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AT – 50 Plus

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„Mit

50 wird Gesundheit zum größten Schatz“

„Gerry“ Friedle, besser bekannt als DJ Ötzi, im Interview

Seite 04

Pneumokokken: Impfen schützt nicht nur die Lunge, sondern auch das Herz

Prim. Priv.-Doz. Dr. Arschang Valipour im Interview

Seite 03

Warum die Niere als „stille Mitleidende“ gilt

Prim. Univ.-Prof. Dr. Marcus Säemann im Interview

Seite 05

40 Jahre Landeshauptstadt St. Pölten

Beim Straßenkunstfestival Bravissimo wird die Innenstadt am 10. & 11. Juli zur bunten Bühne mit Straßenkünstler:innen, Musik und jeder Menge Unterhaltung.

Infos: stpoeltentourismus.at/ 40-jahre-landeshauptstadt-st-poelten

Univ.-Prof. Dr. Alexander Rosenkranz Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Innere Medizin Vorstand der Universitätsklinik für Innere Medizin Medizinische Universität Graz

Sehr geehrte Leser:innen,

Älterwerden ist kein medizinischer Ausnahmezustand, sondern ein ganz normaler Teil unseres Lebenslaufs. Und doch verändert sich ab dem 50. Lebensjahr einiges: Der Körper reagiert empfindlicher, wir sind nicht mehr so leistungsfähig, Erholungsphasen und Regenerationsprozesse dauern länger und Erkrankungen treten häufiger nicht isoliert, sondern gemeinsam auf. Herz- und Kreislauferkrankungen, Stoffwechselstörungen wie Diabetes, Nierenerkrankungen, rheumatologische oder auch onkologische Erkrankungen beeinflussen einander – oft schleichend, manchmal unbemerkt. Gerade deshalb ist es wichtig, Gesundheit nicht nur als Abwesenheit von Krankheit zu verstehen. Sie ist ein aktiver Prozess, den man in gewisser Hinsicht selbst bestimmen kann. Auf viele der entscheidenden Risikofaktoren haben wir Einfluss. Bewegungsmangel, unausgewogene Ernährung, Rauchen, chronischer Stress, Schlafmangel und soziales Umfeld wirken sich nachweislich auf nahezu alle Organsysteme aus. Ebenso wichtig wie medizinische Vorsorge sind daher – neben dem unterschätzten Faktor Bildung – Lebensstil, seelisches Wohlbefinden und soziale Einbindung. Es ist nie zu spät, Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen. Vorsorgeuntersuchungen, Früherkennungsprogramme und ein bewusstes Achten auf Warnsignale des Körpers helfen, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen oder ihr Fortschreiten zu bremsen. Gleichzeitig wissen wir heute, dass Motivation, Information und Unterstützung entscheidende Faktoren sind, um nachhaltige Veränderungen im Alltag umzusetzen.

Es ist nie zu spät, Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen.

Diese Ausgabe setzt genau hier an: Sie verbindet medizinische Expertise mit alltagsnaher und verständlicher Au lärung und zeigt auf, wie eng die verschiedenen gesundheitlichen Themen miteinander verknüpft sind. Ziel ist es nicht, Angst zu machen, sondern Wissen zu vermitteln, Zusammenhänge verständlich zu erklären und Mut zu machen, körperlich, geistig und sozial aktiv zu bleiben – um letztlich älter zu werden und sich dabei jünger fühlen! Gesundes Älterwerden ist derzeit in aller Munde, und die durchaus richtige Botschaft ist: Es ist kein Zufall! Es ist das Ergebnis vieler Entscheidungen, die wir täglich treffen. Wenn also die Fachbeiträge auf den folgenden Seiten dazu beitragen, dass Sie Ihre Gesundheit bewusster wahrnehmen, Fragen stellen, Vorsorgeangebote nutzen und neue Impulse für Ihren Lebensstil mitnehmen, dann hat diese Kampagne ihr Ziel erreicht.

Ich wünsche Ihnen eine informative und spannende Lektüre!

Entgeltliche Einschaltung

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Prim. Priv.-Doz.

Dr. Arschang Valipour Vorstand der Abteilung für Innere Medizin und Pneumologie an der Klinik Floridsdorf

Pneumokokken: Impfen schützt nicht nur die Lunge, sondern auch das Herz!

