Unser Salzkammergut Herbst 2022

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Österreichische Post AG, MZ 17Z041121 M, Neu-Media GmbH, Bahnhofplatz 2, 4600 Wels, Retouren an „Postfach 100, 1350 Wien“. Foto: © Nationalpark Gesäuse/Stefan Leitner

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HERBST 2022 / Nr. 23 / € 7,00

IM HERBSTLICHEN SALZKAMMERGUT

Abenteuer

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DER NEUE RANGE ROVER SPORT

NEXT LEVEL

Der neue Range Rover Sport hat alles, was Sie brauchen. Und sogar noch mehr – um selbst außergewöhnliche Situationen zu bestehen. Dazu gehört auch eine Weltneuheit: Adaptive Off-Road Cruise Control. Es erkennt das Terrain und passt die Geschwindigkeit an, um die Traktionskontrolle zu optimieren. Adaptive Dynamics hingegen minimiert unerwünschte Karosseriebewegungen, indem es das Fahrzeug bis zu 500 Mal pro Sekunde kontrolliert und korrigiert. Für Ihren maximalen Fahrkomfort. Überall und jederzeit. Kraftstoffverbrauch komb. in l/100 km: 11,7–0,8; CO₂-Emissionen komb. in g/km: 266–18, Stromverbrauch (komb. gewichtet): 29,7–28,1 kWh/100 km nach WLTP. Weitere Informationen unter www.autoverbrauch.at. Symbolfoto. Auto Esthofer Team GmbH Vöcklabrucker Straße 47, 4694 Ohlsdorf/Pinsdorf Tel.: +43 7612 77477-346, E-Mail: herbert.feichtinger@esthofer.com landrover-gmunden.at

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Abenteuer im Salzkammergut

A Gaudi muass sein ...

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on Canyoning in der Almbachklamm über Wandern mit der Taucherbrille in den Gimbach-Kaskaden bis hin zu abenteuerlichen Trekkingtouren in den labyrinthartigen Höhlen des Dachsteinmassivs – das Salzkammergut steht nicht nur für Sommerfrische, Rückzugsorte und Entspannung, sondern steckt auch voll Adrenalin. Und da gerade der Herbst die beste Zeit für Outdoor-Erlebnisse ist, haben wir für Sie in dieser Ausgabe von „Unser Salzkammergut“ elf ErlebnisInspirationen recherchiert. Aber auch für all jene, die es gemütlicher angehen wollen, hat das Salzkammergut einiges zu bieten. So haben wir uns der Naturschauspiel-Führung „Sagenhafter Grünberg“ angeschlossen und von dem Wald- und Kräuterpädagogen Christof Buchegger entlang des Weges viel Interessantes über die Pflanzen- und Sagenwelt am Gmundner Hausberg erfahren.

Und wenn man schon am Grünberg ist, sollte man sich auf keinen Fall den Baumwipfelpfad entgehen lassen, der neben einem „Hochgefühl“ auch einen fabelhaften Ausblick auf Gmunden und den Traunsee bietet. Dass ein Spaziergang im Wald für Körper, Geist und Seele regenerierend wirkt, ist hinlänglich bekannt. Wie man den Wald in einfachen Schritten als Therapieplatz nützen kann, ohne dabei nur Bäume zu umarmen, hat uns Förster und Waldtherapeut Werner Buchberger ab Seite 70 erklärt. Weiters besuchten wir wieder interessante Persönlichkeiten wie Sepp Götschhofer, den Pfannenflicker vom Attersee, oder Andrea Göschlberger auf ihrem „Straussn Kräutergut“ in Ohlsdorf, und blickten ihnen bei ihrer Arbeit über die Schulter. Auch mit Schauspieler Philipp Hochmair haben wir gesprochen. Der Publikumsliebling kehrt am 17. September mit Goethes „Werther“ zu seinen Ursprüngen zurück und eröffnet

mit diesem Klassiker der Weltliteratur den Kulturherbst der Salzkammergut Festwochen Gmunden. Egal, ob Abenteuer, gemütliche Ausflüge oder Kulturgenuss – in der Herbstausgabe von „Unser Salzkammergut“ finden Sie wieder viel Inspiration für Ihr Freizeitvergnügen. Viel Freude beim Lesen wünscht Ihnen Ihr Josef Rumer Herausgeber

Schreiben Sie mir unter: unser.salzkammergut@neu-media.at

Impressum UNSER SALZKAMMERGUT Die Informationen zur Offenlegung gemäß § 25 MedienG können unter der URL http://www.dieoberoesterreicherin.at/de/ impressum/651.html abgerufen werden. Herausgeber: Josef Rumer Medieninhaber und Hersteller: Neu-Media GmbH Bahnhofplatz 2, 4600 Wels E-Mail: office@neu-media.at, Tel.: 07242 / 9396 8100, Fax: 07242 / 9396 8110

Geschäftsführung: Josef Rumer, Mag. Andreas Eisendle Prokuristin: Astrid Gruber Assistentin der Geschäftsführung: Kerstin Artmayr Büroorganisation: Slavica Haminger Lehrling: Anna Eder Redaktionsleitung: Mag. Ulli Wright E-Mail: redaktion@neu-media.at Redaktion: Zivana de Kozierowski, Nicole Madlmayr, Mag. Petra Kinzl, Laura Zapletal BA, Linnéa Harringer MA, Dr. Maria Russ Praktikum Redaktion: Elisabeth Buchegger Lektorat: Mag. Christa Schneider Anzeigenleitung: Josef Rumer,

E-Mail: anzeigen@neu-media.at Anzeigen: Mag. Dietlinde Wegerer, Lisa Becker, Victoria Felice, Ing. Mag. Richard Haidinger Grafik: Karin Rosenberger, Ana Mrvelj, Thom Trauner, E-Mail: grafik@neu-media.at Praktikum Grafik: Katarina Ljubas Fotos: Nationalpark Gesäuse/Stefan Leitner, Monika Löff, Thom Trauner, Shutterstock Verlags- und Herstellungsort: Bahnhofplatz 2, 4600 Wels Druck: Druckerei Berger, A-3580 Horn Vertrieb: PGV Austria Trunk GmbH, 5412 Puch, Morawa Lesezirkel

www.neu-media.at

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Die nächste Ausgabe von UNSER SALZKAMMERGUT erscheint am 11. November 2022. Besuchen Sie uns auch auf www.unsersalzkammergut.at

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Foto: Thom Trauner

Foto: Tandemflug Salzkammergut Foto:Monika Löff

32 Der Pfannenflicker vom Attersee

10 Abenteuer im Salzkammergut

Inhalt 10

ABENTEUER IM SALZKAMMERGUT

58 Seegrün

58

11 coole Erlebnis-Inspirationen

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SEPP GÖTSCHHOFER

Neuer, kunstsinniger Laden in Gmunden

62

Besuch beim Pfannenflicker vom Attersee

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HÜTTENDUFT

SEEGRÜN SAGENHAFTER GRÜNBERG Unterwegs mit dem Wald- und Kräuterpädagogen

70

THERAPIEPLATZ WALD

Von Hüttenchili bis Zwiebelschmalz –

Wissenwertes von Förster, Autor und

fleischlose Rezepte zum Nachkochen

Waldtherapeut Werner Buchberger

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Foto: Stephan Brückler Foto: Shutterstock

86 Philipp Hochmair Foto: Georg Kukuvec Photography

Foto: Thom Trauner

70 Therapieplatz Wald

42 Hüttenduft Foto: Karin Lohberger

Foto: Karin Lohberger

Coverfoto: © Nationalpark Gesäuse/Stefan Leitner

78 Besuch in der Voralpenland Glashütte

78

EINE „HEISSE“ SHOW Besuch in der Voralpenland Glashütte

86

PHILIPP HOCHMAIR Der Schauspieler im WERTHER-Talk

92

DINNER & MUSICAL

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WOLFGANG MÜLLEGGER Handwerk, Tradition und Kunst

100 „DA KLOA STRITZI“ Kinderbuch im Salzkammergut-Dialekt

108 WIND UNTER DEM FLÜGEL

Genussvolle musikalische Abende im

Mit Kitesurfer und Wingfoiler Stefan Spiessberger

Seeschloss Ort in Gmunden

über die Seen im Salzkammergut gleiten Unser Salzkammergut | 5

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ABONNIEREN SIE JETZT!

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Abenteuer

IM HERBSTLICHEN SALZKAMMERGUT

© Nationalpark Gesäuse/Stefan Leitner

Österreichische Post AG, MZ 17Z041121 M, Neu-Media GmbH, Bahnhofplatz 2, 4600 Wels, Retouren an „Postfach 100, 1350 Wien“. Foto: © Nationalpark Gesäuse/Stefan Leitner

HERBST 2022 / Nr. 23 / € 7,00

UNSER SALZKAMMERGUT erscheint 4 x im Jahr.

ABO-ANGEBOT: zum Preis von € 28,- (Inland), € 42,- (Ausland) www.dieoberoesterreicherin.at/aktuelle-abos/ 6-7_ABO DS.indd 7

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Z E I T,

UM NEUE WEGE ZU ERKUNDEN.

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UHREN & JUWELEN SIEGL Griesgasse 7, 5020 Salzburg 0662 84 26 39 info@uhren-siegl.com www.uhren-siegl.com

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2 TUDOR BLACK BAY GMT S&G Unterwegs in bis zu drei verschiedenen Zeitzonen. 3 TUDOR BLACK BAY BRONZE Von der maritimen Geschichte der Marke inspiriert, spiegelt ihr „lebendiges“ Metall die Gewohnheiten ihres Trägers wider. 4 BREITLING NAVITIMER AUTOMATIC 41 Kombiniert raffiniert und elegant das historische Flair einer wahren Legende mit der Finesse eines modernen Zeitmessers.

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Wir bedanken uns für die Bereitstellung des Bildmaterials bei unseren Partnern Breitling, Norqain, Tudor.

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Abenteuer IM SALZKAMMERGUT

Frühes Aufstehen wird belohnt, gemäß dem Sprichwort „Der frühe Vogel fängt den Wurm“: hier mit einem Panoramablick auf die stimmungsvolle Herbstlandschaft am Gosausee im goldenen Morgenlicht.

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eeresforscher Jacques Cousteau, Bergsteiger Reinhold Messner oder Extrem-Alpinistin Gerlinde Kaltenbrunner: Ihre berühmten Namen stehen für Entdeckungsfreude, Neugier, Mut, eisernen Willen und gelebte Abenteuerlust. Während sie ihre Leidenschaft bis ins Extreme steigerten, kann es für unsereins bereits ein Abenteuer bedeuten, etwas Neues auszuprobieren.

Das Salzkammergut steht nicht nur für Sommerfrische, Rückzugsorte und Entspannung, sondern steckt auch voll Adrenalin. Vom Canyoning in Schluchten, aufregendem Tandemflug bis zum Glück am Rücken der Pferde: Stürzen Sie sich mit uns ins Herbstabenteuer und wählen Sie aus 11 Erlebnis-Inspirationen Ihre Favoriten.

Text: Elisabeth Buchegger, Petra Kinzl Fotos: Shutterstock

Der Herbst, die beste Zeit für Outdoor-Erlebnisse Gerade der Herbst ist mit angenehmen Temperaturen und seiner schillernden Leuchtkraft die ideale Jahreszeit für neue Abenteuer. Wir haben einige der aufregendsten Outdoor-Erlebnisse aus den schönsten Ecken des Salzkammergutes zusammengetragen, die wir auf den folgenden Seiten vorstellen möchten, wie: Beim Canyoning die Natur als Abenteuerspielplatz erleben. Auf schroffe Berggipfel klettern. Sich bei einem Tandemsprung frei wie ein Vogel fühlen. Wildromantische Kaskaden mit der Taucherbrille erforschen. Per Helikopter in schwindelerregende Höhen abheben. Beim aufregenden HöhlenTrekking ins Innere des Dachsteins vorstoßen. Im Ausseerland das Glück am Rücken der Pferde spüren. Per Gravelbike sportliche Höhenmeter abseits des Asphalts abspulen. Bei einer modernen Schnitzeljagd den Mythen und Schätzen der Traunseeregion auf den Grund gehen. Beim Marathonlauf gemeinsam Kräfte messen. Oder aufregende Erlebnis-Kombinationen wie „Hike & Surf “ in Ebensee ausprobieren. Verlassen wir unsere Komfortzone, brechen wir auf zu neuen Ufern und machen Erfahrungen, die wir uns nie zuvor erträumt hätten. Gute Vorbereitung, ja! Aber lassen wir uns auch Freiraum für Spontanität. Denn wie heißt es so schön: „Abenteuer beginnen, wo Pläne enden.“ Unser Salzkammergut | 11

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Canyoning

© SalzburgerLand Tourismus

DEM WASSER AUF DEN GRUND GEHEN

Von Wasserpool zu Wasserpool: Wer das Wasser liebt, kann sich im Canyoning ausprobieren und bei einer actionreichen Tour im Traunsee oder in der Almbachklamm den Gewässern im Salzkammergut auf andere Art und Weise näherkommen.

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pringen, schwimmen und planschen – wenn man sich durch das Wasser im Salzkammergut zu atemberaubenden Orten tragen lässt, kommt der Spaß sicher nicht zu kurz. Ein spannendes Wassererlebnis in der freien Natur, abseits von überlaufenen Thermen und künstlich gebauten Wasserparks, bietet ein unvergessliches Erlebnis für Groß und Klein. Die Canyoning-Tour durch die Almbachklamm am Wiestalstausee in der Fuschlseeregion (angeboten von Canyoning Salzkammergut) eignet sich perfekt für die ganze Familie und Einsteiger. Im Vordergrund stehen Spaß und Freude: Wem die Abenteuertour mal zu steil werden sollte, muss nicht alles mit-

machen und kann mithilfe der Guides den Grad des Mutigseins für sich selbst richtig positionieren. Dann heißt es statt springen mal klettern – aber keine Sorge, der Spaß bleibt trotzdem! Wer vorerst einen Schnupperkurs ausprobieren möchte, kann mithilfe der Abenteuerakademie in den Gewässern des Traunsees dem Canyoning langsam nahekommen. Die ausgebildeten Guides sorgen für entsprechende Sicherheit bei dem Outdoor-Rutsch- und Kletterspaß. Auch für die passende Ausrüstung ist gesorgt: Neoprenanzug, Klettergurt und Co. werden in den Touren zur Verfügung gestellt. So steht einem einwandfreien zwei bis drei Stunden langem Spaßerlebnis nichts mehr im Weg!

ABENTEUER ALMBACHKLAMM:

Anbieter: Canyoning Salzkammergut Termine bis Ende Oktober verfügbar Preis für Erwachsene: € 65 pro Person inklusive Ausrüstung und Guide Weitere Informationen sowie Buchen der Tour unter www.canyoning-salzkammergut.at

ABENTEUER TRAUNSEE:

Anbieter: Abenteuerakademie Termine bis Ende Oktober verfügbar Preis für Erwachsene: € 79 Anfragen unter Tel.: 0676/527 22 66 oder E-Mail: office@abenteuerakademie.at

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© Österreich-Werbung/Jonathan Graml

Klettersteige FÜR ANFÄNGER UND PROFIS

Klettern hat es durchaus in sich: Aber egal, welchen Berg man in der Salzkammergutregion besteigt, man wird immer mit atemberaubenden Panoramen belohnt. Zum Glück gibt es Klettersteige von A bis Z, sodass nicht nur Sportprofis in den Genuss des Berges kommen.

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ie Seeregion im Salzkammergut hat so einiges zu bieten – vor allem im Herbst, wenn die immer kühler werdenden Seen an Attraktivität verlieren, eignen sich umliegende Klettersteige perfekt für sportliche Action und Spaß in der Umgebung. Der bekannte Drachenwand-Klettersteig beim Mondsee lässt atemberaubende Blicke über die Region zu, während der Dachstein eine Vielzahl an Klettermöglichkeiten für Klein und Groß parat hält. Einer der bekanntesten Klettersteige von dem beliebten „Five-Fingers-Berg“ ist wohl die Seewand, bei der man den Hallstätter See in seiner ganzen Pracht bestaunen kann. Aber Achtung: Dieser

Klettersteig ist wirklich nur für Profis geeignet! Durch die Vielzahl an Klettersteigen in der Salzkammergutregion kann man sich sowohl als Anfänger wie auch als Profi auf die unterschiedlichen Berge wagen. Für herrliche Ausblicke, viel Natur und Sport im Freien ist gesorgt!

AUSGEWÄHLTE KLETTERSTEIGE Hoher Gjaidstein – Ramsau am Dachstein Schwierigkeitsgrad: leicht Parken kann man bei der Dachstein Gletscherbahn, beim Edelbrunn Parkplatz oder bei der Türlwandhütte.

Weitere Inspiration für spannende Klettertouren finden sich unter

Drachenwand beim Mondsee Schwierigkeitsgrad: mittel Der Ausgangspunkt beim Gasthof Drachenwand inkl. Klettersteigparkplatz ist auch gut mit den Öffis erreichbar.

www.schladming-dachstein.at www.dachstein-salzkammergut.com www.bergsteigen.com/gebirge/ salzkammergut-berge www.attersee-attergau.salzkammergut.at

Seewand im Dachsteingebirge Schwierigkeitsgrad: hoch Parken beim Kesselparkplatz am Seeufer von Hallstatt möglich.

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Höhlen-Trekking

© Dachstein Tourimus AG /Manfred Schoepf

ABENTEUER IM BERG

KRAXELN „IM“ BERG: Mit erfahrenen Höhlenführern können sich Abenteuerlustige auf die Spuren von Höhlenforschern begeben und tief in das labyrinthartige Innere des Dachsteinmassivs eindringen.

Der Dachstein hat einiges zu bieten: Wie wäre es, sich einmal abseits von Berg-„Klassikern“ über eine abenteuerliche Trekkingtour zu wagen, in das labyrinthartige Innere des Berges einzudringen und so für eine große Portion Adrenalin zu sorgen?

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en Dachstein kennt man wegen seiner spannenden Klettertouren, der bekannten FiveFingers-Plattform oder der schönen Skiregion. Doch der Berg hat noch weitere Adrenalinkicks auf Lager. Durch Höhlen-Trekkingtouren und Spezialführungen kann man die Tiefen des Berges entdecken und in die verzweigten und engen Gänge des Dachsteins eindringen. Zwei unterschiedliche begeh- bzw. „bekraxelbare“ Höhlen, die Mammuthöhle und die Koppenbrüllerhöhle, lassen das Abenteuerherz durch ein spannendes Erlebnis höherschlagen.

Mit erfahrenen Höhlenführern können sich Abenteuerlustige auf die Spuren von Höhlenforschern begeben und durch enge Schlürfe und Kriechstellen, steile Klettersteige und verzweigte Gänge tief in das entlegene, labyrinthartige Innere des Dachsteinmassivs eindringen. Die Dauer und Schwierigkeit der insgesamt vier angebotenen Trekkingtouren werden individuell auf die TeilnehmerInnen bzw. die Gruppe abgestimmt – das macht es einfach, die richtige Portion Abenteuer mit den teilnehmenden Kraxlern zu vereinen. Daher ist der Ausflug auch gut mit Kindern machbar

und die ganze Familie kann sich in das Abenteuer stürzen. Helm, Overall und Stirnlampe werden vor Ort zur Verfügung gestellt und man muss sich eigens nur um das feste Schuhwerk kümmern, bevor es auf Erkundungstour ins Dunkle des Berges geht.

KONTAKT

Anmeldung & Buchung unter: Customer Service Team Tel.: 050/140 E-Mail: info@dachstein-salzkammergut.com www.dachstein-salzkammergut.com

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Fliegen – es ist einer der ältesten Träume der Menschheit. Ein Tandemflug im Salzkammergut ist ein Erlebnis, das ewig in Erinnerung bleiben wird.

Folgende Erlebnis-Angebote am Zwölferhorn bietet „Tandemflug Salzkammergut“ an: • Tandemflug Zwölferhorn / St. Gilgen am Wolfgangsee • Hike & Fly Early Bird Zwölferhorn Weitere Flugberge der Region können, je nach Wind, der Loser in Altaussee oder der Gaisberg bei Salzburg sein. Nähere Infos auf: tandemflug-salzkammergut.at KONTAKT: Tandemflug Salzkammergut Konrad-Lesiak-Platz 5 5340 St. Gilgen Tel.: 0699/10871798 E-Mail: tandemflug.salzkammergut@gmail.com

© Tandemflug Salzkammergut

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Tandemflug SICH FREI WIE EIN VOGEL FÜHLEN

Luftige Höhen: Ein erfahrener Pilot an der Seite macht das Abenteuer Paragleiten für jeden und jede erlebbar. © Privat

ich frei wie ein Vogel fühlen – Paragleiten ermöglicht, grenzenlose Freiheit zu spüren und über allem zu schweben. Selbst ohne Vorkenntnisse lässt sich dieses Gefühl im Salzkammergut erleben. Wichtigste Voraussetzungen sind Lust und Freude auf ein kleines Abenteuer und Trittsicherheit beim Landen auf einer Wiese. In St. Gilgen am Wolfgangsee ist ein Paragliding Basecamp stationiert, das den Traum vom Fliegen wahr werden lässt. Ein Tandemflug dauert insgesamt ca. eineinhalb Stunden, bei etwa zehn bis 25 Minuten Flugzeit. Empfohlen wird eine Reservierung ein bis zwei Wochen vor dem Wunschtermin. Auch mit einer Wanderung lässt sich das Abenteuer Paragleiten perfekt verbinden. Dafür kann mit dem Flugpiloten ein Treffpunkt an der Bergstation vereinbart werden.

