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NR. 1 / JUNI 2014

DAS MAGAZIN DER GEBIETSBETREUUNG STADTERNEUERUNG

nachgefragt Fotos: GB*

WOHNBAUSTADTRAT MICHAEL LUDWIG UND MA25-ABTEILUNGSLEITER BERNHARD JAROLIM

dokumentiert 40 JAHRE GEBIETSBETREUUNG UND SANFTE STADTERNEUERUNG

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aufgewertet LEBENSWERTES UND LEISTBARES WOHNEN DURCH SANIERUNG Lokales Wissen Do It Yourself! Mehr Natur in der Stadt u.v.m.

KOSTENLOSES MAGAZIN DER GEBIetsbetreuUNG STADtERNEUERUNG


stadt.erneuern

„Die GB* SIND wie Licht, Luft und Sonne.“ Fotos: MA25

FRAGEN AN MA25-LEITER BERNHARD JAROLIM

DI Bernhard Jarolim Abteilungsleiter MA 25 – Stadterneuerung und Prüfstelle für Wohnhäuser

ZUR PERSON AUFGEWACHSEN IN: Wien Leopoldstadt

HOBBIES: Laufen, Radfahren, Schifahren, Lesen, Garten VORBILD: Ich habe kein „allgemeines Vorbild“, ich orientiere mich an für mich in bestimmten Lebensbereichen positiv beeindruckenden Persönlichkeiten, die zumeist aus meinem persönlichen Umfeld stammen. LEBENSMOTTO: In jeder „negativen“ Erfahrung steckt eine große Chance zur persönlichen Weiterentwicklung. AUSBILDUNG UND BERUFLICHE STATIONEN: • Realgymnasium • Studium Landschaftsökologie und Landschaftsgestaltung (BOKU) • Mitarbeiter in Zivilingenieurbüro • Sachbearbeiter in MA 40 (damals zuständig für Liegenschaftsbewertung) und Personalvertreter • Leiter der Gruppe Miet- und Nutzwertberechnung in MA 40 und MA 25 • Abteilungsleiter-Stellvertreter in der MA 25 • Seit 2010 Leiter der MA 25

Wenn es die Gebietsbetreuungen Stadterneuerung nicht gäbe, warum müsste man sie erfinden? Weil die GB* ein wenig wie „Licht, Luft und Sonne“ sind. Sie arbeiten seit 40 Jahren dort, wo sich die Stadt in „Nahaufnahme“ zeigt, wo also planerische Leitideen und bauliche Maßnahmen zu konkreten, alltäglichen Erfahrungen werden. Neben baulichen Maßnahmen und Förderungsangeboten werden die BewohnerInnen in Wien von den GB* über aktuelle und künftige Entwicklungen informiert und auch aktiv eingebunden. Dieses Service für die Bürgerinnen und Bürger würde fehlen und das verbindende Gemeinsame im Grätzel zu kurz kommen!

Erfolgreiche Stadterneuerung bedeutet … … eine wertvolle Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität in heute schon dicht verbauten Stadtgebieten aber auch in den Gebieten, die eine neue Nutzung erhalten. Im Herbst 2010 würdigte die UNO die Politik der „sanften, bewohnerInnenorientierten Stadterneuerung” Wiens mit der „Scroll of Honour”. Heute gehört Österreichs Hauptstadt zu den weltweit führenden Metropolen in Sachen Wohn- und Lebensqualität.

In Wien funktioniert das Zusammenleben deshalb gut, weil, ... ...

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trotz

der

berühmtem

Wiener

Raunzereien und einer gewissen Intoleranz gegenüber Neuem doch immer ein konsensualer Weg gewählt wird. Dieser dauert zwar oft ein wenig länger, zeichnet sich aber letztendlich durch hohe Akzeptanz der Betroffenen aus. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GB* tragen mit ihrem Engagement und Arbeitseinsatz in vielfältiger Hinsicht zur Steigerung der hohen Wohn- und Lebensqualität in Wien bei. Als niederschwellige Vor-Ort-Einrichtung helfen die GB* verschiedene Interessen zu vereinen, die kulturelle Vielfalt zu fördern und das Zusammenleben in den Stadterneuerungsgebieten nachhaltig zu verbessern.

Das macht meinen beruflichen Alltag als Abteilungsleiter der MA 25 besonders interessant … … die Vielfalt der Aufgaben, die ständig neuen Herausforderungen die sich durch eine wachsende Stadt ergeben, die organisatorischen Entwicklungsmöglichkeiten und der immer spannende Umgang mit den beruflichen und auch persönlichen Angelegenheiten und Bedürfnissen meiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

In diesem Wiener Park oder städtischen Erholungsgebiet halte ich mich gern auf … … als Kind und Jugendlicher war mein Freizeitlebensraum der Prater und die Lobau. Dorthin zog es mich, um mit

Freunden Fußball und Volleyball zu spielen, mit dem Rad zu fahren oder auch speziell während meines Studiums auf der BOKU die Natur zu beobachten! Heute nutze ich aufgrund meines Wohnortes das Liesinger Grünraumangebot – zumeist im Bereich Petersbach.

AKTUELLER WOHNORT: Wien Liesing

In Wien leben bedeutet für mich daheim sein, Vielfalt erleben, mitgestalten und entwickeln. Ausgleich zum beruflichen Alltag finde ich ... ... beim Sport in freier Natur oder in meinem kleinen Garten.

Facebook, Twitter oder Instagram? Twitter

Drei Dinge, die unbedingt mit auf die Insel müssen … … Rückflugticket, passendes Buch und Fernglas.

Für die Zukunft wünsche ich mir … … eine weitere positive Entwicklung meiner Heimatstadt Wien, weiterhin viel Freude und Spaß an meiner Tätigkeit und „g’sund bleib’m“!


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„EIN ANSPORN FÜR DIE ZUKUNFT.“ FRAGEN AN WOHNBAUSTADTRAT MICHAEL LUDWIG

Fotos: Christian Jobst/PID

DR. MICHAEL LUDWIG WIENER WOHNBAUSTADTRAT

Richtigkeit des „Wiener Wegs“. Es ist aber auch ein Ansporn für die Zukunft.

Das wünsche ich der GB* zu ihrem 40-jährigen Bestehen … … zunächst ist dieses Jubiläum ein willkommener Anlass, um allen zu danken, die an dieser Erfolgsgeschichte maßgeblichen Anteil haben. Dieser Dank gebührt den rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in den 9 GB* hervorragende Arbeit für die Wienerinnen und Wiener leisten. Sie setzen sich mit großem Engagement in vielen Projekten und Initiativen für lebenswertere Grätzel und ein gelungenes Miteinander ein. Stadterneuerung ist ein sich ständig verändernder Prozess. Ich wünsche den GB*, dass sie diesen Veränderungen weiterhin mit so viel Offenheit und Innovationskraft begegnen, wie sie das bei zahllosen Projekten bereits unter Beweis gestellt haben. Als Politiker steht man auch immer auf den Schultern seiner Vorgänger, und daher gilt mein Dank auch meinen Vorgängern Hubert Pfoch, Fritz Hofmann, Johann Hatzl, Rudi Edinger und Werner Faymann. Das Wiener Erfolgsmodell der „Sanften Stadterneuerung“ leistet einen wichtigen Beitrag zur … … hohen Wohn- und Lebensqualität in Wien. Vor 40 Jahren lag der Anteil an Substandardwohnungen bei 42 Prozent und ganze Stadtteile der Gründerzeit waren abgewirtschaftet und seit ihrer Errichtung noch nie saniert. Die Stadt hat sich entschlossen, anstelle von Abriss und Neubau diese Viertel behutsam zu revitalisieren. Und zwar ohne die ursprünglich dort ansässige Bevölkerung zu verdrängen. Der Anteil an Substandardwohnungen beträgt übrigens heute unter 3 Prozent. Vor allem für den sozialen Aspekt der „Sanften Stadterneuerung” wurde

Wien 2010 von der UN-Habitat mit dem Wohnbau-Oscar, der „Scroll of Honour“ ausgezeichnet. Bürgerinnen und Bürger sollen aktiv über Entwicklungen im Wohnumfeld eingebunden werden, weil … … Mitbestimmung die Identifikation der Bewohnerinnen und Bewohner mit dem eigenen Grätzel stärkt und auch die Zufriedenheit zunimmt. Durch Mitsprache und Teilhabe an der Gestaltung des Wohnumfeldes, das ja zum unmittelbaren Lebensraum gehört, werden die Bürgerinnen und Bürger gewissermassen Botschafterinnen und Botschafter ihres Grätzels. Für mich ist Wien die Stadt mit der weltweit höchsten Lebensqualität, weil …. … die Stadt den Wienerinnen und Wienern Sicherheit und Geborgenheit bietet. Wien hat ein engmaschiges soziales Netz, eine hervorragende medizinische Versorgung, ein unglaublich großes Angebot an Kunst und Kultur, etwa die Hälfte der Fläche ist Grünraum und last but not least ist in Wien qualitätsvolles Wohnen im Vergleich mit anderen Metropolen wie München, Hamburg, Barcelona oder Zürich noch immer günstig, auch wenn die Mieten am privaten Sektor zuletzt zum Teil stark gestiegen sind. Was mich natürlich besonders freut, ist der Umstand, dass bei der Mercer-Studie, die 223 Städte anhand verschiedener Faktoren vergleicht, der Bereich des Wohnens in Wien in allen Kategorien immer die Höchstzahl erhalten hat. Dieses sehr gute Zeugnis, das der Stadt insgesamt ausgestellt wird, zeigt die

Das gibt’s nur in Floridsdorf … … was Floridsdorf so besonders macht, ist die Verbindung von qualitätsvollem Wohnen und einem großen Angebot an Grün- und Naherholungsflächen, wie etwa Donauinsel oder Bisamberg. Einzigartig sind die historischen Heurigenorte in Stammersdorf, Strebersdorf und Jedlersdorf. Hier werden rund 260 Hektar Weingärten bewirtschaftet. Wien ist ja die einzige Weltstadt mit nennenswerter Weinproduktion. Ausgleich zum beruflichen Alltag finde ich … … bei meiner Familie und meinen Freunden, beim Lesen, beim Laufen und in meinem Garten. Hier mache ich Urlaub … … ich bin ein leidenschaftlicher Österreich-Urlauber und liebe das Wandern zu jeder Jahreszeit, im Winter eben mit den Schneeschuhen. SMS, Whatsapp oder Telefon? Handy mit vielen smarten Applikationen. Drei Dinge, die unbedingt mit auf die Insel müssen … … das Rückflugticket vorausgesetzt: Bücher, Laufschuhe und Schokolade. Davon träume ich … … es ist weniger ein Traum als bereits gelebte Realität. Diesen Weg wollen wir auch in Zukunft weiter gehen. Nämlich unser Wien in enger Zusammenarbeit von Wienerinnen und Wienern mit der Verwaltung und der Politik weiter zu entwickeln. Das heißt: gerechte Verteilung aller Angebote, die Leistungen auszubauen und Ressourcen zu schonen, einen wirtschaftspolitischen Kurs, der unsere Stadt auch unter schwierigen Rahmenbedingungen wachsen lässt und damit den sozialen Frieden in der Stadt und ein friedliches, gemeinschaftliches Miteinander weiterhin erhält.

