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FrĂźhling 2018 | 3 Euro

Vorarlbergs Wirtschafts- und Lifestyle-Magazin

Sabine Folie und ihr Kraftzentrum in Linz Wie Huppenkothen fĂźr Bewegung sorgt Special: Vorarlbergs grĂśĂ&#x;te Unternehmen Warum Innauer Matt ihr BĂźro im Dorf lassen Wien zwischen Spelunke und Vogelgarten

 

Foto: Dietmar Stiplovsek

Eine neue Genusswelt fĂźr die Region entsteht


Die Zukunft gestalten bedeutet Umsicht am Berg und im Tal.

DIE BANK FÜR UNTERNEHMER In Chancen denken, verantwortungsvoll handeln. Wussten Sie, dass sich die Bank für Tirol und Vorarlberg mit der Zukunft des Alpentourismus im Detail beschäftigt? Das tun wir, um die Investitionsvorhaben und Visionen unserer rund 1.800 Kunden aus der Tourismus-Branche optimal begleiten zu können. Die Besten der Branche investieren ständig in Qualität und Ausbau. Hierfür bieten wir ein überzeugendes Gesamtpaket: mit exzellenter Beratung, einem dichten Netzwerk, einem tiefen Verständnis für die tagtäglichen Herausforderungen im Tourismus und viel Gespür für kommende Trends. Vor allem aber mit Betreuern, die Land und Leute ganz genau kennen, weil sie fest im alpinen Raum verwurzelt sind. Seit 114 Jahren. btv.at/alpentourismus


Editorial

Frühling 2018 | 3 Euro

Vorarlbergs Wirtschafts- und Lifestyle-Magazin

Genusswelt. In Schwarzach eröffnet im Mai der neue Gastronomie-Großmarkt von Transgourmet. „One hand to the customer“ lautet das Motto, was zählt sind Qualität und Service. Zudem soll Vorarlberg dort eine große Rolle spielen – nicht nur im regionalen Sortiment, sondern auch in puncto Mitarbeiter. Auf zur Dorfrunde. Bereits zum achten Mal findet in diesem Jahr der Wettbewerb „Handwerk+Form“ im Werkraum Bregenzerwald statt. Die Ausschreibung läuft, die internationale Jury ist bereit und freut sich auf Innovationen in Gestaltung und Umsetzung. Immer im Blickpunkt: durchdachte Alltagstauglichkeit.

Eine neue Genusswelt für die Region entsteht

Viel Spaß wünscht Ihnen Ihr „kontur“-Redaktionsteam

Foto: Dietmar Stiplovsek

Wachstumskurs. Die Auflistung der größen Unternehmen Vorarlbergs zeigt eindrucksvoll, dass die Wirtschaft im Land Erfolgsgeschichten schreibt. Das wird auch im laufenden Jahr so bleiben – die Konjunkturlokomotive ist auf Fahrt.

Sabine Folie und ihr Kraftzentrum in Linz Wie Huppenkothen für Bewegung sorgt Special: Vorarlbergs größte Unternehmen Warum Innauer Matt ihr Büro im Dorf lassen Wien zwischen Spelunke und Vogelgarten

Inhalt 06 Alles aus einer Hand Genuss trifft auf Service. Im Mai eröffnet Transgourmet in Schwarzach. 13 Gespräch über den Tanz Warum das Erarbeiten eines Stückes für Silvia Salzmann sehr lustvoll ist. 16 Europaweit in Bewegung Ob Bagger oder Lader, ob Vermietung oder Verkauf. Huppenkothen arbeitet im Rhythmus der Kunden. 21 Gespür für Fairness 10 Fragen an ... die Leiterin der AK Interessenspolitik, Eva King. 26 Wellness mit System Die Mercedes S-Klasse eröffnet eine neue Welt des Autofahrens. 28 Natur luxuriös Zelt war gestern. Für den Camper von heute darf es etwas mehr sein. 33  Eine Runde drehen In diesem Jahr wird Andelsbuch wieder zum Mekka für Gestalter aus nah und fern. „Handwerk+Form“ ruft.

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38 Ein Kraftzentrum der Kunst Sabine Folie, eine anerkannte Kunsthistorikerin, die vor Jahren auch in Vorarlberg wichtige kulturpolitische Initiativen setzte, leitet das neue VALIE EXPORT Center in Linz. 41 Das Büro im Dorf lassen An ihrem Ort der Inspiration, „zwischen den Kühen“, planen die beiden Architekten Markus Innauer und Sven Matt Gebäude mit Bestand – und wirken der Verrohung entgegen. 46 Neugierige Schatzsucherin In Bibliotheken und Archiven ist Friederike Hehle zu Hause. Dort geht sie Unternehmensgeschichten auf den Grund. 51 Special: Vorarlbergs größte Unternehmen Die heimischen „Top 100“-Unternehmen schreiben weiterhin an ihrer wirtschaftlichen Erfolgsstory und punkten auf Märkten in aller Welt. Ein Überblick über Umsätze, Mitarbeiterzahlen und Erfolge. 68 In eigenen Spuren Politik interessierte ihn schon immer, das Faible für die Wirtschaft kam im Lauf der Jahre dazu. Heute darf sich Dr. Jürgen Kessler beidem widmen. 73 Patente Tüftler Erfinden und Verbessern steht in Vorarlbergs Wirtschaft seit jeher auf der Tagesordnung. 78 Fotokünstler im Weltexil Günter Parths Karriere vom Schulabbrecher zum Meisterfotografen nahm ihren Anfang in Dornbirn. 82 Alles neu in Wien Vier kulinarische Adressen und vier frische Konzepte, die so bunt sind, wie die Donaumetropole selbst.

89 Mensch und Arbeit in Harmonie Guntram Paterno liebt, was er tut. Sein Metier sind moderne Arbeitswelten und der „Wohlfühlfaktor“ in Unternehmen. 94 Starkes, ob alt oder neu Von „Faust“ in der Kunsthalle München bis Gurlitt in Bern oder Bonn – wir nehmen Sie mit auf einen Ausstellungsrund gang. Enorme Bandbreite und Überraschendes inklusive.

IMPRESSUM Herausgeber, Medieninhaber und Hersteller: Russmedia GmbH, A-6858 Schwarzach, Gutenbergstraße 1 • Redaktionelle Leitung: Sabine Blechschmidt, sabine.blechschmidt@russmedia.com • Redaktion: Christa Dietrich, Ernest F. Enzelsberger, Patrizia Gunz, Elisabeth Längle, Franz Muhr, Andreas Scalet • Art Direktion: Nadine Rüscher, nadine.ruescher@russmedia.com • Anzeigenberatung: Russmedia GmbH, A-6858 Schwarzach, Gutenbergstraße 1, Patrick Fleisch, +43 5572 501-818, patrick.fleisch@russmedia.com; Gerard Hann, +43 5572 501-277, gerard.hann@russmedia.com; Nadja Mauser, +43 5572 501-280, nadja.mauser@russmedia.com; Gabriel Ramsauer +43 5572 501-785, gabriel.ramsauer@russmedia.com • Druck: Buchdruckerei Lustenau GmbH, A-6890 Lustenau, Millennium Park 10 • Erscheinungstag: 30. März 2018 • Nächste Ausgabe: 15. Juni 2018

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Symbolfoto

Freude am Fahren

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Foto: Transgourmet


Aus einer Hand Mitte Mai eröffnet Transgourmet einen neuen Gastronomie-Großmarkt in Schwarzach in Vorarlberg. Die Investitionssumme beträgt 22 Millionen Euro, 120 Arbeitsplätze werden geschaffen. Und der neue Standort in Vorarlberg hat für Transgourmet eine besondere Bedeutung, denn er ist der vorletzte Schritt, um in ganz Österreich präsent zu sein.

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Vom Fach. Wichtig ist die persönliche und kompetente Betreuung der Kunden.

Gut aufgestellt. Großer Wert wird auf den Frischebereich gelegt.

Der neue Standort liegt verkehrsgünstig direkt an der Bregenzerwaldstraße. Über 1000 Parkplätze stehen am Parkdeck bereit, eine kostenlose E-Tankstelle für zwei Pkw ist ebenso vorhanden wie ein Einräumservice für die Kunden. „Unsere Serviceorientierung bestätigen wir mit einer möglichen Vorkommissionierung und Beratung.“

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ransgourmet bietet insgesamt 25.000 Artikel an. Der Fokus liegt auf dem regionalen Sortiment und Service für die Gastronomen. Nach dem Prinzip „One face to the customer“ wird die Produktpalette aus einer Hand geboten. Wie TransgourmetSchwarzach-Standortgeschäftsleiter Manuel Gohm ausführt, wird sich der neue Markt mit seinem Angebot ganz bewusst an die Vorarlberger Gastronomen richten. Der gebürtige Vorarlberger mit internationalem Marketing- und Vertriebs-Background sowie einer langjährigen Erfahrung im Lebensmittelbereich weiß, dass die Gastronomen neben der hohen Qualität der Produkte und der Kundenbetreuung insbesondere Wert auf die Regionalität

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des Sortiments legen. Laut einer aktuellen Studie finden demnach 95 Prozent der Befragten regionale Produkte wichtig, rund ein Viertel kauft diese allerdings nicht beim Großhändler – zum Teil auch aufgrund des mangelnden Angebots. „Hier können wir punkten“, so Manuel Gohm. „Wir werden darauf achten, viele regionale Produzenten zu listen.“ Dem Aufbau des regionalen Sortiments vorrangig im Fri­ schebereich, also bei Milch- und Molkereiprodukten sowie Fleisch und Wurst, wird ein hoher Stellenwert eingeräumt. Regionale Wertschöpfung. Bis zu 2500 Gastronomiebetriebe vom Arlberg bis zum Bodensee liegen im Einzugsgebiet des neuen Standortes, der auch mit einem be-

sonderen Service punkten will. „Gastronomisch und kulinarisch ist Vorarlberg extrem gut aufgestellt und wir sind überzeugt, dass wir als Premium- und Qualitätsanbieter hervorragend zu den Vorarlbergern passen“, so Gohm weiter. „Wir wissen, wir können viel für die Region tun“, verweist er

Es geht darum, alles aus einer Hand zu bie­ ten, sprich ‚One face to the customer‘ zu sein.


auf die regionale Wertschöpfung, die allein durch den Standortaufbau geschieht. So seien vorrangig Baufirmen aus Vorarlberg am Werk, mit der Planung wurde der Dornbirner Architekt Aicher Ziviltechniker GmbH beauftragt. „Und wir suchen auch unsere Mitarbeiter im Ländle.“ Gohms erklärtes Ziel ist es, möglichst alle der 120 Positionen, die bei Vollbetrieb geschaffen werden, mit Mitarbeitern aus der Gegend zu besetzen. Erfolg durch Mitarbeiter und Service. Ein Erfolgsfaktor des Unternehmens ist das Service, das sehr arbeitsintensiv ist. „Wir sparen deshalb ganz sicher nicht bei den Mitarbeitern“, so Gohm, „denn wir wissen um sie als wichtigste Ressource.“

Die Freude an der Arbeit ist ein wichtiger Faktor. Deshalb werden den Mitarbeitern laufende Aus- und Weiterbildung, Gesundheits- und Fitnessprogramme, Einkaufsrabatte und ein entsprechendes Betriebsklima geboten. Breitestes Sortiment. Ebenfalls im Mittelpunkt steht der Mehrwert für Vorarlbergs Gastronomen. Manuel Gohm verweist dazu auf den USP des neuen TransgourmetMarktes: „Auf rund 4000 Quadratmetern werden wir ab Mitte Mai das breiteste Sortiment der Gegend anbieten. Dabei geht es vor allem darum, ‚One face to the cus­ tomer‘ zu sein, d. h. alles aus einer Hand anzubieten.“ Das breite Angebot wird durch Eigenmarken und Services des Un-

Auch die Mitarbeiter für Transgourmet werden im Ländle gesucht. Und das Ziel von Manuel Gohm ist klar: Möglichst alle der 120 Positionen, die bei Vollbetrieb geschaffen werden, mit Mitarbeitern aus der Gegend zu besetzen. ternehmens komplettiert. Denn neben dem Sortiment will Transgourmet auch mit Serviceleistungen überzeugen. Der neue Standort liegt verkehrsgünstig direkt an der L 200 Bregenzerwaldstraße. Über 1000 Parkplätze stehen am Parkdeck bereit, eine kostenlose E-Tankstelle für zwei Pkw ist ebenso vorhanden wie ein

Fotos: Transgourmet, Dietmar Stiplovsek; Möbel und Accessoires zur Verfügung gestellt von Mary Rose, Dornbirn.

Interview „am Bau“. „kontur“-Redakteur Ernest F. Enzelsberger traf Manuel Gohm zum Gespräch vor Ort.

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„Gastronomisch und kulinarisch ist Vorarlberg extrem gut aufgestellt und wir sind überzeugt, dass wir als Premium- und Qualitätsanbieter hervorragend zu den Vorarlbergern passen. Wir wissen, wir können viel für die Region tun.“ Einräumservice für die Kunden. „Unsere Serviceorientierung bestätigen wir mit einer möglichen Vorkommissionierung und Beratung – etwa durch einen Sommelier“, erläutert Manuel Gohm. Der Service am Standort wird durch einen Zustelldienst mit eigenem Fuhrpark ergänzt.

wurde beim neuen Standort in Schwarzach auf möglichst geringen Flächenverbrauch und damit die kleinstmögliche versiegelte Außenfläche geachtet. Aus diesem Grund wurden die Parkplätze unter den Markt verlegt. Als Standard im Unternehmen gelten LED-Beleuchtung, der Einsatz von CO2-Kälteanlagen und geschlossenen Kühlmöbeln. „Im Markt selbst erleben die Kundinnen und Kunden durch d ­ ie natürliche Belichtung durch großzügige Verglasungen der Fassaden und Oberlichten-Bänder im Bereich des Daches eine angenehme Einkaufsatmosphäre“, unterstreicht Gohm abschließend.

Ökologie und Ökonomie verknüpfen. „Wir achten darauf, nachhaltig zu wirtschaften und legen Wert auf faires und ­verantwortungsbewusstes Handeln.“ So

Partner der Gastronomie. Die Transgourmet Österreich GmbH wurde 1963 unter dem Namen SB Pfeiffer gegründet. Seit 2016 ist Transgourmet Österreich Teil

des zweitgrößten Unternehmens im europäischen Abhol- und Belieferungsgroßhandel. Das Unternehmen ist seit mehr als 50 Jahren Partner der Gastronomie. Demnächst neun Transgourmet-Standorte sowie vier mein c+c Märkte bieten die Kombination aus Abholmarkt und Zustellservice an. Als nächstes und letztes Bundesland wird auf Vorarlberg Tirol folgen. Mit rund 1630 Mitarbeitern erwirtschaftete Transgourmet Österreich 2017 einen Jahresumsatz von 538 Mill. ­Euro. Zum Gastronomie-Großhändler gehören auch die Premium Kaffeerösterei Javarei, der Wein- und Getränkefachgroßhandel Trinkwerk und die Premiummarke Cook2.0. Unter der Dachmarke „Sterne von morgen“ bündelt Transgourmet Nach­wuchs- und Talentförderungsmaßnahmen. Ernest F. Enzelsberger

Daten & Fakten

Foto: Transgourmet

Nutzfläche: 14.940 m2 Umbauter Raum: 111.000 m3 Baubeginn: Juni 2017 Eröffnung: Mai 1018 Verbauter Beton: 5895 m3 Stahlbeton Fertigteile: 504 Stück Verlegter Baustahl: 551.100 kg Erdbewegungen: 32.500 m3 Bohrpfähle: 756 Stück

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Tanzend erfahren, was wirklich gut ist Einen Plan B hat es durchaus gegeben, als Silvia Salzmann vor der Entscheidung stand, ob der Tanz auch weiterhin das Zentrum ihres Lebens einnimmt bzw. ob sie ihn konkret zum Beruf macht. Die getroffene Wahl hat sich als absolut richtig erwiesen.

Foto: Agentur Rosa

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s ist erstaunlich, entspricht aber der Tatsache, dass sich die Vorarlbergerin, die mittlerweile unter anderem mit dem Kulturpreis des Landes ausgezeichnet wurde, auch fßr Informatik interessierte. Ihrem Hang, Dinge zu berechnen und zu begrßnden, entspricht auch die Vorgehensweise, die sie sich vor der Entscheidung auferlegte, verordnete sie sich doch eine halbjährige Auszeit in Costa Rica, wo sie erst einmal Spanisch lernte. Danach war das Ziel klar, sie schrieb sich am Konservatorium in Wien ein und absolvierte eine Ausbildung, die sie im Grunde schon als Kleinkind in Vorarlberg begann.

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„Wenn ich eine Idee habe, dann sprießt diese sofort weiter. Manchmal will ich dann fast gar nicht mehr schlafen oder den Proberaum nicht mehr verlassen.“ Bereichernd. Tanzpädagogin hätte sie nach dem Abschluss auch werden können, aber schon vor einiger Zeit reduzierte sie das Lehren zugunsten der Erarbeitung von Bühnenstücken. Das jüngste, nämlich „Muschln nuschln beim Kuschln“, versteht sich als Projekt für Zuschauer ab drei Jahren und wird ab 18. April im Rahmen des Festivals „Bregenzer Frühling“ gezeigt. Die Arbeit vor oder gelegentlich auch mit Kindern, die Interaktion fordern, empfindet Silvia Salzmann als besonders bereichernden Aspekt in ihrem momentanen Schaffen. „Papier la Papp“ lautet der Titel ihres ersten Kinderstücks, mit dem sie schon einige Tourneen absolvierte. Ein Zufall führte sie vor einigen Jahren zu den Luisenburger Festspielen, wo sie die Regisseurin Anna Spitzbart traf. Das Projekt nahm seinen Lauf und ist im April dieses Jahres auch am Vorarlberger Landestheater zu verfolgen. Selbstverständlich auch von Erwachsenen. Silvia Salzmann spielt zwar jetzt oft vor jungem Publikum und will solche Stücke in ihrem Repertoire behalten, grundsätzlich geht es ihr aber um den Austausch mit Zuschauern jeglicher Altersgruppen. „Initiator ist das, was mich gerade bewegt. Dabei stelle ich mir die Frage, mit wem ich mich austauschen will, momentan

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ist das oft das junge Publikum, das aber ohnehin von Eltern oder Lehrern begleitet wird.“ Ein Bild. Bei „More“, dem Stück, mit dem sie erst jüngst reüssierte und das unsere Überflussgesellschaft thematisiert, erfolgte die Initialzündung durch ein Bild von einem Eimer mit weißer Farbe, die unentwegt überläuft und das sie nicht mehr los wurde, bis ihr klar war, dass es genau diese Szene ist, aus der sich ein Projekt entwickeln lässt. Manchmal basiert eine Themenfindung auf der Frage, mit wem sie zusammenarbeiten möchte. So erzählt sie, dass sie einmal unbedingt etwas gemeinsam mit ihrer Oma machen wollte. Obwohl diese keine professionelle Tänzerin ist bzw. war, stand für Silvia Salzmann fest, dass sie von der Frau, die früher viel Körperarbeit gemacht hatte, etwas für die Bühne lernen kann. Das Thema Ängste wurde mit ihr erarbeitet. Apropos Familie: Aufgewachsen sei sie „unter leidenschaftlichen Seglern“, erzählt sie vom Familienleben und der Kindheit. Als die Eltern merkten, welche Freude ihr das Tanzen schon als kleines Mädchen bereitete und wie sie darin aufging, wurde sie unterstützt,


Das Erarbeiten eines Stückes ist sehr lustvoll.

Ihr Element. Mittlerweile sind zahlreiche Stücke entstanden.

Fotos: Agentur Rosa

besuchte die Ballettschule, machte Jazztanz und nahm an Wettbewerben teil. „Das Tanzen war schon immer ein zentraler Moment in meinem Leben“, sagt sie, das Aufwachsen in der Nähe des Sees hat sie ebenfalls geprägt. Heute bzw. nach vielen Jahren in Wien, in denen sie sozusagen von einem Termin zum anderen geflogen ist, weiß sie, dass sie in Vorarlberg Erdung erfahren kann. „Ich brauche den See, auch wenn ich ihn einmal nicht sehe, weiß ich, dass er da ist, das fühlt sich sehr gut an.“ Zukunft. Die Situation für Tänzerinnen und Tänzer hat sich in den letzten Jahren in Vorarlberg grundsätzlich verändert bzw. verbessert. Die Einrichtung „Netzwerktanz“ hat den Austausch vorangetrieben, die dort tätigen Protagonistinnen haben eine Infrastruktur erkämpft. Das Organisieren von Projekten verbraucht nicht mehr so viele Ressourcen, abgesehen davon hat Silvia Salzmann entdeckt, dass sie auch die andere Seite braucht und das manchmal mühsame Planen und Durch-

finanzieren von Projekten als Ausgleich empfindet. „Ich hätte gerne ein Kollektiv, also ein Ensemble“, meint sie beim Blick in die nahe Zukunft. Mit Musikern hat sie immer wieder zusammengearbeitet, in Sarah Mistura hat sie eine hervorragende Video-Künstlerin gefunden, die die Projekte begleitet, bereichert und dokumentiert. Die Kooperation mit weiteren Musikern steht durchaus auf der Wunschliste, sich mit bildenden Künstlern zusammenzutun, wäre ebenfalls eine Option. „Ich merke, dass ich aufgehe in einem ehrlichen Austausch. Ich tanze bzw. ich mache Tanz, weil es diese Möglichkeit zu einem Austausch gibt, der tiefer geht als nur eine Begegnung.“

Erkenntnis. Das Tanzen hat Silvia Salzmann auch gelehrt, dass es das Wichtigste ist, auf sich zu hören, das eigene Handeln nicht damit zu vergleichen wie viel eine Kollegin trainiert. „Ich weiß nun über meinen Körper wie eine Bewegung ausschaut, wie sie sich anfühlt und wie ich sie wieder herstellen kann.“ Bei sich zu bleiben, sei eine anstrengende, aber sich lohnende Arbeit. „Zu erkennen, dass man sich auf sich selbst verlassen kann, dass es völlig in Ordnung ist, wenn man eine Pause braucht oder wenn etwas noch nicht perfekt ist, ist wichtig, und doppelt wichtig ist das, wenn ich für andere choreografiere.“ Ein Gespräch über den Tanz ist somit auch ein Gespräch über das Leben. Christa Dietrich

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Europaweit in Bewegung Huppenkothen Baumaschinen mit der Zentrale in Lauterach gilt als fĂźhrender Partner fĂźr den Verkauf, die Vermietung und den Service von Mini- und Kompaktbaggern, Verdichtungsmaschinen, Kompaktladern, Dumpern, Radladern und mehr.

