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NR. 19

17. Juni 2010

Christof Innerhofer Die Leisten-OP ist gut verheilt

Ein Anruf bei…

Kletter-Ass Angelika Rainer

FUSSBALL

Die Würfel im Amateurfußball sind gefallen

AKTIV

Poste Italiane SpA – Spedizione in Abbonamento Postale – DL 353/2003 (conv. in L..27/02/04 n..46 ) art. 1, comma 1 CNS Bolzano n 8/2009

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Koordination im Leistungssport

by

Paolo Orlandoni exklusiv „Ich hänge noch ein Jahr bei Inter dran“

E


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editorial

Liebe Sportfreunde, 10



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seit vergangenem Wochenende sind Zehntausende Südtiroler Schülerinnen und Schüler in den wohlverdienten Nur ein paar wenige müssen sich in den kommenden Tagen auf Abschlussprüfungen und Matura vorbereiten. Der Großteil der Schuljungen und –mädchen darf die Bücher aber bis zum Herbst verstauen. Wer nicht arbeiten oder im Haushalt mithelfen muss, der hat nun viel Freizeit für Hobbys und andere Aktivitäten. Zeit, die allerdings oftmals vor dem Fernseher und dem Computer verbracht wird. Gegen ein bis zwei Stunden täglich vor der „Glotze“ oder dem PC ist ja überhaupt nichts einzuwenden. Doch wenn der ganze Tag sitzend vor einem Bildschirm verbracht wird, dann ist das alarmierend. Deshalb habe ich heute eine Bitte an alle Eltern: Schicken Sie Ihre Kinder zum bzw. ins Freie! Viele Vereine im ganzen Land bieten Kurse an oder stellen Ihre Trainer und Betreuer für sportliche Aktivitäten zur Verfügung. Doch auch der Hof vor dem Haus, der nahe gelegene Sportplatz oder ein Abstecher ins Schwimmbad sind ideal, um sich körperlich zu betätigen. Natürlich ist auch die öffentliche Hand gefragt: Projekte, die im Sommer die Jugend zum Sport animieren, sollten vom Land und den Gemeinden in besonderer Weise unterstützt werden.

Sommerferien.

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WARM UP 4

Bild der Woche

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Telegramm

SPORTS

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SKI ALPIN Christof Innerhofer ist hoch motiviert

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SCHWIMMEN Auf Letrari & Co. wartet das nächste Highlight

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FUSSBALL Paolo Orlandoni: Von Bozen ins Bernabeu

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Südtirol war ein gutes Pflaster

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Der FCS lockt junge Nachwuchskicker

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LEICHTATHLETIK Silvia Weissteiner ist zurück

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Brixner Junioren scheitern am großen Coup

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Obrist hat das EM-Limit im Sack

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In den Amateurligen sind die Würfel gefallen

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LAUFEN 9 Zahlen zum Frauenlauf in Meran

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HANDBALL Eine rosige Zukunft steht bevor

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RADSPORT Eva Lechner auf Abwegen

KLETTERN Südtiroler sind auch im Bouldern top

ENDSPURT 23 24 26

EIN ANRUF BEI Aktiv RÄTSEL

Sport,

Sportliche Sommergrüße Ihr Hannes Kröss hannes.kroess@sportmagazin.bz SportMagazin 19 - 2010.indd

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Eine Boznerin in der Formel 1 Links der Weltmeister von 2008 Lewis Hamilton, rechts der Champion der vergangenen Formel-1-Saison Jenson Button. Und in der Mitte? Deren Pressesprecherin Silvia Frangipane. Die Boznerin ist seit mehreren Jahren im Automobilsport t채tig und wechselte im Vorjahr von Williams zu McLaren, wo sie sich sichtlich wohlzuf체hlen scheint. Foto: ARCHIV


Bild der Woche

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telegramm

Beppe Sannino

Ex-FCS-Trainer auf der Erfolgsspur

Spezia folgt dem FC Südtirol FUSSBALL Fünf Wochen nach dem historischen Erfolg des FC Südtirol steht nun auch der zweite Aufsteiger der Gruppe A der 2. Divison fest. Nach einer 1:2-Niederlage im Hinspiel des Play-OffFinales, sicherte sich Spezia mit einem 2:0 zu Hause den Aufstieg in die 1. Division. Rund 6500 Zuschauer bejubelten die zwei Treffer von Alessandro Cesarini und die ersehnte Rückkehr in die dritte Liga.

FUSSBALL Giuseppe Sannino dürfte den meisten FC-SüdtirolFans noch in bester Erinnerung schwelgen. Im Jahr 2000 führte er die Weiß-Roten mit teils spektakulärem Offensivfußball erstmals in den Profifußball. Ein Jahr später wurde er trotz Erreichen des Klassenerhalts vor die Tür gesetzt. Nun aber macht Sannino wieder von sich reden: Mit Varese gelang ihm am Sonntag im PlayOff-Endspiel gegen Cremonese der unerwartete Durchmarsch in die Serie B. Nach dem Sprung in die 1. Division im Vorjahr und den Erfolgen bei Lecco (2007) und Pergocrema (2008) war dies bereits sein vierter Aufstieg in Serie. Sein ungezügeltes Temperament zeichnet den Napoletaner auch heute noch aus. So wurde er am Sonntag trotz des feststehenden Sieges kurz vor Schluss zum wiederholten Male des Feldes verwiesen.

2550 Mitglieder zählt der Sportclub Meran. Der 20 Sektionen fassende Traditionsverein aus der Passerstadt ist somit Südtirols größter Amateursportverein.

Bozen

Sportoberschüler

freuen sich über Förderung

Anlässlich einer kleinen Feier in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste wurde kürzlich den Sportoberschülern von Mals ein Förderscheck überreicht. Gemeinsam mit der Sporthilfe lässt die Stiftung Südtiroler Sparkasse den 24 Nachwuchsathleten an der Sportoberschule im Vinschgau insgesamt rund 30.400 Euro zukommen. Die jungen Sportler bedankten sich wiederum für die empfangene Förderung und präsentierten den Anwesenden in der Sparkasse Academy in Bozen ihre sportlichen Erfolge.

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Auch spielt in der Eliteliga HANDBALL Was seit Wochen im Raum schwirrte, ist seit kurzem Offiziell: Auch der SSV Bozen wird wie Meister Brixen in der Saison 2010/11 in der Eliteliga spielen. Außerdem dürfen sich auch Mezzocorona und Noci über ein „elitäres“ Ticket für Italiens höchste Handball-Liga freuen.


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Berglauf-Premiere auf die

Grasleitenhütte

BERGLAUF Südtirol ist um einen spektakulären Berglauf reicher. Am Sonntag, den 20. Juni erfolgt der Startschuss zum ersten Freizeit-Berglauf auf die Tierser Grasleitenhütte auf 2165 Meter. Das Rennen führt die Teilnehmer von der „Stuppner Schwaige“ über eine 7,5 Kilometer lange Strecke bis hoch zur Schutzhütte im Naturpark Schlern. Die Teilnehmer müssen dabei rund 1000 Höhenmeter bewältigen. Anmeldungen sind bis zum 19. Juni unter der Telefonnummer 345/6256813 oder per E-Mail unter grasleitenhuette@tiersertal.com möglich.

418 Mannschaften haben landesweit an den VSS-Fußballmeisterschaften in den Altersklassen der U10 bis zur U15 teilgenommen. Hinzu kommen noch 30 bis 40 Teams mit Kindern unter acht Jahren.

Niederfriniger

„heiß“auf die EM

TRIATHLON Zwei Wochen vor der Langstrecken-EM präsentiert sich Triathletin Edith Niederfriniger in bestechender Form. Nachdem sie am Wochenende beim top besetzten Grand-Prix in Zarautz über die Mitteldistanz den fünften Platz erringen konnte, strotzt die Meranerin vor Selbstvertrauen. In den verbleibenden Trainingseinheiten wird sie versuchen, an ihre Leistungsgrenze über die lange Distanz zu gehen, um für die Europameisterschaft am 26. Juni im Baskenland gerüstet zu sein.