ZUR PERSON AUFGEWACHSEN IN: Einem Gemeindebau des „Roten Wien der 1. Republik“ im Floridsdorfer Bezirksteil Großjedlersdorf AKTUELLER WOHNORT: Im Floridsdorfer Bezirksteil Strebersdorf HOBBIES: Lesen, Laufen, Theater VORBILD: Vorbilder können alle sein, die etwas Positives in Bewegung setzen – ob sie im Rampenlicht der Öffentlichkeit stehen oder in ihrem privaten Umfeld „im Kleinen“ etwas bewirken. Und nicht zu vergessen, die vielen Menschen, die sich zum Wohl der Allgemeinheit ehrenamtlich engagieren. LEBENSMOTTO: „Durch’s Reden kommen d’Leut zamm.“ AUSBILDUNG UND BERUFLICHE STATIONEN: • Handelsakademie • Studium Geschichte und Politikwissenschaft • Projektleiter in der Erwachsenenbildung • Pädagogischer Leiter einer Volkshochschule • Landesstellenleiter des Dr.-Karl-Renner-Instituts • Bezirksrat in Floridsdorf von 1994-1995 • Mitglied des Bundesrates von 1996-1999 • Mitglied des Gemeinderates der Stadt Wien von 1999-2007 • Wiener Wohnbaustadtrat seit 2007, Vizebürgermeister von 2009-2010

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EDITORIAL Liebe Leserinnen, liebe Leser, Wien bietet aktuell weltweit die höchste Lebensqualität. Das ist auch ein Verdienst der Gebietsbetreuungen Stadterneuerung, die 2014 ihr 40-jähriges Jubiläum feiern.

WIENS ERSTER STADTENTWICKLUNGSPLAN ERHOB 1984 DIE „SANFTE STADTERNEUERUNG” ZUR MAXIME.

Ziel der in Wien etablierten „Sanften Stadterneuerung“ ist es, leistbaren Wohnraum zu schaffen und die Wohn- und Lebensqualität zu steigern - behutsam und unter Einbindung der Bevölkerung. (S.15). Waren die GB* ursprünglich vor allem in gründerzeitlich geprägten Stadtteilen tätig, hat sich ihr Aufgabengebiet räumlich und inhaltlich gewandelt. So begleiten die GB* heute im Rahmen von Stadtteilmanagements Veränderungsprozesse und Entwicklungen in Neubaugebieten (S. 9). Die kostenlose wohn- und mietrechtliche Beratung wurde auf zielgruppenspezifische Angebote ausgeweitet (S. 8), die lokale Expertise wird mittels neuer Formate (S. 17) und Kommunikationsmöglichkeiten (S. 18) vermittelt. Die GB* bieten Sanierungsberatung und unterstützen bei Blocksanierungen (S. 11), engagieren sich für die lokale Wirtschaft (S. 14) und für mehr Grün im Stadtteil (S. 12). Im Fokus aller Aktivitäten und Initiativen stehen immer die Menschen. Diese werden ermutigt, aktiv für ein lebenswertes Wohnumfeld einzutreten (S. 16). Machen Sie sich ein Bild, machen Sie mit!

Foto: GB*

Foto: Alex Halada / PID

— die Redaktion

INHALT 02 …… Fragen an DI Bernhard Jarolim 03 …… Fragen an Dr. Michael Ludwig 04 …… Milestones „Sanfte Stadterneuerung” 07 …… GB* in Zahlen 08 …… Miet- und Wohnrechtsberatung 09 …… Stadtteilmanagement 10 …… Sanierung 11 …… Interview zur Blocksanierung 12 …… Mehr Natur in der Stadt 14 …… Lokale Wirtschaft 15 …… Partizipation 16 …… Do It Yourself: Stadtanleitung 17 …… Lokales Wissen 18 …… Pilotprojekt „weloveottakring” 19 …… GB*-Statistik, Web, Impressum 20 …… GB*-Standorte

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I

n Wien wird Stadterneuerung seit Jahrzehnten mit großem Erfolg praktiziert. Dies wird sichtbar, wenn man durch die alten Stadtviertel spaziert, deren Straßen und Gassen von urbaner Lebendigkeit erfüllt sind. Das war nicht immer so. Abgewohnte Häuser, in denen vorwiegend alte Menschen in Substandardwohnungen hausten, prägten sterbende Stadtteile. Um den schleichenden Verfall von Wiens dichtbebautem Stadtgebiet aufzuhalten, war eine grundlegende Erneuerung dieser Gebiete erforderlich, was, wie sich herausstellte, leichter gesagt als getan war. Das Aufgabengebiet war enorm, denn von den rund 700.000 Wohnungen anfangs der 70er-Jahre wurden etwa 300.000 als Substandardwohnungen ausgewiesen, was rund 42 Prozent des Gesamtbestandes entsprach. Die ersten Ansätze zur Sanierung von Wohnvierteln in den 50er- und 60er-Jahren verliefen unbefriedigend. Erneuerungen im „Fiakerviertel“ in Erdberg und in Lichtental im 9. Bezirk basierten auf Kahlschlagsanierungen, ein Weg, den man in Wien im Gegensatz zu anderen Städten auf keinen Fall weiter beschreiten wollte. Bei der aufwändigen Renovierung der Wiener Althäuser im Blutgassenviertel der Wiener Innenstadt mussten die FolgemieterInnen einen Teil der Kosten übernehmen, was dazu

führte, dass nur mehr ein betuchtes Klientel in die Blutgasse einziehen konnte. Auch die Sanierung des Spittelberges ging mit einem Wechsel der ehemaligen MieterInnen einher. Vielversprechender verlief die Sanierung im „Planquadrat“, einem Grätzel im vierten Gemeindebezirk. Ein Fernsehteam des ORF hatte die Initiative ergriffen und motivierte die MieterInnen zur Mitarbeit. „Planquadrat“ lieferte die Praxis zur Theorie des Partizipationsgedankens. Auf Grund von verwaltungstechnischen Problemen und dem Fehlen sowohl rechtlicher Voraussetzungen als auch finanzpolitischer Instrumentarien dauerte es einige Zeit, bis die Wiener Stadterneuerung auf Touren kam. Als die Protagonisten der ersten Stunde erwiesen sich Bürgermeister Leopold Gratz, sowie die Stadträte Fritz Hofmann und Hubert Pfoch.

Stadterneuerung beschränkte sich nicht nur auf die Gründerzeitviertel. die Stadt Wien kümmerte sich ebenso um die Instandhaltung der eigenen Gebäude. Pilotprojekt Ottakring – die Geburtsstunde der „Sanften Stadterneuerung“. Mit dem Stadterneuerungsgesetz von 1974 traten erstmals bundesweit gesetzliche Richtlinien für die Stadterneuerung in Kraft.


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Sanfte Stadterneuerung. Starke Leistung. Der Wiener Weg.

Foto: GB*

40 JAHRE GB*

Das Gesetz führte zur Festsetzung eines Untersuchungsgebietes im 16. Gemeindebezirk. Die Erfolgsgeschichte der Stadterneuerung begann schließlich 1974 mit einem städtischen Info-Bus in Ottakring. Das Jahr 1974 markiert daher den Beginn des Mammutprojektes „Sanfte Stadterneuerung“ bzw. des „Großprojektes der kleinen Schritte“, wie es auch bezeichnet wurde. Ziel ist es bis heute, eine umfassende Qualitätsverbesserung städtischer Lebensbedingungen herbeizuführen – und zwar auf behutsame Art und Weise unter Einbindung der Bevölkerung, auch wenn dies ein mühsamer Prozess ist. Vom Modell Ottakring gingen viele Impulse für die Ideenfabrik Stadterneuerung aus, die wichtigste davon: Die erste Gebietsbetreuung als Anlaufstelle für AnrainerInnen. Die Wichtelgasse wurde verkehrsberuhigt und 1980 den Beispielen Deutschlands und Hollands folgend zu Österreichs erster Wohnstraße umfunktioniert. Auf einer Baulücke und der Fläche mehrerer Hinterhöfe legte das Stadtgartenamt den Wichtelpark an, zur weiteren Verkehrsberuhigung wurde der Durchzugsverkehr unterbunden. Auf Baulücken errichtete die Stadt Wien insgesamt fünf Neubauten, in denen zur Beheizung erstmals die Abwärme der Ottakringer Brauerei mittels einer Kraftwärmekupplung genutzt wurde. Im Modellgebiet Ottakring fand schließlich die erste Sockelsanierung statt, die in den 80er-Jahren zu

einem Meilenstein der „Sanften Stadterneuerung“ wurde. Nicht zuletzt schuf ein Künstler gemeinsam mit Jugendlichen die erste bunt bemalte Feuermauer der Stadt – was heute banal klingt, in den 70erJahren aber ein Aufreger ersten Ranges war. Auf Ottakring folgten die Stadtviertel Gumpendorf, Ulrichsberg, Himmelpfortgrund, Meidling-Wilhelmdorf, Währing und Storchengrund. Mit dem 1984 von Fritz Hofmann ins Leben gerufenen Wiener Bodenbereitstellungs- und Stadterneuerungsfonds (heute: wohnfonds_wien) wurde eine zentrale Koordinierungs- und Förderstelle geschaffen, mit dem Wohnhaussanierungsgesetz setzte man auf finanzielle Sanierungsanreize für private Hauseigentümer.

Stadterneuerung wurde nicht länger als pragmatischer Bau- und Architekturprozess definiert, sondern als immens gesellschaftspolitische Verantwortung. Auch der erste Stadtentwicklungsplan Wiens von 1984 erhob die „Sanfte Stadterneuerung“ zur Leitmaxime. Hofmanns Nachfolger, Rudolf Edlinger, nominierte weitere Stadterneuerungsgebiete: Neulerchenfeld, Karmeliterviertel, Margareten-Ost und Inner-

Favoriten, das Kalvarieberg- und das Augartenviertel. Ende der 80er-Jahre war ihre Zahl auf 13 angewachsen. Mit der Anzahl der Gebiete wuchs ihre Größe: 6,3 Hektar waren es in Ottakring, 147 Hektar in Favoriten. Auch der Tätigkeitsbereich der GebietsbetreuerInnen veränderte sich. Die Gebietsbetreuungen wurden von Planern zu Organisatoren und zu Moderatoren unterschiedlicher Interessen. Sie fungierten als Informationsdrehscheibe, Koordinationsstelle für lokale Netzwerke, als Betreuungsstelle und erste Instanz für Hilfe aller Art. Stadterneuerung beschränkte sich nicht mehr nur auf die Gründerzeitviertel, die Stadt Wien kümmerte sich ebenso um die Instandhaltung der eigenen Gebäude. Das Mietrechtsgesetz von 1982 mit der Einführung des Erhaltungsbeitrages bot die Handhabe dazu. Zahlreiche große Gemeindebauten der Zwischenkriegszeit wurden generalüberholt und städtische Althäuser revitalisiert.