„Einmal geflogen und du wirst immer wieder nach oben schauen und dich danach sehnen.“ Karin Limbach, Tandemflug Salzkammergut Seit zehn Jahren fliegen Karin Limbach und ihr Fluggefährte Julian in einem mehrköpfigen Pilotenteam am Wolfgangsee. Die Mitbegründerin von „Tandemflug Salzkammergut“ in St. Gilgen hat vor 17 Jahren mit dem Paragleiten in Neuseeland begonnen. Seither hat sie der Sport nie mehr losgelassen. Im persönlichen Gespräch spricht die 42-jährige Weltenbummlerin von ihrer Leidenschaft fürs Fliegen. Frau Limbach, was ist für Sie das Faszinierende am Schweben in der Luft? Fliegen bedeutet frei sein. Abschalten vom Alltag. Und die Natur genießen. Denn beim Fliegen denkt man nicht über Dinge nach. Dort ist man einfach. Und fliegt. Und schaut sich die Welt von oben an und genießt einfach den Ausblick und die Schönheit der Natur. Was ist das Abenteuerliche am Paragleiten? Ein Abenteuer ist etwas Besonderes, es bedeutet, etwas Neues zu erleben. Beim Paragleiten sieht man die Welt aus einer anderen Perspektive. Man erlebt eine neue Dimension. Plötzlich wird auch der Raum über einem wahrgenommen. Da gibt es einen ganz berühmten Spruch von Leonardo da Vinci: „Once you have tasted flight, you will forever walk the earth with your eyes turned skyward, for there you have been, and there you will always long to return.“ So verhält es sich tatsächlich beim Paragleiten: Einmal geflogen und du wirst immer wieder nach oben schauen und dich danach sehnen. Unser Salzkammergut | 15

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„Beim Fliegen denkt man nicht über Dinge nach. Dort ist man einfach. Und fliegt.“

© Tandemflug Salzkammergut

Karin Limbach, Tandemflug Salzkammergut

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Aus der Vogelperspektive eine neue Dimension entdecken: Tandemflug am türkisblauen Wolfgangsee mit Schafbergblick. Unser Salzkammergut | 17 10-26_Coverstory.indd 17

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Helikopterflug

© Heli Salzkammergut GmbH/www.ooe-adventures.at

AM TRAUNSEE

Beim Sightseeing aus der Vogelperspektive versteckte Plätze entdecken.

Atemberaubendes Panorama, einzigartige Ausblicke und neue Perspektiven rund um den Traunsee – ein spannender Helikopterflug vereint das schöne Salzkammergut mit einem unglaublichen Erlebnis.

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as Sightseeing aus der Luft eignet sich für jeden, der die schöne Traunseeregion einmal anders erleben möchte. Für einen Adrenalinkick ist auf jeden Fall gesorgt: In den hohen Lüften kann man die bezaubernde Region noch einmal intensiver auf sich wirken lassen und währenddessen den Rotorblättern des Helikopters lauschen. Die Vogelperspektive lässt Blicke auf versteckte Plätze zu, die man sonst nur schwer entdecken kann. Eindrücke von oben, die man bestimmt nicht so schnell wieder vergisst! Ein circa 30-minütiger Flug der Adventures24 GmbH in Kooperation mit der

Heli Salzkammergut GmbH bietet je nach Helikoptergröße Platz für bis zu fünf Personen – also auf jeden Fall genügend Raum für die Liebsten. Die Termine bis Dezember lassen die Entscheidung frei, ob man den See noch in der Herbstsonne glitzern sehen möchte oder lieber eine bezaubernde Winterlandschaft rundum Weihnachten erkunden will. Viel Spaß beim Abheben!

KONTAKT

Heli Salzkammergut GmbH Traxleckerweg 35 4820 Bad Ischl Tel.: 06132/25200 E-Mail: info@heli-salzkammergut.at OÖ-Adventures Adventures24 GmbH Tel.: 0660/5857500 E-Mail: office@ooe-adventures.at www.ooe-adventures.at Weitere spannende Abenteuer von der Adventure24 GmbH finden sich auf www.ooe-adventures.at, www.steiermark-adventures.com, www.wienadventures.com, www.muenchen-adventures.com

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Hoch zu Ross

© Steiermark Tourismus/photo-austria.at

IM AUSSEERLAND

Bei entspannten Ausritten im Rhythmus der Pferde lassen sich neue Wege entdecken und tierische Abenteuer erleben.

Wem Spazierengehen auf Dauer zu langweilig ist, kann die Natur im schönen Ausseerland auch bei einem abenteuerlichen Ausritt per Pferd genießen und so in die einzigartige Natur der Region eintauchen.

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in Ritt über Stock und Stein ist immer ein tierisches und tolles Abenteuer. Umgeben von Wiesen, Bergen und Wäldern kommt man der Naturwelt auf einem Pferderücken näher. Ein Eldorado dafür stellt die Region zwischen Altaussee und Bad Mitterndorf dar. Auf Reithöfen und in zahlreichen Reitunterkünften können Pferdeliebhaber ihre Leidenschaft mit ganzem Herzen ausleben. Mehrere Reitschulen stehen kompletten Reit-Neulingen zur Seite und bringen Mensch und Tier einander näher, bevor es ab in die Dichte der Wälder geht. Wer doch lieber etwas mehr Abstand zu den Vierbeinern be-

vorzugt, sich das Abenteuer aber nicht entgehen lassen möchte, kann per Kutschen- oder Pferdeschlittenfahrt die idyllische Umgebung auch ohne Anstrengung genießen. In herbstlicher Kulisse hat die Kutschenfahrt ein romantisches Flair und bei kaltem Wetter wird das Gefährt mit einer wärmenden Decke zu einem kuscheligen Plätzchen. Bei mehreren Anbietern kann man zwischen unterschiedlichen Strecken und der Größe des Gefährts wählen und sich zwischen einer romantischen Zeit zu zweit, einem Ausritt mit der ganzen Familie oder einem Ausflug mit Freunden entscheiden.

KONTAKT

Weitere Infos und unterschiedliche Anbieter finden sich unter: www.steiermark.com/de/ Ausseerland-Salzkammergut/Region/ Sommerfrische/Reiten

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SCHNELLE ABENTEUER IM GELÄNDE

© SalzburgerLand/Andreas Meyer.

Gravelbiken

Gravelbiken ist der neue Trend in der Fahrradszene und sorgt für das Plus an Abenteuer im Gelände – hier auf der Postalm.

Das Gravelbike, ein modernes Hybrid aus Mountainbike und Rennrad, vereint das Beste aus zwei Welten. Dank Stollenreifen und Scheibenbremsen steht sportlichen Abenteuern in der heimischen Berg- und Seenlandschaft nichts im Wege.

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acettenreiche Touren entlang malerischer Seen, durch Wälder, auf Berge oder über Schotter- und Feldwege: Dort, wo für Straßenradler die Tour endet, beginnt für Gravelbiker das Abenteuer erst so richtig. Dank spezieller Geometrie und Stollenreifen fühlt sich das Hybrid aus Mountainbike und Rennrad im rauen Gelände genauso zu Hause wie auf glattem Asphalt. Das erweitert den Abenteuerhorizont. Das Salzkammergut hat dazu einige spannende Wege anzubieten. Eine beliebte Tour auf Schotter, umgeben von eindrucksvoller Naturkulisse, stellt jene in Österreichs größtem Almgebiet zwischen 1.200 und 1.900 Meter Seehöhe dar: von Abtenau auf die

Postalm und Genneralm. Oben genießt man nahezu einen 360-Grad-Rundblick bis zum Dachstein und der markanten Bischofsmütze. Einkehrmöglichkeiten in urigen Hütten laden zu einer ausgedehnten Rast ein. Ein weiterer Tipp ist die Gravel-Tour hoch zum idyllisch gelegenen Seewaldsee, bevor es wieder Richtung Abtenau geht. Zudem ist der neue, eigentlich für E-Bikes konzipierte „BergeSeen eTrail“ ebenso für Gravelbikes geeignet. Hier warten nicht nur malerische Ausblicke, sondern auch eine Challenge in zehn Etappen.

TOURENTIPPS

Mit dem Gravelbike von Abtenau auf die Postalm und Genneralm Schwierigkeit: schwer Strecke: 62,8 km Viele weitere Touren von leicht bis schwierig unter gravelbike.salzburgerland.com BergeSeen eTrail Diese weitläufigen Bikestrecken, die alle acht Regionen des Salzkammerguts erschließen, führen auf einer Länge von rund 630 Kilometern und 14.500 Höhenmetern durch Oberösterreich, Salzburg und die Steiermark. Touren und Etappen mit Start ab Mondsee, Fuschl am See, Faistenau, Strobl, Gosau, Bad Aussee, Altaussee, Attersee, Grünau im Almtal oder Bad Ischl finden sich unter www.salzkammergut.at/ bergeseen-e-trail.html

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© Shutterstock

Outdoor Escape

© privat

MODERNE SCHNITZELJAGD AM SEE

Perfekt für Kinder: Für das neue Outdoor-Escape-Game „Der Ring der See-Elfen“ in Gmunden braucht man lediglich ein Smartphone, um die Stadt am Traunsee spielerisch zu erkunden.

Outdoor Escape Games funktionieren wie Escape-Rooms, nur finden sie draußen statt. Vier davon machen Orte am Traunsee zur erlebnisreichen Spielfläche.

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ie umliegenden Berge und Seen schaffen gerade im Herbst die perfekte Kulisse, um in eine märchenhafte Geschichte einzutauchen, die Kinder und Familien beim gemeinsamen Tüfteln an Rätseln zusammenschweißt. Da kommt das neue multidimensionale Erlebnis „Der Ring der See-Elfen“, das vierte Outdoor Escape am Traunsee, gerade recht. Es ist via Handy-App „Actionbound“ spielbar und perfekt für Kinder zwischen sechs und zehn Jahren. Seinen Mittelpunkt hat das Spiel in der Gmundner Innenstadt und an der Esplanade. „Die App erlaubt vielfältige und spannende Interaktion mit dem Spiel. Angefangen von einem Kompass, der die Kinder leitet, über Videos bis hin zur Visualisierung der Magierin, welche die Kinder

begleitet“, erklärt Michael Weberberger von M&M Events, Betreiber der Outdoor Escapes. Das Ticket dafür kostet 29 Euro pro Smartphone. Eine Gruppe von bis zu acht AbenteurerInnen kann daran teilnehmen. Es eignet sich auch perfekt für Kindergeburtstage oder Ausflüge mit Freunden und Co. Das neue Outdoor Escape Game ist übrigens nicht das erste Spiel, das die Regionen des Salzkammergutes bereichert. Nach „Entführt!“ in Gmunden, der „Zeitmaschine vom Mondsee“, der „Jagd nach dem Piratenschatz von Traunkirchen“, „Sagen & Legenden vom Traunsee“, dem „Culture Escape Hallstatt“ oder „Kunstraub am Attersee“ ist „Der Ring der See-Elfen“ bereits das vierzehnte Outdoor Escape Game des Veranstalters.

„Viele Sagen ranken sich um märchenhafte Regionen im Salzkammergut. Auf einer Outdoor-Escape-Erkundungstour entdeckt man die schönsten Plätze und lüftet so manches Geheimnis.“ Michael Weberberger von M&M Events, Betreiber der Outdoor Escapes

KONTAKT

Weitere Infos und Tickets sind unter www.outdoorescape.at oder unter escape-traunkirchen.at erhältlich.

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VERLAG NEU-MEDIA NIEDER

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Wandern

© Shutterstock

MIT DER TAUCHERBRILLE

Zuerst führt ein Guide entlang des Gimbaches bergauf, anschließend geht es mit Schnorchelausrüstung vergnügt durch den Bach hinunter.

Im Hinterland von Weißenbach am Attersee verbergen sich bezaubernde Wasserwelten, wie die GimbachKaskaden. Diese laden dazu ein, sich mit Schnorchelausrüstung und Neopren ins Abenteuer zu stürzen.

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utige Sprünge, lustiges Rutschen auf aalglatten Steinen, Eintauchen in die faszinierende Unterwasserwelt: Beim Wandern mit der Taucherbrille zeigen sich die Bäche und Schluchten des Salzkammerguts von einer ganz besonderen Seite. Die eindrucksvollen Gimbach-Kaskaden liegen zwischen Weißenbach am Attersee und Bad Ischl und sind prädestiniert, um die atemberaubenden Formationen zu Lande und zu Wasser zu ergründen. Zuerst führt uns ein Guide

entlang des Gimbaches bergauf, anschließend geht es mit Schnorchelausrüstung und Neopren vergnügt durch den Bach hinunter zum Ausgangspunkt, der nach etwa drei bis vier Stunden wieder erreicht ist. Das Erlebnis lässt sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern die Herzen höherschlagen. Die Taucherbrillenwanderung ist nahezu bei jedem Wetter, außer bei langanhaltenden Regenfällen, durchführbar. Das gesamte Schnorchel-Equipment wird beigestellt, die Gruppengröße reicht von drei bis acht Personen.

KONTAKT

Divecenter Under Pressure Attersee Landeroith 1 4852 Weyregg am Attersee Tel.: 0650/8000477 E-Mail: office@u-p.at Nähere Infos auf: www.up-divecenter.at Preis pro Person: € 65 Durchführung: von Juni bis etwa Mitte September (je nach Witterung und Wasserführung)

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Wolfgangseelauf

© Horst von Bohlen/Wolfgangsee Tourismus

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EINER DER SCHÖNSTEN MARATHONS

Am 16. Oktober machen sich wieder Unzählige auf den Weg, um gemeinsam im Laufschritt die bezaubernde Herbstnatur an dem türkisblauen Salzkammergutsee zu erleben.

Der 50. Wolfgangseelauf am 16. Oktober verspricht als eine von Österreichs landschaftlich reizvollsten Laufveranstaltungen einmal mehr unvergleichlichen Laufgenuss und sportliche Herausforderungen – ob für Einsteiger, Profiläufer oder begeisterte Nordic Walker.

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er Wolfgangseelauf, der am 16. Oktober Läuferinnen und Läufern eine einzigartige Kulisse zum gemeinsamen Laufen bietet, war schon immer ein Fixpunkt für alle, die sich gerne in der Natur bewegen. Mit mehreren Möglichkeiten zum Auspowern ist für jeden die passende Distanz dabei: Vom „Junior-Marathon“ für die Jahrgänge 2009 und jünger, der bereits am 15. Oktober stattfindet, über den „Panoramalauf “, den „Uferlauf “ und den „Klassiker“ bis hin zum

„Salzkammergut Marathon“ steht auch heuer die gesamte Lauf-Palette mit 5,2, mit 10, mit 27 und mit 42,195 Kilometern auf dem Programm. Mit „Walk the Lake“ feiert der Wolfgangseelauf zu seinem 50-Jahr-Jubiläum ein Debüt. Moderat geht es mit oder ohne NordicWalking-Stöcke in der wunderschönen Naturkulisse 27 Kilometer lang rund um den See. Eines ist allen sicher, die zum Wolfgangseelauf 2022 kommen: pittoreske Routen in bezaubernder Herbstnatur zwischen

Wasser und Bergen, ein unvergessliches Gemeinschaftserlebnis und das gute Gefühl, sportlich aktiv zu sein.

KONTAKT

Wolfgangsee Tourismus Au 140 5360 St. Wolfgang Tel.: 06138/8003 E-Mail: info@wolfgangsee.at Mehr Infos und Anmeldung unter www.wolfgangseelauf.at

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Hike & Surf

© Sylvia Feichtinger-Attwenger

ZWEI FLIEGEN MIT EINER KLATSCHE

Adrenalinjunkies aufgepasst: Wem Wandern allein zu wenig ist, kann sich das neue Kombiticket „Hike & Surf“ holen und eine Wanderung auf den 1.600 Meter hohen Feuerkogel mit einer anschließenden Surfrunde bei der Flusswelle „The.Riverwave“ in Ebensee kombinieren.

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erreicht man den Gipfel und kann sich körperlich auf dem Berg durch die Vielzahl an Wanderwegen austoben. Und das Gondelticket gibt es jetzt in neuer Ausführung: und zwar in Kombination mit der „The.Riverwave“, der beliebten und heiß begehrten Flusswelle in Ebensee. Übrigens ist diese auch die größte © The River Wave

er Feuerkogel ist allen „Salzkammergutlern“ ein Begriff. Wunderschöne Wanderungen mit unterschiedlicher Intensität und atemberaubende Blicke auf die Traunseeregion machen den Berg zu einem attraktiven Ausflugsziel. Auch die Gondel lockt an: In nur wenigen Minuten

künstliche Flusswelle in ganz Europa, die regelmäßig Abenteuerlustige in ihren Bann zieht. Das Kombiticket ist bei der Feuerkogel-Seilbahn noch bis 1. November 2022 verfügbar – in der Winterzeit heißt es dann nämlich wieder „Snow & Surf “– also nach dem Winterspaß in der Skiregion Feuerkogel noch rein in die Fluten. Wer nicht die passende Ausrüstung zum Surfspaß hat, ist nicht am Erlebnis gehindert: Bei der „The.Riverwave“ kann man sich das passende Equipment zum Wassertoben ausleihen. Alles Infos unter: www.theriverwave.com

KONTAKT

Feuerkogel Seilbahn Ebensee Rudolf Ippisch-Platz 4 4802 Ebensee am Traunsee Tel.: 050/140 E-Mail: info@feuerkogel.info

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Glücksmomente und Sternstunden

Ob Hochzeitsantrag beim Plättenpicknick oder Ablegung eines Hobby-Kapitänspatentes bei Firmenfeiern – die Schiffe, Boote und Plätten der SternFlotte können für einzigartige Feste und besondere Gäste gechartert werden. Fotos: Mathias Lauringer, Richard Schmitt, Andreas Stadtler, Starmayr

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xklusive Tipps von Mag. Doris Cuturi-Stern, Geschäftsführerin der Stern Schifffahrt GmbH und Gesellschafterin der Stern Gruppe.

Was war Ihr besonderer Glücksmoment in letzter Zeit an Bord der Stern-Flotte? Da gibt es ganz viele. Mein unvergesslichster Glücksmoment war sicher unsere Hochzeit an Bord der Attersee-Flotte

Mag. Doris Cuturi-Stern

letztes Jahr. Nach der kirchlichen Trauung in der wunderschönen Kirche in Steinbach ging es mit einer großen Feier und einer Kapitänstrauung am Schiff weiter. Am späten Abend wurde ich

überraschend auch noch von unserem Piraten vom Piratenschiff gestohlen. Die Kapitänstrauung und das Brautstehlen haben uns so gut gefallen, dass wir dieses Angebot nun auch für unsere Kunden im Programm haben. Ein weiterer großer Glücksmoment war heuer im Sommer, als mich mein Team zu meinem runden Geburtstag mit einem köstlichen Plättenpicknick mit regionalen Produkten am Altausseer See überraschte. Das kann ich jedem nur empfehlen, es ist auch im Herbst ein wahrer Genuss! Als Gutschein – verpackt in einer Flaschenpost – ist das Plättenpicknick ein einzigartiges Geschenk für besondere Anlässe, zum Beispiel für Freundinnen und Freunde. Haben Sie außergewöhnliche Tipps für DEN einzigartigen Glücksmoment für Ihre Kunden? Da fällt mir sehr viel ein … Zum Beispiel für Verliebte: ein Hochzeitsantrag auf unserer Plätte bei einem romantischen Picknick oder auf einem

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auf hoher See

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Brautstehlen.

Einzigartig: Kapitänstrauungen an Bord.

Hochzeitsantrag beim Plättenpicknick.

Transfer in die „Seewiese“.

unserer Schiffe bei einem köstlichen Frühstück. Wenn der Hochzeitsantrag erfolgreich war: Poltern bei uns am Schiff und eine Hochzeitsfeier mit Kapitänstrauung und Brautstehlen durch unseren Piraten Käpt’n Blackbird. Oder wenn es etwas gewagter sein soll … man macht den Hochzeitsantrag unter dem Weihnachtsbaum mit einem

Gutschein für eine Hochzeit auf dem Schiff in der Flaschenpost. Auch für Geburtstagsfeiern oder Firmenfeste kann man sich eines unserer Schiffe mieten und besondere Stunden mit Genuss für alle Sinne erleben. Regionale Schmankerl, musikalische Untermalung und das Ablegen eines Hobby-Kapitänspatentes für das Geburtstagskind oder den Firmenchef runden das Angebot ab. Die Möglichkeit des Hobby-Lokführers bieten wir zusätzlich auch auf der Atterseebahn und Traunseetram an. Unsere kleinen Gäste kommen bei uns ebenfalls nicht zu kurz. Man kann zum Beispiel den oberen Salon am KlimtSchiff mieten oder eine Geburtstagsparty mit unserem Maskottchen Käpt’n Niki organisieren. Der Kreativität unserer KundInnen sind keine Grenzen gesetzt … Unser Team steht gerne für detaillierte Informationen zur Verfügung: Attersee-Schifffahrt: 0664/607952900 Altaussee-Schifffahrt: 0664/607952950

FESTE ALLER ART

Hochzeiten, Erneuerung des Eheversprechens, Geburtstage oder Firmenfeiern … ATTERSEE-SCHIFFFAHRT: Klimt-Schiff (innen bis 140 Personen) MS Weyregg (innen bis 70 Personen) MS Unterach (innen bis 50 Personen) - Hochzeit: Hochzeitsfeier, standesamtliche Trauung, Kapitänstrauung - Geburtstagsfeiern und Firmenfeste: Feiern mit z. B. Ablegung eines HobbyKapitänspatentes während der Fahrt - Kulinarik: regionale Buffets, Fingerfood, erlesene Weine ALTAUSSEE-SCHIFFFAHRT: Solarschiff Altaussee (innen bis 50 Personen), Plätte Loser (bis zehn Personen) mit Plättenfrühstück/Plättenpicknick - Kulinarik: Catering, Getränke an Bord - Hochzeit: Rundfahrten & Transferfahrten mit dem Solarschiff in die „Seewiese“ mit Fotoshooting des Brautpaares auf der Plätte - Plättenrundfahrten mit Frühstück, Picknick oder romantische Sternenfahrt Aufgrund der großen Nachfrage ersuchen wir um rechtzeitige Reservierung. GUTSCHEINE ALS GESCHENKE: Verpackungsidee: Gutschein ausdrucken und in einer Flaschenpost verpacken. Die Linienschifffahrt mit den Schiffsrundfahrten und Teilstrecken verkehrt bis Ende Oktober und ab April. Siehe auch unser Angebot Frühstücksfahrten und Rundfahrten mit Snacks am Attersee, Wandern und Radfahren mit der Attersee-Schifffahrt.