Warum eine Pneumokokken-Schutzimpfung nicht nur die Lunge, sondern auch das Herz schützt, erklärt Prim. Priv.-Doz. Dr. Arschang Valipour, Vorstand der Abteilung für Innere Medizin und Pneumologie an der Klinik Floridsdorf, im Interview.

Was sind Pneumokokken? Welche Erkrankungen können sie auslösen?

Pneumokokken sind Bakterien der Art Streptococcus pneumoniae, die von Geburt an die oberen Atemwege – Nase, Nasennebenhöhlen, Mundhöhle, Rachen und Kehlkopf – besiedeln. Sie sind Teil des dortigen natürlichen Mikrobioms. Immunkompetenten Menschen mit einem voll funktionstüchtigen Immunsystem machen Pneumokokken in der Regel keine Probleme. Doch die körpereigenen Abwehrkräfte bilden sich erst in den ersten Lebensjahren heraus – und werden im Alter wieder schwächer. Das ist der Grund, warum Pneumokokken im Kleinkindalter und bei Älteren bakterielle Erkrankungen verursachen können. Bei Kleinkindern kommt es oft zu Entzündungen des Mittelohrs, der Gehirnhaut (Meningitis) und der Nasennebenhöhlen (Sinusitis).

Mit Blick auf die zweite Lebenshälfte zählen Pneumokokken zu den häufigsten Ursachen von Lungenentzündungen (Pneumonien). Wir verzeichnen in Österreich jährlich etwa dreißig- bis vierzigtausend schwere Pneumonien, die die Betroffenen ins Spital bringen. Davon sind 15 bis 20 Prozent, also bis zu 8.000 Fälle, von Pneumokokken verursacht.

Warum sind Pneumokokken für ältere Menschen ein Thema?

Wie bereits erwähnt: Ab ca. 50 Jahren wird unser Immunsystem zunehmend schwächer. Das heißt, die Abwehrreaktion auf Erreger wird langsamer und verliert zugleich an Wirkung. Infolgedessen verlaufen Infektionen oft stärker.

Erschwerend kommt hinzu, dass sich mit dem Alter – insbesondere in

Wohlstandsgesellschaften wie der unseren –sogenannte Volkskrankheiten wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Asthma und COPD sowie Übergewicht, Herz-Kreislauf- und rheumatische Erkrankungen chronifizieren. Auch diese schwächen die Immunabwehr. Dasselbe gilt für Alkohol- und Nikotinkonsum. Gerade Letzteres schädigt die natürliche Abwehrkraft der Schleimhäute in den oberen Atemwegen, sodass Pneumokokken und andere Bakterien ein leichteres Spiel haben.

Warum unterschätzen viele das Risiko? Welche Warnzeichen sollten ältere Menschen ernst nehmen? Viele bewerten Risikofaktoren wie das Alter und auch die Gefahr, die von Pneumokokken für die Lungengesundheit ausgeht, realistisch. Sie unterschätzen aber den Risikofaktor HerzKreislauf-Erkrankung und die Gefahr für die Herzgesundheit*.

Warnzeichen für eine von Pneumokokken verursachte Lungenentzündung sind: Fieber, Husten, Auswurf, (blutige) Schleimbildung und Kurzatmigkeit. Wobei in hohem Alter die Abgrenzung der Beschwerden unklarer wird: Über 80-Jährige haben selten Fieber, dafür sind sie eher abgeschlagen und appetitlos.

Wie können wir uns schützen?

Sinnvoll ist die Pneumokokken-Schutzimpfung. Leider nimmt bislang nur knapp ein Fünftel der über 55-Jährigen* diese Maßnahme in Anspruch.

Ab welchem Alter empfehlen Sie die Impfung? Was bringt sie konkret?

Ab 50 bildet eine Pneumokokken-Schutzimpfung den besten Schutz gegen schwer

verlaufende Lungenentzündungen. Da der Impfschutz mit der Zeit jedoch nachlässt, ist alle fünf bis zehn Jahre eine Auffrischung erforderlich. Von Vorteil ist, dass die Impfung einen ‚kollateralen‘ Nutzen hat: Es kommt grundsätzlich seltener zu schweren Infektionen und Herz-KreislaufErkrankungen wie Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt und Schlaganfall – insbesondere in den ein bis drei Monaten nach schweren Lungenentzündungen, in denen solche Ereignisse ohne Impfschutz häufig auftreten. Die Impfpraxis zeigt: Eine Pneumokokken-Schutzimpfung schützt Lungen und Herz.