Vorrang für die innere Stadtentwicklung. Der Fall des Eisernen Vorhanges 1989, ein Zuwachs von rund 100.000 EinwohnerInnen zwischen 1987 bis 1993 und der Beitritt Österreichs zur Europäischen Union führten zu einem dynamischen Entwicklungsschub und zu neuen Rahmenbedingungen für Wien. Die Stadt wuchs wieder, was etwa bis 1995 zu einer Verstärkung der Bautätigkeit in den Randlagen führte. Der Trend zur zentrumsorientierten,

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Mit Hilfe von EU-Förderungen ging man schließlich an ein Mammutprojekt der Stadterneuerung heran: die Gürtelzone. Das Revival des Gürtels als urban-lebendiges Gebiet mit Szenecharakter begann mit der Gürtelkommission 1984 unter Fritz Hofmann. Einen deutlichen Schub erhielt es als EU-Projekt „URBAN Wien-Gürtel Plus“ im Jahr 1996. Als es drei Jahre später auslief,

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wurde mit dem „Zielgebiet Gürtel“ ein umfangreiches BürgerInnenbeteiligungsprogramm gestartet. Noch immer steht der Gürtel im Zentrum einer Stadtteilarbeit, die sich durch eine Kombination von sozialen, wirtschaftlichen, baulichen und kulturellen Maßnahmen auszeichnet.

Stadterneuerung hat Zukunft. Seit Jänner 2007 leitet Michael Ludwig das Ressort Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung. Der Stadtrat trat seine Funktion unter den bisher schwierigsten Rahmenbedingungen für den sozialen Wohnbau und für die Fortführung der „Sanften Stadterneuerung“ an. Die Situation in Wien war geprägt von Städtewettbewerb, der Rücknahme staatlicher Regulierung, der schwieriger werdenden ökonomischen Situation der öffentlichen Hand und Integrationsdruck.

inneren Stadtentwicklung verlief jedoch weiterhin ungebremst. Grundstücke von Betriebsarealen, Kasernen, Bahnhöfen und Straßenbahnremisen wurden für den sozialen Wohnbau im dichtbebauten Stadtgebiet genutzt, wie etwa die Remisen Maroltingergasse, Kreuzgasse und Vorgartenstraße, das Areal der ehemaligen Rennwegkaserne als Wohnpark Rennweg, die „Zahnradfabrik“ in Ottakring, die ehemalige Lampenfabrik Osram in Liesing, der „Wohnpark Dresdner Straße“ oder das Kabelwerk in Meidling, um einige Beispiele zu nennen. Zahlreiche neue Gebäude im inneren Stadtgebiet sind sichtbare Beispiele dafür, dass sich moderne Architektur hervorragend mit dem gründerzeitlichen Baubestand der alten Wienerstadt kombinieren ließ. Wien präsentierte sich als Stadt, die ihr reiches Baukultur-Erbe bewahrte und erneuerte und gleichzeitig die Entwicklung qualitätsvoller neuer Architektur förderte. Eines der trendigsten Projekte, das um die Jahrtausendwende entstand, ist die Gasometer City.

Lebensqualität hängt eng mit der Wohnqualität zusammen und damit gehört Stadterneuerung auch in Zukunft zu den wichtigsten Aufgaben der Stadtverwaltung. Wohnbaustadtrat Ludwig

Ungeachtet aller Probleme ist die weitere Steigerung der Wohnzufriedenheit erklärtes Ziel

Foto: GB*

Foto: GB*

Foto: GB*

IN SACHEN WOHNQUALITÄT HAT WIEN HÖCHSTEN STANDARD ERREICHT.

des Stadtrates. Verwaltungstechnische Evaluierung und neue Schwerpunktsetzungen haben sich in der Zwischenzeit voll bewährt: Die Gebietsbetreuungen Stadterneuerung (GB*) sind mittlerweile in 19 Wiener Gemeindebezirken und aktuell an 17 Standorten tätig. Die Teams verfügen über breitgefächerte Kompetenzen, ihre Aufgaben liegen in einem interdisziplinären Gebietsmanagement. Dem Stadtteilmanagement obliegt es, die lokale Ebene zu stärken, BewohnerInnen zu ermutigen, sich zu artikulieren, um sie zu gleichberechtigten PartnerInnen werden zu lassen. Über ImageAufwertung werden Standorte für ihre NutzerInnen attraktiv gemacht, wobei man dabei nicht selten von kultureller Belebung ausgeht. Die projektorientierte Stadterneuerung wird seit vielen Jahren durch vielfältige Formen der Kulturarbeit ergänzt. Die Mobile Gebietsbetreuung (GB*mobil) kümmert sich vor allem um rechtliche Fragen. Die Gebietsbetreuungen Städtische Wohnhausanlagen, die seit 2010 als „wohnpartner – Gemeinsam für eine gute Nachbarschaft” firmieren, legen mit zahlreichen Aktionen das Fundament für ein reibungsloses Zusammenleben im Gemeindebau. Waren es vor 40 Jahren Bürgermeister Leopold Gratz und Stadtrat Fritz Hofmann, so sind heute Michael Häupl und Michael Ludwig die Garanten dafür, dass Wiens Stadtentwicklung weiterhin im Zeichen der Stadterneuerung stehen wird. Natürlich


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DIE GB* IN ZAHLEN

“ Foto: GB*

WOHNBAUSTADTRAT LUDWIG

ist es nicht mehr die Stadterneuerung Marke „Pilotprojekt Ottakring“, die Schwerpunkte haben sich verlagert, zu differenziert sind die Aufgabenfelder zu umfangreich ist das Leistungsspektrum geworden. Geförderte Wohnhaussanierung ist eine zentrale Säule der Wiener Wohnbaupolitik. Sie leistet einen entscheidenden Beitrag zur hohen Wohnund Lebensqualität bei gleichzeitig stabilen und erschwinglichen Mieten. Als ein wichtiges Instrument der „Sanften Stadterneuerung” wurde zu Beginn der 90er-Jahre die Blocksanierung entwickelt. Ziel dabei ist, eine nachhaltige Aufwertung dicht bebauter Stadtteile durch liegenschaftsübergreifende Maßnahmen also über das einzelne Gebäude und Grundstück hinaus. Vom wohnfonds_wien werden jährlich drei Blocksanierungsgebiete zur Untersuchung beauftragt. Ein breites Spektrum nehmen ökologische Maßnahmen ein. Mit Hilfe der ThewosanFörderschiene werden Schritte zur thermischenergetischen Sanierung von Wohnhäusern gesetzt. Letztendlich macht es auch die demografische Entwicklung in Wien notwendig, spezifische Themen aufzugreifen: „Barrierefreies Wohnen“ erfordert behindertengerechte Einrichtungen, den nachträglichen Einbau von Aufzügen in Althäusern oder auch neue Wohnformen für SeniorInnen.

WIR ENTWICKELN WIEN HEUTE FÜR MORGEN WEITER: UND WIR GEHEN DIESEN WEG GEMEINSAM MIT DEN BEWOHNERINNEN UND BEWOHNERN WIENS. Erfolgsbilanz. War Wien am Beginn und bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts eine Stadt mit besonders schlechten Wohnverhältnissen, beträchtlich hinter den Millionenstädten Westeuropas zurück, so hat sie heute besten europäischen Standard erreicht. Bereits zum fünften Mal in Folge konnte sich Wien in der im Februar 2014 „Mercer-Studie“ weltweit an die Spitze aller 223 verglichenen Metropolen setzen. Wiens „Sanfte Stadterneuerung“ war zum x-ten Mal Träger von internationalen Auszeichnungen. Der weltweit wichtigste Preis im Bereich der Stadtentwicklung und Stadterneuerung, die „Scroll of Honour“, wurde am 4. Oktober 2010 von der UN-Habitat (UNO-Weltorganisation für Siedlungswesen und Wohnbau) an Wien verliehen. Als sich ständig weiterentwickelndes System legte die Stadterneuerung von damals den Grundstein zu etwas, das heute als herausragende Stärke Wiens gesehen wird: Die Verbindung lokaler Identitäten, historischer Baubestände und neuer Architektur.

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GEBIETSBETREUUNGEN

17 STANDORTE IN WIEN

95 0

MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER

KOSTEN FÜR DIE BERATUNG DURCH GB*-EXPERT/INNEN IN EURO

500 UNGEFÄHRE ANZAHL AN JÄHRLICH oRGANISIERTEN VERANSTALTUNGEN IM STADTTEIL

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GB*-STADTTEILMANAGEMENTS IN NEUBAUGEBIETEN

19 ZAHL DER BEZIRKE, IN DENEN DIE GB* TÄTIG SIND

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FOKUS BERATUNG

BESSER INFORMIERT D

ie Gebietsbetreuungen Stadterneuerung bieten seit ihrem Bestehen Information und Beratung zum Thema Wohnen und Wohnumfeld. Charakteristisch für die in Wien geltende Stadterneuerungsstrategie, die sich dem Schutz der sozial Schwächeren verschreibt, ist der niederschwellige, kostenlose und unbürokratische Zugang zu den GB*-Leistungen. In Zeiten wachsender Bevölkerungszahlen steigt auch der Druck auf den städtischen Wohnungsmarkt.

Foto: GB*

Die GB* engagIeren sich IM Sinne der „Sanften StADterneuerung” gegen Spekulation und für leistbares Wohnen und bieten auch spezielle „präventive” Informationsangebote für unterschiedliche Zielgruppen an. Bei den Vorträgen der GB* wird auf alle wohnrechtlichen Fragen eingegangen. Auch individuelle Beratung ist möglich, natürlich kostenlos.

