STEIRERIN September 2025 Vorschau

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Mieten, wohnen, kaufen!

8073 Feldkirchen bei Graz, Fried rich-Ritter-Weg 10 bis 22

HWBRef, SK: 36 - 39 kWh/m²a, fGEE: 0,80 - 0,84

42 bis 82 m² Wohnfläche

Terrasse mit Eigengarten, Balkon oder Dachterrasse

Fußbodenheizung, Fernwärme

Lift, eingerichteter Kinderspielplatz

Tiefgarage

Sofort beziehbar!

8141 Premstätten, Hauptstraße 161a, b, c

HWBRef, SK: 36 - 47 kWh/m²a, fGEE: 0,68 - 0,72

49 bis 109 m² Wohnfläche

Terrasse mit Eigengarten, Balkon oder Dachterrasse

Wärmepumpe, Photovoltaikanlage

Fußbodenheizung

Lift, teilweise Kaminanschluss

Offene Garage

Sofort beziehbar!

8302 Nestelbach, Hauptstraße 50 bis 54c

HWBRef, SK: 36 - 50 kWh/m²a, fGEE: 0,64 - 0,65

56 bis 116 m² Wohnfläche

Terrasse mit Eigengarten, Balkon oder Dachterrasse Fernwärme, Fußbodenheizung

Tiefgarage, teilweise Lift Kurzfristig beziehbar!

Miete mit Kaufoption ab € 719,– mtl. inkl. BK, HK, Parkplatz Anzahlung Grundkosten ab € 11.680,–

Neulich ertappte ich mich dabei, wie ich – halb noch im Schlaf, halb schon im Tag – automatisch nach dem Handy griff, um meine nächtlichen Herzfrequenzvariabilitätsdaten zu checken. Früher hätte ich einfach gedacht: Gut geschlafen oder nicht? Heute weiß ich, in welcher Schlafphase ich wie lange verweilt habe und ob mein Cortisolspiegel womöglich schon beim Aufstehen gegen mich arbeitet.

LISSI

STOIMAIER

Chefredakteurin

STEIRERIN

„Wenn der erste Griff am Morgen nicht zum Kaffee, sondern zur Tracking-App geht.“

Warum erzähle ich das? Weil es mir zeigt, wie sehr wir uns oft, ohne dass es uns bewusst ist, mit den Themen Longevity – lange und möglichst gesund zu leben – und Biohacking –das bewusste Eingreifen in den eigenen Körper und Geist, um Leistung, Gesundheit oder Wohlbefinden zu optimieren – beschäftigen. Biohacking ist längst nicht mehr nur etwas für Silicon-Valley-Pioniere mit einem Kühlschrank voller Nootropics. Intervallfasten, Tracking mit Wearables, Supplements und Co. sind oftmals Teil unseres Alltags geworden. Das Faszinierende daran ist: Es geht nicht nur um Lebensverlängerung, sondern um Lebensvertiefung. Länger jung bleiben, gesund altern, ja –aber noch wichtiger: klarer denken, wacher fühlen, intensiver leben.

Dabei sein – das große Biohacking-Event! Und weil wir genau diese Fragen nicht nur allein, sondern auch gemeinsam bewegen sollten, freue ich mich ganz besonders auf ein Highlight: Das große STEIRERIN Longevity- & Biohacking-Event

„Hack your Health“ am 17. September 2025 in Graz. Alle Details dazu auf den Seiten 88/89. Dort geht es um nichts weniger als die Übersetzung von Forschung in den Alltag: Wie lassen sich neueste Erkenntnisse praktisch umsetzen? Welche Routinen bringen uns wirklich weiter? Und welche Vorteile entstehen, wenn wir Wissenschaft, Körpergefühl und Lebensfreude zusammenbringen?

© Marija
M.
Kanizaj

MENSCHEN

12 MITEINANDER

Die Schauspielerin Andrea Wenzel über ihren Weg und ihre Leidenschaft.

