Unser SALZBURG September 2025 gesamt

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DIE NACHFÜLLBAREN DÜFTE

Vor Kurzem bin ich über ein interessantes Wort gestolpert: „Oversharing“. Gemeint ist, wenn man in Gesprächen gerne ein bisschen zu viele persönliche Informationen preisgibt. Ertappt! Wer mich kennt, weiß: Solange mich die Umstände nicht in den höflich-distanzierten Konversationsmodus zwingen, trage ich „mein Herz gerne auf der Zunge“, wie es eine Kollegin neulich liebevoll formuliert hat. Hinterher frage ich mich allerdings oft: Oh Gott, war das jetzt zu viel Info? Andererseits mag ich diese Eigenschaft an mir auch. Schon oft sind daraus Gespräche entstanden, die unerwartet tief, ehrlich oder lustig waren. Außerdem sind wir dank der Sozialen Medien gefühlt eh ständig von lauter Filtern umgeben – da freut man sich umso mehr, wenn jemand ein bisschen unbearbeitet daherkommt. Am Ende des Tages sind wir doch alle nur Menschen, mit Lieblingspyjamas und komischen Marotten. Ich zum Beispiel habe Angst vor (platzenden) Luftballons und kommuniziere mit meinem Mann daheim zuweilen mit Vogelrufen. Oh, sorry – war das jetzt zu viel Information?

ANDREA

„Hinterher frage ich mich oft: Oh Gott, war das jetzt zu viel Info?“
LWEGE, DIE HOFFNUNG MACHEN
„Der September bringt frischen Wind und neue Perspektiven.“

iebe Leser:innen, der September bringt frischen Wind – und damit neue Perspektiven. Genau darum geht es auch in dieser Ausgabe: um Menschen, die zwischen Welten pendeln, neue Wege gehen oder schwierige Themen mutig ansprechen. Tobias Pötzelsberger etwa kennt man aus der „Zeit im Bild“. Doch hinter dem Nachrichtensprecher steckt auch ein leidenschaftlicher Musiker. Wir haben ihn vor seinem Konzert getroffen und mit ihm über sein Leben zwischen Studio und Bühne gesprochen. Außerdem haben wir Jonathan Zott besucht, den neuen Leiter des Rockhouse Salzburg. Mit ihm beginnt ein Generationenwechsel: Ab 2026 wird er die Zukunft des Hauses gestalten. Und wir unterhalten uns mit Susanne Schmidt-Neubauer über den Umgang mit jungen Menschen mit der Diagnose Demenz. Wie kann man Betroffene stärken, Angehörige unterstützen und Würde bewahren? Das Projekt „Der Garten“ zeigt: Es gibt Wege, die Hoffnung machen. Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen – und einen inspirierenden Start in den Herbst!

MOMENTE

12 DAS WAR DER KULTURSOMMER

Spannende Daten und Fakten rund um die Salzburger Festspiele 2025

14 LIEBE ZUR MUSIK

Im Gespräch mit Nachrichtensprecher Tobias Pötzelsberger über seine ganz große Leidenschaft

MODE

20 TRENDREPORT

Was geht, was bleibt: die Laufstegtrends für diesen Herbst

SCHÖNHEIT

34 HAUTPFLEGE

Das hilft gegen Unreinheiten, Verfärbungen & Co

WOHNEN

40 HOME-HACKS

DIY-Tipps einer Hauswerkerin für mehr Persönlichkeit zu Hause

GESUNDHEIT

48 HEUTE FÜR MORGEN

Zwischen Erinnern und Vergessen: Wie wir unser Gehirn fit halten

SEPTEMBER 2025

SCHLAF SCHÖN

Schlafzimmer-Essentials für süße Träume

GENUSS

60 PROTEINPOWER

Eiweiß als Schlüssel zu mehr Gesundheit und Wohlbefinden

LEBEN

72 LICHTBLICKE

Susanne Schmidt-Neubauer kämpft für Sichtbarkeit junger, von Demenz betro ener Menschen

74 FAMILIENWUNDER

Dreifach-Mama Michaela Wilhelmstötter erzählt uns von ihrem Weg zum Familienglück durch Adoption

BUSINESS

82 NEUE GENERATION

Jonathan Zott ist der neue Leiter des Rockhouse Salzburg – wir haben mit ihm über seine Pläne gesprochen

84 BABY UND BERUF

Warum Muttersein nicht heißt, sich selbst aufzugeben

AUSZEIT

90 ZUM

STAUNEN

Salzburg-Insider Christoph Koca erkundet mit uns die Mozartstadt

90

20

MEDIENINHABER & HERAUSGEBER

Tirolerin Verlags GmbH

Brunecker Straße 3, 6020 Innsbruck 0512 / 55 16 00-0 o ce@unsersalzburg.at

GESCHÄFTSFÜHRUNG

Katharina Egger-Zierl

Ferdinand R. Marquez

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Laura Jenewein

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Katharina Egger-Zierl

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Elisabeth Trauner | Renate Sallaberger

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Victoria Mayr | Ursula Meyer

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LEKTORAT

Patricia Konrath | Melanie Knünz | Lea Hof

GRAFIK

Cheryl Kapferer | Barbara Schattanek Ines Meßnart | Lea Vogelsberger Sonja Heiser | Martina Frötscher Kristina Eckl

ABOVERWALTUNG 0512 / 55 16 00-1509 abo@unsersalzburg.at

DRUCK

Druckerei Ferdinand Berger & Söhne GmbH, Wiener Straße 80, 3580 Horn

VERTRIEB

Unsere Lieblinge für den kommenden Herbst

Presse Großvertrieb Austria Trunk GmbH, 5081 Anif

Die Oktober-Ausgabe erscheint am 3. Oktober 2025.

Informationen zur O enlegung gem. § 25 MedienG können unter www.unsersalzburg.at/info/o enlegung abgerufen werden. Weitere Infos zum Datenschutz sind unter www.unsersalzburg.at/info/ datenschutz-und-cookies/ abrufbar.

Jeden Monat zeigen wir hier ausgewählte Stücke, die es uns ganz besonders angetan haben. Seine Lieblinge präsentiert diesmal unser Praktikant Benjamin Pöschl.

1 WINTERSPORT. Freestyle Ski „Sight 16/17“ von K2, P. a. A. 2 SNACKMASCHINE Sandwichmaker 3670 von Clatronic, gefunden bei MediaMarkt, um € 27,99 3 FUTURISTISCH. Album „Eternal Atake“ von Lil Uzi Vert, als Vinyl um € 42,99 4 EVERYDAY. Kopfhörer Wave Buds von JBL, um € 58,99 5 ERFRISCHUNG. Fanta 0.5l, um ca. € 1,70

© Cheryl Kapferer, Hersteller

Für Unternehmer Vorsteuerabzug möglich

Der ID. Buzz mit langem Radstand –auch als GTX bestellbar.

Länger, flexibler, geräumiger. 6 Sitze Serie und bis zu 472 Kilometer2 Reichweite.

1 Erhalten Sie serienmäßig eine um 3 Jahre verlängerte Garantie im Anschluss an die 2-jährige Herstellergarantie, bei einer maximalen Gesamtlaufleistung von 100.000 km (je nachdem, welches Ereignis als Erstes eintritt). Über die weiteren Einzelheiten zur Garantie informiert Sie Ihr Volkswagen Nutzfahrzeuge Partner. Bei Aus- und Aufbauten nur gültig für werksseitigen Lieferumfang. 2 Prognostizierte WLTP-Reichweite von 472 km für den ID. Buzz mit langem Radstand. WLTP-Richtwerte für Serienfahrzeuge können ausstattungsbedingt abweichen. Die tatsächliche elektrische Reichweite weicht in der Praxis u. a. abhängig von Fahrstil, Geschwindigkeit, Einsatz von Komfort-/Nebenverbrauchern, Außentemperatur, Anzahl Mitfahrer/Zuladung, Topografie und dem Alterungs- und Verschleißprozess der Batterie ab. Stromverbrauch in kWh/100 km: kombiniert 20,1– 23,3; CO₂-Emission in g/km: kombiniert 0. Symbolfoto. Stand 07/2025. volkswagen.at

SICHER FEIERN

Die Stadt Wien macht Awareness-Konzepte bei Veranstaltungen mit mehr als 300 Gästen ab 21 Uhr zur Pflicht. Ziel ist es, das Nachtleben für alle sicherer zu gestalten und Diskriminierung sowie Gewalt zu verhindern.

Forscherschende aus Korea haben ein smartes Klebe-Tattoo entwickelt, das die Farbe von schwarz nach rot wechselt, sobald es mit K.-o.-Tropfen in Kontakt kommt. Laut den Entwickler:innen reagiert es schneller und zuverlässiger als herkömmliche Papier-Teststreifen und funktioniert in verschiedenen Getränken wie Bier, Wodka und Kaffee.

NEWS

Ob große und kleine Held:innengeschichten, innovative Ideen oder inspirierende Momente – in unserer Artikelreihe sammeln wir monatlich positive Nachrichten aus Österreich und der ganzen Welt, die ermutigen, bestärken und Hoffnung machen.

An Schulen in Großbritannien sollen Jugendliche künftig gezielt über Frauenfeindlichkeit aufgeklärt werden. Ein dazu erstellter neuer Leitfaden kann ab dem neuen Schuljahr genutzt werden, ab dem Jahr 2026 wird er dann Pflicht. Laut Bildungsministerium haben mehr als die Hälfte der 11- bis 19-Jährigen schon einmal frauenfeindliche Aussagen erlebt.

ERHOLUNG AM WASSER

Die Bundesforste in Österreich haben heuer weitere Seegrundstücke für alle gekauft: Am Wörthersee, Weißensee und Attersee sichern neue Grundstücke den freien Zugang zum Wasser. So soll Erholung am Wasser für alle ermöglicht und Naturufer geschützt werden.

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Ausgezeichnet mit dem Oscar der Schwimmbadindustrie

ZUR PERSON:

Monika Ballwein ist leidenschaftliche Sängerin, die seit ihrem 16. Lebensjahr als Profi arbeitet. Sie hat mit zahlreichen internationalen und nationalen Künstler:innen sowie renommierten Orchestern zusammengearbeitet. Bekannt wurde sie als Solistin des „Dancing Stars Orchesters“ und Vocal Coach bei ORF-Castingshows.

Hab’ keine Angst, Fehler zu machen – Perfektion ist nicht das Ziel, sondern dein eigenes Wachstum.

Vertrau deinem Bauchgefühl –wenn sich etwas falsch anfühlt, ist es das oft auch. Deine Intuition ist dein bester Kompass.

Vergleiche dich nicht ständig mit anderen – du bist genug, so wie du bist.

Investiere immer in dich selbst –und bleib offen für Neues.

Lerne, Nein zu sagen –und hab’ Mut zur Veränderung.

Setze Prioritäten – konzentriere dich auf das, was dir wirklich wichtig ist. Lass dich nicht von unwichtigen Dingen ablenken.

Pflege Beziehungen, die dir guttun – wahre Freundschaft erkennt man daran, wie man sich nach dem Kontakt fühlt: verstanden, bestärkt, gesehen.

Trau dich, du selbst zu sein –Authentizität zieht die richtigen Menschen und die besten Chancen in dein Leben.

Nimm dir Zeit für dich: Reflektiere über deine Ziele und Wünsche und nimm auch deine Gefühle ernst –Selfcare.

Das Leben ist keine To-do-Liste –Es geht nicht darum, alles „richtig“ zu machen. Bleib im jetzt – erlebe, genieße und sei neugierig und offen für das Unerwartete.

Prominente Österreicher:innen verraten uns zehn Dinge, die sie das Leben bisher gelehrt hat.

MOMENTE

#kulturhighlight • #zweiwelten • #vielseitig

JETZT WIRD’S MUSIKALISCH!

30 Jahre Salzburger Bauernherbst

76 Orte feiern 30 Jahre Bauernherbst mit rund 2.000 Festen und Veranstaltungen. Mitfeiern und genießen. Im Jubiläumsjahr wird’s unter dem Motto „G’sungen und G’spielt“ musikalischer denn je. Von 23. August bis 31. Oktober 2025 ist die Zeit der Ernte, des Genusses und geselliger Feste. Erleben Sie das traditionelle bäuerliche Leben und die musikalische Vielfalt hautnah: bei Almabtrieben, Dorf- und Hoffesten, Platzkonzerten, Musikantenstammtischen und Heimatabenden, Handwerksvorführungen, Jodelkursen oder auf musikalischen Wanderungen und Themenwegen. Ein Urlaub voller authentischer Erlebnisse. www.salzburgerland.com

VERWANDLUNGEN

In Barrie Koskys Inszenierung von Hotel Metamorphosis gab es insgesamt 100 Kostümwechsel.

Für das dreitägige Fest zur Festspieleröffnung wurden dieses Jahr über 11.300 Zählkarten für 79 Programmpunkte ausgegeben. Für das Fest zur Festspieleröffnung haben sich die Mitwirkenden der Konzerte Prophetiae um das Ensemble Cantando Admont unter der Leitung von Cordula Bürgi sowie Timor Dei mit Vox Luminis und dessen Leiter Lionel Meunier bereit erklärt, einen Probeneinblick in der Kollegienkirche zu gewähren. Musiktheater für Kinder war im Schauspielhaus Salzburg zu erleben: In der Generalprobe zu Berge flüstern laut machten die drei Performer:innen Franca Luisa Burandt, Matteo Haitzmann und Anne-Suse Enßle mit einem Instrumentarium aus Blockflöten, Geige und Stimme Salzburgs Sagen und Mythen für ein junges Publikum lebendig.

REDAKTION: Elisabeth Trauner

Das waren die Salzburger Festspiele 2025: Von 18. Juli bis 31. August fanden über 200 Vorstellungen in Oper, Schauspiel und Konzert sowie im Jugendprogramm „jung & jede*r“ statt.

Highlights des

IN STETER BEWEGUNG

Der Außendurchmesser der imposanten Drehscheiben in  Maria Stuarda betrug 10,4 Meter. Insgesamt verfügten sie jeweils über neun Achsen – also neun unterschiedliche Antriebe und Bewegungsmöglichkeiten.

Als einen „der großen Pianisten unserer Zeit, der mit seinen vergleichslosen Interpretationen seit langer Zeit zu den wesentlichen Festspielkünstlern zählt“, würdigte Intendant Markus Hinterhäuser in einer Ansprache Grigory Sokolov einen Tag vor dessen Solistenkonzert im Großen Festspielhaus und überreichte dem Pianisten die Festspielnadel in Gold mit Rubinen. Markus Tomasi, Erster Konzertmeister des Mozarteumorchesters Salzburg, wurde für seine Mitwirkung an zahlreichen Konzerten und Opernproduktionen der Salzburger Festspiele über die vergangenen vier Jahrzehnte mit der Goldenen Festspielnadel geehrt. Zum Jahresende tritt er nun in den wohlverdienten Ruhestand.

HERBERT VON KARAJAN YOUNG CONDUCTORS AWARD 2025

Der deutsche Dirigent Christian Blex gewann den Young Conductors Award 2025, der dieses Jahr zum zwölften Mal verliehen wurde. Insgesamt haben sich knapp 300 Kandidat:innen aus 55 Ländern für den Wettbewerb beworben. Eine internationale Jury unter dem Vorsitz des Stardirigenten Manfred Honeck kürte  Blex nach dem YCA Award Concert Weekend Anfang August zum Preisträger der mit 15.000 Euro dotierten Auszeichnung, die alle zwei Jahre verliehen wird.

Festspielsommers

Diesen Sommer nahmen 14 Sänger:innen aus neun Nationen am Young Singers Project teil, sie wurden aus über 800 Bewerber:innen ausgewählt. Neben den öffentlichen Meisterklassen und dem Abschlusskonzert waren sie in fünf Produktionen der Salzburger Festspiele zu erleben:  Giulio Cesare in Egitto, Maria Stuarda, Andrea Chénier, Musketiere! und Macbeth

YOUNG SINGERS PROJECT 2025

Als Moderator der österreichischen Nachrichtensendung „Zeit im Bild“ ist Tobias Pötzelsberger einem breiten Publikum bekannt. Aber er kann auch anders! Zurzeit ist er mit seiner Band auf Österreich-Tour – wir haben ihn vor seinem Konzert in Seeham getroffen.

REDAKTION : Elisabeth Trauner | FOTOS : Wilhelm Barnabas, ORF

Tobias Pötzelsberger ist ein kreativer Mensch mit einem ausgeprägten Sinn für Emotionen. Seit über 20 Jahren widmet sich der gebürtige Innviertler der Musik, experimentiert mit verschiedenen Stilrichtungen und erzählt in seinen Liedern Geschichten, die berühren. Mit dem neuen Album Prudence präsentiert der 40-Jährige sein bislang vielseitigstes Werk – eine Mischung aus feinen Melodien, überraschenden Rhythmen und ehrlichen Texten.

LIEBE ZUR MUSIK.

Tobias Pötzelsberger hat viele Talente, eines davon ist seine musikalische Begabung.

Mit der Musik bin ich ganz bei mir und kann mich weiter öffnen, als es als Nachrichtenmoderator möglich ist.

Herr Pötzelsberger, wie kam es eigentlich zur Gründung Ihrer Band?

Tobias Pötzelsberger: Ich mache seit 25 Jahren Musik – angefangen hat alles mit einem Kurs auf der Volkshochschule, zu dem mich meine Mutter verdonnert hat (lacht). Und dann habe ich nie wieder aufgehört, Gitarre zu spielen, aber in vielen Formationen: Von Folk über Hip-Hop bis zu Blues und Rock habe ich sehr vieles gespielt. Jetzt aber fühle ich mich „angekommen“.

Wie trennen Sie den Journalisten vom Musiker – oder müssen Sie das gar nicht?

Für mich fühlt sich das ganz anders an. Vor allem, weil ich schon viel länger Musiker bin als Journalist. Musik gehört einfach zu meinem Leben, ich kann es mir gar nicht anders vorstellen. Und da bin ich dann ganz bei mir und kann

mich weiter öffnen, als es als Nachrichtenmoderator möglich ist. Im Job ist Sachlichkeit nötig, da soll es nicht zu sehr um mich gehen.

War es für Sie eine Hürde, als Musiker auf die Bühne zu gehen, da man Sie ja als Nachrichtenmoderator kennt?

Nein, das hilft sogar! Schließlich bin ich ja den Auftritt vor Menschen gewohnt. Aber bei Konzerten bin ich viel nervöser, denn da schütte ich mein Herzblut aus und singe über persönliche Dinge.

Ist Musik für Sie Ausgleich zum Beruf?

Allerdings, denn die ZiB-Arbeit ist Kopfsache, oft stressig und fordernd. Bei der Musik regieren eher der Bauch und das Gefühl. Für mich fühlt es sich so an, als würden die beiden

ham. Was bedeutet es Ihnen, in Ihrer Heimat aufzutreten?

Das sind die schönsten Konzerte! Weil immer ein paar bekannte Gesichter und Freund:innen im Publikum sind, weil ich mich an den jeweiligen Orten auskenne und viele Erinnerungen habe. Also das ist schon sehr besonders, und einige meiner Songs drehen sich auch um das schöne Gefühl, ein gutes Zuhause zu haben.

Gibt es 2026 Konzertpläne?

Aufgaben ganz unterschiedliche Hirnregionen ansprechen, und das ist sicher nicht schlecht (lacht)

Gibt es einen Song aus Ihrem neuen Album „Prudence“, der Ihnen besonders viel bedeutet –und warum?

Einige – aber ganz bestimmt gehört „Carry you“ dazu, denn darin geht es um meinen Sohn und um die große, wunderschöne Aufgabe, die man als Eltern hat.

Sie gehen zurzeit auf Österreich-Tour und spielen unter anderem auf der Seebühne in See-

Ja! Wir haben im Frühjahr noch einige Konzerte geplant, Genaueres kann ich aber noch nicht verraten. Danach gibt es eine kurze Pause, aber ich arbeite schon am nächsten Album. Das weiß noch keiner, aber ich kann’s gern verraten: Fünf Songs sind schon wieder geschrieben und aufgenommen.

Haben Sie ein Lebensmotto? Was brauchen Sie, um sofort gute Laune zu haben?

