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Ausgabe 3/2013


INHALTSVERZEICHNIS …...………………………………………………………………….

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Am Steinhoftor: Einladung zum Seitenwechsel

5-8

Gedanken der Brüdergemeinschaft: Erlebte Geschichte im Steinhof

9 - 21

Wir als Gastgeber

22 - 23

Ein Spaziergang: Antreten zum Glücklichsein, marsch!

24 - 25

Unsere Jubilare

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Gedanken der Brüdergemeinschaft: Erlebte Geschichte im Steinhof, Seite 5 - 8

Comic

27 - 32

Der Steinhof unterwegs

33 - 34

Das Steinhofpersonal

Ein Spaziergang: Antreten zum Glücklichsein, marsch! Seite 22 - 23

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Gratulationen

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Kinaesthetics: Herzliche Gratulation zum Abschluss des Peer Tutoren-Kurses

37 - 41

Steinhart nachgefragt bei Esther Bieri Vorstandsmitglied, Steinhof-Pflegeheim

42 - 43

Seitenwechsel: Stefan Peyer 1 Woche im Steinhof

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Rezept: Pilzschnecken

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Inserat: Kräuterelexier

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Unser Wunsch

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Agenda

STEINHOF Pflegeheim Eine Institution der Barmherzigen Brüder von Maria-Hilf

2 Pflegeheim Steinhof - Steinhofblatt September 2013

Steinhart nachgefragt: Esther Bieri, Vorstandsmitglied, Steinhof-Pflegeheim, Seite 37 - 41

Seitenwechsel: Stefan Peyer, 1 Woche im Steinhof, Seite 42 - 43

Steinhofstrasse 10 6005 Luzern

Tel. 041 319 60 00 Fax 041 319 61 00

www.steinhof-pflegeheim.ch info@steinhof-pflegeheim.ch


AM STEINHOFTOR …………………………………………………………………………..

Einladung zu einem Seitenwechsel Sehr geehrte Herren Regierungsräte, sehr geehrte Frau Regierungsrätin, sehr geeehrte Stadt- und Gemeinderäte, sehr geehrte Stadt- und Gemeinderätinnen Kaderpersonen aus der Wirtschaft haben im Steinhof Gelegenheit, einen einwöchigen Seitenwechsel in der Pflege zu absolvieren. Sie unterstützen dabei das Pflegepersonal, indem sie aktiv Hand in Hand mit ihm arbeiten. Gerade jüngst war mit Stefan Peyer ein Bankmanager und Kadermitglied für einen Seitenwechsel bei uns. Schon einmal hatte er, als Bestandteil einer Weiterbildung, einen einwöchigen Sozialeinsatz hier geleistet, diesmal sich aber frei für ein Sabbatical im Steinhof entschieden. Seine gewonnen Eindrücke können Sie auf Seite 42–43 nachlesen. Gerne hätte ich in den vielen Jahren des Bestehens dieses Angebotes auch einmal einen ExekutivPolitiker begrüsst. Schliesslich tragen Sie unter anderem auch die Verantwortung für die Gesundheitspolitik des Kantons, einer Stadt oder einer Gemeinde. Doch bis heute warte ich vergebens. Horizonterweiterung Moment, da war doch was? Vor Jahren machten die Stadträte von Luzern mal einen eintägigen Seitenwechsel, begleitet von viel PR. Etwas PR in eigener Sache schadet ja nichts. Schliesslich will man wieder gewählt werden. Oder die PR-Tour während 12 Tagen durch den Kanton Luzern von Regierungsrat Guido Graf! Mehr als ein PR-Gag! Wer weiss. Nein, all das meine ich explizit nicht damit. All diesen Politikern würde es gut tun, einmal während einer ganzen Woche hautnah in einem Pflegeheim – es kann auch ein Spital sein – die Arbeit zu erfahren und die Bewohnerinnen und Bewohner zu erleben. Ohne Journalisten und PR. Einfach so! Um danach, reich an Erfahrungen, zurück am Regie-

rungspult die Praxis vermehrt in die Regierungstätigkeit einfliessen lassen zu können. Ich bin mir sicher, dass mehr Praxisbezug die Gesetzgebung verändern würde. Die bestens geschulten Leute an der Front, die ihre Arbeit mit viel Engagement, Herzblut und Verantwortung ausüben, würden von der Politik nicht mehr in ihrer Eigenverantwortung eingeschränkt, ja sogar bevormundet. Spitaldirektoren oder Heimleiter wären gefragter als blosse Verwalter, deren Beruf nicht erlernbar ist und dem man sich eher durch Verlernen anzunähern versucht. Da bleiben Kreativität oder gar Verantwortung tragen auf der Strecke. Theorie und Praxis - zwei Paar Schuhe Letzthin musste ich feststellen, wie zum Teil weltfremd die Löhne in der Verwaltung festgelegt werden. Kein Wunder, wenn die Sozialdirektion auf Geheiss der Finanzdirektion sparen sollte, jedoch das Personalwesen der Bildungsdirektion unterstellt ist. So bleibt am besten alles beim Alten. Die Schraube zieht man umso heftiger an, wo die Abhängigkeit gegeben ist, nämlich bei den effizienter arbeitenden privaten Heimen. Und wenn hinter dem Ganzen noch der Praxisbezug fehlt, kann dies nur zu Frustration führen. So wurde mir letztes Jahr besserwisserisch nahegelegt, wie man laufend das Personal der Pflegebedürftigkeit anpassen soll. Wollen Sie wissen wie? Ganz einfach: "Leute entlassen!" Und auf die Gegenfrage: Was ist dann, wenn im nächsten Monat die Pflegebedürftigkeit wieder ansteigt?" „Dann kann man wieder einstellen!" Wie bitte? Ja, Sie haben richtig verstanden. In der Theorie funktioniert das, aber in der Praxis sicher nicht. Man kann in einem ausgetrockneten Arbeitsmarkt nicht entlassen, um morgen wieder einzustellen. Nicht dass Sie meinen, der Steinhof achte nicht auf das Verhältnis zwischen Pflegebedürftigkeit und Personal. Ganz im Gegenteil. Aber wir handeln erst, wenn eine vorgegebene Bandbreite unter- bzw überschritten wird und korrigieren dann, wenn sich eine Gelegenheit ergibt, sei es infolge Pensenreduktion oder Kündigung.

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AM STEINHOFTOR …………………………………………………………………………….

Jede Leistung hat seinen Preis. Die Pflege ist eine Dienstleistung, die von Menschenhand erbracht wird. Wenn der Staat in der Pflege sparen will oder sogar muss, dann soll er auch Aussagen machen zur Qualität. Ohne diesbezügliche Aussagen reicht er den schwarzen Peter weiter und so verkommt die Diskussion zu Worthülsen!

Mit Überzeugung vertrete ich den Standpunkt, dass die privaten Heime vom Staat keinen Nachhilfeunterricht in der betriebswirtschaftlichen Führung benötigen. Für Empfehlungen und Ratschläge sind wir hingegen offen. Auch wir haben blinde Flecken, und da ist eine Aussenbetrachtung hin und wieder recht wertvoll.

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Besten Dank für Ihr Interesse, Wohlwollen und Verständnis, das Sie meinen Voten entgegenbringen. Freundliche Grüsse Paul Otte, Heimleiter


GEDANKEN DER BRÜDERGEMEINSCHAFT

Erlebte Geschichte im Steinhof Im Brüderverzeichnis steht unter dem Datum vom 26.09. 1953: Eintritt von Albert Wick in die Gemeinschaft der Barmherzigen Brüder von Maria Hilf. Das war vor sechzig Jahren, und ich war fünfzehn Jahre alt, als ich mich zu diesem Schritt entschloss. Schon mit 12 Jahren spürte ich eine Sehnsucht , mein Leben in einer religiösen Gemeinschaft zu gestalten. Im kirchlichen Kalender ist der 8.September das Fest Mariä Geburt. Der 8. Sept. 1953 ist mein Berufungstag! Wieso kann ich das so genau sagen? An diesem Tag kam Pater Friedrich Hort, ein BethlehemMissionar in Rebstein SG, mit dem Fahrrad zu mir nach Niederwil SG auf den elterlichen Bauernhof. In den Sommerferien hatte ich jeweils meinem Vater auf dem Hof geholfen. Pater Hort brachte mir eine Botschaft: am Morgen habe er in der Eucharistiefeier eben dieses Festes Mariä Geburt die Gottesmutter gebeten, dass sie mir die Berufung zum Ordensstand schenke. Spezielle Berufswahl Dann gab der Pater mir die Adresse der Krankenbrüder vom Steinhof in Luzern. Von denen hatte ich noch nie gehört. Pater Hort war als Missionar in China tätig gewesen und hatte dort die Barmherzigen Brüder aus Trier kennengelernt. 1950 waren die Bethlehem-Missionare wie auch die Barmherzigen Brüder des Landes verwiesen worden. So lernte ich Pater Hort im Jahre 1952 im Gymnasium zu Rebstein kennen. Innert drei Wochen war für mich die Berufung klar. Ich stellte mich im Steinhof vor und trat am 26. 09. 1953 in die Gemeinschaft ein. Der 8. September hat noch eine weitere Bedeutung für mich, von der ich erst einige Jahre später erfuhr. An diesem Tag hatte Bruder Tutilo die Ewigen Gelübde abgelegt und Gott gebeten, er möge wieder einen jungen Menschen in die Gemeinschaft berufen. Dieser junge Mensch, so glaube ich, war ich. Weil ich noch zu jung war für die Aufnahme ins Postulat (= Vorstufe zum Noviziat ="unverbindliche" Einführung ins Ordensleben), verbrachte ich die ersten zehn Monate als Kandidat in einem Altersheim der

Bruder Dominik anlässlich der 1. Heilige Profess am 8. März 1957 zusammen mit seiner Mutter und Geschwistern vor dem Steinhof Brüder in Metz/ Frankreich. Danach begann ich das Postulat im Steinhof. Am 8. März 1955, dem Fest des Hl. Johannes von Gott, durfte ich das Noviziat beginnen. Ich erhielt das Ordenskleid und einen neuen Namen. Seitdem heisse ich Bruder Dominik. Der Heilige Dominikus Savio ist mein neuer Namenspatron. Er war Schüler des Hl. Don Bosco und ist am 9.März 1857 im Alter von fünfzehn Jahren im Rufe der Heiligkeit gestorben. Am 12. Juni 1954 wurde er von der Kirche heilig gesprochen. Provinzial und Novizenmeister haben für mich diesen jugendlichen Heiligen als Namenspatron ausgewählt. Ich bin überzeugt, dass er mich bis heute beschützt und begleitet hat. Das zweijährige Noviziat gilt der Einführung in das religiöse Leben des Ordens und seiner Tätigkeitsbereiche. Wir damaligen Novizen wurden vorwiegend in der Krankenpflege und während einiger Wochen auch in der Küche beschäftigt. Auch zur Nachtwache wurden wir eingeteilt. Der Nachmittag war im Allge-

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GEDANKEN DER BRÜDERGEMEINSCHAFT ……………………………………………….

Im Jahr 1963 erhielt die Küche im Steinhof einen Abzug eingebaut. Rechts Bruder Dominik beim Kochen meinen für Unterricht in der Spiritualität unserer Gemeinschaft und in Krankenpflege reserviert. Mit 22 Jahren Küchenchef Ich war gerne in der Krankenpflege, aber die Liebe zum Kochberuf war doch stärker in mir. Das haben auch meine Vorgesetzten gespürt. Aus diesem Grund verbrachte ich das Noviziat überwiegend in der Küche. Von 1955 – 1960 verlief meine Ausbildungszeit unter zwei verschiedenen Küchenchefs, von denen der Eine 1957 die Gemeinschaft verliess und der Andere 1960 nach Rilchingen im Saarland versetzt wurde. Ich war 22 Jahre alt. Der damalige Hausobere, Bruder Justus Hinder, vertraute nun mir die Küche und den Einkauf an. Doch wie sahen damals Küche und Keller aus? In der Mitte der Küche stand ein grosser Kohlenherd mit

