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SPECIAL

HIERGEBLIEBEN

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EDITORIAL Irgendwas mit … … Tieren? Irgendwas mit Menschen? Irgendwas mit Handwerk? Wir alle wollen irgendwas. Vor allem, wenn es um unsere berufliche Zukunft geht. Aber was genau willst du? Und was willst du nicht? Fragen, Fragen, Fragen und je mehr Veranstaltungen es zur Berufsorientierung gibt, desto unsicherer wird man manchmal, oder? Unser Magazin ME2BE HIERGEBLIEBEN möchte euch wieder mit auf eine Reise durch eure Regionen in Schleswig-Holstein nehmen. Wir präsentieren Ausbildungsmöglichkeiten direkt „um die Ecke“, mit Fotos und Interviews von Azubis, die ihr vielleicht sogar kennt! Die bringen es am besten auf den Punkt, worum es in der Ausbildung geht! Die erste Nord-West-Ausgabe HIERGEBLIEBEN 2018 eröffnen wir mit zwei Schul-Reportagen. Schülerinnen und Schüler berichten aus der einzigartigen deutsch-dänischen Efterskole („Nachschule“) in Tingleff und aus der Fotoschule Kiel. Außerdem präsentieren wir euch themensortierte Ausbildungsberufe mit dem Schwerpunkt Industrie und Technik. Wir stellen euch Schleswig-Holsteins größtes Industriegebiet vor, den ChemCoast Park Brunsbüttel und blicken in die Ausbildung bei Covestro und Total. Anschließend surft ihr durch eine bunte Mischung an Ausbildungsberufen, z.B. Bootsbauer/-in, Bankkaufmann/-frau, Elektroniker/-in oder Tierpfleger/-in. Und in unserer Reihe ‚Seltene Berufe‘ verschaffen wir euch diesmal Einblicke in die Berufswelt der Flechtwerkgestalter und Pferdewirte! Wer sich lieber online bewegt, kann dieses Magazin auf me2be.de als e-Paper durchblättern und jeden Artikel einzeln als Web-Beitrag finden. Ebenfalls auf unserer Webseite: Viele weitere regionale Ausbildungsangebote, Adressen und Bewerbungstipps sowie über 500 Portraits und Stories von Azubis und Studis aus dem Norden! Toi, Toi, Toi auf der Suche nach eurem persönlichen „Irgendwas!“ … eure ME2BE’s www.me2be.de www.facebook.com/me2bemag hello@me2be.de


Schule 06

Das Beste aus beiden Kulturen In der Deutschen Nachschule in Tingleff lernen und leben deutsche und dänische Schüler/-innen unter einem Dach

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Foto, Future & Design Spannende Ausbildungsmöglichkeiten an der Fotoschule Kiel

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„Arbeiten, wo andere Urlaub machen“ Brunsbüttels Bürgermeister Stefan Mohrdieck über die hohe Lebensqualität, Zukunftschancen für junge Leute und die Ausbildung in der Stadtverwaltung

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T wie Technik Das machen Elektroniker/-innen für Automatisierungstechnik und Industriemechaniker/-innen bei der Covestro Deutschland AG

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Total viele Chancen! Karrierechancen bei der TOTAL Bitumen Deutschland GmbH in Brunsbüttel

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Energiegeladen in die Zukunft Vielseitige Ausbildung bei den Schleswiger Stadtwerken

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Ein Azubi unter Mittelspannung Felix aus Kiel wuchs mit sechs Geschwistern auf – das prägte den angehenden Elektroniker

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Companies 22

Zwischen Mensch und Arbeit Im Gespräch mit Christian Groborsch, Pressesprecher der Agentur für Arbeit in Flensburg.

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„Dynamisch und innovativ unterwegs“ Wirtschafts- und Arbeitsminister Bernd Buchholz über Zukunftschancen im ChemCoast Park, gut bezahlte Industriejobs und Karrierewege für Jugendliche

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Industrie-Perlen zwischen Elbe und Kanal ChemCoast Park Brunsbüttel trimmt seine Weltfirmen auf Zukunftskurs

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Die bundesbeste Azubine? Jana aus Kiel! Personaldienstleistungskauffrau Jana Cristin Rohr bekam höchste Auszeichnung in Berlin

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Studiale auf dem Campus! Banking für Studierende – in der ‚Studiale‘ der Förde Sparkasse auf dem Campus der CAU Kiel

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Leidenschaft für maritimes Handwerk Yacht- und Bootswerft Rathje in Kiel verbindet Bootsbautradition mit Hightech und bildet den Berufsnachwuchs aus

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Herzblut für Schutzbedürftige Das Tierheim Schleswig kümmert sich liebevoll um Hunde, Katzen und alle Tiere, die gefunden, ausgesetzt oder beschlagnahmt wurden.


Inhalt

ME2BE JOBTIONARY 24

Studium oder Ausbildung

AZUBIPORTRAITS 74

Welcher Typ bist du?

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Pferdewirt/-in – „das Glück dieser Erde“ als Beruf

Covestro Deutschland AG

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Aus der ME2BE-Reihe „Seltene Berufe – Folge deiner Leidenschaft“

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Traumberuf Flechtwerkgestalter/-in Von hellem Licht und lauten Tönen – Was macht ein Veranstaltungstechniker? Wir haben Björn Hildebrandt getroffen, der eine Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik absolviert.

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Flüchten. Mutig sein. Coffee to go.

Elektroniker/in Fachrichtung Betriebstechnik, Industriekaufmann/-frau Schleswiger Stadtwerke

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Aus der ME2BE-Reihe „Seltene Berufe – Folge deiner Leidenschaft“

68

Elektroniker/-in für Automatisierungstechnik, Industriemechaniker/-in

Chemikant/-in, Industriekaufmann/-frau TOTAL Bitumen Deutschland GmbH

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Verwaltungsfachangestellte Stadtverwaltung Elmshorn

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Milchtechnologe/-in Osterhusumer Meierei

Junger Syrer entkommt dem Krieg und eröffnet in Kiel sein eigenes Café

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Editorial

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Impressum 5


Syster ist 16 Jahre alt und kommt von der Insel Föhr. „Zunächst fand ich die Idee, Föhr zu verlassen und auf ein dänisches Internat zu gehen, nicht so toll. Aber meine Meinung hat sich sehr schnell geändert. Nach wenigen Tagen habe ich mich bereits gut eingelebt und konnte neue Freundschaften schließen. Die Lehrer geben sich große Mühe und der Unterricht macht mir viel Spaß. Inzwischen ist mein Dänisch auch richtig gut, und ich kann mich ohne Probleme mit meinen dänischen Freunden in ihrer Muttersprache unterhalten. Nach dem Jahr an der Efterskole möchte ich in Dänemark bleiben und mein Abitur am Deutschen Gymnasium in Apenrade machen. Danach kann ich mir sehr gut vorstellen, ein Studium an einer dänischen Universität zu beginnen.“


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SCHULE

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Das Beste aus BeiDen Kulturen In der Deutschen Nachschule in Tingleff lernen und leben deutsche und dänische Schüler/-innen unter einem Dach TEXT Katharina Grzeca | FOTOS Sebastian Weimar

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an nehme die entspannte und gesellige Art der Dänen und mixe sie mit den typisch deutschen Tugenden wie Fleiß und Gründlichkeit. Dann fügt man eine gute Schulleitung und engagierte Lehrer hinzu und würzt das Ganze mit einem bunten Kursangebot. Das ist das Erfolgsrezept einer ganz besonderen Schule: der Deutschen Nachschule im süddänischen Tingleff, an der auch die deutschen Abschlüsse ESA und MSA erteilt werden. Die dänische Efterskole (auf Deutsch: Nachschule) ist eine freie Schulform für Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren. Jede Efterskole wird als Internat geführt und hat einen bestimmten fachlichen Schwerpunkt. So gibt es Efterskolen für Musik, Sport, Theater oder Kunst. Die Deutsche Nachschule Tingleff ist die einzige deutschsprachige Efterskole in ganz Dänemark, in der deutsche und dänische Schüler/-innen ein Jahr lang unter einem Dach zusammen leben und lernen. Etwa einhundert Schülerinnen und Schüler entscheiden sich jedes Jahr, die neunte oder zehnte Klasse in Tingleff zu absolvieren. Interessant ist diese Schule für Mädchen und Jungen aus Dänemark und Deutschland, die ein besonderes Interesse für die jeweils andere Sprache und Kultur mitbringen. Die Jugendlichen sollen in einem Jahr das Beste aus beiden Kulturen mitbekommen. Im Fokus stehen deswegen Spracherwerb, kultureller Austausch sowie gemeinsame Aktivitäten. Fünf Stunden in der Woche stehen Deutsch und Dänisch auf dem Stundenplan.

Beide Sprachen werden auf muttersprachlichem und fremdsprachlichem Niveau unterrichtet. Auch dänische und deutsche Kultur und Geschichte sind Teil des Unterrichtsangebotes.

Gemeinschaftlich leben und lernen Doch worin besteht das Besondere der Nachschule? „Schule soll Spaß machen. Dafür schaffen wir die richtigen Bedingungen“, erzählt Jørn Warm, seit 2006 Schulleiter der Efterskole. „Häufig kommen verzweifelte Eltern zu uns, die eine bessere Alternative für ihre Kinder suchen. Früh beginnender Fremdsprachenunterricht, Tests, Klausuren, Hausaufgaben und das Abitur nach zwölf Jahren – deutschen Schülerinnen und

Mittagessen im Speisesaal. Auf dem Speiseplan stehen ausgewogene Gerichte.

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Schülern wird mehr abverlangt als jemals zuvor. Leistungsdruck gehört für viele zum Schulalltag. Stresssymptome wie Migräne, Schlafstörungen oder Magenbeschwerden können die Folgen sein. So etwas kennt man bei uns in Dänemark nicht. Wir sind eine Schule, die sich an den heutigen Bedürfnissen von Schulkindern orientiert. Fern von Konkurrenzdenken und Leistungsdruck. Jeder bekommt die individuelle Förderung, die er braucht. Wir schaffen ein angenehmes Lernklima und geben den Schülern die Möglichkeit, ihren Neigungen entsprechend Themenschwerpunkte zu wählen.“ Auch Thies Rheinthal steht als Lehrer voll hinter der Schulform Efterskole: „Als Lehrer sind wir immer vor Ort und werden mit der Zeit zu wichtigen Bezugspersonen für die Jugendlichen. Konflikte werden bei uns schnell aus der Welt gebracht. Durch das gemeinsame Leben lernen die Schüler, Teil einer Gemeinschaft zu sein, in der jeder einzelne wichtig ist. Sie lernen zusammen, teilen sich ein Zimmer, erledigen häusliche Aufgaben wie Wäschewaschen, Küchendienst oder Putzen und gehen gemeinsam ihren Hobbys nach. Das stärkt das Gemeinschaftsgefühl und gleichzeitig auch ihr Selbstbewusstsein. In dieser Atmosphäre können sie sich auf das Wesentliche konzentrieren und ihre Leistungen verbessern“, erklärt Thies. Seit 1991 lebt und arbeitet er als Lehrer für Oben: Schulleiter Jørn Warm. Unten: Lehrer Thies Rheinthal in der Schulwerkstatt.

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Linus ist 16 Jahre alt und kommt aus Malente. „Der Schulwechsel nach Tingleff war das Beste, was ich machen konnte. Von meiner alten Schule war ich sehr frustriert und hatte die Lust am Lernen verloren. Ich wollte einfach nicht mehr nur stur den Stoff auswendig lernen, sondern ihn richtig verstehen. Hier wird man ganz anders an die Themen herangeführt. Die Lehrer gehen auf jeden Schüler ein und ermutigen uns, Neues selbstständig zu erkunden. Man hat keine Angst, etwas falsch zu machen und geht die Dinge selbstbewusster an. Mir gefällt auch, dass die Schule viel Wert auf die Vermittlung von sozialen Kompetenzen legt. Alle Aufgaben und Pflichten werden gemeinschaftlich erledigt. Einzelkämpfer gibt es hier nicht.“

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SCHULE

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Trainieren können die Jugendlichen auf den Außensportplätzen, in der Sporthalle oder im Fitnessraum.

Geographie, Mathematik, Werken, Sport und Berufsberatung in Tingleff.

Ein Fach für jedes Interesse Neben den regulären Fächern, wie z.B. Mathe, Physik, Biologie, Geografie, Englisch und Geschichte, haben die Jugendlichen Unterricht in zahlreichen Wahlfächern, den sogenannten Linien. Zur Auswahl stehen zum Beispiel Chor, Tanz, Design, Bauen, Reiten, Volleyball, Konditionstraining oder Mountainbike. Ein besonderes Ereignis ist das jährlich stattfindende Musical, für das sogar Schülergruppen aus Deutschland anreisen. Dieses Mal steht Neverland auf dem Programm. Erzählt wird die Geschichte vom fliegenden Jungen, der nicht erwachsen werden will, in einer besonderen Inszenierung. In Tingleff wird es nämlich keinen Peter, sondern eine Petra Pan geben. Gemeinsame Reisen und Ausflüge runden das bunte Programm ab.

auf Dänisch ablegen können“, berichtet der Schulleiter.

Nach einem Jahr erhalten die Schüler einen Ersten allgemeinbildenden oder Mittleren Schulabschluss. Beide Abschlüsse sind sowohl in Dänemark als auch in Deutschland anerkannt und die Schüler haben die Möglichkeit, in beiden Ländern eine Ausbildung zu beginnen. „Zahlreiche Absolventen entscheiden sich für das Deutsche Gymnasium in Apenrade – auch die aus Deutschland. In dem einen Jahr bei uns haben sie die Sprache so gut gelernt, dass sie auch das Abitur

Wer auf die Efterskole in Tingleff gehen möchte, braucht vor allem eins: Er muss es wirklich wollen. „Für unsere Schule ist es nicht wichtig, welche Noten ein Schüler mitbringt. Schulische Defizite können wir durch individuelle Förderung ausgleichen. Was wirklich zählt, ist die Motivation. Wir möchten, dass sich jeder in die Gruppe einbringt und sich an die Regeln hält. Dann wird die Zeit in Tingleff zu einem unvergesslichen Erlebnis“, meint Jørn Warm. Die Regeln in

Tingleff sind einfach: Zigaretten, Alkohol, Drogen, Sex und Mobbing sind untersagt. Ansonsten gilt: Zeige Respekt und du wirst auch mit Respekt behandelt. Das Konzept Efterskole geht auf. Fast 65 Prozent der dänischen Schüler besuchen diese besondere Schulform. Und auch immer mehr deutsche Jugendliche zieht es nach Tingleff. Und was sagen die Schülerinnen und Schüler zu ihrer Schule? Das erzählen euch Ellen, Linus, Isabella, Louie, Natasja, Lukas und Syster!

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Lukas ist 17 Jahre alt und kommt aus Niebüll. „Jeder Tag beginnt bei uns mit einem gemeinsamen Frühstück von 8.00 bis 8.30 Uhr. Danach geht es mit Motion weiter. Dabei kann man sich aussuchen, ob man an der Lauf- oder Fitness-Motion teilnehmen möchte oder lieber Yoga macht. In der Motion geht es hauptsächlich darum, den Körper in Gang zu bringen und das Gehirn fit für den Tag zu machen. Unterrichtsbeginn ist um 9.20 Uhr. Im Gegensatz zu deutschen Schulen wird bei uns fast nur am Computer gearbeitet. Jeder Schüler kann zum Beispiel seinen Wochenplan und die Hausaufgaben über das Intranet einsehen und bearbeiten. Klausuren und Abschlussprüfungen werden ebenfalls digital durchgeführt. Das macht den Schulalltag um vieles einfacher. An zwei bis drei Nachmittagen finden noch sogenannte Linien statt. Das sind Fächer, die jeder selbst wählen kann. Da ich gerne Sport mache, habe ich mich für Fußball, Konditionstraining und Ultimate Frisbee entschieden.“

Isabella ist 16 Jahre alt und ist in Bayern aufgewachsen. Geboren wurde sie in Dänemark. „Auf meiner Schule in Bayern war alles sehr streng, und ich hatte das Gefühl, dass sich die Lehrer nicht wirklich für uns Schüler interessierten. An der Efterskole in Tingleff ist das ganz anders. Wir duzen jeden – auch unseren Schulleiter und unsere Lehrer. Das war am Anfang ein wenig seltsam, aber man gewöhnt sich schnell daran. Es entsteht eine sehr angenehme Atmosphäre, wenn sich Schüler und Lehrer sich auf Augenhöhe begegnen können. Tritt ein Problem auf oder verstehen wir etwas nicht, können wir immer zu unseren Lehrern gehen. Sie helfen uns auch bei Themen, die nicht den Unterricht betreffen. Sie setzen sich für uns ein und sind wirklich daran interessiert, dass es uns gut geht. Wir lernen auch anders, arbeiten oft in Gruppen und versuchen stets, alle einzubeziehen. Das gilt auch außerhalb der Klassenzimmer. Auf der Schule gibt es keine Cliquen, jeder redet mit jedem und keiner wird ausgeschlossen. Das gefällt mir sehr.“

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Ellen ist 16 und kommt aus München. „Meine Mutter kommt aus Kopenhagen, und ich bin mit vielen dänischen Traditionen groß geworden. Als ich immer unglücklicher an meiner alten Schule wurde und diese schließlich verlassen wollte, erzählte sie mir von den dänischen Efterskolen. Die Schulen sind bei dänischen Jugendlichen sehr beliebt, und ich entschied mich, mir selbst ein Bild zu machen. Außerdem wollte ich mehr über die dänische Kultur erfahren und meine Sprachkenntnisse verbessern. Nach dem ersten Besuch in Tingleff stand für mich fest: Da möchte ich hin! An dieser Schule geht es nicht nur darum, Schülern den Schulstoff zu vermitteln. Wir werden auch auf das spätere Leben vorbereitet, indem wir lernen, Verantwortung für uns, unsere Kameraden und unser Umfeld zu übernehmen. Alle gehen sehr respektvoll und freundlich miteinander um. Die Atmosphäre ist fast schon familiär. Auch das Kursangebot ist riesig. Egal ob jemand sich für Sport, Musik, Kunst, Tanz, Handwerk oder Kochen interessiert, er wird bestimmt das Passende finden.“

Louie ist 15 Jahre alt und kommt aus Berlin. „Ich bin bereits das zweite Jahr in Tingleff. Zuerst habe ich die neunte Klasse hier verbracht und meinen Ersten allgemeinbildenden Schulabschluss gemacht. Das Jahr hat mir richtig gut gefallen. Zurück in Berlin gefiel es mir dort gar nicht, deswegen bin ich wieder an der Efterskole in Tingleff und mache nun auch meinen Mittleren Schulabschluss hier. Besonders gefällt mir der Mix der Kulturen. Da meine Mutter Dänin ist, kenne ich diese entspannte und offene Art, an Dinge heranzutreten, schon von zu Hause. Gleichzeitig verbessere ich meine Dänischkenntnisse erheblich. Früher konnte ich die Sprache nur sprechen, jetzt kann ich sie auch lesen und schreiben. Ein weiterer Vorteil ist das breite Angebot der Efterskole. Ich singe zum Beispiel im Chor und spiele auch im Musical mit. Jedes Jahr führen wir ein anderes Musical auf, und es hat mir schon im letzten Jahr viel Spaß bereitet, daran mitzuwirken. Zusätzlich bin ich noch in der Koch-Linie. Wir bereiten süße Snacks und Kuchen für die Schüler und Lehrer zu.“

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Natasja ist 16 Jahre alt und kommt aus Odense von der dänischen Insel Fünen. „Die Schule gefällt mir sehr gut. Am besten finde ich, dass wir als Schüler eine Gemeinschaft sind. Deutsche und dänische Schüler leben, lernen und kochen zusammen. Wir machen gemeinsam Sport und verbringen unsere Freizeit miteinander. Gleichzeitig erlernen wir eine weitere Sprache. Mein Deutsch wird stetig besser. Auch das Verhältnis zu den Lehrern ist klasse. Es ist viel persönlicher als an normalen Schulen. Eine Besonderheit ist unser alljährliches Musical. Dieses Mal führen wir Neverland auf. Das ist die Geschichte um Peter Pan und ich spiele die Fee Tinker Bell.“

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„Wir lehren und lernen hier in einer sehr angenehmen, beinahe familiären Atmosphäre und genießen ein hervorragendes Miteinander.“ (Jürgen Christ)

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FOTO, FUTURE & DESIGN Spannende Ausbildungsmöglichkeiten an der Fotoschule Kiel TEXT Christian Dorbandt | FOTOS Sebastian Weimar

Fachhochschulreife

Wer eignet sich für Ihre kreativen Ausbildungsangebote? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein? Für die Ausbildung Designer/-in ist der Mittlere Schulabschluss erforderlich, für die dualen Ausbildungsberufe natürlich ein Ausbildungsvertrag mit einem Lehrbetrieb. Was Kenntnisse und Fähigkeiten betrifft, setzen wir nicht viel voraus. Im Gegenteil: Wir leben eine Ermöglichungskultur! Es ist uns ein Anliegen, dass auch Jugendliche ohne starken finanziellen Background, die zum Beispiel noch keine eigene Kamera besitzen, eine Chance auf unsere Qualitätsausbildung erhalten. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer unserer Kurse können unsere Austattung kostenfrei nutzen und sich für ihre Projekte jederzeit Kameras und Equipment ausleihen. Meines Erachtens sollten sich grundsätzlich medienaffine Schülerinnen und Schüler angesprochen fühlen, die Interesse an Gestaltung und Spaß am Lernen haben … und eine Portion Kreativität mitbringen.