Ein Lebensmotto vermeide ich, aus Angst, dass ich mich eh nicht daran halte (lacht). Und für gute Laune brauche ich nur gute Musik – zum Beispiel was von Coldplay!

WOMEN

WOMEN

SCHREIBEN ALS WIDERSTAND

Unsere Reihe widmet sich den Pionierinnen, die sich im Großen oder Kleinen für die Rechte von Frauen stark gemacht haben.

Rote Umhänge und weiße Hauben sind längst mehr als Requisiten aus einem Roman. Sie stehen heute auch für den Widerstand gegen die Kontrolle über weibliche Körper. Der Ursprung liegt bei Margaret Atwood. Mit „Der Report der Magd“ hat die kanadische Schriftstellerin einen Text geschaffen, der weltweit gelesen – und auch getragen wird. Nicht nur auf Lesebühnen, sondern auch auf der Straße.

Vom Beobachten zum Schreiben. Geboren am 18. November 1939 in Ottawa, wächst Margarete Atwood in den Weiten Kanadas auf. Die ersten Jahre verbringt sie abgeschieden mit ihren Eltern und Geschwistern in der Natur, begleitet von Büchern, Insekten und stiller Beobachtung. Schule besucht sie regelmäßig erst mit elf Jahren, doch die Sprache hat sie da längst für sich entdeckt. Schon als Teenagerin schreibt sie Gedichte, mit Anfang 20 erscheint ihr erster Lyrikband.

Männer haben Angst,

dass Frauen sie auslachen.

Frauen haben Angst, dass Männer sie umbringen.

Margaret Atwood, Schriftstellerin

Die Macht der Magd. „Der Report der Magd“ macht die Schriftstellerin schnell bekannt. Darin beschreibt sie eine Gesellschaft, in der Frauen entrechtet, sexualisiert und in Rollen gezwängt werden – eine Dystopie, die sich stark an realen Vorbildern orientiert. Die fruchtbaren Frauen, genannt „Mägde“, dienen einzig der Fortpflanzung. Atwood entwirft kein Fantasiekonstrukt, sondern nutzt dabei immer wieder historische und gegenwärtige Beispiele als Grund-

lage. 2017 wird die Geschichte als Serie adaptiert. Das visuelle Bild der Magd verankert sich so in der Popkultur – und später auch im Protest: Nach dem Fall von „Roe vs. Wade“ 2022 trugen Frauen bei Demonstrationen in den USA die roten Umhänge als stilles, aber deutliches Zeichen gegen die Einschränkung ihrer Rechte.

Literatur mit Haltung. Atwood sieht sich nicht als Science-Fiction-Autorin, wie sie immer wieder betont. Sie spricht von „speculative fiction“, also von Geschichten, die so oder so ähnlich in der Realität passieren könnten. Der Unterschied ist für die Literaturwissenschaftlerin entscheidend. In Essays, Vorträgen und Interviews äußert sie sich seit Jahrzehnten zu Themen wie Frauenrechten, Sprache und Macht, setzt sich aber auch mit anderen aktuellen gesellschaftlichen Problemen sowie Umweltfragen auseinander.

Zeitlose Klassiker. Margaret Atwoods Werke wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Booker Prize, dem Franz-Kafka-Literaturpreis und dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Ihre Bücher erscheinen in über vierzig Sprachen, wurden verfilmt, analysiert, auf Theaterbühnen gebracht und in Schulklassen gelesen. Vielleicht liegt genau darin die Stärke ihrer Texte: Ihre Themen bleiben aktuell, weil sie gesellschaftliche Strukturen beschreiben, die nicht einfach verschwinden – und weil Atwood nicht davor zurückschreckt, sie zu benennen.

„MEISTERIN DER DYSTOPIE“. Bestseller-Autorin und Literaturwissenschaftlerin Margaret Atwood auf der Frankfurter Buchmesse 2019.

TEXT: Tjara-Marie Boine | FOTOS: Shutterstock

MODE

#mitbringsel • #trendradar • #starstyle

NEUE SAISON, NEUER LOOK

Bequem und stilvoll durch den Herbst

Die Herbstmode 2025 setzt auf eine gelungene Mischung aus Komfort, Eleganz und natürlichen Tönen. Warme Farben wie Rostrot, Senfgelb, Tannengrün und sanfte Brauntöne dominieren die Kollektionen und spiegeln die herbstliche Natur wider. Strick feiert ein großes Comeback – ob als grob gestrickter Pullover, Strickkleid oder Oversize-Schal. Auch klassische Stoffe wie Tweed, Cord und Wolle erleben ein modernes Update, kombiniert mit klaren Schnitten und raffinierten Details. Layering bleibt ein zentrales Thema: Weite Mäntel, Westen und Capes lassen sich vielseitig kombinieren und sorgen für stilvolle Wärme an kühlen Tagen. Accessoires wie breite Gürtel, Chunky-Loafer und Taschen in gedeckten Farben runden den Look ab.

Welche Laufstegtrends in der neuen Saison in unsere Kleiderschränke ziehen dürfen, was geht und was bleibt.

REDAKTION: Lana Schneider | FOTOS: Hersteller

Strick im Winter? Nicht gerade Groundbreaking, aber kuschelig! Auf den Laufstegen haben wir alle möglichen Varianten gesehen: Rautenmuster, Grobstrick, Fuzzy Strick, Mohair oder Kaschmir. Dominierend waren neutrale Töne sowie Pastellfarben.

1 DRÜBER. Kimono von Falconeri, um € 398,2 BLAU MACHEN. Strickpullover Lima von Stylein, um € 235,- 3 KRAGENWEITE. Pullover von Filippa K, um € 470,- 4 NEUTRALS. Cape von Brax, um € 99,95 5 MINI. Rock von Maiami, um € 299,- 6 OVERALL. Body von Longchamp, um € 450,- 7 WEICHMACHER. Rollkragen Pullover aus Kaschmir von Cos, um € 275,- 8 SLEEVELESS. Strick Shirt von Opus, um € 79,99 9 DRUNTER. Strickhose von Juvia, um € 269,-

STYLING

TIPP: Cardigans, Pullunder, Rollis aber auch Hosen und Röcke werden jetzt gerne von Kopf bis Fuß zusammen kombiniert - am besten sogar übereinander getragen für ein gemütliches Layering, das garantiert warmhält.

TIPP:

Getreu dem Boho-Stil stylen wir dazu hochgeschnittene Stiefel, Lederjacken und löchrigen Strick.

Boho-Vibes haben den Sommer dominiert und werden uns noch länger erhalten bleiben. Bodenlange Kleider, wallende Stoffe, Transparenz und Spitze werden in der kommenden Saison weiterhin getragen, auf den Laufstegen sowohl in Weiß und Creme, als auch vorrangig in Schwarz, Dunkelgrün und Bordeaux.

1 TRANSPARENZ. Bügel-BH in Boysenberry von mey, um € 69,99,– 2 SPITZE. Kleid von Gestuz, um € 200,- 3 RAFFUNG. Kleid von Massimo Dutti, um € 149,- 4 LACE. Kleid von The Kooples, bei Zalando um € 295,-5 RÜSCHEN. Bluse in Bordeaux von C&A, um € 22,99 6 STILSICHER. Halter-Top mit Spitze von Zara, um € 49,95 7 LAYERS. Bluse mit Rüschen von Bonprix, um € 29,99 8 BOHO. Sonnenbrille Kilenda von Mykita, um € 495,-

COLORWAYS

Im letzten Jahr waren Bordeaux und Dunkelbraun überall zu sehen – und diese beiden Farben sind auch im Herbst und Winter weiterhin heiß begehrt. Neu ist, dass auch knalliges Rot in den Kollektionen häufig zu sehen war, genauso wie ein kräftiges Violett.

1 SPITZE. Spaghetti-Top von mey, um € 39,99 2 DURCHBLICK. Brille aus recyceltem Azetat von Chloé, um € 290,- 3 IT-PIECE. Ballonhose von Mango, um € 59,99 4 SCHICK. Tube Rock von Maiami, um € 499,- 5 SHINY. Delizia Mini Bag von Furla, um € 195,- 6 KNALLER. Heels von Billi Bi, um € 179,- 7 BROWNIE. Blazer von Circolo 1901, um € 529,- 8 SPORTY. Sweater von Pop De Nor, um € 120,- 9 FLIESSEND. Seidenkleid von Acne Studios, um € 650,- 10 ALL IN. Shopper von Liebeskind Berlin, um € 329,- 11 AUFTRITT. Stiefel von Karkalis, bei ottoversand.at um € 109,99

STYLING TIPP:

Dass die Farben gut zu Schwarz, Weiß und Grau passen liegt auf der Hand, wie Designer:innen aber zeigten, passen die drei Farben auch wunderbar zueinander. Mutige greifen beispielsweise zu Lila Kleidern mit roten Accessoires, Braun als neutralere Basis geht immer und ist eine softere Variante.

FURREAL FRIENDS

Was wärmt besonders gut? Pelzkrägen, Fellmäntel und haarige Mützen - und dem Tierwohl zuliebe setzen wir natürlich lieber auf Pelzimitationen. Designer:innen versahen heuer sogar Kleider mit haarigen Details, ansonsten viel gesehen: Pelzige Schals, Taschen sowie Kurzjacken und Mäntel.

1 BLUE ZONE. Headband von Barts, um € 29,99 2 PELZIG. Schal von Gestuz, um € 130,3 WUSCHEL. Jacke von Rich & Royal, um € 249,- 4 FLUFFY. Tasche von Essentiel Antwerp, um € 185,- 5 FARBENFROH. Slipper von Scholl Shoes, um € 119,- 6 WARMHALTER. Schal von Arket, um € 99,- 7 ZWEIERLEI. Jacke von Mother Denim, um € 543,- 8 FLAUSCHIG. FlipFlops aus Shearling von Ferragamo, um € 840,-

Gewählt wird was gefällt, denn Kunstpelz wird heuer im Alltag, bei Events und Zuhause getragen. Damit man lange Zeit was vom Lieblingsstück hat, sollte man darauf achten, dass es nicht zu häufig nass wird, außerdem gibt es spezielle Fake-Fur-Bürsten, mit denen man die Stücke aus Pelz-Imitat regelmäßig pflegen kann.

IN THE MIDDLE

Workwear, Hosenanzüge, Kostüme und üppige Blusen sind schon länger im Modealltag angekommen. Neu sind wieder Retro-Schulterpolster und ein starker Fokus auf die Taille. Entweder mit raffinierten Schnitten, die die Körpermitte betonen oder mit Gürteln wird diesen Herbst eine Sanduhrfigur gezaubert.

1 ESSENTIALS. Gürteltasche von Baum & Pferdgarten, um € 69,- 2 WESTERN. Jeansweste von Mango, um € 49,99 3 BINDEND. Ledergürtel von Arket, um € 59,- 4 CLASSIC. Kleid von Filippa K, um € 390,- 5 TAILLIERT. Breiter Gürtel von Bonprix, um € 16,99 6 STUDDED. Gürtel von Brax, um € 59,95 7 SKULPTUR. Jeansjacke von Anouk Yve x Peek & Cloppenburg, um € 99,99 8 SILVER LINES. Inez Tee von Gestuz, um € 90,- 9 JEWELRY. Gürtel von Mother Denim, um € 400,- 10 UNISONO. Rock von C&A, um € 39,99

STYLINGTIPP:

Skinny Jeans, Leggings oder Pencil Skirts sind eine gute Ergänzung, wenn man die Taille dramatisch in Szene setzt. Weite Palazzohosen sind ebenso eine gute Wahl, genauso wie fließende Maxiröcke.

STYLING TIPP:

Die Pieces kommen am besten mit schlichten Accessoires zur Geltung. Außerdem passen dazu minimalistische Schnitte: Ein Oberteil mit Raffinesse kombiniert man stimmig mit schlichten Marlene-Hosen, Jacken zur geraden Jeans und über Röcke oder Kleider greift man zu einem schlichten Mantel mit Gürtel. So können die Drapierungen für sich allein wirken.

Skulpturale Formen, Drapierungen und fließende Schnitte bestimmten viele Modeschauen. Was im Sommer gern an die Antike erinnert, sorgt im Herbst und Winter mit dickeren Sto en und asymmetrischen Details auch bei kühleren Temperaturen für Styles mit dem gewissen Etwas. Die Ra ungen, Volants und Drapierungen bringen im Nu Volumen und spannende Bewegung in den Look –ideal für Abendevents und elegante Anlässe.

1 CREME. Kleid von Abadia, bei Net-a-porter um € 1.107,- 2 BASIC. Top von Comma, um € 49,99 3 UMSCHLUNGEN. Bluse von & Other Stories, um € 99,- 4 GRAUZONE. Set von H&M. Top um € 49,99 und Rock um € 69,99 5 SCHNITTIG. Asymmetrisches Kleid von Zara, um € 65,95 6 RED WINE. Kleid von Mango, um € 45,99 7 ÜBERWURF. Jacke von Massimo Dutti, um € 69,95

WIEN Kärntner Strasse 9 Plankengasse 3 Auhof Center – Albert-Schweitzer-Gasse 6

VÖSENDORF Westfield Shopping City Süd – Galerie 162/Top 58

ST. PÖLTEN Kremsergasse 27 TULLN Hauptplatz 28 KREMS Untere Landstrasse 20

LINZ Linzerie – Landstrasse 12 PASCHING Plus City – Pluskaufstrasse 7

WELS Schmidtgasse 24 RIED IM INNKREIS Hauptplatz 44

SALZBURG Sigmund-Haffner-Gasse 6 Europark – Europastrasse 1

BOWS

Schleifen waren auf den Laufstegen überall! Ob auf Kleidern, Schuhen, statt Knöpfen oder als Schmuck, die Mascherl sind weiterhin ein süßes Detail.

FRINGE

Kleidung mit Fransen ist weiterhin im Trend, dazu kommen Ohrringe, Taschen und Schals mit flatternden Details.

KLUNKER

Große Halsketten feiern ihr Comeback! Was in den 2010er-Jahren als Must-Have galt, wird heuer wieder gerne zu schlichten Outfits getragen. So einfach wie mit Perlen, Glitzersteinen und klotzigen Colliers kann man kaum sonst Individualität und das gewisse Etwas im Alltag integrieren.

1 MASCHERL. Ohrringe von A Beautiful Story, um € 34,95 2 LANGFINGER. Handschuhe von Roeckl, um € 39,90 3 AUFNÄHER. Kleid von Jil Sander, um € 2.900,- 4 STRIPED. Tasche Bari Mini von Vagabond, um € 190,- 5 WILD. Tasche von Jerome Dreyfuss, um € 980,- 6 KLUNKER. Kette von Pilgrim, um € 69,95 7 EDEL. Chroma lange Kette von Swarovski, um € 650,- 8 FLORAL. Jeans von Essentiel Antwerp, um € 295,-

ANIMALISCH

Leo-Muster bekommen tierische Gesellschaft: Reptilprints, Tigermuster und Kuhflecken sind sowohl im All-Over-Look als auch als einzelnes Piece der Hingucker schlechthin. Besonders subtil wirken die Muster in transparenten Stoffen.

STICKEREI

Was wären wir ohne Jeans? In dieser Saison bekommen sie mit Nieten, Applikationen und Glitzer-Details ein kleines Upgrade, das wir nicht mehr missen wollen.

SCHÖNHEIT

#glykation • #bodycare • #metime

VERY ROYAL!

Princess Nails – der eleganteste Nageltrend des Jahres

Nach Queen Elizabeth und der Prinzessin von Wales trug auch Victoria Beckham unlängst die eleganten, minimalistischen Princess Nails. Dieses Jahr lautet das Motto für die Nägel: „Je schlichter, desto besser.“ Blassrosa Nagellackfarben sind ein zeitloser Beauty-Klassiker, der nicht zu auffällig ist und wirklich zu allem passt, ob schicker Anzug, Vintage-Jeans oder Hochzeitskleid. Princess Nails zeichnen sich durch eine natürliche, eher quadratische Form aus und sind in der Regel recht kurz – 2025 haben viele den Komfort und die Vielseitigkeit kurzer Nägel für sich entdeckt. Sanfte Rosatöne bilden die Basis, das Finish sollte immer glänzend sein, daher empfiehlt sich ein transparenter Top-Coat.

DamageSweetest

REDAKTION: Sarah Lehner

Der neue Feind in Sachen Hautalterung? Glykation! Was das ist, was sie macht und wie wir sie in Schach halten können, haben wir uns genauer angesehen.

Okay, wir starten mit einem kurzen Exkurs: Sie kennen bestimmt diese riesigen Trampoline, auf denen Kinder und Jugendliche akrobatisch auf und ab springen, oder? Ein extrem elastisches Trampolinnetz, das besonders hohe Sprünge möglich machtman kennt’s ... Aber mit der Zeit springen immer mehr Leute auf ein und demselben Trampolin herum und auch wenn es nicht gleich reißt, lässt die Spannkraft irgendwann nach. Und früher als erwartet ist das Netz nicht mal mehr im Ruhezustand richtig gespannt. Jetzt Cut! Das Trampolin steht natürlich für unsere Haut, und die springenden Kids? Ja die sind in dem Fall AGEs die peu à peu unsere schöne stra e und gesunde Haut altern lassen, weil sie sie mit der Zeit echt strapazieren. Also rein metaphorisch versteht sich. Und was sollen diese ominösen AGEs eigentlich sein und warum bitte sollten sie uns überhaupt tangieren? Gut, der Reihe nach.

Facts. AGEs ist die Kurzform für Advanced Glycation Endproducts, und die sind wiederum das Ergebnis von Glyka-

tion. Moment, es wird gleich klarer. Glykation ist ein biochemischer Prozess, bei dem sich Zucker ohne Beteiligung von Enzymen an Proteine, Lipide oder DNA bindet. Ja und dieser Vorgang fördert Entzündungen und lässt auch noch unsere Haut altern. „Durch Glykation werden Kollagen und Elastin brüchig, und unsere Hautbarriere geht kaputt. Entzündliche Prozesse entstehen und dadurch bekommt die Haut Alterserscheinungen wie etwa Falten, Pigmentverschiebungen oder Erschlaffung“, erklärt Dermatologin Dr. Kerstin Ortlechner. Und nein, das ist kein Später-Problem, das uns erst im hohen Alter betri t. „Man kann zwar per se kein Alter festlegen und sagen, ab hier hat die Glykation ganz klar sichtbare Auswirkungen, denn hier ist ganz klar der Lebensstil mitentscheidend. Aber wir wissen, dass der Kollagenabbau ab dem 25. Lebensjahr beginnt; ab Mitte 30 und spätestens ab 40 nimmt die Glykation aber sichtbar zu“, so Dr. Ortlechner.

Und jetzt? So weit, so demotivierend – aber da sowohl die Awareness als auch das Wissen im Bereich Glykation in der Gesellschaft zunehmen, klettert

das Thema gerade aus einer Nische für Hautpflege-Enthusiast:innen in den Beauty-Mainstream. Genau deshalb passiert hier in der Beautybranche gerade einiges: „Das Thema Glykation gewinnt in der Kosmetikindustrie zunehmend an Bedeutung, weil immer mehr wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, wie stark dieser Prozess die Hautalterung beeinflusst. Die gezielte Bekämpfung der Glykation ist ein innovativer Ansatz, der über klassische Anti-Aging-Konzepte hinausgeht. Daher ist zu erwarten, dass Anti-Glykation in den nächsten Jahren zu einem wichtigen Trend in der Hautpflege wird“, ist sich Dr. Henrike Neuho , die den Bereich Wissenschaft bei lavera Naturkosmetik leitet, sicher. Analysen des Anti-Glycation-Skin-Care-Products-Markts schätzen den globalen Markt im Jahr 2024 auf etwa 3,2 Milliarden US-Dollar, der bis 2033 auf rund 5,9 Milliarden US-Dollar wachsen soll. (Quelle: Verified Market Reports)

Innere Werte. Aber braucht man wirklich eigene Produkte oder ist das „neue Problem“ einfach gutes Marketing? Tut‘s die „stinknormale“ Anti Aging Pflege nicht vielleicht auch? Jein. „Klassische

Der Lebensstil hat enormen Einfluss auf Glykation.
Dr. Kerstin

Anti-Aging-Produkte konzentrieren sich meist auf die Bekämpfung von Falten oder den Schutz vor oxidativem Stress. Anti-Glykation-Produkte hingegen setzen gezielt an der Ursache der Verzuckerung an, indem sie die Bildung von AGEs hemmen und so die Hautstruktur und -funktion langfristig schützen. Sie kombinieren Antioxidantien, Feuchtigkeitsspender und spezielle Wirksto e, die den Glykationsprozess gezielt verlangsamen“, erklärt Dr. Neuho . Da entstandene Schäden durch Glykation ja bereits vorhanden sind, liegt der Schlüssel aber wie so oft vor allem in der richtigen Prävention. Dr. Ortlechner: „Antioxidantien, Sonnenschutz, ein gesunder und ausgewogener Lifestyle und keine Zigaretten. Wenn man zuckerreich isst, hat man einen Überschuss und produziert viele AGEs.“ Also zusammengefasst: Wundermittel gibt’s auch hier nicht, die Haut als unser größtes Organ muss stets holistisch betrachtet werden. On top freuen wir uns aber auf vielversprechende Inhaltssto e und darauf, dass hier noch viel geforscht wird. Und wenn wir uns vornehmen, einfach jeden Tag irgendetwas Gutes für unsere Haut zu tun, wird auch ho entlich die ein oder andere Zucker-Eskalation nicht ausschlaggebend sein ... oder?

