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Fit & Gesund

VORARLBERGER NACHRICHTEN

GESUNDHEITSBEILAGE DER VORARLBERGER NACHRICHTEN

FREITAG, 28. SEPTEMBER 2012

SCHNUPFENZEIT

WUNDER DER GEBURT

RECHTZEITIG VORBEUGEN

HEBAMME ERZÄHLT

Es wird wieder ungemütlich draußen. Nass und kalt und genau das Richtige für Schnupfenviren. Aber sie lassen sich in Schach halten.

Daniela Maier hat bereits 3000 Kindern auf die Welt geholfen. Sie sieht ihren Beruf als Begleitung. Geburtenmacherin sei immer die Frau.


FREITAG, 28. SEPTEMBER 2012

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„I nimm’s leicht, schwer bin i selber“

Kommentar

Marlies Mohr

Zwischen Viren und Melancholie Spüren Sie auch schon den Herbst in den Knochen? Meteorologisch und kalendarisch betrachtet ist er ja schon vor Längerem ins Land gezogen. Aber jetzt legt sich auf selbiges auch wieder die Melancholie, welche dieser Jahreszeit in ganz besonderem Maße innewohnt. Nebelschwaden, die über Felder kriechen, und erste Blätter, die sich anschicken, ihr Farbenkleid zu wechseln. In meine Gedanken schleicht sich dann häufig das wunderbare Gedicht von Rainer Maria Rilke, in dem er einen „Herbsttag“ beschreibt. Die letzte Strophe hat es mir besonders angetan: „Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr. Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben, wird, wachen, lesen, lange Briefe schreiben und wird in den Alleen hin und her unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.“ Ein bisschen traurig, aber insgesamt schön, denn man kann es auch positiv sehen. Zumindest das mit dem Lesen, dem Briefe schreiben und dem Wandern im Blätterwald. Wenn es denn nur dabei bliebe im Herbst. Doch mit ihm kommen bekanntermaßen auch die Schnupfenviren. Da kann es nicht schaden, gewappnet zu sein. Auf den Seiten 8 und 9 finden Sie viele gute Tipps, wie sich den Quälgeistern Paroli bieten lässt. Bewegung im Freien gehört übrigens auch dazu. Ein anderes Thema widmet sich der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), die immer häufiger mit der Schulmedizin zusammenfließt. Und dass der Herbst nicht nur Abschied, sondern auch Neubeginn verheißt, davon erzählt die Geschichte einer Hebamme. Viel Spaß beim Lesen in kuscheliger Atmosphäre.

Der Herbst ist nicht nur Abschied, sondern bringt auch Neubeginn.

marlies.mohr@vn.vol.at

Impressum Redaktion Marlies Mohr Tel. 0664 80588-385, E-Mail: marlies.mohr@vn.vol.at

Verkauf Patrick Fleisch Tel. 05572 501-818, E-Mail: patrick.fleisch@medienhaus.at

Beiträge, Fotos und Quellen: Marlies Mohr, Bettina Hager, Heidemarie Netzer, Ludwig Berchtold, Bernd Hofmeister, Shutterstock Verleger (Eigentümer), Herausgeber, Medieninhaber und Hersteller: Eugen Russ Vorarlberger Zeitungsverlag und Druckerei Gesellschaft mbH, Herstellungs- und Verlagsort, alle 6858 Schwarzach, Gutenbergstraße 1, Redaktion und Anzeigen: Gutenbergstraße 1, 6858 Schwarzach

Caritas Vorarlberg: Neue Selbsthilfegruppe für Menschen mit Übergewicht. Die Gesundheitsgefahren, die mit Übergewicht einhergehen, sind vielfältig: Bluthochdruck, erhöhtes Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen sowie Diabetes und vieles mehr. Doch Übergewicht muss kein Schicksal sein. Um beim Abnehmen den Jo-Jo-Effekt zu vermeiden, müssen aber die Essgewohnheiten geändert werden. Die „Kontaktstelle bei Essstörungen“ der Caritas bietet in Feldkirch eine neue Selbsthilfegruppe für Menschen mit Über-

FELDKIRCH.

gewicht an. Das erste Treffen ist für Montag, 8. Oktober, geplant. Ziel des neuen Gruppenangebotes ist neben dem Austausch mit anderen Betroffenen das Verstehen problematischen Essverhaltens, die Entdeckung der eigenen Genussfähigkeit sowie die Steigerung des körperlichen und seelischen Wohlbefindens. „Oft schämen sich Betroffene wegen ihres Gewichts und meiden den Kontakt zu anderen Menschen“, weiß die Psychologin Alice Mansfield-Zech. „Hier setzen wir an. Mit Gleichgesinnten fällt es Betroffenen meist leichter, etwas zu ändern, denn sie spornen sich gegenseitig an und finden in den Grup-

pen Zusammenhalt und Ermutigung sowie moralische Unterstützung. Die Leitung der Selbsthilfegruppe hat Alice Mansfield-Zech, eine Anmeldung ist aufgrund der beschränkten Teilnehmerzahl von 10 Personen erforderlich (Tel. 05522/200-1739, E-Mail: alice.mansfield-zech@caritas.at)

Termine 8. Oktober 12., 19. und 26. November 3. und 17. Dezember jeweils von 18 bis 19.30 Uhr Kontaktstelle bei Essstörungen: Caritas-Center, 3. Stock, Reichsstraße 173, Feldkirch Kosten: 4 Euro pro Abend Sondertarife bei Bedarf

Frauen und Kinder stehen beim Weltherztag im Mittelpunkt INITIATIVE. Morgen, Samstag, findet zum 13. Mal der Weltherztag statt. Dabei handelt es sich um einen weltweit initiierten Jahrestag, der auf die steigende Zahl von Herz- und Kreislauferkrankungen aufmerksam machen soll. Auch in Österreich sind Herzerkrankungen mit rund 43 Prozent die häufigste Todesursache. Im Jahr 2000 wurde der Weltherztag von der World Heart Federation ins Leben gerufen. Die Initiative wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstützt, um auf die Wichtigkeit der Herz-Kreislauf-Vorsorge hinzuweisen. Herzerkrankungen und Schlaganfälle sind weltweit die häufigste Todesursache: jährlich sind rund 17 Millionen Todesfälle darauf zurückzuführen. Dabei könnten mindestens 80 Prozent vermieden werden, wenn die Hauptrisikofaktoren beachtet und kontrolliert würden.

Facebook-Auftritt Heuer stehen Frauen und Kinder im Mittelpunkt aller Aktivitäten. Unter dem Motto „One World, One Home, One Heart“ werden weltweit verschiedenste Programme durchgeführt. Ab Ende September 2012 ist der Österreichische Herzfonds auch auf Facebook zu finden. Mit dieser sozialen Plattform werden alle Altersgruppen ange-

sprochen und über die Aufgaben des Herzfonds sowie über Herzerkrankungen, Risikofaktoren und Möglichkeiten der Vorsorge informiert. Der Facebook-Auftritt soll auch Kinder und Jugendliche ansprechen und frühzeitig für das Thema sensibilisieren. Weitere Infos unter www.worldheartday.com

Henriette und Selina wissen: Äpfel sind gesund.


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Bewegungsbox bringt Schwung ins Leben und senkt zudem das Diabetesrisiko Österreichische Diabetes Gesellschaft setzt auf Steigerung der körperlichen Aktivität. FITNESS. Wer unter Diabetes mellitus leidet, sollte sich fit halten. Das ist allgemein bekannt, denn Bewegung senkt den Blutzuckerspiegel. Auf diese Weise können Diabetiker Medikamente einsparen und Folgeschäden vermeiden oder zumindest hinauszögern. Durch Bewegung können aber auch Gesunde verhindern, dass sie an Diabetes erkranken oder zumindest den Ausbruch der Krankheit hinauszögern. Aus diesem Grund hat die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) in Kooperation mit der Sportunion ein neues Tool entwickelt: die Bewegungsbox. Sie soll Menschen, die bis jetzt wenig oder gar keine Bewegung gemacht haben, dazu motivieren, mehr Bewegung in ihr Leben zu bringen und sie dabei unterstützen, auch langfristig Spaß daran zu haben. „Ziel der Bewegungsbox ist es, Freude und Spaß an der Bewegung zu vermitteln und klare Anleitungen weiterzugeben. Denn Bewegung bereichert das Leben und bringt wesentliche gesundheitliche Vorteile, sowohl für Diabetiker, als

auch für alle, die es nicht werden wollen“, sagt Mag. Dr. Christian Lackinger von der Sportunion. Bewegungsmangel ist ein bedeutender Risikofaktor für die Entstehung von Wohlstandserkrankungen wie Diabetes mellitus. Wer durch Übergewicht, falsche Ernährung oder familiäre Vorbelastung ein besonders hohes Risiko für Diabetes Typ 2, den sogenannten Altersdiabetes trägt, sollte Bewegung und Sport fix in seinen Alltag integrieren. Für Diabetiker ist Bewegung auch ein wichtiger therapeutischer Ansatz. Körperliche Aktivität hilft den Zucker in die Zellen zu bringen – dadurch sinkt der Blutzuckerspiegel und dadurch lässt sich auch die Medikamentendosis reduzieren. Wer Insulin spritzt, sollte jedoch aufpassen und unbedingt mit seinem Arzt sprechen, denn bei Überanstrengung ist auch eine Unterzuckerung möglich. Aktiver Lebensstil Die Bewegungsbox ist ein Hilfsmittel zur Steigerung der körperlichen Aktivität für Diabetiker und Personen, die mehr Bewegung in ihren Alltag bringen wollen. Sie wurde von Ärzten und Sportwissenschaftern der ÖDG und Sportunion auf Basis neues-

