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Winter 2017 | 3 Euro

Vorarlbergs Wirtschafts- und Lifestyle-Magazin

Eine Hommage im Otten Kunstraum Karriere zwischen Verbrechen und Glamour Architektur als robuster MaĂ&#x;anzug Die nächste Generation geht an den Start Geliebte Wiener Kaffeehaus-Kultur

 

Foto: Oliver Lerch

Warum Christian Beer fĂźr Innovation brennt


Die Zukunft gestalten bedeutet Umsicht am Berg und im Tal.

DIE BANK FÜR UNtERNEhmER In Chancen denken, verantwortungsvoll handeln. Wussten Sie, dass sich die Bank für tirol und Vorarlberg mit der Zukunft des Alpentourismus im Detail beschäftigt? Das tun wir, um die Investitionsvorhaben und Visionen unserer rund 1.800 Kunden aus der tourismus-Branche optimal begleiten zu können. Die Besten der Branche investieren ständig in Qualität und Ausbau. hierfür bieten wir ein überzeugendes Gesamtpaket: mit exzellenter Beratung, einem dichten Netzwerk, einem tiefen Verständnis für die tagtäglichen herausforderungen im tourismus und viel Gespür für kommende trends. Vor allem aber mit Betreuern, die Land und Leute ganz genau kennen, weil sie fest im alpinen Raum verwurzelt sind. Seit 113 Jahren. btv.at/alpentourismus


Editorial Idealzustand. Die besondere Firmenkultur ist die Basis des Erfolges der HeronGruppe. Die operativen Tochtergesellschaften, Heron-CNC-Technik, Robotunits und Servus Intralogistics, agieren selbstständig am Markt und nutzen Synergien. Perfektion aus Überzeugung bestimmt dabei die tägliche Arbeit.

Winter 2017 | 3 Euro

Vorarlbergs Wirtschafts- und Lifestyle-Magazin

In den Startlöchern. Wir stellen vor: Fünf „junge Köpfe“, die das unternehmerische Erbe ihrer Familie in die Zukunft führen. Mit neuen Ideen, viel Engagement und Mut bringen die Nachfolger frischen Wind in Vorarlbergs Wirtschaft. Kulturfahrt. Der Herbst wird nicht nur für die Freunde von Kunst und Kultur richtig bunt. Begleiten Sie uns auf eine Reise zu den wohl sehenswertesten Ausstellungen der kommenden Monate. Von Wien mit Rubens und Raffael geht es über Bern mit Gurlitt bis nach Basel mit Klee und Chagall. Viel Spaß wünscht Ihnen Ihr „kontur“-Redaktionsteam

Warum Christian Beer für Innovation brennt Eine Hommage im Otten Kunstraum Karriere zwischen Verbrechen und Glamour Architektur als robuster Maßanzug Die nächste Generation geht an den Start Geliebte Wiener Kaffeehaus-Kultur

Inhalt 06 Innovation in Perfektion Bei der Heron-Gruppe in Dornbirn wird gemeinsam mit den Kunden nach der besten Lösung gesucht. 13 Hommage an Honegger Eine Ausstellung im Otten Kunstraum widmet sich der besonderen Verbindung zum großen Künstler. 17 Schattenspiele Das Licht und seine Wirkung stehen im Mittelpunkt der aktuellen Werkraumschau in Andelsbuch. 20 Sinn und Sinnlichkeit Wie Claudia Arthur-Flatz in „A Man’s World“ ganz Frau bleiben konnte. 26 Vor Saisonstart Klaus Huber von Ski Arlberg, Pool West über den Weißen Ring, seine Leidenschaft für Schnee, noch nie erlebte Bergkoller und mehr. 29 Unter Verschluss Gantner Technologies aus Schruns sorgt weltweit für Sicherheit und komfortable Arbeitswelten.

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33  Solide und dauerhaft Für Ludescher + Lutz Architekten aus Bregenz sind Häuser mehr als nur starre Gebäude. Vielmehr entwerfen sie robuste Maßanzüge – mit dem Grundsatz, dass sie gut gemacht sind. 38 Im bayerischen Raumschiff Probefahrt durch den steirischen Katastrophen-Sommerregen. Und der BMW 530d xDrive Touring beweist: er ist ein Meisterwerk von einem Kombi, mit dem man (fast immer) über den Dingen steht. 40 Ab auf die Piste – ganz individuell Achim Vogt und Sascha Mehnert erzeugen maßgeschneiderte Skier. Der eine in Liechtenstein, der andere am Bodensee. 46 Winterliches Superfood Von wegen neuer Trend! Seit jeher stärken sich die Menschen, vor allem in der kalten Jahreszeit, mit Superfood. Das Beste daran: Energiebomben wie Biberli und Co schmecken hervorragend. 51 Die nächste Generation Ob Gerüstbau oder Home Entertainment – die Branchen der Familienunternehmen sind so unterschiedlich wie die fünf „jungen Köpfe“ dahinter. 60 Kleine Figuren ganz groß Der Bregenzer Simon Meusburger macht Figurentheater, das wichtige gesellschaftliche Themen berührt. 64 Von wegen Schnapsidee Mit dem Freigeist der Jugend und geprägt von den Worten seines Großvaters leitet Johann Drexel seit drei Jahren die Destillerie Freihof. 70 Man trifft sich auf einen Fiaker Haben schon gewählt? Was wäre Wien ohne seine Kaffeehäuser.

76 Transportleidenschaft In den weltweiten Märkten von DB Schenker nimmt die Vor arlberger Geschäftsstelle in Röthis eine besondere Stellung ein. 79 Jahrhundertwerke Der Fokus richtet sich in diesem Ausstellungsherbst nicht nur auf Raffael und Rubens in Wien. Bern spielt mit Gurlitt eine Rolle und Basel lockt mit Klee und Chagall. Kommen Sie mit auf Kulturreise.

IMPRESSUM Herausgeber, Medieninhaber und Hersteller: Russmedia GmbH, A-6858 Schwarzach, Gutenbergstraße 1 • Redaktionelle Leitung: Sabine Blechschmidt, sabine.blechschmidt@ russmedia.com • Redaktion: Christa Dietrich, Ernest F. Enzelsberger, Patrizia Gunz, Marion Hofer, Elisabeth Längle, Franz Muhr, Andreas Scalet • Art Direktion: Nadine Rüscher, nadine. ruescher@russmedia.com • Anzeigenberatung: Russmedia GmbH, A-6858 Schwarzach, Gutenbergstraße 1, Patrick Fleisch, +43 5572 501-818, patrick.fleisch@russmedia.com; Gerard Hann, +43 5572 501-277, gerard.hann@russmedia.com; Nadja Mauser, +43 5572 501-280, nadja.mauser@russmedia.com; Gabriel Ramsauer, +43 5572 501-785, gabriel.ramsauer@russmedia. com; Vesna Sailer, +43 5572 501-286, vesna.sailer@russmedia.com • Druck: Buchdruckerei Lustenau GmbH, A-6890 Lustenau, Millennium Park 10 • Erscheinungstag: 27. Oktober 2017

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C Foto: walser-image.com

hristian Beer ist Inhaber und Geschäftsführer der Heron-Gruppe mit ihren drei operativ tätigen Firmen. Als Basis seines Erfolges sieht er die besondere Firmenkultur. Die drei operativen Tochtergesellschaften sind die Heron-CNC-Technik, Robotunits und Servus Intralogistics. Sie agieren selbstständig am Markt und nutzen gemeinsam Synergien. Die Mutter Heron wiederum ist Dienstleister für ihre Tochterfirmen. Ihre Aufgaben sind Coaching, Personalentwicklung, Finanzen und Produktentwicklung. Robotunits entwickelt, produziert und liefert mit seinem standardisierten und durchgängigen Automatisierungsbaukasten unterschiedlich schnelle, flexible und qualitativ hochwertige Fördertechniken, Maschinenbauprofiltechnik sowie Schutz-

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Perfektion aus Ăœberzeugung Die weltweit tätige Heron-Gruppe mit Sitz in Dornbirn hat sich vom Sondermaschinenbauer zum profilierten Hersteller von Automatisierungskomponenten entwickelt.

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Know-how. Die Teams arbeiten konsequent und in Synergie zusammen.

Die Unternehmensgruppe hat zwei große Vorteile: Neben einer langen Wertschöpfungskette vom Aluminium bis zur Hightech-Anlage besteht eine völlige Unabhängigkeit von Branchen und Ländern. Man ist bei Illy in Italien genauso wie bei Google in Amerika. Das wiederum kommt den Kunden zugute, die innovative Lösungen erhalten. zaun- und Linearfördersysteme für die produzierende Industrie. Die zentrale Produktphilosophie heißt „Weniger ist mehr“ und bedeutet für den Kunden Zeit- und Kostenersparnis in der Konstruktion, in der Logistik, bei der Lieferung sowie in der Montage. Das Unternehmen ist weltweit tätig und hat Niederlassungen in Deutschland, Italien, den USA und Australien. Für den Automatisierungsbaukasten hat Robotunits 1994 erstmals den Innovationspreis in Vorarlberg erhalten. „Bei Robotunits setzen wir derzeit alles daran, das Wachstum über unseren eigenen Vertrieb

Ob mit unseren Kunden oder im Haus – wir setzen alles daran, den Idealzustand herauszufinden. 8 kontur

voranzutreiben und ergänzen unseren Baukasten dort, wo es Sinn macht“, führt Christian Beer aus. Alles aus einer Hand. Servus Intralogistics plant, fertigt und installiert maßgeschneiderte schlüsselfertige Intralogisticanlagen. Servus berät seine Kunden in der Umsetzung ihrer Lean Logistik. So bekommen die Kunden alles für ihre Intralogistik, von der Beratung über die Realisierung bis hin zum anschließenden 24-Stunden-Service, aus einer Hand. Kernstück der Anlagen von Servus sind die weltweit ersten autonomen und intelligenten Transportroboter ARC3 (Autonomous Robotic Carrier). Mit dieser laut Unternehmensangaben einzigartigen Technologie werden Lager- und Produktionslogistik schnittstellenlos miteinander verbunden und ideal aufeinander abgestimmt. „Was uns bei Servus besonders freut ist, dass immer mehr Kunden aus Vorarlberg dazukommen. Nach Zumtobel, Schelling, Omicron und Schmidt’s Erben setzt nun auch Amann Girrbach auf


Einzeln und in Serie. Auf die spanabhebende Fertigung hat sich Heron CNC-Technik spezialisiert. Die Dienstleistungen umfassen die Fertigung von Prototypen sowie Einzel- und Serienteilen – vor allem in Stahl und Aluminium. Der Firmensitz der Heron-Gruppe befindet sich in Dornbirn. Niederlassungen gibt es in Friedrichshafen, den USA (Dayton/New Jersey), Italien (Auronzo di Cadore) und Australien (Melbourne/Victoria), in Bulgarien besteht ein Handelspartner. Die Basis des Erfolges. Befragt nach der Grundlage des Erfolges nennt Christian Beer die Firmenkultur. „Wir arbeiten seit der Firmengründung ununterbrochen an der Entwicklung der drei P: Persönlichkeit, Produkt und Prozess. Wir wollen eine lernende Organisation sein und eine solche ergibt sich nur, wenn viele lernen-

Impulse. „Eine Gesellschaft wird ausschließlich durch Innovation reicher“, ist Christian Beer überzeugt.

de Personen miteinander arbeiten. Dass das anspruchsvoll ist, ist klar. Das ermöglicht aber schlussendlich auch den Kundenerfolg, da wir so mit unseren Kunden Veränderungsprozesse anstoßen können, die uns und ihnen Freude machen. Das führt zu Lösungen, die einzigartig und nah am Idealzustand sind.“ Warum die Firmen der Heron-Gruppe so innovativ sind, liegt nach der Überzeugung von Christian Beer daran, dass eine Gesellschaft ausschließlich durch Innovation reicher wird. Und Beer weiter: „Dafür brennen wir. Genauso braucht es ein Team, das konse-

Fotos: walser-image.com, Oliver Lerch

unsere Lösungen. Das zeigt uns, dass unsere Produkte auch im Land wertgeschätzt werden, sowie, dass Vorarlberger Unternehmen auf innovative Technologien vertrauen und nebenbei mit der Entscheidung für Servus die regionale Wertschöpfung fördern.“

Für die besten Produkte sind die besten Mitarbeiter nötig. Entscheidend ist deshalb nicht nur die Ausbildung der zukünftigen Mitarbeiter, sondern die Umsetzung von Know-how. Deshalb legt man besonderen Wert auf eine Mischung von Mitarbeitern – vom Lehrling, über den Facharbeiter bis hin zum Akademiker.

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Mit Spaß und Freude verschiedene Abläufe kennenzulernen, soll dazu beitragen, dass Jugendliche ein nachhaltiges Interesse an technischen Berufen entwickeln. quent, hart und in Synergie zusammenarbeitet. Ob mit unseren Kunden oder im Haus – wir setzen alles daran, den Idealzustand herauszufinden. Es reizt uns, gemeinsam mit unseren Kunden noch bessere Lösungen zu finden.“ Laut Beer hat die Unternehmensgruppe zwei große Vorteile: Neben einer langen Wertschöpfungskette vom rohen Aluminium bis zur Hightech-Anlage besteht eine völlige Unabhängigkeit von Branchen und Ländern. „Wir sind bei Illy in Italien genauso wie bei Google in Amerika. Das führt dazu, dass wir enorm viele Impulse aus unterschiedlichen Branchen und Ländern

bekommen und wir ständig lernen. Und das wiederum kommt unseren Kunden zugute, indem sie innovative Lösungen von uns erhalten“, so Beer abschließend. Die Lehre hat bei Heron einen sehr hohen Stellenwert. In den Lehrlingen wird das zukünftige Potenzial für das Unternehmen gesehen. Die Kernaussage bei der Lehrlingsausbildung lautet: „Wir bilden keine Lehrlinge aus, sondern Unternehmer.“ Von den Lehrlingen wird voller Einsatz erwartet, um im Interesse der Kunden maximalen Nutzen zu stiften. Bedeutend sind deshalb in der Ausbildung Selbstständigkeit, Eigeninitiative, lösungsorientiertes Arbeiten und eine lebendige Kommunikation mit den Lehrlingen.„Für die besten Produkte sind die besten Mitarbeiter nötig“, ist der Leitspruch in der Personalpolitik. Entscheidend ist im Unternehmen deshalb nicht

nur die Ausbildung der zukünftigen Mitarbeiter, sondern die Umsetzung von Knowhow und wie jemand an eine Problemlösung herangeht. Deshalb legt man besonderen Wert auf eine Mischung von Mitarbeitern – vom Lehrling, über den Facharbeiter bis hin zum Akademiker. Kinder in die Technik. Mit dem Ziel, Kinder in jungen Jahren für die spannende Welt der Technik zu begeistern, werden interessierte Schüler der vierten Klassen aus Vorarlberger Volksschulen in die unternehmenseigene Ideenfabrik eingeladen. Kinder haben in jungen Jahren meist weniger Berührungsängste mit der Technik. Mit Spaß und Freude verschiedene Abläufe kennenzulernen, soll deshalb dazu beitragen, dass Jugendliche in der Zukunft ein nachhaltiges Interesse an technischen Berufen entwickeln. Ernest F. Enzelsberger

Beschäftigte: 240 Lehrlinge: 34 Umsatz: 56,3 Millionen Investitionen: 8,49 Millionen Euro Exportquote vom Umsatz: 85 Prozent Wichtigste Exportmärkte: DACH-Region, Italien, USA, Australien

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Foto: walser-image.com

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Quadrat, Kreis, kreativ Die Verbindung zwischen dem Otten Kunstraum in Hohenems und Gottfried Honegger ist eine Spezielle. Sie zeigt sich zudem in einer Skulptur des Schweizers im öffentlichen Raum.

Foto: Dietmar Stiplovsek

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tellung beziehen ist das, was Gottfried Honegger sich selbst abverlangte und was er sich auch von seinen Gesprächspartnern erwartete. „In den letzten Jahren war ich sehr oft bei ihm im Atelier“, erzählt der Vorarlberger Sammler Wilhelm Otten. Einmal habe Honegger dabei verlangt, dass er die Augen schließt, bevor er einen Raum betritt, in dem sich neue Arbeiten befanden. Er sollte sie nur öffnen, wenn er bereit ist, die Wahrheit zu sagen. Ehrlichkeit wurde eingefordert. Otten brauchte dabei nicht eine Höflichkeitsstrategie anzuwenden und bei Nichtgefallen einfach dem anderen den Vorzug zu geben oder es mit mehr Worten zu bedenken, er

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Sammler Wilhelm Otten

war eingenommen und berührt von jedem der Tableaux reliefs, die er sah. Eines davon steht für absolute Reduktion. Inmitten eines Rechtecks ist nur eine vertikale Öffnung leicht zurückgeklappt. Ein streitbarer Geist. Gottfried Honegger (1917–2016) stand im 98. Lebensjahr, als er einige der Werke schuf, die in der jüngst eröffneten Ausstellung im Otten Kunstraum zu sehen sind. Die älteste der Arbeiten in der von Ingrid Adamer kuratierten Hommage an Gottfried Honegger stammt aus der Mitte der 1950er-Jahre, also aus einer Zeit, als sich der frühere Werbegrafiker dazu entschloss, als freier Künstler tätig zu sein. „Cercle et carré“, ein vertretenes Werk aus den 1960erJahren mit Quadraten und Kreisen in tiefem Rot, lässt nicht mehr darauf schließen, dass der Anfang hart war, wirkt es doch heute wie eine Ikone der konstruktiv-konkreten Kunst. Und auch eine durchaus namhafte Galeristin in New York, die es immerhin wagte, die Bilder auszustellen, hatte sich ge-

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täuscht, als sie meinte, dass man keine Preisliste auflegen müsse, weil man ohnehin nichts verkaufe. Als das genaue Gegenteil eintraf, ließ sich der Künstler allerdings nicht vereinnahmen. Viele weitere rote Bilder zu malen, weil das der Markt damals verlangte, auf diesen Deal ließ er sich nicht ein. Als Mitbegründer der „Stiftung für Konstruktive und Konkrete Kunst Zürich“ blieb er bekanntermaßen ein streitbarer Geist. Dass er dem Zufall etwas abgewinnen kann, zeigt sich nicht nur in seinem Œuvre, namhafte Schweizer Mathematiker ließen ihn einen der ersten Computer bedienen, mit dem man Zufallsmodelle entwickeln konnte. Eine Serie von Arbeiten, in denen er die Formen in der Tat nach dem Zufallsprinzip anordnete, befindet sich in der Sammlung Otten. Dass es diese überhaupt erst gibt, nachdem es zur Begegnung von Wilhelm Otten und Gottfried Honegger kam, ist eine interessante Geschichte. Den Grundstock der privaten Sammlung gegenstands-

Fotos: Dietmar Stiplovsek, Kunstraum/Dietmar Mathis

Als Gottfried Honegger einmal den Sammler Wilhelm Otten in Hohenems besuchte, sind die Würfel für den Kunstraum gefallen, denn der Künstler plädierte dafür, die Kunst nicht im privaten Rahmen zu verwahren, sondern unbedingt öffentlich zu zeigen.