14 KERNÖLAMAZONEN

Caroline Athanasiadis und Gudrun NikodemEichenhardt über ihr 20-jähriges Jubiläum.

20 NEVER AGAIN PEACE

Die Intendantin des steirischen herbst Ekaterina Degot zum Thema Frieden.

STYLE

30 FALL FORWARD

Das große STEIRERIN-Herbstshooting im CITYPARK. BEAUTY

46 WIE GESCHMIERT

Alles rund um die Pflege von Unreinheiten, rauen Stellen und Verfärbungen der Körperhaut.

52 BEAUTY-BOOST

Die spannendsten Einsatzgebiete für Permanent Make-up.

LIVING

58 ALLES RUND UMS EIGENHEIM

Finanzierung, Steuern und Recht.

60 DIY-INFLUENCERIN

Lisa M. wurde mit dem STEIRERIN AWARD ausgezeichnet und zeigt uns die besten Home Hacks.

DIE NACHFÜLLBAREN DÜFTE

aktipp

84 FOREVER FIT

Tipps und Tricks aus Longevity und Biohacking.

90 FLEXIBEL

Beauty- und Wellnesstrends werden immer personalisierter.

LEBEN

98 KOPFSACHE

Tipps wie man geistig fit bis ins hohe Alter bleibt.

Kindererziehung/ Pensionssplitting

AK-Expertin Mag.a Mirella Koller antwortet:

Die ersten 4 Jahre nach der Geburt eines Kindes gelten in der Pensionsversicherung als Kindererziehungszeiten und werden mit einem monatlichen Betrag von 2.300,10 Euro bewertet. Liegt eine neuerliche Geburt vor Ablauf dieser Frist vor, werden die Zeiten für das ältere Kind durch die neuerliche Geburt begrenzt und beginnen für das weitere Kind wieder neu zu laufen. Wird während der Kindererziehungszeiten wieder gearbeitet, kommt zur Beitragsgrundlage für die Kindererziehung auch das Erwerbseinkommen dazu. Damit erhöht sich die Pensionskontogutschrift.

Um Pensionsnachteile aufgrund der Kindererziehungszeiten zu verringern, gibt es die Möglichkeit, ein Pensionssplitting für die ersten 7 Lebensjahre des Kindes zu vereinbaren. Der erwerbstätige Elternteil kann dem anderen Elternteil max. 50 % der Pensionsgutschrift übertragen. Das Pensionssplitting ist bis zum vollendeten 10. Lebensjahr des Kindes zu beantragen.

MEDIENINHABER & HERAUSGEBER

Die STEIRERIN Verlags GmbH & Co KG

Schubertstraße 29/1, 8010 Graz

Tel.: 0316/84 12 12-0

Fax: 0316/84 12 12-709 o ce@diesteirerin.at

GESCHÄFTSFÜHRUNG

Mag. (FH) Nicole Niederl, Mag. Andreas Eisendle

HERAUSGEBER

Die STEIRERIN Verlags GmbH & Co KG

CHEFREDAKTEURIN

Lissi Stoimaier

REDAKTION

Yvonne Hölzl

Betina Petschauer

Marie Louise Valtan

ANZEIGEN

BUSINESS

110 MONEY TALKS

Tipps für die Gehaltsverhandlung.

FREIZEIT

116 HERBST AM MEER

Istrien boomt als Herbstdestination.

GENUSS

130 POWER-PROTEIN

Eiweiß als Geheimwa e – wir haben die besten Rezepte

SOCIETY

139 BUNTE RÜCKSCHAU

Die Events des letzten Monats.