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Das hört man tatsächlich oft. Die Fotoschule Kiel genießt offenbar einen guten Ruf, weit über die Grenzen Kiels und Schleswig-Holsteins hinaus. Wie viele Schülerinnen, Schüler und Azubis bilden Sie zurzeit aus? An unserer Landesberufsschule Photo+Medien unterrichten wir in mehrwöchigem Blockunterricht rund 50 angehende Fotografinnen und Fotografen aus allen drei Ausbildungsjahren, ebenso viele Fotomedienfachleute sowie rund 85 Schülerinnen und Schüler, die bei uns drei Jahre lang eine schulische Ausbildung zum staatlich geprüften Designer bzw. zur Designerin mit dem Schwerpunkt Fotografie absolvieren

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Fotografen, Designer, welche berufliche Perspektiven haben Ihre Auszubildenden? Fotomedienfachleute absolvieren die betriebliche Ausbildung in der Regel im Fotofachhandel und bereiten sich auf eine Beschäftigung im medientechnischen oder kaufmännischen Bereich vor, zum Beispiel

Wie würden Sie die Atmosphäre in Ihrer Schule beschreiben? Wir lehren und lernen in einer sehr angenehmen, beinahe familiären Atmosphäre und genießen ein hervorragendes Miteinander. Als Außenstelle des RBZ Wirtschaft Kiel genießen wir, vor allem in personeller Hinsicht, die Sicherheit, in den ‚Mutterkonzern‘ unseres RBZ eingebunden zu sein. Außerdem bieten unsere überschaubaren Räumlichkeiten die Fokussierung auf Fotografie und Medien und somit hervorragende Voraussetzungen für konzentriertes und individuelles Lernen und Arbeiten. Die Arbeitsatmosphäre ist von gegenseitiger Wertschätzung geprägt und wir Lehrkräfte bekommen viele Anregungen von den Auszubildenden und Schülern.

und nebenbei erwerben.

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ME2BE: Hallo, Herr Christ. Wir sind auf der Suche nach kreativen Berufen. Würden Sie Ihre eigene Tätigkeit als kreativ beschrieben und bereitet Ihnen die Arbeit Freude? Jürgen Christ: Beide Fragen kann ich mit Ja beantworten! Die Leitung der Fotoschule bedeutet, täglich positiv herausgefordert zu sein und immer wieder neue Lösungen zu finden. Auch der Unterricht erfordert ein hohes Maß an Flexibilität und Kreativität von allen Lehrkräften. Aber wir unterrichten alle mit großer Freude und mit viel Herzblut.

im Vertrieb oder Verkauf von fototechnischen Produkten und Dienstleistungen. Fotografen erlernen das fachspezifische Handwerk der Fotografie und steuern auf eine angestellte oder selbständige Beschäftigung als Fotograf/-in zu. Unsere Designerinnen und Designer haben im Anschluss an die schulische Ausbildung die Möglichkeit, zu studieren oder als Assistenten bei Fotografen, Designern oder in anderen Unternehmen der Medienbranche zu arbeiten.

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iele Schülerinnen und Schüler möchten einen kreativen Beruf erlernen oder etwas Kreatives studieren. Wie wäre es beispielsweise mit einer fotografischen Ausbildung? Immerhin fotografieren Jugendliche täglich mit dem Smartphone, gestalten Posts und Pictures auf Facebook, Instagram und Snapchat und wachsen wie selbstverständlich mit YouTube-Bewegtbildern auf. Nicht die schlechtesten Voraussetzungen für die Berufsausbildungen „Fotograf/-in“, „Fotomedienfachfrau/-mann“ oder für die schulische Ausbildung „Designer/-in“ mit Schwerpunkt Fotografie. Ein berühmter Ort im Norden, an dem diese kreativen Aus- und Weiterbildungen stattfinden, ist die Fotoschule Kiel mit der Landesberufsschule Photo+Medien und der Berufsfachschule für Design. Vom Leiter der Fotoschule Jürgen Christ wollten wir wissen, was das Besondere am Standort in der Kieler Feldstraße ist.

Die Fotoschule Kiel bietet folgende Ausbildungen an: Fotograf/Fotografin Fotomedienfachfrau /-mann Designer/-in (Schwerpunkt Fotografie) Landesberufsschule Photo+Medien Berufsfachschule für Design Kiel Feldstraße 9-11 24105 Kiel T. (0431) 57 97 523 www.lbs-photo.de 17


„Eine tolle Erfahrung war das dreiwöchige Pflichtpraktikum, das ich bei einem Fotografen in England absolviert habe.“

Wohnort Raisdorf Schule Lilly-Martius Schule Schulabschluss Mittlerer Schulabschluss Gute Location Kieler Förde Hobby Fotografieren, Tennis Schulische Ausbildung Designerin (Schwerpunkt Fotografie)

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Amira Preuß, 18 „Ich bin Amira und befinde mich im zweiten Jahr meiner schulischen Ausbildung zur Designerin an der Berufsfachschule für Design in Kiel. Zum ersten Mal hatte ich von dieser Weiterbildung auf einer Berufsmesse gehört, doch aufgrund der begrenzten Anzahl von Plätzen hatte ich mir eigentlich wenig Chancen ausgerechnet. Ich bin immer noch froh, dass ich mich am Ende doch durchsetzen konnte! Außer der schriftlichen Bewerbung gab es zwei Bewerbungsaufgaben: die Auswahl einer mich persönlich ansprechenden Werbeanzeige und die Produktion eines SchwarzWeiß-Fotos zum Thema „Wasserflasche“. Zunächst habe ich eine Flaschenpost präpariert, bin dann an den Strand gefahren, habe sie dort mit Steinen und Muscheln im Wasser platziert und anschließend fotografiert. Ich glaube, dass meine Entscheidung, weiter zur Schule zu gehen, richtig ist. Der Unterricht besteht aus vielen spannenden Fächern, wie zum Beispiel Medientechnik, Foto- sowie Grafikdesign. Besonders die familiäre Atmosphäre an der Schule empfinde ich als angenehm. Eine tolle Erfahrung war auch das dreiwöchige Pflichtpraktikum, das ich bei einem Fotografen in England absolviert habe. Die schulische Designer-Ausbildung kann ich uneingeschränkt empfehlen. Was man mitbringen muss? Offenheit, Neugier, Lernbereitschaft und eine gewisse Portion Kreativität!“


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„Ich war nie ein motivierter Schüler … bis ich an diese Schule kam!“

Wohnort Essen Schule Schlossgymnsium Düsseldorf Schulabschluss Fachabitur Ausbildungsbetrieb Leistenschneider, Düsseldorf Gute Location Kieler Förde Duale Ausbildung Fotomedienfachmann

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Sebastian Dykta, 26 „Hey, ich heiße Sebastian, bin 26 Jahre alt und absolviere im dritten Lehrjahr eine kaufmännische Ausbildung zum Fotomedienfachmann in Düsseldorf. Meine betriebliche Ausbildung erfolgt in einem Fotofachgeschäft in der Düsseldorfer Innenstadt. Dort arbeite ich im Verkauf und in der Kundenberatung. Der theoretische Unterricht findet in sechswöchigen Blöcken an der Landesberufsschule Photo+Medien in Kiel statt und ist ein guter Mix aus Fotografie, Video, Bildbearbeitung, Technik und Equipment. Auch wenn der Berufsschulunterricht weit von meinem Wohnort entfernt liegt – Kiel ist genial! Bei uns heißt es immer: Die Kieler Schulblöcke fühlen sich so an, wie eine etwas zu lange Klassenfahrt! Das liegt auch daran, dass ich mir hier im angeschlossenen Wohntrakt ein Zimmer mit zwei anderen Auszubildenden teile. Das ist übrigens überraschend gemütlich! Was mich aber am meisten begeistert, sind unsere Lehrerinnen und Lehrer. Sie schaffen es, den Stoff auf interessante und angenehme Art und Weise so zu vermitteln, dass es sich eher wie ein gutes Gespräch anfühlt. Ich war nie ein motivierter Schüler … bis ich an diese Schule kam!“

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„Wer Interesse an einer Fotografie-Ausbildung hat, braucht vor mangelnder Erfahrung keine Angst zu haben.“

Wohnort Ahrensbök Schule Berufliche Schule Bad Schwartau Schulabschluss Mittlerer Schulabschluss Ausbildungsbetrieb Fotowerker Ganzer & Berg, Lübeck Gute Location „Subzero“ in Kiel Duale Ausbildung Fotografin

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Jana Piontek, 18 „Ich heiße Jana und absolviere eine Ausbildung zur Fotografin. Mein Ausbildungsbetrieb ist die Firma ‚Fotowerker Ganzer & Berg‘ in Lübeck. Der Berufsschulunterricht findet in geblockter Form, mehrmals im Jahr, hier an der Landesberufsschule in Kiel statt. Den Tipp zu einem Praktikum bei einem Fotografen erhielt ich durch einen Test bei der Agentur für Arbeit. Bereits die ersten Eindrücke haben mich überzeugt, so dass ich mich um einen Ausbildungsplatz beworben habe. Mir liegt sowohl das kreative Arbeiten als auch auch der permanante Wechsel zwischen selbständiger Arbeit im Studio oder am Bildschirm und der Zusammenarbeit mit Kunden. In der Ausbildung beschäftigen wir uns nicht nur mit Fotografie, sondern auch mit Grafikdesign und Medientechnik. Der Unterricht in Kiel macht übrigens großen Spaß und ist unglaublich interessant. Ich habe in kürzester Zeit sehr viel gelernt und merke täglich, dass meine Berufsentscheidung richtig war, obwohl ich vorher mit Fotografie nicht viel zu tun hatte. Wer Interesse an dieser Ausbildung hat, braucht wegen mangelnder Erfahrung keine Angst zu haben. Ich besitze beispielsweise noch keine eigene Kamera, kann mir aber an der Schule jederzeit eine Ausrüstung ausleihen!“


Zukunft Steuern

Ausbildung zum Finanzwirt/ zur Finanzwirtin

Duales Studium zum Diplom-Finanzwirt/ zur Diplom-Finanzwirtin

Ausbildungsdauer: 2 Jahre

Ausbildungsdauer: 3 Jahre

Einstellungsvoraussetzungen: • Mittlerer Schulabschluss oder gleichwertig anerkannter Bildungsstand • EU-Staatsangehörigkeit

Einstellungsvoraussetzungen: • Abitur oder Fachhochschulreife • EU-Staatsangehörigkeit

Die Bewerbung geht an das Finanzamt für deinen Wohnsitz oder ein anderes Finanzamt deiner Wahl. www.schleswig-holstein.de/ausbildung

Die Bewerbung geht an das Finanzamt für deinen Wohnsitz oder ein anderes Finanzamt deiner Wahl. www.fhvd.de


Zwischen Mensch und Arbeit Im Gespräch mit Christian Groborsch, Pressesprecher der Agentur für Arbeit in Flensburg. TEXT Christian Dorbandt | FOTOS Fotostudio Renard

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lensburg beheimatet Deutschlands nördlichste Universität, die nördlichste Fachhochschule, die nördlichste Brauerei, den nördlichsten Profi-Handballverein und … die nördlichste Dienststelle der Agentur für Arbeit. In deren Zuständigkeit arbeiten zurzeit rund 157.000 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Permanent treten junge Arbeitskräfte in den Arbeitsmarkt ein, während ältere Leute denselben in Richtung Ruhestand verlassen. Die staatliche Arbeitsagentur gleicht einem Bahnhof: Es herrscht ein ständiges Kommen und Gehen. Im Gespräch mit ME2BE-Redakteur Chris spricht Pressesprecher Christian Groborsch über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Arbeit und verrät, was er heute anders machen würde, wenn er noch mal Schüler wäre. ME2BE: Moin, Herr Groborsch. Wissen Sie eigentlich, dass wir Kollegen sind? Wir 22

von ME2BE verstehen uns – ähnlich wie die Agentur für Arbeit – als Vermittler zwischen Schule und Wirtschaft und kommunizieren täglich mit Schülerinnen und Schülern, Azubis und Studierenden, Ausbildern, Profs, Eltern und Lehrern. Empfinden Sie uns eigentlich als Konkurrenz? Groborsch: Überhaupt nicht. Die Agentur für Arbeit verfolgt das Ziel, Menschen in Ausbildung und Arbeit zu bringen, optimal über individuelle Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt zu informieren, und versteht die Informationsangebote von ME2BE nicht als Konkurrenz, sondern als wertvolle Unterstützung.

Wir treffen Sie und Ihre Arbeitsvermittlerinnen und -vermittler in den Schulen und auf Berufsorientierungsmessen. Wie beurteilen Sie das Thema Berufsorientierung? Was sind Ihre Beobachtungen? Zwei Dinge stelle ich fest: 1.) Sowohl die Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt als auch die Angebote zur Berufsorientierung haben sich im Verlauf der letzten vierzig Jahre grundlegend verändert. 2.) Schülerinnen und Schüler, auch mein eigener Sohn, stolpern heute oft genauso blauäugig ins Berufsleben wie ich damals. Daraus resultiert, dass sich junge Menschen grundsätzlich zu wenig mit ihrer beruflichen Zukunft beschäftigen. Dabei ist die Situation für Jugendliche heute beinahe ideal. Zu meiner Schulzeit konnten sich Betriebe die besten Auszubildenden aussuchen. Heute ist es umgekehrt. Schulabgänger haben die freie Auswahl an Ausbildungsplätzen. Aufgrund der hohen Durchlässigkeit des Bildungssystems können Schüler theoretisch


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Es ist Aufgabe der Agentur für Arbeit, Menschen in Arbeit zu vermitteln. Muss

Danke, Herr Groborsch, zum Schluss noch eine persönliche Frage. Angenommen, Sie wären noch einmal 15 Jahre alt. Würden Sie mit Ihrem heutigen Wissen andere Berufsentscheidungen treffen? Gute Frage. Vor allem würde ich sofort meine schulischen Leistungen verbessern. Im Nachhinein hätte ich mir mit besseren Noten mein Weiterkommen erleichtern und viel Zeit sparen können!

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Wie haben Sie die Ausbildunsgszeit erlebt? Ich erinnere mich noch genau an die ersten drei Monate. Am ersten Tag drückte man mir einen Zimmermannshammer in die Hand und trug mir auf, alle Nägel aus einem riesigen Berg Bretter herauszuziehen. Nach ein paar Wochen ging ich zu meinem Meister und sagte: „Ich hab die Faxen dicke! Ich möchte Maurer werden und nicht Zimmerer.“ Daraufhin erhielt ich eine Kelle, Steine und Zement und konnte endlich anfangen zu mauern. Das war klasse. Draußen zu arbeiten lag mir – natürlich lieber bei Sonnenschein als bei Sturm und Kälte. Ich war körperlich fit, brauchte nie ins Fitnesstudio, war braun gebrannt und verdiente schon damals richtig gutes Geld! Und das ist übrigens heute noch so! Verändert haben sich die Dinge nur zum Positiven: Im modernen Handwerk muss niemand mehr 50 Kilo schwere Zementsäcke tragen oder stundenlang Steine schlagen.

es deshalb nicht ihr Ziel sein, sich irgendwann selbst abzuschaffen? Solange wir ein Sozialversicherungssystem haben, wird das nicht passieren. Wir schaffen uns nicht ab, sondern passen uns an. Das große Thema heißt: ‚Lebenslange Berufsbegleitung‘. Bürgerinnen und Bürger können ein Leben lang von uns beruflich betreut werden. Deshalb halten wir auch Schritt mit der Digitalisierung und bauen unseren e-Service aus. Schon heute können sich Arbeitsuchende elektronisch mit uns in Verbindung setzen und digital kommunizieren, sich online einloggen oder ihr Onlineprofil selbst pflegen.

„Aufgrund der hohen Durchlässigkeit des Bildungssystems können Schüler theoretisch sogar ohne anfänglichen Schulabschluss studieren.“

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Wie haben Sie persönlich den Weg ins Berufsleben gefunden? Mein Weg verlief nicht straight, sondern kurvenartig. Ich verließ nach der 9. Klasse meine Schule in Nordrhein-Westfalen mit dem Hauptschulabschluss und wusste nur eines: Ich wollte gern körperlich arbeiten, aber auf keinen Fall in der Gärtnerei meiner Eltern! Deshalb entschied ich mich für eine Ausbildung zum Maurer. Ich finde heute noch, dass es ein toller Beruf mit guten Perspektiven ist und wünsche mir generell viel mehr Interesse am Handwerk. Nach der Lehre arbeitete ich einige Jahre als Geselle, bis mich die Bundeswehr nach Schleswig beorderte. Großartig! Ich wollte sowieso immer in den Norden ziehen. Das Maurerhandwerk konnte ich dort leider nicht ausüben, deshalb nutzte ich die Fortbildungsmaßnahmen und erwarb unter anderem den Titel des Straßenbaumeisters. Nach Ende meiner Dienstzeit tauschte ich endgültig die Kelle gegen den Stift, absolvierte an der Abendschule meine Fachhochschulreife und legte anschließend die Prüfung zum staatlich geprüften Bautechniker ab. Es folgte eine spannende Zeit als Vertriebsmanager und Organisationsleiter für ein Franchiseunternehmen in der Bauwirtschaft, ehe ich zur Agentur für Arbeit in Flensburg als Arbeitsvermittler im Arbeitgeberservice wechselte. Eine Neuorientierung ermöglichte mir vor

drei Jahren das Amt des Pressesprechers zu übernehmen. Und diese Arbeit gefällt mir so gut, dass ich mir nichts Besseres vorstellen kann!

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sogar ohne anfänglichen Schulabschluss studieren. Mein Tipp für junge Leute lautet daher: Beschäftigt euch rechtzeitig mit euren Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt und euren Neigungen. Jedes Jahr gibt es sechs Wochen Sommerferien. Genug Zeit, um einige Tage mit freiwilligen Praktika zu verbringen.

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Agentur für Arbeit Flensburg Waldstraße 2 24939 Flensburg Tel: 0800 4 5555 00 www.arbeitsagentur.de 23


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Was kannst du? Elektroprofi, Lebensretter, Zahlenfreund – zeige was du kannst und bewerbe dich um eine Ausbildungsstelle an den Westkßstenkliniken. Entdecke unsere 12 Ausbildungsberufe auf:

www.wir-kĂśnnen-karriere.de 25


„Dynamisch unD innovativ unterwegs“ Wirtschafts- und Arbeitsminister Bernd Buchholz über Zukunftschancen im ChemCoast Park, gut bezahlte Industriejobs und Karrierewege für Jugendliche TEXT Joachim Welding | ILLUSTRATION Sascha Düvel | FOTO Wirtschaftsministerium SH

ME2BE: Warum ist der ChemCoast Park in Brunsbüttel so wichtig als Industriestandort für Schleswig-Holstein? Bernd Buchholz: Unter anderem, weil an diesem Park 12.500 direkte und indirekte Arbeitsplätze hängen – davon allein 4000 in Brunsbüttel selbst. Das ist für die ansonsten eher strukturschwache Westküste ein riesiges Pfund. Zudem besitzt der ChemCoast Park eine einzigartige logistische Lage direkt an der Elbe und verfügt damit gleichermaßen über eine große Nähe zur Metropole Hamburg und durch den Nord-Ostsee-Kanal über eine enge Verbindung nach Skandinavien, 26

ins Baltikum und nach Russland. Außerdem bietet eine erschlossene Fläche von 450 Hektar als Industriegebiet genügend Raum für Wachstum. Wie wird der Hafen in Brunsbüttel wachsen? Wenn man sich allein die Zahlen der Schramm-Group in den letzten Jahren anschaut, dann dürfte der Hafen vor allem stetig wachsen. Zur „Hafen-Familie“ der Schramms zählen inzwischen ja auch Kaianlagen in Glückstadt, Rendsburg, Hamburg und Schweden. Großes Wachstumspotenzial

sehe ich weiterhin einerseits im „Klassiker“ Massengut, aber auch rund um das Thema saubere Energie – man denke nur an die Vorplanungen des niederländischen Konzerns Gasunie für den ersten deutschen LNG-Terminal. Warum gelten die vielen großen Betriebe im ChemCoast Park als “Jobmotor” für die Westküste? Weil hier unzählige Firmen enorm dynamisch und innovativ unterwegs sind. Man denke nur an die jüngst in Betrieb genommene größte Produktionslinie für


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den Diesel-Zusatz AdBlue des norwegischen Konzerns Yara oder die regelmäßigen Millionen-Investitionen des südafrikanischen Energie- und Chemieriesen Sasol in den Standort. Auch die Spedition Kruse behauptet sich hervorragend im Wettbewerb, investiert in Modernisierung und Erweiterung – alles das bietet ausgezeichnete Perspektiven für sichere und gut bezahlte Industriearbeitsplätze. Was passiert, damit der Standort in Zukunft attraktiv für Unternehmen und Arbeitsplätze bleibt? Die Firmen tragen bereits durch ihre Investitionen eine Menge bei; parallel dazu sorgt die Landesregierung mit ihrer Industriepolitik dafür, dass weitere Pflöcke – Beispiel LNG-Terminal – eingeschlagen werden können. Weitere wichtige Themen sind aber auch die erneuerbaren Energien sowie die Raffinerie in Hemmingstedt als Hotspot für Wasserstoff mit der Fachhochschule Westküste als wissenschaftlichem Partner. Was bedeutet das für die Ausbildungschancen für Schulabgänger? Dass es sich für jeden Schulabgänger lohnt, sich hier einmal umzusehen. Ob Brunsbüttel-Ports, Covestro, Sasol, Yara und, und, und. Jugendliche sollten sich für die gewerblich-technischen Ausbildungsberufe dieser

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Betriebe interessieren und öffnen, indem sie einfach auf die ChemCoastPark-Homepage gehen und die Seite „Jobs“ anklicken. Warum ist eine gute duale Ausbildung im Unternehmen und in der Berufsschule so wichtig für junge Leute? Weil diese Ausbildung ein Erfolgsmodell ist, das äußerst zuverlässig auf das Berufsleben vorbereitet und um das wir in allen anderen Ländern sehr beneidet werden. Durch Projekte, wie etwa die Lehrlingsbaustellen, unterstützt die Landesregierung auch diesen Karriereweg und verfolgt stets den praxisorientierten Ansatz: ganz nah dran an den jungen Menschen. Welche Tipps würden Sie Schülern der 9. und 10. Klassen geben, die nach dem Traumjob und dem richtigen Ausbildungsplatz suchen? Vor allem, sich rechtzeitig schlau zu machen – idealerweise über ein Praktikum – und dann eine der sieben landesweiten Jugendberufsagenturen der Kommunen aufzusuchen und sich beraten zu lassen. Außerdem gibt es Produktionsschulen für junge Menschen unter 25 Jahren, die aufgrund ihrer persönlichen Situation und fehlender Basiskompetenzen Probleme auf dem Arbeitsmarkt haben.