Die Pneumokokken-Impfung ist für Personen über 60 Jahre sowie Risikopatienten und Risikopatientinnen ab 18 Jahren kostenlos – sprechen Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin.

Viele sind schon gegen Grippe und/oder COVID-19 geimpft. Lassen sich die Impfungen mit der Pneumokokken-Schutzimpfung kombinieren?

Ja, das ist möglich.

Welche Möglichkeiten gibt es für ältere Menschen, oder Risikopatient:innen ab 18 Jahren, um eine Impfung zu bekommen? Geimpft wird einerseits von Hausärzt:innen und Fachärzt:innen. Die Kolleg:innen können sich den Impfstoff im Rahmen des nationalen Impfprogramms von der Bundesbeschaffungsbehörde kostenfrei in die Praxen liefern lassen und somit die Impfung verabreichen. Andererseits gibt es auch landesweit öffentliche Impfstellen.

zur Bekanntheit von Pneumokokken und den Folgen einer Infektion. Eine Studie im Auftrag der Österreichischen Lungenunion (27. Mai 2024)

Text Doreen Brumme

DJ Ötzi: „Mit 50 wird Gesundheit zum größten Schatz“

Die „große 50“ ist ein Wendepunkt im Leben – auch für Gerhard „Gerry“ Friedle, besser bekannt als DJ Ötzi. Im Interview spricht der Musiker darüber, wie sich Prioritäten verändern, warum Vorsorge selbstverständlich sein sollte und weshalb Familie, Partnerschaft und kleine Glücksmomente im Leben jenseits der 50 immer wichtiger werden.

Was bedeutet es, 50 Jahre alt zu werden –was verändert sich wirklich?

Auch wenn man sich gerne etwas vormacht, wenn man die ‚große‘ 50 erreicht – es ist und bleibt eine Zäsur. Jetzt muss man sich umso mehr bewusst machen: Die erste Lebenshälfte liegt hinter mir, ab jetzt sind ‚gesunde Lebensjahre‘ so viel wichtiger als in den vergangenen Jahren. Das tägliche Erleben wird wohl bewusster, die Gedanken, was noch alles sein soll, werden drängender – und die Einteilung der Dinge in ‚wichtig‘ und ‚verzichtbar‘ fällt immer leichter. Familie, Freund:innen und vor allem die Lebenspartnerin rücken mehr in den Mittelpunkt. Wenn die Kinder schon auf eigenen Beinen stehen, bekommt vor allem auch die Partnerschaft wieder einen neuen Aufschwung, neue Intensität.

Wie verändert sich mit den Jahren der Blick auf Gesundheit und Vorsorge?

In jungen Jahren ist vieles so selbstverständlich und wird nicht hinterfragt – man ist ‚einfach‘ gesund, hat für alles noch so viel Zeit, fühlt sich stark. Irgendwann kommen die

ersten Wehwehchen, es beginnt da und dort zu zwicken. Arztbesuche werden fast schon zur Gewohnheit und plötzlich wird klar, wie wichtig Gesundheit und gesunde Jahre sind. Wir müssen uns alle an der Nase nehmen und Vorsorge als Selbstverständlichkeit betrachten. So wie jede:r von uns gerne einen Notgroschen anspart, müssen wir unseren Körper gesund halten – durch aufmerksames Hinsehen und Hinhören, durch Inanspruchnahme aller angebotenen Vorsorgemöglichkeiten und vor allem durch alltägliche Gewohnheiten: ausgewogene Ernährung und möglichst viel Bewegung und Sport.

Was hilft, körperlich und mental fit zu bleiben, wenn das Leben fordernd ist? Wichtig ist es, Zeit und Raum für sich selbst zu schaffen – und sich auf sich selbst zu besinnen. Wenn du dir dazu noch jeden Tag deine Portion Glückshormone durch Bewegung, Befriedigung und Freude holst, kann das Leben leichter gemeistert werden. Fest steht, dass Einsamkeit das persönliche Wohlbefinden sicher nicht fördert. Das heißt,

es ist auch bedeutend, auf die eigenen Gefühle zu achten, genauso wie auf die Menschen, die dich lieben und die du liebst – das Schaffen einer liebevollen Umgebung trägt zum Glücklichsein bei.

Wie bleibt man sich selbst nach all den Jahren treu, wie erhält man die Lebensfreude? In unserem Alter, also jenseits der 50, ist meist vieles erreicht: das Haus gebaut, die Wohnung gekauft, die Kinder in ihr eigenes Leben begleitet und die Pension nicht mehr ewig entfernt.

