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Holz Holzhäuser in Bergen Bäume in Beton

Buttermilch mit Birkensaft

Das steirische Magazin für Reisen, Kultur, Wirtschaft und Genuss, Ausgabe 3/2014, VP € 2,50; P.b.b., 02Z031495 M Corporate Media Service GmbH Münzgrabenstraße 84 b | 8010 Graz


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Andenken *Werner * Werner Krause ist Kulturredakteur bei der „Kleinen Zeitung“

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Von Werner Krause

Foto: Fotolia/Nikola Spasenoki

Die Sache mit den Sesselbeinen

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olz ist ein besonderer Saft. Gewiss, diese Behauptung mag auf Verstörung stoßen, aber ganz sicher nicht in Finnland. Dort ist es üblich, spontan Familienfeste einzuberufen oder Sonderorgien, etwa nach Saunabesuchen, zu veranstalten. Wobei die Mindestdauer sich auf drei Tage beläuft. Nicht selten tritt dabei aber, ohnehin erst nach wenigen Stunden, erheblicher Alkoholmangel auf, der jedoch rasch wieder behoben wird. Durch die Weiter- und Endverarbeitung diverser Möbelstücke, die aus Holz gefertigt sind. Auch daraus lässt sich bekanntlich Fusel gewinnen. Ob die erfindungsreichen Finnen in ihrem Ausnahmezustand Sesselbeine mit Salzstangen verwechseln und gierig daran herumknabbern, ist nicht bekannt. So genau wollen wir das gar nicht wissen. Zumal hierzulande ja eine gänzlich andere, geradezu innige Beziehung zum Holz besteht. Wir berauschen uns in gänzlich anderem Sinn am Geruch von Fichte, Föhre, Latsche oder gar Zirbe, besingen Tannenbäume und widmen den Pappeln ans Herz gehende Gedichte. Und, bei allem Respekt vor den im Normalzustand liebenswerten Finnen: Niemand käme bei uns auf die Idee, sein Nachtkästchen zu garen und wegzusaufen. Kein Sessel, der ohnehin nur noch zweibeinig ist, muss panikartig zu versuchen, sich in höchster Not ins Freie zu retten. Hoch im Kurs steht das Holz auch im Volksmund: Wem nachgesagt wird, er sei aus gutem Holz geschnitzt, kann den Tag mit breiter Brust beginnen. Sollte die betreffende Person aber Reisegedanken hegen, muss für einige Länder eine dringliche Warnung ausgesprochen werden. Wer eines davon errät, erhält einen holzgeschnitzten Gutschein für einen 24-stündigen Aufenthalt in einer finnischen Sauna. So hat denn auch diese Geschichte ein wunderbares Ende gefunden.

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10 BEWEGEND Mythos Amazonas 14 BEQUEM Im Boot durch Thailand 18 BERGWÄRTS in Norwegen 22 BEST of Golfen in Teneriffa

TA S T E

Daniela Gross

28 BEZEICHNEND Mayonnaise und Moos 30 BESONDERS Kartoffeln vom Berg

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ücher über Holz gibt es viele. Aber jenes des Technik-Historikers Reinhard Osterroth beginnt so: „Eigentlich ist alles aus Holz, die ganze Welt. Ohne Holz wäre alles nichts.” Das stimmt einerseits. Andererseits behaupten die griechischen Philosophen, die Welt sei aus Feuer, Wasser, Luft und Erde gemacht, während die Physik eher von Molekülen,Atomen, Neutronen und Neutrinos spricht, wenn es um die Zusammensetzung der Erde geht.Aber Osterroth gibt auch zu: „So denkt natürlich nur einer, der gerade ein Buch über Holz schreibt.” Uns geht es genauso. Wir haben gerade die VIA-Herbstausgabe diesem Thema gewidmet und kommen auch nicht umhin, Holz bis in den Himmel zu loben. Dass man nämlich so viel entdeckt und immer noch mehr erzählen könnte, das ist dann doch eine Überraschung. Holz ist ein Material, das der Mensch in vielfältigster Weise nutzt und das ihn immer wieder auf neue Ideen bringt. Wir erzählen von der Nutzung des Waldes, beleuchten das Bauen mit dem Baum und reisen zu den berühmten Holzhäusern in Bergen. Wir machen eine Zirbenstube in Venedig ausfindig, verkosten das „Fichtencola” und waren dabei, als Künstler ILAs motorsägengeschnitzte „Wesenheit” fürs Cover fotografiert wurde. Dass nichts Hanebüchenes dabei ist, auch wenn wir ab Seite 48 noch ein paar hölzerne Kuriositäten für Sie zusammengefasst haben, das garantieren wir – viel Spaß mit der Herbstlektüre von VIA! Ihre

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PS.: Apropos Lesen: Schauen Sie mal auf www.fresh-content.at – da tut sich was!

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32 BELIEBT Herrn Gayas Gespür für Wein 39 BEZIEHBAR Fichtencola

TOUCH 40 BEZAUBERND Ein Fahrrad aus Holz 42 BESEELT Ein Leben für die Natur 44 BESUCH in Murau 48 BEZEUGT Vanillin aus Lignin

TRADE 53 BELEBEND Bauen mit Holz 58 BEWERB Wald & Quiz 60 BEWUNDERT Beitrag zur Baukultur 62 BERÜHREND Der mit dem Holz tanzt 63 BEWIESEN Eine Zirbenstube in Venedig

MOVE 76 BEREIT für den steirischen herbst 78 BETRACHTET Fotografien von Lea Titz 80 BETRIEBSAM Premiere im Schauspielhaus 81 BETREFF Geheimnisse in Stainz

E S S AY 3 ANDENKEN Die Sache mit den Sesselbeinen 8 QUERWELTEIN Ferrari aus Holz

VIA-AIRPORTJOURNAL GRAZ, das Magazin für Reisen, Kultur, Wirtschaft und Genuss. Herausgegeben mit Bewilligung der Flughafen Graz GmbH, A-8073 Feldkirchen MEDIENINHABER: Corporate Media Service GmbH, Geschäftsführer: Harald Kopeter, Münzgrabenstraße 84 b, 8010 Graz SEKRETARIAT: Helga Achmüller, Tel.: 0 31 6/90 75 15-11, Fax: 0 31 6/90 75 15-20, office@cm-service.at CHEFREDAKTION: Daniela Grundner-Gross, Tel.: 0 31 6/90 75 15-41, daniela.gross@cm-service.at REDAKTION: Birgit Derler-Klein, Roswitha Jauk, Andrea Kreuzer, Claudia Rief-Taucher MITARBEITER/-INNEN DIESER AUSGABE: Jutta Fuhrmann, Rainer Heubeck, Christine Kary, Werner Krause, Clarissa Mayer-Heinisch, Doris Poelt, Henry Sams, Peter Seebacher, Günter Spreitzhofer, Michael Tschida INSERENTENBETREUUNG: Eva Semmler-Bruckner (DW 22), Jutta Fuhrmann (0676/333 66 60) DRUCK: Niederösterreichisches Pressehaus PRODUKTION: m4! mediendienstleistungs gmbH & co kg, Schönaugasse 64, 8010 Graz, www.m-4.at, Art Direction: Brigitte Figura

Dank zahlreicher Reformen bleibt die Steiermark zukunftsfit. Auch die SPÖ Steiermark entwickelt sich laufend weiter. Oberstes Ziel ist, die Gemeinde-Organisationen wieder ins Zentrum zu rücken. Denn sie machen das Herz und die Stärke der SPÖ aus, weil sie das Leben vor Ort spürbar positiv verändern.

Coverfoto: Oliver Wolf/ILA, Wesenheit, 60 x 60 cm, Zirbenholz, motorsägengeschnitzt, 2014; Fotos: Fotolia, Lea Titz, Michael Rathmayer, Pierer/Harald Eisenberger

Editorial

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air po r t

Ich hab noch einen Koffer in Berlin Der Winterflugplan 2014/15 des Flughafen Graz startet am 26. Oktober 2014. Eine Vielfalt an Zielen tut sich auf. Von Roswitha Jauk

Fluglinien, Reiseveranstalter und der Flughafen Graz haben ihre Planungen abgeschlossen, der neue Winterflugplan, der bis 28. März 2015 gültig sein wird, steht fest. Rund 100 Mal pro Woche hebt ein Flieger in Graz in Richtung Frankfurt, Wien, München, Berlin und Zürich ab. „Mit einem dichten Liniennetz erfüllt der Flughafen Graz wie jedes Jahr seine Funktion als Tor zur Welt. Dank der Linienflüge sind wir bestens an alle Destinationen der Welt angebunden, in vielen Fällen kann der Fluggast auch aus verschiedenen Flugvarianten die für ihn beste bzw. günstigste heraussuchen“, erklärt Gerhard Widmann, der Geschäftsführer des Flughafen Graz. Auch Stuttgart und Düsseldorf werden immer öfter als Umsteigeflughäfen genutzt, zusammen stehen sie rund 25 Mal pro Woche auf dem Flugplan. Wichtig für all jene, die sich im Winter für den kühlen Sommer entschädigen wollen, sind die sogenannten Urlaubsdestinationen. Per Charterflug geht es zu diversen warmen Inseln und Orten am Meer. Wie bereits letztes Jahr, wird etwa die kanarische Insel Teneriffa von verschiedenen Reisea rc veranstaltern in Zusammenarbeit lo al mit der Fluglinie NIKI den ganM

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AIRPORT

CHE CKIN a i r p o r t i n te r n Mag. Gerhard Widmann, Direktor des Flughafen Graz

zen Winter hindurch angeboten. Ebenfalls durchgehend nonstop erreichbar sind Hurghada und Sharm el-Sheikh (Ägypten). Palma de Mallorca ist ab Mitte Februar wieder mit Graz verbunden. Auch der Dauerbrenner Antalya (Türkei) ist fester Bestandteil des Winterflugplans, macht jedoch im tiefsten Winter eine Pause. Interessantes gibt es auf dem Sektor der Sonderflüge zu berichten: So geht es im Jänner 2015 mit Gruber Reisen nach Sal, einer kleinen Insel der Kapverden, die im Norden von vulkanischen Felsküsten und im Süden von kilometerweiten feinsandigen, hellen Stränden, flachen Dünen und aufgelassenen Salinen geprägt ist. Moser Reisen hebt im März nach Funchal auf der Insel Madeira ab. Im Februar gibt es einen Sonderflug mit GTA-Sky-Ways nach Marrakesch, und im März, aber noch in der Zeit des Winterflugplans, geht es nach Mailand/Bergamo in Italien. Für Autofans gibt es am 10. März 2015 einen Flug zum Autosalon in Genf. Auf dem Sektor der Sonderflüge kann sich nach Redaktionsschluss des VIA Airport Journals übrigens noch einiges tun. Also: Bleiben Sie dran! www.flughafen-graz.at

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Wer noch einen Koffer voller unerfüllter Reisewünsche hat, mache sich im Winterflugplan 2014/15 schlau, wohin die nächste Reise gehen könnte. Mallorca ist schöner, Marrakesch schillernder, Berlin vielseitiger und Sal feinsandiger, als man denkt!

Fotos: Dominik Sellung/photocase.com, pitchyscratchy/photocase.com, DocStein/www.photocase.com, Noppasinw/Fotolia, Shutterstock

Die Zukunft hat schon begonnen! Die ersten sechs Monate des Jahres 2014 waren am Flughafen Graz vor allem von seinem einhundertsten Geburtstag gekennzeichnet. Was passiert jetzt? Zurücklehnen und Durchschnaufen? Gerhard Widmann: Der einhundertste Geburtstag ist etwas Besonderes! Und auch wenn die Luftfahrt derzeit schwierige Zeiten durchfliegt, so wollten wir diesen Geburtstag doch adäquat feiern. Wenn auch nicht mit viel Pomp und Getöse, sondern mit einer Reihe kleiner, feiner Veranstaltungen und Aktionen, die viele Menschen in unserem Einzugsgebiet erreicht haben. Ein Durchschnaufen gibt es natürlich, auch bei uns sind alle in ihren wohlverdienten Urlaub gegangen. Zurücklehnen gibt es aber keines. Die Zukunft hat schon begonnen und wir wollen sie mit aller Kraft mitgestalten. Wie sieht dieses Mitgestalten aus? Gerhard Widmann: Wir haben in den letzten Jahren immer ein wirtschaftlich sehr gutes Ergebnis erreichen können – das gilt es auch in Zukunft für die Stadt Graz zu halten. Bei den Passagierzahlen mussten wir Einbußen hinnehmen. Hier wollen wir wieder aufholen. Wir haben eine sehr hohe Anzahl an Linienflügen. Rund 130 Mal pro Woche hebt ein Flugzeug nach Wien, München, Frankfurt, Zürich, Berlin, Stuttgart und Düsseldorf ab – eine für viele europäische Regionalflughäfen unerreichbare Zahl. Diese Anzahl in Zukunft zu halten, ist derzeit schon eine Herausforderung – wir wollen sie aber sogar noch steigern, um für unsere Passagierinnen und Passagiere in Zukunft noch attraktiver zu sein.

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Querweltein

Michael Tschida ist Kulturredakteur und lebt in Graz.

Nur aufs Ziel zu sehen, verdirbt die Lust am Reisen.

Friedrich Rückert alias Freimund Raimar, deutscher Dichter, Lyriker

Ferrari aus Holz

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ZUM ANBEISSEN.Vom 17. bis 26. Oktober setzen Künstler in Perugia den Hobel an und schnitzen die süßesten Skulpturen – aus riesigen Schokostücken wohlgemerkt, denn das Ganze findet im Rahmen des Eurochocolate­Festival statt. Gustieren ist natürlich Pflicht. www.eurochocolate.com

Fotos: fotolia.com/thakala, Eurochocolate,Treehotel/Peter Lundström, swiss-image.ch/Photo Andy Mettler, Sportbahnen Atzmännig AG

mmer wenn ich überhöhten Blutdruck und Schaum vor dem Mund bekomme, wähle ich 1234. Das ist nicht die Notrufnummer unserer Betriebsärztin, sondern jene der Open IT in unserem Medienhaus. Die ist so etwas wie der ÖAMTC für stotternde oder liegengebliebene Computer. Hurtig sind die guten Feen oder Feenriche zur Stelle, und ich habe nicht die leiseste Ahnung, was sie da an meinem PC herumwerkeln (Keilriemen wechseln, Motoröl nachfüllen, Kerzen durchputzen?), aber jedenfalls kann ich dann flugs mit meiner Arbeit fortfahren. Jedes Mal, wenn ein neuer IT-Pannenhelfer in meiner Redaktionsstube auftaucht, grüßt er nicht mit „Guten Tag!“, sondern mit „Pfoah, was ist’n das für ein cooles Keyboard?“ Meine Tastatur und meine Computermaus sind nämlich aus Holz. Aus Bambusholz, um genauer zu sein. Und dann kommt es meist zu einem munteren Gespräch, wie angenehm sich Holz in den Händen, unter den Füßen, über dem Kopf anfühlt. Nun ist es aber nicht so, dass man mit dem Wort Holz automatisch nur Positives assoziiert: Man denke nur an „Holzkopf “, an „Holzgschnitzter“ (Provinzler mit dem rustikalen Charme eines Fichtenprügels) oder an einen „Buachanen“, wie die Kärntner zu Menschen sagen, die buchenholzhart(herzig) zu sich selbst und vor allem zu anderen sind. Und man hat da schon auch seine tiefgängigen Erfahrungen mit dem widerspenstigen Werkstoff, vom Spal bis hin zur hübschen Narbe am linken Zeigefinger von der Axt im Hause, die damals zwar nicht den Zimmermann ersparte, aber immerhin, mit gehörigem Massel, den Rekonstruktionschirurgen. Übrigens: Bei einem Ferialpraktikum in einer Furnierfabrik hatten mein lieber Freund Alfred und ich die erfüllende Aufgabe, täglich acht Stunden lang Furnierreste zu schreddern. Die fielen von einer Maschine mit Monsterschneideblatt auf ein Förderband, und wir mussten die Reste in Richtung Walzen stopfen, hinter denen ein Häcksler lief. Ich opferte dem Gott des Häckselns einen Arbeitshandschuh, Alfred dem Gott des Walzens fast seinen Mittelfinger, aber nach den vier Wochen hatte immerhin noch jeder von uns beiden zehn Finger an den Händen, was man vom Rest der Belegschaft leider nicht so ohne Weiteres behaupten konnte. In Vaters Arbeitskeller schnitt und hobelte und feilte und schraubte ich ja seinerzeit in meiner Jugend, was das Werkzeug hielt. Heute habe ich leider zwei linke Hände, ausschließlich mit Daumen dran. Umso mehr bewundere ich Menschen, die aus Stämmen Häuser zaubern, aus Birnbaumklötzen Skulpturen, aus alten Schiffsplanken Möbel. Oder überhaupt gleich Kutschen, Rollstühle, Kinderwägen, Fahrräder, Vespas, Topolinos, Handtaschen, Mäntel – alles 1:1 und vollständig aus Holz. Livio De Marchi kann das. Wer es nicht glaubt, soll den Künstler in der auf Millionen Holzpfählen hockenden Wunderstadt Venedig besuchen. In der Salizzada San Samuele 3157 im San-Marco-Viertel hat der Skurillo sein Atelier. Und falls er mal nicht da ist, flitzt der 71-Jährige wahrscheinlich gerade mit seinem wasserdichten Holz-Ferrari F50 durch den Canal Grande.

ZUM STAUNEN. Dass der Herbst die schönsten Landschafts­ bilder malt, ist hinlänglich bekannt. Im Norden Finnlands treibt er es aber besonders bunt, sodass die Finnen für sein Werk sogar einen eigenen Namen haben: „Ruska” betiteln sie das rötliche Farbenspiel, das sich etwa Ende September über die Wälder legt. www.visitfinland.com


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Zum Einchecken Zwar nicht über den Wolken, aber ganz sicher zwischen den Bäumen scheinen die Zimmer des Treehotels im nordostschwedischen Harads zu schweben. Kein Raum gleicht dem anderen, jede Fassade ist einzigartig, statt Zimmernummern gibt’s Spitznamen: von UFO über Bird’s Nest bis zu Mirrorcube. Da weiß man doch gleich, worin man hausen wird. treehotel.se

ZUM EINIGELN. Iglus aus Holz? Warum nicht, dachte man sich in Atzmännig in der Schweiz und zimmerte gleich ein ganzes Dorf davon. Die „PODhouses” verfügen über zwei bis sechs Betten und sind gut isoliert. Schließlich sollen sich ja auch im Winter die Gäste dort richtig einigeln können. www.atzmaennig.ch

ZUM KLINGEN BRINGEN. Wer an einem Kurs des Schweizers Matthias Wetter in Ossingen teilnimmt, sollte sich gut überlegen, wo er das dort gebaute Werkstück verstaut. Denn Wetter lehrt als Instrumentenbauer die Teilnehmer, ein Alphorn anzufertigen. www.wetter-instrumente.ch

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thailändischen Baht: Wenn einer eine Reise tut, muss er oft ordentlich (um-) rechnen. Hilfreich dafür: die App von Oanda, dem Klassiker unter den OnlineWährungsrechnern.

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Mythos Amazonas

Mañana, 15.30. So verlautete es doch vorgestern in mächtigen Kreidelettern am Bug der MV Vanessa. Gestern war das Schild immer noch dort, und Karawanen von Trägern balancierten Zwiebel- und Zementsäcke in den Bauch des wurmstichigen Kahns: Mañana, diesmal 17.30. Mañana heißt eigentlich: morgen. Oder aber: Heute sicher nicht. Pucallpa ist ein schwitzendes Städtchen am Nordostende aller peruanischen Straßen, läppische 26 Stunden Busfahrt und ein paar eisige Andenpässe von der Hauptstadt Lima entfernt. Hier, am Oberlauf des Ucayali, starten gelegentlich Kutter, wenn das Hauen der Lehmstufen in die feuchten Uferwände abgeschlossen ist. Im Sommer herrscht Niedrigwasser, die Ablegestellen wechseln oft. „Bis Iquitos? Vier Tage. Oder sechs, das hängt von Nebel, Wasserstand und Passa10

gieren ab“, erklärt Señor Pedro, der ehrenwerte Kapitän der MV Vanessa, der aussieht wie Gerard Mortier. „Wir holen jeden von seiner Sandbank ab.“ Herkömmliche Kreuzfahrten sehen anders aus. Aber für 60 Sol (20 Euro) Vollpension darf keiner wählerisch sein. Self Service ist

Allgemeine Informationen und Tipps: www.brasilien.de/land/fluesse/amazonas.asp

ratsam: Hängematten gibt’s in der kleinen Holzstelzenstadt im Hafengelände davor im Abverkauf, zu 10 Sol das Stück. Plastikschüsseln ebenso, denn irgendwo will Irina, die Schiffsköchin, den morgendlichen Maisbrei ja hineinklatschen. Zu Mittag dann Fisch und Kochbananen und warmen Reis, abends Hühnchen und kalten Reis. Dazu gibt‘s frischgepressten Orangensaft von Manolo, einem Obsthändler, dessen tonnenschwerer Orangenberg am Bug der Vanessa vor allem nächtens zunehmend kleiner wird, obwohl er sogar daneben schläft.

Zahlen und Fakten: de.wikipedia.org/wiki/Amazonas

Die Stimmen der Nacht

Amazonas-WebSurf

Regenwaldprodukte: www.amazonas-products.de Hängemattenvertrieb: www.amazonas-online.de Kreuzfahrten im Vergleich: www.kreuzfahrten-preisvergleich.de/ kreuzfahrt_amazonas.htm

„Hay pan, dulce, gaseosa!” Brot, Süßigkeiten, Säfte – die Vanessa füllt sich bei jedem Stopp mit fliegenden Händlern, die sich durch ein Gewirr von Hängematten wühlen und neben Nahrung auch Kanarienvögel und sogar junge Chinchillas im Angebot haben.

Fotos: Embratur

Auf fast 7.000 Kilometern Länge wälzt sich der mächtigste Strom der Erde von den Anden zum Atlantik. Mit viel Geduld ist die braune Wasserstraße in ein paar Wochen zu bewältigen. Es muss ja keine Kreuzfahrt sein. Von Günter Spreitzhofer


Flughafen Graz

Buslinien 630/631 ö Graz Jakominiplatz (Stadtzentrum)

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Privatsphäre gefällig? Ein überschwemmter Waschraum (unversperrbar), gleichzeitig Toilette, für bis zu 120 Passagiere. Kein Fließwasser. Darunter der Frachtraum zur Versorgung aller Dörfer bis Iquitos, darüber ein heißes Blechdach für die Sonnenbäder einiger argentinischer Touristen, der die Crew ihre Kabinen vermietet hat. Achtern liegt der Hühnerstall, der mit fortschreitender Fahrtdauer rasch verwaist. Gemächlich geht es stromabwärts, die Hängematten im Gleichklang schaukelnd, die Ufer noch meist in Griffweite, wo dichter Regenwald mehr und mehr kleinen Plantagen und Gärten Platz macht. Die tropische Tierwelt hält sich bedeckt, von Flussdelphinen, ein paar blauroten Aras und Kolonien von Faultieren abgesehen. Die meterlangen Paiche, die Fischriesen des Amazonas, bleiben unter Wasser – genauso wie die Piranhas, die die

S-Bahn S5 ö Graz Hauptbahnhof

Ein Fluss mit unzähligen Geschichten und Mythen: der Amazonas, Lebensader für Millionen.

In Zahlen Wassermenge: zwischen 75.000 und 220.000 m3, pro Sekunde je nach Monat und Ort. Ausdehnung des Beckens: 6.112.000 km²; im Flusssystem des Amazonas fließen zwei Drittel des Wassers aller Flüsse der Erde. Das Becken bedeckt rund zwei Fünftel des südamerikanischen Kontinents. Breite des Unterlaufs: 11 Kilometer Breite an der Mündung: 100 Kilometer Zahl der Nebenflüsse: 1.100 größere, von denen 17 eine Länge von mehr als 1.600 km haben; außerdem schätzungsweise 100.000 kleinere Nebenflüsse.

bis zu 64 Verbindungen pro Tag 500 Meter Fußweg zur Bahnstation (witterungsgeschützt) Fahrzeit: 13 Minuten

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viele bezeichnen die amazonas-regenwälder mit ihrer überwältigenden artenvielfalt zu recht als die Kronjuwelen der Weltnatur. 427 Säugetierarten, 1.294 vogelarten sowie über 3.000 verschiedene Fischarten konnten identifiziert werden.

Info Keine Visumpflicht für österreichische Staatsbürger in Peru und Brasilien, gültiger Reisepass genügt; keine obligatorischen Impfungen außer gegen Gelbfieber (in Brasilien, bei Einreise aus Peru), dringend empfehlenswert: Malaria-, Hepatitis-,Tpyhus-Prophylaxe. Klima und Reisezeit: ganzjährig tropisch schwül; (relativ) niederschlagsarme Sommer Anreise: Zielflughafen Lima (Peru) oder Quito (Ecuador), per Bus zu den Frachthäfen am Oberlauf der Nebenflüsse (1–2 Tage); genügend Zeit für die Wahl des Schiffes einplanen (oft tagelange Verzögerungen), teilweise mehrfaches Umsteigen erforderlich. Zügiges Vorankommen erst ab Brasilien! In der Amazonasregion leben etwa eine Million Angehörige indigener Gruppen, die oft heftige Auseinandersetzungen mit eindringenden Goldsuchern und Holzunternehmern haben. Zahlreiche Reiseveranstalter bieten mehrtägige Bootstouren ab Manaus (Brasilien) an, die großteils mit (luxuriösen) Lodges an Nebenarmen zusammenarbeiten und oft Besichtigungen von IndianerSchaudörfern beinhalten.

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Küchenabfälle zumindest tagsüber geflissentlich ignorieren. Und Lagartos (Alligatoren) gibt es dann ohnedies fein geschnetzelt am Markt von Iquitos, ein deftiges Mahl zu einer 3,125-l-Flasche giftgelber Inca Kola. Mucho calor, Gringo. Heiß ist es. Amazonien ist das gewaltigste Flusssystem der Erde, mit einem Einzugsgebiet größer als Europa und über 11.000 Zubringerflüssen. Prachtvolle Regenbögen nach den häufigen kurzen Regenschauern, glutrote Sonnenuntergänge, fahle Morgennebel und die Stimmen der Nacht, wenn der Schiffsgenerator gegen Mitternacht verstummt: Dann kommt endlich auch das Aus für Roberto, einen Sänger von eigenen Gnaden auf Amazonien-Tournee, der über seine tonnengroßen Lautsprecherboxen höchst unmelodische Schmachtfetzen zum Besten gibt. Kein Wunder, dass einige Indioboys ihre mitgebrachten Kassettenrecorder mit Hilfe angeklemmter Autobatterien strafenderweise zum Vibrieren bringen. Spätestens jetzt müsste man fliegen können. Die bunten Aras am Ufer können wenigstens das Weite suchen.