Mag. Irmgard Reiter

Hans-Jürgen Maier

Martina Dreser-Krenn

Chiara Reßmann

ASSISTENZ DER GESCHÄFTSFÜHRUNG

Christian Forjan

Julia Kahofer o ce@diesteirerin.at

GRAFIK

Daniela „Kasu“ Balazic

Micki Weikhard

Natalie Marath grafik@diesteirerin.at

LEKTORAT

Horn Translations

Mag. Viktoria Horn, BSc

ABO-SERVICE

Tel.: 0316/84 12 12-0 abo@diesteirerin.at

REDAKTIONSLEITUNG BUNDESLÄNDERINNEN

Mag. Katharina Egger-Zierl

ANZEIGEN BUNDESLÄNDERINNEN

Ing. Samira Kurz (Prokuristin Wienerin), Sabine Gallei (Erweiterte Geschäftsleitung Bundesländerinnen), Simone Hetfleisch (Key Account Managerin)

DRUCK

Druckerei Ferdinand Berger & Söhne GmbH, Wiener Straße 80, 3580 Horn

VERTRIEB

Presse Großvertrieb Austria Trunk GmbH 5412 Puch/Salzburg

Die Oktober-Ausgabe erscheint am 03.10.2025

Die Informationen zur O enlegung gemäß § 25 des Mediengesetzes können abgerufen werden unter www.diesteirerin.at

Für Unternehmer Vorsteuerabzug möglich

Der ID. Buzz mit langem Radstand –auch als GTX bestellbar.

Länger, flexibler, geräumiger.

6 Sitze Serie und bis zu 472 Kilometer2 Reichweite.

1 Erhalten Sie serienmäßig eine um 3 Jahre verlängerte Garantie im Anschluss an die 2-jährige Herstellergarantie, bei einer maximalen Gesamtlaufleistung von 100.000 km (je nachdem, welches Ereignis als Erstes eintritt). Über die weiteren Einzelheiten zur Garantie informiert Sie Ihr Volkswagen Nutzfahrzeuge Partner. Bei Aus- und Aufbauten nur gültig für werksseitigen Lieferumfang. 2 Prognostizierte WLTP-Reichweite von 472 km für den ID. Buzz mit langem Radstand. WLTP-Richtwerte für Serienfahrzeuge können ausstattungsbedingt abweichen. Die tatsächliche elektrische Reichweite weicht in der Praxis u. a. abhängig von Fahrstil, Geschwindigkeit, Einsatz von Komfort-/Nebenverbrauchern, Außentemperatur, Anzahl Mitfahrer/Zuladung, Topografie und dem Alterungs- und Verschleißprozess der Batterie ab. Stromverbrauch in kWh/100 km: kombiniert 20,1– 23,3; CO₂-Emission in g/km: kombiniert 0. Symbolfoto. Stand 07/2025. volkswagen.at

SIDEOUT

REDAKTION: Yvonne Hölzl |  FOTOS: Hersteller/Anbieter

Der Frühherbst zieht uns einen UrbanOutdoor-Lifestyle über – nicht zu warm und doch kuschelig genug, um für die City wie am freien Gelände schick gerüstet zu sein. Let’s go!

1 Pullover von Essentiel Antwerp, um € 195,–. Erhältlich bei Sestra in Graz | 2 Kappe von Armed Angles, um € 39,90. Erhältlich bei Kastner & Öhler | 3 Cargohose, um € 249,–. Erhältlich via Zalando | 4 Longchamp-Rucksack, um € 150,–. Erhältlich bei Kastner & Öhler | 5 Jacke von Ecoalf, um € 239,90 | 6 Camisole aus der Serie „Poetry Style“, um € 49,99, und String aus der Serie „Mysterious“, um € 34,99. www.mey.com | 7 Barfuß-Herbstschuhe „Bruklin“ von Wildling Shoes, um € 149,–

Dein Look Dein Style Dein Herbst

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Das Beste aus Social Media: regionale Musts, Styles & aktuelle Trends

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ZEITLOSE SCHNITTMUSTER

Passgenaue Kleidung selbst nähen, Nähtipps erhalten und unterschiedliche Nähvarianten zu Hause ausprobieren –Ingrid Berzsenyi-Paetzel bietet mit ihrem Schnittmusterlabel „bpatterns“ Modisches zum Nachschneidern.