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inDustrie-Perlen zwischen elbe unD Kanal ChemCoast Park Brunsbüttel trimmt seine Weltfirmen auf Zukunftskurs TEXT Joachim Welding | ILLUSTRATION Sascha Düvel

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enau da, wo Nord-Ostsee-Kanal und Elbe an der Nordseeküste aufeinandertreffen, liegt das größte Industriegebiet Schleswig-Holsteins: Im ChemcoastPark Brunsbüttel haben Weltunternehmen ihren Produktionssitz; gleich drei Häfen sorgen für den Nachschub. Gut für Jobs und Ausbildungsplätze: Junge Leute werden dringend gesucht. Kenner lieben ihn, den Blick von der Hochbrücke über den Nord-Ostsee-Kanal bei Nacht, wenn das ganze Industriegebiet mit tausenden Lichtern funkelt und im Hintergrund beleuchtete Schiffe vorbeiziehen. Die 2000 Hektar große Fläche gilt als Puls wachsender Märkte: Zwischen Hamburg und Sylt gelegen verbinden sich in Brunsbüttel Erholung mit High-Tech und großzügigen Wirtschaftsflächen. Wo die Containerschiffe, Tanker und Kreuzfahrer in die Schleusen einlaufen, hat sich innerhalb von knapp 40 Jahren ein leistungsstarkes Industriegebiet in der Metropolregion Hamburg, dem „Tor zur Welt“, entwickelt. Viele der rund 20 Top-Unternehmen produzieren oder veredeln Spezialprodukte im Bereich der Chemie- und Mineralölindustrie. Auch Energieerzeuger und Logistiker haben sich hier angesiedelt. Sie produzieren überaus erfolgreich: DEA (Ölförderung), Covestro Deutschland (früher Bayer MaterialScience, Grundstoffproduktion für Schaumstoffe), Bioenergie Brunsbüttel Contracting (Biomasse-Heizkraftwerk), Holcim (Baustoffproduktion), Sasol (Grundstoffproduktion für Kosmetika und Medikamente), Total (Ölverarbeitung), Raffinerie Heide (Ölverarbeitung), Yara (Chemieproduktion). Von Schleswig-Holstein aus beliefern diese Unternehmen ihre Märkte rund um den Globus.

Bei Total Bitumen arbeiten etwa 150 Beschäftigte in der größten Raffinerieanlage zur Herstellung von Bitumenprodukten – diese werden etwa bei der Dacheindeckung von Häusern oder beim Straßenbau gebraucht. Gleich vier verschiedene Berufsausbildungen bietet das Weltunternehmen (93.000 Mitarbeiter!) an: Industriekaufmann/ -frau, Chemielaborant/ -in, Chemikant/ -in sowie Baustoffprüfer/ -in. Neben dem verkehrsgünstigen Standort am Knotenpunkt von Elbe, Nordsee und Nord-Ostsee-Kanal kann der ChemCoast Park mit einer voll ausgebauten Infrastruktur punkten: Der mit drei Häfen ausgestattete Industriepark ist ans Schienen- und Fernstraßennetz angebunden; die Betriebe können vor Ort Dienstleistungen nutzen – vom Brand- und Werkschutz über einen Logistik-Verbund bis zur Analytik. Die wirtschaftliche Stärke des Standortes sichert Arbeitsplätze: Die Unternehmen selbst beschäftigen etwa 4.000 Mitarbeiter. Zulieferer und andere Betriebe, die von den Global Playern profitieren, haben weitere 12.500 Jobs geschaffen. Und sie suchen laufend Nachwuchskräfte in 26 Ausbildungsberufen und Studiengängen. Wie positiv sich der Traditionsstandort entwickelt, zeigen beispielhaft die drei Brunsbütteler Häfen, die jährlich rund 13 Millionen Tonnen Ladung umschlagen. Der Elbehafen etwa kann bis zu 350 Meter lange Schiffe abfertigen, er kann Waren aller Art, darunter Öl und Flüssiggas übernehmen, und sie am Terminal auf Züge, Laster oder andere Schiffe verladen. „Investitionen von über 20 Millionen Euro in unsere Häfen sind ein klares Bekenntnis unserer Unternehmensgruppe für den Standort“, betont Frank Schnabel, Geschäftsführer der Brunsbüttel

Ports. Aktuell stellt das Unternehmen 50 neue Mitarbeiter ein. Ganz besonders die Ausbildung junger Menschen stehe weiterhin im Vordergrund bei der Personaleinstellung. Brunsbüttel Ports bildet den eigenen Nachwuchs in über zehn Berufen aus. „Um unserem nachhaltigen Wachstum gerecht werden zu können, bieten wir allen engagierten Auszubildenden gute Übernahmechancen – und wir suchen noch einige Auszubildende für 2018“, sagt Schnabel. In den letzten Jahren habe insbesondere die Windenergie in Norddeutschland einen Boom erfahren, der auch im Hafen zu spüren sei. Immer mehr Bauteile der Windenergiebranche werden hier umgeschlagen. „Deshalb haben wir unsere Hafenfläche deutlich vergrößert“, erläutert Schnabel. Mit dem geplanten Terminal für Flüssiggas sollen Investitionen von 400 Millionen Euro nach Brunsbüttel fließen – und so viele neue Arbeitsplätze schaffen. Auch andere Firmen investieren kräftig: Der seit 1964 in Brunsbüttel ansässige Chemieproduzent Sasol, der unter anderem Grundstoffe für Kosmetik herstellt, baute die Laboranlagen und die Feuerwehr aus. Die Raffinerie Heide erweiterte ihr Tanklager, und die Spedition F.A.Kruse schaffte für den boomenden Markt Logistikflächen für Windenergie. Das Norderstedter Chemieunternehmen Schülke & Mayr baut für 20 Millionen Euro eine neue Fabrik. Als „absolut positiv“ wertet Brunsbüttel-Ports-Chef Schnabel die Zukunftsfähigkeit des Industriegebietes: „Der ChemCoast Park Brunsbüttel wird zurecht als industrielle Perle bezeichnet.“ Seinen Lieblingsort im ChemCoast Park hat Schnabel längst gefunden: „Mein Büro! Von hier aus habe ich einen wundervollen Blick auf die Elbe und kann 29


„arbeiten, wo anDere urlaub machen“ Brunsbüttels Bürgermeister Stefan Mohrdieck über die hohe Lebensqualität, Zukunftschancen für junge Leute und die Ausbildung in der Stadtverwaltung TEXT Joachim Welding | FOTO Michael Ruff | ILLUSTRATION Sascha Düvel

in den Standort Brunsbüttel und benötigen daher auch immer wieder Nachwuchskräfte, die dann eine gute Chance haben, einen attraktiven und sicheren Arbeitsplatz zu bekommen.

ME2BE: Was sagen Sie jungen Leuten, die nach Brunsbüttel kommen und fragen: Wenn ich im ChemCoast Park eine Ausbildung beginne – was kann ich in der Stadt eigentlich in meiner Freizeit erleben? Stefan Mohrdieck: In unserer Stadt gibt es sehr viele Möglichkeiten, seine Freizeit zu gestalten. Man kann Mitglied in einem der zahlreichen Vereine werden und deren Angebote nutzen, etwa im Bereich Sport und Kultur. Wir betreiben ein Freizeithallenbad mit einer Saunalandschaft. Das Elbeforum bietet für jeden Geschmack ein großes Angebot an Konzerten und Theateraufführungen. Außerdem haben wir ein Kino, ein Heimatmuseum, ein Mehrgenerationenhaus, eine sehr gute Volkshochschule sowie eine Stadtbücherei. Man kann aber einfach auch nur die vielen Grünanlagen in der Stadt oder an Elbe und Kanal genießen und spazieren gehen, joggen, skaten oder Rad fahren. 30

Würden Sie also sagen, Brunsbüttel hat durchaus Charme für den Nachwuchs? Ja, das denke ich schon. Welche Bedeutung hat der ChemCoast Park mit seinen starken Industriebetrieben als Ausbildungsmotor für die Region? Der ChemCoastPark bildet in jedem Jahr eine sehr große Zahl von jungen Menschen aus und hat damit eine herausragende, überregionale Bedeutung für den Ausbildungsmarkt. Wenn Azubis nach ihrer Ausbildung hier bleiben wollen: Wie gut sind die beruflichen Chancen? Die Chancen, nach der Ausbildung übernommen zu werden, sind sehr gut, sofern der Abschluss entsprechend erfolgreich geschafft worden ist. Die Betriebe investieren gerade in den letzten Jahren sehr stark

Wer vielleicht irgendwann hier im Südwesten Schleswig-Holsteins eine Familie gründen will: Würden Sie ihm oder ihr dazu raten? Ja, dazu kann ich nur raten. Dort zu arbeiten, wo andere Urlaub machen, ist eine interessante Perspektive. Gerade in Brunsbüttel gibt es sehr gute Bedingungen für junge Familien. Die Stadt hat in den letzten Jahren erheblich in die Qualität der Bildungseinrichtungen investiert, von der Kita bis zum Gymnasium. Daneben bieten wir alles, was Familien zum Leben benötigen vor Ort – von den Einkaufsmöglichkeiten über die Freizeitangebote bis hin zur Gesundheitsversorgung. Welche Ausbildungsangebote haben Sie in der Stadtverwaltung? Wir bilden regelmäßig in jedem Jahr zwei Verwaltungsfachangestellte und in jedem dritten Jahr eine/n Bauzeichner/-in aus. Daneben aber auch in jedem dritten Jahr zwei Gartenwerker, in jedem zweiten Jahr eine/n Fachangestellte/-n für Systemintegration (IT), in jedem Jahr dritten Jahr eine/n Kaufmann/-frau für Tourismus und Freizeit und ganz aktuell auch drei Brandmeister. Außerdem bieten wir in jedem dritten Jahr die Ausbildung zum gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst mit einem dualen Studium an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Dienstleistung an (Abschluss Bachelor of Arts Public Administration/Allgemeine Verwaltung).


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Wie attraktiv ist die Ausbildung im öffentlichen Dienst im Rathaus? Wer Interesse hat, im Bereich der öffentlichen Daseinsvorsorge beruflich tätig zu sein und sich bei der Schaffung von öffentlicher Infrastruktur und öffentlichen Dienstleistungen engagieren möchte, der ist bei uns genau richtig. Alle Dienstleistungen, die wir hier in der öffentlichen Verwaltung erbringen, haben einen direkten Bezug zum Bürger und zu den Unternehmen am Standort. Eine letzte persönliche Frage: Von welchem Beruf träumten Sie als Schüler? Und was haben Sie tatsächlich gemacht? Ich habe als Schüler davon geträumt, bei der Polizei beruflich tätig zu sein. Na ja, das hat nicht geklappt, aber im öffentlichen Dienst bin ich dann trotzdem gelandet. Ich habe eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten absolviert und mich beruflich weiter entwickelt mit einem Studium zum Dipl.-Verwaltungswirt (FH). Über diese Ausbildung habe ich mich für Leitungsaufgaben in der Kommunalverwaltung qualifiziert und bin dann vor sieben Jahren zum ersten Mal zum Bürgermeister und vor wenigen Wochen sogar zum Landrat gewählt worden.

Ausbildungsangebot im ChemCoast Park

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Binnenschiffer/-in Chemielaborant/-in Chemikant/-in Duales Studium – Bachelor of Science BWL Elektroniker/-in für Betriebstechnik / Automatisierungstechnik Fachinformatiker/-in für Systemintegration Fachkraft für Hafenlogistik Industriekaufleute IT-Kaufleute Mechatroniker/-in Schifffahrtskaufleute Schiffsmechaniker Triales Modell Industriekaufmann/-frau und Bachelor of Arts BWL

Wo so viele Global Player zusammenkommen, werden ständig Nachwuchskräfte gesucht. So bieten die Unternehmen auf der Chemcoast-Homepage immer rund 40 Ausbildungsplätze und Duale Studiengänge in attraktiven Berufen an, darunter:

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Alle Infos unter www.chemcoastpark.de

Baustoffprüfer/-in Bauzeichner/-in

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T wie Technik Das machen Elektroniker/-innen fĂźr Automatisierungstechnik und Industriemechaniker/-innen bei der Covestro Deutschland AG TEXT Katharina Grzeca | FOTOS Sebastian Weimar

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Top ausgestattet: Die Metallwerkstatt bietet alles, was die Auszubildenden benötigen.

Fiete Wenn (links) und Tobias Ladzenski (rechts) sind im ersten Lehrjahr ihrer Ausbildung zum Industriemechaniker.

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INT – das steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Und für Berufe mit großem Zukunftspotenzial. Deutschland ist ein Hightech-Land, das auf der ganzen Welt für seine Innovationen bekannt ist. Deshalb werden gut ausgebildete Fachkräfte gebraucht. Die Covestro Deutschland AG hat das schon vor langer Zeit erkannt. Seit 1977 können junge Menschen am Standort Brunsbüttel einen MINT-Beruf erlernen. Wer aus Brunsbüttel kommt, der kennt ihn gut. Den 132 Meter hohen, mit bunten Puzzleteilen bemalten Schornstein der Covestro Deutschland AG. Das Chemieunternehmen – welches 2015 aus der Firma Bayer MaterialScience hervorging – ist einer der weltweit führenden Hersteller von Hightech-Polymerwerkstoffen. Weit über die Grenzen Brunsbüttels hinaus ist Covestro auch für seine hervorragende Ausbildung bekannt. Wer in Norddeutschland einen naturwissenschaftlichen oder technischen Beruf erlernen will, stößt bei seiner Suche unweigerlich auf das für die Ausbildung vielfach ausgezeichnete Unternehmen.

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In Brunsbüttel werden vor allem Chemikanten/-innen und Chemielaboranten/-innen ausgebildet. Die werden im Chemieunternehmen am meisten gebraucht. Technische Berufe wie Elektroniker/-in für Automatisierungstechnik und Industriemechaniker/-in sind für die Produktion mindestens aber genauso wichtig. Sie warten, montieren und reparieren die Pumpen, Leitungen und Ventile in den modernen Produktionsanlagen; außerdem koordinieren und optimieren sie Prozesse bzw. Abläufe. Sie sorgen also dafür, dass Chemikalien, Wasser sowie Strom auch dort ankommen, wo sie benötigt werden. Wie ihre Ausbildung im Einzelnen abläuft, haben wir uns genauer angeschaut.

Industriemechaniker/-in Tobias, Kai und Fiete haben es geschafft. Sie haben einen Ausbildungsplatz zum Industriemechaniker bei Covestro erhalten. „Seit meinem Schulpraktikum bei Covestro hatte ich den Wunsch, hier meine Ausbildung zu machen. Als ich die Zusage bekam, war ich richtig glücklich“, erinnert sich Fiete


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Robin Fleischhauer ist im dritten Lehrjahr zum Industriemechaniker. Nach seiner Abschlussprüfung möchte er am liebsten bei Covestro bleiben.

Wenn. Seit September vergangenen Jahres lernt der 20-Jährige aus Marne alles, was er für den spannenden und abwechslungsreichen Beruf benötigt. Die erste Zeit ihrer Ausbildung verbringen die angehenden Industriemechaniker in der Metallwerkstatt im Ausbildungszentrum von Covestro. Die Werkstatt ist mit richtigen Arbeitsplätzen eingerichtet, an denen die Lehrlinge die Grundlagen der Metallverarbeitung lernen. Sie lernen verschiedene Werk- und Hilfsstoffe kennen. sammeln Erfahrungen mit verschiedenen Werkzeugen und werden mit den Bestimmungen für den Arbeitsund Umweltschutz vertraut gemacht. Hier werden sie auch an die Bohr- und Fräsmaschinen herangeführt, mit denen sie Werkstücke bearbeiten und fertigen können. „Das Arbeiten an der Drehmaschine gefällt mir bislang am besten“, erzählt Tobias Ladzenski. „Im Moment fertigen wir zur Übung einen Lampenständer. Bei der Arbeit an der Maschine ist höchste Präzision gefragt. Drehzahl, Vorschub und Geschwindigkeit müssen genau passen“, erklärt er. Ein Elektro- und ein Schweißlehrgang gehören ebenfalls zur Grundausbildung.

Nach vier bis sechs Monaten im Ausbildungszentrum gehen die Auszubildenden in die Produktion und begleiten die Gesellen und Meister bei ihrer täglichen Arbeit. Sie werden mit der Instandhaltung und Instandsetzung der Produktionsanlagen vertraut gemacht, lernen, wie sie die verschiedenen Geräte und Produktionsanlagen einrichten, reparieren und überwachen, wie sie Störquellen ermitteln und beheben. „Mein erster praktischer Einsatz wird in der Pumpenwerkstatt sein“, berichtet der 23-jährge Kai Zimmermann. „Das wird bestimmt sehr spannend.“

Tobias hat am StarthilfeProgramm teilgenommen und im Anschluss einen Ausbildungsplatz bei Lanxess bekommen. Seine Ausbildung findet bei Covestro statt.

Schleifen, Bohren, Sägen, Drehen, Fräsen, Schweißen und Verschrauben – diese Tätigkeiten müssen die Industriemechaniker beherrschen. Nach 18 Monaten findet der erste Teil ihrer Abschlussprüfung statt. Das Ergebnis fließt zu 40 Prozent in die Gesamtnote ein. Diese Prüfung hat Robin Fleischhauer bereits erfolgreich bestanden. „Im zweiten Jahr steigen wir tiefer in die berufliche Fachausbildung ein. Wir erstellen technische Zeichnungen und Baupläne, planen unsere Arbeitsabläufe und bauen erste Maschinen. Jetzt bin ich im dritten Jahr 35


Simon Stothfang ist im 1. Ausbildungsjahr zum Elektroniker für Automatisierungstechnik.

und wir bekommen immer mehr Verantwortung übertragen; zum Beispiel lernen wir, CNC Maschinen zu programmieren, größere Geräte zu warten oder passgenaue Bauteile herzustellen, so Robin. Der zweite Teil der Prüfung erfolgt am Ende der Ausbildung. Und für diese Zeit hat Robin auch schon feste Pläne: „Die Prüfung möchte ich bestmöglich bestehen und dann übernommen werden. Für die Ausbildung bin ich extra von Dortmund nach Brunsbüttel gezogen, und ich will auf jeden Fall hierbleiben.“

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ich das Studium abgebrochen und diese Ausbildung begonnen. Obwohl ich im Bereich Elektrotechnik durch mein Studium einiges Vorwissen mitbringe, muss ich mich trotzdem hinsetzen und lernen“, meint Hauke Hansen. „Wir werden ordentlich gefordert – aber auch gefördert. Bei Fragen ist gleich jemand zur Stelle. Hilfe bekommen wir nicht nur von unseren Ausbildern und Meistern, ebenso die Auszubildenden älterer Lehrjahre sind sehr hilfsbereit. Es ist ein tolles

Elektroniker/-in für Automatisierungstechnik Gleich neben der Metallwerkstatt befindet sich im Ausbildungszentrum die Lernstätte der Elektroniker für Automatisierungstechnik. Hauke und Simon sind im ersten Lehrjahr und lernen in der Elektrowerkstatt die Grundlagen für ihren Beruf. „Dazu gehören zum Beispiel das Lesen und Erstellen von Schaltplänen, der Aufbau und die Funktionsweise verschiedener Bauteile oder das Ermitteln und Darstellen von Strömen, Widerständen und Kapazitäten“, erklärt Simon Stothfang. Nach der dreieinhalbjährigen Ausbildung sind die Elektroniker für Automatisierungstechnik für den störungsfreien Ablauf aller automatisierten Anlagen verantwortlich. Sie errichten, testen und warten die Anlagen. Bei Problemen suchen sie die Ursachen und finden die passenden Lösungen. Sie messen elektrische und physikalische Größen, inspizieren Schalt- sowie Funktionspläne. Darüber hinaus müssen sie die Funktionszusammenhänge einzelner Komponenten analysieren. Das Aufgabengebiet der Spezialisten ist umfangreich, die Ausbildung anspruchsvoll. „Vor meiner Ausbildung habe ich einige Semester Elektrische Energiesystemtechnik an der HS Flensburg studiert. Da mir die praktische Tätigkeit mehr liegt, habe

Hauke Hansen (links) hat einige Semester an der HS Flensburg studiert. Er wollte lieber praktischer arbeiten, daher begann er im September die Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik.