Die Linienschiffe der Stern-Flotte verkehren bis Ende Oktober.

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Mehr Infos: www.atterseeschifffahrt.at www.altausseeschifffahrt.at 31.08.22 16:26


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Der Pfannenflicker vom Attersee Sepp Götschhofer (72) aus Palmsdorf am Attersee ist bis über die Landesgrenzen hinaus als der „Pfannenflicker Sepp“ bekannt. Wir haben ihn und seine Frau Gerti am Attersee besucht, haben unsere Pfannen von ihm flicken lassen und mit ihm über seine Leidenschaft und dieses traditionelle Handwerk gesprochen.

Text: Linnéa Harringer Fotos: Thom Trauner

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DER PFANNENFLICKER. Seit 23 Jahren werkelt Sepp Götschhofer in seiner Werkstatt in Palmsdorf am Attersee. Neben dem Pfannenflicken kreiert er auch allerlei anderes aus Kupfer und Messing.

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NACHHALTIG. Reparieren statt wegwerfen – das ist schon immer die Devise des sympathischen Atterseers.

ls wir an einem heißen Sommertag bei Sepp Götschhofer vorfahren, sehen wir schon von Weitem das Kupfer in der Sonne glitzern. Stolz zeigt uns der Pfannenflicker vom Attersee seine Arbeiten: Von Pfannen, Töpfen, Häferln, Gießkannen, Schaufeln, Lampenschirmen, Schöpflöffeln, Uhren, Schmuck bis hin zu allerlei Tierfiguren ist alles dabei. Alles handgemacht in mühevoller Kleinarbeit und ganz nach den Wünschen seiner Kundinnen und Kunden, werkelt der 72-Jährige seit 23 Jahren geduldig in seiner Werkstatt. Diese dürfen wir auch gleich besichtigen und Sepp Götschhofer zeigt uns, wie er die Pfannen und Töpfe flickt.

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„DER SCHIMPFT WIE EIN PFANNENFLICKER“ - altes Sprichwort-

Die Wanderhandwerker genossen früher einen eher fragwürdigen Ruf.

Herr Götschhofer, wie haben Sie das Handwerk des Pfannenflickens erlernt? Sepp Götschhofer: Ich habe in einer Dachdeckerei und Spenglerei in Attersee gelernt. Erst 1999 habe ich dann mit dem Pfannenflicken als Hobby begonnen. Wir haben in der Berufsschule noch Galanterie gelernt. Galanteriespengler sind Hersteller von künstlerischen Gegenständen aus Metall. Das gibt es heute aber gar nicht mehr. So wie ich das heute mache, in reiner Handarbeit, ist das Handwerk ausgestorben. Heute werden die Figuren gepresst. Ich habe mir das Handwerk selbst beigebracht: Die Grundbegriffe kannte ich, und durchs Ausprobieren habe ich mich dann weitergebildet. Das, was ich mache, sind alles Unikate.

Was können Sie uns über die Tradition der Pfannenflicker erzählen? Die Pfannenflicker (oder auch Kesselflicker) waren früher Wanderhandwerker, die wie die Scherenschleifer, Kupferschmiede, Besenbinder und andere Handwerker mit Wohnkarren und Familie von Ort zu Ort zogen. Sie hatten keinen guten Ruf früher und wurden wie Ausgestoßene behandelt. Die Clans haben jedoch zusammengehalten und das Wissen und die Technik in der Familie weitergeben. Sie sagen, dass der Pfannenflicker einen fragwürdigen Ruf genoss. „Der schimpft/säuft wie ein Pfannenflicker“ – kennen Sie dieses Sprichwort? Jaja, da gibt es einige solcher Sager, jugendfrei und nicht so jugendfrei

(schmunzelt)! Und auch das bekannte Pfannenflickerlied gibt es in den verschiedensten Versionen. Gerade nach dem Krieg hatten die Wanderburschen einen schlechten Ruf. Bevor sie stehlen gegangen sind, haben sich viele als Pfannenflicker probiert, um überleben zu können. Die wenigsten waren aber gut darin. Wie funktioniert die Technik des Pfannenflickens? Die Löcher und Risse, die mit der Zeit in den Pfannen und Töpfen entstehen können, werden mit Kupfernieten verdichtet oder verzinnt und gelötet. Ich arbeite ausschließlich mit Kupfer und Messing. Poliertes Kupfer ist antibakteriell und ein lebensnotwendiges Spurenelement im menschlichen Körper. Unser Salzkammergut | 35

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Der Pfannenflicker bei der Arbeit. Sepp Götschhofer zeigt uns, wie das Flicken funktioniert. Zuerst beult er unsere kaputte Pfanne aus und putzt und schleift die aufgerissene Stelle. Dann bohrt der Pfannenflicker Löcher, um das zuvor zugeschnittene und verzinnte Stück Kupferblech mit Kupfernieten zu vernieten. Anschließend wird das Kupferblech mit der Eisenpfanne verlötet und als Beweis eine Wasserprobe gemacht. Test bestanden – wir sind beeindruckt.

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DIE WASSERPROBE. Um zu prüfen, ob die Pfanne auch tatsächlich dicht hält, macht der Pfannenflicker einen Wassertest. Und strahlt uns stolz an: „ G‘lernt is halt g‘lernt!“

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COMEBACK. Lange Zeit galten Kupferpfannen als Relikte der Vergangenheit. Doch Profiköche schätzen sie auch heute noch! Der große Vorteil von Kupfergeschirr ist die hohe Wärmeleitfähigkeit, denn die Hitze wird nicht nur gleichmäßig verteilt und rascher aufgenommen als bei Edelstahl, sie wird auch länger gespeichert.

Gibt es heute noch Menschen, die ihre Pfannen flicken lassen? Ja! Ich habe immer wieder Kundinnen und Kunden, die mir ihre Pfannen und Töpfe zum Reparieren bringen. Zuletzt habe ich gerade einige Emailletöpfe geflickt. Viele kommen aber auch mit Sonderwünschen. Ich habe mal einen Auerhahn auf einem großen Wurzelstock gemacht, einen riesigen Pfau, einen Schwan, der in einem Schwimmteich sitzt. Da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt … Türme für Hotels, Wetterfahnen für den Garten – was sich die Leute so wünschen. Ich bin auch immer am Weihnachtsmarkt in St. Gilgen. Im Sommer auch am Kirtag in Attersee, im September in Pöchlarn und ich stelle auf verschiedenen Märkten aus. Können die modernen Pfannen überhaupt noch geflickt werden? Nein, nur die eisernen, kupfernen und emaillierten Pfannen. Unsere Gesellschaft hat sich ja zu einer Wegwerfgesellschaft entwickelt. Dadurch wurde Ihr Beruf überflüssig. Langsam geht der Trend aber wieder hin zur Nachhaltigkeit und Dinge zu reparieren, anstatt einfach auszutauschen. Spüren Sie diesen Trend schon? Ich merke schon, dass die Menschen das alte Handwerk wieder mehr schätzen und auch ihre Sachen reparieren

möchten und nicht immer gleich alles wegschmeißen. Also, ich brauche nicht jammern, ich habe noch so viele Ideen im Kopf, die ich verwirklichen möchte. Da wird mir nicht fad (schmunzelt). Sie haben lauter Töchter und auch alle Enkerl sind Mädels. Der erste Bub ist gerade im Anmarsch. Werden Sie den Beruf des Pfannenflickers übergeben? Kommt da eine Pflannenflickerin oder ein Pfannenflicker nach dem Opa? Ach nein, das ist nichts für die Jungen! Da braucht man ganz viel Zeit und Geduld und man verdient nichts dabei. Aber es ist meine große Leidenschaft, vielleicht kann ich damit schon noch jemanden anstecken, falls sich wer dafür interessiert. Das ist ein Hobby, mit dem man rund um die Uhr arbeiten kann. Wenn man so ein Projekt beginnt, ist das wie eine Sucht. Da kann ich dann nicht mehr aufhören, bis das Kunstwerk fertig ist. Meine ehemaligen Arbeitskollegen sagen oft zu mir: „Du hast einen Vogel“ (lacht), und ich sage dann: „Heute muss man einen Vogel haben“ (schmunzelt).

Der Pfannenflicker Götschhofer Sepp Palmsdorf 25 4864 Attersee Tel.: 0664/750 438 58

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© Nadine Ferś-Hildenbrand

Das Weinhaus Attwenger in Bad Ischl ist ein Urgestein der Traditionsbetriebe im Salzkammergut – mit dem schönsten Gastgarten der Kaiserstadt.

Essen, das die Seele berührt Seit 400 Jahren werden die Gäste aus nah und fern im Weinhaus Attwenger in Bad Ischl bestens versorgt. Der Name stammt aus dem 19. Jahrhundert, und auch wenn sich die Speisen seitdem geändert haben, ist dem Weinhaus Attwenger nicht nur der denkmalgeschützte Name treu geblieben, sondern auch die große Auswahl österreichischer Weine.

Text: Linnéa Harringer

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uhig gelegen am Ufer der Traun neben der Lehár-Villa lockt das Weinhaus Attwenger mit vier gemütlichen, historischen Stüberln und mit einem der schönsten Gastgärten der Kaiserstadt. Neben der hauseigenen Vinothek „Enoteka“, in der man die beim Essen genossenen Weine gleich zu Vinothekpreisen, von ausgesuchten Winzern sogar zum Ab-Hof-Preis, erwerben und mit nach Hause nehmen kann, überzeugt das Weinhaus Attwenger mit einem köstlichen Speisenangebot.

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Souschef TJ Ferś (l.) und seinen Papa, Chef de Cuisine Tobias Ferś (r.), verbindet die Liebe zu guten Weinen und feinem Essen.

© Veronika Scharinger

Herbstliche Highlights. Im Herbst erwarten die Gäste regionale Klassiker wie Wild im September, Kremser Bio-Entenbrust im Oktober und Gansln im November. Der Innenbereich des Weinhauses lässt bis zu 100 Personen kaiserlich sitzen, hier lassen sich im Dezember auch bezaubernde Weihnachtsfeiern zelebrieren.

Zu Weihnachten und Silvester zaubert der Küchenchef im Weinhaus Attwenger und der „Enoteka“ feine Menüs, die sich in besonderer Atmosphäre genießen lassen.

© Weinhaus Attwenger

Familiär und mit viel Liebe. „Ich mache Soul Food. Essen, das die Seele berührt – das geht nur mit bester Qualität und viel Liebe bei der Zubereitung“, verspricht der Küchenchef. Und das erkennen nicht nur die Gäste: Das Weinhaus Attwenger wurde mit dem AMA-Gastrosiegel ausgezeichnet und

ist als GenussWirt und als Salzkammergut Fischrestaurant gelistet. Souschef ist der Sohn der beiden: TJ Ferś. Dieser hat sich der Pâtisserie verschrieben und bringt süße, innovative Highlights als auch österreichische Süßspeisen-Klassiker auf die Teller des Weinhauses. Seit 2016 betreibt die Familie mit den beiden Männern in der Küche und Tochter Naomi mit Mama Nadine im Service das Weinhaus Attwenger. Der Familienbetrieb ergänzt sich ideal mit jugendlichem Esprit und dem „Wissen der Alten“. Auch wenn es im Service mal flott zugeht, merkt man in den Stuben nichts davon, denn jeder Handgriff sitzt und man versteht sich blind.

© Netzwerk Kulinarik/wildbild.at

© Netzwerk Kulinarik/wildbild.at

So regional wie möglich. „Wir legen höchsten Wert auf Frische, Qualität und Regionalität – das können unsere Gäste sehen, riechen und schmecken“, betont die sympathische Inhaberin Nadine Ferś-Hildenbrand. Das familiär geführte Gasthaus bezieht seine Ware so regional wie möglich und Chef de Cuisine, Nadines Mann, Tobias Ferś kombiniert die heimischen Spezialitäten mit internationalen Einflüssen. Die Fische kommen aus den heimischen Seen, das Gemüse, die Erdäpfel und die Bio-Eier von Bauern aus der Region, der Ziegenkäse aus Mondsee.

E N T G E LT L I C H E E I N S C H A LT U N G

KONTAKT

Restaurant-Weinhaus Attwenger und Vinothek „Enoteka“ Lehárkai 12, 4820 Bad Ischl Tel.: 06132/29703 www.restaurant-attwenger.at www.enoteka-by-attwenger.com Im Herbst können sich die Gäste auf kulinarische Highlights in der warmen, historischen Stube im Weinhaus Attwenger freuen.

Öffnungszeiten Mi. – Fr.: ab 14 Uhr, Sa. & So.: ab 12 Uhr saisonale Änderungen möglich

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Fleischlos Fleischlo

glücklich glücklich

auf der

Alm

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Seit einigen Jahren servieren Evelyn Matejka und Tom Burger auf 2.020 Metern Höhe den Gästen auf der Franz-Fischer-Hütte im Lungau beste vegetarische und vegane Küche. Rezepte zum Nachkochen sowie Hüttengeschichten zum Nachdenken haben sie jetzt im Buch „Hüttenduft“ (Bergwelten-Verlag) festgehalten.

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üttenchili statt Schweinsbraten, gebackene Käferbohnenknödel statt Leberknödel in der Suppe – Evelyn und Tom, die Hüttenwirtsleute der Franz-FischerHütte im Lungauer Riedingtal – haben vor einigen Jahren einen neuen Weg gewagt und führen die erste Schutzhütte in den Alpen mit rein pflanzlichem Speisenangebot. Die Resonanz unter den Gästen ist überwältigend und die Nachfrage nach Rezepten hat die beiden schließlich dazu motiviert, ein Buch mit Rezepten und Hüttengeschichten zum Nachdenken zu machen. Mit ihrer Kochkunst und abwechslungsreichen Rezepten ist es Evelyn Matejka rasch gelungen, auch die letzten Skeptiker und Fleischtiger für die pflanzliche Küche zu begeistern, und die Hüttenwirtsleute freuen sich über zweistellige Zuwachsraten. Trotz des Erfolges ist die Franz-FischerHütte kein Hipster-Lokal geworden. „Es liegt uns fern, jemanden zu bekehren, aber wir selbst haben den Wert darin erkannt, einfach zu leben und uns folgerichtig auch einfach, aber naturverbunden zu ernähren“, erzählen Evelyn und Tom. Und der Erfolg gibt ihnen recht, im Vorjahr wurde die Franz-Fischer-Hütte mit dem Umweltgütesiegel der Alpenvereine ausgezeichnet. Von der Jause über Hüttenklassiker, die auch vegan begeistern, bis hin zu Kuchen und Nachspeisen – 60 Kochrezepte zum Nachkochen und Hüttengeschichten zum Nachdenken haben der gebürtige Südtiroler und die naturbegeisterte Pongauerin im Buch „Hüttenduft – Gerichte und Geschichten aus den Tauern“ herausgebracht. Äußerst informativ sind auch die Tipps zum Einkauf oder Verpackungsvorschläge für unterwegs.

Text: Ulli Wright Fotos: Georg Kukuvec Photography Unser Salzkammergut | 43 42-51_Hüttenduft.indd 43

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JAUSENBROT

ZUTATEN 150 g Dinkelkörner 200 g Dinkelvollkornmehl 150 g Weizenvollkornmehl 1 TL Weinsteinbackpulver 1 Packung Trockenhefe 1 TL Brotgewürz 200 g lauwarmes Wasser 150 g Mineralwasser 1,5 TL Salz 2 EL Sonnenblumenkerne, ganz 1 EL Flohsamen oder Leinsamen, ganz

ZUBEREITUNG Dinkelkörner in einem Mixer grob mahlen. Alle trockenen Zutaten miteinander vermischen. Hefe und Backpulver mit etwas lauwarmem Wasser anrühren, dann zum Mehl geben, das übrige Wasser zugeben und den Teig ca. 5 Min. zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Das geht sehr gut in einer Küchenmaschine. Eine Brotback- oder Kastenform einfetten und bemehlen. Den Teig in die Form füllen, mit nassen Händen glattstreichen, mit einer Plastikfolie abdecken und für mindestens 2 Stunden an einen warmen Ort stellen. Je länger der Teig aufgehen kann, desto lockerer wird er. Das Backrohr auf 220 °C Umluft aufheizen, eine ofenfeste Schüssel mit Wasser ins Backrohr stellen (sorgt für Luftfeuchtigkeit). Das Brot für 10 Min. bei 220 °C backen, dann die Temperatur auf 200 °C zurückdrehen und das Brot für weitere 30 Min. backen. Am Ende das Brot aus der Backform nehmen und für weitere 5 Min. ins Rohr geben.

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ZWIEBELSCHMALZ ZUTATEN SCHMALZ 1 EL Sonnenblumenkerne, grob gehackt 250 g Kokosfett (geschmacksneutral) 100 ml Sonnenblumenöl 1 TL Majoran 1/2 TL Galgant 2 EL Tamarisauce 1 kleine Knoblauchzehe, gequetscht, oder 1/2 TL Knoblauchpulver Salz, Pfeffer ZUTATEN RÖSTZWIEBEL 1 kleine Zwiebel Sonnenblumenöl zum Ausbacken

ZUBEREITUNG RÖSTZWIEBEL Zwiebel schälen und in feine Ringe hobeln. In einer kleinen Pfanne Zwiebelringe im heißen Fett braun ausbacken, herausnehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Auskühlen lassen und in grobe Stücke hacken. ZUBEREITUNG SCHMALZ Sonnenblumenkerne ohne Fett in einer Pfanne leicht braun anrösten und zur Seite stellen. Kokosfett in einem Topf bei wenig Hitze schmelzen. Pflanzenöl hinzugeben und beides gut miteinander verrühren. Sonnenblumenkerne und Gewürze dazugeben und ca. 10 Minuten im Fett ziehen lassen. Zum Schluss die Röstzwiebel unterrühren und in Schraubgläser füllen. Das Schmalz in den Kühlschrank stellen, damit es die gewünschte Konsistenz erhält. Während der Abkühlphase immer wieder umrühren, damit sich die Kerne und Gewürze nicht am Boden absetzen. TIPP Servieren auf Schwarzbrot mit Zwiebelringen, frischem Schnittlauch, frisch gemahlenem Pfeffer und Radieschen.

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HÜTTENCHILI

mit cremiger Polenta

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ZUTATEN HÜTTENCHILI 1 EL Sonnenblumenkerne, grob gehackt 1 mittelgroße Zwiebel 2 Knoblauchzehen 2 Karotten 2 Pastinaken 2 mittelgroße Kartoffeln 200 g Kürbis 1 Süßkartoffel 3 EL Olivenöl 400 g stückige Tomaten (Dose) 1,5 l Gemüsebrühe 100 ml Rotwein 500 g Kidneybohnen (vorgegart, Dose) 500 g Käferbohnen (vorgegart, Dose) 250 g Mais (Dose) 1 EL Tomatenmark 1 EL getrockneter Oregano 1 EL Majoran 1 TL Chilipulver 2 EL geräuchertes Paprikapulver 1 EL Tamarisauce 1 EL Ume Su oder Zitronensaft Salz, Pfeffer Süße: 1 EL Agavendicksaft oder Apfeldicksaft, oder 50 ml Apfelsaft 250 g Räuchertofu ZUTATEN POLENTA 1 l Wasser 2 EL Suppengewürz 1/2 TL Knoblauchgranulat 2 EL Hefeflocken Salz, Pfeffer 1 Prise Muskatnuss, gemahlen 250 g Maisgrieß (Polenta) 2–3 EL Margarine ZUBEREITUNG HÜTTENCHILI Zwiebel schälen und in feine Würfel schneiden. Knoblauch schälen und fein hacken. Karotten, Pastinaken, Kartoffeln, Kürbis und Süßkartoffel schälen und in grobe Würfel schneiden. Zwiebel und Knoblauch in einem größeren Topf mit Olivenöl anbraten, die Gemüsewürfel kurz mitbraten. Mit Tomatenstücken, Gemüsebrühe und Rotwein aufgießen. Bohnen, Mais, Tomatenmark und Gewürze dazugeben, gut umrühren und bei geringer Hitze ca. 20 Minuten köcheln lassen. Den Räuchertofu in kleine Stücke schneiden, in einer separaten Pfanne mit etwas Öl kross anbraten und zum Schluss der Garzeit dem Chili beifügen. Hüttenchili mit der cremigen Polenta servieren. ZUBEREITUNG CREMIGE POLENTA Wasser mit den Gewürzen zum Kochen bringen. Den Topf vom Herd nehmen und mit einem Schneebesen den Maisgrieß (Polenta) einrühren. Bei mäßiger Hitze unter Rühren ca. 10 Minuten köcheln lassen. Vom Herd nehmen, die Margarine einrühren und abgedeckt ca. 10 Minuten stehen lassen.