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einem angebauten Heisswasseraufbereitungsofen. Der Kochherd mit Namen "Esse Sparofen" von der Firma Hälg in St. Gallen wurde mit Anthrazit und der Warmwasserofen mit Koks beheizt. So hatten wir im Winter und im Sommer immer eine warme Küche. Der Kochherd war ein Dauerbrenner, der Tag und Nacht durchgeheizt wurde. In der Mitte befanden sich zwei dicke Kochplatten mit zwei Isolierdeckeln, die je nach Bedarf auf- oder zugeklappt wurden. Links davon war eine weniger beheizte Kochplatte. Am Abend stellte man einen 30-Liter-Topf mit kaltem Wasser darauf. Am Morgen kam der Kaffeekupfertopf mit dem Filter dazu, und das Kaffeepulver wurde mit dem heissen Wasser übergossen. Dieser Herd hatte auch eine grosse Tür nach Innen. Auch da konnten wir mit grossen Töpfen arbeiten, zum Beispiel Bohnen, Erbsen und Gerste kalt anset-


zen und die Suppen nach einigen Stunden fertig zubereiten. Die Rindsknochen für Bouillon wurden am Abend kalt angesetzt und waren am Morgen zur weiteren Verarbeitung bereit. Koks und Kohle als Heizstoff An der Rückseite des Herdes waren Wärmeschränke mit Schiebetüren eingebaut. Die Wärme kam durch Ofenrohr und Wasserleitung, die zu einem 400- LiterWasserboiler führte, der an der Decke hing. Damit wurde das Heisswasser fürs ganze Haus bereitet. Nur am Montag, dem Waschtag, musste der Kohlenofen unten im Schloss zu Hilfe genommen werden. 1960 wurde die Kohlenheizung im Schloss auf Heizöl umgestellt. Die drei Kohlenöfen wurden durch zwei Ölbrenner ersetzt. Ferner wurde östlich des Schlosses ein Öltank in die Erde gebaut, der 100 000 Liter fasst und noch heute in Betrieb ist. Wie ich mich erinnere, betrug der Preis pro Liter Öl damals 23 Rappen. - Eine Wohltäterin hatte uns die neue Heizung bezahlt. Fotoapparat als Luxus Leider existieren aus dieser Zeit keine Fotos, denn ein Fotoapparat galt damals als Luxus für uns Brüder. 1962 begannen wir mit der Renovation der Küche. Zuerst wechselten wir den Kochherd aus und stellten einen Elektroherd von der Firma Salvis in die Küche. Doch oh Schreck, mit einem Schlag hatten wir nur noch eine "Kalte Küche"! Die Küche mit dem Kohlenherd brauchte weder Heizung noch Ventilation. Die Luft war immer warm oder sogar heiss und trocken. Das änderte sich mit einem Schlag. Die Küche war beim Kochen voll Dampf, und das Kondenzwasser floss nur so die Wände hinunter; der Boden war nass und glitschig. So mussten wir möglichst schnell Heizkörper sowie eine Klimaanlage einbauen, die die kalte Luft von draussen aufwärmte. Danach war uns wieder wohl in der Küche. Dies System hat sich bis 1994 bewährt. In der Küche hatten wir damals noch keinen Kühlraum. Unten im Keller ratterte eine alte Kühlmaschi-

ne der Firma Saurer, die mit Ammoniak-Gas den Raum kühlte. Ammoniak ist eine chemische Verbindung von Stickstoff und Wasserstoff. Eines Tages entstand ein Leck in der Leitung, und wir konnten in der "Metzgerei", wie wir diesen Raum nannten, nicht mehr arbeiten. Bis der Monteur das Leck geflickt hatte, haben wir nur noch geweint und gehustet. In diesem Raum haben wir jeden Monat eines unserer Schweine zerlegt, das wir im Schweinestall geschlachtet hatten. Rindsstotzen und Kälberhälften wurden regelmässig von mir verarbeitet. Innerhalb dieses Raumes befand sich eine separate Räucherkammer, in der die Speckseiten geräuchert wurden. Vor dem Räuchern wurde das Fleisch in eine Salzlauge gelegt. Wenn eine rohe Kartoffel darin obenauf schwamm, wusste man, dass sich genug Salz und Salpeter im Wasser befanden. Eine Woche lagen das Fleisch und die "Gnagi" in der Lauge, dann konnten sie tranchiert werden. In diesem Raum stand auch eine alte Aufschnittmaschine, die von Hand betrieben wurde. Mit der rechten Hand drehte man das Rad, wobei das Messer waagrecht schnitt; mit der linken Hand wurden die Wurst oder der Schinken darüber geschoben. Weitgehendst Selbstversorger Alle grösseren Anschaffungen mussten vom Brüderrat genehmigt werden, so auch die neue Aufschnittmaschine, die 750.- Franken kostete. Das Sägemehl für die Räucherkammer holte ich mit einem Veloanhänger in Stoffsäcken bei einer Schreinerei in der Nähe des Gaswerkes. Im Herbst stellten wir das Sauerkraut selber her. Dazu kauften wir 500 kg Kabis, hobelten ihn und pressten ihn in Holzzuber oder Steintöpfe; Salz und Wachholderbeeren kamen hinzu. In den Fünfziger- und Sechzigerjahren wurde noch die gesamte Konfitüre eingekocht. Dazu war eine grosse Menge Zucker nötig. Beim Kauf einer Tonne gab es einen Spezialpreis. Gelagert wurde der Zucker auf dem Estrich, denn im Keller war es zu feucht, und er wurde hart. Im Estrich blieb er auch bei grosser Hitze trocken. Die zwanzig 50 Kilogramm

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GEDANKEN DER BRÜDERGEMEINSCHAFT

schweren Säcke die Treppe hinaufzutragen, kostete mich eine Menge Kraft. Am Standort der heutigen Küche befand sich der Most-, Obst- und Kartoffelkeller. Im Herbst wurden drei Fässer Süssmost sterilisiert und ein grosses Fass mit 350 Litern Suure Moscht gefüllt. Ein Bauer aus Inwil pflegte uns den Most und das Obst für den Winter zu liefern. Ausserdem wurden vier Tonnen Kartoffeln eingelagert. Mineralwasser kannten wir damals noch nicht. Schritt für Schritt wurde der Steinhof in den Sechzigerjahren renoviert. Doch darüber im nächsten Steinhofblatt. Einkauf von einer Tonne Zucker Aber Moment mal: In erster Linie bin ich ein Ordensmann. Ein Satz aus der Heiligen Schrift (Lukas 9,62) hat mich in den vielen Jahren immer begleitet: "Keiner, der die Hand an den Pflug legt und zurückblickt, taugt für das Reich Gottes". Das heisst für mich: an meine Berufung glauben und vorwärtsgehen. Am 8.März 1957 habe ich die drei Gelübde abgelegt. In der Lebensform steht im 3.Kapitel: "Wir antworten dem Herrn durch unsere Professweihe, die -täglich neu verwirklicht – unsere ganze Person und unser ganzes Tun ihm zur Verfügung stellt für ein Leben in gottgeweihter Keuschheit, Armut und Gehorsam." Meine Grundhaltung war stets, als verantwortungsbewusstes Mitglied unserer Ordensgemeinschaft in Einheit mit den Oberen die Zukunft mitzugestalten. Dieser Einstellung möchte ich treu bleiben. Bruder Dominik Wick, Stv. Vorsteher

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Das Schloss Steinhof um ca. 1959


WIR ALS GASTGEBER ……………………………………………………………………….

Geschichten noch und noch An jedem Steinhof-Musikplausch hat man auch genügend Zeit, an den Tischen einander Geschichten zu erzählen und dabei erst noch gute Musik zu hören. Nicht anders am Sonntag, 26. Mai 2013, als das "Echo vom Rossstall" aus Ebikon wieder einmal Volksmusik vom Feinsten darbot. Dafür kamen auch Claire und Fritz Duss in den Steinhof. Zwar nicht in Erwartung von Volksmusik sondern von Jazz. Sie hatten sich prompt um einen ganzen Monat geirrt. So brachen sie den auch relativ früh wieder auf, begleitet von Werner Müller, um in Hohenrain das Jubiläumskonzert der "Unicorn-Jazzband" zu hören. Zur Freude von Josef Küttel am Schwyzerörgeli war seine Tochter mit der ganzen Familie anwesend. Ursi Gross-Küttel mit Martial Gross und den Kindern Finn, zwei Jahre, und Emanuel, vier Jahre alt. Auf die Frage, ob sie auch Musik mache wie ihr Vater antwortete sie mit einem Lachen: "Ja ich spiele Trompete bei der Guggenmusik "Chottlebozzer Lozärn" und betonte noch explizit: "Da muss man aber auch proben". Elsbeth Spirgi wurde zum 64. Geburtstag am 4. Juni gratuliert, und das "Echo vom Rossstall" widmete ihr das nachfolgende Stück "Em Gartehüsli". Sehr gerne zum Steinhof-Musikplausch kommen jeweils Werner und Lisbeth Burri. Er war viele Jahrelang selber Musikant in diversen Formationen, doch krankheitshalber musste er etwas kürzer treten, und so ist er jetzt eher ein Musikkonsument geworden. Grosse Freude empfand er als er seinen ehemaligen Mitarbeiter Alfred Meier sah, dem zur Zeit, als er noch bei Bühlmann-Fenner verantwortlich war für den Einkauf von Papeterie und Hotelbedarf, der ganze Bereich Büromöbel unterstand. Die gemeinsame Zeit bei dieser Firma dauerte ganze 25 Jahre. Hans Güntert kam mit seiner Frau Renata, die pflegebedürftig ist und die er liebevoll pflegt.

Oben: Anita Waser am Klavier und Ernst Bäuerle am Kontrabass Unten: Peter Schärli am Saxophon und Ernst Eugster am Akkordeon

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WIR ALS GASTGEBER ………………………………………………………………………...

Beide geniessen jeweils die Musik im Steinhof sehr. Viel Freude konnten Anita Waser (Klavier), Peter Schärli (Saxophon), Ernst Bäuerle (Bass) und Ernst Eugster (Akkordeon), den Gästen bereiteten und- das spürten alle deshalb musiziert die Formation auch so gerne im Steinhof. Dem konnten Anneli Wirz und Frieda Brünisholz nur beipflichten. Beide spielen mit grosser Begeisterung Schwyzerörgeli, wobei Letztere erst mit 66 Jahren anfing. Besonders unter den Gästen fiel Hardy Zwyssig auf. Er trug seine Daunenjacke auch in der Gastwirtschaft. Der Grund war nicht etwa, dass zu wenig geheizt wird, sondern dass er an einer lädierten Schulter leidet, herrührend von den Skiferien in den Flumserbergen, wo er einen Sturz erlitten hatte. Und zum Schluss noch eine spezielle Geschichte: Brigitte Kiener und Toni Erni gingen gemeinsam bei Lehrer Josef Reinhard in die 3. und 4. Primarklasse im Schulhaus Tribschen in Luzern. Die Folge war, dass die ganze Klasse ohne Ausnahme die 4. Primarklasse nochmals wiederholen musste, und Richi Portmann drückte es auf seine Art aus: "Wäre der Lehrer nicht gestorben, sässen sie immer noch in der 4. Klasse". Paul Otte, Heimleiter

Oben: Ursi Gross-Küttel mit ihren beiden Kindern Emanuel (links) und Finn genossen das Konzert Mitte: Heidi Imfeld schätzt die gute Stimmung sehr und ist oft zu Gast. Hier mit ihrer Freundin und Nachbarin Therese Lüdi Unten: Rosmarie Hayoz und Gertrud Beck (von links nach rechts). Zwei Frauen, die das Schicksal im Steinhof zusammengeführt hat

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Tessin zu Gast rung unter den Sparanstrengungen leidet. Viele, so auch ihr Mann, arbeiten schon über ein Jahr ohne Lohn. Sie verharren jedoch trotzdem am Arbeitsplatz, um diesen nicht zu verlieren und vorallem der Rente wegen. Alle drei kennen den Corale pro Ticino noch von früher, als jeweils der Tradition gehorchend unter der Egg Risotto mit Luganighe gekocht wurde und der Reinerlös dem Kinderheim Hubelmatt zugutekam. Sie halfen mit im Service, zusammen mit dem damaligen noch nicht Stadtpräsidenten Urs W. Studer.

Die Lieder des „Corale pro Ticino“ aus Luzern sind reiner Balsam für die Zuhörerinnen und Zuhörer Nicht der ganze Kanton Tessin war am Sonntag, 9. Juni 2013, um 14.30 Uhr hier zu Gast, sondern der Corale pro Ticino aus Luzern. Der Chor sang unter der musikalischen Leitung von Toni Knupp an der Handorgel, noch begleitet von Astrid Sigrist an der Mandoline. Der Auftritt in drei Blöcken zu je drei Liedern beinhaltete in den Liedertexten fast alle Täler des Tessins. Durchs Programm führte gekonnt und mit viel Charme Armando Lanfranchi. Seine Mutter stammte aus dem Puschlav, und beim Hören von Tessiner Liedern schlug ihr Herz immer höher. Das war für ihn auch die Motivation, als Sänger des Corale pro Ticino diesen für einen Liedervortrag zu engagieren. Leider durfte seine Mutter dies nicht mehr erleben. Wie er es selber so schön sagte: "Vielleicht hört sie jetzt vom Himmel aus zu!" Zu den Gästen zählten auch Rita Schmidiger, ehemalige Pflegefachfrau im Staffelnhof, und Ruth Schumacher. Beide sangen 20 Jahre lang im Chor mit. Sogar in Athen in Erinnerung Und aus dem fernen Athen kam Edith Koch mit ihren Eltern Edi und Martha Konrad in den Steinhof. Sie lebt jeweils ein halbes Jahr in ihrem Haus in Athen und erlebt dort hautnah mit, wie die Bevölke-

Heimwehtessiner treffen sich Erstmals im Steinhof weilten Hans und Daniela Kunz. Letztere begleitet von ihrer Mutter Renata Schenker. Die Mutter ist Tessinerin und traf im Steinhof auf ihre Cousine Irma Näpflin, die aus Airolo stammt. Schön war es zuzuhören, wie sich die beiden Tessinerinnen über die Musik freuten und sich im Tessiner Dialekt unterhielten. Hans fährt mit seiner Frau Daniela des öftern in den Tessin. Im Winter fast wöchentlich, wenn der HC Ambri-Piotta ein Heimspiel hat. Da wird bei jedem Puck mitgefiebert bis fast zum Nervenzusammenbruch. Die Nerven beruhigen sich erst dann wieder, wenn bei einem Sieg "La Montanara" gesungen wird und es einem im Stadion kalt den Rücken hinunterläuft. Die Besucherinnen und Bewohnern waren begeistert vom Auftritt und forderten mit dem warmen Applaus gleich zwei Zugaben. Bruno Stämmer war sichtlich angetan vom positiven Echo, das der Gesangsvortrag entfachte. Als ehemaliger Flugverkehrsleiter fand er im Chor Corale pro Ticino einen sehr schöne Abwechslung. Pius Küttel war als Präsident mit dem Gesangsvortrag und den tollen Gästen rundum zufrieden. Paul Otte, Heimleiter