GLYKATION VORBEUGEN: THE BIG 5

SCHLAFQUALITÄT

Chronischer Stress und Schlafmangel lassen den Blutzucker Achterbahn fahren. Entspannung und gute Nächte sind Beauty-Energie von innen.

SONNENSCHUTZ

UV-Licht verstärkt die Wirkung von Zucker auf die Haut – konsequenter Sonnenschutz ist deshalb Pflicht!

ANTIOXIDANTIEN

Beeren, grünes Gemüse und grüner Tee fangen freie Radikale ab und helfen, Glykation in Schach zu halten.

ZUCKER REDUZIEREN

Weniger Süßes und versteckte Zuckerfallen meiden, denn zu viel Glukose setzt Kollagen und Elastin unter Druck. Balance statt Verzicht!

NICHT

RAUCHEN

Rauchen beschleunigt die Bildung von AGEs massiv –wer Zigaretten meidet, schützt Kollagen und bewahrt länger jugendliche Haut.

1 FIXSTARTER Schützt mit Pekannussbaum-Extrakt vor Abbau der Kollagenfasern: Tagescreme „Extra-Firming Jour“ von Clarins, € 102,90 2 INTENSIV Mit Seidenbaum-Extrakt: „Serum A-Glyca“ von Biologique Recherche, 30ml, € 165 3 FÜR SENSIBLE Schützt den empfindlichen Augenbereich vor Glykation mit Q10: „Basis Sensitive Anti-Falten Augencreme Q10“ von Lavera, € 12,19 4 PFLEGEND Mit Anti-Glykations-Technologie und Q10: Dual Action Serum von Nivea, € 20,99 5 POWERSTOFF Enthält unter anderem Heidelbeer-, und Enzianwurzel-Extrakt: A.G.E: Interrupter Ultra Serum von Skin Ceuticals, 30 ml, € 165

Unreinheiten, raue Stellen und Verfärbungen sind nicht nur im Gesicht lästig. Höchste Zeit, auch unserem Körper die nötige Aufmerksamkeit zu schenken!

TEXT: Andrea Pfeifer-Lichtfuss | FOTOS: Hersteller, Pexels/Angela Roma

WIE GESCHMIERT

Bei den roten Pünktchen handelt es sich um kleine entzündete Haarfollikel, die vor allem nach der Rasur auftreten. Erdbeerhaut ist nicht gefährlich, wird aber von vielen als störend empfunden. Was hier in puncto Pflege am besten funktioniert: hochdosierte Säuren sowie mechanische Peelings, welche abgestorbene Hautschüppchen entfernen und so verhindern, dass diese die Poren verstopfen.

URSACHEN

• Genetische Veranlagung

• Häufiges Rasieren oder stumpfe Rasierklingen

• Keratosis pilaris (übermäßige Keratinablagerungen in der Haut)

• Trockene Haut

WIRKSTOFFE

• Urea (mindestens 15 %)

• AHA-Peelings (mindestens 10 % Säure), am besten Glykol- oder Milchsäure

• Physikalische Peelings (Peeling-Schwamm oder -Handschuh)

TIPPS

• Bei Rasur: Klingen regelmäßig tauschen

• Alternativ: Haarentfernung durch Laser oder Wachs

• Nach Peelings auf eine gute Feuchtigkeitspflege achten

• Wenn sonst nichts hilft: Behandlung mit Excimer-Laser in Erwägung ziehen

1/ Body Milk Urea Repair 10 % von Salthouse, P. a. A. 2/ Bodylotion 2in1 Urea 15% von Balea, um € 3,25 3/ Massagebürste von Parsa Beauty, um € 9,99 4/ Lactic Acid 10% + HA von The Ordinary, 30 ml um € 10,60 5/ Exfoliate Booster von Colibri Skincare, um € 29,95

Wie im Gesicht auch entstehen dunkle Verfärbungen am Körper im Regelfall durch Unreinheiten, Verletzungen oder auch infolge des Alterns. Nicht selten handelt es sich dabei um Sonnenschäden – gerade häufige Solariumsbesuche oder Sonnenbäder können sich im Lauf der Jahre durch Verfärbungen bemerkbar machen. Im Sommer, wenn Arme und Beine häufig exponiert sind, können sich die Verfärbungen durch UV-Strahlung verstärken.

URSACHEN

• UV-Strahlung (Sonnenschäden)

• Alter

• Unreinheiten (Pickelmale)

• Verletzungen

WIRKSTOFFE

• Niacinamide

• Vitamin C

• Retinoide (Vitamin A)

• Chemische Peelings

• Hydrochinon (nach ärztlicher Rücksprache)

TIPPS

• Täglicher Sonnenschutz (mindestens SPF 30)

• Übermäßige Sonneneinstrahlung vermeiden

• Bei Verletzungen: Wundheilung optimal fördern

• In hartnäckigen oder sehr störenden Fällen: dermatologischen Rat einholen

1/ Beauty Expert Peeling Cleanser mit AHA & 3 % PHA von Balea, um € 4,45 2/ „The Ritual of Yozakura“ von Rituals, um € 19,90 3/ Body Lotion Retinol von Jean & Len, um ca. € 8,4/ Serum „The Miracle Fluid“ von Mantle, 250 ml um € 58,- 5/ Retinol + Ferulic Acid Body Cream von Medix 5.5, um ca. € 18,-

Pickelchen, Entzündungen und Rötungen zeigen sich typischerweise im Gesicht, können aber auch am Körper auftreten (und zwar nicht nur in Teenagerjahren!). Besonders betroffen sind meist Rücken, Dekolleté und Po; also jene Bereiche, die mehr Talgdrüsen haben als andere. Dabei können hormonelle Veränderungen (etwa Menopause) ebenso eine Rolle spielen wie der Lebensstil – oder einfach die angeborene Talgproduktion.

URSACHEN

• Erhöhte Talgproduktion

• Hormonelle Veränderungen

• Ernährung (besonders Milchprodukte)

• Schweiß und Reibung

• Rückstände von Haarpflegeprodukten (speziell am Rücken)

WIRKSTOFFE

• Salicylsäure

• Benzoylperoxid

• Retinoide (Vitamin A)

• Niacinamid

• Zink

TIPPS

• Bettwäsche und Handtücher regelmäßig wechseln

• Bei Rücken-Akne: Haare kopfüber waschen

• Lockere Kleidung aus Naturmaterialien tragen

• Auf ausgewogene Ernährung achten Im Zweifelsfall dermatologischen Rat einholen

1/ 2% BHA Body Spot Exfoliant von Paula‘s Choice, 210 ml um € 39,- 2/ DermoPure Triple Effect Körpercreme von Eucerin, um € 28,50 3/ Seife mit Heilerde von Klar, um € 5,- 4/ Clarifying Body Spray von Dermalogica, um € 29,- 5/ Serum Reducer Kaolin-Packung von Charlotte Meentzen, um ca. € 15,-

ANTI-AGING FÜR DIE LIPPEN

Sinnlich volle, glatte Lippen – ganz ohne Injektion. Lipaddict ist die luxuriöse AntiAging-Pflege mit Peptiden, Hyaluron & Antioxidantien, die Volumen schenkt, pflegt und auch nach Lippenbehandlungen ideal unterstützt.

Mehr unter: www.soaddicted.at, exklusiv erhhältlich bei Nägele & Strubell

Speziell an Ellbogen, Knien oder Füßen sind raue Hautstellen nicht selten – verursacht werden sie meist durch Trockenheit oder Verhornungsstörungen. Neben intensiver Feuchtigkeitszufuhr können Peelings dabei helfen, die Verhornungen zu lösen und die Haut geschmeidiger zu machen.

URSACHEN

• Übermäßiges Waschen

• Reibung (etwa durch Aufstützen der Ellbogen)

• Trockene Luft

• Selten: Kontakt mit Allergenen

WIRKSTOFFE

• Urea

• Glycerin

• Ceramide

• Panthenol

• Milchsäure (fördert die Zellerneuerung)

TIPPS

• Luftbefeuchter aufstellen

• Lieber mit lauwarmem Wasser waschen

• Nachts eine okklusive Pflege verwenden (etwa Vaseline)

• Schützende Kleidung tragen

1/ Body Elixir Hyaluron Körperlotion von Sans Soucis, um € 9,90 2/ Vaseline Mini, gefunden bei Bipa, um € 2,49 3/ Intensive Repair Cream von Nø Cosmetics, 50 ml um € 9,95 4/ Remederm Körperöl Spray von Louis Widmer, um € 26,50 5/ Pflegeöl von Penaten, um ca. € 5,-

WOHNEN

#doityourself • #handwerken • #gemütlichkeit

LUXURIÖSE RAUMGESTALTUNG

Gasteiger Design

Seit über vier Jahrzehnten prägt Gasteiger Design aus Aurach bei Kitzbühel die Kunst luxuriöser Raumgestaltung. Ob exklusive Wellnessoasen, maßgefertigte Küchen oder edle Lichtkonzepte – das Tiroler Traditionsunternehmen vereint Handwerkskunst, erlesene Materialien und ganzheitliches Design zu Wohnwelten, die Stil und Komfort in perfekter Harmonie verbinden. Auf mehr als 2.000 Quadratmeter Showroom können Besucher:innen die inspirierende Vielfalt und Liebe zum Detail hautnah erleben.

Gasteiger Design | Paß-Thurn-Straße 47 | 6371 Aurach b. K.| Tel.: 05356 / 6919 | besonders@gasteiger.design www.gasteiger.design

Immer mehr Selber macher:innen gestalten ihre Wohnräume mit einzigartigen DIY-Projekten individuell und budgetfreundlich. Lust auf Inspiration? Die Influencerin und „Hauswerkerin“ Lisa M. verrät ihre besten Hacks.

In einem lichtdurchfluteten Raum des von ihr selbst revitalisierten, 200 Jahre alten Stalls, umgeben von Werkzeugen und Materialien, steht Lisa M., die Hauswerkerin und Influencerin. Mit geschickten Händen und einem kreativen Geist verwandelt sie ganze Räume in einzigartige Wohnwelten. Und dabei sehen ihr via Social Media mittlerweile 272-tausend Follower:innen zu. Heute entdeckt sie einen neuen Trend – das Color Drenching – und setzt ihn mit Begeisterung um, indem sie Wände und Decken für einen optisch harmonischen Effekt in einer Wandfarbe ausmalt. Ihre Leidenschaft für DIY-Projekte ist ansteckend – aber noch mehr der Mut, Handwerkerarbeiten als Frau selbst in die Hand zu nehmen.

Meisterin der Heimwerkerkunst. Lisa M. ist nicht nur Hauswerker-Influencerin, sondern auch eine Trendsetterin. Ihre Erfolgsgeschichte begann mit der Vision, ihr Zuhause selbst zu gestalten und dabei unkonventionelle Wege zu gehen. Von runden Ecken bis hin zu selbst kreierten Spachtelmassen –Lisa hat bewiesen, dass Kreativität keine Grenzen kennt. Sie glaubt fest daran, dass jeder DIY-Projekte umsetzen kann, wenn man sich traut, Neues auszuprobieren und aus Fehlern zu lernen. „Ein erfolgreiches DIY-Projekt beginnt mit einer guten Idee, die Optik und Umsetzbarkeit vereint. Ich plane meine Projekte Schritt für Schritt, um mögliche Stolpersteine frühzeitig zu erkennen“, erklärt Lisa. Ihr Fliesentisch-Projekt, das zum Running Gag in ihrer Community wurde, zeigt, dass auch die besten Ideen Herausforderungen mit sich bringen können. Doch Lisa lässt sich nicht entmutigen und

REDAKTION:

FOTOS: Shutterstock, Julian Faist

inspiriert ihre Follower:innen, aus jedem Stück Holz oder Ziegel etwas Einzigartiges zu schaffen. Dabei liebt sie es, mit Fliesen zu arbeiten, und zeigt, dass selbst die starrsten Materlien zu organischen und schönen Möbelstücken werden können. Als gelernte Keramikerin plant sie übrigens, ihre Werke zu verkaufen und damit Wohnräume zu bereichern. Inspirationen dazu holt sie sich von Pinterest, Designer:innen wie Kelly Wearstler und Hilton Carter sowie dem YouTube-Kanal „The Local Project“.

Interieur-Tipp. Obwohl Lisa nicht unbedingt Trends folgt, begeistert sie sich für die Rückkehr von Vintage-Möbeln und Flohmarktschätzen in Wohnräumen. Lisa ermutigt ihre Follower:innen, ihren Wohnraum nach eigenem Gespür zu gestalten und dabei den persönlichen Touch nicht zu vergessen. „Der passende Wohntrend ist der, der einen nicht dazu animiert, irgendwas Neues zu kaufen oder alles abzureißen, was man hat, er lässt sich gut in den Bestand integrieren und fällt im besten Fall nicht einmal als Trend auf“, erklärt die Hauswerkerin. „Er muss sich gut anpassen und in jeder Gegebenheit umsetzbar sein – wie etwa Color Drenching.“

durchdachte Beleuchtung

Auch die richtige Lichtsetzung ist ein unterschätztes Gestaltungsmerkmal. Licht schafft Atmosphäre. Daher sollte bereits bei der Hausplanung das passende Lichtkonzept geplant werden, das folgendermaßen aussehen könnte: Im Schlafzimmer werden statt eines großen Lichts in der Mitte des Raumes zwei Hängelampen links und rechts über dem Nachttisch platziert. Der Kleiderschrank wird mit drei bis vier verbauten LEDSpots in der Decke beleuchtet, die sich extra schalten lassen. In einer anderen Ecke thront ein Sessel zusammen mit einer Stehlampe. Aus einer Hauptquelle, die meist recht unkomfortabel in der Mitte des Raumes herabbaumelt, werden viele einzelne Lichtquellen, die ein interessantes Licht-und-Schatten-Spiel ergeben.

mix &match

Bett, Nachttisch und Kommoden inkl. Kasten und Sessel aus derselben Möbelserie und in derselben Optik können unpersönlich und langweilig wirken. Versuchen Sie, Möbel zu finden, die unterschiedliche Materialien und Formen haben, natürlich so, dass sie sich gegenseitig ergänzen und nicht stören. Ein Stoffbett mit Leinen, flankiert von zwei Nachtkästchen aus etwas dunklerem Holz, gegenüber steht ein Kleiderschrank mit getönten Glastüren und davor ruht ein großer großgemusterter Teppich – dieses Arrangement bringt Abwechslung in die Gestaltung.

DIY Spachtelmasse mitSand

Diese Spachtelmasse verleiht Wänden und unzähligen Oberflächen eine ansprechende Lehm-Optik. Dazu einfach herkömmliche Wandfarbe (Dispersion) im gewünschten Farbton nehmen und Fugensand in der Körnung 0,1 mm besorgen. Ein Glas nehmen und nach und nach Sand in den Farbeimer kippen, nach jedem Glas umrühren, bis eine pastöse, stabile Spachtelmasse entsteht. Diese kann nun mit einer venezianischen Kelle auf der Wand aufspachtelt werden – so bekommt man den ultimativen Lehmputz-Effekt!

Teppiche sind eines der wichtigsten Gestaltungskriterien im Interior-Design und werden oft vernachlässigt. Ein Teppich teilt den Raum in Zonen auf. Hat man etwa eine große Wohn-Ess-Küche, ist es wichtig, dass dort, wo der Esstisch steht, ein Teppich liegt, der den gesamten Tisch inklusive Stühle oder Bänke abdeckt. Ist der Teppich zu klein, ist die Zone nicht richtig definiert und die Möbel wirken zu klobig. Dasselbe gilt für das Wohnzimmer: Sofa mit Couchtisch und Sesseln sollten vollflächig auf dem Teppich stehen.

echte Materialien

Um das Zuhause noch wohnlicher zu gestalten, ist es unabdingbar, echte Materialien zu verwenden. Keine Holzoptik, sondern echtes Holz. Anstelle eines Marmoroptik-Tisches, der meistens nur aus bedruckten MDF-Platten besteht, greift man lieber zu Secondhand-Vintage-Steintischen für wenig Geld. Anstatt eines laminierten Tisches in Holzoptik wird aus einem alten Vintage-Holztisch mit etwas Schleifen und Ölen schnell ein richtiger Hingucker.

SWEET DREAMS

Mit diesen Schlafzimmer-Essentials heben Sie Ihr Wohn- und Schlaferlebnis auf ein neues Level.

REDAKTION: Benjamin Pöschl | FOTOS: Hersteller, Unsplash/Tobi Waiheng

1 ES WERDE LICHT. „Bigger Brother“-Lampe von Queeboo, gefunden bei Föger, um € 249,– 2 NÜTZLICH Nachttisch „Nochero“ von allnatura, um € 389,– 3 KÜHLEND. FERM LIVING Karaffenset, gefunden bei Kastner & Öhler, um € 39,95 4 HERBSTLICH. Bettwäsche-Set „Ängslilja“ von Ikea, um € 19,99 5 MODERN. Sessel „Babette“ von Katrine Bjørn, ab € 599,– 6 FLOWER POWER. Schmetterlingsorchidee, gefunden bei Dehner, um € 24,99 7 ZEITLOS. Wanduhr „Karlsson“ von XXXLutz, um € 39,–

GESUNDHEIT

#kopfsache • #gesunderschlaf • #vorsorge

GEBEN FÜR LEBEN

Leukämiehilfe zählt bereits über 700 Stammzellspender:innen.

Ein Wangenabstrich reicht aus, um sich bei Geben für Leben – Leukämiehilfe Österreich als Stammzellspendende registrieren zu lassen. Aufnehmen lassen kann man sich zwischen 16 und 45 Jahren. Viele Menschen glauben, dass bei einer Stammzellspende das Rückenmark entnommen wird. Das Rückenmark bleibt unangetastet! In rund 90 Prozent der Fälle erfolgt die Spende per Blutstammzellspende. Nur in wenigen Fällen wird etwas Knochenmark aus dem Beckenkamm entnommen, nicht aus der Wirbelsäule. Alles Infos unter: www.gebenfuerleben.at. Dort kann man sich kostenlos ein Registrierungsset nach Hause bestellen. Dem Verein entstehen für jede Registrierung 40 Euro an Laborkosten. Somit können auch Geldspenden Leben retten. IBAN: AT39 2060 7001 0006 4898

Am Ende sterben wir zwar sowieso, aber vorher haben wir mehr vom Leben, wenn wir geistig fit bleiben, sagt die Gedächtnisforscherin Barbara Plagg. Und dafür kann man etwas tun!

KOPFSACHE

REDAKTION: Leonie Werus | FOTOS: Manuela Tessaro, Edition Raetia Verlag, Unsplash/Milad Fakurian, Shutterstock

Wo sind schon wieder die Schlüssel? Was wollten wir gerade noch tun? Und wie hieß gleich noch die neue Kollegin? Kleine Erinnerungslücken gehören zum Alltag – und sorgen bei vielen dennoch für Beunruhigung. Doch was sagt unsere Vergesslichkeit wirklich über die Leistung unseres Gehirns aus? Und was können wir tun, um unser Gedächtnis fit zu halten? Die Südtiroler Wissenschafterin Dr. Barbara Plagg kennt sich mit dem menschlichen Erinnerungsvermögen bestens aus. In ihrem neuen Buch räumt sie mit gängigen Gedächtnismythen auf und zeigt: Wie gut unser Gehirn funktioniert, hängt stark davon ab, wie wir leben – und davon, dass wir früh damit anfangen, es zu pflegen.

