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FIT & GESUND

Donnerstag, 23. März 2017

| AKTION GESUNDHEITSWOCHEN

Schmerz, lass nach! Glaubt man den Berichten der Krankenkassen, sind nicht Alkohol und Zigaretten die bedrohlichsten Gefahren unserer Zeit – sondern das lange Sitzen im Büro. Warum eigentlich? Und wie lässt sich der Rücken dennoch in Bewegung bringen? Manchmal nämlich reichen schon einfache Tricks.

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„Sprechstunde“ mit Ingo Froböse

Wann kann eine Operation helfen?

Gesunde Küche mit Kichererbsen Foto: Fotolia

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Anzeigen-Sonderveröffentlichung

Was tun, wenn’s im Rücken sticht

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und 60 Millionen Fehltage bei Erwerbstätigen gehen laut Krankenkassen-Gesundheitsreport jedes Jahr auf das Konto von Rückenschmerzen. Damit belegen Rückenschmerzen Platz eins der Hauptursachen für Krankschreibungen. Die Auslöser sind vielfältig, reichen von Bewegungsmangel und Übergewicht über Fehlbelastung bis hin zu Stress und psychischen Problemen. „Unsere Lebens- und Berufsbedingungen begünstigen Erkrankungen der Wirbelsäule. Wir sitzen und stehen zu viel in teils ungesunden Körperhaltungen, die notwendige ausgleichende Bewegung bleibt oft auf der Strecke. Dadurch sind die Muskeln an Bauch und Rücken geschwächt oder durch Fehlstellungen geprägt“, erklärt Dr. Joachim Bleeck, Chefarzt des Zentrums für Wirbelsäulenerkrankungen und Traumatologie am MediClin Waldkrankenhaus Bad Düben. Die Folge sind Verspannungen, die auf die Nervenbahnen drücken und Entzündungen verursachen. Die daraus resultierenden Schmerzen lösen einen Teufelskreis aus neuen Fehlhaltungen und Blockaden aus – die Schmerzen werden immer stärker.

Akute und chronische Rückenschmerzen: Damit der Schmerz nicht zum Dauerbegleiter wird. Mehr als 80 Prozent aller Menschen in Deutschland leiden im Laufe ihres Lebens mindestens einmal unter Rückenschmerzen. Der Schweregrad und die Beeinträchtigungen fallen allerdings sehr unterschiedlich aus – in jedem Fall sollte bei länger anhaltenden Schmerzen ein Arzt konsultiert werden, um der Ursache auf den Grund zu gehen. In vielen Fällen können bedrohliche Erkrankungen im Rahmen einer umfassenden Untersuchung und Anamnese rasch ausgeschlossen werden. „Bei einem Großteil der Betroffenen liegt eine muskuläre Ursache zugrunde, Mediziner sprechen dann von unspezifischen Rückenschmerzen. Diese treten akut auf und sind in der Regel gut behandelbar. In

unseren Sprechstunden raten wir den Patienten nach einer kurzen Schonzeit wieder zu anschließender körperlicher Bewegung. Als unterstützende Maßnahmen empfehlen wir Physio- und Ergotherapie“, so der Experte Dr. Joachim Bleeck. Bei den meisten Patienten mit akut auftretenden unspezifischen Rückenschmerzen kann so wieder eine vollständige Schmerzfreiheit erreicht werden. Nicht selten stecken jedoch schwerwiegende körperliche Ursachen hinter den Beschwerden. Erhärtet sich bei der körperlichen Untersuchung ein Verdacht auf eine spezifische Ursache, werden in der Regel bildgebende Verfahren angeordnet, um eine Diagnose herbeizuführen. Mithilfe von Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) lassen sich strukturelle Schädigungen am gesamten Halteapparat sehr gut aufzeigen. Diese reichen von chronischen Gelenkentzündungen oder Wirbelkanalverengungen bis hin zu Bandscheibenvorfällen. Auch Grunderkrankungen wie Osteoporose oder Skoliose können für die Rückenschmerzen verantwortlich

sein. Unabhängig von der Ursache sind diese Formen der Rückenschmerzen langwierig und für den Betroffenen oftmals mit einem langen Leidensweg verbunden. „Halten die Schmerzen länger als drei Monate an, werden diese als chronisch bezeichnet. Unser oberstes Ziel ist es, den

Patienten möglichst schnell wieder zu Mobilität und Schmerzfreiheit zu verhelfen, denn langfristige Beschwerden verursachen neue Probleme. Viele Betroffene ziehen sich aufgrund der Schmerzen und der eingeschränkten Bewegungsfreiheit aus dem sozialen Leben zurück. Diese dauerhafte Isolation kann wiede-

Bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomografie (MRT) ermöglichen eine genaue Diagnose bei spezifischen Rückenschmerzen. Foto: MediClin

rum zu psychischen Störungen führen“, warnt Dr. Bleeck, der seit April 2016 das Zentrum für Wirbelsäulenerkrankungen am MediClin Waldkrankenhaus Bad Düben leitet und sich seit vielen Jahren intensiv mit dem Volksleiden Rückenschmerz beschäftigt. In der sächsischen Kurstadt setzt man bei der Therapie von chronischen Rückenschmerzen auf eine ganzheitliche Behandlungsmethode: die multimodale Komplextherapie (mehr dazu lesen Sie auf Seite 4). „Das multimodale Konzept betrachtet nicht nur die Ursache des Schmerzes, sondern berücksichtigt die Komplexität der Schmerzentstehung und integriert verschiedene therapeutische Herangehensweisen. Sie verbindet die medikamentöse Therapie mit der Bewegungs- und Ergotherapie. Hinzu kommen psychologische Behandlungsansätze mit Schulungsprogrammen und Entspannungstherapieangeboten, denn chronische Schmerzen gehen immer auch mit einer psychischen Belastungssituation einher.“ Dieser Ansatz hat sich bewährt. Dr. Bleeck und sein Team konnten damit bereits sehr gute Behandlungserfolge erzielen.


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Das Kreuz mit dem Kreuz

SPRECHSTUNDE VON INGO FROBÖSE

Richtiges Trinken will gelernt sein

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nser Körper besteht zu einem erheblichen Teil aus Wasser, es ist somit ein lebenswichtiger Bestandteil des Körpers. Der Wasseranteil bei einem erwachsenen Mann liegt bei etwa 60 bis 65 Prozent des Körpergewichts. Frauen haben einen 5 bis 10 Prozent geringeren Wasseranteil als Männer, da sie mehr wasserarmes Fettgewebe besitzen. Ein Erwachsener benötigt im Durchschnitt zwei bis drei Liter Flüssigkeit täglich. Die Höhe des täglichen Mindestbedarfs richtet sich unter anderem nach dem Körpergewicht. Ich habe eine einfache Faustformel für den täglichen Flüssigkeitsbedarf aufgestellt: 30 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag über den ganzen Tag verteilt sollte jeder Mensch trinken. Zwei Drittel der täglichen Flüssigkeitszufuhr sollten allerdings bis zum Nachmittag geschehen und nicht erst abends nach der Arbeit, denn das entspricht dem „biologischen“ Trinken. Morgens nach dem Aufstehen sollte ein großes Glas (0,3 Liter) lauwarmes Wasser getrunken werden, um die leeren Flüssigkeitsspeicher wiederaufzufüllen und um den Körper in Schwung zu bringen. Beachten muss man allerdings eines ganz besonders: Nicht zu viel auf einmal trinken! Der Körper kann nur etwa 0,8 bis 1 Liter pro Stunde überhaupt verarbeiten. Der Rest wird ungenutzt ausgeschieden! Das ist gerade für Sportler wichtig, die daher am besten langsam, aber regelmäßig trinken sollten. Außerdem muss man bei warmen Temperaturen, körperlicher Anstrengung oder Schwitzen grundsätzlich mehr trinken als durch die Faustformel berechnet. Aber Herz- und Nierenpatienten sollten hier aufpassen. Denn zu viel an Flüssigkeit kann bei dieser Gruppe negative Folgen haben. Unbelastetes, kohlensäurefreies oder -armes Wasser und ungesüßter Tee sind am besten geeignet. Nach dem Sport kann aber auch ein alkoholfreies Weizenbier die Speicher wieder auffüllen und den Körper mit Spurenelementen und Mineralien versorgen.

Rückenschmerzen sind die häufigste Ursache für Krankschreibungen. Operationen bringen aber nur selten Linderung – denn oft ist die Psyche schuld am Stechen VON IRENE HABICH

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techende Schmerzen wie aus dem Nichts, Bewegungen werden unmöglich. Und manchmal wird der Schmerz allmählich immer stärker, oder er kommt und geht. Kreuzschmerzen sind ein verbreitetes Leiden, sie gehören zu den häufigsten Ursachen für Krankschreibungen. Fast jeder Dritte leidet immer wieder unter Schmerzen im Rücken, bei mehr als der Hälfte davon sitzt der Schmerz im Kreuz. Wird das Leiden chronisch, kann er das ganze Leben beeinträchtigen. Aber woher kommen die unsäglichen Schmerzen im Kreuz überhaupt?