Endstation Halbfinale FOOTBALL Die Giants Bozen sind im Halbfinale um den italienischen Superbowl im American Football ausgeschieden. Obwohl die „Riesen“ zwischenzeitlich mit 14 Zähler in Front lagen, mussten sie sich am Ende den Parma Panthers mit 20:21 geschlagen geben. Während die Phanters nun im Finale auf die Catania Elephants treffen, muss Bozen die erfolgreiche Titelverteidigung ad acta legen. SportMagazin 19 - 2010.indd

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telegramm

Nachwuchskletterer sichern sich Italienmeistertitel

KLETTERN In der Kletterhalle von Sassuolo konnten die Südtiroler Nachwuchsathleten erneut ein Ausrufezeichen setzen. David Piccolruaz aus Gröden sicherte sich im Bouldern der U12-Kategorie den Italienmeistertitel. Auf den zweiten Platz kletterte sein Teamkollege Filip Schenk. Moritz Sigmund vom AVS Brixen holte sich indes den Titel im Schnelligkeitswettbewerb. In der selben Disziplin ließen auch Anika Egger und Christoph Pfitscher mit Podesträngen aufhorchen. Für Trainer Andi Sanin reichlich Grund zum Jubeln: „Man hat gesehen auf welch hohem Niveau sich die jungen Kletterer bereits bewegen. Dies führt auch auf eine professionelle Vorbereitung zurück.“

MTB-Serie

Europas größte für Kinder in Niederdorf zu Gast

MOUNTAINBIKE Früh übt sich. Getreu diesem Motto werden am 10. Juli zahlreiche Kinder auf ihr Mountainbike steigen und in Niederdorf an der „Scott Junior Trophy“, Europas größter Mountainbike-Serie für Kinder, teilnehmen. Nachwuchsbiker im Alter von drei bis 16 Jahren können am Vortag des internationalen Dolomiti Superbike ihr Können unter Beweis stellen. Die jungen Flitzer werden sich dabei auf Rundkursen unterschiedlicher Länge mit Gleichaltrigen messen und gleichzeitig unter echter Rennkulisse in die Pedale treten. Bis zur maximalen Teilnehmerzahl von 3500 Kindern können sich Interessierte auf der Homepage www.dolomitisuperbike.com anmelden.

Bergläufe werden zur

Südtirols Familienangelegenheit

BERGLAUF Obwohl den Neuseeländer Jonathan Wyatt und Antonella Confortola aus dem Fassatal weit mehr als nur die Leidenschaft für das Laufen verbindet, scheinen die beiden begeisterten Sportler ihre volle Aufmerksamkeit im Augenblick ausschließlich den Bergrennen zu widmen. Dem Weltmeister aus Ozeanien, der bereits seit Jahren im Trentino sesshaft geworden ist, verleiht die Südtiroler Höhenluft wahre Motivationsschübe. Anders wäre seine beeindruckende Siegesserie nicht zu erklären. Am Sonntag gewann Wyatt in überlegener Manier den Berglauf von Leifers nach Weißenstein und somit sein drittes Rennen in Folge. Seine Frau steht ihm allerdings um nichts nach. Ganz im Gegenteil, die 35-Jährige blieb auf der 6 Kilometer langen Strecke ohne Konkurrenz und unterbot den Frauenrekord um sagenhafte drei Minuten. 8

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Telegramm

Vorbereitungen

Die laufen auf Hochtouren

WASSERSPRINGEN Bozen wird wieder zur Stadt der Turmspringer! Erstmals seit dem letzten Grand Prix vor neun Jahren wird vom 25. bis 27. Juni die internationale Elite im Wasserspringen in der Südtiroler Landeshauptstadt Halt machen. Um dem Slogan „City of divers“ gerecht zu werden, laufen die Vorbereitungen bereits seit Wochen auf Hochtouren. Mit großem Eifer wird das Bozner Freibad herausgeputzt, neue Trampolinbretter wurden montiert und die Werbebanden fixiert, um den Lokalmatadoren um Tanja Cagnotto und Christopher Sacchin kommende Woche beste Rahmenbedingungen zu schaffen.

Athletic Club 96 auf Rekordjagd LEICHTATHLETIK Acht Meistertitel in den letzten neun Jahren: Der Athletic Club 96 ist die beste Männer-Mannschaft der Region. Der Bozner Verein hat sein Punktekonto beim abschließenden Teil der Mannschaftsmeisterschaft in Trient auf 21.816 erhöht und somit nicht nur Rovereto hinter sich gelassen, sondern gleichzeitig auch einen neuen Vereinsrekord aufgestellt.

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FUSSBALL

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FUSSBALL

Von Bozen ins Bernabèu FUSSBALL Im Champions-League-Endspiel am 22. Mai 2010 hat sich Inter Mailand als erster italienischer Verein das „Triple“ gesichert. In der Königsklasse, der Meisterschaft und im Italien-Pokal eilten Mourinhos Schützlinge von Triumpf zu Triumpf – und mittendrin ein Südtiroler. Der aus Bozen stammende Paolo Orlandoni erreicht bei Inter den Höhepunkt seiner langjährigen Profikarriere, die ihn in mehreren Stationen durch den ganzen Stiefelstaat führte. Text Fotos

Rund drei Jahrzehnte sind vergangen, seitdem Paolo Orlandoni seine ersten Schritte aufs Fußballfeld setzte. Schon bald war klar, dass dem heute 37-Jährigen eine Karriere auf der Torhüterposition bestimmt sein würde. Während sich seine Freunde am Tag nach einem Spiel in der Schule mit Dribblings, Tricks und Toren profilierten und die Partie vom Vortag den Klassenkammeraden schilderten, verschwand Paolo Orlandoni irgendwo im Hintergrund. Er war kein Typ der sich ins Rampenlicht stellte. Seine Aufgabe beschränkte sich darauf, den Kasten sauber zu halten. Um dies zu erreichen, arbeitete er bereits als Jugendlicher akribisch an seiner Reaktionsfähigkeit und verbrachte Stunde um Stunde auf dem Trainingsplatz. Die Show im Spiel überließ er anderen, den talentierten Dribblern und den Torjägern, die um den Beifall der Eltern und Freunde rangen. Die Geduld und der unermüdliche Einsatzwille des Torhüters sollten sich allerdings schon bald bezahlt machen, denn bereits nach wenigen Jahren in den Jugendsektoren der heimischen Vereine, zog es ihn in die Ferne.

Ein Wandervogel Scouts von Inter Mailand waren auf Orlandoni aufmerksam geworden und lotsten ihn in die Primavera-

paolo gaiardelli giorgio ravezzani

Mannschaft des ruhmreichen Traditionsklubs. Doch erstmals in seiner noch jungen Karriere musste er Rückschläge einstecken und schaffte in der Juniorenauswahl von Inter nicht den Durchbruch. So entschied sich der Bozner in der Saison 1991/92 zu einem Wechsel nach Mantua, wo er die Gelegenheit bekam, in der damaligen Serie C2 Erfahrung zu sammeln. Es sollte der erste von zahlreichen Vereinswechseln in der Karriere des Paolo

Steckbrief

Paolo Orlandoni Geburtsdatum: 12. August 1972 Geburtsort: Bozen Wohnort: Mailand Größe: 186 cm Gewicht: 78 kg Beruf: Fußballprofi Position: Torhüter Verein: FC Internazionale Rückennummer: 21

