kälteste Teil der Antarktis. Die Durchschnittstemperatur beträgt im Jänner, also im Hochsommer, minus 28 Grad Celsius (geschrieben: –28° C). Minus heißt, dass die Temperatur unter dem Gefrierpunkt liegt, also unter 0° C. Im Winter, von April bis September, kann die Durchschnittstemperatur am Südpol auf bis zu –89° C sinken. Wenn man bei solcher Kälte einen Becher kochendes Wasser in die Luft wirft, gefriert das Wasser, bevor der Becher auf dem Eis aufschlägt. Manchmal müssen die Forscher sogar Kühlschränke benutzen, um ihre Proben warm zu halten!

Pinguine in der Antarktis In der Antarktis gibt es mehr Pinguine als andere Vogelarten. Sie können nicht fliegen, aber sie benutzen ihre kurzen Flügel als Schwimmflossen. Sie sind hervorragende Schwimmer. An Land watscheln sie aufrecht oder bewegen sich mit kurzen Sprüngen weiter. Pinguine haben viele Federn, die sich überlappen. Diese halten gemeinsam mit den weichen Daunenfedern sowie einer dicken Fettschicht die kalte Luft, Wind und Wasser ab. Um sich zusätzlich zu wärmen, drängen sich die Pinguine in Gruppen zusammen.

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Antarktis


Ein Brief aus der Antarktis Sara Wheeler ist eine der Forscherinnen und Forscher, die in der Antarktis arbeiten. Wenn du ihren Brief an ihren Neffen Daniel liest, wirst du einiges über ihre Erlebnisse in der Antarktis erfahren.

Antarktis Freitag, 9. Dezember

Lieber Daniel, hier kommt, wie versprochen, der Brief aus der Antarktis und auch ein Foto. Stell dir nur vor, wie aufregend es für mich ist, nun endlich hier zu sein und den Spuren so vieler berühmter Entdecker zu folgen! Hier ist alles ganz anders, als ich es gewohnt bin. Hier gibt es nichts Frisches und auch keine Supermärkte. Wir müssen also viele Konserven und getrocknete oder tiefgefrorene Sachen essen (die muss man gar nicht ins Gefrierfach legen – man kann sie einfach draußen lassen). Wir kochen auf kleinen Gaskochern, die viel länger brauchen als unsere Öfen zu Hause. Gestern habe ich Nudeln mit Tomatensauce und Dosengemüse gekocht. Danach gab es getrocknete Erdbeeren, die wie Karton geschmeckt haben. Ich vermisse frische Äpfel und Orangen – ich wünschte, du könntest mir welche schicken! Alles Liebe, deine Sara

Antarktis

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Fragen

1.

Antarktis: Land aus Eis

Wo kannst du die Antarktis auf dem Globus finden?

1

2.

Die Antarktis ist der kälteste Ort der Erde. Welche Rekorde hält die Antarktis außerdem?

A B C D

3.

1

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Antarktis

trockenster und wolkigster Ort nassester und windigster Ort windigster und trockenster Ort wolkigster und höchster Ort

In welchem Teil der Antarktis ist es am kältesten?


4.

Denk an das, was du im Text über die Antarktis gelesen hast. Nenn zwei Gründe, weshalb die meisten Menschen nicht zwischen April und September in die Antarktis fahren.

1 1. 1 2.

5.

Im Text steht: „Wenn man bei solcher Kälte einen Becher kochendes Wasser in die Luft wirft, gefriert das Wasser, bevor der Becher auf dem Eis aufschlägt.“ Warum wird das erwähnt?

A B C D

6.

Um dir zu sagen, wie heiß das Wasser in der Antarktis ist. Um dir zu zeigen, was die Menschen in der Antarktis trinken. Um dir von der Arbeit der Forscherinnen und Forscher in der Antarktis zu erzählen. Um dir zu zeigen, wie kalt es in der Antarktis ist.

Wozu benutzen die Pinguine nach Aussage des Textes ihre Flügel?