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chnell, zuverlässig und lösungsorientiert – diese Werte verbinden Huppenkothen mit seinen Partnern. „Huppenkothen ist ein Familienbetrieb mit allen Vorteilen dieser Betriebsform. Seit 1956 begegnet Huppenkothen seinen Partnern auf Augenhöhe. Faire Angebote werden mit Handschlag besiegelt, Herausforderungen mit Weitblick angegangen. Das Ergebnis profitiert von den hohen Ansprüchen an das Tun jedes Einzelnen. ,Gemeinsam‘ ist das Schlüsselwort, das die hohe Qualität von Vermietung, Verkauf und Service europaweit garantiert. Jeder einzelne der Mitarbeiter ist für die Ziele der Kunden im Einsatz“, beschreibt Martin Hofer, gemeinsam mit Wolfgang Rigo gleichberechtigter Geschäftsführer, die Wettbewerbsvorteile des Unternehmens. Huppenkothen hat die Takeuchi-Generalvertretung für Österreich, die Schweiz, Südtirol, Spanien, Portugal, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Serbien, Montenegro, Bosnien und Herzegowina sowie Rumänien. Das Unternehmen ist Marktführer im Bereich der Mini- und Kompaktbagger dieser japanischen Marke. Das 1956 gegründete Unternehmen gehört seit

Rundum-Service. Die Mitarbeiter kennen jeden Artikel des Bestandes im Detail.

über 30 Jahren zur i+R Gruppe. Huppenkothen betreibt 18 Filialen in fünf Ländern, 81 Servicestellen in 13 Ländern und 180 Mailpostfächer. In der Zentrale in Lauterach werden 13 Sprachen gesprochen und 230 Ersatzteilaufträge pro Tag erledigt. Im Lager befinden sich 170.000 Ersatzteile, alle Mietbagger hintereinander aufgestellt würden eine Länge von 14 Kilometern ergeben.

Der Service ist schnell und unkompliziert. Probleme werden nachhaltig und mit wirtschaftlicher Fairness gelöst – von der Beratung über die Reparatur bis zur Lieferung und dem Wiederverkauf. schäftsjahres (31. März 2018) erstmals die 200-Millionen-EuroGrenze überschreiten. Um die Qualitätsführerschaft auch weiterhin behaupten zu können, ist für die nächste Zeit im Unternehmen ein umfangreiches Investitionsprogramm vorgesehen. So werden am Standort Lauterach das Lager um 1000 Quadratmeter und die Werkstätte um 800 Quadratmeter mit einer Investitionssumme von zwei Millionen Euro flächenmäßig verdoppelt, für die Firma Martin wird um rund elf Millionen Euro ein neuer Standort in Ludesch errichtet. In Regau in Oberösterreich und in Eibesbrunn in der Nähe von Wien werden 2019 je ein Servicestützpunkt und eine Filiale gebaut. Zudem wird das EDV-System für die ganze Gruppe in Lauterach auf den neuesten technischen Stand gebracht. Umfassend. „Der Service bei uns ist schnell, flexibel und unkompliziert. Wir lösen die Probleme des Kunden effektiv, nachhaltig und mit wirtschaftlicher Fairness. Und zwar von der Beratung über die Reparatur bis zur Lieferung und dem Wiederverkauf“, so Wolfgang Rigo. Ob für nur wenige Stunden, für Langzeitmiete oder Miete mit Kaufoption stehen 4500 top-gewartete Geräte zur Verfügung. Dank des elektronischen Vermietsystems liegen etwa nur fünf Minuten zwischen der Anfrage und der Übergabe der geforderten Maschine. Der Lieferschein und andere erforderliche Papiere werden unkompliziert direkt ins Büro übermittelt. Martin Hofer: „Mit unserem tiefen Sortiment aus Klein- und Minibaggern, Dumper, Radladern, Verdichtungsmaschinen, Zubehör und Anbauteilen richten wir uns an Unternehmen jeden

Vielseitig. Die Produkte vereinen Innovation und Mehrwert.

In Zukunft investieren. In der Zentrale in Lauterach sind momentan 55 Mitarbeiter beschäftigt, an allen Standorten sind es 230. Dazu kommen noch 70 Mitarbeiter bei der zum Unternehmen gehörenden Firma Martin in Braz, einem der größten Hersteller für Baggeranbaugeräte in Österreich. 43 Lehrlinge befinden sich aktuell in Ausbildung, vorwiegend im Lehrberuf Baumaschinentechniker. So kann dem wachsenden Fachkräftemangel begegnet werden. Der konsolidierte Umsatz wird per Ende des aktuellen Ge-

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Gearbeitet wird bei Huppenkothen im Rhythmus der Kunden. In den Verkaufs- und Servicestationen lagern Ersatzteile aus den vergangenen zehn Jahren neben den Technologien von morgen. Umfangs in der Erdbewegungs- und Abbruchbranche. Unabhängig ob neu, neuwertig oder gebraucht, der Verkauf beginnt damit, jeden Artikel des Bestandes im Detail zu kennen. Denn nur so wird gewährleistet, den tatsächlichen Bedarf im Einsatz zu erkennen und entsprechend zielgerichtet und nachhaltig zu reagieren.“ Gearbeitet wird also im Rhythmus der Kunden. In den Verkaufs- und Servicestationen lagern Ersatzteile aus den vergangenen zehn Jahren neben den Technologien von morgen. „In unserem Lager befinden sich Ersatzteile im Wert von 15 Millionen Euro. Ein Netzwerk aus Logistik und Technikern gewährleistet, dass der jeweilige Maschinenpark topmodern gewartet bleibt.“

auch in Zukunft bestehen zu können. Eine wichtige Entwicklung ist, dass die Bagger zunehmend nicht nur für die verschiedenen herkömmlichen Bauarbeiten im Bauund Baunebengewerbe, sondern in wachsendem Umfang für die Landschaftsgestaltung eingesetzt werden. Auch die Digitalisierung macht vor den Baumaschinen nicht Halt und wird etwa eine elektronische Überwachung bringen. Auch die Vermietung der Geräte wird einen immer höheren Stellenwert bekommen.

Die Zukunft wird zudem zunehmend emissionsfreien, elektrischen Baumaschinen gehören. Dazu hat Huppenkothen ein Unternehmen in der Schweiz, die Firma Suncar HK AG, gegründet, in der mobile Anwendungen mit Elektroantrieb für Baumaschinen, im speziellen Bagger, entwickelt und gefertigt werden. Nur so wird es möglich sein, auch in Zukunft ­beispielsweise in Stadtzentren dieselfrei Baumaßnahmen durchzuführen und in diesem Bereich international wettbewerbsfähig zu bleiben. Ernest F. Enzelsberger

Gemeinsam zum Ziel. Die Geschäftsführer Martin Hofer und Wolfgang Rigo.

Fotos: Huppenkothen

Trends erkennen. Auch die Baumaschinenbranche steht vor einer Reihe von neuen Trends, die es rechtzeitig zu erkennen und zu berücksichtigen gilt, um am Markt

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C ARM EN GEORGES BIZET


Mit dem Gespür für Fairness In der Politik ist sie in ihrem Element. Eva King, die Leiterin der Interessenspolitik der Arbeiterkammer Vorarlberg. „kontur“ hat sie in zehn Antworten unter anderem verraten, warum sie mit ihrem britischen Ehemann und vier Kindern von Brüssel nach Vorarlberg übersiedelt ist und wie sie sich hier für die Arbeitnehmer einsetzen will. Warum Vorarlberg? Weil ich die Menschen und das Land mag und wir den Wunsch hatten, dass unsere Kinder hier aufwachsen. Ich schätze Vorarlberg für seine Mischung aus Traditionsbewusstsein und Weltoffenheit. Es gibt hier viele tolle Betriebe und umtriebige Menschen, die etwas weiterbringen. Merkt man als Steirerin Kulturunterschiede? Mich hat von Anfang an begeistert, wie freundlich und bodenständig die Menschen hier sind. Die Vorarlberger Mentalität ist in meinen Augen „nicht so viel drüber reden, sondern erst einmal tun“. Das hat viel mit Understatement zu tun. Hier gibt es wenige Angeber, aber viele Macher. Was schätzen Sie am Ländle? Privat liebe ich alles, was mit den Bergen zu tun hat, ich bin Vorarlberger Wanderführerin. Ich bin froh, dass meine Kinder in so einer intakten Naturlandschaft aufwachsen dürfen. Das schätze ich, neben dem sozialen Zusammenhalt, gerade in Fontanella besonders. Beruflich bin ich begeistert, wie gut die Zusammenarbeit mit dem Land und den Sozialpartnern ist. Die sachliche und konstruktive Zusammenarbeit ermöglicht, wichtige Zukunftsprojekte für Vorarlberg vorwärts zu bringen. Der Fleiß und die Leistung der Vorarlberger Arbeitnehmer beeindrucken mich, es ist ihr Verdienst, gemeinsam mit den Unternehmen, dass Vorarlberg so gut da steht. Das sollte noch größere Anerkennung erfahren und kann uns helfen, den Standort auch international bekannter zu machen. Davon bin ich überzeugt.

Wie und wo finden Sie Ausgleich zum beruflichen Alltag? Für mich beginnt die Entspannung, wenn ich auf dem Weg nach Hause ins Walsertal bin, die wunderbare Landschaft zu allen Jah-

Optimismus. Eva King ist fest davon überzeugt, „dass immer was geht“.

Foto: Jürgen Gorbach

Nach Graz, Wien und Brüssel leben Sie jetzt in Fontanella. Großstadt oder Dorf? Nach 20 Jahren Großstadt definitiv Dorf. Mir geht nichts ab, ich liebe Vorarlberg. Es gibt hier ein tolles Kulturprogramm, das es leicht mit der Stadt aufnehmen kann, spannende Menschen und gute beruflliche Möglichkeiten. In die Stadt komme ich dennoch genug, da ich beruflich viel unterwegs bin.

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Das Haus in Fontanella ist Lebensmittelpunkt von Eva King. Hier widmet sie sich voll und ganz ihren Kindern, genießt das Familienleben – und das besonders am Wochenende, wenn auch Ehemann Matthew zu Hause ist. Denn er pendelt zwischen Brüssel und Vorarlberg. reszeiten bewundere und ich mich auf das gemeinsame Abendessen mit meinen Kindern freue. Mit acht Geschwistern lernt man, sich durchzusetzen? Das habe ich quasi mit der Muttermilch gelernt. Bei neun Kindern ist viel los und man lernt früh, auf eigenen Beinen zu stehen – mein Vater war selbstständiger Unternehmer und hatte eine Nebenerwerbslandwirtschaft. Das hat mir früh beigebracht: Wenn man etwas will, muss man die Ärmel hochkrempeln und anpacken. Was geben Sie Ihren Kindern mit auf den Weg? Erstens: Optimismus, dass immer was geht! Ich glaube an Fortschritt und den Ideenreichtum der Menschen, mit Herausforderungen umzugehen. Zweitens: Den Glauben an Fairness – Wirtschaft ist ein Geben und Nehmen – am Schluss muss für alle etwas übrig bleiben. Das hat mir mein berufliches Leben beigebracht. Sollte man im Leben öfter mal dem Zufall folgen? Ich sehe in Veränderung immer das Potenzial für Fortschritt. In meiner beruflichen Laufbahn war der „rote Faden“, dass ich eine soziale Wirt-

schaftspolitik machen wollte. Daher habe ich stets danach getrachtet, zu verstehen, was die Menschen umtreibt, was Wirtschaft bewegt und wie diese beiden Seiten an einem Tisch zusammengebracht werden können. Wo sich Chancen auftun, hängt oft vom Zufall ab – der hat mich beruflich bisher schon von Japan bis Brasilien und jetzt nach Fontanella gebracht. Wichtig ist, dass man seinen „roten Faden“ nicht aus den Augen verliert. Ist es als vierfache Mutter leicht, Karriere zu machen? Es ist die tägliche Herausforderung aller berufstätigen Frauen, private und berufliche Verpflichtungen zu jonglieren. Was es mir leicht macht: ich liebe meine Arbeit und habe das Glück, dass ich von meinem Arbeitgeber und Partner unterstützt werde. Wie wollen Sie die Situation für Arbeitnehmer in Vorarlberg verändern? Als leistungsstarke Wirtschaftsregion müssen wir in die Zukunft investieren und dafür sorgen, dass das nötige qualifizierte Arbeitskräfteangebot zur Verfügung steht, unsere Verbindung mit dem Wirtschaftsraum im Vierländereck entsprechend aufgerüstet wird und langfristige Investitionsmaßnahmen angegangen werden, um den Faktor Arbeit zu entlasten. Unter dem Strich muss für beide Seiten – Arbeitnehmer und Betriebe – ein positives Ergebnis herausschauen. Alle Maßnahmen zur Bewältigung der Zukunftsherausforderungen dienen am Ende diesem Zweck. Sonst hat Wirtschaft keinen Sinn. Die Problemlösungskompetenz der Sozialpartner wird auch in Zukunft wichtig sein, um dieses Ziel zu erreichen. Sabine Blechschmidt

Foto: Dietmar Stiplovsek

Eva King

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geb. 1976 in Graz als drittes von neun Kindern; HAK-Abschluss in Wien, Studium der Betriebswirtschaft und später Volkswirtschaft an der Wirtschaftsuni Wien sowie Nachhaltige Regionalentwicklung an Universitäten in Frankreich und Italien. Berufliche Stationen u. a. Nationalbank und Europäische Kommission. Seit Jänner 2017 bei der Arbeiterkammer Vorarlberg. Privat. Verheiratet, vier Kinder im Alter von drei bis zwölf Jahren.


Für Menschen und Ihre Ideen Für Menschen und Ihre Ideen Wie flexible Büroeinrichtungen täglich wechselnde Raumanforderungen meistern, um schnell Wie flexible täglich wechselnde Raumanforderungen meistern, um Wieeffizient flexible Büroeinrichtungen Büroeinrichtungen täglich wechselndevon Raumanforderungen meistern, um schnell schnell und den unterschiedlichen Bedürfnissen Individuen und Teams zu entsprechen. und effizient den unterschiedlichen Bedürfnissen von Individuen und Teams zu entsprechen. und effizient den unterschiedlichen Bedürfnissen von Individuen und Teams zu entsprechen.

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EINMAL BLOCK – IMMER BLOCK!


Wellness mit System Schöner, besser denn je – und weitgehend autonom: Die Mercedes S-Klasse eröffnet eine schillernde neue Welt des Autofahrens. „kontur“ hat sie erlebt. 6500 geänderte oder neue Teile, Verbesserungen, Innovationen. So viel wie nie zuvor in der S-Klasse. Das Ziel Operation S war klar. Die große Repräsentationslimousine muss ihren Ruf als das „beste Auto der Welt“ festigen, den neuen Audi A8 und den 7er-BMW auf Distanz halten. Und bleiben was sie ist: die weltweit erfolg­ reichste Luxuslimousine. Allein die Mega-Optik: Strotzt einfach vor Status und Kompetenz unsere S 500 4matic Allrad-Limousine „lang“ (5,25 Meter statt 5,15). Drei markante Lichtfackeln geben dem Gesicht der S-Klasse jetzt das Gepräge, kombiniert mit dem extrem schnellen, anpassungsfähigen LED-Scheinwerfersystem. Im Übrigen: mehr Chrom an der mächtigen Front und Kristallglanz an den Heckleuchten. Wer fährt? Fahren oder fahren lassen. Diese Frage stellt sich, auch wenn man allein im Auto sitzt. Obwohl die lange S-Klasse mit ihrem Feudalkomfort eigentlich ein Chauffeurauto ist wie kaum ein anderes. Aber was früher der Bedienstete am Volant erledigte, ist jetzt Aufgabe der S-Klassen-Autonomie. Glitt die Flüsterlimousine bisher schon auf der Autobahn dahin wie von Geisterhand gesteuert, erledigte sogar Spurwechsel in Eigenregie, geht jetzt noch mehr in Richtung autonomes Fahren. GPS wird immer besser. Feinfühligere Assistenzsysteme sehen Kurven voraus, erkennen Kreisverkehre, bremsen bevor es kracht. Wachsam muss der Lenker trotzdem sein. Auch wenn man die S-Klasse genussvoll selbst dirigieren könnte, macht sich ein Chauffeur richtig gut an den eleganten Flanken der S-Klasse, erhöht den Wohlfühlfaktor. Ist es doch jammerschade, den Luxus im Fond nicht zu genießen, für bedeutende Gespräche zu nutzen oder einfach dahin zu schweben wie in einem Jet. First-

class natürlich. Soll er sich ruhig einarbeiten, der gute Mann am Volant in die unendlichen Tiefen des „Widescreen-Cockpits“ mit seinen großartigen hochauflösenden Displays. Flinke „Touch Control Buttons“ warten im neuen Lenkrad auf die Maßnahmen des Piloten. Den Tempomat und das Bremssystem Distronic regelt man jetzt, etwas gewöhnungsbedürftig, direkt am Lenkrad. Viel Stoff. Genug Stoff zum Lernen also. Etwa wie die Sprachsteuerung funktioniert, falls man sie hat. 450 Befehle mag sie zu erkennen. Auch der Umgang mit dem Heer von Assistenten kann den stolzen Eigner der prächtigen Limousine (oder eben den Chauffeur) längerfristig beschäftigen. Die Bedienung ist jedenfalls richtig komfortabel geworden. Es empfiehlt sich ein eingehendes Praktikum. Das geht auch im Fond, wo man an zwei Bildschirmen alles mögliche unternehmen kann an Wissensförderung oder Unterhaltung. Nach kundiger Bedienung verlangen hier das Wellness-Set-up und die erweiterte Ambiente-Beleuchtung. Sie setzt den Innenraum wie ein Kunstwerk in Szene. Farbwelten tun sich auf … Klar, dass Smartphones ohne Kabel geladen werden und man SMS empfangen und senden kann. Eine neue Palette. Was unter der Haube passiert (richtungsweisende Technologien wie der integrierte Starter-Generator auf 48-Volt-Basis und der elektrische Zusatzverdichter als Weltpremieren) vernimmt man im S 500 äußerst dezent. Ein Sechszylinder-Benziner in Reihe (schon lange nicht gehabt bei Mercedes) entwickelt hier in aller Sanftheit 435 PS und ein sattes Drehmoment von 520 Nm schon ab 1800 U/min. Das Triebwerk ist Teil einer hocheffizienten neuen Motorenpalette. Man findet zudem Acht- und Zwölfzylinder im S-Klasse-AMG-Programm und der Nonplusultra-Limousine Maybach. Aber auch mit sechs Zylindern bleiben kaum Wünsche offen an das „beste Auto der Welt“. Ein Chauffeur muss noch her? Aber den gibt’s nicht bei Mercedes. Franz Muhr

Mercedes S 500 4matic Limousine lang (5,25 Meter). Motor: 3,0Liter-Benziner, Sechszylinder in Reihe, 435 PS, max. Drehmoment 520 Nm. Fahrleistungen, Verbrauch: 0 auf 100 in 4,8 Sek., Spitze 250 km/h, im Schnitt 6,9 l. Antrieb: 9-Stufen-Automatik, permanenter Allradantrieb. Preise: Langversion ab 125.760 Euro. Testfahrzeug in AMG Line und mit Sonderausstattungen 201.442,69 Euro. S-Klasse kurz ab 120.100 Euro.

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Foto: Mercedes


Luxuriöser Urlaub in der Natur

Rund. Eine kreative „Wohnform“ am Thunersee in der Schweiz (TCS Camping).

Lodge und Chalet statt Zwei-Mann-Zelt. Für den Camper von Welt darf es heute etwas mehr sein. Der Luxus hat auf den Campingplätzen Einzug gehalten. Damit spricht Glamping auch bisherige „Nicht-Camper“ an. 28 kontur

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as Lagerfeuer ist die Küche. Der Himmel ist das Zeltdach. Die Grillen zirpen gleich in der Nähe. Die mit Familie oder Freunden verbrachte Zeit wird plötzlich viel intensiver. Man lebt in den Tag hinein und nimmt die Schönheit der Natur bewusster wahr. Camping ist der Luxus des Einfachen – bis jetzt zumindest. Luxuscampen. Seit einigen Jahren gibt es den Trend zum Luxuscamping: Natur ist gut, aber bitte mit einem gemütlichen Bett, einer richtigen Toilette und einem feinen Cocktail zum Sonnenuntergang. Somit war das Glamping (das Wort setzt sich aus den englischen Begriffen Glamour und Camping zusammen) geboren. Hier vereinbaren sich die gegensätzlichen Ansprüche Luxus und Natur. Der Luxus des Einfachen wird mit (Luxus-)Ausstattung aufgepeppt.


In der Höhe. Luftiger Ausblick in La Piantata (Italien).

Ein Zelt? Nein, Luxusunterkunft am CampingIN Park Umag.

Fotos: Camping Le Pianacce, www.tcs-camping.ch, www.lapiantata.it, www.istracamping.com

Natur. Mitten im Grünen auf Camping Le Pianacce.