Schwache Rumpfmuskulatur Meistens ist eine zu schwache Rumpfmuskulatur die Ursache, sagt Hans-Raimund Casser, ärztlicher Leiter des DRK Schmerzzentrums Mainz. Typischerweise seien die tiefer liegenden Rückenmuskeln dann zu untrainiert, um den Rücken in gesunder Weise aufrecht zu halten. Weil sie versuchen, diese Schwäche zu kompensieren, verhärten und verspannen sich die oberflächlichen Muskeln im Kreuz. Das wiederum kann zu einer leichten Verschiebung der Gelenke zwischen den Wirbeln oder zwischen Wirbeln und Kreuzbein führen – und das schmerzt dann. Doch auch die Psyche spielt eine wichtige Rolle. Denn wenn wir etwa wegen Sorgen dauerhaft angespannt sind, verkrampft sich unsere Muskulatur. Viele seiner Patienten mit Rückenschmerzen stünden häufig beruflich unter Druck,

sagt Casser. „Stress und sogenannter Burnout, der ja im Grunde eine Form der Depression ist, können Rückenschmerzen befördern. Und sie nehmen in der Arbeitswelt immer mehr zu“, sagt Casser. Vielleicht seien die immer stärkeren Anforderungen schuld, die heute an Arbeitnehmer gestellt werden. Oder neue Medien, die zur ständigen Erreichbarkeit führen. Oft bestehe auch eine Wechselwirkung, die in einen Teufelskreis münden kann. So führt Stress zu Rückenschmerzen, die Schmerzen wiederum werden zum Stressfaktor, weil Patienten im Alltag eingeschränkt sind< und ihnen ein Ausgleich fehlt. „Auch die Angst, zu lange im Job zu fehlen, kann die Schmerzen befeuern“, sagt der Direktor des Schmerzzentrums.

OPs nur selten nötig Im Schmerzzentrum Mainz setzt man daher auf eine multimodale Therapie. Patienten werden dort von Ärzten, Psychotherapeuten und Physiotherapeuten gleichermaßen behandelt, die im engen Austausch miteinander stehen. Ein Ansatz, der bei chronischen Schmerzen als der erfolgversprechendste gilt. Mediziner überprüfen dabei zunächst, ob eine ernste Erkrankung vorliegt, die vielleicht sogar eine Operation erfordert. Das ist häufig bei einem Tumor der Wirbelsäule, Entzündungen oder einem schweren Bandscheibenvorfall der Fall. Casser zufolge kommt das alles aber nur äußerst selten vor. Einen echten Bandscheibenvorfall etwa gebe es nur bei ungefähr einem von hundert Patienten. Und nur in zehn Prozent der Fälle müsse

Angst kann Schmerzen befeuern. Hans-Raimund Casser, Schmerzexperte

Dr. Ingo Froböse ist Leiter des Instituts  fürProf.Bewegungstherapie und bewegungsorientierte Prävention und Rehabilitation an der Deutschen Sporthochschule Köln.

Die Wirbelsäule

UNSERE LEICHTESTE ÜBUNG Halswirbelsäule 7 Halswirbel

Kraftvoll und geerdet: Die Heldin Die Heldin, auch Kriegerin genannt, ist eine kraftvolle Übung. In dieser Position kommen Standfestigkeit und Stabilität aus den Beinen und dem Becken. Dabei werden Gelenke und Muskeln gekräftigt. Anleitung: Gerade hinstellen und mit dem rechten Fuß nach hinten in einen Ausfallschritt gehen. Beide Füße weisen nach vorn und stehen hüftgelenksweit auseinander. Das Gewicht wird leicht nach hinten verlagert, das Becken nach vorne gekippt. Das vordere Bein beugen, dass das Knie im rechten Winkel über dem Fußgelenk steht. Die Brust wird angehoben und beide Arme weit nach oben gestreckt. Dabei sollen die Schultern entspannen. Die Übung für einige Atemzüge halten, bevor die andere Seite an der Reihe ist. Das Online-Yogastudio YogaEasy.de zwei Wochen kostenlos testen: www.yogaeasy.de/yogazeit17p

DAS SAGT DER ARZT

Refluxösophagitis Ein brennender Schmerz in der oberen Magengrube, der mit saurem Aufstoßen einhergeht – auch Sodbrennen genannt. Mitunter kommen Schluckbeschwerden oder Erbrechen hinzu.

■ Hätten Sie’s gewusst? Sex erhöht

das Herzinfarktrisiko laut einer Studie der Universität Ulm nicht – es sei denn, es handelt sich um einen Seitensprung.

DONNERSTAG, 23. MÄRZ 2017

Brustwirbelsäule 12 Halswirbel

Lendenwirbelsäule 5 Halswirbel

C 1 Atlas C 2 Axis C3 C4 C5 C6 C7 Th 1 Th 2 Th 3 Th 4 Th 5 Th 6 Th 7 Th 8 Th 9 Th 10 Th 11 Th 12

Zwischenwirbellöcher Querfortsätze der Wirbel Dornfortsätze der Wirbel Rückenmark