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BUCHTIPP

HÜTTENDUFT Gerichte und Geschichten aus den Tauern Evelyn Matejka & Tom Burger ISBN-13 9783711200419 180 Seiten, Bergwelten Verlag, € 22 48 | Unser Salzkammergut 42-51_Hüttenduft.indd 48

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GERÖSTETE ERBSENKNÖDEL mit Schwammerl der Saison ZUTATEN 400 g Knödelbrot oder 6 altbackene Semmeln 1 EL Mehl 2 EL Semmelbrösel 2 EL Haferflocken, feinblättrig 2 EL Haferflocken, gemahlen 1 kleine Zwiebel 400 g Erbsen (tiefgekühlt) 4 EL Margarine 170 ml Pflanzenmilch Salz, Pfeffer 1 Prise Muskatnuss, gemahlen 2 EL Hefeflocken 30 g Petersilie, gehackt 250 g Schwammerl nach Belieben (Eierschwammerl, Steinpilze, Champignons …) 2 EL Öl 1 EL veganer Sauerrahm Schnittlauch Rucola

ZUBEREITUNG Semmeln würfelig schneiden, Semmelwürfel oder Knödelbrot mit den Haferflocken in eine große Schüssel geben, das Mehl und die Semmelbrösel untermischen. Zwiebel schälen und in feine Würfel schneiden. Einen Topf mit Wasser zum Kochen bringen und die Erbsen ca. 3 Minuten darin kochen. 2/3 der Erbsen mit einem Pürierstab zerkleinern, 1/3 ganz lassen und dann alles zusammen zu den Semmelwürfeln mischen. 2 EL der Margarine in einem Topf erhitzen, Zwiebel darin glasig andünsten, mit Milch aufgießen, Salz, Pfeffer, Muskatnuss und Hefeflocken hinzugeben, kurz erwärmen und über die Semmelwürfel gießen. Petersilie dazugeben; alles zu einer Semmelknödelmasse vermischen, ca. 10 Minuten rasten lassen. Einen Topf mit reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Mit nassen Händen Knödel formen und in das kochende Wasser geben, Hitze verringern und ca. 10 bis 12 Minuten gar ziehen lassen. Die gegarten Knödel auskühlen lassen (am besten über Nacht im Kühlschrank), dann lassen sie sich besser in Scheiben schneiden. Schwammerl putzen und in mundgerechte Stücke schneiden. In einer Pfanne etwas Öl (2 EL) erhitzen und Schwammerl darin braten. Salzen, pfeffern und zur Seite stellen. Ausgekühlte Knödel in fingerdicke Scheiben schneiden. Die Knödelscheiben mit der restlichen Margarine in einer Pfanne knusprig braten und würzen. Anrichten mit den Schwammerln, 1 EL Sauerrahm, frischem Schnittlauch, Rucola und frisch gemahlenem Pfeffer. Unser Salzkammergut | 49

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GEDECKTER BIRNENKUCHEN ZUTATEN MÜRBTEIGBODEN 400 g Mehl 200 g kalte Margarine 100 g Zucker 1 Prise Salz 1 EL Zitronen- oder Orangenabrieb 3 EL kaltes Wasser KUCHENFÜLLUNG siehe Grundrezept Rührteig 3–4 große, frische Birnen oder 2 Dosen Birnen (Birnensaft abgießen) TOPPING 100 g gehobelte Mandeln Staubzucker ZUTATEN RÜHRTEIG 230 g Weizen-, Dinkelmehl oder glutenfreies Mehl 2 EL Speisestärke 100 g Zucker 1 EL Backpulver 1 Prise Salz 1 EL Orangen- oder Zitronenabrieb 1 EL Vanillezucker 50 ml Sodawasser 2 cl Rum 200 ml Soja-/Pflanzenmilch 100 ml Pflanzenöl 2 EL Apfelessig

ZUBEREITUNG Für den Mürbteig die kühlschrankkalte Margarine in grobe Stücke schneiden, mit Mehl und den restlichen Zutaten rasch zu einem glatten Teig verkneten (mit den Händen oder der Küchenmaschine). Den Teig zu einer Kugel formen und in Folie eingewickelt für eine Stunde in den Kühlschrank stellen. Für den Rührteig alle trockenen Zutaten (Mehl, Nüsse, Zucker) miteinander vermengen. Alle flüssigen Zutaten zusammenmischen und dann per Hand mit der Mehlmischung zusammenrühren. Backrohr auf 165 °C Umluft vorheizen. Den gekühlten Mürbteig am besten zwischen zwei Lagen Backpapier ausrollen, dann auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen oder in eine runde Backform drücken. Die Birnen in Spalten schneiden, auf dem Mürbteigboden verteilen, dann den Rührteig darübergießen. Mit den gehobelten Mandeln bestreuen. Ins Backrohr geben und ca. 45 Minuten backen (Stäbchenprobe). Den Birnenkuchen im ausgekühlten Zustand mit Staubzucker bestreuen.

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VON nanasminze

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Text: Zivana de Kozierowski Fotos: Monika Löff

Besucher des „Straussn Kräutergutes“ in Ohlsdorf ernten neben duftenden Kräutern auch wertvolles Wissen. In Workshops vermittelt Andrea Göschlberger Anwendungsbereiche und Vielfalt des üppigen Kräutergartens am Hof – von eigenhändiger Ernte bis zum selbstgemachten Hydrolat und eingeweckten Gerichten. Seminare zu Coaching, Teambuilding und Zeitmanagement runden das Programm ab …

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ass hier am Hof der Göschlbergers in der Kleinreith Straße in Ohlsdorf bei Gmunden die Malve neben der japanischen Ölminze und der Estragon neben dem Tausendgüldenkraut um die Wette wachsen, war ursprünglich nicht geplant. Andrea Göschlberger war zwei Jahrzehnte lang Trainerin am WIFI und hat zuletzt das Metallausbildungszentrum in Linz geleitet, bevor die Idee entstand, am heimischen Gutshof in Ohlsdorf etwas Bleibendes zu schaffen. „Die Zusammenarbeit mit Menschen war für mich immer immens wichtig, doch ich wollte auch unseren Hof wieder mehr beleben“, erzählt Andrea Göschlberger, während wir eine Führung durch den Kräutergarten bekommen. Hin und wieder pflückt unsere Gastgeberin ein Kräuterblatt, zerrebelt es mit den Fingern und lässt uns daran riechen: eine gehaltvolle Aromatherapie begleitet von regem Bienengesumm der Holzbiene, einer heimischen Wildbienenart, die sich in dem wunderschönen Garten hörbar wohlfühlt. Unser Salzkammergut | 53

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Das Straussn-Kräutergut in Ohlsdorf.

eigene kleine Kräuterapotheke. „Genau so etwas, wo noch mit der Hand gearbeitet wird, ganz ohne Maschinen, das wollte ich machen.“

Andrea Göschlberger wollte am heimischen Gutshof etwas Bleibendes schaffen.

Und weiter: „Heute bin ich selbst Großmutter und möchte diese Lebensweise an meine Kinder und Enkelkinder weitergeben.“ Dabei arbeitet die stolze Großmutter mit Sicherheit um vieles mehr als früher und das Einkommen ist im Vergleich zu ihrem Trainer-Job viel geringer, doch den Garten betreibe sie eben aus Überzeugung und mit ganzem Herzen. Geld stehe da nicht im Vordergrund.

Die Idee, einen Kräutergarten mit Workshops zu verbinden, sei sozusagen über Nacht gekommen, als der Pächter, der die Wiese regelmäßig gemäht hat, in Pension ging. Es entstand anstelle dieser Wiese ein erster Versuchsgarten. „Der Grundgedanke war: Es sollten wieder mehr Leute zu uns auf den Hof kommen“, erinnert sich Göschlberger. „So wie damals bei meiner Schwiegermutter, als sie noch Milch und Eier ab Hof verkauft hat und immer Besucher da waren.“ Einen Gemüsegarten habe die Betreiberin vom „Straussn Kräutergut“ in Wahrheit schon vor Jahren angelegt und bewirtschaftet, doch das Bewusstsein und der Stellenwert hierfür kamen erst viel

später. „Die Nähe zur Natur und zu den Pflanzen war schon immer da. Das hat mir in Wahrheit meine Großmutter bereits vor Jahren vorgelebt. Mit zunehmendem Alter wurde mir immer wichtiger, diese Werte zu pflegen und an die nächste Generation weiterzugeben. Es sollte am Ende des Tages etwas von dem, was man macht, bleiben.“ Ein kleines Paradies Unsere „Kräuterführerin“ bleibt vor dem prachtvollen, rosafarbenen Echinacea-Beet stehen und erzählt von der Großmutter und derem Bauerngarten mit Ringelblumen, Sonnenhut und vielen anderen Blumen, aus denen Salben, Tees und Tinkturen hergestellt wurden. Damals gab es in jedem Haushalt eine

Ehemann Johann ist ebenso überzeugt und unterstützt seine Frau, wo es nur geht – von der Ernte bis zur Verarbeitung der Kräuter. Zudem gibt es eine Kooperation mit dem „Feichtlgut“, einer Werkstatt mit integrativer Beschäftigung in Ohlsdorf, deren Bewohner zweimal die Woche oder je nach Bedarf im Kräutergut mithelfen. „Da ich so gerne mit Menschen zusammenarbeite, war für mich dann der nächste logische Schritt, die Arbeit in der Natur und mit den Kräutern mit meinen Workshops zu verbinden.“ Göschlbergers Steckenpferd ist in Wahrheit jedoch das Destillieren von Kräutern. Die absolute Belohnung für die Arbeit im Garten, denn diese Arbeit ist unglaublich meditativ: „Da sitze ich

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Die Kräuter kommen direkt vom Garten in den hofeigenen Trocknungsraum.

in der Küche, heize mit dem Holz den Kupferkessel für den Destilliervorgang ein und im ganzen Haus beginnen sich die Aromen zu verbreiten. Die gesamten Essenzen, die ätherischen Öle der Pflanzen bleiben als intensiver Auszug der Kräuter übrig. Dabei belassen wir den Großteil der ätherischen Öle im Hydrolat, was diese auch haltbarer macht“, erklärt Andrea Göschlberger. Auf Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker oder Haltbarmacher wird komplett verzichtet, um das wunderbare natürliche Aroma zu erhalten. Diese pflanzlichen Erzeugnisse haben eine breite Anwendungspalette, neue geschmackliche Möglichkeiten eröffnen sie aber vor allem beim Kochen. Ein Hauch Lavendel hier, eine Prise Zitronenmelisse da oder eine Spur von Rosmarin verleiht jedem Gericht ein einzigartiges Aroma.

Vom Versuchsgarten zum Erfolgsrezept Dass die Betreiberin des Kräutergartens begann, ein Sortiment an Kräutertees und Kräuteressenzen für ihren kleinen Hofladen herzustellen, war eigentlich nur als Plan B gedacht. „Als wir mit dem Umbau fertig waren und mit den Kursen starten wollten, kam die Pandemie. So begann ich, Essenzen und Kräutertees herzustellen, da wir ja zwei Jahre lang keine Kurse oder Seminare abhalten konnten.“ Bei den individuell gestaltbaren Workshops mit unterschiedlichen Auswahlmodulen wie zum Beispiel „Teamkochen“, „Kräuter kennenlernen“ oder „Herstellung von Hydrolaten“ ist neben dem Fokus „Teambuilding“ auch konstruktive Konfliktlösung ein Thema und natürlich die Verwendung der selbst hergestellten Produkte. Das Ambiente und das Workshop-Angebot eig-

Bei Workshops stellen Teilnehmer aus der eigenen Ernte u. a. Kräuterdestillate her.

nen sich jedenfalls bestens, um z. B. im Rahmen von Firmenseminaren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Gruppe noch besser zusammenwachsen zu lassen oder eben bestehende Konflikte aufzuarbeiten. Wo lassen sich schließlich Themen wie diese besser behandeln als in der Natur, bei der eigenen Herstellung von Naturprodukten oder beim gemeinsamen Kochen? Von Einkochen bis Einwecken Ein Thema, bei dem sich unsere Gastgeberin besonders gut auskennt, ist das Einwecken und Einkochen. Auch zu diesem Thema bietet Göschlberger eigene Workshops an. So wird im Herbst, wenn die Tomaten reif sind, Tomatensugo eingekocht. Und Gemüsefonds oder sogar Kuchen werden ebenfalls dann zubereitet, wenn geerntet wird. Wenn es dann schnell gehen muss und Gäste da sind, stehen diese selbst gefertigten, äußerst hochwertigen Speisen sofort zum Verzehr bereit: Eingewecktes oder Eingekochtes ist ja im Handumdrehen zubereitet. Im Glas sind die Produkte übrigens auch sehr lange haltbar. Was man für den Inhalt braucht, sind die köstlichen Zutaten, das Wissen um die Zubereitung und etwas Zeit. Für die Lagerung der Gläser braucht es nur noch ein wenig Platz. „Doch lange halten die selbst gekochten und eingeweckten Speisen ohnehin nicht“, lacht Göschlberger. „Es findet sich immer jemand, der Appetit auf Selbstgemachtes hat.“ Unser Salzkammergut | 55

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LAVENDELFRISCHKÄSE ZUTATEN:

- 2 Tropfen Lavendelhydrolat/Lavendelöl - 2 EL Olivenöl - 200 g Frischkäse - 1 Prise Meersalz - Getrocknete Lavendelblüten zum Garnieren

ZUBEREITUNG:

Das ätherische Lavendelöl/-hydrolat (vorsichtig herantasten, damit der Geschmack nicht zu intensiv wird) mit dem Olivenöl emulgieren und mit dem Frischkäse gut vermengen. Mit Meersalz abschmecken und zwei bis drei Stunden im Kühlschrank ziehen lassen. Rechtzeitig vor dem Servieren aus dem Kühlschrank nehmen, damit sich das Aroma entfalten kann. Mit Grissini und Gemüsechips servieren.

ROTGRÜNE BASILIKUMSUPPE ZUTATEN: - 800 g Paradeiser - 1 Zwiebel - 1 Knoblauchzehe - 1 Karotte - 2 EL Öl - 1 TL Zucker

- 0,6 Liter Gemüsebrühe - 200 g Mascarpone - Salz, Pfeffer - 1 EL Weißer Balsamico-Essig - 1 Handvoll Basilikumblätter - Basilikumhydrolat

ZUBEREITUNG:

Paradeiser waschen und in Stücke schneiden. Zwiebel, Knoblauch und Karotte schälen, alles würfeln. In einem Topf mit 1 EL heißem Öl die gewürfelte Zwiebel, Knoblauch und Karottenwürfel glasig dünsten. Mit Zucker bestreuen und leicht karamellisieren lassen. Paradeiserstücke unterrühren, die Gemüsebrühe zugießen. Aufkochen und halb zugedeckt 15 Minuten bei kleiner Hitze köcheln lassen. Danach die Suppe pürieren, den Mascarpone (bis auf 4 TL) unter die Suppe rühren und je nach gewünschter Konsistenz einkochen lassen oder etwas Brühe zugeben. Die Suppe nach Geschmack mit Salz, Essig, Pfeffer und Basilikumhydrolat abschmecken. In einer kleinen Pfanne die Basilikumblätter in Öl knusprig rösten. Die Suppe mit 1 EL Mascarpone und knusprigen Blätter dekorieren.

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RUSSISCHER ZUPFKUCHEN

ZUTATEN: ergibt ca. 10 Weckgläser à 290 ml Backzeit ca. 30 Minuten, sowie 30 min Einkochen im Wasserbad Haltbarkeit etwa 4 Monate

ZUBEREITUNG:

Backofen auf 180 °C (Umluft: 160 °C) vorheizen Kakao-Teig: Mehl, Backpulver, Backkakao, 200 g Butter, 200 g Zucker und ein Ei mit einem Handrührgerät oder der Küchenmaschine mit Knethaken kneten und anschließend auf der Arbeitsfläche mit den Händen zu einem glatten Teig verarbeiten. Den Teig dritteln. Aus einem der drei Teile zehn Kugeln formen, in der Handfläche flach drücken und als Boden in die sterilen, gefetteten, ausgestreuten Gläser geben und kurz andrücken. Aus dem zweiten Drittel des Schokoladenteiges wieder zehn Kugeln formen, anschließend zu kleinen Rollen formen. Als Rand auf den Boden der Gläser legen und am Glasrand nach oben hin flach andrücken. Das restliche Drittel des Teiges kurz zur Seite stellen.

- 300 g Mehl - 1 Päckchen Backpulver - 5 EL Backkakao - 300 g weiche Butter - 300 g Zucker - 4 Eier

- 500 g Magerquark - 1 Päckchen VanillePuddingpulver - Gemahlene Mandeln oder feiner Grieß zum Ausstreuen der Gläser

Quarkmasse: 100 g Butter schmelzen, mit dem Quark, 100 g Zucker, Puddingpulver und drei Eiern mixen. Mit einem Trichter mit breiter Öffnung den Teig gleichmäßig auf die Gläser verteilen. Fertigstellung: Den restlichen Schokoladenteig in kleine Stücke zupfen und auf der Füllung verteilen. Die Gläser nun im vorgeheizten Ofen ca. 40 Minuten backen, aus dem Ofen nehmen und kurz abkühlen lassen (5 Minuten). Gläser gut mit sterilen Deckeln verschließen und einkochen. Dafür die Gläser 30 Minuten im Wasserbad bei 100°C einkochen. Nähere Infos unter: www.straussn-kräutergut.at Unser Salzkammergut | 57

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SEEGRÜN-INHABERINNEN. Julia Balaz-Hecht und Zivana de Kozierowski, langjährige Redakteurin von UNSER SALZKAMMERGUT, in der Traungasse in Gmunden, eine der ältesten Gassen der Stadt. 58 | Unser Salzkammergut 58-61_Seegrün.indd 58

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NEU IN GMUNDEN. seegrün in der Traungasse lädt zum Verweilen ein und bietet schöne Produkte, die von Massenware und Wegwerfgesellschaft weit entfernt sind.

seegrün ... ES GRÜNT SO

Seit Mitte Juni ist die Gmundner Altstadt um einen kleinen, feinen Laden reicher. Im seegrün in der Traungasse 12 bieten Zivana de Kozierowski und Julia Balaz-Hecht auf 30 Quadratmetern edle Produkte, Lebensart und Kultur an und zeigen stilbewusst auf, wie man leerstehende Innenstadtlokale mit viel Herzblut und Kreativität zum Leben erwecken kann.

Text: Ulli Wright

Fotos: Monika Löff

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STILECHT. Ihren Laden haben Zivana und Julia in Eigenregie renoviert und gestaltet. Aufgrund von Nachfragen bieten sie künftig auch Wandgestaltung und konzeptionelle Gestaltung von Räumen an.

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andgemachter Schmuck aus alten venezianischen Glasperlen, kunstvolle Fotoprints aus dem Salzkammergut hinter Acrylglas, Schals aus handgewebten Leinenstoffen, recycelte Gläser aus kleinen und großen Vöslauerflaschen – betritt man den Laden seegrün in der Traungasse 12 in Gmunden, kommt man aus dem Staunen so schnell nicht mehr heraus. Den beiden kunstsinnigen Freundinnen Zivana de Kozierowski und Julia Balaz-Hecht ist es gelungen, aus einem leerstehenden Geschäftslokal einen hippen Innenstadtladen zu machen. „Wir haben immer wieder davon gesprochen, einen kleinen Laden in der Gmundner Innenstadt zu eröffnen, aber lange Zeit nicht das Passende gefunden. Eines Tages war es dann soweit und Julia entdeckte den kleinen, leerstehenden Raum in der Traungasse“, schildert Zivana de Kozierowski und erzählt, dass es danach genau eine Stunde gedauert hat, bis der Entschluss gefallen war, diesen zu mieten. „Auch der Name ‚seegrün‘ war

„NACHHALTIGKEIT UND FAIRER HANDEL SIND FÜR UNS UNUMGÄNGLICH.“ bei einem Glas Prosecco schnell gefunden“, lacht Julia Balaz-Hecht und erklärt, dass seegrün für das Lebensgefühl im Salzkammergut, inspiriert von Wasser, Natur und Landschaft, steht, was sich in Form von zeitgenössischer Fotografie, Glaskunst und anderen stilvollen, handgemachten Dingen im Laden widerspiegelt.

TRADITIONELLES HANDWERK & MODERNES DESIGN „Wir bieten eine Auswahl schöner Produkte aus traditionellem Handwerk in Verbindung mit modernem Design. Nachhaltigkeit und fairer Handel sind für uns dabei unumgänglich“, erklärt Zivana de Kozierowski das Konzept. Über ihre berufliche Tätigkeit als

freischaffende Journalistin und SetDesignerin für FotografInnen hat sich die zweifache Mutter im Lauf der Zeit viele Kontakte zu KünstlerInnen, FotografInnen und KunsthandwerkerInnen aufgebaut. „Unser Fokus liegt zwar auf Regionalität, diese wird aber nicht vorausgesetzt, daher bieten wir, wenn sie zu unserem Konzept passen, auch besondere Produkte von ProduzentInnen aus ganz Österreich an“, so Vierfachmama Julia Balaz-Hecht, die seit 15 Jahren für den Einkauf eines oberösterreichischen Unternehmens zuständig ist und in erster Linie den administrativen und buchhalterischen Part im seegrün innehat.

KONZEPT GEHT AUF Ihre langjährigen Jobs haben die beiden Gmundnerinnen trotz der Eröffnung ihres Ladens nicht an den Nagel gehängt. seegrün hat 25 Stunden die Woche für KundInnen geöffnet und dient für Zivana darüber hinaus auch als „Schreibwerkstatt“. Und das Konzept geht auf. „Die Reaktionen, die wir von den BesucherInnen bekommen, sind einfach unglaublich und

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MARKENZEICHEN. Der Fisch kommt im seegrün in vielen Varianten vor.

haben unsere Erwartungshaltung bei Weitem übertroffen“, schwärmt Julia. „Die Mischung aus coolen, zeitgemäßen und traditionellen Dingen kommt irrsinnig gut an und es ergeben sich auch schöne Synergien mit anderen GeschäftsInhaberinnen. So stellen wir zum Beispiel derzeit für eine ‚Kollegin‘ aus der Nachbarschaft in unserem Laden Bilder aus“, freut sich Zivana und ergänzt, dass sie und Julia mit ihrem Konzept auch aufzeigen wollen, dass man mit etwas Kreativität leerstehende Geschäftslokale in der Innenstadt beleben kann. Voraussetzung ist natürlich auch die Verfügbarkeit von erschwinglichen Geschäftslokalen.