Für Jung und Alt. Glamping-Urlauber leben sehr bewusst. Sie sind naturver­ ­ bunden und wollen dabei nicht auf Kom­ fort verzichten. Wer besonders luxuriöses Campen schätzt, weiß Roland Bamberger, Portalmanager der Website glamping.info. „Durch die große Vielfalt der Unterkunfts­ typen gibt es große Unterschiede in den Personengruppen, die Glamping machen. Junge Pärchen, die einen Hauch Abenteuer im Urlaub suchen, ältere Camper, die sich den Auf- und Abbau des Vorzelts nicht mehr antun möchten, Familien, die ihren Kindern Urlaub abseits von Hotels zeigen

wollen bis hin zu Städtetouristen, die günstige Unterkünfte suchen. Glamping kann für fast jeden etwas sein, ich glaube da sind entsprechende Angebote gegeben.“ Auch für bisherige „Nicht-Camper“ ist Glamping ein guter Einstieg in einen naturnahen, komfortablen Campingurlaub. Optischer Hingucker. Wie Roland Bamberger weiter ausführt, bevorzugen Glamper optisch anspruchsvolle Unterkünfte. Und das Angebot kann sich sehen lassen. Von exponiert gelegenen Baumhäusern, einem Iglo mit Glasdach, Safarizelten, Al-

Glamping kann für fast jeden was sein. Ich glaube, da sind für alle Ansprüche die entsprechenden Ange­ bote im Bereich Luxus­ camping gegeben. kontur 29


Camping Ca’Savio: Die modern ausgestatteten Retro-Wohnwagen an der italienischen Adria sprechen Nostalgiker und Familien an, die einen ruhigen und bequemen Glampingurlaub am Mittelmeer suchen. Camping Olympia: Die hochwertigen Mobilheime aus Holz befinden sich in den Südtiroler Dolomiten. Der Campingplatz bietet Luxus nicht nur in den Unterkünften, sondern auch im gut ausgestatteten Wellnessbereich. pine Lodges bis hin zu Mobilheimen – Hauptsache zum Mieten und mit guter Ausstattung. „Der Trend geht mittlerweile soweit, dass alte Mobilheime nicht einfach ausrangiert werden, sondern mittels Sanierung und optischen Aufbesserungen zu wirklich tollen Lodges werden. Viel Retro und großzügige Außenbereiche machen dann die Unterkunft zu einer besonderen Urlaubsbehausung“, weiß Roland Bamberger. Etwas, was beim Glamping erhal-

ten bleibt, ist die Unabhängigkeit. Die (schon traditionelle) Selbstversorgung ist bei den meisten Mietunterkünften gegeben. Glamping im Walgau. In Vorarlberg ist Glamping ebenfalls angekommen. Zwei Walgauer Campingplätze schaffen es regelmäßig in die Gunst der Camper bzw. Glamper und sind in der Top100-Hitparade des Reiseportals www.camping.info gelistet. Das Alpencamping in Nenzing hat mit der Vorstellung eines Campingplatzes aus den vergangenen Jahren nicht mehr viel zu tun. Das Freizeitressort bietet Wellness mit Spa, Restaurants und Appartements auf „5-Sterne-Niveau“. Der Panorama Camping Sonnenberg in Nüziders bietet rustikale Chalets, einen Luxussanitärbereich und setzt mit „Eco-Camping“ auf Nachhaltigkeit. Mit diesem Komfortausbau treffen die beiden Vorarlberger Campingplätze voll ins Schwarze. Zum einen lässt sich in der Redaktion des Glampingportals feststellen, dass sich die Camper bestens ausgestattete Camping-Plätze mit Wellnessangebot, asphaltierten Wegen, mehreren Pools oder ein Hallenbad wünschen. Die zweite Rich-

Tipizelt. Ohne eigene Ausrüstung am TCS Camping Disentis. Lodges. Alpine Einrichtung in Südtirol (Campingplatz Olympia).

Hanglage. Safarizelt am Natterer See in Tirol.

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Fotos: VARIOmobil Fahrzeugbau GmbH, Camping Olympia, Ferienpark Terspegelt, BelRepayre Airstream & Retro Trailer Park, www.glamping.info

tung geht „back to the nature“. Diese Camper bevorzugen schlichte Campingplätze mit Basis-Einrichtungen. „Ein beachtlicher Teil der Campingplätze wird sich aber doch wohl eher in Richtung ­Luxus und Wellness entwickeln. Egal ob bei Campingplätzen, Zelten, Wohnmobilen oder Wohnwagen, mehr Komfort ist immer gefragt. Camping wird noch komfortabler in der nächsten Zeit, die Digitalisierung wird in diesem Bereich auch nicht Halt machen“, so Bamberger. Luxus auf Reifen. Eigentlich unterscheiden sich die Camper und Glamper darin, dass Erstere ihre Unterkunft mit auf Reisen nehmen. Glamping-Urlauber mieten ihr Luxuszelt, Baumhaus, restauriertes Wohn-

mobil, Holzhütte etc. direkt am Urlaubsziel. Und dann gibt es noch eine dritte Kategorie. Darunter fallen jene, die ihr luxuriöses Domizil gleich zum Glamping mitbringen. Damit sind Urlauber gemeint, die mit dem bestens ausgestatten Wohnmobil auf Reisen gehen. Neben eigenem Schlafzimmer, Bad und Küche haben einige Luxusliner sogar das Auto in der wohnmobileigenen Heckgarage im Schlepptau. Mit letzterer Luxuseinrichtung lässt sich beispielsweise vermeiden, dass sich die Urlauber mit einem Zwölf-Meter-Palast auf Rädern durch eine enge Altstadt zwängen müssen. Wenn schon, denn schon! Aber egal ob mit Mietunterkunft oder mit dem eigenen Wohnmobil, was Glamping

attraktiv macht, ist die pure Natur, gepaart mit den Annehmlichkeiten, die man zu Hause auch hat. Doch auch bei luxuriösen Campingunterkünften gilt eine Grundregel immer noch: Den Abwasch machen die Männer. Patrizia Gunz

Der Campingplatz Natterer See ist fünf Kilometer von Innsbruck entfernt, bietet für Glamper Safarizelte am Hang, Schlaffässer, Iglu-ähnliche Holzhütten und Mobilheime.

Nonplus Ultra. Mit dem Luxusliner von Vario luxuriös auf Reisen.

Retro. Trailerpark in Frankreich (BelRepayre Airstream & Retro Trailer Park).

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TINA WEIRATHER (LI) SG - 3rd

BEAT FEUZ (CH) DH - 3rd SG - 2nd

ALEXIS PINTURAULT (FR) AC - 2nd GS - 3rd

RAGNHILD MOWINCKEL (NO) DH - 2nd GS - 2nd

AKSEL LUND SVINDAL (NO) DH - 1st

REBELS ROCK THE GAMES 2018! ISABEL ATKINS (BRONZE - SLOPESTYLE), MARC BISCHOFBERGER (SILVER - SKICROSS), STEPHANIE BRUNNER (SILVER - TEAMEVENT), DENISE FEIERABEND (GOLD - TEAMEVENT), JONATHAN NORDBOTTEN (BRONZE - TEAMEVENT)

KJETIL JANSRUD (NO) DH - 2nd SG - 3rd

LINDSEY VONN (US) DH - 3rd

WENDY HOLDENER (CH) SL - 2nd AC - 3rd TE - 1st MATTHIAS MAYER (AT) SG - 1st

ANNA VEITH (AT) SG - 2nd

ANDRÉ MYHRER (SE) SL - 1st


Lass uns eine Runde drehen Alle drei Jahre wird Andelsbuch zum Mekka für Gestalter aus nah und fern. Dann nämlich ruft der Wettbewerb „Handwerk + Form“. Heuer ist es wieder so weit. Die Ausschreibung läuft, die Jury wartet gespannt auf die Einreichungen.

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s war 1991, als der Wettbewerb mit seinem speziellen Dorfrundgang als Ausstellung erstmals ausgetragen wurde – auf Anregung des Handwerkervereins Andelsbuch und in Zusammenarbeit mit dem Grafikdesigner Harry Metzler. Nach der Architektur befand sich damals auch das Handwerk im Umbruch, wie sich die Initiatoren erinnern. „Es war der richtige Moment, sich mehr mit der Gestaltung auseinanderzusetzen, etwas anderes zu machen.“ Angestrebt wurde eine verstärkte Zusammenarbeit von Handwerkern und Gestaltern, um sich gemeinsam auf den Weg in eine neue Richtung zu machen, das vorherrschende „Alpine“ zu verlassen und einen eigenen Bregenzerwälder Stil zu prägen. Für jeden Tag. Der Erfolg des ersten Wettbewerbs gab den Veranstaltern recht, das Interesse von Gestaltern und Handwerkern wuchs stetig – und so wurde „Handwerk+Form“ ab dem Jahr 2000 alle

drei Jahre vom Werkraum Bregenzerwald ausgeschrieben. Mittlerweile ist das Format einer der bedeutendsten Gestaltungswettbewerbe im Handwerk und ein wichtiger Impulsgeber für die regionale Handwerkskultur im Austausch mit Gestaltern aus dem In- und Ausland. Im Vordergrund stand damals wie heute die Vielseitigkeit und Innovationskraft in allen Bereichen des Handwerks, die Kriterien haben sich bis dato kaum verändert, wie auch Thomas Geisler, Geschäftsführer des Werkraum Bregenzerwald betont: „Es geht um die Kombination aus hoher Qualität, Form-

Was zählt, ist das durchdachte Produkt, gemacht für den täglichen Gebrauch. kontur 33


schönheit, Materialgerechtigkeit und Alltagstauglichkeit. Gesucht wird also nicht nach freier Kunst, sondern nach Erzeugnissen für den täglichen Gebrauch.“ Was für die Initiatoren von 1991 ebenfalls von Anfang an klar war: Es braucht ei­ne hochkarätige Jury. Weder Sponsoren noch Politik sollten darin vertreten sein, sondern einzig und allein Leute vom Fach. Dieser Anspruch zieht sich bis heute durch und so werden in den kommenden Jurysitzungen für dieses Jahr namhafte Vertre-

Bau- und Wohnkultur stehen im Bregenzerwald in einer langen Tradition, gestalterisches Feingefühl für Material und Maß wurden hier schon früh entwickelt. Der Wettbewerb „Handwerk + Form“, der alle drei Jahre stattfindet, soll das Verständnis dafür fördern und lebendig halten. ter ihrer Zunft, wie Konstantin Grcic, Marianne Goebl, Harry Metzler, Elke DeluganMeissl und Rianne Makkink, vertreten sein. Letztere blickt besonders gespannt auf den Wettbewerb und freut sich auf Andels-

Fotos: Roswitha Schneider, Delugan Meissl Associated Architects, Rianne Makkink

Juryrundgang. Peter Zumthor (l.) und Hermann Czech im Geserstadel.

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Durchs Dorf. Auch Outdoor-Einreichungen werden in Augenschein genommen.

buch, kennt sie den Ort und das Werkraumhaus bisher doch vor allem von ihren Ausflügen zum Paragleiten. Nun wird die niederländische Architektin und Designerin im Sommer die Einreichungen mitbewerten. In „Handwerk+Form“ sieht sie eine wichtige Chance, vor allem für junge Gestalter: „Bei einem guten Wettbewerb wie diesem kann man experimentieren, man kann das Entstehen seiner Entwürfe begleiten. Die anschließende Ausstellung ist eine sehr gute Plattform, sein Können einer großen Öffentlichkeit zu zeigen und auch neue Kontakte mit Handwerkern zu knüpfen.“ Solche Kooperationen sind in ihren Augen besonders wertvoll. „Denn der Handwerker hat ein gutes Gefühl für das Material. Er weiß genau, wie beispielsweise Holz reagiert, wie es verarbeitet werden kann. Er bringt die Ideen des Designers schließlich in Form. Je nach Material heißt das vielleicht manchmal auch: umdenken und gemeinsam neue Lösungen finden.“ Mit Selbstbewusstsein. Auch die Wiener Architektin Elke Delugan-Meissl begrüßt den innovativen Ansatz, Handwerker und Gestalter auf diese Weise zusammenzubringen. Denn im Grunde genommen inspirieren beide Bereiche einander seit jeher. „Zahlreiche renommierte Ar­ chitekten und Designer haben auch ei­ne Ausbildung als Handwerker absol­ viert und nicht wenige bekannte Produkte stammen ursprünglich von Handwerkern. Multidisziplinäre Zusammenarbeit ist heute mehr denn je gefordert und gängige Praxis“ – und weist den Weg in die Zukunft, auch wenn sich Tätigkeiten verändern werden. Stichwort Digitalisierung und Roboterisierung: „Das Handwerk sollte sich vor diesen Entwicklungen nicht scheuen, sondern sich ihnen selbstbewusst stellen. Viele technologische Neuerungen sind aus dem Handwerk heraus entstanden, etwa durch die Erfindung und Weiterentwicklungen von Werkzeugen. Letztlich ist immer noch der Mensch der entscheidende Faktor“, so Elke Delugan-Meissl.


Neues vom Alten lernen. Neben Produkt und Bauhandwerk wird sich eine dritte Kategorie im Wettbewerb auch dem Experiment widmen, also Arbeiten mit erkennbarem Entwicklungspotenzial und innovativen Ansätzen – und trifft damit den Puls der Zeit, wie Rianne Makkink bemerkt: „Im Augenblick ist so viel möglich. Auch wir experimentieren gerne, versuchen, gemeinsam mit Handwerkern neue Materialien zu entwickeln, neue Formen der Verbindung zu finden. Und hier kann man übrigens sehr viel vom alten Handwerk lernen, das zu seiner Zeit ja auch neu und innovativ war.“ Dass ein Wettbewerb wie „Handwerk+Form“ im indirekten Sinn also auch Innovation provoziert, kann Elke Delugan-Meissl nur ­unterschreiben. „Indem der Wettbewerb nämlich radikale und experimentelle Ansätze auszeichnet und auf diese Weise andere Gestalter darin bestärkt, ihren ungewöhnlichen Ideen nachzugehen.“ Trotz allen Experimentierens – am Ende liegt das Hauptaugenmerk des Wettbewerbs auf der Alltagstauglichkeit der eingereichten Projekte, und auf einer harmonischen Symbiose von Form und Handwerk. Wie diese idealerweise aussehen könnte, bringt Elke Delugan-Meissl abschließend auf den Punkt: „Wenn das Ergebnis weder durch Hinzufügung noch

durch Wegnahme von Qualitäten verbessert werden könnte – also im klassischen Sinne perfekt ist.“ Es wird spannend. Aktuell läuft die Ausschreibung für den bereits achten Wettbewerb „Handwerk+Form“, im Sommer wird die Jury über Auszeichnungen, Anerkennungen und Belobigungen entscheiden. Sämtliche Einreichungen können Interessierte dann im Oktober bei der begleitenden Ausstellung bestaunen, die in ihrer Form einzigartig ist. „Die außergewöhnliche Präsentation in ehemaligen Werkstätten und vorbildlich sanierten Häusern führt

die Besucher in einem attraktiven Rundgang durch ganz Andelsbuch, Aus­gangsund Sammelpunkt ist das Werkraumhaus“, erläutert Thomas Geisler das Konzept, das sich schon in den vergangenen Jahren großer Beliebtheit erfreut hat. Auch die Termine stehen bereits fest: Am 13., 14., 18., 19., 20. und 21. Oktober 2018 kann man eine Runde durchs Dorf drehen. Mit Spannung wird nun erwartet, welche innovativen Entwürfe in diesem Jahr eingereicht werden. Was jedoch schon jetzt ganz klar feststeht: Die Jury ist bereit für ihre wichtige Aufgabe. Sabine Blechschmidt

Jury-Premiere. Elke DeluganMeissl (l.) und Rianne Makkink.

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Fotos: MO Catering, walser-image.com, www.marcelmayer.com

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VALIE EXPORT auf Ambras. In Innsbruck läuft eine Sonderausstellung.

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s ist eine Feststellung, wenn Sabine Folie erklärt, mitunter den Eindruck zu haben, dass wir leider noch nicht sehr viel weitergekommen sind. Und zwar in den Dingen, die in Bezug auf ein emanzipiertes Individuum zu tun sind. Folie, Kunsthistorikerin, Kuratorin und frühere Leiterin der Generali Foundation in Wien, hat das vor wenigen Monaten eröffnete VALIE EXPORT Center in Linz übernommen. Die Einrichtung, die ans Museum Lentos und an die Linzer Kunstuniversität gekoppelt ist, versteht sich als Forschungs- und Dokumentationsstelle. Kooperationen mit internationalen Partnern, etwa dem Archiv der Avantgarden in Dresden, sind bereits im Gange, zu forschen und Prozesse, die zu einem Werk geführt haben oder bereits als Werk

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zu verstehen sind sowie ephemere Arbeiten oder Projekte im Performance-Bereich zu sichern, zählt zu den ersten Aufgaben. Wesentliches. Die persönliche Begegnung mit der Künstlerin ­VALIE EXPORT, deren Arbeiten längst in namhaften Museen und Kunsthäusern in Europa und den USA vertreten sind, fand vor Jahrzehnten statt und führt nach Vorarlberg. Damals gab es mit dem Magazin 4 einen speziellen Ort für Gegenwartskunst. Neben Wolfgang Fetz, dem langjährigen Kulturamtsleiter der Landeshauptstadt und Initiator wesentlicher Projekte, war auch Sabine Folie bereits in den Anfängen dabei. Die Boznerin, die mit dem Femail das erste Frauenzentrum in Vorarlberg leitete oder auch am Aufbau des Jüdischen Museums in Hohenems beteiligt war, kuratierte eine der ersten Magazin-4-Ausstellungen, in deren Rahmen VALIE EXPORT eine Installation realisierte, an die später das Kunsthaus Bregenz erinnerte, in dem unter Yilmaz Dziewior erstmals das Archiv der Pionierin der Medienkunst präsentiert wurde. Nicht nur in diesem Zusammenhang ist es nachvollziehbar, dass Folie es zutiefst bedauert, dass das Magazin 4, also ein Raum, in dem eben nicht das schon hundert Mal auf dem Kunstmarkt Sanktionierte stattfindet, inzwischen geschlossen wurde.

Fotos: KHM/Ambras, VALIE EXPORT Center, Dario Punales

Das neue VALIE EXPORT Center in Linz wird mit Sabine Folie von einer anerkannten Kunsthistorikerin geleitet, die vor Jahren auch in Vorarlberg einige wichtige kulturpolitische Initiativen setzte.


Präzise. Die Künstlerin durchleuchtet seit jeher gesellschaftliche Prozesse.

Durchdringend. Abgesehen davon, dass sich etwa der Neue Berliner Kunstverein ab Sommer dem Schaffen der Öster­ reicherin widmet, sind nun bis 30. Juni zahlreiche Arbeiten und Projekte der Künstlerin auf Schloss Ambras in Innsbruck zu sehen. In der Schau „Fama et Infamia“ koppelt Sabine Folie als Kuratorin Arbeiten von V ­ ALIE EXPORT mit solchen aus der dortigen Sammlung bzw. stellt sie in Bezug zur Geschichte des ins Mittelalter zurückreichenden Gebäudes, das ein Habsburger, nämlich Erzherzog Ferdinand II., dann im 16. Jahrhundert entscheidend geprägt hat. Als kleiner Ausbruch aus den damals vorgegebenen Strukturen bzw. als Akt, Prinzipien zu hinterfragen, kann es verstanden werden, dass Ferdinand II. heimlich die Ehe mit der Augsburger Patrizierin Philip-

pine Welser schloss. In deren ehemaligem Bad, dem anziehenden Ort für Besucher, werden anhand eines bekannten Werkes Zwänge und Zwangsvorstellungen thematisiert. VALIE EXPORT hatte sich in einer Performance mit Schlittschuhen ins Bett gelegt. Die weitere Auswahl von Arbeiten, die Konditionierung oder Ausbeutung zum Thema haben, ist unter anderem von der enormen Waffensammlung auf Ambras motiviert. Unterschiedliche räumliche Ausrichtungen sowie von Folie bewusst herbeigeführte Vexierbilder fördern die Perspektive. Die Gemälde der Habsburger Infantinnen in ihren Schnürmiedern sprechen wohl für sich. Die viel zitierte, an die Nieren gehende und nun hier zu sehende Video-Arbeit „Remote Remote“, in der sich VALIE EXPORT vor Fotos von misshandelten Kindern sitzend die Finger malträtiert und diese dann in eine Schüssel Milch

taucht, erfährt in ihrer Aussagekraft auch eine Rückkoppelung. Bei der Wiederbetrachtung der Arbeit und im Zentrum in Linz stellt sich, wie Sabine Folie betont, zudem heraus, dass VALIE EXPORT auch technische Neuerungen stets berücksichtigt hat. Und zwar aus wissenschaftlichen Interesse und nicht aus Spielerei. Auch das wird im VALIE EXPORT Center nun deutlich. Christa Dietrich

Orte der Brisanz und der politischen und ästhetischen Diskus­ sion sind zu fördern. kontur 39


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... und das Büro im Dorf Im idyllischen Bezau haben die Architekten Markus Innauer und Sven Matt ihren Ort der Inspiration gefunden – „zwischen den Kühen“ planen sie Gebäude mit Bestand.

Foto: Adolf Bereuter

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ie kennen sich seit ihrer Schulzeit, sind in der Jugend auch schon mal gemeinsam um die Häuser gezogen. Dann kam das Studium. Dieses führte Markus Innauer nach Wien und Los Angeles, Sven Matt verbrachte seine „Lehr- und Wanderjahre“ unter anderem in Innsbruck, Paris und ebenfalls Wien. Wie es der Zufall aber wollte, kehrten beide vor etwa sechs Jahren in den Bregenzerwald zurück und standen vor der Entscheidung, sich als Architekten selbstständig zu machen – zunächst jeder für sich, doch räumlich schon vereint. „Das hatten wir quasi Markus’ Oma zu

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Flexibel. Nachhaltigkeit bedeutet für Innauer-Matt Architekten, Gebäude für Generationen zu schaffen.

verdanken, die einen guten Draht zu unserer Vermieterin hatte“, erklärt Sven Matt die Fügung des Schicksals, die sie ihr Büro in Bezau eröffnen ließ – nach langen Überlegungen. „Natürlich haben wir am Anfang schon ein bisschen gezweifelt, ob es richtig ist, das Büro quasi ‚zwischen den Kühen‘ aufzubauen und nicht, wie viele andere, im Rheintal“, so Markus Innauer. „Heute aber sind wir davon überzeugt, dass genau das eher unser Vorteil ist. Gerade auch, was die unkomplizierte Zusammenarbeit mit den Handwerkern betrifft.“ Und es war sicherlich auch der spezielle

„Was in Vorarlberg in Bezug auf Verdichtung fehlt, ist ein Zwischenschritt zwischen Einfamilienhaus und Geschoßbau.“

Ornamental. Holz gibt auch der Strubobuob Gartenwerkstatt in Bezau Struktur.

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Kraftort. Das Büro aus den 60er-Jahren befindet sich zum Großteil im Originalzustand.


Vor etwa vier Jahren entschlossen sich die beiden dazu, eine Bürogemeinschaft zu gründen, Innauer-Matt Architekten war geboren. „Wir haben die Arbeit und Meinung des anderen schon immer geschätzt, jetzt ergänzen wir uns sehr gut“, so Sven Matt. Die Vorteile der Gemeinschaft liegen für ihn auf der Hand: „Es erleichtert die Entscheidungsfindung ungemein und gibt Sicherheit. Zudem kommt man manchmal auch auf Lösungswege, an die man allein vielleicht gar nicht gedacht hätte.“

und unsere Sicht der Dinge einbringen“, erläutert Sven Matt. Dies sei auch der Anspruch, den sie an sich und ihr Team haben. „Wir setzen uns sehr stark mit Projekten auseinander. Denn am Ende soll das Ergebnis nicht nur für die Person, sondern auch für die Situation und die Umgebung passen.“ Dabei sehen sich die beiden aber nicht als diejenigen, die die Architektur jeden Montag neu erfinden. Vielmehr gehe es um eine kontinuierliche Weiterentwicklung von Bewährtem.

