Thesisbuch Bejan Misaghi FS20

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AM ENDE DES ANFANGS DAS BIELER FUSSBALLFELD IM ZENTRUM DES 'GURZELEN'-QUARTIERS

Thesisbuch Frühlingssemester 2020 Von Bejan Misaghi


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VORWORT

Das vorliegende Thesisbuch befasst sich mit der Thematik der Interpretation von unterschiedlichen Bezugsquellen, die von Collagen, über Theorien bis hin zu gebauter Architektur variieren. Dabei wird auf die Arbeitsmethode der Collage zurückgegriffen, um schnelle Erprobungen und Antworten auf freie und verspielte Weise zu finden. Beeinflusst von verschiedenen Theorien, die wiederum zu gesuchten Referenzen führen, kann die Collage die eigens interpretierte Haltung daraus abbilden und unterstützt im wesentlichen Sinn die Texte der Gedankengänge. Im Zentrum dieser Arbeit steht die Auseinandersetzung mit dem Gurzelen-Areal in Biel und einer kritischen Haltung gegenüber der zukünftigen Entwicklung dieses Quartiers. Ausgehend vom Vorgefundenen, dem ehemaligen Stadion des FC Biel, soll die Fussball-Wiese entgegen dem Masterplan der Gemeinde Biel der Öffentlichkeit erhalten bleiben. Dadurch soll ganz bewusst eine Reibung zwischen Privatheit und Öffentlichkeit entstehen. Die einzelnen Kapitel widmen sich unterschiedlichen Herausforderungen, die zum Schluss, ähnlich einer Collage, zu einem harmonischen Projekt zusammengeführt werden; meiner Masterarbeit.

Das Bieler Fussballfeld im zENTRUM DES 'GURZELEN'-QUARTIERS

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Abb. 1. Vorstellung der Vision des Genossenschaftsmodell dieser Arbeit

Biel Quartier Fussball

Stadion Gurzelen Erschliessungs

Jokerzimmer

Terassen

Bar

Wohnung

Werkstätten Promenade Waschküche

Wiese

Parking Dachgarten Zirkus Knie

Fest

Lebensmittelladen Ateliers

KITA

Verein 'Terrain Gurzelen'

Gemeinde Biel Generalversammlung

Vertreter der Bewohner Stadion Gurzelen GSEducationalVersion

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GENOSSENSCHAFTSMODELL Stadträumliche Stadträumliche Die Grafik veranschaulicht in einer einfachen Konzeption Konzeption Darstellung meine Vision eines zukünftigen Genossenschaftsmodells dieser Arbeit. Die vorhandene Wiese bildet dabei das Zentrum und die Ausgangslage. Die radialen Ausdehnungen um die Wiese sind Orte mit unterschiedlichen Nutzungen Stadion-StadionTypologie Typologieund Öffentlichkeitsgraden. Die Kreislinien stehen dabei für die Trennung, beziehungsweise Verbindungen zweier Bereiche. An diesen Orten entsteht Reibung, die auf architektonische Weise gelöst werden müssen und eine genauere Betrachtung benötigen. Dabei kristallisieren sich sechs Schwerpunkte heraus, die in diesem Buch in Vernetzung Vernetzung Form von Kapitel erarbeitet werden.

Einbezogen in dieses Modell wird zudem die Gemeinde Biel als Grundstückseigentümer und zukünftiger Bauherr und der Verein «Terrain Statisches Statisches Gurzelen», der die Zwischennutzung des ehemaligen Konzept Konzept Fussball-Stadions leitet. Die Gemeinde Biel als Bauherr ermöglicht unkonventionelle Entwürfe und Visionen, die in diesem Buch erprobt werden und die zugunsten der Bewohner der Stadt Biel und des Quartiers gehen sollen. Wohnqualität Wohnqualität

AusdruckAusdruck

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LESART Die Stadt Biel ist geprägt durch die Zweisprachigkeit. In diesem Fall kann man von einer sogenannten Polarität sprechen - Deutsch und Französisch sprechende Bewohner sind wie gegenseitig ergänzende Pole und gestalten den Alltag trotz der Unterschiede in einer Harmonie und einem Miteinander. Dieser Umstand verleiht Biel einen einzigartigen Charme. Diese Polarität zeigt sich auch im Aufbau des Thesisbuches. Beginnt man nach dem Inhaltsverzeichnis mit dem Lesen, erkennt man die Farben Weiss, Schwarz und Rot. Die weissen Seiten beinhalten den theoretischen Teil der Arbeit, während die schwarzen Seiten die eigenen Gedanken und Interpretationen daraus wiedergeben. Die Gegenüberstellung von Theorie und Gedanken ermöglicht somit einen direkteren Vergleich. Dem Leser wird offengelassen, ob er zuerst die weissen Seiten des Buches liest und danach die schwarzen (somit wird das Buch zweimal durchgeblättert) oder ob Kapitel für Kapitel von weiss zu schwarz gewechselt wird. Die Bilder und Grafiken passen jeweils zu beiden Texten und dienen dem Leser als Illustration der textlichen Inhalte. Die roten Seiten sind Informationen, die weder zum Theoriestrang noch zur Interpretation gehören, sondern als erklärende Teile für den Leser zu verstehen sind. Diese Leseart mag etwas ungewöhnlich erscheinen – sie entspricht aber stark meiner ganz persönlichen methodischen Vorgehensweise. Theorie und Gedankenprozesse können für sich alleine stehen, trotzdem beeinflussen sie sich aber auch gegenseitig und bilden eine Einheit – meine Thesisarbeit.

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schwarze Seiten lesen

weisse Seiten lesen

Kapitel schwarze Seiten lesen

schwarze Seiten lesen

weisse Seiten lesen

2. Möglichkeit pro Kapitel

weisse Seiten lesen

1. Möglichkeit ganzes Buch

Kapitel

Kapitel

Abb. 2. Schema der Lesarten

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Thesisbuch Frühlingssemester 2020 AM ENDE DES ANFANGS Das Bieler Fussballfeld im Zentrum des 'Gurzelen'-Quartiers Verfasser MISAGHI BEJAN Amlehnstrasse 54 6010 Kriens Begleitung Thesisbuch PROF. DR. OLIVER DUFNER Begleitung Thesisprojekt PROF. JOHANNES KÄFERSTEIN Buchdruck GEGENDRUCK GmbH Neustadtstrasse 26 6003 Luzern Buchbinder GEGENDRUCK GmbH Neustadtstrasse 26 6003 Luzern

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LUCERNE UNIVERSITY OF APPLIED SCIENCES AND ARTS HOCHSCHULE LUZERN Technik & Architektur Technikumstrasse 21 6048 Horw Master in Architektur Frühlingssemester 2020 Datum: 12.06.2020


Das Bieler Fussballfeld im zENTRUM DES 'GURZELEN'-QUARTIERS

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INHALTSVERZEICHNIS #1

INTRO

1.1 Biel

14

1.1 Biel – erster Eindruck

15

1.2 Gurzelen–Areal

22

1.2 Gurzelen–Areal – erster Eindruck

23

1.3

KRITIK AN STÄDTEBAULICHER HALTUNG

26

#2

STADTRÄUMLICHE KONZEPTION

33

2.1 Ville Spatiale Yona Friedman

34

2.2 Climate de France Fernand Pouillon

46

2.3 Hornbaekhus Kay Fisker

48

2.1 Zweite Ebene

35

2.2 Das Potenzial der Leere

47

2.3 Verbergung

49

2.4

VERSCHLOSSENE ÖFFNUNG

52

#3

ARENA DES WOHNENS

57

3.1 Typologie Stadion

58

3.2 Brunswick Centre Patrick Hodgkinson

62

3.3 ACROS Fukuoka Emilio Ambasz

10

13

66

3.1 Analogie einer Arena 59 3.2 Orientierung

63

3.3 vertikale Gärten

67

3.4

ABSTUFUNG ALS LÖSUNG

70

#4

VERNETZUNG

73

4.1 Bewegungsvektoren Bernard Tschumi

74

4.2 Monte Amiata Housing Carlo Aymonino

84

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4.1 Punkt vor Strich

75

4.2 Türme der Gemeinschaft

85


4.3 Lobe Block Arno Brandlhuber

90

4.3 zelebrierte Erschliessung

91

4.4

RADIALE DYNAMIK

96

#5

STATISCHES KONZEPT

99

5.1 Stadion Flaminio Pier Luigi Nervi

100

5.1 Findung der Balance

101

5.2

AUSBALANCIERT

106

#6

WOHNQUALITÄTEN

109

6.1 Kommune I

110

6.1 Rebellion

111

6.2 Bouca Alvaro Siza

114

6.2 Privatheit vs. Gemeinschaft

115

6.3 Le Havre Auguste Perret

118

6.3 neben dem Raster

119

6.4

FLEXIBLE RAUMBEZIEHUNGEN

122

#7

AUSDRUCK

127

7.1 Grande Parc Bordeaux Lacaton & Vassal 128 7.2

7.1 Fassade als Wohnraum

SCHWERE LEICHTIGKEIT

129 132

#8

AM ENDE DES ANFANGS

135

#9

THESISPROJEKT

139

#10|11

LITERATUR | ABBILDUNG

197 | 201

#12

REDLICHKEITSERKLÄRUNG

208

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«Wir leben in einer Stadt, die noch nicht fertig gebaut ist; ein Laboratorium, wo Neues kreiert wird, mutige, freche und unorthodoxe Lösungswege möglich sind. Biel ist eine «Divers-City» – sozial und wirtschaftlich bunt gemischt, zweisprachig, urban und einflussreich, mit attraktiv gestalteten Begegnungsorten neben lebendigen Industrien. Wir schützen das Klima vorbildlich und nutzen bei der Weiterentwicklung unserer Stadt die Partizipation der Bevölkerung und private Initiativen.»1 Gemeinderat der Stadt Biel

Gemeinderat der Stadt Biel 2019, S.3. | 1

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#1 INTRO Das Bieler Fussballfeld im zENTRUM DES 'GURZELEN'-QUARTIERS

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#1.1

BIEL Biel ist im Kanton Bern die Brücke zwischen der Deutsch- und der Westschweiz und sowohl Alltag wie auch Kultur sind geprägt durch die Zweisprachigkeit. 58% der Bevölkerung spricht Deutsch, die restlichen 42% Französisch.2 Umringt vom Drei-Seen-Land und dem Jura sind die Naherholungsgebiete in unmittelbarer Nähe. Die grösste zweisprachige Stadt der Schweiz erlebt seit der Jahrtausendwende wieder einen Aufschwung. Die Bevölkerung, die im Jahr 1964 den höchsten Stand (64'848 Einwohner)3 verzeichnete, nahm infolge der Uhrenkrise kontinuierlich ab. Denn die Uhrenindustrie war die wirtschaftliche Antriebskraft der Stadt, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts in Biel ihren markanten Sitz findet. Swatch, Omega und Rolex sind nur einige bekannte Namen davon. Während den 1950er und 1960er Jahre war Biel die einzige Industriestadt im Kanton Bern,4 weswegen sie auch während der Krise hart getroffen wurde. Doch durch die Krise entwickelten sich neue Industriezweige wie Maschinen-, Präzisions- und Medizinaltechnikindustrie5, die bis heute hier ansässig sind. Biel entwickelte sich dadurch kontinuierlich von einer Industrie- zu einer Dienstleistungsstadt. Trotzdem ist der Industriesektor im schweizweiten Vergleich bis 6 heute von grosser Wichtigkeit geblieben.

Stadt Biel 2018, S.6. Kästli 2018, S.16. Kästli 2018, S.19. Stadt Biel 2018, S.7. IC Infraconsult, S.40.

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#1.1

BIEL – ERSTER EINDRUCK Um überhaupt mit dem Projekt starten zu können, muss man den Weg und die Eindrücke zum und am vorgesehenen Ort selbst erfahren. Ich fuhr deshalb mit meinem Fahrrad von meinem Wohnort Luzern nach Biel. Die Strecke betrug ca. 110km und zog sich über Willisau, Langenthal, Wangen an der Aare, Solothurn und Grenchen bis nach Biel. Die Geschwindigkeit eines Fahrrades ermöglicht eine sehr genaue Beobachtung der Umgebung und macht die Erfahrung erlebbarer.

Abb. 3. Die Stadt Biel

Kurz vor Einfahrt in die Stadt Biel erkennt man den Grüngürtel im nördlichen und südlichen Bereich. Wie eine Wand erscheinen die begrünten Hügel über den industriellen Bauten und bilden ein Tal. Spürbar ist deswegen die Längsorientierung der Stadt gegen den Bielersee in Richtung Südwesten. Neben den Industriebauten erscheinen immer wieder kleinere Siedlungen, ähnlich einer Gartenstadt. Die Stadt ist gesamthaft eher flach gehalten, einige höhere Punktbauten bieten sich als Orientierung an.

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Der wirtschaftliche Aufschwung bedeutet zugleich städtebauliche Weiterentwicklungen. Wenn man die Stadtentwicklung genauer betrachtet, erkennt man noch den Ursprung der Stadt Biel. Die gut erhaltene Altstadt mittelalterlicher Struktur ist nördlich des Flusses «Schüss» angesiedelt. Ab 1920 erfuhr die Stadt einen rasanten Bauboom, die sogenannte Neustadt entstand. Keine andere Stadt in der Schweiz hat heute so viele Landreserven im Zentrum und in der Peripherie. Der Gemeinde Biel gehören ca. 25% der Landflächen der Stadt.7 Die Gebiete Bahnhof/See, Esplanade, Bözingenfeld und Gurzelen sind aktuelle Schwerpunkte und werden demnächst beplant und bebaut. Dabei soll der Wohnungsbau gestärkt werden, wobei sein Anteil bis ins Jahr 2035 um 20% zulegen soll.8 Die Stadt befindet sich somit am Anfang einer grösseren Veränderung und behauptet von sich selbst: «Von der «Stadt der Zukunft» über die «Uhrenmetropole» und «Stadt der Kommunikation» bis hin zur «Stadt der Möglichkeiten» hat sich Biel permanent weiterentwickelt. Auch heute ist Biel keine «abgeschlossene» Stadt: Hier sind Projekte aller Art realisierbar.»9

Stadt Biel 2019, S.16. | 7 Hochschule Luzern, S. 63–64. | 8 Stadt Biel 29.02.2020. | 9

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Die Stadt hat etwas Raues an sich. Dieses Gefühl wird verstärkt durch die Lebensart der Bevölkerung. Viele Passanten hören laute Musik, an gewissen Plätzen hört man bis zu fünf unterschiedliche Musikstile. Vor dem Kongresshaus, dem Meisterwerk von Max Schlupp, sind viele Skateboarder, die auf der Treppe vor dem Eingang ihr Können zeigen. Die Plätze gehören noch der Bevölkerung und das urbane Leben wirkt unkontrollierter als z.B. auf öffentlichen Plätzen in Zürich. Die Zweisprachigkeit hört man beim Schlendern durch die Stadt. Manche Leute, die an einem vorbeigehen, sprechen Französisch, während die nächsten Schweizerdeutsch sprechen. Der kulturelle Austausch führt zu einer Offenheit gegenüber Neuem, einem einzigartigen Charme der Stadt und man verspürt mehr ein Miteinander als ein Nebeneinander. Abb. 4. Gefühl der Rauheit in der Stadt Biel

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Abb. 5. Die Stadt Biel im Jahr 1880 mit der heute noch gut erhaltenen Altstadt

Abb. 6. Biel im Jahr 1940; der Bauboom von 1920 ist erkennbar

Abb. 7. Die aktuelle Stadt Biel

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Das Areal «Gurzelen» (rot markiert) die Grundlage dieser Master Thesis. dass das bestehende Stadion auf dem Stadt eingeholt wurde und nun einen bildet.

bildet dabei Man erkennt, Areal von der zentralen Ort

Dieser neu zentral gelegene Standpunkt soll zukunftsweisend für die Entwicklung des Quartiers sein und dennoch seinen Charakter wahren. Eine Bewahrung kann durchaus auch mit einen Neuanfang stattfinden.