AUSSTELLUNGEN, RAUMGESTALTUNG & LESUNGEN Auch für die Zukunft haben sich die beiden Freundinnen einiges vorgenommen. So sollen etwa in Kooperation mit Kreativen und Kunstschaffenden Produkte in Form von kleinen Sondereditionen entstehen, und – aufgrund von Nachfragen – bieten sie künftig Wandgestaltung und konzeptionelle Gestaltung von Räumen an. Zusätzlich werden sie auch kleinen, feinen Events wie Buchpräsentationen oder Ausstellungen einen Raum geben. Ein Besuch im seegrün ist wie ein Besuch bei guten Freundinnen. Man

UNIKATE. Handgemachter Schmuck, Porzellan und Keramik sowie mundgeblasene Gläser und künstlerische Fotografien – Massenware findet man im hippen Altstadtladen nicht.

trifft sich, plaudert und taucht ein, in eine Welt, die von Massenware und Wegwerfgesellschaft weit entfernt ist. „Traut euch“, lautet der Appell von Zivana de Kozierowski und Julia Balaz-Hecht, die mit seegrün das beste Beispiel dafür liefern, dass man mit viel Liebe, Kreativität und innovativen Ideen seine Träume verwirklichen kann. KONTAKT

seegrün Lebensart und Kultur Traungasse 12 | 4810 Gmunden Öffnungszeiten: Dienstag: 9 – 14 Uhr Donnerstag: 9 – 12 Uhr, 14 – 17 Uhr Freitag: 9 – 12 Uhr, 14 – 17 Uhr Samstag: 9 – 13 Uhr atelier@seegruen.at Instagram: seegruentraunsee

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Vom Grünberg, dem Hausberg der Gmundner, hat man nicht nur einen traumhaften Blick auf den Traunsee. Bei einer Wanderung gibt es allerhand Spannendes zu entdecken.

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Sagenhafter rünberg

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MÄRCHENHAFT. Von links: Ein Teil des Grünbergs, mittig der Traunstein und ganz rechts der Erlakogel, besser bekannt als „Schlafende Griechin“, deren Profil ein liebeskranker Riese in den Berg gemeißelt haben soll.

Bei der Naturschauspiel-Führung „Sagenhafter Grünberg“ durften wir die Wald- und Faunawelt links und rechts vom Weg auf den Gmundner Hausberg ganz bewusst erleben. Wald- und Kräuterpädagoge Christof Buchegger erzählte uns unterwegs berührende Märchen, erstaunliche Fakten und spannende Mythen über Pflanzen von A bis Z. Text: Elisabeth Buchegger Fotos: Christof Buchegger, Martin Fickert, PIXABAY

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eden zweiten Samstag im Monat kann man von Mai bis Oktober der spannenden Tour vom „Naturschauspiel“ mit dem Wald- und Kräuterpädagogen Christof Buchegger am Grünberg beiwohnen. Treffpunkt ist die Seilbahnstation am Gipfel des beliebten und allbekannten Grünbergs. Dort erwartet uns Christof Buchegger, unser heutiger Naturvermittler, bereits mit einer Handvoll interessierter Leute, die so wie wir seinen spannenden Geschichten lauschen werden. Der ausgebildete Wald- und Kräuterpädagoge ist seit der Gründung des „Naturschauspiels“ vor zwölf Jahren mit Begeisterung dabei und macht gemeinsam mit seiner Kollegin, Gertraud Pühringer, abwechselnd die Samstagstour rundum die Pflanzen-

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VATER-TOCHTER-TOUR. Für diesen Artikel machte Unser Salzkammergut-Praktikantin Elisabeth Buchegger die NaturschauspielFührung „Sagenhafter Grünberg“, die ihr Papa Christof regelmäßig anbietet.

Durst groß ist, kehren manche lieber schon früher ein“, lacht Buchegger. Um zehn Uhr geht’s endlich los: Der Naturkenner begrüßt uns herzlich zur heutigen Führung. „Wir schauen links und rechts vom Weg, was dort wächst, und wir tauchen in die Sagen- und Mythenwelt ein. Ich bin quasi der Vermittler zwischen Pflanze und Mensch“, stellt sich Buchegger vor, ehe wir losstarten.

„ICH BIN DER VERMITTLER ZWISCHEN PFLANZE UND MENSCH.“ Christof Buchegger

oase. Die Führung dauert circa drei Stunden und der 49-jährige Gmundner begleitet uns vom Treffpunkt bis zum Laudachsee, wo die Wanderung nach einer Runde um den See beim Gasthaus Ramsaualm endet. „Manchmal kommen mir einige Gäste schon etwas früher abhanden. Vor allem wenn der

DER ALLESKÖNNER: DIE BRENNNESSEL Nach nur wenigen Gehminuten bleiben wir bei der allbekannten und (leider) vielfach gehassten Brennnessel stehen. Denn viele kennen sie nur als nerviges, schmerzauslösendes Gewächs und gehen ihr daher lieber aus dem Weg. Aber was viele nicht wissen: Die Pflanze kann man vielseitig verwerten und verwenden. Einerseits kann man die Nessel kulinarisch auf den Teller und auch in den Tee bringen, andererseits kann man aus dem faserigen Stängel Textilien herstellen. Christof Buchegger erklärt, dass das Volk im Ersten Weltkrieg von der k. u. k. Armee sogar aufgerufen wurde, die Brennnessel zu sammeln und zum Heer zu bringen, um der damaligen Knappheit der Rohstoffe entgegenzuwirken. Auch einen lustigen Fakt hat er

BRENNNESSEL. Warum die Brennnessel früher auch bei Wachleuten eingesetzt wurde, erfährt man bei der Wanderung.

für uns parat: „Früher hatten die Wachleute oft eine Brennnessel dabei und nesselten sich, um sich vor dem Einnicken zu schützen. Also quasi unser heutiger Kaffee – nur etwas schmerzhafter“, schmunzelt Buchegger. Die ganze Gruppe betrachtet fasziniert die kleinen, unter dem Blatt angesiedelten Brennhaare, die das unangenehm brennende und juckende Gefühl auslösen können, bevor wir zu unserem nächsten Stopp weitergehen. Unser Salzkammergut | 65

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TOLLKIRSCHE. Wunderschön, aber giftig, also Finger weg!

DIE DROGE IM WALD – DIE TOLLKIRSCHE Unser nächster Halt führt uns zur Tollkirsche. „Obwohl der Verzehr weniger Beeren zum Tod führen kann, haben wir sie wahrscheinlich schon alle konsumiert“, wirft Christof Buchegger ein. Das versetzt uns ins Staunen. „Beim Augenarzt wird uns nämlich ein Mittel mit den Inhaltsstoffen der Tollkirsche, auch Belladonna genannt, ins Auge geträufelt, um die Pupillen zu weiten“, klärt uns der Waldpädagoge auf. Außerdem wirkt die Kirsche wahrnehmungsverändernd und ist wegen ihrer Süße vor allem für Kinder eine sehr verführerische Giftpflanze. Auch wenn die „Belladonna“ mit ihren glänzenden Früchten noch so lockt, Finger weg von dieser giftigen Pflanze! DER HOLLER UND DIE FRAU HOLLE Beim Holunder angekommen, erfahren wir, dass er im Volksglauben wirklich einen Bezug zum bekannten Märchen „Frau Holle“ hat. „Laut einigen Mythen ist der umgangssprachlich genannte ‚Holler‘ nämlich mit der Unterwelt verbunden und auch die alte Dame aus dem Märchen soll die Herrin einer anderen Welt symbolisieren“, erzählt uns Christof Buchegger. Die als heilig angesehene Pflanze wurde früher vielfach verehrt. Kleine Opfergaben wurden vor die Pflanze gelegt und Verletzte suchten dort Unterstützung für ihre Heilung. Außerdem ist immer noch in manchen

HOLLER. Wussten Sie, dass es zwischen Holler und Frau Holle einen Bezug gibt?

Köpfen verankert, dass man den Holler nicht schneiden darf, da ansonsten ein Unheil droht. Dazu gibt es sogar eine Bauernweisheit: „Bauer, willst du aus

„BAUER, WILLST DU AUS DEM LEBEN SCHEIDEN, MUSST DU FLEISSIG HOLLER SCHNEIDEN.“ dem Leben scheiden, musst du fleißig Holler schneiden.“ Und noch etwas erfahren wir von Christof Buchegger: Es gibt zwei Holunderarten, den weißen und den dunklen Holler. Die beiden kann man vor allem in der Frühreife nur schwer voneinander unterscheiden. Um welche Art es sich letztendlich handelt, kann man an dem Mark, also dem Inneren des Stängels erkennen. Denn der dunkle Holler hat ein weißes Mark, während der weiße oder rote Holler ein schwarzes Mark hat. Der weiße Holler bildet zur Reife rote Hollerbeeren, daher der zweifache und etwas verwirrende Name.

kranken Fichte bleiben wir erneut stehen. Ein Specht hat große Löcher in die Rinde geschlagen, denn da findet er ausreichend Futter in Form von Borkenkäfern. Das braune, kleine Insekt zählt nicht zu den beliebtesten Lebewesen im Wald. Der Schädling zerfrisst nämlich ganze Wälder und besiedelt am liebsten Fichten. „Genau deshalb sind Monokulturen der Fichte sehr risikoreich. Der Käfer ist grundsätzlich sehr ‚faul’ und fliegt nicht gerne weit. Da bietet sich für ihn nichts besser an, als ein Wald, wo jeder Baum schmeckt“, erklärt uns der Waldpädagoge. Am Grünberg sind auch einige Lockstofffallen für Borkenkäfer aufgestellt. „Diese dienen primär nicht zur Bekämpfung des Insekts, sondern zur Evaluierung, ob hier ein Käferproblem vorliegt“, so der gebürtige Gmundner.

BORKENKÄFER. Fauler und unbeliebter Schädling.

DES BAUMES TODESURTEIL: DER BORKENKÄFER Bei einer ziemlich mitgenommenen, Unser Salzkammergut | 67

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LAUDACHSEE. Mit der Umrundung des Bergsees und einer Einkehr in die „Ramsaualm“ endet die „Sagenhafter Grünberg“-Tour.

LIEBE STECKT IM BERG Auf unserem Weg zum Laudachsee machen wir noch bei vielen Pflanzen halt und erfahren zum Beispiel etwas über das Weidenröschen, den Bärenklau, den Schachtelhalm, die Vogelbeere und noch andere Pflanzen. Aber auch die Märchen und Mythen, die uns Grünberg-Kenner Christof Buchegger entlang des Weges erzählt, machen die Wanderung extrem kurzweilig. Uns Frauen hat es vor allem die Liebesgeschichte vom Blondchen und dem Riesen Erla angetan, von dem es sehr viele unterschiedliche Erzählungen gibt ... Der Riese Erla und die Nixe Blondchen vom Laudachsee lernten sich an den Ufern des Bergsees kennen und waren unsterblich ineinander verliebt. Erla baute für ein gemeinsames Zusammenleben sogar ein Schloss im See, das wir heute alle unter dem Namen „Schloss Ort“ kennen. Eine Hexe verwandelte die beiden vorübergehend in Menschenform, um im gemeinsamen Heim wohnen zu können. Eigentlich schien ihrem Glück nichts im Wege zu stehen, bis Blondchen offenbarte, dass ein Nixenglück immer nur einen Sommer lang wahren würde. Und so sollte es auch

sein: Als das erste Laub den Herbst einläutete, wurde Blondchen unsterblich krank. Keine Ärzte und Hexen konnten es verhindern – Blondchen starb. Darüber war Erla so verzweifelt, dass er sich als Riese wieder in die Berge zurückzog und aus Liebe und Trauer ihr Antlitz in den Berg meißelte. Und noch heute kann man aus so mancher Perspektive die Gesichtszüge der „Schlafenden Griechin“ im Erlakogel erkennen. FAST AM ZIEL Freude macht sich breit, als wir unser Ziel, den Laudachsee, sehen. Eingebettet in die schöne Landschaft glitzert der kleine Bergsee in der Sonne. Im Sommer bietet sich dieser auch zum Abkühlen an. Obwohl die Ramsaualm schon zu sehen ist und zur Erfrischung lockt, entscheiden wir uns, noch den See zu umrunden, was sich bei Bucheggers weiteren Erzählungen in jedem Fall lohnt. Bevor die Tour „Sagenhafter Grünberg“ für uns zu Ende geht, kehren wir noch gemeinsam mit unserem Wald- und Kräuterpädagogen im Gasthaus ein. Wer wissen möchte, welch faszinierenden Pflanzen in der Naturoase am

Grünberg zu finden sind, neugierig ist, mehr über Borkenkäfer, Specht und Co. zu erfahren oder in das „Märchen der sieben Brünnlein“ eintauchen möchte, sollte sich noch bis Ende Oktober zur gewitzten und spannenden Tour aufmachen und an den laufenden Veranstaltungen teilnehmen, die übrigens auch bei Schlechtwetter stattfinden. Auch individuelle Touren sind buchbar. TERMINE „SAGENHAFTER GRÜNBERG“ • noch am 17.09., 01.10. und 15.10.22 jeweils von 10 bis 13 Uhr • Treffpunkt: Gmunden, Karl-Josefvon-Frey-Gasse 4 (Bergstation der Grünbergseilbahn), Dauer ca. drei Stunden sowie individuelle Termine für Gruppen nach Vereinbarung. Anmeldungen zum „Sagenhaften Grünberg“ sind online und per Mail unter naturerfahren@gmx.at möglich. • Infos und Anmeldung für weitere 137 Naturschauspiele in Oberösterreich, die von mehr als 200 Guides vermittelt werden unter: www.naturschauspiel.at

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DEIN HOCH GEFÜHL auf dem Baumwipfelpfad in Gmunden im Salzkammergut

Grenzenlose Ausblicke Mitten in der Natur Ideal auch für Rollstuhl & Kinderwagen Lern- und Erlebnisstationen auf dem Pfad Gastronomie in unmittelbarer Nähe VIDEO

Auf dem Grünberg, 4810 Gmunden baumwipfelpfade.at/salzkammergut ANSEHEN 69_Baumwipfel.indd 69

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THERAPIEPLATZ Text: Linnéa Harringer Fotos: Shutterstock, unsplash

Wald

Die aktuelle Zeit, mit all ihren Herausforderungen, bringt viele Menschen an ihre physischen und psychischen Belastungsgrenzen. Daher ist gerade jetzt die Waldtherapie eine willkommene Hilfestellung zur Regeneration und Harmonisierung von Körper, Geist und Seele. Die Qualitäten des Waldes hat der Innviertler Förster und Waldtherapeut Werner Buchberger schon vor 35 Jahren entdeckt und gibt sein Wissen über die Heilkraft der Wälder gemeinsam mit seiner Frau Andrea in Büchern und Seminaren weiter.

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Bei der Waldtherapie geht es nicht nur ums Bäume-Umarmen, obwohl das natürlich auch erlaubt ist.

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elche positiven und heilsamen Wirkungen der Wald auf uns Menschen hat, ist schon längst in aller Munde. Die Wissenschaft befasst sich intensiv mit den Bereichen Wald und Gesundheit und auch die Medien und der Gesundheitstourismus setzen verstärkt auf das Thema Waldbaden. Wer sich schon lange damit beschäftigt, ist der Innviertler Werner Buchberger. Seit 35 Jahren arbeitet er als Förster im größten zusammenhängenden Wald Mitteleuropas, in dem sich auch das Innviertel befindet. Gemeinsam mit seiner Frau Andrea Buchberger schreibt er Bücher über die positiven Auswirkungen des Waldes und die beiden geben waldtherapeutische Seminare, in denen sie Menschen helfen, wieder in ihre Mitte zu kom-

men. Ihr umfangreiches Wissen haben sie jetzt in ihrem neuesten Buch „Therapieplatz Wald. Zehn Schritte zu Gesundheit und Lebensfreude“ zusammengefasst. Entstanden ist ein leicht verständliches, praxistaugliches Übungsbuch, das aufruft, in den Wald zu gehen und sich mit der Natur zu verbinden. WIE UNS DER WALD THERAPIERT „Es geht um Einfachheit, Lebensfreude und die Erkenntnis, was tut Körper, Geist und Seele gut. Wieder diese Einheit zu spüren, sein Herz zu öffnen, seine eigenen Bedürfnisse, seinen Weg zu erkennen und zu leben, ist ein wichtiger Schritt, den uns die Waldtherapie vermitteln kann“, so der Waldexperte Werner Buchberger. Bewegung in der Natur, insbesondere im Wald, unterstützt durch positives Denken, hilft uns, den Alltag mit seinen Belastungen besser zu bewältigen. Gerade in Zeiten wie diesen, in denen der Weltschmerz schon

mal überfordern kann, ist es wichtig, sich immer wieder zu erden und sich von negativen Gedanken und Gefühlen freizumachen. Unzählige wissenschaftliche Studien beweisen die guten Auswirkungen der Waldtherapie als Methode, die vor allem in der Burn-out- und Stressprävention sehr erfolgreich eingesetzt werden kann. Einfach nur Bäume zu umarmen, ist hier nicht gemeint (obwohl das natürlich auch erlaubt ist), vielmehr geht es darum, mit unserem feinstofflichen Körpersystem, mit den Bäumen, dem Wald und seinen heilsamen Energien zu kommunizieren, erklären die WaldtherapeutInnen. Werner und Andrea Buchberger haben einfache Übungen, Anleitungen und Meditationen zum bewussten VerwurzelnAtmen-Fühlen und Loslassen von Belastungen entwickelt, die dabei helfen, sich selbst wieder zu spüren, zu fühlen und die eigene Wahrnehmung zu schärfen. Ihr Leitsatz lautet dabei: „Die Energie folgt der Aufmerksamkeit“.

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DIE ERSTEN SCHRITTE Diese Übungen sind hilfreich, um sich zu Beginn der Waldtherapie von den Alltagsbelastungen zu befreien und somit frei für die nächsten Übungen zu sein. VERWURZELN, ATMEN, BEWEGEN UND LOSLASSEN! • Suche dir einen Platz im Wald, an dem du dich wohlfühlst. Stell dir vor, dass Wurzeln aus deinen Beinen wachsen. Werde zum Baum! Diese Wurzeln verbinden dich mit dem Waldboden. Sie wachsen tiefer und tiefer, visualisiere dir dieses Bild. Du bist nun fest verbunden mit Mutter Erde. • Beginne nun intensiv zu atmen. Atme tief in dich hinein. Atme kräftig ein und aus! Je tiefer und kräftiger, desto besser. Du darfst im wahrsten Sinne des Wortes Dampf ablassen. • Bewege dich dabei! Bewege deine Hüften, deine Beine, deine Arme, deine Wirbelsäule. Schüttle und befreie dich von deinen Alltagslasten. Wo

sitzen Verspannungen? Was fühlt sich unangenehm an? An welchen Körperstellen sind unangenehme Empfindungen? Versuche diese über Bewegung, deinen Atem, deine Absicht loszuwerden. Atme, bewege dich und lasse sie los!

• Visualisiere dir dieses Bild des Loslassens! Alle Belastungen fließen aus deinem Körper. Alles Schwere fließt aus deinem Körper, deinem Rücken in die Erde. Lass es los! Du bist Teil der Erde, Teil des Waldbodens. Erlaube dir, frei zu sein!

• Visualisiere, dass diese Belastungen in die Erde gehen, oder übergib sie einfach nach oben und lass sie los!

• Wenn du das Gefühl hast, die Belastungen haben deinen Körper verlassen, dann kannst du wieder aufstehen.

• Nach einigen Minuten hast du das Gefühl, dass dein Körper freier geworden ist. Alles fühlt sich leichter an. Die Verspannungen sind weg und dein Kopf ist klarer.

• Fühle, wie sich dein Körper, dein Rücken wieder freier anfühlt!

ÜBERGIB DEINE BELASTUNGEN DEM WALDBODEN! • Lege dich nun auf deinem Platz in der Natur auf den Rücken. Stell dir vor, du wirst schwerer und schwerer. • Übergib all deine Belastungen über deine Beine, deine Hände, deinen Rücken dem Waldboden.

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DIE BAUMENERGIEN Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Wir alle kennen diesen Spruch, und dass da durchaus etwas dran ist, verspricht auch Werner Buchberger: „Alles, was wir an positi-

ihr eigentliches Leben zurück.

ver Energie und Gedanken über unser Herz aussenden, hilft uns und allen Lebewesen, denn wir sind mit allem verbunden!“ Die verschiedenen Bäume und Pflanzen haben auch unter-

AHORN – LEBENSFREUDE Der Ahorn wird auch als Baum der Ruhe bezeichnet. Er hilft dir, Stress abzubauen, zur Besinnung zu kommen und aus Sackgassen herauszufinden. Mithilfe des Ahorns kehren Menschen, die etwas Traumatisches erlebt haben, wieder in

schiedliche Energien, mit denen wir uns verbinden können. Wir stellen Ihnen hier eine kleine Auswahl von unseren Lieblingen aus den Wäldern im Salzkammergut vor.

EICHE – KRAFTSPENDERIN Die Eiche ist das Symbol für Kraft und Stärke. Sie ist eine Energiequelle für Willensund Widerstandskraft und Ausdauer. Die Eiche ist hilfreich für mein „Ich-Bewusstsein“. Sie unterstützt mich dabei, meine innere Stärke zu bewahren. Sie hilft uns, Pläne zu verwirklichen.