Das Erkennen von Lebensfreuden hängt sehr mit Zufriedenheit zusammen: sei es ein schöner Abend mit meiner Frau, ein gutes Buch, ein geselliger Abend mit Freund:innen, ein Spaziergang oder ein gutes Gespräch. Diese Freuden wirken manchmal ganz klein – und doch sind sie oft ganz groß. Wie schön ist es aber auch, sich einen langersehnten Wunsch wie eine tolle Reise zu erfüllen? Freude ist, was die Seele berührt…

Viel los in St. Pölten – 2026 besonders! 2026 feiert St. Pölten 40 Jahre Landeshauptstadt - ein perfekter Anlass für einen genussvollen Besuch in Niederösterreichs charmanter Mitte.

Kulturelle Highlights

> Barockfestival St. Pölten, 11.06.-04.07.

> Domplatz Open Air, 10. & 12.09.

> Theater, Musik und Tanz auf sieben Bühnen

STADT ERLEBEN, GENIESSEN, ENTDECKEN

Tradition & Geselligkeit

> Höfefest St. Pölten, 19.09.

> Kellergassenfest St. Pölten, 07.11.

> Regionale Spezialitäten und gemütliche Wirtshauskultur

Kunst & Geschichte

> Museum Niederösterreich und vier weitere Museen

> Barocke Altstadt & spannende Stadttouren

Natur & Erholung

> Spaziergänge und Radwege entlang der Traisen

> Grünräume wie Parks und ein großzügiges Seenerlebnis

Bequem erreichbar

> Zentrale Lage mit idealer Anbindung

> Perfekt für Tagesausflug oder Wochenendtrip

St. Pölten verbindet Geschichte, Kultur und Genuss –erleben Sie ein Jubiläumsjahr voller Highlights!

EXPERTISE

Die Niere: das unterschätzte Organ mit weitreichenden Folgen

Chronische Nierenerkrankungen verlaufen oft über Jahre unbemerkt – und bleiben dennoch nicht folgenlos. Warum sie als „stille Mitleidende“ gilt, welche Wechselwirkungen mit HerzKreislauf- und Stoffwechselerkrankungen bestehen und warum Vorsorge ab 50 entscheidend ist, erklärt Dr. Säemann im Interview.

Warum wird die Niere oft als „stille Mitleidende“ bezeichnet? Welche Folgen kann eine unbemerkte Nierenerkrankung haben?

Die Niere ist das klassische HomöostaseOrgan, das heißt, sie sorgt für die Aufrechterhaltung von lebensnotwendigen Regelkreisen: Elektrolyte- und Flüssigkeitshaushalt, rotem Blutbild, Vitamin D, Knochen und Nebenschilddrüse, Säure-Basen-Haushalt oder auch Blutdruckregulation. Die meisten Nierenerkrankungen schädigen das Nierengewebe chronisch und verlaufen oft über viele Jahre weitgehend unauff ällig: Als typisches Gleichgewichtsorgan schafft es die Niere, die meisten Regelkreise über lange Zeiträume stabil zu halten, sodass neben Beschwerdefreiheit viele Laborbefunde normal zu sein scheinen, sogar wenn über 50 % des Nierengewebes schon verloren sind.

Gibt es Unterschiede im Verlauf zwischen Frauen und Männern?

Prinzipiell verlaufen chronische Nierenerkrankungen bei Männern schneller als bei Frauen, womöglich aufgrund eines ungesünderen Lebensstils und/oder verminderter Patientenadhärenz.

Welche Wechselwirkungen bestehen zwischen Nierenerkrankungen und häufigen Vorerkrankungen wie Herz-Kreislauf- oder Stoffwechselerkrankungen?

Die Nieren sind wesentlicher Bestandteil des Herz-Kreislauf-Systems, immerhin werden

Menschen mit Diabetes mellitus, Übergewicht, Bluthochdruck und/ oder anderen Herz-KreislaufErkrankungen sollten unabhängig vom Alter regelmäßig auf diese Nierenwerte getestet werden.

über 25 % des gesamten Blutvolumens durch beide Nieren geleitet. Damit sind bestimmte Herzerkrankungen wie chronische Herzschwäche, oder alle Krankheiten, die das Herz-Kreislauf-System dauerhaft schädigen, wie Diabetes mellitus oder arterielle Hypertonie, häufige Ursachen für chronische Nierenerkrankungen. Umgekehrt können Nierenerkrankungen schädliche Auswirkungen auf das Herz haben und eine Herzschwäche auslösen.