Bereit für die Pumpe? Per Internet entdecken, wie es ist, eine Insulinpumpe zu tragen. Eine Insulinpumpentherapie wird vom Arzt grundsätzlich dann verordnet, wenn bestimmte Indikationen wie z.B. starke Schwankungen des Blutzuckers, Schwangerschaft oder Dawn-Phänomen, also ein erhöhter Insulinbedarf in den frühen Morgenstunden, vorliegen. Die Wahl zwischen einer Insulinpumpe und der konventionellen Insulin-Injektionstherapie bleibt aber eine persönliche Entscheidung. Die neue interaktive Plattform „Bereit für die Pumpe?“ bietet die Möglichkeit, herauszufinden, ob die Insulinpumpe die passende Therapieform ist. Die Insulinpumpentherapie bietet gegenüber der intensivierten Insulintherapie mit Spritzen ENTSCHEIDUNG.

mehrere Vorteile: dank der Pumpe fallen die einzelnen Injektionen weg und mit der Pumpentherapie können Gesundheitsrisiken um bis zu 76 Prozent reduziert werden. Denn die präzisen Insulindosen der Pumpe können Schwankungen der Blutzuckerwerte besser ausgleichen. Die interaktive Plattform „Bereit für die Pumpe?“ liefert Antworten auf verschiedene Situationen. Aufstehen, Arbeiten, Sport, Party, Einschlafen: Im Themenbereich „Alltag“ kann jeder Diabetiker seinen Tagesverlauf nachstellen, um zu erfahren, wie ihn die Pumpe während 24 Stunden begleitet und hilft, Tag und Nacht das Leben so flexibel wie möglich zu gestalten. Weitere Bereiche umfassen Fragen zur Gesundheit, zu Vertrauen, Kontrolle und die Möglichkeit, gleich einen entsprechenden Test zu machen.

Auch Wandern ist eine hervorragende Möglichkeit, Diabetes vorzubeugen.

ter Erkenntnisse entwickelt. Sie soll helfen, das optimale Ausmaß an Bewegung zu finden. „Bewegung ist einerseits ein elementarer Bestandteil der DiabetesPrävention, sie ist aber auch für Diabetiker gemeinsam mit einer Ernährungsumstellung die erste und wichtigste Therapie. Der Wunsch, Bewegung zu machen, ist bei vielen Menschen da. Da es aber leider oft an der Umsetzung scheitert, bietet die Bewegungsbox Unterstützung“, so ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Wascher, stellvertretender Vorsitzender der ÖDG. Inhalte der Bewegungsbox Die Bewegungsbox beinhaltet Musterprogramme (erprobte Bewegungsvorschläge für Anfänger und Fortgeschrittene), ein Handbuch (eine informative Übersicht zum Thema Bewegung und Wohl-

befinden), eine Übungskartei (mehr als 100 Übungen auf DVD und als handliche Kartei), ein Theraband (ein elastisches Band, mit dem überall und jederzeit die Muskulatur gekräftigt werden kann) sowie einen elektronischen Schrittzähler. Das Herzstück der Box ist der Bewegungspass zur Dokumentation der persönlichen Erfolge. „Idealerweise wird das persönliche Bewegungsprogramm regelmäßig mit dem Arzt besprochen. Aber auch Unterstützung von Bewegungsexperten, wie sie in zahlreichen Sportvereinen zu finden sind, lohnt sich,“ empfehlen Wascher und Lackinger. Die Bewegungsbox kann zum Preis von 35 Euro (entspricht den Herstellungskosten) zuzüglich Liefergebühr bestellt werden. Weitere Infos und Bestellmöglichkeit unter www.bewegungwsbox.at.


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Den Menschen als Ganzes wahrnehmen Traditionelle Chinesische Medizin steht für Gleichgewicht, Energiefluss und Harmonie. EINHEIT. Das Medizinsystem mit Ursprung in China widmet sich dem Menschen und seiner Gesundheit als Ganzes: als Einheit von Körper, Seele und Umfeld. Seit den 70er-Jahren erfährt die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) auch in Europa großen Zuspruch. In Österreich als offizielle Gesundheitslehre anerkannt, wird sie darüber hinaus als positive Ergänzung und Bereicherung zur westlichen Medizin gesehen.

Spezialausbildung Dr. Reingard Hensler ist eine von acht Medizinern in Vorarlberg, die diese über 3000 Jahre alte Wissenschaft praktiziert. Sie ist Allgemeinmedizinerin und hat sich nach ihrer Spezialausbildung an der „Wiener Schule für Traditionelle Chinesische Medizin“ vor acht Jahren der Diagnostik und Therapie nach TCM zugewandt. Ob akut oder chronisch, die Leiden, mit denen die Patienten in ihre Wahlarztpraxis kommen, sind vielfältig: gynä-

Die Ertastung des Pulses und die Beurteilung der Qualität spielt eine Hauptrolle in der TCM-Diagnostik. (FOTOS: H)

kologische Beschwerden, Fruchtbarkeitsstörungen, Wechselbeschwerden, Kinderkrankheiten, Allergien, HNO-Erkrankungen, Stoffwechselstörungen, Krebserkrankungen oder neurologische bzw. psychosomatische Störungen wie Erschöpfungszustände und vieles mehr. Nicht selten zählen auch Befindlichkeitsstörungen, die in der westlichen Medizin nicht als Krankheit definiert sind, dazu. „Die TCM hingegen nimmt in vielen Fällen das Disharmoniemuster wahr“, beschreibt Reingard Hensler ein aus dem Gleichgewicht geratenes Ganzes. Gestörter Lebensfluss Der Grundsatz von TCM, der bereits in der Anamnese bzw. Diagnose Anwendung findet: „Es geht darum, ein Gesamtbild des Menschen zu gewinnen“, erläutert Hensler. Einen Eindruck, der Konstitution, Lebensführung, (Kranken-) Geschichte und Befindlichkeiten umfasst, ergänzt durch objektive Befunde wie Harn- und Stuhluntersuchungen. Ferner reiht sich die Bestimmung der Zunge und Pulsqualität in die Diagnostik ein. „Puls jedoch nicht im Sinne der westlichen Definition“, so die Medizinerin. Bei der

In der Moxibustion werden einzelne Punkte des Körpers mit getrocknetem Beifußkraut erwärmt.

Die getrockneten Samen, Wurzeln, Blätter, Blüten und Früchte werden zu Granulaten verarbeitet.

speziellen Ertastung des Pulses überprüft sie die fünf Chinesischen Organsysteme „Leber, Lunge, Milz, Niere und Herz“. Die Stärke des Pulses gibt Hinweise auf den Fluss des Qi. „Qi wird am besten mit ‚Lebensenergie‘ beschrieben“, erklärt Reingard Hensler und versucht, die Komplexität der Chinesischen Wissenschaft in wenige Sätze zu fassen: „Der menschliche Körper ist durchzogen von Meridianen. Das sind ‚Bahnen‘ in denen das Qi fließt. Wird dieser Fluss gestört, kommt es zu einem QiStau, also einer Disharmonie.“ Der Patient im Zentrum Nun gilt es, diesen „Stau“ aufzuheben. „Die Chinesische Medizin will jedoch nicht nur das erkrankte Organ ‚reparieren‘‘‘. Vielmehr sollen Energieflüsse aktiviert sowie Selbstheilungskräfte und der Selbstheilungswille gestärkt werden“, sagt Dr. Reingard Hensler. Die bedeutendste Behandlungsform dabei ist die Arzneimitteltherapie

Der achtsame Umgang mit sich selbst ist wesentlich für den Gesundungsprozess. REINGARD HENSLER

mit ihren individuell abgestimmten Kräutermischungen (die Kräuter werden ausschließlich über Apotheken bezogen). Ferner kommen Akupunktur, Moxibustion (Erwärmung von einzelnen Punkten des Körpers), Tuina (Meridiane und Akkupunkturpunkte werden mittels speziellen Grifftechniken

behandelt) und Bewegungstechniken wie Yoga, Qi Gong oder Tai Qi in Einsatz. Ernährungsgrundsätze Ergänzt wird der gesamtheitliche Prozess durch die Ernährung. „Keine Angst, der Patient muss nicht chinesisch essen oder Diät halten. Beim Essen gilt es Grundsätze wie ‚dreimal am Tag warm essen‘ und ‚Lebensmittel nach Saison und Heimat aussuchen‘ zu beachten“, betont Hensler und weist gleichzeitig auf die „Ernährung nach den fünf Elementen“ hin. Diese beschreibt die Wirkung der Lebensmittel auf den Menschen und gibt Richtlinien, welche Ernährung für seinen Zustand günstig ist.