Und an die vielleicht auch der Bauherr nicht denken würde. Denn so sehr es InnauerMatt Architekten schätzen, wenn ihre Kunden konkrete Vorstellungen haben, so sehr freuen sie sich auch, wenn die Bauherren zugänglich für Alternativvorschläge sind. „Es kommt nämlich fast immer vor, dass wir was anderes liefern, als sich die Leute im ersten Moment vorgestellt haben. Weil wir die Anforderungen eben interpretieren

Auszeichnungen sind eine schöne Be­ stätigung, wir arbeiten aber nicht darauf hin.

Fotoas: Adolf Bereuter, Darko Todorovic

Ort, der die Zweifel schnell in Schall und Rauch auflöste. Das Büro der beiden Architekten befindet sich nämlich in einem Erstlingswerk von Leopold Kaufmann, der die Entwicklung des Holzbaus in Vorarlberg federführend vorangetrieben hat. Inspirierend. Bis in die 90er-Jahre wurde in den Räumlichkeiten ein Fotostudio betrieben, es folgte ein Leerstand über 20 Jahre. „Unsere Vermieterin, die leider im Dezember verstorben ist, wollte eigentlich nie wirklich vermieten, Anfragen hätte es wohl genügend gegeben. Umso glücklicher durften wir uns schätzen, als wir diese Chance vor sechs Jahren bekommen haben“, erinnert sich Markus Innauer. „Dieser Raum hat eine starke Stimmung und ist sehr inspirierend für unsere Arbeit. Wenn man bedenkt: Das Gebäude besteht seit mittlerweile 55 Jahren und ist trotzdem immer noch aktuell. Alles hier ist – bis auf ein paar Möbel von uns – original. Das zeigt auch, dass etwas, das gut geplant und überlegt ist, einfach Bestand hat und verschiedene Nutzungen zulässt. Es eignet sich für uns super als Büro, aber genauso auch für Partys und Konzerte.“

In Bewegung. Die Georunde Rindberg.

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„Zufrieden ist man eigentlich nie. Aber wenn man durch ein Haus geht und man merkt einfach, dass die Idee, die man am Anfang gehabt hat, irgendwie funktioniert, dann ist das schon ein Moment, in dem man eine gewisse Zufriedenheit auch spürt.“

Foto: Dietmar Stiplovsek

Feinheit. Hier kommt auch das Stichwort „Hausschmuck“ ins Spiel, das einem beim Blick auf einige der Häuser von InnauerMatt Architekten in den Sinn kommt. Was hat es auf sich mit den vorgesetzten Fassaden aus Holzleisten? „Holz erlaubt einen ornamentalen Umgang. Und es reizt uns, dass man Holz nicht nur als flächige Verschalung nutzen kann, sondern, dass es auf eine sehr einfache Art und Weise Tiefe, Struktur und Rhythmus ermöglicht“, erklärt Sven Matt. Und Markus Innauer ergänzt: „Das sind im Grunde alte Kategorien, die über das rein Funktionale hinausgehen und mehr als nur Schutz vor Wind und Wetter bieten. Je älter die Häuser sind, umso stärker sind sie eigentlich bewusst gestaltet. Allein schon die runden Schindeln bei einem alten Wälderhaus sind in

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dem Sinn ein Ornament. Diese gewisse Feinheit in der Gestaltung ist uns wichtig. So möchten wir auch der Verrohung entgegenwirken.“ Einer Verrohung, die sich für die beiden vor allem vor der Haustür zeigt. „Wir haben oft das Gefühl, man nimmt sich nicht mehr die Zeit, den öffentlich Raum auch mitzugestalten. Das beginnt schon im kleinen Rahmen, beim Garten eines Einfamilienhauses. Jeder wendet sich immer mehr nach innen, obwohl das Außen unbewusst großen Einfluss hat. Und mit einem Bauwerk trägt man eben nicht nur Verantwortung für sich selbst, sondern auch für die Umgebung.“

müssen und können uns immer wieder auf neue Menschen einlassen. Gerade im Einfamilienhausbereich baut man da eine enge Beziehung, in vielen Fällen sogar ­ Freundschaften auf. Wenn dann am Ende eines Projektes allen Beteiligten bewusst wird, dass man sich vermutlich das letzte Mal trifft, schwingt schon manchmal ein bisschen Wehmut mit.“ Sabine Blechschmidt

In der Höhe. Gerade fertig wurde die neue Patscherkofelbahn.

Bandbreite. Aktuell dürfen sich InnauerMatt Architekten über namhafte Auszeichnungen wie dem Staatspreis Design oder den Continental Architectural Award freuen, zudem arbeiten sie an einigen spannenden Projekten. Da wäre zum einen die eben erst fertiggestellte Patscherkofelbahn in Innsbruck, zum anderen der Kunstraum Kassel, dazu noch ein Verdichtungsprojekt in Wien. Sven Matt: „Genau das ist das Schöne und Spannende, dass wir momentan alles Mögliche machen dürfen. Wir

Am richtigen Fleck. Vielleicht „exotisch“, doch Markus Innauer (l.) und Sven Matt fühlen sich in ihrem Büro im Dorf sehr wohl.


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Bregenz, St. Anna-StraĂ&#x;e | Bezugsfertig

Hard, UferstraĂ&#x;e | Baubeginn erfolgt

Dornbirn, Am Knie | In Planung

Hohenems, Am Emsbach | Bezugsfertig

Bludenz, Werdenbergpark | Bezugsfertig

Beratung & Verkauf | i+R Wohnbau GmbH | Johann-Schertler-Str. 1 | 6923 Lauterach | T +43 5574 6888 | ir-wohnbau.com


Einfach neugierig Das Schreiben wurde ihr in die Wiege gelegt, ebenso der Wunsch nach selbstständigem Arbeiten. Warum also nicht beides verbinden, dachte sich Friederike Hehle vor fünf Jahren und gründete ihre Agentur für Geschichte. Seither bestimmen „Schatzsuchen“ ihren Alltag.

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ass es später mal irgendwas mit Geschichte und Wirtschaft werden würde, dessen war sich Friederike Hehle wohl schon früh bewusst, entschied sie sich doch für das Studium der Kunsthistorie und der Wirtschaftswissenschaften. Und schon damals zeichnete sie sich ab, die Leidenschaft fürs Forschen, fürs Zusammentragen von Infos und für das anschließende Schreiben, wie sie sich gerne erinnert: „Viele Studienkollegen haben sich vor der Abschlussarbeit regelrecht gefürchtet, für sie war es ein Graus! Und ich hab mich richtig gefreut drauf und gedacht: Endlich kann ich mal richtig über etwas schreiben und das Wissen, das ich angesammelt habe, loswerden!“ Bis sie ihre Leidenschaft aber zum Beruf machen würde, sollten noch einige Jahre vergehen. Im Grunde war es ein „Familiendienst“, der die Initialzündung gab. Eine Nische entdeckt. „Hehle Reisen, das Unternehmen meiner Schwestern, feierte vor sieben Jahren sein 45-Jahr-Jubiläum. Als sie meinten, sie hätten gerne die Firmengeschichte ausgearbeitet, hab’ ich

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spontan angeboten, das zu übernehmen. Ich war damals in Karenz und hatte Zeit. Also hab’ ich mich auf die Suche gemacht, bin ins Archiv gegangen, hab’ mit Zeitzeugen gesprochen – und hab’ irgendwann gemerkt, wie viel Spaß mir das macht. So wurde die Geschäftsidee geboren“, so Friederike Hehle. Nach einer kurzen Marktanalyse und der Erkenntnis, dass solch ein Service im Ländle noch nicht angeboten wird, war die Entscheidung gefallen. „Als das Buch von Hehle Reisen rausgekommen ist, habe ich zugleich mein Gewerbe angemeldet.“ Doch von reißendem Absatz war zunächst keine Spur. „Ganz ehrlich, das erste Jahr war nicht einfach.“ Viel Klinkenputzen bei diversen Unternehmen prägte die An­läu­­fe von „Historizing“. Die Wende brachte schließlich ein Bericht in den Medien, über den auch gleich der nächste Auftrag ins Haus flatterte. „Und ab diesem Zeitpunkt lief es dann irgendwie. Heute, mit einigen Referenzprodukten, geht viel über Mundpropaganda und Weiterempfehlung“, so die Schatzsucherin. Ja, diese Bezeichnung passt sehr gut auf Friederike Hehle,

denn für sie ist ihr Beruf wie eine tägliche Suche nach Schätzen historischer Art. Schon wenn sie das Archiv nur betritt, spürt sie ein leichtes Kribbeln, und dann geht es los: „Was finde ich wohl heute raus? Welche Wissenslücken können heute vielleicht geschlossen werden? Das taugt mir einfach. Für manche ist das vermutlich unspannend und staubig, aber für mich ist es eine Leidenschaft.“ Licht ins Dunkel. So manchem Unternehmer konnten auf diese Weise Fakten präsentiert werden, die er selber noch gar nicht wusste. „Das beginnt manchmal schon beim Gründungsdatum. Bei einigen Unternehmen ist das nämlich gar nicht so klar. Und das ist dann spannend für die


Wenn mir jemand aus der Geschichte seines Unternehmens erzählt, könnte ich tagelang zuhören.

Puzzlearbeit. Stück für Stück werden Daten, Fakten und Geschichten zusammengetragen.

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Fotos: Angela Lamprecht

Leute, wenn sie sehen, wie alt ihre Firma eigentlich schon ist.“ Dieses Licht ins Dunkel zu bringen, ist die Aufgabe von Friederike Hehle und ihrer Agentur für Geschichte. „Viele Kunden haben einfach das Problem, dass sie vor einem Berg aus Informationen oder Dokumenten stehen und den berühmte Wald vor lauter Bäumen nicht nicht mehr sehen.“ Dann schlägt die Stunde von Friederike Hehle. Sie bringt Struktur in die Historie, trennt Wichtiges von eher Unwichtigem und arbeitet die Unternehmensgeschichte auf. Der Zugang kann dabei variieren, von der chronologischen Vorgehensweise bis

„Nur die Fakten zu dreschen, wär wahrscheinlich fad. Ich schreibe ja für die Kunden, für ihre Partner und Mitarbeiter. Da möchte ich, dass die Geschichten auch lesbar und greifbar sind.“ 48 kontur

zum Inszenieren besonderer Ereignisse. Egal wie, hinter jedem Endergebnis steht echte Knochenarbeit – und viel Lesen. In Dokumenten und Urkunden der Unternehmen selbst, aus Archiven und Biblotheken, in Medienberichten, Fachliteratur usw. „Auch Bilanzen sind immer eine interessante Quelle“, so Friederike Hehle, die nach fünf Jahren genau weiß, wo sie suchen muss. Besonders freut sie sich auch immer auf die Gespräche mit Zeitzeugen, seien es Seniorchefs oder langjährige Mitarbeiter. „Genau diese Geschichten nämlich sind das berühmte Tüpfelchen auf dem i. Nur Fakten und Zahlen sind eine recht trockene Geschichte, aber wenn ich erfahre, wie zum Beispiel der Unternehmensgründer mit seinen Mitarbeitern umgegangen ist, sagt das viel über ein Unternehmen und dessen Werte aus.“ Und genau darum gehe es, gerade in Zeiten von Globalisierung und Digitalisierung: „Werte kann man nicht einfach so schaffen, die werden gelebt. Und ich glaube, wenn sich ein Unternehmen dessen bewusst wird, ist das auch ein Unterscheidungskriterium zu möglichen Mitbewerbern. Doch dafür ist es wichtig, die eigenen Wurzeln, die eigene Identität zu kennen.“

Friederike Hehle geb. 1977. Die diplomierte Kunsthistorikerin und promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin wagte im Frühjahr 2013 den Sprung in die Selbstständigkeit und gründete Historizing. Privat. Verheiratet, ein Sohn.


Heimspiel. Die Bibliotheken und Archive im Land kennt Friederike Hehle mittlerweile wie ihre Westentasche.

Oft entwickeln Projekte eine Eigen­ dynamik, weil so viele Sachen rauskommen, mit denen man gar nicht gerechnet hat. Durchhaltevermögen. Zahlreiche Projekte konnte Friederike Hehle in den vergangenen Jahren realisieren, von umfassenden Büchern zu Jubiläen bis hin zu nicht veröffentlichten Forschungsdokumentationen. Ob großes Unternehmen mit 100-jähriger Historie oder kleiner Treffpunkt wie der Minigolfplatz in Dornbirn, eines haben alle Aufträge gemeinsam: Friederike Hehle macht sich mit vollem Engagement auf die Suche nach den Geschichten hinter der Geschichte. Faszinierend waren für sie bisher alle Themen, sehr prägend ist ihr aber die Recherche zur Unternehmenshistorie von Wilhelm+Mayer in Erinnerung geblieben. „Dabei hat sich herausgestellt, dass die Geschichte des eigentlich in den 1930er-Jahren gegründeten Unternehmens schon bis ins Jahr 1802 zurückreicht. Generation für Generation war im Bauberuf tätig, das Bau-Gen wurde also immer weitergetragen.“ Zweieinhalb Jahre lang hat Friederike Hehle am Buch über Wilhelm+Mayer gearbeitet. Eine lange Zeit, die deutlich macht: als Schatzsucherin braucht man Durchhaltevermögen, einen langen Atem und Geduld. Eigenschaften, die Friederike Hehle ebenfalls auszeichnen. Man merkt, sie ist

in ihrem Element – und sprüht vor Ideen und Kreativität. So gibt sie in ihrem Blog auf der Homepage www.historizing.at regelmäßig praktische Tipps zum Umgang mit Unternehmensgeschichte, ebenso ist ein Buch in Planung. Und neben aktuellen Projekten wie der Geschichte von Loacker Recycling stehen auch einige Vorträge und Seminare auf Friederike Hehles Terminplan. Themen wie History Marketing oder Wettbewerbsvorteil Geschichte bilden hier die Schwerpunkte. „Es wird also garantiert nicht langweilig.“ In die Gegenwart. Ihr Resümee nach fünf Jahren Historizing? „Ich bin davon überzeugt, dass ich etwas Sinnvolles und Nachhaltiges mache. Meine Arbeit gibt nicht nur mir sehr viel, sondern auch meinen Auftraggebern. Wenn ich sehe, mit welcher Freude sie ihre Geschichte am Ende Mitarbeitern und Kunden präsentieren, weiß ich, ich hab wieder etwas Schönes gemacht. Und ich finde, wenn man das sagen kann, dann hat man einen tollen Job.“ Doch keine Angst, die Geschichtsbücher werden auch gerne mal zur Seite gelegt. Dann nämlich, wenn sie ihr Mann und ihr sechsjähriger Sohn wieder in die Gegenwart holen. Sabine Blechschmidt

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VIELFALT IST PROGRAMM UND JEDERZEIT BESTELLBAR Das Sortiment reicht von Bürobedarf, Bürogeräte, Büromöbel, Take Away und Gastroartikel, Schulbedarf, Bastel- und Dekomaterial bis hin zu Hotel- und Betriebshygiene. Verpackungen, Saison- und Werbeartikel.

Von A wie Archivschachteln bis Z wie Zündholzbriefchen. Unser breites Sortiment für Privat und Gewerbe, direkt in Mäder oder in unserem eShop. shop.messerle.at

Messerle GmbH. | Neue Landstraße 91 | 6841 Mäder | T +43 (0) 5523 5991-0 | info@messerle.at | www.messerle.at


TRADITION UND FORTSCHRITT

VORARLBERGS GRÖSSTE UNTERNEHMEN Die heimischen „Top 100“-Unternehmen schreiben eine wirtschaftliche Erfolgsstory und punkten auf Märkten in aller Welt.


ERFOLG DURCH INNOVATIONEN

ALLE ZEICHEN AUF WACHSTUM Die Vorarlberger Wirtschaft wird auch im laufenden Jahr eine Konjunkturlokomotive bleiben.

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n einem Ranking nach der Zahl der Beschäftigten in Vorarlberg ist der weltweit tätige Höchster Beschlägehersteller Blum-Gruppe mit 5639 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das größte Vorarlberger Unternehmen. Auf den weiteren Plätzen folgen die Zumtobel Group mit 2157 Beschäftigten, die Liebherr Werk Nenzing GmbH mit 1634, die Doppelmayr Holding AG mit 1350 und die illwerke vkw mit 1210 Mitarbeitern. Auflistung. Die folgende Auflistung von betriebswirtschaftlichen Kennzahlen wie Mitarbeiter in- und außerhalb des Landes sowie der Umsatzzahlen der

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„Top 100“-Unternehmen im Land zeigt eindrucksvoll, dass die Wirtschaft in Vorarlberg Erfolgsgeschichten schreibt. Die Auftragsbücher sind voll und es müssen teilweise sogar eingehende Aufträge abgelehnt werden, weil es einfach an den dazu erforderlichen Fachkräften fehlt. Das ist vor allem in der Metallbranche der Fall. Eigenangaben der Unternehmen. Die einzelnen angeführten Werte basieren auf Eigenangaben der Unternehmen für das VN-Extra „Top 100“, das seit über 30 Jahren jährlich im Frühjahr erscheint und das von der Wirtschaftsredaktion der VN betreut wird. Ein Teil der Zahlen wurde für

Das Thema Fachkräftemangel ist weiterhin ein zentrales Thema für die Vorarlberger Industrie. DI Georg Comploj Spartenobmann Industrie


VORARLBERGS WIRTSCHAFT

Philipp Steurer

wird auch heuer wieder kräftig exportieren. In den wichtigsten Auslands­märkten sind die Konjunkturzahlen positiv.

diese Ausgabe dem „Kontur-Magazin“ zur Verfügung gestellt. Reihung, keine Wertung. Dabei sind die Werte der „Top 100“-Unternehmen als Reihung und nicht als Wertung zu verstehen, denn in einer arbeitsteiligen Wirtschaft erfüllen die Unternehmen jeder Größenordnung eine wichtige Aufgabe. Vorarlberg wurde schon einmal der Wachstumspreis für Österreich verliehen und es ist davon auszugehen, dass das Land auch im laufenden Jahr weiterhin eine Wachstumslokomotive bleiben wird. Das Wirtschaftswachstum ist durch kräf-

tige Investitionen, eine starke Innovationskraft, eine hohe Eigenkapitaldecke der Unternehmen, eine steigende Exportquote, eine anziehende Binnennachfrage und auch durch einen zunehmenden privaten Konsum gekennzeichnet. Neben dem Wirtschaftswachstum entwickelt sich auch der heimische Arbeitsmarkt positiv und mittelfristig kann nach Ansicht der Experten im Land wieder Vollbeschäftigung erreicht werden. Das Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) und das Institut für Höhere Studien (IHS) gehen aktuell von 3,2 bzw. 2,8 Prozent Realwachstum aus. Dies trägt auch dazu

bei, dass die Arbeitslosigkeit rascher sinkt. Für 2019 sehen die Institute dann 2,2 bzw. 1,9 Prozent BIP-Plus. Der positive Konjunkturausblick gilt auch für die meisten Märkte, auf denen die stark exportorientierten Vorarlberger Unternehmer agieren. Ein zusätzlicher Treiber könnten Länder wie Russland, die Türkei und Brasilien sein, sofern sie wieder stärker an Wachstumsdynamik gewinnen. In Europa bekommen einige Länder, abgesehen von Großbritannien und den Un­ sicherheiten des Brexit, eine beschleunigte Dynamik, weil notwendige Reformen vollzogen wurden. Ernest F. Enzelsberger

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JULIUS BLUM GMBH

KREATIVE MÖBELIDEEN In hochwertigen Möbeln spielen Beschläge eine wichtige Rolle, denn sie machen eine Küche richtig praktisch. Vorarlbergs größte Unternehmen

TOP 100 RANG 1

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efragt man Möbelkäufer nach ihren Wünschen an eine neue Küche, so wird schnell klar: Das Design ist oft EIN kaufentscheidender Faktor. Langjährige Küchenbeobachtungen beim Höchster Beschlägehersteller Blum belegen, dass eine Küche trotz hohem Designanspruch der Käufer durchaus auch praktisch sein kann. Genügend Stauraum, ergonomisch angenehme Arbeitsabläufe und innovative Beschlagslösungen, die leicht zu bedienen sind, bilden die Eckpfeiler der praktischen Küchenseite. Für die schöne Seite von Wohnräumen und Möbeln liefern Architekten, Planer und Möbelhersteller raffinierte Ideen. Für hohe Funktionalität in der Praxis – egal, ob in der Küche, in Bad, Diele, Wohn- oder Schlafzimmer – sorgt der Beschlägespezialist Blum mit einem vielseitigen Programm an Scharnieren, Auszügen und Klappen.

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Stets im Fokus: Die verlässlich hohe Qualität von Beschlägen aus dem Hause Blum. Was bringt die Qualität der Beschläge? Da eine Küche heute meist der Investition eines Mittelklassewagens gleichkommt, soll sie über viele Jahre funktionieren. Der Qualität von Beschlägen kommt in der Praxis des Küchenalltags eine entscheidende Rolle zu. So sind Blum-Produkte vielfach getestet, um dem Küchennutzer ein Möbelleben lang Freude zu machen. Zudem macht Arbeiten in der Küche einfach mehr Spaß, wenn Türen, Auszüge und Klappen für entsprechenden Komfort sorgen. Wenn sie sich durch kurzes Antippen ganz komfortabel öffnen lassen und stets sanft und leise wieder schließen. Das versteht der Beschlägespezialist Blum unter Qualität. Doch Qualität spiegelt sich auch im individuellen Gestaltungs-

spielraum von Möbeln wider. Hier leisten Hightech-Beschläge ebenfalls ihren Beitrag. Denn Küchenkäufer von heute wünschen sich immer mehr Küchen und Möbel mit persönlicher Note, in denen sie ihren eigenen Stil zum Ausdruck bringen können. Bei Blum bezieht sich Qualität eben auf beide Seiten: die schöne UND die praktische.

Julius Blum GmbH Industriestraße 1, 6973 Höchst Telefon +43 5578 705-0 E-Mail blum.presseinfo@blum.com www.blum.com


DOPPELMAYR SEILBAHNEN GMBH

SCHÖNER ALS FLIEGEN Eine Fahrt in einer Seilbahn ist ein besonderes Erlebnis – Doppelmayr ermöglicht das weltweit. Vorarlbergs größte Unternehmen

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n den vergangen Jahren baute Doppelmayr, der Weltmarktführer im Seilbahnbau, zahlreiche schöne Seilbahnanlagen, darunter Rekordhalter und Weltneuheiten. Vom olympischen PyeongChang, über Ferieninseln in Vietnam oder die europäischen Alpen, bis hin zum kalifornischen Oakland: die Doppelmayr Gruppe setzt immer wieder Maßstäbe moderner Seilbahntechnologie. Maßgeschneidert. Auch in Sachen Sicherheit, Komfort und Energieeffizienz entwickelt der Vorarlberger Seilbahnhersteller stets Neues: Die Seilbahngeneration D-Line ist der nächste technologische Entwicklungsschritt in der Seilbahnbranche, entwickelt vom Weltmarktführer – maßgeschneidert aufgebaut auf der Erfahrung, dem genauen Wissen um die

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Línea Naranja im weltgrößten Seilbahnnetz in Bolivien

Kundenwünsche und -anforderungen sowie dem technischen Know-how.