Welche Rolle spielen Vorsorge und Früherkennung? Welche Untersuchungen sind für Ü50 empfohlen?

Vorsorge und Screening sind wesentlich für die effektive Prävention von chronischen Nierenerkrankungen. Da diese oft über viele Jahre und Jahrzehnte verlaufen, profitieren insbesondere Menschen ab der sechsten

Lebensdekade im Rahmen der GesundenUntersuchung vom jährlichen Screening auf zwei Nierenwerte aus Blut und Spontanharn: Serum-Kreatinin (eGFR) und Albumin-Kreatinin-Ratio (AKR). Menschen mit Diabetes mellitus, Übergewicht, Bluthochdruck und/ oder anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten unabhängig vom Alter regelmäßig auf diese Nierenwerte getestet werden.

Welche Präventionsmaßnahmen und Lebensstiländerungen können Menschen ab 50 ergreifen, um ihre Nierengesundheit zu schützen?

Neben der regelmäßigen Testung der zwei Nieren-Parameter ist ein Lebensstil wichtig, der Diabetes mellitus, Bluthochdruck etc. keinen Vorschub leistet: ausreichend Bewegung/ Sport, keine Fertiggerichte mit viel Zucker/ Salz sowie kein Nikotin.

Gibt es neue Entwicklungen oder Forschungserkenntnisse, die besonders wichtig sind, um das Bewusstsein für Nierengesundheit in der Bevölkerung zu stärken?

Die letzten Jahre haben große Fortschritte in der Behandlung chronischer Nierenerkrankungen gezeigt: Wir können mittlerweile mit einfachsten therapeutischen Maßnahmen einen bereits entstandenen Schaden oft optimal eindämmen und das Fortschreiten einer Nierenerkrankung sehr gut verhindern. Die rechtzeitige Diagnose ist jedoch nötig, damit wir diese Erfolge erzielen können.

Altern beginnt in der Zelle –Warum seneszente Zellen im Fokus der Medizin stehen

Altern ist kein plötzlicher Zustand. Es ist ein Prozess, der sich über Jahre hinweg in unseren Zellen abspielt, oft unbemerkt, aber mit weitreichenden Folgen.

Eine zentrale Rolle spielen dabei sogenannte seneszente Zellen. Sie entstehen, wenn Zellen mit der Zeit au ören, sich zu teilen. Eigentlich ist das ein Schutzmechanismus: So verhindert der Körper, dass sich beschädigte Zellen unkontrolliert vermehren. Mit der Zeit wird dieses System jedoch zum Problem. Seneszente Zellen verschwinden nicht immer einfach. Stattdessen können sie sich im Gewebe ansammeln und beginnen, entzündungsfördernde Botenstoffe auszuschütten. Dieser sogenannte „senescence-associated secretory phenotype“ (SASP) beeinflusst die Umgebung und kann gesunde Zellen in ihrer Funktion stören. Die Folge: chronische Entzündung, eingeschränkte Regeneration und ein erhöhtes Risiko für zahlreiche Erkrankungen – von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Arthrose bis hin zu neurodegenerativen Prozessen.

„Diese Zellen scheinen ein gemeinsamer Nährstoff vieler altersassoziierter Erkrankungen zu sein“, erklärt Johannes Grillari, Professor an der Universität für Bodenkultur und Direktor des Ludwig Boltzmann Instituts für Traumatologie in Wien.

Nicht einzelne Symptome behandeln, sondern einen zentralen Mechanismus des

Alterns selbst adressieren, ist der Gedanke hinter den Senotherapeutika. Das sind Wirkstoffe, um entweder die schädlichen Effekte seneszenter Zellen abzuschwächen (Senomorphika) oder diese gezielt zu entfernen (Senolytika). In präklinischen Studien zeigt dieser Ansatz beeindruckende Effekte. Wird die Anzahl seneszenter Zellen reduziert, gehen Entzündungsprozesse zurück, und die Regenerationsfähigkeit von Geweben verbessert sich deutlich – zumindest in Modellorganismen. Die Übertragung dieser Ergebnisse auf den Menschen steht jedoch erst am Anfang. Erste klinische Studien liefern vorsichtig positive Signale, etwa bei Lungenfibrose oder chronischen Nierenerkrankungen. Die Datenlage ist jedoch noch begrenzt. Und darüber hinaus darf nicht außer Acht gelassen werden, dass seneszente Zellen manchmal auch wichtige Funktionen erfüllen, etwa bei der Wundheilung. Ein ungezieltes Entfernen könnte daher auch schaden.