Die fünf Elemente bzw. Organsysteme in der Traditionellen Chinesischen Medizin Wasser/Niere: Feuer/Herz: Holz/Leber: Metall/Lunge: Erde/Milz:

Winter, schwarz, Angst, salzig, Kälte Sommer, rot, Freude, bitter, Hitze Frühling, grün, Zorn, sauer, Wind Herbst, weiß, Traurigkeit, scharf, Trockenheit Spätsommer (Mitte der Jahreszeiten), gelb, Grübeln, süß, Feuchtigkeit


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Im Straßenverkehr besonders gefährdet Schon jetzt stellen Senioren über 75 die Altersgruppe mit den meisten Verkehrstoten. Die Städte werden größer, der Verkehr wird dichter und die Menschen werden immer älter. Vor allem für Verkehrsteilnehmer über 75 Jahren ist das eine brisante Mischung, wie eine Studie der Allianz zeigt. Schon jetzt stellen sie die Altersgruppe mit den meisten Verkehrstoten. Das Allianz Zentrum für Technik (AZT) hat die Unfallhäufigkeit bei älteren Menschen untersucht und festgestellt, dass das Unfallgeschehen bei den über 64-jährigen Senioren unauffällig bleibt, aber ab dem 75. Lebensjahr überproportional zunimmt. „Ursache ist oft, dass ältere Menschen in komplexen Situationen mehr Zeit benötigen, den Überblick zu gewinnen“, so Christoph Lauterwasser, Geschäftsführer des AZT. Zunächst würden ältere Menschen zunehmende körperliche Schwächen mit der großen Erfahrung am Steuer oder einer vorsichtigen Fahrweise kompensieren, so Lauterwasser. Im Schnitt bleibt deshalb die Anzahl der verursachten Unfälle bei

BRISANT.

älteren deutlich unter dem Niveau der ganz jungen Fahrer. Auffallend sei jedoch, dass sich ab einem Alter von 75 Jahren einige typische Fahrfehler merklich häufen. Der eine oder andere verzichtet von sich aus auf das Fahren und gibt freiwillig den Führerschein ab. Doch auch auf Fußgänger oder Radfahrer lauern Gefahren: So sind zwei Drittel aller Verkehrstoten unter den Senioren nicht die Verursacher eines Unfalls, sondern Opfer. Laut Statistik Austria starben 2011 auf Österreichs Straßen 76 Menschen über 75 Jahre: fast doppelt so viele wie in der Altersgruppe 70 bis 74 Jahre und dreimal so viele wie in der Altersgruppe 65 bis 69 Jahre. Mobilität bedeutet aber gerade im Alter soziale Aktivitäten und gesellschaftliche Teilhabe. Dies führt zu höherer Zufriedenheit und sichert Lebensqualität. Gemäß der Studie des AZT erfüllt das Auto den Bedarf nach individueller Mobilität auch bei Senioren und stellt so das Verkehrsmittel der Wahl dar. Viele Länder reagieren auf die steigende Zahl der älteren Menschen im Straßenverkehr mit strengen Auflagen, wie zeitlich be-

fristeten Führerscheinen, deren Verlängerung an eine medizinische Untersuchung geknüpft ist. Die Unfallforscher des AZT lehnen jedoch obligatorische Gesundheitstests ab. „Freiwillige Tests sind natürlich empfehlenswert“, so Lauterwasser. 10 Experten-Tipps n Führen Sie ein Gespräch mit dem Hausarzt, falls Sie sich unsicher fühlen. Dieser kann Sie auf Gefahren durch Nebenwirkungen von Medikamenten hinweisen sowie Seh- und Hörtests durchführen. o Bei älteren Menschen gibt es bestimmte Risikogruppen wie z.B. Personen, die unter Demenz leiden und die unbedingt ärztlichen Rat einholen sollten, wenn sie Auto fahren wollen. p Ebenfalls zu Rate gezogen werden können sogenannte Mobilitätsberatungen, so zum Beispiel Prüfdienste oder Verkehrsclubs. Auch hier gibt es häufig altersgruppengerechte Beratungsmöglichkeiten. q Vermeiden Sie das Fahren unter schwierigen Bedingungen, z.B. bei Dämmerung, Regen oder zu Stoßzeiten. r Übermüdung ist Hauptursache für sehr viele schwere Unfälle. Planen

Manche Senioren verzichten sogar freiwillig aufs Autofahren.

Sie daher bei Langstrecken genügend Pausen ein. s Haben Sie bei einer Urlaubsreise schon mal an den Autozug gedacht? Der bietet die Möglichkeit, am Urlaubsort nicht auf das Auto verzichten zu müssen. t Ein Fahrsicherheitstraining hilft Ihnen, das Verhalten Ihres Fahrzeugs in schwierigen Situationen wie Glätte besser einzuschätzen. Es gibt spezielle Angebote für Senioren. u Lassen Sie sich beim nächsten Autokauf zu Fahrer-Assistenz-Systemen beraten. Diese helfen Ihnen, schwierige Verkehrssituationen zu be-

wältigen, ohne Sie dabei von der Verantwortung zu entbinden. Außerdem eignen sich bestimmte Autotypen für Senioren besser als andere – auch hier kann der Fachmann helfen. v Fußgänger oder Radler sollten als „schwache“ Verkehrsteilnehmer für die bestmögliche Sichtbarkeit sorgen – mit heller, reflektierender Kleidung und sauberen Rückstrahlern beim Rad. w Defensives Verhalten, besonders auf innerörtlichen Durchgangsstraßen, an Fußgängerübergängen und in unübersichtlichen Knotenpunkten, dient der Sicherheit aller.

Venenspezialisten müssen mehr können Der Verein Initiative Venengesundheit gibt Tipps für eine erfolgreiche Suche. SPEZIALISTEN. Anders als in

Deutschland, wo es den Facharzt für Phlebologie – so der Fachausdruck für den Venenspezialisten – gibt, existiert diese Ausbildung in Österreich nicht. Hier beschäftigen sich Ärzte verschiedener Fachrichtungen mit dem Thema. Dabei handelt es sich zumeist um Fachärzte für Chirurgie und Ge-

fäßchirurgie, Angiologen und Dermatologen. Schwierige richtige Wahl Für viele Betroffene ist es jedoch schwer hier die richtige Wahl zu treffen. Der Verein Initiative Venengesundheit möchte Tipps geben, woran man einen guten Venenarzt erkennen kann und was dieser anbieten sollte. Erster Schritt zur Behandlung einer Venenerkrankung ist das Erstellen einer fundierten Diagnose. Hierzu gilt heute die Untersu-

chung mit Venenduplex. Mit Hilfe der Duplex-Ultraschall-Untersuchung kann der Spezialist das gesamte Venensystem beurteilen. Venenfehlflüsse, Klappenschwächen und Thrombosen können mit dieser für den Patienten völlig belastungsfreien Untersuchung schnell aufgedeckt werden. Wie ein Fingerabdruck Wichtig dabei ist, dass Untersuchung und Behandlung vom gleichen Arzt durchgeführt werden. Da

jede Venenerkrankung ähnlich wie ein Fingerabdruck individuell sehr unterschiedlich ist, sollte für jeden Patienten ein eigenes Therapiekonzept gefunden werden. Den nächsten bedeutsamen Punkt stellt die Wahl des Therapeuten dar. Es steht heute eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Häufig ist das Therapieziel am besten durch eine Kombination zu erzielen. Das bedeutet aber, dass der Venenspezialist mit

mehreren Therapieformen vertraut sein muss, um dem Patienten die beste Behandlung anbieten zu können. Mehrere Methoden Die Initiative Venengesundheit rät daher, bei der Arztwahl darauf zu achten, dass der Arzt persönlich eine Duplexuntersuchung durchführt und in der Lage ist, mehrere Methoden anzubieten. Weitere Informationen unter www.venengesundheit.at


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Fußfehlstellungen durch Routine Fußfehlstellungen wie z. B. KnickSenkfuß, Spreizfuß oder Hallux valgus verursachen häufig Beschwerden und Schmerzen am Fuß und am Bewegungsapparat. Warum häufen sich diese Beschwerden und was kann der Einzelne dagegen tun? Unsere Füße tragen uns im Laufe eines Lebens ca. 1–1,5-mal um die Erde. Auf einer relativ kleinen Standfläche tragen sie die Last des Körpers, balancieren uns im Gleichgewicht, geben wichtige Informationen über die Beschaffen-

Matthias Thurnher Physiotherapeut

Aktivieren Sie Ihre Fußmuskulatur indem Sie so oft wie möglich barfuß gehen und Ihre Füße mit wechselndem Untergrund fordern.

heit des Untergrundes und stellen einen wichtigen Faktor als Stoßdämpfer dar. In der Evolution hat sich der Körper optimal auf die Anforderungen an den Fuß durch den aufrechten Gang angepasst. Er hat ein Längs- und ein Quergewölbe entwickelt, welches durch den spiraligen Aufbau in der Lage ist, Stoßbelastungen aufzufangen und diese auch wieder in Abstoßkraft umzuwandeln. Durch die Wandlung von einer Geh- zu einer Sitzgesellschaft, durch andauerndes Tragen von Schuhen und durch den immer gleichförmigen Untergrund auf dem wir uns bewegen, hat der Fuß keine adäquate Belastung mehr. Natürlich spielen bei Fußfehlstellungen auch genetische Faktoren eine Rolle. Dennoch kann in der Veränderung unserer Bewegungen im Alltag aktiv dagegen vorgegangen werden. Übungen in den Alltag integrieren Betrachten wir den Fuß mit seinen Gewölben im Kontext mit unserem restlichen Körper, so fällt auf, dass Fehlstellungen des Fußes nicht nur vom Fuß selbst ausgehen, sondern in direktem Zusam-

Belastung, des Untergrundes und auch des Schuhwerkes. Gehen Sie so oft wie möglich barfuß, fordern Sie Ihre Füße mit wechselndem Untergrund und tragen Sie nicht immer das gleiche Schuhwerk. Dies sind nur allgemeine Ratschläge für die Aktivierung Ihrer Fußmuskulatur.