Die GB*-ExpertInnen informieren und beraten zu wohnrechtlichen Fragestellungen rund um Mietzins und Betriebskosten, Abschluss von Miet- und Kaufverträgen, Kündigungs-, Räumungs- oder Schlichtungsverfahren und bieten Förderungsberatung zu Wohnen und Sanieren. Im Leistungsportfolio enthalten sind auch die Erstberatung bei Sanierungsfragen und Hofbegrünungen sowie Informationen rund um Entwicklungen im Stadtteil sowie die Stärkung privater Initiativen im öffentlichen Raum (z.B. Begrünung von Baumscheiben). Die GB* sind in ihrem Beratungsalltag zunehmend mit komplexen Fragestellungen konfrontiert. Wohnrechtliche Probleme treten mitunter in Kombination mit Verschuldung, geringem Einkommen oder auch Arbeitslosigkeit auf. Hier kooperiert die GB* eng mit zuständigen Fachdienststellen des Magistrats und weiterführenden Einrichtungen, um eine möglichst zielführende Beratung anzubieten.

TIPPS FÜRS WOHNEN

Die Mobile Gebietsbetreuung (GB*mobil) bietet kostenlose Vortragsreihen, die sich an Fragen und Interessen bestimmter Zielgruppen - z.B. Jugendliche, Studierende, SeniorInnen oder WohnungskäuferInnen - richten.

TIPP 1 Wohnen für Anfänger/Innen

TIPP 3 Sorgenfrei Wohnen im Alter

Endlich! Der Einzug in die ersten eigenen vier Wände steht bevor. Damit’s mit der Suche und Anmietung der ersten Wohnung klappt, bietet die GB*mobil in Zusammenarbeit mit der MA 13 von Mai bis November 2014 kostenlose Vorträge in ganz Wien an.

Vorbeugen ist besser als nachsehen! Menschen, die über günstige Altmietverträge verfügen, sind häufig von Absiedlungsdruck betroffen. Damit Sie auch im Alter sorgenfrei wohnen können, informieren Sie die ExpertInnen der GB*mobil über Ihre Rechte und Pflichten als MieterIn. 2014 finden fortlaufend Termine statt!

Tipp 2 Auf Wohnungssuche? Informationen und Tipps für Studierende Welche Rechte habe ich als MieterIn? Was ist bei Untermiete zu beachten? Was bei Vertragsunterzeichung? Diese und viele weitere Fragen rund um studentische Wohnformen und Mietrecht stehen im Zentrum der kostenlosen Infoveranstaltungen speziell für Studierende. Im Herbst geht’s weiter!

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Tipp 4 Praktische Tipps beim Kauf einer Eigentumswohnung Sie planen, eine Eigentumswohnung zu kaufen? Worauf Sie achten sollten, damit ihre Unternehmung ein Erfolg wird, erfahren Sie bei monatlich stattfindenden kostenlosen Vorträgen mit vielen Beispielen aus der Praxis!

AUF DEN PUNKT

HERTA JANI JURISTIN GB*MOBIL

Wer sich im Vorfeld informiert, spart sich so manch unangenehme Überraschung. Dies gilt für die Anmietung oder den Kauf einer Wohnung ebenso, wie für die Wohnungsrückgabe. Alle Vortragstermine auf www.gbstern.at/mobil


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HERAUSFORDERUNG STADTTEILMANAGEMENT

ZUSAMMEN WACHSEN

Die zur Zeit prominentesten Gebiete sind der einstige Frachtenbahn-hof Nordbahnhof im 2. Bezirk, der ehemalige Aspangbahnhof im 3. Bezirk und der frühere Frachtenbahnhof Südbahnhof im 10. Bezirk.

In jahrzehntelang unzugänglichen Arealen entstehen Wohnungen, Büros, Parks, Verkehrsflächen und alle Formen sozialer und technischer Infrastruktur. Aus städtebaulichen Barrieren werden Verbindungselemente, aus bislang für die Allgemeinheit nicht nutzbaren Flächen neue urbane Zentren und Orte der Begegnung – auch für die BewohnerInnen der bestehenden Grätzel. Gleichzeitig geht vielerorts die Beschaulichkeit (und Preisgünstigkeit) der Randlage verloren, der Immobilienmarkt reagiert, Mieten am privaten Markt steigen, „vergessene“ Stadtteile rücken in den Fokus. Nicht zuletzt kann der Zuzug von vielen neuen StadtnutzerInnen innerhalb

Die Stadtteilmanagements regen zur aktiven Teilnahme am Prozess an, nehmen Anregungen aus der Bevölkerung auf und stellen sie zur Diskussion. Das bedeutet zunächst einmal Information über die anstehende Entwicklung: Wie und wie lange wird die Baustelle das alltägliche Leben beeinträchtigen? Welche Projekte sind genau geplant? Welchen Nutzen werde ich davon haben? Welche neuen Verkehrsverbindungen wird es geben? Gibt es im neuen Park eine Hundezone? Entsteht ein neue Schule? Welcher Nahversorger kommt wohin? Vom „Großen“ bis ins „Kleine“ hat die vorhandene wie auch die zukünftige Bevölkerung nicht nur ein Bedürfnis, sondern auch ein Recht, über die sie betreffenden Veränderungen umfassend informiert zu werden. Ein wesentlicher Aspekt ist die Präsenz vor Ort: So verfügt das Stadtteilmanagement Sonnwendviertel seit Herbst 2012 über ein Stadtteilbüro und das Stadtteilmanagement Nordbahnviertel seit Anfang 2014 über einen „Infopoint“. Die Anlaufstellen sind lokale Treffpunkte für die Bevölkerung und leisten einen Beitrag zur Entwicklung einer gemeinsamen Identität.

Foto: Alex Halada / PID

Was denken die Menschen? Soweit zu Zielen und Tätigkeitsbereichen, die das Stadtteilmanagement für sich definiert. Aber was denken die Menschen? Was sind ihre Erwartungen, Hoffnungen, Ängste bezüglich ihrer neuen Nachbarschaft? An den Beispielen Nordbahnhof, Aspanggründe und Sonnwendviertel werden die Herausforderungen eines Stadtteilmanagements aus BewohnerInnen- und AkteurInnensicht thematisiert: In Video-Interviews kommen Menschen zu Wort, die z. B. schon lange im Stuwerviertel leben oder arbeiten, und Menschen, die gerade ihre neue Wohnung z.B. im Sonnwendviertel bezogen haben. Die Interviews machen sichtbar, wie die BewohnerInnen „ihr“ Grätzel und seine Besonderheiten wahrnehmen.

Die Videos sind ab Juli auf www.gbstern.at abrufbar.

Wien ist seit 2001 um 200.000 EinwohnerInnen gewachsen und die gegenwärtige Dynamik stellt neue Herausforderungen an das gründerzeitliche Stadtgebiet: Seit den 1990er-Jahren werden ehemalige innerstädtische Industrieflächen sukzessive für die Stadtentwicklung verfügbar. Den Flächen der für den Bahnbetrieb nicht mehr benötigten Frachtenbahnhöfe kommt dabei nicht nur aufgrund ihrer Größenordnung besondere Bedeutung zu, handelt es sich dabei doch um immobilienökonomisch wie stadtstrukturell hochwertigstes Land, das über direkten Anschluss an die bestehende Stadt verfügt.

kurzer Zeit verunsichernd wirken. Um den Herausforderungen dieser Entwicklung vor allem auch aus Sicht der angrenzenden, oft bislang eher benachteiligten Stadtviertel adäquat begegnen zu können und ein integratives Zusammenwachsen von „Alt“ und „Neu“ in baulicher, funktionaler und sozialer Hinsicht zu fördern, wurden die Gebietsbetreuungen 2012 mit dem Instrument „Stadtteilmanagement in Neubaugebieten“ beauftragt. Wie in der „klassischen“ GB*-Arbeit steht auch beim Stadtteilmanagement die Einbindung der lokalen Bevölkerung im Vordergrund.

GUDRUN PELLER ARCHITEKTIN GB*10

Mit dem Stadtteilmanagement Sonnwendviertel begleiten wir einen dynamischen Prozess, der UNSICHERHEITEN, ABER AUCH ERWARTUNGEN UND FREUDE AUSLÖST.

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ien wächst. Nicht nur an den Rändern, sondern auch mitten in der Stadt. Ehemalige Industrie- und Bahnflächen werden zu neuen Stadtteilen, gewohnte Nachbarschaften verändern sich. Wie wachsen Alt und Neu zusammen? Die GB*-Stadtteilmanagements in Neubaugebieten begleiten einen spannenden Prozess.

CHRISTOPH GOLLNER RAUMPLANER GB*10

Es ist aufregend, in Favoriten zu arbeiten. die Entwicklungen rund um den neuen Hauptbahnhof geben einem Bezirk mit großer Tradition eine neue Position im Stadtgefüge.

www.gbstern.at/nordbahnviertel www.gbstern.at/3 www.gbstern.at/sonnwendviertel

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FOKUS SANIERUNG

Leistbares Wohnen und viel Lebensqualität auch außerhalb der eigenen vier Wände – das sind elementare Ziele der „Sanften Stadterneuerung”.

Die „Sanfte Stadterneuerung“ hat unter den aktuellen Bedingungen die Aufgabe, LEISTBARES Leben und Wohnen in der gründerzeitlichen Stadt zu erhalten.

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ktuell stellen sich die Rahmenbedingungen in vielen europäischen Städten – abgesehen von regionalen Spezifika – sehr ähnlich dar: Bevölkerungszuwachs, eine knappe Wohnraumsituation, steigende oder auf hohem Niveau stagnierende Immobilienpreise, wachsende soziale Unterschiede. Auch Wien ist diesbezüglich keine Ausnahme. Eine Besonderheit der Wiener Situation ist dabei sicherlich die Existenz großer Altbaubestände, also Bausubstanz aus dem letzten Drittel des 19. bis in die 10er-Jahre des 20. Jahrhunderts. Deshalb existiert in Wien auch seit mittlerweile 40 Jahren das Instrument der „Sanften Stadterneuerung“, das sich zum Ziel gesetzt hat, die Qualitäten und Vorzüge der gründerzeitlichen Bau- und Stadtstruktur für die Zukunft zu erhalten und vor allem sozial verträglich weiter zu entwickeln. Dazu zählen ein breites Angebot an Wohnraum, das für die angestammte

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Bevölkerung und neue BewohnerInnen der Stadt leistbar und zugänglich bleibt, die ganzheitliche Betrachtung der Stadtteile als Wohn- und Lebensraum und die Einbindung der Bevölkerung in eine prozessorientierte Entwicklung der Stadtteile. Von der Konzentration auf objektbezogene Sanierungen und die damit verbundene Aktivierung von EigentümerInnen bzw. Beratung von MieterInnen entwickelt sich daher der Aufgabenbereich immer mehr zum umfassenden Ansatz der Stadtteilentwicklung.