L1 L2 L3 L4 L5 S1 Kreuzbein S2 Steißbein

Auch im Haushalt acht geben Wer beim Heimwerken schwere Lasten tragen muss, sollte diese rückenschonend aufheben: Mit geradem Rücken in die Hocke gehen, den Gegenstand dann möglichst nahe am Körper aufnehmen, erklärt die Heimwerkerschule DIY Academy in Köln. Beim Aufstehen muss dann erneut darauf geachtet werden, dass der Rücken gerade bleibt. Also: Beine strecken, aufstehen und dabei nicht die Wirbelsäule verdrehen. Für das Tragen raten die Experten: Arme anwinkeln und das Gewicht ebenfalls möglichst nahe am Körper halten. Der Rücken sollte immer gerade bleiben. Notfalls auf Hilfsmittel wie eine Sackkarre zurückgreifen. Auch wer den Autositz richtig einstellt, kann Rückenschmerzen vorbeugen. Darauf weist der ADAC hin. Ist der Sitz falsch eingestellt, behindere das im Notfall außerdem das Reaktionsvermögen. Der Sitz sollte so hoch sein, dass Fahrer einen guten Rundumblick haben. Nach hinten verschieben sie ihn nur so weit, dass ihre Knie sich nicht durchstrecken, wenn sie die Pedale treten. Die Rückenlehne steht möglichst aufrecht. Das schone den Rücken und halte den Abstand des Kopfes zur Kopfstütze

gering. Diese sollte an die Oberkante des Kopfes reichen, um ihn beim Heckaufprall zu schützen. Ist eine Stütze im Lendenbereich vorhanden, rät der ADAC dazu, sie eng an die Wirbelsäule zu justieren. Das Lenkrad ist richtig eingestellt, wenn das Handgelenk bei ausgestrecktem Arm oben auf dem Kranz aufliegen kann. Dabei dürfen die Schultern sich nicht von der Lehne lösen. Der ADAC rät, die Hände bei 3 und 9 Uhr am Lenkrad zu positionieren. Bei frühlingshaften Temperaturen zieht es viele Hobbygärtner wieder zur Arbeit ins Freie. Doch die falschen Gartengeräte können zu Rückenproblemen führen. Darauf weist die Aktion Gesunder Rücken (AGR) hin. Bereits beim Kauf der Geräte sollte man daher auf Ergonomie achten. Rückengerecht ist etwa ein Rasenmäher mit höhenverstellbarem Griff. Beim Rasentrimmer zählt laut AGR ein geringes Gewicht. Auch hier sollte die Greifhöhe an die Körpergröße des Benutzers anpassbar sein. Vorsicht ist bei Arbeiten auf der Leiter geboten: Der schlimmste Fall kann eintreten, wenn man ungebremst auf dem Rücken aufschlägt. Sofern dann starke Schmerzen auftreten, sollte sofort ein Rettungswagen gerufen werden.

er tatsächlich operiert werden. Den meisten Patienten aber helfen regelmäßige Bewegung und Muskeltraining. Diese Information teilt der Arzt dem Physiotherapeuten mit, der dann weiß, dass er den Betroffenen bei Übungen fordern kann.

10 Prozent der Patienten müssen operiert werden


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Öfter

Bewegung im Alltag

16 % 15 % 35 %

Ab und zu 9% Früher, heute nicht mehr Noch nie

24 % RND-Grafik; Quelle: TK

Massagen

88 %

43 %

Verspannung 85 %

Sport

Häufigste Arten der Rückenbeschwerden

Häufigste Ursachen für Rückenbeschwerden

35 %

35 % Krankengymnastik 28 % Ärztliche Behandlung / Medikamente 21 % Naturheilkundliche Verfahren

Überbelastung

28 %

28 % Knochenverschleiß 21 % Einseitige Belastung 20 % Schweres Heben/Tragen 18 % falsche Körperhaltung 14 % Bandscheibenvorfall 13 % Bewegungsmangel

Lendenwirbel

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ESSEN SIE SICH GESUND

Ein Eintopf aus dem Orient

73 %

44 % Schulter- / Nackenbereich 40 % Nacken 32 % In die Beine ausstrahlend 28 % Zwischen den Schulterblättern 19 % In die Arme ausstrahlend

RND-Grafik; Quelle: dpa

Ständig

Was tun Sie gegen Rückenbeschwerden?

RND-Grafik; Quelle: TNS Emnid

Wie oft hatten Sie in den letzten zwölf Monaten Rückenprobleme?

|

RND-Grafik; Quelle: BKK

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Kichererbsen mit Quinoa-Pilaw, Sultaninen und Mandeln

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er Charakter dieses Gerichtes wird von der wärmenden Schärfe der Gewürzpaste Harissa geprägt. Die Kichererbsen sollten selbst gekocht werden. Die Mühe lohnt sich, da der Geschmack so noch intensiver wird.