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„Ich will nicht die besten, sondern jene, die am besten zu uns und unseren Werten passen.“

Bild oben: Auszubildende aus dem ersten Lehrjahr: Chemikanten/-innen, Elektroniker für Automatisierungstechnik und Industriemechaniker. Bild unten: Ausbildungsleiter Jürgen Evers.

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Wer sich erfolgreich für eine Ausbildung zum/zur Elektroniker/-in für Automatisierungstechnik oder Industriemechaniker/-in bewerben möchte, sollte einen guten Ersten oder einen Mittleren Schulabschluss besitzen. Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern bzw. Mathematik, aber auch handwerkliches Geschick sowie Teamfähigkeit

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Gute Noten sind nicht alles

sind wichtige Voraussetzungen. „Jugendliche, die sich bei uns um eine Ausbildung bewerben, müssen einen zweistufigen Eignungstest absolvieren“, erklärt Ausbildungsleiter Jürgen Evers. „Dabei stellen wir immer wieder fest, dass die Ergebnisse im Eignungstest nicht unbedingt die Schulnoten widerspiegeln, denn die geben nur Hinweise auf die fachlichen Fähigkeiten. Für den beruflichen Erfolg sind aber vor allem Persönlichkeit, Engagement und der Umgang mit Menschen von Bedeutung. Gute Noten sind deshalb keine Erfolgsgarantie für einen Ausbildungsplatz.“ Seit April 2017 ist Jürgen Evers für die Auswahl der neuen Auszubildenden verantwortlich: „Ich will nicht die besten, sondern jene, die am besten zu uns und unseren Werten passen. An fachlichen Defiziten können wir arbeiten. Schwieriger wird es, mangelnde Leidenschaft oder Teamfähigkeit auszugleichen.“

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Miteinander hier“, erzählt Hauke. Über ihre berufliche Zukunft haben sich Hauke und Simon auch schon Gedanken gemacht. Beide möchten nach der Ausbildung im Unternehmen bleiben, sofern sie die Prüfungen bestehen und alle weiteren Voraussetzungen für eine Übernahme erfüllen. „Covestro bietet vielfache Weiterbildungsmöglichkeiten und unterstützt seine Mitarbeiter bei ihren Karriereplänen. Ich würde gern noch den Techniker oder Meister machen“, sagt der 20-jährige Simon.

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Covestro Deutschland AG Patricia Porschütz Fährstraße 51 25541 Brunsbüttel ausbildung@covestro.com www.karriere.covestro.de Bewirb dich online für eine Ausbildung: www.karriere.covestro.de/de/schueler/bewerbungsverfahren

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TOTAL VIELE CHANCEN! Lebenslange Karrierechancen bei der TOTAL Bitumen Deutschland GmbH in Brunsbüttel TEXT Christian Dorbandt | FOTOS Eric Genzken

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er den Firmennamen TOTAL hört, denkt vielleicht zunächst an die Tankstellen der französischen Unternehmensgruppe. Doch auch drei deutsche Industriewerke gehören dem Konzern an, darunter das Bitumenwerk in Brunsbüttel, nahe der Elbmündung, am Eingang des Nord-Ostsee-Kanals. Rund 140 Beschäftigte arbeiten hier in Europas größter Raffinerieanlage zur Herstellung von Bitumenprodukten. Von den weltweit mehr als 93.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mag die Brunsbütteler Belegschaft nur eine kleine Gruppe darstellen. Doch genau das empfinden viele Mitarbeiter als Vorteil!

Eileen Timm kommt aus Hemmingstedt, hat ihren Mittleren Schulabschluss an der Gemeinschaftsschule Meldorf gemacht und bereits mit 19 Jahren Beachtliches geleistet! Sie hat bei der Firma TOTAL die dreieinhalbjährige Ausbildung zur Chemikantin erfolgreich bestanden – als einzige weibliche Nachwuchskraft in diesem Beruf. Jetzt möchte sie ihre Karriere an gleicher Stelle fortsetzen. „Ich würde gern bei TOTAL weiterarbeiten“, erzählt die junge Dithmarscherin. „Jetzt kann ich unter Beweis stellen, was ich in der Ausbildung gelernt habe. Dass ich die einzige Frau unter den Chemikanten-Azubis war, hat mich anfangs verwundert“, erinnert sich Eileen, „doch ein Problem war das nie. Alle männlichen Kollegen haben mich schnell akzeptiert. Mittlerweile bin ich ein festes Teammitglied der Schicht 1 und verstehe mich mit allen ausgezeichnet. Zwei Dinge gefallen mir an TOTAL besonders gut: 1.) Die Aufgaben sind abwechslungsreich und höchst interessant. Azubis werden bei uns nicht nur in Ausbildungswerkstätten ausgebildet, sondern begleiten die Fachkräfte von Anfang an auf ihren Schichten. Dadurch ist der Praxisbezug außerordentlich hoch, und man erlernt den Beruf in der realen Arbeitsumgebung. 2) Aufgrund der relativ geringen Mitarbeiterzahl kennt sprichwörtlich jeder jeden auf dem Gelände. Ich empfinde das als großen Vorteil. Alles erscheint viel persönlicher. Meine ‚Schicht‘ beispielsweise, also das feste, zehnköpfige Team, mit dem ich täglich zusammenarbeite, hat einen beinahe familiären Charakter, sodass wir uns auch privat treffen und etwas unternehmen.“ Bei Thorben Audiger und Marco Pototzki laufen die beruflichen Karrieren bereits auf Hochtouren. Beide haben ihre Ausbildung bei TOTAL in Brunsbüttel absolviert,

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sich kontinuierlich weitergebildet und im Laufe der Zeit immer mehr Verantwortung übernommen. Wie beurteilen sie die Karrierechancen im Unternehmen? „Bei uns gibt es Kollegen, die von der Ausbildung bis zur Rente im Brunsbütteler Werk bleiben“, berichtet der stellvertrende Produktionsleiter Thorben Audiger. „Wo gibt es das noch? Auch dass mehrere Familienangehörige im Werk beschäftigt sind, ist bei uns keine Seltenheit, sondern Teil der Firmenphilosophie. Ich selbst habe hier 1997 nach der Realschule Industriemechaniker gelernt, mich anschließend mit Unterstützung meines Arbeitgebers an der Volkshochschule zum Chemiemeister weitergebildet und arbeite heute als Produktionskoordinator und Ausbildungsleiter. Wer gute Leistungen zeigt und bereit ist, sich weiterzubilden, wird vom Unternehmen konsequent gefördert.“ Diese Erfahrung hat auch Marco Pototzki gemacht. Nach seiner Ausbildung zum Chemielaboranten bei TOTAL im Jahr 2004 entschied er sich für das Studium zum Chemieingenieur an der FH Münster. „Es war meine Entscheidung, ein Studium zu beginnen, doch ich erinnere mich gut daran, dass mir das Unternehmen die Möglichkeit einräumte, während der Semesterferien im Labor zu jobben. So hielt ich den Kontakt, konnte im Anschluss wieder ins Unternehmen einsteigen und kurze Zeit später die Laborleitung übernehmen. 2012 absolvierte ich im Fernstudium den Masterstudiengang ‚Quality Management‘ und übernahm die Position des Laborleiters für Qualitätskontrolle. Aus meiner Sicht fordert und fördert das Unternehmen seine Mitarbeiter in vorbildlicher Weise. Wer Eigeninitiave und Lernbereitschaft zeigt, kann bei TOTAL eine lebenslange Karriere verwirklichen.“


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Die TOTAL Bitumen Deutschland GmbH bietet folgende Ausbildungen an: Industriekaufmann/-frau Chemielaborant/-in Chemikant/-in Baustoffprüfer/-in TOTAL Bitumen Deutschland GmbH Industriegebiet Süd 25541 Brunsbüttel T. 04852 / 888-0 isabel.schneede@total.de www.total.de

Blicken motiviert in ihre berufliche Zukunft bei der TOTAL Bitumen GmbH: Chemikantin Eileen Timm (oben), Produktionskoordinator Thorben Audiger (Mitte links), Azubi Maurice Brandt (Mitte rechts) und der Leiter ‚Labor und Qualitätskontrolle‘, Marco Pototzki (unten).

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EnErgiEgEladEn in diE Zukunft Vielseitige Ausbildung bei den Schleswiger Stadtwerken TEXT Schleswiger Stadtwerke | FOTOS Henrik Matzen

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Die Auszubildenden bei den Schleswiger Stadtwerken lernen von Beginn an im Team und selbständig zu arbeiten. Projekte wie die Organisation des „Ferienspaßes“, zwei Aktionstage für Schleswiger Ferienkinder, werden eigenverantwortlich von ihnen geplant und durchgeführt. Und auch bei der Durchführung der IHK - Lehrstellenrallye oder der Ausbildungsmesse „nordjob“ sind

die Kreativität und das Teamwork der jungen Mitarbeiter gefragt. Wer sich für eine Ausbildung bei den Schleswiger Stadtwerken interessiert, hat die Möglichkeit, vorab ein Praktikum zu absolvieren. Fragen dazu beantwortet das Personalmanagement. Hier werden auch gern die Bewerbungen entgegengenommen.

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Jede Menge zu tun also bei den Stadtwerken! Und damit das alles gut läuft, beschäftigt das Unternehmen 220 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 18 Auszubildende in vier Ausbildungsberufen. Um einen Überblick über das Unternehmen zu bekommen, schnuppern zu Beginn alle Auszubildenden in die unterschiedlichen Bereiche hinein. Später gestalten sie den internen Unterricht, in dem sie den anderen Azubis die Aufgaben aus ihrem Ausbildungsberuf näher bringen. „Für mich ist es spannend, über

den Tellerrand zu schauen“ sagt Cecilia A. Nitsch, angehende Industriekauffrau. „In der Buchhaltung sehe ich zum Beispiel die Rechnungen aus dem Fjordarium oder aus dem Klärwerk. Da ich selbst eine kurze Zeit dort war, kann ich jetzt auch inhaltlich etwas damit anfangen.“ Nils Jacobsen, im 1. Ausbildungsjahr zum Elektroniker, findet es gut, dass viele aktuelle Themen bei den Stadtwerken bearbeitet werden: „Vor allem Elektromobilität interessiert mich. Wir haben Elektroautos in unserem Fuhrpark und wir installieren Ladesäulen in Schleswig und in der Region. Hier gibt es für uns Elektroniker immer etwas zu tun.“ „Ich finde den Ausbau des Glasfasernetzes spannend“, sagt Florian Surberg, ebenfalls im 1. Ausbildungsjahr zum Industriekaufmann. „Dass sich die Stadtwerke um das Telekommunikationsnetz kümmern, hätte ich bis vor kurzem nicht gedacht. Wir haben wirklich ein vielfältiges Aufgabenfeld hier, das wird nie langweilig.“

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er seine Ausbildung bei den Schleswiger Stadtwerken macht, übernimmt Verantwortung für Schleswig und die Region. Denn als Energiedienstleister sorgen die Stadtwerke dafür, dass die Kunden zuverlässig mit Strom, Erdgas, Wärme und Wasser versorgt werden. Aber mehr noch: sie klären das Abwasser aus der ganzen Region, kümmern sich darum, dass Grünflächen und Spielplätze in der Stadt gepflegt werden, dass die Straßen und Gehwege im Sommer sauber und im Winter schnee- und eisfrei sind und dass die öffentlichen Papierkörbe geleert werden. Außerdem betreiben die Stadtwerke einen Sportboothafen und einen Wohnmobilstellplatz. Und mit dem Fjordarium - Sportbad und Sauna halten sie ein wichtiges Sport- und Freizeitangebot in der Stadt bereit.

Die Schleswiger Stadtwerke bieten folgende Ausbildungen an: Industriekauffrau/ -mann Elektroniker/-in für Betriebstechnik Fachkraft für Abwassertechnik Fachangestelle/-r für Bäderbetriebe Schleswiger Stadtwerke GmbH Personalmanagement Werkstraße 1 24837 Schleswig Tel. 04621 801 130 www.schleswiger-stadtwerke.de www.facebook.com/schleswiger.stadtwerke Sponsored by


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Ein Azubi untEr MittElspAnnung Felix aus Kiel wuchs mit sechs Geschwistern auf – das prägte den angehenden Elektroniker TEXT & FOTOS Joachim Welding

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enn neun Familienmitglieder unter einem Dach leben, kann es schon mal turbulent zugehen. Felix Wagner durfte dieses Abenteuer Familie erleben: „Bei uns war immer viel los, es wurde nie langweilig“, erzählt der 20-Jährige, der mittlerweile ausgezogen ist und während seiner Berufsausbildung in Kiel in einer eigenen Bude lebt. „Wer aber denkt, dass wir ständig Rambazamba mit viel Lärm und Chaos im Haus hatten, der irrt: Unsere Eltern forderten von ihren sieben Kindern eine Menge Disziplin. Und wenn die Mama ‚nein‘ sagte, dann hieß das auch ‚nein“. Das akzeptierten wir alle.“ Und so ist es in einer Großfamilie auch selbstverständlich, dass alle mit anpacken, denn die Eltern können den Haushalt unmöglich alleine wuppen. „Mir machte es sogar Spaß, den Garten zu pflegen, und auch für den Einsatz an der Spülmaschine war ich oft zuständig“, berichtet Felix. Offenbar 46

sind alle Geschwister ziemlich ausgeglichen und zufrieden. „Wir haben bis heute ein starkes Gefühl der Zusammengehörigkeit. Das gibt uns Sicherheit im Leben“, meint der Computerfreak, der schon früh im Unternehmen des Vaters mit anpacken durfte. „Da konnte ich schon Geld für den Führerschein verdienen. Wir lebten auf dem Dorf; ohne Auto läuft da wenig, und ich wollte früh unabhängig sein. Beim Jobben entdeckte ich mein Interesse an Elektrik.“ Seine Fachhochschulreife hat Felix am Regionalen Berufsbildungszentrum Technik in Kiel bestanden. „Aber zum Studieren habe ich noch keine Lust, ich wollte auf jeden Fall etwas Praktisches machen.“ Es sollte schon die Elektronik sein, aber da es mehrere Fachrichtungen gibt, wählte Felix eine besonders anspruchsvolle – die für Energie- und Gebäudetechnik. „Dabei darfst du zum Beispiel an Mittelspannungsanlagen von Trafo-Stationen arbeiten und hast

dadurch später eine größere Bandbreite an beruflichen Einsatzmöglichkeiten.“ Weil ein Stromschlag tödlich sein kann, steht das Thema Sicherheit gleich zu Beginn der Ausbildung im Mittelpunkt. Von seinem Kieler Betrieb wird der Azubi bereits im zweiten Lehrjahr für die Wartung und Prüfung von Transformatoren eingesetzt oder bei der Montage von Elektronikkomponenten in Solarparks in Holland. „So kompliziert ist Elektrik übrigens gar nicht: Das Prinzip der Stromspannung ist immer gleich, egal ob im Auto und bei der Hausinstallation.“ Obwohl Felix der Beruf Spaß macht, konnte er seine Geschwister nicht überzeugen. „In unserer Familie haben alle den Ehrgeiz, etwas völlig anderes zu machen. Meine jüngere Schwester lernt in Österreich Hotelfachfrau, mein älterer Bruder will Schiffsmechaniker werden. Zwei andere Brüder studieren Agrarwissenschaften und Informatik.“ Nur die beiden jüngeren Geschwister gehen


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„So kompliziert ist Elektrik übrigens gar nicht: Das Prinzip der Stromspannung ist immer gleich, egal ob im Auto und bei der Hausinstallation.“

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Hobby sind allerdings schon seit langem Computer. „Mir macht es Spaß, PCs zu Hochleistungsrechnern aufzurüsten. Manchmal baue ich auch Computer für Freunde zusammen“, erzählt der Blondschopf. Aber ein Klischee-Nerd ist Felix Wagner deshalb noch lange nicht: Er ist offen für die Welt und will noch viel erleben. Und so richtig austoben kann er sich auf dem Bolzplatz – beim Kicken mit Freunden.

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noch zur Schule. Weil der Kontakt unter den Geschwistern ziemlich eng ist, geistere da so ein Traum in den Köpfen herum, erzählt Felix: „Vielleicht können wir mit unseren ganz unterschiedlichen Begabungen irgendwann gemeinsam eine eigene Firma gründen. Ein Familienunternehmen – das ist unser Traum.“ Und weil er mit seiner Fachhochschulreife die eigentlich dreieinhalbjährige Ausbildung um ein Jahr verkürzen kann, darf sich Felix bald als frischgebackener Elektroniker fühlen. Wie es dann weitergeht, weiß er noch nicht. Vielleicht arbeiten, vielleicht auch ein Studium draufsatteln? „Schauen wir mal, ich lass mich überraschen.“ Sein großes

Felix macht seine Ausbildung bei der: WSK Service GbR Edisonstraße 60 24145 Kiel info@wsk-service.com www.wsk-service.com

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BESTE A ZUBINE

Die bunDesbeste Azubine? JAnA Aus Kiel! Personaldienstleistungskauffrau Jana Cristin Rohr bekam höchste Auszeichnung in Berlin TEXT Joachim Welding | FOTOS Joachim Welding & Axel Schön

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reude pur bei Jana Cristin Rohr, als die frisch gebackene Personaldienstleistungskauffrau (PDK) diese Nachricht bekam: Auszeichnung als beste Auszubildende im Kreis Kiel und im Land Schleswig-Holstein! „Aber dann wurde es ziemlich unwirklich: Es kam auch noch die Einladung nach Berlin mit der Info, dass ich beste Azubine in 48

ganz Deutschland geworden sein soll. Ich konnte mein Glück kaum fassen“, berichtet die 22-Jährige im Büro ihres Arbeitgebers, der Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH) in Kiel. Von 300.000 Azubis im Bund gehört Jana zu den rund 200 jungen Leuten, die ihre Berufsausbildung 2017 in ihren jeweiligen Berufen am besten absolviert haben. „Wir alle hier sind mächtig stolz auf Frau Rohr“, erzählt Burckhard

Lauf, Personal-Geschäftsbereichsleiter bei der GMSH. Wer so gut ist, muss doch eine Streberin sein, wenden sicher jetzt so einige Leute ein. „Nein, das war ich sicher nicht. Aber die Ausbildung in diesem Unternehmen hat mir unglaublich Spaß gemacht. Hier lernst du sehr viel, und die Kollegen unterstützen dich, wenn du etwas nicht weißt“, berichtet


Mit der Ausbildung will sich die ehrgeizige junge Frau nicht zufrieden geben, verrät sie: „Demnächst starte ich ein Fernstudium Betriebswirtschaftslehre (Schwerpunkt Personal und Organisation) berufsbegleitend neben meiner Arbeit bei der GMSH. Zum Glück unterstützt mich mein Arbeitgeber, und ein Stipendium habe ich auch schon“, erzählt Jana Rohr, die sich ehrenamtlich bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) engagiert. Und was hat sie mit dem Moderator Jörg Pilawa zu tun? „Ich durfte bei seiner Fernsehshow ‚Leuchte des Nordens‘ dabei sein – spannende Erfahrung!“ Okay, aber abgesehen davon ist Jana eine ganz normale junge Frau, die gerne joggen geht und sich abends mit ihren Freunden trifft.

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Um die Mitarbeiter der GMSH kümmert sich Jana nun in ihrer neuen Stelle im Personalmanagement. „Schon am Ende meiner Ausbildung wurde ich für die Arbeit vorbereitet und durfte dort sofort Verantwortung übernehmen – etwa bei den Entgeltabrechnungen der Kollegen.“ Für rund 270 Mitarbeiter ist sie außerdem Ansprechpartnerin, wenn es um Mutterschutz, Urlaub, Weiterbildungen oder Teilzeit geht. „Wir müssen immer auf

dem neuesten Stand sein, weil sich die Bestimmungen und Gesetze laufend ändern. Deshalb ist es wichtig, dass Interessenten an einer Ausbildung bereit sind, ständig dazuzulernen“, sagt Jana.