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Sommerkonzert Der Sommer hatte zwar noch nicht begonnen, und der Frühling zeigte sich am Freitag, 14. Juni 2013, einmal mehr von seiner launischen Seite. Der Himmel war bedeckt und der Biswind sorgte für eine unangenehme Frische, die es nicht erlaubte, das Konzert im Freien stattfinden zu lassen. Die Rede ist vom Sommerkonzert des Seniorenchors Luzern, unter der musikalischen Leitung von Heidi Benz. Aufgrund der Initiativen von Alice Aebischer und Doris Zemp, 2 Ehemalige in der Pflegedienstleitung des Betagtenzentrums Eichhof, fand das Konzert um 15.00h in der Gastwirtschaft statt. Durchs Programm führte gekonnt Irmgard Halder. Nebst den Liedern, die durch die Jahreszeiten und durch die Welt führten, begeisterten auch die drei jungen Schülerinnen der Musikschule Luzern, nämlich Paula Krempels,

Kiki Künzler und Vanessa von Moos. Unter den Zuhörern waren auch diverse Bewohner des Betagtenzentrums Eichhof, so unter anderem Trudy Bühler, Cécil Portmann und Angela Bollschweiler. Letztere freute sich auch, ihren Mann Robert Bollschweiler am Klavier spielen zu sehen. Robert Bollschweiler ist nicht nur ein guter Pianist, sondern auch ein guter Schachspieler. Davon profitiert wöchentlich Guido Obertüfer, der ihn jeweils stark fordert. Ein grosses Dankeschön an dieser Stelle an ihn, aber auch an alle Sängerinnen und Sänger für das gelungene Konzert. Paul Otte, Heimleiter

Oben links: Kiki Künzler von der Luzerner Musikschule begleitete den Chor Unten links: Der Seniorenchor in voller Aktion beim Konzert im Steinhof am 14. Juni 2013 Unten: Paula Krempels unterstützte nebst Vanessa von Moos ebenfalls den Chor auf der Querflöte. Alle Drei sind Schülerinnen der Dirigentin, Heidi Benz von der Musikschule Luzern

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Jazzomania Die Ouvertüre zum Festtag am Sonntag, 23. Juni 2013 fand um 09.30h mit einem Festgottesdienst zu Ehren des Ordensgründers Peter Friedhofen in der SteinhofKapelle statt. Der Gottesdienst wurde zelebriert von Bruder Hans, Kapuziner im Kloster Rapperswil und Bruder Josef, Barmherziger Bruder von Maria-Hilf. Beide sind Geschwister, doch dem nicht genug, unter den Gottesdienstbesuchern weilte auch ihr Bruder Jacci Portmann zusammen mit seiner Lebenspartnerin Anni. Der Gottesdienst wurde musikalisch umrahmt vom Steinhof-Chor unter der Leitung von Marie-Thérèse Fahrian-Winiger und am Klavier begleitet von Bruno Rigassi. Und danach fand Jazz & Grill bereits zum zweiten Mal im Steinhof statt. Eine Veranstaltung, die es in sich hat. Trotz kühlem und regnerischem Wetter war die Stimmung bestens, als um 11.00h die erste Jazzband zu ihrer Performence antrat: Die Old Time Jungle Cats aus Luzern. Der Jazzkenner Heinz-Werner Behrendt brachte es auf dem Punkt: "Die Band ist wie ein guter Wein. Sie wird mit dem Alter immer noch besser". Im Geist schon in El Paso Der Bandleader und Mitgründer Walter Schmid an der Klarinette war hocherfreut, dass Renato Koch

am Schlagzeug trotz Heimweh – er fliegt am 30. Juni 2013 für drei Wochen wieder nach El Paso, Texas – wie gewohnt für den so charakteristischen Rhythmus sorgte. Der mit einer Texanerin verheiratete Renato Koch wird dereinst seine Pensionierung in El Paso verbringen. Walter Ineichen am Piano, der ruhige Pohl und bekannt als virtuoser Pianist, freute sich wie Roland Hirsiger an der Posaune auf das Wiedersehen nach zwei Jahren im Steinhof. Für den unverkennbaren Gesang sorgte Alceo Benedetti. Er spielt die Trompete so schön, dass Frauen regelmässig Tränchen aus den Augen wischen. Seine Frau Ruth Benedetti kann ein Lied davon singen. Ein Gerücht hielt sich hartnäckig, nämlich, dass zu Ehren von Alceo Benedetti Christa Rigozzi, die Ex Miss -Schweiz, ihre Aufwartung machen wird. Doch es blieb beim Gerücht! Am Bass spielte übrigens Sämi Kühne. Unter den Zuschauern weilte auch Beat Müller, der kurz nach der Gründung im 1958 zu den Old Time Jungle Cats stiess und 1989 sein letztes Konzert in London an der Gitarre und am Banjo mit der Formation gab. Von 1989 bis 2010 spielte er dann bei der Free Time Jazzband in Thun. Die langwierige Genesung nach einer Schulter-Operation zwang ihn bis heute zur Pause. Doch sein Comeback

Unten links: Renato Koch am Schlagzeug, Vollblutmusiker und Heimwehtexaner von den Old Time Jungle Cats Unten rechts: Auch von den „Dschungelkatzen“ Alceo Benedetti an der Trompete, brillanter Musiker, Sänger und Entertainer

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ist geplant. Das freut auch seine Frau, Margrit Müller, geb. Blättler aus Hergiswil, in der wohl Jazzblut fliessen muss. Sogar aus St. Gallen kamen die Fans unter den Gästen: Fides Bernhardsgrütter mit ihrem Mann Leopold Niederberger sowie Madeleine Bruhin mit ihrem Mann Josef Bruhin. Die Vier haben sich zum Ziel gesetzt, sämtliche Jazzbands in der Schweiz bei einem Konzert besucht zu haben. Angeregt am Mittagstisch unterhielten sich Walter und Marianne Burri sowie Beat und Anita Furrer. Die beiden Paare kennen sich aus der gemeinsamen Zeit im Kantonsspital Luzern, als Walter Burri dort noch als Direktor amtete. Eine gute Gelegenheit in Erinnerungen zu schwelgen, aber auch über Themen des Steinhofs zu sprechen, denn schliesslich sind beide Herren Vorstandsmitglieder der Trägerschaft und somit für die strategische Ausrichtung verantwortlich. Sie zaubert Mechaniker auf den Hirzel Andrin Bertschmann und seine Frau Susanna Bertschmann kamen mit ihren Kindern Natalia und Marcia in den Steinhof. Susanna Bertschmann, Tochter von Walter Schmid, ist wohl die vielseitigste Managerin. Sie brachte es kürzlich fertig für ihren Vater den Harley-Davidson-Mechaniker Raphael Kopp in seiner Freizeit von Hergiswil auf den Hirzel zu mobilisieren, wo Vaters Harley-Davidson nach einer folgenschwere Panne steckte. Ohne dessen Hilfe hätte er in Feldkirch den Autoreisezug nicht mehr erreicht, und seine Reise mit dem Stonecourt HD Wild Chapter nach Siebenbürgen, wovon er Tag und Nacht geträumt, wäre buchstäblich am Strassenrand am Hirzel zerronnen. Nach einem tosenden Applaus übernahm um 13.00h das New Orleans Jazzsextett die Bühne. Werner Kaufmann, Klarinettist und Bandleader freute sich ebenso über den Auftritt als auch über seine Genesung vom Bandscheibenvorfall,

Rechts von oben nach unten: Franz Koch am Bass und Franta Chvojka am Banjo vom New Orleans Jazzsextett

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herrührend von seinen abenteuerlichen Skiabfahrten am Titlis. Jede Band pflegte ihren eigenen Stil und das machte den Anlass auch so speziell. Hans Seiler spielte am Saxophon und an der Klarinette, Marcello Bona am Piano, Charly Vogel am Waschbrett, Franta Chvojka am Banjo und Franz Koch am Bass. Unter den Gästen erstmals und völlig begeistert weilten Doris von Euw und Alfons Jost. Beide sind Schlag auf Schlag auf Jazz eingestellt. Alfons Jost organisierte viele Jahre lang die Jazzkonzerte im Viktoria, die einst eine nationale Ausstrahlung hatten. Margrit Blender genoss das Konzert zusammen mit Konrad Busslinger. Letzterer arbeitet bei Brunner Druck und freut sich vier Mal im Jahr, dass er das Steinhof-Blatt drucken darf. Fulminanter Schlusspunkt Um 15.00h war schliesslich der dritte Teil von Jazz & Grill an der Reihe. Man konnte den Anlass mit Fug und Recht auch als ein Musikmenü in drei Teilen bezeichnen, mit der Vorspeise, mit einem Hauptgang und dem Dessert. Doch mit dem Dessert würde man der Bourbon Street Jazzband nicht gerecht. Eher mit der Bezeichnung Dessertbuffet. Sie brillierten mit ihrer grossen Vielseitigkeit an Instrumenten. Auch diese Band hat eine lange Geschichte. Sie wurde vor 32 Jahren in Luzern gegründet. Heute spielt sie unter der Leitung des Klarinettisten und Saxophonisten Erwin Bucher. Der studierte Elektroingenieur war hocherfreut, als er unter den Gästen den 92-jährigen Paul Wirz mit seiner Frau Hildegard

Oben: Ernst Schärer genoss es mit seiner Tochter, Maja Perret, das Tanzbein zu schwingen Mitte: Fans der Bourbon Street Band sind Ruth Schärer, Cornelia Gruber-Loosli, Günther Gruber und Sohn Jan (von links nach rechts) Unten: Andrin und Susanna Bertschmann mit ihren Kindern Marcia und Natalia (von links nach rechts)

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Wirz entdeckte. Er sagte über ihn: "Paul Wirz ist am Technikum Luzern der mit Abstand beste Lehrer in Elektrotechnik gewesen." Für den Gesang sorgte und am Banjo und der Gitarre spielte Alberto Tschümperlin. Seine Mutter Margrith Tschümperlin ist Bewohnerin im Steinhof. Leider konnte sie am Konzert aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen. Doch waren seine Schwester Margerita Meier mit ihrem Lebenspartner Heinz Amrein und der Sohn Oliver Meier anwesend. Urs Brückers Trompetenspiel imponierte besonders einem Zuhörer, seinem Sohn Roman Brücker, der ein grosser Fan des Fussballclubs Barcelona ist, im Speziellen natürlich von Messi. Nicht zu übersehen war Toni Büchler am Sousaphon. In der Showszene kein Unbekannter ist Kniri Knaus an der Posaune, der mit der Formation "Pfuri, Gorps und Kniri" einst zusammen mit Peter, Sue und Marc den Hit "Camping, Camping" lancierte. Grosse Fans der Bourbon Street Band waren Günther Gruber und seine Frau Cornelia Gruber-Loosli. Früher liessen sie fast kein Konzert aus. Cornelia

Gruber ist vom Musikfieber besessen. Nebst Jazz liebt sie auch Country und bewundert den in der Country-Szene so beliebten Line Dance. Bei jedem Western-Film werde es ihr noch heute warm ums Herz, sagte sie, und den Film "Spiel mir das Lied vom Tod" könne sie noch und noch sehen. Unter den Gästen weilten ebenso ihre Söhne, Raphael Gruber, 16 Jahre, der mit einem Lächeln betonte, er sei noch nicht in festen Händen, und der 12 Jahre alte Jan Gruber. Doch nicht genug. Angeführt wurde der Familienclan von Marie Loosli, zusammen mit ihren Kindern Ruth Niederhauser, Curd H. Loosli und seiner Frau Marlène Loosli. Bis zur letzten Minute unter den Gästen verweilten Liselotte Schleiss mit ihrer Mutter Elisabeth Seiler und Ingeborg Strobel, die mit ihren 94 Jahren heute noch einen Charleston aufs Parkett legt, bei dem man nicht mehr aus dem Staunen herauskommt! Paul Otte, Heimleiter

Links: Nicht nur an der Trompete sondern auch am Alphorn der Chef auf Platz: Urs Brücker Unten: Die Bourbon Street Band bedankt und verabschiedet sich

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Wenn alles stimmt!

Das Reicha-Quintett Luzern überraschte ein weiteres Mal mit einem stimmungsvollen Konzert „Oben, da muss die Freiheit ja wohl grenzenlos sein. „Abgewandelt die Freude, auch an der 14. SchlossSerenade von Samstag, 6. Juli 2013, als das Reicha Quintett Luzern sein traditionelles Konzert vor dem über 200-jährigen Schloss den ebenfalls über 200 Jahre alten Tulpen– und Ginkgobäumen gab. Die Vögel kreisten und pfiffen in der Luft, als flögen sie zur Musik. Das Reicha Quintett Luzern hat einmal mehr keinen Aufwand gescheut und ein Programm zusammengestellt und einstudiert, das das Publikum rundum begeisterte, wie am einhelligen Echo der Besucher abzulesen war so auch von Walter Jung und und Lukas Schifferli, die noch Tage danach vom schönen Abend schwärmten. Der Hornist Hans Blender, der verantwortlich zeichnet für das Programm, verriet: „Mir ist es ein Anliegen auch immer Stücke von Komponisten zu spielen, deren Musik ihre Hochblüte gleichzeitig wie das Schloss Steinhof hatt.“ So lebten vier von fünf Komponisten im 18. Jahrhundert. Er und Willi Röösli, die beiden Mitbegründer des Quintetts, waren natürlich überglücklich, dass die Serenade bei schönstem Wetter im Freien stattfinden konnte. Die Musiker spielten Stücke von Anton Reicha, Ludwig van Beethoven, Karol Kurspinski, Keith Amos und Wolfgang Amadeus Mozart.