Ich verbinde mich mit der Freude und Lebenslust des Ahorns und hole mir meine Tatkraft und Energie in mein Leben zurück!

Ich verbinde mich mit der Kraft und Stärke der Eiche!

FARN – SCHUTZ Der Farn steht für glücksbringende Kraft und Reichtum. Der Farn zieht lichtvolle Energien an, erhellt das Dunkle und vertreibt das Negative. Er schützt dich vor negativen Energien. Der Farn hat somit eine reinigende Wirkung für Haus und Garten. Aus energetischer Sicht hilft und unterstützt dich der Farn in deinem Wachstum und deiner Entwicklung.

TANNE – BESTÄNDIGKEIT Die Königin des Waldes lehrt uns, mehr Gelassenheit und Harmonie in unser Leben zu integrieren. Die Tanne schützt und wärmt dich, sie gibt dir das Gefühl von Geborgenheit. Die Tanne hilft dir deine Eigenschwingung zu erhöhen.

Ich verbinde mich mit den lichtvollen Energien des Farns!

Ich sehe meiner Zukunft mit Freude und Leichtigkeit entgegen!

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MIT KINDERN IM WALD Der Wald ist ein Lebensraum für Erlebnisse verschiedenster Art, in dem der Fantasie keine Grenzen gesetzt sind. Spielen und Herumtoben unter Baumwipfeln, den Wald und seine Geheimnisse erkunden und die Freiheit und Lebensfreude des Waldes spüren – all das bringt eine neue Qualität in das Leben jeder Familie. Strahlende Kinderaugen sind der Dank für diese gemeinsame Zeit. KINDERLEICHTE ÜBUNGEN • Barfuß im Wald gehen, den Kontakt zur Erde und die verschiedenen Formen des Waldbodens spüren, Unebenheiten erkennen, schmutzig werden können, mit den Händen in der Erde graben, kleine Bodenlebewesen entdecken, den Forschergeist erwachen lassen. • Blind durch den Wald geführt werden oder barfuß ein Bachbett überqueren, stärkt alle anderen Sinne und Wahrnehmungen. • Speziell jüngere Kinder können Waldbilder aus Zapfen, Blättern, Ästen, Steinen uvm. erstellen – der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

• Das Bauen von kleinen Häuschen aus Baumrinden und Ästen gehört zu den Lieblingsbeschäftigungen von Kindern im Wald, begleitet von kreativen Geschichten regt dies die Fantasie der Kinder an. • Ein besonderes Erlebnis stellt ein Naturpicknick dar. Der Auftrag für die Jause der Kinder lautet: Semmel und Wurst statt Wurstsemmel, Käse und Brot statt Käsebrot. Gemeint dabei ist, dass alle Nahrungsmittel einzeln mitgenommen werden sollen: Semmel, Brot, Schinken, Käse, Tomaten, Gurkerl … es gibt keine Teller, keine Messer und keine Gabeln. Im Wald wird ein Buffet errichtet. Ein dürrer Ast wird aufgestellt, an ihm werden Gebäck und Brot befestigt, natürlich ohne Hilfsmittel. Große Blätter werden als Teller verwendet, Wurst und Käseplatten werden hergerichtet. Vielleicht gibt es anfangs ein paar Ausrufe wie „Iihh, da ist ein Käfer“, innerhalb kürzester Zeit entwickeln die Kinder jedoch einen großen Appetit und das Buffet ist leergeräumt. Das gemeinsame Errichten des Buffets, das gemeinsame Essen und auch

die Einfachheit lässt die Kinder wieder völlig frei, unbekümmert und unkompliziert werden. Daher lassen wir der Fantasie und Kreativität unserer Kinder freien Lauf, denn der Wald ist ein Ort, in dem sie wieder intuitiv ihre Stärken und ihre Lebensfreude entdecken können!

BUCHTIPP

THERAPIEPLATZ WALD. Zehn Schritte zu Gesundheit und Lebensfreude Andrea und Werner Buchberger Freya Verlag, ISBN 978-3-99025-447-9, € 19,90

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ALPE ADRIA MAGAZIN - REISEN MIT GENUSS

TOLLE TIPPS FÜR DEN HERBST! DER HERBST KANN KOMMEN: Das neue Alpe Adria Magazin hat wieder jede Menge Tipps für köstliche Reisen, Ausflüge, Wanderungen, Auszeiten. Plus Lokaltests, Kurzurlaubstipps, Produkttrends. Das neue Magazin gibt‘s jetzt im Zeitschriftenhandel.

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„Sterbebegleitung ist keine Wissenschaft, sondern praktizierte Mitmenschlichkeit, die insbesondere im Familien- und Freundeskreis möglich ist“, OÄ Dr. Christina Grebe, Leiterin der Palliativstation am SK Vöcklabruck.

Letzte-Hilfe-Kurse oder: DAS 1X1 DER STERBEBEGLEITUNG

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ie meisten Menschen möchten in Würde zu Hause sterben. Die Konfrontation mit der Endlichkeit und mit dem Sterben überfordert aber fast alle von uns. Hier kommt die „Letzte Hilfe“ ins Spiel. Hinter diesen beiden Wörtern verbirgt sich – angelehnt an die Erste Hilfe – gelebte Mitmenschlichkeit, die sich in Letzte-Hilfe-Kursen lernen lässt. Die Expertinnen und Experten der Palliativstation vom Salzkammergut Klinikum Vöcklabruck bieten damit Menschen, die mit dem nahenden Lebensende einer/ei-

nes Angehörigen konfrontiert sind, eine wertvolle Hilfestellung für das Gelingen einer kompetenten und menschlichen Begleitung in der letzten Lebensphase. Durch die Vermittlung von theoretischem und praktischem Wissen wird die Angst genommen, sich dieser beklemmenden Situation zu stellen, der man als Angehörige/r in der Regel hilflos gegenübersteht. Zudem werden ein offener Raum und ein sicherer Rahmen geboten, um sich untereinander auszutauschen, denn auch das Miteinanderreden wirkt für viele entlastend und ermutigend zugleich.

Niederschwelliges Angebot In den vierstündigen Letzte-Hilfe-Kursen bekommen die TeilnehmerInnen Basiswissen, einfache Handgriffe und Orientierung vermittelt. „Im ersten Modul sprechen wir über das Sterben als Teil unseres Lebens, dann über Vorsorgemöglichkeiten wie beispielsweise die Patientenverfügung. Wir informieren über Symptome und wie es gelingt, das Leiden zu lindern. Am Ende unseres Kurses zeigen wir Möglichkeiten auf, wie der Abschied von einem lieben Menschen für alle gut und menschlich gestaltet werden kann. Wir wollen Angehörige ermutigen, sich den Sterbenden in

E N T G E LT L I C H E E I N S C H A LT U N G

Das Sterben und der Tod gehören zum Leben und dennoch zählen sie noch immer zu den Tabuthemen unserer Zeit. Nicht verwunderlich, dass wir uns mit der Begleitung schwer erkrankter und sterbender Menschen schwertun. Letzte-Hilfe-Kurse, wie sie das Salzkammergut Klinikum Vöcklabruck neuerdings anbietet, können hierfür eine gute Unterstützung sein.

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INTERNATIONAL ERFOLGREICH

Neben OÄ Dr. Christina Grebe sind auch (v. li.) Dr. Silvia Prochaska und die Pflegekräfte Brigitta Bauer und Monika Truckenthanner ausgebildete Letzte-Hilfe-Kursleiterinnen und stehen den TeilnehmerInnen mit Rat und Tat sowie viel Einfühlungsvermögen zur Seite.

der letzten Phase des Lebens zuzuwenden – denn Zuwendung ist das, was wir alle brauchen, wenn wir uns verabschieden müssen“, erklärt die Leiterin der Palliativstation, OÄ Dr. Christina Grebe.

Die ersten beiden Kurse heuer im Sommer waren bereits nach wenigen Stunden ausgebucht. Weitere Termine sind in Planung.

Das Salzkammergut Klinikum führt die Letzte-Hilfe-Kurse als Netzwerkpartner und in Kooperation mit „Letzte Hilfe Österreich“ (www.letztehilfeoesterreich.at) durch. Die Idee dazu stammt vom dt. Anästhesisten und Palliativmediziner Dr. Georg Bollig. Die Schulungen werden mittlerweile in einigen europäischen Ländern (z. B. Dänemark, Deutschland, Litauen, Norwegen, Schottland, Schweiz), aber auch in Kanada angeboten.

Im Salzkammergut Klinikum spricht man alle Sprachen Das Salzkammergut zählt zu den beliebtesten Urlaubsdestinationen in Österreich. Auch jetzt im goldenen Herbst und im kommenden Winter besuchen Touristinnen und Touristen aus den unterschiedlichsten Ländern gerne wieder den beschaulichen Landstrich. Um im Fall einer Erkrankung oder eines Unfalls eine fehlerfreie Kommunikation zu ermöglichen, setzt das Salzkammergut Klinikum auf ein Video-Dolmetsch-System. Dominik Schilcher, dipl. Gesundheits- und Krankenpfleger: „Sowohl die Patientinnen und Patienten als auch wir profitieren vom Video-Dolmetsch-System.“

© OÖG/honorarfrei

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iemand wünscht sich, im Urlaub zu erkranken oder sich zu verletzen. Dennoch ist man nie davor gefeit, fernab der Heimat ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen zu müssen. Im fremdsprachigen Ausland kann es dabei sehr schnell zu Verständigungsschwierigkeiten kommen. Nicht so im Salzkammer-

gut Klinikum, wo zur Überbrückung von Sprachbarrieren ein Video-DolmetschSystem im Einsatz ist. Innerhalb weniger Minuten kann über ein Tablet eine Verbindung mit fachlich geschulten DolmetscherInnen hergestellt werden. Die beeideten studierten ÜbersetzerInnen sind dann dem PatientIn-

nengespräch live zugeschaltet und übersetzen simultan. Derzeit kann auf diese Weise problemlos in über 60 Sprachen – von A wie Albanisch bis V wie Vietnamesisch – kommuniziert werden. „Uns erleichtert das Video-Dolmetsch-System den Behandlungsablauf enorm und das Bewusstsein, dass man richtig verstanden wird, gibt den Patientinnen und Patienten Sicherheit. Aber auch die Ärzteschaft und der Pflegedienst profitieren von den professionellen Übersetzungen, weil erst durch eine gemeinsame Sprache ohne Missverständnisse und Lücken eine sichere Diagnose- und Behandlungsqualität gesichert ist“, sagt Dominik Schilcher, diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger von der Erstversorgungseinheit im Salzkammergut Klinikum Bad Ischl.

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In der Voralpenland Glashütte lebt das traditionelle Glasmacherhandwerk weiter. Von Montag bis Samstag kann man bei Live-Vorführungen den Glasmachern zusehen, wie Unikate aus Glas entstehen.

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EINE „HEISSE“

Show Bei einem Besuch in der Voralpenland Glashütte kann man nicht nur Unikate aus Glas kaufen, sondern auch live miterleben, wie aus einem Stück geschmolzenem Glas ein einzigartiges Kunstwerk entsteht. Wir waren bei einer Vorführung dabei und haben den Glaskünstlern auf die Finger geschaut. Text: Elisabeth Buchegger Fotos: Thom Trauner

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Live-Vorführungen in der Produktion kann man sich Montag bis Donnerstag von 11 – 16 Uhr, freitags von 9 – 16 Uhr und samstags von 9 – 12 Uhr ansehen. Sonder-Live-Vorführungen für Gruppen ab 10 Personen kann man gerne 2 bis 3 Tage vorher telefonisch unter 07673/3094 vereinbaren.

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amit das Glasmacherhandwerk nicht verloren geht, sondern weiterleben kann, wird in der Voralpenland Glashütte in Schwanenstadt Glaskunst handgemacht und verkauft. Man kann die schönen Unikate wie Schalen, Figuren, Glaskugeln oder Accessoires dort aber nicht nur kaufen, sondern bei einer Führung auch den Glas-Facharbeitern bei ihrer Arbeit zusehen und im hauseigenen Museum der Geschichte der Glaskunst auf den Grund gehen.

VORHER/NACHHER. Es bedarf vieler Arbeitsschritte und handwerklichen Geschicks bis aus einem Batzen heißem Glas ein Papagei (siehe Bild unten) wird.

Dass es die Voralpenland Glashütte in der heutigen Form gibt, ist zu einem großen Teil Johann Hintermüller zu verdanken. Der gelernte Kaufmann hat den Betrieb 2004 gemeinsam mit einem Partner, der eine Glashütte in Rumänien hat, gegründet. Auch von Turbulenzen wie der Coronakrise ließ sich Johann Hintermüller nicht aufhalten und ist für sein „Baby“ sogar aus der Pension zurückgekehrt. „In der Glashütte steckt mein Herzblut drin. Wir haben im Zuge einer Umstrukturierung im Jahr 2020 den Verein Glas-Erlebnis-Welt Schwanenstadt gegründet und eine völlig neue Glashütte aufgebaut“, erzählt Hintermüller. Stolz ist er vor allem auch auf die gute Zusammenarbeit mit der Red Bull GmbH, für die die Glashütte Glastrophäen in Form eines Bullen herstellt, die die Preisträger der Rennen ADAC GT Masters und DTM sowie private Mieter des Red Bull Ringes in Spielberg überreicht bekommen. Großaufträge, wie jene der Red Bull GmbH, bringen auch die zwei Glasmacher, die in Schwanenstadt arbeiten, ganz schön ins Schwitzen und es kann sein, dass es für Kunden zu Wartezeiten kommt. „Da sage ich dann immer, es ist ein Privileg, Ware von uns zu bekommen“, lacht Johann Hintermüller und erzählt, dass die zwei Glasmacher aus Rumänien stammen. Derzeit gibt es nämlich kaum Österreicher, die das Handwerk noch aktiv ausführen.

Gemeinsam mit Johann Hintermüller begleiten wir eine Gruppe von Interessierten, die einen Ausflug in die Voralpenland Glashütte in Schwanenstadt gemacht haben, um live dabei zusehen zu können, wie aus einem Stück geschmolzenen Glas ein Unikat wird. Die „heiße“ Show bringt nicht nur die zwei Glasmacher ins Schwitzen – durch die Öfen ist der ganze Raum aufgeheizt –, auch uns wird schon beim Zusehen ganz schön heiß. Aber das ist es in jedem Fall wert, denn das faszinierende Hand- (und Mund)werk ist mittlerweile fast ausgestorben und wer weiß, wie oft man noch die Chance bekommt, bei der Herstellung einer Schale, eines Schwanes oder eines Bullen dabei zu sein. Unser Salzkammergut | 81

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Mittels Blasen in die sogenannte Glasmacherpfeife erhält die Schale ihre Form.

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Vom Glasbatzen zur Schale

Bei der Führung kann man zusehen, wie aus einer Kugel eine Schale wird. Die Öffnung wird mit Zangen so lange ausgeweitet, bis sie die gewünschte Form hat.

Doch wie entsteht eigentlich so ein gläsernes Schmuckstück? Bevor die Facharbeiter mit dem Gestalten beginnen, wird das Glas in der Regel am Abend, zu Dienstende, geschmolzen. Über eine Rinne werden kleine Glasstücke, auch „Gobs“ genannt, in den Ofen gegeben, was eine sehr schweißtreibende Angelegenheit ist. Nach rund vier Stunden ist das Glas geschmolzen, es muss aber dennoch bis frühmorgens im Ofen rasten, damit die Luftbläschen verschwinden und sich das Glas konditioniert. „Allerdings ist ein Luftbläschen bei uns keine Qualitätsminderung, sondern ein Zeichen für echtes Handwerk. Bei einem Trinkglas, das vom Automaten hergestellt wird, darf so etwas nicht sein“, klärt uns Johann Hintermüller auf. Dann geht es für die Glasmacher ans Werk.

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Zu Beginn holen sie mit der Glasmacherpfeifer einen unförmigen Batzen Glas aus dem 1.200 Grad heißen Ofen. Die Glasmacherpfeife ist hier übrigens das wichtigste Werkzeug, da das Glas während des gesamten Prozesses auf der Pfeife bleibt. Nun geht es für die Glasmacher ans Gestalten. Das wird nicht nur mit Zangen und robusten Formen erledigt, auch der Mund kommt dabei zum Einsatz. Denn durch konstantes Drehen und Blasen durch die Pfeife gewinnt das noch unförmige Stück an Größe, und man kann beobachten, wie der Rand des Glases immer dünner wird und sich eine große Kugel bildet. Diese wird nach und nach ovaler – durch eine robuste Form werden Konturen erreicht, in die die „Schale in spe“ gedrückt wird. Um für die Schale eine Öffnung zu bekommen, wird ein Teil der kugelförmigen Skulptur abgeschnitten und man kann durch eine kleine Öffnung auf den Boden blicken. Diese wird mit Zangen so lange ausgeweitet, bis sie die gewünschte Form und Größe hat. Jetzt sind wir schon fast am Ende angelangt und der Glaskünstler schwingt die Glasmacherpfeife inklusive Schale durch die Luft hin und her. Die Schale hält bombenfest auf der Pfeife. Die

Fliehkraft, die dabei zum Einsatz kommt, verleiht dem Stück noch wichtige Formaspekte. Nach weiterem Drehen und dem letzten Feinschliff muss die Schale von der Pfeife gelöst werden und wird bei 500 bis 400 °C in den Kühlofen gegeben. Nachdem es bei Zimmertemperatur ausgekühlt ist, wird das Glasobjekt geschliffen, poliert und einer genauen Qualitätskontrolle unterzogen. Voilà, fertig ist das hand- und mundgemachte Unikat!

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DER BULLE BRENNT. Für Red Bull fertigt die Voralpenland Glashütte Trophäen in Form eines Bullen, die jedes Jahr an Preisträger diverser Rennen in Spielberg übergeben werden. Kleine Bullen kann man auch im Glashütte Shop kaufen.

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HANDMADE IN AUSTRIA. Jedes Kunstwerk ist ein Unikat. Hier entsteht gerade eine Maus aus Glas.

„Auch wenn unsere beiden Handwerker blasen, um das Glas zu formen, sind sie keine Glasbläser, sondern ausgebildete Glasmacher. Denn nicht bei jeder Skulptur muss die Lunge zum Einsatz kommen: Manchmal reichen auch Zangen und Formen, um die Gestalt zu bilden“, erklärt uns Johann Hintermüller. Nachdem wir zuschauen konnten, wie eine Schale erzeugt wird, zeigten uns die Facharbeiter auch noch, wie die Glastrophäen in Form eines Bullen für die Preisträger in Spielberg hergestellt werden. „Wir sind sehr stolz auf unsere Trophäen, aber es war eine große Herausforderung, bis wir mit dem Endergebnis zufrieden waren“, schmunzelt Johann Hintermüller und verrät, dass laufend an Neuheiten getüftelt wird. Mit der Resonanz der 2020 wieder eröffneten Voralpenland Glashütte ist der Grün-

der zufrieden. „Wir bedienen seit heuer wieder namhafte Gartencenter in der Schweiz und exportieren unsere Unikate nach Deutschland.“ Auch der Shop in der Voralpenland Glashütte floriert und bietet Garten- und Wohnraumaccessoires sowie Geschenkartikel handmade in Austria. Nach unserem Redaktionsbesuch können wir die Glas-Erlebnis-Welt Schwanenstadt nur wärmstens weiterempfehlen. Vom Stadtplatz aus ist es nicht mehr weit zur Glashütte und man kann den Künstlern in der Schauglashütte bei der Arbeit über die Schulter schauen und sich im Glasmuseum informieren. Der Verein Glas-Erlebnis-Welt Schwanenstadt zählt mittlerweile um die 30 Mitglieder. Menschen, die altes Handwerk unterstützen wollen, sind im Verein immer herzlich willkommen.

Der Werksverkauf ist Montag bis Freitag von 9 – 17 Uhr geöffnet, am Samstag von 9 – 12 Uhr. Weitere Informationen finden Sie unter www.val-glashuette.com Gmundner Straße 3a 4690 Schwanenstadt Tel.: 07673/3094

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ZUR PERSON

Philipp Hochmair, geboren 1973 in Wien, studierte Schauspiel am Max Reinhardt Seminar in Wien sowie am Conservatoire National Supérieur d’Art Dramatique in Paris. Neben Engagements vom Wiener Burgtheater bis zum Hamburger Thalia Theater brillierte er im Fernsehen in den Erfolgsformaten „Vorstadtweiber“, „Charité“ und „Die Wannseekonferenz“. Im Sommer 2018 sprang Philipp Hochmair erfolgreich für den erkrankten Tobias Moretti als Jedermann bei den Salzburger Festspielen ein. 2019 gewann er mit der Romy den Österreichischen Publikumspreis in der Kategorie „Beliebtester Schauspieler“. 2022 erhielt er die zweite Romy für seine Leistung in „Die Wannseekonferenz“. Da er in der Kindheit viel Zeit bei seinen Großeltern im Hausruck verbrachte, hat Philipp Hochmair eine enge Verbindung zu Oberösterreich.

