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marfa marfa OPER _ n _ LEBEN

OPER _ n _ LEBEN

SING!SING weihnacht

Es gibt Opern, die werden vornehmlich an Weihnachten auf den Spielplan gesetzt, obwohl die Handlung nachweislich im Sommer spielt und das heilige Fest nicht einmal erwähnt wird. „Hänsel und Gretel“ ist und bleibt in weihnacht dieser Hinsicht ein Mysterium. Dass bei der Recherche zur Geschichte der Weihnachtslieder noch viel mehr Kuriositäten an Es gibt den Tag kommen würden, damitOpern, die werden haben wir nicht einmal im vornehmlich an Weihnachten auf den Ansatz gerechnet ... Spielplan gesetzt, obwohl die Handlung nachweislich im Sommer spielt und das

Foto: Marco Verch auf www.flickr.com

SING!SING


Ich sitze am Klavier – und bearbeite die Tasten. Wie jedes Jahr. Wie schon immer. Wie in Trance. Mit den immer gleichen Liedern. Es fühlt sich an, als hätte ich auch prä-embryonal nichts anderes gemacht. Denn es ist Weihnachten. Und an Weihnachten macht man nicht nur Hausmusik, sondern man tut vor allen Dingen eines: Man singt! Weihnachtslieder. Oder das, was wir als solche bezeichnen. Denn: So undurchschaubar und im elementaren Kern wenig nachvollziehbar zahlreiche der praktizierten Traditionen zu Advent und Weihnacht sind, so wenig sinnvoll sind viele der in der Vorweihnachtszeit und an Weihnachten gesungenen Weihnachtslieder. Vor allem im englischsprachigen Raum. Dort nämlich haben die heute immer noch populären traditionellen Weihnachtslieder ihren Ursprung im heidnischen Rundtanz und dem dazugehörigen Gesang des Mittelalters zur Wintersonnenwende rund um den 21. Dezember – und werden dementsprechend zu Recht als „carols“ bezeichnet, als fröhliche Tänze oder eben Lieder. Berühmte Beispiele zeigen den seltsamen Wandel, den die nicht selten überaus schlichten Lieder und deren Texte aufgrund des im 18. und 19. Jahrhundert beginnenden Trends, diese zu sammeln und zu verändern, durchliefen. Ein herausragendes Beispiel dafür ist „I saw three ships“. In der ursprünglichen Fassung umherwan-

dernder Mönche, deren früheste gedruckte Version aus dem 17. Jahrhundert stammt, brachten die drei besungenen Schiffe die vermeintlichen Schädel der Weisen aus dem Morgenland zum Kölner Dom nach Deutschland. Immerhin ist diese Fassung logistisch denkbar und möglich. Bethlehem allerdings liegt bekanntlich im Binnenland und ist somit mit Schiffen gar nicht erreichbar – wie es das Lied in der heute immer noch praktizierten Art suggeriert.

Alle Jahre wieder ... Eine weitere irreparable Veränderung ist dem heute als „Hark, the herald angels sing“ bekannten Weihnachtshymnus widerfahren. Die Urfassung wurde von Charles Wesley, dem Mitbegründer des Methodismus, erdacht. Bei ihm klingelt das Himmelsgewölbe für den König der Könige, es singen keine Engel. Umso gewagter waren in den Augen des Urhebers die Änderungen von George Whitefield, der entgegen des Protests Wesleys fortan Engel

singen ließ. Für Wesley eindeutig zu wenig Bibeltreue, denn da steht ziemlich klar, dass die Verkünder-Engel, die den Hirten erscheinen, ihre Nachrichten sagen, und nicht singen! Obwohl Wesley in seinen Aufzeichnungen klar schrieb, dass er für den Unsinn andere Leute nicht verantwortlich gemacht werden wolle, konnte er sich nicht durchsetzen. Denn wo auch immer man dem Weihnachtslied begegnet, es benennt Wesley als Autor. Und Mendelssohn Bartholdy als Komponisten. Denn die Melodie des Weihnachtshymnus geht auf Felix Mendelssohn Bartholdy zurück. Sie war ursprünglich Teil des „Festgesang zum Gutenbergfest“, den Mendelssohn 1840 zur 400-Jahr-Feier der Erfindung der Buchdruckerkunst in Leipzig schrieb. Der Komponist persönlich attestierte, wohl auch angesichts der weisen Einsicht nach dem Jubiläum, dass seine wunderschöne Melodie mit einem Lobestext auf den Erfinder des Buchdrucks