Abb. 8. Areal "Gurzelen" von der bestehenden Tribüne aus

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Abb. 9. Das bestehende Stadtion als gewählter Perimeter für die Master Thesis

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#1.2

GURZELEN AREAL Das für die Master-Thesis zu behandelnde Quartier befindet sich im Herzen der Stadt Biel. Die Überarbeitung umfasst generell ein ganzes Quartier, das durch Investitionen der Swatch Group, durch neue Wohnüberbauungen und durch eine Neugestaltung des öffentlichen Raums in allen Nutzungsdimensionen aufgewertet werden soll. Das GURZELEN ist der Perimeter für die Master Thesis, wobei die Parzelle des bestehenden Stadions für das Projekt ausgewählt wurde. Die SWATCH AG hat ihren neuen Hauptsitz vom Architekten Shigeru Ban entwerfen lassen. Die Form einer Schlange prägt das Quartiersbild und soll veranschaulichen, dass die Stadt Biel offen für Neues ist.

Abb. 10. Gurzelen-Areal

Jardin du Paradis

Gurzelen -Areal (Thesis Perimeter)

Swatch

Omega

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Schüssinsel


#1.2

GURZELEN–AREAL – ERSTER EINDRUCK Die erste Besichtigung des zu behandelnden Grundstücks führte zu einem grossen Erstaunen über die Grösse der Wiese. Durch das Stadion ist diese Weite zunächst verdeckt, doch nach dem Passieren der Tribüne erblickt man das Fussballfeld in der Mitte. Das ehemalige Stadion wurde 1913 gebaut und gehörte zu den ersten Betonstrukturen der Schweiz. Bis 2016 war es das offizielle Stadion des FC Biel. Überhaupt eine solch grosse Fläche im Kern einer Stadt zur Verfügung zu haben ist eine einmalige Chance für eine grössere, zusammenhängende Bedeutung zwischen der Wiese, die der Öffentlichkeit zugutekommt, und dem Entwurf für die Wohnungen. Der Miteinbezug des Vorhandenen, vor allem der offenen Wiese, in das Projekt ist das Ziel. Zum einen befindet sich der Bestand über 100 Jahre in diesem Quartier und ist deswegen ein wichtiger Identitätsfaktor, zum anderen sollen Gemeinschaftswohnungen entstehen und nur schon das Stadion verband die Gemeinschaft durch das ehemalige Spektakel eines Fussballspiels mit Erinnerungen, Gefühlen und Emotionen. Doch der interessanteste Teil des Bestandes ist die Leere und Weite der Wiese. Zurzeit wird das Stadion durch den Verein «Terrain Gurzelen» betrieben und zwischengenutzt - und zwar sehr erfolgreich, gemäss der Gemeinde Biel. Kollektivgärten, unterschiedliche Veranstaltungen, Landwirtschaft und ein Kinderspielplatz sind nur einige der vielfältigen Nutzungen. Eine solch grosse Wiese ist nur schon allein durch ihre Grösse in vielerlei Hinsicht eine Bereicherung für die Gesellschaft.

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Abb. 11. Übersicht Gurzelen-Areal

Die OMEGA AG hat bestehende Gebäude durch Neubauten ersetzt und damit bis dato unbebaute Flächen umgenutzt. Die SCHÜSSINSEL an der Schüss zwischen den Quartieren Gurzelen und Mett ist der neu gestaltete Erholungs-und Freizeitpark, der sich bis zur Brücke Gotthardstrasse ausdehnt. JARDIN DU PARADIS ist eine neue Wohnüberbauung mit punktförmigen Gebäudekörpern.

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Abb. 12. Durch die grosse Fläche der Wiese sind unterschiedliche Nutzungen für die Bewohner und das Quartier möglich

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#1.3

KRITIK AN STÄDTEBAULICHER HALTUNG

Abb. 13. Schritt 1: Situation heute

13 12 11 10

9 8 7 6 5 4 3 2 1

40 cm / 79 cm

Abb. 14. Schritt 2: Wettbewerb von Topotek 1 für die Schulerweiterung der Primarschule "Champagne" GSEducationalVersion

13 12 11 10

9 8 7 6 5 4 3 2 1

40 cm / 79 cm

Abb. 15. Schritt 3: Platzbebauung

GSEducationalVersion

13 12 11 10

9 8 7 6 5 4 3 2 1

40 cm / 79 cm

GSEducationalVersion

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Abb. 16. Schritt 4: Wettbewerb von TRIBU Architekten der Parzelle für die Masterthesis

Abb. 17. Schritt 5: Überbauung der letzten freien Felder im Quartier in naher Zukunft GSEducationalVersion

GSEducationalVersion

Die Analyse des Gurzelen–Quartiers ergab, dass alle grossen Plätze verschwinden und privatisiert werden. Die Nutzungen der vorhandenen Plätze, wie beispielsweise durch den Zirkus Knie, werden in den peripheren Bereich der Stadt verdrängt und verschwinden immer mehr aus dem Bewusstsein der Stadtbevölkerung. Dabei sind derartige Nutzungen prägend für solche Quartiere und beleben die Umgebung. Nicht zu vergessen ist die Nähe zum Stadtzentrum, was ein grosses Potenzial für die unterschiedlichsten Veranstaltungen auf weitläufigen Leerflächen birgt.

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Meine Haltung basiert darauf, über dem bestehenden Feld eine Wohnstruktur zu entwickeln und die Wiese dadurch zu erhalten. Die Wiese soll weiterhin der Öffentlichkeit zugutekommen – private Höfe werden schon genug gebaut. Somit entsteht auch eine neue Art von Wohnen. Interessant ist in der direkten Nachbarschaft zu sehen, dass das Primarschulhaus «Champagne» von Max Schlup neben dem Stadion von 196210 auch abgehoben ist und dadurch gedeckte Plätze für die Schüler schafft. Ebenfalls im gleichen Prinzip ist der Wohnturm «Tour de la Champagne» von Walter Schwaar im Jahr 196811 erbaut, der auf Pylonen steht und so den Eingang formuliert.

Abb. 18. Primarschule "Champagne" von Max Schlup mit dem "Tour de la Champagne" im Hintergrund von Architekt Walter Schwaar

Architekturforum Biel 2013, S.116. | 10 Graser Architekten AG 13.03.2020. | 11

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Abb. 19. Der Zirkus Knie dient als Symbol meiner Vorstellung für all die Möglichkeiten der bestehenden leeren Wiese solcher Grösse

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«Entwerfen kann nichts anderes sein als fortbauen auf dem Darunterliegenden und es sozusagen verbauen. Der Gedanke, jemals von einem unbeschriebenen weissen Blatt auszugehen und dieses unvermeidlich mit unwirklichen und sterilen Konstruktionen zu füllen, ist unsinnig und hat auch negative Folgen.»12 Herman Hertzberger

Lüchinger 1981, S.24. | 12

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#2 STADT– RÄUMLICHE KONZEPTION Das Bieler Fussballfeld im zENTRUM DES 'GURZELEN'-QUARTIERS

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#2.1

Abb. 20. Collage von Yona Friedman, die seine Idee der "Ville Spatial" über den Centre Pompidou in Paris zeigt

VILLE SPATIALE – Yona Friedman Yona Friedman, geboren am 05. Juni 1923 in Budapest, war ein französischer Architekt und Stadtplaner. Internationale Bekanntheit erlangte er 1958 durch die Veröffentlichung unter dem Titel «L'Architecture Mobile», sein ehrgeizigstes und am weitesten entwickelte Projekt «La Ville Spatiale», eine Utopie, die die Megastrukturen bestehender Städte wiederverwertete, um den Bürgern die Möglichkeit zu geben, in ihren Entscheidungen völlig flexibel zu leben. Bei Yona Friedman wurde dieses Gitter als Raumgitter angesehen und die Hohlräume individuell durch die Bewohner gefüllt. Und so entstehen Chaos und Unregelmässigkeiten, die die wahre Schönheit einer Stadt zeigen. Er bezieht dies nicht nur auf den Massstab der Stadt, sondern bis in den Grundriss. Jedes Geschoss soll unterschiedlich sein und in Zukunft 13 leicht veränderbar.

Düesberg 2013, S.121–140. | 13

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#2.1

ZWEITE EBENE Die Grundidee, über dem vorgefundenen eine Wohnstruktur zu entwickeln, kam bei der ersten Grundstücksbesichtigung auf. Mit Yona Friedmans «Ville Spatiale» konnte ich mir interessante Ideen aneignen und darauf aufbauen. Wie bei Friedman ist für mich die Collage eine bevorzugte Arbeitsmethode, weshalb auch in meinem Denkprozess damit gearbeitet wird und sich dieser dadurch immer weiter konkretisiert.

Abb. 21. erste Collage meines Grundgedanken; eine Wohnmaschine über dem bestehenden Stadion

Auch wenn Friedmans «Ville Spatiale» weit entfernt von der Realität ist, wurden dennoch unterschiedlichste Ebenen entwickelt und miteinander verknüpft; die Landwirtschaft, das Licht, die Stadtplanung und deren stetige Veränderungen sowie auch die individuellen Wohnbedürfnisse.

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Die «Ville Spatiale» ergibt sich aus drei wichtigen Entwurfselementen. Als Hauptelement wird die Makrostruktur bezeichnet, die aus einer schier endlosen Rahmenkonstruktion besteht. Das zweite Element sind die Stützen, die diese gigantische Konstruktion vom Boden abheben. Das dritte und wahrscheinlich wichtigste Element sind die Leerräume, die individuell von den Bewohnern ausgebaut werden können. Interessant ist der Vergleich zu anderen Utopisten, die Wohnkapseln entwarfen. Yona Friedman lässt diesen Schritt bewusst weg, da die Freiraumgestaltung durch jeden Bewohner unterschiedlich ausfallen soll. Ein grosses Sortiment an vorgefertigten Bauteilen soll helfen, die Leerräume gestalten zu können.14 Abb. 22. Collage von Yona Friedman der "Ville Spatiale"

Düesberg 2013, S.145. | 14

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Abb. 23. Collage der Wohnstruktur darüber

Die ersten eigens angefertigten Collagen waren stark von Friedman inspiriert und geprägt. Schwebende Wohnmaschinen über dem bestehenden Stadion ermöglichen einen rundum offenen Zugang zu der Wiese und laden die Bewohner ein, hindurch zu schreiten.

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Der Raster der Raumstruktur ist auf 5.2 Meter definiert, die Höhen der Ebenen auf 2.6 Meter. Somit ist die Grundfläche ca. 25 Quadratmeter und das Volumen auf 62.5 Kubikmeter pro Rasterfeld vorgegeben. Natürlich können mehrere Rasterfelder zusammengekoppelt werden, sowohl in der Breite und in der Länge als auch auf verschiedenen Ebenen. Für die Gesamtstruktur hat Yona Friedman drei Grundregeln festgelegt. Der Boden soll möglichst wenig berührt werden, die einzelnen Teile sollen einfach abgebaut und bewegt werden können, um schnelle Veränderungen für neue Bedingungen zu gewährleisten, und die Makrostruktur soll aus einem kontinuierlich dreidimensionalen Fachwerk bestehen, dass ins Endlose wachsen kann. Wenn man seine vielen Konzeptskizzen der «Ville Spatiale» studiert, fällt einem auf, dass sich die Anzahl der Ebenen zwischen Zwei bis Acht befindet. Die Stützen, das zweite der drei Grundelemente, sind ca. 18 bis 25 Meter hoch, womit ein etwa vier- bis sechsgeschossiger Luftraum zwischen Boden und der Makrostruktur entsteht. Obwohl in seinen Skizzen die tragenden Stützen sehr filigran und nicht auffallend sind, enthalten sie in seiner Vision dennoch Hohlräume, die Treppen und Aufzüge beinhalten und den Zugang zur Raumstruktur ermöglichen. Die Stützen haben einen Abstand von 35 bis 50 Meter zueinander.15 Abb. 24. Stützen tragen die Wohnstruktur

Düesberg 2013, S.145–146. | 15

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Abb. 25. Comicstrip zur Erklärung des Konstuktionsprinzip der "Ville Spatiale" – 1959

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Abb. 26. Collage der Stützen, die eine Analogie zu Friedman aufzeigen

Die Tragstruktur, die den ganzen Wohnkomplex trägt, ist wie bei Friedman gleichzeitig als Erschliessung gedacht. Grosse Konstruktionen als Stützen beinhalten die Treppen und Lifte. Zudem sollen Räume zur Belebung und zum Unterhalt der Wiese angeboten werden wie Werkstätten oder Imbissmöglichkeiten. Diese befinden sich am Fuss der Stütze und können die grossen Kräfte in die Erde leiten.

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Eine weitere Regel betrifft das Verhältnis zwischen ausgebauten und unberührten Räumen der Konstruktion. Mindestens 10% darf niemals verbaut werden, um allfällige Änderungen der Bedürfnisse der Stadt in der Not aufzunehmen, dennoch empfiehlt Friedman einen Ausbau von ca. 60%, um genügend Licht in alle Raumstrukturen und der darunterliegenden Landschaft zu gewährleisten. Das Raster sieht Friedman als optimale Lösung einer begrenzten Freiheitsgestaltung, damit man einander bei der individuellen Ausgestaltung nicht in die Quere kommt.16 Abb. 27. Regeln von Yona Friedman für den Ausbau des Rasters

Die einzigen definierten Elemente in der Struktur bilden die Hauptverkehrs- und Erschliessungstrassen sowie die Fussgängerpromenaden, da dort der gesellschaftliche Austausch sowie die Beziehungen gepflegt werden und die Leute sich zu jeder Jahreszeit auf der Strasse aufhalten. Ganz anders als bei den Metabolisten, wo die Raumkapsel das Zentrum bildet.17 Düesberg 2013, S.146. | 16 Düesberg 2013, S.146–148. | 17

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Interessant dabei ist, dass bei Friedmann die einzig definierten Elemente die Bewegungsflüsse sind. Der erste Kontakt dabei sind die Stützen, die den Aufgang zu der darüber liegenden Wohnstruktur ermöglichen. Danach befinden sich im Rastersystem Hauptverkehrs- und Erschliessungsstrassen. Der Restraum wird dann individuell bewohnt. Eine Arena oder Stadionstruktur stuft sich generell gegen das Feld ab. Ähnlich macht es Friedman und nutzt gleichzeitig die Abstufung oder Terrassen als eine Art Durchwegung durch das ganze Rastersystem, was wiederum zu mehr Lichtdurchlässigkeit auf verschiedenen Geschossen seiner Wohnstruktur und der darunterliegenden Ebene führt. Eine Grundregel wird in der Theorie nicht verwendet.