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Über die GMSH hat sie gelernt: Mit 1400 Mitarbeitern gehört das landeseigene Unternehmen zu den großen in Schleswig-Holstein. „Bauen, Bewirtschaften, Beschaffen“ heißen die drei Aufgabenbereiche, erklärt Pressereferentin Natali Fricke: „Die GMSH plant und baut alle Gebäude des Landes und des Bundes in Schleswig-Holstein – vom gläsernen Plenarsaal des Landtages über neue Forschungsbauten der Unis bis zum Umbau von Schloss Gottorf in Schleswig, wo die Landesmuseen untergebracht sind.“ Außerdem sind die vielen Fachleute dafür zuständig, alle 1.250 Gebäude des Landes und des Bundes zu „bewirtschaften“ – also dafür zu sorgen, dass Schäden repariert, die Häuser sauber gehalten oder zum Beispiel energiesparende Heizungen installiert und gewartet werden. Schließlich kümmert sich eine andere Abteilung darum, sämtliche Dinge zu beschaffen, die die Mitarbeiter in den Verwaltungen brauchen – vom Kugelschreiber über Polizeiautos und Uniformen bis zu Funksprechgeräten, erzählt Natali Fricke schmunzelnd. „Wir besorgen sogar die Dienstschafe für den Küstenschutz auf dem Deich!“

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Sie musste selbst erkennen: Die Personaldienstleistungskaufleute (PDK) gehören zu den selteneren Berufen, die nicht jeder Schüler der neunten Klasse auf dem Schirm hat. „Ich muss zugeben, dass ich bis kurz vor dem Abi selbst nicht wusste, dass es den Beruf überhaupt gibt“, erzählt Jana. Es war ein kurioser Zufall, dass sie auf die Ausbildung gestoßen war: „Ich wollte eigentlich nur meinen Bruder bei der Praktikumssuche zur Jobmesse in Kiel begleiten. Dabei bin ich auf dem Stand der GMSH auf den Beruf aufmerksam geworden, als mir eine Auszubildende etwas über die spannenden Aufgaben einer Personaldienstleistungskauffrau berichtet hat.“ Eigentlich hatte sie sich noch keine abschließenden Gedanken über ihre berufliche Zukunft gemacht, gibt Jana offen zu. Erzieherin oder Grundschullehrerin seien in Betracht gekommen. „Doch dann fand ich heraus, dass PDK abwechslungsreiche Aufgaben und viel mit Menschen zu tun haben. Da war mir sofort klar: Hier bewerbe ich mich.“

Und was machen PDK? Eigentlich sagt es der Name schon: Personaldienstleistungskaufleute befassen sich mit allem, was mit den Mitarbeitern zu tun hat: von der Auswahl der Bewerbungen und dem Vorstellungsgespräch über die Planung des Personalbedarfs in großen Unternehmen oder Zeitarbeitsfirmen bis zur Erstellung der Gehaltsabrechnungen und der Beratung junger Leute auf Jobmessen – dort, wo für Jana die Karriere angefangen hat.

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Jana Rohr. „Ich konnte meine dreijährige Ausbildung um ein halbes Jahr verkürzen und bekam schließlich das Angebot einer unbefristeten Stelle in der Personalabteilung. Ich habe natürlich zugesagt, denn auch das Betriebsklima stimmt – hier darf herzhaft gelacht werden, die Stimmung ist gut“, berichtet Jana Rohr.

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Der GMSH bietet folgende Ausbildungen an: Kaufleute für Büromanagement Immobilienkaufleute Personaldienstleistungskaufleute Fachinformatiker/-in für Systemintegration Technische/-r Systemplaner/-in Bauzeichner/-in Bewerbungen an: Gebäudemanagement Schleswig-Holstein AöR Stefanie Kaelcke Gartenstraße 6, 24103 Kiel Telefon: 0431 599-1175 stefanie.kaelcke@gmsh.de www.gmsh.de

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STUDIALE AUF DEM CAMPUS! Banking für Studierende – in der ‚Studiale‘ der Förde Sparkasse auf dem Campus der CAU Kiel TEXT Christian Dorbandt | FOTOS Sebastian Weimar

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tudierende sind jung. Junge Leute leben digital. Ergo benötigen Studierende digitale Angebote. Dieser Logik folgt die Förde Sparkasse und präsentiert mit der „Studiale“ einen neuen digitalen Banking-Service, zugeschnitten auf Studierende und Berufsanfänger. Das innovative Konzept setzt sowohl auf zielgerichete digitale Dienstleistungen als auch auf ein neues Geschäftsstellenmodell. Mit der gleichnamigen neuen Filiale auf dem Campus der Kieler Christian-Albrechts-Universität (CAU) werden digitale Serviceangebote mit persönlicher Bankberatung kombiniert. Banking zwischen Vorlesung und Mensabesuch. Wow! „Total praktisch!“, meint Politik-Student Moritz. „Ziemlich cool und nicht so förmlich!“, lobt BWL-Student Malte. „Modernes Banking auf Augenhöhe!“, findet Lehramtsstudentin Anna. Die spontanen Statements auf dem Campus zwischen Campus-Suite und Bike-Store bringen es auf den Punkt. Die Förde Sparkasse trifft mit der ‚Studiale‘ den Geschmack vieler Studierender. Was genau verbirgt sich hinter der dem neuen Konzept?

Studiale – digital und persönlich „Die Studiale ist ein Service der Förde Sparkasse, speziell für Studierende, Jobstarter bzw. Absolventen“, erklärt Marc Bornholdt (29), stellvertrender Filialleiter der neuen ‚Studiale‘ am Westring 389. „Junge Menschen wachsen mit den digitalen Möglichkeiten unserer Zeit ganz selbstverständlich auf. Mit der Studiale reagieren wir auf die veränderten Ansprüche unserer jungen Kunden. 50

Studierende können auf www.studiale.de unsere gesicherten Online-Tools nutzen und einen digitalen ‚Berater-Koffer‘ füllen. Nach dem ‚Studi-Check‘, dem ‚Budget-Check‘ oder dem ‚Giro-Check‘ auf unserer Webseite können wir anschließend unsere Kunden individuell beraten. Selbst das Beratungsgespräch bieten wir digital an, zum Beispiel über eine Videokonferenz, inklusive Video-Legitimation bei einer Kontoeröffnung. Alle Überweisungen und Transaktionen können bequem online mit unserer Sparkassen-App auf dem Smartphone oder Tablet durchgeführt werden. Und für die persönliche Beratung buchen sich die Studierenden einfach online ihren Wunschtermin und besuchen uns in der Studiale an der CAU Kiel.“

Modernes Banking – offen, entspannt … immer im Dialog Neues Banking durch digitalen Wandel? Schon optisch versprüht die vollverglaste Studiale am Westring einen frischen, jugendlichen Charme. Das berühmte Logo – das S mit dem Punkt – prangt hier nicht in Sparkassen-Rot, sondern erscheint dezent, Ton-in-Ton, in einem Holzrelief. Der Innenraum präsentiert sich im Lounge-Stil mit vielen Sitzgelegenheiten, flankiert von Info-Points mit Flachbild-Monitoren und einem Mega-Wide-Screen. Alles wirkt offen, digital und transparent. Die Studiale ist auf dem Campus angekommen. „Die tägliche Begegnung mit den Studierenden ist entspannt und macht Spaß“, berichtet Marc Bornholdt. „Wir möchten mit Studierenden im Dialog sein und ihnen

einen ‚Wow-Effekt‘ liefern! Außerdem bieten wir in der Studiale regelmäßige Veranstaltungen an – vom Bewerbertraining bis zum FIFA-Soccer-Event. Auch unser frisches Design wurde unter studentischer Mithilfe, von Studierenden der Muthesius Kunsthochschule, entworfen. Für uns gibt es in der Studiale keine Anzugpflicht und wir duzen uns mit den Studentinnen und Studenten. Dadurch gestalten sich unsere Gespräche offen und entspannt. Und so möchten wir auch das Image der Förde Sparkasse in der Studiale transportieren – als Bankpartner für Studierende und Berufsanfänger, offen, verbindlich, auf Augenhöhe und mit großem Verständnis für studentische Themen, wie zum Beispiel Studienfinanzierung, Kontoeröffnung, Kreditkarte oder Auslandsaufenthalt.“ Die Förde Sparkasse ist einer der größten Ausbildungsbetriebe der Region. Über 1.400 Mitarbeiter/-innen, davon mehr als 100 Auszubildende arbeiten an insgesamt 87 Standorten in Schleswig-Holstein. Die drei Hauptstellen befinden sich in Kiel, Eckernförde und Plön. Jährlich bietet die Förde Sparkasse rund 30 Ausbildungsplätze für den Beruf Bankkauffrau/-mann sowie Studienplätze für ein duales Studium an. Schulische Voraussetzungen für die Ausbildung sind entweder ein guter Mittlerer Schulabschluss, die Fachhochschulreife oder das Abitur.


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„Wir möchten mit Studierenden im Dialog sein und ihnen einen ‚Wow-Effekt‘ liefern!“

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Marc Bornholdt, 29 aus Kiel-Hassee, Bankkaufmann in der Studiale der Förde Sparkasse "Ich heiße Marc, bin 29 Jahre alt und arbeite seit 2012 als Bankkaufmann bei der Förde Sparkasse in Kiel. Als stellvertretender Filialleiter der Studiale gehöre ich zum sechsköpfigen Gründungsteam unserer neuen Geschäftsstelle auf dem Campus der Kieler Universität. Die Arbeit in der Studiale macht mir großen Spaß! Im Gegensatz zu anderen Geschäftsstellen beschäftigen wir uns hauptsächlich mit studentischen Bankthemen, zum Beispiel mir der soliden Finanzierung des Studiums, der finanziellen Organisation eines Auslandsaufenthaltes oder der Einrichtung eines Studentenkredits. Auf großen Zuspruch stößt die Mischung zwischen digitalen Angeboten und persönlicher Begegnung. Auf dieser Kombination basiert unser Studiale-Konzept. Dadurch dass wir keine Anzugpflicht haben und uns mit den Studierenden duzen können, entsteht schnell eine entspannte Gesprächssituation auf Augenhöhe. Das kommt bei unseren Kunden gut an und erleichtert die Kommunikation. Mit den Studierenden bin ich auf Augenhöhe, weil ich zurzeit selbst studiere. Berufsbegleitend absolviere ich online ein BWL-Studium an 52

der Fachhochschule Kiel und weiß daher, wie wenig Zeit Studierenden neben Job und Studium für andere Dinge bleibt. Wird das Banking der Zukunft ausschließlich digital ablaufen? Jedenfalls werden sich digitale Strukturen immer weiter durchsetzen. Das persönliche Beratungsgespräch wird auch in Zukunft wichtig bleiben. Ich freue mich jetzt auf meine Zeit in der Studiale und auf mein Studium. Beides zu vereinbaren wird sicherlich nicht einfach, doch mir hat es schon in der Ausbildung geholfen, klare Ziele zu haben!"


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Die Förde Sparkasse bietet folgende Ausbildungen an: - Bankkaufmann/-frau - Bachelor of Arts – Bankkaufmann/-frau

Yannik Sydow, 26 aus Gettorf, Bankkaufmann in der Studiale der Förde Sparkasse "Ich heiße Yannik, komme aus Gettorf und arbeite seit sechs Jahren als Bankkaufmann bei der Förde Sparkasse. Meinen Mittleren Schulabschluss habe ich 2009 auf der Isarnwohldschule gemacht. Anschließend absolvierte ich die Ausbildung zum Bankkaufmann und habe dann fünf Jahre als Kundenberater der Filiale Friedrichsort gearbeitet. Als ich von dem neuen Studiale-Projekt hörte, bewarb ich mich sofort auf eine der vier Beraterstellen. Jetzt bin ich froh, dass es geklappt hat, denn die Arbeit in der Studiale ist großartig. Als Bankkaufmann schätze ich sowieso den täglichen

Kontakt mit Kunden. Aber mit den Studierenden ist der Umgang besonders entspannt. Überrascht bin ich von der hohen Anzahl englischsprachiger Kunden. Ungefähr jedes dritte Gespräch führe ich in englischer Sprache, zuletzt mit einem schwedischen Austauschstudenten. Neben meinen täglichen Aufgaben als Kundenberater organisiere ich gerade unser erstes FIFA-Soccer-Game-Event. Dazu laden wir Studierendengruppen zu uns in die Studiale ein und veranstalten ein Turnier, das wir auf Konsolen vor unseren Mega-Wide-Screens austragen. Dazu gibt es Getränke und Musik. Ich denke, das wird ein Mega-Event. Ende März hatten wir jedenfalls schon unglaublich viel Zusagen!"

Studiale Westring 389 24118 Kiel www.studiale.de Ausbildungsleiter Herr Karsten Sönnichsen Lorentzendamm 28-30 24103 Kiel T. 0431 592 - 14 13 karsten.soennichsen@foerde-sparkasse.de www.foerde-sparkasse.de

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Leidenschaft für maritimes handwerk Yacht- und Bootswerft Rathje in Kiel verbindet Bootsbautradition mit Hightech und bildet den Berufsnachwuchs aus TEXT Joachim Welding | FOTOS Sebastian Weimar

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otorboote, Segelklassiker aus Holz, moderne Kunststoffboote und so manche Luxusyacht warten in den Hallen direkt an der Kieler Förde auf kundige Bootsbauerhände. „Wir haben meist immer etwa zwanzig Boote, um sie im Kundenauftrag zu reparieren, mit neuer Technik auszustatten oder für die neue Saison fit zu machen“, erzählt Edith Vonhoff, Inhaberin der Yacht- und Bootswerft Rathje in Kiel-Pries. Schwimmende Oldtimer aus edlen Hölzern werden bei der Traditionswerft außerdem fachmännisch restauriert, um die wertvollen Schmuckstücke für die Zukunft zu erhalten. In ihrer Branche gehe es nicht um anonyme, austauschbare Produkte: „Segelyachten haben eine besondere emotionale Bedeutung für die Eigner. Sie verbringen viel Zeit an 54

Bord, oft mit der ganzen Familie; sie segeln in den Urlaub oder nehmen an Regatten teil. So manches gut gepflegte Boot segelt über Jahrzehnte“, weiß Edith Vonhoff, die den 1922 gegründeten Familienbetrieb in dritter Generation führt. Weil Rathje in der maritimen Welt ein bekannter Name ist, kommt es immer mal wieder vor, dass Kunden der Werft 30 oder 40 Jahre die Treue halten. „Einige Kunden kommen schon seit 60 Jahren zu uns, sodass auch enge persönliche Bindungen entstanden sind. Und wir kennen ihre Yachten natürlich bestens.“ Die Kunden schätzen die Qualitätsarbeit, für die Rathje als traditionsreicher Handwerksbetrieb seit bald 100 Jahren steht. „Wir legen größten Wert auf Mitarbeiter mit fundierter Ausbildung und Liebe zum Handwerk. Nur gemeinsam

mit unserem eingespielten und leistungsfähigen Team aus kompetenten Fachkräften können wir unseren Kunden herausragende Qualität bieten“, betont die Chefin. 23 Mitarbeiter bilden die „Mannschaft“, darunter zwei Bootsbaumeister, Bootsbauer, Motorenschlosser und sieben Azubis. Einer von ihnen ist Basti Kemper. Der 24-Jährige kam aus Nordrhein-Westfalen an die Waterkant, um seinen Traumberuf zu erlernen – Bootsbauer in der Fachrichtung Neu- Aus- und Umbau. Bastis Vater ist selbst Handwerker, und schon als Kind war Basti ein begeisterter Segler. „Ich wollte diesen Beruf auf jeden Fall erlernen – und das geht nun mal meist nur an der Küste.“ So ist er schließlich nach Kiel zu Rathje gekommen, wo er schon im dritten Lehrjahr die Vielfalt des Handwerks lernt: „Wir gehen nicht


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nur mit verschiedenen Hölzern als Material um, sondern auch mit Stahl, Aluminium und faserverstärkten Kunststoffen (GFK), erzählt Basti, während er eine Stelle am Rumpf einer Yacht mit einem Schleifgerät so perfekt bearbeitet, dass von dem kleinen Unfallschaden schließlich nichts mehr zu sehen ist. Basti lernt, Boote selbst zu bauen, sie umfassend zu reparieren, mit Einbauten an Deck zu versehen und die Rümpfe im Unterwasserbereich speziell zu beschichten, damit das Salzwasser keine Schäden anrichten kann. „Wer mit wertvollen Booten arbeiten will, sollte den Anspruch haben, Top-Qualität abzuliefern“, sagt der

24-Jährige selbstbewusst. „Wichtig ist auch, einen Sinn für Ästhetik zu entwickeln. Ich finde beispielsweise ein Deck aus Teakholz an Bord einer Traditionsyacht besonders schön“ „Der Schulabschluss ist bei uns nicht ganz so wichtig“, ergänzt seine Chefin Edith Vonhoff. Dafür zählen handwerkliches Geschick, körperliche Fitness und Teamfähigkeit. „Denn in einer Werft arbeiten alle immer eng zusammen und Hand in Hand.“ Wert lege sie bei den Bewerber/innen außerdem auf gutes Benehmen, Höflichkeit und Zuverlässigkeit. „Auf jeden Fall sollten die jungen Leute Spaß daran haben, mit den Händen zu arbeiten.“

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Ob für sie der Beruf des Bootsbauers in Frage kommt, können Schüler in einem Praktikum ausprobieren. Auch Mädchen bekommen bei Rathje immer eine Chance, auch wenn die Mehrzahl der Azubis Jungen sind. Rund 50 Nachwuchskräfte hat Betriebsleiter und Meister Thomas Klotz bisher bei Rathje ausgebildet, darunter sechs junge Frauen. „Wir bekommen viele gute Bewerbungen von Jugendlichen. Den Beruf des Bootsbauers verknüpfen viele mit Fernweh, der Weite des Meeres und dem anspruchsvollen Umgang mit dem Material Holz.“ An guten Bewerbern mangele es dem Unternehmen 55


bisher nicht. In jedem Jahr stellt die Werft zwei bis drei Azubis ein. „Derzeit bieten wir eine Ausbildungsstelle für den Bootsbauer mit der Fachrichtung Yachttechnik an.“ Auch Basti hegt noch einen großen Traum, der mit Fernweh zu tun hat: „Nach der Ausbildung will ich im Ausland Berufserfahrung sammeln, am liebsten in den USA oder in Australien.“

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Anerkannter Ausbildungsberuf Duale Ausbildung Betrieb/Berufsschule Dauer: dreieinhalb Jahre (verkürzt 3 Jahre) Fachrichtungen: Neu-, Aus- und Umbau und Yachttechnik Schulabschuss: mindestens Erster Allgemeinbildender Schulabschluss Anzahl der Ausbildungsanfänger in Deutschland pro Jahr: 156 Weitere Informationen: www.dbsv.de/de/ ausbildung-zum-bootsbauer

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Mehr mit alter Schiffsbautradition hatte ein ungewöhnliches Neubauprojekt zu tun, mit dem die Werft 1987 Schlagzeilen machte. „In unserer Werft wurde damals die mittelalterliche Hansekogge originalgetreu nachgebaut. Zum Team gehörten arbeitslose Jugendliche und ältere Arbeitslose. Einige durchliefen bei uns eine Berufsausbildung“,

berichtet die Werftchefin. Die Kieler Hansekogge lädt bis heute Interessierte auf der Förde zu Segeltörns ein – zum Beispiel während der Kieler Woche. Und was ist mit der Familientradition? Edith Vonhoff freut sich, dass die Geschichte des gesunden Unternehmens auch nach dem 100. Jubiläum weitergehen wird.

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Und was lernen die Azubis bei Rathje? „Besonders wichtig ist uns eine solide Ausbildung. Die Schwerpunkte liegen im Holz- und GFK-Bootsbau. Darüber hinaus durchlaufen unsere jungen Mitarbeiter alle anderen Arbeitsbereiche unserer Werft, wie Auf- und Abriggen (Segel setzen und einholen), Ein- und Auslagern von Booten und ab diesem Jahr auch den Neubau von Wohnyachten“, berichtet Edith Vonhoff. Denn der Prototyp einer 18 Meter langen Neukonstruktion soll ab 2018 bei Rathje in Eigenregie gebaut werden. „Auf unserer ‚Pahi C 60‘ können Menschen recht komfortabel wohnen - sozusagen in einem schwimmenden Eigenheim. Doch es ist kein Hausboot, sondern ein Sportboot, das selbst fahren kann.“ Wenn sich die Kunden begeistern lassen, will Rathje eine Serienproduktion starten.