3S Hon Thom im Süden Vietnams

Downhill Gondola im olympischen PyeongChang

Für Doppelmayr haben sich im Bereich des Personentransports mit Seilbahnen drei Anwendungsfelder etabliert: der Wintertourismus, der Sommertourismus und der urbane Raum: Bei den Olympischen Winterspielen in PyeongChang 2018 war Doppelmayr als wichtiger Partner für die Seilbahninfrastruktur vertreten. Insgesamt 22 Anlagen des Marktführers waren im Einsatz, vier davon wurden eigens für die Winterspiele neu gebaut. Spektakulär. In Bolivien verbindet Doppelmayr mit dem weltweit größten urbanen Seilbahnnetz die beiden Großstädte La Paz und El Alto. Fünf Seilbahnlinien sind schon in Betrieb, nach Abschluss der Phase II werden es zehn Linien mit ins-

gesamt über 30 Seilbahnkilometern sein. In Vietnam ziehen zahlreiche Seilbahnen mit Weltrekorden als Attraktion Gäste an. Die aktuellste ist die 3S Hon Thom. Die längste Dreiseilbahn der Welt mit knapp acht Kilometern verbindet die beiden Ferieninseln Phu Quoc und Hon Thom und führt dabei über das Meer: spektakulärer Ausblick inklusive.

Doppelmayr Seilbahnen GmbH Konrad-Doppelmayr-Str. 1, Wolfurt Telefon +43 5574 604 E-Mail: dm@doppelmayr.com doppelmayr.com

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ALPLA WERKE ALWIN LEHNER GMBH & CO KG

WACHSTUM MIT WEITSICHT ALPLA wächst – sowohl in der Region Vorarlberg als auch international in neuen Märkten. Vorarlbergs größte Unternehmen

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Foto: Adolf Bereuter

eit über 60 Jahren vereint ALPLA Regionalität mit Internationalität. 1955 gründete Alwin Lehner in Hard das Unternehmen als „Alpenplastik Lehner Alwin GmbH“. Bis heute ist ALPLA familiengeführt und mit seiner Herkunft eng verbunden. Während der Vorarlberger Hauptsitz in Hard derzeit ausgebaut wird, expandiert der Verpackungsspezialist weltweit: Auf vier Kontinenten, in 45 Ländern, arbeiten rund

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19.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an 176 Standorten. Jahr der Akquisitionen. „2017 war von der größten Akquisition der Unternehmensgeschichte geprägt“, sagt ALPLA CEO Günther Lehner. „Mit dem Kauf von Boxmore Packaging in Johannesburg haben wir nach ersten Aktivitäten in Nordafrika unsere Marktposition in Südafrika gefestigt.“ Die sog. MENA-Region (Mittlerer Osten und Afrika) birgt interessante Chancen, auch in neuen Marktsegmenten wie der pharmazeutischen Industrie. „Zukäufe wie dieser erweitern unser Leistungsangebot und eröffnen über bestehende Vertriebssysteme Zugang zu neuen Kunden“, erklärt Günther Lehner und ergänzt: „Die Herausforderung im laufenden Geschäftsjahr liegt darin, diese Standorte gut in die ALPLA-Gruppe zu integrieren.“ Nachhaltig in die Zukunft. Neben strategischem Wachstum ist Nachhaltigkeit ein besonders wichtiges Thema: Recycling, Gewichtsreduktion und nachwachsende Rohstoffe zählen zu den maßgeblichen Zukunftstrends, an denen ALPLA aktiv mitwirkt. „Wir arbeiten bereits heute auch

mit Materialien, die auf nachwachsenden Stoffen basieren“, so der CEO. Die langjährige Erfahrung im Recycling von Kunststoffen und der Verarbeitung von recycelten Materialien schätzen viele Kunden: So entwickelte ALPLA im Auftrag von Werner & Mertz die weltweit ersten Kunststoffflaschen aus 100 Prozent HDPE-Recyclat. Diese Innovation erhielt bereits Auszeichnungen wie den PackTheFuture-Award und den WorldStar Packaging Award. Auch im Bereich Klimaschutz unterstützt ALPLA regionale Initiativen: 2015 gründete ALPLA mit neun anderen Vorarlber-­ ger Unternehmen das „Klimaneutralitätsbündnis 2025“, das mittlerweile über hundert Partner in ganz Österreich hat.

ALPLA Werke Alwin Lehner GmbH & Co KG Allmendstraße 81, Hard Telefon +43 5574 602 0 E-Mail: office@alpla.com www.alpla.com


RUSSMEDIA

ZUKUNFT ALS CHANCE BEGREIFEN Russmedia – vom regionalen Verlagshaus zum erfolgreichen Multi-Nischen-Medienunternehmen in Europa. Vorarlbergs größte Unternehmen

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as familiengeführte Unternehmen kann auf eine fast 100-jährige Geschichte und eine Reihe von hervorragenden Leistungen zurückblicken: Die VN und das Onlineportal VOL.AT sind die beliebtesten und meistgelesensten Regionalmedien Österreichs. Und hier nimmt Russmedia auch eine Spitzenstellung im Bereich der Digitalisierung ein, bemerkenswert ist beispielsweise das starke digitale AboWachstum bei den VN.

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Investitionen in Innovation. 350 der 1000 Mitarbeiter in Europa arbeiten im digitalen Bereich. Seit 2015 ist Russmedia an www.alpinresorts.com beteiligt. Das führende Skiverleih-Onlineportal in der Alpenregion hat seinen Sitz in Bratislava und seine Hauptmärkte in Frankreich und Österreich. In den vergangenen Monaten wurde darüber hinaus – auch über

Für unsere Internatio­nalisierung spielen mehr als 350 digitale Spezialisten eine zentrale Rolle. Markus Raith, Eugen A. Russ und Gerold Riedmann, Geschäftsführung

Mehr als 450 Mitarbeiter sind am Hauptsitz von Russmedia in Schwarzach beschäftigt.

den Fond Speedinvest X – in weitere Startups und Digitalunternehmen investiert, so z. B. in MaxFun, eine Plattform für Laufsport-Events. Doch auch jenseits der digitalen Welt wurden innovative Serviceleistungen entwickelt. So liefert die VN seit 2017 in Kooperation mit Ländleexpress das Frühstück direkt vor die Tür. Nur einige zukunftsweisende Entwicklungen, die auf die Eckpunkte der Russmedia-Philosophie – effizient, tatkräftig, fokussiert, beständig, zukunftsgewandt, offen und suchend – aufbauen und die die Mitarbeiter jeden Tag aufs Neue verfolgen. Internationale Ausrichtung. Schon immer wurde bei Russmedia auch über die Grenzen Vorarlbergs geblickt. Mittlerweile ist das Unternehmen an 14 Standorten in Europa vertreten. So gibt es RussmediaStandorte in Deutschland, Rumänien und

Ungarn. Nicht zu vergessen sind aber natürlich die Wurzeln in Österreich. Für die Mitarbeiter in Schwarzach wurden modernste Arbeitsplätze geschaffen, in der Russmedia-Akademie werden Ausund Weiterbildung forciert – als klares Bekenntnis zum Standort Vorarlberg. Dieses Engagement wissen die Mitarbeiter zu schätzen, haben sie selbst Russmedia doch jüngst offiziell zum „Great Place to Work“ gekürt.

Russmedia GmbH Gutenbergstraße 1, Schwarzach www.russmedia.com

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IMA SCHELLING GROUP

AUF DEM WEG IN DIE ZUKUNFT Die IMA Schelling Group setzt auf Know-how, motivierte Fachkräfte und hoch entwickelte Infrastruktur in der Region. Vorarlbergs größte Unternehmen

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eht es um Lösungskompetenz für die holz- und metall-/kunststoffbearbeitende Industrie, sind Kunden bei der IMA Schelling Group an der richtigen Adresse. Die beiden Schwesterunternehmen IMA Klessmann aus Lübbecke/ Deutschland und Schelling Anlagenbau aus Schwarzach sind verlässliche Partner für die Realisierung anspuchsvoller und innovativer Anlagenlösungen für die Holzbearbeitung und führend bei Anlagen für die digitalisierte, vollautomatisierte Produktion, wobei auch Präzisionsanlagen und -sägen für Kunststoffe, Metalle und Leiterplattenwerkstoffen zum Portfolio zählen. „Unsere High-EndLösungen vertreiben wir weltweit über gemeinsame Service- und Vertriebsgesellschaften in West- und Osteuropa, den USA, Kanada, Russland, Singapur und China“, erläutert Geschäftsführer Wolfgang Rohner den Erfolg der Gruppe.

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So wird das neue Headquarter in Schwarzach aussehen.

Automatisierung ist Trumpf. Dass die Zeichen auf Digitalisierung stehen, zeigen auch die neuentwickelten Maschinen, die die IMA Schelling Group in diesem Jahr präsentierte. Von der automatischen Werkstückrückführung über die 5-Achs-Fräsbearbeitung bis hin zur automatisierten Schnittführung – in Zukunft wird ganz auf die Automatisierung handwerklicher Produktionsprozesse gesetzt. Apropos Zukunft. Diese entsteht momentan auf dem Gelände von Schelling Anlagenbau in Schwarzach. 23 Meter hoch wird das unaufgeregte, aber architektonisch markante Gebäude. Ein Kubus, umgeben von den Werkshallen. „Das neue Headquarter wird auf 3700 m² alle organisatorischen Abteilungen vereinen. Wege zwischen Produktion und Geschäftsleitung, Verkauf,

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Projektmanagement, Engineering, Human Resources, IT Buchhaltung und Empfang werden kürzer“, so Geschäftsführer Stefan Gritsch über das klare Bekenntnis zum Standort. Der Neubau, mit einer Investitionsumme von 9 Millionen Euro, soll bis Ende des Jahres 2018 bezogen sein.

IMA Schelling Group Gebhard-Schwärzler-Str. 34, Schwarzach Telefon +43 5572 396-0 E-Mail: info@imaschelling.com www.imaschelling.com


FLATZ GMBH

ERFAHRUNG SCHAFFT VERTRAUEN Das Familienunternehmen Flatz ist dank modernster Technologie und kompetenter Mitarbeiter auf einem stetigen Wachstumskurs. Vorarlbergs größte Unternehmen

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Man spürt den Zusammenhalt im Familienunternehmen.

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latz ist einer der führenden Ver­ packungs- und Dämmstoffprodu­ zen­ ten Österreichs. Seit über 80 Jahren stellt das Unternehmen mit Leidenschaft, Kompetenz und Innovationskraft Produkte her, die verpacken, schützen und dämmen. Von Verpackungen aus Wellpappe und Styropor, Ziehdosen bis hin zu diversen Dämmstoffen und Formteilen. Stabile Partnerschaften mit Kunden und Lieferanten. Da das Unternehmen sein Handwerk versteht und stetig verbessert, wächst es kontinuierlich. Allein in den vergangenen zehn Jahren haben sich Mitarbeiterzahl und Umsatz verdoppelt. Mit Anfang des Jahres hat Stefan Flatz die Geschäftsführung von seinem Vater Hans-Peter Flatz in dritter Generation übernommen. Sein Ziel: weiter wachsen – bei gleichbleibender Qualität der Produkte. Hierbei forciert er insbesondere starke Partnerschaften mit Kunden, Lieferanten und den Mitarbeitern.

Mitarbeiter als Teil der Flatz-Familie. Trotz des rasanten Wachstums versteht sich Flatz klar als Familienunternehmen – mittlerweile zählen 320 Mitarbeiter (davon 30 Lehrlinge) zur großen Flatz-Familie. Entsprechend fördert der attraktive Arbeitgeber und ausgezeichnete Lehrbetrieb den internen Zusammenhalt und bietet seinen Mitarbeitern einen sicheren Arbeitsplatz mit abwechslungsreichen Tätigkeiten und Entwicklungsmöglich­ keit – was wiederum die Mitarbeiter mit ihrem langjährigen Einsatz honorieren. Modernste Logistik für just in time. Ein weiterer wesentlicher Erfolgsbaustein ist die hohe Flexibilität bei Produktion und Logistik. Sie ist entscheidend für eine hohe Kundenzufriedenheit. Hinter dem reibungslos funktionierenden Logistik­ system steckt ein umfangreiches Knowhow, eine ausgeklügelte Computertechnik, vollautomatische Hochregallager für über 28.800 Paletten und 4.000 m3 EPS-Blöcke

Foto: Flatz GmbH/Darko Todorovic

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sowie modernste EDV-Vernetzung. Und ein eigener, zuverlässiger Fuhrpark mit einem täglichen Just-in-time-Lieferservice. Erst vor kurzem wurden ca. 20 Millionen Euro in ein neues Hochregallager investiert. Dieses vierte vollautomatische Hochregallager ist ein weiterer klarer Wettbewerbsvorteil im Hinblick auf Flexibilität, Schnelligkeit und Service.

Flatz GmbH Funkenstraße 6, Lauterach Telefon +43 5574 83290 E-Mail: office@flatz.com www.flatz.com

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GETZNER WERKSTOFFE GMBH

WELTWEIT ERFOLGREICH Ob Paris, Hamburg oder Bürs – das Team von Getzner ist in Vorarlberg zu Hause und international erfolgreich.

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ie Geschichte von Getzner Werkstoffe ist eine Erfolgsgeschichte „made in Vorarlberg“: Das Unternehmen hat sich seit seiner Gründung 1969 zum führenden Spezialisten für Schwingungsschutz entwickelt. Mit einem Umsatz von über 95,2 Millionen Euro im Jahr 2017 schaffte Getzner sogar das erfolgreichste Jahr seit der Gründung. Zukunftsperspektiven. Um dem damit verbundenen Wachstum gerecht zu werden, erweitert Getzner die Produktions- und Lagerkapazitäten sowie die Verwaltungsflächen am Stammfirmensitz in Bürs – und gibt damit ein klares Bekenntnis zum Standort Vorarlberg ab. Insgesamt entstehen bis 2020 120 Arbeitsplätze für bestehende und neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „In Bürs sind bereits jetzt alle Unternehmensbereiche vertreten – von der Forschung und Entwicklung über die Produktion bis zum Vertrieb und den Serviceabteilungen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können sich intern vielfältig weiterentwickeln, auch ins Ausland zu gehen ist eine attrak-

Schwingungsschutzmatten aus Sylomer® und Sylodyn® von Getzner.

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Vorarlbergs größte Unternehmen

Fachkräfte von Getzner betreuen Referenzprojekte auf der ganzen Welt.

tive Option – begrenzt für einige Monate oder längerfristig“, erklärt Bernd Längle, Leiter Human Resources bei Getzner. „Der internationale Kontext ist besonders für die junge Generation von Fachkräften spannend.“ Wie diese internationale Arbeit aussieht, zeigen Referenzprojekte aus dem vergangenen Jahr: Getzner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzten eine vibrationsdämmende Waggonbodenlagerung für einen Luxuszug von Kawasaki um. Weitere namhafte Projekte waren der Schwingungsschutz für das Pariser Kulturzentrum La Seine Musicale sowie für ein Windrad auf dem Eiffelturm. Teamgeist. Insgesamt sind bei Getzner 420 Fachkräfte tätig, 290 davon in Vorarlberg. Allein am Standort Bürs arbeiten Menschen aus 17 Nationen. Wer Teil des engagierten Getzner-Teams werden

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will, kann sich jederzeit bewerben: Unter www.getzner.com/karriere finden Interessierte alle offenen Stellen und Tipps zur Bewerbung auf einen Blick.

Getzner Werkstoffe GmbH Herrenau 5, 6706 Bürs Telefon +43-5552-201-0 E-Mail: info.buers@getzner.com www.getzner.com


SCHENKER & CO AG

LEIDENSCHAFT FÜR TRANSPORT Wenn es um globalen Güteraustausch für Industrie und Handel geht, schlägt die große Stunde von DB Schenker. Vorarlbergs größte Unternehmen

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in Unternehmen auf Wachstumskurs in den weltweiten Märkten, das ist DB Schenker. Ob im Landverkehr, bei weltweiter Luft- und Seefracht oder in der Kontraktlogistik und im Supply Chain Management – die Expertise als integrierter Logistikdienstleister ist groß. Als Spezialist für Landverkehre in Europa, auf Straße und Schiene, verbindet DB Schenker mit einem dichten Netz von Linienverkehren nach Fahrplan die wesentlichen Wirtschaftsregionen in über 40 europäischen Ländern. Die integrierten Logistikzentren an den Schnittstellen der globalen Güterströme schaffen eine wirkungsvolle Verbindung zwischen allen Verkehrsträgern und ermöglichen eine breite Palette an ValueAdded-Services.

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„Proud to deliver Excellence. Every time. Everywhere.“

Innovativ. Eine besondere Stellung nimmt dabei die Geschäftsstelle Vorarl-

berg in Röthis ein. Aufgrund ihrer besonderen Lage im Vierländereck fungiert sie mithilfe getakteter Systemverkehre als Drehscheibe zwischen den Ländern. „Durch diese Hubfunktion ist es möglich, attraktive Transportlösungen von Liechtenstein oder der Schweiz aus in die EU, weltweit und umgekehrt anzubieten“, erklärt Thomas Radauer, Geschäftsleiter der Geschäftsstelle. Dies ist nicht zuletzt möglich durch zufriedene und motivierte Mitarbeiter. Diese schaffen mit ihrer positiven Einstellung Kunden gegenüber einen Wettbewerbsvorteil, welcher sich auch am Ende des Jahres im Betriebsergebnis niederschlägt.

Thomas Radauer

Positive Zahlen. DB Schenker Vorarlberg beschäftigt 77 Mitarbeiter, die auf ein erfolgreiches Jahr 2017 zurückblicken können, das operative Ergebnis zum Vorjahr

konnte verdoppelt werden. „Der große Treiber in Vorarlberg war der Landverkehr mit dem Paketdienst“, erklärt Thomas Radauer. Aber auch der Geschäftsbereich Air & Ocean reüssierte auf Vorjahresniveau und der Logistikbereich übertraf das Vorjahresergebnis gar um 50 Prozent. Und auch der Messekompetenz-Bereich entwickelte sich gut, bereits für heuer habe man wieder volle Auftragsbücher.

Schenker & Co AG Interpark Focus 50, 6832 Röthis Telefon +43 57686 255900 E-Mail: info@schenker.at www.dbschenker.com/at

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SENTIDO SEEHOTEL AM KAISERSTRAND

KAISERLICH TAGEN Inspirierendes Ambiente am Bodensee, klassische Eleganz und modernste Technik machen Ihre Tagung zum Erfolg. Vorarlbergs größte Unternehmen

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as denkmalgeschützte 4-Sterne-Seehotel Am Kaiserstrand überzeugt durch seine exponierte Lage am österreichischen Bodenseeufer, inmitten des Dreiländerecks Deutschland, Österreich und Schweiz. Die 102 Zimmer und Suiten stellen eine Hommage an den See dar: frisch, klar und voller Möglichkeiten. Stilvoll speisen und feiern im Restaurant Wellenstein, den Tag bei kreativen Cocktails in der Barista Bar oder der Kaminbar Revue passieren lassen oder wundervoll entspannen in der edlen Garten Lounge und den Sonnenterrassen am See.

Eine einmalige Event-Location bietet das Badehaus direkt am See. Der 900-m2-SPAund Wellnessbereich eignet sich bestens, um die Seele baumeln zu lassen. Tagungsgäste wählen zwischen zwei kombinierbaren, tageslichtdurchfluteten Konferenzräumen und vier Break-Out-Räumen für insgesamt maximal 174 Personen. Genussvolle Pausen für neuen Schwung. Eine Neuheit 2018 ist das Seehotel Energiebuffet. Von frischem Obstsalat, Birchermüsli und fruchtigen Joghurts über herzhafte Baguettes bis hin zu Gugelhupf, süßen Plundern und Croissants kommen hier sowohl Gesundheitsbewusste als auch Genussmenschen in der

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Tagungspause voll auf ihre Kosten. Um Körper und Geist wieder in Schwung zu bringen, werden zu jedem Pausenbuffet illy Kaffeespezialitäten, Teevariationen von Ronnefeldt und Fruchtsäfte der Marke Rauch serviert.

Barco ClickShare-System, welches in Sekundenschnelle eine kabellose Verbindung des Hauptbildschirms zu den Geräten im Raum ermöglicht. Das Seehotel bietet eine Halbtages- und Ganztagespauschale (€ 43,00 bzw. € 51,00 pro Person).

Modernste Technik. Eine weitere Neuheit ist die hochmoderne Tagungstechnik: Zusätzlich zur Standardausstattung erwarten Business-Gäste nun modernste Beamer (5000 Lumen) der Marke Epson, HDMI-Anschlüsse, sowie das innovative

Seehotel Jubiläumsspecial* Anlässlich des Jubiläums „8 Jahre Tagen am See“ schenkt das Seehotel jedem 8. Teilnehmer die Tagungspauschale! *Gilt für Neubuchungen und nicht tagungsübergreifend, gültig bis 31. 12. 2018.