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Eine spannende und zukunftsorientierte Vision von Friedman ist zudem der Einbezug der Landwirtschaft. Da bestehenden Städte noch nicht vollflächig verbaut sind, kann die Restfläche als Landwirtschaft genutzt werden, während die darüber liegende Raumstadt das Stadtleben ermöglicht. Zum einen wird dadurch die Isolation der Landbevölkerung aufgehoben und es entsteht eine direkte Verknüpfung zwischen Stadt und Land. Zum anderen entsteht durch die vertikale Schichtung genügend Nahrung, welche in unmittelbarer Nähe verfügbar ist.18

Abb. 28. Harmonie von bebaueter Struktur und Natur

Auch wenn man meinen könnte, dass bei seiner Vision die bestehende Stadt unverändert bleibt, möchte er eher aufzeigen, dass eine Wahl besteht, Quartiere zu belassen oder abzureissen. In der Zeit der 60-er und 70-er Jahre wurden viele Quartier für neue Überbauungen abgerissen. In seiner Vision kehrt er diesen Prozess um - zuerst kommt der Neubau, dann die Wahl des Abbruchs.19

Düesberg 2013, S.148. | 18 Düesberg 2013, S.148–149. | 19

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Wie Friedman sagt, sind Bäume und der Bezug zur Natur von Notwendigkeit im Kontrast zum städtischen Leben. Die Landwirtschaft wird jetzt schon betrieben. Die Zwischennutzung, betreut vom Verein «Terrain Gurzelen» pflanzt auf der Wiese Kartoffeln an und verschiedene Beete sind am Rand angeordnet. Abschliessend kann man behaupten, dass Friedman die Architektur durch seine «Ville Spatiale» mehr als nur bereichert hat, auch wenn Vieles nur auf einer konzeptionellen Ebene bleibt. Er verschmilzt unterschiedlichste Themenbereiche, sogar die Umweltplanung, und verstand unter Architektur nicht mehr als das reine Ordnen von Räumen.

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#2.2

CLIMATE DE FRANCE – Fernand Pouillon Die Siedlung «Climate de France» wurde vom französischen Architekt Fernand Pouillon zwischen 1956 – 1958 in Algier erbaut. Das kolossale Bauwerk erscheint durch seine klare und einfache Grundform als ein Gebäude aus einem Guss, bestehend aus Arkaden, Rampen und Treppen. Die Aufteilung erfolgt auf klassischen Grundbegriffen wie Platz, Hof und Promenade und zeichnet sich im Innern durch einen gigantischen Innenhof aus, der schon alleine durch seine Grösse als Platz bezeichnet werden kann. Die 200 umlaufenden Pfeiler geben dem Platz eine Rhythmisierung und agieren als Filterschicht zwischen den Wohnungen und dem Innenhof. Teilweise fand eine Entfremdung des Platzes durch die Nutzung als Parkierung statt, doch die Grösse und Proportion lässt dies zu. Pouillon sah die Architektur mehr als eine soziale Aufgabe an. Durch die alleinige Grösse des Innenhofs wird der Ort zu einem Ort der Begegnungen, des Handels und des Spiels. Die Inbesitznahme des Raumes ist durch die Bewohner möglich und anpassbar. Pouillons Überzeugung basiert auf der einfachen Tatsache, dass ein starker öffentlicher Raum das Fundament für die Gemeinschaft und das Kollektiv ist.20

Abb. 29. Siedlung "Climate de France" mit den 200 Pfeilern, die dem grossen öffentlichen Platz einen Massstab verleihen

Flury 2009, S.14–18. | 20

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#2.2

DAS POTENZIAL DER LEERE Durch den Entscheid, mit dem Bestand zu arbeiten und die Wiese als Ausgangslage anzusehen, stach die Siedlung «Climate de France» ins Auge. Der Umgang mit einem leeren Platz solcher Grösse in Verbindung mit dem Wohnungsbau ähnelt meinem Vorhaben stark. Muss solch ein Platz bespielt und zoniert werden oder findet die Belebung allein durch die Leere statt? Ein Platz mit derartigem Ausmass lässt meines Erachtens unzählige Möglichkeiten zu und dadurch entwickelt sich eine Robustheit gegenüber Veränderungen. Das Zusammenleben wird gefördert und die Bewohner haben die Wahl, inwieweit sie die Leere füllen wollen. Auch wenn bei «Climate de France» mit einem Hartbelag gearbeitet wurde, wird aufgrund des geschichtlichen Hintergrundes des Gurzelen Areals die Wiese belassen.

Abb. 30. Analogie zu "Climate de France" mit der bestehenden Fussballwiese

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#2.3

HORNBAEKHUS – Kay Fisker Der Wohnblock «Hornbaekhus» ist die berühmteste Wohnüberbauung des Klassizismus in Kopenhagen aus dem Jahr 1923. Es ist der erste Entwurf des Architekten Kay Fisker welcher ausgeführt wurde – und dies im grossen Stil. Knapp 300 Wohnungen verteilt auf 5 Geschossen werden von 29 Treppenhäusern erschlossen. Aussen mit Backsteinmauern abgeschottet erkennt man kaum die innere Welt der Überbauung.21 Der ganze Komplex umschliesst einen Hof, der als Gartenanlage ausgebildet worden ist - der erste seiner Art. Die Ursprungsidee von Fisker ist ein Haus, dass erhöht und modulartig aneinandergereiht wird, unabhängig der Orientierung. Auch wenn die Wohnungen in ihrer Grösse variieren, so zieht sich der Raster der Fenstereinteilung einheitlich durch.

Abb. 31. Wohnblock 'Hornbaekhus' von aussen

Lund 1981, S.21. | 21

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#2.3

VERBERGUNG Die Überbauung überzeugt aufgrund des Kontrastes von innen zu aussen. Durch das rigide Raster und die Abschottung wird die Gartenanlage zu einer Art Oase, einem Ort, der nicht jedem bekannt ist und nicht auf Anhieb erkennbar. Sowie sich das Gebäude gegen aussen abschottet, schottet es sich gleichermassen zum inneren Grünraum ab. Der architektonische Ausdruck verstärkt somit die Wirkung des Gartens. Ordnung in der Fassade im Kontrast zur Unordnung der Begrünung. Der bewusste Verzicht auf Balkone, die normalerweise einen Bezug zum Aussenbereich erzeugen, führt zu einer klaren Trennung von gebauter Form und wilder Natur. Entgegen dem «Hornbaekhus» wird in der Thesis Arbeit die grosse Wiese den Einwohnern von Biel zur Verfügung gestellt. Somit sind beide Seiten für die Bewohner der Überbauung auf dem GurzelenAreal öffentlich. Der Blockrand ist eine interessante Möglichkeit, die Wiese als selbstständigen Ort zu stärken und einen Überraschungseffekt aufgrund des Kontrastes des Strassenraums zur leeren Wiese zu erzielen. Dennoch wird auf eine geschlossene Fassade, wie wir sie beim «Hornbaekhus» erleben, bewusst verzichtet. Das Thesis Projekt soll einladend und doch geschlossen wirken.

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Abb. 32. Kontrast von der Aussenansicht zur inneren Gartenanlage

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Die Gartenanlage war anfangs eine grosse Wiese, danach kamen Bäume und stetige Veränderungen von Pflanzen hinzu. Auch im Inneren wirkt die Fassade eher geschlossen, da auf Balkone verzichtet wurden und sowohl der Park wie auch das Gebäude im Ausdruck für sich stehen.


Die untere Collage zeigt auf, dass eine Balance des Öffnungsgrades in der Fassade gefunden werden muss, damit die Wiese nicht an Kraft verliert. Gleichzeitig kommt die Frage nach der Intensität der Begrünung auf. Die Bäume werden beim «Hornbaekhus» an der Fassade angeordnet und erzeugen als Filterschicht Privatsphäre für die Wohnungen. Über die Jahre standen auch mittig der Wiese verschiedene Baumarten. Damit ein Platz über die Zeit hinweg flexibel nutzbar ist, wird auf eine Unterkellerung bewusst verzichtet. Maximale Lastabtragungen hindern das Potenzial der Leere.

Abb. 33. Collage als Balance zwischen Porösität und Geschlossnheit und der Intensität der Begrünung

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#2.4

Abb. 34. (nächste Seite) städtebauliche Konzeption

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VERSCHLOSSENE ÖFFNUNG ZZur strengen Haltung, die bestehende Fussballwiese zu belassen und für die Bewohner des Quartiers als auch der Stadt Biel öffentlich zugänglich zu gestalten und gleichzeitig eine Wohnstruktur rundherum zu entwickeln, braucht es Kontraste in Form von Brüchen. Mit Brüchen sind partielle Öffnungen gemeint, die die Bevölkerung einladen. Um die Wiese als eigenständigen Ort zu stärken, wird ein im Ansatz geschlossenes Volumen rund um die Wiese geplant. Der Ankunftsplatz wird im Osten bei der Hauptstrasse «Rue JakobStämpfli» an der Parzellengrenze angeordnet, wo auch die neue Bushaltstelle sein wird. Der Riegel startet dementsprechend mit Abstand zur Parzellengrenze, nimmt sowohl die Strassenflucht als auch die Höhe der Nachbarsgebäude auf und trennt sowohl die Wiese wie auch den Strassenraum voneinander. Dies zieht sich gleichmässig um die Ecke in die Quartierstrasse «Falkenstrasse» bis hin zur Kreuzung an der «General-Dufour-Strasse». An diesem Ort wird das Volumen dreigeschossig weitergeführt bis zur bestehenden Tribüne und nimmt deren Höhe auf. Die Tribüne wird belassen und in die städtebauliche Haltung integriert, da meiner Meinung nach sowohl die Tribüne wie auch die Wiese zueinander gehören und sich gegenseitig bedingen. Zusätzlich sind beide Zeugen der örtlichen Geschichte. Die neu geplanten Volumen werden minimale Abstände zur Tribüne haben und Durchgänge bilden. Die Tribüne wird als eigenständiger Bau akzeptiert, aber ins Gesamtbild miteinbezogen. Die Gebäudekörper werden in den Eckausbildungen über das ganze Erdgeschoss geöffnet und bilden grosszügige Eingänge und Blickbezüge. Nach der Tribüne wird der Bau auf gleicher Höhe weitergezogen, endet einige Meter vor der Parzellengrenze und ermöglicht einen kleinen Grünbereich inklusive eines Spielplatzes für die angrenzende Schule und


die Kinder der Überbauung. Die entstandene U-Form wird durch einen eigenständigen Gebäudekörper, der ein anderes Raumprogramm beinhaltet, ähnlich einem Korken geschlossen. Es werden Parkplätze wie auch ein grösserer Supermarkt angeboten. Als Abschluss wird das gewünschte Auditorium auf die Wiese gerichtet, darüber platziert und ergibt spannende räumliche Überschneidungen verschiedener Nutzungen.

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BEGRIFF 'STADION'22

BEGRIFF 'ARENA'23

Sta·di·on /ˈʃtaːdi ɔ ̯ n,Stádion/ Aussprache lernen Substantiv, Neutrum [das]

Are·na /Aréna/ Substantiv, feminin [die]

1. mit Rängen, Tribünen für die Zuschauer versehene, große Anlage für sportliche Wettkämpfe und Übungen, besonders in Gestalt eines großen, oft ovalen Sportfeldes "ein Stadion für 80 000 Zuschauer, mit 50 000 Sitzplätzen" 2. die Zuschauer in einem Stadion "das [ganze] Stadion raste vor Begeisterung"

1a. Kampfbahn, [sandbestreuter] Kampfplatz im Amphitheater der römischen Antike "die Gladiatoren in der Arena" 1b. Sportplatz, Wettkampfstätte mit ringsum steigend angeordneten Zuschauersitzen "sie trugen den Torschützen auf den Schultern aus der Arena" 2a. Vorführplatz für Stierkämpfe 2b. Manege eines Zirkus

Herkunft griechisch stádion = Rennbahn, Laufbahn, eigentlich = ein Längenmaß (zwischen 179 m und 213 m); Rennbahn; ursprüngliche Bezeichnung für die 1 stádion lange Rennbahn im altgriechischen Olympia

Herkunft lateinisch (h)arena, Herkunft ungeklärt

Duden 29.05.2020. | 22 Duden 29.05.2020. | 23

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#3 ARENA DES WOHNENS Das Bieler Fussballfeld im zENTRUM DES 'GURZELEN'-QUARTIERS

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#3.1

TYPOLOGIE STADION Die heutigen Stadionbauten beziehen ihre formalen Vorbilder immer noch aus der Antike. Grosse, ringförmige Strukturen, die sich nach innen abstufen und sich um eine leere Fläche auftürmen. Für eine kurze Zeit verwandeln sich die grossen Strukturen aus Stahl oder Beton in farbenfrohe Szenerien. Auftakt dafür war das Stadion im griechischen Olympia. Angefangen mit Sportveranstaltungen müssen die heutigen Stadien aufgrund der veränderten Bedürfnisse flexibel nutzbar sein und zusätzliche Programme aufnehmen können. Die Entwicklung begann bei einer reinen Laufstrecke in der Landschaft und führte zu einem Entertainment-Center für Konzerte und Sportveranstaltungen.

Abb. 35. Die Abstufung des Kolosseums in Rom nach innen im direkten Vergleich mit dem Grundriss

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#3.1

Abb. 36. - links: Blockrand als Konzeptansatz - rechts: Auflösung des Blockrandes; punktuelle Eingänge öffnen den gesamten Komplex ähnlich einer Arenastruktur und führen zu Blickbezüge - Collage: Auflösung des Blockrandes im Erdgeschoss für Blickbezüge zur leeren Wiese

ANALOGIE EINER ARENA Stadien schotten das Spektakel gegen jegliche Einflüsse der Aussenwelt ab. Aussen ist der architektonische Ausdruck geschlossen gehalten und eröffnet nach dem Hindurchschreiten die freie Sicht zum grossen Feld. Das bestehende Stadion auf der zu bearbeitenden Parzelle ist verglichen mit den üblichen Fussballstadien sehr klein gehalten. Das Fassungsvermögen beträgt ca. 15'000 Zuschauer. Die umlaufenden Tribünen, die etwa vier Meter hoch sind, nehmen einem den Blickbezug nach innen. Da in meinem Projekt die innere Welt der Öffentlichkeit zugesprochen wird, muss das Gebäude Blickbezüge zur Wiese erlauben, ohne das Überraschungsmoment zu verlieren, dass die Wiese als eigenständige Oase für das Quartier betrachtet werden kann.