Die Yacht- und Bootswerft Rathje bietet folgende Ausgildung an: Bootsbauer/-in Yacht- und Bootswerft Rathje Prieser Strand 14a 24159 Kiel Tel: 0431 / 22092-0 info@bootswerft-rathje.de www.yacht-und-bootswerft-rathje.de


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Herzblut für ScHutzbedürftige Das Tierheim Schleswig kümmert sich liebevoll um Hunde, Katzen und alle Tiere, die gefunden, ausgesetzt oder beschlagnahmt wurden. TEXT Joachim Welding | FOTOS Moritz Wellmann

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in leises Wimmern in der Biomülltonne war das einzige, was der junge Mann im Vorbeigehen hörte. Er schaute unter den Deckel und staunte nicht schlecht: Eine verängstigte Katze schaute ihn mit großen Augen an. Weil jemand einen Stein auf den Deckel gelegt hatte, konnte sich das Tier nicht selbst befreien, so dass es grausam gestorben wäre. „Unfassbar! Jemand wollte die Katze einfach im Müll entsorgen“, ärgert sich Yvonne Wiegers-von Wegner über das herzlose Verhalten. Zum Glück gab es ein Happy End! Das Tierheim in Schleswig nahm „Püppi“, wie die Fundkatze getauft wurde, in seine Obhut und päppelte sie auf. „Wir konnten sie schließlich in ein schönes Zuhause vermitteln. Dort lebt sie nun glücklich mit drei anderen Katzen zusammen und hält ihre neuen Menschen ordentlich auf Trab!“, berichtet die Vorsitzende des Tierschutzvereins.“ Ein Tierheim ist keineswegs eine Selbstverständlichkeit, denn der Staat kümmert sich normalerweise nicht um das Wohlergehen von Tieren in Not. Es sind fast immer Tierschutzvereine, die Heime mithilfe von Spenden, Mitgliedsbeiträgen und freiwilligem Engagement aufbauen und betreiben – so auch das Tierheim Schleswig, das gerade ein Spitzenkompliment bekommen hat: Tierfreunde im Norden wählten es zum beliebtesten Tierheim im Nordwesten Schleswig-Holsteins. „Wir freuen uns riesig! Von der Nord-Ostsee-Sparkasse haben wir 5.000 Euro Preisgeld bekommen. Und das wird sinnvoll investiert: Wir legen einen Teich für aufgegriffene Gänse und Enten an und bauen ein Hühnerhaus“, erzählt Nicole Schmonsees, die Kassenwartin. Der Verein mit seinen 320 Mitgliedern wird von deren Beiträgen sowie von Sponsorengeldern und freiwilligen Spenden getragen. 58

1974 wurde das Tierheim gebaut; es bietet seinen Bewohnern auf Zeit ein ideales Zuhause. Derzeit tummeln sich 30 Bewohner im großen und kleinen Hundehaus und 50 im Katzenhaus. Andere Gäste haben im Kleintierhaus Platz; außerdem gibt es Quarantäne-Stationen für Katz‘ und Hund. Elf zweibeinige Freunde kümmern sich um das Wohlergehen der schutzbedürftigen Tiere. Sie geben alles, damit sich das Kätzchen „Püppi“, Hundedame „Vaiana“, die fixen Wüstenrennmäuse, Meerschweinchen, Kaninchen und alle anderen haarigen und gefiederten Geschöpfe wohl fühlen. Eine ganze Menge Arbeit wartet jeden Tag auf die Tierpfleger, Hausmeister, Azubis, „Bufdis“ (Freiwillige) und die anderen Mitarbeiter. „Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich. Deshalb mag ich den Beruf der Tierpflegerin so“, berichtet Azubi Katna Witt aus Eckernförde begeistert. Die 20-jährige Abiturientin arbeitet im dritten Lehrjahr und wollte eigentlich Tierärztin werden, musste diesen Traum aber wegen eines Numerus clausus von 1,2 begraben. Dann erfuhr sie, dass das Heim Tierpfleger ausbildet. „Wenige Wochen nach meiner Bewerbung konnte ich anfangen. Und ich muss sagen, den Umgang mit den Tieren, aber auch mit den Menschen, die jeden Tag zu uns kommen, mag ich sehr.“ Viele glauben, in einem Tierheim müssten die Mitarbeiter immer nur Ställe ausmisten. Katna widerspricht: “Damit liegen sie total daneben. Wenn wir verletzte oder Jungtiere abholen – beispielsweise Vögel, die aus dem Nest gefallen sind, dann kümmern wir uns 24 Stunden um sie. Auch Katzenbabys nehmen die Kollegen mit nach Hause, weil sie alle paar Stunden mit Spezialnahrung gefüttert werden müssen.“ Und die Kleinen brauchen natürlich die mütterliche Wärme, die nun der Mensch dem Tier spendet.


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Aufpäppeln: Azubi Katna Witt kümmert sich um junge, kranke Kätzchen, die bei Kälte und Nässe gefunden wurden.

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„Wir werden gerufen, wenn ausgebüxte Hunde eingefangen werden müssen oder verletzte Wildtiere gefunden werden – etwa Bussarde oder Falken.“ Auch das Ordnungsamt ruft immer wieder an, wenn Menschen mit der Haltung ihrer Haustiere überfordert sind und diese beschlagnahmt werden. „Dann ist es auch wichtig, mit den manchmal psychisch Kranken einfühlsam umzugehen. Denn sie brauchen auch unsere Hilfe“, ergänzt Vereinschefin Yvonne Wiegers-von Wegner. Im Umgang mit den besten Freunden des Menschen reicht das Arbeitsspektrum von der Fütterung, der Reinigung der Näpfe und Katzenkratzbäume bis zur Verabreichung von Medikamenten, Fahrten zum Tierarzt und wichtigen Gesprächen mit Besuchern, die Fundtiere kennenlernen wollen, um sie später zu sich zu holen. „Diese Gespräche führen wir sehr intensiv, um festzustellen zu können, ob das jeweilige Tier auch zum neuen Herrchen oder Frauchen passt“, sagt die Vorsitzende. Ein Pitbull-Terrier passe nun mal nicht in einen Familienhaushalt mit kleinen Kindern. „Die Leute brauchen viel fachkundige Beratung, und die bekommen sie bei uns.“ Auch die Azubis lernen einiges über Menschenkenntnis. Und sie lernen, wie der Betrieb eines Tierheims funktioniert. Auch Schüler sind übrigens immer willkommen: Im Praktikum der 9. Klasse können sie das bunte Leben und Arbeiten mit Vier- und Zweibeinern kennenlernen. Anruf genügt.

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Das Tierheim Schleswig bietet folgende Ausbildung an: Tierpfleger/-innen Tierheim Schleswig Ratsteich 25 24837 Schleswig Tel. 04621 51322 buero@tierheim-sl.de www.tierheim-sl.de Sponsored by

Bunte Tierschar: Hier kümmern sich die Menschen um Wildtiere wie Gänse und Schildkröten ebenso wie um Wellensittiche und Hunde. Yvonne Wiegers-von Wegner (unten rechts) und Nicole Schmonsees vom Tierschutzverein freuen sich, dass das Schleswiger Tierheim zum beliebtesten in Nordwest-SchleswigHolstein gewählt wurde.

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Ausbildung mit Zukunft

IMPRESSUM ME2BE HIERGEBLIEBEN SPECIAL ist ein Produkt der BRANDPUBLISHERS COMMUNICATION GmbH Von-Kurtzrock-Ring 16 22391 Hamburg Geschäftsführer Axel von Kortzfleisch Büro Sehestedt Feldscheide 2 24814 Sehestedt Telefon 04357 - 99 600 81 Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Christian Dorbandt, Vanessa Strehlow presse@me2be.de

Bei uns stimmt die Chemie In Hemmingstedt steht eine der modernsten Raffinerien Deutschlands. Beim Thema Anlagensicherheit gehören wir zur europäischen Spitze. Unsere Anlagen produzieren Treibstoff für Automobile und Flugzeuge sowie Grundstoffe für die chemische Industrie. Zudem sorgen wir für warme Häuser in ganz Norddeutschland.

Schul- und Messebetreuung Nadja Linke, Mirja Wilde schule@me2be.de Chefredaktion (V.i.S.d.P.) Katharina Grzeca katharina.grzeca@me2be.de Chefin vom Dienst Katharina Grzeca Textredaktion Christian Dorbandt, Joachim Welding, Katharina Grzeca, Jana Limbers Onlineredaktion Jana Limbers, Sabrina Meyn, Nadja Linke, Christian Dorbandt hello@me2b2.de Social Media Merle Jurzig, Vanessa Strehlow, Jana Limbers hello@me2be.de

Bist du interessiert an Chemie und Physik? Hast du Spaß an Technik oder findest du wirtschaftliche Zusammenhänge in einem internationalen Marktumfeld spannend? Dann stehen dir alle Wege offen mit der Ausbildung zum/zur

Art Direction Katharina Grzeca, Merle Jurzig

• Chemikant/-in, • Elektroniker/-in für Automatisierungstechnik, • Industriekaufmann/-frau.

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Als Teil unseres Teams kannst du schon während der Ausbildung mit einer guten Bezahlung und umfassenden Sozialleistungen rechnen. Es ist der optimale Start in deine berufliche Zukunft, denn unsere Absolventen gehören vielfach zu den Prüfungsbesten in SchleswigHolstein. Erfahre mehr unter www.heiderefinery.com.

Foto Eric Genzken, Sebastian Weimar, Moritz Wellmann, Fotostudio Renard, Wirtschaftsministerium SH, Michael Ruff, Henrik Matzen, Jana Limbers, Joachim Welding, Sönke Dwenger Illustration Ibou Gueye, Sascha Düvel

1. Auflage www.me2be.de www.facebook.com/me2bemag Druck VDD AG 09603 Großschirma ME2BE Bestellservice Preis je Heft 2,90 EURO zzgl. Versandkosten Telefon 04357 - 99 600 82 hello@me2be.de © 2018 für alle Beiträge der BRANDPUBLISHERS COMMUNICATION GMBH ME2BE HIERGEBLIEBEN SPECIAL wird kostenlos an Schulen verteilt. Nachdruck, Aufnahme in Onlinediensten und Internet und Vervielfältigung auf Datenträgern jeglicher Art – auch auszugsweise – nur nach vorheriger schriftlicher Zustimmung des Verlages. Der Verlag haftet nicht für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Videos, und übernimmt keinerlei Haftung für die Richtigkeit der jeweiligen Anbieter. Anzeigenpreise auf Anfrage.

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M E2B E JOBT IONARY

Pferdewirt/-in – „das Glück dieser erde“ als Beruf Aus der ME2BE-Reihe „Seltene Berufe – Folge deiner Leidenschaft“ TEXT Joachim Welding | ILLUSTRATION Ibou Gueye

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ein bester Freund hat vier Beine und galoppiert durchs Leben. Wer mitgaloppieren will, muss eine Menge lernen. Zum Beispiel, dass Rennpferde bis zu 70 Km/h schnell sein können und auch Vierbeiner mal in die Schule müssen – dann nämlich, wenn Pferdewirte sie für die Dressur trainieren. Wer diese besonderen Tiere liebt und für sein Leben gerne reitet, für den trifft das bekannte Sprichwort ganz sicher zu: „Das Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde“. Und was kann es Schöneres geben, als sein Hobby mit dem Beruf zu verbinden? Und wenn es dann zwar ein nicht alltäglicher, aber zukunftssicherer Beruf ist – umso besser! Rund eine Million Pferde traben auf Deutschlands Weiden. Und sie alle müssen versorgt, trainiert und gezüchtet werden. Und immer mehr (junge) Leute wollen gerne reiten lernen: genug Arbeit also für gut ausgebildete Pferdewirte! Gebraucht werden sie überall dort, wo die Vierbeiner dem Menschen Freude (und Geld) bringen sollen: in der Pferde- und Reiterausbildung, der Zucht edler Holsteiner oder Trakehner beispielsweise, aber auch in Reitschulen, Pferdekliniken und Rennställen. „Super“, denken nun bestimmt viele Pferdenarren: „Dann kann ich ja den ganzen Tag reiten.“ Na klar, es geht bei Pferden meist 62

darum, aber während der Arbeit wird das für den Profi eher zur Nebensache. Denn Pferdewirte kümmern sich um das Wohlergehen der Tiere: Sie tragen Verantwortung für Training, Zucht, Versorgung und Pflege der Pferde. Den Kunden bieten sie Hilfestellung und Beratung beim Umgang mit den Tieren. Und beim Reitunterricht bildet der Pferdewirt den Nachwuchs aus. Und weil der Aufgabenbereich so riesig ist, müssen sich die Azubis in der dreijährigen Ausbildung für eine von fünf Fachrichtungen entscheiden. Zunächst lernen alle die Grundlagen, erst im dritten Ausbildungsjahr eignen sich die Auszubildenden Spezialwissen im jeweiligen Fachgebiet an. In der Klassischen Reitausbildung steht der Sport im Mittelpunkt, denn es geht um Springreiten und Dressur. Damit Pferde gesund bleiben oder werden, brauchen sie gut ausgebildete Fachleute, die dieses Thema in der Fachrichtung Pferdehaltung und Service lernen. Hengste, trächtige Stuten und Fohlen stehen im Mittelpunkt in der Pferdezucht. Und ums Tempo beim Rennreiten und Trabrennfahren geht es in der Fachrichtung Pferderennen. Dabei bilden Pferdewirte die Tiere aus und bereiten sie auf die Rennen vor. Und im Spezialreitwesen trainieren die angehenden Fachleute beispielsweise Westernpferde. Aber die ganz alltäglichen Dinge im Umgang mit den wunderbaren Tieren

müssen alle Pferdewirte auch erledigen: striegeln, satteln, füttern und den Stall ausmisten. Wer die letztgenannten Arbeiten gerne anderen überlassen will, sollte überlegen, beruflich zum/zur Pferdewirtschaftsmeister/-in aufzusteigen. Damit kann man sich selbstständig machen oder eine leitende Position einnehmen. Und auf die Chance hoffen, das große Geld mit edlen Vollblütern zu machen. So wie mit dem berühmten Rennpferd „Danedream“, das dem Züchter die Rekordsumme von 3,6 Millionen Euro eingebracht hat. Gekostet hatte die Stute lediglich 9000 Euro. Übrigens: Im Norden bietet etwa die Reitanlage Bredenbeker Teich in Ammersbek (Kreis Stormarn) eine Ausbildung als Pferdewirt/-in im Schwerpunkt Klassische Reitausbildung oder Haltung und Service an. Um etwas kleinere Vierbeiner geht es bei der Ausbildung auf dem Islandpferdehof Kranichtal in Hornbek bei Mölln.

Weitere seltene Berufe sowie alle Tipps zur Bewerbung findet ihr auch unter www.me2be.de.


TRAUMBERUF FlEchTwERkgEsTAlTER/-IN Aus der ME2BE-Reihe „Seltene Berufe – Folge deiner Leidenschaft“ TEXT Christian Dorbandt | FOTOS Sebastian Weimar

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edes Jahr entscheiden sich in Deutschland rund 30.000 Jugendliche für eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann oder zur Einzelhandelskauffrau, circa 3.000 für eine Fleischerlehre, knapp 300 möchten Steinmetz/-in und Steinbildhauer/-in werden, aber nur etwa 30 werden Flechtwerkgestalter. Für ME2BE Grund genug, diesen seltenen Beruf ins Rampenlicht zu rücken. In unserer Reihe „Seltene Berufe – Folge deiner Leidenschaft“ präsentieren wir ein traditionelles Handwerk, in dem sehr glückliche Menschen arbeiten! Zum Beispiel die Korbmacherfamilie Sell aus Kiel! Das Korbmacher-Handwerk entstand in Deutschland vor 250 Jahren und ist eng mit der oberfränkischen Stadt Lichtenfels und den umliegenden Dörfern verknüpft. Vier Faktoren begünstigten die Entstehung des Berufsbildes: 1.) Die Landwirtschaft bot zu wenig Ertrag und Arbeit für die Bevölkerung. 2.) Es gab einen großen Bedarf an robusten, langlebigen Transportbehältern für Nahrungsmittel und Holz. 3.) Das Klima im Maintal bot ideale Wachstumsbedingungen für die Weide. 4.) Zum Flechten eines Korbes benötigte man nur wenig Werkzeug und Material.

Reisstrohzöpfe sowie indonesisches Rotan (Rattan), spanisches Espartogras oder kubanisches Palmblatt. Aus dem Korbhandwerk entwickelte sich eine Korbindustrie, sodass 1909 eine eigene Korbfachschule in Lichtenfels errichtet wurde. Diese Ausbildungsstätte heißt heute „Staatliche Berufsfachschule für Flechtwerkgestaltung“. Sie ist deutschlandweit die einzige ihrer Art!

Berufsfachschule für Flechtwerkgestaltung in Lichtenfels eine dreijährige schulische Ausbildung an. Vorteile: Die Ausbildung ist kostenlos. Mit einem erfolgreichen Abschluss gilt man als perfekt ausgebildet und kann überall auf der Welt als Fachkraft in diesem Beruf arbeiten. Nachteil: Man kann den Beruf nur in Lichtenfels erlernen und muss auf eine Ausbildungsvergütung verzichten.

3 Jahre Ausbildung – nur in Lichtenfels

Christin und Matthias Sell – Miteinander verflochten

Das Flechthandwerk produziert nicht nur Weidekörbe für Kaminholz oder für die Armbeuge auf dem Wochenmarkt. Es umfasst viele andere Bereiche, Techniken und Materialien. Aus diesem Grund heißt der Ausbildungsberuf heute nicht mehr Korbmacher/-in, sondern „Flechtwerkgestalter/-in“. Die Ausbildung dauert 3 Jahre und könnte grundsätzlich als duale Ausbildung in Betrieben erfolgen. Vorausgesetzt man findet einen Betrieb, der ausbilden will. Das ist zurzeit in Deutschland leider nicht der Fall. Deshalb bietet die Staatliche

In Kiel lebt die Korbmacherfamilie Sell und stellt in dritter Generation Körbe und andere Geflechte her. In guter Tradition ist der Betrieb in voller Familienhand – Vater, Mutter, Tochter und Schwiegersohn arbeiten Seite an Seite. Die Korbmacherei Sell ist außerdem der einzige Betrieb seiner Art in Schleswig-Holstein und Hamburg. Das bedeutet: Arbeit gibt es reichlich! Wir haben das junge Ehepaar Christin und Matthias Sell in ihrer Werkstatt besucht und einen spannenden Crashkurs im Flechthandwerk erhalten!

Körbe aus Deutschland – ein früher Exportschlager Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Korbmacherei zu einem wichtigen Wirtschaftszweig. Korbwaren wurden in Heimarbeit, meist unter Mithilfe der gesamten Familie, hergestellt und nach Holland, Preußen, Russland und Amerika exportiert. Aufgrund der hohen Nachfrage verwendete man auch französische Weidesorten, außerdem böhmische Holzfasergeflechte, italienische Strohborten, chinesische 65


ME2BE: Moin, moin. Danke, dass ihr uns in eure Werkstatt eingeladen habt. Was für Produkte entstehen hier? Christin: Ja, herzlich willkommen in unserem kleinen Familienbetrieb. Wir produzieren verschiedene Weidekörbe, zum Beispiel Einkaufs- und Wäschekörbe in allen Größen und Ausführungen, aber auch Tablette, Schalen, Brotbackformen, Flaschenträger, Beet-Einfassungen, Holzkörbe, Teppichklopfer und Puppenwagen sowie diverse Flechtwerkobjekte zur Gartendekoration und alles, was die Leute bei uns in Auftrag geben. Außerdem reparieren wir Flechtwerke, zum Beispiel die klassischen Stuhlgeflechte und bieten auch Flechtkurse an. Christin, du bist gebürtige Kielerin und führst den Familienbetrieb in dritter Generation. Dein Mann Matthias kommt aus dem bayerischen Oberfranken. Wie habt ihr euch kennengelernt? Christin: Tja, wir haben uns tatsächlich auf der Berufsfachschule in Lichtenfels kennengelernt. Matthias stammt ja dort aus der Gegend. Er war damals im dritten und ich im zweiten Lehrjahr. Irgendwann hat‘s zwischen uns gefunkt! Matthias hat anschließend seinen Zivildienst absolviert und als ich mit der Ausbildung fertig war, hab ich ihm vorgeschlagen, mit nach Kiel zu ziehen und in unseren Betrieb zu kommen. Das war vor 15 Jahren! Wie ist das, Matthias, auf engem Raum mit der Familie zusammenzuarbeiten und im gleichen Haus zu wohnen? Wird euch das manchmal zu viel? Matthias: Nein, überhaupt nicht. Man muss sich nur mögen … dann ist das geradezu ideal. Es gibt nichts Schöneres, als das zu tun, was einem Spaß macht! Wir üben unser Handwerk mit Leidenschaft aus. Und die Chance beruflicher Selbständigkeit, die das Handwerk auch grundsätzlich bietet, war für uns immer wichtig! Christin: Ich sag immer …‚ ich spiele kein Lotto, muss nirgendwo das Glück suchen, denn ich bin überglücklich, das gelernt zu haben, was ich immer lernen wollte!‘ Ihr arbeitet mit dem Rohstoff Weide. Wie lässt es sich damit arbeiten? Und woher bezieht ihr das Material? Matthias: Die Weide ist ein schönes und dankbares Material, mit dem sich gut arbeiten lässt. Da Weiden sehr lang sind, müssen sie vor der Verarbeitung der ganzen Länge nach in Wasser eingeweicht werden. Das passiert gleich hinter der Werkstatt. Für die 66

hellen, weißen Weideprodukte müssen die Weiden geschält werden. Die rotbraune Weide färbt sich durch die in der Weidenrinde enthaltene Salizylsäure. Den Teil der von uns verwendeten Weiden, die wir im Handel nicht einkaufen können, bauen wir im Garten selbst an! Was waren die ungewöhnlichsten Auftragsarbeiten? Christin: Wir erhielten mal den Auftrag, ein Strandkorbmuster anzufertigen, das anschließend industriell in Serie produziert werden sollte, mit eingearbeiteten Bullaugen und in größeren Maßen als die herkömmlichen Strandkörbe. Das müssen wir ganz gut hinbekommen haben, denn die Strandkörbe sehen wir heute überall bei einer bekannten Sylter Fisch-Gastronomie. Auch einen WeideKäfig für die Theaterkulissse des Stücks „Kaspar Hauser“ am Nürnberger Burgtheater haben wir schon hergestellt. Welche Voraussetzungen sollte man für euer Handwerk erfüllen? Matthias: Die wichtigste Voraussetzung ist, dass es Spaß macht! Das Handwerk selbst erlernt man in der dreijährigen Schulausbildung. Grundsätzlich hilfreiche Eigenschaften für Flechtwerkgestalter/-innen sind Kreativität, handwerkliches Geschick, Fingerfertigkeit, Geduld, logisches Denken und räumliches Vorstellungsvermögen. Welche Chancen und Risiken gibt es für Schülerinnen und Schüler, die sich für diese Ausbildung entscheiden? Christin: Etwas schwierig ist es zu Beginn, da die Ausbildung ausschließlich in Lichtenfels stattfindet und nicht vergütet wird. Man muss sich also selbst versorgen oder gegebenenfalls BaföG beantragen. Dafür ist die Ausbildung kostenfrei. Und man kann alle Objekte, die man in der Ausbildung herstellt, auch selbst verkaufen und muss nur das Material bezahlen. Ich glaube, der Beruf bietet gute Chancen für Menschen, die selbst etwas herstellen und kreativ arbeiten möchten. Es gibt nach der Ausbildung mehrere Perspektiven. Neben der Anstellung in Betrieben besteht die Möglichkeit, im sozialen oder therapeutischen Bereich zu arbeiten, zum Beispiel in der Ergotherapie oder in Behindertenwerkstätten. Einige studieren anschließend Design. Auch die Selbständigkeit ist eine Option. Da die Nachfrage an Korbwaren stabil ist und es nur wenige Flechtwerkgestalter gibt, sind die Chancen, seinen Platz zu finden, nicht so schlecht.