Knick-Senkfuß (Bild li.), aktiv korrigiert von Hüfte und Becken (Bild re.). menhang mit der Stellung des Beckens und der Hüfte stehen. Soll also die Fußfehlstellung behandelt werden, so darf nicht nur der Fuß im Fokus stehen, sondern es muss der ganze Körper betrachtet werden. Dabei sollte bei der Behandlung nicht nur Wert auf monotones Ausführen von Übungen gelegt werden, sondern auf ein bewusstes Integrieren der Übungsinhalte in den Alltag. Füße brauchen im Alltag Variation in Form von

Optimale Strategie entwickeln Gerade bei Kindern, aber auch bei Erwachsenen, ist die aktive Mitarbeit zur Verbesserung der Fußfehlstellungen von entscheidender Bedeutung. Schuheinlagen setzen an den Symptomen, nicht aber an der Ursache der Fußprobleme an. Bei schmerzhaften Fußfehlstellungen bedarf es einer Abklärung von Arzt, Therapeut und Orthopädiemechaniker, um eine optimale Strategie zur Verbesserung der Beschwerden und der FußfehlstelANZEIGE lung zu entwickeln.

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Jetzt gilt es: Den Schnupfenviren rechtzeitig ein Schnippchen schlagen Schnupfen, Erkältungen und was man so alles dagegen unternehmen kann. Die Nase ist rot und brennt, das Schlucken schmerzt, der Kopf brummt. Es ist wieder „Schnupfenzeit“. Das heißt vorbeugen. Neuere Studien zeigen einen indirekten Zusammenhang zwischen Kälteeinwirkung und Erkältung. Intensive Kälte könnte bei ungenügend geschütztem Körper zu einer Schwächung des Immunsystems führen. Kälte hat außerdem einen hemmenden Einfluss auf das Flimmerepithel der Nasenschleimhaut und behindert dessen Reinigungsfähigkeit, was Infekte fördern kann. Zudem kann kalte Luft viel weniger Wasser aufnehmen, weshalb die Schleimhäute der Menschen trockener und somit ebenfalls anfälliger für Infektionen sind. Außerdem wird den für Erkältungen verantwortlichen Rhinoviren eine Vor-

SCHNUPFENZEIT.

liebe für nass-kaltes Klima nachgesagt. Indirekt kann Kälte auch insofern das Ansteckungsrisiko erhöhen, als sich Menschen bei kalter Witterung häufiger innerhalb von Gebäuden aufhalten. In schlecht gelüfteten Räumen und in der Nähe von infizierten Mitmenschen ist das Ansteckungsrisiko automatisch höher. Da es etwa 200 verschiedene Schnupfenviren gibt, ist es nicht möglich, einen Impfstoff gegen die Plagegeister zu entwickeln. Daher ist die einzige Möglichkeit, sich einigermaßen zu schützen, die Vorbeugung. Maßnahmen: ● Engen Kontakt mit erkälteten Personen so gut wie möglich vermeiden. ● Keine Taschentücher, Zahnbürsten und Nasentropfen bzw. -sprays gemeinsam mit anderen Menschen benützen. ● Regelmäßig die Hände waschen. ● Stress und Alkohol meiden und auf genügend Schlaf achten.

Ein heißes Fußbad bringt „Schnupfenopfer“ wieder auf die Beine.

● Sport, Kalt-Warm-Duschen und regelmäßige Saunagänge stärken die Immunabwehr. ● Rauchen schädigt die Schleimhäute, Rauchen und Passivrauchen vermeiden. ● Regelmäßige Bewegung im Freien. ● Nasenspülungen mit einer Salzlösung können Schnupfen vorbeugen, Viren und Bakterien werden so aus dem NasenRachen-Raum ausgespült. ● Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten, um die Austrocknung der Nasenschleimhaut zu verhindern. ● Während der Heizperiode für ausreichende Luftfeuchtigkeit in den Räumen (über 40 Prozent) sorgen, durch Verwendung von Luftbefeuchtern, Aufstellen von Wasserschalen oder durch nasse Tücher auf den Heizkörper. Was, wenn es einen erwischt hat? Natürlich gibt es Medikamente zur Linderung. Aber schon unsere Großeltern wussten: „Eine Erkältung dauert eine Woche ohne Arzt und nur sieben Tage mit Arzt“. Deshalb kannten sie noch viele Hausmittel wie Fußbäder, Dampfbäder, Wickel oder heiße Hühnersuppe. Der Bregenzer HNO-Facharzt Dr. Georg Hollenstein etwa empfiehlt Nasenspülungen mit Salzlösung: „Für die Kochsalzlösung eine Messerspitze Salz in 0,2 Liter warmem Wasser verrühren. Ein wenig Salzwasser in die hohle Hand gießen und durch das rechte Nasenloch einziehen. Kopf auf die rechte Seite neigen, damit das Wasser in die Nebenhöhle laufen kann. Danach die linke Seite behandeln. Mehrmals täglich wiederholen. In der Apotheke gibt es außerdem spezielle Nasenduschen, mit denen man die Nasengänge

Jetzt sollte erst recht nicht an Vitaminen gespart werden.

und Nebenhöhlen spülen kann.“ Regelmäßig angewendet sollen Nasenspülungen auch vorbeugend gegen Schnupfen wirken. Beliebte Hausmittel Amerikanische Forscher haben herausgefunden, dass Inhaltsstoffe einer heißen HÜHNERSUPPE antibakteriell wirken und Infekte der oberen Atemwege hemmen. Die heiße Suppe erhöht außerdem die Körpertemperatur und lindert Gliederschmerzen. Nur die selbst gekochte Hühner-

suppe hilft wirklich, Fertigprodukte haben nach Erkenntnis der amerikanischen Forscher einen viel schwächeren Effekt. Das Rezept: Ein Suppenhuhn mit Suppengemüse (Lauch, Sellerie, Karotten, Petersilie), Lorbeerblättern und Wacholderbeeren in Gemüsebrühe erhitzen und eineinhalb Stunden köcheln lassen. Suppennudeln abkochen, mit klein geschnittenem Hühnerfleisch in der Brühe servieren. Mindestens zwei Teller am Tag essen.

Mit Kartoffeln und Zwiebeln lassen sich Wehwehchen lindern.


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EIN FUSSBAD, dessen Temperatur nach und nach steigt, verbessert die Durchblutung der oberen Atemwege. Dazu 34 Grad warmes Wasser etwas mehr als knöcheltief in ein geeignetes Gefäß füllen. Innerhalb der nächsten 20 Minuten immer heißeres Wasser hinzugeben, bis die Temperatur auf etwa 41 Grad angestiegen ist. Einige Minuten in dem heißen Wasser bleiben. Danach Füße abtrocknen, warme Strümpfe anziehen und eine halbe Stunde ruhen. HEISSER

WASSERDAMPF

mit Zusätzen befeuchtet die Nasenschleimhäute, löst fest sitzendes Sekret und wirkt desinfizierend. Für ein Dampfbad zwei Liter Wasser zum Kochen bringen. Drei Esslöffel Salz oder eine Handvoll Kamillenblüten in einen großen Topf geben. Das Wasser darauf gießen. Das Gesicht über die Schüssel halten, den Kopf mit einem Tuch abdecken und zehn Minuten lang durch die Nase tief einund ausatmen. Das Salz wirkt desinfizierend und schleimlösend. Die Kamille desinfiziert und hemmt Entzündungen. Menschen mit einer Allergie gegen Korbblütler dürfen sie aber nicht anwenden. FIEBER hilft bei der Heilung, denn viele Erreger können bei über 38,5 Grad

nicht überleben. Fieber sollte deshalb nicht völlig unterdrückt werden, außer, wenn es zu hoch steigt. Wer erhöhte Temperatur oder Fieber hat, bleibt am besten im Bett und trinkt viel Wasser und Tee. Hilfreich sind auch ESSIGWICKEL: Feuchte Wadenwickel leiten durch Verdunstungskälte Hitze aus dem Körper ab und schaffen so einen Temperaturausgleich. Wichtig ist, dass der ganze Körper einschließlich der Füße bei der Behandlung warm bleibt. Und so funktioniert es: kaltes Wasser und Obstessig zu gleichen Teilen mischen. Geschirrtücher darin tränken, auswringen und um die Waden wickeln. Darum herum je ein Handtuch schlagen. Die Wickel wechseln, bevor sie kalt werden. Es genügen meist drei Wickelvorgänge, um das Fieber zu senken. TOPFEN kühlt, wirkt abschwellend, lindert Schmerzen und hemmt Entzündungen. Und so funktionieren Topfenwickel: 500 Gramm Topfen etwa einen halben Zentimeter dick auf ein dünnes Baumwolltuch streichen. Das Tuch zu einem Schal falten, so dass zwischen Hals und Topfen nur eine Lage Stoff liegt. Den Wickel auf Körpertemperatur erwärmen, z. B.