Streng nach Fahrplan

Amazonas heißt der Strom, der 12-mal wasserreicher ist als der Mississippi, allerdings erst nach dem Verschmelzen von Ucayali und Marañón, kurz vor Iquitos, dem die Gummibarone vergangener Jahrhunderte zu Reichtum verholfen haben. Der bröselnde Charme mächtiger Kolonialgebäude wie das Eiserne Haus, von Eiffel konstruiert und in Einzelteilen hergeschifft, würde auch

amazonien ist zugleich ein lebensraum für die Menschen: rund 320 unterschiedliche indigene Bevölkerungsgruppen leben hier, häufig noch auf sehr traditionelle art und Weise.

ohne vier Tage sanftes Schaukeln verblüffen. Bis heute enden alle Straßen rund um Iquitos nach 50 Kilometern. Die Holzstelzenbauten unten am Fluss werden in einigen Monaten wohl wieder unter Wasser stehen, wenn die Hochwässer des Winters kommen. Wasser gibt’s jedenfalls genug, bis zu 220.000 Kubikmeter pro Sekunde im Normalfall. Bis Iquitos können es sogar Hochseeschiffe schaffen, ist der Fluss doch ab hier mindestens 30 Meter tief. Erst ab Tabatinga, der brasilianischen Grenzstadt zu Peru, ermöglichen mehrstöckige Linienschiffe zweimal wöchentlich ein paar geruhsame Tage bis Manaus, meist sogar streng nach Fahrplan. Doppelt so teuer, aber viermal so schnell – mit Glück erwischt man die Voyager IV, eines der besten Boote am Strom, die bereits Aircon, Sat-TVFußball aus dem Maracanã-Stadion von Rio, leckere Buffetmahlzeiten und viel Platz für die eigene Hängematte am Zwischendeck bieten kann. Bis Manaus ist der lehmige Solimões, wie der Amazonas hier heißt, ein „weißer“ Fluss und damit fast moskitofrei. Längst sind die Ufer kilometerweit entfernt. Von ursprünglicher Vegetation kann keine Rede mehr sein, aller Touristenpropaganda in Manaus zum Trotz. Kurz vor der Millionenmetropole, bei den ersten schwimmenden Tankstellen, beginnt die Verschmelzung mit dem „schwarzen“ Rio Negro, eine klare Trennlinie zwischen verschiedenfarbigen Wassermassen ist hier erkennbar. Bis zur neuen Farbe wird es dauern. Mañana vielleicht. Oder auch nicht. Der Amazonas hat Zeit.


Travel-lounge

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Malende Elefanten und Puffreis mit Kokoszucker Mit der Reisbarke durch Zentralthailand.

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Von Rainer Heubeck


TRAVEL

einem Konvoi verbunden, der voll beladen flussabwärts schwamm – und nur eine davon hatte einen Motor“, berichtet Chaiya Rungrojana. In der Nebensaison, wenn keine Touristen kommen, arbeitet er nicht als Kapitän, sondern als Elektriker. Nun hat er von der Anlegestelle am Prasat-Tempel in Ayutthaya abgelegt und fährt einen Seitenarm des Flusses Chao Phraya entlang. Es ist ein gemächliches Tuckern, und da es am Ufer viel zu sehen gibt, bleibt niemand in seiner Kabine, sondern alle Gäste sitzen oder stehen auf dem Deck. Pipith

Kaewta, unser thailändischer Reiseführer, ist vorerst nicht ansprechbar – fasziniert blickt er durch den Sucher seiner Kamera und späht nach Störchen, Reihern und anderen Vögeln, die über den Fluss gleiten oder auf Bäumen und in den umliegenden Wiesen zu entdecken sind.

Elephant Stay

Zwei Stunden später legt die Thanatharee das erste Mal an. Die Mitarbeiter der Crew, sie fungieren als Köche und Matrosen gleichermaßen, hieven Fahrräder an Land.

Fotos: Tourism Authority of Thailand (2)

Was für ein rascher Szenenwechsel: Noch vor zwei Stunden haben wir alte Tempel und Buddha-Statuen bewundert, nun balancieren wir über ein schmales Brett auf ein dunkelbraun glänzendes Teakholz-Boot. Seit mehr als zehn Jahren ist die Thanatharee, ein Holzboot, das schon über sechzig Jahre alt ist, nun für Touristenausflüge im Einsatz. Und seit dem Jahr 2008 ist Chaiya Rungrojana ihr stolzer Kapitän. „Diese Boote hier werden Barken genannt. Sie wurden ursprünglich für den Reistransport gebaut. Früher hat man mehrere solcher Barken zu

Info Beste Reisezeit: November bis Mai, in dieser Zeit liegen die Temperaturen meist zwischen 25 und 35 Grad Celsius, wobei der Dezember in der Regel der kühlste Monat ist und es im Mai bereits recht heiß werden kann.

Die beste Zeit, um die Floating Markets zu besuchen, ist zwischen 6 und 9 Uhr. Später sind mehr Touristen als Einheimische unterwegs. Auf manchen Longtailbooten sind ganze Garküchen untergebracht.

Reisbarkenfahrt und Village Experience Tour: Mit der Reisbarke Thanatharee werden verschiedene Flussfahrten ab Bangkok und ab Ayutthaya angeboten. Infos dazu finden sich unter www.thanatharee.com. Organisator der Touren ist das Educational Travel Center (ETC), 21/8 Krungthonburi Road, Klongtonsai, Klongsan, Bangkok 10600, Tel. +66/2440197182, www.etc.co.th. Die im Text beschriebene Village Experience Tour kostet rund 230 Euro pro Person.

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Noch kurz die Sattelhöhe eingestellt, „Achtung Linksverkehr“, ermahnt Pipith Kaewta – und fährt los. Es ist eine Fahrradtour zum Schauen und Schmecken – kein Geschwindigkeitsrausch. Stattdessen halten wir an, wenn es am Wegesrand etwas zu sehen gibt, etwa eine kleine Manufaktur, in der aus Lehm und Reisspelzen Backsteine hergestellt werden. Ökologisch bauen à la Thailand. Kurz darauf fahren wir weiter, auf verkehrsarmen Nebenstraßen. Und auch wenn Pipith Kaewta zwischendurch noch den einen oder anderen Vogel entdeckt – im Mittelpunkt stehen heute nicht die gefiederten Tiere, sondern mehr als fünfzig Dickhäuter, die wir im Elephant Stay antreffen. Der „Elephant Stay“ ist kein Disneyland, in dem die Elefanten vor allem gehalten werden, um Touristen zu bespaßen und um Reitausflüge zu unternehmen, sondern eine Mischung aus Elefantenaltersheim, Elefanten-Zuchtprogramm und Asyl für verhaltensauffällige Elefanten. Viele von ihnen wären getötet worden, wenn sie hier keinen Platz bekommen hätten. Seit das Zuchtprogramm im Jahr 2000 begonnen hat, sind bereits über vierzig Elefantenbabys hier geboren worden. Wir sehen einige davon – wobei diese von ihren Müttern argwöhnisch beäugt werden, sobald wir uns ihnen nähern. Das Elephant-Stay-Projekt ist darüber hinaus auch eine Zeichenschule für Elefanten. Die von den Tieren geschaffenen Bilder werden, je nach Kunstfertigkeit des Dickhäuters, für drei- bis vierstellige Dollarbeträge verkauft. 16

Seit dem Jahr 2000 gibt es den elephant- Stay. Mehr als 40 elefantenbabys sind hier bereits geboren worden. Man kann auch mehrere tage beliben, sodass ein engerer Kontakt mit den elefanten möglich ist.

Nach dem Füttern der Elefantenbabys sind auch wir hungrig – das Abendessen wird auf der Reisbarke serviert, typisch thailändisch, doch die Schärfe ist für uns Touristen leicht reduziert. Ein guter Zeitpunkt, mehr über den Werdegang unseres Kapitäns zu erfahren. „Meine Eltern“, so berichtet Chaiya Rungrojana, „haben früher auf einer Reisebarke gearbeitet, allerdings nicht auf dieser. Als Kind war ich häufig mit an Bord und bin den Strom mit auf und ab gefahren. Meine Kapitänsprüfung habe ich dann im Jahr 2008 gemacht, damals war ich 44 Jahre alt“, fährt er fort. Das Schwierigste an seinem Job, so sagt er, seien unübersichtliche Kurven. „Wenn eine Flussbiegung kommt,

Elefantenprojekt und Elefantenkunst: Im Elephant Stay-Projekt sind auch mehrtägige Aufenthalte möglich, die einen engeren Kontakt mit den Elefanten erlauben (elephantstay@elephantstay.com,Tel. +66/8006687727, www.elephantstay.com). Die Preise (ab 300 Euro, inklusive Übernachtung und Verpflegung) sind abhängig von der Jahreszeit und von der Aufenthaltsdauer. Auf der Website www.elephantart.com können von Elefanten gefertigte Zeichnungen online angesehen und gekauft werden. Infos: Thailändisches Fremdenverkehrsamt, Repräsentanz Österreich, Heumühlgasse 3, 1040 Wien, peter.herold@chello.at, +43/1 585 24 20, www.thailandtourismus.de

muss ich als Kapitän den Verlauf des Flusses ganz genau kennen. Und ich muss auch wissen, welche anderen Schiffe unterwegs sind und ob sie mir in oder nach der Kurve entgegenkommen. Deshalb halte ich per Funk Kontakt zu den anderen Kapitänen, die am Fluss unterwegs sind – dann weiß ich, wie sie kommen und welchen Abstand ich halten muss.“

Mönchsspeisung

Die Kajüte in der gut zwanzig Meter langen Reisbarke ist klein, wird aber abends auf angenehme Temperaturen heruntergekühlt. Nachts fährt die Barke nicht weiter, sondern ankert. Wir verbringen eine ruhige Nacht auf dem Pasak-Fluss, die früh zu Ende geht, weil bereits in der Morgendämmerung knatternde Motorboote auf dem Fluss unterwegs sind. Doch das ist gut so – denn heute will Pipith Kaewta mit uns zur Mönchsspeisung gehen. Die wenigen Mönche, die im Sri-Champa-Tempel nahe unserer Anlegestelle leben, ziehen jeden Morgen durch das Dorf. Viele Einwohner spenden ihnen Nahrungsmittel, denn sie glauben, dass ihnen das selbst Glück bringt. Pipith Kaewta hat eine Schale Reis sowie Getränke- und Konservendosen mitgebracht. Und so stehen auch wir nicht mit leeren Händen da, als drei orange gekleidete Männer im Gänsemarsch auf uns zukommen. Die drei Mönche sind kahl geschoren und laufen barfuß. Jeder hat sich eine Schüssel umgehängt, die mit orange-braunem Stoff überzogen ist. Mit einer kleinen Verbeugung spenden wir

Fotos: Fotolia, elephantstay

Bis 1760 war die Königsstadt ayutthaya die Metropole Siams. Meist wandelt man auf 700 Jahre alten Fundamenten dahin. Buddha ist allgegenwärtig.


travel

Reis und die Konservendosen. Die drei Mönche bedanken sich mit einem Sprechgesang – und ziehen im Gänsemarsch weiter.

Kokoszucker und Karamell

Nicht weit vom Tempel entfernt treffen wir eine Familie. Monoton und dumpf tönt das Aufprallen des Stößels, mit dem eine ältere Frau wieder und wieder in ihren Mörser stampft. Sie zerkleinert trockene rote Chilischoten. Denn Chilis sind Grundlage vieler thailändischer Gerichte. Auf Nachfrage verrät sie ihr Currypasten-Rezept. „Ich nehme zerstoßenen roten Chili, den brate ich in Pflanzenöl an. Dann gebe ich Knoblauch, Schalotten, Tamarindensaft, Salz, Palmzucker, Fischsoße und angebratenes Schweinefleisch dazu.“ Dass Thais nicht nur scharfe Gerichte lieben, sondern auch Leckermäuler sind, erfahren wir kurze Zeit später: Im Ort Nakorn Luang besuchen wir einen Klein-

betrieb, in dem Naschereien hergestellt werden. Die Süße kommt dabei weder von Honig, noch von Rohr- oder Rübenzucker. Nein, die Puffreis-Nuss-Cracker gelingen am besten, wenn Kokoszucker verwendet wird – eine Zuckersorte, die aus dem Saft der Kokospalme hergestellt wird und die ein sehr feines Karamellaroma hat. Zusammen mit Kokosmilch wird der Kokoszucker zwei Stunden lang in der Pfanne erhitzt – dann kommen Puffreis, Erdnüsse, Sesamkörner und Cashewkerne dazu, später noch Zitronensaft. „Der Zitronensaft macht die Süßigkeit, die wir Krayasat nennen, besonders knusprig“, berichtet eine der Herstellerinnen. Natürlich kaufen wir ihr gleich ein paar Päckchen ab. Diese nehmen wir mit auf die Reisbarke, die am späten Vormittag auf uns wartet. Sie bringt uns zurück zum Ausgangspunkt unserer Reise – in die historische Königsstadt Ayutthaya.

egal ob ananas, wilde Ur-Bananen, Kokosnuss oder tropische Fruchtspezialitäten wie Karambole, Durian und rambutan – eine schier unglaubliche Früchte-vielfalt bietet man in thailand an.

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Der süße Ruf der Hardangerfiedel

Tierschützer aller Länder, vereinigt euch und hört kurz weg! Man traut es sich ja fast nicht laut zu sagen, aber das Wlfschstk hier am Imbissstand des Torget ist so ziemlich das Beste, was ich in letzter Zeit gegessen habe. Die Norweger sind ja ohnehin ein ganz eigenes Völkchen, darum lassen sie es sich auch bei den Fangquoten von niemandem hinein18

sagen. Wie zum Beweis trägt ein Fischverkäufer ein T-Shirt mit der schreienden Aufschrift „Eat more whales!“. Auf dem Markt von Bergen trieft der Zahn in einer Tour: Von Steinbutt bis Stockfisch, von Lachs bis Langusten, von Seeigel über Jakobsmuscheln bis Kaviar gibt es hier alles, was des Connaisseurs Gaumen

Fotos: visitnorway.com, Fotolia

Stübing am Fährhafen. Die Wachau am Fjord. Der Toplitzsee an der Gletscherzunge. In und um Bergen ist es fast wie bei uns. Bis auf das Wlfschstk. Von Michael Tschida


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Seit 1979 steht das Hanseviertel Bryggen mit seinen etwa 60 Gebäuden auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO und gilt als bedeutendste historische Sehenswürdigkeit Bergens.

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Hohe Gebirgszüge, karge Fjelllandschaften, beeindruckende Wasserfälle und riesige, klare Fjorde – das ist Norwegen, europas größter Naturpark. Das einstige Wikingerland ist ein reiseziel für Naturliebhaber und Freunde des weniger heißen Klimas.

Norwegen – Land der Superlative Hardangerbrücke: Mit 1.310 Metern Bogenspannweite ist sie eine der längsten Hängebrücken der Welt. Sie überspannt den Hardangerfjord in Westnorwegen. Das älteste profane Holzgebäude Skandinaviens ist das Vindlausloftet im Vest-Telemark Museum in Eidsborg. Erbaut wurde es um 1180. Die älteste Holzkirche im Norden ist die Stabkirche von Urnes, um 1100 erbaut. Der Fjærlandstunnel ist der einzige Tunnel der Welt, der unterhalb eines Gletschers entlangführt.

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begehrt. Und umrankt ist diese kulinarischste aller Touristenfallen von Standln mit Plüsch-Elchen, Rentierfellen und Norwegerpullis. Die Nachmittagssonne muss von Fujicolor gesponsert sein. Drüben, am Ende des Hafenbeckens Vågen, strahlen die Fassaden des Viertels Bryggen in ihrem prächtigsten Rostrot, Weiß, Orange. Die wohl bekanntesten Holzhäuser Norwegens, ab 1343 Wohnund Lagerräume der hanseatischen Kaufleute, sind „nur“ etwas älter als 300 Jahre alt. Denn 1702 fraß ein Großbrand die Gebäude weg. Bald originalgetreu wieder aufgebaut und von einem weiteren Feuer 1955 fast wieder vernichtet, ist das Viertel heute UNESCO-Kulturerbe. In das Gässchenwinkelwerk zwischen den 62 verbliebenen Bryggen-Häusern mit erlesenen Restaurants und Geschäften kann man sich gut vor dem Regen flüchten. Böse Zungen behaupten ja, man komme in Bergen, der regenreichsten Stadt Europas, pro-

phylaktisch mit Schwimmhäuten zur Welt. Dennoch ist die 260.000-Einwohner-Metropole des Fjordlandes, in der es zur Sicherheit sogar Regenschirm-Automaten gibt, eine der schönsten Städte Skandinaviens. Auch wegen seiner Paradiese ringsum. Das wunderbarste ist wohl der Hardangerfjord. Auf den Buckeln von unermüdlich die Wellen pflügenden Fähren kreuzen wir mit dem Leihwagen das Schärenlabyrinth. Am reizvollsten und mit 179 Kilometern zweittiefsten Fjord Norwegens staunen wir nicht schlecht: wie in der Wachau! Rechts von der Straße starren schroffe Berggipfel und schießen die Sprühregen der Wasserfälle, links stehen bis hinunter zu den sanften Ufern Hunderttausende Apfel-, Birnen- und Zwetschkenbäume, und bei jeder zweiten Hofeinfahrt locken Kisten mit Kirschen zur Selbstbedienung, „Scheinwerferkörbchen“ dienen als Bezahlstelle. Eifrig den Boden kultivierende Zisterziensermönche aus dem 13. Jahrhundert glaubten an diesen Garten Eden


Hotel Hochschober 9565 Turracher Höhe 5 Tel. +43 (0) 4275/82 13, Fax 83 68 www.hochschober.com urlaub@hochschober.com www.facebook.com/hotel.hochschober

MUSIZIEREN, ZUHÖREN, LESEN UND MEHR Rund ums Jahr gestaltet das Hotel Hochschober auf der Turrach für seine Gäste ein inspirierendes Inklusivprogramm. Jeden Tag steht etwas Neues auf dem Plan. im rauen Nordland, das ungewöhnlich milde Klima bestätigt sie bis heute. Vorbei an der Holzkirche von Jondal, wegen ihrer Größe auch Hardanger-Kathedrale genannt, gelangen wir über einen idyllischen Almweg zu einem Bergsee, der wie der Toplitzsee anmutet, nur dass die Zungen des Folgefonna-Gletschers herunterlecken. Und später sitzen wir beim wohlverdienten Picknick auf einer Wiese des Freilichtmuseums von Utne, das wiederum fast wie Stübing anmutet, nur dass vor unseren Füßen dauernd Fähren Autos spucken und schlucken. Zwischen einer Rauchlochstube aus dem Mittelalter, den Stabburen in Blockbauweise und der Schiefertafel im alten Schulhaus begleitet uns der süße Ruf der Hardangerfiedel und erinnert uns daran: „Gresset er grønt der hvor man er, hvis man bare husker å vanne det“ – „Das Gras ist dort grün, wo man ist, wenn man nur daran denkt, es zu genießen“.

Selber musizieren oder zuhören. Im-

mer wieder kommt es vor, dass Gäste fragen, ob sie ihr Musikinstrument zum Üben mitbringen können. Für Martin Klein, selbst ein begeisterter Hobbymusiker, war das der Anlass, ein eigenes Musizierzimmer einzurichten. Wer kein Instrument dabei hat, findet auf drei Etagen im Turm im Alpenpark ein Klavier, ein Saxophon, mehrere Gitarren und ein elektronisches Schlagzeug mit Kopfhörern. Wer lieber zuhört, darf sich auf einige besondere Termine freuen: Am 15. Oktober liest Johannes Silberschneider unter dem Motto „Kopfibaloch – Lyrik und Tschäss“ Mundartgedichte von Herms Fritz, dem bekannten Grafiker, Musiker und Dialektautor aus der Steiermark. Für den passenden musikalischen Rahmen sorgt die Combo „Stub’n Tschäss“. Florian Weber, Schlagzeuger der bekannten deutschen Gruppe „Sportfreunde Stiller“, liest am 29. Oktober im Wortreich aus seinem fantasiereichen Roman „Grimms

Erben“. „In Frack und Lederhose“ heißt die Biografie, die Maria Großbauer über ihren Vater Karl Jeitler, seit 1974 Posaunist bei den Wiener Philharmonikern, geschrieben hat. Beide sind am 12. November im Wortreich zu Gast und erzählen über die vielseitigen Aspekte eines Musikerlebens. Yoga am Berg

Vier international erfahrene Yogalehrerinnen stellen vier verschiedene Yogastile vor. Mit drei Einheiten am Tag für Einsteiger und für Geübte; 2. bis 29. November Kundalini Yoga und vegane Küche stehen zum Jahresausklang vom 30. November bis 6. Dezember auf dem Programm. Wohnen und genießen

Eine Übernachtung im Hotel Hochschober kostet bis 6. Dezember 2014 ab 144,– Euro pro Person im Doppelzimmer Klassik (So.– Fr.) bzw. ab 168,– Euro pro Person im Einzelzimmer (So.–Fr.). Im Preis sind über 100 Leistungen inkludiert.


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1) The Ritz-Carlton, Abama. Der Platz im Südwesten

der Insel bietet eine Kombination aus anspruchsvollem Golfplatzdesign und einen hinreißenden Blick auf das Meer und La Gomera. Nach der Neuübernahme des Resorts vor einigen Jahren ist es äußerst gepflegt, und das Essen im Hotel ist ein Hit. Wer auf dem Abama Course abschlägt, wird sportlich durchaus gefordert, denn aufgrund der erhöhten Lage macht einem der Wind gerne einen Strich auf die Scorecard. Beim Besuch der Anlage ist es ratsam, im Hotel einzuchecken, denn wer nicht im Resort logiert, zahlt für das Greenfee satte 200 Euro.

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nmitten der imposanten Naturwelt der Kitzbüheler Alpen liegt das 4-Sterne-Superior Hotel „Elisabeth“ in Kirchberg. Im ehemaligen Bauernhof ist die Tradition spürbar. Kombiniert mit Eleganz und Komfort findet man hier eine Oase der Entspannung. Der Spa-Bereich erstreckt sich über drei Etagen und findet im dritten Stock den Höhepunkt: Ein Panoramahallenbad bietet einen unglaublichen Ausblick auf die Alpen. Mit natürlichen Produktlinien aus Traube und Steinöl wird man hier verwöhnt. Neue Kraft tanken: Die Bergwanderführer im Hotel gehen täglich mit den Gästen auf Erkundungstour. Während im Sommer wunderschöne Wanderrouten und Golfplätze direkt vor dem Hotel begeistern, führt im Winter die Piste bis zur Hoteltür, zwei Gondelbahnen bringen den Skifahrer geradewegs ins Skigebiet Kitzbühel oder in die Skiwelt Wilder Kaiser Brixental. Kulinarisch steht man auf eigenen Beinen: mit der zum Hotel gehörenden Landwirtschaft, die vom Hausherrn Hans Walch selbst betrieben wird. Seit 2010 ermöglicht die Schaukäserei Kasplatzl mit Almselche, die ebenso zum Familienbetrieb gehört, verschiedene Käsesorten, frische Almbutter und viele weitere Milchprodukte im Hotel zu veredeln. Das kulinarische Angebot wird durch eine Hofkonditorei abgerundet. Angebot: Für einen Kennenlern-Kurzurlaub bietet sich das „Blind Date“ an. Drei Tage mit erweiterter Genusspension, Spaund Aktivprogramm, Zugang zum „Elisabeth Spa“ u. v. m. für 178 Euro im Komfortzimmer.

liegt diese Anlage mit einem 18-Loch- und einem 9-LochPlatz, ebenfalls direkt am Meer, d. h. mit super Aussicht bis zur Nachbarinsel. Kennzeichnend für die Plätze ist ihre recht offene Architektur. Was allerdings bedeutet, dass man sich auch hier auf reichlich Wind einstellen muss. Insel liegt, punktet durch abwechslungsreiches Design und einen ebenfalls wunderbaren Meeresblick. Für alle, die schon beim Gedanken an Wasserhindernisse den Schläger fester umklammern, ist die Anlage eine echte Herausforderung, denn die Fairways sind mit vielen Wasserstellen samt Wasserfällen gespickt. Entspannung ist dafür aber auf der superschönen Clubhausterrasse garantiert!

Links: „Costa Adeje” mit seiner offenen Architektur: www.golfcostaadeje.com Unten: Bunker auf dem BuenavistaGolf-Course. www.buenavistagolf.es

Fotos: The Ritz-Carlton, Abama, Golf Costa Adeje, Buenavista Golf

3) Buenavista Golf. Der Platz, der im Nordwesten der

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2) Golf Costa Adeje. Südlich des Abama Golf Course


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Timeline 1963. Aufnahme von Graz in das innerösterreichische Flugnetz. Tägliche Verbindung Wien – Graz – Klagenfurt 1966. Anbindung an das internationale Flugnetz mit der Destination Graz – Linz – Frankfurt 1969. Errichtung des neuen Flughafengebäudes und der Flugsicherungsanlagen. Die Piste wird auf 2.000 Meter verlängert 1975. Die erste AUA DC-90-51 erhält den Namen „Graz” 29. März 1981. Die Concorde landet vor 35.000 Zusehern in Graz 20. April 1985. Das neu errichtete Frachtgebäude wird seiner Bestimmung übergeben.

100 Jahre

Flughafen Graz – Wirtschaftswunder & Krisen Mittlerweile ist es auch schon wieder 100 Jahre her, dass der erste Aeroplan in Graz startete. Eine kurze Geschichte des Flughafens Thalerhof in vier Vierteln. Von Peter Seebacher

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Am 15. Mai 1955 wird der Staatsvertrag unterzeichnet, und Österreich ist wieder frei, wie der damalige Kanzler Leopold Figl, phonetisch originell, vom Balkon des Belvedere verkündet. Damit ist die Republik nicht nur wieder Herr im eigenen Haus, sondern auch im Besitz der Lufthoheit. Damit das auch so bleibt, wird der Thalerhof Stützpunkt des ersten Düsenflugzeuges mit österreichischem Hoheitszeichen. Die „De Havilland Vampire“ ist zwar schon einigermaßen in die Jahre gekommen, aber immerhin wird über das Thema Spritkosten beim Bundesheer noch nicht ernsthaft diskutiert. Auch die Sportfliegerei wird wieder flügge am Thalerhof, und die rechte und linke Reichshälfte gründen jeweils eine Flugschule. Hie die „rote“ ASKÖ-Fliegerschule, da die „schwarze“ Motorflug-Union. Auch die kommerzielle Luftfahrt kommt langsam wieder in die Gänge. 1957 geht die Austrian Airlines aus dem Zusammenschluss der „Airaustria“ und der „Austria Airways“ hervor. Auch die beiden Fluggesellschaften sind tief im Parteienproporz verankert, mit dem kleinen Schönheitsfehler, niemals ein Flugzeug besessen zu haben. 1958 startet die AUA den Linienflugbetrieb – nunmehr mit eigenem Flugzeug, wie hier angemerkt sei –, und ab 1963 gibt es eine tägliche Verbindung Wien – Graz – Klagenfurt. 1966 kommt die erste internationale Verbindung nach dem Krieg, die Strecke Graz – Linz – Frankfurt, dazu. Die Flugzeuge tragen noch put-


VERWÖHNPROGRAMM DER EXTRAKLASSE

1981 landete die Concorde vor 35.000 begeisterten Zusehern in Graz.

Fotos: Flughafen Graz/Herget

Mit einer Thermenlandschaft auf über 20.000 m2 bietet das TAUERN SPA Zell am See – Kaprun Erholung auf höchstem Niveau.