Zusammenhang. Die kleineren Skulpturen in der Sammlung stehen in Beziehung zu jener in der Mitte eines Kreisverkehrs.

Integriert. Der Otten Kunstraum in Hohenems besteht seit nahezu zehn Jahren und widmet sich nun einer Hommage an Gottfried Honegger.

loser Kunst bilden, wie Besucher mittlerweile wissen, Werke der russischen Avantgarde. Zahlreiche Arbeiten deutscher, österreichischer, französischer, spanischer oder Schweizer Künstler sind im Laufe der Jahre hinzugekommen. Nachdem Otten Gottfried Honegger in der Liechtensteiner Galerie von Kurt Prantl kennenlernte, hat er ihn im südfranzösischen Mouans-Sartoux besucht, wo er einen Raum für Konkrete Kunst eingerichtet hat, in dem Kindern und Jugendlichen spielerische Zugänge zu kreativen Entscheidungen vermittelt werden. Zuvor kam man an einen Kreisverkehr mit einer Honegger-Skulptur. „Ich habe gleich mehrere Runden gedreht, um sie mir anzusehen und hätte damals nicht zu denken gewagt, dass es uns gelingen wird, hier in Hohenems eine Skulptur von ihm in einem Kreisverkehr zu errichten.“ Jedenfalls kam Gottfried Honegger bald nach Vorarlberg, erklärte dem Sammler, dass er seine Werke doch unbedingt öffentlich zeigen sollte und meinte zudem, dass er dazu auch kein Haus im Fabriks-

areal errichten solle, ein Raum, der im Gebäudeensemble integriert ist, der symbolisiert, dass Kunst zum Alltag bzw. Arbeitsalltag gehört, sei doch der geeignete Ort. So kam es, der Otten Kunstraum exis­ tiert seit nahezu zehn Jahren. Zu sehen gibt es dort in der bis September nächsten Jahres dauernden Ausstellung auch einen Film, der mit der Formensprache Honeggers konfrontiert sowie das von ihm entwickelte Spiel „Le Viseur“, das Menschen jeglichen Alters kreativ werden lässt. Ästhetik im Alltag. Schönheit im Sinne von Ästhetik und Stimmigkeit waren wichtige Begriffe für Honegger, die für ihn als widerständiger Denker in der Architektur

bzw. im Alltag von Entscheidungsträgern zu berücksichtigen sind. Auch bei der Stadtentwicklung, der Raumplanung oder in sozialer Hinsicht. „Er war ein großer Anhänger des Soziologen Jean Ziegler“, erinnert sich Wilhelm Otten an die Gespräche mit dem Künstler. Christa Dietrich

In den letzten Jahren war ich oft in seinem Atelier. Er wollte stets die Wahrheit hören. kontur 15


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Licht und Schatten Es ist mehr als elektromagnetische Strahlung, mehr als Wellenlängen und Quanten. Licht zaubert Stimmung, beeinflusst unser Tun und Arbeiten. Darum widmet sich der Werkraum Bregenzerwald dem Phänomen in seiner aktuellen Werkraumschau. Entwickelt wurde diese von Andrea und Reinhard Gassner vom Gestaltungsbüro Atelier Gassner. Was war die Intention für die Werkraumschau zum Thema „Licht“? Reinhard Gassner: Der Werkraum hat mit der Werkraumschau ein neues Format für eine jährliche, szenografische Verkaufsaustellung in den Herbst- und Wintermonaten eingerichtet. Eröffnet wurde die Schau im vergangenen Herbst mit der Gestaltung von Roland Stecher zum Thema Farbe. Nachdem Farbe aus Licht entsteht, war es konsequent, dieses Jahr mit Licht weiterzuarbeiten. Wie war die Herangehensweise an die Konzeptionierung? Andrea Gassner: Manche Kunden lassen sich gerne fertige Lösungen präsentieren. Wir tun das nur selten, sondern nähern uns prozessartig den Kommunikationsabsichten unserer Kunden. Schritt für Schritt haben wir die Themenwahl eingegrenzt und in mehrfachen Abstimmungsrunden mit Werkraum-Geschäftsführer Thomas Geisler die Ideen finalisiert. Es gab für uns zwei wichtige Faktoren: zum einen die handwerkliche Qualität des Werkraums, zum anderen die Architektur von Peter Zumthor. Das Haus funktioniert in unserem Konzept wie eine offene Bühne, die Produkte sind als Protagonisten ins rechte Licht gerückt. Dabei ging es uns nicht nur um die Ausstellung selbst, sondern auch um eine stärkere Verankerung dieses koopertiven Projektes der Bregenzerwälder Handwerker in der Öffentlichkeit. Zu diesem Zweck entwickelten wir gemeinsam mit dem Werkraum die Idee eines Verkaufsmagazins als Zeitungsbeilage. Welche Einflüsse konnten Sie für die Gestaltung aufnehmen? Reinhard Gassner: Die Initiative und Aktivität des Werkraum Bregenzerwald haben wir von Beginn an geschätzt. Es geht ja bei dieser bemerkenswerten Kooperative einer Region nicht nur um das reine Handwerk, sondern um die Einbeziehung zeitgemäßer, angewandter Gestaltung. Genau da treffen sich unsere Interessen. Schon im Spätsommer 2015 führten wir mit Obmann Martin Bereuter Gespräche über Ideen künftiger Bespielung und Ausstellungsprojekte des Werkraumhauses. Visuelle Kommunikation im Zusammenhang mit räumlichen Aspekten wurde in den letzten Jahren zum Arbeitsschwerpunkt unseres Ateliers. Inspiriert werden wir dabei von Architekten und Architekturtheoretikern, mit denen wir in partner-

Das Haus fungiert als offene Bühne und die Produkte sind als Protagonisten ins rechte Licht gerückt.

Kreative Urheber. Andrea und Reinhard Gassner in ihrem Atelier in Schlins.

schaftlicher Zusammenarbeit die Gratwanderung zwischen GrafikDesign, Kommunikation, Raum und Architektur gehen. Andrea Gassner: Das Ausstellungskonzept fußt letztlich auf der Idee, die Produkte auf einem Teppich mit Lichtpunkten in Szene zu setzen. Sie werden erzeugt mit Bühnenscheinwerfern, die im markanten Deckenraster des Werkraums eingebettet sind und mit ihren Lichtkegeln das Haus in einen Lichtraum verwandeln. Eine Atelierreise nach Rom, der Besuch im Pantheon und die Beobachtung dieser Scheibe weißen Lichts an der Decke und des Strahls der Sonne, die im schwarzen Raum und im Rhythmus des Tages dahinwandert, sich selbst und den großartigen Raum unmerklich aber stetig verändert, waren der Impuls für diese Idee. Wie hat sich Ihr Blick auf das Thema „Licht“ verändert? Andrea Gassner: Licht ist Bedingung für das Sehen und Grundmaterial der Gestaltung an sich. In unserem Beruf als visuelle

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Licht – die aktuelle Werkraumschau im Werkraumhaus in Andelsbuch. Die Ausstellung nutzt die offene Situation des Gebäudes und setzt die Produkte schlicht aber effektiv in Szene. Geöffnet bis 26. Mai 2018, Dienstag bis Samstag, 10 bis 18 Uhr. www.werkraum.at Gestalter haben wir es immer wieder mit Helligkeit und Dunkelheit zu tun, dieser Aspekt interessiert uns in der Gestalt der Buchstaben genauso wie im Seitenumbruch eines Buches – da Licht, dort Schatten. Ganz konkret aber wurde es hier bei dieser Ausstellungsgestaltung. Und wir lernten darüber zu staunen, was wir eigentlich nicht wissen. So selbstverständlich wie wir das Licht im Alltag wahrnehmen, so ungewöhnlich und spannend war es, das Licht als Gestaltungsmaterial bewusst einzusetzen.

Lichtschrift von Andrea Gassner, gefertigt durch Kunstschmiede Figer, Fotowerk Lampelmayer

Worauf können sich Besucher der Werkraumschau freuen? Reinhard Gassner: „Lichter und Schatten enthüllen die Formen“ sagt Le Corbusier. Genau das wollen wir dem Besucher mit diesem Konzept bieten. Die zeitgemäßen, manifesten Persönlichkei-

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ten der Ausstellungsstücke sind in wandelndes Tageslicht und gleichzeitig in starkes Bühnenlicht gehüllt und darin auf die Bühne gehoben. Sie können so ihre Wirkung entfalten. Die Besucherinnen und Besucher können sich auf die Produktschau in einem offenen Werkraumhaus ohne bauliche Intervention freuen. Es gibt das Haus, die Produkte und das Licht. Andrea Gassner: Spannende Experimente finden die Besucherinnen und Besucher in einer Sonderschau mit Lichtstationen zu Themen der Lichtqualität und Wahrnehmung. Erlebbar und vergleichbar werden dabei die Temperatur des Lichts, der markante Unterschied zwischen brillant ausgerichtetem und gestreutem Licht, das Phänomen der Lichtbrechung sowie der Farben im Licht. Thematisiert wird hier auch die durch eine rasante Entwicklung der Leuchtmittel von den Glühbirnen bis zur LED-Technik stärker aufgeflammte Problematik der Einschätzung der Lichtstärke und des oft nur unbewusst wirksamen Flimmerns im Kunstlicht. Einen spielerischen Ansatz bietet eine textile Schattenwand. Hier kann man selbst mit Schatten und Farbschatten spielen – mit dem eigenen Körper, den Händen oder mit Figuren – und sich von der Magie des Schattens fesseln lassen. Sabine Blechschmidt

Schattenspiele. Bereits die Beschriftung mit dem Veranstaltungslabel ist ein Lichtexperiment, bei dem man Licht nur durch den Schatten lesen kann.


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Karriere mit Sinn & Sinnlichkeit 2006 eroberte Claudia Arthur-Flatz aus Bregenz die Position eines External Relations Officer bei der UNO in Wien. Kampfgeist und Initiative entwickelte die absturzgefährdete Schülerin im BG Gallusstraße. Femininer Feminismus ist ihre Geheimwaffe: auch dann Frau zu sein, wenn sie auf UN-Missionen in Krisengebieten ist.

Passion im Studium. Nachdem die Bregenzerin ihrer Veranlagung folgte, gegen den Strom zu schwimmen, absolvierte sie das Studium an der Universität Wien mit Leidenschaft in erfolgreichem Schnelldurchgang inklusive Auslandssemester an der kalifornischen Eliteuniversität Berkeley. Für die Magisterarbeit betrieb sie mit einem Stipendium der Vorarlberger Landesregierung Feldforschung in der Arktis, um den Zugang zur Bildung der indigenen

Meine Aufgabe bestand unter anderem darin, über die Lage in Nord- und Südkorea zu berichten. 20 kontur

Volksgruppen in Skandinavien zu dokumentieren und mit jenen Kanadas zu vergleichen. Bei der Gelegenheit erweiterte sie ihre Sprachkenntnisse in Französisch und Englisch um Schwedisch und Dänisch. Damit war Claudia Arthur-Flatz für den nächsten Karrieresprung gut gerüstet. Zwischenstation bei der EU in Brüssel. Über Vermittlung von Dr. Gottfried Feurstein ergab sich die Chance eines Praktikums im Europäischen Parlament, wofür sie geradezu prädestiniert war: Untersuchung und Dokumentation des legalen Status ethnischer Minderheiten innerhalb der Europäischen Union. Von da an ging es steil bergauf. Claudia Arthur-Flatz nahm unter anderem an verschiedenen Friedensmissionen der UN und OSZE teil, etwa in Bosnien-Herzegowina und Mazedonien. Sie bewährte sich als OSZE-Beobachterin für die Verletzung von Menschenrechten in den Nachkriegskonflikten am Balkan. Ihr Einsatz blieb im österreichischen Außenministerium nicht unbemerkt. 1998 wurde Claudia Arthur-Flatz unter Außenminister Wolfgang Schüssel „Desk Officer for North and South Korea“. Lehrjahr im Außenministerium Wien. 1998/99 steuerte die Beziehung zwischen Nord- und Südkorea einer neuerlichen Auseinandersetzung zu. Kim Jong-il in Nordkorea bedrohte Südkorea mit einem atomaren Angriff. In Südkorea regierte Kim Dae-jung. Sein Botschafter in Wien war der spätere UN-Generalsekretär Ban Kimoon. „Meine Aufgabe in dieser politisch brisanten Zeit bestand unter anderem darin, über die Lage in Nord- und Südkorea zu berichten und die politische Situation zu analysieren. Sowohl der nordkoreanische als auch der südkoreanische Botschafter kamen täglich ins Außenministerium, um eine Demarche bei der EU einzubringen. Berichte wie Analysen dienten der Vorbereitung des

Foto: Anais Horn, Kleid: Vivienne Westwood Couture

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laudia Arthur-Flatz lernte in der Schule tatsächlich etwas fürs Leben: „Als eher schlechte Schülerin habe ich früh gelernt, mit Krisen umzugehen. Ein ‚Nicht genügend‘ steigerte meine Selbstsicherheit. Stand ich am Abgrund, entwickelte ich Kampfgeist und kapitulierte nicht vor dem drohenden Absturz, sondern zog in letzter Minute die Reißleine. Gerne erinnere ich mich an zwei Professoren. Im Physikunterricht brachte uns Gerhard Rüdisser über Raketenabwehrsysteme ein Grundwissen bei, das mir als ‚Disarmament Officer‘ im UN-Hauptquartier in New York zugute kam. Josef Thaler überzeugte mich mit seiner philosophischen Ansicht, das Leben aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und Optimist zu bleiben. Die Matura geriet zum Gnadenakt. Im Zug zwischen Bregenz und Wien entschied ich mich für das Orchideenstudium Ethnologie und Skandinavistik.“


Mit den Waffen einer Frau. Claudia Arthur-Flatz steht für einen „femininen Feminismus“ – ab und an ein wenig bewaffnet. „Denn manchmal braucht Frau halt auch eine Heckenschere.“

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ersten Dialogs zwischen der EU und Nordkorea sowie des ersten EU-Human Rights Table in Pjöngjang. Die Arbeit in diesem lehr­ reichen Jahr brachte eine intensive Reisetätigkeit mit sich, nicht zuletzt im Zuge von EU-Beobachter-Missionen in Kambodscha, Nigeria und Madagaskar.“ Als Claudia dem Call aus dem Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York folgte, leitete die „Sonnenscheinpolitik“ zwischen Nord- und Südkorea eine entspannte Epoche ein. Kim Dae-jung erhielt den Friedensnobelpreis.

plementiert. Mit Erfolg.“ Später wirkte sie dann an der Etablierung der „Nuclear Weapon Free Zone Central Asia“ (Nuklearwaffenfreie Zone Zentralasien) mit. „Wir verwalteten die Register der nuklearen Sprengköpfe der zentralasiatischen Staaten mit dem Ziel, diese abzurüsten.“ Den 11. September 2001, jenen Tag, an dem zwei Flugzeuge in die Türme des World Trade Centers crashten, wird die Bregenzerin nie vergessen. „Ich war im 28. Stock des UNHauptquartiers mit Blick auf das WTC. Als ich aus dem Gebäude draußen war und durch die 1st Avenue ging, war es totenstill. Es kamen mir Menschen entgegen, die voll Staub waren und geschockt herumirrten. Ich ging in den Central Park und überlegte, was ich jetzt am besten tun sollte. Aus den Bankautomaten kam kein Geld, die Supermärkte waren leer, viele Geschäfte geschlossen, das Leben in Manhattan hatte sich schlagartig verändert. 2003 nahm ich ein Angebot von Novartis aus der Schweiz an.“

Disarmament Officer im UN-Hauptquartier. Zu den Spezialgebieten der „Visible Woman“ aus dem Ländle gehörten Maßnahmen zur Entwaffnung sowie Demobilisierung von Soldaten und ihre soziale Reintegration mit dem geographischen Fokus auf Liberia und Sierra Leone in Westafrika. „Wir haben zum Beispiel im Gegenzug zur Entwaffnung Landreformen vorgeschlagen und alternative Programme für die Sicherung des Lebensunterhalts im-

Im Dienste des Pharmariesen Novartis. On top ihrer Agenda im schweizerischen Konzern stand die Verantwortung für globale Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation. Mandat wie Portfolio waren mit den bisherigen Erfahrungen kompatibel. Die Schreibtische von Claudia Arthur-Flatz standen in Basel und Wien. Ein vertrauter Aktionsplatz war unter anderem die EU in Brüssel. Ziel: Registrierung und Zulassung des ersten Bio-Similar-Produktes. Dafür

Blue Heart. Im Einsatz für Menschenrechte (v. l.): der ehemalige UN-Generalsekretär Ban Ki-moon, Außenminister Sebastian Kurz, Claudia Arthur-Flatz und Netzwerker Ali Rahimi.

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Fotos: Claudia Arthur-Flatz

Den 11. September 2001 wird die krisenerfahrene Bregenzerin nie vergessen. „Ich war im 28. Stock des UN-Hauptquartiers mit Blick auf das WTC, als plötzlicher Rauch jede Sicht nahm. Zuerst dachte ich, es wird ein Action-Film gedreht und der Rauch rasch wieder abziehen.“


External Relations. Mit der italienischen Staatspolizei und den Carabinieri im Centro Nazionale di Coordinamento per l'Immigratione „Roberto Iavarone“ in Rom.