Frau Plagg, wann haben Sie zuletzt Ihren Autoschlüssel verlegt?

Barbara Plagg: Warten Sie, ich sag’s Ihnen gleich, ich muss nur zuerst noch schnell mein Handy suchen ... (lacht) Was ich damit sagen will: Ich verlege mehrmals am Tag irgendwas.

Und besteht Grund zur Sorge, wenn das bei uns auch so ist?

Nein, denn das liegt an drei Dingen: Erstens ist unser Gedächtnis keine fixe Festplatte, sondern ein empfindliches Tierchen, das darauf reagiert, wie gut wir geschlafen haben, wie gestresst wir sind, ob wir uns genug bewegt und gesund ernährt haben – und ein müdes, überlastetes Gehirn ist schlicht schusseliger als ein ausgeschlafenes, entspanntes und gut ernährtes. Zweitens ist Aufmerksamkeit der Schlüssel im Erinnerungsprozess und sie tanzt im Alltag oft auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig. Wenn unser Gedächtnis mit den Informationen jongliert, dass noch Hafermilch fehlt, der Projektentwurf morgen fertig sein muss und

wir nebenbei das Kind aus der Kita holen, ist es nicht verwunderlich, dass wir keine Ahnung mehr haben, wo wir den Autoschlüssel hingeworfen haben. Und drittens ist unser Gedächtnis ziemlich effizient und sortiert konsequent aus, was weder wichtig noch emotional aufgeladen ist: Dass die Nachbarin wieder nach Rimini gefahren ist, fällt da eben mal durchs Raster. Problematisch wird es, wenn man Dinge plötzlich nicht mehr kann, die man immer konnte, wenn der Überblick im Alltag verloren geht oder das Vergessen über einen längeren Zeitraum anhält. Dann sollte man diese Symptome fachärztlich abklären lassen.

Wenn unser Gedächtnis kein reines Archiv für Fakten ist, was leistet unser Gedächtnis wirklich?

Kurz gesagt: Alles. Es sorgt dafür, dass wir uns morgens die Jeans über die Beine statt über den Kopf ziehen und aus der Kaffeetasse und nicht aus der Blumenvase trinken. Das Gedächtnis ist kein Fotoalbum, das man ab und zu mal durchblättert, um zu schauen, was früher mal war, sondern unser inneres Navigationssystem für die Gegenwart. Es bewirkt, dass wir wissen, was wir tun und warum wir es tun. Erinnern heißt: klarkommen im Jetzt. Deswegen ist es absolut essenziell, dass wir unser Gedächtnis gut pflegen!

Was läuft da im Hintergrund so alles ab?

Selbst wenn Sie denken, Sie denken nicht, dann denken Sie nur, Sie denken nicht – denn das Gehirn ist permanent am Sortieren, Verknüpfen und Bewerten. Sogar während Sie schlafen und davon träumen, in Unterwäsche auf einem Einhorn durch Innsbruck zu reiten, arbeiten Ihre Hippocampi und schieben relevante Erfahrungen des Tages ins Langzeitgedächtnis. Apropos nicht daran denken: Viele Inhalte sind so gut abgespeichert, dass wir sie nicht mehr bewusst abrufen müssen, etwa das Radfahren oder das Zehnfingerschreiben. Wenn das mal nicht eine großartige Leis-

tung unseres Gedächtnisses ist! Wir sollten uns mindestens genauso oft, wie wir uns über Schusseligkeiten ärgern, darüber freuen, dass das meiste wie geschmiert läuft!

Inwieweit beeinflusst der Lebensstil unsere Gedächtnisleistung?

Wie wir leben, so denken wir auch. Haben wir zu wenig geschlafen, sind wir nach Studienlage rund 40 Prozent „dümmer“, sprich langsamer beim Problemlösen, Erinnern und Mitdenken. Sind wir gestresst, können wir schlechter neue Erinnerungen bilden. Gute Ernährung schlägt hingegen mit einer besseren Gedächtnisleistung zu Buche: In einer Studie waren ältere Menschen, die sich nach der sogenannten MIND-Diät ernährten – vor allem ungesättigte Fettsäuren, wenig Fleisch, viel Gemüse und Obst – im Schnitt 7,5 Jahre „jünger im Kopf“ als Menschen, die sich schlecht ernährten. Bewegung ist sowieso ein absoluter Brainbooster: Sie pumpt Sauerstoff ins Oberstübchen, schüttet Wachstumsfaktoren aus und reduziert Entzündungen. Und was soziale Kontakte angeht, konnte schon oft gezeigt werden, dass Menschen, die ehrenamtliche Arbeit leisten und sich mit Freund:innen treffen, das Gehirn besser in Schuss halten. All das beeinflusst nicht nur unmittelbar unsere Tagesverfassung, sondern senkt auch langfristig das Risiko für Demenzerkrankungen. Das wird immer noch gewaltig unterschätzt, weil viele Menschen glauben, dass die Erkrankungen ausschließlich genetisch bedingt sind.

Sind sie nicht?

Bei den allermeisten Menschen ist die Genetik die Souffleuse im Theaterstück, die einiges einflüstert, aber nicht die ganze Aufführung bestimmt. Die gute Nachricht ist: Ausschließlich genetisch bedingte Demenzerkrankungen sind sehr selten. In den allermeisten Fällen spielen neben einer genetischen Prädisposition vor allem auch Lebensstil, Vorerkrankungen, Umweltfaktoren und

ZUM NACHLESEN

„Smart bis zum Sarg“ von Barbara Plagg

ISBN: 978-88-7283-933-1

Edition Raetia Verlag, um € 24,–

manchmal auch schlicht Zufall eine Rolle. Konkret heißt das: Die Gene geben den Rahmen vor, aber wir haben mit unseren täglichen Lebensstilentscheidungen einen Spielraum. Und das ist doch eigentlich beruhigend.

Verändert auch die digitale Welt mit ihrer ständigen Verfügbarkeit von Informationen unsere Gedächtnisleistung?

Leider ja. Wussten wir früher noch die Telefonnummern unserer besten Freund:innen auswendig, kennen wir heute höchstens den PIN unserer Bankomatkarte. Die ständige Verfügbarkeit von Informationen verändert unser Gedächtnis: Wir speichern weniger was, sondern eher wo wir es finden. Man könnte auch schlicht sagen: Wir werden faul. Und weil das Gehirn nach dem Use-it-or-lose-it-Prinzip funktioniert und verschleißt, wenn es nicht benutzt wird, kann kognitive Faulheit langfristig zum Problem werden. Während sich beim Lernen Nervenzellen verbinden, werden diese Nervenzellverbindungen beim Vergessen wieder abgebaut. Es gilt: Je mehr wir von diesen Verbindungen haben, desto stabiler bleibt unser Gedächtnis. Das nennen wir „kognitive Reserve“ und diese Reserve hilft uns, trotz Alter, Nervenzellschwund und Krankheiten länger geistig fit zu bleiben. Wenn wir aber immer weniger stabile Verbindungen aufbauen, weil wir das Denken an ChatGPT auslagern, dann haben wir wenig kognitive Reserve. Und das ist nicht gut.

Was also hilft unser Gedächtnis fit zu halten?

Es müssen nicht immer Sudoku oder Gedächtnis-Apps sein – der Alltag bietet unzählige Möglichkeiten, die grauen Zellen zu trainieren. Nützlich ist alles, was uns aus der geistigen Komfortzone herausholt. Denn Routine ist zwar effizient

PFLEGE MIT ZUKUNFT

Pflege und Betreuung stellen große gesellschaftliche Aufgaben dar: Bis 2030 werden zusätzlich rund 51.000 Fachkräfte benötigt.

Ein Job in der Pflege bei der Caritas bedeutet: Unterstützung bieten, Halt geben, Lebensqualität sichern. Professionell, würdevoll und menschlich – auch in schwierigen Momenten. Ob im Hospiz, im Pflegewohnhaus oder in der mobilen Betreuung: Es sind oft kleine Gesten, die Großes bewirken.

Stabiles Fundament. Der Arbeitsalltag ist so vielfältig wie das Leben selbst – kein Tag gleicht dem anderen. Im Mittelpunkt: Menschlichkeit. Diese prägt nicht nur die tägliche Arbeit, sondern auch das Miteinander in den Teams. Respektvoll, kollegial und unterstützend. Caritas-Pflege bedeutet mitgestalten, weiterentwickeln und wachsen.

Beruf mit Zukunft. Die Caritas als Arbeitgeberin sorgt für Aus- und Fortbildungen, faire Bezahlung, zusätzliche Urlaubstage und Gesundheitsvorsorge - alles für ein stabiles Fundament. Neue Ideen sind willkommen – denn Nähe, Empathie und echte Fürsorge bleiben unersetzlich. Pflege gemeinsam neu denken – mit Herz, Sinn und Zukunft.

Werde Teil des Caritas Pflege-Teams.

CARITAS SALZBURG

Friedensstraße 7 • 5020 Salzburg

Tel.: +43 (0) 51 760-0 o ce@caritas-salzburg.at www.caritas-salzburg.at

Weil helfen mehr ist als nur ein Job.

und energiesparend, macht uns aber nicht schlauer. Wer jeden Tag denselben Ablauf hat, ruft nur ab, was er bereits eingespeichert hat. Nehmen wir doch mal eine andere Route zur Arbeit, merken wir uns die Einkaufsliste im Kopf und lassen wir uns auf ein Gespräch mit jemandem ein, dessen Namen wir uns bewusst zu merken versuchen. Wichtig ist, die Neugier zu behalten. Wer fragt, denkt. Und wer denkt, lernt. Egal, ob es um den Namen der neuen Nachbarin oder um Käseherstellung geht – Hauptsache, das Hirn hat was zu tun.

Wann sollten wir idealerweise damit anfangen?

Am besten vorgestern, aber heute geht auch noch gut. Und zur Not auch noch nächste Woche. Die gute Nachricht ist: Es ist nie zu spät für Prävention, egal wie alt man ist und wie viele Vorerkrankungen man hat. Unser Gehirn reagiert zeitlebens auf unseren Lebensstil. Was man allerdings sagen muss: Blöderweise kümmern wir uns oft erst um unser Gedächtnis, wenn wir älter werden. Dabei müsste man das Gehirn von Anfang an fordern und fördern. Dazu muss man aber wissen, wie – und deshalb müsste es eigentlich eine bil-

10 TIPPS FÜR EIN SMARTES HIRN

1. Aufmerksamkeit ist der Schlüssel: Was wir nicht bewusst wahrnehmen, kann auch nicht gespeichert werden.

2. Wiederholen – aber mit Abstand: Regelmäßig abrufen ist effektiver als Pauken auf einen Schlag.

3. Eselsbrücken bauen: Wer Merkstützen nutzt und schwierige Inhalte mit einfachen verbindet, macht sie leichter abrufbar.

4. Mit Emotionen verknüpfen: Alles, was emotional eingefärbt ist, flutscht leichter ins Gedächtnis und bleibt länger erhalten.

dungs- und gesundheitspolitische Priorität sein, dass man bereits Kindern ein gesundes Maß an Gesundheitskompetenz für dieses so wichtige Organ vermittelt.

Und was, wenn der innere Schweinehund mal wieder besonders laut wird, sobald es an die Umsetzung geht?

Wir wissen alle längst, dass wir uns bewegen und gesund ernähren sollten. Und tun es trotzdem nicht! Warum uns Verhaltensänderungen so schwer fallen, liegt an vier kleinen „Tierchen“ in uns: dem Gegenwartstierchen, dem Gewohnheitstierchen, dem Gewinnertierchen und dem Spaßvogel. Sie sind der Grund, warum wir auf der Couch liegenbleiben, anstatt die Laufschuhe anzuziehen - aber diese Tierchen lassen sich mit ein paar cleveren Tricks und ein bisschen Geduld überlisten. Und die lohnt sich, denn Studien zeigen: Nach durchschnittlich 66 Tagen kann aus einer neuen Handlung eine feste Gewohnheit werden. Klingt machbar, oder? Wer wissen möchte, wie man die Tierchen im eigenen Oberstübchen genau zähmt, kann das in meinem Buch nachlesen und dann direkt loslegen.

5. Mit Bildern und Geschichten arbeiten: Unser Gehirn liebt visuelle Reize und kann sie sich besser merken.

6. In Bewegung lernen: Körperliche Aktivität fördert die Merkfähigkeit. Lieber ein Spaziermeeting als ein müdes Brainstorming im grauen Büro.

7. Laut aussprechen oder aufschreiben: Aktiv verarbeiten verstärkt den Lerneffekt.

8. Schlaf nicht unterschätzen: Gelerntes wird im Tiefschlaf gefestigt.

9. Witziges bleibt besser hängen: Humor aktiviert emotionale Zentren – und die wirken wie Lernverstärker.

10. Neugierig bleiben: Wer sich für etwas interessiert, lernt leichter!

ALARMSIGNAL SCHNARCHEN

Schnarchen ist weit verbreitet – oft harmlos, manchmal aber ein ernstzunehmendes Warnsignal. Hinter den nächtlichen Geräuschen können gesundheitliche Probleme wie Schlafapnoe stecken.

HNO-Primar Dr. Clemens Huber informiert über Ursachen, Risiken und moderne Diagnosemöglichkeiten im Schlaflabor.

Warum schnarcht man eigentlich?

Schnarchen entsteht, wenn die Atemwege im Schlaf verengt sind und die Luft beim Ein- und Ausatmen das umliegende Gewebe in Schwingung versetzt. Das kann beispielsweise durch eine erschlaffte Muskulatur, Übergewicht oder anatomische Gegebenheiten verursacht werden.

Ist Schnarchen gefährlich?

Wenn es sich um sogenanntes „primäres Schnarchen“ handelt – also ohne Atemaussetzer –, ist es meist harmlos. Kritisch wird es, wenn das Schnarchen mit wiederholten Atemaussetzern einhergeht, die zu Sauerstoffmangel im Gehirn führen. Dann sprechen wir von einer obstruktiven Schlafapnoe, die das Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall und Tagesmüdigkeit deutlich erhöht.

Wie erkennt man, ob man an Schlafapnoe leidet?

Typische Warnzeichen sind unter anderem lautes, unregelmäßiges Schnarchen, Atemaussetzer sowie starke Tagesmüdigkeit. Um eine sichere Diagnose zu stellen, empfiehlt sich eine Untersuchung in unserem Schlaflabor. Mit Hilfe der sogenannten Polysomnographie werden verschiedene Körperfunktionen aufgezeichnet. So wird festgestellt, ob und wie oft es zu Atemaussetzern kommt.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei krankhaftem Schnarchen?

Bei leichter Schlafapnoe helfen oft schon Gewichtsreduktion, Seitenlage beim Schlafen oder eine Zahnschiene. Bei mittelschwerer bis schwerer

OBSTRUKTIVE SCHLAFAPNOE. Um eine sichere Diagnose zu stellen, empfiehlt sich eine Untersuchung im Schlaflabor.

Apnoe ist die CPAP-Therapie der Goldstandard –dabei trägt der:die Patient:in nachts eine Maske, die mit leichtem Überdruck die Atemwege offenhält. In manchen Fällen kann auch eine Operation sinnvoll sein.

Was raten Sie Menschen, die schnarchen?

Schnarchen nicht auf die leichte Schulter zu nehmen – vor allem, wenn man sich tagsüber müde fühlt oder der:die Partner:in Atemaussetzer beobachtet. Dann sollte man das Gespräch mit dem:der Haus- oder Fachärzt:in suchen.

HNO –

SPEZIALAMBULANZ

SCHNARCHEN & SCHLAFMEDIZIN

Kardinal Schwarzenberg Klinikum Kardinal Schwarzenbergplatz 1 5620 Schwarzach im Pongau Tel.: 06415 / 7101-6120 hno@ks-klinikum.at www.ks-klinikum.at

Dr. Clemens
Huber

IMPFEN

IN DER

SCHWANGERSCHAFT

Impfungen in der Schwangerschaft schützen Mutter und Kind.

REDAKTION: Christine Dominkus | FOTOS: Unsplash/Jonathan Borba, Unsplash/Elias Vidal

Impfen ist ein lebenslanges Projekt. Beginnend ab der ersten Lebenswoche erfolgen laut österreichischem Impfplan Impfungen des Neugeborenen gegen Kindererkrankungen wie Rotaviren, Diphterie, Wundstarrkrampf, Keuchhusten (Pertussis) und Kinderlähmung, oft als Kombination – später gegen Masern, Mumps und Röteln, vor der Geschlechtsreife gegen humane Papillomaviren … und so geht es weiter, ein Leben lang.

Die schönste Zeit bringt auch Verantwortung mit sich. Schwanger zu sein ist für die werdende Mutter mit unglaublichen Gefühlen verbunden. Der weibliche Körper verändert sich, bald spürt man das neue Leben in sich regen, diese Phase ist jedoch auch mit neuen Themen verbunden. So können Impfungen in der Schwangerschaft sowohl die Mutter als auch das Kind schützen. Denn bei der Geburt ist das Immunsystem des Neugeborenen noch nicht vollständig ausgereift. Es hat noch nie Kontakt mit fremden Keimen oder Erregern gehabt. In dieser Phase ist der Säugling besonders empfänglich für Erkrankungen. Gegen eine ganze Reihe von Krankheiten kann man das Neugeborene gezielt schützen, wenn die Frau in der Schwangerschaft die im österreichischen Impfplan empfohlenen Impfungen z. B. gegen Pertussis, Covid-19 oder Influenza durchführen lässt. Weiters ist eine Impfung der werdenden Mutter gegen RSV möglich.

Veränderungen in der Schwangerschaft. Die Schwangerschaft führt zu zahlreichen körperlichen, hormonellen und immunologischen Veränderungen. So bedeuten manche Infektionen, wie zum Beispiel Covid-19, in der Schwangerschaft eine erhöhte Gefahr für Mutter und Baby. Denn es besteht ein erhöhtes Risiko, bei einer Covid-19-Erkrankung einen schweren Verlauf zu erleiden und intensivpflichtig zu werden. Zusätzlich besteht ein erhöhtes Risiko einer Frühgeburt. Die Auffrischungsimpfung wird daher im Herbst angeraten. Auch gegen die echte Grippe empfiehlt der österreichische Impfplan zum Schutz des Neugeborenen und der Mutter eine Auffrischung mit einem gut verträglichen Impfstoff. Die empfohlenen Impfungen sind somit in doppelter Hinsicht sinnvoll – für die Mutter und das ungeborene Leben. Auch schon bei bestehendem Kinderwunsch macht es Sinn, den Impfstatus auf Aktualität zu überprüfen.

RSV – in aller Munde, aber was ist das? Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) löst Erkrankungen der Atemwege aus. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion oder indirekte Übertragung über Hände, Gegenstände und Oberflächen. Eine RSV-Infektion kann asymptomatisch verlaufen, eine milde, unkomplizierte Atemwegserkrankung auslösen oder in schweren Fällen zu einer beatmungspflichtigen Erkrankung der unteren Atemwege führen. Ein beson-

ders hohes Risiko, schwer an einer RSV-Infektion zu erkranken, haben vor allem Kinder unter fünf Jahren und hier vor allem Kleinkinder unter 6 Monaten, Erwachsene über 60 Jahre und Personen mit schlechtem Gesundheitszustand. Symptome einer RSV-Infektion umfassen in der Regel: rinnende Nase, reduzierter Appetit, Husten, Niesen, Fieber und ein hohes, pfeifendes Lungengeräusch beim Atmen. Fast alle Kinder machen in ihren ersten zwei Lebensjahren eine RSV-Infektion durch. Die Infektion kann eine schwere Entzündung der Bronchien auslösen.

Maternale Immunisierung. Das bedeutet, dass die werdende Mutter während der Schwangerschaft geimpft wird, damit ihr Körper Abwehrstoffe (Antikörper) gegen Krankheitserreger wie z. B. RSV bildet. Diese Antikörper wandern über die Plazenta direkt zum ungeborenen Kind. Das Baby ist somit nach der Geburt für eine gewisse Zeit mitgeschützt. Alternativ ist die passive Immunisierung des Säuglings gegen RSV mittels einer Spritze nach der Geburt möglich.