Wadenwickel können in vielen Fällen Medikamente ersetzen.

auf der Heizung, und um den Hals legen. Darüber kommt ein dickes Handtuch. Wickel so lange tragen, bis der Topfen getrocknet ist. KARTOFFELN speichern die Wärme und geben sie kontinuierlich ab. Für einen Kartoffelwickel vier bis sechs mittelgroße Knollen weich kochen. Auf die Mitte eines Geschirrtuchs geben. Für einen Brustwickel das Tuch so einschlagen, dass ein etwa 20 auf 20 Zentimeter großes Päckchen entsteht. Für einen Halswickel die Kartoffelmasse einrollen. Dann die Kartoffeln vorsichtig zerdrücken. Das Tuch auf die Brust legen oder um den Hals binden und mit einem Schal fixieren. Packung entfernen, wenn sie nicht mehr warm ist. ÄTHERISCHE ÖLE in Salbei- und Kamillentee helfen gegen Entzündungen

Hohes Fieber über mehrere Tage ist auf jeden Fall ein Grund, den Arzt zu kontaktieren.

von Hals und Mandeln. Zum Gurgeln: Zwei Teelöffel Salbeiblätter oder Kamillenblüten in einem halben Liter Wasser aufkochen und 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Mehrmals täglich mit der heißen Flüssigkeit fünf bis zehn Minuten intensiv gurgeln, den Tee immer ausspucken. Wenn hartnäckiger Schleim in den Bronchien sitzt, kann ZWIEBELTEE das Abhusten erleichtern. Zwiebeln enthalten schwefelhaltige Senföle, die eine desinfizierende Wirkung haben. Eine Zwiebel in Scheiben schneiden und etwa fünf Minuten in einem halben Liter Wasser köcheln lassen. Den Sud durch ein Sieb abseihen und mit etwas Honig süßen. Bis zu vier Tassen täglich möglichst heiß trinken. THYMIAN, PFEFFERMINZ

EUKALYPTUS,

helfen bei Husten, der viel Auswurf produziert, indem sie den Schleim verflüssigen. Inhalation mit ätherischen Ölen: Zwei Liter Wasser zum Kochen bringen. Das Wasser in einen Topf gießen und wenige Tropfen von einem der Öle hinzugeben. Dann das Gesicht über die Schüssel halten, den Kopf mit einem großen Handtuch abdecken und zehn Minuten lang durch die Nase tief einund ausatmen. Vorsicht: Kinder dürfen heiße Dämpfe mit ätherischen Ölen nicht einatmen – es besteht Erstickungsgefahr! Tipps zur Behandlung von Schnupfen ● Nasenspülungen mit einer Salzlösung können

helfen, angesammelten Schleim zu beseitigen und wirken gleichzeitig desinfizierend. ● Ätherische Öle, zum Beispiel Pfefferminzöl, können helfen, wenn sie gemischt mit heißem Wasser inhaliert werden. Einige Öle reizen die Nasenschleimhaut und sollen nicht direkt aufgetragen werden. ● Bei Schmerzen oder „verstopfter Nase“ beim Schlafen kann die Erhöhung des Kopfes um ca. 20 Grad die Beschwerden lindern. ● Rauchen schädigt die Schleimhäute. Zigarettenrauchen und Passivrauchen vermeiden, um die Heilung der Nasenschleimhaut zu beschleunigen. ● Nicht zu heftig Schnäuzen, weil dadurch Sekret in die Nasennebenhöhlen gedrückt werden kann. ● Inhalieren verflüssigt den Schleim und löst Krusten. Mögliche Inhalationszusätze sind: Kamillenextrakt/Kamillentee (beruhigt die Nasenschleimhaut), Ingwertee (wirkt desinfizierend), Salzwasser (wirkt desinfizierend). Wann zum Arzt? ● Wenn sich die Symptome innerhalb von zwei Wochen nicht verbessern. ● Wenn hohes Fieber auftritt. ● Wenn starkes Krankheitsgefühl besteht. ● Wenn es zu starken Schmerzen im Gesicht kommt (vor allem beim Bücken). Es könnte sich um eine Entzündung der Nasennebenhöhlen handeln. ● Wenn starke, stechende Ohrenschmerzen auftreten (Gefahr einer Mittelohrentzündung). ● Wenn zusätzlich starke Heiserkeit und ein Verlust der Stimme auftreten (Gefahr einer Kehlkopfentzündung). ● Wenn es zu starkem Husten kommt und/oder starke Schmerzen im Brustraum auftreten; die Infektion könnte sich auf das Lungengewebe ausgebreitet haben (Lungenentzündung).


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VORARLBERGER NACHRICHTEN

Der „Lückenschluss“ nach dem Notfall Ausgeschlagene oder abgebrochene Zähne können verschieden „repariert“ werden. LÜCKENSCHLUSS. Schnell ist es geschehen: Oft reicht schon ein kleiner Sturz und der Zahn hängt schief im Mund oder es klafft dort, wo der Zahn seinen Platz hatte, ein dunkles Loch. Zahnunfälle passieren überall, zu Hause, bei Freizeitaktivitäten oder beim Sport. „Besondere Gefahren bestehen in Schwimmbädern, bei Kontaktsportarten und beim Ballspielen“, erklärt DDr. Peter Kapeller. Die gute Nachricht des Bregenzer Zahnarztes: „Bleibende Zähne können sehr oft gerettet werden.“ Allerdings heißt es schnell und richtig reagieren, damit der notwendige Lückenschluss gelingt. Bei falscher oder zu später Behandlung verschlechtern sich die Heilungschancen nämlich deutlich.

Rettungsaktion mit Nachteil Aber was ist zu tun, wenn beispielsweise ein Frontzahn abgeschlagen wurde oder sogar völlig herausgefallen ist? Peter Kapeller: „ Den Zahn bzw. das Zahnstück suchen und in Flüssigkeit aufbewahren. Das kann Wasser oder kalte Milch sein. Und dann so schnell wie möglich zum nächsten Zahnarzt oder Kieferchirurgen.“ Handelt

es sich nur um ein kleines Zahnteil, kann es in den meisten Fällen wieder angeklebt werden. Ist der ganze Zahn ausgefallen, wird er mittels Schiene an den anderen Zähnen befestigt, sodass er wieder anwachsen kann. „Im Laufe des Lebens sterben solche Zähne aber häufig ab und dann muss eine Wurzelbehandlung und häufig auch eine Überkronung durchgeführt werden“, beschreibt Kapeller den Nachteil dieser Rettungsaktion. Sofortimplantationen Sollte es auch bei dieser Behandlung zu Proble-

Bleibende Zähne können oft gerettet werden. DR. PETER KAPELLER

men kommen, bleibt oft nur die Entfernung des Zahns. Ab einem Alter von 18 Jahren kann er durch ein Implantat ersetzt werden. Eine Alternative dazu wäre eine Brücke. „Dafür müssten allerdings die benachbarten Zähne stark beschliffen werden, was natürlich für den Zahn sehr schlecht ist“, so Kapeller. Wenn ein Zahn tatsächlich durch ein Implantat ersetzt werden soll, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder der Zahn wird

Beim Herumtollen kann es schon sein, dass ein Zahn verloren geht. Dann heißt es schnell reagieren.

direkt nach dem Verlust oder einer Extraktion durch ein Implantat ersetzt oder dies erfolgt erst nach einer Abheilphase von mindestens 2 bis 3 Monaten. „In der Praxis sind Sofortimplantationen fast die Regel, da es für den Patienten einfach bequemer und komfortabel ist“, begründet DDr. Peter Kapeller die Vorgehensweise. Vorrangiges Ziel in allen Fällen sei jedoch die Erhaltung des eigenen Zahns. Das ist zu tun: 1. Ruhe bewahren und überlegt handeln. 2. Bei starker Blutung auf Gaze oder Stoff-Taschentuch beißen, äußerlich Eiswürfel auflegen. 3. Je nach Zahnverletzung wie angegeben vorgehen. 4. Möglichst rasch Zahnarzt oder Kieferchirurgie aufsuchen.

● Zahn ausgeschlagen: Suchen Sie unbedingt den Zahn und fassen Sie nur die Zahnkrone, jedoch nicht die Zahnwurzel an. Niemals den Zahn reinigen, auch wenn er verschmutzt ist. Zahn so schnell wie möglich feucht lagern, am besten in kalter Milch, im eigenen Speichel oder kaltem Wasser. Suchen Sie dann möglichst schnell die nächste Apotheke auf, um den Zahn in eine spezielle Zahnrettungsbox umzulagern. Jetzt haben Sie bis zu 24 Stunden um einen kompetenten Arzt zu finden, der die weitere Versorgung und Nachkontrolle übernimmt.

Eine Zahnrettungsbox kann im Ernstfall gute Dienste leisten.

● Putzen Sie sich mindestens zweimal täglich die Zähne und verwenden Sie zusätzlich Zahnseide, um die Zwischenräume zu reinigen, wo sich meistens unbemerkt Speisereste ansammeln. ● Gehen Sie zweimal jährlich zur Kontrolle. ● Lassen Sie sich von Ihrem Zahnarzt eine wirkungsvollere Putztechnik zeigen. ● Eine gesunde und möglichst zuckerfreie Ernährung fördert die Zahngesundheit. ● Verwenden Sie fluoridhaltige Zahnpasta ● Die zahnmedizinische Grundversorgung beginnt schon in der frühen Kindheit. Erziehen Sie Ihr Kind zur richtigen Mundhygiene und gehen Sie mit Ihrem Kind regelmäßig zum Zahnarzt.