Sie gehörte zum Leading-Team der „UN-Blue Heart Campaign against Human Trafficking“. Das Signal des blauen Herzens galt v. a. Mädchen und Frauen aus aller Welt, die von Menschenhändlern zu Zwangsprostitution und Zwangsarbeit gezwungen werden. konnte sie ihr Talent, Menschen zu überzeugen und vertrauensbildende Maßnahmen zu schaffen, einsetzen. „Nach einigen Jahren wollte ich jedoch nicht mehr im Rhythmus vierteljährlicher Finanzberichte leben, obwohl ich gut verdient und sehr viel gelernt habe. 2006 erfüllte sich der Traum, den ich als Maturantin geträumt habe: eine Aufgabe bei der UN in Wien.“ In der Festung des Weltfriedens. Rund 4000 Personen aus 110 Ländern arbeiten in der „UNO City“ in Wien, die neben New York, Genf und Nairobi einer von vier UNHauptsitzen ist. Der Platz von Claudia Arthur-Flatz ist im UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC). Sie operiert mit Erfahrung: „Die Aufgaben werden vielfältiger, die operativen Einsätze häufiger, die kriminellen Energien stärker. Zur Bekämpfung von Terrorismus, Korruption, Schmuggel von Migranten und Kulturgütern, Menschenhandel wie Geldwäsche sind neue kriminelle Szenarien wie Cybercrime, identitätsbezogener Diebstahl, Umweltkriminalität und Piraterie dazugekommen.“ Zu den speziellen Agenden der Bregenzerin zählt die Pflege der Beziehungen zu den Mitgliedsstaaten. Ak-

tuell ist der Kontakt mit Italien aufgrund des Schmuggels von Migranten intensiv. Um für den Menschenhandel, der „modernday-slavery“, Unterstützung zu bekommen, begibt sich die attraktive Weltbürgerin nicht nur auf das Terrain spendabler Großkonzerne, sondern auch auf jenes von Glam & Glitz. Aus gutem Grund. Mit prominenter Unterstützung von Vivienne Westwood, Nicolas Cage oder Howard Buffet, Sohn des legendären Investors Warren Buffet, gelingt es ihr, die öffentliche Aufmerksamkeit auf die guten Taten der UNODC zu lenken. „Die kriminellen Szenarien ändern sich so rasch wie die Mode. Die UNODC ist gefordert, ebenso rasch und flexibel zu reagieren, Partnerschaften zu pflegen und zu kreieren, die uns effektiv unterstützen und vor Ort substantielle wie subsidiäre Hilfe ermöglichen.“ Claudia off the records. Sie ist Mama von zwei Söhnen. Clarence ist zehn Jahre alt, William sieben. Der Vater ist Engländer. Eine Großmama und ein Großpapa leben in Bregenz, die anderen sind noch weiter weg. „Meine Funktion als Bindeglied zwischen der UNO und den Mitgliedstaaten ist mit Missionen, Konferenzen, Präsenta-

tionen verbunden, die oft keine Bürozeiten kennen. Für eine berufstätige Mutter bedeutet die Organisation jedes einzelnen Tages effizientes Krisenmanagement. Trotzdem schaffe ich es nicht, 30 Cupcakes für die Freunde meiner Söhne zu backen.“ Was sie real schafft, kann sich sehen lassen. Was sie noch schaffen will, führt zur Frage, die Künstler im UN_Known Space stellten: Wie schreibt die UNO Sinnlichkeit? Claudia Arthur-Flatz ist in „A Man’s World“ Frau geblieben und kein besserer Mann geworden. Wozu auch? Elisabeth Längle

Die kriminellen Szenarien ändern sich so rasch wie die Mode. Die UNODC ist gefordert, ebenso rasch und flexibel zu reagieren. kontur 23


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Vom „Käslift“ ins größte Skigebiet Österreichs Im Winter ist er in seinem Element. Klaus Huber, der Geschäftsleiter von Ski Arlberg, Pool West. „kontur“ hat er in zehn Antworten unter anderem verraten, was er an „seiner“ Skiregion so schätzt und warum es für ihn auch ruhig mal im August schneien darf. Was macht man als Geschäftsleiter von Ski Arlberg, Pool West im Sommer? Ganz relaxt auf den ersten Wintersaisontag warten und viel Skigymnastik ... Kleiner Spaß. Im Ernst: Die Saisonen gehen für uns quasi nahtlos ineinander über. Der Winter ist noch nicht vorbei, da haben wir z. B. schon den Ski Arlberg-Panoramafolder für den kommenden Winter im Druck. Und wenn dann noch außerordentliche Projekte dazukommen, wie beispielsweise die Kommunikation bzw. das Marketing einer Skigebietsverbindung oder ähnliches, sind wir schon fast ganzjährig im Wintermodus. Wenn Sie nicht im „Skizirkus“ gelandet wären, was wäre Ihr Traum gewesen? Der Skibereich war immer meins. Wir hatten zu Hause in Warth damals ein Sportgeschäft und eine Gästepension – da hat mich der Wintertourismus von Kindheit an geprägt und fasziniert. Wann standen Sie denn das erste Mal auf Skiern? Mit drei. Und als Warther natürlich ebendort, beim „Käslift“ – einem mittlerweile leider nicht mehr existierenden Lift gleich bei der ehemaligen Sennerei. Allerdings erzählt meine Mum mit Vorliebe, dass ich nach ein paar Minuten lieber die folgende Skisaison für meine Skikarriere ins Auge fasste ... Dann allerdings sei ich auf den Geschmack gekommen und war die nächsten Winter kaum mehr nach Hause zu bekommen. Welche ist heute Ihre Lieblingspiste? Es gibt im Bereich von Ski Arlberg so viele einzigartige und unterschiedliche Abfahrten, dass ich gar keine einzelne herauspicken könnte. Aber der Weiße Ring von Lech über den Rüfikopf nach Zürs, hoch aufs Madloch und über Oberlech wieder nach Lech retour hat schon alles zu bieten – ein außergewöhnliches landschaftliches Erlebnis und Pisten zum Genießen.

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Klaus Huber geb. 1973 in Ehenbichl bei Reutte/ Tirol, Kindheit in Warth; nach Abschluss der BHAK Feldkirch Studium Finanzmanagement an der Uni Linz/ Wirtschaftskammer Vorarlberg sowie Gesundheitstourismus, Wellnessund Veranstaltungsmanagement an der Donau-Universität Krems. Berufliche Stationen u. a. bei Skilifte Warth und Lech Tourismus. Seit September 2000 bei Ski Arlberg, Pool West.


Wann fangen beim Weißen Ring die Wadln zu brennen an? Eigentlich ist der Weiße Ring ja eine Genussrunde mit Aussichtsplattformen usw. Aber klar, bei über 20 Kilometer Abfahrten und vor allem nach der langen Madlochabfahrt kann es schon mal ein wenig kribbeln. Beim Rennen kann das natürlich schon viel früher der Fall sein. Da wird der Weiße Ring dann ganz schön lang ... Welches typische Gericht gönnen Sie sich an einem Tag auf der Piste? Das hängt immer davon ab, wo ich meinen Einkehrschwung mache. Da gibt es am Arlberg wirklich viele außergewöhnliche Möglichkeiten – vom Beef Tatar über einen Tafelspitz bis hin zum Kaiserschmarrn. Das alles dann am liebsten auf einer Sonnenterrasse mit einem guten Glas Rotwein. Leider geht sich das nicht jeden Tag aus. Was zeichnet die Skiregion Arlberg für Sie aus? Die Qualität in allen Bereichen, vom Skigebiet über die Hotellerie und Gastronomie, bis hin zu den Skischulen und den Handel. Das hat sicher auch mit der einzigartigen Historie zu tun. Hier wurde die moderne Skitechnik entwickelt, der erste Schlepplift Österreichs befand sich in Zürs und auch die Sitzheizungen im Lift gingen von hier aus um die Welt. Dazu kann der Skiclub Arlberg die meisten Weltmeister und Olympiasieger verzeichnen. Zudem ist der Arlberg beliebter Drehort für winterliche Filmszenen – so standen z. B. neben Renée Zellweger für „Bridget Jones“ auch Felicity Jones, Brooke Shields und in früheren Zeiten Yul

Brynner, Peter Alexander und Toni Sailer hier vor der Kamera. All das thematisieren wir übrigens bei der seit letztem Jahr neuen Skirunde „Run of Fame“ mit dem Höhepunkt, der „Hall of Fame“ bei der Bergstation der Flexenbahn in Zürs. Wo sehen Sie die Skiregion in zehn Jahren? Ski Arlberg hat sich in den letzten Jahren nochmals enorm weiterentwickelt. Durch die Skigebietsverbindungen nach Warth-Schröcken im Winter 2013/14 und die Verbindung zwischen Zürs und Stuben/Alpe Rauz im vergangenen Winter sind wir zum größten Skigebiet Österreichs geworden sowie weltweit unter den Top 5! Es gibt weiteres Potenzial, um zu wachsen, wichtig wird daneben aber vor allem sein, die Qualität zu halten bzw. sogar noch zu verbessern. Dazu sind enorme Investitionen notwendig – so werden beispielsweise dieses Jahr von den Liftgesellschaften von Lech, Oberlech und Zürs auch ohne Liftneubau 7 Millionen Euro investiert. Können Sie sich auch in Regionen oder Städten wohlfühlen, wo keine Berge zu sehen sind? Ja klar, ich durfte auch schon einige großartige Städte weltweit kennenlernen. Besonders Wien und das „Wienerische“ mag ich. Aber nach einer gewissen Zeit fehlt irgendwie was. Also gab es noch keinen „Bergkoller“? Noch nie! Ich mag es auch, wenn es alle heiligen Zeiten mal im August schneit – hat alles seinen Reiz, ist immer wunderschön und für mich natürlich auch zusätzlich noch Heimat. Sabine Blechschmidt

Ski Arlberg, Pool West übernimmt mannigfaltige Aufgaben von und für die Liftgesellschaften von Lech, Oberlech und Zürs. Neben der ureigenen Funktion als Tarifverbundsgesellschaft zählen dazu v. a. die kaufmännische und technische Organisation des Skipassverkaufs sowie Aufgaben im Bereich Kommunikation und Marketing.

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Private Banking mit Fokus auf die achtsame Geldanlage

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in wichtiger Faktor für die Förderung der Nachhaltigkeit in der Unternehmenswelt ist die Einstellung von privaten und institutionellen Anlegern bei der Wahl von Finanzprodukten. Dank ihres Kapitals sind Anleger in der glücklichen Lage, nachhaltig agierende Unternehmen mit Kapital zu versorgen bzw. Unternehmen mit einer schlechten Öko- und Sozialbilanz durch Kapitalentzug zu bestrafen. Was eigentlich ganz einfach klingt, ist in der Praxis für den privaten Anleger aber recht schwierig – zu unübersichtlich erscheint das Universum der nachhaltigen Anlageprodukte. Einfach und transparent. Die Volksbank Vorarlberg hat es sich zum Ziel gesetzt, Kunden das Thema der nachhaltigen Geldanlage einfach und transparent näher zu bringen. Vorstandsvorsitzender Betr. oec. Gerhard Hamel: „Jedes Unternehmen hin-

terlässt mit seinen Aktivitäten in der Gesellschaft sowie in der Umwelt seine Spuren. Deshalb sollten sowohl Investitions- als auch Unternehmensentscheidungen neben finanziellen Aspekten auch immer die ökologischen und sozialen Effekte berücksichtigen.“ Um dies zu erreichen, führte das Private Banking der Volksbank Vorarlberg vor etwa einem Jahr die „achtsame Anlagestrategie“ ein, welche anhand von verschiedenen Kriterien sämtliche Investitionen und Anlagechancen aus dem Blickwinkel der Nachhaltigkeit durchleuchtet.

Neuer Standort: Private Banking am Marktplatz in Dornbirn

Top in Österreich. Jüngste Auszeichnungen belegen, dass sich Kunden auf die achtsame Anlagestrategie verlassen können: So wurde der Aktienfonds „Premium Selection“ jüngst vom unabhängigen Beratungsunternehmen CSSP AG unter die Top 100 der Nachhaltigkeitsfonds in Österreich gewählt.

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Immer mehr Kunden achten bei Investments nicht nur auf wirtschaftliche, sondern auch auf ökologische und soziale Kriterien. Unser nachhaltiges Anlagekonzept (8) berücksichtigt diese Wünsche, investiert gezielt in nachhaltige Segmente und vermeidet Investments in unethische Branchen wie die Waffen- und Tabakindustrie. Ergebnis: Gute Erträge mit gutem Gewissen. Erfahren Sie mehr über die acht Prinzipien der nachhaltigen Geldanlage: www.private-banking.at.


Foto: Oliver Lerch

Hightech aus den Alpen

Seit der Gründung vor 35 Jahren im Vorarlberger Wintersportort Schruns hat sich das HightechUnternehmen Gantner der Personenidentifikation verschrieben und gilt als Pionier in der berührungslosen elektronischen Zutrittskontrolle und Zeiterfassung.

„Was uns neben unserer jahrzehntelangen Erfahrung in der berührungslosen Identifikation von Personen ganz klar vom Mitbewerb abhebt, ist unser Systemansatz. Das heißt, wir liefern nicht nur ein einzelnes Produkt, sondern ein umfassendes System, das die Organisation eines Unternehmens nachhaltig unterstützt. Zutrittskontrolle, Zeiterfassung, bargeldloses Bezahlen, Schrankschließlösungen sowie die Integration vom Smart Home-Applikationen sind Teil unserer gesamtheitlichen Lösung“, unterstreicht Geschäftsführer Mag. Elmar Hartmann. Und das Wichtigste dabei ist: „Wir machen den Unternehmen oder

Freizeiteinrichtungen die Organisation und den Besuchern den Aufenthalt so einfach und komfortabel wie möglich – und das bei gleichzeitiger Steigerung der Sicherheit.“ Bekenntnis zum Standort. „Ich werde oft gefragt, warum wir unser Headquarter und den Sitz unserer führenden Entwicklungsabteilung noch immer in Vorarlberg haben, abseits der großen Ballungszentren und internationalen Knotenpunkte“, fährt Elmar Hartmann fort und nennt die Gründe: „Das ist ganz einfach: Unsere zuverlässigen, bestens ausgebildeten und kreativen Mitarbeiter sind hier in Vorarl-

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Vom Ein-Mann-Unternehmen – 1982 von Wilhelm Gantner gegründet – hat sich die Gantner Electronic GmbH zu einer weltweit operierenden Firmengruppe etabliert. Anfangs noch eine reine Entwicklungs- und Hightech-Beratungsfirma bietet Gantner heute eine komplette Produktreihe an. Die Fertigung ist ausgelagert, eine enge Zusammenarbeit mit Produktionsfirmen ermöglicht es, das entwickelte Know-how auch effizient umzusetzen. Erst heuer wurde die Tochterfirma Gantner Technologies Inc. in den USA gegründet. Ebenfalls 2017 wurde das belgische Unternehmen SYX Automations erworben. berg. Die Mentalität, so lange an einer Idee herum zu tüfteln, bis es funktioniert sowie die Zuverlässigkeit, mit der Aufgaben umsichtig und klug erfüllt werden, ist etwas ganz Besonderes. Für uns ist der Standort Vorarlberg sehr gut, auch wenn wir rund 80 Prozent Export haben. Aber die Qualität unserer Produkte sowie die stetigen Innovationen sind wesentliche Erfolgsfaktoren von Gantner – etwas, das wir unseren Kunden am Standort Vorarlberg garantieren können.“

Stippvisite. In Schruns gewährte Elmar Hartmann „kontur“-Redakteur Ernest F. Enzelsberger Einblicke in das Unternehmen.

Der zukünftige Erfolg eines Unternehmens wird sich über den Mehrwert seiner Produkte und Dienstleistungen definieren. Das Unternehmen ist deshalb so erfolgreich, weil – abgesehen von der hohen Qualität und Zuverlässigkeit der Produkte – Lösungen angeboten werden, um Prozesse zu vereinfachen, die Sicherheit zu steigern und den Komfort der Nutzer zu erhöhen. Besonders im Zeitalter der Digitalisierung ist es besonders wichtig, künftige Trends frühzeitig in Lösungen zu berücksichtigen.

Vor allem in neuen Gebäuden werden Büroflächen genau kalkuliert und es wird mitberücksichtigt, dass so mancher Mitarbeiter nicht ständig anwesend ist. Gearbeitet wird folglich dort, wo gerade ein Arbeitsplatz frei ist – Besprechungsni-

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Fotos: Oliver Lerch

Höchstmaß an Flexibilität. Grund und Boden werden immer teurer, die Art und Weise des Zusammenlebens verändert sich und die jüngeren Generationen verlangen ein Höchstmaß an Flexibilität. Elmar Hartmann: „Um dieser Entwicklung nachzukommen, bieten moderne Büroumgebungen immer flexiblere Arbeitswelten. Starre Büroräumlichkeiten, in denen jeder Mitarbeiter seinen eigenen, fixen Schreibtisch hat, gehören zunehmend der Vergangenheit an.“


Starre Büroräumlichkeiten, in denen jeder Mitarbeiter seinen eigenen, fixen Schreibtisch hat, gehören zunehmend der Vergangenheit an. schen, Meeting Points und Lounges eingeschlossen. Damit dies allerdings überhaupt umsetzbar ist, sind Büromöbel notwendig, in denen die Arbeitsunterlagen sowie persönliche Gegenstände sicher und einfach versperrt werden können. „Dank unserer modernen Schrankschließsysteme ist dies komfortabel möglich. Mit Schlüsseln muss sich hier niemand herumplagen, die Verwaltung wäre viel zu aufwendig und die Handhabung unpraktisch. Der Mitarbeiterausweis dient als Schlüsselersatz und ermöglicht das Sperren und Wiederöffnen der frei wählbaren Möbelschränke.“ Auch der Zutritt ins Gebäude oder in bestimmte Abteilungen, die Zeiterfassung sowie das Bezahlen in der Kantine können mit dem Mitarbeiterausweis problemlos organisiert werden. Schnittstellen zum HR-System oder zu anderen Verwaltungssoftwarelösungen sorgen für eine nahtlose Integration. „Vorzeigeunternehmen wie etwa die Erste Bank Group setzen in ihrem 2016 eröffneten Campus in Wien auf das Konzept der flexiblen Arbeitswelten, das mit unseren Schrankschließsystemen realisiert ist“, so Hartmann abschließend. Ernest F. Enzelsberger

Daten & Fakten Mitarbeiter weltweit: 350 Lehrlinge in Österreich: 10 Umsatz gesamt: 37 Mill. Euro Exportanteil 2016: 76 Prozent Hauptmärkte: DACH, Skandi­navien, Großbritannien, Mittlerer Osten, Australien, USA Referenzbeispiele: Hypo Landesbank Vorarlberg, Erste Bank Group, Loacker Recycling GmbH, Ferrari World, Säntis Park St. Gallen, McFit

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Von robusten Maßanzügen Ein Haus ist für sie mehr als nur ein starres Ding. Es geht um Szenen, um Bewegung – und um Stimmungen. Diese aufzugreifen und in Gebäude für Menschen zu „übersetzen“, haben sich Ludescher + Lutz Architekten aus Bregenz zur Aufgabe gemacht.