Wie kaschiere ich meinen Bauch? Welcher Look passt mir, wenn ich breite Hüften habe? Die neuesten Modetrends – und wie Plus-Size-Frauen diese richtig tragen – zeigt Katharina Sudi.

STYLING FÜR + SIZE

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Foodies aufgepasst!

Von Brunchen in Graz bis hin zu Neueröffnungen in Graz und Umgebung – Foodbloggerin Julia Plattner zeigt den kulinarischen Lifestyle unserer Murmetropole.

FOOD-SPOTS IN GRAZ

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TREND

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Du kennst steirische Influencer:innen? Schreib uns!

MENSCHEN

HOCHZEIT ÜBER DEN DÄCHERN VON GRAZ

TV-Star Sandra Köhldorfer und Ryan Bank gaben sich das Ja-Wort.

Seit elf Staffeln ist die Steirerin Sandra Köhldorfer einem Millionenpublikum aus der TV-Show „Hochzeit auf den ersten Blick“ bekannt. Die Psychotherapeutin begleitet dabei Paare auf dem Weg zum Traualtar – und erhielt in der Sendung vor drei Jahren selbst ganz überraschend einen Heiratsantrag von ihrem Partner, dem US-amerikanischen Unternehmer Ryan Bank. Nun hat die 43-Jährige geheiratet: Am 8. August schloss sie mit ihrem Ryan im Kreise von Tochter Kaia, Familie und Freund:innen in der Skybar des Schlossberg Restaurants in Graz den Bund der Ehe. Zu sehen ist die Hochzeit ab Oktober auf Sat1 und Sky und zu streamen auf joyn.at. Das Team der STEIRERIN gratuliert ganz herzlich und wünscht der glücklichen Familie alles Gute für die Zukunft!

© Markus Hertrich

MITEINANDER

Zwischen Freiheit und Disziplin, Bühne und Filmset – Andrea Wenzl

über ihren Weg, ihre Leidenschaft und den Zauber des Miteinanders.

SREDAKTION: Hedi Grager

FOTOS: Amour Fou Film

chauspielerin Andrea Wenzl wuchs im südsteirischen Leibnitz als kleine Schwester zweier Brüder auf. Sie besuchte mit Begeisterung eine Ballettschule. „Ich wurde ‚laissez faire‘ erzogen und ich glaube, deshalb habe ich diesen Ort mit so genauen Richtlinien und strenger Disziplin einfach sehr genossen. Ich hatte wirklich tolle Eltern und eine schöne Jugend mit großer Freiheit in allem“, ergänzt sie noch. Dass sie nach der Schauspielschule sofort einen Job im Grazer Schauspielhaus bekam, hat für sie auch mit Glück zu tun. „Ich war einfach immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort.“ Ihre heutige Anstellung am Burgtheater sieht sie als echten Luxus, denn sie ermöglicht es ihr, vor allem in den Sommermonaten auch zu drehen.

Happy und erschöpft. In ‚Happyland‘ von Evi Romen, der heuer mit dem

Diagonale-Preis für die beste Filmmusik ausgezeichnet wurde, spielt Andrea die einstige Rebellin und gescheiterte Musikerin Helene. „In London war sie eine Künstlerin ohne Wurzeln, in der Heimat ist sie eine Fremde im Vertrauten“, erklärt mir Andrea und auch, dass diese Rolle sehr anstrengend war.