Joy to THe von Alexander Busche

Hark,the howherald all the welkin rings sing Hark, angels Glorytoto the the King of Kings King Glory new-born


gerne mit einem neuen Text versehen, aber auf keinen Fall mit einem religiösen! Dann starb er. Und es geschah genau das. 1855 adaptierte William Hayman Cummings Mendelssohns Melodie des zweiten Chores „Vaterland, in deinen Gauen“ und unterlegte sie mit Wesleys Text in von Whitefield abgeänderter Form. Nun hantieren wir also alljährlich voller Scheinheiligkeit mit einem Lied, das weder Autor noch Komponist so gewollt oder zugelassen hätten. Irgendwie passend zum Weihnachtsfest … Denn was genau passiert an Weihnachten? Seien wir mal ganz ehrlich: Wir feiern – basierend auf kaum unzähligen heidnischen Bräuchen und nachhaltibildstarken Inventionen der Werbeingen Erfolg geschweige denn eine Über- dustrie in unter Völkern lokal entstanlebenschance hätte gehaben haben denen und adaptierten sowie in der dürfen – man solle seine Melodie Folge innerhalb der eigenen Familien-

WorLd !

tradition weiterentwickelten Ritualen – ein christliches Ereignis in krankhaft harmoniesüchtigen Gruppierungen, die an sich ganz ohne Weihnachten kaum oder nur selten wirkliche Berührungspunkte haben. Und um genau das – und die uns alle umgebenden und belastenden Grausamkeiten dieser Welt – besser ertragen zu können, singen wir. Heute überzeugter und mit mehr Inbrunst denn je. Denn wir wollen vor allem eines an Weihnachten: Fröhlich sein! Koste es, was es wolle.

Foto: Marco Verch auf www.flickr.com

Am Weihnachtsbaume brennen die Lichter, schön leuchtet der Morgenstern, das Ros entspringt ebenso wie es das Herz fröhlich tut – und drei Schiffe bringen Josef und Maria nach Bethlehem, obwohl die Stadt gar nicht am Wasser liegt. Warum das so ist und welch kuriose Anekdoten die Geschichte der Weihnachtslieder bereit hält, erzählen wir Ihnen mit Vergnügen!


Vaterland, in deinen Gauen brach der goldne Tag einst an, Deutschland, deine Völker sahn seinen Schimmer niedertauen. Gutenberg, der deutsche Mann, zündete die Fackel an.

< Der Originaltext von Adolf Eduard Prößl für das Lied des 2. Teils aus dem „Festgesang zum Gutenbergfest MWV D 4“ von Felix Mendelssohn Bartholdy – Ursprungsmelodie des Weihnachtsliedes „Hark, the herold angels sing“.

Neues, allgewaltges Streben wogt im Land des Lichtes auf, seinem raschen Siegeslauf folgt ein allbeglückend Leben. Gutenberg, der große Mann, hat dies hehre Werk getan. Ob die Finsternis sich wehrt, ob sie führet tausend Streiche, ob sie wütet, sich empört, sie erblasst, sie sinkt als Leiche, doch gekrönt als Siegesheld, steht das Licht vor aller Welt. Gutenberg, du wackrer Mann, du stehst glorreich auf dem Plan.