W

Foto: Wolfgang Scheide

ir treffen Elmar Ludescher und Philip Lutz in ihrem Büro im Posthof. Altbau mit hohen Decken, Blick auf den Bodensee. Hier können die Ideen fließen – und das tun sie auch, wie eindrucksvoll an den Wänden zu sehen ist. Diese sind bestückt mit Bildern von bereits um-

gesetzten und noch zu realisierenden Projekten. Darunter das Weingut Schmidt auf der deutschen Seite des Bodensees oder die Umbrüggler Alm in Tirol. Zwei Beispiele, die sehr gut die verschiedenen Seiten der Arbeit der Architekten aufzeigen. Da wäre zum einen das Weingut, das von Weitem sichtbar sagen will: hier bin ich! Und

dagegen die Alm, die sich der Topographie anpasst und Teil der Landschaft wird, eigentlich fast verschwindet. Beide Gebäude sind sichtbar, jedoch auf unterschiedliche Weise. „Aber das ist auch das Wesen der Architektur. Dass sie als Kunstform aufdringlich sein kann. In ein Konzert muss ich nicht notgedrungen gehen, aber am

Seesicht. Das Weingut Schmidt punktet mit Ein- und Ausblicken.

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Selbstbewusst. Außen Verputz, innen Holz. Beim Weingut Högl in der Wachau wurde gekonnt mit Materialien und Strukturen gespielt.

Bregenzer Bahnhof oder meinem Nachbarhaus muss ich vorbeifahren“, erläutert Philip Lutz die Verantwortung, die man als Architekt hat. Denn wie Gebäude wahrgenommen werden, hängt letztendlich auch von dessen Arbeit ab. Dass bei beiden Gebäuden umfassend mit Holz gearbeitet wurde, ist Zufall bzw. der Aufgabe und Umgebung zu verdanken. Ludescher + Lutz Architekten schätzen es, mit jedem Werkstoff zu arbeiten. „Bei der Materialwahl muss man immer Vor- und Nachteile abwägen. Will ich ein bauphysikalisch schweres oder ein leichtes Gebäude, habe ich die nötigen Handwerker vor Ort?“ Nur einige Überlegungen, wie Elmar Ludescher erklärt. Doch ja, sie arbeiten gerne mit Holz. Die Vorteile liegen auf der Hand, ökologische ebenso wie haptische und atmosphärische. Doch Holz fordere auch, so Philip Lutz. „Ich muss mir die Fugung überlegen, Holz hat eine Gliederung. Es braucht bewusstere Gestaltung, die den Dingen aber auch eine Feinheit verleiht. Sie werden spezieller, gefügter. Es gibt Struktur, Rhythmus.“ „Und das Auge bekommt etwas, an dem es verweilen kann“, führt Elmar Ludescher weiter aus.

„Häuser sind langlebig und müssen auch von der Gesellschaft mitgetragen werden. Es ist also von Vorteil, wenn ich etwas mache, das von der Bevölkerung verstanden bzw. auch beherrscht wird.“ 34 kontur

„Kein Brett ist wie das andere. Man muss das Material kennen, um mit ihm arbeiten zu können.“ Das Handwerk ist daher für die beiden bedeutend. Es gehe für sie schließlich nicht darum, effekthascherische Häuser zu bauen, sondern Häuser, die gut gemacht sind. „Darum legen wir Wert darauf, mit Handwerkern vor Ort zusammenzuarbeiten. Und wenn in einer Region einfach gute Verputzer zu finden sind, nehmen wir das in die Planung auf und setzen ein Gebäude mit verputzten Mauern um, wie zum Beispiel das Weingut Högl“, so Philip Lutz. Bei einem langlebigen Projekt wie einem Haus müsse man schließlich weiterdenken: man braucht jemanden, der die Dinge später repariert. „Da nützt es nichts, wenn ich ganz spezielle Lackoberflächen aus den USA einsetze und dann finde ich in Vorarlberg und Umgebung keinen Handwerker, der mögliche Schäden schleifen kann.“ Alle ins Boot holen. Die Kultur einer Gegend spielt bei der Herangehensweise an Projekte daher immer eine besondere Rolle. Dazu zähle die Handwerkskultur ebenso wie die Natur, die Topographie und nicht zuletzt die Hochkultur. „Wenn zum Beispiel Jakob Prandtauer in nächster Nähe im 18.

Inspirierend. Bereits seit zehn Jahren arbeiten Philip Lutz und Elmar Ludescher gemeinsam an Projekten.


Fotos: Bruno Klomfar, Elmar Ludescher, Philipp Steurer

Imposant präsentiert sich das Gebäude des Weingut Schmidt am Bodensee.

Wenn etwas gut gemacht ist, wird es von den Leuten auch gemocht. Das hat etwas mit Dauerhaftigkeit und Solidität zu tun. Jahrhundert was gebaut hat, müssen wir uns das anschauen. Denn das hat im Endeffekt auch Einfluss auf unsere Ideenfindung.“ Zu Beginn jeder Planung stehe daher der Besuch vor Ort. Das anschließende Entwerfen läuft bei Ludescher + Lutz Architekten sehr simultan, sehr gemeinsam ab. Dabei passiert sehr viel im Gespräch miteinander, denn „so kristallisieren sich Bilder heraus, die man schließlich weiter verfolgt.“ Dieses gemeinsame Arbeiten betrachten sie als große Qualität und Quelle der Inspiration. Ein Konsens entstehe dabei insofern, dass sie nichts erzwingen. „Wenn dem einen was nicht passt, suchen wir eben weiter.“ Wichtiger Bezugspunkt bei jeder Planung sind natürlich die Bauherren. Vorstellungen nehmen in enger Kooperation mit ihnen konkrete Formen an. „Grundsätzlich ist es so, dass wir unsere Häuser sehr früh sehr vollständig entwickeln. Daher lassen wir uns im Entwurfsprozess auch die nötige Zeit und nehmen die Leute mit. Denn nichts

ist fataler, als gar im Rohbau noch Änderungen vornehmen zu wollen“, so Elmar Ludescher. Der Planungsprozess sei sehr komplex und setze sich aus sehr vielen Parametern zusammen. Sich gestalterisch nicht ablenken zu lassen und dennoch die Funktionalität nicht aus den Augen zu verlieren, laute die Zauberformel. Umso wichtiger sei es daher, die Nutzergruppen zu hören. Denn ob Zugänglichkeit oder Torgrößen – schon Kleinigkeiten können böse Folgen nach sich ziehen. „Darum muss man zum Beispiel bei einem Seniorenheim mit den Pflegerinnen oder Hausmeistern reden und wachsam sein für deren Anliegen. Das ist spannend, man lernt bei jeder Bauaufgabe was dazu“, resümiert Philip Lutz. Ist dann schließlich der Punkt erreicht, an dem der Bauherr sagt: „Das machen wir so“, ziehen alle an einem Strang. Nachholbedarf. Alle an einem Strang ziehen sollten laut Ludescher + Lutz auch in den Städten und Gemeinden, wenn es um die Raumplanung geht. Man habe in

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„Ich finde es erstaunlich, wie viele Leute doch ihre eigene Wohnsituation viel weniger anspruchsvoll sehen als z. B. ihr nächstes Urlaubsziel. Es wäre daher schön, wenn das hohe Niveau, das wir diesbezüglich in Vorarlberg haben, mehr Breite bekommen würde.“

Foto: Elmar Ludescher

Vorarlberg zwar architektonisch ein überaus hohes Niveau, doch gleichzeitig werde an vielen Stellen zu wenig Rücksicht auf die Quartiere genommen. „Ein Schwachpunkt unserer Raumplanung sind die Außenräume und die städtebaulichen Situationen, die tendenziell unserer Meinung nach visionslos sind“, so Elmar Ludescher. Man kenne die Historie der Stadtteile ganz genau, habe für morgen aber keinen städtebaulichen Plan. Beispiel Wohnbau: „Da muss ich nicht unbedingt Originalität einfordern. Aber man sollte mit neueren Wohnbauten zumindest die Ortskerne und Städte bewusster formen. Während man im städtischen Raum Dichte braucht, sollte man auch den Charakter eines Gebietes mit Einfamilienhäusern erkennen. Man kann den Wohnbau ja forcieren, dann aber bitte mit Planung und Struktur.“ Wobei die beiden Architekten, die selbst als Gestaltungsbeiräte aktiv sind, den Markt nicht ganz verstehen. „In

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Vorarlberg stehen Tausende Wohnungen oder Häuser leer, gleichzeitig werden aber zahlreiche gebaut. Ein Missverhältnis. Es gibt offensichtlich viele Haus- oder Wohnungsbesitzer, die nicht vermieten wollen, die Gründe dafür sind vermutlich vielfältig“, meint Philip Lutz. Robust. Dass Häuser in gewisser Weise Maßanzüge sein müssen, darin sind sich beide einig. Jedoch, diese Maßanzüge sollten in ihrer Struktur robust sein, sprich, diverse Nutzungen zulassen. „Nehmen wir als Beispiel das Haus, in dem wir gerade sitzen. Das ist mehr als hundert Jahre alt und war als etwas völlig anderes konzipiert, nämlich als Schlafstätte für Bahnbedienstete. Mittlerweile hat das Gebäude schon einige Funktionen hinter sich – und es klappt. Hohe Räume, eine gute Belichtung, ein hervorragender Dämmwert auch ohne aufgeklebte Kunststoffwärmedämmung ... das wird auch die nächsten hundert Jahre so funktionieren", zeigt sich El-

mar Ludescher begeistert. Ebenso wie von den anstehenden Projekten, zu denen unter anderem ein neues Gasthaus mit angeschlossenem Hotel im Ortszentrum von Lauterach sowie ein Gemeindezentrum im Schwarzwald mit einem sehr komplexen und vielfältigen Raumprogramm zählen werden. „Beides wichtige Identifikationspunkte für die Gemeinden und sehr tolle Aufgaben.“ Sabine Blechschmidt

Wir versuchen, unsere Häuser so in die Landschaft zu setzen, dass sie mit ihr kommuni­ zieren, dass sie ein Teil von ihr werden.

Knotenpunkt. Das neue Gasthaus mit Hotel wird im Ortszentrum von Lauterach entstehen.

Umbrüggler Alm. Das Ergebnis von gegenseitigem Verständnis. Die Akzeptanz vonseiten der Stadt haben Ludescher + Lutz sehr geschätzt.


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Bayerisches Raumschiff Man stelle sich vor: einen makellosen Schönwetterflug ganz ohne Turbulenzen. Diesen Schub, diese Ruhe, diese Entspanntheit. So zieht man auch mit dem neuen 5er BMW seine Kreise. Zu ebener Erd’ halt. Aber dem Fliegen sehr ähnlich.

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in Meisterwerk von einem Kombi, der 530d xDrive Touring. Ein schlankes Raumschiff, mit dem man (fast immer) über den Dingen steht. So beispielsweise, wenn man in einen der steirischen Katastrophenregen dieses vergangenen Sommers hineingerät, bei Blitz und Donner im Wolkenbruch unbeirrt dahingleitet, nicht weit entfernt von reißenden Flüssen, einstürzenden Brücken, Straßen, die keine mehr sind. Sicher in der Spur. Wir begaben uns zwar nicht ins „Auge des Unwetters“, dort wo es selbst für das beste aller Autos kein Fortkommen mehr gäbe. Aber dem sehr nahe. Anderntags dem 5er dankbar, dass er uns gut informierte und sicher in der Spur hielt von der nicht mehr viel zu sehen war. Bei solchen Gelegenheiten lernt man den wahrhaft intelligenten Allradantrieb xDrive schätzen und alles andere, was Bayerns großer Kombi sonst noch an Bord hat: Spurhalteassistent, Abstands- und Querverkehrswarner.

Die Fülle ist enorm, ein eingehendes Studium dieser elektronischen Hightech-Welt dringend empfohlen. Man wird dabei nicht überfordert. Die BMW-Entwickler sind mittlerweile Großmeister logischer Systemführung. Learning by Doing genügt. Aber bitte vor der Fahrt. Es sei denn, man hat einen Digital Native als Co-Pilot. Ein schönes Beispiel aus der Lehre, was so ein TopLastenträger zum herben Preis von über 100.000 Euro alles kann: der serienmäßige „Fahrerlebnisschalter“. Er ermöglicht eine individuelle Fahrzeug-Abstimmung durch die Auswahl der Modi Comfort, Sport und Eco Pro. Zusätzlich steht der Modus Adaptive zur Verfü-

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gung. In dieser Einstellung passt sich das Setup des Fahrzeugs automatisch an den Fahrstil und den Streckenverlauf an. So können die Daten des Navigationssystems genutzt werden, um die Fahrzeugabstimmung vorausschauend vorzubereiten. Schar von Helfern. Zahlreiche innovative Technologien wirken mit am Thema sichere Fahrt. Unter anderem die Ausweichhilfe (erkennt kritische Situationen), die Querverkehrswarnung, die mit gelben Balken im Display vor kreuzendem Verkehr warnt, der Spurwechselassistent, der einen automatisierten Spurwechsel auf


Autobahnen ermöglicht, sowie die aktive Spurwechselwarnung, die bei drohenden Kollisionen in die Lenkung eingreift.

Sechszylinder lässt so manchen locker stehen, der auf dem Papier mehr verspricht. Und der Verbrauch ist mit 7,7 Litern für ein Auto dieser Potenz mehr als moderat. Zur Frage Dieselmanipulation versichert BMW: „Wir haben damit nichts zu tun.“ Franz Muhr

BMW 530d xDrive Touring kompakt. BMW TwinPower Turbo, sechs Zylinder, 265 PS, Achtgangautomatik. Kofferraumvolumen: 570 bis 1700 Liter. Testverbrauch: 7,7 Liter. Preis Testfahrzeug: 104.796 Euro

Foto: BMW

Mehr Raum, mehr Komfort. Die Vorteile des Kombi gegenüber der Limousine: 570 Liter Stauraum bei stehender Rückbank (zehn Liter mehr als bisher) oder die 1700 Liter (plus 30 Liter), wenn man die dreigeteilte Lehne mit jeweils einem Kopfdruck nach vorn umklappt, mehr Kopffreiheit für die Hinterbänkler, exzellenter Sitzkomfort dank höherer Rücklehnen. Zurück zum Schönwetterflug: Der Schub des 265-PSSechszylinderdiesel ist vergleichbar mit dem eines startenden Jets. Der Power-

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Ab auf die Piste Für passionierte Skifahrer das Allergrößte: Zwei Bretter, die auf das Können und die Fahrweise angepasst sind. Ex-Skirennläufer Achim Vogt und der gelernte Schreiner Sascha Mehnert erzeugen exklusive und individuelle Skier für anspruchsvolle Skifahrer. So macht das Carven über die Piste oder das Powdern im Tiefschnee richtig Spaß.

D

ie Individualisierung und Personalisierung sind in vielen Bereichen unseres Lebens eingezogen. Warum sollte diese Entwicklung vor den Brettern, die für viele die Welt bedeuten, Halt machen? Und diejenigen, die auf ihr Können abgestimmte Skier ihr Eigen nennen, würden sie nicht mehr hergeben. Die beiden Skibauer Achim Vogt in Schaan (Fürstentum Liechtenstein) und Sascha Mehnert in Friedrichshafen (Deutschland) erfüllen solche exklusiven Skiträume. Sie haben sich da­ rauf spezialisiert, individuelle Skier für anspruchsvolle Kunden zu bauen. Für die beiden bedeutet der Herbst Hochsaison.

Holzkerne, Kanten, Fiberglas, Klebstoffe und viele andere Zutaten werden zu einem Ski geformt und gepresst. Es entsteht ein Paar Ski, das handgefertigt, einzigartig und von hoher Qualität ist. Rennkomponenten im Ski. Für die Produktion seiner Skier benötigt der ehemalige Skirennläufer Achim Vogt etwa sechs Stunden reine Arbeitszeit. Bis der Ski genau so ist, wie es der Kunde wünscht, kann eine ganze Woche ins Land ziehen. Seine Kunden verlangen hauptsächlich nach Slalom- oder Riesenslalomski. „105 Formen stehen zur Auswahl. Ich baue die Konstruktion und verwende dabei Kom-

ponenten, die ausschließlich im Rennsport erhältlich sind. In meine Skier kommt ein Holzkern, anstatt Kunststoff – welcher klassisch für übliche Skis verwendet wird“, erklärt der Liechtensteiner Skibauer, der als One-Man-Show bis zu 200 Paar jährlich erzeugt und über Direktvertrieb an den passionierten Skifahrer bringt. In seiner siebenten Saison kann Vogt auf ein kleines Skidepot zurückgreifen, aus dem Kunden ihren Ski auswählen können. Grafik und Mitarbeit. Hauptsächlich nehmen die Skifahrer Vogts Künste in Anspruch, damit sie einen maßgeschneiderten Ski fahren können. Dies umfasst die

Für meine Skier ver­ wende ich ausschließlich Kom­ponenten, die auch im Rennsport zum Einsatz kommen. 40 kontur


Fotos: Achim Vogt

Spaß pur. Mit dem maßgeschneiderten Ski über die Piste flitzen – für Armin Vogt (unteres Bild, rechts) bedeutet dies 52 Arbeitsschritte und eine reine Arbeitszeit von sechs Stunden.