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FUSSBALL

Paolo Orlandoni hängt bei Inter Mailand noch ein weiteres Jahr dran

Orlandoni sein. Aufgrund starker Leis- dem Umzug nach Mailand ein lang getungen schaffte er anschließend über hegter Traum in Erfüllung. Leffe, Casarano und Pro Sesto den Sprung in die Serie B. Doch nach eiEin Titeljäger ner Saison bei Ancona und Foggia in der zweithöchsten Spielklasse, zog es Nun, fünf Jahre später hat der symihn wieder in die Serie C1 zu Acireale. Nach nur einer Spielzeit bei den Sizili- pathische Familienvater beinahe alles anern lockte ihn Reggina in der Saison gewonnen, was ein Fußballer an Titeln 1998/99 wieder in die Serie B. Seine gewinnen kann. Den Höhepunkt seiner Verpflichtung erwies sich als wahrer Laufbahn setzte er sich im BernabeuGlücksgriff, denn in jener Spielzeit Stadion mit dem Gewinn der Champidominierte die Mannschaft aus Kala- ons League. Auch wenn er inzwischen brien das Geschehen in der zweiten auf die Position des dritten Torhüters abLiga und feierte am Ende mit Orlando- gerutscht ist und das Finale gegen Baynis Beihilfe den Aufstieg ins Fußball- ern München nur von der Tribüne aus Oberhaus. Der Torhüter wurde seinem verfolgte, war er Teil dieses Triumphs. Ruf als Wandervogel aber alsbald ge- „Auch Wochen nach dem Titelgewinn recht, und verließ Reggina in Richtung spürt man in der Stadt noch die EuphoBologna, um anschließend bei La- rie“, sagt der Wahl-Mailänder, der sein zio und Piacenza zwischen den Pfos- Glück noch gar nicht zu fassen scheint: ten zu stehen. Im Alter von 32 Jahren „In einer Saison Chelsea, Barcelona und kam schließlich der ersehnte Anruf Bayern zu schlagen, und sich somit zur von „seinem“ Verein. Inter war auf der besten Mannschaft Europas zu küren, Suche nach einem Ersatztorhüter für ist für jeden Spieler der absolute KarFrancesco Toldo auf Paolo Orlandoni rierehöhepunkt.“ Dass es neben der gestoßen. Für den Bozner ging mit Champions League, auch zum Gewinn 12

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des „Scudetto“ und des Italien-Pokals gereicht hat, kann sich selbst Orlandoni kaum erklären: „Wir haben eine tolle Truppe, die im Stande war jeden Fehltritt auszumerzen. In allen drei Wettbewerben gab es immer wieder Rückschläge, doch am Ende haben wir alle Ziele erreicht. Ja sogar übertroffen.“ In erster Linie zu diesen Erfolgen steht der Name des Trainers, Josè Mourinho, der durch sein authentisches Auftreten für viel Gesprächsstoff sorgt. „Ich hatte immer einen guten Draht zu ihm, da er jedem Spieler, unabhängig von der Einsatzzeit, eine wichtige Rolle zukommen ließ. Er ist ein begabter Stratege, der in den vergangenen Monaten bewusst den Druck von der Mannschaft genommen hat - auch wenn dies bei den Medien nicht immer auf Gegenliebe stieß“, zollt Orlandoni dem Erfolgstrainer Tribut.

Ein Energiekörper Auch ohne den abgewanderten Mourinho, möchte der Torhüter mit Inter


FUSSBALL

noch weitere Erfolg feiern. Da kann das Karriereende ruhig noch ein Jahr warten. Eigentlich wäre ihm bereits nach der abgelaufenen Saison ein Posten als Tormanntrainer bei den „Nerazzurri“ vorbehalten gewesen. Nun aber möchte der großgewachsene Bozner noch eine Saison dranhängen. Neben der Aussicht auf weitere Titel, wird ihm die Fortsetzung seiner Laufbahn mit einem Jahresgehalt von rund einer Million Euro versüßt. „Unabhängig vom Geld, möchte ich einfach weiter Fußball spielen. Ich verspüre noch viel Energie in mir und finde immer wieder neue Motivationsansätze, um mich Tag für Tag auf dem Trainingsplatz von einer Torecke in die andere zu schmeißen“, lässt Orlandoni verlauten. Seine ohnehin schon ruhmreiche Karriere findet somit eine Fortsetzung. „Ich habe viel Zeit und Aufwand in den Fußball investiert, doch als Gegenleistung kann ich auf eine sehr erfolgreiche Karri-

Da ist das Ding: Paolo Orlandoni mit dem CL-Pokal in Madrid

ere blicken“, so der 37-Jährige, und fügt hinzu: „Jede meiner Stationen bleibt mir in guter Erinnerung, doch wenn ich eine Saison hervorheben soll, dann jene, in der ich mit Reggina in die Serie A aufgestiegen bin. Ich habe als Stammtorhüter zu einem, für Reggio Calabria, historischen Erfolg beigetragen.“

Eine Charakterfigur Orlandonis Engagement reicht inzwischen weit über die Grenzen des Fußballs hinaus. Eine Tätigkeit die seine Vorbildfunktion weiter kräftigt, ist jene für die Stiftung „Pianeta Down“, die sich für geistig und körperlich behinderte Personen einsetzt. „Ich versuche auch weitere Fußballer zu sensibilisieren, um die Projekte dieser Stiftung voranzutreiben und die betroffenen Menschen zu unterstützen“, sagt Orlandoni, der auch abseits des Rasens mit seinen Charaktereigenschaften auf große Anerkennung stößt. Seiner zahlreichen Tätigkeiten zum Trotz findet der Fußballprofi gelegentlich immer wieder Zeit, seine Heimatstadt Bozen zu besuchen: „Auch wenn ich Südtirol bereits früh verlassen habe und inzwischen in Mailand sesshaft geworden bin, pflege ich gute

Karriereleiter Saison 1991/92 1992/93 1993/94 1994/95 1995/96 1996/97 1997/98 1998/99 1999/00 Januar 2000 2000/01 2001/02 2002/03 2003/04 2004/05 2005/06 2006/07 2007/08 2008/09 2009/10

Verein Mantova Leffe Casarano Pro Sesto Ancona Foggia Acireale Reggina Reggina Bologna Lazio Piacenza Piacenza Piacenza Piacenza Inter Inter Inter Inter Inter

Liga Serie C2 Serie C1 Serie C1 Serie C1 Serie B Serie B Serie C1 Serie B Serie A Serie A Serie A Serie A Serie A Serie B Serie B Serie A Serie A Serie A Serie A Serie A

Kontakte nach Bozen. Hauptsächlich zu meiner Schwester, die ich regelmäßig besuche. Meine Geburtsstadt bietet mir eine tolle Gelegenheit, um vom Stress und der Hektik Mailands abzuschalten. Und wer weiß, vielleicht kehre ich ja irgendwann mal wieder nach Bozen zurück.“ Den Südtirolern soll’s Recht sein, würde das Land so um einen Einwohner mit großer (Sport-)Persönlichkeit reicher. SportMagazin 19 - 2010.indd

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FUSSBALL

Thomas Müller zeigte gegen Australien eine starke Partie

Südtirol war ein gutes Pflaster FUSSBALL Deutschland und Slowenien sind mit zwei Siegen in die Fußball-WM in Südafrika gestartet. Das Trainingslager in Südtirol scheint den beiden Nationalteams genützt zu haben. Am Sonntag griffen die beiden Teams erstmals in diese WM in Südafrika ein. Slowenien traf am frühen Nachmittag auf Algerien – was die Fans 90 Minuten lang zu sehen bekamen, hatte mit Fußball aber so gut wie gar nichts zu tun. Sowohl die Experten des ORF, als auch des Schweizer Fernsehens waren sich einig, dass beide Mannschaften nicht WM-tauglich seien und befanden das Match sogar für WMunwürdig. Nach eineinhalb Stunden Rasenschach stand Slowenien als Sieger fest, weil der ungeschickte Schlussmann Caouchi einen Schuss von Robert Koren nicht festhalten konnte. Wesentlich besser startete die deutsche Nationalelf in das Turnier südlich des Äquators. 4:0 fegten Philipp Lahm & Co. die Australier vom Platz. Slowenien bejubelt Robert Korens Siegtreffer