Entgegen dieser heutzutage starken Tendenz zum ungebremsten Euphemismus an Weihnachten – auch und vor allem im gesungenen Wort – liegt der Ursprung der Weihnachtslieder außerhalb des angelsächsischen Raumes doch vornehmlich in der ernsthaften Auseinandersetzung mit den Werten und der Botschaft des religiösen Weihnachtsfestes – und einer Art verklärten Aufklärung im Sinne der christlichen Umdeutung der Welt. Denn auch die römischen Päpste und Kaiser wussten nur zu gut von der kraftvollen Symbolik der Wintersonnenwende am 21. Dezember. Die längste Nacht des Jahres, Zeit für ein Umdenken, Zeichen für das Ende der Talsohle und die Erneuerung. Die Tage werden wieder länger, man feierte die Geburt des Lichtes mitten in der Dunkelheit des Winters. Mit der Erklärung des Christentums zur Staatsreligion durch die römischen Würdenträger im 4. Jahrhundert feierte man am 25.

Dezember nicht mehr die Geburt des Sonnengottes Mithras, sondern fröhlich und ausgelassen, aber voller Demut diejenige Jesu – der ja immerhin von sich behauptete, das „Licht der Welt“ zu sein.

gebildeten Gesellschaftsschichten dar, wurden aber zunehmend auch mit sogenannten Leisen gemischt, die von der Gemeinde in der eigenen Landessprache mitgesungen werden konnten. Einige dieser Mischformen lassen sich heute noch im deutsch-lateiniIRRUNGEN, WIRRUNGEN, schen Weihnachtslied „In dulci jubilo“ oder beispielsweise im „QuempasWEIHNACHTSLIEDER! Gesang“ wiederfinden. Mit den neuartigen kirchlichen FeierEinen nicht unerheblichen Anteil lichkeiten des Mittelalters in Form an der Entwicklung und Verbreitung von Gottesdiensten und Messen hiel- von Weihnachtsgesängen hatte Franz ten auch feierliche Gesänge Einzug in von Assisi ab 1223 aufgrund der von das kirchliche Leben, die den ihm erdachten und realisierten ersten Ursprung der heutigen Weihnachtslie- lebenden Krippe, bei der er anstelle der darstellten. Die erste Erwähnung einer Predigt das Weihnachtsgescheeines Weihnachtsliedes ist mit 129 n. hen mit Menschen und lebenden TieChr. datiert, in der ein römischer ren nachstellte. Mit dieser besonderen Bischof einen Gesang mit dem Titel Form der religiösen Inszenierung und „Engelshymne“ in der Weihnachtsder damit einhergehenden Tradition messe anordnete. In Latein verfasst des in Frauenklöstern des 13. und 14. und gesungen, stellten die damaligen Jahrhunderts weit verbreiteten Lieder zunächst vornehmlich ein ‚Christkindlwiegen‘ entstanden auch musikalisches Ausdrucksmittel der die ersten weihnachtlichen Wiegenlie-


der sowie Erzählungsgesänge über die Verkündigung der Geburt Jesu Christi an die Hirten auf dem Felde. Deutlich Schwung in die ganze Sache brachte kein Geringerer als Martin Luther, der nicht nur als Ausdruck seiner Abneigung gegen die Heiligenverehrung der katholischen Kirche den Heiligen Sankt Nikolaus in die Schranken wies und durch das die Geschenke bringende Christkind ersetzte, sondern mit der Reformation der Kirche auch gleich viele Weihnachtslieder neu schuf oder ins Deutsche übersetzte. Dabei scheute er auch nicht, weltliche Melodien einfach für seine Zwecke zu nutzen. Ein gutes Beispiel dafür ist „Vom Himmel hoch“, bei dem es sich eigentlich um die Bearbeitung eines Kranzliedes – also einer weltlichen Wettgesangsweise – handelt. Luther trat

Fotos: Jon Collier

eine protestantisch-protestierende Gesangsoffensive los, die die Massen singend gegen die katholisch-elitäre Kirchenliturgie aufbrachte. Mit steigender Popularität des Singens in der Kirche zur Weihnachtszeit und aus der Tradition der häuslichen Andacht heraus entwickelten sich zusehends auch nur für den Hausgebrauch geschriebene Weihnachtslieder ohne direkt christlichen oder gar kirchlichen Einfluss. Spätestens im 19. Jahrhundert zählte dann das häusliche Weihnachtssingen zum unabdingbaren guten Ton der bürgerlichen Gesellschaft. Auch das bis heute bekannteste Weihnachtslied dieser Strömung – „O Tannenbaum“ – ist im Übrigen ursprünglich kein Weihnachtslied, sondern ein trauriges Liebeslied von August Zarnack, dessen zweite Strophe mit „O Mägdelein, o Mägdelein, wie falsch ist dein Gemüte“ begann. Später wurde es von Ernst