A B C D

Zum Fliegen. Zum Schwimmen. Um ihre Küken zu wärmen. Um aufrecht gehen zu können.

Antarktis

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7.

Nenn drei MĂśglichkeiten, wie sich die Pinguine in der Antarktis warm halten kĂśnnen.

1 1. 1 2. 1 3.

8.

Nenn zwei Dinge, die du aus Saras Brief Ăźber das Essen in der Antarktis erfahren hast.

1 1. 1 2.

6

Antarktis


9.

Würdest du gerne in die Antarktis reisen? Benutz das, was du in beiden Textteilen „In der Antarktis“ und „Ein Brief aus der Antarktis“ gelesen hast, um deine Meinung zu begründen.

2

10.

In welchem Teil des Textes steht, wie dick das Eis in der Antarktis ist?

A B C D

Was ist die Antarktis? Das Wetter in der Antarktis Pinguine in der Antarktis Ein Brief aus der Antarktis

Antarktis

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11.

Dieser Text bietet zwei verschiedene Möglichkeiten, etwas über die Antarktis zu erfahren:

• •

In der Antarktis Ein Brief aus der Antarktis

Welchen dieser beiden Informationstexte findest du interessanter und warum?

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The letter from Sara Wheeler is adapted from Letters from Antarctica, by Sara Wheeler, 1997. Reproduced by permission of Hodder and Stoughton Ltd. Photographs © Guillaume Dargaud

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Antarktis


Auf Futtersuche Hier werden drei Projekte beschrieben. In denen geht es darum, was kleine Lebewesen fressen und wie sie nach Futter suchen. Zuerst musst du lebendige Ameisen, Asseln und Würmer sammeln. Geh vorsichtig mit ihnen um. Wenn du sie fertig untersucht hast, bring sie unbedingt wieder dorthin zurück, wo du sie gefunden hast. • Einer Ameisenstraße folgen • Asseln untersuchen • Ein Wurmterrarium bauen

Wo du Ameisen, Asseln und Würmer findest Ameisenstraßen findet man im Sommer. An einem Ende befindet sich normalerweise etwas zu fressen, am anderen Ende der Eingang zu einem Ameisenhaufen.

Asseln mögen es feucht und dunkel. Man findet sie unter Baumstämmen, Blätterhaufen und in Mauern. Assel

Ameise

Wurm

Würmer leben unter Steinen, in frisch umgegrabener Erde oder in der Nähe von Komposthaufen. Sie kommen nachts an die Oberfläche.

Futtersuche

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Einer Ameisenstraße folgen Ameisen leben in Ameisenhaufen zusammen. Wenn eine Ameise etwas zu fressen findet, legt sie eine Straße an, damit ihr die anderen folgen. Um dieses Experiment zu machen, musst du einen Ameisenhaufen finden. Außerdem brauchst du die folgenden Dinge: ein Blatt Papier, ein kleines Stück Apfel, eine Hand voll Erde. 1. Leg das Stück Apfel auf das Blatt Papier und leg das Papier in die Nähe eines Ameisenhaufens. Warte, bis einige Ameisen den Apfel gefunden haben. Sie werden alle derselben Straße folgen. 2. Leg das Apfelstück woanders hin. Gehen die Ameisen direkt dorthin? 3. Streu jetzt etwas Erde auf das Papier, so dass die Ameisenstraße damit bedeckt ist. Normalerweise laufen die Ameisen eine Zeit lang durcheinander. Bilden sie eine neue Straße?

Was passiert? Auch wenn das Futter an eine andere Stelle gelegt wurde, folgen die Ameisen der alten Straße, bis eine neue angelegt wird.

Warum? Wenn eine Ameise etwas zu fressen gefunden hat, produziert sie bestimmte chemische Stoffe, die eine Duftspur hinterlassen. Die anderen Ameisen aus dem Haufen benutzen ihre Antennen, das heißt ihre Fühler, um diesen Duft aufzunehmen.