„Nach so einem Film kommt oft die völlige Erschöpfung – durch wenig Schlaf, aber auch, weil nach Drehschluss ein gewisser Adrenalinrausch plötzlich weg ist.“

Auf meine Frage, was Musik für sie bedeutet, verrät sie, dass Musik ihr Lebenselixier ist. „Es müsste immer Musik da sein, denn Musik ist eben Schmerz und Trost zugleich. Musik können auch Naturgeräusche sein wie zwitschernde Vögel. Musik kann etwas in einem auslösen, etwa Erinnerungen wecken und Gefühle einzelner Lebensabschnitte.“

Scheu, aber gerne „miteinander“. Interviews gibt Andrea Wenzl sehr ungern. „Bei Theater- oder Filmpremieren sind sie ‚Part of the Game‘, sonst nicht so gerne.“ Aber scheu wirke sie eigentlich nicht. „Auf der Bühne oder im Film schlüpfe ich in eine andere Rolle, einen anderen Charakter, das ist etwas anderes. Ich liebe diesen Beruf so sehr, aber diese Aufmerksamkeit, die der Beruf mit sich bringt, mag ich weniger. Es fällt mir schwer, mein Leben fremden Menschen preiszugeben. Ich mag auch nicht über einen Film reden, denn ich denke, mein Film muss für sich sprechen, und ich möchte damit nicht die Fantasie der Zuseher beschränken. Und jeder Film erzählt ja jedem etwas anderes.“

Auf die Frage, welche Erfahrungen sie aus all ihren großartigen Stücken und Filmen für sich selbst mitnehmen konnte, meint Andrea: „Das ist eine interessante Frage. Natürlich hat man Er-

fahrungen, aber ich möchte immer so frisch wie möglich in jede Arbeit gehen, immer wieder neues Land entdecken und erforschen. Ich möchte einfach, dass wir immer das Beste rausholen mit unserer ganzen Energie und Leidenschaft.“ Begeistert ergänzt sie: „Ich blühe auf, wenn es ein Miteinander ist, ein Sich-gegenseitig-Stärken, Sich-gegenseitig-Motivieren, mit einer gemeinsamen Leidenschaft.“

Schon oft wurde sie gefragt, welchen Rat sie jungen Kolleginnen mitgeben würde, und auch, ob sie unterrichten möchte, was sie für eine große Verantwortung hält. „Was ich jedenfalls gerne mitgeben würde, ist, dass sie sich nicht verbiegen lassen, dass sie so bleiben, wie sie sind, dass jeder seine Persönlichkeit stärkt. Es gibt nicht nur ‚den‘ Schauspieler, jeder trägt eine Einzigartigkeit in sich – und dessen müssen sie sich bewusst sein.“

ZUR PERSON

Andrea Wenzl, geboren 1979 in Leibnitz (Steiermark), ist eine vielfach ausgezeichnete österreichische Schauspielerin. Nach dem Schauspielstudium in Graz (1999–2002) war sie langjährig Ensemblemitglied am Schauspielhaus Graz, später u. a. am Wiener Volkstheater und dem Bayerischen Staatsschauspiel. Seit 2015 gehört sie zum Ensemble des Wiener Burgtheaters. Neben ihrer Theaterarbeit überzeugte sie auch in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen, etwa im Tatort, bei „Blind ermittelt“ oder in der Serie „Totenfrau“. Bei den Salzburger Festspielen war sie erstmals 2017 zu sehen.

Lampenfieber hat die großartige Schauspielerin noch immer, „es bedeutet für mich aber auch so eine Vorfreude gepaart mit Spielfreude.“ Am glücklichsten ist sie, wenn sie ununterbrochen auf der Bühne stehen kann. „Das mag ich am liebsten. Und ich liebe Ensemblestücke, wenn immer alle auf der Bühne stehen und gemeinsam die Geschichte erzählen. Dann entsteht so ein Flow, man kann sich ganz in den Moment begeben.“ Immer wieder ist bei der zierlichen und ewig jugendlichen Schauspielerin die Begeisterung am Spiel zu spüren.