„Ich bin überglücklich, das gelernt zu haben, was ich immer lernen wollte.“

Weitere Informationen unter www.flechtwerkgestaltung.bs-lif.de


Naheliegend. Fachhochschule Westküste

Lernen mit weitem Horizont Fachhochschule Westküste Korbmacherin aus Leidenschaft: Christin Sell beim Prüfen des Rohmaterials (oben) und bei der Erneuerung eines Stuhlgeflechts und (unten).

Studienberatung / Zulassung Telefon: (0481) 85 55 141 / -133 Email: beratung@fh-westkueste.de www.fh-westkueste.de Fritz-Thiedemann-Ring 20 – 25746 Heide


Von hellem licht und lauten tönen – Was macht ein Veranstaltungstechniker? Wir haben Björn Hildebrandt getroffen, der eine Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik absolviert. TEXT & FOTOS Jana Limbers

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s gibt Leute, die haben Bürojobs. Es gibt Leute, die arbeiten von neun bis fünf. Es gibt Leute, die machen jeden Tag das Gleiche. Und dann gibt es Björn. Bei ihm verläuft kein Tag wie der andere, denn er ist Auszubildender zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik. 2016 hat der 30-Jährige sich entschlossen, nochmal die Schulbank zu drücken und umzusatteln. Es ist bereits seine zweite Ausbildung, denn direkt nach dem Realschulabschluss und dem Zivildienst hat er eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann abgeschlossen. Wir haben uns mit Björn getroffen und ihn gefragt, wie es so ist, das Arbeiten zwischen Kabeln und Konzerten. Wenn man sich mit Björn unterhält, merkt man ganz schnell, dass Musik ein großes Thema in seinem Leben ist, denn er spielt nicht nur selbst Bass, sondern seine erste Ausbildung absolvierte er in einem Musikge­ schäft und war dort ganze zehn Jahre tätig. „Ich wollte einfach nochmal etwas anderes machen, denn das wirklich große Verkaufs­ talent war ich nie”, sagt der Hobbymusiker. Er erzählt davon, dass er auch vor seiner zweiten Ausbildung immer mal wieder am Licht­ oder Tonpult saß, um befreundete Bands (auf Konzerten) zu unterstützen. „Das ist etwas, was mir immer schon Spaß gemacht und mich fasziniert hat. Als ich dann von einem Bekannten hörte, dass sein Betrieb noch einen Auszubildenden suche, habe ich aber das erste Mal wirklich 68

dem einfach nur das Licht angeknipst wird und das war‘s dann.” Das Licht­ pult sieht übrigens so ähnlich aus wie ein Ton­ pult und kann ähnlich kompliziert sein. Manch­ mal programmiert Björn ganze Lichtshows, sodass die unterschiedlichen Lichteffekte genau auf die verschiedenen Teile eines Songs abgestimmt sind. Das ist schon beein­ druckend und man kann gut verstehen, weshalb ihm diese Arbeit gefällt.

ernsthaft darüber nachgedacht.” Im August 2016 hat Björn dann die Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik, kurz VT, begonnen und es keinen Tag bereut. „Ich bin im Moment total zufrieden und würde mit niemandem tauschen wollen!” Björn gehört zu den VTlern, die in einem „festen Haus” lernen, sie sind also nicht ständig mit ihrem Betrieb unterwegs, son­ dern kümmern sich um die Veranstaltungen vor Ort, eben „im Haus”. In diesem Fall heißt das für Björn, dass er Musikabende, Parties, Kunstausstellungen oder sogar Wrestlingver­ anstaltungen plant und betreut. Kein Wun­ der, dass die Anforderungen immer wieder neu sind. Veranstaltungstechniker kümmern sich zwar auch um den Auf­ und Abbau von Bühnen, die Einrichtung und Bedienung von Tontechnik sowie um die Sicherheitsvor­ schriften, aber Björns Lieblingsaufgabe ist ganz klar: „Licht machen.“ „Wenn ich Licht mache, kann ich mich kre­ ativ so richtig austoben und Licht macht bei einer Show einen riesigen Unterschied. Es gibt nichts Schlimmeres als ein Konzert, bei

Aber mal Hand aufs Herz, Björn: Die Arbeitszeiten, die sind doch sicher ganz schön heftig oder? „Zum Glück geht das bei mir”, sagt er, „manchmal habe ich tatsächlich einen ganz normalen Arbeits­ tag von neun bis siebzehn Uhr. Es kommt natürlich mal vor, dass ich zehn oder sogar fünfzehn Stunden durcharbeiten muss, aber das gehört nun mal dazu. Urlaub nehmen wäre für mich auch kein Problem, aber das kann natürlich gerade bei Veranstaltungs­ technikern, die nicht in einem ‚festen Haus’ arbeiten, ganz anders sein.” Ok, verstanden: Die Arbeitszeiten können denen von Büro­ jobs gleichen, müssen es aber nicht. An Kon­ zerttagen sieht so ein typischer Arbeitstag aber doch völlig anders aus als der im Büro. Wenn ein Konzert um 19 Uhr beginnt, fängt Björn um 12 Uhr an zu arbeiten. Sofern die Bühne bereits steht, was im „festen Haus“ oft der Fall ist, gilt es, die Beleuchtung zu ins­ tallieren und eventuelle Sonderwünsche der Bands zu erfüllen. Im Laufe des Nachmittags erscheint dann die Band, baut ihr eigenes Equipment auf und macht mit Björn den


Soundcheck. Wenn dann der Sound stimmt und alle zufrieden sind, ist oft gar nicht mehr viel Zeit, bis das Konzert beginnt. Wenn die Show vorbei ist, muss natürlich alles wieder aufgeräumt werden und gegen Mitternacht hat Björn dann meistens end­ lich Feierabend. Klar ist also: Dieser Beruf verlangt nicht nur Kreativität, sondern auch Durchhaltevermögen. Björn erzählt uns, was darüber hinaus noch wichtig ist: „Man muss auch improvisieren können, denn manchmal gehen einfach Dinge schief. Ein bisschen Durchsetzungsvermögen schadet auch nicht, und man sollte auf jeden Fall bereit sein, manche Dinge mit Humor zu nehmen, beson­ ders in Stresssituationen; denn es ist nieman­ dem geholfen, wenn man durchdreht.” Wir haben außerdem gefragt, was Björn denjenigen empfehlen würde, die sich für eine Ausbildung zum Veranstaltungstechni­ ker interessieren. „Zunächst würde ich ein Praktikum machen, wenn man den Job noch nicht kennt. Man muss viele Dinge beach­ ten, oft schwere Sachen schleppen und es wird manchmal eben echt spät. Man sollte sich genau überlegen, in welchem Betrieb man die Ausbildung macht. Die Arbeit in einem ‘festen Haus’ kann entspannter sein, allerdings ist die Arbeit bei einem reisenden Betrieb viel abwechslungsreicher. Es kommt darauf an, was einem liegt. Am Wichtigsten ist aber: Nicht den Kopf in den Sand ste­ cken! Jeder fängt mal klein an.” Ihr seht, Veranstaltungstechniker ist ein vielseitiger und interessanter Beruf. Er ist technisch, fordert Kreativität, man hat mit anderen Menschen zu tun und eines ist sicher: Lang­ weilig wird es nicht. Zwei Dinge wollen wir dann doch noch von Björn wissen: „Was war das schönste Erlebnis während deiner Ausbildung und was ist dein größtes beruf­ liches Ziel?“ „Ehrlich gesagt, das Schönste ist, wenn man von den Künstlern für das gelobt wird, was man macht. So erhalte ich die Bestätigung für meine Arbeit. Mein berufliches Ziel wäre, einmal bei einer gro­ ßen Produktion mit einem bekannten Star oder einer großen Band mitzuwirken und die Show mit zu planen. Das wäre klasse.” Wir wünschen Björn, dass noch viele gute Shows in seiner Zukunft liegen und auch sein Wunsch eines Tages Realität wird. Wir

bedanken uns für den Einblick in sein Berufsleben und schließen mit einem Augenzwinkern und seinem berufli­ chen Motto: “Leg dich nie mit einem Lichttechniker an. Der hat Kabelbin­ der, Gaffa und ein leeres Case.”

Björns Ausbildungsbetrieb: Carls Eventlocation Carlshöhe 47 24340 Eckernförde Berufsschule: RBZ Technik Geschwister­Scholl­Straße 9 24143 Kiel


Flüchten. Mutig sein. coFFee to go. Junger Syrer entkommt dem Krieg und eröffnet in Kiel sein eigenes Café TEXT & FOTOS Joachim Welding

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ie Geschichte Obadias beginnt traurig und endet mit einem Lachen. Der junge Syrer muss wegen des Bürgerkrieges flüchten, seine Familie zurücklassen und um sein Leben bangen. Doch der gelernte Elektriker versucht seinem Leben einen Sinn zu geben, strandet in Libyen, findet Arbeit und muss erneut flüchten. Erst in Kiel angekommen, kann er seinen Traum verwirklichen: Obaida eröffnet sein eigenes Café! Hama, eine Metropole in Syrien, so groß wie Frankfurt. Hier lebt Obaida mit seiner neunköpfigen Familie. Täglich muss er aufs Neue einem Bürgerkrieg ins Auge sehen, der schon seit Jahren in seinem Heimatland wütet. Die Familie hat bis jetzt Glück im Unglück: „Wir wurden nicht bombardiert, alle sind wohlauf. In den benachbarten Dörfern aber schlagen die Geschosse ein, alles ist zerstört.“ Irgendwann beschließt der damals 24-Jährige: „Ich muss weg. Hier gibt es keine Zukunft.“ Schweren Herzens verabschiedet er sich 2014 von seinen Eltern, Schwestern und Brüdern. Von jetzt an ist er allein auf sich gestellt. Sein Glück will Obaida 2500 Kilometer entfernt im nordafrikanischen Libyen suchen, auch wenn es dort nicht sicher ist. Zuhause hat er schon als Elektriker gearbeitet – das ist sein Glück: „Ich habe einen Job in einer Fabrik gefunden, war dort sogar Vorarbeiter.“ Doch nach zwei Jahren beherrschen auch in Libyen die Waffen, Attentate und viel Leid den Alltag. „Ich konnte nicht bleiben. Ein normales Leben war nicht mehr möglich. So

habe ich mich entschlossen, in einem der Boote über das Mittelmeer nach Europa zu flüchten.“ In einer Nacht- und Nebelaktion kann er an Bord gehen, mit ihm 120 andere Flüchtlinge, darunter 40 Kinder. Schon wieder hat der Syrer Glück: „Unser Boot hat durchgehalten. Es war Sommer, und die See lag ganz ruhig.“ Nach fünf Tagen erreicht das Boot die italienische Küste. Obaida hat einen Traum: Er will nach Deutschland, wo es sicher ist und viele Menschen hilfsbedürftige Flüchtlinge willkommen heißen. Über die Schweiz fährt er mit dem Zug nach München und wundert sich: „Ich habe noch nie so viele grüne Wiesen gesehen. Ich dachte, in Deutschland gibt es nur Hochhäuser. Während der Fahrt durch

Bayern staunte ich jedoch über die schönen, alten Wohnhäuser.“ Schließlich landet er im Erstaufnahmeheim in Neumünster, wird als Kriegsflüchtling anerkannt und bekommt eine Aufenthaltsgenehmigung. Er sucht Arbeit und erhält einen Praktikumsplatz bei einer Malerfirma. „Ein Mitarbeiter hat mich sehr unterstützt und mir gesagt: Du musst Deutsch lernen! Er half mir dabei, und so konnte ich die Sprache schon nach einem halben Jahr ganz gut“, erzählt der junge Mann mit dem sympathischen Lächeln. Nach dem Deutsch-Sprachkurs ist Obaida fit für den Arbeitsmarkt: Ein Handwerksunternehmen stellt den Elektriker ein. „Weil meine Berufsausbildung in Syrien nicht 71


vegetarische und vegane Zutaten. Natürlich Coffee-to-go und ein Schlemmerfrühstück, das sich auch Studenten leisten können. Knackige Salate, Falafel, Fritz-Cola sowie Kaffeespezialitäten aus eigener Herstellung. Mittags bereitet Obaida Suppen zu, dazu gibt es frische Brötchen. Penibel sauber hält der junge Unternehmer sein Café: „Hygiene ist in der Gastronomie superwichtig“, meint er.

anerkannt wurde, musste ich die Lehre leider wiederholen“, berichtet er. Doch er merkt bald: Von dem Azubi-Gehalt kann er nicht leben. Obaida muss neu überlegen. Er lernt eine junge Frau kennen, die beiden werden ein Paar. Eines Tages fahren sie an einem geschlossenen Café an der Fachhochschule Kiel vorbei und rufen: „Das ist es!“

Sie sind mutig und übernehmen den Laden „Coffee Cloud“.

Die Zukunft kann kommen in Kiel, auch wenn Obaida manchmal traurig ist. „Ich halte immer Kontakt zu meiner Familie. Aber der Krieg belastet uns alle sehr. Und ich habe Heimweh!“ Deshalb hat er einen zweiten großen Traum: „Ich hoffe, dass der Krieg endlich aufhört!“ Seine Familie soll sehen können, was ihm geglückt ist – mutig in Freiheit ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Die Aufteilung ist klar: Obaida kocht gerne, seine Partnerin backt köstliche Kuchen. Das Café an der Ecke wird gemütlich eingerichtet, die Speisekarte ganz trendy gestaltet – mit Produkten aus biologischem Anbau, dazu

Coffee Cloud Kiel Eichenbergskamp 22 24149 Kiel

Großhandel:

Einzelhandel:

// Kaufmann/-frau im Groß-und Außenhandel

// Verkäufer/in im Einzelhandel

// Fachinformatiker/in Systemintegration oder Anwendungsentwicklung // Fachlagerist/in // Maschinen- und Anlagenführer/in // Duales Studium Bachelor of Arts Betriebswirtschaftslehre/ Schwerpunkt Handel

// Kaufmann/-frau im Einzelhandel Schwerpunkt Food, Hartware/Textil oder Fisch // Fleischer/in verkaufsbetont // Fachverkäufer/in im Lebensmittelhandwerk Schwerpunkt Fleisch // Spezialausbildung zur Nachwuchsführungskraft Handelsfachwirt/in // Duales Studium Bachelor of Arts Betriebswirtschaftslehre/ Schwerpunkt Handel


H auke H a nsen, 24 kommt aus Burg und ist im 1. Ausbildungsjahr zum Elektroniker für Automatisierungstechnik bei der Covestro Deutschland AG in Brunsbüttel. Sein Abitur absolvierte er am BBZ Dithmarschen. „Vor der Ausbildung bei Covestro habe ich einige Semester Elektrische Energiesystemtechnik an der HS Flensburg studiert. Das Studienfach an sich hat mir gut gefallen, denn das Fachgebiet Elektrik interessiert mich sehr. Was mir nicht gefallen hat, war die Art und Weise, wie sich meine Arbeit nach dem Abschluss gestalten würde. Das Studium qualifiziert dazu, später in der Planung und Konzeption von Energiesystemtechnik zu arbeiten. Ich möchte hingegen nicht nur im Büro sitzen und planen, sondern meine Kenntnisse auch praktisch anwenden. Dafür ist eine Ausbildung viel besser geeignet. Mir liegen auch handwerkliche Tätigkeiten. Das ist für diesen Beruf auch wichtig. Wer Elektroniker für Automatisierungstechnik werden möchte, braucht außerdem Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern und Spaß im Umgang mit der Materie. Den Rest lernt man in der Ausbildung.“ Foto Sebastian Weimar | Text Katharina Grzeca

Sim o n Stothfa n g, 20 kommt aus Brunsbüttel und ist im 1. Ausbildungsjahr zum Elektroniker für Automatisierungstechnik bei der Covestro Deutschland AG in Brunsbüttel. Seine Fachhochschulreife erwarb er am Gymnasium Brunsbüttel. „Der Beruf des Elektronikers für Automatisierungstechnik kombiniert die Bereiche Elektronik und Technik und stimmt deswegen perfekt mit meinen Interessen und Fähigkeiten überein. Bei Covestro sind wir EATs, wie der Beruf abgekürzt wird, für die Wartung und Instandhaltung von komplexen, rechnergesteuerten Industrieanlagen verantwortlich. Tritt eine Störung auf, die den automatischen Prozessablauf behindert, kommen wir zum Einsatz. Das erste Jahr der Ausbildung verbringen wir im Ausbildungszentrum auf dem Werksgelände. In dieser Zeit erlernen wir die Grundlagen der Elektrotechnik. Dazu gehören zum Beispiel das Lesen und Erstellen von Schaltplänen, der Aufbau und die Funktionsweise verschiedener Bauteile oder das Ermitteln und Darstellen von Strömen, Widerständen sowie Kapazitäten. Im Anschluss an die Grundausbildung gehen wir in die Produktionsanlagen und begleiten die Gesellen und Meister bei ihrer täglichen Arbeit. Die Ausbildung macht mir großen Spaß. Wir werden bestens betreut und ganz individuell gefördert. Außerdem gefällt mir das gute Klima. Alle arbeiten Hand in Hand.“ Foto Sebastian Weimar | Text Katharina Grzeca

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Fiete Wenn, 20 kommt aus Marne und ist im 1. Lehrjahr zum Industriemechaniker bei der Covestro Deutschland AG in Brunsbüttel. Sein Abitur hat er am Gymnasium in Marne gemacht. „Mein Schulpraktikum habe ich bei Covestro absolviert und es hat mir so gut gefallen, dass ich mich um einen Ausbildungsplatz beworben habe. Der erste Schritt war das Bestehen eines Online-Tests im Covestro-Karriereportal. Danach kam die Einladung zu einem weiteren Test hier im Ausbildungszentrum. Als das geschafft war, wurde ich zu einem persönlichen Bewerbungsgespräch eingeladen. Bald danach kam die erhoffte Zusage und im September vergangenen Jahres ging es auch schon los. Wer sich für den Beruf des Industriemechanikers interessiert, sollte handwerkliches Geschick und gute Kenntnisse in den Fächern Physik und Mathe mitbringen. Wichtiger als gute Zeugnisnoten ist aber die Motivation. Wer wirklich Lust hat, sich mit dem Thema Metall zu beschäftigen und auf den Millimeter genau arbeiten kann, der wird hier wirklich Freude an der Arbeit haben.“ Foto Sebastian Weimar | Text Katharina Grzeca

Robin Fleischhauer, 28 kommt aus Dortmund und ist für seine Ausbildung nach Brunsbüttel gezogen. Er ist im 3. Lehrjahr zum Industriemechaniker bei der Covestro Deutschland AG in Brunsbüttel. „Ursprünglich komme ich aus Dortmund und habe dort eine Ausbildung zum Hotelkaufmann gemacht. Nach der Lehre wurde mir allerdings schnell klar, dass der Beruf nicht zu mir passt und ich etwas Anderes machen möchte. Meine Schwester wohnte bereits in Schleswig-Holstein; sie war es auch, die mir Covestro als Ausbildungsbetrieb empfohlen hat. Ich habe auf ihren Rat gehört und bin, als ich die Zusage hatte, in den Norden gezogen. Die Ausbildung gefällt mir sehr gut. Ich wusste schon früher, dass mir die handwerkliche Arbeit Spaß macht und dass mich die Metallbearbeitung interessiert. Besonders gefällt mir, was uns schon in der Ausbildung geboten wird. Ein Erste-Hilfe-Kurs oder ein Gabelstapler-Führerschein sind nur einige Beispiele. Als Azubi wird man hier gefordert, aber auch sehr gefördert. Wenn wir Fragen haben, ist immer jemand für uns da. Die Kollegen sind ist einfach top und die Ausbilder sind ebenfalls super.“ Foto Sebastian Weimar | Text Katharina Grzeca