DIE KLEINSTEN SCHÜTZEN

Priv.-Dozent DDr. Philipp Fößleitner, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde Wien, Klinische Abteilung für Geburtshilfe und feto-maternale Medizin, über Impfen in der Schwangerschaft:

Was sollten Frauen über das Thema Impfen in der Schwangerschaft wissen?

Philipp Fößleitner: Das Wichtigste: Es sollten nur Totimpfsto e und keine Lebendimpfungen geimpft werden. Aus einem generellen Sicherheitsempfinden wird empfohlen, erst im 2. bis 3. Trimenon zu impfen. Eine Ausnahme besteht, wenn eine Grippewelle vor der Tür steht, dann darf auch im ersten Drittel geimpft werden.

Welche Impfungen sind in der Schwangerschaft sinnvoll?

Gegen Influenza, Covid-19, Pertussis und RSV. Bei RSV gibt es zwei Optionen: die aktive Impfung der Mutter in der Schwangerschaft oder die passive Immunisierung des Neugeborenen. Alle vier empfohlenen Impfungen gelten sowohl für Mutter und Kind als gut verträglich.

In welcher Phase der Schwangerschaft sollten die Impfungen konkret erfolgen?

Pertussis zwischen der 27. und 36. Schwangerschaftswoche (SSW), die RSV-Impfung ist zwischen der 24. und 36. SSW zulässig, empfohlen wird sie aber zwischen der 32. und 36. SSW, weil dann die Antikörper-Spiegel, die auf das Kind übertragen werden, höher sind. Influenza und Covid-19 sollten saisonal geimpft werden.

Haben Sie Nebenwirkungen gesehen?

Prinzipiell sind es die gleichen wie außerhalb der Schwangerschaft, also Rötung, Schmerzen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, leichtes Fieber, nichts davon ist beunruhigend. Der Nutzen aller Impfungen in der Schwangerschaft überwiegt auf alle Fälle die potenziellen Nebenwirkungen. Keine dieser Impfungen hat negative E ekte auf das Kind oder die Schwangerschaft.

Wie klären Sie die werdende Mutter über das Impfen auf?

Ich versuche, die echten gesundheitlichen Vorteile und den Nutzen durch die Impfung hervorzuheben. An Influenza in der Schwangerschaft zu erkranken ist relativ gefährlich, weil es zu erhöhten Raten an mütterlichen Aufnahmen ins Spital bzw. auf die Intensivstation kommt. Dasselbe gilt

Gute Aufklärung über die Vorteile des Impfens in der Schwangerschaft ist wichtig.

Priv.-Doz. DDr. Philipp Fößleitner

für Covid-19 mit zusätzlich einem erhöhten Risiko für Abort und Frühgeburt. Pertussis äußert sich bei der Mutter als ganz normaler Husten, die Kleinsten erkranken jedoch deutlich schwerer, es kann zu schweren Infektionen bis zum Atemversagen kommen. Bei RSV ist die kleinste Einheit in der Lunge stark betro en. Kleinkinder zeigen eine erhöhte Anzahl schwerer Verläufe mit Aufnahmen auf die Intensivstationen. Bis zu 70 % der Säuglinge infizieren sich im 1. Lebensjahr mit RSV und fast 100 % bis zum Ende des 2. Lebensjahres mit hohen Aufnahmeraten ins Krankenhaus. Pertussis und RSV betri t die Allerkleinsten, im Durchschnitt unter 4 Monate alt, und diese Babys möchten wir schützen.

Welche Botschaft liegt Ihnen sonst noch am Herzen?

Impfberatung sollte bereits vor oder spätestens zu Beginn der Schwangerschaft stattfinden. Frauenärzte und Frauenärztinnen klären über mögliche Impfungen in der Schwangerschaft wie RSV auf und bieten diese auch an. Auch Hebammen haben eine wichtige informative Funktion, denn sie sind wichtige Bezugspersonen für die werdende Mutter. Ist die Mutter immunisiert, schützt sie ihr Kind bereits von Geburt an.

Mit freundlicher Unterstützung von Pfizer Corporation Austria GmbH

Die Frisur vom Papa, der RSV-Schutz von der Mama.

Impfen in der Schwangerschaſt.

So können Sie Ihr Baby vor RSV schützen! Das Risiko einer Ansteckung mit RSV (Respiratorisches Synzytial-Virus) ist bei Babys hoch, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt ist. Dies kann zu schweren Atemwegsinfektionen führen. Schwangeren wird daher eine einmalige RSV-Impfung empfohlen, wenn der Geburtstermin zwischen Oktober und März liegt. Die Impfung sollte 4–8 Wochen vor dem Geburtstermin erfolgen (gewöhnlich in der 32.–36. SSW).1 Mehr über den rechtzeitigen Impfschutz auf: www.baby-rsv-schutz.at

GO GO gadget

Wir haben für Sie innovative Technik-Gadgets zusammengestellt, die Sie nicht nur im Alltag unterstützen, sondern sich gleichzeitig positiv auf Gesundheit und Körper auswirken.

REDAKTION: Benjamin Pöschl | FOTOS: Hersteller

1 ALLES IM BLICK. Blaulichtfilterbrille „ABC 064 BL“ von Fielmann, um € 24,90 2 TRACKING Polar Unite Fitnessuhr, gefunden bei Hervis, um € 119,99 3 MULTITASKING. Citysports Walking Pad, entdeckt bei MediaMarkt, um € 189,99 4 GEHÖRSCHUTZ. „Switch 2“ Ohrstöpsel von Loops, um € 54,95 5 FÜR DEN ALLTAG. Schlaf- und Fitness-Tracker-Ring „Air“ von Ultrahuman, um € 382,19 6 SIMPEL. Fitness-Umschnallgurt „HRM 600“ von Garmin, um € 169,99

GENUSS

#proteinkick • #nachgekocht • #herbstküche

KULINARISCHER HOTSPOT

Fort Kniepass: zwischen Geschichte und Genuss

Mit dem geschichtsträchtigen Fort Kniepass ist im Salzburger Saalachtal nicht nur ein abwechslungsreiches Ausflugsziel für Einheimische und Gäste entstanden, sondern mit der neuen Gastronomie im Besucherzentrum auch ein kulinarischer Hotspot. Im „Fort Kulinarik“, wie die neue Gaststätte heißt, servieren Eva Schevers und Thomas Hollaus Spezialitäten aus hochwertigen regionalen Produkten. Ab 9. September 2025 soll Fort Kniepass zukünftig auch ein Zentrum für kulinarische Bildung werden – ein Fermentationszentrum, das in Zusammenarbeit mit Karin Buchart im Besucherzentrum realisiert wird. Zudem wurde die Slow Food Community „Fermentista im Alpenraum“ gegründet, die ab Herbst zu Workshops und Verkostungen einlädt. www.fort-kniepass.at

© Salzburger Burgen & Schlösser

POWERSTOFF Protein

Wie Eiweiß zur Geheimwaffe für ein langes, gesundes Leben wird, ohne dass der Genuss dabei zu kurz kommt.

Wird Eiweiß als Schlüssel zu Gesundheit, Wohlbefinden und erfolgreichem Abnehmen unterschätzt? Die Antwort von Matthias Riedl, Deutschlands bekanntestem Ernährungsmediziner, lautet eindeutig: Ja. In seinem neuen Buch „Gamechanger Protein“ erklärt er leicht verständlich und wissenschaftlich fundiert, warum Protein weit mehr ist als ein Muskelmacher für Fitnessfans. Denn Protein ist kein Trend, sondern ein echter Gesundheitsbooster. Der Experte ist sich sicher: Wer es geschickt und ausgewogen einsetzt, kann nicht nur fitter und schlanker werden, sondern auch gesünder und länger leben.

Ohne Protein läuft nichts. Eiweiß ist deshalb so wichtig, weil es zentrale Aufgaben im Körper übernimmt. Es baut Zellen auf, bildet Hormone und Enzyme, stärkt das Immunsystem und repariert Muskeln. Tatsächlich läuft ohne Protein nichts im menschlichen Körper. Es ist an nahezu allen biologischen Prozessen beteiligt und damit unverzichtbar für die Gesundheit. Dabei lässt sich der tägliche Bedarf nicht pauschal festlegen, sondern hängt vom Alter, Körpergewicht, Lebensstil und Gesundheitszustand ab. Als Faustregel gelten 0,8 bis ein Gramm Eiweiß pro Kilo Körpergewicht. Für Schwangere, Senioren, sportlich-aktive Menschen oder Veganer darf es sogar deutlich mehr sein.

Protein ist nicht gleich Protein. Besonders empfehlenswert sind laut dem Ernährungsmediziner pflanzliche Eiweißquellen, wie Linsen, Nüsse, Vollkornprodukte, Soja oder Quinoa. Sie liefern nicht nur hochwertige Aminosäuren, sondern senken – im Gegensatz zu vielen tierischen Eiweißquel-

REDAKTION: Nicole Madlmayr

REZEPT FOTOS: Gräfe und Unzer Verlag/Stockfood Studios/Tina Engel

BUCHTIPP

Gamechanger Protein

Dr. Matthias Riedl GU Verlag, € 28,50.

len – auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Wer sich ausgewogen und abwechslungsreich pflanzlich ernährt, kann zudem auch alle essenziellen Aminosäuren aufnehmen. Zum Beispiel durch die Kombination von Vollkornreis mit Linsen oder Tofu mit Quinoa.

High-Protein-Produkte hingegen sind laut dem Experten meist überflüssig. Sie enthalten oft Zusatzstoffe, Aromen und isoliertes Eiweiß und sind zudem teuer. Besser und auch günstiger sind natürliche Eiweißquellen.

Gut für die Figur. Dass Protein nicht nur gesund, sondern auch figurfreundlich ist, zeigt der so genannte Protein-Leverage-Effekt: Der Körper hat ein natürliches Bedürfnis nach Eiweiß und fordert oft so lange Essen, bis dieser Bedarf gedeckt ist. Darum sättigen eiweißreiche Mahlzeiten schneller und nachhaltiger und können auf diese Weise auch beim Abnehmen helfen.

Um zu beweisen, dass eine proteinreiche Ernährung nicht kompliziert sein muss, gibt es im Buch auch einen großen Teil mit Rezepten, die allesamt zeigen, wie sich Eiweiß einfach und köstlich in den Alltag integrieren lässt. Drei davon präsentieren wir auf den folgenden Seiten.

QUINOA-GEMÜSE- Bowl

Nährwert pro Portion: ca. 740 kcal | 31 g Eiweiß | 50 g Fett | 39 g Kohlenhydrate

ZUTATEN FÜR 2 PERSONEN:

Für die Bowl:

• 2 Eier (M)

• 100 g bunte Quinoa (z. B. „Tricolore“)

• 200 ml glutenfreie Gemüsebrühe

• Salz, Pfeffer

• 80 g Salatgurke

• 80 g rote Paprika

• 80 g Karotte

• 100 g Feldsalat

• 30 g Gouda (am Stück)

Für den Dip:

• 1 Avocado

• 1 rote Zwiebel

• 1 Knoblauchzehe

• Saft von 1 Limette (oder von einer halben Zitrone)

• 100 g Schafskäse (z. B. Feta)

• Pfeffer

• 2 EL TK-Kräuter

ZUBEREITUNG:

Für die Bowl die Eier in einem Topf in kochendem Wasser in acht bis zehn Minuten hart kochen, herausnehmen und kalt abschrecken. Die Quinoa in einem Sieb abbrausen und in einem Topf in der Brühe zugedeckt bei kleiner Hitze etwa 20 Minuten garen, abgießen und mit Salz und Pfeffer würzen.

Die Gurke putzen, waschen und klein würfeln. Die Paprika waschen, weiße Trennwände und Kerne entfernen, Paprika klein würfeln. Die Karotte putzen, schälen und klein würfeln. Den Feldsalat verlesen, waschen und trocken schleudern, dabei grobe Stiele entfernen. Den Gouda in kleine Würfel schneiden.

Für den Dip die Avocado halbieren, den Kern entfernen, das Fruchtfleisch aus den Schalen lösen und in eine Schüssel geben. Zwiebel und Knoblauch schälen, fein würfeln und mit dem Limettensaft zur Avocado geben. Den Feta hinzufügen und alles mit einer Gabel bis zur gewünschten Konsistenz zerdrücken, mit Pfeffer würzen und die Kräuter unterheben.

Zum Servieren die Eier schälen und halbieren. Die Quinoa und den Feldsalat auf Schalen (Bowls) verteilen und Gemüse und Käse darauf anrichten. Zuletzt mit den Eierhälften garnieren und mit dem Dip toppen.

TIPP: Die Bowl ist das richtige Frühstück für alle, die gerne mit einer herzhaften und reichhaltigen Mahlzeit in den Tag starten. Sie eignet sich aber auch als Mittag- oder Abendessen. Wer will, nimmt Salat und Dip in einer luftdichten Box als Mahlzeit für unterwegs mit.

Mediterranes HÄHNCHEN

MIT GEMÜSE AUS DEM OFEN

ZUTATEN FÜR 2 PERSONEN:

• 3 TL Olivenöl

• 1 TL flüssiger Honig

• 2 EL glutenfreie Sojasauce (Tamari)

• 1 EL Chilisauce

• 1/2 TL Preiselbeeren (aus dem Glas)

• 3 TL Tomatenmark

• Salz

• 300 g Hähnchenbrustfilet

• 1 Knoblauchzehe

• 1 große Zwiebel

• 1 Zweig Thymian

• 1 Zweig Rosmarin

• 2 Tomaten

• 300 g rote und gelbe Paprika

• 100 g Zucchini

• 2 kleine festkochende Kartoffeln

• 1 EL Rapsöl, Pfeffer

• 100 ml glutenfreie Gemüsebrühe

ZUBEREITUNG:

Für die Marinade Olivenöl, Honig, Soja und Chilisauce, Preiselbeeren, Tomatenmark und etwas Salz in einer Schüssel gut verrühren. Das Fleisch in mundgerechte Stücke schneiden, in der Marinade wenden und im Kühlschrank mindestens eine Stunde ziehen lassen.

Den Backofen rechtzeitig auf 200 Grad vorheizen. Den Knoblauch schälen und fein würfeln. Die Zwiebel schälen, halbieren und in Ringe schneiden. Thymian und Rosmarin waschen und trocken tupfen, ein Stück Rosmarinzweig beiseitelegen. Von beiden Zweigen die Blätter bzw. Nadeln abzupfen und fein hacken. Die Tomaten waschen und würfeln, dabei die Stielansätze entfernen. Die Paprika waschen, halbieren, weiße Trennwände und Kerne entfernen und die Paprika in mundgerechte Stücke schneiden. Die Zucchini putzen, waschen und ebenfalls mundgerecht würfeln. Die Kartoffeln schälen, waschen und etwa 1,5 cm groß würfeln.

In einer Pfanne im Rapsöl Knoblauch, Zwiebel und gehackte Kräuter andünsten. Mit dem Gemüse und den Kartoffeln in eine Auflaufform (ca. 20 × 30 cm) geben, alles gut mischen, salzen und pfeffern. Das Fleisch samt Marinade auf der Gemüsemischung verteilen, die Brühe angießen und den beiseitegelegten Rosmarin darauflegen. Gemüse und Fleisch im Ofen (Mitte) cirka 40 Minuten garen.

Zum Servieren Gemüse und Fleisch aus dem Ofen nehmen und auf Tellern anrichten.

Nährwert pro Portion: ca. 480 kcal | 23 g Eiweiß | 19 g Fett | 47 g Kohlenhydrate

ZUTATEN FÜR 2 PERSONEN:

• 120 g zarte glutenfreie Haferflocken

• 1/2 Bio-Zitrone

• 1 Ei (M)

• 150 g Magerquark

• 1 1/4 EL flüssiger Honig

• 1 EL geschrotete Leinsamen

• 1/2 TL Backpulver

• 175 ml Mineralwasser (mit Kohlensäure)

• 2 Msp. gemahlene Vanille

• 2 EL Rapsöl

• 125 g Beeren-Mix (z. B. Heidelbeeren, Himbeeren etc.)

ZUBEREITUNG:

Die Haferflocken im Mixer zu Hafermehl verarbeiten, dazu auf mittlerer Stufe cirka eine Minute zermahlen. Die Zitrone heiß waschen, abtrocknen und mit dem Zestenreißer dünne Schalenstreifen abziehen.

Das Ei in eine große Schüssel aufschlagen und mit einem Schneebesen gut verquirlen, sodass sich ein Schaum bildet. Anschließend Haferflockenmehl, drei Viertel der Zitronenzesten, Quark, 1 EL Honig, Leinsamen, Backpulver, Mineralwasser und Vanille dazugeben und gut untermischen.

In einer großen Pfanne 1 EL Rapsöl erhitzen. Aus der Masse vier Pancakes (à ca. 3 EL Teig) nebeneinander hineinsetzen und so lange backen, bis sie eine feste Konsistenz bekommen haben. Dann wenden und die andere Seite ebenfalls braun ausbacken. Die Pancakes herausnehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Aus dem übrigen Teig im restlichen Öl noch vier weitere Pancakes backen.

Zum Servieren den Beeren-Mix verlesen, waschen und trocken tupfen. Die Pancakes auf Teller verteilen und mit Beeren, übrigen Zitronenzesten und restlichem Honig toppen.

TIPP: Im Winter am besten gemischte TK-Beeren verwenden. Diese in einem Topf bei mittlerer Hitze etwa sechs Minuten unter Rühren erhitzen und auftauen lassen. Alternativ die Beeren in der Mikro welle bei 600 Watt zwei bis drei Minuten erhitzen.

EVA KAMPER- GRACHEGG

Ist gebürtige Grazerin, aufgewachsen in der Steiermark, lebt und arbeitet heute mitten in Wien und ist mehrfach ausgezeichnete Bloggerin. Die Autorin zeigt in ihrem neuen Kochbuch, wie es gelingt – und auch noch Freude macht! Mit einer Reihe guter, schneller Basic-Rezepte und jeder Menge köstlich-kreativer Ideen, diese vielseitig zu variieren.

SÜSSER REISAUFLAUF

FOTOS: Amelie Chapalain, Eva Kamper-Grachegg

ZUBEREITUNG

• Für den Reis die Milch und das Wasser mit dem Salz, dem Mark der Vanilleschote und der ausgekratzten Vanilleschote einmal aufkochen und den Reis hineinrieseln lassen. Auf niedriger Flamme weich kochen, dabei immer wieder umrühren, damit nichts anbrennt. Das dauert etwa 20 Minuten. Zum Schluss die Vanilleschote wieder entfernen. Abkühlen lassen.

• Butter bei Zimmertemperatur warm werden lassen.

• Inzwischen die Eier trennen und das Eiklar mit der Hälfte des Zuckers steif schlagen.

• Den Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine Auflau orm mit Butter ausstreichen und mit Bröseln bestreuen.

• In einer Schüssel die zimmerwarme Butter mit dem restlichen Zucker schaumig schlagen, die Dotter nach und nach einrühren. Den Milchreis damit vermengen. Dann den Eischnee und die getrockneten Kirschen unterheben. Alles in die Ofenform gießen.

• Im vorgeheizten Ofen etwa 25 bis 30 Minuten goldbraun backen. Noch warm servieren.

Gesamtdauer 60 Min. | Zubereitungszeit 30  Min. einfach | 4 Portionen

Reis in süßer Variation ist eine Kindheits-erinnerung von Food-Bloggerin Eva Kamper-Grachegg. „Dazu gab es Himbeer sirup, in dem wir den Reisauflauf ertränkten. Heute schmeckt mir auch die Variante mit Kirschkompott, aber der Auflauf ist und bleibt eine wunderbare Idee.“

ZUTATEN

• 300 g Rundkornreis

• 1/2 l Milch

• 1/2 l Wasser

• 1/2 TL Salz

• 1 Vanilleschote

• 50 g Butter

• 4 Bio-Eier

• 50 g Feinkristallzucker

• getrocknete Kirschen

Nach Geschmack:

• Butter und Brösel für die Form

Dazu:

• Kirschkompott oder Sirup

„MEI LIABSTE SPEIS!“ Einfach frisch kochen. Jeden Tag. 184 Seiten, 142 farb. Abb., 21 x 26 cm, gebunden, Tyrolia-Verlag, 2025, ISBN 978-3-7022-4305-0, € 29,–www.meiliabstespeis.at

Aus 900 g Himbeeren.