Konstruktion und das Innenleben der Skier. Zudem bietet der Inhaber der SKIBAUart ein individualisierbares Skidesign an. „Ich habe mehrere Grunddesigns für die Skioberflächen, die in der Farbe variabel sind. Auf Kundenwunsch bekommt der Ski eine ganz persönliche Designnote“, schildert der Riesenslalomsieger. Bisher erfüllte er jeden Designwunsch. Einmal musste der 46-Jährige einem Kunden schweren Herzens einen Wunsch abschlagen. „Die Oberflächenfarbe braucht einen weißen Hintergrund. Das gewünschte Silber funktionierte nicht, da es zu wenig Haftung bot. Ich baue Skier, die qualitativ hochwertig sind. Als

Geht nicht, gibt’s beim liechtensteinischen Tüftler und Skibauer Achim Vogt nicht. Schließlich ist es sein Ziel, jedem Kunden den maßgeschneiderten Ski herzustellen. Zur Auswahl stehen den Kunden 21 Skiformen in fünf Modellen, individuell anpassbar in Konstruktion und Design. kontur 41


Interessierte nehmen mit Sascha Mehnert Kontakt auf, bekommen Testskier zum Probieren. So stellt sich schnell heraus, ob sie damit können. Wenn ja, berücksichtigt er bei der Produktion die Wünsche und das Können seines Kunden und geht dann mit ihm auf die Piste.

Anspruch. Sascha Mehnert fertigt alle Skier per Hand – und gefallen müssen sie ihm auch.

tenteils aus dem Freeride-Bereich stammen, bietet er zwei Möglichkeiten, um einen Holzski zu fahren. „Eine Option ist das ‚Upcycling‘. In diesem Fall bringen mir die Kunden ihre gekauften Skier, die gewisse Parameter erfüllen müssen, und ich bringe das Holzdesign auf. Im zweiten Fall produziere ich das Paar von Grund auf. Hier können die Skibegeisterten zwischen verschiedenen Skimodellen, Größen und Breiten auswählen. Der Skifahrer bekommt so Skier, die auf sein Gewicht und sein Können angepasst sind“, schildert Sascha Mehnert, der aus persönlichem Interesse in diesem Metier gelandet ist. Für das Holzfurnier sind derzeit besonders Eiche, Esche und Olivenholz gefragt. Durch die Asteinschlüsse schaut jeder Ski anders aus und ist somit ein Unikat. Pro Skipaar benötigt er, der ehemals im deutschen Skiverband in der Ausbildung tätig war, bis zu 30 Stunden reine Arbeitszeit. Spaß im Vordergrund. Da die Skiproduktion jährlich zunimmt, ist es dem 46-Jährigen wichtig, weiterhin Spaß an der Skifertigung und an seinem „Lowtech-Ski“ zu haben. „Mir gefällt die Einzelfertigung, 80 Prozent meiner Kunden kenne ich persönlich und ich gehe nach wie vor mit ihnen auf die Piste, wenn sie zum ersten Mal auf ihren neuen Skiern stehen oder bringe sie persönlich vorbei“, so Mehnert, den es freut, dass es einige seiner Skier bis ins Wohnzimmer geschafft haben und dort als Möbel stehen – bis sie im Winter wieder zum Einsatz kommen. Patrizia Gunz

Produzent trage ich Verantwortung gegenüber meinem Kunden. Skier sind Sportgeräte, mit denen man auf der Piste mit hoher Geschwindigkeit unterwegs ist“, so Vogt. Als besonderes Erlebnis bietet der Balzner seinen Kunden an, ihr Paar Ski selber zu bauen. Hierzu macht Vogt die Arbeitsschritte vor und der Kunde kopiert diese. Ein für Achim Vogt unübertreffliches Erlebnis ist es, wenn seine Kunden zum „ersten Mal“ mit ihren neuen Brettln die Piste erkunden und er dabei ist!

Ich möchte hinter meinem Produkt stehen. Deshalb gefällt mir das Prinzip der Einzelfertigung. 42 kontur

Fotos: Sascha Mehnert

Nostalgische Optik. Bei Sascha Mehnert von der Ski Manufaktur Bodensee ist wie bei Achim Vogt der Skikern aus Holz. Seine Skier unterscheiden sich hauptsächlich in der Optik. „Meine Kunden können sich neben der Bauart auch das Holz für die nostalgische Oberfläche aussuchen“, erklärt Mehnert, der Skier im Nebenerwerb baut. Bis zu 30 Paar Ski verlassen pro Jahr seine 50 m2 große Werkstatt in Friedrichshafen. Für seine Kunden, die größ-


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Superfood Wer heutzutage leistungsfähig bleiben will, isst Superfood. Doch das gab es auch schon früher. Besonders im Winter stärkten sich die Menschen mit Superfrüchten mit Zusatz, nämlich Gewürzen, die sie gegen Krankheit immunisierten. Das Beste daran: Energiebomben wie Lebkuchen, Biberli und Co schmecken hervorragend.

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Fotos: Martina Bašista, Pirker GmbH, Shutterstock

rüher verhieß der Winter zwei völlig gegensätzliche Dinge – zumindest, was den Speiseplan anbelangte: karge, genau kalkulierte Alltagskost – Suppen, Mus, KartoffelVariationen (die gleich nach ihrer Einführung in Europa zum Grundnahrungsmittel avancierten), und essbare Kostbarkeiten, die mit ihrer Süße die langen, bitterkalten Tage aufhellten. Im Winter brauchten die

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Menschen immer schon Superfood. Und sie wussten, was ihnen Kraft gab, was die Stimmung verbesserte. Nämlich Lebensmittel mit Gehalt, mit Kalorien, Lebensmittel, die mit Zucker für die notwendigen Energie sorgten, die Kraft gaben. Wie das Birnenbrot, das im Allgäu genauso heimisch ist, wie in der Ostschweiz, das die Bregenzerwälder ebenso lieben wie die

Ein Traum von Haus. Das riesige Lebkuchenhaus der Lebzelterei Pirker im Wallfahrtsort Mariazell ist nicht nur ein Hingucker, es kann auch verspeist werden.


dukte und tradtionelle Zubereitung legen. Birnenbrotfreunde toppen den Nährwert übrigens mit einer dicken Scheibe Alpbutter oder – dann zählen sie schon zu den Feinschmeckern – mit einem Blauschimmelkäse. Kraftspender. Der klassische Adventsnack sind allerdings Lebkuchen, die rund um die Welt gebacken werden, allerdings in regionalen Ausformungen. Von den Bäckern werden die SuperfoodBomben prosaisch Dauerbackwaren genannt, was schon eine ihrer wichtigen Eigenschaften beschreibt. Berühmt sind in Österreich die Mariazeller Lebkuchen, deren Ruf von den Wallfahrern in die Welt getragen wurde und wird. Sie gaben Kraft auf dem langen Weg – vor allem dem zurück nach Hause. Die auch als Pfefferkuchen bekannten Backwerke heißen deshalb so, weil eine ganze Reihe von Gewürzen verwendet wird. Und die fielen im Mittelalter alle unter den Begriff Pfeffer, wie Katharina Rippl-Pirker, Chefin des tradtionsreichen Familienbetriebes Lebzelterei Pirker, weiß.

Neun Gewürze werden in unseren Lebkuchen verarbeitet – von Anis über Piment bis zur Gewürznelke.

Alles handgemacht. Konrad Solenthaler zählt zu den besten BiberBäckern im Appenzell.

Montafoner. Früher gab es in jedem Haus ein Rezept dafür. Die „Saison“ war streng geregelt, heute bekommt es der Kunde in vielen Bäckereien und im Supermarkt das ganze Jahr über. Birnenbrot und Birnweggen, in Vorarlberg auch Moltschero genannt, sind ein wahres Fest der Nahrhaftigkeit. Ein traditionelles Gebäck, das von den armen Bevölkerungsgruppen hergestellt wurde. Zubereitet wird Birnenbrot mit einer Füllung aus gedörrten Birnen, Weinbeeren, Nüssen, Feigen, ja sogar Apfel kommt in das eine oder andere Hausrezept, und jeder Menge Gewürze, etwa Orangeat, Zitronat, Zimt, Sternanis, Nelken, Koriander und das eine oder andere Glas Obstler, Trester oder Kirschschnaps, die in einem großen Zuber geknetet wird, bevor die Masse in einen Brotteig aus Ruchmehl und eine dünne Schicht Hefeteig geschlagen wird. Im Idealfall machen viele Familien das selbst – aber auch Vorarlberger Bäcker, etwa der Rankweiler Bäcker Johannes Breuß oder sein Hörbranzer Kollege Herbert Gunz, die Wert auf Bio-Pro-

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Fotos: Graubünden, Shutterstock

Birnenbrot. Es wird in Varianten rund um den Bodensee gebacken.

Die dunkle Zeit, die Monate von November bis Anfang April, galt und gilt es, möglichst unbeschadet über die Runden zu kommen. Dafür wurden vor Jahrhunderten schon essbare Kostbarkeiten hergestellt, die mit ihrer Süße die langen, bitterkalten Tage aufhellten. Im Falle der Mariazeller Lebzelterei sind es neun Gewürze, die verarbeitet werden – von Anis und Piment über Kardamon, Muskatnuss, bis zur Gewürznelke. Das halten Lebzelter überall ein klein wenig anders, die exakte Mischung ist Betriebsgeheimnis. Eines haben aber alle gemein: Hauptbestandteil ist in jedem Fall der Honig. Deshalb weisen Lebkuchenexperten gerne auf die vorbeugende Wirkung des Genusses auf die Gesundheit hin. Und auch wenn der Pirker zu den größten Betrieben in der Branche zählt, wird nicht maschinell produziert, darauf legen die Steirer, deren Köstlichkeiten inzwischen auch in Filialen in Wien und Salzburg verkauft werden und die unter dem Label Spar Premium österreichweit in Spar-Märkten erhältlich sind, Wert. Lebzelten-Afficionados nehmen sie oft als Referenzprodukt, gibt es doch viele regionale Versionen. Schlicht und geschmückt. Zu denen kann man auch den Biber aus dem Appenzell und aus St. Gallen zählen, der seinen nachgewiesenen Ursprung übrigens nicht nur in der Schweiz hat, sondern auch über der Grenze in Konstanz bereits im 14. Jahrhundert erwähnt wurde. Mit einem Bi-

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ber hat das Gebäck nichts zu tun, der Wortstamm ist ein anderer, nämlich Piment oder – was ebenfalls einleuchtend klingt – Pfeffer, der auch schon mal Piper genannt wurde. Der Ursprung hat sich im Laufe der Jahrhunderte abgeschliffen – im 19. Jahrhundert wurde der Lebkuchen endgültig zum „Biber“. Den Biber gibt es in verschiedenen Größen, schlicht oder geschmückt

– oft mit einem Bären, dem Wappentier der Appenzeller, als Verzierung. Der kleine Biber, logischerweise Biberli genannt, ist gefüllt – nämlich mit einer Nuss- oder Mandelfüllung – in der Schweiz ein Volksgenussmittel, das übers ganze Jahr im Lebensmittelhandel, aber auch in Gastronomiebetrieben, den Beizen, angeboten wird. Der Biberfladen hingegen ist ein Lebkuchen, der weder gefüllt noch verziert ist. Biber gibt es in vielen Versionen, denn auch in der Herstellung dieser Spezialität schwören die verschiedenen Produzenten auf ihr jeweiliges, geheimes Hausrezept. Eines, das unter Biberfreunden zu den besten zählt, ist das der Bäckerei zur Dorfmühle in Gais, wo Konrad Solenthaler Herr über Zubereitung und Backofen ist. Abgerundet wird das Sortiment mitteleuropäischer Superfoods für den Winter natürlich vom Weihnachtsplätzchen, -gutsle, -keksle oder wie man auch immer Zimtstern, Vanillekipferl und Co in den jeweiligen Regionen zu bezeichnen pflegt. Diese werden von einigen Bäckern in meisterhafter Qualität hergestellt, sind aber nach wie vor eine Domäne der Hausfrauen, -männer und Kinder in den Familien. Und wie Genießer versichern, sind die HomemadePlätzchen auch die besten. Andreas Scalet


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Aussichtsreich Würden Sie nicht auch gerne in die Zukunft schauen können? Einige Familienunternehmen in Vorarlberg können das mit einem guten Gefühl, legen sie ihre Geschicke doch in die Hände junger Menschen. Töchter und Söhne, die die gewachsene Tradition weiterführen, die die Zukunft mit kreativen Ideen und Engagement angehen.

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ie Branchen der „jungen Köpfe“ auf den folgenden Seiten sind so unterschiedlich wie die Persönlichkeiten selbst. Während es für den einen auf Baustellen hoch hinaus geht, sorgt ein anderer dafür, dass man sich in U-Bahnen auf der ganzen Welt gut festhalten kann. Reiseträume und der perfekte Klang im Zuhause stehen bei weiteren Vertretern Vorarlberger Familienbetriebe täglich auf der Tagesordnung. Mögen die Bereiche auf den ersten Blick vielleicht nicht allzu viel gemeinsam haben, sind sie sich doch in einem gleich: Alle Produkte und Verfahren stammen aus traditionellen Unternehmen. Familienbetrieben, die aus dem Ländle nicht mehr wegzudenken sind und die sich klar zum Standort Vorarlberg bekennen. Hier sichern sie seit Jahren zahlreiche Arbeitsplätze, und hier wollen sie auch in die Zukunft gehen. Erfolgreiche Nachfolge. Die Vorarlberger Wirtschaftsstruktur ist geprägt von Familienunternehmen. Deren Bedeutung lässt sich vermutlich am anschaulichsten in Zahlen ausdrücken: So stellen diese

Mit Leidenschaft und Ideen bringt die neue Generation frischen Wind in die Unternehmenslandschaft.

Betriebe über 90 Prozent der Arbeitsplätze sowie über 90 Prozent der Umsätze im Land. Eine große Verantwortung, die auf den Schultern der Inhaber und Geschäftsführer liegt. Dabei ist es egal, ob es sich um das kleine Unternehmen von nebenan handelt, oder um den international tätigen Konzern. Stetige Innovationen sowie ein wohlkalkuliertes Risiko bestimmen den langfristigen Erfolg. Doch wofür investieren, planen und das Unternehmen zukunftsfähig machen, wenn der geeignete Nachfolger fehlt? Die erfolgreiche Über­ gabe an die nächste Generation bildet das übergeordnete Ziel, sie bestimmt die Zukunft des Unternehmens. Natürlich, und wer kennt das nicht, „loslassen“ fällt manchmal schwer. Als Unternehmer sollte man dennoch nicht vergessen, die Übergabe frühzeitig zu planen und die neue Generation in diesen Prozess miteinzubinden. Nur so kann eine erfolgreiche Nachfolge gelingen, wie auch die Beispiele auf den nächsten Seiten zeigen. Mit Optimismus. In den folgenden Vorarlberger Unternehmen hat die Zukunft schon begonnen. Die nächste Generation nimmt hier langsam ihren Platz am Steuer ein, in einigen sitzt sie bereits in der Geschäftsführung. Fünf junge Menschen, die sich den Herausforderungen stellen. Ob neue Sicherheitsvorschriften oder die Digitalisierung – sie gehen Hürden aber auch Chancen mit Ideen und Leidenschaft an. Denn sie haben sich für das Lebenswerk ihrer Vorfahren entschieden. In den Betrieben wollen sie die Zukunft aktiv gestalten und so ihren Beitrag zum Wirtschaftsstandort Vorarlberg leisten. Sabine Blechschmidt

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Friedrich Faigle von der faigle-Gruppe in Hard begegnet Herausforderungen mit sportlichem Ehrgeiz. Bestehende Abläufe zu hinterfragen, klares und offenes Feedback vorzuleben sowie digitale Kompetenz aufzubauen – dafür macht er sich stark.

Wann wussten Sie, dass Sie in das Familienunternehmen mit einsteigen möchten? Diesen Gedanken hat man immer im Hinterkopf. Ich wollte aber erst meine eigenen Erfahrungen sammeln und im Ausland studieren, arbeiten. Mir war es extrem wichtig, mir zu beweisen, dass ich es selbstständig schaffen kann – und das macht man am besten an anderen Orten als zu Hause. Welche Aufgaben haben Sie bereits im Unternehmen übernommen? Im Moment leite ich den internationalen Verkauf und das Business Development im Bahnbereich und bin für das Geschäftsmodell Halteschlaufen verantwortlich. Daran halten Sie sich fest, wenn Sie z. B. in Hongkong, Peking, Kopenhagen oder Wien den öffentlichen Nahverkehr nutzen. In diesem Bereich sind wir Marktführer. Ab Mitte nächsten Jahres übernehme ich mehr Verantwortung und werde die Geschäftsführung von einem unserer Betriebe in Österreich, gemeinsam mit Marco Blum, und in der Schweiz übernehmen.

Was fasziniert Sie an Ihrer Branche? Der vielfältige Werkstoff und die Innnovation, die täglich passiert. In den Nischen, in denen wir aktiv sind, wird auf uns vertraut – und das seit über 70 Jahren. Mein Großvater, ein Autodidakt und Erfinder, hat die Tribologie mitgeprägt. Dass wir mit unseren Neuentwicklungen Innovationen auf den Markt bringen, die jedermann nutzt (oft ohne dies zu wissen). Da sind z. B. die Rollen für Fahrtreppen, mit denen wir weltweit die Nummer 1 sind. Aber auch das UltraRope, ein stahlfreies Aufzugsseil, das in den höchsten Gebäuden der Welt bereits eingesetzt wird. Wie finden Sie privat Ausgleich zum Geschäftsleben? Freunde und Familie sind zentrale Anker. Ich bin auch ein großer Bergfan, wenn möglich treibt es mich in die Höhe! Um den Kopf frei zu bekommen und mich auszupowern, gehe ich laufen. Aber auch auf Konzerte – von Klassik bis Punk Rock. Welche Zukunftsvision haben Sie? Unsere starke Marktstellung ausbauen und weiter auf Wachstum setzen. Wir werden in zehn Jahren unseren Umsatz anders verdienen als heute. Meine Vision ist, unser Unternehmen auf diesem Weg erfolgreich zu führen.