So geht’s

Dem Rücken zuliebe

Und er informiert auch den Psychotherapeuten, der dem Patienten Ängste nehmen und ihn zur Bewegung motivieren kann, ihn beim Stressabbau und im Umgang mit dem Schmerz unterstützt. „Indem die psychische Komponente berücksichtigt wird, kann man den Leidensdruck senken. Denn Schmerzempfinden ist immer auch subjektiv“, sagt Casser. Schmerzstillende Medikamente können auch eingesetzt werden, „sie sollten aber immer nur eine unterstützende Maßnahme sein“, sagt der Experte. Etwa, um den Einstieg in die Physiotherapie zu erleichtern. Spritzen oder Tabletten allein könnten bei chronischen Schmerzen die Ursache nicht beseitigen.

Fotos: Agnieszka Krus

Mit diesen sechs Übungen beugen Sie Schmerzen vor

Rückenschmerzen vorbeugen Am besten sei es natürlich ohnehin, wenn es gar nicht erst zu Schmerzen kommt. Zu den wirksamsten Sportarten, um dem vorzubeugen, gehört das Schwimmen. „Es ist aber leider extrem unbeliebt, nicht jeder hat Lust, ins Schwimmbad zu gehen“, sagt Casser. Das Gleiche gelte für Gymnastik: „Das ist vielen zu langweilig.“ Er empfiehlt Nordic Walking, das man am unter Anleitung erlernen sollte. „Für den Rücken ist das eine ideale Bewegungsform und dazu gesünder als Joggen, das die Gelenke belasten kann.“ Auch das Fitnessstudio sei eine Alternative. Allerdings ist auch hier die richtige Ausführung der Übungen an den Geräten wichtig. Casser rät dazu, sich von einem Physiotherapeuten die Grundlagen für rückengesundes Training beibringen zu lassen – und dann ein Studio mit einem qualifizierten Trainer zu besuchen. Anfangs können ungewohnte Bewegungen anstrengend für den Rücken sein. Daher rät Casser jedem, der bereits gelegentlich unter Schmerzen leidet, bei einer bereits vertrauten Sportart zu bleiben. „Dabei kann man am wenigsten falsch machen.“

■ Aktives Sitzen: Wer lange sitzen muss,

■ Dehnung oberer Schultergürtel: Viele

■ Sitzen auf dem Ballkissen: Um nicht in

sollte seine Haltung überprüfen. Lümmele ich am Schreibtisch, sind die Beine überschlagen? Beim aktiven, richtigen Sitzen erfolgt die Aufrichtung vom Becken her, also über die Beckenkippung. Die Brustwirbelsäule (BWS) ist aufgerichtet. Die Halswirbelsäule (HWS) bildet die Verlängerung der BWS. Die Beine stehen hüftbreit auseinander, die Knie sind leicht gebeugt. Dabei gehe es nicht darum so zu sitzen, als habe man „einen Stock verschluckt“, sagt Physiotherapeutin Anja Köster (Foto) von der Physiotherapiepraxis „Rückenstark“ in Hannover. „Bewegung ist das Zauberwort.“

Menschen, vor allem jene, die täglich mehrere Stunden am Schreibtisch sitzen, klagen über Nackenschmerzen. Dabei ließe sich durch regelmäßige Entlastungsübungen effektiv entgegenwirken: Mithilfe dieser Dehnung wird die obere Schultermuskulatur entlastet und entspannt. Die Arme werden links und rechts vom Körper nach unten gestreckt, die Handflächen zeigen nach außen. Der Kopf wird im Wechsel zur rechten und linken Schulter geneigt und verharrt dort jeweils eine Weile. Die Dehnung sollte allerdings nicht statisch, sondern mit Minibewegungen ausgeführt werden.

einer Sitzhaltung zu verharren, kann ein Ballkissen (Bild) zu mehr Mobilität verhelfen. Das Becken bleibt fast automatisch in Bewegung, gleichzeitig wird die Muskulatur aktiviert und durch Bewegungen wie das Beckenkreisen der untere Rücken mobilisiert. Positiver Nebeneffekt: Die Bandscheiben werden durch ein Ballkissen nicht nur entlastet, sondern auch deren Pufferfunktion gestärkt. Obendrein wird der Stoffwechsel angeregt. Ein weiterer Vorteil: Im Vergleich zu den einst sehr beliebten Sitzbällen lässt sich ein Ballkissen deutlich leichter von A nach B transportieren.