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Paradoxerweise geht es bei einem Stadion um das Spektakel in der Mitte, aber es wird ein hoher Aufwand benötigt, die Tribüne ringsherum für die Besucher zu erstellen, die nur sitzend zusehen. Die Tribüne ist eine architektonische Lösung, um jedem Besucher die Sicht auf das freie Feld in der Mitte zu gewährleisten. Anfangs noch flacher ausgebildet, werden Tribünen heute steil übereinandergestapelt, um den Bezug zwischen Spielfeld zum Besucher möglichst zu intensivieren. Die immer höheren und steileren Tribünen heutzutage verstärken die Konzentration in die Mitte und die der leeren Fläche.

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Abb. 37. Collage für die Erprobung der gleichmässigen Abstufung

Um den Charakter der vorhandenen Typologie zu wahren und den Fokus auf die Wiese zu leiten, wird versucht, die Wohnungen in einer Art Stadiontypologie umzusetzen. Dabei fällt auf, dass die abgestuften Geschosse im unteren Bereich rasch zu einer Tiefe führen, die schwer zu belichten ist. Durch eine gleichmässige Tiefe der Volumina in Kombination mit dem Versatz pro Geschoss erreicht man die Belichtung, jedoch entsteht eine erhöhte Beschattung der Fassade und ein Restraum in Form von Luft, der sich meiner Meinung nach nicht in das vorhandene Quartierbild einfügt. Durch den Entscheid, mit einem geraden Rücken gegen die Stadt zu arbeiten und gegen die Wiese abzustufen, kommt dem Schnitt eine höhere Bedeutung zu. Natürlich leitet die Abstufung mit Wohnungen auf Terrassenhäuser über. Bedenkt man jedoch, dass die meisten Terrassenhäuser gleichmässig gestapelt sind und in vielen Fällen an einem Hang erbaut werden und somit keine Rückfassade aufweisen, ist hier wie erwähnt eine andere Lösung nötig. Eine Seite ist der öffentlichen Wiese zugeschrieben, währen die andere sich gegen das Quartier und die Stadt einfügen muss.

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#3.2

BRUNSWICK CENTRE – Patrick Hodgkinson Das Brunswick Center ist Teil einer gemischten Stadtentwicklungsplanung des englischen Architekten Patrick Hodgkinson in London, direkt am Brunswick Square. Die Bauzeit war zwischen 1967 und 1972 und erfolgte in drei Etappen. Zusammengefasst beherbergt die Siedlung 558 Wohneinheiten, zwei Gemeinschaftssäle und 20 verschiedene Praxen. Neben zahlreichen Geschäften im Erdgeschoss gibt es zudem auch noch ein Kino. Die beiden gegenüberliegenden Terrassenriegel sind zueinander gespiegelt und orientieren sich von Nord nach Süd. In der Mitte entsteht ein in Längsrichtung orientierter Platz, der verschiedene Ebenen aufweist woraus sich mittig eine versenkte Shopping-Promenade ergibt. Die Wohnungstiefe wird gleichmässig gestapelt und in sich gespiegelt, was wiederum zu einer Schnittfläche als 24 Erschliessungszone führt.

Abb. 38. perspektivische Schnittlösung des Brunswick Centre mit der Platzgestaltung

[s.n.] 1972, S.536. | 24

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#3.2

ORIENTIERUNG Eine Abtreppung auf beide Seiten und somit eine einseitig Ausrichtung der Wohnungen kann aus belichtungstechnischen Gründen nur realisiert werden, wenn sich der Baukörper, wie beim Brunswick Center, nach Ost und West orientiert. Die östlich ausgerichteten Wohnungen geniessen die Morgensonne, während die westseitig orientierten Einheiten die Abenddämmerung bestaunen können. Die Orientierung der rechteckigen Parzelle im Gurzelen-Areal weist einen Winkel von ca. 40 Grad auf und verlangt daher eine andere Reaktion der Bauvolumen. Durch den Entscheid, am Rande der Parzelle die Wohnungen zu platzieren und die Wiese im Inneren zu belassen, müssen die Wohnungen entsprechend zweiseitig orientiert werden.

Abb. 39. nach Norden ausgerichtete, perspektivische Darstellung der städtebaulichen Grundkonzeption

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Abb. 40. Strassenansicht des Brunswick Centre

Aufgrund von zu wenigen privaten Käufern für die Wohnungen wurde der Wohnbereich an den Londoner Stadtbezirk Camden zur Nutzung als Sozialwohnungen vermietet, während der Bauträger das Eigentum an der Struktur und den Einkaufsmöglichkeiten behielt. Aufgrund mangelnder Finanzen wurde die Fassade bis zur Renovierung im Jahr 2006 nie gestrichen. Hodgkinson hatte die Absicht, die Fassade cremefarbig zu streichen, da die vorherigen Bauten und das umliegende Quartier in diesem Farbton erscheinen. Die Tragstruktur wurde in Ortbeton mit einer Serienschalung gefertigt, die Decken bestehen aus mit Beton überzogenen Elementen und die Terrassenaufbauten aus vorfabrizierten Betonfertigteilen. Einzig die tragenden Zwischenwände sind aus Mauersteinen. Die Einteilung baut auf einem Raster von 5.48m x 1.37m. auf.25

[s.n.] 1972, S.536. | 25

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Durch den gegebenen Winkel ist eine Seite immer nach Nordosten oder Nordwesten orientiert. Der zweite Grund für die beidseitige Orientierung der Wohnungen hat mit der Wiese zu tun. Die Wiese kann für Veranstaltungen genutzt und unterschiedlich bespielt werden. Somit bringen die Wohnungen die Qualität hervor, durch die Orientierung gegen den Strassenraum den Nutzungen auf der Wiese auszuweichen oder im anderen Fall durch die Orientierung zur Wiese aktiv daran teilzunehmen.

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#3.3

ACROS FUKUOKA PREFECTURAL HALL – Emilio Ambasz

Emilio Ambasz ist ein aus Argentinien stammender US-amerikanischer Industriedesigner und Architekt.26 Er erlangte internationale Bekanntheit durch seine gewagten Entwürfe. Er verschmolz Gebäude und Landschaften zu einem Ganzen und war damit ein Vorreiter der heutigen «Green Architecture». Das ACROS Gebäude im japanischen Fukuoka ist ein meisterhaftes Projekt, welches allein durch seine Formensprache eine Lösung zweier Gegensätzlichkeit hervorbringt. Abb. 41. Sicht auf den Gebäudekomplex mit der abgestuften Erweiterung des Parks

Emilio Ambasz & Associates Inc. 23.05.2020. | 26

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#3.3

Abb. 42. Collage der möglichen Begrünung der Terrassen

VERTIKALE GÄRTEN Das ACROS-Gebäude in Fukuoka hat eine fantastische Wirkung auf mich. Die Erhaltung der Grünfläche auf abgestuften Terrassen für die Bevölkerung ist ein genialer Schachzug von Emilio Ambasz. Es scheint, als werde der Platz hinaufgezogen als eine Art hängende Begrünung was den Platz in der Vertikalen erweitert. Die Wiese in meinem Fall ist von der Bepflanzung befreit, um durch die Leere viele Veranstaltungen zu ermöglichen. Die Abstufungen werden als Terrassen der Wohnungen genutzt und bilden gleichzeitig die Erschliessungsflächen. Durch Ambaszs Entwurf kam die Idee auf, die Terrassen teilweise zu begrünen um dadurch Zonierungen zu schaffen und um einen Garten vor der Wohnung zu haben, obwohl man sich nicht im Erdgeschoss befindet. Die Wirkung der Wiese kann so wie bei Ambasz vergrössert werden. Die Gärten sollen miteinander kombiniert oder geschossübergreifend bepflanzt werden können und wirken so von der Wiese aus gesehen wie hängende Gärten. Durch diese Massnahmen atmet, lebt und verändert sich je nach Jahreszeit der Eindruck des gesamten Stadions. Im Frühling farbenfroh, im Sommer grün, im Herbst gelblich und im Winter trist.

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Abb. 43. (rechts) Collage meiner Vorstellung der hängenden Gärten

Die Stadt Fukuoka brauchte dringend ein neues Bürogebäude für die Regierung, doch das einzige verfügbare Grundstück war ein zwei Hektar großer öffentlicher Park im Stadtzentrum. Als bekannt wurde, dass sich das geplante neue Gebäude auf der letzten verbliebenen Grünfläche der Stadt befinden würde, rief dies einen Protest der Bürger von Fukuoka hervor. Schliesslich erhielt Ambasz den Auftrag, weil es ihm gelang, eine Versöhnung zwischen diesen beiden gegensätzlichen Wünschen zu erreichen: Die ursprüngliche Größe des Parks beizubehalten und gleichzeitig der Stadt Fukuoka eine starke symbolische Struktur in ihrem Zentrum zu geben. Sein Entwurf sieht eine Reihe von Gartenterrassen vor, die die Fassade des Gebäudes aufstocken und den Bürgern Fukuokas praktisch das gesamte Land zurückgeben, dass das Gebäude der Stadt entziehen würde. Der verlegte Park hat eine Fläche von 100'000 Quadratmetern, verteilt auf 15 gleichmässig abgestuften Terrassen. Das Ergebnis war eine sofortige Zustimmung der Gemeinde und die vollständige Vermeidung von Bauverzögerungen. Die Gartenterrassen sind öffentlich und zuoberst befindet sich eine Aussichtsplattform, die das Bestaunen der Silhouette der Stadt und der Bergkette ermöglicht.27

Abb. 44. Schnitt des ACROS-Gebäudes

Emilio Ambasz & Associates Inc. 24.05.2020. | 27

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#3.4

ABSTUFUNG ALS LÖSUNG Um an das ehemalige Stadion zu erinnern, wird die Typologie einer Arena miteinbezogen. Abgestufte Volumen um und gegen die Wiese verstärken die Symbolik des leeren Feldes. Eine weitere Analogie ist, die Wohnungen als einzelne Sitze einer Tribüne zu betrachten. Ein Stadion wird immer von aussen nach innen betreten und erst dann geht man auf die Suche nach seinem Sitz, der mit einer Nummer versehen ist. Eine ähnliche Herangehensweise wird im Entwurf verfolgt. Somit wird man in meinem Fall aussen vom Quartier über die Wiese in seine Wohnung geführt. Eine weitere Erkenntnis ist, dass ein Stadion durch seine unhierarchische Erscheinung überhaupt erst als Ganzes betrachtet wird. Somit wird versucht, dieses Thema im Gesamteindruck umzusetzen. Die Begrünung und das Erweitern der Wiese in die Vertikale wird in kleinerem Massstab als bei Emilio Ambasz verfolgt. Einerseits will man den Blick zum Feld freihalten, anderseits soll aufgrund der Abstufung und den tiefen Wohnungen eine übermässige Beschattung verhindert werden. Kleinere, individuelle Gärten geben Sichtschutz und zonieren die grossen Terrassen und Erschliessungsflächen.

Abb. 45. Abstufung als Terrassen und Erschliessung

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«Wer von Grenze spricht, kann von Übertretung nicht schweigen.»28 Dirk Hohnsträter

Juppien/Zemp 2019, S.12. | 28

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#4 VERNETZUNG Das Bieler Fussballfeld im zENTRUM DES 'GURZELEN'-QUARTIERS

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#4.1

BEWEGUNGSVEKTOREN29 – Bernard Tschumi Bernard Tschumi, geboren am 25. Januar 1944 in Lausanne, Schweiz, ist ein Architekt und Theoretiker mit französischer und schweizerischer Staatsangehörigkeit. Sein Vater, Jean Tschumi, war ebenfalls ein bekannter Architekt und Professor an der ETH in Lausanne. 1969 schloss Bernard Tschumi erfolgreich sein Architekturstudium an der ETH Zürich ab. Von 1970 bis 1979 lehrte er an der Architectural Association School of Architecture in London und ab 1976 ebenfalls am Institute for Architecture and Urban Studies in New York und an der Princeton University.30 Zu seinen bekannten Bauwerken zählen seine «Folies» im Parc de la Villette in Paris und das Akropolis-Museum in Athen. Der Ursprung seiner Arbeit begann mit einer Neudefinition von Architektur im Jahr 1975, die auf der Trennung von Raum und dessen Verwendung basiert. Die Pariser Arbeiter- und Studentenunruhen im Mai 1968 hatten tiefgreifende Auswirkungen, wovon auch Tschumi beeinflusst wurde. Die Kultur und die Gesellschaft wurden hinterfragt, was auch Auswirkungen auf die gesamte Architekturszene hatte. Die Einflüsse kamen nun aus der Kunstszene, aus der Performance- und Konzeptkunst sowie aus der Filmszene. Nach seiner Erfahrung gab es danach drei Architekturströmungen. Die erste Strömung bestand aus einer desillusionierten akademischen Tätigkeit an Hochschulen, jedoch ohne grosse Motivation Neues zu entwickeln oder zu bauen. Die zweite Strömung richtete ihren Blick auf die Vergangenheit, da die Zukunft unvorhersehbar sei. Befürworter dieser Richtung waren Aldo Rossi und die italienische Bewegung «Architettura Razionale», die «New Urbanist»-Bewegung und die Mehrheit der postmodernen Architektur mit auffallender historischer Neigung. Bundesamt für Kultur, Schweizerische Eidgenossenschaft 2006, S.7–20. | 29 de Bure 2008, S.77–92. | 30

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#4.1

PUNKT VOR STRICH Die Thematik der Bewegung war für mein Projekt das Prägendste und weckte bei mir grosses Interesse. Die Aufgabenstellung für die Master Thesis ist grossmassstäblich und zu Beginn stellte ich mir die Frage: Wie bewege ich mich in und durch meinen Entwurf auf dem bestehenden Fussballstadion im Gurzelen– Areal?

Abb. 46. Die Collage zeigt den Versuch, Verbindungen der Riegel mithilfe von Brücken herzustellen

Die Entscheidung mit dem Bestand zu arbeiten und das Fussballfeld zu belassen kam bereits bei der ersten Besichtigung. Nach der Aufarbeitung der Bewegungstheorie von Bernard Tschumi entstand eine Idee nach der anderen und beeinflusste meine weiteren Entwurfsentscheidungen. Die Architektur als etwas Dynamisches anzusehen und Reibung durch Programme zu erzeugen, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen, führte zu neuen und spannenden Lösungen. Die Fussballwiese in Kombination mit Wohneinheiten war der erste Schritt einer ungewöhnlichen Kombination.