„Sanfte Stadterneuerung“ SOLL sozial durchmischte, vielseitig genutzte und ökologisch nachhaltige Stadtteile SCHAFFEN. Geförderte Sanierungen initiieren heißt, Stadtteilerneuerung und -entwicklung zu initiieren. Das setzt die

Foto: GB*

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LEISTBARES WOHNEN IN EINER LEBENSWERTEN STADT Analyse von Freiräumen und ganzen Stadtteilen voraus. Dabei gilt es, das lokale Wohnumfeld, den öffentlichen Raum, die Erdgeschoßzonen und wirtschaftlichen Strukturen zu berücksichtigen. Ein wichtiges Ziel der GB* im Bereich der baulichen Sanierung lautet, eine kooperativen Vorgehensweise zwischen den Bezirken, Fachdienststellen der Stadt und GB* zu etablieren. Ein wesentlicher Aufgabenbereich ist die Begleitung der Schaffung zusätzlichen Wohnraums in der gründerzeitlichen Struktur, aber auch und vor allem in Gebieten, wo erst jetzt und in den kommenden Jahren der Bedarf an Sanierungen steigen wird.

Referenzprojekte der „Sanften Stadterneuerung”: www.gbstern.at/projekte

Der Wiener Weg Der Wiener Weg der „Sanften Stadterneuerung“ ermöglicht die Renovierung der historischen Bausubstanz, ohne die alteingesessene BewohnerInnen zu verdrängen. Bei der Blocksanierung handelt es sich um die liegenschaftsübergreifende, gemeinsame Sanierung von mehreren Gebäuden oder Wohnhausanlagen in Verbindung mit Maßnahmen, um das Viertel attraktiver zu machen – z. B. durch neue Grünflächen. Private HauseigentümerInnen, die mitmachen, erhalten eine Förderung für Bauarbeiten. Sie verpflichten sich im Gegenzug, die Mieten im Schnitt 15 Jahre nicht zu erhöhen.


stadt.wohnen

Laura Hannappel (GB*7/8/16): In der Blocksanierung werden mehrere Bereiche zusammengeführt: Von Wohnhaussanierung über Aktivierung ökologischer Potentiale oder Belebung der Erdgeschoßzone bis zur Gestaltung des öffentlichen Raumes. Damit werden EigentümerInnen von privaten Liegenschaften als auch Menschen, die im Blocksanierungsgebiet leben und arbeiten, gleichermaßen angesprochen. Sabine Gehmayr: Dabei achten die Blocksanierungsbeauftragten des wohnfonds_wien nicht nur darauf, was das einzelne Haus lebenswerter macht, sondern welcher Mehrwert für die Menschen des gesamten Baublocks generiert werden kann.

Welche Funktion übernimmt die GB* im Rahmen Blocksanierungen? Laura Hannappel: Die GB* sind Anlaufstelle für die Anliegen der BewohnerInnen. Sie liefern als ExpertInnen ihrer Umgebung wertvolle Hinweise, wo es Verbesserungsbedarf gibt. Und sie tauschen sich mit den Blocksanierungsbeauftragen aus. Sabine Gehmayr: Auch die Kommunikation mit den Bezirken sehen wir als wichtige Aufgabe. Für die Umsetzung von Maßnahmen im öffentlichen Raum sind ja die Bezirke zuständig. Wir sind viel im Gebiet unterwegs und verfolgen Veränderungen auch über einen längeren Zeitraum. Wir „fühlen” vor Ort vor, sind Vernetzer, Kommunikator und setzen Impulse, je nach dem, was in einem Viertel am wichtigsten erscheint – etwa kulturelle Offensiven oder Begrünungsmaßnahmen.

Der Aufwertung eines Stadtteils folgt die Verdrängung der Alteingesessenen, so die allgemeine Befürchtung. Können Blocksanierungen dazu beitragen, mögliche Gentrifizierung zu verhindern? Sabine Gehmayr: Seit es die Stadterneuerung gibt, wurde immer ganz besonders auf die ansässige Bevölkerung geschaut. Für die Wiener Stadterneuerung stehen die Menschen, die hier leben, die ihre Wohnungen,

Foto: Robert Blum

Foto: GB*

ihre Arbeitsstätten hier haben, im Vordergrund. Durch die Förderung der Wohnhaussanierung wird ein Anreiz gesetzt, Wohnungen zu verbessern. Es gibt aber auch Regeln und Gesetze, die den Verbleib von MieterInnen nach der Sanierung in den Wohnungen zum Ziel haben. Laura Hannappel: Ja genau. Ein aufgewertetes Viertel schlägt sich mitunter auch durch den sogenannten „Lagezuschlag“ in einer höheren Miete nieder. Werden Fördergelder für die Sanierung eines Wohnhauses vergeben, darf die Miete zumindest 15 Jahre nicht erhöht werden, dadurch wird die Leistbarkeit für diesen Zeitraum sichergestellt.

Die GB* arbeitet also im Spannungsfeld zwischen Aufwertung und möglicher Verdrängung? Laura Hannappel: Ja. Hier bewegen wir uns auf einem schmalen Grat, der Aufwertung und Veränderung zulässt und gleichzeitig sicherstellt, dass sich die ansässige Bevölkerung anschließend noch mit ihrem Viertel identifizieren kann. Sabine Gehmayr: Die GB* unterstützen, indem sie MieterInnen vor und während Sanierungsprozessen über ihre Rechte informieren und beraten. Wir sind aber auch Kooperationspartner im Prozess. Oft finden MieterInnenversammlungen zur Sanierung mit wohnrechtlicher Beratung in unserem Lokal statt.

SABINE GEHMAYR ARCHITEKTIN GB*9/17/18

je mehr die ansässige Bevölkerung in aktuelle Entwicklungen des Viertels eingebunden wird, desto eher lassen sich unerwünschte Entwicklungen vermeiden.

Und Blocksanierungen?

Für die Wiener Stadterneuerung stehen die Menschen, die hier leben, ihre Wohnungen, ihre Arbeitsstätten haben, im Vordergrund.

Sanierung nach Plan: Potentiale erkennen, transparent informieren. Die BewohnerInnen stehen im Mittelpunkt.

Sabine Gehmayr (GB*9/17/18): Was vielleicht noch immer zu wenig bekannt ist: BewohnerInnen können sich an einer geförderten Wohnhaussanierung beteiligen und die eigene Wohnung zu einer modernen, gesunden Wohnung umbauen lassen – und das mit Fördermitteln der Stadt Wien. Diese sogenannten Sockelsanierungen sind Sanierungen der Substanz des Hauses von Grund. Mit dem Ziel, den angestammten MieterInnen im Haus die Lebensqualität zu erhöhen und das zu leistbaren Mieten. Den MieterInnen wird angeboten, sich mit der Sanierung ihrer Wohnung anzuschließen und zum Beispiel Bad und WC einzubauen oder sich eine moderne Heizung installieren zu lassen. Wenn HauseigentümerIn und MieterIn an einem Strang ziehen, kann eine Wohnung auch ihren eigenen kleinen Balkon bekommen.

Stadterneuerung in Wien ist partizipativ. In welcher Form können sich die Bürgerinnen und Bürger etwa im Bereich Sanierung einbringen?

Foto: GB*

LEBENSQUALITÄT MIT KONZEPT

Foto: GB*

INTERVIEW ZUR BLOCKSANIERUNG

LAURA HANNAPPEL ARCHITEKTIN GB*7/8/16

Für einen attraktiven öffentlichen Raum sind vor allem drei Bereiche relevant: Verkehrsberuhigung, gut nutzbare Freiräume und lebendige Erdgeschosszonen.

Das vollständige Interview lesen Sie auf www.gbstern.at/blog

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FOKUS GRÜNRAUM

MEHR NATUR IN DER STADT? JA, BITTE! VIEL PLATZ FÜR NACHBARS GARTEN

GEMEINSAM GARTELN

ANGELA SALCHEGGER LANDSCHAFTSPLANERIN GB*9/17/18

Fassadenbegrünungen sind nicht nur schön anzusehen, sie verbessern das Stadtklima, binden Feinstaub und beleben das WOHNUMFELD. INTERESSIERT? Projektbeispiele, Möglichkeiten Rahmenbedingungen: www.gbstern.at/service

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Foto: GB*

Immer mehr Wienerinnen und Wiener „beackern“ gemeinschaftlich urbane Grünflächen. Die GB* initiieren und unterstützen Nachbarschaftsgartenprojekte in den betreuten Stadtvierteln. Sie beraten in fachlicher Hinsicht und helfen bei der Organisation.

Die GB* bringen alle Player, die im Rahmen einer Fassadenbegrünung miteinander zu tun haben, an einen Tisch: EigentümerInnen, die ihre Hauswände zur Verfügung stellen, BewohnerInnen, die die Kletterpflanzen pflegen sowie Bezirk und Dienststellen, die die Umsetzung ermöglichen.

TERESA LUKAS SOZIOLOGIN GB*5/12

Nachbarschaftsgärten sind Orte der Begegnung und stärken das Miteinander im Stadtteil. SIE MÖCHTEN MEHR WISSEN? Fragen Sie die GB*-ExpertInnen in Ihrem Stadtteil oder schauen Sie bei einem Nachbarschaftsgarten vorbei. www.gbstern.at/service

Kleine gepflegte Grünflächen oder bepflanzte Baumscheiben sind in der dichtverbauten Stadt beliebte Hingucker. Sie werten die Wohnumgebung auf, laden zum Innehalten ein und sind gut für die Umwelt. Sie möchten selbst aktiv werden und haben eine Idee für Ihr Viertel? Die GB* unterstützen Ihre Grünraum-Initiative im Stadtteil.

Foto: GB*

Foto: GB*

BEGRÜNTE FASSADEN

CORONA DAVIT-GSTEU RAUMPLANERIN GB*2/20

MIT DER INITIATIVE “GARTELN UMS ECK” HELFEN WIR MENSCHEN, IHRE IDEEN FÜR MEHR GRÜN IM STADTTEIL DURCHZUSETZEN. SIE WOLLEN MITMACHEN? Die GB*-Teams bieten mit “Garteln ums Eck” - in Kooperation mit den Bezirksvorstehungen und der MA 42 - Unterstützung bei der eigenverantwortlichen Begrünung von Baumscheiben und kleinen Flächen im öffentlichen Raum. Alle Infos: www.gbstern.at/service


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Grünflächen in der Stadt sind für das Wohlbefinden der Stadtbewohner/Innen SEHR wichtig. Die GB* unterstützen bei der Umsetzung Ihrer Ideen für mehr Grün im Stadtteil! SCHATTENDASEIN

GANZ SCHÖN SCHMACKHAFT

Es muss nicht immer ein Pflanztrog aus Terrakotta sein. Probieren Sie es doch einmal mit einem alternativen Pflanzgefäß. Reissäcke, Kaffeesäcke oder Bäckerkisten sind frei von schädlichen Stoffen, meist kostenlos erhältlich und eignen sich wunderbar für größere Pflanzen. Auch alte Möbel, Koffer, Taschen oder Gummistiefel lassen sich fantasievoll bepflanzen. Das schaut originell aus und schont Geldbörsel und Umwelt! Nicht vergessen: Im Boden einige Löcher zum Abrinnen für überflüssiges Wasser vorsehen.