Vita. Nach der Matura am BG Bregenz-Blumenstraße Zivildienst und Studium Bachelor Wirtschaftswissenschaften BWL an der Universität St. Gallen (HSG) sowie Master-Studium an der London School of Economics (Finance and Accounting); u. a. Vorstandsassistent bei der Würth Gruppe und Co-Founder von Food Fellows in Berlin; ab Mitte 2018 Geschäftsführer faigle Industrieplast und faigle IGOPLAST Privat. 33 Jahre, verlobt

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Fotos: Roland Paulitsch, Dietmar Stiplovsek

Welchen Traumberuf hatten Sie als Kind? Forscher. Genauer gesagt Tropenforscher.


Als Vertreter der Online-Shopping-Generation weiß Nicolas Kreil von der Kreil GmbH in Dornbirn genau um die besondere Bedeutung von Dienstleistung und persönlichem Service. Deren Wertschätzung möchte er in Zukunft forcieren. Welchen Traumberuf hatten Sie als Kind? Mein Vater hat früher bei uns in der Garage regelmäßig Radios in Autos von Kunden eingebaut. Begeistert von dem einen oder anderen flotten Flitzer war es mein Traum, Kfz-Mechaniker zu werden. Er hat mich dann aber doch davon überzeugt, die Matura zu machen. Wie war der Blick auf das Unternehmen als Jugendlicher? Ich verbrachte schon immer sehr viel Zeit in unserem Geschäft. Ich habe Musik gehört, den Technikern in der Werkstatt bei der Arbeit zugeschaut und „Kino“ gespielt. Auch meinen ersten Ferialjob durfte ich im Betrieb ausüben – damals war meine Aufgabe zwar hauptsächlich das Aufräumen des Lagers, aber dennoch entwickelte sich langsam eine Begeisterung für die Branche. Welche Aufgaben haben Sie bereits übernommen? Leichter gefragt: Welche habe ich noch nicht übernommen? Mir war es immer wichtig, dass ich alle Abteilungen selbst erlebe, um die Unternehmensstruktur und den Gesamtablauf in- und auswendig zu kennen. Gestartet habe ich im Verkauf, aber auch für Außendienst und Service war ich mir nie zu schade. Heute bin ich schon beinahe in allen Geschäftsprozessen integriert, mit Vorliebe für Verkauf und Marketing. Was fasziniert Sie an Ihrer Branche? Unsere Branche selbst entwickelt sich leider immer mehr in Richtung „Wegwerfgesellschaft“. Unser Unternehmen steht jedoch für Qualität, Nachhaltigkeit und Entschleunigung trotz Innovation. Auch bester Service wird bei uns groß geschrieben und, das ist für mich das Schönste an der Arbeit, unsere Kunden zu begeistern. Wie groß ist der „Druck“ für die neue Generation? Ich trage ein großes Verantwortungsgefühl gegenüber der Generation, die das Grundkonzept vor über 30 Jahren mit viel Herzblut entwickelt hat. Ich möchte das Unternehmen modernisieren und dennoch die Vision von damals weiterleben. Außerdem möchte ich, sollte ich die Firma eines Tages übernehmen, dass der Übergang vom Kollegen zum Vorgesetzten für meine Arbeitskollegen kaum spürbar wird.

Vita. Nach der Matura am B.O.R.G Schoren Besuch des Kaufmännischen Kolleg (HAK Bregenz); von 2012 bis 2014 Einzelhandelskaufmann bei der Kreil GmbH, nebenbei Studium Retail Management (Steinbeis Universität Berlin) mit Abschluss Bachelor of Arts; im Anschluss IT Business Analyst bei ALPLA; seit 2016 wieder im Familienunternehmen tätig Privat. 26 Jahre, derzeit am Haus bauen und in freudiger Erwartung

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Hoch hinaus geht es fast täglich für Michael Ellensohn von Ellensohn Gerüstbau in Götzis. Das Unternehmen weiterzuentwickeln und wettbewerbsfähig zu halten, ist sein großes Ziel. Dabei setzt er vor allem auf ein zufriedenes, gut geschultes Team. Wie war der Blick auf das Unternehmen als Kind? Unser Familienbetriebs war bei uns zu Hause immer schon sehr präsent. Für uns Kinder war es ganz normal, dass zu Mittag oder beim Abendessen über das Firmengeschehen geredet wurde. Wann wussten Sie, dass Sie in das Familienunternehmen mit einsteigen möchten? Das habe ich schon vor dem Antritt meiner Lehre mit 15 Jahren beschlossen. Mir war es aber wichtig, erst noch Einblick in einen anderen Betrieb zu erhalten. Deshalb entschied ich mich für eine Maurerlehre. Während meiner Lehrzeit absolvierte ich zusätzlich eine Eventmanagementausbildung, die ich dann später in der Gerüstbranche sehr gut umsetzen konnte. Welche Aufgaben haben Sie bereits übernommen? Seit einigen Jahren leite ich den gesamten Bereich Gerüstbau, den ich mit aufgebaut und vergrößert habe. Dazu gehören Planung, Organisation und Abwicklung aller Projekte. Ich selbst bin auch gerne auf dem Gerüst, wenn es die Zeit zulässt oder Not am Mann ist. Was fasziniert Sie an Ihrer Branche? Ich staune immer wieder über die Weiterentwicklung der Gerüstteile. Heutzutage gibt es praktisch keine Grenzen. Ebenso fasziniert mich die stetig wachsende Nachfrage an Gerüsten, begründet durch die wachsenden Sicherheitsbestimmungen am Bau. Ohne Gerüst geht nichts mehr.

Wie finden Sie privat einen Ausgleich? Man hat die Firma immer im Hinterkopf. Trotzdem versuche ich, Geschäftliches nicht mit nach Hause zu nehmen. Meine Eltern sind hier ein großes Vorbild. Ich nutze jede freie Minute in der Natur. Aber auch daheim kann ich gut abschalten, v. a. wenn ich mit Familie oder Freunden zusammen bin.

Vita. Nach Abschluss der HTL Rankweil Maurerlehre bei Bau Summer und WIFI-Ausbildung zum Eventmanager; Wechsel in den Familienbetrieb und Übernahme der Bereichsleitung Gerüstbau; zudem Ausbildung zum Lehrlingsausbildner, Absolvierung der Unternehmerprüfung; Veranstalter und Mitveranstalter diverser Events im Ländle (z. B. Holi Flash Dornbirn) Privat: 26 Jahre, glücklich mit Freundin Verena im neuen Haus

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Fotos: Dietmar Stiplovsek, Oliver Lerch

Wie groß ist der „Druck“ für die neue Generation? Ich denke nicht, dass es für meinen Großvater oder meinen Vater einfacher war. Ich sehe mich jedoch heute mit anderen Problemstellungen konfrontiert. Die rasche Entwicklung erfordert enorme Flexibilität in der Abwicklung. Das Unternehmen erfolgreich weiterzuführen, ist daher sowohl Chance als auch große Herausforderung.


Katharina Rhomberg von der Fries Kunststofftechnik GmbH in Sulz weiß, dass so ein Generationenwechsel viel frischen Wind mitbringt. So lange wie möglich möchte sie sich die externe Sicht auf die Dinge erhalten und stellt vor allem eins: viele Fragen. Welchen Traumberuf hatten Sie als Kind? Das hat bei mir häufig gewechselt. Da war von Hausfrau wie meine Mutter, über Floristin, bis hin zu „Meetings im Büro abhalten“ wie bei meinem Vater, alles dabei. Wie war der Blick auf das Unternehmen als Kind? Generell war bei uns in der Familie das Geschäftliche relativ stark vom Familienleben getrennt, allein schon durch die geographische Distanz zwischen Wohn- und Firmensitz. Allerdings bin ich von klein auf mit dem Fries-Virus infiziert worden, dass man in jedem Gastronomiebetrieb nach Spülkörben Ausschau hält, Mehrwegbecher entdeckt und jeden Eimer oder Kanister umdreht. Welche Aufgaben haben Sie bereits im Unternehmen übernommen? Ich habe seit Kurzem gemeinsam mit zwei Kollegen aus dem Betrieb die Geschäftsführung von meinem Vater übernommen. In diesem Dreier-Team hab ich den Vorsitz inne und bin für Personal und kaufmännische Agenden zuständig. Mein Onkel ist nach wie vor als gewerberechtlicher Geschäftsführer und Leiter Forschung & Entwicklung im Geschäft.

Was fasziniert Sie an Ihrer Branche? Wir sind mit unseren Produkten in vielen verschiedenen Branchen am Markt und jedes Segment ist für sich sehr spannend. Die Vielfalt macht das Ganze umso interessanter. Generell ist Kunststoff ein sehr flexibler Werkstoff und kann diversen Anforderungen entsprechen. Außerdem bin ich immer wieder begeistert, die Entstehung der Produkte zu beobachten. Wo und wie finden Sie privat einen Ausgleich vom Geschäftsleben? Mit Familie und Freunden, beim Reisen und beim Sport. Am allerbesten kann ich in den Bergen abschalten. Wohin wollen Sie das Unternehmen führen? Wir möchten unserem international guten Ruf, der geprägt ist von Qualität, Innovationen und Zuverlässigkeit, weiterhin gerecht werden. Das Unternehmen ist strategisch gut aufgestellt und wir sehen der Zukunft sehr positiv entgegen mit kontinuierlichem Wachstum. Gerade in den jüngeren Geschäftsfeldern gibt es noch sehr viel Potenzial auszuschöpfen. Das geht nur mit weiterhin umfangreicher Produktentwicklung und Innovationen und vor allem mit unseren Mitarbeitern.

Vita. Nach dem Studium in St.Gallen (u. a. Bachelor of Arts in BWL; Master of Arts in Accounting und Finance) neun Monate in Johannesburg/ Südafrika, zuständig für Einkaufsprozesse in Kohlekraftwerken; im Anschluss sechs Jahre beim Pharma-Giganten Novartis in Basel und Wien, zuletzt als CFO; Geschäftsführerin für Alcon Österreich; im Jahr 2016 Eintritt bei Fries Kunststofftechnik Privat. 32 Jahre, in glücklicher Beziehung

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Schon als Jugendliche wusste Claudia Bösch von Bösch Reisen in Lustenau, dass sie einmal den Busschein machen möchte. Das Vorhaben hat sie dann mit 21 auch gleich in die Tat umgesetzt ... und ist seither vom Reisefieber nicht mehr losgekommen. Wie war der Blick auf das Unternehmen als Kind? Wir haben bis zu meinem 14. Lebensjahr auf dem Firmenareal gewohnt. Für mich war es ein großer Spielplatz. Wir konnten rumtoben und hatten viel Platz zum Spielen. Auch haben wir immer unseren Sommerurlaub mit dem Bus in Spanien verbracht. Später bin ich dann als Reisebegleitung oft mit dem Bus mitgefahren und hab’ so meine ersten Erfahrungen gesammelt. Wann wussten Sie, dass Sie in das Familienunternehmen mit einsteigen möchten? Ich habe immer schon gesagt, dass ich den Busschein mache. Dass ich dann gleich nach der Schule ins Unternehmen eingestiegen bin, war nicht geplant. Eigentlich wollte ich noch in die weite Welt … Aber ich bin im Büro eingesprungen und habe dann nach und nach immer mehr übernommen – und bis heute macht es immer noch Spaß. Auch wenn es mittlerweile viel mehr Aufwand ist als früher. Welche Aufgaben haben Sie bereits im Unternehmen übernommen? Seit Juli 2017 habe ich die Geschäftsführung übernommen und mein Lebensgefährte Tobias ist mit eingestiegen. Ich bin für das Kaufmännische, er für den technischen Teil zuständig. Wie groß ist der „Druck“ für die neue Generation? Sehr groß, es wird viel erwartet. Da wir aber mit dem Herzen dabei sind, macht es trotz aller Vorschriften, die immer mehr werden, sehr viel Spaß. Und das ist, glaube ich, das Wichtigste. Wo und wie finden Sie privat einen Ausgleich? Hauptsächlich, wenn ich Zeit mit meiner Familie, mit Tim und Tobias verbringe. Für mich alleine brauche ich aber auch immer wieder mal Zeit. Dann laufe ich auf unseren Hausberg, den Schlossberg, oder mache einen Shopping-Tag mit meinen Freundinnen.

Vita. Nach Abschluss der Höheren Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe (HLW) Rankweil erfolgte direkt der Einstieg ins Familienunternehmen; Absolvierung aller Führerscheine (bis auf Motorrad), zusätzlich Ablegen der Konzessionsprüfung Güterbeförderung; im Juli 2017 Übernahme der Geschäftsführung Bösch Reisen Privat. 35 Jahre, Sohn Tim (4 Jahre alt), Lebensgefährte Tobias Gächter, wohnhaft in Hohenems

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Foto: Privat

Wohin wollen Sie das Unternehmen führen? Wir haben einiges vor, alles darf ich nicht verraten. Wer uns kennt, der bekommt es dann mit. Wir wollen den Fuhrpark wieder auf den neuesten Stand bringen, damit die Fahrer einen schönen Arbeitsplatz haben.


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Kleine Figuren mit starker Wirkung Nachdem er als Kind neben Placido Domingo auf der Bühne stand, hat ihn das Theater nicht mehr losgelassen. Heute leitet der Bregenzer Simon Meusburger eine Bühne in Wien, er ist Nestroy-Preisträger und macht Figurentheater, mit dem er wichtige gesellschaftspolitische Themen berührt. Große Klassiker hat er auch im Repertoire, die jüngste Produktion ist der „Jedermann“.

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In der Geschichte verankert. Märchenstoffe für Erwachsene aufzubereiten, darin hat das Schuberttheater-Team Erfahrung. Mit „Hänsel. Gretel. Finsterwald“ thematisierte man die Flucht vor Armut, „Alice“ ist als Auseinandersetzung mit Lewis Carroll zu verstehen. Fest in die österreichische Theatergeschichte eingeschrieben hat

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Fotos: Schubert Theater

s wurde zwar in Berlin uraufgeführt, aber dennoch würde wohl jeder davon ausgehen, dass Hofmannsthals „Jedermann“ zu jenen Stücken zählt, die tief im österreichischen Kulturgut wurzeln. Seit der Gründung im Jahr 1920 steht das Werk auf dem Programm der Salzburger Festspiele. Besetzt mit namhaften Schauspielern sind die Aufführungen Anziehungspunkt schlechthin. Die besondere Herausforderung, die mit einer „Jedermann“-Inszenierung verbunden ist, hat Simon Meusburger nicht davon abgehalten. Das Werk schien ihm passend für den Literatur- und Märchenschwerpunkt an seinem Wiener Schuberttheater. Eine etwas andere Betonung hat er dem Stück verpasst, die Kapitalismuskritik, die dem „Spiel vom Sterben des reichen Mannes“ innewohnt, wurde in den Vordergrund gerückt und auch die Religion ließe sich anders interpretieren, meint er, nämlich mehr im Sinne von Spiritualität als Gegenpol zum Materiellen bzw. zum in allen Lebensbereichen mehr oder weniger mitbestimmenden Kapitalismus.


sich Simon Meusburger aber ohne Frage mit der Produktion „F. Zawrel – erbbiologisch und sozial minderwertig“, die auf Erzählungen von Friedrich Zawrel basiert, der während der NS-Diktatur misshandelt wurde und danach feststellen musste, dass die einstigen Peiniger unter der Ärzteschaft weiter im Amt waren. Gemeinsam mit Puppenspieler Nikolaus Habjan erhielt Meusburger für diese Produktion den österreichischen Nestroy-Preis und der Theatermacher erinnert sich noch gut daran, als eine Aufführung vor Justizminister Wolfgang Brandstetter stattfand. Dieser kündigte vor Beginn an, dass er aufgrund eines Termins nicht lange bleiben könne. Er verfolgte die Aufführung dann aber bis zum Schluss und verfasste ein Vorwort für die Produktions-DVD. Noch bevor Nikolaus Habjan Regieaufgaben am Wiener Volkstheater oder der Münchner Staatsoper wahrnahm, holte die Bregenzer Festspielintendantin Elisabeth Sobotka das Duo für die Wiederentdeckung der „Staatsoperette“ von Otto M. Zykan und Franz Novotny, einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Austrofaschismus in der Zwischenkriegszeit, die nach der Premiere in Vorarlberg auch in Wien aufgeführt wurde. Für Simon Meusburger war es quasi eine Rückkehr nach Bregenz. Nachdem er als Statist in Verdis „Otello“ neben Placido Domingo auftrat,

Von den Regieassistenzen bei den Bregenzer Festspielen konnte Simon Meusburger enorm profitieren. Rückblickend fasziniert es ihn immer noch, wie gut ein eher schwieriger Stoff wie „André Chénier“ auf dem See umgesetzt werden konnte. hat sich seine Faszination für das Theater und schließlich der Berufswunsch entwickelt. Mehrere Sommer lang agierte er dann als Assistent in den Regie-Teams der Seebühnenproduktionen. Das waren die „West Side Story“, „Der Troubadour“ sowie eine „Tosca“, bei der allein schon das Bühnenbild die gesamte Geschichte erzählte und „André Chénier“, von dem er immer noch schwärmt, weil es gelungen sei, einen schwierigen Opernstoff in dieser einzigartigen Kulisse auf den Punkt zu bringen. Obgleich die Größenunterschiede zu seiner Bühne enorm sind, habe er davon für seine heutige Arbeit viel mitnehmen können. „Dem Figurentheater wohnt etwas sehr Musikalisches inne“, meint er. Und dass das so ist, bestätigt er im Besonderen mit jener Haydn-Produk­ tion, die er jüngst mit dem Vorarlberger Musiker Klaus Christa realisierte und die derart gut ankam,

dass man sich in Zukunft noch einmal ­einem Komponisten oder einer Komponistin widmen will. Im ehemaligen Kino. Das Schuberttheater heißt übrigens so, weil es im Gebäude des einstigen Schubertkinos errichtet wurde, das sich in Fußwegdistanz zum Geburtshaus von Franz Schubert befindet. Größere Produktionen wie „F. Zawrel“ oder „Der Herr Karl“ spielt man mittlerweile im Akademietheater, sofern man mit ihnen nicht auf Gastspielreise ist. Mit dem Figurentheater liefere man einen wichtigen Beitrag zum Gesamtangebot in Wien. Mit vergleichsweise kleinem Budget will Simon Meusburger weiterarbeiten und freut sich auch über die Anerkennung, die er erfährt, wenn seine Puppenspieler Manuela Linshalm und Nikolaus Habjan die Verleihung der NestroyPreise moderieren. Christa Dietrich

Ich habe mich ins Figurentheater verliebt, weil es eine zusätzliche Ebene in jedes Stück bringt.