Voller Frucht. Voller Geschmack.

Mit einer spannenden Ausstellung, der längsten und höchsten Röhrenrutsche der Alpen sowie einer Freiluftarena für Veranstaltungen bietet Fort Kniepass unvergessliche Erlebnisse für Groß und Klein.

REDAKTION: Elisabeth Trauner

FOTOS: Land Salzburg/Neumayr/Hofer

Am 27. Juni 2025 beginnt mit der Erö nung von Fort Kniepass ein neues Kaptiel in der bewegten Geschichte des historischen Grenzpostens im Salzburger Saalachtal. Elisabeth Schratl, Verwalterin von Fort Kniepass, betont: „Es ist mir eine große Freude, diese neue Liegenschaft der Salzburger Burgen und Schlösser zu erö nen und das geschichtsträchtige Fort Kniepass in Zukunft zu einem Ort der Begegnung und des Erlebens zu machen. Mit unserem ganzjährigen Angebot aus Kultur, Action und Kulinarik scha en wir nicht nur ein vielseitiges Besuchserlebnis, sondern wollen den Standort auch aktiv weiterentwickeln. In diesem Zusammenhang freuen wir uns auf vielfältige Veranstaltungen – von Theateraufführungen und Konzerten bis hin zu Familienfesten und Workshops.“

LHSTV. Stefan Schnöll, Birgit Meixner (Presse Salzburger Burgen & Schlösser)

& ENTDECKEN

Einzigartiger Ort. Auch Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll unterstreicht in seiner Funktion als Landesrat für Tourismus: „Im Saalachtal ist mit Fort Kniepass ein einzigartiger Ort entstanden, der Geschichte, Abenteuer, Begegnung und Nervenkitzel auf eindrucksvolle Weise miteinander verbindet. Er steht exemplarisch für die touristische Innovation, mit der in Salzburg regionale Identität und kulturelle Vielfalt miteinander verknüpft werden. Die Region hat damit nicht nur ein neues und attraktives Ausflugsziel gewonnen, sondern auch einen lebendigen Tre punkt.“ www.fort-kniepass.at

v. l.: Thomas Reisenhofer (Betreiber Rutsche), Elisabeth Schratl (Fort Kniepass), ehem. LH Wilfried Haslauer, Maximilian Brunner (GF Salzburger Burgen & Schlösser), Thomas Hollaus und Eva Sievers (Gastronomie Fort Kulinarik)

Noch zu früh für Kürbissuppe und Kuscheldecke? Von wegen! Die Temperaturen werden wieder kühler, die Tage kürzer – und wir bringen uns schon mal in Stimmung für den kommenden Herbst.

REDAKTION: Benjamin Pöschl | FOTOS: Hersteller

1 NATUR PUR. Bio Hokkaido-Kürbisse, gefunden bei Spar um € 2,19 pro Kilo 2 KUSCHELIG Decke aus Baumwollmischung von H&M, um € 29,99 3 TASTY. „Pumpkin Pie Spice“ von Just Spices, gefunden bei Spar, um € 5,99 4 KLEINER FREUND. Kuscheltier-Kissen „Skogsduva“ von Ikea, um € 14,99 5 KLASSIKER. Iced Pumpkin Spice Latte, entdeckt bei Starbucks in Innsbruck, um € 6,10 6 PIKANT. Bio Hokkaido-Kürbis-Aufstrich von Alnatura, gefunden bei MPreis um € 1,99 7 COLLABORATION. Almdudler „Oktoberfest Edition“ in Zusammenarbeit mit Star-Designerin Marina Hoermanseder, € 1,49 8 SCENT. Scented Candle „The Ritual of Mehr“ von Rituals, um € 22,99

LEBEN

#austausch • #familienglück • #justmarried

MENSCH SEIN UND BLEIBEN

Welt-Alzheimertag am 21. September

Der Welt-Alzheimertag wurde 1994 von Alzheimer’s Disease International gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ins Leben gerufen. Seitdem finden am 21. September in aller Welt vielfältige Aktivitäten statt, um die Öffentlichkeit auf die Situation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen aufmerksam zu machen. Der Welt-Alzheimertag 2025 steht unter dem Motto „Demenz – Mensch sein und bleiben“, um deutlich zu machen, dass Menschen mit Demenz nicht durch ihre Krankheit definiert werden, sondern weiterhin Teil der Gesellschaft sind – mit all ihren Stärken.

kenntDemenz Alterkein

Als bei ihrem Mann im Alter von nur 56 Jahren Alzheimer diagnostiziert wurde, änderte sich für Susanne SchmidtNeubauer alles. Statt sich zurückzuziehen, entschloss sie sich, aktiv zu werden – für sich, für andere Angehörige, für Menschen, die viel zu früh (vor dem 65. Lebensjahr) mit einer demenziellen Erkrankung konfrontiert sind. Gemeinsam mit der Caritas Salzburg gründete sie 2022 die Selbsthilfegruppe „Der Garten“ – einen sicheren Raum zum Austausch, Zuhören, Fragenstellen und Krafttanken.

Was sind die ersten Fragen und Ängste, die Angehörige von jung betroffenen Menschen mit der Diagnose Demenz haben?

Susanne Schmidt-Neubauer: Wer hilft uns? Es ist für alle Beteiligten ein Schockzustand nach einer Demenzdiagnose. Demenz ist eine unheilbare Gehirnerkrankung, die bei jung Betroffenen stark lebensverkürzend ist. Es geht um Vorsorgevollmacht oder Erwachsenenvertretung, Pflegestufen und, wenn es zu Hause nicht mehr geht, darum, den Umzug in die „zweite Wohnung“ (Pflegeheim) zu organisieren. Existenzängste treten auf, wenn das Einkommen des/der Betroffenen ins Pflegeheim überwiesen wird.

Welche Herausforderungen gibt es besonders bei Kindern oder Partner:innen von jüngeren Demenzpatient:innen?

Es ist noch wenig bekannt, dass Demenz in jedem Alter auftreten kann. Mitten im Leben wird die Diagnose zu einer Zäsur. Es gibt keine weiteren

Erkrankungen, die Menschen sind oft sehr sportlich und möchten sich bewegen. Sie wollen mit dem Auto fahren und ihren Alltag selbstständig meistern. Das wird jedoch durch die Erkrankung zunehmend schwieriger. Demenz verändert alles

im Leben der Beteiligten. Heute sind meist beide Ehepartner:innen berufstätig. Durch die Erkrankung kann der:die Betroffene nur noch bedingt und dann gar nicht mehr arbeiten. Das ist ein großer finanzieller Verlust, der Existenzängste auslöst. Wenn minderjährige Kinder und ein Mensch mit Demenz zu betreuen sind, wird es kompliziert. Gibt es Unterstützung oder muss ich alles alleine stemmen? Demenz ist nicht gleich Demenz. Sie ist so unterschiedlich, wie es Menschen gibt.

Viele erleben, dass Menschen mit Demenz nicht mehr als vollwertige Erwachsene wahrgenommen werden. Wie gelingt es, Betroffene in ihrer Würde und Persönlichkeit sichtbar zu machen?

Ganz einfach, indem wir sie so akzeptieren, wie sie jetzt sind, im Hier und Jetzt. Wenn wir sie nicht mehr als Erwachsene auf Augenhöhe behandeln, werden sie etwas dagegen tun wollen. Es ist wichtig, ihre Bedürfnisse genauso ernst zu nehmen wie die unseren. Wir sollten ihnen zuhören, was sie sagen. Auch wenn das durch die Demenz manchmal etwas anders ist, als wir es gewohnt sind. Hören wir genau hin. Betroffene sagen uns genau, was sie wollen. Was ihnen Spaß macht. Es liegt an uns, das auch hören und sehen zu wollen. Angehörige dürfen lernen, Verantwortung abzugeben und für ihr eigenes, jetzt so anderes Leben, Verantwortung zu übernehmen. Die Würde und Persönlichkeit erhalten wir mit unserer Achtung vor der Einzigartigkeit des Menschen. Auch wenn sich die Persönlichkeit im Laufe der Demenz ändern sollte.

REDAKTION: Elisabeth

FOTOS:

Susanne Schmidt-Neubauer kämpft für Sichtbarkeit, Hilfe und Vernetzung junger von Demenz betroffener Menschen sowie deren Angehörigen –und bringt mit dem Caritas-Projekt „Der Garten“ eine österreichweite Bewegung ins Rollen.

jemand, der auf Augenhöhe mit den Angehörigen kommuniziert, selbst betroffen ist und die eigene Geschichte einbringt. 2018 bekam mein Mann mit 56 Jahren die Diagnose früh beginnender Alzheimer-Demenz. Der Name „Der Garten“ ist seine Idee. Ein Stück Paradies, ein sicherer Ort, online. Hier treffen sich Mitglieder und sprechen über ihre Gefühle, Sorgen und den Umgang mit der Erkrankung und haben das Gefühl, nicht alleine zu sein. „Der Garten“ hilft mit, eine Versorgungslücke zu schließen und wird vom Bund finanziert.

Das Caritas-Projekt „Der Garten“ ist österreichweit einzigartig. Was macht dieses Angebot so besonders und warum ist es gerade für jüngere Betroffene und ihre Familien so wichtig?

„Der Garten“ ist eine online Kontakt- und Kompetenzstelle der Servicestelle Demenz, der Caritas Salzburg. Derzeit ist es das einzige online Peer-Beratungsangebot österreichweit für Angehörige von jung betroffenen Menschen mit Demenz vor dem 65. Lebensalter. Wir bieten kostenlose Onlineberatungen an. Darüber hinaus gibt es eine Peergroup. Die Gruppe wird von einem Peer, das bin in diesem Falle ich, geleitet. Ein Peer ist

Wenn Sie sich wünschen dürften, wie die Gesellschaft in zehn Jahren mit Demenz umgeht, wie wäre das?

Ich wünsche mir einen Prozess zu sich selbst. Erst wenn ich mich mit meinen Wunden, Verletzungen und Krankheiten auseinandergesetzt habe, kann ich Mitgefühl für mich selbst entwickeln. Mit dieser positiven Haltung mir gegenüber, kann ich Mitgefühl für andere entwickeln und ihre Einzigartigkeit sehen lernen. Im Hier und Jetzt. Ich wünsche mir Menschen, die miteinander wertschätzend und achtsam umgehen. Dieser Prozess, liebevoll miteinander umzugehen, wird auch den Umgang mit Demenz um vieles leichter machen. Diese Haltung geht über die Erkrankung hinaus, das wünsche ich mir.

Alle Infos zum Caritas-Projekt „Der Garten“ unter www.caritas-salzburg.at/der-garten

Trauner
Caritas Salzburg, Shutterstock

Tief berührt blättert Michaela Wilhelmstötter im Fotoalbum. Beim Anblick der Bilder kommen viele Erinnerungen hoch. Die Niederalmerin erzählt von dieser besonderen Geschichte, die ihr ganzes Leben veränderte. Damals vor 22 Jahren reiste sie mit ihrem Mann Christian Wilhelmstötter nach Guatemala, um Linda abzuholen. Nach langen zehn Jahren, in denen ihr Herzenswunsch nicht in Erfüllung ging, entschieden sich die beiden, ein Kind zu adoptieren. „Wir dachten uns, es gibt so viele Kinder, die ein Zuhause suchen.“ Dass Linda bereits zwei Jahre alt war, spielte keine Rolle.

Doch bevor Michaela ihre Tochter in die Arme schließen konnte, sollte es noch etwa ein Jahr und etliche Amtswege dauern. Schließlich kam die erlösende Nachricht und das Ehepaar begab sich auf die Reise zur Elternschaft, begleitet von Gefühlen des Glücks, aber auch der Ungewissheit. „Wir wussten ja nicht, ob ein zweijähriges Kind mit fremden Leuten mitgeht. Ich kann mich noch gut erinnern, wie nervös wir waren, doch Linda ist gleich bei uns geblieben, als hätte sie uns schon immer gekannt. Da sind die Tränen geflossen.“ Als alle Papiere fertig waren, machte sich die frisch gebackene Familie auf die Heimreise. „Linda war das unkomplizierteste Kind, das man sich vorstellen kann. Sie machte es mir sehr leicht, das erste Mal Mutter zu sein. Außerdem dachten alle, sie sei meine leibliche Tochter, weil sie mir so ähnlich schaute“, schwärmt Michaela und hat sogleich das passende Bild zur Hand.

Meine Familie. Irgendwann sei der Wunsch aufgetaucht, ein zweites Kind zu adoptieren, doch es kam anders. „Linda war damals fünf und bevor

Eine Herzensangelegenheit mit dreifacher Überraschung: Linda, Emma und Leo, jedes Kind ist für die Wilhelmstötters auf seine Weise ein Wunder.

REDAKTION : Conny Pipal FOTOS : Privat, Shutterstock

sie in die Schule kam, wollten wir noch nach Neuseeland reisen. Dort war mir immer übel und –langer Rede kurzer Sinn – ich war schwanger und Emma kam auf die Welt.“ Sie erinnert sich, dass Linda damals die Frage stellte, ob auch sie in ihrem Bauch war. Die Antwort, dass sie bei einer anderen Mama im Bauch war, genügte ihr. Heute sitzt die 24-Jährige neben Michaela, lauscht ihren Worten und antwortet spontan. „Für mich ist das hier meine Familie.“ Den Wunsch, ihre leiblichen Eltern kennenzulernen, habe sie nicht. „Sollte sich das einmal ändern, werden wir Linda mit allen Möglichkeiten unterstützen, dass sich dieser Wunsch erfüllt“, so Michaela.

Soziale Ader. Dass ihr Kinderwunsch nach der Adoption mit Sohn Leo ein drittes Mal in Erfüllung ging, sagt Michaela, sei für sie ein Wunder. „Nachdem wir so lange versuchten, ein Kind zu bekommen, war die Geburt von Emma unbeschreiblich. Dass dies geschieht, hätten wir uns nicht träumen lassen.“ Die Liebe sei für alle drei gleich. „Wir denken gar nicht daran, dass wir Linda adoptiert haben und für Emma und Leo ist Linda ihre Schwester.“ Eifersucht sei bei Linda nie ein Thema gewesen. „Ganz im Gegenteil. Sie war stets bedacht, ihre Geschwister zu beschützen und hat auf sie aufgepasst“, erinnert sich die dreifache Mama. Überhaupt sei ihr aufgefallen, dass Linda schon von klein auf eine soziale Ader hatte. „Sie wollte immer helfen und jobbte in den Ferien im Seniorenheim“, weiß Michaela und Linda schwärmt: „Mich interessiert alles, was mit Medizin, mit Gesundheit zu tun hat.“

Wahre Bestimmung. Neben ihrer Arbeit als biomedizinische Analytikerin im Salzburger Krankenhaus ist sie ehrenamtliche Rettungssanitäterin, im First-Responder-Team beim Roten Kreuz und

Die Liebe ist für alle drei Kinder gleich.
Michaela

hat inzwischen eine Führungsposition inne. Da kann sie nicht nur ihre Begeisterung fürs Helfen leben, sie hat dort auch ihren Freund kennengelernt. „Ich wollte nie eine Beziehung mit einem Kollegen und jetzt fahren wir gemeinsam zu den Einsätzen“, lacht die junge Frau. Ernst wird sie, wenn sie davon spricht, wie ein derartiger Einsatz beim Roten Kreuz abläuft. „Ich mache seit März 2025 die Ausbildung zur Notfallsanitäterin, das ist die nächste Stufe mit noch mehr Wissen und der Kompetenz, gewisse Medikamente im Notfall zu verabreichen.“ Man merkt an jedem ihrer Worte, wie verantwortungsvoll sie an die Sache herangeht und wie groß ihr Fachwissen ist. Egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit ein Notruf eintrifft, ist sie sofort zur Stelle, um zu helfen. So hat Linda nicht nur ihre perfekte Familie, sondern auch ihre wahre Bestimmung in Salzburg gefunden.

Wilhelmstötter

Astrologin Daniela Hruschka blickt monatlich für uns in die Sterne.

STEINBOCK

Im Beruf läuft derzeit alles nach Plan, doch in den kommenden Wochen rückt die Liebe in den Vordergrund. Besonders die Tage von 15. bis 20. September bieten beste Chancen für unvergessliche Momente zu zweit. Planen Sie diese Zeit bewusst für Nähe und Gemeinsamkeit – sie wird Ihnen neue Energie und Inspiration schenken! Dabei finden Sie die perfekte Balance zwischen Erfolg und Erfüllung.

WASSERMANN

Für Sie heißt es in diesem Monat: alles neu und alles anders. Venus und Mars bringen Schwung in Ihr Liebesleben und schenken Ihnen besondere Anziehungskraft. Lassen Sie Ihr Herz sprechen und genießen Sie diese lebendige Energie! Der WaageVollmond am 21. September ist der ideale Moment, um klare Entscheidungen zu treffen. Vertrauen Sie darauf, dass mutige Schritte belohnt werden!

FISCHE

Vor Ihnen liegt ein arbeitsreicher Monat, in dem Aufräumen und Anpacken im Vordergrund stehen. Treffen Sie jetzt wichtige Entscheidungen, denn die Weichen für Ihre Zukunft werden gestellt! Saturn kehrt noch einmal in Ihr Zeichen zurück und fordert Disziplin, Ausdauer und Klarheit. Nutzen Sie diese Phase, um solide Grundlagen zu schaffen, auf denen Sie langfristig aufbauen können!

STIER

Ihre Sterne stehen in diesem Monat vor allem beruflich auf Erfolg. Sie können wichtige Projekte vorantreiben und sich klar positionieren. Gegen Monatsende öffnen sich neue Türen. Bleiben Sie offen für das, was kommt! Nutzen Sie die Gelegenheit, die sich bietet, und setzen Sie klare Prioritäten, um entscheidende Weichen für Ihre Zukunft zu stellen und nachhaltige Erfolge zu erzielen!

WIDDER

Der September bringt Ihnen frischen Wind fürs Herz. Besonders von 15. bis 18. September stehen Liebe und Begegnungen unter einem besonders glücklichen Stern. Neue Bekanntschaften oder eine neue Liebe sind möglich. Beruflich wirken klare Worte und gute Ideen unterstützend. Zum Neumond am 21. dürfen Sie mutig konkrete Wünsche formulieren und die ersten Schritte gleich in die Tat umsetzen.

ZWILLING

Dieser Monat hält Höhen und einige Herausforderungen bereit. Bleiben Sie flexibel und nutzen Sie Ihre kommunikative Stärke, um auch schwierige Situationen zu meistern! Besonders der Neumond am 21. ist ein Schlüsseltermin und lädt dazu ein, neue Ziele zu formulieren und kraftvolle Schritte in Richtung Zukunft zu gehen. Achten Sie darauf, wichtige Entscheidungen nicht zu überstürzen!

OSKOP

KREBS

Ein Monat der Wandlung liegt vor Ihnen, in dem Jupiter immer deutlicher spürbar wird und Ihnen hilft, neue Chancen klar zu erkennen. In der Monatsmitte schenkt Ihnen Venus besondere Momente der Nähe und Herzenswärme. Nutzen Sie diese Phase, um Beziehungen zu vertiefen und Ihre Pläne mit frischem Schwung voranzubringen! Denn jetzt können Sie den Grundstein für kommende Erfolge legen.

LÖWE

Für Sie wird dieser Monat besonders prickelnd. Venus kürt Sie zum Glückskind der Liebe und schenkt Ihnen strahlende Anziehungskraft. Gleichzeitig sorgt Mars drei Wochen lang für spürbare Power und Durchsetzungsstärke. Nutzen Sie diese Energie, um Herzenswünsche zu verfolgen und mutig neue Kapitel aufzuschlagen! Achten Sie dabei darauf, sich auch Zeit für Genuss und Erholung zu nehmen!

JUNGFRAU

Sie dürfen sich in diesem Monat über ein besonderes Geburtstagsgeschenk freuen, denn gleich mehrere Planeten stehen an Ihrer Seite. Merkur unterstützt Sie dabei, klar und offen auszusprechen, was Ihnen am Herzen liegt. Jupiter und Venus ermutigen Sie, Ihrem Gefühl zu vertrauen und wichtige Entscheidungen mit Zuversicht zu treffen. Nutzen Sie diese Zeit, um Ihr neues Lebensjahr zu gestalten!