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Hannes Kröss

Fotos

Getty Images

Dabei zeigte sich vor allem die deutsche Offensive von ihrer besten Seite. Den Torreigen eröffnete Lukas Podolski nach acht Minuten – Jogi Löw hatte am ersten Tag des Trainingslagers in Eppan prophezeit, dass „Poldi“ explodieren werde. So war es auch. In der 26. Minute erhöhte der in den vorangegangenen Tagen von der Presse arg gescholtene Miroslav Klose auf 2:0 per Kopf, bevor Müller (68.) und Cacau (70.) den Sack endgültig zumachten. Als Deutschland 1990 zum letzten Mal Weltmeister wurde, startete die DFB-Auswahl übrigens mit einem 4:1-Sieg gegen Jugoslawien in das Turnier. Damals hatte sich die Beckenbauer-Truppe in Kaltern auf die WM vorbereitet. Fürs erste scheint sich die Schufterei in Südtirol während der beiden Trainingslager für beide Nationalmannschaften bezahlt zu machen, die am Freitag ihren zweiten Auftritt in Südafrika haben werden. Vize-Europameister Deutschland bekommt es um 13.30 Uhr mit Serbien zu tun, während die Slowenen um 16 Uhr den USA gegenüberstehen. Man darf gespannt sein, ob es auch beim zweiten Spiel jeweils einen „Dreier“ geben wird.


FUSSBALL

Der FC Südtirol lockt junge Nachwuchskicker FUSSBALL Während die Profis den Sommerurlaub genießen, hält beim FC Südtirol eine Invasion kleiner Fußballknirpse Einzug. Zum wiederholten Male zieht Südtirols einziger Profiklub in den Trainingslagerwochen der SEL-Junior-Camps die Kinder aufs Fußballfeld.

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ALEXANDER FOPPA ARCHIV

Im Sommer gehört die Fußballwelt beim FC Südtirol inzwischen traditionsgemäß den jüngsten unter den einheimischen Fußballern. Bei den SEL-Junior-Camps haben Kinder im Alter von fünf bis 14 Jahren die Möglichkeit, unter professionellen Trainingsanweisungen dem runden Leder hinterher zu jagen. Die Nachwuchsfußballer können zwischen zehn Trainingslagerwochen an verschiedenen Standorten auswählen. Die Einschreibegebühr von 180 Euro beinhaltet das Training, die Verpflegung, Freizeitgestaltung und Trainingsbekleidung. Das erste Fußballcamp startet am Sonntag und wird in Form eines Ferienlagers sechs Tage lang in Cavalese durchgeführt. „Wir sehen die Jugend-Camps als Kombination aus Talentförderung und Freizeitgestaltung. In erste Linie möchten wir die Kinder für den Fußball begeistern. Deshalb stehen vormittags diverse Übungseinheiten auf dem Programm, während der Nachmittag dazu dient,

Michael Cia und Manuel Fischnaller bei einer Etappe des SEL-Junio-Camps

um mit den Kindern Spiele durchzuführen, oder auch mal ins Freibad zu gehen“, erläutert Arnold Schwellensattl. Der ehemalige Fußballprofi fungiert als Koordinator der Trainingslager und wird bei einzelnen Übungen den Kindern selbst Anweisungen geben. Ihm zur Seite steht ein erfahrener Betreuerstab um den ehemaligen FC-TirolTorhüter Reinhold Harrasser und ExSerie-A-Keeper Farbrizio Ferron. Ihr Hauptaugenmerk richtet sich in den kommenden Wochen auf die 400 bis

Die Termine und Austragungsorte der SEL-Junior-Camps 20. bis 26. Juni in Cavalese 5. bis 9. Juli vormittags in Bozen 19. bis 23. Juli in Klobenstein 26. bis 30. Juli in Deutschnofen 2. bis 6. August in Meran und Feldthurns 9. bis 13. August in Auer und Ratschings-Stange 16. bis 20. August in Toblach 23. bis 27. August in Schenna

500 Nachwuchskicker, die an den Junior-Camps teilnehmen werden. „Wir möchten so viele Kinder wie möglich ansprechen und führen die Trainingslager deshalb in allen Landesteilen durch. Um ihnen die Freude am Spiel zu gewähren, und gleichzeitig kompetente Tipps geben zu können, haben wir für dieses Projekt ausgebildete Trainer herangezogen“, sagt Schwellensattl. Dass die Wahl dabei auf einige ehemalige Torhüter fiel, führt darauf zurück, dass ein Camp in Deutschnofen ausschließlich für junge Tormänner organisiert wird. Zum Abschluss eines jeweiligen Trainingsaufenthalts wird ein Turnier unter den verschiedenen Altersklassen durchgeführt, um den Kindern auch die Möglichkeit zu bieten, sich im „Wettkampf“zu beweisen. Anmeldungen zu einem der Junior-Camps können im Internet unter www.fc-suedtirol.com eingereicht werden. SportMagazin 19 - 2010.indd

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FUSSBALL

Brixner Junioren scheitern am historischen Erfolg FUSSBALL Erstmals seit 29 Jahren stand mit Brixen wieder ein Südtiroler Verein im Finale um den Junioren-Italienmeistertitel. Obwohl die Eisacktaler Nachwuchself gegen Tor di Quinto einen geschichtsträchtigen Erfolg verpasste, konnten sie ein großes Ausrufezeichen im heimischen Jugendfußball setzen.

Die Brixner Junioren wurden erst im Finale von Tor di Quinto gestoppt

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ALEXANDER FOPPA Fotos

Virtus Don Bosco und der AC Bozen waren es, die in den Jahren 1963 bzw. 1971 als bisher einzige Südtiroler Vereine als Regionalmeister den Einzug ins Finale der JuniorenItalienmeisterschaft geschafft haben. Beinahe drei Jahrzehnte später hat der SSV Brixen dieses Kunststück wiederholt. Nachdem im Halbfinale zunächst Faenza souverän bezwungen wurde, traten die Schützlinge von Trainer Alessandro Vacalebre (kleines 16

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Bild) im Endspiel in Rom gegen die Lokalmatadoren von Tor di Quinto an. Der Klub aus dem 18. Bezirk der Hauptstadt, der bereits illustre Namen wie Marco Materazzi hervorgebracht hat, beliefert italienische Spitzenmannschaften regelmäßig mit jungen Talenten und untermauerte gegen Brixen seine Vormachtstellung im regionalen Jugendfußball. Über die gesamten 90 Minuten waren die Römer die spielbestimmende Mannschaft und gingen in der 41. Mi-

SSV BRIXEN

nute durch Pischedda verdient in Führung. Der knappe Vorsprung reichte bis zum Schlusspfiff, wenngleich den Brixnern in der Nachspielzeit ein Elfmeter verwehrt geblieben ist. Der Toptorjäger aus der Oberliga-Elf Christian Vecchio wurde im Strafraum von einem Gegenspieler zu Fall gebracht. Bei Brixen wich der Ärger über den verpassten Italienmeistertitel allerdings rasch der Erkenntnis, in dieser Saison Einzigartiges geleistet zu haben. Spätestens am Sonntag beim festlichen Empfang in der Domstadt stießen die Nachwuchskicker auf gebührenden Beifall.


FUSSBALL

Die Würfel sind gefallen FUSSBALL Am 6. September 2009 erfolgte der Anpfiff zur Amateurliga-Saison 2009/10. Nun, nach einer nervenzehrenden Spielzeit und 280 Tage später, sind auch die allerletzten Entscheidungen in Sachen Aufstieg und Klassenerhalt gefallen. Wie gewohnt sorgten die Entscheidungsspiele für zahlreiche Freudentränen auf der einen, und verbitterte Trauer auf der anderen Seite. Die Saison 2009/10 in Südtirols Amateurligen ist Geschichte. Und routinemäßig kann wieder über das hauchdünne Scheitern von Mühlbach Vals am Aufstieg in die Landesliga berichtet werden. Nachdem Spitzenreiter SSV Bruneck im Saisonfinale auf und davon zog, mussten sich die Eisacktaler in der Gruppe B der 1. Amateurliga bereits zum fünften Mal in Serie mit dem zweiten Tabellenplatz zufrieden geben.