„Am Ende ist eine Therapiegabe immer eine Frage der Risiko-Nutzen-Abwägung“, so Grillari. „Bei schweren Erkrankungen, bei denen es keine Alternativen gibt, kann ein neuer Ansatz schneller gerechtfertigt sein. Bei leichten Erkrankungen muss ein mögliches

Risiko praktisch gegen null gehen. In jedem Fall haben wir einen äußerst vielversprechenden neuen senolytischen Wirkstoff entdeckt, den wir in eine Firmenausgründung eingebracht haben.“

Ungeachtet der noch offenen Fragen wächst das Interesse an Senotherapeutika rasant –nicht zuletzt durch die zunehmende Aufmerksamkeit rund um „Longevity“ und gesundes Altern. Hier ist wissenschaftliche Einordnung entscheidend. Der Einsatz entsprechender Wirkstoffe außerhalb klinischer Studien ist derzeit jedenfalls noch nicht gerechtfertigt. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob sich dieser Ansatz in der klinischen Praxis etablieren lässt. Entscheidend dafür ist es, diese Wirkstoffe in klinische Studien einzubringen, verlässliche diagnostische Marker, und entsprechende Sicherheitsdaten zu erheben. Es braucht also noch Forschung und Entwicklung, um Senotherapeutika sicher bei spezifischen Erkrankungen einsetzen zu können. Gleichzeitig ist das Potenzial groß: Sollten sich die bisherigen Ergebnisse bestätigen, könnten Senotherapeutika erstmals ermöglichen, altersassoziierte Erkrankungen nicht nur symptomatisch, sondern ursächlich zu behandeln.

Prim.Univ.-Prof.Dr. Marcus Säemann Internist, Facharzt für Nephrologie Nieren & Diabetes
Prof. Dr. Johannes

und Geburtshilfe

PMDS: Die unterschätzte Wechseljahresfalle

Wut, Hoffnungslosigkeit, depressive Einbrüche – kurz vor der Periode kennen das viele Frauen. Jene, die gerade in den Wechseljahren stecken, könnten an einer Prämenstruellen Dysphorischen Störung (PMDS) leiden. PMDS-Expertin, Autorin1 und Gynäkologin Dr.in med. Jael Bosman erklärt, was dahintersteckt und was hilft.

Was ist PMDS und warum wird sie in den Wechseljahren zur Falle?

Die PMDS ist die schwerste Form des Prämenstruellen Syndroms (PMS), das 20 bis 30 Prozent der gebärfähigen Frauen kennen. Doch während das PMS vor allem körperlich belastet, dominiert bei der PMDS das Psychische: Stimmungstiefs, Wut, Hoffnungslosigkeit, Angst, das Gefühl, nicht mehr ich selbst zu sein. Viele Betroffene wollen in dieser Phase alles hinwerfen – Job, Beziehung, Leben. Mit Beginn der Blutung endet das Gefühl. In den Wechseljahren kann eine PMDS deutlich stärker werden, weil die Hormone nicht mehr zyklisch schwanken, sondern förmlich durcheinandergewirbelt werden. Das birgt die Gefahr, eine manifeste Depression zu entwickeln.

Wer ist besonders gefährdet?

Bis zu acht Prozent aller menstruierenden Frauen sind von einer PMDS betroffen. Wer früher unter depressiven Phasen litt, trägt in den Wechseljahren ein erhöhtes Risiko. Auch familiäre Vorbelastung spielt eine Rolle –PMDS hat oft eine genetische Komponente.

Entgeltliche Einschaltung

Wie erkennt frau eine PMDS?

Nicht per Bluttest – die Hormonwerte sind meist unauff ällig. Für die Diagnose braucht es mindestens ein affektives Symptom wie Reizbarkeit, depressive Verstimmung oder Angst, plus ein weiteres körperliches oder geistiges, etwa Energieverlust oder Konzentrationsprobleme. Wichtig: Seit 2019 ist die PMDS offiziell als gynäkologische Erkrankung anerkannt. Der zugehörige ICD-11-Code ist jedoch noch nicht überall bekannt. Es lohnt sich, die Ärztin oder den Arzt gezielt darauf anzusprechen.

