THÉÂTRE
GERLIND REINSHAGEN / MARTINA ROTH ET JOHANNES CONEN
DIE FRAU UND DIE STADT
Eine bemerkenswerte audiovisuelle und darstellerische Aneignung, um die Weiblichkeit, das Judentum, das Schaffen und die Einsamkeit gegenüber der tödlichen Gewalt der Verfolgung durch die Nazis zu thematisieren. Une appropriation audiovisuelle et théâtrale remarquable pour aborder la féminité, la judaïté, la création et la solitude face à la violence meutrière de la persécution nazie.
VON GERTRUD KOLMAR, DIE SICH SELBST ALS „DIE ANDERE“, „DIE FREMDE“, „DIE EINSAME“ BEZEICHNET, WIRD EIN FIKTIVER MONOLOG ANGESICHTS DER GEWALT EINER STADT, DIE SICH IN EINEN ORT DER VERFOLGUNG VERWANDELT, AUF DIE BÜHNE GEBRACHT.
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ie zeitgenössische deutsche Schriftstellerin Gerlind Reinshagen begann ihre Karriere mit Jugendbüchern und zahlreichen Hörspielen. In den siebziger Jahren stellte sich heraus, dass sie eine der talentiertesten Theaterautorinnen ist, deren Werk von einem kritischen und soziologischen Blickwinkel geprägt ist. Ihre Arbeit wurde wahrgenommen und mit verschiedenen renommierten Preisen ausgezeichnet. Ihr 2008 herausgebrachtes Theaterstück Die Frau und die Stadt, mit dem Untertitel Eine
TEXTES Elvire Bastendorff PHOTO Die Frau und die Stadt. Animation : Johannes Conen
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JUNI’15 CITY AGENDA LUXEMBOURG
Nacht im Leben der Gertrud Kolmar, bedient sich einer fiktiven Geschichte, in der ein Moment in ihrem Leben ausgemalt wird, um uns diese junge jüdische deutsche Dichterin in Erinnerung zu rufen. Gertrud Kolmar, deren Leben am 2. März 1943 in einer Gaskammer in Auschwitz oder in einem Todeskonvoi, der sie dorthin brachte, endete, hat fast 450 Gedichte und zwei Romane Susanna und insbesondere Die jüdische Mutter hinterlassen. Die aus den verschiedenen ästhetischen Strömungen