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ALEXANDER FOPPA

DIETER RUNGGALDIER

Mühlbach Vals nämlich im Elfmeterkrimi den Kürzeren. Auf neutralem Boden in Tramin bestimmten die Kicker aus der 2800-Seelen-Gemeinde am Eingang zum Pustertal zwar lange Zeit das Spiel, doch nachdem einige gute Torchancen nicht verwertet wurden, brachte das Elfmeterschießen Unheil. Die Mühlbacher werden also auch kommende Saison in der 1. Amateurliga spielen, wo in der Gruppe A auch Mals wieder vertreten sein wird.

deren Perspektive gefährdet gewesen wäre, sondern vor allem für den gesamten Vinschgau, wo die sportlichen Erfolge augenblicklich dünn gesät sind.“ Der drückenden Feldüberlegenheit zum Trotz musste Mals bis nach dem Elfmeterschießen bangen, um schlussendlich eine gute Rückrundenleistung mit dem Klassenerhalt zu belohnen. „Nach dem Landesliga-Abstieg haben viele Spieler wohl gedacht, dass die 1. Amateurliga ein Kinderspiel werden würde. Aufgrund der laschen Einstellung haMühlbach bleibt ben wir im Herbst desolate VorstellunMals verhindert ewiger „Vize“ gen gezeigt. Doch mit einer klaren Leisden Super-Gau tungssteigerung nach der Winterpause Die Enttäuschung hielt sich jedoch haben wir uns den Ligaverbleib sicherDie Vinschger sicherten sich mit ei- lich verdient“, analysiert Lingg. in Grenzen, da man so zum wiederholten Male im Aufstiegsspiel die nem Sieg im Abstiegsspiel gegen TauChance zum Klassensprung geboten fers den Ligaverbleib. Mit einem letzAuer meldet bekam. Nach zuletzt drei Niederlagen ten Kraftakt gegen schwache Tauferer in den Entscheidungsspielen sollte konnten Fliri und Co. den direkten Absich zurück diesmal nichts schief laufen und der sturz von der Landesliga in die 2. AmaWährend Mals die Klasse halten ersehnte Aufstieg unter Dach und Fach teurliga verhindern. Vereinspräsident gebracht werden. Doch die Rechnung Alfred Lingg fiel nach dem Sieg ein konnte, feiert Auer die Rückkehr in wurde anscheinend ohne die erfolgs- Stein vom Herzen: „Nach neun Jahren die 1. Amateurliga. Nachdem Schabs hungrigen Fußballer vom SC Passeier in der Landesliga hätte ein Abstieg in mit 2:1 besiegt wurde, krönten die Ungemacht. Im direkten Aufeinandertref- die 2. Amateurliga fatale Folgen gehabt. terlandler ihr starkes Auftreten in den fen der beiden Tabellenzweiten zog Nicht nur für unsere jungen Spieler, Entscheidungsspielen mit einem klaren 4:0-Erfolg gegen Pokalsieger FeldAuer spielt kommende thurns und besiegelten somit den soSaison wieder erstklassig fortigen Wiederaufstieg. Zum Aurer Aufstiegshelden avancierte Antonio Orfanello, der bereits gegen Schabs getroffen hatte und nun Feldthurns mit drei Treffern jeglicher Aufstiegschance beraubte. In einer höheren Spielkasse werden kommende Saison auch die Fußballer aus Klausen auflaufen. Die Eisacktaler setzten sich in einem hitzig geführten Spiel in Sarnthein gegen Andrian mit 2:1 durch und steigen in die 2. Amateurliga auf. SportMagazin 19 - 2010.indd

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Handball

Eine rosige Handball-Zukunft

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Said Kadkhoda Reinhold Eheim

Handball Noch steht nicht fest, in welcher Konstellation die Südtiroler Teams in den Profiligen spielen werden. Doch Fakt ist, dass die heimischen Vereine auf starken Nachwuchs setzen können. In den vergangenen zwei Wochen wurden in den Kategorien U16 und U18 die Junioren-Italienmeister ermittelt, und stets mit von der Partie: ein Südtiroler Nachwuchsteam. Ein Meistertitel, eine Silbermedaille und zwei Platzierungen unter den Top-4-Teams in Italien gehören zur starken Ausbeute der heimischen Jugend. Bekannt ist der Algunder Handballverein für seine exzellente Jugendarbeit. Die Burggräfler zelebrieren schnellen und attraktiven Handball, und wie sich zeigt, ist er auch äußerst effektiv. Am 5. Juni bezwangen die Algunder U16-Burschen die Mannschaft aus Venedig im Finale und konnten vor heimischem Publikum in Meran den Meistertitel feiern. Die Mädchen vom SSV Brixen nahmen zeitgleich an den Titelspielen in der Kategorie U16 in Malo teil. Die beiden ersten Plätze blieben in dieser Kategorie unerreicht, jedoch kann man mit einer Platzierung unter den besten vier Mannschaften Italiens mehr als

Kris Unterhauser (links), Thomas Oberschmied (Mitte) und Samuel Tartarotti (rechts)

zufrieden sein. Die jungen Damen von Meusburger Bruneck qualifizierten sich indessen in der Kategorie U18 für das Finale, welches am vergangenen Wochenende in Mestrino stattfand. Dort wurde der Siegeszug der Pusterer Damen erst im Finale gestoppt. Eine Finalniederlage schmerzt zwar besonders, doch aus Brunecker Sicht kann man durchaus behaupten, die Silbermedaille gewonnen, und nicht den Titel verloren zu haben.

Junge Meraner verlieren erst im Finale Der SC Meran schickte am vergangenen Wochenende seine U18-Bur18

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schen aus, um vor heimischem Publikum den Titel in die Passerstadt zu holen. Die Mannschaft, die mit einigen A1-Spielern bespickt ist, traf in der Vorrundengruppe mit dem Nachwuchsteam aus Triest zusammen. Der Rekordmeister gehört auch in den Jugendkategorien stets zu den Mitfavoriten. Das letzte Spiel in der Vorrunde sollte den Gruppensieger und somit den Finalisten ermitteln. In einem hart umkämpften Match, welches auch ein würdiges Finale gewesen wäre, mussten die Meraner dem Team aus der Hafenstadt den Vortritt lassen. Sie können sich aber dennoch darüber freuen, zu den besten vier Nachwuchsmannschaften Italiens zu gehören. Egal in welcher Kategorie diese Spielerinnen und Spieler in Zukunft spielen werden, sie werden mit Sicherheit stets zu den stärksten in Italien gehören. Jugendarbeit wird in Südtirol groß geschrieben, und die diesjährigen Finalspiele haben bewiesen, dass Südtirol zu den stärksten Handballregionen in Italien gehört. Die Zukunft scheint rosig.