Treues Publikum Zum Quintett gehören noch Walter Achermann an der Klarinette, Florian Zimmermann am Fagott und Annette Jakob an der Flöte. Unter den Gästen weilten auch Walter Stöckli mit seiner Frau Susi. Er ist selber Akkordeonist und weiss die Arbeit richtig zu würdigen, die hinter den Fünf steckt, um dieses Niveau zu erreichen. Das Ehepaar genoss das Konzert zusammen mit Lisbeth Mendel und Karl Mendel. Die beiden Schwestern schätzten das Dabeisein mit ihrer Tante Gertrud Beck, die wegen ihrer Pflegebedürftigkeit im Steinhof lebt. Zu den regelmässigen Gästen zählen Johann Baptist Weiss und Hanna Weiss. Sie brachten den Abend auf den Punkt mit den Worten: „So etwas in dieser Art, optisch und akustisch, gibt es nirgends sonst in Luzern“. Nach einem langanhaltenden Applaus wurde als Zugabe das weltberühmte Menuett von Luigi Boccherini gespielt, verbunden mit der Hoffnung, die Reihe der Serenaden mit dem Reicha Quintett Luzern möge nach lange fortgesetzt werden. Dazu braucht es selbstverständlich Jahr für Jahr wieder einen Effort. Wie drückte es einst Walter Graf so schön aus: „Hans Blender ist der Innenbordmotor des Ensembles“. Möge dieser Innenbordmotor noch lange laufen! Paul Otte, Heimleiter

Sie kamen spät, aber sie kamen und genossen es: Tildi und Hans Eggermann

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Vierjahreszeiten-Matinée mit Katharina Lanfranconi

Katharina Lanfranconi wusste die Matinéebesucherinnen und –besucher für das Gedicht zu begeistern, sie in die Geheimnisse des Gedichteschreibens eindringen zu lassen Eine Matinée kann man gerne auch als Tankstelle für Geist und Seele betiteln. Dessen so richtig bewusst wurde einem bei der Vierjahreszeiten-Matinée mit der Lyrikerin Katharina Lanfranconi am Sonntag, 30. Juni. Geboren in Luzern, erhielt sie ihre grafische Ausbildung an der Schule für Gestaltung in Luzern. Nach langjähriger Tätigkeit als Art Director in Werbeagenturen widmet sie sich heute vermehrt ihrer Schreibtätigkeit und ist in mehreren Luzerner Kultureinrichtungen aktiv. Von 2002 -2008 erschienen vier Gedichtbände, für die sie verschiedene Auszeichnungen erhielt. Zudem wurden mehrere ihrer Texte vertont. Ein erster Prosaband erschien 2011. Die Autorin ist Mitglied des Schweizerischen Schriftstellervereins ADS sowie des ISSV. Soweit zur Person

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Katharina Lanfranconi, Was die Besucherinnen und Besucher an der Matinée dann erwartete, war schlicht und ergreifend lohnend! Gedichte geben oft auch Biographisches preis. Katharina Lanfranconi liess mit ihren Gedichten und Äusserungen tief in ihre Seele blicken. Gedichte sind nicht einfach Gedichte, lernte man von ihr, sie müssen nicht, können aber, wie sie es bei ihr tun, den Vorhang heben und lassen einem hinter die Kulisse blicken. So können sie viel Biographisches über den Autor oder die Autorin preisgeben. Magdalena Kauz vom Internationalen Literaturfestival Sprachsalz äusserte sich über sie mal sehr treffend: „Es gibt Stimmen in der Literatur, die sind zwar beharrlich


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und nachhaltig, aber so leise und unaufdringlich, dass sie fast überhört werden im manchmal lauten Literaturbetrieb. So eine Stimme gehört Katharina Lanfranconi. Die Gedichte der Schweizer Lyrikerin sind leicht und grazil, die gelernte Grafikerin nennt es „Malen mit Sprache“. Einer ihrer Gedichtbände ist zur einen Hälfte schwarz und zur anderen weiß, von beiden Seiten her lesbar. Dies scheint mir typisch auch für ihre Gedichte, die oft sanft und witzig sind, aber schnell umkippen in Abgründiges. Immerzu stellt sie alles ein wenig in Frage, betrachtet die Welt aus einem ganz speziellen Blickwinkel heraus.“ Gute Gedichte haben Adrenalin Was ist denn eigentliche ein gutes Gedicht? Das ist wohl die entscheidende Frage, die sich Laien zu Recht stellen. Katharina Lanfranconi stellte sie an den Anfang ihrer Matinée und beantwortete sie mit dem Zitat des Schweizer Lyrikers Erwin Messmer der dazu folgendes sagte: „ Auch in der Lyrik gibt es heute stilistisch kaum noch Neues. Alle möglichen Formen sind ausprobiert worden, und Vieles davon bewährt sich weiterhin, wird immer wieder aufgenommen und neu gemischt. Aber die Qualität eines Gedichts offenbart sich letztlich nicht in seiner Form, sondern in seiner poetischen Potenz. Oft fehlt in sprachlich einwandfreien Gebilden einfach der Adrenalinstoss, der durch die Zusammensetzung der Wörter ausgelöst werden sollte, durch das masslos Überraschende in der gegenseitigen Befruchtung konträrer Elemente, durch die völlig andere, von der alltäglichen Sichtweise abweichende, jedoch stringente, allein durch Sprache geschaffene Beleuchtung unserer Aussen- und Innenwelten.“ Sie nahm dann ganz konkret am Beispiel des Gedichtes „Regen“ Bezug auf dieses Zitat und erläuterte es Schritt für Schritt:

regen heut ist ein regen, dass die bäume ihre nassen arme ringen und unser haus schwankt wie ein schiff von schwerer see umspült ich könnte dir die ganze nacht zwei gleiche, tiefe töne singen damit du weißt wie sich, wenn sie zu ende geht die liebe fühlt

In diesem Gedicht finden nun genau solche Bildüberblendungen statt- nämlich zuerst mit der Zeile: „dass die Bäume ihre nassen arme ringen“ indem eine Figur sozusagen ins Bild tritt die,- eben die Arme ringt …dadurch klingen nun neben strömendem Regen auch Verzweiflung / Trauer an. Die Bilder Baum im Regen und Figur überschneiden sich also. Ein Weiteres kommt bei „…und unser Haus schwankt wie ein Schiff von schwerer See umspült“ dazu. Das Unerwartete tritt ein weiteres Mal mit: “Ich könnte dir die ganze nacht zwei gleiche tiefe töne singen“ auf, wenn nämlich plötzlich Musik und ein „Du“ ins Spiel kommen.

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Mit dem Schluss : „…damit du weißt, wie sich, wenn sie zu ende geht die Liebe fühlt“ findet ein kompletter Bruch statt, das Verblüffungsmoment (Messmer nennt es Adrenalinstoss) ist perfekt. Das Regengedicht ist zu einem Drama…einem Bild- und Musikgedicht , ja zu einem Liebesgedicht; durch das prophetisch mahnende: „damit du weißt“, zusätzlich zu einem sogenannten Lehrgedicht geworden. Das Gedicht lässt dem Leser Raum für das jeweils eigene Bild von… in unserem Fall: Baum, Figur, Schiff , sonorer Musik und bedrohter Liebe. Diese formale Offenheit ist signifikant für ein gutes Gedicht. Einen anderen Zugang zu Gedichten gefunden Fasziniert hörte auch Margrith Renggli den Ausführungen zu und meinte zur Mutter der Lyrikerin, Frieda Meier: „Ich habe sehr viel gelernt und lese nun Gedichte mit einer ganz anderen Haltung. Man muss buchstäblich hinter die Buchstaben blicken und versuchen zu verstehen, was der Autor eigentlich ausdrücken wollte.“ Ein Gedicht im Stile von Katharina Lanfranconi zu schreiben, heisst „Schwerstarbeit“ mit sich selber. Der Weg führt von der Entstehung mit der Themengebung zur eigentlichen Kreation, der laufenden Überarbeitung zwischen Zweifel und Freude bis hin, dass die Zweifel überwiegen und man sich über den Papierkorb bzw die Löschtaste im Computer vom Gedicht für immer verabschiedet. Und sozusagen als Zugabe und Abschluss des Artikels noch das Gedicht „Rotkäppchen“, wo es auch darum geht, hinter die Buchstaben zu blicken! Paul Otte, Heimleiter

Rechts: Zufrieden und erleichtert: Katharina Lanfranconi nach der gelungenen Matinée

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rotkäppchen rotkäppchen mädchen trippelst im wald dein mund ist rot dein herz gar kalt das schürzchen kurz im körbchen brot der wolf ist hübsch und beisst dich tot


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Oberkrainer Musik im Steinhof Körper der Schwarm aller Mädchen aus Arbon. Das Rennen haben schliesslich Beatrice Näf und Ruth Maron gemacht.

Windbeit‘l live, so heisst die Band mit Berufsmusikern aus Österreich, wo Slavko Avsenik vom Himmel her vergnügt zuhört und zuschaut Slavko Avsenik hätte seine helle Freude gehabt am Steinhof-Musikplausch vom Sonntag, 30. Juni 2013. Schönwetterbegünstigt, im Freien unter dem Tulpenbaum, traten die Windbeit'l an. Vier von fünf Musikern stammen aus Österreich oder aus Slowenien. So Yvan Vidmar aus Lijubliana (Slowenien) an der Trompete, den man mit Fug und Recht als Zögling von Slavko Avsenik, dem Begründer des Oberkrainer -Stils, bezeichnen kann. Er stellte sich mit einem Soli zum Stück "Tanzen wir" gleich selber vor. Aus Graz, der Steiermark, stammt Günther Kuntschnic, der die Klarinette spielt und sich mit dem Solo zum Stück "Hirtenlied" vorstellte. Der Kapellmeister der Windbeit'l, Charly Baier am Akkordeon, wählte sich zur Vorstellung das Stück "Zirkus Renz", und Martin Vögeli, der Schweizer aus Emmen, setzte beim Stück "Burschenfest" seinen Bass virtuos ein, wie übrigens auch Hannes Deerler aus Graz seine Gitarre. Beatrice und René Näf aus Kriens genossen die tolle Musik sichtlich und freuten sich, dass auch Andi Maron anwesend war. Der ehemalige Schweizermeister im Wasserball des SC Arbon spielte einst zusammen mit René Näf. Beide waren mit ihrem Waschbrettbauch und ihren Adonis-

Musik löst Heimatgefühle aus Es gab natürlich zuhauf auch Heimwehösterreicher im Publikum. So Hildegard Hoinik, die sogar mit Günther Kundtschnic im gleichen Dorf geboren wurde, dann in Leoben aufwuchs und ihn nun erstmals im Steinhof wieder sah. Aber auch bei den Bewohnerinnen Stefanie Pfoser, die aus Linz stammt, und Martha Andert, ihrerseits von oberösterreichischer Herkunft, kamen Heimatgefühle auf. Franz Bühler entdeckte den Steinhof am Jazz & Grill und wollte sich den Auftritt keinesfalls entgehen lassen. Dieses Mal gab es kein Entkommen für seine Lebenspartnerin Rita Dittli. Sie musste ihn zum Konzert begleiten und bereute es nicht. Ebenso nicht die Schwiegereltern der Tochter von Charly Baier, Domique Zesiger, die von Kurt und Romy Zesiger begleitet wurde. Franz Koch, ebenfalls Musiker brachte es auf den Punkt: "Die Windbeit'l spielen sehr gut, es ist eine Freude ihnen zuzuhören!" Als seien sie in den Ferien, fühlten sich Renata und Bruno Catenazzi. Der Inhaber der gleichnamigen Plattenlegerfirma wuchs mit dem begnadeten Entertainer und Pianisten Bruno Rigassi in Kriens auf und besuchte mit ihm die Schule. Er freue sich auf die bevorstehende Klassenzusammenkunft, meinte er, und werde hoffentlich dabei Gelegenheit haben, mit ihm viele Erlebnisse wieder Revue passieren zu lassen. Paul Otte, Heimleiter

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EIN SPAZIERGANG ...………………………………………………………………………….

Antreten zum Glücklichsein, marsch! Zuerst war es eine SMS. Dann kam die Aufforderung in meine Mailbox. Als ein richtiger Brief, korrekt adressiert und pauschalfrankiert im Briefkasten lag, ahnte ich, dass es nun wohl ernst gelten würde. Kurz darauf ein Eingeschriebener. «Herr Fuchs!», las ich, «Es ist höchste Zeit, spazieren zu gehen. Sie sind schon vier Wochen in Verzug. Machen Sie sich auf die Socken. Sofort!» Absender: Das staatliche Amt für Wohlbefinden und Glücksgefühle. Im Briefkopf das Logo (auch bekannt als «Wortbildmarke») mit der Botschaft: «Das Beste für Sie. Jetzt und immer», umrahmt von härzigen Blüemli und Balöönli und andern Kindereien.

Vom Glücklichsein im Busgedränge Ich neige zu Übertreibungen, ich weiss. Das Amt für Wohlbefinden und Glücksgefühle gibt’s natürlich nicht. Oder noch nicht? Jedenfalls habe ich weder SMS noch Mail noch Brief noch Eingeschrieben bekommen. Dafür aber las ich auf dem Weg zum (freiwilligen) Spaziergang im Bus auf dem Display Lebenshilfe von Amtes wegen: eine kantonale, also staatliche Dienststelle ermunterte mich zum Plaudern. Das hebe mein Glücksbefinden. Das sind diese Ballongesicht-Botschaften, die mir, finanziert aus meinem Steuer-Obolus, ein kantonales Amt ständig vermittelt. Mal werde ich zum Träumen angehalten, mal zum Tanzen oder Musizieren, das sei gut für

Mit dem Zufriedenheits-Daumen implizieren wir fälschlicherweise automatisch Glücklichsein.