■ Kräftigung

■ Mobilisierung

■ Entlastung der Sehnenscheiden: Wer viel

Den Ofen auf 200 Grad vorheizen. Das Backblech mit Backpapier auslegen und die Butternusskürbisstücke darauflegen. Mit eineinhalb Esslöffeln Olivenöl, einem halben Te e löffel Salz und einer Prise Pfeffer vermischen. Die Kürbisstücke gleichmäßig auf dem Backblech ausbreiten und 30 Minuten rösten. Danach wenden und für weitere zehn bis 15 Minuten in den Ofen schieben, bis sie gebräunt sind. Das Blech herausnehmen und beiseitestellen. Das restliche Olivenöl in einem großen Topf auf mittlerer Flamme erhitzen. Die Zwiebeln hineingeben und fünf Minuten anbraten, bis sie goldbraun sind. Den Knoblauch zugeben und drei Minuten weiter braten. Petersilienstiele, Kreuzkümmel, Paprikapulver und einen halben Teelöffel Salz hinzufügen, alles ein bis zwei weitere Minuten braten. Die Möhrenstückchen und 240 Milliliter Kirchererbsenkochflüssigkeit (oder Wasser) einrühren und alles auf hoher Flamme zum Kochen bringen. Den Topf abdecken, die Flamme reduzieren und alle Zutaten zehn bis zwölf Minuten köcheln lassen, bis die Möhren gar sind. Die Tomaten und die Kichererbsen hinzufügen. Die Flamme wieder hochstellen und die Zutaten zum Kochen bringen. Den Topf abdecken, die Flamme reduzieren und den Eintopf zehn weitere Minu-

Das steckt drin Kichererbsen haben einen hohen Protein-, Ballaststoff- und Nährstoffgehalt. 165 Gramm decken den Bedarf an Folsäure und Zink sowie 25 Prozent Eisen.

ten köcheln lassen. Das Harissa, die Petersilienblätter und den gerösteten Kürbis einrühren. Alles ein paar weitere Minuten köcheln lassen, damit die Aromen miteinander verschmelzen können. Den Eintopf abschmecken und servieren. Zutaten für sechs Portionen: 1 mittelgroßer Butternusskürbis, geschält, entkernt und in 1 cm große Dreiecke geschnitten, 3 EL natives Olivenöl, Meersalz, frisch gemahlener schwarzer Pfeffer, 2 mittelgroße Zwiebeln, gewürfelt, 8 große Knoblauchzehen, fein gehackt, ¼ Handvoll (10 g) fein gehackte Petersilienstiele, 1½ TL gerösteter, gemahlener Kreuzkümmel, 1 TL Paprikapulver, 3 mittelgroße Möhren, per Rollschnitt in 1 cm große Stücke geschnitten, 240 ml Kichererbsenkochflüssigkeit oder gefiltertes Wasser, 800 g Tomaten, gehackt, 400 g gekochte Kichererbsen, 3 bis 4 TL Harissa, oder nach Geschmack ½ Handvoll (20 g) frische gehackte Petersilienblätter, plus mehr zum Garnieren. Das Rezept stammt aus dem Buch „Cele brating Whole Food“ der US-Ernährungsexpertin Amy Chaplin, Unimedica, 34 Euro.

Schlafen hilft gegen Nackenschmerzen

der Rückenmuskulatur: Ohne kraftvollen Rücken keine richtige Haltung. Mit dieser Übung werden die hinteren Muskelketten des Rückens beansprucht und gestärkt, sowie die Muskulatur des Rumpfes. Die Füße stehen hüftbreit auseinander, die Knie sind leicht gebeugt, der Oberkörper, bzw. die Brustwirbelsäule, befindet sich oberhalb der Knie. Die Arme werden nach vorne oben und hinten unten gestreckt, sodass sie eine Linie mit dem Oberkörper bilden. Wieder je nach Befindlichkeit die Seite wechseln. Und: Keine Angst vorm Hohlkreuz – es fühlt sich schlimmer an, als es ist.

und Dehnung: Diese Übung kann ohne Weiteres im Sitzen oder Stehen ausgeführt werden – auch direkt am Arbeitsplatz. Sie mobilisiert die Wirbelsäule und aktiviert die Rumpfmuskulatur. Zunächst wird die Hand geöffnet, der rechte Arm geht am Körper vorbei nach hinten oben, der Blick wandert über die Schulter in die geöffnete Hand. Die linke Hand ruht währenddessen am äußeren rechten Knie (siehe Bild). Diese Position eine Weile halten. Danach ist die andere Seite dran. Wie lange die Übung gehalten wird, sollte immer vom eigenen Wohlfühlfaktor abhängen – ebenso die Anzahl der Wiederholungen.

mit Tastatur und Maus arbeitet, kennt das Problem: Früher oder später gibt es Probleme mit Händen und Fingern. So kann man sie entlasten: Die Hände an den Fingern nach vorne und hinten ziehen bis sie gut gedehnt sind, sprich ein deutliches Ziehen im Unterarm spürbar ist. Mehrmals täglich wiederholen. Nicht den Daumen vergessen. Anja Köster und Nina Scharrenweber von der  Physiotherapiepraxis „Rückenstark“ in

Foto: Johnny Miller

Schlaf ist wichtig – auch für den Rücken. Dann erholen sich Bandscheiben, Wirbel und Muskeln. Dafür ist es erforderlich, dass sich Rückenund Seitenlage abwechseln, sagt Reinhard Schneiderhan, Präsident der Wirbelsäulenliga. Die Bauchlage sollte man vermeiden.

Hannover kennen sich aus mit den Folgen langen Sitzens am Schreibtisch – viele ihrer Patienten lassen sich deshalb bei ihnen behandeln.