RADSPORT

Eva Lechner auf Abwegen RADSPORT Vom 23. Mai bis zum 24. Juli legt der Mountainbike-Weltcup eine zweimonatige Pause ein. Für Eva Lechner Zeit, das Rad in die Ecke zu stellen und zu entspannen? Von wegen! Die Eppanerin begibt sich in der Zwischenzeit auf fremdes Terrain und schwingt sich aufs Rennrad. Text

ALEXANDER FOPPA Foto

Wenn die Elite des Damen-Radsports direkt vor ihrer Haustür vorbeifährt, dann kann Eva Lechner na-

COLNAGO

türlich nicht tatenlos zusehen. Die mehrfache Italienmeisterin und zuletzt auch Weltcupsiegerin tauscht das Moun-

tainbike mit dem Rennrad. Von Freitag bis Sonntag wird sie nämlich an der dreitägigen Trentino-Rundfahrt teilnehmen. Als besondere Wertschätzung empfindet Lechner, dass die Organisatoren die erste Etappe nach Eppan verlegt haben: „Es war schon immer ein Wunsch von mir, über den Mendelpass kommend in meiner Heimatgemeinde einzufahren. Dies wird sicherlich ein tolles Event für Eppan.“ Allerdings wird das hochkarätig besetzte Teilnehmerfeld um Olympiasiegerin Nicole Crooke aus Großbritannien Südtirols VorzeigeMountainbikerin bereits auf der ersten Etappe von Trient über das Nonstal bis nach Eppan keine Gelegenheit zum Durchatmen bieten. Wenngleich Lechner in der Vergangenheit auch auf der Straße des Öfteren ihre Klasse unter Beweis stellen konnte. Im Zielgelände im Überetsch wird man der 24-jährigen Pferde-Liebhaberin einen gebührenden Empfang bereiten: Heimische Pferdeakrobaten werden mit ihrer Show für ein unterhaltsames Rahmenprogramm sorgen. SportKlettern

Südtiroler Kletterer auch im Bouldern top SPORTKLETTERN Bei der zweiten Etappe des Italiencups in Ivrea waren am vergangenen Wochenende vier Südtiroler im Einsatz. Alexandra Ladurner, Spitzenathletin des AVS Meran, gewann bei den Frauen, während der Bozner Jacopo Larcher als Dritter auf das Podest stieg. Text Hannes Kröss Foto

Ivrea ist nicht nur allen Südtiroler Fußballfans ein Begriff, seit ein gewisser Thomas Bachlechner beim Klub im Piemont spielte. Die Stadt mit rund 25.000 Einwohnern hat sich auch unter den Kletterern und Kanuten einen Namen gemacht. Geklettert, oder besser gesagt gebouldert, wurde am vergangenen Wochenende im Rahmen des Italiencups – und das auch sehr erfolgreich. Alexandra Ladurner vom AVS Meran holte sich bei den Frauen den Sieg. Sie kletterte bereits in der Qualifikation Top und ließ Elena Chiappa und

Andi Marini

Giada Zampa auch im Halbfinale und Finale keine Chance. Bei den Männern schafften Stefan Scarperi (AVS St. Pauls) und der Bozner Jacopo Larcher den Einzug ins Finale. Aufgrund heftiger Regengüsse konnte der letzte Durchgang jedoch nicht ausgetragen werden und so wurden die Ergebnisse aus dem Halbfinale als Resultat gewertet: Larcher klassierte sich an dritter Stelle, Scarperi landete auf dem vierten Platz. Im Einsatz war auch der 15-jährige Michael Piccolruaz. Er wurde im 35-köpfigen Teilnehmerfeld 17.

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SKI ALPIN

Christof Innerhofer: „Bin topmotiviert“ SKI ALPIN Er ist fast den ganzen Winter über mit einem Leistenbruch Skirennen gefahren. Ende April hat sich Christof Innerhofer einer Operation unterzogen, die sehr gut verheilt ist. Nun arbeitet der Gaiser auf sein Comeback hin.

Text

Hannes Kröss Foto

Die Organisatoren der Dolomiten-Radrundfahrt konnten am vergangenen Sonntag mit einigen prominenten Namen aufwarten. Unter den Tausenden Teilnehmern befand sich Skiprofi Christof Innerhofer, der die 112 Kilometer lange Strecke in Angriff nahm und einen beachtlichen 58. Rang einfuhr. Nicht schlecht für einen, der sich gerade einmal vor sechs Wochen einer Leistenoperation unterziehen musste und normalerweise im Winter mit den Skiern über die Hänge der Weltcuporte rast. Die Verletzung, die Innerhofer fast die ganze Saison behinderte, ist jedenfalls gut ausgeheilt. „Ich kann mich wieder voll und ganz auf mein Training konzentrieren und voller Zu-

LM2

versicht in Richtung Weltcupstart im kommenden Herbst blicken“, sagt der 26-jährige Gaiser. „Diese Ruhepause hat mir sicherlich nicht geschadet, sie hat mir ja auch die Möglichkeit geboten, mich gut zu erholen und vom Trainingsalltag voll und ganz abzuschalten, um nun wiederum motiviert das Training aufzunehmen.“ Training, das Innerhofer vor allem im Sattel seines Rennrads absolviert. Denn dort kann er seinen Rennfahrerinstinkt gegen die anderen Teilnehmer ausleben. Auch auf dem Rad will der Speedspezialist seine Gegner besiegen. Gelegenheit dazu hat er auch in den nächsten Wochen. Ein Fixtermin ist die Maratona dles Dolomites, die am 4. Juli stattfinden wird.

Schwimmen

Letrari & Co. beim Sette-Colli-Meeting SCHWIMMEN Am Wochenende waren die Schwimmerinnen und Schwimmer aus Bozen bei der Serie-C-Italienmeisterschaft im Einsatz und wurden Zweite. Am Donnerstag steht mit dem Meeting „Sette Colli“ der nächste Höhepunkt an. Am Samstag untermauerte der gleich zwei Rekorde (100 und 200 m Schwimmklub Bozen seine Vor- Brust) aufstellte. Über 400 m Freistil machtstellung in Südtirol. Die Talfer- war Jacopo Emeri erfolgreich. städter Athleten wurden bei der Itali- Er verbesserte den Juniorenenmeisterschaft der Serie C Zweite rekord auf 4.15,09 Minuten. und mussten sich nur dem Gastgeber Auf ihren Lorbeeren ausNuotatori Milanesi geschlagen geben. ruhen können sich Bozens Dabei wurden auch fünf Landesre- Vorzeigeschwimmer allerkorde aufgestellt: Arianna Letrari dings nicht: Laura und Arischwamm über 200 Meter Delfin Best- anna Letrari, Nadia Piazzolla, zeit in der U-19-Klasse und bei den Ju- Lisa Fissneider und Stefano niorinnen (2.24,10 Minuten). Lisa Fiss- Ballo sind am Donnerstag neider markierte über 100 m Brust eine beim Sette-Colli-Meeting neue Bestzeit (1.11,72),während Zac- im Einsatz. Heuer findet es caria Casna in 1.07,37 und 2.29,36 in Pescara statt und soll an 20

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Hannes Kröss Foto

Speedo

die Erdbeben-Opfer vor einem Jahr in L’Aquila erinnern.

Laura Letrari


LEICHTATHLETIK

Silvia Weissteiner ist zurück LEICHTATHLETIK Sechs Monate war Silvia Weissteiner verletzt. Am Wochenende gibt sie in der norwegischen Hafenstadt Bergen ein überraschendes Comeback: Nationaltrainer Francesco Uguagliati hat die Gasteigerin für die Team-EM nominiert. Text Foto

Billy Piccinelli

Giancarlo Colombo/Fidal

Silvia Weissteiner ist zum sechsten Mal beim Europacup dabei, der seit 2009 Mannschafts-EM genannt wird. Damit ist sie jene Teilnehmerin aus Südtirol, die am häufigsten bei diesem Wettkampf dabei war. „Natürlich kommt diese Nominierung überraschend, da ich heuer noch keinen Wettkampf bestritten habe. Das ist wohl ein Vertrauensbeweis des Verbandes“, freute sich Weissteiner auf ihr erstes Rennen seit November. Damals hatte sie sich beim Crosslauf in Condino einen Ermüdungsbruch zugezogen, als danach eine Hüftentzündung hinzukam. Seitdem hatte sie ausschließlich auf dem Fahrrad und im Wasser trainiert. In Bergen wird Weissteiner über 5000 Meter zum Einsatz kommen. Mit von der Partie ist auch Christian Obrist (siehe eigener Bericht). Lukas Rifesser – auch er hatte sich Hoffnungen auf eine Nominierung gemacht – ist in Norwegen hingegen nicht dabei. Leichtathletik