NINA CHLADEKDANKLMAIER LANDSCHAFTSPLANERIN GB*2/20

SELBST KLEINSTE FREIFLÄCHEN KÖNNEN ATTRAKTIV GESTALTET UND DAMIT ALTERNATIV GENUTZT WERDEN.

SUSANNE STALLER

Foto: Watzka

In der Stadt sind begrünte Höfe von großer Bedeutung für Mensch, Tier und Stadtklima. Innenhöfe erfüllen viele wichtige Funktionen. Sie sind Erholungsraum und durch die gemeinsame Nutzung entstehen Orte der Kommunikation in der unmittelbaren Nachbarschaft. Im Sommer verbessern begrünte Höfe das wüstenähnliche, trockenheiße Stadtklima und vor allem große Pflanzen reinigen die Luft, filtern Staub und helfen Temperaturen abzusenken. Der Schutz und die Erweiterung begrünter Innenhöfe sind nicht nur Ziel einer nachhaltigen Stadtentwicklung, sondern müssen auch von der Bevölkerung mitgetragen werden.

LANDSCHAFTSPLANERIN GB*21

VOR UNSERER HAUSTÜR WACHSEN UND GEDEIHEN VIELE ESSBARE SCHÄTZE. KOMMEN SIE MIT! Sie möchten mehr zum Gärtnern und Ernten in der Stadt erfahren? Abonnieren Sie die GB*-News und Sie verpassen keinen Termin. www.gbstern.at/news

GUTE ALTERNATIVE

Nicht nur Nachbarschaftsgärten, Innenhöfe und Balkone laden zum Mitzumachen ein. Viele essbare Schätze wachsen unerkannt vor unserer Haustür. Wildobst, Beeren und Kräuter können in vielen Teilen Wiens frisch geerntet und verarbeitet werden. Wer erntet und sammelt, lernt nicht nur sein Stadtgebiet besser kennen, sondern kommt auch mit Menschen ins Gespräch und lernt viel über saisonale Früchte und die Verarbeitung von Wildpflanzen.

Foto: GB*

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Innenhöfen oder kleinen Grünflächen (z.B. Baumscheiben) mangelt es häufig an direktem Sonnenlicht. Für Abwechslung und kleine Farbtupfer sorgen schattenverträgliche Pflanzen mit unterschiedlichen Blattformen und in diversen Farbtönen. Wie etwa die Funkie (Hosta), deren große, ovale Blätter sich gut mit den gekerbten Blättern des Storchschnabels (Geranium) kombinieren lassen. Auch Farne mit ihren langen, gefiederten „Wedeln“ beleben so manch schattige Ecke.

URBANE OASEN

MARKUS MONDRE LANDSCHAFTSPLANER GB*6/14/15

IN Städten bieten grüne hÖfe den Bewohner/innen das einzige Natur-erlebnis im unmittelbaren wohnumfeld. SIE TRÄUMEN VON EINER GRÜNEN OASE? Lassen Sie sich in Ihrer GB* beraten oder erfahren Sie mehr dazu online! www.gbstern.at/service

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FOKUS LOKALE WIRTSCHAFT

LEBENDIGKEIT DURCH VIELFALT D

ie gründerzeitliche Stadt als Ort wirtschaftlicher Aktivitäten ist nicht nur für die Nahversorgung der lokalen Bevölkerung bedeutend, sondern bestimmt auch die Attraktivität eines Stadtteiles. Die Erdgeschoßzone und ihre Nutzung sind somit ein zentrales Element urbaner Räume. Städtische Erdgeschoßzonen sind einem massiven Wandel unterzogen. Einst belebte, von Geschäften und Betrieben geprägte Innenstadtbereiche veröden, Leerstände prägen das Straßenbild. Das „Greißlersterben“ erfasste in den letzten Jahrzehnten sämtliche Branchen des klassischen Handels. Dieser steht vor vielen Herausforderungen. Nicht zuletzt, weil sich das Einkaufsverhalten der KonsumentInnen geändert hat: Nachgefragt werden nicht nur mit ausreichend Parkplätzen ausgestattete Einkaufszentren, auch der Online-Einkauf nimmt stetig zu.

Ein Ziel muss sein, Leerstand abzubauen und neue Nutzungen im Erdgeschoß zu etablieren. Die klassische Einzelhandelsnutzung nimmt ab, gastronomische Angebote und Dienstleistungen wie etwa kreative und kulturelle Nutzungen sind im Kommen. Die GB* identifizieren die Potentiale von strukturschwachen Bereichen und entwickeln gemeinsam mit Beteiligten und Betroffenen Zukunftskonzepte für die Wiederansiedelung lebendiger Nutzungen. Bei näherer Betrachtung zeigt sich häufig eine Diskrepanz zwischen „gefühltem, subjektivem Leerstand“ und „tatsächlichem, objektivem Leerstand“. So wird mitunter der schlechte Zustand eines Stadtviertels beklagt, der auf einzelne, prägnante Leerstände zurückzuführen ist. Bei objektiven Analysen stellt sich das Bild jedoch anders dar: Es existieren durchaus neue Nutzungen in den Erdgeschoßen, aber eben nicht mehr das Milchgeschäft neben der Hutmacherin und dem Pferdefleischhauer.

Um die Qualitäten im Erdgeschoß wieder zu etablieren, braucht es Zukunftsperspektiven und Visionen, aber auch engagiertes und vernetztes Handeln. 14

Haben Sie einen Plan? Durch die langjährige Begleitung und intensive Beschäftigung mit Aufwertungsund Sanierungsprozessen im Viertel verfügen die GB* über lokale Kontakte, kennen die besten Plätze und wissen, wo sich was befindet. Profitieren Sie von diesem Know-how und holen Sie sich hier Ihren Stadtteilplan für interessante „neue” und „alte” Viertel Wiens.

Die GB* informieren Suchende und Anbieter, sind Drehscheibe und vernetzen AkteurInnen, initiieren und unterstützen Projekte. Mit Stadtteilplänen und Stadtteil-Guides machen sie das lokale Angebot sichtbar. Auch Märkte spielen wieder eine Rolle im städtischen wirtschaftlichen Gefüge. Sie erfüllen eine wichtige Nahversorgungsfunktion und ergänzen das Grundangebot. Die GB* beschäftigen sich in mehreren Bezirken mit Märkten, führen Analysen durch, vernetzen und entwickeln gemeinsam mit AkteurInnen vor Ort Lösungskonzepte.

Die Hauseigentümer/Innen sind jedoch der „Schlüssel zum Erfolg“, wenn es darum geht, konkrete Maßnahmen in der Erdgeschoßzone umzusetzen. Die Praxis zeigt, dass der Zugang zu HauseigentümerInnen und -verwalterInnen, einer heterogene Gruppe mit unterschiedlichen Interessenslagen, schwierig ist. In aktuell laufenden Pilotprojekten erforschen die GB* geeignete Kommunikationswege, um eine erfolgreiche Aktivierung zu erreichen. Klassisches Stadtmarketing als Strategie und die projektbezogene Fokussierung auf abgegrenzte Einkaufsstraßen reichen heute nicht mehr aus, um die komplexen Zusammenhänge zu lösen. Die Aufwertung und bauliche Entwicklung von Häuserblöcken, Maßnahmen zur Belebung der Erdgeschoßzonen und die Verbesserung des öffentlichen und halböffentlichen Bereiches, sind gemeinsam Voraussetzungen für eine nachhaltige Strukturverbesserung. Vorrangig geht es darum, alle Interessen im lokalen Projektgebiet aufzugreifen, zu verknüpfen und gemeinsam mit den Betroffenen Impulse für strukturelle Aufwertungsmaßnahmen im Stadtteil zu setzen.

Die GB* setzen zahlreiche Impulse für die Belebung der Wiener Märkte, z. B. am Vorgartenmarkt im Stuwerviertel, am Meidlinger Markt und am Schlingermarkt in Floridsdorf. Mehr dazu auf www.gbstern.at/projekte

Stadtteilpläne zum Downloaden: www.gbstern.at/mediathek


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FOKUS PARTIZIPATION

MITREDEN, MITMACHEN, MITBESTIMMEN

VORTEILE DES GEMEINSAMEN ENGAGEMENTS: ATTRAKTIVERES WOHNUMFELD, NEUE KONTAKTE IM VIERTEL UND MEHR ZUSAMMENHALT. Darüber hinaus setzen die GB* auch Topdown Partizipationsprozesse um, wenn eine gezielte Um- oder Neugestaltung im Stadtteil geplant wird – zum Beispiel eines Parks. Hier nehmen die GB* eine besondere Rolle ein, da sie über lokales Wissen, Erfahrung mit Entscheidungsund Verwaltungsabläufen in der Stadt sowie Kontakte im Stadtteil verfügen.

Foto: GB*

Um komplexe städtische Planungs- und Entscheidungshintergründe transparent zu machen, bieten die GB* frühzeitige Information an, vermitteln und moderieren bei Bedarf und tragen damit zu einer gemeinsamen Lösungsfindung bei. In großen Stadtteilentwicklungsgebieten setzen die GB* auf Stadtteilmanagements (siehe dazu S. 9)

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Das Bedürfnis nach Mitbestimmung und Partizipation im Stadtteil steigt. Den GB* kommen als etablierte Plattform für BürgerInnen, Politik und Verwaltung zunehmend mehr Bedeutung zu. Integrale Stadtteilentwicklung bedarf einer interdisziplinären, prozessorientierten Herangehensweise, die die GB* seit 40 Jahren stetig weiterentwickelt. Zukünftig wird sich in diesem Zusammenhang die Frage stellen, mit welchem Beitrag die GB* angesichts der stetig neuen Herausforderungen und gesellschaftspolitischen Veränderungen aber auch des demographischen Wandels positiven Einfluss nehmen können, um Stadtteile für die wachsende Bevölkerung qualitätsvoll zu entwickeln.

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Foto: GB*

Damit sich alle im Stadtteil einbringen können, organisieren die GB* gemeinsam mit BewohnerInnen und Vereinen Veranstaltungen und Projekte wie beispielsweise Führungen, kulturelle Veranstaltungen sowie Begrünungsinitiativen.

Veränderungen im Stadtteil können Unsicherheit, Widerstand oder sogar Konflikte auslösen.