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Geschmack hat einen Namen Wasser trinken ist gesund. Aber immer nur Wasser ist vielen Menschen schlicht zu „fad“. Ein Glück, dass es eine geschmackvolle Innovation aus Österreich gibt – nuapua.

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ei nuapua handelt es sich um ein Trinksystem, das Wasser mit Geschmack, ohne Zucker, Süßungsmittel oder künstliche Zusatzstoffe veredelt. Ob im Büro, beim Sport oder unterwegs – mit den hochwertigen Trinkflaschen, Glaskaraffen und den kleinen Flavorkapseln in verschiedenen Geschmacksrichtungen kann überall echter Genuss erlebt werden. Für den Geschmack sorgen ausschließlich natürliche Aromen und Extrakte aus Früchten, Blüten, Gewürzen und Kräutern in eigens zusammengestellten Geschmackskompositionen. Die Anwendung ist ganz einfach: Trinkflasche bzw. Glaskaraffe werden mit Wasser befüllt und die Flavorkapsel mit dem bevorzugten Geschmack in den sogenannten Flavorizer – das ist der Verschluss der Flasche – eingelegt. Dieser aktiviert die Kapsel beim Verschließen. Direkt beim Trinken strömt das Wasser durch die Flavorkapsel und reichert das Wasser mit Geschmack an.

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nuapua ist ideal für alle, die zarten Geschmack im Wasser haben möchten.

Genuss für eine bessere Welt. Hinter nuapua steht ein neunköpfiges Team, das den unbändigen Willen hat, mit einem innovativen Produkt ein Stück Freude in die Welt zu bringen. Die Initialzündung kam von Designer Gerhard Fuchs, der u. a. auch schon Designs für Marken wie Silhouette, adidas eyewear, Swarovski oder Samsung umgesetzt hat. Als er vor einigen Jahren von Oberösterreich in die Berge Tirols zog, entdeckte er die Liebe zum heimischen Quellwasser. Einerseits des Zuckerkonsums überdrüssig und andererseits auf der Suche nach Abwechslung im Wasseralltag, begann er, das Wasser mit verschiedenen Kräutern und Früchten aufzupeppen. So entstand 2010 gemeinsam mit drei Freunden die Idee, eine mobile Alternative zu entwickeln, die nicht nur völlig ungesüßtes Trinken ermöglicht, sondern auch zur Reduzierung von Einwegflaschen beiträgt. Das Ergebnis: ein nachhaltiges Trinksystem, bestehend aus einer wiederbefüllbaren Trinkflasche und kleinen Flavorkapseln, die so klangvolle Namen wie Liora oder Emili tragen. Hinter diesen beiden verbergen sich übrigens Limette, Osmanthus und Himbeere bzw. Holunderblüte, Minze und Limette. Sieben weitere Geschmackskompositionen gibt es mittlerweile in der nuapuaFamilie, weitere folgen. Die Trinksysteme gibt es aktuell in zwei Varianten: die stylische Trinkflasche für unterwegs, ohne jegliche Weichmacher und mit praktischem Kapseldepot in fünf verschiedenen Farben oder die nuapua-Glaskaraffe, jede ein Einzelstück, geschafGerhard Fuchs, Erfinder fen von Glasbläsern. Das inteund Designer von nuapua grierte Sieb ermöglicht es, die Karaffe nicht nur mit Kapseln, sondern auch mit echten Kräutern zu verwenden.


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Freigeist der Jugend Die Destillerie Freihof in Lustenau wird unmittelbar mit dem Namen Hämmerle verbunden. Doch seit 2014 führt Johann Drexel die Geschäfte. Der Enkel von Gebhard Hämmerle stammt aus zwei Vorarlberger Unternehmerfamilien, die nicht nur die Verwandtschaft verbindet.

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ill man der Statistik Glauben schenken, können noch nicht einmal 20 Prozent aller Unternehmen ihr 50Jahre-Jubiläum feiern. In der Familie von Johann Drexel sind es hingegen gleich zwei Firmen, deren Erfolgsgeschichten weit über ein halbes Jahrhundert hinaus gehen. Da ist zum einen der Lebensmittelhändler Spar, dessen Historie die Drexels in Vorarlberg seit Jahrzehnten prägen. Und zum anderen ist es die Destillerie Freihof in Lustenau, die ebenso seit Jahrzehnten erfolgreich als Familienunternehmen für Qualitätsprodukte steht. Der Grundstein für die Destillerie wurde bereits 1885 von Gebhard Hämmerle gelegt. Damals als Gasthaus mit Mosterei. Zwei Generationen später übernahm sein gleichnamiger Enkel das Familienunternehmen ab 1952 und entwickelte es zu einer der führenden Destillerien Österreichs. Der „Freihöfler“ ist ein Begriff und noch viel mehr die edlen Destillate, die in der Privatbrennerei hergestellt werden. Seit 2014 führt nun Johann Drexel, der Enkel von Gebhard jun., die Geschäfte weiter. Heute blickt man also auf fünf Ge-

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nerationen zurück und auf angesehene Marken, die sich mit ihrem Qualitätsanspruch nicht nur in Österreich, sondern zum Beispiel auch in Kanada, Schweden und Italien einen Namen gemacht haben. Nicht zuletzt deshalb, weil Großvaters Worte prägend waren. Man muss anders sein als die anderen, wiederholte Gebhard Hämmerle immer wieder, sodass sein Enkel dies schon früh verinnerlicht hatte. Jetzt, wo er selbst als Entscheidungsträger an der Spitze des Traditionsbetriebes steht, werden aus Opas Worten Taten. Die jüngste Innovation, ein Wermut-Aperitif, macht es besonders deutlich und ist eine Kooperation mit Karin Kaufmann von der gleichnamigen Kochschule im ehemaligen Gasthaus Engel in Egg und dem Weinviertler Weingut Fidesser. Altes mit neuen Ideen verbinden. Zugegeben, auf den ersten Blick wirkt ein Wermut-Aperitif nicht besonders originell. Schon im alten Ägypten versetzte man Wein mit Gewürzen und der berühmte Hippokrates sprach dieser Mischung heilende Kräfte zu. Doch Wermut ist eben nicht gleich Wermut, denn der findige Unternehmer krönte den Weißweincuvée

nicht nur mit einer eigens kreierten Gewürzmischung, sondern auch mit einem Birnendestillat. Kurz: Althergebrachtes bekommt eine feine aromatische Raffinesse. Und nicht nur das. Der erfindungsreiche Nachfolger erfüllt damit auch den zweiten Grundsatz seines Opas. Nämlich, dass das gute Alte mit neuen Ideen verbunden werden muss. Schließlich ist es naheliegend, dass in den hochprozentigen Produkten auch ein gewisser Freigeist spürbar sein soll. Dass die fünfte Generation nicht nur neue Konzepte, sondern auch einen neuen Namen mit in die Unternehmensgeschichte bringt, ist bestimmt nicht unbemerkt geblieben. „Meine Mutter, Elisabeth, ist eine


Johann Drexel

Fotos: Oliver Lerch, Privat

geb. 1985, seit 2014 Geschäftsführer und Gesellschafter der Destillerie Freihof in Lustenau, stellvertretender Vorsitzender der Jungen Industrie Vorarlberg

Ich habe mir vorgenommen, die Tradition des Familienbetriebes auch in die nächste Generation zu führen.

Von wegen Schnapsidee. Was 1885 als Gasthaus mit Mosterei begann, entwickelte sich ab den 50er-Jahren zu einer der führenden Destillerien Österreichs.

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Der erfindungsreiche Nachfolger erfüllt damit auch den zweiten Grundsatz seines Opas Gebhard Hämmerle. Nämlich, dass das gute Alte mit neuen Ideen verbunden werden muss. Schließlich ist es naheliegend, dass in den hochpro­ zentigen Produkten auch ein gewisser Freigeist spürbar sein sollte. gebürtige Hämmerle“, erklärt der 32-Jährige. „Von ihr habe ich die Passion, mit Zutaten zu experimentieren, den absoluten Qualitätsanspruch und die feine Nase.“ Die eigentliche Nase und seine Mundpartie verraten jedoch, was sich anhand des Namens erahnen lässt. Guntram Drexel, sein Vater, ist Teil der bekannten Dornbirner Unternehmerfamilie, deren Name für Fortschritt und Innovationskraft steht. Aber auch für Mut und Weitsicht. Traumberuf: Unternehmer. Wen wundert es also, dass Johann schon früh nur einen Berufswunsch hatte: nämlich Unternehmer

zu werden. Dass der Unternehmertraum Wirklichkeit wurde, dafür waren auch die Worte von Großonkel Luis Drexel ausschlaggebend. „Der Zufall belohnt den vorbereiteten Geist“, pflegt der SparPionier zu sagen. Und Johann Drexel besann sich in jedem neuen Lebensabschnitt darauf. Das Studium der Internationalen Betriebswirtschaft an der WU Wien und die Anstellung als Assistent des Unternehmers bei der Pochtler Industrieholding AG waren eine logische Konsequenz. Vorbereitet wollte er schließlich sein, wenn es einmal so weit ist. Und das war er dann auch vor drei Jahren. Im Herbst 2014 trat Johann Drexel in die Fußstapfen seiner Großväter und übernahm die Geschäftsführung der Destillerie Freihof. Sein Ziel: Die Tradition des Familienbetriebes in die nächste, also sechste Generation zu führen. Bis es jedoch so weit sein wird, wird noch viel Schnaps getrunken werden. Welcher? „Nur solcher in hervorragender Qualität“, antwortet Johann Drexel. Also genau das, wofür der Freihof seit Jahrzehnten steht. Marion Hofer

Daten & Fakten Mit Vertrauen. Gebhard Hämmerle und Enkel Johann Drexel.

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Gegründet: 1885 Mitarbeiter: 27 Umsatz: knapp 10 Mill. Euro Verarbeitete Obstmenge: 2 Millionen Kilogramm Marken: Privatbrennerei Gebhard Hämmerle, Freihof 1885, Freihof Mirtillo, Edelweiss Vodka, Freihof Jagertee u. v. m.


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Ober, zahlen! Kommen Sie mit an einen Ort zum Verweilen, zum Diskutieren, Tratschen und Philosophieren. Ob traditionell oder stylisch – „kontur“ hat auf seiner Kaffeefahrt durch Wien vier Häuser besucht, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.

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as Kaffeehaus gehört zu Wien wie der Stephansdom oder der Prater. Und wie es bei guten Traditionen so ist: Sie werden oft andernorts kopiert, doch nie erreicht. Denn nirgendwo sonst kann man dieser besonderen Kultur so herrlich frönen wie in der österreichischen Hauptstadt selbst. Ob Advokat, kleiner Brauner, Einspänner oder Fiaker – die Liste der Kaffeevariationen ist beinahe unendlich, ihre Namen gingen um die ganze Welt. Kein Wunder also, dass die traditionelle Wiener Kaffeehauskultur seit 2011 gar zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO zählt. Doch nicht nur das aromatische Getränk zeichnet das Kaffeehaus aus, denkt man an die altehrwürdigen Häuser, kommen einem sogleich auch ein schier unerschöpfliches Angebot an internationalen Zeitungen, köstliche Mehlspeisen, verführerische Torten und der unvergleichliche Charme der „Herren Ober“ und „Servierdamen“ in den Sinn. Gerade diese prägen das Kaffeehaus wohl mehr als alle Architektur oder Speisekarten. Manche Vertreter sind als Wiener Originale in der ganzen Welt bekannt und nicht zuletzt auch der Grund für einen Besuch bei Sacher und Co. Doch die Tradition hat in den vergangenen Jahren auch einen Wandel erfahren. Moderne und junge Cafés bereichern die Tradition durch stylishes Flair und neue Zubereitungsformen des Kaffees. Und sie übernehmen eine wichtige Aufgabe: Die Kultur des gemütlichen Kaffeetrinkens weiterzuführen.

Haben schon gewählt?

Foto: Demel

Unsere erste Melange trinken wir aber in einem der wohl bekanntesten Wiener Kaffeehäuser: im Demel. Gegründet im Jahr 1786 blickt die Traditionskonditorei auf eine jahrhundertelange Geschichte zurück. Ein bisschen in vergangene Zeiten versetzt darf man sich in den Salons fühlen, die sich auch heute noch im wunderschönen Rokoko-Stil präsentieren. Vorbei am original erhaltenen Eingangsbereich gelangt man in den „Rauchsalon“ sowie in die großzügigen Salons im ersten und zweiten Stock. Und hier darf man sich nicht nur historisch betrachtet in bester Gesellschaft wissen, musste doch am ersten kalten Tag im Jahr „jede schicke Dame, die etwas auf sich hielt, beim Demel vorbeikommen und eine

Die Servierdamen sind freundlich, ehrbar und würdig wie Schwestern eines adeligen Damenstifts. kontur 71


heiße Schokolade trinken“, wie es in den Annalen heißt. Doch nicht nur beliebter Treffpunkt der Aristokratie und des Wiener Bürgertums war der Demel, er hatte auch prominente Kunden, die lieber in den eigenen vier Wänden blieben. So ließen sich zum Beispiel Kaiser Franz Josef und seine Gattin, Kaiserin Elisabeth, die Köstlichkeiten gerne in die Hofburg liefern. Zwar ging die österreichisch-ungarische Monarchie im Jahr 1918 unter, im Demel aber blieb alles beim Alten. Anna Demel ließ trotz Verbot und Strafe weder auf dem Portal noch auf den Bonbonnieren das Emblem „K. u. K. Hofzuckerbäcker“ streichen. Und noch etwas hat sich nicht verändert: Genau wie vor 200 Jahren werden

die Gäste im Demel auch heute noch in der dritten Person angesprochen. „Haben schon gewählt?“ hatte und hat es zu heißen, „und zwischen das ‚haben‘ und das ‚schon‘ konnten die nötigen Titel, von Erlaucht bis Herr Doktor, eingefügt werden.“ Das stets weibliche Personal – von den Wienern liebevoll Demelinerinnen genannt – trägt heute wie damals Uniformen aus schlichtem Schwarz mit ein wenig Weiß. Ihre kultivierte Unpersönlichkeit war ein Markenzeichen des Demels, eine nur dort erhältliche Mischung aus Majestätsplural und kühler Distanz. Erlebenswert! Der Demel. Kohlmarkt 14, 1010 Wien, +43 (0) 1 5351717–0, www.demel.at, Öffnungszeiten: täglich von 9 bis 18 Uhr

Unaufdringliches und authentisches Design. Lederne Sitznischen im Chesterfield-Stil und Bistrotische laden dazu ein, wenn möglich den ganzen Nachmittag im „Kleinen“ zu verbringen – und vielleicht zum Abend hin in den hinteren Barbereich zu wechseln? Kleinod am Mosesbrunnen Ebenfalls „alteingesessen“, aber in ganz anderer Art und Weise ist das „Kleine Café“ am Franzisankerplatz. Gegründet wurde es im Jahr 1970 vom österreichischen Schauspieler Hanno Pöschl, gebaut vom berühmten Wiener Architekten Hermann Czech. Das Anliegen war von Beginn an,

Prachtvoll. Im Demel spürt man noch immer einen Hauch K. u. K.

Klein aber oho. Das „Kleine Café“ ist beliebter Treffpunkt der Künstlerszene.