Obrist hat das EM-Limit im Sack LEICHTATHLETIK Beim internationalen Meeting in Turin schaffte Christian Obrist am vergangenen Wochenende über 800 Meter auf Anhieb das EM-Limit. Der Brixner ließ auf der „kurzen“ Distanz die gesamte italienische Elite hinter sich. Christian Obrist ist ohne Zweifel Italiens bester 1500-Meter-Läufer. Seit vergangenem Wochenende ist er wohl auch über 800 Meter die Nummer eins. In einem stark besetzten 800m-Lauf musste sich der Brixner in der piemontesischen Hauptstadt nur drei Läufern geschlagen geben: Hallen-Weltmeister Abubaker Kai aus dem Sudan (1:43.48 Minuten), dem Brasilianer David Kleberson (1:46.08) und dem Iren Thomas Chamney (1:46.23). Doch viel wichtiger als der gute vierte Platz war für Obrist die Zeit. In 1:46.65

Text Foto

Hannes Kröss

Giancarlo colombo/fidal

blieb „Obi“ 15/100 Sekunden unter dem Limit, das der italienische Verband für die EM in Barcelona (26. Juli bis 1. August) fordert. „Ich bin sehr zufrieden, dass Limit auf Anhieb unterboten zu haben. Das gute Training hat sich bezahlt gemacht. Wenn das nur der Anfang war, dann könnte heuer einiges möglich sein“, sagte Obrist im Ziel. Am Wochenende wird Christian Obrist mit der italienischen Nationalmannschaft bei der Team-EM zum Einsatz kommen. Dort allerdings über 1500 Meter, weil es keine Alternative zum pfeilschnellen Brixner gibt. SportMagazin 19 - 2010.indd

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Laufen

9 Zahlen zum Meraner Frauenlauf Laufen Meran stand am vergangenen Samstag ganz im Zeichen des Frauenlaufs, der heuer erstmals nicht von „Laufpäpstin“ Rosita Pirhofer organisiert wurde.

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Hannes Kröss

FOTOs

Christoph Blaas

1 Rose bekam im Ziel jede Teilnehmerin überreicht 2 Runden mussten die Läuferinnen in Meran zurücklegen

4 Mal hat Helga Rauch den Meraner Frauenlauf schon gewonnen

5,2 Kilometer war die Strecke in der Passerstadt lang 9 Kategorien wurden prämiert. Die ersten Drei bekamen ein Schmuckstück des Meraner Goldschmieds Markus Frühauf überreicht

11 Mal hat der Meraner Frauenlauf nun schon stattgefunden 18.55 Minuten benötigte Siegerin Helga Rauch vom Start bis ins Ziel 24.23 Minuten war Südtirols Sportlerin des Jahres Hanna Schnarf unterwegs. Sie wurde 68.

319 Frauen kamen ins Ziel 450 Athletinnen waren im Vorjahr am Start. Heuer waren es 100 weniger

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Ein Anruf bei...

Ein Anruf bei ...

Angelika Rainer

Protokoll Foto

Billy Piccinelli

Thomas Ulrich

Die Meranerin Angelika Rainer tourt derzeit mit einigen der besten Kletterern der Welt durch Europa und lernt jeden Tage neue Hotspots der Szene kennen. Und auch sonst hat die 23-jährige Eiskletter-Weltmeisterin im heurigen Sommer viel vor…

Südtiroler SportMagazin: Angelika, du bist gerade bei der Rockshow von Salewa im Einsatz. Kannst du unseren Lesern bitte erklären, worum es sich dabei genau handelt?

sieht, wie sie das Gelernte in die Tat umsetzen.

Angelika Rainer: Die Rockshow ist eine Tour der Mitglieder des alpineXtreme-Teams durch die Länder des Alpenbogens. In neun berühmten Klettergebieten verbringen wir gemeinsam mit jungen Kletterern den Tag beim Klettern, Bouldern und zum Teil eröff-

Ganz genau. Die vielen jungen Kletterer haben ein ganz unterschiedliches Niveau. Alle sind mit sehr viel Freude dabei, und sie genießen es, den Tag mit ihren Vorbildern zu verbringen. Bei der Ermittlung des Siegers achten wir nicht nur auf das Können, sondern

Es geht also mehr darum, das Klettern als Lebensstil und nicht so sehr als Spitzensport zu vermitteln?

Es macht wahnsinnig viel Spaß, jungen Kletterern Tipps zu geben - und zu sehen, wie sie das Gelernte dann auch anwenden. Angelika Rainer nen wir auch neue Routen. Am Ende eines jeden Tages wird dann ein Tagessieger ermittelt, der zum Finale der Messe Outdoor nach Friedrichshafen darf. Und der Gesamtsieger wird dann im nächsten Jahr als Zuschauer bei der Kletter-WM in Arco dabei sein. Klingt ja ziemlich spannend…

Das ist es auch. Es macht wahnsinnig viel Spaß mit den anderen Spitzenkletterern unterwegs zu sein und neue Orte kennenzulernen. Zudem ist es toll, wenn man den jungen Kletterern Tipps geben kann und dann

vor allem auf die Motivation und die Begeisterung für das Klettern. Kommt ihr mit der Rockshow auch nach Südtirol?

Im Rahmen der 75-Jahr-Feier von Salewa kommen wir am 25. Juni mit der Rockshow nach Tiers. Dort findet die letzte Etappe und somit das Finale statt. Unter den acht Teilnehmern werden auch vier Südtiroler sein, die sich in Pfelders bei einer Qualifikation für die Etappe qualifizieren mussten. Im Vorjahr waren die Tage bei der Rockshow immer sehr lang und die Nächte

eher kurz, deshalb kann ich mir vorstellen, dass wir sehr müde in Südtirol ankommen werden. Trotzdem werden wir bei der Abschlussparty noch einmal richtig Gas geben. (lacht) Was steht denn sonst bei dir auf dem Programm?

Nach der Rockshow starte ich für sechs Wochen nach Kanada. Dort werde ich mit einer Freundin aus Deutschland klettern. Ich freue mich schon riesig darauf, denn es wird völlig anders sein, als bei uns. In Kanada klettert man nämlich auf Granit und nicht auf Dolomit. Und im Herbst werde ich dann wieder zu studieren beginnen und einen Master machen. 2011 findet in Arco die Kletter-WM statt. Die Generalprobe geht beim Rockmaster Mitte Juli über die Bühne. Bist auch du mit von der Partie?

Nein, ich bin zu diesem Zeitpunkt schon in Kanada und kann deshalb nicht beim Rockmaster an den Start gehen. Dein Wettkampfschwerpunkt liegt sowieso beim Eisklettern, oder?

Ganz genau. Im Herbst werde ich mich wieder auf die Wintersaison und das Eisklettern vorbereiten. Schließlich habe ich 2011 den Eiskletter-Weltmeistertitel zu verteidigen. Im Sommer macht mir einfach das alpine Klettern viel zu viel Spaß. SportMagazin 19 - 2010.indd

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Aktiv

Koordination im Leistungssport Aktiv Ein anderes Wort für Koordination ist Bewegungsaufgabenlösung und dieses Wort bringt die Sache auf den Punkt. Unter Koordination versteht man die Fähigkeit und die daraus entwickelte Fertigkeit eine gestellte Bewegungsaufgabe so effizient wie möglich zu lösen. Die Koordination gehört damit zu den konditionellen Hauptkomponenten wie Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer, Beweglichkeit und beeinflusst diese leistungsbestimmend. Text Fotos

Die Wichtigkeit dieses leistungsbestimmenden Faktors steht außer Diskussion, doch leider wird die Koordination im Sportunterricht und auch auf Vereinsebene bei der Trainingsgestaltung sehr oft vernachlässigt. Es ist allgemein bekannt, dass die Schulung der koordinativen Fähigkeiten im Kindes- und Jugendalter besonders wichtig wäre, um 24

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ANDI PUNTER

HANNES THALER

das Spektrum für die zukünftige Leistungsentwicklung zu öffnen und groß zu halten. In diesem Alter ist der Aufwand für das Erlernen von neuen Bewegungsabläufen und die Entwicklung von technisch-motorischen Fähigkeiten besonders gering und zugleich sehr effizient. Im Vereins- und Schulsport muss daher dieser Leistungskomponente un-


Aktiv

allgemeinen koordinativen Fähigkeiten außer Acht gelassen wird. Sehr oft kommen diese Kinder im Anschlussalter (die Zeit wo der Sprung an die Spitze geschafft werden muss, um im Profisport „überleben“ zu können) an

ihre Leistungsgrenzen, weil eben die Entwicklung der allgemeinen Koordination im Kindes- und Jugendalter gefehlt hat. Der Trainer hat in diesem Zusammenhang eine große Verantwortung!