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zige Namen wie „Edelweiß“ oder patriotische wie „Steiermark“ und verhelfen, neben Ganghofer-Verfilmungen und der Sissi-Trilogie, der waidwunden Volksseele zu neuer Identität und zu neuem Selbstvertrauen. 1969 dann ein echter Höhepunkt in der an Sensationen armen Zeit. Die Queen, samt Prinzgemahl Philip und Prinzessin Ann, beehrt die Landeshauptstadt mit ihrem Besuch und entsteigt einer viermotorigen „Vickers Viscount“. Zuvor gilt es aber noch erhebliche politische Verwerfungen abzuwettern. 96 Einsätze in 24 Stunden fliegt das am Thalerhof stationierte Überwachungsgeschwader, nachdem Truppen des Warschauer Pakts behufs Niederschlagung des Prager Frühlings im August 1968 in der Tschechoslowakei einmarschiert sind. Das Fluggerät ist eine Saab J-29, ob ihrer markanten Form auch „Tonne“ genannt. 1969 werden der neu erbaute Tower seiner Bestimmung übergeben und die Piste auf 2.000 Meter verlängert. Das Aufkommen steigt stetig an: Waren es im Jahre 1966 noch überschaubare 21.714 Passagiere, so überschreitet man 1977 erstmalig die magische 100.000er-Marke. Vier Jahre später ein weiteres Highlight in den Annalen des Thalerhof: Das erste Überschallpassagierflugzeug der Welt, die französische Concorde, landet unter dem Beifall des zahlreich erschienenen Publikums in Graz. Das Zeitalter des grenzenlosen Reisens rund um den Erdball scheint zum Greifen nah. Auch diese schöne Illusion endet im Juli 2000 auf tragische Weise, als eine Concorde nach dem Start vom Flughafen Paris-Charles de Gaulle abstürzt und alle 109 Passagiere ums Leben kommen. Mit dem Flughafen Graz geht es aber weiter bergauf. 1988 werden erstmals mehr als 35 Flugbewegungen pro Tag verbucht, und im selben Jahr sind es mehr als eine Viertelmillion Fluggäste, die am Thalerhof abgefertigt werden.

as zur VAMED Vitality World gehörende 4*-Superior Resorthotel TAUERN SPA Zell am See – Kaprun, welches bereits zum dritten Mal als Europe’s Leading Lifestyle Resort ausgezeichnet wurde, zählt zu den Hotspots für eine Auszeit vom Alltagsstress. 10 Saunen und Dampfbäder der SPA Wasser& Saunawelt, ein Fitnessbereich, das Alpin Vital SPA & Kosmetik sowie 5 Restaurants und Bars sorgen für einen unvergesslichen Aufenthalt. Der Küchenchef verwöhnt seine Gäste sowohl morgens als auch abends mit internationalen Köstlichkeiten und regionalen Schmankerln. Eine täglich kostenlos mit alkoholfreien Getränken gefüllte Minibar, Frontcooking, Schaukochen und Weinverkostung runden das kulinarische Angebot ab. Ein besonderes Highlight ist der exklusive Hotel Panorama SPA mit gläsernem Skylinepool im 3. Stock des Resorts mit direktem Blick auf das Kitzsteinhorn. Die spektakulären Panoramasaunen Adlernest und Alpenzauber wie auch das Dampfbad Bergidyll laden zum Genießen ein. Die perfekte Möglichkeit dazu bietet das Paket „Meine Auszeit“ ab € 541,–/Person. Bei einem 4-tägigen Aufenthalt im DZ Premium können Gäste das umfassende Verwöhnangebot im gesamten Leistungsumfang genießen. Zusätzlich lässt das inkludierte Anwendungspaket „Meine Auszeit“ mit Entschlackungspeeling, Körperpackung und Relax Kräuterstempel-Behandlung keine Wünsche offen.

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Es wird mit Recht ein guter Braten gerechnet zu den guten Taten. Wilhelm Busch

Hagebutten haben Hochsaison „Hetschipetsch” haben wir früher dazu gesagt, besser bekannt sind sie wohl unter der korrekten Bezeichnung Hagebutten. Abgesehen davon, dass sie als Herbst-Deko wunderbar zur Geltung kommen, lassen sich die Vitamin-C-Bomben auch als Marmelade oder Chutney einkochen. Achtung, das Fruchtfleisch am besten nach dem Kochen durch die Flotte Lotte schicken – wegen der Samen, die dann zurückbleiben. Dass jene sich hervorragend zur Herstellung von Juckpulver eignen, erzählen wir jetzt aber nicht weiter, gell? Hagebutten-Apfel-Marmelade unter www.ichkoche.at

Best of Buch KÄSE UND KUNST. Mit der Fromagerie zu Riegersburg führt Bernhard Gruber, ein gebürtiger Lungauer, in Riegersburg die 1. Käsereifungs- und Käsekunstwerkstatt Österreichs. Gleich hinter dem Verkaufsraum (oh, welche Aromen!) reifen ausgewählte Käse aus ganz Österreich zur Blüte. Wer etwas besonders Reifes oder Extravagantes will, wendet sich an den begnadeten Affineur! www.thecheeseartist.at

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ALLES WHISKY. 30 Aussteller aus aller Welt präsentieren anlässlich der 2. Whisky& Rum-Messe ihre Spezialitäten. Am Stand von Dr. Bottle SCARIA, dem Fachgeschäft für Whisky, Rum und Premiumspirituosen, freut man sich auf Ihren Besuch. whisky-rum.at

Vom Käsekönig bis zur Rache des Maisgottes. Michael Langoth hat sich nach seinem mehrfach ausgezeichneten Band „Mekong Food” wieder auf eine fantastische Entdeckungsreise begeben. Er porträtiert die Landschaft der Po-Ebene und ihre Menschen und präsentiert detailverliebt die authentische Küche der Region – eine faszinierende Begegnung voller Überraschungen. Edition Styria, 39,99 Euro.

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TRÜFFEL UND VANILLEEIS Bis Ende November steht die kroatische Adria-Halbinsel Istrien ganz im Zeichen der berühmten weißen Trüffel. In Livade lädt man im Trüffelrestaurant Zigante an jedem Wochenende vom 21.9. bis 2.11. zu den Trüffeltagen. Auch an der Trüffelsuche mit Hunden kann man teilnehmen: sajamtartufa.com, www.istria-gourmet.com


TAS T E

BLAUFRÄNKISCH & BARRIQUE. Man spürt Grafit- und Rauchnoten und erfreut sich an einem langen Nachhall: Der elegante und perfekt ausbalancierte „Rabenkropf” vom Weingut Wohlmuth in Fresing ist ein großer Rotwein mit Lagerpotenzial. Der beste Begleiter für Wild, Lamm und Steak. Übrigens: Die Lage Rabenkropf zählt zu den hochwertigsten Einzellagen in Neckenmarkt. www.wohlmuth.at

PRACHTVOLL: PREISELBEEREN Der kraftvoll-herbe Klassiker zu Wiener Schnitzel, Wildgerichten und Maronidesserts aus dem Hause Fink. Wer die Preiselbeeren mit geraspeltem Hokkaido-Kürbis, der vorher in Butter geschwenkt wurde, mischt, hat eine schnelle, köstlich-fruchtige Wild-Beilage. 13,70 Euro, www.finks-haberl.at

BESUCH IM BIENENGARTEN. Wenn Renate Polz ihr Imkerinnen-Gen aktiviert, kann nur etwas Besonderes dabei herauskommen: von Akazienblütenhonig mit Apfelminze bis zum Rosskastanienhonig mit Birne. Zuletzt verkostet mit steirischem Camembert. Schmeckt nach mehr! Näheres unter www.polz-garten.at

PROST AUF DEN WALD In der Nase erinnert das edle Getränk an Marzipan, Nuss, Karamell und einen fruchtigen Mix aus Apfel, Birne und Melone. Wer an Wein denkt, liegt völlig falsch. Rund 50 Kilogramm Tannenwipferl wurden gesammelt, um daraus ein Waldbier zu brauen. www.trumer.at, www.oebf.at

IM ZEICHEN DER OLIVE. Den pikanten Köstlichkeiten verschreibt sich demnächst das verträumte Örtchen Punat auf der Insel Krk. Dabei lädt man nicht nur zum gemeinsamen Olivenpflücken, sondern natürlich auch zum genussvollen Verkosten – sei es beim herzhaften Bauernfrühstück oder beim abendlichen Festessen. 10.–12. Oktober 2014. www.kvarner.hr

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Mayonnaise mit Moos Wie man Grenzen auslotet und Genuss neu definiert, zeigen die zwei Freestyle-Naturköche Luisa Martini und Valentino Brienza. Von Daniela Gross

Haben Sie schon mal was von knuspriger Milch gehört? Und wissen Sie, dass man Reh mit Sägemehl aromatisieren kann? Und gehen Sie gern in den Wald? Wenn Sie die ersten zwei Fragen mit „Nein“ und die letzte mit „Ja“ beantworten können, gehören Sie unbedingt zu den ersten Adressaten des druckfrischen Kochbuchs von Luisa Martini und Valentino Brienza „Moos Fisch Rinde Blatt“. Auch wenn die individuellen Kreationen den Gedanken nahelegen, richten sich die Autoren nicht an Kollegen in der Spitzengastronomie, sondern an Hobbyköche und Naturliebhaber. Die zwei, die zuletzt im Steirereck zauberten und seit Kurzem die Gäste des Luxusliners Sea Cloud bekochen, wollten kein gewöhnliches Thema für ihr Kochbuch wählen. „Das Hauptaugenmerk sollte auf den Produkten liegen, die die Natur uns schenkt“, betont Luisa

Martini. „Und die Rezepte sollten zum Nachkochen anregen. Wir haben alles in unserer wirklich einfach ausgestatteten Haushaltsküche zubereitet. Es bedarf nicht eines besonderen Equipments oder spezieller Geräte.“ Auf Edelprodukte wurde bewusst verzichtet – viel lieber ging man in den Wald und bediente sich dort. „Gepaart mit einfachen Lebensmitteln, die in jedem gut sortierten Reformhaus, beim Bauern oder im Bioladen zu bekommen sind, entstanden leckere Gerichte. Der Grundgedanke dabei ist: Warum die Produkte von weit her beziehen, wenn das Gute doch so nah liegt?“

Buttermilch, Maishaar, Birkensaft

Mit viel Lust am Experimentieren gingen die beiden Köche daran, Klassiker wie z. B. Löwenzahn, Brennnessel 28

Alle Fotos: Michael Rathmayer

„Die Kombination von Topfen und Holzkohle und von Reh und Sägemehl ist sehr speziell.“


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Luisa Martini: „Wir sind gegen lange Transportwege und setzen daher auf regionale und saisonale Produkte und vor allem auf das, was uns die Natur vor die Haustüre setzt.”

oder Waldmeister zu verarbeiten, jedoch auch innovative Ideen zu generieren wie etwa die Kombination von Topfen und Holzkohle oder von Reh mit Sägemehl. „Wer weiß, wie frisches Sägemehl riecht, kann sich vorstellen, wie gut das Reh schmeckt, mit dem es aromatisiert wurde. Außerdem möchten wir auf fast vergessene Produkte, wie z. B. Urgetreidesorten aufmerksam machen, die im Zeitalter von Allergien und Unverträglichkeiten zeigen, dass es auch Alternativen gibt, da das Angebot und die Vielfältigkeit unglaublich groß sind.“ Zur Rollenverteilung in der Küche: Valentino Brienza ist der Mastermind für Fleisch, Fisch und Beilagen. Luisa Martini wusste bereits mit sechs Jahren, dass sie Konditorin werden will – ihr Part ist der Süßspeisenbereich und die Dekoration. Martini: „Beim Anrichten ist mein Stil eher verspielter, Valentino ist da etwas ,männlicher‘.“ Wer das Buch durchblättert, weiß in Kürze: Als Team sind sie unschlagbar.

Wie man aus Milch Teller macht Luisa Martini und Valentino Brienza haben über Monate hinweg mit Zutaten aus Wald, Wiese, Feld und Wasser experimentiert, um auf ganz neue Geschmacksinspirationen zu kommen. Anhand von 60 kreativ-raffinierten Rezepten zeigen die zwei Jungköche, die im Wiener Steirereck waren und nun auf der Sea Cloud tätig sind, erfrischende Möglichkeiten auf, wie man Abwechslung in den kulinarischen Alltag bringt. Fazit: Man kann praktisch alles verwerten, was in der Umgebung wächst. Die wunderschönen Fotos stammen von Michael Rathmayer. Styria, € 39,99.

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Röseler

Blaugelbe stein

Patate Verray e

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Wertschätzung schafft Wertschöpfung Er hat das „Kartoffeltaxi“ erfunden, schärft die Sinne seiner Kunden und denkt viel über die kulinarische Zukunft nach: Der Oststeirer Freddy Christandl ist Genusstrainer in der Schweiz. Von Daniela Gross

Der Biobauernhof der Familie Heinrich liegt auf 1.032 Metern Höhe im Albulatal. Mitten im Herzen von Graubünden. Der Boden ist mit Steinen durchsetzt, aber die rund 30 alten Sorten von Bergkartoffeln gedeihen prächtig. Freddy Christandl hat Blaue Schweden, Violette Russen und Parli in der Hand. Letztere ist eine seiner liebsten und eine der ältesten – seit 250 Jahren gibt es sie schon. Ihr maroniartiger Geschmack und ihr Duft nach Artischocken haben ihn schon früh gefangen genommen. Die süßlich-buttrige Corne de Gattes kommt aus Belgien. Sie ergibt eine königliche Rösti.

Kartoffeln mit Charakter

„Als ich Marcel Heinrich kennenlernte, wollte er den Kartoffelanbau reduzieren, weil ihm die Käufer fehlten“, erzählt Christandl. „Ich hab ihm 2,5 Tonnen abgekauft und sie in meiner Garage in Schindellegi gelagert. Nachdem ich befreundeten Kochkollegen Bergkartoffeln zum Probieren mitgegeben hatte, wollten sie mehr davon.“ Die hohe Qualität und der einzigartige Geschmack haben dazu geführt, dass Schwei-

Highland Burgundy Red

zer Spitzenköche inzwischen sogar die kleinen Knollen kaufen, die Marcel Heinrich ursprünglich an seine Kühe verfütterte. „Die Mini-Kartoffeln eignen sich bestens für Amuse-Bouches“, freut sich der Genusstrainer, der die Köche im Umgang mit den genialen Knollen auch schult. Einen wesentlichen Schritt setzte Christandl schließlich mit einer innovativen Logistik-Idee, denn in der Auslieferung an die Kunden liegt ein entscheidender Faktor für die Wirtschaftlichkeit. „Lastwagen, die Waren ins Albulatal bringen, nehmen auf der Rückfahrt Bergkartoffeln mit und bringen sie ins Zwischenlager. Von Schindellegi nehmen ,Kartoffeltaxler‘, also Pendler, die nach Zürich zur Arbeit fahren, die Kartoffeln mit zu den Privatkunden.“ Marcel Heinrich konnte nichts Besseres passieren, denn während er früher zu 80 Prozent auf Subventionen angewiesen war, kommt sein Einkommen jetzt zu 80 Prozent aus der Produktivität. „Und diesen Wert wollen wir noch erhöhen“, so Christandl, „demnächst fängt Marcel an, eigene Saatkartoffeln zu produzieren.“

Zum Großteil werden die Bergkartoffeln händisch geerntet. Dank des Vertriebskonzeptes des Freddy Christandl.

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Dass Christandl mit dem innovativen Kartoffelprojekt seine nachhaltige Mission noch nicht beendet hat, liegt in der Natur des kulinarischen Vordenkers. Die besondere Rasse des Sulmtaler Hendls habe ihn inspiriert, sagt er – seit Kurzem kooperiert er mit Bauern, die auf sein Anraten hin „anständige Poulets“ züchten. Die „Edelhühner aus den Bündner Bergen“ leben sechs Monate, während Billigpoulets oft schon nach fünf bis sechs Wochen geschlachtet werden. Dass die Edelhühner Biofutter bekom-

Fotos: Franca Pedrazzetti & Beat Brechbühl

Ein Herz fürs Huhn


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Echt und ehrlich Sie waren 25 Jahre in der Spitzengastronomie tätig. Was hat Sie dazu gebracht, das Metier zu wechseln? Freddy Christandl: Man investiert als Koch so viel Herz und Leidenschaft, bis der fertige Teller beim Gast landet. Ich hatte das Gefühl, dass man den Gästen die Wertigkeit von Produkten wieder in Erinnerung rufen muss.

Blauschalige Bristen

Parli

men, genug Platz haben und immer wieder auf frischen Bergwiesen weiden können, ist für die Beteiligten aus dem Albulatal klar. Christandl: „Auf den Bergwiesen wachsen 50 bis 70 Kräuter pro Quadratmeter. Das heißt, dass dort pro Kräutchen zehn Insekten mehr leben!“ Bis man eines der Edelhühner erstehen kann, dauert es noch. Im Herbst werden unter www.christandl.ch erste Informationen bekanntgegeben, aber ein Klick auf die Website des Genusstrainers zum Zweck der kulinarischen Horizonterweiterung lohnt sich natürlich jetzt schon.

Zur Person Freddy Christandl, im oststeirischen Floing aufgewachsen, wollte bereits als Sechsjähriger Koch werden. Als Lehrling in einem Landgasthaus lernte er u. a. „lange zu arbeiten”– „richtig kochen” brachte man ihm im Fünf-Sterne-Grandhotel Regina in Grindelwald bei. Mit 16 Gault-Millau-Punkten wurden seine Kochkünste im Hotel Chrueg in Wollerau ausgezeichnet. Eine Rucksackreise durch Asien öffnete ihm schließlich die Augen für das Echte und Authentische und sorgte für eine Wende in seinem Lebensweg. Seitdem ist Christandl erfolgreich als Genusstrainer tätig, hält Seminare und initiiert Projekte für nachhaltige Produkte. www.christandl.ch

Was unterscheidet die Bergkartoffel von ihren „Artkollegen“, außer dass man zwischen vier und 15 Franken pro Kilo dafür bezahlen muss? Sie weist aufgrund der ausgereiften Stärke einen hohen Sättigungsgrad auf. Sie reift nach der – meist händischen – Ernte zwei bis drei Wochen an der Bergluft, damit sie u. a. beim Kochen kein Gewicht verliert. Sie sind in der Steiermark aufgewachsen – diese sieht sich gern als Genussland. Spüren Sie diesen Spirit bei ihren Heimatbesuchen auch? Die Steiermark ist auf einem sehr guten Weg. Ich sage nur Gölles, Fandler, Labonca – und da ließen sich noch viele nennen. In Fischbach schätze ich den Geiregger Karl, er produziert Bio-Getreide und Gewürze, z. B. Anis. Oder nehmen Sie den Wanderimker Johannes Gruber – Innovation und Geschmack pur. Ihn hab ich zuletzt im Gasthof Gallbrunner getroffen. Voriges Jahr habe ich mit 23 Schweizern die Steiermark kulinarisch bereist – wir waren u. a. bei Hans-Peter Fink in Walkersdorf, zu einem steirischen Kochkurs, das war ein voller Erfolg.

Fotos: Lunghammer, Fotolia

Bio-Weine und Bio-Torten

Südtirol meets Steiermark

Tolle Thementorten

Unweit von Graz, in Sankt Bartholomä, gibt es mit dem Bioweinhof Loacker ein wahres Kleinod zu besuchen. Der Südtiroler Rainer Loacker keltert als Bio-Pionier bereits seit mehr als 30 Jahren Weine ökologisch. Silvia Tamberi reicht frische Vollwertkost aus Südtirol und Spezialitäten aus Italien. www.loacker-bioweinhof.at

Torten aller Arten sind die Spezialität der Tortenkomponisten aus Söding: Sabrina und Manuel Mauerhofer setzen dabei auf Lebensmittel, die zu 100 Prozent aus biologischer Landwirtschaft stammen. Die Waldtorte (s. Foto) hat übrigens ein Schwarzwälder „Innenleben“. www.dietortenkomponisten.at 31


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Angelo Gaja – Revoluzzer und Grandseigneur Im Piemont dreht sich (fast) alles um den Wein. Pioniere, Visionäre und Revoluzzer wie Angelo Gaja haben dort in den vergangenen 50 Jahren Barbaresco und Barolo zu Weltruhm verholfen.

VIA-Sommelier Henry Sams degustiert Weine aus der Langhe.

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Der Weinbau im Piemont – im Besonderen in der für Trüffel bekannten Region um Alba – hat eine jahrhundertealte Tradition und ist trotz Sortenvielfalt eng verknüpft mit einer Rebsorte: Nebbiolo. Deren Hauptanbaugebiet, die Langhe, liegt rechts vom Ufer des Tanaro mit den zwei wichtigsten Weinbauorten Barbaresco und Barolo. Wachsen die Nebbiolo-Trauben in den Weinbaugebieten Barolo oder einer der elf Nachbargemeinden wie etwa La Morra, werden die daraus entstehenden reinsortigen Weine mit der

Bezeichnung Barolo DOCG, die den kontrollierten Ursprung garantiert, vermarktet. Kultiviert man Nebbiolo in Barbaresco oder in ihren umliegenden Weinbaugemeinden Treiso, Neive und in Teilen der Gemeinde Alba, kommen sie als Barbaresco DOCG auf den Markt. Daneben gibt es weitere Gütebezeichnungen wie Langhe DOC, wenn sie mit anderen Rebsorten vermählt werden. Neben Nebbiolo genießt die Rebsorte Barbera einen großen Stellenwert, kultiviert werden auch Dolcetto, Freisa, Merlot,

Fotos: Henry Sams, Lalo Jodlbauer

angelo Gaja hat von Barbaresco aus sein Weingut zu einem mächtigen Imperium von Weltruf geführt. seine Weine reifen auch in österreichischen Holzfässern.


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Barbaresco im italienischen Piemont ist die Heimat großer Rotweine. – Frauen an die Macht: silvia altare (rechts) trägt bereits die volle Verantwortung im Weingut ihres Vaters elio altare. schwester elena arbeitet in Deutschland als Weinhändlerin.

Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc oder Pelaverga, als weiße Rebsorten stehen in der Langhe meist Chardonnay, Sauvignon Blanc oder die autochthonen Sorten Arneis und auf kleinen Flächen Favorita im Ertrag.

Einfache Zechweine

angelo Gaja hat mit leiden­ schaftlichem Pioniergeist seine Weine höchst erfolgreich am internationalen Markt positioniert und damit auch dem Weinbaugebiet Langhe weltweit zu großem ansehen verholfen.

1268 erstmals erwähnt, adelte man 1606 Nebbiolo am Hofe von Turin mit dem Bei­ namen „Königin der blauen Trauben“. Als 1787 der spätere US­Präsident Thomas Jef­ ferson in seiner Funktion als amerikanischer Botschafter in Frankreich nach Turin reis­ te, notierte er in seinem Tagebuch, er habe einen „wohlschmeckenden Nebiule getrun­ ken, so süß wie der seidige Madeira, so pel­ zig am Gaumen wie ein Bordeaux und so lebhaft wie ein Champagner“. Heute würde solch ein Tropfen wohl kaum einen Wein­ freund begeistern, dennoch wahrte man die Tradition der süßen und schäumenden Nebbiolos noch über Jahrzehnte. Selbst bis zur Gründung der Winzergenossenschaft Barbaresco im Jahr 1894 wurden nahe­ zu nur einfache, süße Zechweine gekeltert, und erst 1908 unternahm man zarte An­ strengungen zum Schutz der Weinqualität. Die Bauern pflanzten damals in den Wein­ gärten zusätzlich unzählige Feldfrüchte, um die Flächen optimal zu nutzen. Die wich­ tigste Frucht war der Weizen, weil er der Fa­ milie das Brot sicherte, die Trauben kamen erst an zweiter Stelle. Auch wenn die Wein­ qualität bis in die 1960er Jahre besser wur­ de, die Gewächse fanden kaum über die Re­ gion hinaus Beachtung und standen ganz im Schatten französischer Weine – selbst Pie­

monts beste Restaurants kredenzten Weine des nahen Nachbarlandes.

Familiendynastie Gaja

Kaum ein anderer Winzer hat Italiens Wein­ landschaft in den vergangenen 50 Jahren so eindrucksvoll geprägt wie Angelo Gaja. Der eloquente Grandseigneur dirigiert von dem kleinen Hügeldorf Barbaresco aus sein mächtiges Wein­Imperium mit weiteren Weingütern in der Maremma und in Mon­ talcino, beide in der Toskana. Gaja­Weine gehören zu den renommiertesten Weinen Italiens. Gegründet wurde das Weingut Gaja 1859, während Angelo Gaja im Jahr 1940 auf die Welt kam. Noch als Studierender bzw. mit 21 Jahren arbeitete der heutige Starwin­ zer im Weingut seines Vaters und versuch­ te, seine – für das Familienoberhaupt oft zu revolutionären – Ideen einzubringen. An­ gelo Gaja war von seiner Leidenschaft für den Weinbau derart gefesselt, dass er sich über alle Grenzen hinweg in Burgund und Kalifornien über neue – darunter viele kel­ lertechnische – Erkenntnisse informier­ te. Der damals junge Angelo Gaja realisier­ te zwei für die Weinstilistik entscheidende Neuerungen. Zum einen war das der kür­ zere Rebschnitt, der den Ertrag der Trau­ ben sinken, die Fruchtkonzentration in den Weinen steigen ließ. Zum anderen verzich­ tete das Weingut Gaja auf die damals tradi­ tionellen Zukäufe von Fremdtrauben, kauf­ te die Weingärten den Lieferanten ab und gab ihnen einen sicheren Arbeitsplatz. „Sie mussten nicht mehr auf Masse produzie­ ren, um Geld zu verdienen und setzten 33


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„Die großen Gewächse von Gaja entwickeln erst im reifen Alter ihr volles Potenzial.“ MANFRED HEIBL

Gaja-Weinsammler

„Angelo Gaja erinnert als Winemaker an Persönlicheiten wie Verdi und Puccini.“ HELGA CERNKO Rotweinfreak

unsere Qualitätsphilosophie bei der Weingartenarbeit um“, so Angelo Gaja bei unserem Besuch in Barbaresco. Der Starwinzer verbannte Stickstoffdünger aus seinen Weingärten; er verzichtet auf den Einsatz von synthetischen Spritzmitteln und experimentiert mit Würmern und mit alternativen Pflanzenschutzmitteln zur nachhaltigen Bewirtschaftung der Weingärten. Auf die Frage, ob er sich alternative, pilzwiderstandsfähige Rebsorten vorstellen könne, antwortet er energisch: „Nein, wir bleiben unseren Traditionen treu, auch wenn wir heute andere Wege der Vinifikation gehen als vor 50 Jahren.“ Die Rebsorte Nebbiolo ist ihm dabei besonders ans Herz gewachsen: „Wer Barbaresco liebt, muss Gerbstoff mögen.“ Die Weine werden auch in österreichischen, mittelgroßen Stockinger-Fässern ausgebaut, zeigen sich in ihrer Jugend meist mit Ecken und Kanten und reifen nur langsam über Jahre hinweg ihrer Vollendung entgegen. Willi Klinger, Geschäftsführer der Weinmarketing GmbH, war lan-

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„Piemont hat Pionieren wie Angelo Gaja und Elio Altare sehr viel zu verdanken.“ JOACHIM SCHNEDLITZ Weinpublizist

„Angelo Gaja ist ein brillanter Kopf und Optimierer und akzep­ tiert keine Tabus.“ WILLI KLINGER ÖWM-Chef

ge Zeit für das Marketing der Gaja-Weine verantwortlich und ist ein enger Freund des vielfach ausgezeichneten Winemakers. „Angelo Gaja ist ein brillanter Kopf und ein konsequenter Optimierer. Er konfrontierte sich und seine Weine von Anfang an mit der Weltspitze und akzeptierte keine Tabus“, so der ÖWM-Chef. „Alles wurde hinterfragt, vieles ausprobiert, aber stets nach tiefgreifender Analyse und unter Einsatz der besten verfügbaren Ressourcen. Angelo war immer seiner Zeit voraus, und als die Letzten im Gebiet temperaturkontrollierte Gärtanks und französische Barriques bestellten, hatte Gaja längst die Konsequenzen aus seiner Sturm-und-Drang-Phase gezogen und müsste heute bereits wieder als Traditionalist bezeichnet werden.“ Willi Klinger gerät ins Schwärmen: „Sein Barbaresco vereint Finesse, Stil und Bodenständigkeit, seine Einzellagen sind Ikonen, und so nebenbei entwickelte sich sein Chardonnay zum besten Weißwein Italiens“, so Klinger. „Und wenn man noch keine Gaja-Cabernet-Vertika-

„Gaja­Weine stehen abseits des Mainstreams, das macht sie so elitär.“ ERNST JAHRBACHER Weinfachmann

„Barbaresco und Barolo dokumentieren eindrucksvoll die Weinregion Langhe.“ CHRISTINE KOHLMEIER Weinkennerin

le verkosten konnte, ist das ,darmagi‘ – das heißt im piemontesischen Dialekt so viel wie schade.“ In unser VIA-Kostglas kamen die Premiumweine Barbaresco 2011, Costa Russi 2011, Sori Tildin 2011, Sori San Lorenzo 2011 und 1998, Conteisa 2010 sowie Sperss 2010 und 2005. Allen gemeinsam ist die Rebsorte Nebbiolo, die bei den erwähnten Weinen mit der Rebsorte Barbera – mit nahezu vernachlässigbar geringen Prozentsätzen – vermählt werden. Ein weiterer Besuch galt dem Weingut Elio Altare in La Morra in der Weinbauregion Barolo. Dort wurden wir von den Töchtern Silvia und Elena Altare herzlichst empfangen. Elio Altare ist ein enger Freund von Gaja und wie dieser ein Pionier und Visionär, der die Verantwortung des Weingutes bereits in die Hände von Tochter Silvia gelegt hat.