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hier ein Kontrastprogramm zu den traditionellen Wiener Kaffeehäusern zu schaffen. Vermutlich auch aufgrund dessen entwickelte sich das Café sehr schnell zu einem Urgestein unter den KünstlerSzenetreffs. Abseits vom touristischen Getümmel findet man eine kleine, feine Speisekarte, eine große Zeitungsauswahl und angenehme Musik. Der Name kommt beim „Kleinen Café“ nicht von ungefähr, denn viel Platz gibt es vor allem im Innenbereich nicht. Doch das Ambiente überzeugt mit unaufdringlichem und authentischem Design. Lederne Sitznischen im Chesterfield-Stil und Bis­ trotische laden dazu ein, wenn möglich den ganzen Nachmittag im „Kleinen“ zu verbringen. Und vielleicht zu späterer Stunde in den hinteren Barbereich zu wechseln? Gesellschaft findet man garantiert schnell, denn besonders abends wird es voll. Man trifft sich auf ein odere mehrere Gläser Rotwein und philosophiert über Gott und die Welt. Sich an einen Tisch dazuzusetzen, ist übrigens völlig legitim, die Kellnerinnen und Kellner pflegen einen lockeren Umgang mit den Gästen.

wichtigen Teil beitragen, bis der Kaffee in den Tassen landet. Wie etwa Farmer, die die Passion für höchste Qualität teilen. Um dies zu gewährleisten, machte Eigentümer Philip Feyer auch eine Ursprungsreise in das Herkunftsland Nicaragua, um sich selbst von den Bedingungen zu überzeugen. Dieses große Abenteuer wurde ihm vor allem durch den Österreicher Ulrich Salamun ermöglicht. Er lebt seit vielen Jahren vor Ort, ist Gründer der Firma Biosfair Agroexport und hat sich der sukzessiven Verwandlung des vorhandenen Kaffeeanbaus in nachhaltigen biologischen Anbau von Spezialitäten-Kaffee verschrieben. So werden die natürlichen Ressourcen des Naturschutzgebiets Cerro Kilambé geschont und der Nebelwald, in dem der Kaffee wächst, bleibt als Lebensraum unangetastet. Die Kaffeebauern der Finca Los Alpes, die sich mitten in diesem Nationalpark befindet, bekommen etwa fünfmal so viel für ihren Kaffee bezahlt als in Nicaragua marktüblich. Der hohe Qualitäts-Anspruch von Jonas Reindl Coffee bringt somit automatisch Nachhaltigkeit und Fairness mit sich

Die Atmosphäre des „Kleinen Café“ erinnert überhaupt eher an ein Bistro in Paris, schon allein die idyllische Lage am Mosesbrunnen trägt ihren Teil dazu bei, hier kann man sich vom hektischen Treiben der Innenstadt erholen. In den Sommermonaten verdoppelt sich durch den Schanigarten am Franziskanerplatz auch die Kapazität des Lokals – und, ungelogen: hier sitzt man an einem der wohl schönsten und malerischsten Orte für einen Kaffee am Nachmittag. Das dürfte übrigens auch der Filmbranche aufgefallen sein: nicht ohne Grund wurde das Café als Schauplatz für die Romanze „Before Sunrise“ auserwählt. Kleines Café. Franziskanerplatz 3, 1010 Wien, Öffnungszeiten: täglich von 10 bis 2 Uhr

Fotos: Der Demel, Robert Stark, Jonas Reindl Coffee

Spezialität des Hauses: Guter Kaffee Wer ist denn dieser Jonas Reindl? Eine Frage, die sich vermutlich zunächst jeder stellt, der den Namen unseres nächsten Ziels hört. Es geht nämlich zu Jonas Reindl Coffee. Ein Café, das – entgegen der eigentlichen Annahme – aber nicht nach einer Person, sondern nach einem historischen Bauwerk benannt ist. Denn seit jeher wird die 1961 von Bürgermeister Franz Jonas erbaute und von oben betrachtet wie eine Pfanne – oder eben wienerisch: Reindl – geformte Straßenbahnstation am Schottentor im Volksmund liebevoll Jonas Reindl genannt. Der Spitzname, über die Jahre in Vergessenheit geraten, wurde von den Betreibern des Cafés wieder zum Leben erweckt, ebenso wie manche Bestandteile der Einrichtung, die im wahrsten Sinne des Wortes zum „alten Eisen“ gehören. Schließlich sind die Industriehocker und Sessel bis zu 100 Jahre alt und aus Stahl. Der Grund: Eigentümer Philip Feyer und sein Vater sammeln seit Jahren ROWAC (Robert Wagner Chemnitz) Möbel. Doch nicht nur mit der Einrichtung punktet Jonas Reindl Coffee, auch das Kaffeetrinken wird hier zum außergewöhnlichen Erlebnis. Dem Team ist es ein besonderes Anliegen, den Gästen bewusst zu machen, dass viele Partner notwendig sind und einen

Geschmackvoll. Die Leidenschaft für Kaffee erleben Gäste bei Jonas Reindl Coffee mit jeder Tasse.

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und die Gäste können im Café mit gutem Gewissen ihre Tasse genießen. Und nicht nur das. Auch Sandwiches, Oatmeals oder Kuchen werden aus hochwertigen Produkten täglich frisch zubereitet. Jonas Reindl Coffee. Währingerstraße 2–4, 1090 Wien, www.jonasreindl.at, Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 7.30 bis 22 Uhr, Samstag: 9.30 bis 22 Uhr, Sonntag: 10.30 bis 18 Uhr

Im analogsten Kaffeehaus Eines der wohl jüngsten Mitglieder in der Familie der Kaffeehaus-Szene ist das „Supersense“. Gegründet wurde diese besondere „analoge Insel“ im Jahr 2014 von Florian Kaps. Mission und Ziel waren von

Der Spitzname Jonas Reindl, über die Jahre in Vergessenheit geraten, wurde von den Betreibern des Cafés wieder zum Leben erweckt. Ebenso wie manche Bestandteile der Einrichtung, die im wahrsten Sinne des Wortes zum „alten Eisen“ gehören. Schließlich sind die Industriehocker und Sessel, die Philip Feyer und sein Vater sammeln, bis zu 100 Jahre alt und aus Stahl. vornherein klar: Nämlich analoge Technologien vor dem Verschwinden zu bewahren und ihnen im digitalen Zeitalter ein schönes Zuhause zu bieten. Durch die (Wieder-)Entdeckung und Präsentation von traditionellen Produzenten, Produkten und Technologien erhält eben dieses Analoge bei „Supersense“ einen Platz in einer digitalen Welt und macht es zu weit mehr als „nur“ einem Café. „Supersense“ betreibt in der Praterstraße eine analoge Ma-

nufaktur, die eine Druckwerkstatt, ein Foto- und ein Schallplatten-Aufnahmestudio beherbergt – sowie in Kombination dazu ein Café mit einem der wohl besten Kaffees der Stadt, zubereitet auf einer handgebauten Slayer Maschine. Sabine Blechschmidt Supersense. Praterstraße 70, 1020 Wien, +43 (0) 1 9690832, the.supersense.com, Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag: 9.30 bis 19 Uhr, Samstag: 10 bis 17 Uhr

Fotos: Gebhard Sengmüller, Marco Christian Krenn

Total analog. Im „Supersense“ finden Gäste nicht nur ein Café sondern auch Schallplatten und mehr.

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von Linienverkehren nach Fahrplan die wesentlichen Wirtschaftsregionen in über 40 europäischen Ländern. Die integrierten Logistikzentren an den Schnittstellen der globalen Güterströme schaffen eine wirkungsvolle Verbindung zwischen allen Verkehrsträgern und ermöglichen eine breite Palette an Value Added-Services. Eine besondere Stellung nimmt dabei die Geschäftsstelle Vorarlberg in Röthis ein. Aufgrund ihrer besonderen Lage im 4-Länder-Eck fungiert sie mithilfe getakteter Systemverkehre als Drehscheibe zwischen all diesen Ländern. „Durch diese Hubfunktion ist es möglich, attraktive Transportlösungen von Liechtenstein oder der Schweiz aus in die EU und umgekehrt anzubieten“, erklärt Thomas Radauer, Geschäftsleiter der Geschäftsstelle Röthis. Im globalen Netz. DB Schenker Vorarlberg beschäftigt 77 Mitarbeiter und verfügt über eine Betriebsfläche von 31.576 Quadratmetern, einen Speditionsterminal von 2552 Quadratmetern und ein Außenlager, das 6588 Quadratmeter umfasst. Pro Woche initiiert die Geschäftsstelle rund 104 Importlinien sowie 72 Exportlinien

Fotos: DB Schenker

Transportleidenschaft


nach Europa. Das Besondere ist, dass diese Niederlassung an das globale Netzwerk angebunden und aktiv in das dichteste Landesverkehrsnetz Europas integriert ist. Innovativ. Doch natürlich gibt es aufgrund der besonderen Lage auch spezielle Herausforderungen: „Die generell schwierige Anbindung des Standortes erfordert genaue Planung, Bündelung und Optimierung aller Lösungen. Die Lage bedingt einen sehr genauen und noch effizienteren Umgang mit den gegebenen Ressourcen sowie Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. Nicht alles was für andere Standorte gilt, gilt auch für uns. Beispielsweise ist im

Thomas Radauer DB Schenker Vlbg.

Zuge der EU-Erweiterung und der Globalisierung allgemein der Bedarf an Zollexperten niedriger, während genau diese Expertise für das 4-Länder-Eck von essenzieller Bedeutung ist“, so Radauer. Doch die Geschäftsstelle trotzt den erschwerten Rahmenbedingungen des Standorts, indem sie ihren Kunden günstige und innovative Transportlösungen anbietet, vom Einzelpaket (mit über einer Mill. Paketsendungen pro Jahr) über Luft- und Seefrachtlösungen bis hin zum Ganzzug (Chinatrain). Und Thomas Radauer weiß: „Am Ende des Tages ist ein Unternehmen nur so gut wie die Mitarbeiter, die es hat. Und wir haben richtig gute.“ Sabine Blechschmidt

Die Strategie für 2020 legt die Basis für nachhaltigen Unternehmenserfolg von DB Schenker. Sie berücksichtigt sämtliche Nachhaltigkeitsdimensionen: wirtschaftlichen Erfolg, Verantwortung für Mitarbeiter und Gesellschaft sowie Umweltschutz.

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Starbucks on the go Auf der Überholspur! Durch die neue Shop in Shop Lösung kann man ab sofort an 365 Tagen original Starbucks Kaffee auch auf Reisen genießen. Nach der erfolgreichen Einführung von „Starbucks on the go“ in Büros, Kinos und Retailstores bieten wir nun unser Premium-Selbstbedienungskonzept auch bei Shell an. Dorina Szentesi, Sales Managerin Selecta Österreich ist überzeugt vom Ausbau des Konzeptes: „Wir bieten unseren Konsumenten den perfekten Kaffeegenuss. Mit Leidenschaft und Einsatz arbeiten wir täglich dafür, dass unsere Konsumenten schöne und gemeinsame Momente erleben können.“ Lust auf original-authentisches Starbucks-Feeling? Kontaktieren Sie uns: info@at.selecta.com oder besuchen Sie unsere Website unter www.selecta.at/starbucks

Das starbucks-konzept: „Starbucks on the go“ ist eine Premium-Selbstbedienungs-Getränke-Lösung, die es den Kunden ermöglicht, sich zu entspannen und Energie aufzuladen. Die Partnerschaft zwischen Selecta und Starbucks bietet den Kunden ein Erlebnis, das Genuss und Qualität verbindet. Eine Auswahl an hochwertigen Heißgetränken, darunter 100% Fairtrade Espresso, Chai-Tee-Latte und heiße Schokolade stehen zur Verfügung. Außerdem können die Getränke zusätzlich mit Sirups personalisiert werden.


Jahrhundertwerke Keine Frage, der Fokus in diesem Ausstellungsherbst richtet sich nicht nur auf Raffael und Rubens in Wien. Bern spielt mit Gurlitt eine Rolle und Basel lockt etwa mit Klee und Chagall.

Foto: KHM

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affael (1483–1520) war selbstverständlich Leonardo (1452– 1519) nicht fremd und Peter Paul Rubens (1577–1640) fand in der Antike Vorbilder. Den Inspirationsquellen, aber auch der sich entwickelnden Eigenständigkeit widmen sich zwei Ausstellungen, mit denen Wien in den nächsten Monaten Trümpfe ausspielt. Dass man mit rund 40 Gemälden einen relativ großen Bestand an Rubens-Arbeiten hat, ist unter anderem auf die Politik der Habsburger zurückzuführen, die in den Niederlanden mitmischten

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Meisterhaftes von Rubens und Cranach.

Das KHM in Wien hat einen der größten Rubens-Bestände.

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Farbenpracht von Paul Klee.

und dort Kunstwerke erworben haben, aber auch später gerne zugriffen, wenn aus aufgelassenen Klöstern etwas auf den Markt kam. Und während sich Besucher der bis 21. Jänner laufenden Ausstellung mit über hundert Werken nun damit auseinandersetzen, dass das berühmt gewordene „Pelzchen“ vielleicht doch nicht die zweite Ehefrau des Malers darstellt, sondern für eine zur damaligen Zeit sehr fortschrittliche Weiterführung von Venusdarstellungen steht, darf man auch wissen, dass per Scan im Bildhintergrund ein pinkelnder Amor entdeckt wurde. Kindlichen Bedürfnissen war Raffael oder Raffaello Sanzio da Urbino ebenfalls zuge-

Gurlitt in Bern. Mag das Angebot in Wien auch noch so groß sein, schließlich beschäftigt sich das Mumok etwa noch mit der Darstellung der Natur von 1960 bis in die Gegenwart, so richten sich die Blicke heuer im Besonderen auch nach Bern. Cornelius Gurlitt (1932–2014) hat das dortige Kunstmuseum als Erbe seiner weit über tausend Arbeiten umfassenden Sammlung eingesetzt, die vor ein paar Jahren in die Schlagzeilen kam, weil sie in seiner Münchner Wohnung beschlagnahmt wurde. Zuerst ging es um eine Steuersache, bald darauf stand die Causa Gurlitt im Zusammenhang mit Raubkunst. Hildebrand Gurlitt, der Vater von Cornelius Gurlitt, war in der NS-Zeit unter anderem damit beauftragt, diffamierte Kunst, die aus den Museen zu verschwinden hatte, zu

Basel ist derart reich an Museen, dass es Entscheidungen abverlangt. Nicht nur TattooFans schauen bis 1. Jänner beim Belgier Wim Delvoye im Museum Tinguely vorbei. 80 kontur

Fotos: Fondation Beyeler, KHM, Eames Office/Vitra Design, Christa Dietrich, Albertina

neigt. Die putzig gelangweilten Engelchen zu Füßen der „Sixtinischen Madonna“ sind längst Kult oder Kitsch wie der kleine Jesus mit viel Babyspeck auf dem Bildnis „Madonna im Grünen“, das die Albertina nun bis 7. Jänner zeigt. Mit der Raffael-Schau verweist die weltberühmte Grafische Sammlung aber auch auf ihre Kernaufgabe. Im Mittelpunkt steht die Zeichnung, die nicht mehr Studie war, sondern ob der hohen Qualität, der Dynamik und des psychologischen Gehalts Eigenständigkeit erhielt.


Meditativ. Klee in der Fondation Beyeler.

Heilige Familie von Raffael.

Historie von Chagall und Design von Eames.

Geld zu machen. Die Schweiz spielte dabei eine Rolle, dass die in der Familie weitervererbten Arbeiten nun aber nach Bern kommen, hat auch emotionale Gründe. Cornelius Gurlitt hatte dort zwar gelegentlich einen Kunsthändler aufgesucht, hat sich aber auch gern im Kunstmuseum aufgehalten und wollte nicht, dass die Werke in Deutschland bleiben, wo die Rechtmäßigkeit der Beschlagnahmung bald infrage stand. Werke von Cézanne, Klee, Kandinsky, Marc, Macke, Kirchner, Dix oder Schlemmer zeigt das Kunstmuseum Bern nun von 2. November bis 4. März. Die

Bundeskunsthalle in Bonn präsentiert fast zeitgleich Werke aus der Sammlung, deren Herkunft noch zu klären ist, womit grundsätzlich auch thematisiert ist, dass die Provenienzforschung in Deutschland viel zu nachlässig behandelt wurde. Inwieweit private Sammler Künstler der Klassischen Moderne überhaupt erst zu dem machten, was sie sind, repräsentiert die Sammlung Hahnloser mit Arbeiten von Picasso, Cézanne, Van Gogh, Bonnard, Monet, Manet oder Matisse, die nun in Bern Station macht.

Cranach, Dürer oder Hans Baldung Grien gefällig? Neben Chagall widmet sich das Kunstmuseum Basel bis 7. Jänner Frauenbildern im Mittelalter. Der männliche Blick ist nicht überraschend, aber durchaus aufschlussreich. kontur 81


Das Wiener Kunsthistorische Museum nicht gleich in Richtung Museumsquartier zu verlassen, sondern auch das Naturhistorische Museum gegenüber zu besuchen, lohnt sich nun besonders. Mit Tierpräparaten von Mark Dion hat das Mumok hier bis 14. Jänner eine Dependance seiner Ausstellung „Naturgeschichten“ errichtet. Einer Sammlerpersönlichkeit verdankt die Schweiz auch ein architektonisch interessantes Museum an der Grenze zu Deutschland. Die Fondation Beyeler, errichtet von Renzo Piano, wird bald durch einen Bau von Peter Zumthor erweitert und widmet sich bis 21. Jänner der Abstraktion im Werk von Paul Klee (1879–1940), mit der er sich selten ganz vom Gegenständlichen entfernte. Durch sein gesamtes Schaffen ziehen sich Beispiele, die Bezüge zur Natur, zur Landschaft, zur Architektur oder zur Musik freilegen. Thematisch gegliedert, ergibt sich eine Ansammlung voller Poesie. Über der Grenze in Deutschland, aber fast in Fußwegdistanz zur Fondation Beyeler befindet sich das Vitra Design Museum in Weil am Rhein, das bis 25. Februar die Designer Charles und Ray Eames feiert. Selbst Spielzeug und Baukästen für Kinder, die die beiden entworfen haben, sind zu sehen. Und während die geschwungenen Stühle aus Sperrholz wohl jeder kennt, sind die Filme über das Alltagsleben oder ihre Art spielerisch Mathematik zu vermitteln, echte Fundgruben.

Selbstreflexion. Eine der wichtigsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, an dessen Werk sich die Geschichte ablesen lässt, ist Marc Chagall (1887–1985). Bis 21. Jänner zeigt das Kunstmuseum Basel sein Frühwerk, das die Verwurzelung in der Heimat repräsentiert, die auch religiös zu interpretierende Harmonie zwischen

Mensch und Tier oder das Ankommen in Paris, wo Chagall ein Werk schafft, das kubistische Einflüsse sichtbar werden lässt, das aber auch von der Gabe zur Selbstreflexion zeugt. In Russland heiratet er und kann nicht mehr nach Paris zurück, weil der Erste Weltkrieg und dann die Revolution ausbricht. Ein Werk aus den früheren

Gurlitt fordert Auseindersetzung.

Jahren verweist auf das weitere Schicksal des Künstlers. In Deutschland als „entartet“ diffamiert, kommt das Porträt „Die Prise“ über eine Auktion 1939 nach Basel. Der Ankauf gilt als umstritten. Im Bild „Der Engelsturz“ thematisiert Chagall die Folgen der Revolution im Politischen wie im Privaten. Es ist ein Jahrhundertwerk. Christa Dietrich

Fotos: Kunstmuseum Bern

Hahnloser zeigt Klassiker der Moderne.

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Die Geschichte der Raubkunst erfährt seit dem Fall Cornelius Gurlitt eine besondere Dimension.


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