Zu Gast in der LVZ-Kuppel

30. März 2017 | 19.00 Uhr

Nina Ruge präsentiert ihr persönlichstes Buch Am 30. März 2017, 19.00 Uhr (Einlass 18.00 Uhr) wird Journalistin Nina Ruge zu Gast in der LVZ-Kuppel sein.

© André Kempner

Moderation

André Böhmer

Im Mittelpunkt des Abends steht Nina Ruges Buch „Der unbesiegbare Sommer in uns“. Darin macht sich die Autorin Gedanken über innere Kraftquellen. Ihre These: Achtsamkeit mit sich selbst und ein „spirituel eller Widerstand“ gegen die Überforderung der modernen Welt helfen un uns, gesund zu bleiben. Die Journalistin ist fasziniert von einer ganzheitlic heitlichen Betrachtung des Menschen, die die Schulmedizin nicht infr frage stellt. Die aber das enorme Potenzial aufzeigt, das im Leben jedes Ein Einzelnen liegt: Der Sinnsuche jenseits des reinen Wissens.

Veranstaltungsort: LVZ Medienhaus, Peterssteinweg 19, 04107 Leipzig Die Veranstaltung ist kostenfrei. Um vorherige Anmeldung wird gebeten. Kostenlose Anmelde-Hotline: 0800 2181-080


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ANZEIGEN-SONDERVERÖFFENTLICHUNG

Rückengymnastik für zu Hause Zehn Minuten täglich reichen aus, um Rückenschmerzen vorzubeugen Rückenbeschwerden lässt sich ganz einfach vorbeugen – dafür braucht es weder einen umfassenden Trainingsplan noch teure Trainingsgeräte. Diese einfachen Übungen können bequem, z. B. nach einem langen Arbeitstag im Büro, zu Hause durchgeführt werden. „Schon zehn Minuten täglich reichen aus, um die Muskulatur in Rücken, Rumpf und Bauch nachhaltig zu stärken und so Rückenschmerzen aktiv vorzubeugen. Die Anzahl der Wiederholungen der Übungen sollte langsam, aber stetig gesteigert werden“, rät Dr. Thomas Wetzlich vom MediClin Waldkrankenhaus Bad Düben.

Dank multimodaler Komplextherapie ist Titus Richter auf einem sehr guten Weg. Auch Chefarzt Dr. Joachim Bleeck ist mit seinen Fortschritten zufrieden.

SCHULTERBRÜCKE

(5–10 Wiederholungen) ■ auf den Rücken legen, Beine anziehen

und etwa hüftbreit geöffnet aufstellen ■ beim Ausatmen wird die Wirbelsäule Wirbel für Wirbel angehoben, bis nur noch die Schulterblätter auf dem Boden liegen ■ beim erneuten Ausatmen die Wirbelsäule langsam wieder absenken – von oben nach unten, Wirbel für Wirbel

CRUNCHES

(5–15 Wiederholungen) ■ auf den Rücken legen, die Beine

aufstellen, die Hände befinden sich an den Schläfen ■ beim Einatmen wird der Bauchnabel eingezogen – die Lendenwirbelsäule wird auf den Boden gedrückt ■ beim Ausatmen Kopf und Brustwirbelsäule anheben und in Richtung Knie blicken – die Schulterblätter liegen nun nicht mehr auf der Matte auf ■ einatmen und die Spannung für einige Sekunden halten – anschließend mit dem Ausatmen Wirbel für Wirbel den Oberkörper abrollen

RUMPFHEBER

(6–12 Wiederholungen) ■ in Bauchlage wird die Stirn flach auf

den Boden aufgelegt, Bauch- und Gesäßmuskulatur sind angespannt, die Hände befinden sich an den Schläfen ■ beim Ausatmen die Arme und den Oberkörper sowie die Beine ein paar Zentimeter anheben und halten – den Blick nach unten oder geradeaus richten ■ beim Einatmen wieder absenken und den Körper locker lassen

HOHLKREUZ / KATZENBUCKEL

(5–10 Wiederholungen) ■ Ausgangsposition ist der Vierfüßerstand, die Bauchmuskeln sollten während der Übung angespannt sein ■ beim Einatmen langsam ins Hohlkreuz fallen lassen und den Blick nach vorne richten ■ beim Ausatmen einen „Katzenbuckel“ formen, der Blick ist nach unten gerichtet