WAAGE

Ein goldener September voller Aufbruchstimmung erwartet Sie. Ihre Liebessterne strahlen besonders hell und stellen Sie ins Rampenlicht. In der zweiten Monatshälfte stärkt Merkur Ihre beruflichen Vorhaben mit Klarheit und überzeugender Kommunikation. Nutzen Sie den Neumond am 21. September, um ein neues Projekt zu starten! Jetzt können Sie Weichen stellen, die weit in die Zukunft wirken.

SKORPION

Ein energiereicher Monat wartet auf Sie, der besonders ideal für beruflichen Erfolg ist. Verfolgen Sie Ihre Ziele mit Entschlossenheit! Ab dem 22. September verleiht Mars in Ihrem Zeichen zusätzliche Ausdauer, um auch große Projekte souverän zum Abschluss zu bringen. Jetzt können Sie Erfolge erzielen, die langfristig Wirkung zeigen und Ihnen neue Möglichkeiten für die Zukunft eröffnen.

SCHÜTZE

Achten Sie darauf, in Ihrer Mitte zu bleiben und für innere Balance zu sorgen! Im Beruf ist jetzt Genauigkeit gefragt, was Ihre volle Aufmerksamkeit erfordert. Umso wichtiger sind regelmäßige Auszeiten, in denen Sie Kraft schöpfen können. Gestalten Sie Ihre Freizeit bewusst schön, um neue Energie und Inspiration zu tanken! So finden Sie die perfekte Mischung aus Leistung und Lebensfreude.

VOM ERSTEN

LÄCHELN BIS ZUR

GROSSEN LIEBE

Er sprach sie mit einem frechen „Du solltest mal lächeln“ an, nicht unbedingt der beste erste Eindruck. Und doch unterhielten sie sich den ganzen Abend. Noch am selben Tag gab er ihr den Spitznamen „Dolly Chops“ – bis heute weiß niemand so genau, warum.

Zunächst verband die beiden nur eine Freundschaft, sie hielten über den Sommer hinweg Kontakt. Jeder hatte bereits Reisepläne, aber das Schicksal führte sie ein Jahr später wieder zusammen. Diesmal in St. Anton in Österreich. Matthew wusste, dass Lauren dort ihren Geburtstag feierte, und überraschte sie am letzten Abend mit einem Lippenstift namens „Doll Face“ – eine charmante Anspielung auf ihren Spitznamen. Ein kleiner, liebevoller Moment, der Eindruck hinterließ. Einen Monat später trafen sie sich in Bristol zum ersten offiziellen Date und der erste Schritt in eine gemeinsame Zukunft war getan.

REDAKTION: Renate Sallaberger FOTOS: Anna Kafka Fotografie

Ein neues Zuhause. Seit über elf Jahren gehen Lauren und Matthew nun gemeinsam durchs Leben. 2017 kauften sie ihr erstes gemeinsames Haus in England, das sie in Eigenregie renovierten. Als sich für Lauren eine berufliche Chance in Österreich ergab, wagten sie den Schritt ins Ausland. Der Abschied aus England fiel schwer, doch die Lust auf ein Abenteuer war größer. Heute wissen sie: Es war die beste Entscheidung, beruflich wie privat.

Traumhochzeit in Salzburg. Im September 2023 gaben sich Lauren und Matthew in Salzburg das Jawort. Nach englischer Tradition verbrachten sie die Nacht zuvor getrennt: Lauren übernachtete im Hotel Sacher in Salzburg, genoss Pizza und

Von England nach Österreich –es war im Sommer 2012, als sich Lauren und Matthew auf einer Gartenparty im Aynhoe Park, Oxfordshire, zum ersten Mal begegneten.

Neues Glück zu dritt. Heute leben die beiden gemeinsam in Salzburg, und als wäre das Glück nicht schon vollkommen, erblickte vor Kurzem ihre Tochter Margot Athena das Licht der Welt. „Sie ist unser kleiner Schatz und das beste Baby, das wir uns hätten wünschen können“, sagen die beiden stolzen Eltern freudestrahlend.

Champagner mit einer Freundin. Matthew blieb in der gemeinsamen Wohnung und fuhr am Morgen stilvoll in einem goldenen Mercedes SL500 – einer Leihgabe von Freunden – zur Zeremonie im Schloss Mirabell.

Lauren wählte für den Einzug Händels „Einzug der Königin von Saba“ zum Altar, ein Stück, das sie seit ihrer Schulzeit begleitet. Nach der Trauung ging es weiter zum Schloss Fuschl, wo Geschenke, liebevolle Glückwunschkarten und kühle Getränke warteten. Spontan tauschten sie ihre festliche Kleidung gegen Badeanzug und Shorts, sprangen in den See und feierten das Leben. Tanzend, lachend, mit einem Glas kalten Champagner in der Hand. „In diesem Moment war das Leben einfach perfekt“, erinnert sich Lauren.

justMARRIED

Unser SALZBURG freut sich mit den vielen Hochzeitspaaren, die den Bund fürs Leben eingegangen sind und ihre schönsten Hochzeitsbilder mit uns teilen. Auf diesem Wege gratulieren wir allen Brautleuten ganz herzlich und wünschen alles Gute für die gemeinsame Zukunft!

HERZENSMOMENT.

NOCH MEHR HOCHZEITSPAARE ...

... gibt es in der nächsten Ausgabe von Unser SALZBURG und auf www.unsersalzburg.at. Lassen Sie uns am schönsten Tag Ihres Lebens teilhaben und schicken Sie uns Ihren Lieblingsschnappschuss! Zusendungen unter dem Kennwort „Hochzeit“ an renate.sallaberger@gmx.at (digitale Daten/ Mindestgröße 1 MB).

Vanessa und Armin Cahtarevic 14. Juni 2025 in Mattsee © Taro Ebihara
EINFACH GLÜCKLICH. Tina und Dominik Fakner 19. Juli 2025 auf der Gehwolfalm in Großarl © Photo Melanie

BUSINESS

#generationenwechsel • #karriereundkind • #businesstalk

AUSZEIT STATT BURNOUT

Micro-Retirement: Was hinter dem Karrieretrend steckt

Micro Retirement bezeichnet eine bewusst gewählte, meist mehrere Monate dauernde Pause zwischen zwei beruflichen Etappen. Während viele Berufstätige nach einer Kündigung oder einem Jobwechsel nur eine kurze Unterbrechung einlegen – oft begrenzt auf den Resturlaub –, gönnen sich Micro-Retirees deutlich mehr Zeit zur Erholung oder Neuorientierung. Diese Phase wird häufig für Reisen, neue Hobbys oder persönliche Weiterentwicklung genutzt. Im Gegensatz zum Sabbatical, das im Rahmen eines bestehenden Arbeitsverhältnisses stattfindet und oft ein Rückkehrrecht beinhaltet, ist Micro Retirement eine eigenverantwortliche Auszeit – ohne die Sicherheit, zum alten Arbeitgeber zurückzukehren.

REDAKTION: Elisabeth Trauner

FOTO: Matthias Heschl

Der gebürtige Salzburger ist ab Sommer 2026 neuer Geschäftsführer vom Rockhouse Salzburg und wird somit den langjährigen Chef Wolfgang Descho ablösen. Wir haben Jonathan Zott zum Gespräch getroffen und über seine neue Position gesprochen.

Bereits als Jugendlicher hat Jonathan Zott viel Zeit im Rockhouse verbracht. Auch später hat er den Kontakt zum Rockhouse nie ganz verloren. Während seines Musik- und Medienstudiums in München war er im organisatorischen Bereich für den Club Backstage tätig. Nach seinem Umzug nach Wien 2012 arbeitet er dann für die „Arcadia Agency“ als Booker. Ab 2021 war er Head of Booking bei der Arcadia Live GmbH und organisierte neben 450 Shows im Jahr, darunter auch Stadion-Shows, das neue LIDO Sounds Festival. 2024 kam er dann zurück nach Salzburg, um sich hier im Rockhouse neuen Herausforderungen zu stellen.

Wie ist es für Sie, nächstes Jahr die Leitung des Rockhouse zu übernehmen? Was sind Ihre Gedanken dazu?

Für mich ist es immer noch surreal, mehr als die Hälfte meines Lebens habe ich in diesem Haus bereits verbracht. Ich habe meine ersten Konzerte hier besucht, war mit meiner eigenen Band im Proberaum dieses Hauses. Ich war in den letzten Jahren viel unterwegs, aber ich habe immer mit dem Rockhouse Salzburg zu tun gehabt. Es ist wie mein Fixstern. Es war immer schon mein Wunsch, im Rockhouse tätig zu sein, und jetzt geht er sozusagen in Erfüllung.

Was möchten Sie von Ihrem Vorgänger übernehmen, wo wollen Sie bewusst neue Wege gehen?

Es passiert bei uns gerade ein Generationenwechsel, es ist eine große Chance für unser Haus. Allerdings muss man schon dazu sagen, dass wir in Salzburg eine gut positionierte Institution sind, das wollen wir auch weiterhin so beibehalten. Wir haben ein Team, das bereits 30 Jahre zusammenarbeitet, sowas gibt es heutzutage auch nicht mehr so oft. Bis ich die Leitung nächstes Jahr übernehme, ist noch etwas Zeit hin, aber ich mache mir selbstverständlich schon viele Gedanken. Konkretes kann ich aber noch nicht dazu verraten.

Das Rockhouse ist ein Ort für Newcomer und internationale Acts. Wie wollen Sie diese Balance künftig gestalten?

Das Programm liegt nicht mehr nur in meiner Hand, das heißt, es wird sich hier auch etwas ändern. Das Haus steht für diesen Ausgleich, also für die regionale, nationale und internationale Programmgestaltung, und das wollen wir auf jeden Fall beibehalten. Von Local Heroes bis zum Heimo-Erbse-Preis, all das ist wichtig für die regionale Musikszene, da wird sich nicht viel ändern.

Was wünschen Sie sich für das Rockhouse für die nächsten Jahre?

Wir wollen gesund durch die nächsten Jahre kommen. Das ist finanziell tatsächlich eine Herausforderung, was Subventionen betrifft. Wir wollen auf jeden Fall in den nächsten Jahren unser Image, das wir uns über all diese Jahre erarbeitet haben, beibehalten.

wordrap

MEIN ERSTES KONZERT WAR ... Tracy Chapman am Domplatz.

OHNE MUSIK KANN ICH NICHT ... putzen.

IM BÜRO BRAUCHE ICH UNBEDINGT ... guten Kaffee.

DAS ROCKHOUSE WIRD IM JAHR 2030 ... 37 Jahre.

DAS BESTE FEEDBACK VOM PUBLIKUM IST ... wenn es nach dem Konzert noch etwas länger bleibt und man die Gespräche hört.

DREI DINGE, DIE HINTER DEN KULISSEN NIE FEHLEN DÜRFEN ... kalte Getränke, guter Kaffee und W-Lan.

Die Moderatorin So phie Geschke bekam schon während der Schwangerschaft Gegenwind – Auftritte mit Bauch waren für manche irritierend. Iris Brditschka, Geschäftsführerin einer Flugtechnik-Firma, hingegen erntete während der Schwangerschaft für ihren Fleiß noch Bewunderung – bis ihr Baby da war und ihr schneller Wiedereinstieg Kritik auslöste. Zwei Frauen, zwei Wege, und doch dieselbe Botschaft: Muttersein heißt nicht, sich selbst aufzugeben. Sophie und Iris zeigen, dass Kind und Karriere, Nähe und Neugier, Familie und Freiheit kein Widerspruch sind.

Performen mit Bauch. Doch dann kommt im Vorjahr ein geplanter Wendepunkt: Sophie Geschke wird schwanger. Für sie kein Grund, mit ihrer Arbeit aufzuhören. „Schwanger sein ist ja keine Krankheit“, sagt sie. „Wenn alles gut läuft, kann man ganz normal performen – auch mit Bauch.“ Doch das sieht nicht jeder so. Bei manchen Buchungen schwingen plötzlich Zweifel mit, ob sie noch die Richtige für den Job ist. Offenbar ist vielen unangenehm, eine schwangere Frau vor der Kamera oder auf der Bühne zu sehen.

MAMA & MODERATORIN

Sechs Wochen nach der Geburt ihrer Tochter zurück auf der Bühne – für Moderatorin Sophie Geschke (32) eine Herzensentscheidung. Sie erzählt, warum Kind und Karriere für sie kein Widerspruch sind, wie sie mit Vorurteilen umgeht und welche Rollenbilder wir endgültig hinter uns lassen sollen.

Schon als Kind wusste Sophie Geschke, wohin ihre berufliche Reise gehen würde. „Ich war im Kindergarten die Erste mit einem Mikro in der Hand“, erzählt sie. Spätestens nach ihrem Praktikum bei Life Radio stand fest: Moderieren ist ihr Traumjob. Heute arbeitet sie seit zehn Jahren selbstständig als Moderatorin und TV-Redakteurin, unter anderem für den SWR. Ihr Berufsleben war lange von Flexibilität und Leidenschaft geprägt: „Ich war ständig unterwegs, quer durch Österreich und Deutschland. Jede Woche woanders, Nachtschichten, lange Tage im Zug oder Auto, alles kein Problem.“

Schneller Wiedereinstieg. Trotzdem arbeitet Sophie bis zwei Wochen vor der Geburt. Und auch danach ist für sie klar, dass sich Kind und Karriere nicht ausschließen: „Ich wollte auch mit Baby nicht aufhören zu arbeiten. Denn ich bin beides: Mama und Moderatorin. Das eine schließt das andere nicht aus.“ Vergangenen Herbst kommt ihre Tochter dann zur Welt, sechs Wochen später steht die 32-Jährige wieder vor der Kamera. „Ich liebe meinen Beruf“, betont sie. „Er ist ein Teil meiner Identität. Deshalb war die Entscheidung, schnell wieder einzusteigen, ganz klar für mich. Nicht, weil ich musste, sondern weil ich wollte.“

An vielen entscheidenden Stellen sitzen Personen, die keine Vorstellung davon haben, wie ein modernes Familienleben aussieht.

MAMA SEIN. FRAU BLEIBEN. ARBEITEN WOLLEN.

Wir haben zwei Mütter getroffen, die kurz nach der Geburt wieder ins Berufsleben eingestiegen sind. Sie erzählen, warum sie sich dafür immer noch rechtfertigen müssen und was es strukturell und gesellschaftlich braucht, damit Mütter nicht länger zwischen Baby und Beruf wählen müssen.

REDAKTION: Nicole Madlmayr, Ulli Wright

Job ist Me-time. Auf der Bühne zu stehen, zu moderieren, Menschen zu begegnen, sich schön zu kleiden sind für Sophie Geschke sehr besondere Momente, in denen sie nicht nur Mama oder Ehefrau, sondern ganz sie selbst ist. „Das ist meine Me-time“, sagt sie. „Diese Zeit tut mir gut, und es macht mich entspannter für alles andere.“ Aber der Weg war nicht immer einfach. Wie viele andere Frauen hat sie das Gefühl, sich nach der Geburt entscheiden zu müssen: Will sie Mutter sein oder beruflich sichtbar bleiben? Diese Frage an sich hält sie für falsch, denn warum sollte man das eine für das andere aufgeben müssen?

Es gibt auch schwierige Momente. „Am Anfang war ich manchmal eifersüchtig auf meinen Mann. Er konnte spontan arbeiten oder abends weggehen, während ich ans Stillen gebunden war. Ich habe mich für meine Gefühle geschämt – aber es war nun mal so. Was ihr geholfen hat? O ene Kommunikation und der Mut, sich selbst und anderen etwas zuzutrauen. „Kürzlich hatte ich eine große Moderation, ein echtes Herzensprojekt, für das ich eine Woche nicht daheim sein konnte“, erzählt sie. „Gleichzeitig bekam mein Mann kurzfristig einen Job in München. Ich war völlig fertig und kurz davor abzusagen. Er hat mich bestärkt, es nicht zu tun. Seine Mutter reiste aus Berlin an und alles lief besser als erwartet. Manchmal muss man einfach machen.“

Betreuungsmöglickeiten fehlen. Für andere Mütter hat Sophie Geschke eine klare Botschaft: „Habt den Mut, euren eigenen Weg zu gehen und hört auf, euch für eure Entscheidungen zu rechtfertigen. Kinder sind oft viel anpassungsfähiger, als man denkt.“ Was sich strukturell ändern müsste? „Wir brauchen echte Unterstützung, vor allem für selbstständige Mütter wie mich“, sagt sie. „Es fehlt an Betreuungsmöglichkeiten, an Flexibilität, an gesellschaftlicher Ak-

zeptanz. Wer ein krankes Kind daheim hat oder in den Sommerferien keinen Betreuungsplatz findet, weiß, wovon ich spreche.“ Dass Väter noch immer als Helden gefeiert werden, wenn sie mal ein paar Tage alleine mit den Kindern verbringen, versteht sie nicht: „Das sollte völlig normal sein. Er ist schließlich der Vater und nicht der Babysitter!“

Alte Denkmuster. Warum auch heute noch so viele Menschen in alten Denkmustern feststecken, wenn es um Mütter im Berufsleben geht? „Weil an vielen entscheidenden Stellen Personen sitzen, die keine Vorstellung mehr davon haben, wie modernes Familienleben aussieht“, sagt die 32-Jährige. „Viele Entscheidungen passen nicht mehr zum gelebten Alltag von heute. Ich will nicht heiraten müssen, um ‚versorgt‘ zu sein. Das ist nicht mehr zeitgemäß. Viele Frauen wollen unabhängig sein, selbst etwas scha en und ihre eigenen Träume verfolgen – und genau das möchte ich auch meiner Tochter vorleben.“

Solidarität von anderen Frauen. Von anderen Müttern wünscht sie sich mehr Ehrlichkeit, mehr gegenseitige Unterstützung und weniger Perfektion. Vor allem auf Social Media sehe alles immer so perfekt aus. „Aber das Leben mit Kind ist nicht nur wunderschön, sondern auch chaotisch, emotional und manchmal einfach verdammt anstrengend“, so Geschke. „Darüber sollten wir o en sprechen. Denn nur so entsteht echte Solidarität.“

„ICH BIN AUCH WER –NICHT NUR MAMA“

Als Iris Brditschka, Geschäftsführerin einer Flugtechnik-Firma schwanger wurde, stand für sie fest: Sie will Mutter werden – und trotzdem Frau bleiben. Zwischen Kinderlachen, Sporteinheiten und ihrem Beruf beweist sie heute mit ihrem eineinhalb Jahre alten Sohn, dass

Selbstfürsorge kein Egoismus ist, sondern das Beste für Mutter und Kind.

Fliegen liegt Iris Brditschka (35) im Blut. Schon als Kind verbrachte sie ihre Tage im Familienbetrieb. Das Unternehmen entwickelt, baut und wartet Kleinflugzeuge. Nach ihrem Wirtschaftsstudium war Iris sechs Jahre lang als Flugbegleiterin bei der Swiss unterwegs, bevor sie in den elterlichen Betrieb zurückkehrte.

Bis zum Blasensprung gearbeitet. Auch als Iris Brditschka schwanger wurde, war für sie klar, dass sie schnell wieder in die Firma zurück will. Die Schwangerschaft verlief bis auf Übelkeit problemlos, Iris fühlte sich fit und energiegeladen. „Ich habe immer gearbeitet, bis zum Blasensprung, an einem Freitag“, lacht sie. Am Wochenende kam ihr Sohn Leopold zur Welt, und noch im

Iris Brditschka mit ihrem Sohn Leopold, der quasi am Flugplatz aufwächst und Flugzeuge liebt.

Spital hat sie mit dem Kleinen im Arm E-Mails beantwortet. Kurze Zeit nach der Geburt begann sie wieder in der Firma zu arbeiten, ihr Sohn war von Anfang an mit dabei.

Hinter ihrem Schreibtisch standen ein Bällebad und Spielsachen, zwischendurch wurde gestillt. Dass Arbeiten mit Baby im Familienbetrieb einfacher

Fordern Sie Ihre Gehirnzellen heraus!