SENTIDO Seehotel Am Kaiserstrand Am Kaiserstrand 1, Lochau Telefon +43 5574 58111 E-Mail: info@seehotel-kaiserstrand.at www.seehotel-kaiserstrand.at

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RANKING 2017

ERFOLGSSTORY IN KENNZAHLEN Die größten Arbeitgeber in der Vorarlberger Industrie und ihr Umsatz im Überblick. Rang Unternehmen Branche

Eigentümer/ Hauptaktionäre

Beschäftigte andere in Vorarlberg Standorte

1 Blum Gruppe Beschläge Familie Blum, Blum Privatstiftung 2 Zumtobel Group AG Elektroindustrie Fam. Zumtobel (35,5%) 3 Liebherr-Werk Nenzing GmbH Maschinenbau 4 Doppelmayr Holding AG Anlagenbau Michael Doppelmayr (10%), AMD Stiftung (80%), offenes Verlas senschaftsverfahren zu AD (10%) 5 illwerke vkw Energieunternehmen und Energiedienstleister 6 Grass Bewegungssysteme Metallindustrie Würth-Gruppe 7 Meusburger Gruppe Metallverarbeitung Guntram Meusburger 8 Alpla Werke Alwin Lehner Kunststoffverarbeiter, -verpackungen Familie Lehner GmbH & Co KG 9 Hirschmann Automotive GmbH Automobilzulieferindustrie F&R Invest GmbH 10 Getzner Textil AG Textilindustrie 11 Gebrüder Weiss GmbH Transport, Logistik, IT Fam. Weiss & Jerie (100 % über Holding) 12 Silvretta Montafon Holding Tourismus und Dienstleistung BTV AG 13 Rauch Fruchtsäfte GmbH & Co KG Nahrungsmittelindustrie 14 i+R Gruppe Bauen, Immobilien, Bagger Schertler Holding und Alge Holding 15 Wolford AG Textilindustrie WMP Familien-Privatstiftung (25%), Sesam Privatstiftung (15%), Ralph Bartel (25%), Erste Asset Management GmbH (4%), eigene Aktien (2%), Freefloat (29%) 16 Rhomberg Bau Gruppe (Bau), Bau, Bahntechnik, Rhomberg Sersa Rail Group (Bahn) Ressourcen 17 Collini Holding AG Metallveredelung Fam. Collini und Drexel 18 Rudolf Ölz Meisterbäcker Backwaren, Brot-/Feinbackwaren Familie Ölz GmbH & Co KG 19 Jäger Beteiligungs GmbH Bau, Transport Jäger Privatstiftung 20 Loacker Recycling GmbH Recycling Loacker Privatstiftung 21 Hilti AG Bautechnologie Hilti AG, Schaan (FL) 22 Russmedia Verlag GmbH Medien und IT Russmedia Holding GmbH, Sophie Kempf-Russ Privatstiftung 23 Omicron electronics GmbH Energietechnik Omicron Holding GmbH 24 Erne Group GmbH Metallverarbeitende Industrie Pipes Holding GmbH 25 Hans Majer GmbH Gebäudereinigung Hans Majer 26 Hydro Extrusion Nenzing GmbH, Aluminium Extrusion, Bearbeitung Hydro Extrusion Nenzing (Töchter der Hydro Components Nenzing GmbH und Oberflächenbehandlung Norsk Hydro ASA, Oslo, Norwegen) 27 Bäckerei Mangold Bäckerei Fam. Haag 28 Rupp AG Lebensmittelindustrie Josef Rupp, Ludwig Rupp, Gertrud Fischli, Daniela Rupp

5.639 2.157 1.634 1.350

1.801 6.562 492 1.370

1.210 1.055 1.050 1.031

Umsatz (in Mill. E) 1.789 1.304 593 801

543

877 500 18.269

378 291 3.400

1.000 5.000 960 640 916 5.808 900 836 994 790 233 637 839

340 306 1.547 57 902 356 154

633

2.109

714

600 588

950 330

219 203

532 484 480 470

58 735 26.000 21

140 705 4.400 92

427 281 425 200 415 410 34.500

128 115 8 198

410 400 200

19 177

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Verbrauch (kombiniert): 4,7 - 9,0 l/100 km; CO2- Emissionen: 124 - 210 g/km

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06.03.18 21:48


RANKING 2017 Rang Unternehmen Branche

Eigentümer/ Hauptaktionäre

Beschäftigte andere in Vorarlberg Standorte

29 Mahle König KG GmbH & Co KG Motorenteile für Hochleistungsmotoren Industrie und High Performance 30 IMA Schelling Group GmbH Maschinenbau, Anlagenbau SAB Holding GmbH 31 Huber Holding AG Bekleidung, Textil Benger Brands Limited 32 Hilti & Jehle Bauwirtschaft BM Helmut Hilti 33 Ganahl AG Papier- und wellpappe- Streubesitz verarbeitende Industrie 34 Haberkorn Holding AG Technischer Handel Fam. Haberkorn 35 Offsetdruckerei Druck und Verpackung VBG Holding AG Schwarzach GmbH 36 Graf Firmengruppe Elektro, Elektronik 37 Carcoustics Austria GmbH Industriezulieferer (Automotive) Carcoustics-Gruppe (D), Dare Group 38 Head Sport GmbH Sportartikel 39 Versluis Restaurant Gastronomie Loek Versluis Gastronomie GmbH 40 Flatz GmbH Verpackungen, Dämmstoffe Fam. Flatz 41 Mondelez Österreich Süßwaren Mondelez International, Inc. (USA) Production GmbH 42 11er Gruppe Nahrungsmittelindustrie Familienbesitz 43 Ginevra Holding GmbH Metallindustrie 100% Tochter der JET Investment, a.s. und 100% Teil von JET Gamma, a.s. 44 Walter Bösch GmbH & Co KG Großhandel Walter Bösch Privatstiftung (99,9%), Grellet Holding GmbH (0,1%) 45 Bachmann electronic GmbH Elektro- und Elektronikindustrie Bachmann Holding GmbH 46 Sodexo Service Solutions Sodexo S. A. Austria GmbH 47 Wilhelm + Mayer Bau GmbH Bau Fam. Wilhelm Privatstiftung 48 Bertsch Group Errichtung von Kraftwerksanlagen Ing. Hubert Bertsch sowie Molkerei- und Fleisch verarbeitungsanlagen 49 Glas Marte Gruppe Glasverarbeitung, Glasbau Familienbesitz 50 Getzner Werkstoffe GmbH Chemische Industrie Getzner, Mutter & Cie GmbH & Co KG 51 Bischof Holding GmbH Transport, Logistik Astrid Bischof, Michael Zimmermann 52 Rattpack Group Druck und Herstellung von Erzeug- Stephan Ratt, Mag. Matthias Ratt nissen aus Karton, Papier, Kunststoff 53 Künz Gruppe Maschinen- und Anlagenbau Familienbesitz 54 Schmidt‘s Gruppe Eisenwarengroßhandel 55 HERON Gruppe Metallgewerbe 56 R. N. Personalagentur GmbH Arbeitskräftevermittlung und -überlassung 57 faigle Kunststoffe Gruppe Kunststoffverarbeiter 58 Feinjersey Group Textilindustrie 59 Kral Elektro- und Metallindustrie 60 Hermann Pfanner Getränke GmbH Nahrungs- und Genussmittelindustrie 61 Inhaus Handels GmbH Heizungs- und Sanitärgroßhandel 62 SOLA Messwerkzeuge GmbH Metall, Herstellung von Messwerkzeugen 63 Salzmann Formblech- Formblechkomponenten technik GmbH 64 Tomaselli Gabriel Bau GmbH Bau

Umsatz (in Mill. E)

396

49

392 384 382 370

1.042 771 218 1.120

255 140 104 398

350 344

1.300 224

427 87

332 2 330 1.970 326 325

49 67 245 23

320 320

70

312 312 81

73 39

308

315

98

307 300

144 3.100

67 114

300 296 72

39 134

292 290

60 130

40 95

280 269 191

92

262

232

125

Familienbesitz Christian Beer Philipp Nitschmann, MAS; Harald Ritter, MAS Fam. Faigle Jörg Büsel, Eisbär Trockentechnik GmbH Kral Beteiligungs-GmbH, Kräutler Privatstiftung Fam. Pfanner, Dietrich, Schneider Pircher Beteiligungs GmbH, Huwa Finanz- und Beteiligungs AG SOLA Privatstiftung, Fam. Scheyer und Hörburger Gerhard Salzmann

260 248 240

458 29 10

172 66 10

237 163 230 350 229

75 46 34

213 198

650 24

262 70

196

35

35

196

26

Tomaselli Gabriel Privatstiftung

195

34

kontur 65


Steuerb des Jaherater r e 2017* s * Pu Die Pr blikums-Aw esse, ard IFA-Fin W irtschafts la b tt, anzgr 27.4.2 uppe, 017

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RANKING 2017 Rang Unternehmen Branche

Eigentümer/ Hauptaktionäre

Beschäftigte andere in Vorarlberg Standorte

Umsatz (in Mill. E)

65 LTW Intralogistics GmbH Maschinen- und Stahlbauindustrie DM Holding 184 39 57 66 EHG Stahlzentrum GmbH & Handel mit Stahl und Metall Gebr. Ulmer Holding GmbH, 180 85 164 Co OG Josef Pircher BeteiligungsGmbH 67 z-werkzeugbau-gmbh Metallindustrie DI Hermann Eberle, Johannes Steurer 180 29 68 Zech Gruppe Fenster, Türen, Garagentore Roman Zech 174 25 69 1zu1 Prototypen GmbH & Co KG Kunststoff Wolfgang Humml, 173 18 Ing. Hannes Hämmerle 70 Auto Gerster Autohandel, Kfz-Gewerbe, Fam. Gerster 167 61 Lackiererei, Spenglerei 71 Dorfinstallateur Heizungs-, Sanitär- Mitarbeiterbeteiligung, 165 26 und Klimatechnik 13 Gesellschafter 72 JCL Logistic Austria GmbH Transport, Logistik Stephan Jöbstl (100%) 163 1.150 330 73 Walser GmbH Fahrzeugbau Gerhard Rauch 155 20 74 Schneider Automobil GmbH Kfz-Handel und -Service Ulrike Janschek 153 100 75 Etiketten Carini GmbH Druck und Verpackung Andrea Sohm, Thomas Sohm, 143 24 Edgar Sohm 76 Alge Elastic GmbH Textilindustrie Familienunternehmen 139 15 77 Schoeller GmbH & Co KG Textilindustrie Schoeller Management GmbH 135 316 52 78 Fussenegger Holding Textilindustrie Familienbesitz 134 192 30 79 Gantner Electronic Elektronik Ardian, AXA Expansion Fund III 130 220 37 80 Lercher Werkzeugbau GmbH Werkzeugbau, Fam. Lercher (100%) 130 Kunststoffspritzguss 81 ZIMM Maschinenelemente Metallindustrie Gunther Zimmermann 126 5 21 GmbH & Co KG 82 Müroll GmbH Verpackung, Papierverarbeitung Privatstiftung 125 65 54 (Johann u. Oswald Müller) 83 Mohrenbrauerei Vertriebs KG Brauerei Fam. Huber 125 24 84 Vorarlberg Milch eGen Nahrungsmittelindustrie 502 Landwirte 121 50 85 Fohrenburg Beteiligungs AG Getränkeindustrie, Handel Rauch Fruchtsäfte GmbH 118 20 29 86 Gunz Warenhandels GmbH Großhandel Lebensmittel Werner und Sonja Gunz (100%) 110 90 136 87 Josef Mäser GmbH Handel mit Glas und Porzellan, Familien Mäser 105 55 43 Hohlglasveredelung 88 Röfix AG Stein und keramische Industrie Fixit Trockenmörtel Holding AG 104 626 205 89 Vorarlberger Verlagsanstalt GmbH Druckindustrie Karl-Heinz und Daniela Milz 98 15 16 90 ZIMA Holding AG Immobilienentwicklung, Mag. Alexander Nußbaumer 96 58 192 Projektentwicklung, Bauträger 91 GIKO Verpackungen Verpackungsindustrie MG Beteiligungen GmbH, 95 AZ Beteiligungen GmbH, bht Ver mögensverwaltung GmbH, Alfons Giesinger Privatstiftung 92 Siemens Vorarlberg Elektroindustrie, Anlagenbau Siemens Konzern- 95 10.200 53 beteiligungen GmbH 93 Buchdruckerei Lustenau GmbH Druck VBG Holding AG 94 15 94 Sika Österreich GmbH Chemische Industrie Sika AG (CH) 90 87 82 95 Scheffknecht Transporte GmbH Spedition, Dienstleistung Fam. Scheffknecht 85 6 16 96 Schenker & Co AG Transport, Logistik DB Schenker 82 65.000 43 97 Fries Kunststofftechnik GmbH Kunststoffindustrie Fam. Rhomberg 80 85 23 98 RIMC Seehotel Am Kaiserstrand Hotellerie AFV 1 Liegenschaftsbesitz 80 6 Hotel Betriebs GmbH GmbH & Co KG 99 ENJO International GmbH Gewerbe, Handwerk Johannes Engl 69 5 8 100 Deurowood Produktions-GmbH Chemie Pinova, Walter Deuring 21 7 15

Stand: 19. März 2018

kontur 67


Dr. Jürgen Kessler Nach dem Studium der Rechtswissenschaften acht Jahre lang Büroleiter von Alt-Landeshauptmann Herbert Sausgruber. Ab 2013 stellvertretender Geschäftsführer des Wirtschaftsbundes, seit Jänner 2018 dessen Geschäftsführer. Privat. Verheiratet, drei Söhne.

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Unterwegs in neue Spuren Politik interessierte ihn schon in seiner Jugendzeit, das Faible für die Wirtschaft gesellte sich im Laufe der Jahre hinzu. Heute gehört beides zum Berufsalltag von Dr. Jürgen Kessler. Seit Jänner 2018 ist er Geschäftsführer des Wirtschaftsbundes und setzt sich ein – für den Nachwuchs in den Unternehmen, für unternehmerfreundlichere Rahmen­ bedingungen und für einen respektvollen Umgang miteinander.

Foto: Oliver Lerch

Als Nachfolger von Walter Natter treten Sie in große Fußstapfen. Ja, Walter Natter hat große Verdienste für die Vorarlberger Wirtschaft geleistet. Ich übernehme eine hochinteressante und abwechslungsreiche Aufgabe. Nichtsdestotrotz bin ich eine andere Generation und möchte eigene Schwerpunkte setzen. Ich bewege mich ja bereits seit fast zwei Jahrzehnten im politischen Geschäft, da entwickelt man eigene Vorstellungen, neue Ideen und Themen. Gibt es ein Thema, das Ihnen besonders am Herzen liegt? Das gibt’s. Die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Unternehmerinnen und Unternehmer und deren Mitarbeiter, insbesondere auch für die kommende Unternehmergeneration. Schon in meiner Funktion als Stellvertreter habe ich vor knapp zwei Jahren unter dem Titel „Generation Next“ eine Serie gegründet, die dem unternehmerischen Nachwuchs viel Platz einräumt. Zudem haben wir Ausbildungsprogramme gestartet, eigene Traineeprogramme für verschiedene Zielgruppen. Also das Steckenpferd sind für mich eindeutig die Themen Nachwuchspflege, Verjüngung und

Generationenwechsel. Dafür stehe ich. Und ich denke, dass die grundsätzliche Stimmung diesbezüglich extrem gut ist. Man merkt einfach, dass die wirtschaftliche Entwicklung mit erfolgreichen unternehmerischen Familienstrukturen einhergeht. Viele Betriebe – auch unsere großen Flaggschiffe, die sich grandios im internationalen Wettbewerb behaupten – sind familiär geprägt. Es gibt genügend Beispiele, wo Vater oder Mutter ganz be­ hutsam, teilweise über Jahre hinweg den Nachwuchs in die neue Rolle eingeführt haben. Für diese Generation möchte ich direkter Ansprechpartner sein. Die Digitalisierung ist aktuell in aller Munde. Wie ist Vorarlbergs Wirtschaft diesbezüglich aufgestellt? Also ich glaube, die Weichen für die Zukunft sind gestellt. Die Wirtschaft im Land ist gut aufgestellt. Auch die Politik hat die Zeichen erkannt. Vor rund einem Jahr hat der Wirtschaftsbund durch seine Vertreter einen massiven Schwerpunkt gesetzt und die „Digitale Agenda Vorarlberg“ mit ange­ stoßen. Man hat in diesem Prozess gemeinsam mit allen Sozialpartnern definiert, ­welches die wichtigsten Handlungsfelder

sind. Nach intensiven Vorarbeiten geht es jetzt darum, die richtigen Schlüsse zu ziehen, möglichst schnell konkrete Umsetzungsvorschläge auf den Tisch zu legen und dann das Gaspedal durchzudrücken. Denn die anderen warten nicht auf uns. Wie arbeitet es sich im Spannungsfeld zwischen Politik und Wirtschaft? Ich bin mir gar nicht so sicher, ob die Interessen so unterschiedlich sind. Die Politik ist am Ende des Tages die Kunst des Machbaren.Und die Interessen in der Wirtschaft sind ja insoweit nicht viel anders als die ­Interessen im Privaten oder in Vereinen. Im

Hier in Vorarlberg finden wir generell ein gesellschaftspoliti­ sches Klima vor, das das Unternehmertum auch schätzt. kontur 69


„In meinem Job ist kein Tag wie der andere. Ich habe mit Menschen aus allen Bereichen zu tun und kann gemeinsam mit den Partnern wahnsinnig viel bewegen und gestalten. Das begeistert mich immer wieder aufs Neue.“ Endeffekt geht es darum, die Interessen mehrheitsfähig, nachhaltig und so zu gestalten, dass sie für kommende Generationen auch noch wirken. Wir brauchen Lösungen, ganz pragmatisch. Und keinen Streit. Denn Streit hilft in den seltensten Fällen weiter. Er polarisiert nur, ist vielleicht unterhaltsam und für die Medien inte­ ressant – doch wenn wir den Wirtschaftsstandort und Lebensraum weiterent­ wickeln wollen, geht es darum, möglichst rasch und in einer respektvollen Art miteinander zu Lösungen zu kommen. Vor welchen generellen Herausforderungen steht Vorarlbergs Wirtschaft? Die größte Herausforderung ist das gesamte Thema des Fachkräftebedarfs. Unternehmen brauchen gute Fachkräfte und zwar in allen Branchen, für alle Tätigkeiten, in allen Bereichen. Diesem Thema muss in

den kommenden Jahren noch viel mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Das ist auch der Grund, warum wir uns mit ­unseren Vertretern im Land Vorarlberg und in der Wirtschaftskammer intensiv der Aus- und Weiterbildung widmen – übrigens auch gemeinsam mit der Arbeiterkammer, sicherlich ein Vorarlberg-Spezifikum! Denn dieses zentrale Thema wird darüber entscheiden, ob Vorarlberg den Vorsprung, den es auch international hat, behalten oder sogar ausbauen kann. Sie wechselten nach Ihrer Zeit als Büroleiter von Landeshauptmann Herbert Sausgruber in die Wirtschaft. Wie ergab sich dieser Schritt? Eigentlich war es ja schon Zufall, dass es mich nach dem Studium der Rechtswissenschaften in die Politik verschlagen hatte. Nach der Geburt des zweiten Sohnes kam dann aber langsam der Wunsch, etwas anderes zu versuchen, da die Tätigkeit beim Landeshauptmann schon ein Fulltime-Job war. Und als junger Familienvater möchte man halt doch die Kinder auch intensiver erleben. Insoweit spielten also mehrere Komponenten zusammen. Dass es nach einem Jahr bei illwerke vkw dann doch wieder anders kam, war ein Zufall, der sich im Leben eben einfach ergibt. An so einer Weg-

gabelung muss man sich schließlich entscheiden. Da gibt es auch kein Richtig oder Falsch. Es gibt nur getroffene oder nicht getroffene Entscheidungen. Und in meinem Fall kann ich sagen, waren es überwiegend getroffene Entscheidungen, die sich im Nachhinein als richtig herausgestellt haben.

Wertvoll. Schöne Abende mit Ehefrau Anja.

Fotos: Privat

Wenn es mal weder Wirtschaft noch Politik sein soll – wo finden Sie Ihren Ausgleich? Ganz klar: bei meiner Familie, bei meiner Frau und meinen drei Kindern. Wenn ich nach Hause komme und drei Jungs mich anspringen, da finde ich ­Energie. Im Übrigen auch im Sport. Ich war früher Kunstturner, hab lange Jahre Tennis gespielt. Jetzt verbringe ich mit den Kindern relativ viel Zeit am Fußballplatz, wir fahren Ski … die Bandbreite an Sport ist relativ groß.

70 kontur

Team Kessler. Sportlich war Jürgen Kessler schon immer, heute steht er mit seinen drei Jungs auf dem Platz.

Und wenn Sie morgen die Koffer packen könnten, wohin würde die Reise gehen? Nach Fort Myers Beach in Florida. Das ist ein Ort, der mich emotional fesselt – das Lebensgefühl, der Strand, das Klima. Diese Stadt zählt, neben meinem Haus in Wolfurt, zu meinen Lieblingsplätzen. Und ansonsten fühl’ ich mich auch auf der Skipiste recht wohl. Sabine Blechschmidt


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Erfinden und verbessern Vorarlberg ist ein Land der Tüftler, vor allem aber ein Land der Bessermacher. Das zeigt sich auch in der Qualität der Produkte, die weltweit geschätzt werden.

Ö

sterreichs Tüftler und Betriebe sorgen für einen Zuwachs an Patenten: Beim Europäischen Patentamt (EPA) wurden 2017 2213 Patente angemeldet, in Vorarlberg waren es rund 250 im vergangenen Jahr – wobei nicht jedes Patent eine große Erfindung ist – meist sind es Verbesserungen bestehender Produkte, die vor Plagiat geschützt werden sollen. Genau diese Plagiate sind es aber auch, die Firmen dazu veranlassen, eben kein Patent anzumelden – auf das die Konkurrenz erst gar nicht darauf aufmerksam wird, was in Vorarlber-

ger Entwicklungsabteilungen ausgedacht und in den Firmen umgesetzt wird. Ganz anders war in dieser Hinsicht ein Kennelbacher mit Schweizer Staatsbürgerschaft: der Textilfabrikant Friedrich Wilhelm Schindler. Er erkannte früh die Möglichkeiten der Elektrizität und setzte alles daran, diese Energie in seinem Betrieb einzusetzen. Er gründete Vorarlbergs erstes Elektrizitätswerk, die Mutter des heutigen Stromkonzerns illwerke vkw. Und er verblüffte bei der Weltausstellung in Chicago mit der ersten vollelektrischen Küche

Foto: Archiv Head

Das Sandwich. Der Flugzeugbauer Howard Head sorgte für den entscheidenden Impuls im modernen Skibau und entwickelte außerdem bahnbrechende Tennisschläger in Kennelbach.

kontur 73


An der Entwicklung der Skiausrüstung und des Skisports im Allgemeinen hatte Oberst Georg Bilgeri wesentlichen Anteil. So verbesserte er die Skibindung, benutzte als Erster zwei Skistöcke und erfand den Stemmschwung. der Welt. Der Unternehmer entwickelte einen Heizkörper aus Platindraht, der zur Isolation mit Asbestfäden umwickelt war. Dieser erste Heizkörper bewährte sich in einem elektrischen Bügeleisen. 1891 erhielt Schindler in Österreich und in der Schweiz das Patent für „elektrische Heizkörper, für Koch- und Heizapparate“. Zum Sortiment, das er erfand, zählen elek-

trische Sterilisationsapparate und Laborwärmeschränke, Fußwärmer, Teekessel und Kaffeemaschinen. Ski-Pioniere. Kennelbach scheint überhaupt ein guter Platz für den Fortschritt zu sein. Auch der Amerikaner Howard Head wählte Kennelbach – und dort freie Räumlichkeiten in der Schindler-Farbik –, um seine Erfindung in die Realität umzusetzen. Er entwickelte den ersten Ski in Sandwichbauweise. Der Flugzeugingenieur war enttäuscht über die schweren und steifen Skier, die damals komplett aus Holz gefertigt wurden. Er steckte seine Energie und Erfahrung in die Entwicklung neuer Technologien für die Skiherstellung: Seine Entwicklung ist heute als „Metallsandwich-

bauweise“ bekannt und geläufig. An der Entwicklung der Skiausrüstung und des Skisports im Allgemeinen hatte der Bregenzer Oberst Georg Bilgeri wesentlichen Anteil. So verbesserte er die Skibindung, benutzte als Erster zwei Skistöcke und erfand den Stemmschwung. Technischer Vorsprung. Zu den Indus­ triepionieren des Landes zählte auch Walter Zumtobel, Gründer des gleichnamigen Leuchtenkonzerns, der die gewöhnliche Funzel dank seiner und seiner Nachfolger Leistungen von der reinen Lichtquelle zu einem Lichtsystem machte, das nicht nur auf den Energieverbrauch Rücksicht nahm, sondern auch das Licht so steuerte, dass sich die Menschen wohlfühlen.