Weitere Informationen www.elioaltare.com www.langhevini.it | www.vinorama.at


REGIONALES IM LEOPARDENLOOK? – BOHNBASTISCH! Genussherbst in Bad Radkersburg. Die Weinberge erstrahlen im warmen Licht der herbstlichen Sonnenstrahlen. Prall gefüllte Erntekörbe in Gärten und Feldern. In der Parktherme, Österreichs Therme des Jahres 2014, warten herrliche Entspannung und unvergleichlicher Wohlfühlgenuss im besonderen Thermalwasser oder ein duftender Traubenaufguss in der WeinkellerSauna. Wer möchte da nicht den herrlichen Herbst in Bad Radkersburg genießen? In diesem Herbst gilt die steirische Käferbohne als Genussbotschafter für regionale und saisonale Kulinarik. In der Parktherme erhält jeder Gast einen „GenussBOHN“, mit dem er bis zu 10 Prozent Rabatt beim Einkauf eines regionalen Produktes in einem der 36 Genuss-Betriebe – von den Weinbauern bis zum Kernölproduzenten – einlösen kann. Mehr Informationen und Rezepte zum Nachkochen finden Sie in der neuen Genussfibel sowie unter www.parktherme.at.

ab

3 URLAUBSTAGE / 2 NÄCHTE

€ 129,–

Im 4*Hotel Sporer der Parktherme inkl. täglicher Eintritt in die Parktherme Bad Radkersburg (auch am Abreisetag) • 1 x Halbpension im Restaurant „Fontäne” oder „Mehrblick” • 1 Genuss-Präsent vom Thermenshop der Parktherme • Gratis Bademantel und Handtuch in der Parktherme Bad Radkersburg während Ihres Aufenthaltes • Reservierte Liegebereiche in der Parktherme u.v.m. Preis pro Person. Infos und Buchung unter 03476/350042 oder www.hotelsporer.at

VOM DUFT DER ROSE: VINOTHEK KLÖCH

Foto: Harald Eisenberger

Eine gelungene Kombination von „Alt & Neu“, von „Wein & Genuss“, von „Vielfalt & Regionalität“ – ein gerne besuchtes Ausflugsziel in der Südoststeiermark. Die Vinothek Klöch bietet ein tolles Ambiente mit einem spannenden Mix aus umgebautem Presshaus und Weinkeller, modern durch den Schankraum verbunden. Zu entdecken gibt es • 116 Ausstellungsfächer von 27 Winzern und Direktvermarktern • Prominent in allen Ausbauvarianten – der Klöcher Traminer – der Wein mit dem Duft der Rose • Wein- und Verkostungspakete, Weinverkauf • Genussecke – Direktvermarkter

Plus: Zur Vinothek gehört auch ein interessantes Weinbaumuseum im Obergeschoß. Was Veranstaltungen in und rund um die Vinothek betrifft, sind die Klöcher Weinkost, die Junker-Präsentation und das Pressfest – es findet heuer am 20. September statt – besonders zu erwähnen.

Öffnungszeiten: noch bis Ende November, täglich von 10–18 Uhr 8493 Klöch 191 Tel. + Fax +43 (0) 34 75/20 97

www.kloech.com vinothek@kloecherweine.at

w w w. e d e r e r . at

Seminar, Hotel, Genuss. Ganz oben am Weizberg.

seit 1911

Gastlichkeit auf höchster ebene

Foto Parktherme Bad Radkersburg/Harald Eisenberger

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TASTE -LOU N GE

SCHOKOLADE IST IMMER EINE LÖSUNG! Die Schokoladenmanufaktur Felber aus Birkfeld bringt im Herbst neue, traumhafte Geschmackserlebnisse auf den Schokoladenmarkt: „Schokolution“ ist der bezeichnende Name der Schokokollektion, deren sieben außergewöhnliche Kreationen Lösungen für alle Herausforderungen des Alltags versprechen. Motivierend, inspirierend, stimulierend und mit Wohlfühlfaktor: Eine anregende und traumhaft schöne Geschmackserfahrung verspricht die Edelbitterschokolade mit grünem Tee und Jasmin, während die dunkle Schoko mit Ingwer und Zitronengeschmack für eine würzige, kräftige und dennoch himmlisch süße Geschmacksexplosion

auf dem Gaumen sorgt. Die weiße Schokolade mit Pistazienkernen und Cranberrys löst süßes Wohlbefi Wohlbefinden nden aus und die Edelvollmilchschokolade mit Mandelstücken ist einfach nur köstlich und herrlich schmelzend. Wer sich vom Felber-Genuss persönlich überzeugen möchte, kann das bei einem Ausfl Ausflug ug in die Schokoladenmanufaktur tun.

Mehr Informationen: www.felber-schokoladen.at

Foto: Bernhard Bergmann

FÜR FEINKOST-FANS VON FAMILIE FISCHERAUER Herbstzeit ist Genusszeit im Betrieb Fischerauer. Edle Essige, Senfe und feine Grill- und Fonduesaucen werden direkt im Betrieb in Handarbeit produziert. Nette Verpackungen und hochwertige Geschenkideen ermöglichen es, sich und andere mit regionaler Feinkost zu beschenken. Alle Spezialitäten sind ab sofort ab Hof, im gut sortierten Feinkostgeschäft und im Onlineshop unter www.essig.at/ online shop erhältlich. Auch Führungen für Gruppen sind möglich.

Foto: Weingut Leitgeb

foto: Lexpix

Fischerauer – Essig und Senf 8212 Pischelsdorf 156 www.essig.at

LEITGEBS VINOSOPHIE – WEIN, MUSIK & BEGEISTERUNG „Wein braucht Kreativität und Begeisterung“ Für Karin und Engelbert Leitgeb gehören Wein, Musik und Lebensfreude unbedingt zum Leben! Deshalb beschallt Familie Leitgeb während der Gärphase ihre Weine mit Mozart, Bach bis hin zum Reggae und singt und musiziert auch selbst im Weinkeller & in der vinosophie. Bei musikalischen Weinverkostungen und Festen im Weinkeller werden Gäste rundum verwöhnt. Das Wichtigste für den „ausgezeichneten Buschenschank“: den Gästen Gutes aus Küche und Keller in angenehmer Atmosphäre zu bieten! www.weingut-leitgeb.at 36

Das Weingut LacknerTinnacher ist eines der traditionsreichsten und renommiertesten Weingüter der Südsteiermark. Katharina Tinnacher legt besonderen Wert auf biologische, sorgsame Pflege der Weingärten und kultiviert ihre Weine ausschließlich aus den eigenen steilen Lagen – im zeitlos eleganten Stil, geprägt von feiner Struktur und großer Langlebigkeit. Die hervorragenden Lagenweine aus dem Jahrgang 2013 sind ab jetzt im Weingut und im Fachhandel erhältlich. Weingut LacknerTinnacher Steinbach 12, 8462 Gamlitz Tel. 0 34 53/2142, weingut@tinnacher.at

www.tinnacher.at

Foto: apresvino.at

DER 234. JAHRGANG IST DA!


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Geschmack und Genuss aus Haselnuss Öle und Salze von Julia Fandler, oder: Die Kunst der kulinarischen Verführung.

Dass kaltgepresste Öle ein wahrer Schatz für die Gesundheit sind, hat bereits Ihr Vater schon immer betont. Experten haben meinen Vater darin bestärkt, sich in der Nische „kaltgepresste Öle“ anzusiedeln. Kürbiskernöl haben vor 35 Jahren schon mehrere gepresst. Aber Leinöl, Walnussöl, Sonnenblumenöl und Distelöl gab es nur sehr vereinzelt und auch nur regional. Mein Vater ist damals mit seinem Cousin mit dem Fahrrad in Österreichs Städten herumgefahren, um Bioläden und Naturkosthändler aufzusuchen und die Öle anzubieten. Waren Ihre Vorfahren auch schon immer auf Qualität und schonende Verfahren bedacht? Ja, Stempelpressen sind für unsere Gegend ein typisches Pressverfahren, an dem meine Großeltern trotz Industrialisierung und großem Handwerksaufwand festgehalten haben.

wir bei unseren Versuchen für die Entwicklung unserer Salze auch Haselnüsse ausprobiert haben. So kam es zu einer spannenden Mischung von leicht süßlich und immer noch salzig. Wofür verwendet man es am besten? Für alle Salate, die man mit nussigen Ölen mariniert, besonders lecker ist es zu Karotten und Paradeissalat. Zu Teigen, die süß verarbeitet werden, z. B. Palatschinken oder Mürbteig. Und auch zu herbstlichen Cremesuppen, wie etwa Kürbissuppe oder Sellerieschaumsuppe. Kürbiskerne als Ölrohstoff sind erst seit den 50er Jahren bekannt. Vorher hat man Bucheckern und Nüsse zur Mühle gebracht. Sie hatten auch schon mal Öl aus Bucheckern im Sortiment … Die Bucheckern waren neben Haselnüssen im Wald verfügbar, einzig das Sammeln war und ist sehr mühsam. Früher sind Leute aus der Region mit Kleinstmengen, weniger als ein Kilogramm, gekommen, um diese bei uns in Öl umzutauschen. Das Interview führte Daniela Gross

Ich werde demnächst das Rezept aus dem Fandler’schen Online-Kochbuch „Kürbisbohnencreme mit Haselnussöl“ ausprobieren ... Gute Idee. Sie schmeckt wunderbar auf einem guten Bauernbrot, zu Erdäpfeln und zum Dippen für Gemüsestangerln. Naturbelassenes Bergkernsalz aus den steirischen Alpen, gemischt mit entölten und gemahlenen Haselnüssen – wie kam es zu dieser Kreation? Nachdem ich eine leidenschaftliche Naschkatze bin und alles mit Haselnüssen liebe – Nougat, Mohr im Hemd, Nutella etc. –, war es eine logische Konsequenz, dass

Fotos: Fandler

Info Fein – feiner – Fandler. Von hochwertigen Ölen über Knabberkerne bis zu charaktervollen Salzen. Ein Besuch im Vorzeigebetrieb von Julia Fandler in Pöllau öffnet Genusswelten. Für die kulinarische Factfinding-Mission blättert man am besten auch online: www.fandler.at

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„In meiner niederösterreichisch-wienerischen Heimat und bei der Arbeit ist das grüne Herz nie weit ...“, bekennt Joachim Gradwohl. Das Naheverhältnis zur Steiermark hat sich inzwischen intensiviert, stammt doch seine Verlobte, Lilli Kollar, ursprünglich aus Deutschlandsberg. 1969 in Wiener Neustadt geboren, ging es nach der Ausbildung im Hotel „Post“ in Kirchschlag in schnellen Schritten weiter: zu Döllerer nach Golling, zu Schuhbeck nach Waging am See, zu Witzigmann nach München, zum „Steirereck“ nach Wien, zur „Palme d’Or“ nach Cannes, zu den „Drei Husaren“ und zum „Meinl am Graben“. Hier feierte Joachim Gradwohl seine größten Erfolge: In der kleinen Küche des „Meinl am Graben“ hat der Chef de Cuisine mit einigen ausgewählten Küchenkünstlern auf engstem Raum seine Linie perfektioniert. Reduktion lautete sein Credo: sich auf das Wesentliche beschränken und kompromiss-

„Ich empfinde die Steiermark als ein genussvoll-vielfältiges Bundesland – saftig und steirisch!“ erregt, ist das stilvoll renovierte Kleinod von Christa und Niki Kodolitsch in Seggauberg. „Hier lassen sich die herrlichsten Feste feiern, die steirische Weinsortenvielfalt vor einer malerischen Kulisse verkosten, und ich freue mich jedes Jahr aufs Neue, dort einen Kochkurs zu inszenieren.“ Was ihm bei seinen Kochkursen wichtig ist: Nicht nur das Verständnis und die Technik der Zubereitung zu vermitteln, sondern auch die Liebe zu den Produkten spürbar zu machen. Seine steirischen Produktfavoriten: „Das Weizer Lammfleisch lässt sich durch seine hervorragende Qualität wunderbar

www.joachimgradwohl.at

Für die Küche der besonders feinen, leichten Art ist er berühmt: Spitzenkoch Joachim Gradwohl über Graz, Genuss und seine persönlichen Geheimtipps in der Steiermark. Von Clarissa Mayer-Heinisch

los sein, was die Frische und Güte der Zutaten betrifft. Apropos Frische. „Einer meiner Lieblingsplätze ist der Grazer Kaiser-Josef-Platz mit seinem fröhlich, bunten Bauernmarkt. Gemütlich zwischen den Ständen dahinzuschlendern und die Atmosphäre, die Düfte und die herrlichen Lebensmittel, wahre Produktschönheiten, aufzunehmen – das ist ein Genuss“, erzählt Gradwohl. Aber nicht nur in Graz, auch in der übrigen Steiermark erweist sich der „Koch des Jahres 2007“ als Connaisseur: „Besondere Beziehungen verbinden mich mit den Menschen und wunderbaren Fleckerln der steirischen Weinregionen. Ein kleiner Abstecher zur Buschenschankjause in die Musterstub’n am Grassnitzberg muss sein. Und ein oder zwei oder drei genussvolle Gläser Sauvignon Blanc von Ewald Zweytick, liebevoll ,Don’t Cry' getauft, stehen bei Steiermark-Aufenthalten auch ganz oben auf der Liste.“ Ein Platzerl Steirererde, das in regelmäßigen Abständen seine Aufmerksamkeit 38

zubereiten. Ausgesprochen gerne genieße ich auch die mit viel Gespür für den guten Geschmack hergestellten Schinkenspezialitäten des Familienbetriebes Kollar-Göbl in Deutschlandsberg. Den Winzerrohschinken von hauseigenen Edelschweinen und die Rohwürste muss man verkostet haben.“ Die Eröffnung eines eigenen Restaurants zählt zu den konkreten Zukunftsplänen von Joachim Gradwohl und seiner Partnerin. Den Standort wollen die beiden noch nicht verraten, doch man darf sich angesichts des hörbaren Enthusiasmus ein bisschen Hoffnung machen: „Die Steiermark empfinde ich als ein genussvoll-vielfältiges Bundesland – saftig und steirisch!“

Tipps www.musterstubn.at www.ewaldzweytick.at www.kodolitsch.at www.kollar-goebl.at

Fotos: Helge Kirchberger, Salzburg, Gradwohl/ARGE Heumilch Österreich, Oliver Wolf (1), Lupi Spuma, Simone Attisani

Alles aus Liebe


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Dr. Filler und sein Fichtencola Alle Achtung! Kreativkopf Dr. Filler hat eine neue Ordination eröffnet. Samt kulinarischem Labor. Wer dahintersteckt? VIA lüftet das Geheimnis. Also, das Koch-Gen dürften ihm seine Eltern mitgegeben haben, jene führen in Voitsberg ein Lokal, das für seine gute Küche bestens bekannt ist. Ins Münchner Tantris und ins „Vendôme“ bei Köln führten ihn seine Wanderjahre. Im einstigen Aiola City in Graz feierte er große Erfolge, und seit 2012 wirkt der Kochvirtuose im „Das Turm“ im Süden von Wien: Heinz Preschan (31), ewig neugierig, was sich kulinarisch noch alles entwickeln lassen könnte, ist Dr. Filler! „Ich hab in New York einen Freund besucht und während ich ein Ginger Ale getrunken hab, dachte ich mir: eigentlich interessant, wie man Getränke mixen und mischen kann.“ Dann kam die Oma ins Spiel: Sie gab ihm Maiwipferlsaft nach Wien mit. „Ich hatte damals Gänsestopfleber mit einreduziertem Cola auf der Karte, nahm den Maiwipferlsaft und das Cola und machte daraus ein Espuma.“ Das schmeckte so gut, dass Preschan zwei Jahre lang weiterexperimentierte. Ein „Filler“, ein Getränk, womit man Longdrinks und Cocktails aufgießen kann, das sollte daraus werden. Dass es inzwischen schon drei Sorten gibt, liegt in der Natur des kulinarischen Unruhegeists: „ Weißes Cola Fichte)“, „Mandarine-Orange“ und demnächst „Zuckerwatte“ bilden zurzeit das Sortiment, weitere Kreationen sind sicher in Planung. Was wie gemixt wird, probiert man am besten selbst aus – Heinz Preschan empfiehlt, sein Fichtencola mit Campari, Jägermeister oder Gin zu mischen. Infos und Anfragen unter office@dr-filler.com. www.dasturm.at Von Daniela Gross

ECKART WITZIGMANN „Die Steiermark hat es sehr früh en verstanden, für ihre spezifisch amkeit Produkte besondere Aufmerks dem zu erzielen. Was heute unter ukt’ in aller Schlagwort ,regionales Prod bereits Munde ist, hat die Steiermark ichen vor Jahren zu einem Markenze gemacht. Ich persönlich bin ein Fan des des einzigartigen Steirer Kernöls, Weine Sulmtaler Huhns, ebenso der keinen dieser Region. Sie brauchen Vergleich zu scheuen.”

Zirbe, Zotter und ein wahrer Zauberer Philipp Prodinger (29), „höchstgelegener“ Haubenkoch der Steiermark, setzt im Schlosshotel Seewirt auf der Turrach voll und ganz auf steirische Produkte der Saison. 80 Prozent Stammgäste! Der Wohlfühlfaktor ist sicher auch kulinarisch bedingt. Welche steirischen Vorzeigeprodukte kommen bei Ihren Gästen besonders gut an? Vom Vulcano-Rohschinken über die Auersbacher Rohwurst, Essige von Gölles und Kernöl von Ploder bis zu steirischen Äpfeln, Wild und Pilzen aus den Turracher Wäldern, vor allem aber steirische Weine. Ihre Sellerie-Steinpilz-Consommé wurde beim letzten AlpeAdria-Menü begeistert aufgenommen. Die Zirbensuppe – ein Klassiker aus der Schlosshotel-Küche – wird wieder im Winter gekocht. Ihre Wildkreationen sind legendär. Was kommt als nächstes Waldprodukt, das Sie verarbeiten wollen? Ein Risotto möchte ich demnächst mit Latschen aromatisieren, und Eiscreme kann ich mir auch gut vorstellen damit. Außerdem sind wilder Turracher Schnittlauch und am Berg wachsender Thymian viel intensiver als die „normalen“ Kräuter. Und Turracher „Grantn“ nehme ich auch gern – so heißen bei uns die Preiselbeeren. In einem Dessert – Philadelphia-Schwarzbeer-Creme – haben Sie zuletzt Kernöl verwendet. Wie kam es zu dieser Inspiration? Um den steirischen Aspekt und ein Farbenspiel zu liefern – es war ein Prototyp, aber eine gelungene Komposition! Die nächste Reise geht in die Oststeiermark? Ja, zur Schokoladenmanufaktur von Josef Zotter. Mehr unter www.schlosshotel-seewirt.at Das Interview führte Daniela Gross.

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SCHLAFEN UND SCHAUKELN. Entweder man wippt und schaukelt oder man unterbindet die Bewegung mit Keilen: „Tine” nennt der Grazer Designtischler Raimund Gamerith sein Bett für alle Fälle. Aus Massivholz natürlich. Kontakt: +43 (0)699/10812638, www.design.gamerith.at

WANDERN UND GENIESSEN. Der Alpenverein hat seine Schutzhütten unter die Lupe genommen und all jene als Genießerhütten ausgezeichnet, die leicht erreichbar sind und deren Wirte den Wanderern Schmankerln aus der Region kredenzen. www.alpenverein.at

VANILLIN UND LIGNIN. Wussten Sie, dass Vanillin heute aus Lignin gewonnen wird? Lignin ist ein Bestandteil von Holz und ein Nebenprodukt bei der Papier- und Zellstofferzeugung. Weltweit ist Vanillin der wichtigste Aromastoff, der preisgünstig hergestellt werden kann. Mehr darüber auf Seite 48.

BUCHE UND ESCHE. Seit zehn Jahren arbeitet er mit Holz: Laut Iztok Mohoric aus Slowenien, dem Erfinder des stylishen Woodster Bikes, sitzt man auf diesem Fahrrad wie auf einem Sofa. Das Citybike aus Buche und Esche kann man unter woodsterbikes.com bestellen. Ab 870 Euro.

PAPER AND BAGS. Sie schauen aus, als wären sie aus Leder, in Wahrheit ist es Papier: Die Taschen und multifunktionalen Behälter sind aus 100 Prozent Zellulose und werden von Le Sorelle – Chiara, Giulia, Gemma und Gaia – in der Toskana handgefertigt: Die UashmamaBags sind waschbar, falt- und rollbar. Gesehen bei Kwirl in Graz in den Farben Senf, Olive und Hellgrau. Um 55 Euro. www.kwirl.at

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SITZEN UND SCHLEMMEN. Auf der Riesneralm sind sowohl auf dem Gipfel als auch neben dem Hochsitz zwei außergewöhnliche Bankerl positioniert, die quasi mit dem Tisch verschmolzen sind. Die „Squarechairs” wurden von den jungen Donnersbachern Karl Zettler und Walter Danklmeier entworfen und stehen ab sofort zur Verfügung. www.riesneralm.at


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Die Natur gibt einem Menschen seine Fähigkeiten, und das Glück bringt sie zur Wirkung. François de La Rochefoucauld

1000 Jahre und mehr Mit rund tausend Jahren auf dem Buckel ist die Eiche von Bierbaum in der Nähe von Bad Blumau die älteste in Europa. Als der noch junge Baum aus einer Eichel die ersten Blätter trieb, wurde Österreich erstmals als „Ostarrichi” urkundlich erwähnt. Heute misst ihr Stammdurchmesser fast drei Meter, und sie erreicht eine Höhe von rund 25 Metern. Noch ein Superlativ gefällig? An einem heißen Sommertag verdunstet diese Eiche rund 500 Liter Wasser, das sind fast zwei Badewannen voll.

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Der Wald, sein Leben Warum die Fichte eine gute Nachbarin ist und wie ein Rat aus der Urzeit sein Leben beeinflusst hat, verrät der einst jüngste Förster Österreichs: Holzphilosoph und -baumeister Erwin Thoma. Von Andrea Kreuzer

Wann war Ihnen dann klar, dass das Element Holz auch beruflich das Ihre sein wird? Im Prinzip gab’s aufgrund meiner Verbundenheit zum Wald keine Alternative. Ich habe die Ausbildung zum Förster gemacht und war mit 22 Jahren der jüngste Revierförster Österreichs – natürlich auch deshalb, weil sonst niemand ins Karwendelgebirge wollte, an den „A“ der Welt. Als meine Frau und ich dorthin gezogen sind, gab’s nicht einmal Strom, dafür war’s echt idyllisch. Ein Ort, an dem man die persönliche Stille erleben kann und an dem die Kinder frei aufwachsen können. Warum haben Sie schlussendlich dieses Leben aufgegeben? Ein Schlüsselerlebnis hat mich dazu bewogen. Es stand der Schulstart meines ältesten Sohnes bevor. Der Schulweg wäre für einen Sechsjährigen doch sehr beschwerlich gewesen, daher haben wir uns entschlossen, nach St. Jo-

Buchtipp In der „Sanften Medizin der Bäume“ dokumentieren Erwin Thoma und Univ.-Prof. Dr. Maximilian Moser die Wirkung von Wäldern und Bäumen auf die Gesundheit des Menschen. Im Zuge dessen werden z.B. die Bereiche „Holz und Hygiene” sowie Chancen und Grenzen der Naturheilkunde thematisiert. Eine spannende Lektüre, die zudem Kulinarisches aus den Geschenken des Waldes bereithält. Servus, 21,95 Euro.

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hann im Pongau zu ziehen, und haben uns dort ein „modernes“ Haus gekauft. Leider wurden zwei meiner Kinder krank, und nach einer Ärzteodyssee stand fest, dass sie an einer Leimholzallergie litten. Nach reiflicher Überlegung haben wir Opas Rat befolgt: „Wenn das Graffl die Kinder krank macht, reiß ma’s raus!“ Er war ein erfahrener Zimmermann und hat uns geholfen, das Haus komplett umzukrempeln. Die Kinder wurden gesund, und ich wollte von dem Zeitpunkt an wissen, wie man Holzhäuser baut. Haben Sie eine Lieblingsholzsorte? Nein, das ist wie bei Kindern: So eine Frage stellt sich nicht, denn jeder Baum ist etwas Besonderes. Als Beispiel kann ich aber den großen Bergahorn nennen, der hinter unserem Haus steht. Wenn der Alltagsstress überhandzunehmen droht, lehne ich mich gerne an ihn an. Er steht für Ruhe und Gelassenheit, besänftigt ganz einfach. Gibt es einen Baum, dem man landläufig Unrecht tut? Oh ja, die Fichte. Für sie muss ich wirklich in die Bresche springen. Zugegeben, sie hat keine herausragenden Eigenschaften – ist weder Tiefwurzler noch hat sie eine beeindruckende Krone –, aber sie kann sich unglaublich toll an Gegebenheiten anpassen. Es kommt nicht von ungefähr, dass sie auf allen Kontinenten zu finden ist. Sie ist der gute Nachbar, symbolisiert Gemeinsamkeit. Leider geht ihre Botschaft unter, weil man sie zum Baum der Monokultur auserkoren hat. Und in dieser tobt sich bekanntlich gerne der Borkenkäfer aus. Die Natur reagiert eben auf eindimensionale, kurzfristige Entscheidungen stets auf ihre Art. Daher müssen wir unseren Zeitbegriff hinterfragen und können uns auch dahingehend an den Bäumen orientieren. Glücklicherweise sind viele auf dem besten Weg dorthin.