Neue Projekte. In ihrer Freizeit reist die Steirerin gerne gemeinsam mit ihrer Tochter. „Wir gehen auf Konzerte und sind oft in der Natur.“ Langweilig wird es ihr nie. Jetzt freut sie sich schon auf den Drehbeginn zu „Heile heile Familie“ von Florian Aigner. „Er handelt über drei Generationen hinweg von einer Familie, die jede Saison auf einer Almhütte in den Bergen verbringt.“ Ab Herbst brilliert die Burgschauspielerin dann wieder unter anderem in „Auslöschung. Ein Zerfall“ von Thomas Bernhard, in „Wie es euch gefällt“ von William Shakespeare, in „Zu ebener Erde und erster Stock“ von Johann Nestroy und in „Glaube Liebe Hoffnung“ von Ödön von Horváth. „Und ansonsten bleibe ich einfach neugierig auf alles Neue“, verabschiedet sich Andrea Wenzl mit einem Lachen.

Von Haxn, Hürden & HUMOR

Die Kernölamazonen sind 20 – und finden: Es ist wie eine Ehe ohne Sex und ohne Scheidung. Wie alles anfing und wohin es führt(e).

REDAKTION: Viktória Kery-Erdélyi

FOTOS: Monika Fellner, Julia Wesely, Benjamin Gasser

A T H A N ASIADIS

Hätte sich Ehrentraud Lebenbauer damals nicht den Haxn gebrochen, wer weiß, ob es zu jenem Auftritt gekommen wäre, der sozusagen die „Bühnen-Ehe“ von Caroline Athanasiadis und Gudrun Nikodem-Eichenhardt besiegelte. Womöglich wäre es nur eine Frage der Zeit gewesen, denn die beiden stellten schon als Musiktheater-Studienkolleg*innen fest: Die Dynamik stimmt, „wir sind zwei, die zugreifen“, sagt Gudrun.

20 Jahre ist es her, dass Gudrun, Ehrentraud Lebenbauer und Michaela Riedl-Schlosser die Kernölamazonen gründeten. Caroline wirkte zunächst im Hintergrund als Choreografin mit; die Kombination aus Haxnbruch und ihrer spontanen Bühnenpremiere sah Kollegin „Traude“ aber als Wink des Universums. Seither sind Caroline und Gudrun als die

„Kernölamazonen“ bekannt, Michaela ist die Autorin bzw. tritt mit den beiden jeweils bei der Weihnachts- und der Kinderproduktion auf.

Caroline, einmal einspringen und eine spektakuläre Geschichte nahm ihren Anfang. Hättest du das vermutet?

Caroline: Nein, aber direkt am Tag danach hat Traude zu mir gesagt: Sie möchte gar nicht mehr dabei sein, es sei eine Fügung – und eigentlich sei sowieso ich die Amazone. Zuerst dachte ich mir: Okay, dann machen wir halt ein bisschen. Dann wurde ich schwanger und Gudrun dachte, ich höre auf. Aber ich hab’ gesagt: Ich steige ein, wenn wir das auf eine professionelle Ebene heben – mit Regie, Kostümbildnerin, Website und schönem Flyer. Und sie hat gesagt: Das ist genau das, was ich immer schon wollte.

Daraufhin haben wir eineinhalb Jahre lang jeden Cent, den wir verdient haben, in das Projekt gesteckt. Wir haben alle Leute bezahlt, nur uns nicht.

Gudrun: Und dann ging das richtig auf! Das Spannende war, dass von Anbeginn sichtbar war, dass das, was wir tun, gewollt war: Frauen, die gute, qualitativ hochwertige Unterhaltung bieten. Noch bevor wir Werbung gemacht haben, sind Einladungen gekommen. Die Traude hat die Zeichen gespürt!

Noch dazu zu einer Zeit, als kaum noch Kabarettistinnen auftraten.

Caroline: Wir wollten einfach die Menschen unterhalten und haben uns später auch explizit gegen politisches Kabarett entschieden. Am Anfang war der Fokus auf professionelle Musik auf der Bühne. Erst als wir gemerkt haben, das Publikum findet uns lustig, haben wir beschlossen: Dann machen wir ein Stück absichtlich lustig.

