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Riegersburger Vulkan Juni 2016

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Streifzüge durch die Geschichte von Riegersburg Ein außergewöhnlicher Blick zurück! Zeitgeschichtliches von Günther Maierhofer

Historische Inschriften und Wappendarstellungen auf der Riegersburg - Teil 1: Das Freigelände

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lte Inschriften zählen zu den wichtigsten Zeitdokumenten unserer Geschichte. So informieren uns in Stein gemeißelten Jahreszahlen nicht nur über Bauperioden an alten Gemäuern, wir erfahren oftmals auch etwas über den Bauvorgang bzw. über die Motivation des Bauherrn für einen Um- bzw. Ausbau. Gefahr droht den Inschriften durch Einflüsse der Witterung bzw. durch unsachgemäße Restaurierungen. Deshalb zählt es zu den unumgänglichen Pflichten eines Forschers, dieselben zu dokumentieren und so deren Inhalt für die Nachwelt zu bewahren. Im ersten Teil meiner Arbeit möchte ich mich den Inschriften und Wappendarstellungen im Freigelände der Festung Riegersburg widmen. Unsere erste Station führt uns in das so genannte „Spital“ neben der Pfarrkirche (heute Schatzkammer). Dort prangte einst die Jahreszahl 1654 an einem Steinkamin im Obergeschoss. Diese längst verschwundene Jahreszahl erinnerte an einen Umbau des bereits im 16. Jahrhundert errichteten Gebäudes zur Zeit der Burgfrau Catharina Elisabeth von Galler. Oberhalb des Steinkellertores ist noch ein prächtiger Inschriftenstein mit der Jahreszahl 1690 zu sehen. Die Initialen JRGVP stammen vom Bauherrn dieses Tores, vom Grafen Johann Rudolph von Purgstall, der in besagtem Jahr den Ausbau der

Inschrift am „Steinkellertor“

Festungsanlagen mit der Errichtung des ersten Tores vollendet hat. Johann Rudolph war der ältere Enkelsohn der Gallerin. Auch das nächste Burgtor, das Cillitor, trug bis vor wenigen Jahren eine Inschrift mit den Initialen JEGVP und die Jahreszahl 1678. In diesem Jahr wurde wohl der ostseitig gelegene und aus der Front vorspringende Zubau des Tores durch den Grafen Johann Ernst von Purgstall errichtet. Leider wurde diese Inschrift im Zuge der Fassadensanierung am Torgebäude zugemauert. Die nächste wohl jedem Besucher der Riegersburg bekannte Inschrift ist die auf der Leopoldibastei: „Dum regit Imperium Leopoldus Primus et augens, Quae cernis sumptu facta fuere meo. In multis normam transgressus nontibi mirum sit; cogor montes aedificando sequi. Joh. Ern. Com. a Purgstall Caes. M. Cons. act. int. et dilectissima conjux ejus Catharina Comitissa de Purgstall

nata Baronissa Galler 1685“ Eine romantische Übersetzung dieser Inschrift lieferte Georg Mätthäus Vischer in seinem im 17. Jahrhundert veröffentlichten „Schlösserbuch“: „Als Leopold der Erst die Welt Beherrscht und das Reich mehret Hab ich zur Zeit mit eignem Gelt Diß Fel-

Inschrift auf er „Leopoldibastei“


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