Foto: GB*

Die GB* beschäftigen sich mit Anliegen aller Menschen im Stadttteil, das inkludiert BewohnerInnen ebenso wie Geschäftstreibende, im Stadtteil arbeitende Personen oder Menschen, die hier ihre Freizeit verbringen. Mit derzeit 17 Standorten in 19 Bezirken sind die GB* nah dran und können die Ideen der Menschen vor Ort aufgreifen und mit Bottom-up-Prozessen unterstützen.

berücksichtigen, die sich nicht per se aktiv einbringen. Dazu kooperieren die GB* mit örtlichen Vereinen und Institutionen, um eine breite Teilhabe zu ermöglichen.

Die GB* motivieren Menschen, die sich beteiligen und mitgestalten wollen – und bieten Rahmenbedingungen, die dieses Engagement ermöglichen. 1) Begegnungen beim „GB*-Mittagstisch” auf dem Sparkassaplatz im 15. Bezirk. 2) Umgestaltungsprozess Neubaugürtelpark. 3) Aktion „Stadt der Guten Wege”. 4) GB*-Befragung in der Wasserwelt.

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Foto: GB*

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m Gegensatz zu Einrichtungen, die sich mit den Anliegen bestimmter Zielgruppen beschäftigen, stehen in der GB*Arbeit die Interessen der gesamten Bevölkerung im Fokus. Um die hohe Lebensqualität im Stadtteil sicherzustellen, ist es notwendig, sich an den Bedürfnissen und Wünschen der Bevölkerung zu orientieren und eng mit dieser in Kontakt zu stehen.

Mehr zur Partizipationsarbeit: www.gbstern.at/projekte

Partizipative Projekte sollen die Interessen möglichst aller Beteiligten und Betroffenen erfassen. Dazu gilt es, viele Meinungen einzuholen und auch die Sichtweisen von Gruppen zu

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Do It Yourself Stadtanleitung Sie wollen in der Stadt garteln aber es findet sich keine geeignete Fläche für einen Gemeinschaftsgarten? Kein Problem. Gehen Sie in die Vertikale und bepflanzen Sie einen Zaun. Ein „hängender Kräutergarten“ zeigt eindrucksvoll, wie ein ursprünglich trennender Zaun verbindet – ein Projekt zur Förderung des Miteinanders, der Kommunikation und des Grünraums in der Stadt.

MATERIAL PET-Flaschen, Tetra Paks und Dosen als Pflanzbehälter, Schere, StanleyMesser oder Schraubenzieher, Draht, Klebeband oder Kabelbinder zum Befestigen am Zaun, Erde, Pflanzen und Samen zum Einpflanzen.

VORGANGSWEISE 1. Suchen Sie einen geeigneten Zaun in Ihrer Wohnumgebung und aktive MitgärtnerInnen. 2. Nehmen Sie Kontakt mit den GrundstückseigentümerInnen auf. 3. Vermitteln Sie Ihre Idee und klären Sie die Rahmenbedingungen für eine Nutzung des Zauns. 4. Erstellen und unterzeichnen Sie gemeinsam eine Nutzungsvereinbarung. 5. Wenn der hängende Garten in den öffentlichen Raum ragt, ist eine Bewilligung bei der MA 46 einzuholen. 6. Starten Sie das Garteln mit Kräutern, Gemüse und Blumen.

TIPPS • Der/die EigentümerIn ist auf einem Grundbuchsauszug ersichtlich. • Unter Umständen muss ein Verein die Trägerschaft der Nutzungsvereinbarung übernehmen. • Bewerben Sie Ihr Projekt, laden Sie Leute zum Mitgarteln ein und schaffen Sie somit einen neuen Treffpunkt im Ihrem Grätzel. • Die GB* in Ihrem Bezirk unterstützt Sie bei der Kontaktaufnahme mit den GrundstückseigentümerInnen und bei der Klärung der Rahmenbedingungen.

Mehr Info in Ihrer GB*3/11 www.gbstern.at/3

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Parks, Plätze, Straßenräume sind das erweiterte Wohnzimmer der urbanen Gesellschaft und HABEN Platz für VIELE KREATIVE Ideen.

Stadtnatur Viele Stadtpflanzen sind Nutzpflanzen, die Sie ernten, verarbeiten und essen können oder die im Haushalt oder zur Körperpflege Verwendung finden. Wildobst von meist heimischen Bäumen und Sträuchern wie Dirndln, Felsenbirnen, Maulbeeren und vielen andere können roh gegessen, zu köstlichen Marmeladen verarbeitet oder getrocknet haltbar gemacht werden. Die Rosskastanie ist ein häufiger Stadtbaum, dessen Früchte Saponine enthalten und die man zum Wäschewaschen verwenden kann.

MATERIAL Zum Sammeln von festfleischigen Früchten und Kräutern ist es praktisch, ein paar Plastiksäcke dabeizuhaben, Kräuter bleiben darin in ein feuchtes Tuch gewickelt länger frisch; quetschempfindliche Früchte sammelt man besser in einer Jausenbox; ein kleines Taschenmesser ist praktisch für das Ernten; bei Früchten an stacheligen Sträuchern sind Handschuhe hilfreich.

TIPPS • Ernten Sie nur so viel, dass auch für andere StadtnutzerInnen und Tiere noch etwas bleibt. • Pflücken Sie Früchte nicht direkt neben stark befahrenen Straßen. Einige Meter Abstand zur Straße bzw. eine Hecke zwischen Autos und Nutzpflanze schützt vor vielen Schadstoffen. • Erkunden und bestimmen Sie die Pflanzen in Ihrer Wohnumgebung, Sie werden überrascht sein, was es alles gibt.

Mehr Info in Ihrer GB*21 www.gbstern.at/21

Lufttankstelle Stellen Sie während Ihrer Öffnungszeiten eine Fahrradpumpe vor Ihr Erdgeschoßlokal! Die Lufttankstelle bietet Radfahrenden die Möglichkeit, Fahrradreifen kostenlos aufzupumpen. Damit leisten Sie einen kleinen Teil zur Verbesserung der Infrastruktur für Radfahrende, schaffen Aufmerksamkeit für Ihr Lokal und erhöhen so vielleicht auch Ihre KundInnenfrequenz.

MATERIAL

HÄNGENDE GÄRTEN

DANIEL DUTKOWSKI RAUMPLANER GB*6/14/15

Die GB* sind für viele Wiener/Innen die erste Anlaufstelle, wenn es darum geht, Ideen für und in der Stadt zu verwirklichen.

Das schlaue Buch

1 Luftpumpe; optional: Kette (ca. 1 m) plus Vorhängeschloss

GEBRAUCHSANLEITUNG 1. Sichern Sie ihre Lufttankstelle optional mit einer Kette und einem Vorhängeschloss. Aber Achtung: Fragen Sie ihre Hausverwaltung, bevor Sie eine Halterung an der Hausfassade anbringen! 2. Wird die Fahrradpumpe am Gehsteig aufgestellt, ist eine Bewilligung bei der MA 46 einzuholen. 3. Bieten Sie die Nutzung der Fahrradpumpe zu den Öffnungszeiten vor ihrem EG-Lokal an.

TIPPS • Lassen Sie sich eine Luftpumpe vom Fahrradgeschäft ihres Vertrauens sponsern. Im Gegenzug könnten Sie ja ein dezentes Logo anbringen. • Achten Sie darauf, dass die Luftpumpe verschiedene Ventilarten anbietet.

Mehr Info in Ihrer GB*6/14/15 www.gbstern.at/15

Die „DIY-Stadtanleitung“ der GB*6/14/15 ist eine Sammlung von Ideen, Anregungen und Anleitungen. Stadt zum Selbermachen sozusagen!

Das „Schlaue Buch” ist in allen GB*-Lokalen kostenlos erhältlich.


stadt.erkunden

GB*-EXPERTISE LOKALE INSIDER Ein breit gefächertes Beratungsund Veranstaltungsangebot lädt die Menschen ein, sich zu informieren und eigene Ideen und Vorschläge einzubringen. Durch Mitreden und Diskussionen wachsen das Verständnis für Entwicklungen im Bezirk und die Verbundenheit mit dem unmittelbaren Wohnumfeld.

Viele Herausforderungen, maßgeschneiderte Formate. Die GB* machen komplexe Entwicklingsprozesse im Stadtteil anhand unterschiedlichster Formate “greifbar”, vermitteln und tragen diese weiter. ExpertInnen und BezirksvertreterInnen bringt die GB* z.B. an „Runden Tischen“ zusammen. Hier wird über Erdgeschoßzone, Freiräume, soziale Infrastruktur, lokale Wirtschaft und mehr diskutiert.

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ie GB*-MitarbeiterInnen sind wahre Stadtteil-ExpertInnen. Sie verfügen über ausgeprägtes lokales Wissen und können vielfach Auskunft erteilen - zu Wohnthemen oder Entwicklungen und Projekten im Wohnumfeld.

Dabei kann es schon mal etwas lauter zugehen, wenn unterschiedliche Meinungen aufeinander treffen. Die GB* sorgen in ihrer Rolle als Moderatoren dafür, dass sich alle Interessensgruppen zu- und anhören und gegenseitiges Verständnis für die unterschiedlichen Anliegen aufgebracht wird.

MARTIN SKRIVANEK STADTTEILMANAGER GB*3/11

Die digitalen Gräzeltouren quer durch alle GB*Betreuungsgebiete laden ein, fremde Bezirke UND DIE ARBEIT DER GB* kennen zu lernen.

Auf der Beliebtheitsskala ganz oben: Die GB*-Grätzeltouren Um die Menschen vor Ort zu erreichen, setzt die GB* auch auf neue, innovative Ideen. Vom Würstelwagen bis zum Schanigarten, vom Speed-Dating bis zum Going-Out. Besonders beliebt sind die GB*-Touren durchs Grätzel. Hier nehmen Dinge in ungezwungener Atmosphäre Gestalt an, hier wird ausgiebig diskutiert und nachgefragt. Ob ein Spaziergang durchs Neubaugebiet oder eine Themen-Touren mit fachkundiger Begleitung im Stadtteil - die Grätzeltouren zeigen, was sich im Viertel tut und was in unmittelbarer Umgebung angeboten wird. Da lässt sich so mancher Geheimtipp oder unbekannte „Schatz“ entdecken.

Grätzeltour versäumt. Was nun?

Große und kleinere Stadtteilprojekte werden im Zuge von Ausstellungen und Veranstaltungen vorgestellt und gemeinsam mit Fachleuten diskutiert.

Zum 40-jährigen GB*-Jubiläum gibt’s Gelegenheit, eine exquisite Auswahl an Touren in digitaler Form von der GB*Website herunterzuladen und als „AudioGuides“ zu nutzen. Ausgerüstet mit einer Wanderkarte können sich Interessierte zu jeder Tages- und Nachtzeit auf einen Spaziergang durch Wiener Stadtteile begeben.