Anschütz zum heute noch viel gesungenen Weihnachtslied umgeschrieben. Mit Liedern wie „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ und „Leise rieselt der Schnee“ entwickelte sich die Weihnachtsmusik hin zu Ausdrucksmitteln der Vorfreude, des Wartens auf den Gaben bringenden Weihnachtsmann oder eben der romantisch-verklärten Beschreibung des damals noch nur schwerlich zu ertragenden Winters. Weihnachtslieder anderer Kulturkreise wurden – und hier schließt sich in gewissem Sinne der Kreis zu Mendelssohn – auch dank der Erfindung des Buchdrucks in den Singkanon mit aufgenommen und zu neuen, heute noch gültigen Klassikern umgedichtet. Johannes Daniel Falk und Heinrich Holzschuher schrieben „O du fröhliche“ auf die Melodie des italienischen Marienliedes „O sanctissima, o purissima, dulcis virgo Maria“. Karl Riedel machte das böhmische Lied „Kommet, ihr Hirten“ in Deutschland heimisch und leitete eine Renaissance der älteren Weihnachtslieder wie „Den die Hirten lobeten sehre“ und „Es ist ein Ros entsprungen“ ein.


Ähnlich kurzfristig entstanden wie „Stille Nacht“: „Last Christmas“ hatte George Michael angeblich als „Last Eastern“ bereits in der Schublade und brauchte auf Geheiß der einen Weihnachtssong wünschenden Plattenfirma nur schnell ein Wort zu ändern.

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Bei all diesen Irrungen, Wirrungen und wild sprießenden Trieben unterschiedlichster Ausprägungen von Weihnachtsliedern und ihren Ursprüngen, die sich ganz von alleine immer weiter weg von Kirche, Glaube und Geistlichkeit entwickelten, gab es doch auch immer wieder Machtgebilde und Regime, denen das Singen von Weihnachtsliedern ein Dorn im Auge waren – war es bei aller ihm innewohnenden Abtrünnigkeit doch stets mit der christlichen Idee von Weihnachten und der Geburt

war der DDR-Führung suspekt. Von seiner radikalen Idee, Christkind und Weihnachtsmann abzuschaffen und die Kinder durch Väterchen Frost im Januar beschenken zu lassen, konnte Ulbricht das Politbüro der DDR zwar nicht überzeugen, aber man war sich einig, dass man Weihnachten verweltlichen wollte. Weihnachtsengel wurden kurzerhand zu Jahresendfiguren mit Flügeln, Pyramiden in Kerzendrehtürme umbenannt – und Hans Naumilkat, damals Leiter des KinderChristi unausweichchores des Berliner Rundfunks, damit lich verbunden. Die beauftragt, ein neues Weihnachtslied ersten, die ein solzu schreiben, das keines ist. So entches Verbot aussprachen, waren stand das Lied „Vorfreude, schönste die Puritaner im Freude“ auf ein Gedicht von Erika Engel. Eine wunderschöne Weise, die England des all das besingt, was irgendwie auch die 17. JahrhunDDR ausgemacht hat: Die Vorfreude derts. Als sie 1640 an auf etwas, das dann nicht stattfindet, die Macht kamen, verbannten weil politisch nicht erwünscht. sie die Weihnachtsfeier und somit alle Weihnachtslieder aus dem gesellschaftlichen Leben. Was dazu führte, KURIOS! dass die Menschen sie heimlich sangen – und sie somit umso besser über- Kurios, aber keinesfalls kurioser als nahezu alle Entwicklungen rund um lebten. Auch die Nazis hatten etwas die Geschichte der Weihnachtslieder. gegen Weihnachten. Sie stützen sich Und nicht weniger kurios als die Tatan Weihnachten auf die zuvor entstandenen nicht-christlichen Weisen, sache, dass das vermeintlich aktuellste und mittlerweile populärste aller trieben die Entwicklung dieser voran und dichteten um, was nicht niet- und Weihnachtslieder von George Michael nagelfest war. „Es ist für uns eine Zeit ist und schon Mitte November aus den Lautsprechern der Einkaufzentangekommen“ war beispielsweise ren hierzulande dröhnt. Und so werde ursprünglich ein Sternsingerlied aus der Schweiz. Die von den Nationalso- ich auch in diesem Jahr wieder an Weihnachten am heimischen Klavier zialisten für das Singbuch „Deutsche sitzen, die immer gleichen, altbekannKriegsweihnacht“ 1939 entstandene ten Weihnachtslieder spielen – aber Umdichtung des Textes hat das Lied zu einem von religiösen Bezügen völ- womöglich an der einen oder anderen Stelle schmunzeln, weil ich jetzt weiß, lig befreiten Winterlied gemacht. was sich dahinter so alles verbirgt … Umso verwunderlicher, dass genau diese Variante des Lieds bis heute weiterhin die weitverbreitetste ist. Walter Ulbricht wollte das Weihnachtsfest in den 50er-Jahren komplett abschaffen. Das Christentum