Smarte Lösungen. Günter Grabher hat der Textil- und speziell der Stickereibranche in Vorarlberg den Weg in die Zukunft aufgezeigt.

Erfinder und Unternehmer. Die erste vollelektrische Küche der Welt war nur einer der Geniestreiche von Friedrich Wilhelm Schindler.

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Fotos: Philipp Steurer, Blum, Archiv VKW

Preisgekrönt. Blum entwickelt seine Beschläge ständig weiter – gerade wurde die neueste Generation international ausgezeichnet.


Wärmepumpen von Vaillant

Dass Konkurrenz das Geschäft belebt, zeigt sich am Beispiel Beschläge. Julius Blum und Alfred Grass machten aus einfachen Scharnieren hochkomplexe und komfortable Beschläge, die den Küchenbau nachhaltig revolutionierten, und die längst Einzug gehalten haben in anderen Bereiche der Möbelherstellung. Allein Blum hat heuer wieder 25 Entwicklungen zum europäischen Patent angemeldet, um den Vorsprung im internationalen Wettbewerb halten zu können. Einer der führenden Köpfe der textilen Revolution ist der Lustenauer Günter Grabher, der von seiner Branche – den Stickern – und der Textilindustrie allgemein „kritisch begleitet wurde“, doch seine Saat geht auf. Vorarlberg hat sich zum Hotspot für „Smart Textiles“ entwickelt. Grabher: „Wir haben uns angeschaut, was wir mit der neuen Technologie tun können, vom Flugzeugbau bis hin zur Medizintechnik. Die Textilindustrie hat uns zu der Zeit schon belächelt. Erst als sichtbar war, dass das eine oder andere zu Umsätzen und Kontakten führt, wurde das Interesse größer. Mitt-

Beispiele dafür, dass der Standort Vorarlberg seine starke Position nur durch Innovation halten und bestenfalls ausbauen kann. lerweile stellen sich da sehr tolle Projekte ein.“ Die „Smart Textiles Plattform Austria“ und die Fachmesse SALTEX gehen auf Grabhers Initiative zurück – in seiner Unternehmensgruppe werden heute Teile für die Autoindustrie ebenso gefertigt und entwickelt wie etwa bei „Texible“ intelligente Produkte für die Pflege. Grabher, der nicht einfach tüftelt, sondern zielgerichtet forscht, hat damit der Textilindustrie völlig neue Impulse gegeben. Ein Beispiel für den Pioniergeist der Vorarlberger Unternehmer und Ingenieure, ein Beispiel dafür, dass der Standort Vorarlberg seine starke Position nur durch ständige Innovation weiterhin halten und im besten Falle ausbauen kann. Einen guten Namen gemacht. Unterstützt wird die Wirtschaft dabei durch praxisbezogene Forschung, etwa am Institut für Textilchemie und Textilphysik der Universität Innsbruck, durch die Fachhochschule und V-Research, das Vorarlberger Forschungszentrum für industrielle Forschung und Entwicklung, das sich in seinen Fachgebieten international einen guten Namen machte. Auch die Wirtschaftsstandort Vorarlberg GmbH leistet dazu ihren Beitrag, indem sie die regionale Forschung und Entwicklung national und international begleitet. Andreas Scalet

Die Wärmepumpe flexoTHERM ist mit dem Green iQ Label für höchste Effizienz und Konnektivität ausgezeichnet. Das modular aufgebaute Systemkonzept bringt hohe Flexibilität bei der Nutzung der Energie aus Erde, Luft oder Grundwasser. Besonders leise und hoch effizient verbraucht sie wenig Energie, ist intelligent vernetzt und bietet Komfort! Überzeugen Sie sich – wir installieren zukunftsweisende Heiztechnik von Vaillant:

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Fotokünstler im Weltexil Typ: Abenteurer. Statur: King Size. Profil: Rätikon. Augen: Formarinsee. Günter Parth (56) ist Fotokünstler aus Passion. Geerdet im Handwerk. Seine Karriere vom Schulabbrecher zum Meisterfotografen begann im Fotostudio Winsauer in Dornbirn. Sein Metier ist die Welt der Mode. Eine Obsession sind Stillleben. Groundbreaker war er schon immer.

D

ie Handelsschule beendete Günter Parth nach einem Jahr. Die Fotolehre hielt er bis zur Gesellenprüfung durch. Zur Freude der Mutter. „Tagtäglich wurde fotografiert. Schokolade, Möbel, Bettwäsche, einfach alles. Nebenan im Modestudio war der Bär los. Schöne Mädchen.

Dolce & Gabbana. Sujet aus dem Bildband „Diamonds & Pearls“, 2008

Tolle Kleider. Heiße Musik. Dort wollte ich hin.“ So schnell erfüllte sich der Traum des jungen Fotografen nicht. Er wurde Schulbildfotograf mit Festanstellung. Nach drei Wochen schmiss er den Job. 1985 übersiedelte Günter Parth nach Wien. „Ich war Werkstudent in der Meisterklasse für Fotografie an der Graphischen Lehranstalt.

Gewohnt habe ich kurze Zeit in einer WG, dann bin ich in das Hotel Adlon übersiedelt. Der Name täuscht. Das Adlon in Wien war zur Hälfte Puff und Sonja Sauna mit Portierservice.“ 1986 machte er sich selbstständig und schaffte mit ungewöhnlichen Klicks den Durchbruch. Ausbruch aus dem Mainstream. Mit Coverfotos für „Wiener“, „Wienerin“ und „Basta“ empfahl sich Günter Parth internationalen Modemagazinen. Mit einem Portrait von Gert Voss, zu dem Margit J. Mayer, Stilinstanz im Universum von Condé Nast, den Text verfasste, blieb sein Entré in die Männer Vogue nicht unbemerkt. Seine Fotostrecken gingen um die Modewelt. Uomo Vogue, iD, Glamour Italy, 10 Magazine, Elle Italia, Rolling Stone, Town

78 kontur


Helmut Newton am Set in Monte Carlo, 1992

& Country, Another Magazine, Harper’s Bazaar boten eine Weltbühne für fotografische Inszenierungen. „Modemagazine wie Vogue, Harper’s Bazaar oder Elle sehen ihre Aufgabe darin, aktuelle Modeinformationen stilprägend im Jetzt von Kultur und Gesellschaft zu verankern.“ Seine Intention geht weiter. In minimalistischer Bildsprache transkribiert Günter Parth die kulturelle Dimension der Mode in das Morgen. Auf Augenhöhe mit Starfotografen. „Anfänglich bin ich wöchentlich zum Shooting nach München geflogen. Meinen Jungfernflug hatte ich auf der Strecke VIE–MUC. Eine internationale Arbeit war in Wien nicht möglich. Ich musste die geschlossenen Kreise verlassen und die weltoffenen finden“. Günter Parth fand sie in der Vogue-Clique. Die Chance, für dieselben Medien wie die Starfotografen Helmut Newton, Bettina Rheims oder Michel Comte zu arbeiten, wurde zum Jackpot. „Ich wollte mich mit den Großen messen. Helmut Newton war ein echter Sir. Obwohl er legere Zeitbegriffe hatte, war er ein beinharter Arbeiter, der kein Detail dem Zufall überließ.“ Auf Augenhöhe mit den Stars der Branche hat Günter Parth seine

Günter Parth. Portrait Studio Parth – Felix Lang

Fotokunst geht über die reine Darstellungs­ funktion hinaus. Gute Fotos sind Erlebnis­ räume einer Idee, virtuelle Räume von konkreten Dingen. kontur 79


Ines. Studentenarbeit im Rahmen der Vorlesung „Einführung in die Mode­ fotografie“, Kunstuniversität Linz, 2017

Eigenständigkeit bewahrt. Er gehört keiner Stilschule an. In seinen Fotos erschafft er eigene Welten. Modewelten in Büchern und Shows. 2004 präsentierte das Victoria und Albert Museum in London die Show „Vivienne Westwood – Anglophilia Collection“, die anschließend in der National Gallery of Aus­ tralia gezeigt wurde. 2008 entstand in Zusammenarbeit mit Alex Wiederin vom Buero New York der opulente Bildband „Diamonds & Pearls“ für Dolce & Gabbana. 2009 wurden seine Arbeiten im ­Rahmen der Gruppenausstellung „Weird Beauty“ im International Center of Photography in NYC gezeigt. „Für mich ist Fotografie wie Lyrik, Film dagegen wie Prosa. Ein Gedicht erzeugt mittels weniger Zeilen ein Stimmungsbild.“ 2010 erhielt Günter Parth den Vienna Fashion Award in der Kategorie „Photography“. 2016 steuerte er zur Gruppenausstellung „ReFashioning Austria“ im Liu Haisu Museum in Shanghai fotografische Highlights bei.

Diesel Black Gold. Still life aus Kollektionsteilen, Editorial 10 Magazine, 2016

Vivienne Westwood. Sujet der Kampagne „Anglophilia Collection“, 2004

Uni–Lektor der Fotokunst. An der Angewandten in Wien hält Günter Parth aktuell Workshops über Fotografie. An der Kunstuni Linz gehört er seit 2015 mit der Blockvorlesung „Einführung in die Modefotografie“ zum interdisziplinären Lektorenteam des von Ute Ploier initiierten Lehrgangs „Fashion & Technology“. 2016 präsentierte er Fotoarbeiten im Ars Electronica Center, die in Zusammenarbeit mit der Kunstuni Linz für das Projekt „Another Dimension of Fashion“ entstanden sind. Sein Archiv aus Portraits, Stillleben, Editorials, Publikationen, Ausstellungen ist um-

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Rückzug. Das Baumhaus von Günter Parth im selbst gepflanzten Boskett.

Blumenkraft Wien präsentiert seit 1999 thematische Fotoarbeiten von Günter Parth.

Seit ich des Suchens müde ward, erlernte ich das Finden. Friedrich Nietzsche

„Weird Beauty“ . Portrait einer Pelzkappe von Alexander McQueen in New York, 2009

fangreich. Bis dato ein nicht gehobener Schatz. Überlegungen, das Œuvre sichtbar, zugänglich und verwertbar zu machen, sind im Stadium nascendi. Da der internationale Kunstmarkt zeitgenössische Fotokunst mit derselben Wertschätzung taxiert wie Gemälde und Skulpturen, will Günter Parth Sammlern und Liebhabern Gelegenheit geben, seine Fotokollektion nicht nur in Buchform zu besichtigen. Parallel zu einem „Werkverzeichnis“ seiner Fotoarbeiten arbeitet er an einem neuen Opus, dessen Fokus auf Sinn & Sinnlichkeit des Apfels gerichtet ist. „Ich möchte die Schönheit der Natur herausfordern, in-

dem ich Äpfel zu Kunst­ werken von menschheits­ geschichtlicher Dimension forme.“ Hier findet sich der Schlüssel zu seinem Kunstverständnis als Fotograf: Er transformiert seine Imagination in die Wirklichkeit und gibt der Wirklichkeit eine imaginäre Dimension. Erfinder des Findens. Er hat sein Zuhause im Karmeliterviertel gefunden, als das Grätzl im zweiten

Hieb noch nicht das Revier von Baulöwen und reichen Urbanauten war. Günter Parth war schon vorher da. Ein echter Wiener hat in sommerfrischer Tradition irgendeinen Zweitwohnsitz am Land. Der echte Vorarlberger misst seine traditionsreiche Beziehung zu Land und Besitz in Quadratmetern. Das Haus im Grünen von Günter Parth­ ist 25 Quadratmeter groß und ein Baumhaus. Sein Land ist 350mal größer als das Haus, das auf Stelzen in einem selbst gepflanzten „Lustwald“ steht. „Das Boskett ist mein labyrinthisches Tageslichtatelier, zugleich Spiel- und Wohnzimmer meiner Kinder und Freunde.“ Dort wachsen seine Äpfel der Erkenntnis. Weit weg von Mode und Moden. Elisabeth Längle

Stillleben mit zwei Äpfeln, aktuelles Buchprojekt

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Alles neu in Wien In der österreichischen Hauptstadt gibt es viel mehr zu entdecken als Schönbrunn oder Prater. „kontur“ gibt einen kleinen Überblick über die spannendsten kulinarischen Neueröffnungen der vergangenen Monate.

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Geschichte atmen in Mariahilf und am Schubertring, zwischen überdimensionalen gefiederten Freunden einen Paon Bleu genießen, auf ein Bier in die Kneipe am Hafen gehen – Wiens Gastronomie ist so bunt wie die Stadt selbst.

G

enießer in Wien haben es wahrlich gut. Die gastronomische Szene in der Hauptstadt ist ständig in Bewegung, neue Restaurants, Bars und Cafés sprießen aus dem Boden und bringen kulinarische Vielfalt auf den Tisch. Dabei werden die Konzepte immer einfallsreicher, die Pro­ tagonisten stehen mit Herzblut hinter ihren Theken bzw. in ihren Küchen. Vier neuen Adressen, an denen Sie bei Ihrem nächsten Trip in die Großstadt nicht einfach so vorbeigehen sollten, haben wir einen Besuch abgestattet. Kommen Sie mit auf eine Reise – von österreichischer Geschichte bis in die Hafenspelunke.

Foto: Atelier Olschinsky

Im Vogelgarten Haben Sie schon mal einen Cocktail inmitten eines exotischen Vogelgartens geschlürft? Nein? Dann willkommen in The BirdYard. Hier werden Leib und Seele auf drei Ebenen verwöhnt. Die Bar befindet sich im Keller und lockt mit surreal schönen, raumfüllenden Wandmalereien des rumänischen Künstlers Saddo, hinterleuchtete Tischflächen sorgen zusätzlich für eine besondere Atmosphäre. Die zwei Restaurant-Obergeschoße sind dagegen in markantem Kontrast nüchtern gehalten. Im Erdgeschoß bestimmen klare Linien und minimalistisches Design den hellen Restaurantbereich mit offener Küche, über eine Treppe erreicht man die Galerie, die zusätzlich einen großen Gemeinschaftstisch und gemütliche Loungemöbel bietet. Hier, in der Eatery, zaubern Chef de Cuisine Henri Diagne und Max Hauf Gourmetküche zu leistbaren Preisen. Die Karte wechselt rund alle zwei Wochen, die Portionen sind klein – ähnlich Tapas –, damit sich die Gäste durch das Angebot kosten können. Das kulinarische Konzept: Von allem das Beste. Ausgesuchte Komponenten werden manchmal überraschend kombiniert und sorgen so für einen Wow-Effekt am Gaumen. Und in der Bar im Keller? Auch dort zieht sich unter Barchef David Kranabitl das Konzept der Verwendung ausschließlich bester Zutaten durch. Die Rezepturen sind fein und ausgewogen, die Ein-

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teilung in der Karte erfolgt nach Kategorien wie Frische & Leichtigkeit, Exotik & Temperament, Aromatik & Vielfalt, Tiefe & Komplexität. Gastauftritte internationaler Barkeeper lassen The BirdYard zu einem echten Szenetreff werden. The BirdYard Eatery and Bar. Lange Gasse 74, 1080 Wien, +43 1 4024624, www.thebirdyard.at, Öffnungszeiten Eatery: Dienstag bis Sonntag: 17.30– 23 Uhr, Öffnungszeiten Bar: Dienstag bis Sonntag: 18–2 Uhr; Montag Ruhetag

Wiens erste Hafenkneipe Umfasste die Leopoldstadt einst eine Insel zwischen Donau und Donaukanal, legt alleine schon die Topografie des Bezirks nahe, dass man hier eine Hafenkneipe mit

allen Klischees braucht. Das haben sich Moni Wlaschek und Werner Helnwein gedacht und in den letzten Monaten an der Taborstraße die Spelunke zum Leben erweckt. „Mit einer großen Portion Wahnsinn, viel Herzblut, Handarbeit und wenig Schlaf haben wir die Spelunke aus dem Boden gestampft“, so die beiden Besitzer. Dass warme Gemütlichkeit an erster Stelle steht, besagt schon das ungeschriebene Kneipengesetz. Und so erreicht man das Lokal über eine Treppe, steigt in die Spelunke mit dunklen Decken, Wänden aus verbranntem Holz und Graffitis hinab. Bewacht wird sie von mächtigen Kupferfässern, die natürlich mit Bier gefüllt sind. Das gesamte Mobiliar sowie das Parkett wurden mit natürlichen Materialien und viel Liebe zum Detail gefertigt. Sogar das weltweit erste Grafit-

Die Spelunke ist tiefgründig. Tiefer als der Donaukanal, tiefer als der Humor der Mannschaft und tiefer als der Ausschnitt so mancher Besucherin. Apropos Besucher: in der Spelunke kann jeder – egal woher er kommt und wohin er geht – den Mantel der Eitelkeiten ablegen und aufleben! ti-Foto-Beton-Gemälde entstand hier unter der Kreativleitung von Akira Sakurai. G’schichten aus der Pfanne und vom Blech, ein Haufen Gesundes und Salate für die Braven. Mit der maritimen Fröhlichkeit kommen natürlich auch „die Fischerl“, frittiert oder als Steckerl-Fisch serviert, von Küchenchef Alexander Pochlatko hochwertig zubereitet auf den Teller. Wer den fleischlichen Genüssen frönen möchte,

Gutes Trio. Barchef David Kranabitl (r.), Host Feng Liu und Barkeeper Dominik Möller (l.).

Kneipengesetz. Warme Gemütlichkeit steht in der Spelunke an erster Stelle.

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hebt bei geschmorter Lammhaxe, Spelunken Ribs, Ribeye und Schwarzfederhuhn den kulinarischen Goldschatz der Donaumetropole. Und wenn Seemann und Seefrau sich mit einzigartigen und liebevoll kreierten Side Dishes verwöhnen lassen wollen, kommen solch wunderbare Küchenideen wie knusprige Trüffelpommes oder Mac’n’Cheese gleich mit. Übrigens: Ab vier Personen kann man in der Spelunke „Family Style“ schmausen: Wie bei „Mama“ werden die Gerichte in der Mitte des Tisches platziert, alle können zugreifen und sich so genussvoll den Bauch vollschlagen. Wo wir gerade bei Geselligkeit sind: Was wäre eine Kneipe ohne einer legendären Bar? Nur eine halbe Sache. Deswegen findet man in der Spelunke auch den Finalisten der „Diago World Class 2017“ und Österreich-Sieger Marcus Philipp wieder, der mit viel Expertise und Spelunke-Humor die besten Drink-Kreationen der Stadt auf den Tresen bringt. Spelunke. Taborstraße 1, 1020 Wien, +43 1 2124151, www.spelunke.at, Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 8–2 Uhr, Samstag: 10–2 Uhr, Sonntag: 10–24 Uhr

beln im Falstaff Restaurantguide 2018, über 14 Punkte und eine Haube im Gault&Millau sowie über die Auszeichnung „Aufsteiger des Jahres 2018“ im Wirtshausführer freuen. Ludwig van. Laimgrubengasse 22, 1060 Wien, +43 1 5871320, www.ludwigvan.wien, Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag: 11.30–14 Uhr und 18–24 Uhr (Küche 22.30 Uhr)

Echte Schnitzelliebe Im September eröffnete am Schubertring ein neues Restaurant mit sehr altem, von zahllosen Legenden umrankten Namen. In gewisser Weise steht Meissl & Schadn nämlich für die Erinnerung an alles, was die Wiener Küche einst groß und berühmt gemacht hat. Seit das Restaurant am Neuen Markt bei der Befreiung Wiens im Jahr 1945 zerstört wurde, ist aber so viel Zeit vergangen, dass sein Name nur noch bei wenigen jenen Klang hat, der ihm einst mit genüsslichem Zungenschnalzen vorausgeeilt war. Schließlich war das Wien der Jahrhundertwende, in dem 1896 das Hotel und Restaurant Meissl & Schadn eröffnete, so etwas wie das

Fotos: Atelier Olschinsky, Sybille Dremel, Akira Sakurai, Jürgen Hammerschmid, Franziska Liepe

Zwischen Klassik und Moderne Man nehme: Ein denkmalgeschütztes Haus in Mariahilf, in dem Ludwig van Beethoven in seiner Hofwohnung unter anderem an seiner 9. Sinfonie und an der Klaviersonate c-Moll op. 111 arbeitete, ein gut beleumundetes Restaurant mit dem Namen „Ludwig van“, das genau jenes Haus viele Jahre beherbergte, sowie einen engagierten Kulturmanager mit gastronomischer Vergangenheit und der Vision, diese Räumlichkeiten wieder zu bespielen. Das Ergebnis: Das „neue“ Restaurant Ludwig van, in dem Oliver Jauk zusammen mit einem großartigen Team nun seine Vorstellung eines modernen Wiener Gasthauses verwirklichen kann. Am Abend spielt Walter Leidenfrost die erste Geige. Er hat sein Küchen­ instrumentarium beim Steira Wirt in Trautmannsdorf von Richard Rauch gelernt und blickt auf prominente Stationen wie Meinl am Graben, Skopik & Lohn, Motto am Fluss und Kussmaul zurück. Zuletzt wurde er als Chefkoch im Weinhaus Arlt als „Falstaff Rookie des Jahres“ (2015) und mit der „Trophée Gourmet A la Carte 2016“ für „Österreichische Küche“ (2016) ausgezeichnet. Sein Anliegen ist eine moderne Interpretation der österreichischen Küche. Allerdings will er weite Teile ungewohnt deuten, manches von Grund auf neu komponieren. Gemeinsam mit seiner Sous-Chefin Julia Pimingstorfer schafft er es jeden Abend, die Gäste zu verblüffen, zu verwöhnen und glücklich zu machen – immer den Grundpfeilern seiner Küche folgend, die aus Ehrlichkeit, Können und Leidenschaft sowie dem kompromisslosen Bekenntnis zur österreichischen Tradition und höchster Qualität bestehen. Das ist auch Kritikern und Fachpresse nicht verborgen geblieben und so durfte sich das Ludwig van in den vergangenen Monaten nicht nur über viele zufriedene Gäste, sondern unter anderem auch über 89 Punkte und 2 Ga-

Gelungene Kollaboration. Oliver Jauk (l.) mit Küchenchef Walter Leidenfrost.