2

Futtersuche


Asseln untersuchen Asseln haben sehr empfindliche Fühler. Bau diese Schachtel nach, dann sammle sechs Asseln in einem Behälter. Beobachte, wie sie den Weg finden, wenn du sie in die Schachtel gesetzt hast. Du brauchst: eine kleine leere Schachtel mit Deckel, eine Schere, Klebeband und welke feuchte Blätter.

Kartonstreifen: unten darf kein Spalt sein

Blätter

Hier laufen die Asseln los

1. Schneid den Deckel in drei lange Streifen, um die Gänge zu bauen (wie auf dem Bild). 2. Lass immer nur eine der Asseln den Gang entlang laufen. Wenn sie das Ende des Gangs erreicht haben, werden einige nach links abbiegen und einige nach rechts. 3. Leg feuchte Blätter in die rechte Seite der Schachtel. Lass jetzt die Asseln noch einmal durch die Schachtel laufen. In welche Richtung gehen sie?

Der Gang sollte gerade breit genug für Asseln sein

Was passiert? Die Asseln werden nach rechts zum Futter hin abbiegen.

Warum? Die Asseln können das Futter mit ihren Fühlern wahrnehmen. Sie benutzen sie, um die Blätter zu finden.

Futtersuche

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Ein Wurmterrarium bauen Würmer zu beobachten ist schwierig, weil sie kein Licht mögen. Sobald sie es wahrnehmen, kriechen sie weg und versuchen, wieder zurück ins Dunkle zu kommen. Um zu sehen, wie Würmer leben und fressen, baust du ein Wurmterrarium wie das auf dem Bild. Dann suchst du zwei oder drei Würmer und legst sie hinein. Denk daran, dass du nicht an den Würmern ziehen darfst, weil du sie sonst verletzen könntest. Sie sind mit winzigen Borsten bedeckt, die ihnen in der Erde Halt geben.

Du brauchst • Schuhschachtel • Klebeband • Stift • Schere • große Plastikflasche

1. Kleb den Deckel der Schuhschachtel so an die Schachtel, dass man ihn wie eine Tür öffnen kann. Stich mit dem Stift Löcher in die Oberseite der Schachtel, um Luft und Licht ins Wurmterrarium zu lassen. 2. Schneid den Hals der Flasche ab. Füll sie dann schichtweise und locker mit Erde und Sand. Streu Kartoffel- und Zwiebelstücke auf die oberste Schicht.

• 1 Becher voll Sand • 3 Becher feuchte, bröckelige Erde • kleine Zwiebel- und Kartoffelwürfel

4

Futtersuche

3. Lass die Würmer vorsichtig hineinfallen, stell die Flasche in die Schachtel, und mach die Tür zu. Lass sie vier Tage lang draußen an einem kühlen, trockenen Ort stehen. 4. Sieh dir nach vier Tagen die Flasche wieder an. Was hat sich bei der Erde und dem Sand verändert?

Nicht vergessen: Wenn du mit dem Projekt fertig bist, bring die Würmer wieder dorthin zurück, wo du sie gefunden hast.


Was passiert? Nach vier Tagen haben sich die Sand- und Erdschichten miteinander vermischt.

Warum? Die Würmer vermischen Sand und Erde, wenn sie an die Oberfläche kommen, um das Futter zu fressen und sich danach wieder nach unten graben, um dem Licht zu entkommen. an die Schachtel geklebter Deckel

Löcher

Zwiebel- und Kartoffelwürfel

5 cm feuchte Erde

1 cm Sand zwischen jeder Schicht

From Animal watching in the Usborne Big Book of Experiments published in 1996 by Usborne Publishing Ltd., London. An effort has been made to obtain copyright permission.

Futtersuche

5


Fragen:

1.

Was ist das Hauptziel dieses Textes?