Tipp: Zahnrettungsbox für die Hausapotheke VORSORGEN. Vor

Weitere Maßnahmen ● Zahn abgebrochen: Suchen Sie das abgebrochene Stück und legen Sie es in Wasser oder noch besser in kalte Milch ein. Suchen Sie möglichst bald einen Zahnarzt auf. ● Zahn stark gelockert oder verschoben: Situation belassen und nicht am Zahn manipulieren. Nur vorsichtig zubeißen. Suchen Sie möglichst bald einen Zahnarzt auf.

Richtige Zahnpflege

allem Kindern passiert es schnell: Im Eifer des Gefechts kann schon einmal ein Zahnstück abbrechen oder ein Zahn komplett ausgeschlagen werden. Dann kommt im Idealfall die Zahnrettungsbox zum Einsatz, in welcher der Zahn oder das Zahnstück fachgerecht bis zum Zahnarztbesuch aufbewahrt werden kann. Das Gute an der Zahnrettungsbox: Der Zahn

kann oft vollständig wiederhergestellt werden. Rund einen Tag kann ein Zahn in der Zahnrettungsbox aufbewahrt werden. Dennoch ist es ratsam, so schnell wie möglich den Zahnarzt aufzusuchen. Je eher der Zahn wieder zusammengefügt ist, umso günstiger sind die Heilungsaussichten. Zahnrettungsboxen sind in jeder Apotheke erhältlich und mehrere Jahre haltbar. Kosten: 20 Euro.


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12 Fit & Gesund

VORARLBERGER NACHRICHTEN

EXPERTENTIPP: Mag. Sabine Fleisch, Psychologische und Psychotherapeutische Praxis, Klaus

Wenn Kinder das Wesentliche vergessen AD(H)S ist eine Funktionsstörung, die alle Beteiligten vor große Herausforderungen stellt. RUHELOS. Der

kleine Niklas steht schon bevor der Wecker läutet auf der Matte und trällert fröhlich ein Liedchen. Abends zählt er zu jenen Kindern, die scheinbar nie müde werden. Er besitzt Energie ohne Ende, ist ruhe- und rastlos, meist sehr gesprächig und vergisst bei all seiner Aktivität oftmals das Wesentliche zu erledigen. Die Eltern sind ratlos. Fest steht für sie nur, dass es so nicht mehr weiter gehen kann. Sprunghaftigkeit Niklas ist kein Einzelfall. Jedes fünfte Kind ist vom sogenannten Aufmerk-

samkeitsdefizitbzw. Hyperaktivitätssyndrom betroffen. Diese Kinder haben Schwierigkeiten, ihre Aufmerksamkeit langfristig auf bestimmte Tätigkeiten zu lenken. Stattdessen gleiten ihre Gedanken oftmals ab, sie verlieren sich in Tagträumen. Spricht man sie darauf an oder ruft ihren Namen, reagieren sie oftmals nicht. Ihre geistige Sprunghaftigkeit bringt auch schulische Probleme mit sich, sowohl was Leistungen anbelangt als auch im sozialen Bereich. Kinder mit AD(H)S „ticken“ anders als ihre Mitschüler, was sie recht schnell in eine Außenseiterrolle bringen kann. Die ganze Problematik verschärft sich noch, wenn zur Aufmerksamkeitsstörung eine körperliche Hyperaktivität kommt. Die-

Welt anders. So kann etwa Lärm bedrohlich auf sie wirken, ebenso neue Situationen. Dieser Anstau an komplexen Eindrücken entlädt sich oftmals noch bis zu Stunden nach dem Ereignis und verhindert das Zur-Ruhe-Kommen.

Psychologin Sabine Fleisch.

se zeigt sich in Form von Unruhe und Rastlosigkeit. Solche Kinder sind von ihrem Verhalten her fahrig und tollpatschig, häufig impulsiv. Diese Verhaltensweisen stellen eine Herausforderung dar. Kinder mit AD(H)S sind aber keine schlechterzogenen oder unintelligenten Kinder, sie haben eine Einschränkung, was die Verarbeitung von Reizen im Gehirn angeht. Sie erleben, sehen und hören die

Selbstwert stärken Voraussetzung dafür, dass sich die Situation zum Besseren wenden kann, ist eine uneingeschränkt liebevolle Haltung dem Kind gegenüber. Machen Sie sich bewusst, was an Ihrem Kind alles toll ist, was es gut kann und sagen Sie ihm das auch. Dies erweitert den Blick und stärkt den kindlichen Selbstwert. Bieten Sie dem Kind klare Strukturen und Tagesrhythmen, das hilft ihm dabei, sich zu „orientieren“. Kündigen Sie den jeweils nächs-

ten Schritt rechtzeitig an. Geben sie ihm kurze klare Anweisungen. Nehmen Sie dabei Körperkontakt auf (z. B. Berühren an der Schulter) und schauen Sie dem Kind ins Gesicht. Vergewissern Sie sich, ob Sie das Kind auch „gehört“ hat, indem Sie das Gesprochene von ihm wiederholen lassen. Gönnen Sie dem Kind regelmäßig Pausen, damit es sich etwas erholen kann, bevor neue Anforderungen anstehen. Achten Sie auch auf ausreichend Möglichkeiten der körperlichen Betätigung. Sich selbst nicht vergessen Und vergessen Sie bei aller Fürsorge nicht, auch auf sich selbst zu achten. Das Kind braucht mehr von Ihrer Energie, also benötigen auch Sie ein Mehr davon.

Sanfte Bewegungen im und mit Wasser Watsu erfordert jedoch ein völliges Vertrauen in den Therapeuten. HINGABE. Watsu

heißt ganz loslassen, selbst passiv bleiben, den behutsamen Händen eines erfahrenen Therapeuten vertrauen und sich den sanften Bewegungen hinzugeben. Watsu bedeutet auch einfach zu sein, statt zu tun und eine WellnessBehandlung zu genießen,

die nicht nur den Körper, sondern auch Seele und Geist frei macht. Der Begriff Watsu kommt von Water (= Wasser) und Shiatsu (= japanische Fingerdruckmassage), ist also eine Behandlung mit speziellen Massagetechniken im Wasser. Hoher Entspannungsgrad „Durch den Wechsel zwischen Dynamik und Ruhephasen sowie die Kombination warmes Wasser,

Sich einfach treiben lassen: Watsu bietet diese Gelegenheit.

Massage und Bewegung in der Schwerelosigkeit kann ein Entspannungsgrad erreicht werden, der anderweitig nicht möglich ist“, erklärt Daniel Müller. Watsu-Praktizierender in der Adelindis Therme Bad Buchau. „Watsu eignet sich prinzipiell für jeden, der sich im Wasser wohlfühlt“, so Müller. Weiche Rotationen der durch das Wasser entlasteten Wirbelsäule entspannen die Muskulatur, die Atmung wird tiefer. Der unterstützend wirkende Widerstand des nassen Elements wird bewusst und effektiv genutzt. Ein sanftes Dehnen und Strecken lockert den Körper und hilft dadurch, auch seelische Blockaden zu lösen. Die harmonisch fließenden Abläufe erweitern den Bewegungsradius der Gelenke und setzen Impulse für ein neues verbessertes Körperbewusstsein.

Watsu macht eine besonders tiefe Entspannung möglich.

Viele Anwendungen Die Anwendungsgebiete sind breit gefächert. In der Adelindis-Therme in Bad Buchau und in der Bodensee-Therme in Überlingen wird Watsu überwiegend als wirksame Methode zur Tiefenentspannung im Wellnessbereich geschätzt. Schwangere nutzen die Entlastung des Bewegungsapparats. Senioren genießen die ganzheit-

lich wohltuende Kombination aus unbeschwerter Bewegung, Wärme und Nähe. Für Sportler bietet Watsu die Möglichkeit, sich körperlich und mental auf die Herausforderung von Wettkämpfen vorzubereiten. Darüber hinaus wird Watsu auch therapeutisch, etwa bei der Behandlung von Haltungsfehlern oder Ängsten, eingesetzt.


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Wenn der Schuh drückt & schmerzt Hallux valgus – kleine Schnitte, große Wirkung: Neue minimalinvasive Operation bringt beste Ergebnisse bei Zehenfehlstellungen. Durch die Fehlstellung der Großzehe nach außen kommt es zu einer Vorwölbung des Mittelfußköpfchens, das damit vollständig dem Schuhdruck ausgeliefert ist. Die Haut über dem Mittelfußköpfchen bekommt eine höhere Belastung („wenn der Schuh drückt“) und es kann zu Entzündungen der Haut sowie zu Rötungen, Schwellungen und Überwärmungen kommen. Dies ist dadurch bedingt, dass am Mittelfußköpfchen unter der Haut ein Schleimbeutel sitzt, der sich bei entsprechendem Schuhwerk sowie bei Reibung entzünden kann. Zusätzlich kommt es durch die Fehlstellung der Großzehe zu einer Verschiebung der übrigen Zehen nach außen, die dann langfristig ebenfalls in einer Fehlstellung verbleiben. Dadurch kommt es zu einer Störung des natürlichen Gangbildes und zu Schmerzen beim Gehen. Operative Möglichkeiten Durch die falsche Belastung und Fehlstellung im Bereich des Vor-

Normaler Halluxschuh – dieser musste bisher 6 Wochen nach der OP getragen werden. Durch modernste OP-Techniken kann eine Woche nach der OP der angenehme und kosmetisch schönere „Ballerina“ nur mehr für 3 Wochen getraFotos: Praxis Dr. Leidolf gen werden.