Fotos: fotolia.com/ Pavel Timofeev, Erwin Thoma©Jakob Hirsch

Wie ist Ihre erste Erinnerung, die mit Holz zu tun hat? Als Kind habe ich es geliebt, auf Bäume zu klettern. Die Welt von oben zu erleben, ist ein erhebendes Gefühl. Außerdem habe ich meinem Vater bei der Holzarbeit geholfen und war auch mit dem Ziehschlitten unterwegs.


touch

Von Japan bis Laxenburg Erwin Thoma wurde 1962 in Bruck an der Großglocknerstraße geboren und lebt heute mit seiner Familie in Goldegg. 1990 gründete er seine Holzbaufirma, 1998 meldete er das Patent für das Holz100-Haus an und eröffnete ein Jahr darauf das erste private (Holz-)Forschungszentrum. Über 1.000 Häuser hat er seither weltweit gebaut, zu seinen Lieblingsprojekten zählen die Holz100-Kirche in Hara Mura, Japan, die bisher jedem Erdbeben standgehalten hat, sowie das Filmarchiv in Laxenburg, da es zeigt, dass eine konstante Raumtemperatur rein durch die Verwendung von Holz als Baustoff gewährleistet werden kann. Weiters hat Thoma sechs Bücher zum Thema Holz veröffentlicht. www.thoma.at

Sie engagieren sich seit bald 25 Jahren für Mondholz, plädieren für die Vermeidung von Leimen und Co. beim Holzhausbau u. v. m. Sind die Skeptiker von einst heute Ihre Fans? Ja, in vielen Fällen ist es tatsächlich so, mich selbst eingeschlossen. Opa wollte mich ja stets von den Vorteilen des Mondholzes überzeugen – für mich ein Rat aus der Urzeit. Bis ich’s ausprobiert habe. Was den Erfolg meiner Arbeit betrifft, bin ich aber demütig, denn ich habe oft großes Lebensglück gehabt. Den wissenschaftlichen Nachweis, dass Mondholz u. a. robuster gegen Schädlinge oder haltbarer als klassisch geschlägertes Holz ist, hätte ich nie erbringen können. Die ETH Zürich hat das im Rahmen einer mehrjährigen Studie getan. Jetzt ist’s dokumentiert. Forschung liegt mir am Herzen, heute habe ich im Unternehmen Menschen, die mich unterstützen.

aus der wieder ein Samen sprießen kann usw. Es ist die Philosophie des Cradle-to-Cradle (von der Wiege bis zur Wiege), wobei das Neue immer die Information des Alten in sich trägt. Moderne Wissenschaft darf also auch nie die alten Erkenntnisse ignorieren. Bestes Beispiel ist wohl das Wissen, das mir unser Opa mitgegeben hat. Es ist praktisch die Basis meiner Arbeit

Hat auch irgendein Weg, den Sie eingeschlagen haben, in einer Sackgasse geendet? Selbstverständlich. Wer nicht bereit ist zu scheitern, darf nicht forschen. Einen spektakulären Bauchfleck hab ich mit dem Thema „Holz schweißen“ gelandet. Die von uns gebaute Maschine war zu groß, irre laut, absolut unwirtschaftlich. Wenn etwas nicht funktioniert, muss man’s sein lassen. Auch das lehrt uns die Natur.

Thema Preis-Frage. Wie überzeugen Sie Bauherren, deren Budget beschränkt ist, von Ihrer Philosophie? Ich kann garantieren, dass ein Holzhaus nicht mehr als zehn bis 20 Prozent eines klassisch errichteten Hauses kostet. D. h., wenn’s um zehn Quadratmeter weniger sein dürfen, gleicht sich’s wieder aus. Zudem sollte man das Einsparungspotenzial aufgrund der geringeren Betriebsund Heizungskosten berücksichtigen. Punkt drei ist der Gesundheitsaspekt. Mittlerweile haben Studien gezeigt, dass das Leben in einem Holzhaus de facto gesünder ist.

Ist das Attribut „Holzphilosoph“ ein Kompliment für Sie? Durchaus! Aber ich möchte nicht belehrend sein. Es ist mir nur ein Anliegen, den Menschen bewusst zu machen, dass technische Entwicklung auch im Bau nie ohne Verständnis für die Natur funktioniert. Der reine Fokus auf die Technik beschränkt jede Entwicklung. Wir müssen lernen, in Kreisläufen zu denken. Auch der mächtigste Baum entspringt einem kleinen Samenkorn, ist die Lebenszeit des Baumes abgelaufen, wird er wieder zu Erde,

Welche Vision haben Sie für die Zukunft? Einerseits weiterhin Denkbarrieren zu durchbrechen, u. a. Menschen davon zu überzeugen, dass eine Haus-Baustelle kein Müllhaufen sein darf. Andererseits weiter an der Holz100-Technologie zu feilen, um ein Holzhaus bauen zu können, das ohne aufwendige Technik Passivhausstandard erreicht und dabei auch leistbar ist.

Klingt trotzdem noch nach viel Überzeugungsarbeit? Sicher, aber bin dankbar dafür, was heute alles möglich ist. Als ich begonnen habe, durften in Österreich Holzhäuser maximal zweigeschoßig sein, wir haben 2013 ein siebengeschoßiges mit Schwimmbad auf dem Dach gebaut. Holz ist als wertvoller Baustoff etabliert, die Forstwirtschaft ein toller Partner. Das alles ist einfach schön. 43


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Einmal um die ganze (Holz-)Welt Die Murauer kommen auf Touren. Oder besser gesagt: Sie laden dazu ein, sich in der Region auf Holzwelttour zu begeben. Max und Moritz, Niels und Felix sind der Einladung gefolgt und erlebten ein Best-of der Stationen. Von Andrea Kreuzer

Wahrzeichen der Holzwelt Murau: Die Holzeuropabrücke sucht mit ihrer Gesamtlänge von 85 Metern und einer Bogensehne von 45 Metern nach wie vor weltweit ihresgleichen. Besichtigt wird sie u. a. im Rahmen der Holzwelttour „Bau trifft Architektur” (26 Stationen).

Gemeinden, die auf Holz bauen Zugegeben, die Jungs sind nicht unbedingt die Zielgruppe für diese Tour, bei der die Holzgemeinden zeigen, wie das Material im kommunalen Kontext für Atmosphäre sorgt. Zehn Stationen (von der Naturparkschule in Passivhausbauweise und dem preisgekrönten Seniorenwohnheim bis zur Kreischberghalle) liegen auf der Route, die primär für Interessierte aus anderen Gemeinden konzipiert wurde. Dennoch waren Max und Moritz, Niels und Felix vom Ausgangspunkt der Tour in Teufenbach angetan: „Das Brunnenwasser war voll erfrischend und der große Spielplatz mit der langen Rutsche echt super!“, so die vier unisono. Brunnen wie Rutsche befinden sich mitten im „Dörfl“, einem Park, der vor 100 Jahren noch Wiener zur Sommerfrische angezogen hat, in dem heute jedoch Tour-de-Mur-Radler gerne Station machen, diverse Veranstaltungen stattfinden oder der eben einfach als riesengroße Spielwiese genutzt wird. Der Abenteuerholzspielplatz wird übrigens für Kindergeburtstage vermietet. 44

Spritzig: der Brunne n im Dörfl


achtzigzehn | Foto: Sommer | Bezahlte Anzeige

Sagenhaft!

Felix hört Geschichtenerz ählerin Maria aufmerksam zu.

„Ich weiß noch, wie’s ausgegangen ist: Drei Mauserln waren in der Lade eingesperrt und haben so viel Lärm gemacht, dass die Knechte gedacht haben, da ist ein Geist“, erinnert sich Niels lebhaft an die Geschichte vom „Spuk in der Holzknechthütte“. Erzählt bekam er sie von Holzweltbotschafterin und Volkskulturreferentin Maria-Elfriede Auer an der vierten Station des Wanderweges „Sagenhaftes Wölzertal“, an der eine originale Holzknechthütte aufgebaut ist. „Dort war’s echt unbequem“, fällt Max rückblickend zur kargen Behausung der Waldarbeiter ein. Felix und Moritz ist hingegen die Sage vom „Vieräugigen Hund“ im Gedächtnis geblieben. Keine Frage, die eineinhalbstündige Wanderung rund um Oberwölz zählt definitiv zu den Familienhits auf den Holzwelttouren. Gemeinsam mit elf weiteren Zielen wie dem Naturlesepark oder dem Günster Wasserfall wird sie unter dem Titel „Wanderlust & Jausnbrettl“ präsentiert. Hier beweisen die Murauer, dass sie durchaus auch über den Rand ihrer Holzwelt hinausblicken können: Empfohlen wird nämlich u. a. auch ein Besuch des Wipfelwanderweges in der Rachau bei Knittelfeld. Was es mit dem vieräugigen Hund nun auf sich hat? Bitte einfach bei Frau Auer nachfragen ...

Fotos: Kreuzer (3), Holzwelt Murau

Paris lässt grü en „Der Eiffelturm ist aus Holz!“, lachen die Buben, wohl wissend, dass das Pariser Wahrzeichen selbstverständlich nach wie vor aus Eisen besteht, allerdings die Shops auf der ersten Ebene neu gestaltet wurden. „Weißt eh, mit diesen Platten, die wir in der Firma gesehen haben“, erklärt Holzarbeiter Moritz + Ma Moritz in Bezug auf den Besuch x bei der Firma KLH Massivholz in Frojach-Katsch. Der Betrieb ist ein echtes Musterbeispiel dafür, wie steirische Holzexperten weltweit punkten. So war man u. a. beim Bau eines zehngeschossigen Holzhauses in Melbourne dabei – „massiv“ im wahrsten Sinne des Wortes. Eine Führung bei KLH ist u. a. im Rahmen der Holzwelttour „Holz & Wirtschaft“, in der auf neun Stationen zum Thema hingewiesen wird, mit einer Holzweltbotschafterin möglich.

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Zum Zerkugeln Lust auf einen HolzstadtDas Holzmuseum ist schlichtweg der Klassiker unter den Spaziergang: Kein Ausflugszielen in der Holzwelt Murau. Verständlich also, Problem, Tour Nummer 9 führt durch die steirische dass die Tourempfehlung Nummer 1 unter den HolzweltHolzhauptstadt Murau. touren direkt auf das 10.000 Quadratmeter große Areal in St. Ruprecht-Falkendorf verweist. Moderne (Holz-) Kunst gibt’s hier ebenso zu sehen wie unzählige hölzerne Alltagsgegenstände von anno dazumal, die nicht selten zum Schmunzeln anregen – wie eine alte Miele-Holzwaschmaschine. Außerdem wird die aktuelle Verwendung von Holz als Bau- und Designmaterial sowie als Energielieferant thematisiert. Unter den Ausstellungsstücken erhielten u. a. die bereits erwähnte Holzwaschmaschine, die Miniaturnachbauten von Holzarbeitern bei ihrer schweren Waldarbeit sowie die große Holzkugelbahn von den Buben das Prädikat „Voll cool!“. Ganz besonders angetan waren aber alle lVier zum einen von der „Loambuddlbaun“, also eisser-Spie Holz-Wa lix. m a ß a Sp d Fe ner Lehmkegelbahn mit Holzkegeln und -kugeln, oritz un platz: M die direkt vor dem Bastelraum des Museums jedermann zum Spielen einlädt, und zum anderen vom großen Holz-Wasser-Spielplatz. An dem wir uns wahrscheinlich jetzt noch aufhalten würden, hätte nicht jeder Ausflug irgendwann einmal ein Ende. Daher: Genug Zeit einplanen!

Holz und Energie. Die Region Murau will ab 2015 energieautark sein. Wie man dieses hehre Ziel erreichen möchte, zeigen die Stationen auf dieser Route. Acht sind es an der Zahl, darunter der Energielieferant „Biomassehof Naturwärme St. Lambrecht”, dessen Hauptwerk mit einer Kesselleistung von 3,2 Megawatt Privat- und Firmengebäude, das Stift St. Lambrecht und das Hotel St. Lambrecht mit Energie versorgt. Des Weiteren zählen Biowärme, Wind- und Wasserkraft zu den Tourenthemen. Holzstadtspaziergang. Er führt, nona, durch Murau, die Holz-Hauptstadt der Steiermark. 14 Stationen gibt’s für Interessierte zu besichtigen, allen voran das Rathaus, das bereits Zeiten als Bäckerei und Stall hinter sich hat, 2001 aber generalsaniert wurde – nach allen Regeln der Holzkunst, versteht sich. Himmel und Holz. Er sitzt auf einer Wolke, trägt eine Lederhose und scheint all jene zu segnen, die zu ihm (hin)aufblicken. Die Rede ist vom „Steirischen Herrgott”, einem Holzrelief des Hl. Isidor von Madrid, das in einer Hauskapelle in Krakauschatten oberhalb des Altars angebracht ist und im Rahmen dieser sakralen Tour besichtigt wird. 15 Kirchen liegen auf der Route, darunter beispielsweise das Stift St. Lamprecht. Zu sehen gibt es hölzerne Flügelaltäre sowie zahlreiche Holzkassetten- und Balkendecken.

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Max und Niels zu einer originalen Gast in Holzknechthütte.

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Spinnst du?

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„Und wie! Sogar seit Jahren schon“, lautet die fröhliche Antwort von Holzweltbotschafterin Maria-Elfriede Auer, während sie das Spinnrad in Schwung bringt, um zu zeigen, wie aus borstigem Flachs ein gleichmäßiger Faden gesponnen wird. Auf der Tour „Holzkultur, Mühlen & Museen“ entführt die Expertin Besucher nämlich an einen ganz besonderen Ort: die Brechlhütte in Peterdorf. Es ist eine der wenigen erhaltenen Stätten, an denen der Produktionsprozess vom Leinsamen bis hin zum fertigen Tuch anschaulich dargestellt werden kann. Bis 1956 wurde in dieser Hütte noch Flachs verarbeitet, vor zwei Jahren ist sie im Rahmen des Projekts der Landjugend „30 Stunden für die Gemeinde“ von 25 Jugendlichen unter fachkundiger Leitung runderneuert worden. Wer also in der Region auf Holzwelttour geht, sollte unbedingt in der Brechlhütte Station machen. Ein Glück, dass die Touren samt ihren Stationen nur als Vorschläge gedacht sind, d. h. die Routen nach eigenen Wünschen zusammengestellt werden können ...

Fotos: Kreuzer (3), Holzwelt Murau (2)

Weitere (Holz-)Touren


Rund um die Tour Viele der Stationen kann man in Eigenregie besuchen. Ratsam ist aber, an einer geführten Tour teilzunehmen. Kostenpunkt: ab 12 Euro pro Person.Teilweise ist dann auch für das leibliche Wohl gesorgt und die Betreuung durch die HolzweltbotschafterInnen inkludiert. Bei einigen Touren lädt man zum Abschluss zum Bierkulinarium. Die Routen sind übrigens nur als Vorschläge gedacht, eine individuelle Zusammenstellung ist daher nicht nur problemlos möglich, sondern durchaus erwünscht. Tipp für die Labestation: die Käferhube auf der Stolzalpe. Herrlicher Ausblick auf Murau! Die bodenständige steirische Küche gibt Kraft für die Weiterreise. www.kaeferhube.at Details: www.holzweltmurau.at, www.holzweltbotschafter.at, Tel. 0 35 32/20 000-11, reise@holzweltmurau.at

Foto: Graz Tourismus/Harry Schiffer, thecenteddrop.eu

TOUCH

MELISSE UND SALBEI Jedes Jahr werden die ungewöhnlichsten Ideen rund um die regionale Duftpflanze des Jahres ausgezeichnet. Heuer gab die „Melisse” bei der „Duftpflanzenoskarverleihung thescenteddrop 2014” in der Alten Universität in Graz den Ton an. 200 Gäste fanden sich bei der Verleihung des Preises ein. 2015 wird sich alles um den Salbei drehen. Infos: www.thescenteddrop.eu

DIE LANGE TAFEL DER GENUSSHAUPTSTADT Der absolute Höhepunkt des GenussHauptstadt-Jahres ist zweifellos die Lange Tafel, die auch heuer auf dem Grazer Hauptplatz für mehr als 700 Gäste gedeckt wurde. 27 Küchenchefs und ihre Teams, Organisatoren und Musiker sorgten dafür, dass der Abend für jeden unvergesslich bleiben wird. Ab 15. 11. sind Reservierungen für die „Lange Tafel 2015” möglich: www.graztourismus.at

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Vanille

Eat the beech

Zimt

Erstaunlicherweise sind es nicht nur die Früchte der Bäume, die in unserer Nahrungskette auftauchen. Kurioses und Kulinarisches zum Thema Holz. Von Peter Seebacher

Bucheckern

Süßholz und Lakritze

2014 wurde die Rotbuche zum Baum des Jahres gekürt. Wobei das helle, fast weißliche Holz eher weniger als Nahrungsspender bekannt ist. Auch der Ausruf „Ich fress’ einen Besen“ sollte vielmehr allegorisch interpretiert werden. Umfangreiche Studien haben ergeben, dass ein solcher selbst im gut gegarten Zustand einigermaßen unverdaulich ist. Nicht so hingegen die Früchte der Buche. Die dreikantigen Nüsse sitzen paarweise in einem struppig-rauen Fruchtbecher und sind durch eine braunglänzende Schale geschützt. Die Bucheckern spielten in der Vergangenheit auch in der menschlichen Ernährung eine Rolle. Trotz der leichten Giftigkeit wurde im 19. Jahrhundert und in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg aus den Nüssen Öl gepresst. Auch zur Herstellung von Kaffeeersatz wurden Bucheckern ähnlich wie Eicheln verwendet. Als Nischenprodukt erlebt kaltgepresstes Bucheckernöl heute wieder eine Renaissance. Gerühmt wird neben dem hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren auch der mild-nussige Geschmack, der gut zu Salaten, aber auch zu Pilz- und Wildgerichten passt. Das in rohen Bucheckern vorkommende, leicht giftige Fagin wird mittlerweile durch leichtes Rösten eliminiert.

Liebling Lakritze?

Wenn man vom „Süßholzraspeln“ spricht, weiß auch der durchschnittliche Österreicher, was damit gemeint ist, obwohl die Lakritze nicht unbedingt zu seinen Lieblingsnaschereien gehört. Ganz anders sieht es bei den Skandinaviern aus, die damit sogar 48

mit Salmiak versetzten Schnaps produzieren. Die Lakritze (Glycyrrhiza glabra), auch Süßholz genannt, ist ein Schmetterlingsblütler, der in der Mittelmeerregion und in Westasien beheimatet ist. Im Spätsommer blüht die Pflanze bläulich-violett, im Herbst werden die Wurzeln geerntet. Die medizinische Wirkung der Süßholzwurzeln war schon in der Antike bekannt. Die alten Ägypter schätzten Lakritze als Heilmittel und als Getränk. Auch Theophrastos von Eresos, der um ca. 350 v. Chr. lebte, verwendete Lakritze als Heilmittel gegen Husten und als Durstlöscher. Lakritze soll sogar zur Standardausrüstung der römischen Soldaten gezählt haben. Tatsächlich wirkt die Wurzel vor allem schleimverflüssigend und wird deshalb vor allem bei Husten, Bronchialkatarrh und anderen Erkrankungen der oberen Atemwege eingesetzt. Trotz aller guten Eigenschaften kann der, im Selbstversuch getestete, finnische Lakritzschnaps „Salmiakki“ nicht guten Gewissens empfohlen werden. Sicherlich ist es eine böse Unterstellung, dass Wattebäusche zu den Lieblingssnacks spindeldürrer Models gehören. Wahr ist aber, dass Cellulose als Lebensmittelzusatzstoff weitgehend eine anerkannte SelbstverständInfo lichkeit ist. Dazu muss Bucheckernöl. Momentan nicht man nicht einmal nach verfügbar, aber gelegentlich nachEngland reisen und die schauen auf: www.hartls-oele.at allgegenwärtigen Fish & Lakritz. Ob kräftig, mild, süßlich Chips samt Einwickelpaoder salzig – diese Lakritz-Vielfalt ist pier essen (gibt’s das überbesonders groß. worldofsweets.de haupt noch?). Es genügt, Cellulose. Mehr darüber findet sich in den heimischen Superauf: www.oeko-forum.ch/downmärkten Fruchtjoghurt, loads/Lebensmittelzusatzstoffe.pdf Orangensaft oder SpeiseVanillinzucker. Synthetisch oder eis in den Einkaufswagen nicht – der Dr. Oetker hat’s www.oetker.at zu packen. Tatsächlich ist


rEné rauschl

präsEntiErt…

Fotos: Fotolia

Lakritze gehört nicht unbedingt zu den Lieblingsnaschereien der Österreicher – ganz anders ist es bei den Skandinaviern.

das, was sich hinter der prosaischen Bezeichnung E 460 verbirgt, reinster Zellstoff, dem halt nicht die Ehre zuteilwurde, die krausen Gedanken der VIA-Autoren zu materialisieren. Und, was da nach Lebensmittelskandal klingt, ist durchaus erlaubt und hat auch seine Meriten. Cellulose ist der Hauptbestandteil von pflanzlichen Zellwänden und wird von der Lebensmittelindustrie als Zusatzstoff – als Verdickungsmittel, Füllstoff, Stabilisator und Trennmittel – eingesetzt. Auch als unverdaulicher Ballaststoff, der die Kalorien reduziert und die Darmtätigkeit anregt, ist die Cellulose sehr beliebt. Gesundheitliche Risiken sind nicht bekannt – von dem Verzehr von Wattebäuschen muss dennoch dringend abgeraten werden. Der aztekische König Montezuma soll täglich bis zu 50 Tassen Vanille-Kakao getrunken haben, was ihm aber schlussendlich im Kampf gegen die spanischen Eroberer auch nicht half. Die Spanier dürften von der Vanille aber schwer begeistert gewesen sein. Immerhin hüteten sie ihr Monopol so eifersüchtig, dass die illegale Ausfuhr der Schote mit dem Tod bedroht wurde. Heute ist die Sache etwas ungefährlicher, auch wenn Vanilleextrakt immer noch sehr knapp und teuer ist. Als Alternative zur natürlichen Vanille gibt es aber die Möglichkeit, das Aroma künstlich herzustellen. Grundstoff dafür ist Lignin, das als Nebenprodukt bei der Papier- und Zellstoffherstellung anfällt. Weltweit ist Vanillin der wichtigste Aromastoff, der synthetisch hergestellt wird. Verwendung findet er in Lebensmitteln wie Getränken, Speiseeis, Backwaren und Schokolade. Ob die weihnachtlichen Vanillekipfeln deshalb nicht eigentlich als Baumkuchen bezeichnet werden sollten, ist noch zu hinterfragen.

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FAHREN & ERFAHREN. Mit dem neuen C-Klasse T-Modell, der neuen Generation der CLSKlasse und dem S-Klasse Coupé vergrößert Mercedes-Benz seit Kurzem seine Palette exklusiver Lifestyle-Fahrzeuge. Gemeinsam ist den Newcomern ein klares und gleichzeitig emotionalsportliches Design und innovative Technik. Am besten „persönlich er-fahren” bei einer Probefahrt bei Wittwar ab 26. September, empfiehlt Andreas Oberbichler, GF der Konrad Wittwar Ges.m.b.H. Die neue Smart-Generation und der Jeep Renegade kommen im Spätherbst auf den Markt. www.pappas.at

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FORTSCHRITTLICH. Die Steiermark gilt in Fachkreisen immer mehr als das Green Tech Valley, als Zentrum für grüne Innovationen mit mehr als 20 globalen Technologieführern auf engstem Raum. Eco World Styria hat in einem partizipativen Prozess die neue Strategie „Green Tech Growth ’20” erarbeitet. Der internationale Konzern SECOP, Experte für energieeffiziente Kompressoren von Kühlgeräten, verlagert nun die globale Forschung und Entwicklung ins steirische Fürstenfeld. „Das kooperative Umfeld, das starke Partnernetzwerk, die hohe Entwicklungskompetenz und die innovative Mentalität waren für uns die entscheidenden Faktoren”, so Rudolf Lang, Leiter des neuen F&E Headquarters von Secop.

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Aktion gültig bis Ende 2014 FORST & FRAUEN. Das Netzwerk der Forstfrauen rund um Dagmar Karisch-Gierer (B. li.) macht wieder mobil und lädt von 3. bis 5. Oktober zur (Fach-)Exkursion in die Julischen Alpen im Nordwesten Sloweniens ein. Weiters finden den ganzen Oktober hindurch Veranstaltungen im Rahmen des Projekts „Wald in Frauenhänden” statt. www.forstfrauen.at

Fotos: go-art Georg Ott/Holzbaupreis Steiermark, proHolz, Wittwar/Wolf, Joachim Otter, Secop

proHolz Steiermark hat es sich zum Ziel gesetzt, das Bewusstsein in Richtung „Holz als Klimaschützer” zu schärfen. Unsere nachhaltig bewirtschafteten Wälder und die daraus entstandenen Holzprodukte schützen unser Klima, weil sie die Bildung von CO2 verhindern. Wettbewerbsrelevant sind Fotos, die diese Tatsache zeigen. Einsendeschluss: 16. November 2014. Hauptpreis: Je ein Wochenende für 2 Personen im Hotel-Restaurant Retter in Pöllauberg. Infos: office@proholz-stmk.at, www.holzistgenial.info


TRADE Bauen mit „Baum“ Es ist reizvoll, Architektur und seine Geschichte zu erfahren – mit einer Nähe, die einem sonst verschlossen bleibt. Das Projekt „openhouse” ermöglicht es privaten Bauherren und Holzbauinteressierten, Architektur auf Augenhöhe zu erfahren. Geführte Bus-Touren zu drei privaten Holzbauten und einem mehrgeschoßigen Wohnbau in Graz finden am 26. und 27. September statt. www. architektouren-graz. at Anmeldungen unter: holzbau@wkstmk.at, Tel. 0316/601 473.

Drei Dinge sind an einem Gebäude zu beachten: dass es am rechten Fleck stehe, dass es wohlgegründet, dass es vollkommen ausgeführt sei. Johann Wolfgang von Goethe

Exklusives Wohnen in Gratwein 15 Wohneinheiten mit Garten oder Terrasse

• Wohnungsgrößen von 62 m² – 67 m² – 73 m² • zentrale Lage • beste Infrastruktur • Bauweise ziegelmassiv • 2- oder 3-Zimmer-Wohnungen mit Balkon oder Terrasse • Bezug ab Sommer 2015 • Preis: ab € 2580,–/m² • Provisionsfreier Verkauf K&M Realitäten – Ing. Krainer Immobilientreuhand | Theodor-Körner-Straße 75 | 8010 Graz | Tel. 0650 / 458 80 10 | office@km-real.at | www.km-real.at


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Gesund und nachhaltig Doris Stiksl, Geschäftsführerin von proHolz Steiermark, über zukünftige Maßnahmen und ihren Massivholztisch.