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Die letzte Strömung, zu der sich sowohl Tschumi wie auch Yona Friedman zählten, verspürte den Drang einen Ausweg aus dieser desillusionierten Situation und einen Weg «darüber hinaus» zu finden. Tschumi stellte sich selbst die fundamentale Frage nach der Definition: Was ist Architektur? Seine Faszination galt zum einen Cedric Price, der für ihn eine gute Mischung von kritisch und erfinderisch darstellt. In England herrschte eine ausgeprägte Strassen- und Pop-Kultur, die es dazumal ermöglichte, frei zu denken und zu experimentieren. Seine Forschungen begannen mit Bewegungsnotationen. Er versuchte, die Architekturdiskussionen in eine andere Richtung zu lenken und einen neuen Wortschatz zu definieren.

Abb. 47. Pariser Arbeiter- und Studentenunruhen im Mai 1968

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Ein Fussballspiel ist sowohl für die Spieler wie auch für die Zuschauer ein intensives Spektakel und führt alle zusammen, ungeachtet des sozialen Status oder der Herkunft. Da der geplante Entwurf ein Genossenschaftsbau wird, kann die Wiese das verbindende Element des ganzen Komplexes sein und die unterschiedlichen Nutzungen, wie das verlangte Atrium, die Parkierungsanlage, die Wohneinheiten für unterschiedliche Bewohner, vielerlei Geschäfte, usw. zusammenführen.

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Abb. 48. Erprobung der BewegungsmÜglichkeiten des gesamten Komplexes

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Durch die Ansicht, die Architektur mehr als etwas dynamisches als etwas statisches anzusehen, also die Summe eines Raums und einer Person, die sich darin bewegt, führt dies zu einer Heterogenität. In seinen ersten Artikeln fand eine Gegenüberstellung der Begriffe Raum und Ereignis statt. Raum und Ereignis können sich gegenseitig ausschliessen, aber trotzdem abhängig voneinander sein. Die Architektur wird in seiner Theorie immer als etwas dynamisches wahrgenommen oder gelesen, wobei es nicht wichtig ist, wie die Architektur aussieht, sondern was sie bewirken soll.

Abb. 49. Erforschung der Bewegung in "The Manhatten Transcripts"

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Nun kommt die dritte und für dieses Buch relevante Komponente dazu, die der Bewegung. In seinem Buch «The Manhatten Transripts» führten seine ersten Zeichnungen zu der Annahme, dass die Architektur mit Bewegung beginnt. Man betritt ein Gebäude, durchquert es anhand von Treppen und geht von Raum zu Raum. Das Netz der zurückgelegten Strecken macht die Architektur aus.


Gemäss Tschumi wird die Bewegung in drei zusammenhängenden Faktoren beschrieben. Punkte, die zu Vektoren führen und zu guter Letzt vernetzt eine Fläche bilden – daraus ergibt sich das Bild der Wiese, die das verbindende Element und der Kern der ganzen Arbeit bildet.

Abb. 50. Aufteilung der Bewegung in Punkten, Vektoren und zuletzt die entstandene Fläche als Wiese

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Abb. 51. Collagenartige Durchwegung im Projekt "Le Fresnoy"

Auch wenn die Architektur aus statischen Räumen gebaut wird, ist die Interaktion zwischen Statik und Dynamik entscheidend. Heutzutage plant man meist eine klare Trennung zwischen Privatheit und Öffentlichkeit, doch die Reibung und das Aufeinanderprallen führt zu interessanteren und spannenderen Lösungen. Zerlegt man das Programm in kleine Teile, kann man eine Umgestaltung hervorbringen, die zu unvorhersehbarer Architektur führt, ähnlich dem Schreiben eines Drehbuches. Raum oder Ereignis sind keine Instrumente, sondern Kategorien oder Bedingungen, während die Bewegung das starke Instrument symbolisiert. Als Instrument wird in diesem Kontext etwas bezeichnet, dass man aktiv verwenden kann, um der Architektur eine dynamische Komponente beizufügen.

Abb. 52. (rechts) Bewegung in Form von Brücken und Aufgängen

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#4.2

Abb. 53. Schnittzeichnungenn von Aymonino der Wohnanlage "Monte Amiata"

MONTE AMIATA HOUSING – Carlo Aymonino Die Wohnanlage «Monte Amiata» wurde von den Architekten Carlo Aymonino und Aldo Rossi Ende der 1960er Jahre entworfen, wobei in diesem Abschnitt die Gebäude von Aymonino genauer analysiert werden. Der Wohnkomplex befindet sich im Stadtteil Gallaretese in Mailand, Italien und wurde nach dem Berg «Amiata» benannt. Die fünf Gebäude fügen sich um einen zentralen Bereich mit einem Freilufttheater und zwei kleineren Plätzen. Durch die Anordnung von Passagen, Decks, Aufzügen, Balkonen, Terrassen und Brücken, die die Gebäude miteinander verbinden, entsteht eine komplexe Skyline, die viele Fussgängerwege mit sich bringt. Aymoninos Vision der Stadt ist ein turbulentes, kompliziertes und vielfältiges Gefüge, ein Paradigma, das als «Fragmentismus» bekannt ist. Durch das Wechselspiel zwischen ihren Wohnblöcken und dem urbanen Kontext entsteht hier eine utopische Kleinstadt innerhalb der Stadt.31

Fiederer 28.05.2020. | 31

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#4.2

TÜRME DER GEMEINSCHAFT Der Entwurf des «Monte Amiata» Komplexes war für meinen Prozess eine gebaute Referenz, aufbauend auf Tschumis Theorien. Die Erschliessungstürme sind inspirierend für meinen Entwurf, da sich diese ausserhalb vom Gebäuden befinden und die geradlinige Form brechen. Aufgrund des Ziels, die Bewegungen im ganzen Entwurf sichtbar zu halten, werden die Türme entgegen der Referenz offener gestaltet. Die Lifte sollen offen gestaltet hochund runterfahren und wie ein laufender Motor für meinen Komplex agieren.

Abb. 54. Türme der Erschliessung

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Abb. 55. Aussenansicht des Wohnkomplexes "Monte Amiata"

Die Inspiration von Aymonino und Rossi bildete die «Unité d’Habitation» von Le Corbusier in Marseille. Leider wurde die Wohnanlage zuerst von Obdachlosen missbräuchlich verwendet, erst nach 1974 entstanden Eigentumswohnungen. Die Türme beinhalten sowohl die Erschliessung wie auch Gemeinschaftsräume und sind direkt an der Fassade angeordnet. Sie dienen gleichzeitig auch als rhythmisierende Geste der langen Bauten. Unterschiedliche Wohnungstypen, als Hofbauten oder mit einer «Rue Intérieure» erschlossen, bilden das Ensemble.32

Fiederer 28.05.2020. | 32

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Abb. 56. Die Türme und Brücken als Verbindung des gemeinschaftlichen Wohnens zur Wiese

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Abb. 57. Collage der Gemeinschaftsidee um die Wiese

Durch die ehemalige Nutzung der Wiese für den Fussballverein des FC Biel sehe ich meine Türme am Rand der Wiese, womit eine Beziehung zwischen Wiese und gebauter Architektur durch Brücken ermöglicht wird. Die Türme ähneln gleichzeitig den Scheinwerfermasten der Stadien, die jeweils das Spektakel belichten und auch dafür eingesetzt werden können.

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#4.3

Abb. 58. Der "Lobe Block" mit den kaskadenartigen Treppen von Terrasse zu Terrasse

LOBE BLOCK – Arno Brandlhuber Der «Lobe Block» ist ein von Arno Brandlhuber entworfenes Terrassenhaus, das neu interpretiert wurde. Im Berliner Stadtteil Wedding gelegen, vereint das vielseitig nutzbare Atelier- und Galeriegebäude verschiedene Nutzungen. Halböffentliche Terrassen mit einer Tiefe von fast sechs Metern dienen zusätzlich als Erschliessungszonen jeder Einheit. Die Terrassen richten sich gegen Süden aus und die Abstufungen führen zu Gebäudetiefen zwischen 11 Meter auf der höchsten Ebene und bis zu 26 Metern im Erdgeschoss. Da die maximale Ausnützungsziffer nicht überschritten werden darf und die Verschiebung der einzelnen Geschosse Richtung Süden entsteht, ergibt sich dadurch strassenseitig im Norden ein überdachter Gehweg.33

Brandlhuber+ 16.04.2020. | 33

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#4.3

ZELEBRIERTE ERSCHLIESSUNG So unkonventionell und radikal der Entwurf von Arno Brandlhuber ist, so sehr finde ich an ihm Gefallen. Die sichtbar zelebrierte Erschliessung von Terrasse zu Terrasse ist eine gewagte Architektur, die man so nur selten sieht. Die Gemeinschaft wird durch das Betreten der Terrassen jedes Bewohners oder Mitarbeiters gefördert, was zu einem Zusammenleben schon alleine durch den Weg zur eigenen Wohneinheit führt.

Abb. 59. Collage der Treppen über die abgestuften Geschosse von der Wiese aus

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Aus der jeweiligen Tiefe und der möglichen Belichtung jeder Einheit entwickelt sich die Nutzung. Der Lift und die Treppen sind räumlich voneinander getrennt. Während der Lift strassenseitig angeordnet ist, führen zwei parallel verlaufende Treppen über die einzelnen Terrassen und verbinden die Geschosse miteinander bis hinauf zur Dachterrasse. Das Regenwasser wird über die leicht geneigten Terrassen ohne zusätzliche Entwässerung kaskadenartig abgeleitet.34

Abb. 60. Schnitt des "Lobe Block"

Abb. 61. Aussenansicht der Treppen als zelebrierte Erschliessung

Brandlhuber+ 16.04.2020. | 34

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Die Entkoppelung der Positionen von Lift und Treppen ist meines Erachtens eine spannende infrastrukturelle Lösung. Unterschiedliche Erschliessungen werden an verschiedenen Orten betreten und jede Einheit benötigt dadurch zwei Eingänge.

Abb. 62. Treppe und Lift starten an unterschiedlichen Orten und werden zusammengeführt

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Abb. 63. Vision des ganzen Komplexes mti Verbindungen von der Wiese aus

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#4.4

RADIALE DYNAMIK Die Thematik der Bewegung interessierte mich sehr. Angefangen über Tschumis Theorien bis hin zu gebauten Beispielen wurde ich mehr und mehr inspiriert. Um die Bewegungsflüsse um das Feld zu verstärken, soll der Weg zu den einzelnen Wohnungen sichtbar sein. Unvorhergesehene Begegnungen und das tagtägliche Kommen und Gehen sollen das Gemeinschaftsleben fördern und erlebbarer gestalten. Im Gegensatz zu herkömmlichen Treppenhäusern im Innern moderner Gebäude, welche eher zu einer Anonymisierung führen, wird mit Treppengängen und Lifttürmen ausserhalb gearbeitet, welche rund um die Wiese angeordnet werden. Fast wie Scheinwerfermasten sehen die Lifttürme aus. In meinen Fall sollen die Lifte und die Treppeneingänge wie beim Projekt «Lobe Block» voneinander getrennt sein, werden aber in den oberen Geschossen miteinander verbunden. Um die Erschliessung in der Vertikalen und das abgestufte Gebäudevolumen zu verbinden, werden Brücken entworfen, die die unterschiedlichen Distanzen aufnehmen. Der Weg zur Wohnung ist dadurch in starkem Bezug zur Wiese und wird bewusst zelebriert.

Abb. 64. Erschliessungsfigur

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«Eine der ersten sicheren Erkenntnisse war folgende: die verschiedenen Aspekte des Bauens — die Funktion, die Statik und alle andern das Bauen betreffenden Fragen (zum Beispiel die Wirtschaftlichkeit oder die Schönheit eines Baues) — stehen miteinander in einem inneren Zusammenhang. Ich möchte zwar das Wort «Schönheit» lieber nicht gebrauchen, sondern es durch den Begriff «Ausdruckskraft» ersetzen. Ich habe noch nie eine statisch gute Lösung gefunden, die nicht ebenfalls in Bezug auf die architektonische Ausdruckskraft befriedigt hätte. Ich habe auch niemals feststellen können, dass mir das Problem der Wirtschaftlichkeit bei meinem Bestreben, ein Gebäude ausdrucksfähig zu gestalten, hinderlich im Wege gestanden wäre.»35 Pier Luigi Nervi

Nervi 1961, S.113. | 35

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#5 STATISCHES KONZEPT Das Bieler Fussballfeld im zENTRUM DES 'GURZELEN'-QUARTIERS

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#5.1

STADION FLAMINIO – Pier Luigi Nervi Das Stadion Flaminio, das zwischen 1958 – 1959 erbaut und für die Olympischen Spiele 1960 in Rom entworfen wurde, ist eines der berühmtesten Gebäude Pier Luigi Nervis. Der Neubau ersetzte das Stadion Nazionale von 1911, wobei die Grundfläche gleichbleiben musste, aber das Fassungsvermögen verdoppelt wurde. Nervi war ein produktiver Architekt und Ingenieur, der die Grenzen des Stahlbetons mit kühnen technologischen Innovationen und ausdrucksstarken Konzepten auslotete.36

Abb. 65. Nervis sichtbare Kraftverläufe in seinen entworfenen Tragstrukturen

[s.n.] (Artikel Flaminio) 1960, S.234–236. | 36

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#5.1

Abb. 66. Erste Versuche der Abstufungen mit statischen Prinzipien

FINDUNG DER BALANCE Die Konzeption des Schnittes ist aufgrund der Terrassierung eines der wichtigsten Elemente meines Entwurfes. Um eine Analogie zu einem Stadion zu erzeugen, wird mit abgestuften Volumen gearbeitet. Die Volumen, die in den oberen Geschossen an Tiefe verlieren, müssen auf einem Raster basieren, um die statischen Kraftverläufe in das Erdreich zu führen. Es wurde bewusst auf eine Scheiben-Platten-Konstruktion verzichtet, da daraus nicht eine grösstmögliche Flexibilität erreicht werden kann, um zukünftige Veränderungen aufzunehmen. Pier Luigi Nervi beeindruckt mich immer wieder mit seinen sichtbaren Strukturen. Man erkennt, wie die Kräfte darin verlaufen. Durch Verjüngung und Verbreiterungen der Formen entsteht rein aus der Logik der Tragstruktur heraus ein faszinierender Ausdruck.