Die Operation wird über drei kleine Hautstiche durchgeführt. fußes kommt es vermehrt zu Hühneraugen sowie zu Schwielenbildung und in der Folge zumeist zu einer Arthrose des Großzehengrundgelenkes, die wie jede Arthrose zu Schmerzen, Entzündungen und Bewegungseinschränkungen führen kann. Die Abweichung der Zehe nach außen und damit die Verlagerung bzw. Krallenbildung der benachbarten Zehen sind auch kosmetisch unschön und stellen neben den Schmerzen einen Hauptgrund des Wunsches nach einer operativen Sanierung dar. Insbesondere im Sommer, beim Tragen von offenen Schuhen, wird die Verformung der Zehen auch zum kosmetischen Problem. Konservative Möglichkeiten Das Tragen eines Spezialschuhs, spezielle Einlagen und Schienen stellen lediglich eine Linderung dar. Die Fehlstellung der Großzehe wird dadurch nicht behoben.

(ohne große Hautschnitte, in den USA bereits seit 30 Jahren erfolgreich, durchgeführt) sowie die Verwendung von selbstauflösenden Schrauben. Daraus resultiert eine wesentlich kürzere Operation sowie die Möglichkeit, den Eingriff in Lokalnarkose sowie tagesklinisch durchführen zu lassen. Die Schrauben lösen sich nach 12–18 Monaten von selbst auf, sodass ein Zweiteingriff für die Metallentfernung (wie bei herkömmlichen Metallschrauben) nicht mehr notwendig ist. Minimalinvasiv können nicht nur Hallux valgus Fehlstellungen, sondern auch Hallux rigidus, Krallenund Hammerzehe, „Schneider Ballen“ der Kleinzehe, Fersensporn, Mittelfußschmerzen (Metatarsalgie) und Haglund Exostosen operiert werden. Der Vorteil der neuen Techniken liegt darin, dass eine schnellere Rückkehr zu Beruf und Sport meistens schon nach drei Wochen möglich ist.

Neue operative Techniken – bessere Ergebnisse Die heutigen operativen Techniken sind darauf ausgerichtet, gelenks- und funktionserhaltend zu sein. Zusätzlich gibt es ein sehr differenziertes Vorgehen, sodass individuell (vorheriges genaues Ausmessen der Fehlstellung) sehr gute Ergebnisse erzielt werden können. Eine Innovation in der operativen Korrektur ist dabei die minimalinvasive Fußchirurgie

Eingriff durch zertifizierte Chirurgen Die minimalinvasive Fußchirurgie stellt keine Standardoperation dar. Da diese Operationstechnik sehr anspruchsvoll ist, sollte sie ausgebildeten und zertifizierten Ärzten für minimalinvasive Fußchirurgie vorbehalten sein. (Sämtliche zertifizierte Chirurgen finden Sie unter der Homepage der Gesellschaft für minimalinvasive Fußchirurgie www.grecmip.eu).

Dr. med. Hermann Leidolf, Facharzt für Unfallchirurgie

Daten & Fakten Dr. Hermann Leidolf Facharzt für Unfallchirurgie dr.leidolf@gmx.net www.leidolf.at Praxis in Innsbruck: Salurner Straße 15 A-6020 Innsbruck Tel. +43 512 90 83 83 LEISTUNGSSPEKTRUM – Behandlung von akuten und chronischen Muskel-, Sehnen- und Gelenksverletzungen, inklusive operative Behandlung – Arthroskopische Behandlung von Schulter-, Knie-, Hand- und Sprunggelenken – Behandlung von Sportverletzungen – Fußchirurgie, spezialisiert auf Hallux-Operationen – Allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Gutachter – Spezialist für konservative und operative Arthrosetherapie (Knorpelzellverpflanzung)

Operative Lösung – vor und nach minimalinvasiver Operation.


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Moderne Behandlungsformen

Minimal invasive Behandlungen an der Bandscheibe sind heute aus der Medizin nicht mehr wegzudenken. Jahrelange Erfahrung zeigt, dass diese Verfahren besonders hohe Ansprüche an den Behandelnden stellen. Mittlerweile können nicht nur Bandscheibenvorfälle, sondern auch Vorwölbungen der Bandscheibe, Engstellen des Wirbelsäulenkanals sowie Instabilitäten der Wirbelsäule sehr schonend auf

Dr. Wolfgang Kreil, ärztlicher Leiter der Bandscheiben Clinik Tirol.

diese Art behandelt werden. Doch die Technik mit kleinstem Operationsfeld bedarf eines umfangreichen Wissens im Bereich der gesamten Bandscheiben- und Wirbelsäulenchirurgie. Der versierte Neurochirurg muss neben den minimal invasiven auch sämtliche offenen Operationsverfahren an der Wirbelsäule beherrschen, um einen hohen Behandlungsstandard gewährleisten zu können. Großes Behandlungsrepertoire Die Neurochirurgen der Bandscheiben Clinik Tirol führen daher regelmäßig im Wirbelsäulenzentrum der EMCO-Privatklinik Salzburg offene Bandscheiben- und Wirbelsäulenoperationen sowie operative Behandlungen mit Implantaten durch. Die Medizin entwickelt sich laufend weiter und verlangt nach Spezialisierung. Gerade die Bandscheibe und Wirbelsäule, mit der von ihr ausgehenden unterschiedlichsten Beschwerdebildern, setzt ein besonders großes Behandlungsrepertoire voraus. Mit „minimal-invasiv“ werden Behandlungsverfahren definiert, welche eine minimale Hautöffnung benötigen

und daher für die Gewebestrukturen wie Haut, Muskeln, Bänder und Knochen sehr schonend sind. Die Vorteile der minimal invasiven Behandlungstechniken liegen neben der Gewebeschonung, bei einer sehr geringen Vernarbungstendenz, einem kurzen stationären Aufenthalt und einer frühen Reintegration ins Berufs- und Sozialleben. Auch sind Rezidiveingriffe, gerade beim Bandscheibenvorfall, unkomplizierter und einfacher zu behandeln. Spezialsprechstunde für Wirbelsäulenpatienten in Vorarlberg Die Bandscheiben Clinik Tirol verfügt traditionell über einen hohen Anteil an Vorarlberger Patienten. Um diesen Patienten einen besonderen Service zu bieten, haben wir uns entschlossen, in Vorarlberg mit einer speziellen Ordinationstätigkeit zu beginnen. Dadurch können wir sowohl neuen Patienten einen bequemeren Zugang zu unseren Leistungen ermöglichen als auch postoperative Kontrollen und Verlaufskontrollen ohne großen Aufwand für die Patienten durchführen. Wir hatten das große Glück, im

Dornbirner Stadtarzt Dr. Robert Spiegel einen Partner zu finden, der uns für die Durchführung der Sprechstunden seine Ordinationsräume im Ärztehaus Spiegel in der Dornbirner Moosmahdstraße zur Verfügung stellt. Einfach Termin vereinbaren Die Sprechstunde wird vom ärztlichen Leiter der Bandscheiben Clinik Tirol, Dr. Wolfgang Kreil, abgehalten. Termine können unter der Telefonnummer 05572 2243025 vereinbart werden. Unser freundliches Sekretariat wird Ihnen einen Termin zuteilen und Ihnen behilflich sein, dass Sie über alle notwendigen Untersuchungen und Befunde wie z. B. aktuelles Bildmaterial verfügen. Die Ordination findet vorab jeden zweiten Freitag ab 13.30 Uhr statt. Parkmöglichkeiten sind direkt beim Ärztehaus Dr. Spiegel, Mossmahdstraße 15, 6850 Dornbirn vorhanden. Weitere Informationen erhalten Sie direkt bei der Bandscheiben Clinik Tirol, Marktplatz 7, 6410 Telfs, Tel. 05262 67205, www. bandscheibenclinik.at


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Das Wunder der Geburt hautnah erleben Hebamme Daniela Maier spricht über Vorbereitung, Stillen und Nachbetreuung. LEIDENSCHAFT. 3000 Geburten, 25 Jahre im Dienste von Mutter und Kind: Daniela Maier ist Hebamme aus tiefer Überzeugung und Leidenschaft. Eine Geschichte über die schönsten, manchmal traurigsten Momente von Mutter, Kind und Geburtshelferin.