Foto: GB*

Eine freundliche Stimme aus dem Smartphone erzählt dabei Wissenswertes zu den jeweiligen Tour-Stationen.

Holen Sie sich Ihren akustischen Tourguide auf www.gbstern.at/audioguides

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Wer noch mehr erfahren will, Fragen oder Vorschläge hat, ist in den Beratungslokalen der GB* herzlich willkommen! Alle Teams und Standorte: www.gbstern.at/teams

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Hinterhof-Safari, Expeditionen ums Eck, Entdeckungsreisen, Stadtspaziergänge. Die Grätzeltouren der GB* offenbaren neue und unbekannte Seiten von Wiens Bezirken.

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ie Web-Plattform „www.weloveottakring.at“ bietet den BewohnerInnen des 16. Bezirks kompakte Informationen über Aktivitäten im Stadtteil, schafft neue Formen der Vernetzung und lädt ein, gemeinsam Projekte im Stadtteil zu starten. Soziale Medien und Netzwerke sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. In der Stadtplanung und Stadtteilarbeit bieten sie vielfältige, häufig noch ungenutzte Möglichkeiten, vor allem in den Bereichen Partizipation und Kommunikation. Dies macht sich die GB*7/8/16 mit ihrem Pilotprojekt weloveottakring nun zunutze.

Nachbarschaftsgarten, VERNISSAGE, gemeinsames Handarbeiten ODER Privatflohmarkt, leeres Geschäftslokal, fehlendes Werkzeug, kleine Hilfsdienste ODER Lieblingsort: geteilt werden kann alles, was Ottakring ausmacht und besonders macht. Miteinander reden und sich auszutauschen sind ganz wesentlich für eine gute Nachbarschaft und ein funktionierendes Zusammenleben im Stadtteil. Wer möchte nicht wissen, was im Viertel los ist, was sich tut, welche Themen anstehen?

Die GB*7/8/16 widmet sich im „Jubiläumsjahr“ im Rahmen eines Pilotprojekts diesen Themen und präsentiert mit www.weloveottakring.at eine innovative Social Media Plattform, die den wandelnden Anforderungen der Stadterneuerungsarbeit entspricht. Das Portal fordert die Menschen auf, „ihre“ Stadt zu nutzen und mitzugestalten. Auf weloveottakring treffen sich Menschen aus dem Stadtteil und tauschen sich virtuell über Aktuelles im Viertel aus. weloveottakring lädt ein, sich zu engagieren, Projekte anzustoßen oder bekannt zu machen und Gleichgesinnte zu finden.

wE LOVE OTTAKRING

IRENE GRABHERR STADTGEOGRAFIN GB*7/8/16

weloveottakring.at bringt Menschen aus Ottakring und ihre Ideen für Ottakring zusammen.

Mein Ottakring, dein Ottakring, unser Ottakring. Die Plattform basiert auf einer interaktiven Stadtteil-Karte, die Einträge werden nach Kategorien geordnet und damit auf einen Blick für alle sichtbar gemacht. Im Vorfeld des Pilotprojektes recherchierte das GB*-Team ausführlich, führte Gespräche mit BewohnerInnen und lokalen Initiativen und lud Interessierte zum Testen der Plattform ein.

www.weloveottakring.at

Nun geht weloveottakring an den Start und lädt die BewohnerInnen Ottakrings ein ihre Ideen online zu präsentieren.

Gemeinsames „Tun“ ist gefragt! Der Stadtteil wird im Zeitalter der Globalisierung, Individualisierung und Migration wieder zu einem wichtigen Ort der Identität und des „Zuhauses“.

WANDERING

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Von Mai bis Oktober 2014 „wandert“ der GB*-Stern durch Wiens Bezirke. (Möbeldesign: Jutta Wörtl-Gössler und Hans Hinterholzer, GB*5/12)

Foto: GB*

Zieht der Stern weiter, bleibt an den wechselnden Aufstellungsorten ein symbolischer Stern zurück. Über QR-Code – abrufbar mit einem Smartphone – lässt sich mehr über die Geschichte der Stadterneuerung, aktuelle Projekte und künftige Herausforderungen erfahren. Kommen Sie mit uns auf die Sternenstraße ...

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Find the

on www.gbstern.at/stern


stadt.erneuern

GBSTERN.AT RELAUNCH ALLES NEU MACHT DER MAI Im Herbst 2010 ging mit www.gbstern.at eine rundum erneuerte Webplattform an den Start. Rechtzeitig zum 40-jährigen Jubiläum wurde die Website einem grafischen und inhaltlichen Relaunch unterzogen. Neben einer optimierten Navigation bietet neue inhaltliche Struktur einen umfassenden Querschnitt zu den zahlreichen lokalen Projekten und Aktivitäten in Wiens Bezirken. Ein Eventkalender informiert über wichtige Termine, ein lokales Newsletterservice sorgt dafür, dass Sie keine Veranstaltung in Ihrem Stadtviertel mehr verpassen.

Auf dem Weg 49 % der GB*-MitarbeiterInnen fahren mit “Öffis” zur Arbeit. Der Rest kommt mit dem Bike, zu Fuß oder mit dem Auto.

40 Jahre GB*

Die GB* feiern 40-jähriges Jubiläum. Die Mehrheit der GB*-MitarbeiterInnen ist 2014 zwischen 31 und 50 Jahre alt.

IMPRESSUM GB*-Expertise

MIT BEITRÄGEN VON Nina Chladek-Danklmayr, Corona Davit-Gsteu, Daniel Dutkowski, Hannelore Ebner, Katharina Fohringer, Sabine Gehmayr, Julia Girardi-Hoog, Christoph Gollner, Irene Grabherr, Laura Hannappel, Herta Jani, Bernhard Jarolim, Michael Ludwig, Theresa Lukas, Bernhard Mayer, Markus Mondre, Gudrun Peller, Angela Salchegger, Martin Skrivanek, Susanne Staller, Wolfgang Stempfer u. v. m.

In den GB*-Teams arbeiten Menschen mit vielen unterschiedlichen Qualifikationen.

REDAKTION und KONZEPT Marion Hierzenberger

So wohnen die GB*

Die Top-5-Wohnbezirke der GB*-MitarbeiterInnen: Leopoldstadt, Rudolfsheim-Fünfhaus, Ottakring, Hernals und Meidling.

DESIGN David Kraus

Medieninhaber und Herausgeber MA 25 - Stadterneuerung und Prüfstelle für Wohnhäuser, Maria-Restituta-Platz 1, 1200 Wien Erscheinungsdatum: Juni 2014

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WIR SIND DIE STADT UND AN DIESEN STANDORTEN FÜR SIE DA: GB*9/17/18 Lacknergasse 27 1170 Wien T: (+43 1) 485 98 82 F: (+43 1) 485 98 82-11 E: gb17@gbstern.at gb18@gbstern.at

GB*mobil

GB*21

Mittelgasse 6 1060 Wien T: (+43 1) 522 72 54 F: (+43 1) 522 72 54-11 E: gbmobil@gbstern.at

Außenstelle Lazarettgasse 12 1090 Wien T: (+43 1) 319 97 66 E: gb9@gbstern.at

Matthäus-Jiszda-Str. 3/4/R1 1210 Wien T: (+43 1) 270 60 43 E: gb21@gbstern.at

GB*2/20 Max-Winter-Platz 23 1020 Wien T: (+43 1) 214 39 04 F: (+43 1) 214 39 04-11 E: gb2@gbstern.at

GB* 7/8/16 Haberlgasse 76 1160 Wien T: (+43 1) 406 41 54 F: (+43 1) 406 41 54-11 E: gb7@gbstern.at gb8@gbstern.at gb16@gbstern.at

Allerheiligenplatz 11 1200 Wien T: (+43 1) 332 22 15 F: (+43 1) 332 22 15-11 E: gb20@gbstern.at Außenstelle Volkertplatz 9 1020 Wien T: (+43 1) 276 27 75 F: (+43 1) 214 39 04-11 E: gb2v@gbstern.at

Außenstelle Lerchenfelder Straße 141 1070 Wien T: (+43 1) 890 01 20 F: (+43 1) 406 41 54-11 E: gb7@gbstern.at

GB*6/14/15 Sechshauser Straße 23 1150 Wien T: (+43 1) 893 66 57 F: (+43 1) 893 66 57-11 E: gb6@gbstern.at gb14@gbstern.at gb15@gbstern.at

GB*3/11

Außenstelle vorOrt Linzer Straße 61 1140 Wien T: (+43 676) 8118 50 444 vorort@gbstern.at

Fiakerplatz 1 1030 Wien T: (+43 1) 715 70 53 F: (+43 1) 715 70 53-11 E: gb3@gbstern.at

GB*10 GB*5/12 Einsiedlerplatz 7 1050 Wien T: (+43 1) 544 13 82 F: (+43 1) 544 13 82-11 E: gb5@gbstern.at Längenfeldgasse 28/8/4 1120 Wien T: (+43 1) 813 32 30 F: (+43 1) 813 32 30-11 E: gb12@gbstern.at

Lorystraße 35-37/6/R1 1110 Wien T: (+43 1) 748 52 76 F: (+43 1) 748 52 76-11 E: gb11@gbstern.at

Quellenstraße 149 1100 Wien T: (+43 1) 602 31 38 F: (+43 1) 602 31 38-11 E: gb10@gbstern.at Stadtteilbüro Sonnwendviertel Landgutg. 2-4 / Lokal A 1100 Wien T: (+43 676) 8118 50 624 sonnwendviertel@gbstern.at

ÖFFNUNGSZEITEN Allgemein MO, DI 9-12 und 13-17 Uhr DO 13-19 Uhr FR 9-12 Uhr

GB*-AUSSENSTELLE 2., VOLKERTPLATZ 9 MO 9-12 Uhr, DI 13-17 Uhr

GB*-AUSSENSTELLE 7., Lerchenfelder Straße 141

STADTTEILBÜRO SONNWENDVIERTEL 10., LANDGUTGASSE 2-4

DO 14-17 Uhr Mietrechtsberatung: MO 14-17 Uhr

DI 14-18 Uhr, DO 9-13 Uhr und 15-17.30 Uhr

GB*-AUSSENSTELLE 9., Lazarettgasse 12 DI 9-12 und 13-17 Uhr letzter DO im Monat 13-19 Uhr

GB*-AUSSENSTELLE VORORT 14., LINZER STRASSE 61 DI 10-14 Uhr, DO 15-19 Uhr Mietrechtsberatung: DI 13-16 Uhr

www.gbstern.at


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