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Tobias Ladzenski, 17 kommt aus St. Michaelisdonn und ist im 1. Lehrjahr zum Industriemechaniker bei Lanxess. Seinen Mittleren Schulabschluss hat er an der Gemeinschaftsschule in St. Michaelisdonn absolviert. „Vor meiner Ausbildung habe ich am Starthilfe-Programm von Covestro teilgenommen. Ziel des Programms ist, die Teilnehmer ein Jahr lang auf eine Ausbildung vorzubereiten und sie in einen Ausbildungsbetrieb zu vermitteln. Die ersten vier Monate bestehen aus einem Grundlehrgang ‚Metallverarbeitung‘ in der Ausbildungswerkstatt auf dem Covestro-Gelände. Die restliche Zeit absolviert man Praktika in verschiedenen Unternehmen und sammelt dabei wichtige Erfahrungen. Ein Praktikum habe ich bei Lanxess gemacht. Das Unternehmen sitzt ebenfalls in Brunsbüttel und hat mir nach meinem Praktikum einen Ausbildungsvertrag angeboten. Da Lanxess allerdings keine eigene Ausbildungsabteilung in Brunsbüttel hat, lernen wir zusammen mit den Azubis von Covestro. Zurzeit ist das Drehen meine Lieblingstätigkeit. An der Drehbank muss man besonders darauf achten, dass die Drehgeschwindigkeit zum Werkstück passt. Außerdem muss man auf seine Sicherheit achten. Eine Schutzbrille ist in der Werkstatt Pflicht. Die Sicherheit steht an oberster Stelle; das gilt nicht nur für uns Auszubildende, sondern für alle Mitarbeiter im Unternehmen.“ Foto Sebastian Weimar | Text Katharina Grzeca

Nils Jacobsen, 20 kommt aus Immenstedt, ist im 1. Ausbildungsjahr zum Elektroniker Fachrichtung Betriebstechnik bei den Schleswiger Stadtwerken. „Ich habe mein Fachabitur in der Fachrichtung Elektrotechnik sowie ein Praktikum bei den Stadtwerken in Husum absolviert. Danach wusste ich, dass ich Elektroniker werden wollte. Bei den Schleswiger Stadtwerken habe ich vielfältige Aufgaben. Sie reichen von der Hausanschluss-Installation über die Reparatur von Straßenlaternen bis hin zur Wartung der Motoren in unseren Blockheizkraftwerken. Der praktische Einsatz mit unseren Monteuren macht mir am meisten Spaß. Hier kann ich das Wissen aus der Berufsschule und aus dem internen Unterricht anwenden. Besonders gut finde ich die Unterstützung und Hilfsbereitschaft sowie das gute Miteinander im Unternehmen. Und dass die Gesellen, ehemalige Azubis, Kontakt zu uns halten. In der Mittagspause spielen wir dann eine Partie am Tischkicker oder wir treffen uns nach Feierabend in unserem Fitnessraum, der extra für die Mitarbeiter eingerichtet wurde.“ Foto Henrik Matzen| Text Schleswiger Stadtwerke GmbH

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Cecilia Antonia Nitsch, 19 kommt aus Schuby und ist im 1. Ausbildungsjahr zur Industriekauffrau bei den Schleswiger Stadtwerken. Ihr Abitur hat sie an der Domschule in Schleswig gemacht. „Die Schleswiger Stadtwerke habe ich während eines Schulpraktikums kennengelernt. Da ich eine vielseitige Ausbildung im Bereich Wirtschaft gesucht habe, habe ich mich für den Beruf der Industriekauffrau entschieden. Vielseitig ist ein gutes Stichwort, denn zu Beginn der Ausbildung lernen wir alle Unternehmensbereiche kennen. So war ich gleich im August bei uns am Stadthafen und habe mich mit dem Hafenmeister um unsere Gäste auf dem Wohnmobilstellplatz und im Sportboothafen gekümmert. Das nenne ich mal ‚ins kalte Wasser geworfen‘ – aber nicht allein gelassen! Denn gerade das gute Arbeitsklima gefällt mir besonders. Als Industriekaufleute bekommen wir einen Einblick in Bereiche wie Einkauf, Buchhaltung, Controlling, Vertrieb und Marketing. Ich denke, dass ich dadurch später gute Chancen und Einsatzmöglichkeiten im Berufsleben habe. In meiner Freizeit spiele ich Handball und mache Fitness. Sport ist für mich sehr wichtig, denn man kann nach einem stressigen Tag alles herauslassen und seine Grenzen austesten. Meine Handballmannschaft wird von meiner Firma gesponsert, darauf bin ich stolz und bekomme dadurch auch in meiner Freizeit etwas von den Stadtwerken zurück.“ Foto Henrik Matzen| Text Schleswiger Stadtwerke GmbH

Floria n Sur berg, 20 ist im 1. Ausbildungsjahr zum Industriekaufmann bei den Schleswiger Stadtwerken. Sein Abitur absolvierte er am Berufsbildungszentrum in Schleswig. „Bevor ich mich zur Ausbildung bei den Schleswiger Stadtwerken entschieden habe, habe ich mehrere Praktika in unterschiedlichen Berufen absolviert. Mir hat das bei der Orientierung sehr geholfen. Ausschlaggebend bei meiner Wahl waren die Vielseitigkeit im Beruf, dass mein Ausbildungsbetrieb in der Region ist und auch die Ausbildungsvergütung. Bei den Stadtwerken passte das alles. Abwechslung in der Ausbildung erfahren wir dadurch, dass wir in allen Abteilungen mitarbeiten. Und da wir nicht nur Energieversorger sind, sondern uns auch um Themen wie Elektromobilität oder den Glasfaserausbau kümmern, ist das sehr spannend. Als Auszubildende haben wir auch Projekte, die wir selbständig bearbeiten. Die Organisation des Ferienspaßes oder die IHK-Lehrstellenrallye gehören dazu. Hier sind unsere Ideen gefragt, die wir entwickeln und dann umsetzen. Dadurch lernen wir das Arbeiten im Team, das Organisieren und auch den verantwortungsbewussten Umgang mit Geld, da wir unser eigenes Budget verwalten müssen.“ Foto Henrik Matzen| Text Schleswiger Stadtwerke GmbH


Maurice Brandt, 21 aus Epenwöhrden, 3. Ausbildungsjahr zum Chemikanten bei der TOTAL Bitumen Deutschland GmbH. „Moin, ich bin Maurice, komme aus Epenwörden und habe den Mittleren Schulabschluss an der GMS Meldorf gemacht. Für zwei Ausbildungsberufe hatte ich mich schon früh interessiert: Bankkaufmann und Chemikant. Entschieden habe ich mich nach der zehnten Klasse für eine Bankkarriere. Leider die falsche Wahl, wie sich herausstellte, denn nach Abschluss der Ausbildung fühlte ich mich nicht mehr wohl in diesem Beruf. Ich beschloss noch einmal neu anzufangen – mit einer Ausbildung zum Chemikanten bei TOTAL. Und schon nach wenigen Monaten spüre ich, dass ich meinen Traumberuf gefunden habe. Warum? Weil Chemikanten bei TOTAL vielseitige Aufgaben haben, immer in Action sind und in allen Bereichen zum Einsatz kommen. Von Anfang an begleite ich die Fachkräfte auf ihren Schichten und lerne die Produktion hautnah kennen. Als ich zum ersten Mal eine unserer Anlagen von innen betrat, war ich vom Anblick überwältigt. Mein erster Gedanke war: Werde ich jemals die Funktionen all dieser Rohrleitungen verstehen? Doch diese Befürchtung legt sich mit der Zeit. Genau um das zu lernen, bin ich ja hier!“ Foto Eric Genzken | Text Christian Dorbandt

L aur a Peters, 19 aus Diekhusen-Fahrstedt, 1. Ausbildungsjahr zur Industriekauffrau bei der TOTAL Bitumen Deutschland GmbH. „Hallo, ich heiße Laura und absolviere momentan eine Ausbildung zur Industriekauffrau bei der Firma TOTAL in Brunsbüttel. Bereits vor dem Abitur auf dem Marner Gymnasium habe ich hier ein Betriebspraktikum gemacht, das für meine Berufsentscheidung hilfreich war. Meine Lieblingsfächer waren Englisch und Französisch. Diese Fremdsprachenkenntnisse kann ich jetzt gut einsetzen, denn Industriekaufleute kommunizieren täglich mit internationalen Kunden und Geschäftspartnern, sowohl im Ein- und Verkauf als auch in der Korrespondenz. Während der Ausbildung lerne ich alle Abteilungen kennen, auch die technischen Bereiche, denn um unsere Bitumenprodukte vertreiben zu können, benötige ich Kenntnisse über die Produktion und unsere internen Abläufe. Bisher gefallen mir Ausbildung und Arbeitsbedingungen sehr . Ich könnte mir gut vorstellen, nach der Ausbildung bei TOTAL als Industriekauffrau weiter zu arbeiten, denn ich fühle mich in Dithmarschen sehr wohl und bin in der Region fest verankert. Das zeigt sich auch bei meiner liebsten Freizeitbeschäftigung: Ich tanze im Marner Karnevalsverein!“ Foto Eric Genzken | Text Christian Dorbandt

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Leo n Sie vers, 17 aus Westerhorn, 1. Ausbildungsjahr zum Verwaltungsfachangestellten bei der Stadtverwaltung Elmshorn. „Ich hatte schon früh den Wunsch, mit Menschen zusammenzuarbeiten. In der 9. Klasse absolvierte ich ein Praktikum im Kindergarten, doch die Arbeit mit Kindern hat mich, ehrlich gesagt, nicht angesprochen. Die entscheidenden Tipps, eine Verwaltungsausbildung zu machen, erhielt ich aus erster Hand von meiner Mutter und meiner Schwester. Beide rieten mir dazu und meinten, das würde gut zu mir passen. Das Bewerbungsverfahren der Stadt Elmshorn besteht aus drei Teilen: Im ersten Schritt reicht man eine klassische, schriftliche Bewerbung ein. Anschließend wird man zu einem mehrstündigen Test in die Stadtverwaltung eingeladen und muss Aufgaben aus den Bereichen Mathe, Wirtschaft und Verwaltung schriftlich beantworten. Der dritte Teil besteht aus einem Assessment Center. Dort haben Bewerber die Gelegenheit, sich in Rollenspielen und Gruppenübungen zu präsentieren und ihre soziale Kompetenz zu beweisen. Ich bin froh, dass meine Bewerbung erfolgreich war. Den Anruf mit der Zusage werde ich so schnell nicht vergessen.“ Foto Eric Genzken | Text Christian Dorbandt

Kristin Fuchs, 19 aus Pinneberg, im 1. Ausbildungsjahr zur Verwaltungsfachangestellten bei der Stadtverwaltung Elmshorn. „Nach dem Abitur an der Johannes-Brahms-Schule in Pinneberg gab es für mich gute Gründe für eine Ausbildung bei der Verwaltung. Zum einen hatte mir meine Schwester von dieser Ausbildung vorgeschwärmt. Zum anderen suchte ich einen zukunftssicheren Beruf und hatte schon immer ein starkes Interesse an wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Themen. Bisher gefällt mir die Ausbildung ausgesprochen gut. Wir werden in den drei Jahren Einblicke in die Tätigkeiten sämtlicher Ämter und Fachdienste erhalten. Alle vier Monate wechseln wir die Abteilung. Meine erste Station war die Öffentlichkeitsarbeit. Dort habe ich mich unter anderem mit der Aktualisierung unserer Inter- und Intranetseite beschäftigt. Momentan arbeite ich in der Abteilung Innerer Dienst und lerne die Abläufe der Materialbeschaffung kennen. Ein Highlight war die einwöchige Fahrt in unsere französische Partnerstadt Tarascon im November letzten Jahres. Auf dem Weihnachtsmarkt habe ich dort mit unserem Team deutsche Produkte verkauft. Das war eine tolle Erfahrung!“ Foto Eric Genzken | Text Christian Dorbandt

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Patricia B urek, 19 aus Moorrege, 1. Ausbildungsjahr zur Verwaltungsfachangestellten bei der Stadtverwaltung Elmshorn. „Nach dem Abitur habe ich ein Jahr Bundesfreiwilligendienst in einer Schule mit Kindergarten und Ganztagsbetreuung absolviert. Das war eine interessante Zeit, in der ich feste Unterrichtsaufgaben in den Fächern Mathe und Deutsch sowie Betreuungsaufgaben übernommen habe. Beruflich konnte ich mir diese Tätigkeit allerdings nicht vorstellen. Mein Interesse für Wirtschaft und Politik war der Grund, ein Praktikum in Moorrege zu machen. Mir hat es sehr gut gefallen. Beworben habe ich mich schließlich in Elmshorn, weil die Stadtverwaltung im Unterschied zu einer Gemeindeverwaltung über mehr Sachgebiete und Ämter verfügt. Einen ersten Eindruck der vielseitigen Aufgabengebiete einer Stadtverwaltung gewinnt man schon in den ersten Tagen, wenn die fortgeschrittenen Auszubildenden der Jugend- und Ausbildungsvertretung alle Berufsstarter in den Abteilungen herumführen und wir zu den Außenstellen fahren. Wasserwerk, Feuerwehr, Volkshochschule, Betriebshof, Standesamt … die Verwaltung ist für sehr viele Bereiche zuständig. Das macht das Berufsbild so spannend und abwechslungsreich!“ Foto Eric Genzken | Text Christian Dorbandt

M o nic a Wesenberg, 19 aus Elmshorn, 2. Ausbildungsjahr zur Verwaltungsfachangestellten bei der Stadtverwaltung Elmshorn. „Ich bin im zweiten Ausbildungsjahr und habe bereits wertvolle Einblicke auf verschiedenen Ämtern erhalten. Auch der erste Schulblock an der Verwaltungsakademie Bordesholm liegt hinter mir. Dort wird das Berufsschulwissen aus dem ersten Ausbildungsjahr vertieft. Die schulischen Anforderungen sind anspruchsvoll. Deshalb ist es hilfreich, dass sich alle Azubis schon aus der Berufsschule kennen und gut gemeinsam lernen können. Der siebenwöchige Blockunterricht findet im Zeitraum zwischen Sommer und Herbst statt. Während dieser Zeit wohnen wir in dem angeschlossenen Internat. Viel Abwechslung hat Bordesholm zwar nicht zu bieten, aber zum Lernen ist dieser Ort ideal. Und nach Schulschluss kann man zum Beispiel sehr schön um den Bordesholmer See laufen oder spazieren gehen. Parallel zur Ausbildung engagiere ich mich seit dem ersten Tag meiner Ausbildung in der Jugend- und Ausbildungsvertetung (JAV). In dieser Funktion bin ich Ansprechpartnerin für alle Auszubildenden und nehme auch an Bewerbungsgesprächen teil. Ich finde es gut, dass die Ausbildungsleitung im Bewerbungsverfahren Wert auf die Meinung von Auszubildenden legt, da wir uns besser in die Situation von Schulabgängern hineinversetzen können. Mein Tipp für alle Bewerber: „Seid nicht schüchtern, präsentiert euch und vergesst nicht zu lächeln!“ Foto Eric Genzken | Text Christian Dorbandt

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Alin a SE YFERT, 21 aus Itzehoe, 1. Ausbildungsjahr zur Milchtechnologin bei der Osterhusumer Meierei eG in Witzwort. „Hallo, ich bin Alina. Ich habe den Ersten allgemeinbildenden Abschluss am Schulzentrum Krempermarsch gemacht und anschließend den Mittleren Abschluss am RBZ Steinburg. Die Ausbildung zur Milchtechnologin hatte ich schon lange im Auge. Meine Mutter arbeitet auch in diesem Beruf und hat mir schon immer davon vorgeschwärmt. Ein entsprechendes Praktikum hab ich vor der Ausbildung natürlich auch absolviert. Das kann ich jedem empfehlen. Nur so findet man heraus, ob dieser Beruf auch zu einem passt. Und das ist doch das Wichtigste! Weitere Voraussetzungen sind: Körperliche Fitness, Interesse an Lebensmitteln, technisches Verständnis, Teamfähigkeit, sorgfältiges Arbeiten und Verantwortungsbewusstsein. Meine ersten Eindrücke bei der Osterhusumer Meierei sind nur positiv. Die Kolleginnen und Kollegen habe ich ja schon im Praktikum kennengelernt. Ich war deshalb auch gar nicht mehr so aufgeregt vor dem Ausbildungsstart. Momentan arbeite ich in der ‚Annahme‘. Dort wird die Menge der angelieferten Rohmilch erfasst, deren Qualität bestimmt und schließlich aus dem Tankwagen abgepumpt. An manchen Tagen liefern über 20 Tankwagen ihre Milch bei uns ab. Dann kommt man ganz schön ins Schwitzen und muss sich sehr konzentrieren. Aber genau das ist auch spannend und macht mir total viel Spaß.“ Foto Sönke Dwenger | Text Christian Dorbandt

Merle Mommens, 16 aus Oldersbek 1. Ausbildungsjahr zur Milchtechnologin bei der Osterhusumer Meierei eG in Witzwort. „Ich heiße Merle und habe den Mittleren Schulabschluss auf der Eider-Treene-Schule in Friedrichstadt gemacht. Viele meiner Freunde sind auf weiterführende Schulen gegangen, aber ich wollte lieber eine Ausbildung beginnen. Für mich kamen eigentlich nur Ausbildungsberufe in Frage, die etwas mit Tieren oder Landwirtschaft zu tun haben, z.B. Land-, Vieh- oder Pferdewirtin, denn ich bin im landwirtschaftlichen Betrieb meiner Eltern mit Pferden, Kühen und Schafen groß geworden. Für die Ausbildung zur Milchtechnologin habe ich mich letztendlich entschieden, weil mir ein Schulpraktikum in einer Schafskäserei unglaublich gut gefallen hat. Bei der Berufsberatung erfuhr ich später, dass die Osterhusumer Meierei diese Ausbildung anbietet. Daraufhin habe ich eine Bewerbung per E-Mail an die Meierei geschickt, bin zum Gespräch eingeladen worden, habe noch ein kurzes Praktikum gemacht und dann den Ausbildungsplatz bekommen. Super, dass das so schnell geklappt hat! Die erste Abteilung, die ich gerade kennenlerne, ist die ‚Produktion‘. Dort im Maschinenraum lerne ich alles über die Herstellung meines Lieblingsjoghurts ‚Traum von Eiderstedt‘. Total spannend! Nach der Ausbildung möchte ich auf jeden Fall hier weiterarbeiten und in meiner Region bleiben. Und wer weiß … vielleicht übernehme ich ja später mal unseren eigenen Betrieb!“ Foto Sönke Dwenger | Text Christian Dorbandt

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Sandie, 20 Jahre, Azubi zur Notfallsanitäterin


Wir sind Covestro. Wir sind neugierig. Wir sind mutig. Wir sind vielfältig. Wir sind Macher! Wir gehen an den Start, um mit innovativen Produkten neue Standards für chemische Werkstofflösungen zu setzen. Integrität ist unsere Währung. Innovation ist unsere Tradition. Wir sind überzeugt: Neugier überwindet Grenzen, Mut schafft neue Möglichkeiten. Unsere Vielfalt macht uns stark für jede neue Herausforderung. Mach mit! Mit Deinen individuellen Talenten und Deiner Persönlichkeit machst Du mit Covestro den Unterschied. Lass uns gemeinsam die Zukunft gestalten: WE MAKE the world a brighter place.

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• Chemikant/-in • Chemielaborant/-in • Elektroniker/-in für Automatisierungstechnik • Industriemechaniker/-in • Kauffrau/-mann für Büromanagement Mit Deinem Einstieg bei Covestro eröffnest Du Dir spannende Karrieremöglichkeiten. Ganz gleich, ob Du Dich für eine Ausbildung im naturwissenschaftlichen oder technischen Bereich entscheidest: Wir bereiten Dich bestens auf die Herausforderungen der heutigen Berufswelt vor. Denn eine qualitativ hochwertige Ausbildung liegt uns am Herzen. Werde Teil unseres Teams! Covestro, Ausbildung & Training Bewerbermanagement Frau Patricia Porschütz Gebäude 3507 25541 Brunsbüttel Telefon: +49 4852 816450 DEINE BEWERBUNG Bist Du bereit für Deinen Traumberuf? Dann bewirb Dich bitte online mit Deinen vollständigen Bewerbungsunterlagen (Anschreiben, Lebenslauf und Deine beiden letzten Zeugnisse).

Land Deutschland Standort Brunsbüttel Erfahre mehr: www.karriere.covestro.de www.facebook.com/covestrocareer Covestro begrüßt Bewerbungen aller Menschen ungeachtet von Rasse oder ethnischer Herkunft, Hautfarbe, Nationalität, Glauben, Weltanschauung, Geschlecht, Alter, Behinderung, Aussehen oder sexueller Identität. Wir bekennen uns zu dem Grundsatz, alle Bewerberinnen und Bewerber fair zu behandeln und Benachteiligungen zu vermeiden.

ME2BE HIERGEBLIEBEN Special  

Ausbildung und Studium in Schleswig-Holstein und Hamburg. Ausgabe Frühjahr 2018.

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