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In diesem Wien war das Meissl & Schadn jener Ort, an dem die Wiener ihre Küche in unvergleichlicher Reichhaltigkeit und Klasse serviert bekamen: im Erdgeschoß, in der „Schwemme“, das sogenannte einfache Volk, im ersten Stock die angeblich bessere, jedenfalls finanziell besser ausgestattete, sogenannte Gesellschaft. Hier wurde der Wiener Küche mit Savoir-faire und stolzer Hingabe gehuldigt. Zentrum der Welt. In Musik, Literatur und im Handwerk strebte man gleichermaßen nach Vollendung wie beim Essen. Dieses Gefühl will das Hotel Grand Ferdinand spürbar machen. Dass das Restaurant nun den Namen Meissl & Schadn trägt, ist dem lang gehegten Wunsch Florian Weitzers gezollt und die Krönung für ein Hotel, das sich der Huldigung des Österreichischen in seiner besten Form verschrieben hat. Als der Österreicher liebste Speise hätte das Schnitzel schon seit Langem einen Tempel verdient, in dem es zu wahrer Größe und Perfektion gebacken wird. Nun ist es so weit: Im Meissl & Schadn hallt das charakteristische Klopfen, das beim Plattieren des Schnit-

zels auf verheißungsvolle Weise zu hören ist, mit schöner Regelmäßigkeit durch die offene Schnitzelküche. Geschnitten aus dem Kaiserteil des Kalbs, wird es in Freilandeiern und Bröseln einer handwerklich geführten Bäckerei paniert. Ob es in feinstem Butter-, kraftvollem Schweineschmalz oder neutralem Pflanzenöl goldbraun gebacken wird, kann der Gast selbst bestimmen. Und ebenso, mit welchen Garnituren und Beilagen es versehen werden soll. Doch das ist natürlich nicht alles. Ob Tafelspitz, Schulterscherzl oder Beinfleisch – das legendäre Rindfleisch vom Wagen wird bei Meissl & Schadn ebenso gepflegt wie zahlreiche andere Klassiker der Wiener Küche: von der Kaisersuppe über die glacierte Leber bis hin zu den Salzburger Nockerln am „Süßen Freitag“. Übrigens: Wer erlernen will, wie aus bestem Fleisch ein echtes Wiener Schnitzel wird, kann dienstags und freitags zwischen 17 und 18 Uhr nach Anmeldung selbst Hand anlegen. Nicht zu vergessen der legendäre Wiener Apfelstrudel – eine Technik, die ebenfalls einmal pro Woche erlernt oder zumindest bestaunt werden kann. Sabine Blechschmidt Meissl & Schadn. Schubertring 10–12, 1010 Wien, +43 1 90212, www.meisslundschadn.at, Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag: 12–1 Uhr

Fotos: Meissl & Schadn

Mitten in Wien. Meissl & Schadn hat wieder eröffnet, im Hier und Jetzt und mit dem Anspruch, das Feuer der Wiener Küche neu zu entfachen.

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Mensch und Arbeit in Harmonie Wenn sich jemand im Büro zu Hause fühlt, dann Guntram Paterno. In seiner Firma ist er quasi von nichts anderem umgeben. Dass er liebt, was er tut, spürt man, wenn man mit ihm über moderne Arbeitswelten spricht.

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Foto: Philipp Steurer

as Büro als Ort zum Wohlfühlen? Was noch vor 20 Jahren auf der unternehmerischen To-do-Liste relativ bis ganz weit unten stand, beschäftigt die Verantwortlichen in den Firmen heute fast täglich. Schließlich geht es darum, ein angenehmes Umfeld für die Mitarbeiter zu schaffen. Man soll gerne ins Büro kommen und dort auch Arbeitsbedingungen vorfinden, die sich positiv auswirken – auf das Wohlbefinden ebenso wie auf Motivation, Kreativität und Effizienz. „Die Wettbewerbsfähigkeit steht und fällt mit dem Ideenpotenzial der Mitarbeiter. Daher besteht die große Herausforderung auch darin, fähige

Mitarbeiter zu halten und neue zu gewinnen“, erklärt Guntram Paterno. Und er weiß, dass man das unter anderem auch mit dem richtigen „Drumherum“ schaffen kann, richtet das Dornbirner Unternehmen Paterno Bürowelt doch allein in Vorarlberg jährlich 2500 Arbeitsplätze ein. Ins rechte Licht gerückt. Und dabei geht es um viel mehr als nur einen Tisch oder einen Stuhl. Das Arbeitsumfeld hat sich gewandelt, das Büro wird zur „Lebenswelt“, in der man die meiste Zeit des Tages verbringt. Diverse Faktoren spielen daher in die Planung eines idealen Arbeitsplatzes hinein, und das beginnt schon

bei so scheinbar banalen Themen wie dem richtigen Licht. „Mittel- und langfris­ tig betrachtet, kann falsche Beleuchtung im Büro negative Folgen für die Gesundheit haben“, so Guntram Paterno. Davon sind nicht nur die Augen betroffen. Auch

Menschen und ihre Ideen sind das kost­ barste Kapital, das ein Unternehmen hat.

Am Arbeitsplatz. Guntram Paterno weiß, was Bürowelten von heute brauchen.

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Bequem. Auch moderne Loungemöbel bieten mehr Komfort.

Flexibel. Intelligente Möbel vereinen mehrere Funktionen.

Im Fluss. Harmonische Formen fördern auch die Kreativität.

Als optimale Ergänzung dazu wird auch der Aktustik große Aufmerksamkeit geschenkt. Gerade in Großraumbüros wird hier vorab genau berechnet und geplant, um am Ende die richtigen Materialien und Elemente mit einzuplanen. „Neben der optimalen Lösung für Decke und Boden können hier auch kleine Maßnah-

men wie Stellwände oder Bilder mit akustischer Füllung viel bewirken“, ist Guntram Paterno überzeugt. Womit wir aber bei einem weiteren spannenden Thema sind, das viele Menschen im Büro gar nicht vermuten würden: Feinstaub. Wie wir darauf kommen? Weil zum Beispiel Teppichboden – in puncto Schalldämmung ja eigentlich eine gute Wahl – ein wahrer Hort für Feinstaub ist. Ebenso Laserdrucker, deren Tonerstaub im ganzen Raum verteilt werden kann. „Studien haben ergeben, wie hoch die Belastung in Büros ist. Dagegen ist so manche Straßenkreuzung fast harmlos“, so Guntrum Paterno. Doch auch hier gibt es zum Glück Lösungen. Spezielle Filter für Drucker zum Beispiel, die den feinen Staub abfangen können. Nehmen Sie Platz. Rückenbeschwerden und ein steifer Nacken können im Büro natürlich auch entstehen. Zum Beispiel, wenn man den ganzen Tag falschem Licht oder störenden Spiegelungen ausweichen muss. Im Normalfall kommt hier aber ein weiteres wichtiges Thema zum Zug: die Ergonomie. Und hier geht es nicht nur ums Sitzen allein, vielmehr kommt auch einem mögli-

„Wir sehen keinen Widerspruch darin, Büroflächen effizienter zu nutzen und gleichzeitig ein angenehmes und inspirierendes Arbeitsumfeld zu schaffen. Jede Veränderung bietet auch die Chance, Rahmenbedingungen oder Abläufe zu verbessern.“ 90 kontur

Fotos: Sedus/Paterno

Leistungsfähigkeit und Vitalität werden davon beeinflusst. Kon­ zentrationsschwierigkeiten, Ermüdungserscheinungen oder Kopfschmerzen – nur einige Beschwerden, unter denen Mitarbeiter zu leiden haben und deren Ursache unter anderem bei unzureichender Beleuchtung zu finden sind. Moderne Systeme passen sich daher dem Tagesrhythmus der Mitarbeiter an, ebenso dem Alter. Denn mit zunehmenden Lebensjahren verändern sich die Anforderungen ans Licht, der Blau-Weiß-Bedarf steigt an, der Rot-­ Bedarf bleibt dagegen geringer. „Die perfekte Zusammensetzung von direktem und indirektem Licht kann vorab gemessen werden, um im Anschluss ein individuelles Beleuchtungskonzept – auch im Zusammenspiel mit reflektionsfreien Möbeloberflächen – zu er­ stellen“, so Guntram Paterno.


chen Wechsel der Arbeitshaltung große Bedeutung zu, erläutert Guntram Paterno: „Es gilt, ergonomisch perfekte Arbeitsbedinungen zu schaffen, die einen solchen gesunden Wechsel von Stehund Sitzarbeit ermöglichen, ebenso Raumkonzepte, die bewegungs- und kommunikationsfördernd sind.“ In der Höhe verstellbare Tische gehören quasi schon zum Standard, ebenso der passende Stuhl, wobei Auswahl und Innovationen ständig größer werden. „So haben wir mit Sedus se:line beispielsweise einen Sessel im Programm, der die Größe und das Gewicht eines Nutzers automatisch in den passenden Anlehndruck der Rückenlehne umwandelt.“ Das Büro von morgen. „Zukunftssichere Möbel müssel flexibel und intelligent sein. Daher bieten sich Tisch- und Schranksysteme an, die modular aufgebaut sind und im Bedarfsfall schnelle Neukonfigurationen

ermöglichen. Denn die Arbeitswelt von morgen wird immer flexibler. Keine fünf Jahre mehr, dann gehören meiner Meinung nach Tastaturen der Vergangenheit an“, wagt Guntram Paterno einen Blick in die nahe Zukunft. Wo früher also feste Arbeitsplätze und starre Strukturen die Bürolandschaft prägten, kommen heute vermehrt Smart-Working-Konzepte zum Einsatz.

sehen keinen Widerspruch darin, Büroflächen effizienter zu nutzen und gleichzeitig ein angenehmes und inspirierendes Arbeitsumfeld zu schaffen. Voraussetzung ist die Analyse von Arbeitsabläufen und -methoden sowie ein Verständnis für die Identität eines Unternehmens. Das Ergebnis: eine maßgeschneiderte Planung der „Lebenswelt Büro“. Sabine Blechschmidt

Von den Herstellern wie Sedus werden dafür bereits neue Dimensionen geschaffen, wie kabellose, direkt im Schreibtisch integrierte Ladestationen oder Apps, über die der Mitarbeiter direkt erfährt, welcher Arbeitsplatz für ihn frei ist oder wo er sein Team zur Besprechung des nächsten Projekts findet. „Diese Neuheiten verändern die Art und Weise, wie in Zukunft gearbeitet wird, grundlegend, tragen aber auch zur Wirtschaftlichkeit und zur Zufriedenheit der Mitarbeiter bei“, ist sich Guntram Paterno sicher. Sein Team und er

Licht, Ergonomie, Akustik, Feinstaub ... Die Bürowelt wird heute viel umfassen­ der betrachtet als noch vor fünf Jahren.

Zusammenarbeit. Spezielle Elemente sorgen für Strukur, auch in Großraumbüros.

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Foto: Lukas Lorenz

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Starkes, ob alt oder neu

Foto: Kunsthalle München, Michael Naumann

An den Wirbel, den David Pountney einst an der Bayerischen Staatsoper entfachte, werden sich einige Münchner durchaus erinnern können, die nun in der Kunsthalle Goethes „Faust“ in enormer Bandbreite begegnen.

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in großes Thema verlangt nicht nur nach einer großen Ausstellung, zahlreiche Institutionen schließen sich an, bieten Aufführungen und Lesungen in derart hoher Zahl, dass von einem „Faust“-Festival die Rede sein kann, das das ganze Frühjahr lang bis in den Sommer hinein läuft. Wie Pountney, der britische Regisseur, der sich nach mehreren Inszenierungen in Bregenz gerade erst anschickte, auch Intendant der Festspiele zu werden, ­damals die gesellschaftspolitische Dimension und manche Banalität mit Hilfe von Puppen herauskitzelte, ist nun zwar kein zentrales Thema dieser weitläufigen Schau – vielmehr kommen altbekannte Mephisto-Darsteller bzw. -Interpreten wie ­Gustav Gründgens oder Klaus Maria Brandauer vor –, die Biederkeit, die im ersten Teil der Tragödie durchscheint, in der ein alter Mann einem jungen Mädchen an die Wäsche will, sickert aber durch. Candida Höfer, die grandiose deutsche Fotokünstlerin, brauchte sich nur das Arbeitszimmer des sogenannten Dichterfürsten vor die Linse zu holen. In seiner Aufgeräumtheit spiegelt das klassische Mobiliar vor den kleinen Fenstern in Goethes einstigem Haus in Weimar das wider, was Klassik-Verehrer, die gerne auch das eine oder andere „Faust“-

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Bruce Naumann. Zuerst in Basel, dann in New York.

Der Todestag von Egon Schiele jährt sich heuer zum hundertsten Mal.

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Schiele. Neu im Leopold Museum.

Theater und Kunst. Langweilig ist die Ausstellung keinesfalls, beim Rundgang werden auch Erinnerungen an die Arbeit eines Vorarlbergers wach. Reinhard von der Thannen deutete in seiner Inszenierung von Gounods Oper „Faust“ vor knapp zwei Jahren im Rahmen der Salzburger Festspiele pointiert alemannische Kleinbürgerlichkeit an und traute sich Fausts Verjüngung in den Kontext einer bizarren Faschingsverkleidung zu stellen, während er das Schicksal der Margarethe und die Funktion der Kunst sehr ernst nahm. Zitat im Alltag verwenden, zu sehen wünschen. So lautet der Titel der noch bis Ende Juli laufenden Ausstellung in der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung in München auch „Du bist Faust“. Der Besucher kann sich damit auseinandersetzen, wie unterschiedlich Teuflisches, Verführung und Tugendhaftigkeit im Laufe der Kunstgeschichte behandelt wurden. Dass die Walpurgisnacht manchem Maler die Möglichkeit zur expliziten Darstellung von Nacktheit bot, steht außer Frage. Einen witzigen Kommentar lieferte der deutsche Schriftsteller und Zeichner Robert Gernhardt,

Übrigens: Eine sehr gescheite, Aspekte der Literatur und der bildenden Kunst einbeziehende „Faust“-Behandlung haben die beiden Bregenzer Philipp Preuss und Ramallah Aubrecht als Regisseur und Ausstatterin gerade im Theater in Heidelberg hingelegt, die noch längere Zeit auf dem Spielplan steht. Die Verflechtung von Theater und Kunst ist in besonderer Weise im Schaulager in Münchenstein bei Basel nachzuvollziehen. Im architektonisch herausragenden Gebäude von Herzog & de Meuron,

Einen aufschlussreichen Blick auf Geschlechterrollen bietet das Projekt „Hera“ der österreichischen Künstlerin Ines Doujak bis Ende September im Wiener Belvedere. 96 kontur

Fotos: Leopold Museum; Bruce Nauman/2018, ProLitteris, Zurich; Beate Rhomberg; KHM-Museumsverband

der den Teufel, den entscheidenden Protagonisten in Goethes Dichtung, bei der „Faust“-Lektüre herzhaft gähnen lässt.


Die Gurlitt-Schau wird fortgesetzt.

Berlinde de Bruyckere erinnert an Bregenz.

The Shape of Time lockt ins KHM.

das dem Verwalten, Erforschen und Präsentieren dient, wird dem Œuvre des Amerikaners Bruce Nauman bis Ende August umfassend Raum gegeben. Die Schau, die danach nach New York kommt, stellt neben dem frühen Schaffen und neuen 3D-Projekten jene Arbeiten in den Fokus, in denen sich Nauman, etwa ausgehend von Stücken des Dramatikers Samuel Beckett, mit den existenziellen Fragen des Menschseins beschäftigt. Abgesehen davon erhielt so manche Video-Arbeit oder Lichtinstallation bzw. seine Auseinandersetzung mit Sexualität und Tod den Status

einer Ikone der Kunst des 20. Jahrhunderts ohne Verfallsdatum. Großer Auftritt. Zu den ersten Werkserien, die im Schaulager gezeigt wurden, zählten auch Arbeiten der Engländerin Tacita Dean, der in diesem Jahr verstärkt zu begegnen ist. Während man sich hierzulande bereits auf das Projekt vorbereitet, das im Herbst im Kunsthaus Bregenz starten wird, wo sie zuletzt vor 15 Jahren an einer Gruppenausstellung teilnahm, fahren die National Gallery, die National Portrait Gallery und die Royal Academy in London

Buchkunst ist im Bodenseeraum ein großes Thema. Die St. Galler Stiftsbibliothek widmet sich bis 4. November wertvollen Handschriften aus dem Frühmittelalter, die von Mönchen in Irland geschaffen wurden. kontur 97


Mit rund 90.000 Besuchern im ersten Teil der Gurlitt-Ausstellung in Bern hat man enorme Breitenwirkung erzielt. Auch unter Fachleuten und im Bereich der Kulturpolitik habe, wie Direktor Thomas Soraperra bestätigt, die Schau mit ihren Sonderveranstaltungen entscheidende Impulse für die so wichtige Provenienz-Debatte geliefert. bis Ende Mai bzw. Mitte August mit der Britin, die den Film zu ihrem bevorzugten Medium erkoren hat, groß auf. Dass Portraits, Landschaftsbilder und Stillleben sowie deren Überführung in die Gegenwartskunst eine Rolle spielen, steht ebenso fest, wie die Tatsache, dass Dean zwischenzeitlich für das KUB ein eigenes Werk erarbeitet. Dem dichten Schneefall, der eine geplante Anreise zur Inspektion der Räumlichkeiten am Bodensee vereitelte, ist nun ja Frühjahrsmilde gewichen.

Fotos: Kunsthalle München, Musée de la Vie Romantique, Roger-Viollet; KUB

Im Kunsthaus Bregenz freute man sich derweil darüber, dass die zuletzt produzierte Schau, das „Hope House“ von Simon Fujiwara, jene philosophische Auseinandersetzung mit dem Anne-FrankMuseum in Amsterdam, vom Onlinemagazin Amexessentials zu den 15 weltweit wichtigsten Ausstellungen des Frühjahrs gezählt wurde. Den Werdegang von Künstlerinnen und Künstlern, die in Bregenz Werke erstellten, zu verfolgen, erachtet Kurator Rudolf Sagmeister aus besonderem Grund als spannend. Wer Zeit aufbringen kann, die Schau der Belgierin Ber-

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linde De Bruyckere im Sara Hildén Art Museum in Finnland zu begutachten, wird nicht nur feststellen können, dass sie die Zeit, die sie für ihr Projekt im Jahr 2015 im Kunsthaus verbrachte, inspiriert hat, eine weitere Arbeit ließ sie nach ihren Entwürfen hier in der Region fertigen. Aktualität. Die Geschichte des Künstlers Danh Vo, der vor fünf Jahren nach Bregenz eingeladen wurde, erhält nun gerade in den USA bedrückende Aktualität, wie aus Besucherberichten aus dem GuggenheimMuseum in New York zu erfahren ist, das seinen Arbeiten bis 9. Mai Platz einräumt. Zu sehen ist dort auch das bereits in Vorarlberg gezeigte Werk „Oma Totem“, bestehend aus einer Waschmaschine, einem Kühlschrank und einem Fernseher sowie einem Kreuz, das heißt aus Apparaten und Objekten, die in Deutschland eingetroffenen Vietnam-Flüchtlingen einst von Sozialämtern und Kirchen übergeben wurden. Im Zuge der Dacherweiterung im Leopold Museum in Wien wird auch eine neue Lichtinstallation von Brigitte Kowanz er-

richtet, die Österreich im Vorjahr auf der Biennale in Venedig vertreten hat. Der Beginn der Ausbauarbeiten im November beendet die Schau zum Todestag von Egon Schiele, der sich am 31. Oktober 2018 zum hundertsten Mal jährt. Bis dahin profitiert der Besucher immerhin von der Neuausrichtung der Präsentation der Arbeiten des Künstlers, dessen Name quasi mit dem Haus in Verbindung steht. Ein Grund mehr für einen Wien-Besuch. Einen der vielen weiteren liefert etwa das Kunsthistorische Museum immer und im Besonderen bis 8. Juli mit „The Shape of Time“, einer

Ary Scheffer. „Faust im Studierzimmer“

Ausstellung, die Werke Alter Meister mit Gegenwartskunst in Verbindung setzt. So trifft etwa ein Rubens-Akt auf Maria Lassnig, ein Rembrandt auf Fiona Tan und Mark Rothko und Rogier van der Weyden auf Ron Mueck. Der Grund liegt auf der Hand, nämlich in der Veränderung der Perspektive und Neuerfahrung von Bekanntem.

Tacita Dean. Nun in London, bald in Bregenz.

Tausch. Zu den Publikumsrennern des Spätherbstes zählte die Erstpräsentation der Arbeiten der Sammlung Gurlitt in Bern und Bonn. Während sich das Kunstmuseum in Bern, das von Cornelius Gurlitt als Erbe eingesetzt wurde, dem Themenkomplex „Entartete Kunst“ widmete, fokussierte die Bundeskunsthalle in Bonn die Raubkunst. Ab Mitte April erfolgt der Tausch. Bern wird die aus Bonn angelieferte Schau für die Präsentation bis Mitte Juli allerdings sorgfältig adaptieren. Christa Dietrich


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We Got Love - Live

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Vorarlberg Museum, Bregenz

LÄNDLE. KLINGT NIEDLICH,

WENN MAN NICHT DIE KONKURRENZ IST. WER VIEL VORHAT, KOMMT ZU UNS. Viele regionale Unternehmen schätzen die Hypo Vorarlberg für ihre Finanzexpertise. Und für die Menschen, die sie täglich unter Beweis stellen: Exzellente Berater, die die internationalen Märkte genauso gut kennen wie Ihre Nachbarschaft. Bleibt eigentlich nur noch die Frage: Was planen Sie Großes? Hypo Vorarlberg – 17 x in Vorarlberg sowie in Wien, Graz, Wels und St. Gallen (CH). www.hypovbg.at

Kontur Magazin 36  
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