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mein psychisches Wohlbefinden. Ob ich vielleicht ein Ballongesicht werden soll? Vorerst aber liess mich der Gedanke an Block- oder Panflötenspiel im Bus erschaudern. Und an Tanzen war natürlich auch nicht zu denken, stand ich doch eingeklemmt zwischen zwei Kinderwagen, einigen Einkaufstaschen und den Rollkoffern der Backpacker-Touristinnen. Geplauder schliesslich ist im Bus ohnehin allgegenwärtig. Glücklich tönt es selten. Gut, die staatliche Dienststelle für Glück kann ja nicht wissen, in welcher Situation ihre Botschaften den arglosen Busfahrer, die frohgemute Busfahrerin treffen. Nun gut, kann man dem Bus fahrenden Spaziergänger entgegenhalten, nun gut, die Glücksanweisungen sind doch immerhin eine bunte Abwechslung im öden Info-Angebot auf den Bus-Displays. Nützt’s nüüt, so schad’s nüüt. Und für die wachsende Zahl von HS-ausgebildeten Kommunikationsbeamten und -innen bietet die Erfindung lustiger Bus-DisplaySprüchli vermutlich ein erstes PraxisBetätigungsfeld, steuerfinanziert. Und immerhin regt es den arglosen Spaziergänger zum Nachdenken an (ein Zusatznutzen, auch wenn das Nachdenken möglicherweise in die «falsche» Richtung führt?). Ich will ein Recht auf trübe Laune Mich machen die ballongesichtigen Glücksanweisungen nicht froh. Denn ich frage mich: was geht den Staat, was geht seine Bediensteten mein Glück an? Nichts! Ich will meine Spaziergänge auch in trüber Laune gehen. Ich reklamiere ein Recht auf Nichtglüchlichsein. Und ich bitte hier und jetzt alle wohlmeinenden und gut ausgebildeten Absolventen und –innen von Lehrgängen in soziokultureller Animation, mich in Ruhe zu lassen, wenn ich schlechter Laune und ergo nicht glücklich bin. Danke.

um für Glück etablieren» kann? So ganz abwegig ist der Gedanke ja nicht. Die amerikanische Unabhängigkeitserklärung von 1776 kennt das «Streben nach Glück» als unveräusserliches Grundrecht. Einen Schritt weiter ging das Königreich Bhutan. Dort ist das Glück Staatsaufgabe. Der Wohlstand wird nicht in materiellen Werten gemessen sondern am «Bruttonationalglück». So macht sich Bhutan aus einem der ärmsten Länder der Welt zu einem glücklichen. Armut in Glück umdeuten, das ist eine starke Leistung. Fürs Glück ist dann sowieso, ob in Bhutan, Deutschland oder der Schweiz, der Staat zuständig – wie überhaupt fürs menschliche Wohlbefinden. Väterchen Staat sagt Dir, dass Du gefälligst regelmässig zur Brustkrebsprophylaxe gehen musst. Väterchen Staat ermahnt Dich, das Rauchen zu lassen. Väterchen Staat bestimmt, dass Grundschulkinder 50-m Sekschüler 100-m schwimmern können müssen. Väterchen Staat schliesst Quartierbibliotheken und –spielplätze. Dafür baut Väterchen Staat seine Propagandaabteilung(en) aus und lässt sich und unsere Wohltäter feiern. Der Spaziergänger denkt sich – auch in Trippelschritten landet man schlussendlich in Orwells «1984». Hanns Fuchs, Journalist

Der Trend allerdings, fürchte ich, läuft gegen mich. An der Universität Mannheim gehen eine fröhliche Studentin und ein fröhlicher Student des MasterStudiengangs Kommunikationsdesign ernsthaft der Frage nach, ob «man in Deutschland ein Ministeri-

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UNSERE JUBILARINNEN UND JUBILARE………….….…………………………………….

Fischer Elsa feierte am 09.08.2013 ihren 96. Geburtstag

Blum André feierte am 25.08.2013 seinen 35. Geburtstag

Fässler Monika feierte am 26.08.2013 ihren 97. Geburtstag

Baumeler Lina feierte am 27.08.2013 ihren 90. Geburtstag

Herzliche Gratulation 24 Pflegeheim Steinhof - Steinhofblatt September 2013


UNSERE JUBILARINNEN UND JUBILARE………….….…………………………………….

Nussbaum Arthur feiert am 23.10.2013 seinen 95. Geburtstag

Sigrist Helena feiert am 03.10.2013 ihren 85. Geburtstag

Schaller Rudolf feiert am 27.10.2013 seinen 75. Geburtstag

Herzliche Gratulation Pflegeheim Steinhof - Steinhofblatt September 2013

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Guido‘S COMIC—SEITE ..…………………………………………………………………….

Guido Obertüfer wohnt seit dem 7. Mai 1997 im Steinhof. Er ist ein aufgestellter, fröhlicher Mensch mit einer ausserordentlichen Beobachtungsgabe. Daraus entstehen Comic – Zeichnungen, die wir Ihnen nicht vorenthalten möchten. Guido zeichnet spezielle Vorkommnisse im Alltag.

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ANLÄSSE ……………………………………………………………………………………….

Knapp vor Annullation und in einer Beeinträchtigung des Gehörs niederschlug. Seit 1997 ist er im Steinhof, und wenn man ihn frägt, dann antwortet er fast stereotyp: "Ich bin glücklich und zufrieden, rundherum!" Als die 46 Fahrer und 12 Beifahrerinnen auf insgesamt 46 Motorrädern um 07.30h eintrafen, erwartete er sie schon mit grosser Freude. Doch noch vor ihm stand schon um 07.00 Uhr Frau Mary Lanski spalier. Sie ist eine verkannte Motorradbraut, die, wäre sie nochmals jung, vor einem Kauf keine Minute zögern würde. Philipp Bühler hatte an seiner HarleyDavidson Road King ein neues Chromteil befestigt, das noch auf die Homologisierung wartete. Es sei multifunktional, habe zweifellos eine Schutzfunktion, könne aber auch als Kleenex-Haltebox verwendet werden. Gery Moser und Jeannot Wey kamen soeben zurück von der 110-Jahr-HarleyDavidson Feier in Rom, wo sie auf dem Petersplatz den Segen von Papst Franciskus bekamen.

Eine der vielen Harley-Davidson Kronjuwelen. Gepflegt wie kein Haushalt so sauber gepflegt sein kann! Die Stonecourt Road Tour 2013, organisiert vom Stoncourt HD Wild Chapter, stand im Vorfeld nicht unter einem guten Stern. Geplant für Freitag, 27. Juni 2013, waren die Wetterprognosen sehr schlecht. Noch am Vortag um 07.45 Uhr waren der Road Captain, Joe Hildbrand und der Organisator, Paul Otte der Meinung, die 10. Ausgabe und somit Jubiläumstour absagen zu müssen . Doch ein Telefon mit Meteoschweiz bewog die Zwei die Tour durchzuführen. Ziel dieser Tour ist es, nebst dem Erlebnis der Teilnehmenden, für einen Bewohner im Steinhof zu sammeln. Dieses Jahr stand Guido Obertüfer im Zentrum. Als kleines Kind stürzte er die Treppe hinunter und war künftig stark behindert, was sich in einer Sehbehinderung, in einer Hirnschwäche

Nicht heilbarer Virus Jeannot Wey sagte: "Sie seien begeistert gewesen vom Event in Rom. Alles perfekt organisiert von der dortigen Polizei und die Parade, die vor dem Colosseum vorbeifuhr und an der sie teilgenommen haben, sei eine bleibende Erinnerung. Die beiden pilgerten bis jetzt Jahr für Jahr an den Faakersee. Doch dieses Jahr genüge es ihm jetzt, meinte Jeannot Wey, um beizufügen, Gery Moser hingegen sei fast ein wenig suchtkrank. Der gehe nun vom 3. bis 10. August 2013 mit seiner Lebenspartnerin Claudia Fisher nach Sturgis, USA, dem Epizentrum und monumentalen Pilgerort von Harley-Davidson. Erstmals dabei waren Joe Blum mit seiner Frau Trudy Blum. Ihr Sohn lebt im Steinhof, und beide unterstützen ihn vorbildlich. Auch Nils Hofer, der Fischer aus Meggen, war zum ersten Mal dabei und wohl nicht zum letzten Mal. Derart begeistert, ja fast hypnotisiert steuerte er seine, erst vor kurzem erstandene Harley-Davidson. Wenn sich das nur nicht auf die Fische im Vierwaldstättersee überträgt! Gross war die Verblüffung, als Harry Emmenegger, Kirchenratspräsident in Rain, Franz Jinxue Feng

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ANLÄSSE ……………………………………………………………………………………….

vor dem Schloss zu dieser frühen Stunde traf. Er ist geweihter Priester, zelebriert hin und wieder den Gottesdienst in Rain und macht im Moment an der theologischen Fakultät in Luzern die Doktorarbeit. Punkt 07.50h verliess der Tross bei bewölktem Himmel den Steinhof in Richtung Brünig, ohne auf der ganzen Tour je einen Tropfen Regen zu sehen. Ganz im Gegenteil, je länger die Tour dauerte, umso mehr schien die Sonne. Fesch in Lederhosen Einer kannte die Tour bereits: Wisu Stalder. Er war überall auf dieser Welt schon vorher! In Faulensee bei Spiez war um 09.15h der Tisch schon gedeckt. Die Herzensdame Ines Linder, mit braunen Lederhosen gekleidet, erwartete die Stonecourt Road Tour im ABZ des Schweiz. Fleischhandels, wunderschön über dem Thunersee gelegen. Die Leiterin der ganzen Gastronomie stammt aus dem Stubaital in Tirol, versprüht Freude und Charme im Multipack, und ist ein grosser Fan von Hansi Hinterseer. Um 10.15h, nach einem Foto für die Metzgerzeitschrift, brach der

An das STONECOURT-TEAM, guten Tag Paul Was für ein grandioser und powervoller Trip! Das Wetter hat von A- Z mitgemacht. Die attraktive Routenwahl mit den gut gewählten Stop‘s - hervorragend angeführt durch JOE, welcher all die vielen Verkehrsschnittstellen wie ein General mit Erfahrung und Können überwand. Die Gruppe reflektierte interessante Charaktere und die Maschinen-Vielfalt liess aufhorchen und staunen. Der integrierte, wohltätige Zweck des Ausritts eine super Idee! Wir bedanken uns ganz herzlich für die Organisation und Durchführung, den offerierten Znünistop, sowie die Gastfreundschaft des STONECOURT-Team. Herzliche Grüsse Seppi und Trudy Blum

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Tross in Richtung Simmental, Jaunpass, Lac de Gruyere nach Posieux auf. Unter den Fahrern gab es einige, die zum ersten Mal dabei waren. So auch Roger Gelbart vom gleichnamigen Unternehmen, der von seinem Mitarbeiter und Schlussfahrer Markus Anderhub dazu animiert worden war . Oder Professor Peter Fischer von der Hochschule für Wirtschaft, der mittlerweile sich zum Carchauffeur ausbilden liess. In der Brasserie Croix-Blanche erwartete uns Mireille Galley, la Patronne, wie man ihr sagt, mit welschem Charme. Das Restaurant ist eine Geheimadresse mit seinem wunderbaren Garten und der eigenen Brauerei. Das Bier hat auf der Bewertungsskala von 0 bis 100 97 Punkte erreicht. Marie-Jeanne Bugnon, Nathalie und Coralie Schaub sorgten für einen umsichtigen Service. Als Überraschungsgast war auch alt Bundesrat Josef Deiss angekündigt. Philipp Bühler und Wisu Stalder übten schon mal ihre Laudatio zu seiner Würdigung. Wisu Stalder, der ihn sehr gut kennt, lobte ihn in höchsten Tönen, während Philipp Bühler dies in seiner Laudatio stark reduzierte. Geplant war, die Ankunft Josef Deiss per Motorrad noch mit der strickenden alt Bundesrätin Ruth Dreifuss im Seitenwagen. In angeregtem Gespräch sah man auch Walter Schmid zusammen mit Werner Gloggner.