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Werthers Egotrip in Gmunden Philipp Hochmair kehrt mit „WERTHER!“ zu seinen Ursprüngen zurück und eröffnet mit dieser Annäherung an einen Klassiker der Weltliteratur am 17. September um 19.30 Uhr im Stadttheater Gmunden den Kulturherbst der Salzkammergut Festwochen Gmunden. Text: Ulli Wright

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hilipp Hochmair hat Goethes Monolog über den liebeskranken Anti-Bürger neu interpretiert und wird am Samstag, 17. September, im Stadttheater Gmunden mit „WERTHER!“ in einer Soloperformance zu erleben sein. Die intimen Briefe sind Zeugnis des Rausches, in dem sich Werther befindet und denen Hochmair leidenschaftliche Verkörperung verleiht. Lustvoll und unmittelbar verdichtet Philipp Hochmair das 245 Jahre alte Kultbuch zur intensiven Innenschau eines sensiblen Mannes und der ekstatischen Kraft von Liebe, Leid und Leidenschaft. Eine Einladung zum wohl berühmtesten Egotrip der deutschen Literatur. Dass der vielbeschäftigte Schauspieler nach Gmunden kommt, ist in erster Linie auch Karin Bergmann zu verdanken. Die Intendantin der Salzkammergut Festwochen Gmunden war eine der ersten Förderinnen von Philipp Hochmair. Wir haben mit dem Schauspieler über die Welt der Sprache, der Liebe und ein freudiges Nach-Hause-Kommen gesprochen.

Fotos: Stephan Brückler

Herr Hochmair, „Werther“ war vor über 20 Jahren Ihr erster Monolog, den Sie unter anderem am Burgtheater oder am Berliner Ensemble gespielt haben. Mittlerweile haben Sie das Stück mehr als tausend Mal aufgeführt. Inwieweit identifizieren Sie sich mit dem Protagonisten? Gute Frage. Es geht ja eher ums Erweitern und Schöpfen von Sprache und auch um Musikmachen. Meine Botschaft ans Publikum ist nicht unbedingt die Tragödie, also dass sich Werther am Ende erschießt, für mich geht es um einen Menschen, der seine eigenen Grenzen überwindet. Goethes „Werther“ ist eine Geschichte über die Sprache der Liebe und das Erfinden von Sprache. Der Protagonist manövriert sich absichtsvoll in einen Zustand, bei dem es zwangsläufig zu einer Sprachschöpfung kommt, und dieses Sprachschöpfen ist die Performance. Damit identifiziere ich mich sehr. Die Sprache spielt bei diesen Stücken bzw. Ihren Soloprojekten eine große Rolle. Sie sind damit auch international

unterwegs. In welchen Sprachen spielen Sie und wie schwierig ist das? Ich habe den „Werther“ bereits in mehreren Sprachen aufgeführt – auf Englisch, Französisch und in einer spanischen Variante. Es waren sehr spannende Erfahrungen, mich mit diesem Stück, das ich so gut kenne, international zu präsentieren. Ob Australien, Südafrika, Sibirien oder Japan – das Goethe-Institut hat mich mit dieser reduzierten Inszenierung in die Welt hinausgeschickt. Und es hat mit Übertitel oder in einer zweisprachigen Fassung immer erstaunlich gut funktioniert. Das Thema des liebeskranken Werther betrifft alle und überall. Schiller, Goethe, Hugo von Hofmannsthal ... warum fällt Ihre Wahl gerade auf diese Schriftsteller bzw. Literaten? Das ist eine Rechtefrage. All diese Literaten sind schon über 70 Jahre tot, und somit gehört dieser Schatz der Allgemeinheit. Ich darf also den Text kürzen und bearbeiten. Goethes Briefroman zum Beispiel ist im Original ja wesentlich länger als unsere Aufführung. Unser Salzkammergut | 87

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bedeutet es für Sie, im Salzkammergut aufzutreten bzw. womit verbinden Sie das Salzkammergut? Mit dem Salzkammergut verbinde ich meine Kindheit, Baden und Sommer – es ist meine Seelenheimat. Mit Klaus Maria Brandauer habe ich vor 25 Jahren in Altaussee begonnen, Theater zu spielen. Es freut mich natürlich sehr, dass Karin Bergmann jetzt hier ist! Es ist für mich eine Art Nach-Hause-Kommen.

Welche Relevanz hat Goethes Briefroman über den liebeskranken Werther in Zeiten von Tinder, Facebook und Twitter? Warum, glauben Sie, haben diese klassischen Texte inhaltlich in Zeiten wie diesen kaum etwas eingebüßt? Egal, in welcher Zeit wir leben, diese großen Gefühle ändern sich nicht. Tinder und Social Media verändern unsere Wahrnehmung extrem. Und wer weiß, wenn Werther YouPorn hätte nutzen können oder mit seiner Lotte über Instagram verbunden gewesen wäre, hätte das sicher in seinem Gehirn etwas verändert. Aber diese K o m m u n i k at i o n s k a n ä l e gab es damals nicht. Daher ist es interessant, zurückzuschauen, was passiert, wenn man für Sehnsucht und Gefühle nur die Sprache und die Briefform zur Verfügung hat, ohne diese digitalen Ablenkungen und Vernetzungen rundherum. Vielleicht ist es auch der Versuch einer Rückbesinnung, denn durch das schnelle, kurze Schreiben via WhatsApp wird unsere Sprache deformiert, reduziert und arm. Goethe hatte einen wertvollen Sprachschatz. Während ein „normaler Mensch“ in seiner Muttersprache ungefähr 3.000 Worte zur Verfügung hat, hatte Goethe 10.000. Diese Reichhaltigkeit geht verloren. Das ist für mich eine Motivation, mich damit zu beschäftigen und das zu performen.

Gemeinsam mit Ihrer Band „Die Elektrohand Gottes“ schaffen Sie es, Hochkultur zeitgemäß zu interpretieren und Menschen ins Burgtheater zu bringen, die dort normalerweise nicht hingehen. Sie haben damit etwas sehr Einmaliges geschafft, wie geht es Ihnen damit?

„Durch das schnelle, kurze Schreiben via WhatsApp wird unsere Sprache deformiert, reduziert und arm.“ Philipp Hochmair

Wir benutzen die Form eines Rockkonzerts oder eines Techno Raves, um diese tollen Texte zum Klingen zu bringen. Und ich freue mich natürlich, dass wir damit auch ein neues Publikum gewinnen. Mein Anliegen war es immer, die Türen zu öffnen und alle ins Theater einzuladen, vor allem die Menschen, die da sonst nicht so recht hinfinden würden. Karin Bergmann, die ehemalige Burgtheaterdirektorin, war eine Ihrer ersten Förderinnen, jetzt leitet sie die Salzkammergut Festwochen Gmunden. Was

Was darf sich das Publikum von Ihrem Auftritt am 17. September erwarten? Wir bringen in Gmunden die Originalinszenierung aus den 1990er-Jahren. Vielleicht ist das eine Art Zeitreise? Karin Bergmann hat sich die Originalfassung aus dem Jahr 1997 gewünscht. Das war meine erste Arbeit überhaupt. Der „Werther“ in dieser Fassung entstand gemeinsam mit dem Regisseur und Kommilitonen Nicolas Stemann, der zurzeit der Intendant am Schauspielhaus Zürich ist. Es ist eine Art Juwel aus unseren frühen Anfängen. Sind Sie vor Ihren Auftritten eigentlich noch nervös? Ich würde sagen, ich bin in einer vorfreudigen Anspannung. Im vergangenen Monat hatten wir erstaunlich viele Auftritte an den unterschiedlichsten Orten, in unterschiedlicher Besetzung. Das bedeutet, dass ich im permanenten Spielfluss bin. Vor den Auftritten verspüre ich immer eine Vorfreude und bin gespannt, wie das Publikum und der jeweilige Ort auf uns wirken und was gleich passiert ... Woran arbeiten Sie gerade? Wird man Sie auch bald wieder im Fernsehen sehen? Ich kann nicht alles verraten, aber die Krimiserie „Blind ermittelt“ geht aufgrund des großen Erfolges definitiv weiter, und wir beginnen nach dem Sommer mit den Dreharbeiten für die Folgen acht und neun. Unser Salzkammergut | 89

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Foto: Volker Weihbold

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Empfang via Satellit, Kabel oder Internet

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© Gerry Nitsch

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SALZKAMMERGUT FESTWOCHEN

im Herbst

Die Salzkammergut Festwochen Gmunden starten in einen anregenden Kulturherbst und bringen von 17. September bis 21. Oktober Publikumslieblinge wie Philipp Hochmair, Wolf Haas und Aaron Pilsan an den Traunsee.

ach einem fulminanten Festivalsommer mit internationalen Gästen eröffnet nun Philipp Hochmair am 17. September mit seiner Interpretation von Goethes „Werther“ die herbstlichen Festwochen im Gmundner Stadttheater. Am 21. und 22. September kommt Kabarettist Klaus Eckel ins „ALFA“ nach Laakirchen und zieht das Publikum mit seinem erfolgreichen Programm „Wer langsam spricht, dem glaubt man nicht“ in seinen Bann. In dem klugen Kabarett verbindet er hervorragende Komik mit aufregenden Inhalten und begeistert mit Biss und Witz.

Auf Komik folgt Krimi Am 29. September lässt Wolf Haas gespannte Zuhörer in die Welt von Ermittler Simon Brenner eintauchen und liest aus seinem langersehnten neunten Band der Krimireihe mit literarischer Hochkomik. Seit 1996 sind die Brenner-Krimis beinahe ein eigenes literarisches Genre, in dem Haas mit irrwitziger Erzählperspektive begeistert. „Haas’ Kriminalromane zeichnen sich durch satirische Gesellschaftskritik, Spannung und lakonischen Witz aus, er weiß seine LeserInnen zu fesseln. Wir freuen uns sehr, ihn nach Gmunden holen zu können“, freut sich Christian Hieke, künstlerischer Geschäftsführer der Festwochen.

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Text: Ulli Wright

Für die musikalische Ader Das Jubiläumsjahr von Erich Wolfgang Korngold, ehemaliger Komponist, Dirigent und Pianist, findet im Solorecital des jungen österreichischen Pianisten Aaron Pilsan Niederschlag. Pilsan ist ein vielversprechender internationaler Klavierstar der Zukunft und hat bereits eine beachtliche Kar-

riere vorzuweisen. Bei den Festwochen präsentiert er ein abwechslungsreiches Programm mit Kompositionen von Korngold, Schumann, Liszt, Bach bis Enescu. Abschließend wird es noch einmal humoristisch, wenn das Ensemble Louie’s Cage Percussion mit explosiven Klängen seine eigene Entstehung betrachtet und einen Kompromiss zwischen Rockmusik und klassischer Musik findet. Mit viel Virtuosität und Humor sowie Rhythmus, Bewegung, Schauspiel und Gesang erzählt das Ensemble eine einmalige Geschichte. Ein fulminantes Konzerterlebnis für alle Generationen. Infos und Tickets: Veranstaltungstickets können ab sofort persönlich im Festwochenbüro Gmunden, online via Homepage www.festwochen-gmunden.at, schriftlich unter karten@festwochen-gmunden.at oder telefonisch unter 07612/70630-14 gebucht werden. Mehr Infos unter: www.festwochen-gmunden.at

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GENUSS FÜR GAUMEN UND OHR: Im Oktober finden im Seeschloss Ort exklusive Dinner & Musical-Abende statt.

MUSICAL-ERFOLG MADE IN

Gmunden Seit mittlerweile sieben Jahren bringen die beiden Theatermacher Elisabeth Sikora und Markus Olzinger Musical-Flair nach Gmunden. Für den Herbst ist etwas Neues geplant: exklusive Dinner & Musical-Abende im Seeschloss Ort.

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ass Musical auch Inhalt und Tiefe haben kann, beweisen die beiden Theatermacher Elisabeth Sikora und Markus Olzinger seit 2015 mit ihren Musical-Produktionen in Gmunden. Damit wollen sie auch jene Menschen ansprechen, die sonst vielleicht nicht ins Musical gehen. „Weil sie denken, dass es ihnen zu trivial sei“, so das Intendanten-Duo. Es sind die großen Emotionen und Themen, die die beiden interessieren. Mit viel Engagement, Begeisterung und Liebe zum Detail bringen sie das auf die Bühne. Dass auch die künstlerische Qualität stimmt, zeigen die jüngsten Erfolge des Musical Frühlings. Denn niemand geringerer als Andrew Lloyd Webber persönlich hat Gmunden als Ort für die kontinentale Erstaufführung seines Werkes „Die Frau in Weiß“ ausgesucht. Eine Produktion, die sowohl das Publikum als auch die Fachpresse begeistert hat und sogar vom renommierten Theater Fürth in Deutschland für zehn weitere Vorstellungen übernommen wurde. Für den Herbst ist nun etwas völlig Neues geplant – und zwar exklusive Dinner & Musical-Abende im Seeschloss Ort. In Kooperation mit der „Orther Stub’n“ wird an insgesamt fünf Abenden im Oktober Feinstes für Gaumen und Ohren

Die Produktionen in Gmunden zeigen eindrucksvoll, dass Musical auch Inhalt und Tiefe haben kann.

kredenzt. Das Publikum erwartet dabei ein mehrgängiges Gala-Menü inklusive Sektempfang sowie die schönsten Melodien aus den größten Musicals, Bekanntes und Raritäten, dargeboten von Topsolistinnen und -solisten der Szene, begleitet von einer Live-Combo aus Mitgliedern des Musical Frühling Orchesters (mehr Infos siehe Kasten). Doch der Musical Frühling strahlt auch international. Das zeigen zum Beispiel die CD-Verkäufe der Gmundner Produktionen von „Jane Eyre“ und „Doktor Schiwago“, die in den vergangenen Jahren aufgeführt wurden. „Wir erhalten monatlich die Verkaufszahlen und freuen uns, wenn hier immer wieder Länder wie beispielsweise Japan, die USA oder Italien aufscheinen”, erzählt Olzinger. Für die Internationalität spricht auch die kommende Eigenproduktion im Früh-

ling 2023. Die New York Opera Society in Washington ist an das Künstlerpaar herangetreten, um die Welturaufführung von „Briefe von Ruth“ in dessen Hände zu legen. Die Regie übernimmt in gewohnter Manier Markus Olzinger, während Elisabeth Sikora derzeit das Stück noch aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt. „Die Geschichte basiert auf Tagebucheinträgen und Briefwechsel der Wiener Jüdin Ruth Maier in der Zeit des Nationalsozialismus“, erklärt Sikora. „Es ist ein anrührendes und zugleich nachdenkliches musikalisches Werk über die Neugierde eines jungen Mädchens auf das Leben, ihre großen Ambitionen, ihre unbändige Lebenslust und Erwartungen.“ Für die beiden Theatermacher ist „Briefe an Ruth“ ein ganz besonderes Musical, das sie auch als Vorbote für die Kulturhauptstadt 2024 im Salzkammergut sehen.

© Rudi Gigler, Musical Frühling

INFOS: Die Dinner & Musical-Abende finden am 1., 8., 15., 22. und 29. Oktober im Seeschloss Ort statt. Kosten für Dinner und Musical in vier Akten: 125 Euro/Person. Reservierungen sind ausschließlich bei Orther Stub’n-Chefin Greti Gruber unter Tel. 0664/4643016 möglich.

Die Macher des Musical Frühling in Gmunden: Elisabeth Sikora und Markus Olzinger.

Mehr Infos unter www.musical-gmunden.com und www.ortherstubn.at.

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Bewegung

V I E L F A LT I N

Ganz egal, ob der freischaffende Künstler und Bootsbauer Wolfgang Müllegger in Obertraun in seinem Atelier malt, in der Werkstatt in Altaussee an einer Plätte oder an einer Skulptur arbeitet: Die Themen Handwerk und Tradition sind dabei allgegenwärtig und lassen hochwertige Werkstücke und zeitgenössische Kunst entstehen. Wir haben uns umgesehen ...

Text: Zivana de Kozierowski Fotos: Monika Löff

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Bootsbauer und freischaffender Künstler, Wolfgang Müllegger, in seiner Werkstatt in Bad Aussee.

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In der Bad Ausseer Werkstatt werden neben der „Kammergut Plättn“ auch andere Boote gefertigt.

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er 1972 in Bad Ischl geborene Künstler Wolfgang Müllegger arbeitet seit 2001 als Maler und Bildhauer und seit 2014 auch als Bootsbauer. Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner, Michael Straberger, wurden unter dem Namen „Die Kammergut Plättn“ neue Modelle der traditionellen Boote („Plätten“) entwickelt, die zwar auf den historisch überlieferten Plätten-Plänen des Salzkammergutes beruhen, aber in abgeänderter Form mit neuem Nutzen und neuer Funktion erfüllt wurden. Wir haben Wolfgang Müllegger in seiner Werkstatt in Bad Aussee besucht – ein um 1880 errichtetes Gebäude aus massivem Stein, das ursprünglich als Salinenschmiede errichtet wurde. Hier werden die Boote, also die traditionellen Plätten gebaut. In unserem Gespräch geht es aber auch um Mülleggers freie Arbeiten, die entstehen, sofern es die Arbeit an den Booten zulässt. Ein anschließender Abstecher in Mülleggers

„Ich befasse mich sehr gerne mit Räumen und ich mag auch ganz bestimmte Aufgabenstellungen sehr.“ Wolfgang Müllegger

Atelier nach Obertraun zeigt uns dann einen Querschnitt seines künstlerischen Schaffens. Herr Müllegger, was unterscheidet die „Kammergut Plättn“ von herkömmlichen Plätten aus dem Salzkammergut? Wir wollten ein Boot entwickeln, das für ein breiteres Publikum zugänglich und auch etwas leichter zu handhaben ist. Da ein Einstellplatz für eine Plätte ja unumgänglich ist, haben wir die ursprüngliche Form etwas weniger lang, dafür etwas breiter und mit weniger Gewicht gemacht. Das erleichtert die Unterbringung des Bootes. Nach mehr als einem Jahr Konstruktionsplanung

zeigen unsere „Kammergut Plättn“ immer noch die Art und Weise des Holzbaus sowie die typische Grundform, aber in Summe bringen unsere Veränderungen mehr Stabilität, mehr Sicherheit und Komfort am Boot und durch die Gewichtsreduktion sind die Boote auch einfach zu transportieren und weniger abhängig von fixen BootshüttenEinstellplätzen. Entstehen in dieser Werkstatt ausschließlich „Kammergut Plättn“? Nein, auch andere Boote, die ich hier als Bootsbauer baue. Und wenn Zeit dafür bleibt, entstehen außerdem skulpturale Arbeiten, wie etwa diese halbfertige Büste aus Holz. Der Bootsbau ist sozusagen Ihr „Brotjob“? Ja, genau. Bis zur Pandemie war das außerdem noch der Messebau, das heißt Standaufbau bei Messen. Aufgrund der Einschränkungen durch die Pandemie entstand dann die Idee und Neuentwicklung unserer „Kammergut Plätte“.

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Ansicht von Grafiken, Tuschezeichnungen sowie einer Holzbüste.

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Das Malatelier Wolfgang Mülleggers befindet sich in Obertraun am Hallstätter See.

Sie arbeiten an einem Projekt für die Kulturhauptstadt 2024, das künstlerische Arbeit und Bootsbau verbindet. Was können Sie darüber verraten? Leider nicht allzu viel. Das ist noch sehr geheim (lacht). Was man aber auf alle Fälle schon sagen kann: Ein schönes Projekt, das mit Sicherheit viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird, und gerade erst im Entstehen ist. Bitte hierzu noch um etwas Geduld ... Eine Holzskulptur Mülleggers in Form einer halbfertigen Büste.

Wie würden Sie Ihre „freien“ Arbeiten mit eigenen Worten beschreiben? Das ist gar nicht so leicht zu beantworten, da meine Arbeiten sehr vielfältig sind: von figurativ bis abstrakt, von Malerei bis Grafik. Dabei habe ich auch ganz unterschiedliche Zugänge. Einerseits lasse ich das Thema Handwerk und Tradition in meine Arbeiten einfließen. Das spielt eine große Rolle. Ein anderer Zugang ist, dass ich beispielsweise mit Fotografien aus meiner Kindheit arbeite. Das ist ein künstlerischer Prozess, wo ich mich stark mit persönlichen Themen auseinandersetze und diese aufarbeite. Und natürlich wird man bei künstlerischen Arbeiten von seiner unmittelbaren Umgebung geprägt, da kann man ja nicht aus. Was inspiriert Sie? Das kann wie gesagt ein Foto sein, das kann aber auch die Natur sein, ein kleiner Käfer zum Beispiel. Das kann eine Form sein oder ein anderer Bildhauer. Oder ein emotionales Erlebnis. Außerdem gibt es meine „meditativen Arbeiten“, meine Grafiken, an denen ich arbeite, wenn ich mit mir selbst nicht im Reinen bin. Dabei sitze ich oft stundenlang und zeichne mit dem Tusche-

„Ich lass die Arbeiten oft halbfertig stehen, dann überarbeite ich diese wieder. Das ist ein ganz langer Prozess.“ Wolfgang Müllegger

stift unzählige feine Striche. Wenn mich eine Arbeit, ein Thema gefangen hat, mich übermannt, dann widme ich mich in dem Moment nur diesem einzigen Thema, dieser Arbeit. Wenn eine neue Arbeit entsteht, löst das also auch bei Ihnen etwas aus? Ja, genau. Es gibt einerseits einen sehr emotionalen Zugang und es gibt natürlich einen intellektuellen Zugang. Auch wenn sich das jetzt ein bisschen abgehoben anhört. Aber es gibt Themen, die einen interessieren, wo man dann auch recherchiert. Ich kann aber nicht sagen, dass ich das eine oder das andere lieber mache. Da bin ich sehr sprunghaft. Kann man so das breite Spektrum Ihrer Arbeiten erklären?