Alle 40 Sekunden wächst in Österreich so viel Holz nach, dass daraus ein Einfamilienhaus gebaut werden kann. Welche Holzbauten sind Ihnen in letzter Zeit in der Steiermark besonders aufgefallen? Und warum? In der Steiermark sind einige sehr schöne Kindergärten, Krabbelstuben und Schulen mit Holz errichtet worden. Diese bieten unserem Nachwuchs optimale Lernbedingungen. Wie könnte man besser seine Wertschätzung gegenüber unseren Kindern zeigen? Gute Beispiele sind hier die Kinderkrippe Schönbrunngasse und die Volksschule Mariagrün in Graz, die Försterschule in Bruck/Mur, aber auch die Fachschule für Land- und Ernährungswirtschaft. proHolz bündelt die geballte Holzkompetenz der Steiermark – welche Projekte planen Sie diesbezüglich in der Zukunft? Wir arbeiten verstärkt im Bereich Aus- und Weiterbildung. Architekten, Planer und Bauingenieure müssen über Holz Bescheid wissen. „Holz“ soll in den Schulen und Universitäten ein fixer Lehrinhalt werden. Ebenso wichtig ist es, Bauherren für Holz zu begeistern. Das erreichen wir durch verstärkte Pressearbeit, spannende Exkursionen in Holzgebäude, aber auch durch gezielte Einzelaktivitäten mit Bauträgern. 52

Haben Sie das Gefühl, dass irgendwo der Holzwurm drin ist? In den Bauordnungen und Brandschutzbestimmungen sind Vorgaben drinnen, die den Möglichkeiten des zeitgemäßen Holzbauens nicht entsprechen und sie nicht berücksichtigen. Dadurch entsteht unnötiger Mehraufwand, um den Verordnungen Rechnung zu tragen, und das führt zu Verteuerungen. Hier besteht dringender Handlungsbedarf.

Doris Stiksl ist Geschäfts­ führerin von proHolz Steiermark.

Welche „Charaktereigenschaften“ von Holz schätzen Sie ganz persönlich? Dass Holz, wenn es Nutzungsspuren hat und altert, schön bleibt. Zum Beispiel mein massiver Esstisch: da sind kleine Einstiche von den Zirkelnadeln (Mathe-Hausübungen der Kinder), Furchen von Töpfen und Pfannen, Abdrücke von den Handwerksversuchen meines Sohnes. Trotzdem ist der Tisch noch immer wunderschön. Auch unsere Gartenbank, die nach zehn Jahren grau geworden ist, hat Charme. Weder ein Kunststoff noch ein anderes Hitech-Material hat diese Ausstrahlung. Näheres unter www.proholz-stmk.at

Fotos: claireliz ­ Fotolia.com, istock, Oliver Wolf

Wo sehen Sie den USP von Holz? Es ist nicht nur ein USP – das sind mindestens drei, die dieses Material auszeichnen: Zum einen ist es unser Baustoff – der nachhaltig vor unserer Haustüre wächst,mehr als wir verbrauchen. Zweitens schafft Wohnen mit und in Holz Wohlbefinden und stärkt unsere Gesundheit. Und das passiert nachhaltig. Wer mit Holz baut und lebt, agiert im Sinne des Generationenvertrages. Selbst am Ende der Nutzung kann Holz noch einen Sinn erfüllen, ohne die Umwelt zu belasten. Diese Vorteile bietet kein anderer Baustoff.


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Bau auf Holz Almhüttenstil war einmal. Neue Technologien und Werkstoffe lassen alle architektonischen Möglichkeiten offen. Nachhaltigkeit und Ökologie inklusive. Von Peter Seebacher

„Fast alles ist möglich“, so die Einschätzung von Andreas Voit, Architekt und Experte in Sachen Holzbau, auf die Frage, wo er die Grenzen der architektonischen Gestaltungsmöglichkeiten sehe. Damit sollte es auch keinen Zweifel mehr geben, dass sich der Holzbau ganz offensichtlich vom rustikalen Almhüttenstil emanzipiert hat. Nicht zuletzt aufgrund neuer 53


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„… Behaglichkeit des Wohnens im Holzhaus“

Architekt Andreas Voit ist Experte für Holzbau. www.holzarchitekten.at office@holzarchitekten.at 54

Neue Werkstoffe und technologien bieten den architekten beinahe uneingeschränkte Gestaltungsmöglichkeiten.

Technologien und Werkstoffe, die nicht nur Auswirkungen auf die ästhetische Komponente haben, sondern auch andere Dimensionierungen im Holzbau zulassen. So steht in London das höchste Wohngebäude der Welt aus Holz. Für das neungeschossige Bauwerk wurden fast 1.000 Kubikmeter Holz aus österreichischen Wäldern verbaut. Durch Vorfertigung der Wand- und Deckenelemente gelang es der Firma KLH aus dem steirischen Katsch an der Mur, das 29,75 Meter hohe Gebäude in einer Bauzeit von nur 18 Monaten zu errichten. Was sich hinter dem Kürzel KLH versteckt, ist das sogenannte Kreuzlagenholz, bestehend aus kreuzweise übereinanderliegenden Fichtenlamellen, die unter hohem Druck zu großformatigen Massivholzelementen verleimt

werden. Ein Verfahren, das technische Vorteile wie maximale statische Belastbarkeit und Formstabilität mit der natürlichen Ästhetik des Werkstoffs verbindet. Ein ähnliches Produkt ist CLT – cross laminated timber – aus dem Stora-Enso-Werk in Ybbs an der Donau, mit dem ein mehrgeschossiger Wohnkomplex in Hamburg errichtet wurde. Im Übrigen soll 2025 in Stockholm ein 30-stöckiges Holzgebäude gebaut werden. Hierorts sind die baugesetzlichen Hürden für derartige Projekte allerdings noch immer ziemlich hoch. „Aktuell lässt die steirische Bauordnung nur Holzbautenbis zu einer Höhe von maximal vier Geschossen zu“, bedauert Bernd Haintz, Geschäftsführer der Landesinnung Holzbau die gesetzlichen Restriktionen. Wobei entgegen der land-

Fotos: holz.architekten

Was spricht für Holz als Baustoff? andreas Voit: Holz hat gegenüber anderen Materialien den Vorteil einer schnellen, flexiblen und trockenen Bauweise. Dazu kommt, dass ein Gebäude aus Holz immer angenehm temperierte Wände hat. Mittlerweile ist es darüber hinaus so, dass neue Technologien und Materialien auch bezüglich der architektonischen Gestaltung alle Möglichkeiten offen lassen. Ist der Ruf von Holz als ein nachhaltiger und ökologischer Baustoff ein Verkaufsargument? Es wäre jetzt übertrieben zu sagen, dass diese Qualitäten das primäre Argument sind, um mit Holz zu bauen. Ein Hauptargument ist sicher die Behaglichkeit des Wohnens im Holzhaus. Wir planen natürlich so ökologisch wie möglich – mit sehr positivem Feedback seitens unserer Kunden. Dafür wird auch gern in Kauf genommen, dass die Kosten der Holzbauweise in der Regel doch etwas höher liegen. Sind Österreich und im Speziellen die Steiermark Vorreiter in Sachen Holzbau? Europaweit liegt Österreich, was das Thema Holzbau betrifft, ganz gut im Rennen. Die Steiermark ist nach Vorarlberg sicher das Bundesland, das diesbezüglich richtungsweisend ist. Mittlerweile werden schon mehr als 30 Prozent aller Wohnbauten mit Holz errichtet. Wie sehen Sie die Zukunft von Holz als Baustoff? Grundsätzlich bin ich da sehr optimistisch, weil der Baustoff zunehmend auch für mehrgeschossige Gebäude verwendet wird. Holz ist auch der ideale Baustoff, wenn es darum geht, im städtischen Bereich Verdichtungen vorzunehmen. Das ist jener Bereich, wo es vor allem darauf ankommt, leicht, schnell und flexibel zu bauen.


trade

„Man muss sein Leben aus dem Holz schnitzen, das man zur Verfügung hat.“ theodor Storm

Beinahe jedes dritte Haus im privaten Wohnbau wird mittlerweile schon in Holzbauweise errichtet. Im öffentlichen Bereich ist man da noch nicht ganz so weit.

ITALIENISCHES DESIGN IN REINKULTUR

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Hochwertige Materialien: der Besteckeinsatz ist in Nussholz gefertigt.

ine moderne, hochwertige Küchenkollektion gibt es bei INSIDE Einrichtungen in Graz. Die Varenna-Kollektion interpretiert die zeitgenössische Küche in ihrer ganzen Vielfalt. Die beste Zusammenstellungsfreiheit für originale Vorschläge, die durch eine weite Materialpalette, Fertigstellungen und Farben bestimmt ist. Das Projekt der Küche spiegelt die Individualität des Bewohners wider: Technisch fortgeschrittene Lösungen und eine immer persönlichere stilistische Deklination kennzeichnen das Konzept Poliform des modernen Hauses. Die Materialien werden zu Protagonisten dank der breiten Oberflächen und der nüchternen Volumen.

die Verarbeitung der Fronten, der Seiten und der arbeitsplatte erfolgt auf Gehrung.

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holz.architekten www.holz.architekten.at KLH Massivholz GmbH www.klh.at CLT – Cross Laminated Timber www.clt.info Holzbau Steiermark www.holzbau-graz.at Almwellness Hotel Pierer www.hotel-pierer.at Architekturpreis 2015 www.dasbestehaus.at

läufigen Meinung der Brandschutz kein Problem darstellt. „In Wirklichkeit verhält sich Stahl bei Bränden wesentlich problematischer als Holz“, so Architekt Voit. Bauen mit Holz ist jedenfalls stark im Kommen. Die Vorteile lägen dabei klar auf der Hand, wie Andreas Voit erklärt: „Holz ist der ideale Baustoff, wenn es darum geht, schnell, leicht und flexibel zu bauen.“ Was sich mittlerweile auch herumgesprochen haben dürfte, denn im privaten Wohnbau wird schon beinahe jedes dritte Haus in Holzbauweise errichtet, auch wenn die Kosten etwas höher sind als bei konventioneller Bauweise. Nachhaltigkeit und ökologische Bauweise sind da sicher Argumente, wobei die Meinungen in der Branche geteilt sind, ob es sich hier um ein kaufentscheidendes Kriterium oder um ein bloßes „Nice-to-have“ handelt.

Vom Zirbengeruch ...

Anders als bei den Häusern im privaten Bereich sei bei den öffentlichen Bauprojekten der Anteil an Holzbauten noch relativ gering, bedauert Bernd Haintz die Situation, wobei die Zurückhaltung eher auf die wirtschaftliche Lage im Allgemeinen als auf Vorbehalte gegenüber dem Baustoff zurückzuführen sei. Um Holz als Baumaterial noch mehr ins allgemeine Bewusstsein zu 56

rücken, bietet die Landesinnung Holzbau am 26. und 27. September von Architekten geführte Bustouren an, um die äußeren und inneren Qualitäten des Holzbaus einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Gerade auch die Verwendung des Materials im Innenbereich hat sehr viel Charme. „Im Gegensatz zu Beton oder Ziegeln ist Holz immer angenehm warm“, so Andreas Voit. Dazu kommt auch noch, dass vor allem die Verwendung von Zirbe im Innenbereich jahrelang für angenehmen Geruch sorgt.

... und der Wärme des Materials

Eine Philosophie, der man sich auch im Almwellness Hotel Pierer auf der Teichalm verschrieben hat. Theresia Pierer: „Holz bedeutet für uns Wohlgefühl und Wärme im Einklang mit der Natur. Für uns ist Holz auch ein wichtiger Energielieferant, da wir eine Hackschnitzelanlage zur Energiegewinnung betreiben.“ Die Familie Pierer hat die umliegende Natur des Naturparks Almenland als Vorbild für das Design des Hotels genommen. Die Alm findet sich dabei an allen Ecken und Enden des Hauses wieder. Gästen fällt schon bei der Ankunft an der Rezeption die komfortable, hochwertige und natürliche Ausstattung aus Fichtenaltholz und Eiche positiv auf. Der Stil setzt

Fotos: Harald Eisenberger, Pierer

Kontakte


VORREITER IN SACHEN HOLZ

Nachhaltigkeit und ökologische Bauweise sind starke Argumente. Immer mehr Hotelbesitzer setzen in der Steiermark auf Holz. Ein Paradebeispiel ist das Hotel Pierer auf der Teichalm. „Unsere Gäste schätzen die Ehrlichkeit dieses Materials”, weiß Theresia Pierer.

Ott, Graz, Nussmüller Architekten ZT GmbH

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PROMOTION. Fotos: Paul

sich durchgehend auch in den Zimmern und Suiten, im Wellnessbereich wie im Restaurant durch. „Unsere Gäste lieben den Duft und die warme Farbe des naturbelassenen Holzes und schätzen die Einfachheit und Ehrlichkeit dieses Materials“, weiß die Hotelchefin aus vielen Rückmeldungen. Nicht zu unterschätzen sind die Vorteile der Holzbauweise auch, wenn es um Flächenverdichtungen in innerstädtischen Ballungsbereichen geht. Gerade dort, wo schnelle und fl flexible exible Bauweise gefordert wird, ist Holz das ideale Material. Auch wenn es darum geht, nicht mit dem Ortsbild- oder Denkmalschutz in Konfl Konflikt ikt zu geraten. Natürlich hat der Baustoff Holz auch seine Schwächen und Grenzen. So angenehm warme Wände in der kalten Jahreszeit sind, so unangenehm ist es, wenn sich im Sommer die Hitze staut – ein Problem, das sich aber mit Speichermassen aus natürlichen Materialen wie beispielweise Lehm leicht lösen lässt, so Andreas Voit. Und wichtig sei auch der konstruktive Holzschutz. Denn nur wenn Holz wieder austrocknen könne, sei die Lebensdauer der Gebäude über Generationen garantiert. Den Beweis dafür können jahrhundertealte Almhütten jederzeit antreten.

Wie man Holz zukunftsweisend einsetzen kann, zeigt das Architekturbüro Nussmüller. er ernsthaft über Nachhaltigkeit und Ökologie spricht, kommt an Holz nicht vorbei.“ So der O-Ton im Architekturbüro Nussmüller. Zwei aktuelle Projekte im konstruktiven Holzbau, das Zentrum Reininghaus Süd in Graz und die Sanierung Johann Böhm in Kapfenberg, zeigen, wie Holz auf unterschiedlichste Weise effizient und zukunftsweisend eingesetzt werden kann. Mit dem Projekt Zentrum Reininghaus Süd konnte zum ersten Mal ein fünfgeschoßiger Holzbau mit Sichtholzdecke im sozialen Wohnbau in der Steiermark realisiert werden. Das Projekt wurde mehrfach im Sektor „Nachhaltiges Bauen“ ausgezeichnet, wie etwa mit dem ÖGUT Umweltpreis 2013 in der Kategorie „Stadt der Zukunft“. Bei der ebenfalls prämierten Sanierung eines 60er-Jahre-Wohnhauses zu einem Plusenergiegebäude wurde eine Holzfertigteilfassade entwickelt, die unter anderem die gesamte Gebäudetechnik in sich aufnehmen kann. Bereits seit über einem Jahrzehnt setzt das Büro Nussmüller auf den ökologischen Baustoff, leistet Forschungsarbeit und setzt zahlreiche Pionierprojekte mit diesem www.nussmueller.at Werkstoff um.


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Der Wald-Wissenstest

Wie viel Sauerstoff produziert eine 20 Meter hohe Fichte, und was bedeutet der Begriff Brandigkeit? Testen Sie Ihr Holz- und Wald-Wissen und gewinnen Sie einen Aufenthalt im Holz-Hotel! Von Peter Seebacher

2. Der österreichische Wald ist gekennzeichnet von großem Artenreichtum. Natürlich vorkommend sind A Eiche und Buche B Fichte und Tanne C 65 Baumsorten 3. Eine 20 Meter hohe Fichte produziert täglich A 21.000 Liter Sauerstoff – so viel wie 35 Menschen pro Tag zum Atmen brauchen B 2.100 Nadeln – so viel wie man für einen Liter Fichtennadelshampoo braucht C 210 Fichtensamen – so viel wie ein Eichhörnchen täglich verzehrt 58

4. Holz ist der perfekte Speicher für Kohlendioxid. Über den gesamten Lebenszyklus hinweg gibt Holz niemals mehr Kohlenstoff ab, als es zuvor der Luft entnommen hat. Deshalb bezeichnet man Holz auch als A kongenial B bilateral C CO2-neutral 5. 30 Millionen Kubikmeter Holz wachsen jährlich in Österreich nach. Damit könnte man A 700.000 Spanferkel braten B 800.000 Häuser bauen C 900.000 Osterfeuer entzünden 6. Kein Holzstamm gleicht dem anderen, dementsprechend muss jeder einzelne vermessen werden. Die Zopfstärke beschreibt A Schneewittchens Haarpracht gemessen in Zoll B Durchmesser am schwächeren Ende des Rundholzes in Zentimetern C Gewicht von festlichem Milchgebäck in Dekagramm

Fotos: Fotolia 3x , MEV, Harald Eisenberger

1. Österreich ist ein sehr waldreiches Land. Den Spitzenplatz nimmt dabei die Steiermark ein. Welchen Anteil hat die Waldfläche an der Gesamtfläche der Steiermark? A 55 Prozent B 61 Prozent C 67 Prozent


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7. Holzstamm ist nicht gleich Holzstamm. Die Qualität spielt dabei eine große Rolle. Was bedeutet der Begriff „Brandigkeit“? A Durch Fäule verursachter Holzabbau im Kernholz der Lärche B Körperlicher Zustand nach diversen Festivitäten C Dringender Einsatz der freiwilligen Feuerwehr 8. Auch die österreichische Papierindustrie benötigt den Rohstoff Holz. Davon braucht man für die Produktion von einer Tonne Zellstoff A fünf Festmeter B sechs Tachometer C sieben Mann-O-Meter 9. Um aus Holz Zellulose und in weiterer Folge Papier zu erzeugen, muss eine bestimmte Substanz durch den Kochprozess herausgelöst werden. Diese heißt A Nikotin B Terpentin C Lignin 10. Traditionelle Holzverbindungen haben teilweise sehr poetische Bezeichnungen. Eine der stabilsten und optisch ansprechendsten bezeichnet man als A Amselkopfverbleiung B Schwalbenschwanzzinken C Krähenfußzacken

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Ein Almgenuss-Gutschein für zwei mal zwei Nächte samt 6-Gänge-Gourmetmenü führt die Holzquiz-Gewinner ins Hotel Pierer auf die Teichalm.

Gewinnen Sie einen Urlaub mit Almblick! Schicken Sie uns so schnell wie möglich eine E-Mail mit den richtigen Antworten zum Holzquiz unter via@cm-service.at. Unter den ersten zehn richtigen Mail-Antworten ziehen wir den Hauptgewinn: Zwei mal zwei Nächte für je zwei Personen im Almwellness-Hotel Pierer! Dort, wo ausgezeichnete Wellness, prämierte Kulinarik und faszinierende Natur die Hauptrollen spielen! Mehr unter www.hotel-pierer.at

GESUNDES WOHNEN MIT AUSZEICHNUNG Öko-Pionier TEAM 7 überzeugt mit Naturholz und preisgekröntem Design

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ie Themen Bio und Öko sind derzeit in aller Munde. TEAM 7 ging bereits in den 80er Jahren als Pionier den Weg der nachhaltigen Produktion und verfolgt ihn bis heute. Die maßgefertigten Möbel der österreichischen Manufaktur vereinen die Sinnlichkeit von Naturholz mit zeitgemäßem, preisgekröntem Design und innovativer Technik.

TEAM 7 verarbeitet ausschließlich europäische Laubholzarten aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Die Möbel von TEAM 7 werden im eigenen Werk in heimischer Handarbeit gefertigt. Das ermöglicht die Kontrolle über den gesamten Fertigungsprozess – vom Baum bis zum fertigen Möbel. www.team7.at


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Die Natur ins Haus holen

Der steirische Holzbaupreis Alle zwei Jahre werden Holzbauerinnen/ Holzbauer, Architektinnen/Architekten, planende Baumeisterinnen/Baumeister aber auch Bauherrinnen/Bauherren und Bauträger eingeladen, ihre Projekte im Rahmen der Vergabe des Steirischen Holzbaupreises einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. www.holzbaupreis-stmk.at

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Ihr Atelier in Semriach wurde 2013 mit dem Steirischen Holzbaupreis ausgezeichnet. Wie lange trugen Sie sich schon mit dem Gedanken, einen Raum für Ihre Kunst zu errichten? annemarie dreibholz-Humele: Zwanzig Jahre lang besitze ich das Stück Land, das ich wegen der Höhenlage und der guten Luft erworben habe – Semriach ist ein Luftkurort auf 800 Metern Seehöhe. Zuerst war ein Familienhaus geplant, aber dieses Projekt scheiterte am Flachdach, welches keine Baugenehmigung erhielt. Jahre vergingen und die Familienstruktur und das Projektziel änderten sich. Ein Atelierhaus zu bauen, wurde die neue Wunschvorstellung. Ich bereiste unter anderem den Bregenzerwald, wo die ersten gedanklichen Annäherungen zur Architektur in Holz stattfanden. Kurz darauf trat Architekt Johannes Kaufmann in unser Familienleben, Vorarlberg rückte näher. Häuser aus seiner Planung und die hohe Qualität der Ausführung kannte ich da bereits. Herr Kaufmann, Sie meinten vor Kurzem, Sie seien genetisch vorbelastet, was Holz angeht ... Johannes Kaufmann: Ja, ich stamme aus einer Vorarlberger Zimmermannsdynastie

und fühle mich sehr vertraut mit dem Werkstoff und seinen Möglichkeiten. So kann ich auch die Beschaffungswege kurz halten. Mit Ihrem beruflichen Hintergrund – Sie unterrichten an der TU Graz – wollten Sie auch einen Beitrag zur Baukultur leisten. annemarie dreibholz-Humele: Meine Vorstellung vom Raumprogramm war klar; ein großer Raum zum Arbeiten und eine Möglichkeit zum Wohnen waren die Vorgabe an den Architekten. Die äußere Form des Gebäudes war für mich genauso wichtig wie die Innenraumplanung des Objekts. Die endgültige Form des Gebäudes entstand dann infolge der räumlichen Anordnung und Position des Gebäudes am Hang; die Langhausform mit Satteldach findet sich auch in den Scheunen der dörflich-landwirtschaftlich geprägten Umgebung wieder. Bedenken gab es bezüglich der Holzlattung, die das Dach überzieht ... annemarie dreibholz-Humele: Ja, aber das war mein ausdrücklicher Wunsch. Das gesamte Haus sollte mit diesem „Lattenscreen“ überzogen sein. Darunter wurde ein Trapezblechdach errichtet und es wurde für

Fotos: go-art Georg Ott/Steir. Holzbaupreis

Wenn ein „Hauskörper“ aus Holz in vier Tagen aufgestellt wird: Im VIA-Interview erläutern Bauherrin und Architekt die Entstehungsgeschichte, die hinter diesem Beitrag zur Baukultur steckt. Von Daniela Gross


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eine gute Wartungsmöglichkeit der innen­ liegenden Dachrinnen gesorgt. Johannes Kaufmann: Der Lattenscreen kann auf der Hangseite nahezu komplett mittels eines Schiebefaltmechanismus ge­ öffnet werden. Die Landschaft ist im Ate­ lierraum präsent, die Außenraumwirkung kann stufenweise abgemindert werden. „arbeitsstätte und Landschaft” als Grundthemen dieser Bauaufgabe werden mit äußerster Klarheit und Präzision durch den gewählten Bautypus einer „Scheune” miteinander verschränkt. Fichte als außenhülle, Weißtanne im Innenbereich und eiche sind die eingesetzten Holzarten. Mehr Infos unter www.jkarch.at.

Wie gestaltete sich der Ablauf?

annemarie dreibholz-Humele: Am 12. September 2012 fand die Bauverhand­ lung statt, und schon im Dezember wur­ de mit dem Fundament begonnen. Spren­ gungen waren notwendig, da der steile Hang kein einfacher Bauplatz war. Dann kam der Schnee. Über den Winter wurden die in der Abbundhalle in Vorarlberg gefer­ tigten Bauelemente in Folie verpackt und mit Montagebügeln versehen. Im Februar 2013 wurde der gesamte „Hauskörper“ vom Ländle auf den Semriacher Berg in die Stei­ ermark transportiert. Eine großartige logis­ tische Leistung! Die gute Zusammenarbeit mit dem Holzbaubetrieb des Bruders von

Architekt Kaufmann, Michael Kaufmann, und das konzentrierte Arbeiten des einge­ spielten Teams ermöglichten die Aufrich­ tung des gesamten Hauses in nur vier Tagen. Das muss auch für Sie als Expertin ein einzigartiges Erlebnis gewesen sein. annemarie dreibholz-Humele: Ja, abso­ lut. Wie eine Geschenkspackung hinterließ man mir mein Haus. Alles in Folie einge­ wickelt, alles geschützt gegen die winterli­ chen Niederschläge. Ende März wurde der Innenausbau dann in einer kurzen Woche fertiggestellt. Die Vorfertigung ist ganz generell ein zentrales Thema bei Ihnen!? Johannes Kaufmann: Ja, wir bauen zum Beispiel Hotels, die mit herkömmlichen Ma­ terialien in 14 Monaten fertig wären, durch die Vorfertigung in acht Monaten. Mir per­ sönlich ist dabei auch die soziale Nachhaltig­ keit wichtig: Unsere Mitarbeiter sind auf diese Weise in der Mittagspause zu Hause bei ihren Familien – und nicht auf der Baustelle.

RUBNER: WOHNPROJEKT VILLA VINEA IN KITZECK/SÜDSTEIERMARK

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er Weinbauort Kitzeck in der Südsteier­ mark liegt in einer der schönsten und klimatisch begünstigsten Landschaften Österreichs – ein idealer Ort für maßge­ schneiderte, ökologische und wohngesunde Häuser. Realisiert werden diese demnächst vom Holzbauspezialisten Rubner Haus. Auf knapp 12.500 Quadratmetern sollen bis zu 13 neue Baugründe entstehen. Künftige Bau­ herren können zusätzlich zu ihrem Grund­ stück gleich ein Haus von Rubner dazuer­ werben. Ob puristisch, zeitlos modern oder

mediterran – jedes Haus wird von Rubner individuell auf die Wünsche der Bauherren abgestimmt und fügt sich dabei dennoch harmonisch in das architektonische Ge­ samtkonzept des Projekts „naturnahes Woh­ nen in bester Lage“ ein – ob als neues Zu­ hause oder als Zweit­ bzw. Alterswohnsitz.

Weitere Informationen gibt es unter haus.kitzeck@rubner.com


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Wie man Lampen zum Tanzen bringt. Heimisches Nussholz verwendete Georg Mähring für die „Three Legged Lamp”, die Lampenschirme sind handgefertigt. Erhältlich ab 850 Euro.

Das Wilde und Rohe fasziniert Georg Mähring an Holz. Von Daniela Gross Er beherrscht die Herstellung japanischer Holzverbindungen genauso wie die alte Konstruktionsmethode, trockeneres Holz in feuchteres Holz einzuzapfen, um nach der Trocknung eine hohe Endfestigkeit zu erhalten. Wie der Grazer Georg Mähring arbeitet, was ihm Holz bedeutet und welch feinsinnige Herangehensweise er für seine Möbelstücke gewählt hat, lässt sich am besten an der Geschichte von „Carolines Cabinet“ erzählen. Am Anfang war ein runder Hochzeitstag. Carolines Cabinet ist eine hängende Schatztruhe aus amerikanischem Ahorn und Zedernholz – ein Auftragswerk für einen Ehemann, der nach einem speziellen Geschenk für seine Liebste suchte. Ein Kästchen zur Aufbewahrung persönlicher Gegenstände sollte es werden, in dem sich die geheimnisvolle Lieblichkeit seiner Frau widerspiegelt. Die Ladenböden und die Hinterwand wurden aus duftendem Zedernholz gefertigt. Die asymmetrisch gewölbte Türe verleiht dem Stück einen besonderen Charakter. Und zur spielerischen Interaktion lädt eine versteckte Türöffnung ein. Georg Mähring ist einer der wenigen, die viel Sinn für solche Hintergründe haben, und er geht mit Verve an die Umsetzung heran. Nichts Schöneres kann sich der 42-Jährige vorstellen, als mit Holz zu arbeiten. Es sei Wachstum, Verwandlung und Individualität. So ist es auch nicht verwunderlich, wenn er der Ulme eine „unverwechselbare Sprache“ attestiert und Furniere auf der Bandsäge händisch fertigt. Dass er seinem benachbarten Bauern ganze Baumstämme abkauft, um sie zu Möbelstücken zu verarbeiten, beweist nur noch mehr, dass Holz bei Georg Mähring in besten Händen ist.