Die wichtigsten koordinativen Fähigkeiten im Überblick Gleichgewichtsfähigkeit Die Fähigkeit den gesamten Körper im Gleichgewichtszustand zu halten oder diesen bei Veränderungen so schnell als möglich wieder herzustellen. bedingt mehr Bedeutung geschenkt werden und deshalb ist es besonders wichtig, dass im Schul- und Jugendsport auf entsprechend ausgebildete Trainer zurückgegriffen werden kann. Wenn man in Südtirol einen Blick auf das Fußballtraining im Jugendbe-

Orientierungsfähigkeit Es handelt sich dabei um die Fähigkeit sich in einem Raum oder definierten Aktionsfeld so orientieren zu können, dass die dabei gestellte Aufgabe so schnell und effektiv wie möglich gelöst werden kann. Rhythmisierungsfähigkeit Die Fähigkeit den eigenen inneren Rhythmus für die effiziente Ausführung von einem Bewegungsablauf zu finden. Reaktionsfähigkeit Die Reaktionsfähigkeit wird definiert als die Fähigkeit auf einen oder mehrere Reize möglichst schnell und zielgerichtet zu reagieren. Umstellungsfähigkeit Die Fähigkeit auf Veränderungen situationsadäquat reagieren und somit Handlungen ersetzen zu können, um diese auf völlig andere Weise fortzusetzen. Man braucht also ein entsprechendes Handlungsrepertoire. Koppelungsfähigkeit Die Fähigkeit Teilbewegungen so effizient wie möglich zu koppeln, dass sie als Gesamtbewegungsbild zielgerichtet und effizient ausgeführt werden kann (z.B. Zusammenspiel Oberkörper und Beinarbeit).

reich wirft, oder auch die Trainingsgestaltung in der Leichtathletik beobachtet, dann sieht man sehr oft, dass Monotonie und bereits zu sportart- bzw. bewegungs-spezifische Erfordernisse geschult werden und die Vielfältigkeit in der Entwicklung der

Differenzierungsfähigkeit Differenzierungsfähigkeit ist ein ausgeprägtes Feingefühl für eine oder mehrere Bewegungen. Antizipationsfähigkeit Ist die Fähigkeit der Vorwegnahme bzw. der Voraussicht eines künftigen Bewegungsablaufes. Geschicklichkeit Ist die Fähigkeit eine Bewegung ohne großen Aufwand und schnell auszuführen. Viele der eben erwähnten koordinativen Fähigkeiten stehen unter- und miteinander in Zusammenhang. Die Bilder zeigen Bespiele von koordinativen Übungen bei denen diese Fähigkeiten im Rahmen von Komplexübungen geschult werden.

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Schluss mit...

Das SportMagazin-Quiz 1. Wo findet am kommenden Wochenende die Mannschafts-EM der Leichtathleten statt?

IMPRESSUM: Redaktion: Verdiplatz 43, I-39100 Bozen Tel. 0471 970512, www.sportmagazin.bz E-Mail für Leserbriefe: info@sportmagazin.bz E-Mail für Pressemitteilungen: redaktion@sportmagazin.bz

A) Bern B) Berlin C) Bergen

2. Aus welcher Stadt im Trentino stammt FC-Südtirol-Torhüter Davide Zomer?

Verlag:

Herausgeber: Alexander Tabarelli de Fatis

3. Mit welchem Verein hat der Bozner Paolo Orlandoni in der Saison 1998/99 den Aufstieg in die Serie A geschafft?

Mitarbeiter der Redaktion: Alexander Foppa (af) Christian Bassani (cb) Christian Bernhard (chb) Michael Weissenegger (mw) Florian Seebacher (fs) Andreas Punter (ap) Anton Höller (ah) Lidia Treibenreif (lt) Said Kadkhoda (sk) Christian Morandell (chm) Luis Mahlknecht (lm) Ralf Pechlaner (rp) Sara Senoner (ss) Ivan Mayr (im) Paolo Gaiardelli (pg) Fotografen: Max Pattis, Matteo Groppo, Christoph Blaas, Reinhold Eheim, Robert Perathoner, Dieter Runggaldier Grafisches Konzept: Martin Kerschbaumer Grafik/Layout: Studio Mediamacs KG Abos: www.sportmagazin.bz/abo Werbeberatung und Verkauf: werbung@sportmagazin.bz Tel. 0471 970512 Druck: Fotolito Varesco Gmbh, Auer Eintragung am Landesgericht Bozen, Nr. 01/2009

A) Fiorentina B) Reggina C) Triestina

4. Welcher Trainer führte Fußball-Klub SSV Naturns in der abgelaufenen Saison zum Meistertitel in der Landesliga?

A) Stefan Gasser B) Hugo Pomella C) Paul Pircher

A) French Open B) US Open C) Wimbledon

6. In welcher Sportart geht der Meraner Lukas Mayr an den Start?

A) Kanu B) Rafting C) Windsurfen

7. Für welchen Verein steht Thomas Ress im Finale um die italienische Basketball-Meisterschaft im Einsatz?

A) Armani Mailand B) Montepaschi Siena C) Juve Caserta Für jede richtige Antwort gibt es zwei Punkte. Punkte Du bist ein… 14 Sport-Brockhaus 12 Experte 8-10 ganz Guter 4-6 blutiger Anfänger 0-2 Sportmuffel

Auflösung: Frage 1: Antwort C. Christian Obrist und Co. werden im norwegischen Bergen die Team-Europameisterschaft der Leichtathleten austragen. Frage 2: Antwort B. Davide Zomers Geburts- und Wohnort ist Rovereto, die zweitgrößte Stadt im Trentino. Frage 3: Antwort B. Der gebürtige Bozner Torhüter Paolo Orlandoni hat mit Reggina, der Elf aus der kalabrischen Hauptstadt Reggio Calabria, den Sprung ins italienische Fußball-Oberhaus geschafft. Frage 4: Antwort C. Die Burggräfler Trainerlegende Paul Pircher steht bei Oberliga-Aufsteiger Naturns an der Seitenlinie. Frage5: Antwort C. In Wimbledon steigt vom 21. Juni bis 4. Juli das prestigeträchtigste Tennisturnier der Welt. Andreas Seppi muss sich allerdings erst über die Qualifikation einen Startplatz im Hauptfeld erkämpfen. Frage 6: Antwort A. Der 21-jährige Lukas Mayr ist zur Zeit Südtirols erfolgreichster Wildwasserkanute. Frage 7: Antwort B. Thomas Ress aus Buchholz bei Salurn kämpft mit dem Serienmeister Montepaschi Siena um die Titelverteidigung in der höchsten Basketballliga Italiens.

Chefredakteur und presserechtlich verantwortlich: Hannes Kröss (hk) hannes.kroess@sportmagazin.bz

A) Cles B) Rovereto C) Trient

5. Bei welchem Grand-Slam-Turnier wird der Kalterer Tennisprofi Andreas Seppi ab dem 21. Juni aufschlagen?

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