Wie haben Sie Ihre 3000ste Entbindung empfunden? MAIER: Es war eine Geburt gezeichnet von Vertrauen, Einheit und Harmonie. Sie erfolgte Hebammen zentriert; medizinische Eingriffe waren nicht nötig. Die Mutter gebar ihr drittes Kind natürlich, ihr und dem Kleinen ging und geht es gut, eine Begleitperson des Vertrauens war mit dabei. Kurz gesagt: die Geburt war schön und gut. Wie würden Sie Ihren Beruf definieren? MAIER: Hebammen sind Geburtshelferinnen. Das heißt, wir unterstützen die werdende Mutter bei all ihren Bemühungen und Entscheidungen. Wir sind nicht die Geburtenmacher, sondern begleiten und beraten die Frauen in ihrem Tun und

Denken. Wir versuchen, ihnen das Vertrauen in ihre Urkraft „gebären zu können“ zu geben, dieses zu entwickeln und bei der Geburt umzusetzen. Sie sprechen von der Urkraft der Frau . . . MAIER: Ja. Gerade in einer Zeit, da alles geplant und abgesichert werden will, kommt mit einer Schwangerschaft doch viel Ungewisses auf eine Frau zu. Tausende Fragen stellen sich und ebenso viele Antworten werden geboten. Die ärztliche Betreuung ist umfassend, in Geburtsvorbereitungskursen wird ebenso optimal auf das Ereignis hingearbeitet. Dennoch muss sich jede Frau im Klaren sein, dass es keine Garantie für eine „gute“ Geburt gibt. Haben Kaiserschnittgeburten zugenommen? MAIER: Ja, und das ist irgendwie bedauerlich. Aus dem Bedürfnis heraus, alles in sicheren Bahnen zu wissen, entscheiden sich zunehmend mehr Frauen für eine genau terminisierte Entbindung. Auf die Wünsche des Ungeborenen wird dabei vergessen. Ihm wird die Möglichkeit genommen, selbst zu entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt ist, um auf die Welt

Neugeborene erhalten direkt nach der Geburt die Chance auf Hautkontakt.

zu kommen. Gleichzeitig haben Frauen das Urvertrauen verloren, dass natürliche Erscheinungen wie das Einsetzen von Wehen sie auf die Geburt hinweisen und hinführen. Sie sollten mehr darauf vertrauen, dass sie in entscheidenden Momenten große Kräfte freisetzen können und ausreichend Energie fließt, um eine spontane Geburt möglich zu machen. Die Anwesenheit von Vätern oder anderen Bezugspersonen scheint heutzutage ein Muss . . . MAIER: Kein Muss, aber für viele Frauen ist es ein Wunsch. Dazu gibt es nur zu sagen, dass die Begleitperson wissen muss, dass sich im Kreissaal jeder außer der Gebärenden zurücknehmen sollte. Die Geburtenmacherin ist die Frau – mit Unterstützung der Geburtenhelfer wie Hebamme oder Arzt. Wie hat sich das Umfeld einer Geburt gegenüber früher verändert? MAIER: In meinen Anfangszeiten war es üblich, dass die Frau im Liegen geboren hat, in steriler Umgebung. Zudem war meist ein Arzt anwesend, auch Dammschnitte kamen öfter vor. Heute achten wir in den Gebärzimmern vor allem auf eine angenehme Atmosphäre, ansprechende Farben, unterstützen mit natürlichen Hilfsmitteln wie Akkupunktur, Homöopathie oder ätherischen Ölen. Auch die Gebärposition ist von der werdenden Mutter frei wählbar. Und mit der Möglichkeit einer lokalen Betäubung muss heute keine Frau mehr Angst vor unerträglichen Schmerzen haben. Wie versuchen Sie der Frau die Angst vor der Entbindung zu nehmen? MAIER: Ich vergleiche die Geburt gerne mit der Besteigung des Piz Buin. Der Aufstieg wird mit Gipfelnähe immer beschwer-

Stillen fördert die Bindung, vermittelt Liebe, Wärme und Zuneigung und beruhigt. (FOTOS: HP)

licher. Doch just zu dem Zeitpunkt fließt nochmals so viel Energie, dass der Gipfelsieg die logische Folge ist, die Geburt. Aber auch der Abstieg ist entscheidend, also Nachgeburt und das Wochenbett. Gerade in dieser Zeit gilt es jede Aufmerksamkeit der jungen Mutter zu widmen. Welche Momente zählen zu den prägendsten Erlebnissen? MAIER: Die schönsten Stunden und Minuten erlebte ich als Geburtshelferin meiner Patenkinder. Es gibt nichts Schöneres, als liebe Freundinnen unterstützen zu können. Dabei haben mich leider auch die „stillen Geburten“ – Totgeburten – geprägt und mir gezeigt, dass Freud und Leid trotz aller medizinischen Möglichkeiten eng beieinander liegen.

Daniela Maier begleitet werdende Mütter seit 25 Jahren.

Stichwort Nachbetreuung und Stillen. MAIER: Man legt heute großen Wert auf die Nachbetreuung. „Bonding“, was so viel wie Beziehungsaufbau bedeutet und sofort nach der Geburt beginnt, ist Usus. Auch „Rooming in“ – Mutter und Kind verbringen 24 Stunden gemeinsam – wird gegenwärtig auf allen Gebärstationen gelebt. Beim Thema Stillen scheiden sich die Geister. Selbstbestimmung ist hier das entscheidende Element. Eine Mutter ist mündig. Wir unterstützen den „Lernprozess“, das Bereitsein. Wenn sich jedoch eine Frau dagegen entscheidet, akzeptieren wir diesen Wunsch. Was geben Sie als erfahrene Hebamme werdenden Müttern auf den Weg? MAIER: Ich wünsche jeder Frau, dass sie sich auf ihre Fähigkeit, das Wunder Geburt auf natürliche Weise erleben und aus eigener Kraft schaffen zu können, besinnt. Dass sie die Verantwortung, Mutter zu werden, übernimmt und dabei über ein Umfeld ihres Vertrauens – Arzt, Hebamme, Verwandte und Freunde – verfügen kann; eine 1:1-Betreuung vor, während und nach der Geburt.


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Richtig essen von Anfang an

Manfred Brunner, VGKK-Obmann

Tipp

Mit dem österreichweiten Projekt „Richtig essen von Anfang an – Ernährungsberatung in der Schwangerschaft“ unterstützt die Vorarlberger Gebietskrankenkasse werdende Mütter bei der optimalen Ernährung in der Schwangerschaft. Die Schwangerschaft ist eine besondere Zeit für Mutter und Kind, insbesondere was die Ernährung betrifft. Denn in den neun Monaten wird das Ungeborene ausschließlich über die Mutter miternährt. Alles, was die schwangere Frau in dieser Zeit an Nährstoffen und Vitaminen zu sich nimmt, fördert die Gesundheit ihres Kindes. Mit einer gesunden, ausgewogenen Ernährung in der Schwangerschaft legt die Mutter von Anfang an einen wichtigen Grundstein für die optimale Entwicklung ihres Kindes.

Menschen, die pflegebedürftige Angehörige zu Hause betreuen, leisten eine für die Gesellschaft sehr wertvolle Arbeit. Zumeist sind es Frauen, die diesen Einsatz leisten und dabei auf berufliche und persönliche Weiterentwicklungsmöglichkeiten verzichten. Die Vorarlberger Gebietskrankenkasse, weitere Sozialversicherungsträger, Arbeiterkammer und Land Vorarlberg drücken mit der Aktion „Hilfe für die Helfenden“ ihre Wertschätzung für pflegende Angehörige aus.

(Foto: Valua Vitaly/Shutterstock) Kostenlose Workshops Im Rahmen des Projekts „Richtig essen von Anfang an – Ernährungsberatung in der Schwangerschaft“ stehen den schwangeren Frauen folgende kostenlosen Angebote zur Verfügung: Der ErnährungsWorkshop beschäftigt sich mit aktuellen Ernährungsempfehlungen nach dem Motto „Doppelt so gut statt doppelt so viel“, mit dem eigenen Essverhalten sowie mit der Gewichtszunahme und Figurfragen. Weitere Themen sind Lebensmittelinfektionen, Abhilfe bei Schwangerschaftsbeschwerden, Tabus für Schwangere, Wohlfühlen in der Schwangerschaft sowie Bewegung und Tipps für den Alltag. Der Bald-Mama-Treff soll den Austausch und die Vernetzung zwischen den werdenden Müttern fördern. In regelmäßigen Abständen ist bei den Treffs eine Hebamme vor Ort, die Fragen zum Thema Stillen beantwortet. Künftig wird bei den Bald-Mama-Treffs zudem über das Thema Kinderbetreuungsgeld informiert.

Das Projekt ist eine Maßnahme im Rahmen der österreichweiten Vorsorgestrategie, finanziert aus Mitteln der Bundesgesundheitsagentur, in Kooperation mit der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft, der Sozialversicherungsanstalt der Bauern und der Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter. Informationen zu den Terminen der Ernährungs-Workshops und der Bald-Mama-Treffs erhalten Sie bei der VGKK-Gesundheitsförderung oder unter www.vgkk.at Ansprechperson: Vorarlberger Gebietskrankenkasse Diätologin Kathrin Prantl Tel. 050 84 55-1113 E-Mail: richtigessen@vgkk.at

www.vgkk.at

Unter bestimmten Voraussetzungen (genaue Informationen erhalten Sie bei der Arbeiterkammer unter Tel. 050 258-4216 bei Evelyne Kaufmann) können pflegende Angehörige einen kostenlosen einwöchigen Erholungsaufenthalt im Kurhotel Rossbad in Krumbach in Anspruch nehmen. Dieses Angebot umfasst neben dem Aufenthalt auf Basis Vollpension und der Nutzung von Anwendungen im Kneippbereich im Wert von 150 Euro auch die Teilnahme an einer Weiterbildungsmaßnahme, die eine Hilfestellung für die pflegerische Arbeit und den Umgang mit der psychischen Belastung bietet. Eine Woche Pause von der täglichen Arbeit ist aber nicht nur als Wertschätzung zu sehen, sondern auch als Beitrag, Abstand zu gewinnen, neue Kräfte zu sammeln und Leiden zu lindern bzw. deren Entstehung entgegenzuwirken. Nehmen Sie das Angebot wahr und informieren Sie sich unter der oben genannten Telefonnummer über die Möglichkeiten, die Ihnen offenstehen.

2012_09_28_Fit_und_Gesund  

http://cdn1.vol.at/2012/09/2012_09_28_Fit_und_Gesund.pdf

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