Was passiert bei einer PMDS im Gehirn? Der weibliche Zyklus findet nachweislich auch im Gehirn statt. Dort laufen zyklisch biochemische Prozesse ab, die bei PMDS-Betroffenen aus dem Gleichgewicht geraten. In der zweiten Zyklushälfte entsteht ein Serotoninmangel. Das ‚Glückshormon‘ wird schneller vom Wirkort abtransportiert, als es wirken kann. Die Folge ist eine deutlich sinkende Resilienz – Stress lässt sich kaum noch verarbeiten.

Diesen Effekt kennen wir vom Krankheitsbild Depressionen. Antidepressiva setzen genau

an diesem Punkt an und normalisieren den Serotoninhaushalt.

Welche Behandlungen helfen bei PMDS in den Wechseljahren?

Da die Pille in den Wechseljahren nicht mehr sinnvoll ist, kommt vor allem eine Hormonersatztherapie infrage, um die Schwankungen abzufedern. Manchmal sind auch Antidepressiva hilfreich – oder beides kombiniert. Ergänzend empfehle ich regelmäßigen Sport, natürliches Licht, guten Schlaf und ausreichend Mikronährstoffe: Vitamin D, Magnesium, Omega-3 und Vitamin B6. Tryptophanreiche Lebensmittel wie Nüsse, Tofu oder dunkle Schokolade können den Serotoninspiegel zusätzlich pushen.

Was möchten Sie Frauen mitgeben?

Keine Frau in den Wechseljahren muss ein PMS oder eine PMDS still ertragen. Wer das Muster kennt, also psychische Einbrüche vor der Blutung, die danach verschwinden, sollte Hilfe suchen.

1 Dr. Jael Bosman: „Verrückte Tage. Die Psyche des weiblichen Zyklus verstehen. Ganzheitliche Hilfe bei PMS und PMDS“ (erscheint am 4. Mai 2026)

Wenn die Prostata Beschwerden verursacht – ab zum urologischen Check!

Jeder zweite Mann Ü60 hat eine gutartig vergrößerte Prostata (benigne

Prostatahyperplasie, BPH). Die Urologin Dr.in med. Claudia Falkensammer erklärt, was erste Anzeichen einer BPH sind und was passieren kann, wenn diese unbehandelt bleibt.

Was sind erste Anzeichen einer BPH?

Die Prostata gehört zu den Geschlechtsorganen des Mannes. Sie produziert ein Sekret, das für die Beweglichkeit der Spermien sorgt. Bei einem jungen Mann ist sie etwa so groß wie eine Kastanie. Mit zunehmendem Alter kann sich die Prostata vergrößern. Das ist ein schleichender, schmerzfreier Vorgang. Da die Harnröhre mitten durch die Prostata verläuft, kommt es dabei häufig zu einer Verengung derselben. Der betroffene Mann hat deshalb einen schwächeren Harnstrahl, Startschwierigkeiten beim Wasserlassen, braucht insgesamt länger, um Wasser zu lassen, verspürt nachts und/oder tagsüber einen vermehrten oder selteneren Harndrang und hat das Gefühl, die Blase nicht mehr komplett entleeren zu können, selbst dann nicht, wenn er ‚presst‘.

Warum sollte man(n) mit solchen Beschwerden in die urologische Praxis gehen? Prinzipiell sollten Männer ab 45 ohne Beschwerden einmal jährlich zur Vorsorge bei Urolog:innen gehen. Mit Beschwerden ist es auf jeden Fall ratsam, eine Abklärung in die Wege leiten zu lassen. Alarmzeichen sind Blasenentzündungen, Blut im Harn und das Unvermögen, die Blase trotz entsprechendem Drang zu entleeren. Je eher die Behandlung startet, desto besser sind die Aussichten auf Behandlungserfolg und eine gute Lebensqualität.

Welche Folgen kann ein Ignorieren der Probleme haben?

Die Prostata vergrößert sich zunehmend und die Blase muss sich immer mehr anstrengen, den Harn gegen den Widerstand der Prostata loszuwerden. Wenn der Widerstand zu groß wird, kommt es zum Aufgeben der Blase, sie kann sich nicht mehr oder nicht mehr ausreichend entleeren. Das kann die Blase zum Überlaufen bringen, Patienten berichten von Harnverlust. Dann ist eine Behandlung oft sehr langwierig, schwierig und nicht mehr immer von Erfolg gekrönt. Im schlimmsten Fall kann sich der Harn bis hoch zu den Nieren stauen, was zum Nierenversagen führen kann. Worauf müssen sich Patienten bei der Untersuchung einstellen?