Info Georg Mähring Glacisstraße 67, 8010 Graz Tel. +43 664 5372238 georg@maehring.at http://maehring.at

Die Beine des Schreibtischs sind nach einem alten Verfahren „durchgezapft”(ab 2.900 Euro), für die Herstellung des Präsentationstisches aus einem „Riesenbaum” zog Mähring kurzfristig in eine größere Werkstatt. Der Ulmentisch ist ab 3.400 Euro zu beziehen.

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Fotos: habemich.com, Markus Kaiser Photography, Animal Design Studio

Der mit dem Holz tanzt


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Kontakt Hotel Gabrielli Riva degli Schiavoni 4110 I-30122 Venezia Tel. +39 (0) 41/523 15 80 info@hotelgabrielli.it www.hotelgabrielli.it

Ein Stück Heimat ...

Alle Fotos: Andrea Avezzù

... in Venedig. Um die Jahrhundertwende ließ Andreas Perkhofer, der damalige Besitzer des Hotel Gabrielli, eine Zirbenstube errichten. Wenige Minuten vom Markusplatz entfernt, mit wunderschö­ nem Blick auf die Lagune von Venedig, liegt das Hotel Gabrielli an der Riva degli Schiavoni. Außer durch den wohligen Duft des Meeres werden die Sinne der Gäs­ te auch durch einen anderen Geruch ange­ regt. Einen Duft, den man nicht sofort mit Venedig verbindet. Die heimeligen Aromen von Zirbenholz steigen dem Besucher in die Nase, wenn er die Tiroler Stube im Piano nobile des Hotels betritt. Seit 1850 wird das Haus ambitioniert von der österreichischen Familie Perkhofer geführt. Im Zuge eines Umbaus wurde die typische Tiroler Stube

Von Daniela Gross

– wohl als eine Reminiszenz an die Heimat – errichtet. „Eigens aus Innsbruck kamen die edlen Hölzer und das Fachwissen, um hier einen gemütlichen und alpenlän­ dischen Ort zu schaffen“, weiß Johanna Perkhofer, die das Hotel zusammen mit ihrer Schwester Francesca führt, aus Erzählungen. Die Gäs­ te konnten somit nach dem Abendessen in geselliger Runde bei einem Gläschen Wein zusammensitzen. Und auch wenn das Le­ ben schneller geworden ist, erfreut sich die ,Zirbelstube‘ großer Beliebtheit und kann noch immer für besondere Anlässe reser­ viert werden.

UrSteirisch WOHLFÜHLEN

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ischlereien gibt es viele. Aber es gibt nur eine Wohlfühl­ tischlerei: das Traditions­ unternehmen Knaus in Schützing bei Riegersburg. Handwerkliches Können und sorgfältig ausge­ wähltes Holz machen hier aus zeitlos schönen Möbeln Antiqui­ täten von morgen. Vom Whisky­ Knauf über Biomöbel bis zu De­ signerstücken reicht die breite Palette. Besondere Spezialitäten

der Vulkanland­Tisch­ lerei: strahlenfreie Zirbenbetten und Re­ vitalisierung bzw. An­ fertigung authentischer Kasten­ stockfenster. Diese spielen auch in Sachen Energieeffizienz alle Stückerl. Seit einem Jahrhundert lebt der Familienbetrieb seine „urSteirische“ Philosophie. Mehr dazu auf www.knaus.at, Tel.: 0 31 52/26 18.


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Kontakte www.viktorsteinwender.at office-graz@viktorsteinwender.at www.riva1920.it

Möbel aus Massivholz. duftende ätherische Öle und liebevolle Verarbeitung machen den Zauber von Produkten aus dem Hause riva aus. die Hölzer werden mit Öl und Wachs behandelt, um die Beschaffenheit des Holzes hervorzuheben. die verwendeten Hölzer stammen aus Baumstammsektionen.

Massive Manifeste

„Das Material Holz ist in der gehobenen Inneneinrichtung nach wie vor der Bestseller“, weiß René Rauschl, „allerdings ist die Oberflächenbearbeitung, die Veredelung und Verfremdung des Materials, ein wesentlicher Gestaltungsfaktor geworden.“ Silber- und Goldpatinierungen, Kombinationen mit Glas und Edelstahl, etwa tausend Jahre altes Kauriholz aus Neuseeland und Bambusfurniere in Kombination mit feinstem Leder lassen der Kreativität des Planers jede Menge Spielraum. Das Handwerk und die Liebe zum Detail stehen im Vordergrund.

„Alles muss raus… Ab 18.09.2014 bauen wir um und veranstalten daher einen Umbauabverkauf mit Flohmarkt. Designermöbel, Leuchten, Polstermöbel, Einzelstühle, Spiegel, Teppiche, Bilder, Accessoires u.v.m. zu Superpreisen!" René Rauschl

Seit Jahren verwendet Riva in seiner Produktion nur Öle, Naturwachse und Vinylleime ohne Formaldehyd. „Sicher gibt es einfachere Methoden bei Holz, aber dieses lebendige Material verlangt geradezu nach natürlichen Bearbeitungen“, ist sich Davide Riva sicher: „Holz ist eine erneuerbare Ressource, aber nicht unendlich. Nur eine bewusste Verwendung unseres Waldbestandes garantiert einen richtigen Ausgleich des Ökosystems. Unsere Möbel werden ausschließlich mit Holz aus kontrollierten Aufforstungsgebieten hergestellt.“

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Fotos: Riva 1920

Möbelstücke, die die Zeit überleben und die Umwelt respektieren: Die Modelle des italienischen Traditionsunternehmens „Riva 1920“ gibt es im Einrichtungshaus Viktor Steinwender in Graz.

Viktor Steinwender GmbH Landhausgasse 7, A-8010 Graz Tel. (+43) 316/81 72 57, Fax: DW-11 e-mail: office-graz@viktorsteinwender.at www.viktorsteinwender.at

I n n e n a r c h I t e k t u r • M ö b e l d e s I g n • t e x t I l e g e s ta lt u n g • l I c h t p l a n u n g • I n n e n a u s b a u • s t o f f s t u d I o • r e n o v I e r u n g e n • o u t d o o r M ö b e l


HOLZ IM GARTEN Mehr als 50 Jahre Erfahrung: Holz Riegler.

„Holz ist ein begehrter Baustoff.” Architektin Andrea Röthl setzt verstärkt auf die Fertigteilbauweise in Holz.www.roethlarchitektur.com

Holz statt Stahl Der technologische Fortschritt lässt Holz immer attraktiver werden. Vorwiegend Vorteile sieht auch Architektin Andrea Röthl aus Leoben.

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ergolen, Hochbeete, Zäune, Sicht- und Lärmschutzwände aus Holz nutzen freie Flächen, vergrößern den Lebensbereich und machen jeden Garten „wohnlich“. Carports schützen nicht nur das Auto, sondern setzen auch ein architektonisches Statement. Ebenso Terrassenböden und Schwimmbadumrandungen.

Warum haben Sie sich in Ihrem eigenen Haus in besonderem Maße für Holz entschieden? Andrea Röthl: Weil der Werkstoff Holz über viele positive Eigenschaften verfügt. Im Innenbereich trägt er zur Behaglichkeit der Räume bei. Bei Holz in möglichst naturbelassenem Zustand, also z. B. geölt, werden die Haptik und die Oberflächentemperatur als sehr angenehm empfunden.

Holz Riegler hat mit Holz im Garten seit über 50 Jahren Erfahrung. Für alle Erzeugnisse werden ausschließlich heimische Hölzer verwendet, und imprägniert wird selbst im Werk. Das bedeutet kurze Transportwege und beste Qualität, und das begehrte „Austria Gütezeichen für kesseldruckimprägniertes Holz“, das durchgängig seit 1988 (!) geführt wird, gibt Sicherheit.

Welches Holz bevorzugen Sie? Unabhängig von der Art des Holzes bevorzuge ich möglichst naturbelassene Hölzer für den Einsatz im Innenraum. Als Holzschutz kann eine Lasur verwendet werden, bei der die Holztextur sichtbar bleibt, bzw. beim Einsatz als Fußboden kann das Holz geölt werden. So bleiben die positiven Eigenschaften erhalten.

Riegler Holzindustrie GmbH 8564 Krottendorf 219 Tel. +43 (0)3143 2241-0

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In welchem Konnex wurde Holz bei Ihren Projekten bisher verwendet? Sehr unterschiedlich. Wir verwenden es im Wohnbau, für gewerbliche Objekte sowie zur Gestaltung im Innenbereich. Das Baumaterial Holz hat durch den hohen Vorfertigungsgrad den Vorteil einer raschen Bauweise, und es bedarf keiner Austrocknungszeit. Bei Vorgaben für kurze Bauzeiten ist dies ein entscheidender Vorteil. Weiters ist Holz durch den technologischen Fortschritt ein sehr begehrter Baustoff. Dort, wo früher aufgrund der Spannweiten nur Stahl- oder Stahlbetonträger eingesetzt werden konnten, setzen wir beispielsweise Holzträger ein. Die Fertigteilbauweise in Holz ist bei unseren Einfamilienhauskunden aufgrund der kurzen Bauzeit und aus ökologischen Gründen sehr beliebt.

Auf eine umfassende Beratung wird bei Holz Riegler besonderer Wert gelegt, denn alle Produkte können entweder fix und fertig geliefert und montiert werden oder sind als Bausatz in der „Do-it-yourself-Version“ erhältlich. Der Kunde entscheidet selbst und profitiert. Auf jeden Fall vom langjährigen Know-how durch den Bau von Lärmschutzwänden auf vielen Autobahnen und Straßen in ganz Österreich. www.holz-riegler.at


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Was fällt Ihnen spontan zu den Begriffen „Gesundheit“ und „Holz“ ein? Erstmals ist es mit fundierten wissenschaftlichen Studien gelungen, die Wirkung von Holz auf den menschlichen Organismus nachzuweisen. In Schulklassen mit Holzausstattung verringert sich der Herzschlag der Schüler um rund 8.600 Schläge pro Tag. Auch Studien aus Fernost beweisen, dass allein das haptische Begreifen von Holz Entspannung auslöst.

Holz zeigt Klasse Warum das Multitalent Wald fasziniert, das haptische Begreifen von Holz entspannt und ein Fichtenholzkasten zu seinen liebsten Stücken gehört, erzählt der Präsident der Landwirtschaftskammer Steiermark, Franz Titschenbacher.

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Gewinnt der gesundheitliche Aspekt im Hinblick auf den Holzbau zunehmend an Bedeutung? Absolut, Gesundheitsvorsorge ist wichtiger denn je. Schon allein deshalb, weil wir immer älter werden. Holz als Baumaterial trägt dazu bei, in einem gesunden Umfeld zu leben. Hier kann Holz absolut punkten. Wie hoch ist heute der Pro-KopfHolzverbrauch in Österreich? Wo lag er noch vor 20 Jahren? Bei Nadelschnittholz liegt er bei 0,67 Kubikmeter pro Jahr, vor 20 Jahren waren es ca. 0,45 Kubikmeter. Zu dieser Steigerung hat nicht zuletzt das Engagement des proHolz-Teams beigetragen, da durch dessen Arbeit Holz gut in der breiten Öffentlichkeit positioniert werden konnte. Ziel für die kommenden Jahre ist es eindeutig, den Wert weiterhin zu steigern. Wofür wird Holz im Alltag eingesetzt? Holz ist ein hochwertiger Baustoff und eine wertvolle Ressource, die nicht verschwendet werden darf. Wir versuchen daher, das Material nach dem Kaskadenprinzip primär stofflich einzusetzen, d. h. als Baustoff oder zur Papiererzeugung. Erst danach steht die


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Wussten Sie, dass ... ... die Steiermark mit einer Bewaldung von 61,4 Prozent oder 1.006 Mio. Hektar das waldreichste Bundesland ist? ... alle vier Sekunden in der Steiermark ein Festmeter Holz zuwächst, d. h. pro Jahr 571 Hektar Wald entstehen? Dies entspricht einer Fläche von rund 800 Fußballfeldern. ... ein Festmeter Holz Kohlenstoff aus einer Tonne CO2 speichert? Die Holzmenge, welche in der Steiermark jährlich zuwächst, bindet also den CO2-Ausstoß von gut 5,46 Mio. Autos. ... rund 850 Mio. Bäume hierzulande wachsen? Auf jeden Steirer entfallen so rein rechnerisch 700 Bäume. ... innerhalb der letzten fünf Jahre durchschnittlich 5,4 Mio. Festmeter Holz pro Jahr nachhaltig genutzt wurden? Das sind 88.000 beladene Eisenbahnwaggons. Dieser Zug würde von Graz bis Kopenhagen reichen. ... man ein 100 Quadratmeter großes Haus pro Jahr mit etwa 1,8 t Pellets oder 630 Litern Heizöl heizen kann, wobei die Ration Pellets mit ca. 284 Euro, das Heizöl mit ca. 622 Euro zu Buche schlägt?

Fotos: Ing. Erwin Thoma Holz GmbH, Landwirtschaftskammer Steiermark

thermische Verwertung. Aktuell macht dieser Bereich ca. 20 Prozent aus. 58 Prozent der steirischen Waldfläche ist mit Fichten besetzt, 7,4 Prozent mit Rotbuchen: Ist daran gedacht, den Fichtenanteil zu reduzieren? Der Anteil der Fichte ist in den letzten sieben Jahren um ca. 7,5 Prozent zurückgegangen, der Buchenanteil um 14 Prozent gestiegen. Die Klimaerwärmung begünstigt den Anteil der Laubholz- und Mischbaumarten. Aus wirtschaftlicher Sicht ist die Fichte bei uns nach wie vor die bedeutendste Baumart. Was bedeutet nachhaltige Bewirtschaftung? Ganz einfach: Es darf nicht mehr Holz entnommen werden als nachwächst. Nur so können die überwirtschaftlichen Ökosystemleistungen des Waldes garantiert und die biologische und genetische Vielfalt gesichert werden. Seit Generationen gestalten Waldbesitzer, Bauern und Forstleute unsere lebenswerte Kulturlandschaft. Der Begriff „Nachhaltigkeit“ kommt auch aus der Forstwirtschaft. Er wurde vor 300 Jahren vom sächsischen Oberberghauptmann Hans von Carlowitz geprägt.

Landwirt, Waldbesitzer und Präsident der Landwirtschaftskammer Steiermark: Franz Titschenbacher

„Das Potenzial von Holz ist riesig. Einsatzmöglichkeiten in der Automobilindustrie werden aktuell ausgelotet. “ Welche der vielen Topleistungen, die der Wald erbringt, beeindruckt Sie am meisten? Er ist ein faszinierendes Multitalent, speichert mit gut 300 Millionen Festmeter Holz ca. 47 Millionen Tonnen Kohlenstoff. Das entspricht gut dem 40-Fachen dessen, was an Treibhausgasen bei uns pro Jahr produziert wird. Er schützt u. a. vor Lärm und Lawinen, schafft ca. 55.000 Arbeitsplätze, zeichnet sich durch eine Vielfalt an Tierund Pflanzenarten aus und sorgt für Erholung. Gibt es eine Eigenschaft von Holz, die bisher eher stiefmütterlich behandelt worden ist? Ja, das hohe Innovationspotenzial ist längst nicht erschöpft. Holz besitzt aufgrund seines geringen Gewichtes im Vergleich zu anderen Materialien sehr gute statische Eigenschaften. Einsatzmöglichkeiten in der Automo-

bilindustrie werden aktuell ausgelotet. Holz kann aber auch in der Bekleidungsindustrie als Viskosefaser eingesetzt werden. Von Melbourne bis Svalbard/Spitzbergen: Das Know-how steirischer Holzexperten ist weltweit gefragt. Was zeichnet sie aus? Entscheidend ist das hohe Niveau der fachlichen Ausbildung, die in der Steiermark von Generation zu Generation weitergegeben wird. Auch auf dem Gebiet der Wissenschaft sind die Steirer führend. Mit der Holzbauforschung an der TU Graz wird permanent an einer Weiterentwicklung für den Baustoff Holz gearbeitet. Haben Sie ein Lieblingsholzmöbelstück? Ja, einen Fichtenholzkasten von 1748. Für mich ein Symbol für die Geschichte und Erinnerung an frühere Generationen. 67


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die West Coast Surfer schufen nicht nur ihren eigenen Musikstil, sondern auch den Begriff „Woodie”. daneben trugen sie auch maßgeblich dazu bei, dass die hölzernen Vehikel nicht gleich verschrottet wurden.

Woodies, Station Wagons und Depot Hacks Holz ist wohl das am wenigsten geeignete Material, um ein Auto zu bauen. Vermutlich gehören „Woodies“ gerade deshalb zu den begehrtesten und teuersten Oldtimern. Von Peter Seebacher

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Als die braun gebrannten Californian Boys (und natürlich auch die Bezeichnung „station wagon“ – ein Schriftzug, der Girls) in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts ihre auch heute noch so manchem biederen FamilienkomSurfbretter auf die hölzernen Aufbauten ihrer Fords bi zur Ehre gereicht. Die Karosserieschneider der damaund Packards schnallten, war die große Zeit der Woo- ligen Zeit waren handwerklich dem Kutschenbau noch dies eigentlich schon längst passé. Wobei was heute mit deutlich näher als dem Umgang mit Stahlblech, was bis zu 150.000 US-Dollars gehandelt wird, ursprünglich auch designmäßig nicht zu verleugnen war. Sieht man durchaus praktischen Überlegungen entsprang. In den heute Bilder der hölzernen Variante des Ford Model T, 1920er Jahren war in Sachen Reisekomfort selbst in den des Urmeters US-amerikanischer Autogeschichte überUSA die Eisenbahn noch das Maß alhaupt, sind Witzchen wie jener nachler Dinge. Erst den Weg von der Bahnvollziehbar: „Hey, du hast so ein tolles Info Auto, warum packst du es nicht endlich station zu den entlegenen Farmen und Landhäusern traute man dem Automo- Die Geschichte der Woodies aus dieser Holzkiste aus?“ Erst in den bil zu. Dazu wurden die vielfach offe- begann in den 1920ern, als so nachfolgenden Jahrzehnten entdeckgenannte „Depot Hacks” oder nen Fahrzeuge mit einem Aufbau aus ten die amerikanischen Autobauer die „Station Wagons”, mit Holzaufbau Holz versehen, um so einen einigerma- an den Bahnhöfen standen, um gestalterischen von Mahagoni, Walnuss oder Esche und kreierten Klassißen trockenen und staubfreien Trans- die Passagiere an ihr endgültiges fer zu ermöglichen. So entstand auch Reiseziel zu bringen. ker wie den Chrysler Town & Coun-


Das Beste kennt keine Alternative. Das neue C-Klasse T-Modell. Ab 26. September bei Ihrem Mercedes-Benz Partner.

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Foto: Fotolia

The Beach Boys: Surfer Girl

try oder den Packard Eight Station Sedan. Es war die Zeit, als noch die Sterne über der Prärie glänzten und als noch nicht schnöde NCAP-Crashtest-Bewertungen Auskunft über die Sicherheitsstandards der Autos gaben. Im Übrigen ist zu vermuten, dass selbst die Crashtest-Dummies Aufprallversuche in einem Woodie verweigert hätten. Die automobilen Holzkisten waren zwar langlebig aber pflegeintensiv. Regelmäßig mussten die reichlich mit Tannin behandelten Karossen geschliffen und mit Firnis behandelt werden. Die goldene Zeit der Woodies endete in den 50ern des letzten Jahrhunderts. Zwar bemühten sich die amerikanischen Autobauer, den Charme der Holzkarossen mittels billiger Applikationen oder gar mit Folien im Holzdekor in die Neuzeit hinüberzuretten, aber das war schlussendlich nicht mehr als ein untauglicher Versuch, die glorreichen Zeiten automobiler Größe noch einmal zu beschwören.

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KundenMeister©: EINFACHE GESCHÄFTSSOFTWARE AUS DER STEIERMARK Der KundenMeister ist eine österreichische Software zur Steuerung des gesamten Unternehmens. Dabei bietet die Software zwölf verschiedene Module für Marketing, Vertrieb und Organisation.

Interview mit Mario Körbler, Erfinder des KundenMeisters

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on der Kundengewinnung mittels E-Mail-Marketing und über Web-Shop, über Kundenverwaltung, Projektverwaltung und Aufgabenmanagement bis hin zu Zeiterfassung: Der KundenMeister unterstützt Unternehmen im Management aller Geschäftsprozesse. Entwickelt hat die webbasierte Software die 22-köpfige Firma Körbler aus der Südsteiermark. Geschäftsführer Mario Körbler über die Anfänge: „Wir waren selbst auf der Suche nach einem einfach zu bedienenden System, mit dem wir unsere Kunden individuell mit Informationen versorgen und unsere internen Prozesse optimieren können. Da wir kein passendes Angebot gefunden haben, haben wir mit der Entwicklung des KundenMeisters begonnen.“ Modulares System. Die webbasierte Software ist in ein-

zelne Module gegliedert. Jeder Kunde kann sich für einzelne Module oder für Modul-Pakete entscheiden. Kundenverwaltung und umfassende Auswertungen. Mit dem KundenMeister lassen sich Kundendaten

strukturiert verwalten. Ein weiterer Vorteil liegt in den übersichtlichen Auswertungen für Vertriebsund Marketingdaten.

Wie sieht es mit der Unterstützung von iPads, iPhones & Co aus? Der KundenMeister ist eine rein webbasierte Software und läuft auf über 4.000 unterschiedlichen Endgeräten. Dabei haben wir bei der Entwicklung besonderen Wert auf die EINFACHHEIT der Software gelegt. Nur wenn sich für jeden einzelnen Mitarbeiter ein Mehrwert bietet, nutzt er die Software.

Individuelle Anpassung. Knapp 1.000 Un-

ternehmen nutzen bereits den KundenMeister. Neben den vielschichtigen Funktionen schätzen die Anwender vor allem die übersichtliche Benutzeroberfläche Benutzeroberfläche und individuellen Anpassungsmöglichkeiten.

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www.kundenmeister.com Ein Produkt der Körbler GmbH Tel. 0 34 52/214 214 office@kundenmeister.com www.kundenmeister.com

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Bereits in mehr als 1.000 Unternehmen macht der KundenMeister den Arbeitsalltag einfacher und effizienter – für jeden Mitarbeiter.

Wie sind Sie darauf gekommen, den KundenMeister zu entwickeln? Jedes Unternehmen muss sich mit unterschiedlichen Software-Modulen auseinandersetzen und viel Zeit und Geld in die Verbindung von unterschiedlichen Schnittstellen investieren. Dabei wird oft das Wichtigste vergessen: der Kunde. Der KundenMeister stellt den Kunden in den Mittelpunkt und bietet unterschiedliche Module rund um den Kunden an. Damit erhalten beispielsweise die Vertriebsmitarbeiter Unterstützung, die jederzeit wissen, welche Produkte und Lösungen angeboten werden, oder die Marketingmitarbeiter, die digitales Marketing wie etwa Newsletter-Marketing mit dem KundenMeister betreiben können. Auch Servicemitarbeiter werden über den KundenMeister unterstützt: Über Projekte, Serviceverträge und Aufgaben können Mitarbeiter und Ressourcen gesteuert werden.