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Mit der Schaffung einer Arena, die 45.000 Menschen fassen konnte, gelang Nervi eine bautechnische Meisterleistung, indem er Beton in Formen verwandelte, die der Schwerkraft trotzten. Das Stadion Flaminio ist eines von vielen von Nervi entworfenen Arenen und Sportgebäuden und spiegelt seine langjährige Erfahrung wider. Mit dem Stadion, das vollständig vom Architekturbüro der Familie Nervi ausgeführt und in Zusammenarbeit mit seinem Sohn Antonio entworfen wurde, hatte Nervi die einzigartige Freiheit, einige der bautechnischen Innovationen in Stahlbeton und Eisen- (oder Dünnbett-) Schalenzement umzusetzen, die er seit Jahrzehnten entwickelt hatte. 92 Stahlbetonrahmen, deren Ausdruck sich aus der Nutzung unterhalb formt, sind mit Sekundärrippen verbunden und bilden die Stadiontribüne. Obwohl ursprünglich als Austragungsort für Fußballspiele konzipiert, wurde der Veranstaltungsort im Laufe der Jahre auch für andere Aktivitäten genutzt, darunter Rugby-Spiele und Konzerte. Im Jahr 2011 wurde das Stadion trotz seiner architektonischen und historischen Bedeutung aufgrund der rückläufigen Nutzung stillgelegt.37 Abb. 67. nach dem Kräfteverlauf geformte Figur für die Tribüne des Stadions 'Flaminio'

[s.n.] (Artikel Flaminio) 1960, S.234–236. | 37

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Abb. 68. Gleichgewicht zwischen Auskragungen und Rückkopplung rein durch die Form des Schnittes

Die Herausforderung wird dabei sein, eine Balance zwischen den Terrassen und dem statischen Stützenraster zu finden. Da der Raster der Stützen einen grösserem Abstand als die Abstufung der Gebäudevolumen aufweist, entsteht daraus eine grössere Auskragung, die abgefangen werden muss. Natürlich wäre dies durch eine tragende Wand lösbar, aber das statische Konzept soll rein durch Stützen gelöst werden. Der Grundwasserspiegel befindet sich 2.30 Meter unterhalb der Wiese. Um ein tieferes Eindringen zu verhindern, wird ein Zwischengeschoss eingefügt, welches den Vorbereich der Wiese zoniert. Anstelle des Eingrabens werden die strassenseitigen Balkone den Kraftverlauf nach oben leiten, damit eine stützenfreie Promenade mit Überdachung ermöglicht wird. Die Balance zwischen Zug und Druck muss gefunden werden.

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Abb. 69. biegesteife Struktur mit Auskragungen

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#5.2

AUSBALANCIERT Die Statik basiert auf einem Raster von 6.0 x 7.5 Meter, wobei sich die sechs Meter in Richtung der Tiefe des Gebäudes orientieren. Das Mass von sechs Meter ermöglicht ein Zimmer mit einem dahinterliegenden Bad/Reduit oder einen Erschliessungsgang für Clusterwohnungen, während aus den 7.5 Meter eine Gewichtung auf den Wohnraum im Vergleich zum Zimmer mit einer Breite von drei Metern resultiert. Damit ein statisches Raster in sich stabil und somit biegesteif ist, werden die Knotenpunkte verstärkt und mit Unterzügen in beide Richtungen verbunden. Die Terrassen haben eine Tiefe von drei Metern und stufen sich somit in halber Rasterbreite ab. Um die drei Meter Auskragung abzufangen, die im zweiten und vierten Geschoss vorhanden sind, wird ein sichtbarer Träger schräg ableitend auf die untere Stütze ausformuliert. Der Kräfteverlauf ist sichtbar woraus - wie Nervi es sagt - die «Ausdruckskraft» oder Schönheit entsteht. Strassenseitig werden die Balkone an Zugseilen montiert und leiten die Kraft über den obersten Träger in das Raster. Die Promenade ist stützenfrei und die thermische Trennung ist gelöst, da zwei unabhängige Tragsysteme zusammenarbeiten.

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Abb. 70. biegesteifes Raster

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«Die Schwelle liefert den Schlüssel zum Übergang von Bereichn mit unterschiedlichem territorialen Anspruch und deren Verbindung; als Raum per se bildet sie die wichtigste räumliche Voraussetzung (conditio) für die Begegnung und den Dialog von Bereichen unterschiedlicher Ordnung. Die Bedeutung des Begriffs wird am deutlichsten in der eigentlichen Schwelle, dem Eingang zu einem Haus. Hier handelt es sich um die Begegnung und Versöhnung von Strasse und Privatbereich»38 Herman Hertzberger

Juppien/Zemp 2019, S.8. | 38

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#6 WOHNQUALITÄT Das Bieler Fussballfeld im zENTRUM DES 'GURZELEN'-QUARTIERS

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#6.1

Abb. 71. politisch motivierte Wohngemeinschaft 'Kommune 1' zwischen 1967 und 1969

KOMMUNE I Nach dem zweiten Weltkrieg im Jahr 1945 prägten zerstörte Städte das Landschaftsbild von Deutschland. Es entstand eine Wohnungsnot grossen Ausmasses. Wohnraum für alle Menschen zu bauen war das gemeinsame Ziel. Doch will man wieder so leben, wie vor dem Krieg? Die Zeit davor war geprägt durch Autorität und Vereinheitlichung. Der Mensch sollte als einzelnes Individuum wieder in den Mittelpunkt rücken und seine Umwelt selbst gestalten dürfen. Aus dieser Haltung heraus entstanden unterschiedliche kulturelle Phasen, wie z.B. Rock ‘n’ Roll, die Hippiekultur oder die Pop-Kultur. Auf der Suche nach neuen Gemeinschaftsformen entstanden neue Wohnformen, die als Kommunen bezeichnet wurden. Zu internationaler Bekanntheit gelangte vor allem die Berliner «Kommune I», da sie ihre Haltung und ihre Protestaktionen dokumentieren liess. Die Gleichberechtigung sowie die Auslebung der eigenen Interessen standen dabei im Vordergrund ihrer Grundsätze.39

Düesberg 2013, S.9–12. | 39

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#6.1

REBELLION ALS LÖSUNG Dieser Abschnitt ist ein kleiner Exkurs, der dennoch relevant für meinen Entwurf war und die Grenzen einer Gemeinschaft auslotet. Die 1960er Jahre waren ein prägendes Jahrzehnt für unser heutiges Leben. Viele Themen, ob architektonisch, politisch oder auf sozialer Ebene, wurden hinterfragt und neu definiert. Durch Recherchen, wie man gemeinschaftlich wohnen soll, fiel die Kommune I schnell ins Auge. Der Ursprung für heutige Wohngemeinschaften entstand aus einer rebellischen Haltung gegenüber der Kleinfamilienwohnung. Man lebt miteinander und nicht nebeneinander. Mein Entwurf versucht diese Haltung umzusetzen. Eine Überbauung, die eine Gemeinschaft bildet, zusammenwächst und das umliegende Quartier miteinbezieht. Durch den Entscheid, die Wiese als öffentlichen Ort zu belassen, gibt es keine privaten Innenhöfe oder Plätze mehr, wie man diese sonst kennt. Doch um ein gemeinschaftliches Leben zu fördern, muss auch genügend Privatheit vorhanden sein.

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Gegründet wurde die erste Kommune 1967 in Berlin durch eine Gruppe von Studenten. Der Ursprung war die Erprobung einer neuen Gesellschaftsform, um «dem Spiesserleben den Rücken zu kehren». Verschiedene Thesen wurden diskutiert. Eine davon war, dass sich der Faschismus aus Kleinfamilien entwickelt, da der Mann und die Frau in Abhängigkeit voneinander leben und kein Potenzial haben, sich selbst zu entfalten. Die «Kommune I» entstand als Antithese. Es ging um ein Leben ohne Geld, ohne Besitz und ohne Privatsphäre. Jeder kann tun und machen, was er will, jedoch soll die Möglichkeit da sein, dass alle daran teilhaben können. Durch provokante Aussagen wollten die Mitglieder die Bevölkerung wachrütteln und machten auf sich aufmerksam. Presse und Medien berichteten daraufhin viel über das wilde Leben. Mit der Zeit änderte sich die Haltung zum Geld. Interviews und Fotos wurden nur durch Bezahlung erlaubt. Es ging nur noch um das Motte: Hauptsache Spass haben. Sex, Drugs und Rock’n’Roll waren der Tagesablauf. Ende 1969 löste sich die «Kommune I» auf.40 Die «Kommune I» war Vorbild für viele weitere Kommunen. Es ging immer um die Gleichberechtigung der Geschlechter, ob es um das Sexualleben, die Erziehung der Kinder oder die berufliche Entwicklung ging. Anfangs der 1980er Jahre entstanden viele Kommunen, die bis heute bestehen. Heute sind Wohngemeinschaften, ob eher alternativ oder Edel-WG, rein zweckbasiert und haben nichts mehr mit den Grundgedanken der Kommune I zu tun.41

Carrasco 23.05.2020. | 40 Carrasco 23.05.2020. | 41

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«Die meisten jedenfalls sind nur dann einverstanden zusammenzurücken, wenn sie sich in ihrer Privatsphäre nicht eingeengt fühlen. Die Architekturpsychologie bestätigt auch, dass das Wohlbefinden im eigenen Wohnumfeld ganz grundlegend davon abhängt, ob wir über unser Territorium «Herr» sind. In seiner aktiven Auseinandersetzung mit seiner Umwelt versucht der Mensch, sich seinen Raum anzueignen, um sich in ihm wiederzuerkennen. … Möchte man die Akzeptanz der Dichte also positiv beeinflussen, gilt es, das Gefühl für verfügbaren Raum zu unterstützen. Dieses hängt indessen keineswegs vornehmlich von der Grösse der eigenen Wohnung ab, sondern vielmehr von der Möglichkeit, den eigenen Rückzug oder Austausch mit dem Umfeld - also die Beziehung von privater und öffentlicher Sphäre – individuell gestalten zu können.»42 Abb. 72. Räume des Dazwischens und als Schwelle von Gemeinschaft und Privatheit

Juppien/Zemp 2019, S.6. | 42

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#6.2

BOUCA – Alvaro Siza DDie Wohnüberbauung «Bouca» in Porto, Portugal, wurde vom Architekten Álvaro Siza entworfen und zwischen 1975 – 1977 erbaut. Sizas Architektur nahm Bezug zum Terrain, zur Region, zur Tradition und den regionalen Materialien und machte ihn zu einem führenden Vertreter des kritischen Regionalismus. Dieser Sozialwohnungsbau ist den «Ilhas» nachempfunden, welche typisch für Porto sind und die wichtigste Form der Arbeiterwohnungen darstellen.43

Abb. 73. Grundrisse der Überbauung "Bouca"; Erdgeschoss bis zum 3. Obergeschoss (oben links nach unten rechts) Abb. 74. Bildsequenz eines spielenden Kindes im Hof

Die Wohnriegel liegen hintereinander und bilden unterschiedliche gemeinschaftliche Plätze, die sich gegen die Strasse hin öffnen. Zwei Wohnungen liegen übereinander, die jeweils zweigeschossig ausgebildet wurden, womit die Riegel total aus vier Geschossen bestehen. Die Eingangstüren der unteren Wohnungen befindeen sich im Erdgeschoss, während die oberhalb liegenden Wohnungen im zweiten Obergeschoss durch einen Laubengang betreten werden. Wohn- und Esszimmer sowie die Küche befinden sich direkt übereinander, die intimeren Bereiche im Erdgeschoss und Dachgeschoss der jeweiligen Wohnung. Die Treppen, die das Bild der Überbauung stark prägen, befinden sich beim Küchenbereich der unteren Wohnung und verdecken das Fenster zum Schlafzimmer.

Brugger 10.08.2012. | 43

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#6.2

PRIVATHEIT VS. GEMEINSCHAFT Der Sozialwohnungsbau «Bouca» beeindruckte mich allein schon durch die Gestaltung der aussenliegenden Treppen. Das Gebäude greift in den öffentlicheren Bereich und verankert sich dort. Doch wenn man die Überbauung genauer betrachtet, erkennt man die Details eines gemeinschaftlichen Wohnens.

Abb. 75. versuchte Umsetzung der sichtbaren Treppen in die obere Wohnungen

Inspiriert hat mich vor allem die Grundrisskonzeption. Beide Seiten der Gebäude richten sich nach öffentlichen Räumen, die zur Strasse hin geöffnet sind. Meist wird im Erdgeschoss der Wohnbereich zugeteilt und im Obergeschoss die intimeren Räume wie z.B. das Schlafzimmer. Die obere Wohnung wäre dann im gleichen Prinzip gestapelt worden. Siza schafft durch die umgekehrte Anordnung der unteren Wohnung eine Privatsphäre des Wohnbereiches im ersten Obergeschoss zum öffentlicheren Aussenraum. Die Küche, als Kernpunkt der Wohnung und als Ort an dem sich das Leben abspielt, hat aufgrund des prägendsten Elementes der Überbauung, der aussenliegenden Treppen, trotz Distanz eine direkte Beziehung nach aussen.

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Abb. 76. Aussenansicht der Überbauung "Bouca"

Die Küche als Eingang zu gestalten erzeugt Spannung. Auf den zweiten Blick erkennt man die entworfenen Details von Siza. Die Treppe, die ein verbindendes Element ist, ist gleichzeitig ein trennendes Element für die Privatsphäre. Die Anordnung der Treppe ist genau vor dem Fenster zum Schlafzimmer und verdeckt den direkten Einblick in den intimeren Bereich. Die sichtbare Treppe ermutigte mich, in meinen Collagen den Laubengang als gleichzeitige Erschliessung für zwei Geschosse zu erproben. Dadurch kann Fläche eingespart werden und die oberhalb liegenden Wohnungen geniessen eine erhöhte Privatsphäre. Die Treppe liegt genau vor der unteren Eingangstüre und schafft einen privaten Eingang.

Abb. 77. entstandener Ausdruck des Laubenganges, der zwei Geschoss gleichzeitig erschliesst

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#6.3

LE HAVRE – Auguste Perret Das Zentrum von Le Havre wurde 1944 aufgrund des zweiten Weltkrieges komplett zerstört. Der Wiederaufbau nach den Plänen von Auguste Perret geschah zwischen 1945 – 1954 und das neu errichtete Zentrum ist 2005 in die Liste des Unesco-Welterbes aufgenommen worden.44 Perret verschmolz in seiner Vorstellung zwei bis dahin widersprüchliche Konzepte: «Historische Kontinuität in der Horizontalen sollte mit modernen, funktionalistischen Aspekten wie Licht, Luft und Raum in der Vertikalen kombiniert werden.»45

Abb. 78. Grundriss des "Appartement témoin"

Immer in die Zukunft denkend, entwarf Perret die Wohnungen mit einem neuen Ansatz. Anstatt der Küche ist neu das Wohnzimmer das Herzstück der Wohnung. Ein Spielbereich für Kinder, ein Ort für den Empfang von Gästen oder einfach zum Entspannen sind nur einige der aufgezählten Möglichkeiten dieses Raumes. Auf der einen Seite der Aussenwände sind die Schlafzimmer angeordnet, auf der anderen Seite mittig das Wohnzimmer, welches von der Küche und dem Büro flankiert wird. Da die Gebäudestruktur eine StützenPlatten-Konstruktion ist, sind die Wände nichttragend und ermöglichen sowohl Längs- wie auch Querbezüge zwischen den einzelnen Räumen. Die flexiblen Trennwände bestehend aus Faltwänden und Doppeltüren, lassen mehrfache Nutzungen zu und ermöglichen den Bewohnern individuelle Aneignung.