Trudy und Jo Blum genossen den Tag inmitten der vielen Motorradfahrern


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Die verpasste Chance Walter Schmid fragte ihn, ob denn die HarleyVertretung nicht einmal ein Thema gewesen sei für ihn, worauf er antwortete: "Wenn ich das sehe, dann bekomme ich fast Augenwasser. Ja, ich hätte wohl früher noch eine Nacht länger überlegen müssen, bevor ich mich für die Yamaha-Vertretung entschied!" Die Autorität von Joe Hildbrand war selten in Frage gestellt, ausser bei der Abzweigung kurz nach Posieux in Richtung La Mouret, wo man ihm schlicht die Gefolgschaft verweigerte und dem 1. Assistenten Werner Staubli und seiner Sozia und Assistentin Sandra Magni folgte. Letztere war richtig beglückt, dass sie an der Tour den eidg. dipl. Sanitärtechniker Werner Peter traf, den sie von früher kennt und der auf Empfehlung von Didi Schweighauser anwesend war. Der Letzterwähnte mit eigener Firma im Sportartikel-Business und frühere CEO von Rossignol Schweiz sorgte auch dafür, dass Mark Schärz, Richter von Beruf, die Stonecourt Road Tour entdeckte und Jahr für Jahr auf diesen Anlass hinfiebert. Und noch eine wichtige Mitteilung für alle, die ihr Augenlicht etwas schärfen wollen: Man muss jetzt nicht mehr nach Wolhusen; der Taucher, Harley-Fahrer und Augenarzt Markus Tanner zügelt seine Praxis und Klinik nach Kriens. Er gebe auch Ermässigung auf Supercard und Cumuluscard. Nach der Rückfahrt traf die Kolonne im Steinhof ein, wo sie von Guido Ober-

tüfer empfangen wurde. Es konnten ihm 1'124 Franken übergeben werden, die er mit grosser Dankbarkeit entgegenahm und versprach, auch in Zukunft für die Cartoons-Seite im Steinhof-Blatt verantwortlich zu sein. Als Nachwuchstalent, noch ohne Harley, jedoch dafür mit dem entsprechenden Outfit, war der Kochlehrling im ersten Lehrjahr, Nicola Küng, als Sozio auf der Maschine des Pflegedienstleiters, Beat Marti mitgefahren. Er wolle nächstes Jahr wieder dabei sein, wie auch Melanie Gasser. Letztere ist Pflegefachfrau und fuhr als Sozia auf der Maschine des Abteilungsarztes Heini Rosner mit. Und noch eine Mitteilung für alle Liebhaber von Intimschmuck: René Liefert übergibt sein Goldschmiedatelier per Ende Jahr, bleibt jedoch dem Harley-Fahren über das AHV-Alter hinaus treu. Die 10. Stonecourt Road Tour 2013 ist Vergangenheit, die 11. ist schon geplant für Freitag, 27. Juni 2014! Paul Otte, Heimleiter

Unten links: Fröhliche Runde beim Zwischenstopp in Faulensee am Thunersee Unten rechts: Nebst dem Road Capten der zweit wichtigste Mann. Schlussfahrer Markus Anderhub am Handy beim Halt auf dem Jaunpass

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DER STEINHOF UNTERWEGS ………………………………………………………………..

Nach em Räge schiint d‘Sonne

Die Gelegenheit für eine Gruppenfoto drängte sich förmlich auf: Gesagt getan—der Steinhof-Chor stellt sich in Liestal in Foto-Pose! Besser könnte man die Reise des Steinhof-Chors am Samstag, 25. Mai 2013, nicht beschreiben. Punkt 07.30h fuhr der Car der Firma Zurkirchen, pilotiert von Beat Marti vom Eichhof weg auf die Autobahn. 33 bestgelaunte Sängerinnen und Sänger hatten im vollklimatisierten Bus Platz genommen. Ganz hinten nahm Roman Koch, Tenor, zusammen mit Annelies Küng, Carla Möri und Fred Le Grand Platz. Plötzlich packte Roman Koch das Gesangsfeuer und er sang eine Arie nach der andern. Seine ausgebildete Stimme, die ein spezielles Timbre aufweist, ist für den SteinhofChor unbezahlbar. In Aarau angekommen flanierte der ganze Chor durch den Gemüse-, Früchte- und Blumenmarkt. Fred Le Grand überraschte alle Frauen mit Erdbeeren, die er ihnen grosszügig verteilte. Er ist ein

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Charmeur von der Scheitel bis zur Sohle. Nach dem Marktbesuch war es Zeit für einen Kaffee. Im Café Tuchlaube wurde der Chor von der Serviererin Charlotte so freudig erwartet und bedient, als sei er wöchentlich dort zu Gast. Cimbali schlägt Dalla Corte Der Kaffee wurde auf einer exklusiven Maschine der Marke "Dalla Corte" zubereitet. Kaffeegeniesser merken es sofort, denn nur eine "Dalla Corte" kann noch eine "Cimabali" schlagen. Pierre Ulmi schwärmte von seinen kürzlichen Ferien mit seiner Gemahlin Heidi, die die Beiden auf der Donau von Passau nach Budapest führte. Trudy Wolf, Pflegefachfrau am Luzerner Spital, sprach allen Herren ins Gewissen,


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ab 50 Jahren eine Darmspiegelung durchführen zu lassen. Annelise Küng's Füssen ging es durchzogen. Während der an einem Fersensporn erkrankte Fuss dank Homöopathie genesen ist, litt der andere an einer Knochenentzündung. Sie will nun in ihren Ferien sich Zeit nehmen, die Füsse genesen zu lassen. Vielleicht hat sie ihnen einfach zu viel zugemutet. Erst vor kurzem nahm sie als Pflegefachfrau an einer weiteren Pilgerfahrt nach Lourdes teil, zusammen mit Carla Möri als Helferinnen des Malteser-Ordens. Beide in entsprechenden Uniformen mit schicken Häubchen wirkten auf den gezeigten Fotos wie Ordensschwestern, verdienen durchaus Respekt und Anerkennung für ihre unentgeltliche Leistung als Helferinnen des MalteserOrdens, die den Pilgern zugutekommt. Beim Flanieren durch die Gassen in Aarau wurde das italienische Spezialitätenkostfachgeschäft "Da Isabella" entdeckt, wo Isabella und Mario Laghetto ihres Amtes walten. Es war eine Augenweide Mario Laghetto zuzuschauen, wie er den Salami, den Mortadella, den Parmegiano akkurat und mit Hingabe den Kunden und Kundinnen verkaufte. Als Aarau Hauptstadt der Schweiz war Was viele nicht wissen über Aarau ist die Tatsache, dass die Stadt einst, zwar nur für wenige Monate, die Hauptstadt der Schweiz war. Mitte März 1798 bestzten französiche Truppen unter dem Kommando von General Guillaume-Marie-Anne Brune das Städtchen Aarau. Am 27. März 1798 wurde es von den französichen Besetzern zur Hauptstadt der Helvetischen Republik erklärt. Bei der Weiterfahrt in Richtung Bad Ramsach gab es nur ein Thema. Beatrice Greber und René Baumeler hatten in Aarau herausgefunden, dass sie einst gemeinsam in der dritten und vierten Primarklasse bei Lehrer Lukas Schürmann im Moosmatt in Luzern zur Schule gingen. René Baumeler sagte, er könne sich noch gut daran erinnern, wie er damals als Schüler ganz verrückt nach ihr gewesen sei, doch sie habe ihn kaum beachtet. Viele waren zum ersten Mal in Aarau, wie beispielsweise Annemarie Meyer und Uschi Amrein.

Letztere will schon in einer Woche mit ihrem Mann Hans-Peter dort zurückkehren. Im Bad Ramsach, mit Blick über das Obere Baselbiet bis weit in den Schwarzwald, erwartete die Sängerinnen und Sänger ein vorzügliches Mittagessen. Drei verschiedene Menüs standen zur Auswahl und Paul Schmutz, zusammen mit Lea Lechmann und Cornelia Sonderegger, sorgten für einen vorzüglichen Service. Bad Ramsach mehr als eine Reise wert Vreni Kälin, die Chefin des Hauses, gab interessante Geschichten rund um das Bad Ramsach zum Besten, wo einst Heidi Otte ihre Kochlehre machte. René Baumeler, Weinkenner seit Jahrzehnten und grosser

Da muss was speziell sein: René Baumeler beschwor das „heilige Wasser“ vom Bad Ramsach Liebhaber des Blauburgunders empfahl seiner Tischrunde spontan den "Sydebändel Pintot Noir Sélection". Und dann schwärmte er so von der Hochburg des Blauburgunders im Kanton Schaffhausen, wo er fast jeden Weinbauern per Namen kennt, dass die Frauen am Tisch förmlich an seinen Lippen klebten. Unmittelbar vor dem Start zur Wanderung nach Wisen entlud sich ein heftiger Regenschauer über Bad Ramsach. Doch nach einem Kaffee und schon 15 Minuten später war er vorbei, die Sonne kam hervor, und die drei Alphornbläser Gabriela Bolzern, René

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Buob und Marcel Stirnimann spielten zwei Stücke. Warm wurde es ums Herz, Heimatgefühle kamen auf. Dann begab man sich auf die rund einstündige Wanderung. Von Wisen gings dann mit dem Car weiter noch Liestal, wo ein neunzigminütiger Aufenthalt Zeit gab die Altstadt zu besichtigen. Flugs als die junge Linn HilleDahl eine Velopanne hatte, tauchte der Chor auf. Der Mann, dein Freund und Helfer, gings Fred Le Grand und Werner Theiler durch den Kopf. Beide halfen der armen jungen Frau das Velo wieder flott zu machen. Am Schluss brachte Fred Le Grand die junge Linn Hille-Dahl noch in Verlegenheit, als er sagte: "Normalerweise kriege ich nach getaner Arbeit noch einen Kuss". Strasse zur Tanzfläche Kurz darauf kam die Kanonengasse, wo Lina Baumeler einst aufwuchs. Nur wenige Meter von der Kanonengasse entfernt feierte Georgianne Fricker vor ihrer Bar "Chouchou" ihren 56. Geburtstag. Der Chor sang zu ihren Ehren ein "Happy Birthday" und einige nahmen die Gelegenheit wahr für einen kurzen Tanz zum Musikstück "Ich hab Dich 1'000 Mal belogen, ich hab die 1'000 Mal geküsst" von Andrea Berg. Und zu guter Letzt hatte Marie-Thérèse Fahrian-Winiger noch die gute Idee einer Gemeinschaftsfoto. Gesagt getan: Ihr Mann Markus Fahrian amtete als Fotograf. Schön war's, darüber waren sich alle einig! Paul Otte, Heimleiter

Oben: Roman Koch genoss die Reise so sehr, dass er die Reise bis Aarau singend verbrachte. Zur Freude der Reiseteilnehmer sang er eine Arie nach der andern. Dabei durfte sogar das „Va pensiero“ von Verdi nicht fehlen Unten: Offensichtlich schmeckte das Essen wie Gabriela Bolzern und Fred Le Grand beweisen

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DAS STEINHOF— PERSONAL ……………………………………………………………….

Bianca Stöckli Pflegefachfrau HF Sonnehuus Dachgeschoss Eintritt 01.06.2013

Jessica Brunner Lernende Fachangestellte Gesundheit GMS Eintritt 01.07.2013

Sven Krahl Pflegefachmann Sonnehuus Dachgeschoss Eintritt 01.07.2013

Leon Cunaj Lernender Assistent Gesundheit und Soziales Eintritt 01.08.2013

Herzlich Willkommen Pflegeheim Steinhof - Steinhofblatt September 2013

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DAS STEINHOF— PERSONAL …………………………………………...…………………

Edgar Hilpert Bereichsleiter Technischer Dienst Eintritt 01.08.2013

Edith Birbaumer Heimseelsorgerin

Flurina Mühle Fachangestellte Gesundheit Sonnehuus OG/GH Eintritt 01.08.2013

Maurice Kuchen Lernender Fachangestellter Gesundheit Eintritt 01.08.2013

Eintritt 01.08.2013

Herzlich Willkommen 34 Pflegeheim Steinhof - Steinhofblatt September 2013


GRATULATIONEN………………….………………………………………………………….

… zum Dienstjubiläum Susi Scheidegger Rezarta Tafili Andrea Zangger Winker Ljiljana Vukotic

zum 10 Jahr-Jubiläum zum 5 Jahr-Jubiläum zum 5 Jahr-Jubiläum zum 15 Jahr-Jubiläum

am am am am

01. Oktober 2013 15. Oktober 2013 23. Oktober 2013 01. November 2013

… zum Ausbildungsabschluss Jeanine Kurt Leonora Berisha Jana Gloggner Carmen Portmann haben mit grossem Erfolg die Abschlussprüfung zur Fachfrau Gesundheit EFZ bestanden. Gaëlle Quiassumbu Hazir Zeqiraj haben mit grossem Erfolg die Abschlussprüfung zur Assistentin und Assistent Gesundheit und Soziales bestanden.

… zum Vermählung Doro-Thea Muff Melanie Aschwanden

hat am 24.Mai 2013 geheiratet. hat am 07. Juni 2013 geheiratet.

… zum freudigen Ereignis Xhevat Tifeki wurde am 26. Juni 2013 Vater einer Medina.

Herzliche Glückwünsche Pflegeheim Steinhof - Steinhofblatt September 2013

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STEINHART NACHGEFRAGT ………………………………………………………………...

Herzliche Gratulation Am 10. Juni 2013 durften 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Steinhofs nach erfolgreichem Abschluss des Peer Tutoren-Kurses in Kinaesthetics das Zertifikat aus den Händen des Kursleiters Marcel Schlecht, entgegennehmen. Sie werden künftig die Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen, die einen Grund- oder Aufbaukurs absolviert haben, im Pflegealltag in der Anwendung von Kinaesthetics unterstützen und begleiten. Der Kurs umfasste über ein ganzes Jahr sieben Kurstage. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich an und zwischen den Kurstagen intensiv in den Bildungsfeldern "Eigene Bewegung", "Handling", "Organisation", "Konzeptverständnis", "Grundwissen" und "Lernumgebung gestalten" weiterentwickelt.

Seit dem Startschuss im Frühling 2007 ist es bereits der zweite Peer Tutoren-Kurs. Insgesamt wurde das Personal im Steinhof seit 2007 in fünf Grundkursen, vier Aufbaukursen und zwei Peer Tutoren-Kursen geschult. Alles in allem sind rund 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschult worden. Dies trug dazu bei, dass der Steinhof am 2. Dezember 2010 als erst fünfte Institution in der Schweiz durch die European Kinaesthetics Assocation ausgezeichnet wurde. Qualität ist im Steinhof hoch geschrieben und ist ein Auftrag, wir uns von Tag für Tag wieder von neuem stellen. Wir sind uns dieser Herausforderung bewusst und stellen uns ihr gerne: gestern, heute und vor allem auch morgen!