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Der Kalender mit den Klebepunkten von dot on ist mittlerweile ein echter Designklassiker, die Edition mit selbst zu klebenden Kunstwerken – im Grunde nichts anderes als Kleben nach Zahlen oder Farben – ist noch recht neu und bietet lustige Motive vom Einhorn bis hin zur Maria (rechts). Ein besonderes Highlight zu Weihnachten ist das Porträt der oder des Liebsten als Stickerbogen. / www.dot-on.de / /

Quasi den Soundtrack zu unserer vorhergehenden Geschichte der Weihnachtslieder liefert das brandaktuelle Album „Joy to the World!“ der Internationalen Chorakademie Lübeck unter der Leitung von Rolf Beck (Abb. oben: vorläufiges Cover). Darauf versammelt sind Weihnachtslieder aus aller Welt - vorgetragen von Sänger*innen der jeweiligen Herkunftsländer. Ein Zeichen für Völkerverständigung und grenzüberschreitendes Miteinander – und somit ein höchst authentischer, schön klingender Gruß der Weihnachtsbotschaft in die Welt. In Kürze erhältlich auf der Webseite des Chores. / www.chorakademie-luebeck.com / /

Dieses 40x30 cm große Kissen kann man nicht einfach so bestellen, aber den Stoff dazu mit entsprechender Nähanleitung: Einfach Vorder- und Rückseite auf links zusammenheften, an den Kanten entlang nähen - und fertig ist dieser niedliche Weihnachtskissen-Bezug! / www.stoff-schmie.de/stoff-design/10038 / /


|| silentnightopera.com|

SILENT NIGHT Oper in zwei Akten Musik | | Kevin Puts Libretto | | Mark Campbell Nach dem Film „Joyeux Noël“ von Christian Carion (2005) Uraufführung | | 12. November 2011, Minnesota Opera im Ordway Theater Saint Paul Spieldauer | | 2 1/2 Stunden Ort und Zeit | | Schlachtfeld in Belgien an der franz. Grenze, 1914