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Die perfekte Routine, für alle, die Ihr logisches Denken trainieren wollen. Quadrupel – das anspruchsvolle Buchstabenrätsel für scharfsinnige Denker.

Losrätseln: diepresse.com/raetsel

Quadrupel
Man kann ja nicht seine Identität
im Kreißsaal abgeben!
Iris Brditschka, Geschäftsführerin

ist als etwa bei einer Angestellten in einer Bank, ist Iris bewusst. Möglich ist es auch, weil ihre Mutter eine sehr wichtige Stütze ist und hilft, wo sie kann.

Kritik und Neid. Aber nicht alle in ihrem Umfeld reagierten positiv auf ihren schnellen Wiedereinstieg. „In der Schwangerschaft wurde ich noch vielfach bewundert. Als der Kleine auf der Welt war, hat sich das schnell geändert und es kam Kritik. Ich glaube, da steckt manchmal auch ein bisschen Neid dahinter, gerade bei Müttern, die rund um die Uhr mit Kind zu Hause sind. Viele Frauen verändern sich in dieser Zeit stark, was auch in manchen Partnerschaften ein Thema ist. Für Iris steht fest: „Man ist nicht gleich eine schlechte Mutter, wenn man gerne mal Zeit allein verbringt. Man kann ja nicht seine Identität, die man bis zur Geburt hatte, im Kreißsaal abgeben. Auch danach ist man noch eine Frau und eine Partnerin mit Hobbys und Bedürfnissen.“

Arbeiten ist wie Urlaub. Trotz Job und Kind nimmt sie sich bewusst Zeit für sich: Mehrmals pro Woche macht sie Sport, den Haushalt hat sie größtenteils ausgelagert. „Das ist mein Privileg und gibt mir Quality-Time und Energie für das, was mir wichtig ist: für meinen Sohn, meinen Mann, für mich und meine Interessen.“ Aktuell arbeitet sie rund

30 Stunden in der Woche. Die Arbeit ist für sie kein Widerspruch zum Muttersein – im Gegenteil: „Arbeiten ist für mich momentan wie Urlaub. Danach kann ich wieder voll für Leopold da sein.“

Insta-Moms-Perfektion. Den Druck, den sich viele Mütter machen, sieht sie kritisch. „Ich finde diese Insta-Moms-Perfektion schrecklich: alles steril, alles perfekt.“ Ein halbes Jahr stillte sie ihren Sohn, dann gab es Beikost und später auch Hipp-Gläschen. „Aber selbst die sind ja schon verpönt, weil man es sich zu einfach macht und nicht jeden Tag frisch aufkocht. Geschweige denn, man gibt seinem Kind irgendetwas mit Zucker – und sei es nur ein Briochekipferl“, schmunzelt sie. Iris nimmt das gelassen. „Ich habe eine gewisse Leichtigkeit und zerbreche mir nicht den Kopf darüber, ob ich alles nach Buch richtig mache. Die Selbstverständlichkeit und Unbedarftheit, mit der wir groß geworden sind, fehlt mir heute bei den Müttern. Alles wird nachgelesen und das Verhalten anderer Mamas bewertet.

Mein Kleiner war, seitdem er auf der Welt ist, am Flugplatz mit dabei, inmitten von Menschen, denen er ohne Scheu begegnet. Er ist ein Sonnenschein, immer fröhlich und offen. Wie soll’s anders sein: Er liebt Flieger“, lacht sie.

Instinkt statt Ratgeber. Geburtsvorbereitungskurse oder Stillseminare hat Iris nie besucht. „Ich vertraue meinem Körper, ich bin fit, die Geburt war unkompliziert.“ Ihr Rat an andere Mütter: „Vergesst nicht, wer ihr seid. Es dreht sich nicht alles nur um das Kind. Macht nicht alles nach Ratgeber, sondern vertraut wieder mehr auf euren Instinkt und euren Körper. Und ganz wichtig: Vergleicht euch nicht mit anderen Müttern. Am Ende zählt nicht, ob der Brei selbst gekocht ist, sondern dass ihr eurem Kind Liebe schenkt und Mama und Kind glücklich sind.“

AUSZEIT

#aufentdeckungstour • #goldenerherbst • #rätselspaß

HERBSTWANDERN IN SALZBURG

Goldene Wälder, klare Bergluft und unvergessliche Ausblicke

Wandern im Herbst im SalzburgerLand ist ein besonderes Erlebnis für Groß und Klein. Die Wälder leuchten in warmen Farben – von kräftigem Rot bis zu goldenem Gelb – und verleihen der Landschaft eine magische Stimmung. Die klare, frische Luft und der weite Blick auf die Gipfel der Alpen machen jede Tour unvergesslich. Gemütliche Almhütten laden zu einer Pause mit genussvollen Schmankerln ein. Viele Hütten servieren dabei Produkte direkt aus der eigenen Landwirtschaft – frisch, regional und mit viel Liebe zubereitet. Besonders reizvoll sind Wanderungen rund um den Wolfgangsee oder durch das Gasteinertal. Auch weniger bekannte Wege bieten Ruhe und Naturgenuss fernab vom Trubel.

S A L Z B U R G Z U M S TA U

N E N

Die Mozartstadt ist mehr als Festung, Dom und Schloss Mirabell –das zeigt Salzburg-Insider und Stadtführer Christoph Koca eindrucksvoll in seinem kürzlich erschienenen Buch „Salzburg zum Staunen“. Dabei haben die vorgestellten Bauwerke und Schauplätze eines gemeinsam: Sie sind einzigartig, mitunter skurril und mit Superlativen wird nicht gespart.

REDAKTION: Elisabeth Trauner | FOTOS: Christoph Koca

SALZBURG ZUM

STAUNEN

In einer Stadt, die wir zu kennen glauben, in der scheinbar jedes Geheimnis längst gelüftet ist? Auf der Suche nach Antworten hat Autor Christoph Koca 30 ungewöhnliche Orte aufgespürt: architektonische Kuriositäten, verblüffende Superlative und vergessene Geschichten, die selbst Einheimische überraschen. Wir geben hier einen kleinen Einblick ins Buch.

Das kleinste Haus – ein Resultat hoffnungsloser Liebe? Unweit des legendären Cafés Tomaselli befand sich einst ein kleines Gässchen, das in die Sigmund-Haffner-Gasse führte. Ab dem Jahr 1830 wurde dieser Durchgang verbaut, dabei entstand gegen Mitte des 19. Jahrhunderts ein neues Gebilde, das heute noch als das kleinste in der gesamten Stadt gilt. Und das, obwohl es umstritten ist, ob man das Bauwerk wirklich als „Haus“ bezeichnen kann – eine Nebensächlichkeit freilich für das touristische Publikum, welches das beliebte Fotomotiv schätzt: Das zwei mal acht Meter große Objekt ist an seiner schmalsten Stelle im hinteren Teil nur 1,42 Meter breit. Verbunden werden die beiden Ebenen durch eine steile Treppe. Um die Entstehung des Altstadthäuschens rankt sich eine romantische Legende: So soll einst ein junger Mann schwer verliebt um die Hand einer Frau angehalten haben. Der Vater der Auserwählten zeigte sich von den Heiratsabsichten wenig begeistert, war der Verehrer doch nicht einmal im Besitz eines Hauses. Also schritt der Verliebte zur Tat –er zog einfach ein Dach zwischen den zwei bereits bestehenden Mauern ein und erbrachte damit den vermeintlichen Beweis seiner Würdigkeit.

Christoph Koca Verlag Anton Pustet Umfang 144 Seiten Preis € 20,–ISBN 978-3-7025-1176-0

In der schmalen Behausung war zunächst eine Schreibstube untergebracht, später zog ein Optiker ein. Im Erdgeschoß befand sich der Verkaufsraum, im ersten Stock die Werkstätte. Ende der 1920erJahre übernahm mit Kurt Kelb ein weiterer Optiker das kleine Geschäft und ließ bauliche Veränderungen durchführen. Bis Anfang der 2000er wurde das Geschäft in dritter Generation betrieben, danach vermieteten es die Eigentümer an einen Juwelier.

Das „Schneckenhaus“ – ein Ort der Kunst und voller Geheimnisse. Unweit von Schloss Hellbrunn erwarb das tierliebende, kunstschaffende Ehepaar Josef und Rosita Magnus 1959 ein Grundstück direkt an der historischen Schlossmauer und begann dort mit dem Bau ihres außergewöhnlichen Schneckenhauses. Als das Geld während der Bauzeit knapp wurde, eröffnete Rosita kurzerhand einen Souvenirstand auf dem Gelände. Zu diesem soll der Hausherr und Bildhauer – stets in einem weißen Mantel gekleidet – Bustourist:innen mit den Worten „Mir nach!“ geführt haben. 1965 war das Haus schließlich fertiggestellt.

Das Anwesen ist voller Skulpturen, Reliefs und Bilder. Dutzende Plastiken befinden sich allein im Garten, erzählt Vasitti Magnus, die als Bühnenund Kostümbildnerin in die künstlerischen Fußstapfen ihrer Eltern trat.

DAS „DUSCHLHAUS“

Das Lederhaus – eine spätgotische Attraktion. Einst siedelten sich am rechten Salzachufer Gewerbe an, die für die Erzeugung ihrer Waren viel Wasser benötigten und für ihre außerordentliche Geruchsbelästigung bekannt waren. Dazu zählten vor allem die Lederer und Gerber, die sich auf die Verarbeitung von Tierhäuten spezialisierten. Wer heute von der Schwarzstraße kommend die „dunkle“ Lederergasse hinaufgeht, kann den mittelalterlichen Charakter immer noch spüren. Ihr Verlauf folgt dem der historischen Stadtmauer von 1278, die weiter in das Königsgässchen führte und aus massiven Dolomitblöcken bestand. Im Zuge des Mauerbaus wurden auch die angrenzenden Gebäude entlang des Wehrrings neu errichtet. Noch heute sind in den Häusern Lederergasse 1 und 3 Reste des historischen Wehrgangs vorzufinden. Das uns interessierende Haus Lederergasse 5 erhielt im frühen 16. Jahrhundert eine Pfeilerhalle im Erd- und Obergeschoß. Vermutlich war der Ledererbetrieb unten untergebracht, die Wohnbereiche befanden sich darüber.

Im Obergeschoß lassen sich in der Pfeilerhalle kunsthistorisch bedeutsame Deckenfresken bewundern. Die großflächige, ursprünglich wahr-

scheinlich das ganze Gewölbe umfassende spätgotische Rankenmalerei stammt aus dem Zeitraum um 1520 bis 1550 und ist der „Donauschule“ zuzuordnen. Darunter versteht man einen Kreis von Maler:innen, der im zeitlichen Umfeld in Bayern und in Teilen Österreichs – entlang der Donau –wirkte und sich stilistisch zwischen Spätgotik und Renaissance bewegte.

Wer die Fresken genauer betrachtet, entdeckt eine Reihe feiner Details: einen musizierenden Spielmann, eine Bäuerin und das Christuskind. Daneben lassen sich Früchte, ein Hase, ein Hund und verschiedene Vögel erkennen – kunstvoll ausgearbeitete Zeugnisse einer längst vergangenen Epoche, die in diesem Haus bis heute lebendig geblieben sind.

Das Duschlhaus – eines der ältesten Bürgerhäuser. Der Kranzlmarkt verdankt seinen Namen den Blumenkränzen, die man hier früher erwerben konnte. Einst war er auch Schauplatz eines Eieroder Vogelmarktes. Bei Gebäude Nr. 3 handelt es sich um eines der geschichtsträchtigsten

DAS „SCHNECKENHAUS“

und bedeutendsten Bürgerhäuser Salzburgs: Seine herausragende Stellung im Mittelalter und in der Neuzeit spiegelt sich bereits in der exponierten, erstklassigen Lage wider, befindet es sich doch in der Nähe des Alten Rathauses. Zudem grenzte es unmittelbar an die ehemalige Salzgasse an, wo früher Salzstöcke zum Verkauf angeboten wurden.

Sein heutiges Erscheinungsbild verdankt das Patrizierhaus den Umbauten durch Stadtbaumeister Franz Wagner im Jahr 1937. Dabei stieß man auf Erstaunliches, nämlich auf frühgotische Fenster und Rundbögen. Die Funde deuteten daraufhin, dass es sich um die Aufdeckung des ersten bisher bekannten mittelalterlichen Bürgerhauses in Salzburg handelte. Weiterführende Untersuchungen brachten die Gewissheit, dass es sich um einen Bau aus der Zeit vor 1400 handeln musste. Demnach verfügte das turmartige Haus im Mittelalter über drei Geschoße und ein mit Zinnen umschlossenes Grabendach. Im 18. Jahrhundert setzte die Verstuckung ein und der mittelalterliche Bau erhielt drei neue Geschoße. Die ersten schriftlichen Erwähnungen des „Hauses an dem Turm“ stammen

DAS „LEDERHAUS“

aus dem frühen 16. Jahrhundert. Damals bewohnte es Ratsherr Sebastian Tunkl, der 1511 in eine brisante Intrige verwickelt war: Im Jänner jenes Jahres wurde er zusammen mit elf seiner Kollegen und dem damaligen Bürgermeister von Erzbischof Leonhard von Keutschach zu einem Abendessen auf die Festung Hohensalzburg eingeladen. Das aber entpuppte sich als Falle des Erzbischofes, der nicht gut auf die Anwesenden zu sprechen war und wesentliche im Ratsbrief von 1481 festgeschriebene Bürgerrechte ablehnte. Nach der Gefangennahme der Ratsherren, denen Leonhard von Keutschach ein Mordkomplott unterstellte, ließ er diese leicht bekleidet – mitten im Winter – auf Schlitten nach Radstadt bringen, eskortiert vom Salzburger Henker. Erst als die restliche Vertretung der Bürgerschaft auf das ihnen von Friedrich III. verliehene Recht der freien Ratswahl verzichtete, endete die Gefangenschaft.

Heute kennen viele Salzburger:innen das Gebäude unter der Bezeichnung „Duschlhaus“. Der Name erinnert an den Regenschirmfabrikanten Philipp Duschl, der es ab 1860 bewohnte. Die freigelegten gotischen Fenster lassen sich an der Westseite entdecken.

Maximilian1

Kaiserliche Vision und städtische Blüte Innsbrucks

Sonderausstellung

12.09.2025 – 15.02.2026

Hofburg Innsbruck, Rennweg 1

Täglich von 09:00 – 17:00 Uhr geöffnet

Erleben Sie in der neuen Sonderausstellung „Maximilian1 – Kaiserliche Vision und städtische Blüte“ 300 Jahre Innsbrucker Stadtgeschichte – vom Ende des kargen Mittelalters bis zum barocken Prunk.

Unter Maximilian I. begann der Aufstieg von der alpinen Handelsstadt zur kaiserlichen Residenz – ein Prozess, den seine Nachfolger weiterführten und der unter Maria Theresia seinen glanzvollen Höhepunkt fand. Wie wurde Macht im Stadtbild sichtbar gemacht? Welche Ideen steckten hinter der Gestaltung der Stadt? Die Ausstellung lädt ein, Innsbrucks urbane Geschichte neu zu entdecken. burghauptmannschaft.at/Betriebe/Hofburg-Innsbruck

© Bild: ALBERTINA, Wien

GOLDENER HERBST

AM ACHENSEE

Wenn sich die Blätter bunt färben, verwandelt sich der Achensee in eine einzigartige Naturkulisse. Tirols größter See liegt eingebettet zwischen Rofan- und Karwendelgebirge und lädt in der klaren Herbstluft zu genussvollen wie aktiven Erlebnissen ein – vom gemütlichen Almspaziergang bis hin zur Panorama-Schifffahrt.

Wandern, Biken und mehr. Auf 500 Kilometern bestens markierter Wanderwege zeigt sich die Region in ihrer ganzen Vielfalt. Familien genießen leichte Routen durch raschelndes Laub, während ambitionierte Wanderer:innen Gipfel mit grandioser Aussicht erklimmen. Dank der Rofan Seilbahn und der KarwendelBergbahn gelingt der Aufstieg mühelos, und der Naturpark Karwendel, das größ-

te Schutzgebiet seiner Art in Österreich, entfaltet seinen ganzen Zauber. Auch für Radfahrer:innen bietet der Achensee ideale Bedingungen. Das rund 320 Kilometer lange Radwegenetz der Region lädt zu abwechslungsreichen Touren ein. Besonders beliebt bei Genussradler:innen sind die flachen Strecken entlang des Seeufers, wo sich das glitzernde Wasser und das bunte Laub zu einer malerischen Kulisse verbinden. Wer eine größere sportliche Herausforderung sucht, kann problemlos längere Anstiege in Angriff nehmen und dabei weite Ausblicke genießen. Ob mit E-Bike, Mountainbike oder klassischem Tourenrad – der Herbst ist eine besonders reizvolle Zeit für Ausflüge auf zwei Rädern.

Herbstzeit ist Familienzeit. Nicht nur das bunte Herbstlaub verleiht dem Achensee eine besondere Atmosphäre – auch für

Die Naturbühne zwischen Berg und See sorgt für unvergessliche Momente.

Familien bietet die Region beste Voraussetzungen für unvergessliche Urlaubstage. Groß und Klein können gemeinsam die Natur erkunden, spannende Abenteuer erleben und wertvolle Zeit miteinander verbringen. Eingebettet in die beeindruckende Bergwelt zwischen Rofan- und Karwendelgebirge bietet die Region eine Vielzahl an Möglichkeiten für aktive und auch erholsame Stunden in der goldenen Jahreszeit. Von 1. bis 30. Oktober 2025 lädt ein abwechslungsreiches Herbstprogramm dazu ein, die Natur zu entdecken

ACHENSEE TOURISMUS

Achenseestraße 63 • 6212 Maurach Tel.: 05 95300 0 info@achensee.com www.achensee.com

und den Familienurlaub mit besonderen Erlebnissen zu bereichern.

Paradies für Golfer:innen. Im Herbst wird jede Golfrunde am Achensee zu einem besonderen Erlebnis. Der 18-LochPlatz in Pertisau, Teil der „Leading Golf Courses Austria“, bietet ideale Bedingungen und besticht durch seine traumhafte Lage vor der imposanten Bergkulisse. Die herbstliche Atmosphäre verleiht dem Spiel eine einzigartige Stimmung, während vielfältige Trainingsmöglichkeiten – vom

Kurzspiel-Areal über die überdachte Driving-Range bis hin zum Golf-Simulator –für optimale Bedingungen sorgen. Ebenfalls idyllisch gelegen ist der 9-Loch-Platz in Achenkirch. Hier pitchen, chippen und putten Golfer:innen auf einem wunderschönen Hochplateau, das direkt an den farbenprächtig leuchtenden Naturpark Karwendel grenzt. Ein außergewöhnliches Golferlebnis inmitten der goldenen Jahreszeit!

Entspannung für Körper und Geist. Nach einem aktiven Tag in der herbstlichen Natur bietet die Region perfekte Rückzugsorte für entspannende Wellnessmomente. Ob in der wohltuenden hoteleigenen Sauna mit Blick auf Berg und See oder bei einer regenerierenden Massage mit Tiroler Steinöl®, das sich wohltuend auf Muskulatur und Gelenke auswirkt und nur hier am Achensee gewonnen wird. Ein Besuch lohnt sich auch im Atoll Achensee, das mit seinem Panorama-BAD und dem Penthouse-SPA für pure Erholung sorgt –hier findet jeder seine persönliche Auszeit. Perfekt ergänzt werden all diese Möglichkeiten durch die berühmte Tiroler Gastlichkeit, die man in der vielfältigen Hotellerie antreffen kann. Ob in der gemütlichen Pension oder im familiengeführten 5-Sterne-Hotel – die Region bietet für jeden Anspruch die passende Unterkunft. Hinzu kommt eine Gastronomie, die von der zünftigen Jause über regionale Spezialitäten bis hin zur Haute Cuisine keine Wünsche offenlässt.

SUDOKU MONATLICHER RÄTSELSPASS

Das Lösungswort der letzten Ausgabe war:

BAMIGORENG

Weite, die belebt.

Das unbeschwerte Gefühl von Süden, nur einen Alpenpass entfernt. Exklusive Entspannung und mediterraner Genuss. Kosten Sie in den besten Wellnesshotels Südtirols den Luxus der Leichtigkeit. belvita.it

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