Paul Otte, Heimleiter

Von oben links nach rechts unten: Stolz dürfen sie sein, die Absolventen des Peer-Tutoren-Kurses 2013 in Kinaesthetics: Von oben links nach rechts unten: Romana Anastasio, Roland Hersche, Sandrin Keiser (Betagtenzentrum Rosenberg), Prisca Niederberger, Peter Furrer, Marcel Schlecht (Kursleiter), Claudia Springer, Margrith Zimmermann (Projektverantwortliche), Ivanka Kolenda, Naxhije Limani, Melanie Gasser, Anita Stirnimann, Patrick Kohl, Martina Fernandez, Bernadette Achermann

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STEINHART NACHGEFRAGT ………………………………………………………………...

Esther Bieri, Vorstandsmitglied, SteinhofPflegeheim

Esther Bieri, Vorstandsmitglied beim Steinhof Pflegeheim im Schlossgarten Heute habe ich Esther Bieri in den Steinhof eingeladen. Sie ist seit 12.06.2013 Mitglied des Vorstandes des Vereins Barmherzige Brüder Maria-Hilf, Steinhof. Ihr interessanter Werdegang, aber auch die Tatsache, dass sie zusammen mit den übrigen Vorstandsmitgliedern verantwortlich ist für die strategische Ausrichtung des Steinhofs, gaben mir den Anstoss, sie auch unseren Leserinnen und Lesern vorzustellen.

gangs als Physiotherapeutin, später in der Organisationsentwicklung, als Projektleiterin und heute in der Führung. Mich reizte es, nun als Vorstandmitglied des Steinhofs für diese Institution auf der strategischen und normativen Ebene tätig zu sein. Hier geht es darum, zusammen mit den übrigen Vorstandsmitgliedern frühzeitig Einflüsse und Trends zu erkennen, um so im Gremium die richtigen Entscheide in der Ausrichtung des Steinhofs zu fällen.

Esther Bieri, Sie sind seit wenigen Monaten neues Vorstandsmitglied bei der Trägerschaft des Steinhofs, dem Verein Barmherzige Brüder Maria-Hilf. Was hat Sie an der neuen Funktion gereizt?

Bestimmt haben Sie sich schon ein Bild vom Steinhof machen können. Wie sieht dieses aus?

Esther Bieri: Bis heute übte ich immer Funktionen aus, die in einer Unternehmung auf der operativen Ebene angesiedelt sind. So zu Beginn meines Werde-

Esther Bieri: Mein Eindruck ist, dass der Steinhof ein Heim ist mit sehr vielen Facetten. Es liegt sehr zentral, ist gut verkehrstechnisch erschlossen, liegt jedoch trotzdem im Grünen und an ruhiger Lage. Dann faszinieren mich die verschiedenen Bauepo-

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STEINHART NACHGEFRAGT ………………………………………………………………...

chen, insbesondere, dass es über Gebäulichkeiten verfügt, die über 200 Jahre alt sind und trotzdem eine moderne Infrastruktur aufweisen in denen gearbeitet und gewohnt wird. Trotz Standardisierung in den nötigen Abläufen lässt der Steinhof Räume offen, die es zulassen, auf die individuellen Bedürfnisse der Bewohner einzugehen. Man kennt in der Stadt aber auch im Kanton Luzern die spezielle Atmosphäre und die sehr offene Aufnahmepolitik, die es ermöglicht, auch Personen zu platzieren, die es schwer haben in andern Heimen aufgenommen zu werden. Welches sind die ganz grossen Herausforderungen, die in der Zukunft auf die Heime in der Langzeitpflege zukommen?

Esther Bieri: Das ist eine sehr schwierige Frage. Ich glaube, wir sollten versuchen, diesen hohen Standard nicht vorschnell aufzugeben. Selbstverständlich werden wir an Grenzen stossen, aber wenn wir jetzt schon den Kopf in den Sand stecken, dann haben wir faktisch auf halbem Weg schon verloren. Im Moment sollte der Steinhof an allen Qualitäten, die er hat, unbedingt festhalten und die Pläne, den Einerzimmer-Anteil zu erhöhen, strikte weiterverfolgen. Um Sie noch etwas besser kennen zu lernen, erlaube ich mir hier einen Unterbruch zu machen und Sie zu fragen, wie Sie denn Ihre Kindheit verbracht haben?

Esther Bieri: Für mich sind es drei wesentliche Einflussfaktoren. Erstens, die Überalterung der Gesellschaft. Der Anteil der sich im Rentenalter befindlichen Bevölkerung wächst und jener der altersmässig arbeitsfähigen Bevölkerung sinkt. Dies hat damit zu tun, dass die bevölkerungsstarken Jahrgänge nun zunehmend ins AHV-Alter kommen. Beides führt dazu, dass die Zahl der pflegebedürftigen Menschen natürlich zugenommen hat und noch zunehmen wird. Zweitens, dass wir gefordert sind, genügend Pflegepersonal mit entsprechender Fachqualität bereitzustellen. Und drittens, hat das Allgemeinwohl was uns vermehrt bewusst sein muss - seinen Preis. Diesen zu akzeptieren scheint noch zu wenig verbreitet zu sein, wie man dies bei den laufenden Forderungen um Steuersenkungen sehr schön beobachten kann. Andererseits können im Bedarfsfall unsere Ansprüche nicht hoch genug sein. In der Praxis stellt man natürlich fest, dass die Ansprüche laufend wachsen. Früher waren noch Mehrbettzimmer eine Selbstverständlichkeit, heute sind Zweibettzimmer ein Auslaufmodell, und Einbettzimmer werden zur Selbstverständlichkeit. Wie kann das überhaupt aufgehen?

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Stets in Balance zu sein wie auf dem Mountainbike ist wie auch im Leben zwischen Arbeit und Freizeit eine grosse Herausforderung


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Esther Bieri: Meine Kindheit verbrachte ich auf dem Land in St. Urban, zusammen mit meinen zwei jüngeren Geschwistern, einer Schwester und einem Bruder, und mit vielen Nachbarskindern aus dem Quartier. Wir waren eine echte Rasselbande. Mir gefiel das Trottinett-Fahren über alles und ich versuchte natürlich vorallem mit den Buben Schritt zu halten. Ich war ehrgeizig und wollte mich immer mit den Buben messen. Der Wald war nahe, das grosse Areal der Klinik, all das war ein reines Erlebniseldorado. Wie kamen Sie dann zu Ihrem Beruf als Physiotherapeutin? Esther Bieri: Der Einfluss der älteren Nachbarskinder war sicher nicht unerheblich. Einige wollten Krankenschwester werden, andere Hebamme, wie ich anfänglich auch. Es kam dann etwas anders,

Esther Bieri geniesst auf einer Bergtour die Fernsicht

denn ich entdeckte vermehrt auch die Freude am Sport und entdeckte im Beruf Phyisiotherapie die ideale Kombination zwischen Sport und Medizin. Wie ging es dann weiter? Esther Bieri: Nach der Ausbildung vertiefte ich mich fachlich weiter. Mich interessierte auf der dortigen Intensivstation die Intensivpflege, und ich machte eine Zusatzausbildung in analytischer Atemphysiotherapie mit dem Ziel, schwerst erkrankten Menschen mit ganz wenigen Mitteln ohne Medikamente die Atmung zu erleichtern. Parallel dazu wurde ich angefragt, ob ich die Stellvertretung der Physiotherapie im Spital Wolhusen übernehme wolle, was schliesslich, infolge Erkrankung der Leiterin, in die Übernahme sogar der Leitung mündete. Obwohl ich erst drei Jahren zuvor die Ausbildung abgeschlossen hatte, gewann ich Freude an der Führung, nicht zuletzt auch deshalb, weil ich sehr gut unterstützt wurde, sowohl von der Spitalleitung als auch vom direkten Vorgesetzten bis hin zum Team, wo ich als Leiterin voll akzeptiert wurde. Es kam die Phase der Fusion der beiden Spitäler Wolhusen und Sursee, und ich wurde mit der Thematik Organisationsentwicklung konfrontiert, was mich sehr interessierte. Diese führte auch zu meiner Weiterbildung (MAS) in Supervision und Coaching am IAP in Zürich. Einen weiteren Karriereschritt machte ich durch den Wechsel ans Luzerner Kantonsspital, wo ich im Team Multiprojektmanagement, angegliedert bei der Stabsabteilung Direktion, als Projektleiterin tätig war. Hier durfte ich sehr interessante Projekte leiten, von der Organisation bis hin zur Informatik. In dieser Phase durfte ich extrem viel lernen. Danach zog es mich dann wieder vermehrt in die Führung. Seit Dezember 2011 bin ich Bereichsleiterin bei der Spitex Stadt Luzern, wo ich die somatischen Pflegeteams und die Hauswirtschaftsteams leite und Mitglied der Geschäftsleitung bin. Ich erkenne in Ihrer Karriere drei grosse Schritte. Erstens leiteten Sie die Physiotherapie im Spital in Wolhusen, zwei-

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tens waren Sie als Projektleiterin im Kantonsspital Luzern tätig, dann wurden sie mit dem Thema Organisationsentwicklung konfrontiert und danach wurden Sie SpitexBereichsleiterin. Immer lernten Sie dazu. Was sind rückwirkend die wesentlichen Lernschritte die Sie dabei gemacht haben? Esther Bieri: Bei der Leitung der Physiotherapie machte ich erste Erfahrungen als junge Führungskraft. Wenn man jung ist meint man oft, man müsse alles verändern und sieht erst später, dass man so kläglich scheitert. Man realisiert, dass das Bewährte in die Zukunft zu retten ist und die Veränderung faktisch darauf aufbaut. Dann kam die neue Stelle als Projektleiterin im Kantonsspital. Was würden Sie rückblickend als grossen Lernschritt bezeichnen? Esther Bieri: Zentral, aber vielleicht nicht so spektakulär die Erkenntnis, wie wichtig es ist, den Projektauftrag eines Projektauftraggebers richtig einzuschätzen und so essentiell zum Ziel führt, das Geplante samt den Terminen und Zwischenschritten mit dem Projektauftraggeber klar und präzise aufzulisten. Ohne diese genaue Klärung erleiden die meisten Projekte Schiffsbruch. Heute arbeiten Sie bei der Spitex Stadt Luzern. Was sind die grossen Herausforderungen, die auf die Spitex zukommen? Esther Bieri: Ein grosses Thema ist Wachstum, sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht. Seit der Einführung der Fallpauschale in den Spitälern merken wir, dass die Anzahl an komplexeren Pflegefällen gestiegen ist. In dieser Problemstellung ist jedoch auch eine Bereicherung der Tätigkeit als Pflegende versteckt. Wie hebt sich die Spitex Stadt Luzern gegenüber der Konkurrenz ab?

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Eine Tour zu Zweit zu geniessen erhöht den Spassfaktor

Esther Bieri: Wir wollen in erster Linie mit unserer Qualität überzeugen. Wir sind ständig dran neue Erkenntnisse aus der Pflegewissenschaft in die Behandlungspflege einfliessen zu lassen. Ein anderer Punkt, wo wir uns von der Konkurrenz abheben ist unser 24-Stunden-Betrieb. Wir sind über 24 Stunden ständig unterwegs, auch in der Nacht. Im Tag sind es rund 80 Touren und in der Nacht sind es mindestens 2 Touren. Bei aller Divergenz muss ich sagen, dass das Verhältnis zur Privatspitex sehr gut ist und wir uns gegenseitig auch ergänzen. Ich nehme Ihr Stichwort Ergänzung auf. Müssen sich auch die Spitex und die Heime, die Langzeitpflege anbieten ergänzen? Ab wann sehen Sie die finanziellen Vorteile eher bei den Heimen? Esther Bieri: Wissenschaftlich ist erwiesen, dass ab rund 2 Stunden Pflege pro 24 Stunden die Kostenvorteile beim Heim liegen, und was darunter ist, die Spitex finanziell klar vorteilhafter ist. Ich denke, dies gilt es immer wieder auch zu berücksichtigen, wenn Not an Pflegebetten herrscht.


STEINHART NACHGEFRAGT ………………………………………………………………..

Wir haben jetzt sehr viel über das Arbeiten gesprochen. Das kann ja wohl nicht nur der Lebensinhalt sein. Geben Sie uns doch noch etwas von Ihrem Privatleben preis? Esther Bieri: Ich lebe mit meinem Lebenspartner in Kriens, und beide arbeiten sehr gerne. Beide haben das Bedürfnis in der Freizeit sich in der Natur zu bewegen. Im Sommer heisst das Biken und Joggen. Beides ist gut um nachzudenken, loszulassen, vielleicht auch ein Problem nochmals von einer andern Seite anzuschauen und so auf ganz neue Erkenntnisse zu stossen. Und im Winter machen wir gerne Skitouren.

Welches Buch liegt im Moment auf dem Nachttisch? Esther Bieri: Ich lese sehr gerne, und im Moment ist es die Biographie von Mani Matter, die von Wilfried Meichtry verfasst worden ist. Paul Otte, Heimleiter

Gibt es eine Skitour, die Ihnen heute noch in besonderer Erinnerung haften geblieben ist? Esther Bieri: Es ist nicht so, dass wir ambitionierte Skitouren-Fahrer sind. Wir geniessen es ganz einfach alleine unterwegs zu sein in einer wunderschönen Winterlandschaft. Sehr gut in Erinnerung geblieben ist der Aufstieg zur Cristallina-Hütte mit der Besteigung des Cristallina am Folgetag und die Abfahrt dann ins Bedrettotal. In der Regel unternehmen wir eher eintägige Skitouren in der Zentralschweiz

Name/Vorname:

Bieri Esther

Funktion:

Bereichsleiterin der somatischen Pflege und der Hauswirtschaft bei der Spitex Stadt Luzern, sowie Mitglied der Geschäftsleitung und Vorstandsmitglied im Steinhof Pflegeheim

Geburtsdatum:

11. Juli 1971

Sternzeichen:

Krebs

Hobby:

Joggen, Biken, Skitouren, Lesen

Lieblingsessen:

Gschwellti mit einem feinen Stück Weichkäse. Rezenter Gruyère und Gemüse aller Art.