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OH LORD, WON’T YOU BUY ME A MERCEDES BENZ …? Der Stoßseufzer von Janis Joplin ist nachvollziehbar. Mit der neuen C-Klasse ist Mercedes ein großer Wurf gelungen. Von Peter Seebacher

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as soll man an einem Auto kritisieren, dem Lenkers vor nicht unerhebliche Herausforderungen. Die selbst der Heilige Walter von Röhrl, Schutzsiebenstufige Automatik, die, wenn’s halt noch ins Budpatron der deutschen Autoindustrie, die Geget passt, jedenfalls dem Sechs-Gang-Handschalter vorneralabsolution erteilt hat? Eigentlich würde ein Satz gezuziehen ist, hat großen Spaß mit dem 170-PS-Diesel. 8,4 nügen: Alles perfekt – es gibt nix zu meckern. Womit die Sekunden von null auf hundert und 232 km/h Höchstgeneue C-Klasse aber nur ungenügend beschrieben wäre. schwindigkeit verspricht Mercedes, was wohl so stimmen Nachdem Mercedes-Benz schon vor geraumer Zeit die wird. Der Kick-down-Effekt ist zumindest im SportmoA-Klasse designmäßig dem Zeitgeist angenähert hat, war dus ziemlich beeindruckend und erfreut auch die groes an der Zeit, auch die C-Serie vom Taxi- und Rentnerßen Buben. Die avisierten 4,9 bis 5,3 Liter Verbrauch auf image zu befreien. Was ziemlich gut gelungen ist und die 100 Kilometern werden’s wahrscheinlich nicht ganz sein, Designer in München und Ingolstadt zum Grübeln brinaber bekanntlich nimmt man es nicht nur vor Wahlen gen dürfte. Dass sich die C-Klasse nicht nur im Design, und nach der Jagd mit der Wahrheit nicht so genau. Fahrsondern auch in der Größe der S-Klasse annähert – 10 cm werkstechnisch klebt die C-Klasse wie ein Radiergummi länger und 4 cm breiter – kommt beim Zielam Asphalt, ohne dass die Bandscheiben leipublikum sicher gut an. Auch die Abteilung Ausstattung den. Nur ein Mercedes ist halt ein Mercedes. „schöner Wohnen“ bei Mercedes hat ganÜberaus ernst nimmt man das Thema aktize Arbeit geleistet. Optik und Haptik las- C 220 BlueTEC, 2.143 ccm/170 PS Diesel, ve und passive Sicherheit: Features wie Kolsen keine Wünsche offen. Die Anzahl der 7G-Tronic plus Automatik lisionswarnung inklusive adaptivem BremsSchalter ist überschaubar und auch ohne Sonderausstattung: AMG Line Interieur und assistenten oder Fußgängerschutz mit akDisplay-Wischereien bedienbar. Dafür Exterieur, Parkassistent inkl. Parktronic, Media tiver Motorhaube gehören zur Serienausgibt’s parallel dazu ein Touchpad, um den Interface, Garmin MAP Pilot, Radio Audio mit stattung. Pre-Safe Bremse mit FußgängerSpieltrieb auszuleben. Der Automatikwahl- Touchpad etc. erkennung oder aktivem Totwinkel- sowie hebel ist hinter dem Lenkrad angebracht, Gesamtpreis des Testfahrzeuges Spurhalte-Assistenten gibt’s gegen Aufpreis. womit auf der Mittelkonsole reichlich Platz (inkl. Steuern/Abgaben) € 55.295,93 Wobei das Thema Aufpreis ohnehin ein leiist – auch für so nette Funktionalitäten wie einstiegsmodell diges ist und sich hier das einzige Manko der „agility“, mit der man den Fahrmodus von C 180 BlueTEC ab € 34.430,– inkl. C-Klasse offenbart: Der Basispreis beträgt spritsparend bis sportlich auch während 34.430 Euro, ist allerdings aber eher theoreder Fahrt ändern kann. Hinter dem Lenkrad wird’s allertischer Natur. Sofern man seine Kreuzchen bei der Aufdings schon ein wenig eng: Automatikwahlhebel, Schaltpreisliste nur ambitioniert genug setzt, ist eine Verdoppepaddel, Tempomat, Scheibenwischerfunktion und Lichtlung des Preises problemlos möglich. Aber sind ein halbes schalter stellen die motorisch-kognitiven Fähigkeiten des Prozent Zinsen am Sparbuch eine Alternative? 71


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ren in der Summe einen weiterhin expansiven und damit marktunterstützenden Kurs. Zur aktuellen Korrektur – die österreichische Aktien aufgrund des starken Osteuropa-Engagements stärker als den Gesamtmarkt in Mitleidenschaft gezogen habe – merkt Brugger an, die Märkte seien vorher sehr stark gestiegen, wirklich überraschend sei sie also nicht gekommen. Sein Fazit: „Sofern die geopolitische Lage nicht weiter eskaliert, wovon wir aktuell nicht ausgehen, sollten sich die Märkte wieder beruhigen.“ Anlegern rät er, in weltweite Fonds zu investieren. „Aus unserer Sicht war das längst überfällig“: Mit diesen Worten kommentiert auch Karl Freidl, Leiter Vermögensverwaltung beim Bankhaus Krentschker, die Korrektur an den Börsen. Er zeichnet für Anleger trotz allem ein eher optimistisches Szenario: „Weder die Ukraine noch der Irak und Palästina spielen – ungeachtet des menschlichen Leides

Kaufe, wenn die Kanonen donnern Grauslich und moralisch mehr als zweifelhaft ist sie, diese alte Börsenregel. Nur hat sie leider schon oft gestimmt. Es könnte auch diesmal wieder so kommen, meinen Anlageexperten. Von Christine Kary

Fotos: Fotolia, Steiermärkische, Krentschker, Bank Austria, Capital Bank, VB Graz-Bruck, Landeshypothekenbank, Hypo Vorarlberg

Wie wirken sich die dramatischen Entwicklungen in der Ostukraine und im Nahen Osten auf die Wirtschaft aus? Das mag in Anbetracht der humanitären Katastrophen in den Krisengebieten zwar nur als Randproblem erscheinen. Für Anleger stellt sich aber trotzdem die Frage: Mit welchen Folgen für die weltweite Konjunktur muss man rechnen? Droht womöglich gar eine neue Finanz- und Börsenkrise? Muss man um sein Erspartes fürchten? Wir haben Anlageexperten dazu befragt. Der Grundtenor ihrer Antworten: Vorsicht ist angebracht, ein Grund zur Panik besteht aber – zumindest vorerst – nicht. Es gebe selten einen Zeitpunkt, an dem es nicht weltweit irgendwo eine Krise oder einen Konflikt gibt, meint Klaus Brugger, Leiter Wertpapiergeschäft bei der Steiermärkischen Sparkasse. „Man sollte deshalb die momentane Situation nicht überbewerten.“ Wichtigste Treiber für die Märkte bleiben aus seiner Sicht die Notenbanken – und die fah-


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– für die Weltwirtschaft eine so wichtige Rolle, dass man daraus ernste Probleme ableiten kann. Wir sehen in den zurzeit attraktiver werdenden Kursen bald wieder Chancen für gute Investitionen.“ Sein Tipp: „Bleiben Sie gelassen. Überprüfen Sie, ob Ihre derzeitige Vermögensaufteilung – Aktien, Anleihen, Immobilien usw. – im Einklang mit Ihren Zielen steht, und handeln Sie nicht übereilt. Das negative mediale Echo zu gewissen Themen ist angsteinflößend, lassen Sie sich davon aber nicht anstecken, sondern suchen Sie Ihre persönlichen langfristigen Chancen.“

Höhere Renditen – höheres Risiko

Martin Richter, Vertriebsleiter bei der Bank Austria, plädiert ebenfalls für Gelassenheit angesichts der geopolitischen Krisen: „Die Märkte zeigen sich sehr cool und bis jetzt eher unbeeindruckt. Wir sind weiter positiv gestimmt.“ Er sieht auch keinen Grund, das Anlage-

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Klaus Brugger, Leiter Wertpapiergeschäft, Steiermärkische Sparkasse

Sofern die geopolitische Lage nicht weiter eskaliert, sollten sich die Märkte wieder beruhigen.“

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Martin Richter, Vertriebsleiter, Bank Austria

Die Märkte zeigen sich bis jetzt eher unbeeindruckt. Wir sind weiter positiv gestimmt.“

Wolfgang Ules, Leiter Asset-, Quality- & ProductManagement, Capital Bank

Noch regiert die Unsicherheit. Das spiegelt sich in einem Untergewicht von Aktien wider.“

verhalten jetzt zu ändern. Generell seien Anlageentscheidungen abhängig von der Risikoneigung des einzelnen Kunden, höhere Renditen seien immer auch mit höherem Risiko verbunden. Sein Tipp für Anleger: Nicht auf ein ausführliches Beratungsgespräch verzichten. Eine alte Börsenregel bringt Wolfgang Ules, Leiter Asset-, Quality- & Product-Management der Capital Bank, ins Spiel: „Kaufe, wenn die Kanonen donnern“. Diese Regel sei zwar moralisch fragwürdig, werde aber wohl auch diesmal stimmen. „Und sie lässt sich einfach erklären: Anleger hassen nichts mehr als die Unsicherheit. Wenn Fakten geschaffen sind, reagieren die Börsen erleichtert – selbst wenn die Kanonen donnern.“ Je länger die Lage aber angespannt bleibe, umso schlechter sei es für Konjunktur und Kapitalmarkt. Das sinkende Vertrauen der Unternehmer und Investoren sei „pures Gift für den zar-

EinE urbanE OasE in Graz - EGGEnbErG

IDEAlES WOHNKONZEPT FÜR ANlEGER UND ENDVERBRAUCHER VON GARCONNIEREN BIS ZU lUXUS PENTHÄUSER

ten Keim der wirtschaftlichen Erholung Europas“, mehr noch als die bisher verhängten Sanktionen. Anlegern rät Ules zur Vorsicht: „Noch regiert die Unsicherheit. In unseren Portfolios spiegelt sich das in einem Untergewicht von Aktien wider. Stattdessen halten wir deutsche Staatsanleihen und etwas Gold.“ Wichtig sei eine ausreichende geografische Streuung. Horst Lang, Regionaldirektor Steiermark der Hypo Vorarlberg, ortet ebenfalls deutliche Zeichen für Verunsicherung: Einerseits hätten sich die großen Indizes in New York und Frankfurt immer weiter von ihren Höchstständen entfernt, andererseits gebe es Rückenwind für die als sicher geltenden Staatsanleihenmärkte. Auch der IWF habe die Ukrainekrise bereits als zunehmende Belastung für die Weltwirtschaft charakterisiert. „Aktienengagements international streuen”, rät auch er, und in einem gemischten Portfolio Aktien neutral ge-

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Horst Lang, Regionaldirektor Steiermark, Hypo Vorarlberg

Gerfried Huber, Wertpapierspezialist, Volksbank Graz-Bruck

Das Portfolio durchforsten. Langfristige Anlagestrategien sollte man aber nicht in Panik ändern.“

wichten. Am Anleihenmarkt erwartet er moderat steigende Langfristzinsen, wenn auch „das aktuell vorherrschende Niedrigzinsumfeld noch fester verankert zu sein scheint als zu Jahresbeginn Staatsanleihenmärkte Staatsanleihenmärkte”. Attraktivere Renditen seien mit Hochzins- und Schwellenländeranleihen zu erzielen – wegen das höheren Risikos am besten mit breit gestreuten Fonds.

Bernhard Türk, Vorstandsdirektor, Landes-Hypothekenbank Steiermark

Aktienengagements international streuen, im gemischten Portfolio Aktien neutral gewichten.“

Verstärkt auf hochqualitative Fonds zurückgreifen, die auch in Sachwerte wie Aktien investieren.“

sabsicherungen einzugehen. Das Portfolio nach solchen Aspekten zu durchforsten, sei sinnvoll – langfristige Anlagestrategien sollten aber nicht in Panik geändert werden. Fondsinvestoren rät Huber zu Produkten, die in der Veranlagungsaufteilung zwischen Anleihen, Aktien und sonstigen Anlagen relativ unabhängig sind und somit – bezogen auf die jeweilige politische Situation – professionell agieren können.

Rechtzeitig reagieren

Auf die verstärkte Nachfrage nach „sicheren” Anlagen verweist auch Bernhard Türk, Vorstandsdirektor der Landes-Hypothekenbank Steiermark. „Der deutsche Anleihezins für zehnjährige Staatstitel fiel auf ein neues Allzeittief von unter 1,2 Prozent. Damit wurde der Rekord vom Juni 2012, als ein Griechenland-Zusammenbruch und ein Auseinanderfallen des Euros realistisch erschienen, eingestellt.“ Wegen der offenen Geldschleusen der EZB ändern selbst die in den europäischen Kernländern verbesserten Wirtschaftsdaten nichts an den niedrigen langfristigen Zinsen. Auch die Sparzinsen bleiben vorerst im Keller. Real positive Veranlagungserträge (nach Abzug von Inflation und Steuer) zu erwirtschaften, sei deshalb besonders schwierig, sagt Türk. Sein Tipp: „Neben den Klassikern Sparbuch und Bausparer verstärkt auf hochqualitative vermögensverwaltende Fonds zurückgreifen, die auch in Sachwerte wie Aktien investieren.” In den vergangenen zehn Jahren seien damit jährliche Renditen zwischen vier und sechs Prozent möglich gewesen. Wertpapierspezialist Gerfried Huber von der Volksbank Graz-Bruck weist schließlich auf ein Thema hin, das mit weiter sinkenden Außentemperaturen mehr Brisanz bekommen wird: Russland deckt mehr als ein Drittel des Gasbedarfes von Deutschland ab. Kommt es zu Restriktionen in der Gasversorgung?, sei eine der wichtigsten Fragen der nächsten Wochen bzw. Monate, die an den Aktienmärkten weiter für Nervosität sorgen dürfte. Wie sollen sich Anleger nun verhalten? „Sparbuchbesitzer und Inhaber von festverzinslichen Wertpapieren mit Emittenten sehr guter Bonität haben keinen Handlungsbedarf ”, meint Huber. Wer Einzelaktienveranlagungen halte, sollte sich aber informieren, inwieweit die AG Geschäftsverbindungen mit den Krisenländern unterhält, um rechtzeitig reagieren zu können bzw. Kur-

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nner Da ist es für den Bre ss noch da geradezu ein Glück, in Leben tritt eine dritte Frau in se rschwindet. ve – einfach, indem sie & Campe 2014. Wolf aus „Brennerova” von

Haas, Hoffmann

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Von der Dramatik der Staubflocken Videominiaturen wie Figurentheater oder Westernszenen; Fotos, die Natur selbst in künstlicher Form erlebbar machen – Lea Titz haucht vielem Leben ein. Von Claudia Rief-Taucher

Sitzmöbel, Hocker, Spielplatzarchitektur, Stra­ ßenlaternen und Toiletten: Die in Beton und Kunststoff gefertigten Holzimitate, die Lea Titz im Tokioter Stadtbild gefunden hat, bringt die junge Künstlerin durch ihre Foto­ grafie um noch einen Blick distanzierter mit nach Hause. Sie nimmt diese Alltagsobjekte aus ihrem Umfeld heraus und isoliert sie auf weißem Grund. Dieses Überraschungsmo­ ment sei etwas, was Kunst erschaffen kön­ ne und solle: „Damit wir nicht einschlafen“, fügt Lea Titz hinzu. Sie nennt es schlicht „Fingerübungen im Andersschauen“ und beweist mit ihrer Kunst, dass sie diese zu ihrem täglichen künstlerischen Workout gemacht hat. „Wenn es dann noch gelingt, dass der Betrachter das auch sieht, ist viel gewonnen.“ Lea Titz ist gleichermaßen Handwer­ kerin wie Künstlerin – die Repro­ und Architekturfotografin schätzt die Fotografie aber auch als „Konzentrationshilfe: Andere Dinge zu ‚vergessen‘ ist etwas, das man beim Fotografieren üben kann“. Bei der Videokunst schätzt Titz in Anleh­ nung an die Fotografie die statische Kame­ ra und überrascht auch hier mit einem au­ ßergewöhnlichen Blickwinkel. So findet man sich als Betrachter einmal unter einem Bett wieder, wo eine Staubflocke, untermalt von den dramatischen Klängen von Ennio

Fundstücke bei einem Artist-in-ResidenceAufenthalt der Künstlerin in Tokio: Naturnachbildung im städtischen Umfeld – fotografiert und isoliert dargestellt von Lea Titz.

„Fotografie war nie ein Beweis von irgendetwas und nie pure Abbildung der Wirklichkeit.“ 78


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LEA TITZ Fotografin und Videokünstlerin 1981 geb. in Graz 2000–2003 Akademie für angewandte Fotografie Graz, Fotografielehre in Graz und Rosenheim 2003–2009 Studium an der Universität für angewandte Kunst Wien bei Prof. Gabriele Rothemann Ausstellungen und Projekte (Auswahl) Atelier Hanakam Schuller, Wien (2011), One Take Film Festival Zagreb (2010), steirischer herbst (2009), das weisse haus, Wien (2009), OK Centrum Linz (2008), Künstlerhaus Graz (2007) u.v.a. Bis 19. Oktober in München: raus hier. Positionen internationaler Künstlerinnen im Münchner Kunstpavillon: kunstpavillon.org www.leatitz.com; fullframefestival.net

Fotos: Lea Titz (6)

Lea Titz: „Auch in künstlicher Form kann ein Baum noch ein Naturerlebnis sein.” Zum Beispiel in Beton gefertigt vorgefunden und im Foto vom Umfeld isoliert wiedergegeben. Sitzgruppe, Straßenlampen, Sitzfläche und Toiletten (v.l.n.r.).

Morricones „Lied vom Tod“, wie eine Wüstenrose im Wind herumgeweht wird. „Es beschäftigt mich, dass Dinge unterschiedlicher Größenordnung verschiedene Formen von Dramatik hervorrufen“, erklärt Lea Titz und zieht die Parallele zum Alltag, in dem beim Zusammenleben von Menschen eine Staubflocke zu einem dramatischen Western führen kann. Dieses Beleben von toten Dingen, die aber auch Natur sind, und die Erkundung, wie ihnen eine neue Funktion und dadurch Leben eingehaucht werden kann, gehören zu den bevorzugten Herangehensweisen der Foto- und Videokünstlerin, die hier auch sehr gerne ihren Humor einfließen lässt. So darf man einmal rotierende Pilze staunend betrachten, dann wieder versteinerte Rüsselkäfer-Kokons, die wie tanzende Helme in einem minimalistischen Figurentheater anmuten. Diese gewisse Leichtigkeit in den Videoarbeiten sieht Lea Titz durch ihren hier fehlenden Perfektionismus möglich gemacht – in der Fotografie beschäftigt sich die laut Eigendefinition „technisch belastete“ Fachfrau tiefer und länger mit der Materie. Ein wichtiges Projekt ist in diesem Zusammenhang das etwas andere Graz-Buch. Dafür hat Titz eigene Fotografien bekannter Stadtansichten mit Tusche übermalt und damit die wichtigen Ansichten hervorgehoben. Die Wahlwienerin arbeitet derzeit an einem Video-Gemeinschaftsprojekt mit Luise Kloos zum Thema Erster Weltkrieg, in dem sie ein Gedicht im Video verfilmt. Eine besonders reizvolle Arbeit für Lea Titz, die sich gerne durch die Kunst faszinierender Menschen inspirieren und begeistern lässt.

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LÜGE UND VERSTRICKUNG Fotos: Lupi Spuma

Anna Badora eröffnet mit „Die Götter weinen“ ihre letzte Spielzeit am Schauspielhaus Graz. Premiere ist am 25. September 2014.

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Die Götter weinen: Premiere 25. 9. 2014, 19.30 Uhr, Hauptbühne Schauspielhaus Graz, weitere Vorstellungen am 26. und 30. 9., am 4., 8. und 16. 10., jeweils 19.30 Uhr, am 5. 10. bereits um 15 Uhr sowie ab November. Weitere Infos zum Spielplan des Schauspielhaus Graz sowie Tickets erhalten Sie unter 0316/8000 und schauspiel haus-graz.com

Am Verhandlungstisch eines weltweit agierenden Konzerns ereignet sich etwas Unerhörtes: Colm, der das Unternehmen über Jahrzehnte mit harter Hand und unbeugsamem Willen geleitet hat, verkündet überraschend den Entschluss, sich zurückzuziehen. Von heute auf morgen übergibt er die Leitung an zwei seiner Top-Manager und übergeht damit seinen eigenen Sohn, das schwarze Schaf der Firma. Die Einflussbereiche in Afrika, Europa, im Nahen Osten, in Nord- und Südamerika, Asien und Russland sind gerecht verteilt, und Colm behält für sich selbst nur ein unbedeutendes Projekt: In dem mittelamerikanischen Entwicklungsland Belize will er 25 Prozent der Einnahmen der einheimischen Bevölkerung zukommen lassen. Zwischen den beiden überraschend an die Macht gelangten CEOs Catherine und Richard bricht sofort ein erbitterter Konkurrenzkampf los. Sie entmachten Colm und stürzen die Welt in einen Krieg. Colm, mittlerweile verwirrt und unfähig zu begreifen, was geschieht, gelangt in die Obhut von Barbara, der Tochter seines einstigen

Bibliotheken laden zum Weiterlesen ein Das größte Literaturfestival Österreichs steht vor der Tür. Zwischen 20. und 26. Oktober 2014 laden Bibliotheken in ganz Österreich unter dem Motto „Österreich liest. Treffpunkt Bibliothek“ zu tausenden Veranstaltungen rund um das Lesen ein. www.oesterreichliest.at 80

Rivalen, den er zu Beginn seiner Karriere in den Selbstmord getrieben hat. Ohne sie könnte Colm in der entzivilisierten Welt nicht überleben, und sie hilft ihm, obwohl sie ihn hasst. So bleibt ein Funke Hoffnung auf Menschlichkeit und Empathie nach der Katastrophe. Udo Samel spielt den Firmenmogul Colm in dem an Shakespeares „King Lear“ angelehnten Endspiel über eine entfesselte Weltwirtschaft. Seit 2006 ist Anna Badora Intendantin am Schauspielhaus Graz. Für die Uraufführung von Daniel Kehlmanns „Geister in Princeton“ wurde sie 2012 mit dem Nestroy-Preis für die „Beste Bundesländeraufführung“ ausgezeichnet.

Zum 70. Geburtstag

Lebensreise

Gerhard Melzer und Werner Krause im Gespräch mit Peter Turini, den man in diesem Buch als Menschen in den Mittelpunkt stellen wollte. Doch dieser ist „untrennbar mit dem Drama Dramatiker, tiker, dem Komödianten, dem Tragöden, dem Th Theatermenschen eatermenschen verbunden, der melancholisch, witzig, kraftvoll, sensibel ... enthüllt, in welcher Kulissenwelt wir leben.“

„Gelbes Gelächter“ setzt die 2010 in der edition keiper erschienene Lebensbeschreibung „Und keine Wiederkehr“ des Autors und Literaturwissenschafters Hans H. Hiebel fort. Der zweite Teil des biografischen Projekts führt in berührender und anschaulicher Weise über Reise- und Liebesabenteuer in die Studienjahre des angehenden Germanisten. www.editionkeiper.at

Edition Kleine Zeitung

Fotos: Österreich liest, Edition Kleine Zeitung, Lukas Beck

Anna Badora

n der Saison 2014/2015 erwarten das Publikum im Schauspielhaus Graz insgesamt 16 Neuproduktionen auf allen Spielstätten (Haupt- und Probebühne, Ebene 3) – davon vier österreichische Erstaufführungen und drei Uraufführungen. Eröffnet wird die Spielzeit auf der Hauptbühne von Intendantin Anna Badora am 25. September. Ihre letzte Inszenierung am Schauspielhaus Graz ist die österreichische Erstaufführung „Die Götter weinen“ des erfolgreichen britischen Autors Dennis Kelly; für die Hauptrolle konnte Udo Samel gewonnen werden.


Fotos: UMJ/Lackner, Wirnsberger

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Das 504 Jahre alte Dachwerk des Stiftes Göß begeistert vor allem durch seine Konstruktionstechnik, hier abgebildet als Holzmodell.

Ausstellung Landwirtschaftsmuseum Schloss Stainz, Schlossplatz 1, 8510 Stainz Die Ausstellung ist noch bis 31.10.2015 zu sehen.

Geheimnis Holz Vom Dachwerk zum Mountainbike.

Holz als ein Gestaltungselement, sowohl im innovativen wie auch im traditionellen Bau, bringt immer wieder neue Erkenntnisse hervor. Die diesjährige Sonderausstellung im Landwirtschaftsmuseum Schloss Stainz widmet sich dem „Geheimnis Holz“ und zeigt, wie Produkte und Gegenstände aus Holz die Lebenskultur des Menschen geprägt haben und nach wie vor maßgeblich beeinflussen. Die vielschichtige Nutzung von Holz wird in der Ausstellung anhand von rund 160 Ausstellungsobjekten und in fünf Th emenbereichen abgebildet: vom historischenThemenbereichen Werkzeug über „Holz-Pullover“ und Fahrradfelgen aus Holz bis zu wissenschaftlichen Methoden wie die Dendrochronologie, mit deren Hilfe historische Gebäude datiert werden können, von historischen Bauten und Brücken in Europa und China bis hin zur modernen Holzarchitektur. Auch Wasch- und Bügelmaschinen (s. Bild) waren einst aus Holz.

Die RETTUNG - ein KIND der FEUERWEHR

otos: Österreich liest, Edition Kleine Zeitung, Lukas Bec

Ausstellung zur Geschichte des Feuerwehr- und Rettungswesens Steirisches Feuerwehrmuseum Kunst & Kultur 14. September bis 2. November 2014 Begeben Sie sich auf eine Zeitreise zurück zu den Anfängen der San it ät sabteilungen der Feuerwehren. Die Ausstellung zeigt historische Gerätschaften aus längst vergangenen Tagen, die einen Einblick in die Hilfeleistung des 19. und 20. Jahrhunderts geben. Die Rettungsabteilungen wurden 1939 von den Feuerwehren getrennt, trotzdem ist der Feuerwehrsanitätsdienst aus den Reihen der Feuerwehren nicht wegzudenken.

Wenn heute das funktionierende R e t t u n g s w e s e n des Österreichischen Roten Kreuzes beinahe als eine selbstverständliche Einrichtung von der Bevölkerung gesehen wird, gerät leicht in Vergessenheit, dass diese Einrichtung in den Reihen der freiwilligen Feuerwehren entstanden - ja ein „Kind“ der Feuerwehren ist.

Steirisches Feuerwehrmuseum Kunst & Kultur Marktstraße 1, 8522 Groß St. Florian Tel. 03464/8820, office@feuerwehrmuseum.at Di - So, 10.00 bis 17.00 Uhr, letzter Einlass: 16.30 Uhr

www.feuerwehrmuseum.at 81


GrandClass

ABSCHN ITT

Glanzvolle Streiflichter – Events am Flughafen und rundum.

Überraschend und gut Da die beiden Fußballclubs AS Roma und FC Arsenal in diesem Sommer bereits zum 10. Mal ihre Trainingscamps in der Steiermark durchgeführt haben, wurden sie von Nik Pichler, Gesellschafter IFCS und GF Martin Walizadeh, IFCS, sowie Mag. Gerhard Widmann, GF des Flughafen Graz, mit einer süßen Überraschung willkommen geheißen.

Happy Birthday, Flughafen Graz!

Nachhaltig und bewusst

Daheim und anderswo

Alt und älter

Am 2. Juli 2014 wurde dem Umweltteam des Flughafen Graz bereits zum 16. Mal die begehrte ÖKOPROFIT-Auszeichnung von Umweltstadträtin Lisa Rücker, GRin Univ.Prof.in Dr.in Daisy Kopera und Abteilungsvorstand DI Dr. Werner Prutsch verliehen – eine Anerkennung für einen besonders nachhaltigen Umgang mit der Umwelt.

Werke des bekannten steirischen Künstlers Luis Sammer setzen sich mit Suche und Heimkommen, Bekanntem und Unbekanntem auseinander. Im Beisein von Stadträtin Lisa Rücker und Dir. Gerhard Widmann wurde die Ausstellung krankheitsbedingt von Prof. Mag. Eleonore Sammer, der Ehefrau des Künstlers, eröffnet.

Ende August war die Tante Ju, die Junkers Ju 52 der Deutschen Lufthansa Stiftung am Flughafen Graz zu Gast. Mit ihrem Baujahr 1936 ist sie zwar nicht so alt wie der Flughafen Graz, viele Fluggäste, die einen der vielen Rundflüge gebucht haben, waren sich aber sicher, dabei Geschichte geschnuppert zu haben.

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Fotos: Flughafen Graz, GEPA pictures/Flughafen Graz, Stadt Graz / Foto Fischer, Carlo Baroncini/IFCS

Genau 100 Jahre, nachdem das erste Flugzeug vom neu eingerichteten Flugfeld „Thalerhof“ abgehoben hat, wurde am Flughafen kräftig gefeiert. Unter den vielen Ehrengästen haben sich unter anderem auch Holding Graz-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Malik, Landtagspräsident Franz Majcen, LH Franz Voves und Stadtrat Gerhard Rüsch eingefunden, um mit Flughafendirektor Gerhard Widmann und seiner „Crew“ zu feiern.


OBERGESCHOSS | FIRST FLOOR

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ERDGESCHOSS | GROUND FLOOR

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CAR RENTAL

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BUS

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BAHN RAILWAY

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ABFLUG | DEPARTURES

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Check-in Counter

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Passkontrolle | Passport Control

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Sicherheitskontrolle | Security Control

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Abflug | Departure Schengen

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Abflug | Departure Non-Schengen

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Gates

ANKUNFT | ARRIVALS

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Ankunft | Arrival Schengen

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Ankunft | Arrival Non-Schengen

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Passkontrolle | Passport Control Zoll | Customs

www.flughafen-graz.at

GENERAL AVIATION

SERVICE

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General Aviation Center

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SPAR Supermarkt | Supermarket

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VIP-Raum | VIP-Lounge

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Fluggesellschaften, Ticket-Counter | Airlines

Konferenzräume | Conferenz Rooms 1/2/3/4

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Passkontrolle | Passport Control

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Heinemann Duty Free

Internet-Terminals

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Sicherheitskontrolle | Security Control

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Kinderspielplatz | Playground

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VIP-Lounge

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Aussichtsterrasse | Viewing Platform

SERVICE

Stiegenaufgang | Staircase to First Floor Lift | Elevator

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Café

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Restaurant Globetrotter

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Steiermärkische Sparkasse | Bank

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Galerie | Gallery

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Serviceschalter | Service Counter

Information

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Dienstleistungen | Services

Bankomat | Cash Dispenser

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Reisebüros, Veranstalter | Travel Agencies, Tour Operators

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Verkehrsabfertigung | Traffic Handling

Bezahlte Anzeige • Foto: Werner Krug / Flughafen Graz

Im Überblick


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