Flury/Stehrenberger 2010. S.25. | 44 Flury/Stehrenberger 2010. S.25. | 45

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#6.3

NEBEN DEM RASTER Die Studienreise im ersten Semester meines Masterstudium nach Le Havre ermöglichte mir und meinen Mitstudenten die Besichtigung des «Appartement témoin» von Auguste Perret. Die Wohnung zieht einem gleich nach dem Betreten in den Bann. Der Grundriss ermöglicht unzählige Blickbezüge und ist flexibel nutzbar. Durch Faltwände können Räume miteinander verbunden werden und auf Wunsch vergrössert sich die räumliche Wahrnehmung der Wohnung. Das statische Raster bei Perret in Le Havre, das auch in meinem Entwurf Verwendung findet, zeigt, dass Wohnungen auf diese Weise flexibel nutzbar sind. In den ersten Versuchen, die Wände immer am Raster auszurichten, fiel mir beim «Appartement témoin» auf, dass Perret die Stützen als raumbildendes Element einsetzt. Die Wände sind bewusst entgegen dem Raster angeordnet. Durch den Versuch, die Wände so zu versetzten, damit die Stützen raumbildend wirken, können einfacher gestaltete Grundrisse entworfen werden. Nischen und Vorzonen entstehen durch die Stützen im Raum.

Abb. 79. Erste Versuche der Grundrisslösungen mit flexiblen Quer- als auch Längsbeziehungen

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Auguste Perret sagt selbst46: «L’intérieur de l’appartement? Nu. Aucun décor fixe. Rien que des proportions justes. C’est à l’habitant de décorer son logis; et j’imagine que ce décor sera variable. Contempler sans répit les mêmes formes, c’est entendre quotidiennement le même poète. Il y a de quoi le rendre odieux. L’architecte moderne saura mieux respecter la personnalité de l’habitant.» «Das Innere der Wohnung? Akt. Kein festes Dekor. Nichts als die richtigen Proportionen. Es ist Sache des Bewohners, seine Wohnung zu dekorieren; und ich stelle mir vor, dass diese Dekoration variabel sein wird. Ständig die gleichen Formen zu betrachten, ist so, als höre man jeden Tag den gleichen Dichter. Es reicht, um ihn unausstehlich zu machen. Der moderne Architekt wird es besser verstehen, die Persönlichkeit des Bewohners zu respektieren.» Abb. 80. Innenansicht der räumlichen Querbezüge des "Appartement témoin"

Abb. 81. (rechts) Collage der Querbezüge und der räumlichen Stütze Laurent/Lambert/Abram 2006. S.131. | 46

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#6.4

FLEXIBLE RAUMBEZIEHUNGEN Mein Entwurf, der sich gegen zwei öffentliche Räume richtet, führt zu erhöhten Anforderungen der Wohnung als Rückzugsort. Die Wohnung selbst muss grössere Ansprüche mit sich bringen und dies führt zu architektonisch spannenden Lösungen der jeweiligen Schwellen. Die Abstufungen gegen die Wiese sind schwellenartige Räume des Dazwischen in Form von Terrassen und durch die alleinige Grösse individuell bespielbar. Man kann sich gegen die Wiese orientieren oder sich mehr zurückziehen. Durch eine Tiefe von 4.5 Metern werden die Blicke von Personen auf der Wiese in die Wohnung weitgehend verhindert. Anderseits dienen diese Räume als Erschliessung und gleichzeitiger Wohnraumerweiterung der Wohnungen, was zu einem vermehrten Miteinander der Bewohner führt. Die Wohnungsgrundrisse sind einfach gestaltet. Jedes Raster verfügt sowohl über eine Wohn- wie auch über eine Zimmerschicht. In einem solchen System kann von einer 2.5- Zimmer Wohnung bis hin zu einer 5.5-Zimmer Wohnung variiert werden und es werden Veränderungen der Wohnungsgrössen in einfachen Schritten zugelassen. Die Küche orientiert sich als Erker gegen die Wiese und ist wie bei Sizas aussenliegende Treppen der Eingang.

Abb. 82. Wohnraum

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Anfangs immer dem Raster folgend, werden die Wände entgegen der Tragstruktur platziert. Die Stützen werden wie beim «Appartement témoin» von Auguste Perret als sichtbare Struktur im Wohnbereich verwendet. Die Schicht aus der Wand folgenden Stützen gliedert die Zonierung von Wohnzimmer zu Esszimmer und bildet Vorzonen für die Türen zu den Zimmern und Nasszellen. Auch die Eingangstüren werden von den Stützen verdeckt, fangen fremde Blicke ab und es entsteht ein Eingangsbereich allein durch die Tragstruktur. Da die Wände nichttragend sind, können Längs- als auch Querbezüge geschaffen werden. Schiebetüren, Faltwände oder das Weglassen einer Wand zeigen die Flexibilität dieses einfachen Grundrisses.

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«Neubau oder Umbau, das ist im Prinzip das Gleiche. Der Ort, wie er ist. Mir ist aber in diesem Zusammenhang der Begriff der Verfremdung wichtig, denn es ist von grosser Bedeutung, das Alte altneu zu präsentieren. Das heisst, es kann nicht bleiben wie es war, sondern es braucht eine Transformation.»47 Miroslav Šik

Šik 2012, S.39. | 47

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#7 AUSDRUCK Das Bieler Fussballfeld im zENTRUM DES 'GURZELEN'-QUARTIERS

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#7.1

GRANDE PARC BORDEAUX48 – Lacaton & Vassal Das Projekt besteht aus der Umgestaltung von drei bewohnten Sozialgebäuden, der ersten Phase eines Renovierungsprogramms der «Cité du Grand Parc» in Bordeaux in den Jahren 2014 – 2016. Die Architekten waren Anne Lacaton und Jean Philippe Vassal des Büros Lacaton & Vassal in Zusammenarbeit mit Frédéderic Druot und Christophe Hutin.

Abb. 83. Collagen des Vergleiches von Vorher zu Nachher

Diese in den frühen 60er Jahren errichtete städtische Quartier zählt mehr als 4’000 Wohnungen. Die drei betroffen Gebäude fassen 530 Wohnungen zusammen und bieten nach den Vorstellungen der Architekten die Möglichkeit, sich in schöne Wohnungen mit neu definierten Qualitäten und Komfort zu verwandeln.

Koller/Haag 2017. S.34–35. | 48

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#7.1

FASSADE ALS WOHNRAUM Bei diesem Projekt gefällt mir die Einfachheit, die zu einem sehr hohen Mehrwert führt. Die schwere Lochfassade wird aufgebrochen und durch eine offene Schicht vergrössert, die individuell nutz- und bespielbar ist. Durch das Öffnen der Schiebelemente werden zwei kleiner Räume zu einem grossen Raum, lassen Sonnenlicht ungehindert in die Wohnung strahlen und verstärken den Bezug nach aussen. Die Fassade verwandelt sich von einer im Eindruck schweren zu einer neuen, leicht wirkenden Fassadengestaltung. Das Gefühl der grösseren Freiheit durch die Leichtigkeit kommt somit zur Geltung.

Abb. 84. Der Grad der Öffnung, um eine Leichtigkeit auszudrücken

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Vor dem Umbau war das Fassadenbild geprägt von einer klassischen Lochfassade, die nach Südosten orientierte Loggien vor dem Wohnraum beinhaltete. Das Hinzufügen von erweiterten Wintergärten und Balkonen bietet für jede Wohnung die Möglichkeit, mehr natürliches Licht, eine fliessendere Nutzung und mehr Ausblicke zu geniessen. Die neu erstellte Schicht besteht aus einer Glasfassade, die vollständig gegen den Wohnraum und nach aussen geöffnet werden kann. Somit verwandelt sich der Bereich je nach Wetter und Situation in einen Aussen- als auch in einen Zwischenbereich zum Wohnen. Zusätzlich bietet sich von innen aufgrund der niedrigen Topographie der Stadt ein einzigartiger Panoramablick auf Bordeaux.

Abb. 85. ästhetische Leichtigkeit trotz Betonstruktur

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Die Abstufung in meinem Projekt ist eine mögliche Verwendung eines halboffenen Zimmers, gerichtet gegen die grosse Wiese. Auch können verglaste Balkone strassenseitig und grosse Öffnungen gegen die Wiese dazu beitragen, die tiefen Wohnungen besser zu belichten und die schwere Struktur im Ausdruck leichter erscheinen zu lassen. Aufgrund der hier angestrebten Grossstruktur muss eine Massstäblichkeit in der Fassade gefunden werden, damit der Ausdruck nicht erdrückend wirkt. Auch muss berücksichtigt werden, dass beide Fassaden zu öffentlichen Räumen gerichtet sind und ein Verhältnis des Öffnungsgrades für genügend Privatsphäre gefunden werden muss.

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#7.2

SCHWERE LEICHTIGKEIT Wie in Kapitel 1.2, Gruzelen-Areal – erster Eindruck, beschrieben, hat Biel etwas Raues an sich. Die hier entworfene Überbauung wird durch eine Tragstruktur aus Beton erstellt. Um dieser Schwere ein Gleichgewicht im Ausdruck zu geben, wird die Fassade aus grösseren Glasöffnungen bestehen. Die Restflächen werden durch eine Leichtbaukonstruktion aus Metall-Wellbelchen verkleidet und lassen erkennen, dass die Wände nichttragend sind. Gegen die Strasse ist der Öffnungsgrad höher als gegen die Wiese. Bei den abgestuften Terrassen benötigt es meiner Meinung nach auch geschlossen Wände, die z.B. die Möglichkeit mit sich bringen, einen Tisch oder ein Fahrrad davor zu stellen. Dieser Bereich dient auch als Erschliessung und führt zu weniger Einblicken in die Wohnung. Die Terrassen sind das zusätzlich überdeckte Zimmer gegen das Spektakel. Strassenseitig hingegen ist die Fassade fast komplett verglast und lässt eine Vergrösserung des Wohnbereiches zu. Die Fassade ist im selben Raster wie die Tragstruktur gegliedert. Gegen die Wiese bestehen die Geländer aus einem Maschendrahtzaun, der mehr von einer Werkgasse zeugt, während strassenseitig ein Staketengeländer verwendet wird. Der ganze Ausdruck besteht somit aus Beton, Stahl und Glas und stärkt den etwas rauen, industriell angehauchten Charakter von Biel.

Abb. 86. strassenseitger Balkon als Erweiterung des Wohnraumes

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#8 AM ENDE DES ANFANGS Das Bieler Fussballfeld im zENTRUM DES 'GURZELEN'-QUARTIERS

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PERSÖNLICHER RÜCKBLICK Die erarbeiteten Kapitel mit ihren unterschiedlichen Herausforderungen verschmelzen nun zu einem eigenständigen Projekt. Ausgehend von der Haltung, den Masterplan der Gemeinde Biel für das Gurzelen-Quartier kritisch zu betrachten und mit dem Vorgefunden auf der ausgewählten Parzelle zu arbeiten, entstand ein unkonventioneller Entwurf. Die Fussballwiese, die sich dort seit 1906 befindet, ist identitätsstiftend für das Quartier. Eine freie Fläche dieser Grösse im Zentrum der Stadt Biel zu haben, ist eine einmalige Gelegenheit und muss daher zugunsten der Bevölkerung erhalten bleiben. Die Wiese als leere Fläche, aber auch als potenzieller Ort für unterschiedlichstes Spektakel, wie einst das Fussballstadion. Aus dieser Haltung heraus entstand, wie Tschumi sagt, Reibung, und diese wird hier in Form von Kapiteln behandelt. Durch die angewandte methodische Vorgehensweise, Themen parallel zu behandeln, können daraus spannende architektonische Lösungen entstehen. Obwohl dieser Entwurfsprozess nicht linear ist und teils chaotisch erscheint, so denke ich, wie Tschumi selbst schildert, dass damit automatisch Reibung erzeugt wird. Durch zwei oder mehrere unabhängige Gedanken muss eine gemeinsame Antwort gefunden werden, um eine Harmonie zu erreichen, und damit daraus ein Projekt entstehen kann. Ich befasse mich gerne zur gleichen Zeit parallel mit verschiedenen Themen oder Lösungsfindungen und wechsle dabei oft sprunghaft zwischen diesen hin und her. Am Anfang sind die Sprünge noch weit auseinander, doch je stärker der Austausch und die gegenseitige Beeinflussung, desto kleiner wird die Distanz zwischen den einzelnen Themen bis hin zur Verschmelzung. Dabei ist es für mich wichtig, mit diesem Prozess so früh wie möglich

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zu starten, um möglichst viele Bezüge zu erproben. Obwohl der städtebauliche Ansatz als Konzept schnell klar war, kamen sofort andere Fragen auf und wurden einzeln in den Kapiteln behandelt. Es stellt sich heraus, dass die Reibung zwischen Öffentlichkeit und Privatheit in jedem Kapitel die zentrale Frage war. Natürlich ist der Entschluss, die Wiese öffentlich zu gestalten und sich somit gegen die sonst vorhandenen privaten Innenhöfe zu entscheiden, nicht gerade üblich und die Frage nach der Privatheit stellte sich. Meiner Meinung nach verdeutlicht mein Entwurf, dass unabhängige und unterschiedliche Themen zu einer unkonventionellen und spannenden Architektur führen. Anfänglich noch ohne offensichtliche Gemeinsamkeiten, müssen aufgrund der Differenzen neue Lösungsansätze gefunden werden, zum Beispiel durch den Beizug von Referenzen. Trotz eines «Neuanfangs» kann so nun ein Ort und sein geschichtlicher Hintergrund bewahrt werden. Es ist erst das Ende des Anfangs!