Gibt es ein Land, wo Sie gerne Ihre Ferien verbringen? Esther Bieri: Regelmässig gehen wir nach Süditalien nach Cilento , das grösste Naturschutzgebiet Italiens. Den Zugang haben wir gefunden, weil die Mutter meines Lebenspartners in den 70er Jahren Tagesmutter von italienischen Kindern war, die aus jener Gegend stammten. Ihre Eltern zogen in der Zwischenzeit wieder zurück, und wir gehen sie gerne besuchen in dieser wunderschönen Gegend. Das Meer, Neapel und Salerno sind übrigens nicht weit davon entfernt.

Lieblingsgetränk: Kräutertee und zum Essen Rotwein, am liebsten ein Cabernet Sauvignon Lieblingsfarbe:

grün

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SEITENWECHSEL ……………………………………………………………………………..

Seitenwechsel im Steinhof

Stefan Peyer, der im Steinhof während einer Woche einen Seitenwechsel machte, zusammen mit Maria Stadelmann. Beide freuen sich über die Begegnung Während einer Woche konnte ich in eine andere Welt - die Welt des Steinhofs eintauchen. Ich komme aus einer extrem hektischen Welt - der Finanzindustrie. Alles ist zielorientiert und muss in meinem Alltag eine Wertschöpfung haben. Als ich am Montagmorgen, 24. Juni 2013, im Steinhof eincheckte, fragte ich mich: Wen werde ich treffen? Was kann ich tun? Es hat mich sehr gefreut, nach vier Jahren "alte" Bekannte, wie Guido Obertüfer wiederzusehen. Ich war gerührt, als er sich sofort an mich erinnerte und Fotos von seinem Geburtstag vor vier Jahren, auf denen ich auch drauf bin, mit Stolz präsentierte.

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Ich habe in diesen fünf Tagen sehr interessante Einblicke hinter die Kulissen erhalten, ein neues Zeitgefühl entwickelt, wieder mal eine Partie Schach gespielt und viele spannende Menschen kennengelernt. Die Achtung der Würde des Menschen im Steinhof hat mich bereits vor vier Jahren anlässlich meines letzten Einsatzes als Hilfspfleger begeistert. Kommunikation über Augenzwinkern Ich durfte dieses Jahr eine 97 jährige Dame betreuen und war beeindruckt wie rüstig und fit man in diesem Alter sein kann. Besonders berührend und tragisch, jeder auf eine andere erschütternde Art und


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Weise, waren für mich die drei "jüngeren" Patienten auf meiner Abteilung. Bei einem musste ich erfahren wie eine seltene Krankheit das Kleinhirn angreift und so fast alle Funktionen wie Sprache, Gedächtnis und Körperfunktionen verunmöglicht, das werde ich nie mehr vergessen. Beim zweiten Patienten wurde ein Hirntumor entfernt und nach der Operation fehlten dem Patienten fast alle Körperfunktionen. Einzig die Kommunikation ist über das Augenzwinkern des Patienten via Alphabet-Tafel mit Unterstützung des Pflegepersonals möglich. Eine faszinierende Art der Kommunikation, die ich nie mehr vergessen kann. Der dritte "jüngere Patient" liegt nach einem Motorradunfall in einem Wachkomma. Ich habe zuvor noch nie einen Menschen in einem Wachkomma gesehen. Diese Bilder eines Menschen im Wachkomma waren für mich fast zuviel. Ich konnte den Anblick dieses hilflosen Menschen kaum ertragen. Ich musste am Abend jeweils meiner Frau von meinem Tageseinsatz berichten, und ich bin sehr froh, dass ich ihr jeweils meine oft fast erdrückenden Erfahrungen mitteilen konnte. Diese Gespräche haben mir sehr geholfen diese Eindrücke zu verarbeiten.

Die Gesundheit als kostbarstes Gut Ich bewundere das Pflegepersonal im Steinhof mit welchem Respekt und mit wieviel Aufwand es sich um diese ganz schwere Fälle kümmert. Selber hatte ich letztes Jahr einen blöden Unfall und bin im Garten von einer 3 Meter hohen Leiter gestürzt. Das Resultat meines ungeschickten Gärtnereinsatzes waren eine Ellbogentrümmerfraktur links und Fingerfrakturen rechts. Nach 5 Stunden Operation waren beide Arme im Gips. Mir wurde wieder einmal bewusst, wie schnell wir bereit sind unsere Gesundheit leichtsinnig auf's Spiel zu setzen. Das Sprichwort: "die Gesundheit ist wie das Salz, man bemerkt sie erst wenn sie fehlt" zeigte mir auf, wie selbstverständlich für mich die Gesundheit war. Nun denke ich anders über unsere Gesundheit. Es ist für mich ein Geschenk gesund zu sein. Die Eindrücke im Steinhof werde ich so schnell nicht vergessen. Hoffentlich kann ich einen weiteren "Seitenwechsel" im Steinhof in ein paar Jahren nochmals erleben. Ich kann diese Lebenserfahrung als Hilfspfleger nur empfehlen. Stefan Lukas Peyer Hilfspfleger auf der Station 1 und Direktor LGT Bank (Schweiz) AG

Schwarz gegen Weiss, mit Zug um Zug zum Sieg: Guido Obertüfer zusammen mit Stefan Peyer

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REZEPT ………………………………………………………………………………………….

Pilzschnecken

Rezept für 4 Personen

Zubereitung:

Zutaten:

300 g 1 ½ dl

1 1 150 g

Champignons Lauchstängel ca.50g Butter Weisswein Salz Pfeffer Kräuter nach Belieben Kopfsalat, äussere Blätter Blätterteig (rechteckig) Mozzarella

• •

Champignons in Scheiben und Lauch in Streifen schneiden und bei grosser Hitze in etwas Butter weich dünsten, mit Salz, Pfeffer und den Kräutern würzen und auskühlen lassen. Den Blätterteig mit den Salatblättern belegen. Den mit der Röstiraffel geriebenen Mozzarella und die Pilz-Lauch-Mischung darauf verteilen, aufrollen und etwa 15 Minuten in den Tiefkühler stellen. Die Rolle in etwa 2 cm dicke Scheiben schneiden, auf ein vorbereitetes Blech legen und in der Mitte des vorgeheizten Ofens bei 220°C backen.

Die Pilzschnecken eignen sich als Apèro oder mit einem Salat als Hauptmahlzeit. Daniela Kritzer, Köchin

Öffnungszeiten der Gastwirtschaft Täglich von 09.00—17.30 Uhr

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STEINHÖFLER Doppelbrand aus Äpfeln mit Anis, Galanga, Kardamomen, Koriander und Zimt

G I H URC ZIG R Ü W UR NGLICH Ü R P URS

43% vol. / 50 cl.

Fr. 28.–

Exklusiv nur im Steinhof

Erhältlich in der «Gastwirtschaft zum Steinhof», auf telefonische Bestellung 041-319 60 00, oder per Fax 041-319 61 00 (excl. Porto und Verpackung)


UNSER WUNSCH ……………………………………………………………………………..

Mit Ihrer Hilfe erlangen unsere Bewohnerinnen und Bewohner mehr Lebensfreude - sie danken es Ihnen von Herzen. Wir sind heute mehr denn je auf Ihre Spende angewiesen. Und wenn die Rede von wir ist, dann sind damit unsere Bewohnerinnen und Bewohner gemeint. Ihre Spende ist auch in Zukunft gefragt Zugegeben, heute ist vieles über den Staat abgedeckt. Doch aufgrund unserer offenen Aufnahmepolitik erleben wir Tag für Tag, dass wir Bewohnerinnen und Bewohner finanziell unterstützen müssen. Sei es für die Anschaffung von Kleidern, Coiffeur, Pédicure, Taschengeld,einen Ausflug, eine dringende Anschaffung – ganz einfach für Ausgaben, die dringend nötig sind, aber niemand übernehmen will. In den letzten Jahren waren dies durchschnittlich rund 20'000 Franken, die der Steinhof dafür aufwendete. Strikte Einhaltung des Spendenzwecks Wir erlauben uns deshalb, Ihre Spende künftig unmittelbar und direkt dem Bewohnerfonds zukommen zu lassen. Wir sichern Ihnen zu, dass Ihre Spende nur für dringende Anliegen und Bedürfnisse verwendet wird. Dabei achten wir darauf, dass Ihre Hilfe ergänzend zu den institutionellen Sozialwerken wie Ergänzungsleistung und Sozialhilfe zum Tragen kommt. Wie bis anhin werden wir Sie künftig auf dieser Seite über den Spendeneingang und die Spendenverwendung informieren. Im Voraus danken wir Ihnen für Ihre Unterstützung zum Wohle unserer Bewohnerinnen und Bewohner. Paul Otte, Heimleiter Spendenkonto-Übersicht Spenden-Einlage Saldo per Spenden vom

01.05.2013 01.05. - 31.07.2013

Total

CHF 10‘231.00 CHF

672.55

CHF 10‘903.55

Spenden-Ausgaben Unterstützung von Bewohnern vom Neuer Saldo per

01.05. - 31.07.2013 ./. 01.08.2013

CHF

6‘460.50

CHF 4‘443.05

Unser Postcheck-Konto PC 60-3234-3 / IBAN CH6509000000600032343 mit dem Vermerk „Bewohner-Fonds“

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AGENDA ..…..………………………………………………………………………………….

Jede Woche im Jahreslauf um 09.30h Gottesdienst in der Steinhof-Kapelle Sonntag, Dienstag, Donnerstag, und Freitag September So 22. Sept. 10.30h

2013 Vierjahreszeiten-Matinée „Herbst“ Referentin: Helene Meyer-Jenni „Unterwegs in die Berge von Nepal und Kirgistan“

So 29. Sept. 10.00h

Gottesdienst mit Pfarrer Leopold Kaiser, Pauluskirche Luzern, unter Mitwirkung des Steinhof-Chors.

So 29. Sept. 14.15h

Steinhof-Musikplausch, „Die fidelen Rentner“ und „Alte Freunde“ lassen den Boden und die Fenster erzittern mit Egerländer-Musik, Schlagern und Volksmusik

14.30h

Hanna Gut Hahn. Das Konzert ist vorwiegend reserviert für externe Gäste

So 15. Dez. 14.30h

Konzert mit dem Bläserensemble Mezzoforte, Luzern. Es ertönen Advents– und Weihnachtslieder

Di 24. Dez. ab 13.45h

Weihnachtsfeier auf den Abteilungen Der Steinhof-Chor singt unter der Leitung von Marie-Thérèse FahrianWiniger Weihnachtslieder. Dazwischen liest Bruder Timotheus die Weihnachtsgeschichte vor. Dachgeschoss Sunnehuus, 13.45h Erdgeschoss Sunnehuus, 14.15h Obergeschoss Sunnehuus, 14.45h Birkehhus, 15.15h

So 29. Dez. 14.15h

Steinhof-Musikplausch. „Franta‘s Dixiländler“ bieten Unterhaltung mit Ländler, Schlagern und Dixiland Musik. Eine spezielle Mischung, die jeden und jede vom Hocker reisst! Ein besonderer Genuss zum Jahresende!

Oktober 2013 So Steinhof-Musiplausch mit den „Luzerner Wirtshausmusikanten“ 27. Okt. 14.15h unter der Leitung von Charly Baier. Wir lassen‘s krachen, wir haben‘s schön! November 2013 Sa Gedenkfeier für unsere verstorbenen 9. Nov. Bewohner und Bewohnerinnen in der 15.00h Steinhof-Kapelle So 24. Nov. 14.15h

Steinhof-Musikplausch mit der „Erwachsenenband Adligenswil“ unter der Leitung von Bruno Jost. Es er klingen Melodien von Klassik bis Unterhaltung, Herzschlag für Herzschlag

Do 28. Nov. 19.00h

Angehörigenabend mit Informationen für das Jahr 2014

Dezember 2013 So Vierjahreszeiten-Matinée „Winter“ 1. Dez. mit Stefan Roth, Stadtpräsident von 10.30h Luzern und dem Konsort des Luzerner Gambenensembles So 8. Dez.

Adventskonzert mit dem Gambenensemble Luzern unter der Leitung von

Impressum Anschrift:

Steinhof-Blatt Redaktion Steinhofstrasse 10 6005 Luzern Tel. 041/319 60 00 Fax. 041/319 61 00 www.steinhof-pflegeheim.ch

Redaktion: Paul Otte, Leitung Bruder Dominik Wick Anke Maggauer-Kirsche Sonja Schärli, Bildredaktion und Bearbeitung, Layout/Gestaltung Rita Blättler, Lektorin Gastautoren: Hanns Fuchs, Stefan Lukas Peyer, Daniela Kritzer Auflage:

1'600 Ex.

Druck:

Brunner AG, Druck und Medien, Kriens

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P. P. 6005 Luzern

Wenn du etwas erleben mĂśchtest, was du noch nie erlebt hast, musst du etwas tun, was du noch nie getan hast. (Unbekannt)

STEINHOF Pflegeheim Eine Institution der Barmherzigen BrĂźder von Maria-Hilf

Steinhofstrasse 10 6005 Luzern

Tel. 041 319 60 00 Fax 041 319 61 00

www.steinhof-pflegeheim.ch info@steinhof-pflegeheim.ch


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