|| Prolog || Sommer 1914, Kriegserklärung. Eine Opernaufführung wird unterbrochen. Dem Sängerpaar Anna Sørensen und Nikolaus Sprink ist sofort klar, dass er nun in den Krieg ziehen muss. In Schottland fordert William seinen jüngeren Bruder Jonathan auf, sich zu melden. In Paris erleidet die schwangere Madeleine einen Wutanfall, weil ihr Mann in den Krieg muss. || 1. Akt || 23. Dezember 1914. Ein Angriff französischer und schottischer Soldaten auf die deutsche Linie scheitert. Nikolaus ersticht einen Mann und verzweifelt an seiner Tat. William wird erschossen und stirbt. 24. Dezember 1914. Geschenke für die Soldaten: kleine Weihnachtsbäume für die Deutschen, Wein, Würstchen und Schokolade für die Franzosen, Whiskey für die Schotten. In der Nacht zieht ein französischer Soldat mit einigen Granaten los, um die deutsche Linie zu infiltrieren. Schottische Soldaten beginnen aber zu singen. Nikolaus stimmt „Stille Nacht“ an, bald begleitet vom schottischen Dudelsackspieler. Nikolaus wirft einen Weihnachtsbaum auf den Bunker. Die Leutnants stimmen zu, den Kampf bis zum Morgen einzustellen. Die Soldaten kommen heraus, der französische Soldat kehrt zurück, ohne seine Granaten benutzt zu haben. Anna erscheint überraschend im Lager. Pater Palmer hält eine Messe. Anna singt vom Frieden. Allein Jonathan findet keinen Frieden, sondern den Körper seines Bruders, und schwört, sich zu rächen.

LOOKS _ || 2. Akt || 25. Dezember 1914. Am Morgen begräbt Jonathan seinen Bruder. Es wird beschlossen, den Waffenstillstand zu verlängern, um die Bestattung anderer Soldaten zu ermöglichen. Während des Tages erreicht die Nachricht vom Waffenstillstand das britische, französische und deutsche Hauptquartier. Man will die Soldaten bestrafen. Am Abend soll Nikolaus wegen Gehorsamsverweigerung verhaftet werden, aber Anna führt ihn über das Niemandsland auf die französische Seite. Der Befehl, ihn zu erschießen, wird ignoriert. Die beiden bitten die Franzosen um Asyl.

26. Dezember 1914. Der britische Major bestraft die schottischen Soldaten, indem er sie an die Front versetzt. Auf seinen Befehl hin erschießt Jonathan einen deutschen Soldaten, der das Schlachtfeld überquert. Der Soldat ist eigentlich der Franzose Ponchel in einer deutschen Uniform, der verkleidet war, um die Grenzen zu überschreiten und seine Mutter zu besuchen. Der französische General befiehlt Audebert nach Verdun und löst seine Einheit auf. Der Kronprinz übergibt die deutschen Soldaten nach Pommern. Das Niemandsland ist am Ende menschenleer.

OPERA

27° 08‘ 15“ N 18° 07‘ 05“ O


MARTIN ASBJORN

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Weihnachtsopern gab es schon immer - und sie sind erfreulicherweise auch wieder vermehrt in der zeitgenössischen Opernliteratur anzutreffen

Khakiendes n n r stia T l? a ante Frau eine f ta m z t u h c ht ns Strahle? Egal! So macSchlachtfeld. Leder igur auf dem sche F

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zum Singen iffe geeignet, ei gr an as tg if gen, kann G r hw Fü Waffen sc werden. e di n en W t. nich aber entfernt der Singschutz Fotos: Copenhagen Fashion Week CFW Hintergrundbild: Eliya Selhub auf www.flickr.com

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LAST CALL

WeiHNachTsAbend Am dunklen Fenster stand ich lang Und schaute auf die weiße Stadt Und horchte auf den Glockenklang, Bis nun auch er versungen hat. Nun blickt die stille reine Nacht Traumhaft im kühlen Winterschein, Vom bleichen Silbermond bewacht, In meine Einsamkeit herein.

Weihnacht! – Ein tiefes Heimweh schreit Aus meiner Brust und denkt mit Gram An jene ferne, stille Zeit, Da auch für mich die Weihnacht kam.

Seither voll dunkler Leidenschaft Lief ich auf Erden kreuz und quer In ruheloser Wanderschaft nach Weisheit, Gold und Glück umher. Nun rast‘ ich müde und besiegt An meines letzten Weges Saum, Und in der blauen Ferne liegt Heimat und Jugend wie ein Traum.

HerMann

Hesse 10 _ S @ orpheus

Foto: Jerry Meaden auf www.flickr.com

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10 S. marfa @Orpheus 06/19  

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