Wir Urolog:innen erfragen zunächst die konkreten Beschwerden und den Leidensdruck, den sie verursachen. Ein spezielles WC misst die Stärke des Harnstrahls – deshalb sollte der Mann nicht mit leerer Blase zu uns in die Praxis kommen. Eine Blutabnahme bestimmt den Tumormarker der Prostata und der Harn wird kontrolliert. Per Ultraschall schauen wir anschließend, wie gut die Blase entleert wurde, die Nieren und die Prostata werden mitbeurteilt. Mit der Finger-in-den-Po-Methode können wir Größe und Beschaffenheit der Prostata ertasten.

Was sind häufige Fragen der Patienten?

Viele Patienten wissen kaum etwas zu ihrer

Prostata – weder zu deren Funktion, noch zu Gesundheit oder Krankheit. Die meisten wollen wissen, was sie tun können, welche Arten der Behandlung es gibt, wie lange sie dauern und natürlich welche Nebenwirkungen sie haben. Zudem sorgen sie sich um die Erektionsfähigkeit und eine mögliche Inkontinenz. Wenn die Patienten erfahren, wie viele Möglichkeiten der nicht-operativen und operativen Behandlung es inzwischen gibt, fällt ihnen die Wahl der passenden Option mitunter nicht leicht. Beispielsweise ist ein minimalinvasiver Eingriff gegen eine jahrelange Medikamenteneinnahme abzuwägen, die nicht unerhebliche Nebenwirkungen wie niedrigen Blutdruck verbunden mit Schwindel, sinkende Libido, nachlassende Erektionsfähigkeit und ausfallende Ejakulation mit sich bringen kann.

Wie hat sich die Versorgung urologischer Probleme, insbesondere der BPH, in den vergangenen Jahren entwickelt? Neben herkömmlichen operativen Eingriffen, die unter Narkose erfolgen und mit einem längeren Spitalsaufenthalt verbunden sind, haben wir heute auch mehrere minimalinvasive Methoden. Die Wasserdamp ehandlung der Prostata zum Beispiel kann ambulant und unter lokaler Anästhesie durchgeführt werden. Das heißt, wir können heute je nach Beschwerden, Leidensdruck, Zustand und Wunsch des Patienten eine individuelle Behandlung anbieten.

in Claudia
Dr. in med. Jael Bosman Fachärztin für Gynäkologie

INTERVIEW

Unsere Augen im Blick: Warum Vorsorge auch ab 50 entscheidend ist

Diabetes mellitus, Bluthochdruck und Co. beeinflussen nicht nur Herz und Gefäße, sondern auch die Augen. Bereits vor dem 50. Lebensjahr wird die augenärztliche Vorsorge deshalb zu einem zentralen Bestandteil der Gesundheitsprävention, erklärt Dr.in Gabriela Seher, Präsidentin der Österreichischen Ophthalmologischen Gesellschaft (ÖOG).

Welche systemischen Erkrankungen haben den größten Einfluss auf die Augengesundheit bei Menschen? Gibt es hier Unterschiede zwischen Männern und Frauen?

Den größten Einfluss auf die Augengesundheit hat eine Diabetes mellitus Erkrankung, bei der es zur Diabetischen Retinopathie bzw. einem erhöhten Risiko für Grauen und Grünen Star (Katarakt und Glaukom) kommen kann. Männer sind 20 % häufiger betroffen als Frauen.

denn nur am Auge kann man Blutgefäße ohne invasive Messmethoden untersuchen. Krankhafte Veränderungen kann man gleich feststellen und behandeln, z. B. operativ, mit Laser oder Injektionen in den Glaskörper.

Welche Augenerkrankungen und Beschwerden nehmen ab dem 50. Lebensjahr zu?

Klassische Beschwerden, wie Altersweit-

sollte man auf einen gesunden Lebensstil achten: gesunde Ernährung und Vermeidung von Übergewicht und Risikofaktoren. Besonders schlecht ist Nikotin. Wichtig ist auch das Tragen einer hochwertigen Sonnenbrille mit gutem UV-Schutz.

Welche aktuellen Entwicklungen in der Augenheilkunde finden Sie besonders relevant für die Zukunft?

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