A B C D

2.

verschiedene Projekte beschreiben, die man machen kann Informationen über Ameisenstraßen geben zeigen, wie kleine Lebewesen aussehen erklären, was Würmer essen

Was solltest du tun, um den Tieren keinen Schaden zuzufügen?

A B C D

6

Auf Futtersuche

Futtersuche

unter Steinen und Geröll nach ihnen suchen alles über sie herausfinden so viele wie möglich einsammeln sie dorthin zurückbringen, wo du sie gefunden hast


In den Fragen 3–5 geht es um das Ameisen-Projekt.

3.

Warum sollst du das Apfelstück neben den Ameisenhaufen legen?

A B C D

4.

damit die Ameisen eine Straße bilden um die Ameisen zu verwirren damit die Ameisen durcheinander laufen

Wie finden auch die anderen Ameisen eines Haufens zum Futter, nachdem eine Ameise welches gefunden hat?

A B C D

5.

um die Ameisenstraße zu blockieren

Sie beobachten die erste Ameise und folgen ihr. Sie laufen herum, bis sie das Futter finden. Sie nehmen den Duft auf, den die erste Ameise hinterlassen hat. Sie riechen das Futter auf dem Blatt Papier.

Warum laufen die Ameisen durcheinander, nachdem du die Erde verstreut hast?

1

Futtersuche

7


In den Fragen 6–9 geht es um das Assel-Projekt.

6.

Wie finden die Asseln das Futter?

A B C D

7.

Sie nehmen das Futter mit ihren Fühlern wahr. Sie folgen der Duftspur. Sie sehen das Futter im Dunkeln.

Sieh dir die Abbildung zum Text „Asseln untersuchen“ an. Wie hilft dir die Abbildung herauszufinden, was du bei diesem Projekt tun sollst?

2

8

Sie laufen den Gang entlang.

Futtersuche


8.

Warum musst du deine Asseln den Weg entlang laufen lassen, bevor du die Blätter in die Schachtel gibst?

A B C D

9.

Um zu sehen, ob sie durch das Labyrinth finden. Um zu sehen, was sie machen, wenn kein Futter drinnen ist. Um zu sehen, ob die Schachtel richtig zusammengebaut ist. Um zu sehen, welche Assel welchen Weg geht.

Was würde wohl beim 3. Schritt des Assel-Versuchs passieren, wenn du die feuchten Blätter in die linke Ecke der Schachtel verschiebst?

1

10.

Was ist ähnlich an der Art und Weise, wie Ameisen und Asseln ihr Futter suchen?

1

Futtersuche

9


In den Fragen 11–13 geht es um das Wurmterrarium-Projekt.

11.

Nummeriere die Schritte in der Reihenfolge, wie du sie befolgen würdest, um ein Wurmterrarium zu bauen. Der erste Schritt ist schon richtig nummeriert. Stell die Flasche in die Schuhschachtel 1

Stich Löcher in die Oberseite der Schuhschachtel Laß die Würmer hineinfallen Gib Kartoffel- und Zwiebelstücke dazu Füll die Flasche mit Erde und Sand

12.

Warum ist es wichtig, die Flasche schichtweise mit Erde und Sand zu füllen?

1

10

Futtersuche


13.

Warum ist es beim Wurmterrarium-Projekt wichtig, die Zwiebelund Kartoffelstücke auf die oberste Erdschicht zu streuen?

1

14.

Bei jedem Projekt steht „Was passiert?“ und „Warum?“ in einem eigenen Kasten. Was ist der Zweck dieser Kästen?

A B C D

15.

Um die einzelnen Schritte des Projekts zu erklären. Damit du weißt, was du für das Projekt brauchst. Damit du weißt, was du tun musst, wenn du fertig bist. Um zu erklären, was du gesehen hast.

Welches der drei Projekte hast du am interessantesten gefunden? Erkläre deine Antwort mit Informationen aus dem Text.

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Futtersuche

11

/Lesetest_Aufgaben  

http://cdn4.vol.at/2007/11/Lesetest_Aufgaben.pdf

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