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#9 THESISPROJEKT Das Bieler Fussballfeld im zENTRUM DES 'GURZELEN'-QUARTIERS

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40 cm / 79 cm

ERDGESCHOSS

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40 cm / 79 cm

1.OBERGESCHOSS

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2.OBERGESCHOSS

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3.OBERGESCHOSS

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4.OBERGESCHOSS

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ANSICHT_ HAUPTSTRASSE «RUE JAKOB-STÄMPFLI»

cationalVersion

SCHNITT UND INNENANSICHT_LÄNGS NORDWEST

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SCHNITT UND INNENANSICHT_LÄNGS SÜDOST

cationalVersion

ANSICHT_«GENERAL-DUFOUR-STRASSE»

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SCHNITT UND INNENANSICHT_QUER SÃœDWEST

cationalVersion

SCHNITT UND INNENANSICHT_QUER NORDOST

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PERPEKTIVISCHER SCHNITT_SÜDOST

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PERPEKTIVISCHER SCHNITT_NORDWEST

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SCHNITT_ERSCHLIESSUNG

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WOHNUNGEN - 2.OBERGESCHOSS

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WOHNUNGEN - 3.OBERGESCHOSS (IN BEARBEITUNG)

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CLUSTERWOHNUNG FÃœR STUDENTEN - 1.OBERGESCHOSS

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2. INNE

(IN BEAR

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ENBILD

RBEITUNG)

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DETAILSCHNITT MIT FASSADENANSICHT AUSSEN

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DETAILSCHNITT MIT FASSADENANSICHT INNEN

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SZENARI

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IO KNIE

RBEITUNG)

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SZENARIO

(IN BEAR

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O MARKT

RBEITUNG)

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SZENARIO

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EISFELD

RBEITUNG)

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DER PROZESS DURCH COLLAGEN

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#10 LITERATUR Das Bieler Fussballfeld im zENTRUM DES 'GURZELEN'-QUARTIERS

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Gemeinderat der Stadt Biel (Hg.): BIEL 2030. VISION UND STRATEGISCHE LETILINIEN FÜR DIE ENTWICKLUNG DER STADT. Luzern/Lausanne 2019. IC Infraconsult (Hg.): SOZIALRAUMANALYSE STADT BIEL/BIENNE NACH STATISTIKKREISEN. Bern 2014. Stadt Biel (Hg.): BIEL/BIENNE. DIE GRÖSSTE ZWEISPRACHIGE STADT DER SCHWEIZ STELLT SICH VOR. Biel 2018. Kästli, Tobias: 3.2 Stadtenwicklung seit 1850. 3.3 Wirtschaftliche Entwicklung. In: Historisches Lexikon der Schweiz HLS (Hg.): BIEL (BE/GEMEINDE). Bern 2018, S.15-19. Stadt Biel (Hg.): UPDATE! STADTENTWICKLUNG BIEL/BIENNE. RÜCKBLICK UND AUSBLICK. Biel 2019. Stadt Biel: BIEL – DIE STADT DER VIELEN MÖGLICHKEITEN. https://www.biel-bienne.ch/de/stadtportrait.html/622 (29.02.2020). Hochschule Luzern (Hg.): MASTER SEMESTER PROGRAM SPRING 2020. Horw 2020. Architekturforum Biel (Hg.): MAX SCHLUP. ARCHITEKT. Sulgen 2013. Graser Architekten AG: TOUR DE LA CHAMPA­GNE, BIEL. https://www.graser.ch/bauen/tour-de-la-champagne-biel/ (13.03.2020) Lüchinger, Arnulf: STRUKTURALISMUS IN ARCHITEKTUR UND STÄDTEBAU. Stuttgart 1981. Düesberg, Christoph: MEGASTRUKTUREN. ARCHITEKTURUTOPIEN ZWISCHEN 1955 UND 1975. Berlin 2013. Flury, Aita: FERNAND POUILLON REVISITED. ARCHAISCH-MODERN — SOZIALER WOHNUNGSBAU DER 1950ER JAHRE IN ALGIER. In: Werk, Bauen + Wohnen, 7–8/2009, S.13–21. Lund, Nils-Ole: WOHNEN IN KOPENHAGEN. In: Werk, Bauen + Wohnen, 11/1981, S.19–24. [s.n.]: TERRASSENHAUSÜBERBAUUNG BRUNSWICK CENTER IN LONDON. In: Bauen + Wohnen, 12/1972, S.535–537.

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Emilio Ambasz & Associates Inc.: PREFECTURAL INTERNATIONAL HALL. https://www.ambasz.com/fukuoka-prefectural-international (24.05.2020). Emilio Ambasz & Associates Inc.: EMILIO AMBASZ. ABOUT. https://www.ambasz.com/about (23.05.2020). Juppien, Angelika/Zemp, Rechard: VOKABULAR DES ZWISCHENRAUMS. GESTALTUNGSMÖGLICHKEITEN VON RÜCKZUG UND INTERAKTION IN DICHTEN WOHNGEBIETEN. Zürich 2019. De Bure, Gilles: BERNARD TSCHUMI. Basel 2008. Bundesamt für Kultur, Schweizerische Eidgenossenschaft: TSCHUMI ÜBER ARCHITEKTUR. GESPRÄCHE MIT ENRIQUE WALKER. Schmitten 2006. Fiederer, Luke: AD CLASSICS: GALLARATESE QUARTER / ALDO ROSSI & CARLO AYMONINO. https://www.archdaily.com/867165/ad-classics-gallaratese-quarter-milan-aldo-rossi-carlo-aymonino?ad_medium=gallery (28.05.2020). Brandlhuber+: TERRASSENHAUS BERLIN. LOBE BLOCK. https://www.brandlhuber.com/0162-terrassenhaus-berlin-/-lobe-block (16.04.2020). Nervi, Pier Luigi: ÜBER KONSTRUKTION, WIRTSCHAFTLICHKEIT, ÄSTHETIK UND TEAMARBEIT. In: Bauen + Wohnen, 4/1961, S.113. [s.n.]: STADION FLAMINIO IN ROM. In: Bauen + Wohnen, 7/1960, S.234–236. Carrasco, Inés: KOMUNNE I. STUDENTENBEWEGUNG. https://www.planet-wissen.de/geschichte/deutsche_geschichte/ studentenbewegung/pwiekommune100.html (23.05.2020). Brugger, Veronika: WAND + VIADUKT. ZWEI SIEDLUNGEN VON SIZA IN PORTUGAL. In: Baunetzwoche#282, 10.08.2012. Flury, Aita/Stehrenberger, Katharina: AMBIVALENTES LE HAVRE. EINE ANNÄHERUNG AN POTENZIALE UND DEFIZITE IN AUGUSTE PERRETS WIEDERAUFBAU DES STADTZENTRUMS. In: Werk, Bauen + Wohnen, 3/2010, S.25–31. Laurent, Christophe/Lambert, Guy/Abram, Joseph: AUGUSTE PERRET. ANTHOLOGIE DES ÉCRITS, CONFÉRENCES ET ENTRETIENS. Paris 2006. Koller, Michael/Haag, Den: BESSER WOHNEN. UMBAU VON 530 WOHNUNGEN, BORDEAUX/FR. In: Deutsche BauZeitschrift, 5/2017, S.34–41. Das Bieler Fussballfeld im zENTRUM DES 'GURZELEN'-QUARTIERS

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#11 ABBILDUNG Das Bieler Fussballfeld im zENTRUM DES 'GURZELEN'-QUARTIERS

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Abb.01: GRAFIK erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.02: GRAFIK erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.03: CAD-PLANGRAFIK erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.04: FOTOGRAFIE von Bejan Misaghi (2020). Abb.05: GEOPORTAL DES KANTONS BERN. https://www.map.apps.be.ch/ (03.03.2020) Abb.06: GEOPORTAL DES KANTONS BERN. https://www.map.apps.be.ch/ (03.03.2020) Abb.07: GEOPORTAL DES KANTONS BERN. https://www.map.apps.be.ch/ (03.03.2020) Abb.08: FOTOGRAFIE von Bejan Misaghi (2020). Abb.09: FOTOGRAFIE von Bejan Misaghi (2020). Abb.10: Stadt Biel: GURZELEN. TEILÄNDERUNG DER BAURECHTLICHEN GRUNDORDNUNG. S.01. Abb.11: Stadt Biel: GURZELEN. TEILÄNDERUNG DER BAURECHTLICHEN GRUNDORDNUNG. S.30. Abb.12: FOTOGRAFIE von Bejan Misaghi (2020). Abb.13: CAD-PLANGRAFIK erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.14: CAD-PLANGRAFIK erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.15: CAD-PLANGRAFIK erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.16: CAD-PLANGRAFIK erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.17: CAD-PLANGRAFIK erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.18: Architekturforum Biel (Hg.): MAX SCHLUP. ARCHITEKT. Sulgen 2013, S.117

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Abb.19: COLLAGE erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.20: Friedman, Yona/Orazi, Manuel: YONA FRIEDMAN. THE DILUTION OF ARCHITECTURE. Zürich 2015, S.88–89. Abb.21: COLLAGE erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.22: https://archeyes.com/serpentine-summer-house-2016-yona-friedman/ (27.02.2020) Abb.23: COLLAGE erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.24: Friedman, Yona/Orazi, Manuel: YONA FRIEDMAN. THE DILUTION OF ARCHITECTURE. Zürich 2015, S.87. Abb.25: Friedman, Yona/Orazi, Manuel: YONA FRIEDMAN. THE DILUTION OF ARCHITECTURE. Zürich 2015, S.49. Abb.26: COLLAGE erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.27: Friedman, Yona/Homiridis, Marianne: YONA FRIEDMAN. DRAWINGS AND MODELS 1945 – 2010. Dijon 2010, S.206. Abb.28: Friedman, Yona/Homiridis, Marianne: YONA FRIEDMAN. DRAWINGS AND MODELS 1945 – 2010. Dijon 2010, S.211. Abb.29: Lucan, Jaques: FERNAND POUILLON: ARCHITEKT. In: Werk, Bauen + Wohnen, 3/2004, S.10. Abb.30: COLLAGE erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.31: ETH Zürich/Deplazes, Andrea: DÄNEMARK. JACOBSEN - FISKER - UTZON. Broschüre 2002, S.21. Abb.32: ETH Zürich/Deplazes, Andrea: DÄNEMARK. JACOBSEN - FISKER - UTZON. Broschüre 2002, S.22.

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Abb.33: COLLAGE erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.34: VISUALISIERUNG erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.35: (Schnitt) https://commons.wikimedia.org/wiki/File:L-Kolloseum. png, 18.05.2020. (Grundriss) https://commons.wikimedia.org/wiki/File:AmphitheatrumFlavium.jpg, 18.05.2020. Zusammengefügt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.36: COLLAGE erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.37: COLLAGE erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.38: London Geographies: THE BRUNSWICK CENTRE: GENTRIFIED DISPLACEMENT. 2018. https://londongeographies.com/gentrification/the-brunswick-centre-gentrified-displacement (21.05.2020). Abb.39: COLLAGE erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.40: [s.n.]: TERRASSENHAUSÜBERBAUUNG BRUNSWICK CENTER IN LONDON. In: Bauen + Wohnen, 12/1972, S.535. Abb.41: https://www.greenroofs.com/projects/acros-fukuoka-prefectural-international-hall/ (24.05.2020). Abb.42: COLLAGE erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.43: COLLAGE erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.44: Emilio Ambasz & Associates Inc.: PREFECTURAL INTERNATIONAL HALL. https://www.ambasz.com/fukuoka-prefectural-international (24.05.2020). Abb.45: VISUALISIERUNG erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.46: COLLAGE erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.47: Mauthner-Weber, Susanne: EMANZIPATION: "DAS WAR DER GROSSE AUFBRUCH". 2018. https://kurier.at/wissen/emanzipation-das-war-der-grosse-aufbruch/304.545.977 (06.04.2020).

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Abb.48: COLLAGE erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.49: Tschumi, Bernard: THE MANHATTEN TRANSCRIPTS. New York 1994, S.48. Abb.50: COLLAGE erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.51: Bernard Tschumi Architects: LE FRESNOY ART CENTER. http://www.tschumi.com/projects/14/ (24.05.2020). Abb.52: COLLAGE erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.53: http://simondlinardi.blogspot.com/2015/07/carlo-aymonino-complesso-residenziale.html (09.05.2020). Abb.54: COLLAGE erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.55: Archdaily: https://www.archdaily.com/867165/ad-classics-gallaratese-quarter-milan-aldo-rossi-carlo-aymonino/58c77353e58ecef607000114-ad-classics-gallaratese-quarter-milan-aldo-rossi-carlo-aymonino-photo?next_project=no (09.05.2020). Abb.56: COLLAGE erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.57: COLLAGE erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.58: Detail: TERRASSENHAUS NEU INTERPRETIERT: LOBE BLOCK IN BERLIN. https://www.detail.de/artikel/terrassenhaus-neu-interpretiert-lobe-block-in-berlin-34052/ (17.04.2020) Abb.59: COLLAGE erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.60: Detail: TERRASSENHAUS NEU INTERPRETIERT: LOBE BLOCK IN BERLIN. https://www.detail.de/artikel/terrassenhaus-neu-interpretiert-lobe-block-in-berlin-34052/ (17.04.2020) Abb.61: Detail: TERRASSENHAUS NEU INTERPRETIERT: LOBE BLOCK IN BERLIN. https://www.detail.de/artikel/terrassenhaus-neu-interpretiert-lobe-block-in-berlin-34052/ (17.04.2020)

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Abb.62: COLLAGE erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.63: COLLAGE erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.64: VISUALISIERUNG erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.65: [s.n.]: STADION FLAMINIO IN ROM. In: Bauen + Wohnen, 7/1960, S.236. Abb.66: COLLAGE erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.67: [s.n.]: STADION FLAMINIO IN ROM. In: Bauen + Wohnen, 7/1960, S.236. Abb.68: COLLAGE erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.69: COLLAGE erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.70: VISUALISIERUNG erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.71: Düesberg, Christoph: MEGASTRUKTUREN. ARCHITEKTURUTOPIEN ZWISCHEN 1955 UND 1975. Berlin 2013, S.10. Abb.72: COLLAGE erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.73: archiweb: SOCIAL HOUSING SAAL BOUCA. https://www.archiweb.cz/en/b/socialni-bydleni-saal-bouca (21.03.2020). Abb.74: https://divisare.com/projects/303551-alvaro-siza-vieira-emilianozandri-za-bouca-saal-housing-complex (18.03.2020). Abb.75: COLLAGE erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.76: http://blog.sarahledonne.com/2016/08/bouca-social-housing-alvaro-siza-vieira/ (18.03.2020). Abb.77: COLLAGE erstellt durch Bejan Misaghi (2020).

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Abb.78: CAD-PLANGRAFIK erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.79: COLLAGE erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.80: FOTOGRAFIE von Bejan Misaghi (2020). Abb.81: COLLAGE erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.82: VISUALISIERUNG erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.83: Koller, Michael/Haag, Den: BESSER WOHNEN. UMBAU VON 530 WOHNUNGEN, BORDEAUX/FR. In: Deutsche BauZeitschrift, 5/2017, S.37. Abb.84: COLLAGE erstellt durch Bejan Misaghi (2020). Abb.85: Lacaton & Vassal: TRANSFORMATION DE 530 LOGEMENTS. http://www.lacatonvassal.com/index.php?idp=80# (03.06.2020). Abb.86: VISUALISIERUNG erstellt durch Bejan Misaghi (2020).

...alle weiteren Darstellungen wie CAD-Pläne, Axonometrien, Visualisierungen und Collagen sind durch den Autor, Bejan Misaghi, erstellt worden (2020).

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#12 REDLICHKEITSERKLÄRUNG


Hiermit versichere ich, dass die vorliegende Arbeit mit dem Titel: AM ENDE DES ANFANGS DAS BIELER FUSSBALLFELD IM ZENTRUM DES 'GURZELEN'-QUARTIERS selbstständig durch mich verfasst worden ist, dass keine anderen Quellen und Hilfsmittel als die angegebenen benutzt worden sind und dass die Stellen der Arbeit, die anderen Werken - auch elektronischen Medien - dem Wortlaut oder Sinn nach entnommen wurden, unter Angabe der Quelle als Entlehnung kenntlich gemacht worden sind.

MISAGHI BEJAN Luzern, 12.06.2020

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