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GLADBECK-SPEZIAL

GLADBECK-SPEZIAL

— Die Maschinenhalle Zweckel (oben) ist zum weithin bekanntesten Kulturort Gladbecks geworden. Unten eine Skulptur vorm Kulturzentrum in der Innenstadt.

GLAdbeki Mitten im Ruhrgebiet Gladbeck liegt so was von mittendrin im Ruhrgebiet, dass wir in dieser Serie nicht dran vorbeikommen. Auch wenn die Stadt vergleichsweise klein ist und seit Jahren zum Kreis Recklinghausen gehört. Oder jedenfalls irgendwie sĂŒdlich unten dran hĂ€ngt, zwischen Gelsenkirchen und Bottrop.

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Gladbecker gab es schon vor 4000 Jahren, nur hießen sie nicht so. Was man bei Ausgrabungen von diesen bronzezeitlichen Menschen gefunden hat, kann man heute im Museum Schloss Wittringen besichtigen. Vor etwa 1000 Jahren tauchte der Name „Gladbeki“ in schriftlichen Urkunden auf – ruhrtypisch in Akten des damals begĂŒterten Klosters Werden. „Gladbeki“ ist natĂŒrlich nicht polnisch; Heimatforscher ver-

muten, dass der Name von einem glatt-glĂ€nzenden Bach herrĂŒhre. Das Dorf Gladbeck schmiegte sich an die Lambertikirche und bildete zusammen mit den Bauernschaften Brauck, Butendorf, Ellinghorst, Rentfort und Zweckel ein „Kirchspiel“ Gladbeck. Man lebte von Landwirtschaft. Das Ă€nderte sich, wie ringsum in anderen Dörfern, durch den Bergbau. 1873 wurde wenige hundert Meter sĂŒdlich der

Gladbecker Kirche der erste Schacht abgeteuft. Die Zeche mit dem niedlichen Namen „Rieckchen“ florierte aber erst am Ende des Jahrhunderts so recht und dehnte sich, unter dem zackigeren Namen „Graf Moltke“, nach SĂŒden aus. Zur gleichen Zeit nahmen weitere Schachtanlagen die Förderung auf: „Möller“ im Westen, „Zweckel“ im Norden und „Mathias Stinnes“ im sĂŒdlichen Brauck. Gladbecks Bevölkerung wuchs von gerade mal 3000 sprunghaft auf ĂŒber 50.000 (1915). Dass man stolz auf den neuen Reichtum war, zeigte sich nach 1900 in neuen, reprĂ€sentativen GebĂ€uden des alten Gladbecker Dorfkerns. Allen

voran das 1910 eröffnete prĂ€chtige Rathaus mit AnklĂ€ngen an die Renaissance. Die Aussage war ĂŒberdeutlich: Wir sind Stadt! Aber wie viele andere preußische „Industriedörfer“ strebte Gladbeck lange vergeblich nach dem Status. Im Kaiserreich wurde es nie etwas damit; erst 1919 erhielt Gladbeck offiziell die Stadtrechte. Weitere stolze Bauten folgten in den zwanziger Jahren. Ein Post-Palast im Stil des Backstein-Expressionismus zum Beispiel, heute Brauhaus und Restaurant. Ein gepflegtes Verwaltungsviertel am Jovy-Platz, mit vielem, was eine Stadt so braucht: Amtsgericht, Polizeiamt, Finanzamt, Park und gediegene Wohnungen fĂŒr

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