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Vielleicht ... Vielfalt schafft dieser Zugang zur Kunst auf jeden Fall. Aber es macht die Sache nicht unbedingt einfacher, wenn man sich nicht auf etwas festlegen kann. Und für jemanden, der das von außen betrachtet, ist dieser Zugang oft noch viel schwieriger nachzuvollziehen. Gibt es ein Projekt, an das Sie sich besonders gerne erinnern? Ich befasse mich sehr gerne mit Räumen und ich mag auch ganz bestimmte Aufgabenstellungen sehr. Deshalb war eines meiner Herzensprojekte bisher die Gestaltung und Umsetzung eines Marienaltars für die Pfarrkirche in Leoben-Donawitz. Das hat mich emotional auch deshalb so stark gefangen, weil meine Großmutter eine sehr gläubige Marienverehrerin war. Sie hatte da eine ganz tiefe Beziehung dazu. Für diese Aufgabe habe ich mich dann auch sehr mit dieser speziellen Thematik auseinandergesetzt. Ein Projekt wie dieses habe ich mir immer schon gewünscht, die Umsetzung hat mir deshalb ganz besonders viel Freude bereitet. Was hängt aktuell in Ihrem Atelier? Das sind ganz unterschiedliche Arbeiten und Serien. Ölbilder, Grafiken und Baupläne.

Warum auch Baupläne? Ein Mentor und väterlicher Freund hatte eine Baufirma in Altaussee, wo ich ursprünglich auch meine Werkstatt hatte. Als dieser Freund 2018 verstorben ist, hat er mir alle seine Baupläne hinterlassen,

„Es ist nicht meine vordergründige Intention, meine Arbeiten zu verkaufen. Mir geht es um das Tun und Schaffen.“ Wolfgang Müllegger

dafür war ich ihm sehr verbunden. Irgendwann habe ich angefangen, diese Pläne zu bearbeiten, zu überarbeiten bzw. aufzuarbeiten, dabei bin ich gerade am Experimentieren und am Ausprobieren, was geht. Denn Bauen und Wohnen ist ein Thema, das mich nicht nur aufgrund meines handwerklichen Backgrounds fasziniert. Das Thema wirft für mich viele Fragen auf und betrifft auch jeden Einzelnen von uns. Doch zurück zu meinen Arbeiten im Atelier. Im Grunde befindet sich alles hier in einer Art Zwischenstadium. Nach einer gewissen Zeit werden die Arbeiten wieder zur Hand genommen und bearbeitet. Es kommt entweder etwas dazu oder etwas anderes kommt weg. Da gibt es keinen Stillstand. Man könnte meinen, die Bilder lehnen hier achtlos an der Wand, das tun sie aber keinesfalls. Es kommt nämlich auf alle Fälle der Zeitpunkt, wo ich mich mit diesen Bildern wieder beschäftige. So ist das ein ständiger Prozess und eine ständige Veränderung. Diese Bilder warten sozusagen auf den nächsten Schliff. Nähere Infos unter: www.wolfgang-muellegger.at Unser Salzkammergut | 99

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TEAMWORK. Für die Bebilderung ihres Kinderbuchs im Salzkammergut-Dialekt setzte Texterin und Mama Stefanie Schwarz auf Illustrator Wolfgang Menschhorn.

„Da kloa Stritzi“ Aus Liebe zum Salzkammergut-Dialekt brachte Texterin Stefanie Schwarz aus Bad Goisern gemeinsam mit Illustrator Wolfgang Menschhorn ein ganz besonderes Kinderbuch auf den Markt.

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Text: Elisabeth Buchegger

ein Bub und ich lesen viel von Matschpfützen, Pfötchen oder Ferkelchen – dabei würde ich das in unserem Sprachgebrauch nie so sagen“, erzählt Texterin Stefanie Schwarz aus Bad Goisern. „Das Problem ist nicht, dass es zu wenig Kinderbücher gibt, das Problem ist, dass es

noch keines in unserem Dialekt gibt“, ergänzt sie. Das war letztendlich auch die Motivation, sich hinzusetzen und ein Kinderbuch im SalzkammergutDialekt zu machen. Lausbubengeschichte „Unser Dialekt ist einzigartig und besonders. Dafür sollten wir uns nie schämen müssen, schon gar nicht vor

FAMILIE

den eigenen Kindern.“ Ein Gedanke, den auch ihr Kinderbuch trägt. „Da kloa Stritzi“ erzählt die Geschichten eines liebenswerten Lausbuben (im Salzkammergut oft „Strizzi“ genannt) und seiner Katze Minki. Miteinander erleben sie Abenteuer und lernen voneinander. Und zwar in Mundart. Minki beschwert sich beispielsweise, dass sie nicht weiterwandern mag und

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Fotos: Marc Schwarz

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„Unser Dialekt ist einzigartig und besonders. Dafür sollten wir uns nie schämen müssen“, betont Stefanie Schwarz.

sagt: „Mi gfreits neama“. In Wolfgang Menschhorn hat die Autorin den idealen Illustrator für ihre Kurzgeschichten gefunden. „Ich mag den unkomplizierten und lustigen Stil von Wolfgang sehr. Er wusste schnell, wie unser Stritzi ausschauen wird und hat ihn mit seinen locker-flockigen Zeichnungen richtig zum Leben erweckt.“ Und auch für Wolfgang Menschhorn ist die Idee eines Dialekt-Kinderbuches eine runde Sache. „Wir sind beide aus Bad Goisern und kennen uns schon sehr lange. Ich war gleich begeistert von der Idee. Dieses Kinderbuch hat uns definitiv noch gefehlt.“ Dialekt inklusive Übersetzung Feedback zu den Geschichten und vor

BETRIEB

allem zu den Dialektwörtern holte sich Stefanie Schwarz großteils von älteren Menschen aus der Region. „Die meisten waren begeistert, dass es unser Dialekt in ein Kinderbuch schafft. Vieles wird ja nach und nach vergessen“, so die Autorin. Und damit das nicht so schnell passiert, findet man für alle kursiv geschriebenen Wörter am Ende des Buches auch eine Übersetzung. „Zur Bestätigung, zum besseren Verständnis oder zum Lernen“, erklärt Schwarz. Gedruckt wurden die Bücher übrigens regional, auf Papier verantwortungsvoller Waldbewirtschaftung. „Dieses Buch ist ein absolutes Herzensprojekt. Ich möchte daran erinnern, wie wir hier reden, wie schön unser Dialekt ist und wie stolz wir darauf sein können.“

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„Da kloa Stritzi” Abenteuer ausm Salzkammergut“ ist um € 16,99 unter www.schwarzaufweiss.xyz oder steffi-schwarz@gmx.at sowie in ausgewählten Geschäften im Salzkammergut erhältlich. Außerdem kann das Buch österreichweit in allen Thalia-Filialen bestellt und abgeholt werden.

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Ein Wald im Altausseer See In den Tiefen des Altausseer Sees befinden sich 100 stehende Baumstämme mit einer Höhe von bis zu 15 Metern. Eine Uralt-Tanne hat man nun geborgen. Jetzt wird untersucht, wie der rund 1.400 alte „Unterwasserwald“ in den See gekommen sind.

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© Erich Kainzinger

Bergung der rund sechs Tonnen schweren Uralt-Tanne aus dem Altausseer See.

fünfzehn Metern über den kompletten See verteilt“, berichtet Projektleiter Erwin Heine von der Universität für Bodenkultur Wien. Im Rahmen des aktuellen Forschungsprojektes wurde auch ein etwa zehn Meter hoher Baumstamm, welcher ca. 100 Meter vom Ufer entfernt in einer Tiefe von rund 18 Metern stand, aus dem See geborgen und

dendrochronologisch untersucht. „Das Ergebnis der Holzaltersbestimmung übertraf alle unsere Erwartungen: Der Baum hat bereits rund 600 n. Chr. – also im Frühmittelalter – begonnen zu wachsen“, so Rudolf Freidhager, Vorstand der Österreichischen Bundesforste, welche als Grundeigentümer das Naturjuwel Altausseer See betreuen.

Zwei von 100 Baumstämmen des Unterwasserwaldes im Altausseer See. Wie diese in den See kamen, wird nun untersucht werden.

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er „Unterwasserwald“ im Altausseer See gibt seit seiner Entdeckung in den 1970er-Jahren nicht nur Taucherinnen und Tauchern Rätsel auf. Auf Initiative der „Walter Munk Foundation for the Oceans“ wird der See im steirischen Salzkammergut daher seit 2019 gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur Wien und den Österreichischen Bundesforsten umfassend erforscht. Dabei wurde dieser mit modernsten hydroakustischen Methoden vermessen und sedimentologisch sowie paläoökologisch untersucht. „Mithilfe eines ferngesteuerten Unterwasserroboters und hochauflösenden Fächerecholots konnte ein präzises 3DModell des Seebeckens erstellt werden. Es zeigt unter anderem Sedimentformationen verschiedenster Art, große Felsblöcke, kraterförmige Unterwasserquellen und rund 100 stehende Baumstämme mit Höhen von einem bis etwa

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wurde der rund zwei mal zwei Meter große Wurzelstock sowie eine ca. 15 Zentimeter dicke Baumscheibe mit einem Durchmesser von rund 100 Zentimetern abgetrennt und am Institut für Holztechnologie und Nachwachsende Rohstoffe an der Universität für Bodenkultur untersucht.

© ÖBf-Archiv/Mark Glassner

Unterwasserholzernte mit Seilkran und Hebeballons Um den rund sechs Tonnen schweren Baumstamm aus dem Seegrund zu lösen, musste dieser mittels einer Traktorseilwinde umgezogen, mit drei Hebeballons an die Wasseroberfläche gebracht und von der Feuerwehr mit einem Boot an Land gezogen werden. Anschließend

„DER BAUM HAT BEREITS RUND 600 N. CHR. – ALSO IM FRÜHMITTELALTER – BEGONNEN ZU WACHSEN.“ DI Dr. Rudolf Freidhager, Vorstand der Österreichischen Bundesforste

DI Dr. Rudolf Freidhager, Vorstand der Österreichischen Bundesforste

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© Thomas Kranabitl

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Querschnitt einer ca. 1.400 Jahre alten Tanne.

anhand ihrer unterschiedlichen Breite einer bekannten Wachstumszeit zugeordnet. Hohe statistische Signifikanz, visuelle Übereinstimmung sowie Plausibilität in Zusammenhang mit den Ergebnissen parallel gezogener Proben sind die Grundlage einer richtigen Datierung“, erklärt Grabner. Wie kamen die Baumstämme in den See? Wie die rund 100 Baumstämme in den See gekommen sind – etwa durch ein tektonisches Ereignis, oder ob sie an Ort und Stelle gewachsen sind – wird © BOKU/Heine

Jahrgenaue Holzaltersbestimmung „Durch die Kombination der Jahrringdatenreihen mit sorgfältig ausgewählten Jahrringen zur C14-Altersbestimmung konnte ein eindeutiges und abgesichertes Datum gefunden werden. Der Baum weist 247 Jahresringe auf und ist 859 n. Chr. abgestorben“, erläutert Michael Grabner vom Institut für Holztechnologie und Nachwachsende Rohstoffe. Die Dendrochronologie ist die einzige naturwissenschaftliche Methode, welche eine jahrgenaue Datierung von (prä) historischen Hölzern ermöglicht. „Dabei werden die Jahresringe der Bäume

Wissenschaftliche Untersuchung des Unterwasserwaldes mit einem ferngesteuerten Roboter.

Eine Weiß-Tanne (Abies alba) im Forstrevier Altaussee. Der Tiefwurzler ist ein wichtiger Stabilisator in Mischwäldern.

Gegenstand weiterer Untersuchungen sein. Eindeutig bewiesen konnte aber werden, dass es sich bei dem Baumstamm um eine Weiß-Tanne handelt – eine Baumart, welche auch heute von hoher Bedeutung für das Wald-Ökosystem ist, wie Rudolf Freidhager bestätigt: „Durch ihr tiefgreifendes Wurzelsystem ist die Weiß-Tanne fest im Boden verankert und somit deutlich weniger sturmgefährdet als andere Nadelgehölze. Darüber hinaus ist sie ein wichtiger ökologischer Stabilisator in Mischwäldern. Daher war die Weiß-Tanne nicht nur in der Vergangenheit ein wertvoller Bestandteil vieler heimischer Waldgesellschaften, sondern spielt auch im Wald der Zukunft der Bundesforste eine wichtige Rolle.“

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©PHIL JELENSKA

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Wind

unter dem Flügel Morgens, fünf Uhr im Salzkammergut: Über das tiefblaue Wasser des Traunsees zieht eine kühle Brise. Mittendrin gleitet ein junger Athlet schwerelos über das Wasser. Auf einem Hydrofoil bewegt er sich lautlos fort. Aus der Distanz ist ein leichtes Zischen zu hören, dann packt ihn der Wind und der junge Mann katapultiert sich mit einem gekonnten Manöver aus dem Wasser hoch in die Luft. „Es gibt nichts Besseres", sagt Stefan Spiessberger, seines Zeichens einer der weltbesten Kitesurfer und Wingfoiler. Text: Oberösterreich Tourismus/evcom GmbH Fotos: Oberösterreich Tourismus/evcom GmbH, Christoph Gütl Unser Salzkammergut | 109 108-111_Wingsurfen.indd 109

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In seiner "Lakebase" am Traunsee bringt Stefan Spiessbeger Interessierten in Kursen neben Wingfoilen und Kitesurfen auch klassische Wassersportarten wie Windsurfen, Segeln oder Stand Up Paddeln näher .

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er Stef ", wie ihn am See alle nennen, ist weit über die Grenzen des Salzkammerguts hinaus bekannt. Er gehört zur internationalen Elite im Kitesurf- und Wingfoil-Sport und hat die Kite World Tour jahrelang geprägt. Eine echte Sensation, denn kaum ein „Binnenländler" schafft es in diesem Sport bis ganz nach oben. Um eine derart beachtliche Karriere hinzulegen, braucht es mehr als „nur" Talent. Es erfordert Zielstrebigkeit und Hingabe. Das erste selbst verdiente Geld als Praktikant in der am Südufer des Traunsees gelegenen „Windbar" in Rindbach investierte er sofort in eine Kite-Ausrüstung: „Von diesem Zeitpunkt an gab es für mich nur noch eines – das Kiten." So radelte der damals 16-Jährige mangels Führerschein jeden Tag zum See – die große, sperrige Kite-Ausrüstung auf den Rücken geschnallt. Der Ebenseer weiß, dass dieser Anblick wohl so manchen zum Schmunzeln brachte und grinst: „Ein schmächtiger Bursch am Rad, der regelrecht unter seinem Gepäck verschwindet. Manche haben mich für verrückt gehalten."

kein anderer: „Hier in Traunkirchen sind die Bedingungen am frühen Morgen großartig, und im Herbst, Frühling und Sommer durch die thermischen Winde an fast jedem Tag konstant. Der Temperaturausgleich zwischen See und Ufer sorgt für eine gute Brise. Man muss aber wirklich früh dran sein, denn gegen sieben Uhr lässt der Wind meist schon wieder nach – deshalb heißt es bei mir im Sommer schon um 4:30 Uhr raus aus den Federn." Die Euphorie, wenn er über den Wassersport in seiner Heimat spricht, steht ihm ins Gesicht geschrieben. Es ist dieser besondere Glanz in seinen Augen – ganz so, als wenn sich das Sonnenlicht im Sommer frühmorgens an der Oberfläche des Traunsees bricht.

Einmal um die Welt und zurück Nach dem Schulabschluss 2009 zog es den Abenteurer in die Ferne: Brasilien, Australien, Spanien und Wettbewerbe rund um den Globus: „Ich wollte einfach mehr von der Welt sehen und bin viel herumgereist. Selbstverständlich waren Kite und Board immer dabei, so habe ich die Zeit auch intensiv zum Training genutzt." Die internationalen Erfolge im Kite Freestyle ließen nicht lange auf sich warten. Zehn Jahre als erfolgreicher Kite-Profi folgten, heute gilt Stefan als Österreichs Aushängeschild der Sportart. Ende 2019 zog es den Salzkammergütler aber wieder zurück. Heute trifft man „den Stef " wieder regelmäßig am Traunsee. Wenn nicht in Rindbach oder in Traunkirchen, dann in Gmunden am Ostufer des Sees: „Bei Ostwind ist das der beste Spot am See. In der Nähe vom Hammerschied unterhalb des Traunsteins kann man besonders mit Wingfoil oder Surfbrett eine Menge Spaß haben." Stefan lebt inmitten des oberösterreichischen Seengebiets, sodass sich auch reichlich Alternativen anbieten, wenn der Wunsch nach etwas Abwechslung zum gewohnten Terrain des Traunsees sich meldet. Er macht sich dann unter anderem gerne auf den Weg zum Attersee, der auch als das „oberösterreichische Meer" bezeichnet wird - mit seinem Pump-Foil im Gepäck: „Das Pump-Foil ist ein etwas weniger voluminöses Board als das Wing Foil. Der Vorteil ist, dass man – selbst ohne Wind – mit der reinen Kraft der Beine durch Pumpbewegungen über dem Wasser schweben kann." Auch den Attersee kennt Stefan wie seine Westentasche: „Die Geografie macht's, dass

Ausnahmetalent Stefan Spiessberger ist ein Ausnahmetalent und kennt das Salzkammergut wie 110 | Unser Salzkammergut 108-111_Wingsurfen.indd 110

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am Attersee auch mal Wind ist, wenn am Traunsee Flaute herrscht. Zum Surfen eignet sich besonders der Spot am Ostufer des Sees bei Seewalchen. Dort findet man gute Bedingungen bei West- und Ostwind. Auch mit dem Wing kann man dort Spaß haben, Kiten jedoch ist wegen des Zugangs zum See eher schwierig." Auch das am südlichen Ende des Attersees gelegene Unterach bietet hervorragende Bedingungen zum Foil pumpen an einem Sommertag mit ruhigem Wasser, ohne dass es eines Schirms oder Kites bedarf. Eine neue Sportart im Gepäck Nervenkitzel gehört zu Stefan wie der Wind in den Segeln: Mit seinem Freund Max Matissek wollte Stefan einfach was Verrücktes machen: „Wir hatten die Idee auf dem höchsten Bergsee Österreichs zu kiten, aber allein der Aufstieg auf den Schwarzsee mit dem ganzen Equipment, das wäre zu mühsam gewesen. Darum überlegten wir uns Optionen. Schließlich entschieden wir uns, das Ganze mit einem Wing anzugehen." Stefan Spiessberger gehört zur internationalen Elite im Kitesurf- und Wingfoil-Sport.

Das spektakuläre Video der beiden Sportler, die am Bergsee Wing Foilen, ging rasch viral – und brachte nicht nur dem WingFoilen, sondern auch den beiden Protagonisten eine Menge Publicity. Stefan resümiert: „Irgendwann hat Reuters das Video übernommen und plötzlich sah die ganze Welt zwei Österreicher auf einem Gletschersee beim Wingfoilen zu. Ich hatte bald erkannt, welches Potenzial dieser Sport hat." Auf zwei Beinen steht man besser Doch wie könnte es anders sein hat Stefan der Ehrgeiz nicht verlassen, sein Können auch wieder in Wettkämpfen unter Beweis zu stellen. So ist er mittlerweile im Wing Foil World Cup unterwegs – und

das höchst erfolgreich: „Der Sport ist jung und die Leistungsdichte noch nicht ganz so groß wie beim Kiten. Aber die Entwicklung ist rasant und die Wettkampfformate wachsen entsprechend." Auch als Entrepreneur sammelte er bald Erfolge: er gründete die „Lakebase" am Traunsee, nur einhundert Meter entfernt von der „Windbar", wo alles seinen Anfang nahm. In der Lakebase bringt er neben Wingfoilund Kitesurf-Kursen unterschiedlichen Altersgruppen auch klassische Wassersportarten wie Windsurfen, Segeln oder das Stand Up Paddle (SUP) näher: „Ich wollte mir ein zweites Standbein schaffen. Unser Angebot hat sich etabliert und ich bin sehr zufrieden wie sich die Lakebase entwickelt." Stefan hegt dabei den besonderen Wunsch, das nächste oberösterreichische Talent zu entdecken und zu fördern: „Langfristig habe ich das Ziel, junge Kiter und Wing Foil Athleten zu motivieren und zu coachen und sie auf ihrem Weg zu begleiten." Und wer nimmt nicht gerne Unterricht bei einem der Besten seiner Zunft? INFO

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Der große Märchen- und Sagenerzähler aus dem Almtal, Helmut Wittmann, hat in den letzten Jahren fleißig Sagen-Schätze vom Salzkammergut bis nach Vorarlberg und Burgenland gesammelt. Nun sind alle in einem Band vereint.

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s sind nicht nur spannende Geschichten vom Schabbock oder dem Haselwurm, von Donauweibchen und Venedigermandln, Butzen und Riesen oder von Margarethe Maultasch, Richard Löwenherz & Co. Sagen faszinieren auch heute noch, weil sie von zutiefst Menschlichem sprechen – von Tapferkeit und Verrat, Gier und Großmut, Mitleid, Missgunst und Gewitztheit. Die ganze Fülle an wundersamen, bizarren und herrlich geheimnisvollen Gestalten, Motiven und Themen der alpenländischen Sagenwelt wird hier ausgebreitet. Entstanden ist ein Lese- und Vorlesebuch für die ganze Familie und für alle Liebhaber des Fantastischen. Märchenerzählen als UNESCOKulturerbe. Die schönsten Sagen aus al-

len Bundesländern Österreichs in einem Band bildet den krönenden Abschluss der Tyrolia-Sagenreihe. Als Herausgeber zeichnet der hauptberufliche Märchenund Sagenerzähler Helmut Wittmann verantwortlich. Die 66 schaurig-schönen Illustrationen stammen wieder von Jakob Kirchmayr, der die gesamte Sagenreise begleitet hat. Helmut Wittmann, Jahrgang 1959, lebt im oberösterreichischen Almtal und ist seit über 30 Jahren hauptberuflich und international als Märchenerzähler tätig. Auf seinen Antrag hin nahm die UNESCO das Märchenerzählen in Österreich in die Liste des immateriellen Kulturerbes auf. Einmal im Monat gestaltet er im ORF, Radio Oberösterreich und Radio Salzburg seine „sagenhafte Stunde“.

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