Zu Beginn war es also mehr eine Musikshow?

Gudrun: Genau, Peter Alexander für ein Frauenduo.

Caroline: Aber weil wir aus dem Musical kommen, war uns wichtig, dass unser Programm eine Geschichte hat. Es wurde eine Komödie.

Gudrun: … und war damals noch viel theatraler. Die Musik und das Singen sind uns geblieben, aber ich glaube, mittlerweile sind wir in der Qualität von Schlagfertigkeit und Doppelconférence unschlagbar.

Gudrun Nikodem-Eichenhardt

Warum kein politisches Kabarett?

Caroline: Weil die Menschen ihre Sorgen vergessen sollen und zwei Stunden aus tiefstem Herzen lachen können. Sozialkritisches geht sich trotzdem aus. Wir wurden anfangs belächelt, wir wären die Mädels, die nur ein bisschen herumhüpfen und Spaß machen. Manche fanden, das wäre kein Kabarett. Aber wenn sich Hunderte Menschen Tickets für einen Abend kaufen und lachen, was ist es dann? Es hat ein bisschen gedauert, bis wir uns selbst vom Schubladendenken emanzipiert haben.

Gudrun: Was die Politik betrifft: In den letzten Jahren greife ich mir nur noch am Schädel und bin eher schockiert, als dass ich Lust hätte, es lustig aufzubereiten.

Was ärgert euch abseits der Bühne?

Caroline: Zum Beispiel dass Menschen für sich persönlich Machtpositionen ausnützen, dass es keine Verbindung mehr zum Volk gibt – und kein gemeinsames Nach­vorneSchauen. Denken die nicht an ihre Kinder?

Gudrun: Mich regt Engstirnigkeit auf, wenn sich Leute eine Meinung bilden, ohne vorher mit den Menschen zu reden, und sie sie dann als Projektionsfläche benutzen. Und es regt mich auf, dass Frau und Mann unterschiedlich bewertet

In der Qualität von Schlagfertigkeit und Doppelconférence sind wir unschlagbar
Es hält sich noch immer das Klischee, Frauen wären nicht lustig. Frauen sind lustig!

werden. Das ist so langweilig, das hat mich immer schon angezipft.

Bekommt ihr das zu spüren?

Caroline und Gudrun: Sicher!

Caroline: Ich bin noch dazu klein und zierlich. Wenn ich wo sage, dass etwas nicht wie vereinbart für unseren Auftritt vorbereitet wurde, hören mir bis heute manche einfach nicht zu. Dann weiß ich schon, das ist wieder einer, der nur mit einem Mann redet. Früher bin ich da ausgerastet, jetzt schicke ich unseren Techniker hin.

Gudrun: Womit wir schon alles konfrontiert wurden! Und ich sage noch mal: Langweilig! Es würde mir umgekehrt nicht einfallen.

Caroline: Es hält sich auch noch immer das alte Klischee, Frauen wären nicht lustig. Die Menschen sind Gewohnheitstiere, seit Jahrzehnten werden im Fernsehen fast nur lustige Männer gezeigt. Jetzt sind schon einige Frauen da, aber was passiert: Es gibt für einen Abend fünf Plätze, dann werden vier Männer genommen – und eine Frau. Am besten noch ein Kind und einen Hund dazu, dann haben wir alles abgedeckt. – Dabei wollen wir gar nicht besser behandelt werden, sondern einfach nur gleich.

Die Kabarettistin Malarina sagte in einem Interview anerkennend: Ihr gehört zu den wenigen, die schon lange auch Hallen füllen können. Was ist das Geheimnis?

Gudrun: Sich nicht unterkriegen lassen. Wir diskutieren gegen 2000 Jahre Patriarchat. Dabei wollen wir nicht gegen irgendwen

reden, sondern für uns sprechen. Wir unterhalten seit 20 Jahren und haben das Glück, dass wir gewollt werden – auch von Menschen, die einen Anspruch haben. Eine kann Latein studieren und trotzdem bei uns lachen, weil die Caro grad blöd schaut oder die Gudrun komisch ausschaut, wenn sie hüpft. Das eine schließt das andere nicht aus.

Caroline: Wir nehmen uns jeder Musikrichtung an – und allen Alltagsthemen. Jede:r kann sich bei uns wiederfinden, ob man sich über den Straßenverkehr ärgert, das Kind, das nicht aufstehen will, oder über Beziehungsgeschichten. Und: Wir sprechen mit den Leuten, beziehen sie mit ein, wir haben diese Wand einfach aufgebrochen.

Das braucht auch Mut, oder? Man weiß ja nie, was kommt.

Gudrun: Alles kommt – oder nix, wir haben immer Spaß damit. Es ist schon lustig, ins Publikum zu schauen. Es gibt viele, die mitgenommen werden. Die sieht man: Sie freut sich voll, er sitzt angefressen da. Einmal habe ich in Oberösterreich ein Paar beobachtet, bei dem ich mir gleich gedacht habe: Ob die nach der Pause noch da sind? – Der Konflikt sah etwas größer aus.

Ich habe den Typen dann immer angeschaut, weil ich mir gedacht habe, vielleicht kann ich ihn noch überzeugen, dass es eh nicht so schlecht ist. Ich spiele also, auf einmal schaut er mich an, schüttelt den Kopf – und streckt mir die Zunge raus.

Caroline: Das habe ich leider nicht gesehen, aber dafür Gudruns

Caroline Athanasiadis

Gesicht – und ich habe in der Sekunde gewusst: Da ist etwas passiert. Sie hat nur noch gelacht.

Lasst uns CO2 sparen, damit die Leute euer Privatleben nicht googeln: Was darf man von euch abseits der Bühne wissen?

Caroline: Ich habe zwei Söhne, 16 und 9 Jahre alt, bin seit fünf Jahren verheiratet, seit zehn Jahren mit meinem Mann zusammen und lebe in Wien. Ich frühstücke nicht, sammle Ohrringe, gehe gerne zum Heurigen, fahre gerne auf Urlaub und koche gerne. Ich liebe Filme, den Songcontest und Harry Potter.

Gudrun: Ich habe einen achtjährigen Sohn, er ist zur Hälfte bei mir, zur Hälfte bei seinem Vater. Ich habe seit drei Jahren einen Freund in Oberösterreich. Ich wohne in Wien und bin aber somit auch viel zwi-

schen Oberösterreich und der Steiermark unterwegs. Ich liebe es, Salsa zu tanzen, bin immer am Abnehmen, weiß viel darüber, bin aber gar nicht so erfolgreich. Ich bin ein Lehrerkind und habe drei Schwestern.

20 Jahre Kernölamazonen.

Geburtstags-Sause und -programm – was wird’s geben?

Caroline: Wir werden unser ganzes Leben miteinander in der Ehe Revue passieren lassen, man wird Dinge sehen, die man nie sehen wollte. Dinge, die auch wir nie wieder sehen wollten. Wir lassen es richtig krachen. Es wird lustig!

EVENTS

20 JAHRE LIEBE & KERNÖL

24./25.09.2025, Graz, Theater der Komödie Graz

17.10.2025, Lannach, Steinhalle Lannach

19.10.2025, Leibnitz, Kulturzentrum Leibnitz

24.10.2025, Köflach, Kunsthaus Köflach

Geburtstags-Sause: 04.11.2025, Graz, Orpheum Graz

28.12.2025, Weiz, Kunsthaus Weiz

25.02.2026, Gleisdorf, forumKLOSTER Gleisdorf

27.02.2026, Hartberg, Stadtwerke-Hartberg-Halle 10.05.2026, Graz, Orpheum Graz www.kernoelamazonen.at

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