Foto: MediClin

T

itus Richter ist ein lebensfroher Mensch, trägt stets ein Lächeln auf den Lippen und ein freundliches Wort für seine Mitmenschen auf der Zunge. Auch von einer seltenen rheumatischen Autoimmunerkrankung lässt sich der 56-Jährige nicht einschränken – er liebt seinen Job, spielt leidenschaftlich gern Tennis. Als jedoch Anfang Februar ein Bandscheibenvorfall mit einhergehender Entzündung festgestellt wird, verschwindet das Lächeln zusehends aus seinem Gesicht. Der Journalist wird von unerträglichen Schmerzen geplagt, kann weder arbeiten noch richtig schlafen. Schon kleinste Bewegungen werden zur Tortur. Das ist gut einen Monat her. Inzwischen geht es dem Leipziger viel besser und er verbringt die letzte Woche im MediClin Reha-Zentrum Bad Düben. „Nach der Diagnose wurde mir eine stationäre Behandlung verordnet. Auf Empfehlung habe ich diese am Waldkrankenhaus Bad Düben angetreten, da die Klinik auf Orthopädie und die konservative Behandlung von Schmerzpatienten spezialisiert ist“, erklärt Titus Richter. „Meine größte Angst war, dass ich nach diesem Vorfall meinen Beruf nicht mehr wie vorher ausüben könnte. Das wäre für mich das Schlimmste gewesen“, fügt er hinzu. Im Februar begann die Behandlung in der sächsischen Kurstadt. „Ziel war es, Herrn Richter mit multimodaler Komplextherapie möglichst schnell die

Die Rückenschmerzen besiegen Wieder schmerzfrei dank multimodaler Komplextherapie im MediClin Waldkrankenhaus Bad Düben.

Schmerzen zu nehmen. Eine Kortisonbehandlung mit begleitender Physio- und Schmerztherapie zeigte schnell Wirkung“, berichtet Dr. Joachim Bleeck, Chefarzt des Zentrums für Wirbelsäulenerkrankungen und Traumatologie am MediClin Waldkrankenhaus Bad Düben. Zur Stabilisierung, Entlastung und Ruhigstellung der Wirbelsäule erhielt Titus Richter zusätzlich eine Orthese – eine Art stützendes Korsett. „Die professionelle Behandlung und die familiäre Atmosphäre am Waldkrankenhaus in Bad Düben haben mich sehr ermutigt. Die Hoffnung, bald wieder meiner Arbeit als Journalist nachgehen zu können, stieg von Tag zu Tag“, erinnert sich Titus Richter. Nach einer Woche erfolgte der nahtlose Übergang in das unmittelbar anliegende MediClin Reha-Zentrum Bad Düben. Hier gab man dem 56-Jährigen zunächst Zeit, sich von den Strapazen der vergangenen Wochen zu erholen. „Die

ersten Tage in der Reha waren für mich tatsächlich sehr erholsam. Ich bin zur Ruhe gekommen und konnte neue Kraft tanken, nachdem ich zuletzt kaum noch geschlafen hatte.“ Nach der Ruhephase galt es schließlich, die Muskulatur in Rücken und Bauch gezielt mit speziellen orthopädischen Übungen und Wassergymnastik zu stärken. Das Training will Titus Richter auch nach der Reha zu Hause weiter fortführen. „Mir ist bewusst geworden, dass ich mehr für meinen Rücken tun muss, wenn ich nicht dauerhaft zum Schmerzpatienten werden will.“ Dazu gehören auch die Umstellung der Ernährung und die Gewichtsreduktion. „Die Ärzte haben mir klargemacht, dass mein Gewicht zusätzlich eine große Belastung für den gesamten Halteapparat ist, und helfen mir dabei, meine Ernährung nachhaltig umzustellen. Das ist natürlich eine große Herausforderung für mich, aber ich will mein Wunschgewicht

Im Fokus: multimodale Komplextherapie ■ Die multimodale Komplextherapie ist

■ Eine rein medikamentöse Behandlung

■ Die medikamentöse Therapie wird

eine umfassende Behandlungsmethode für Patienten mit chronischen Schmerzen. ■ Nach heutiger Auffassung entstehen chronische Schmerzen aus dem Zusammenspiel von physischen und psychischen Einflüssen.

reicht deshalb nicht aus. ■ Das multimodale Konzept betrachtet den Schmerz als Ganzes und nicht nur seine physischen Ursachen. Dementsprechend werden verschiedene therapeutische Herangehensweisen unterschiedlicher Fachrichtungen integriert.

unter anderem mit der Bewegungs- und Ergotherapie verbunden. ■ Hinzu kommen psychologische Behandlungsansätze mit Schulungsprogrammen und Entspannungstherapieangeboten.

erreichen und dieses auch langfristig halten“, so der 56-Jährige. Ob der leidenschaftliche Tennisspieler in naher Zukunft wieder zum Schläger greifen und über den Platz jagen kann, bleibt abzuwarten. „Viel wichtiger ist mir persönlich die Rückkehr in ein weitestgehend normales und vor allem schmerzfreies Leben – und dem steht dank der hervorragenden Behandlung in Bad Düben nun hoffentlich nichts mehr im Wege.“

Bei ersten Anzeichen von Rückenschmerzen oder auch bei akuten Problemen können sich Patienten in der Wirbelsäulensprechstunde am MediClin Waldkrankenhaus Bad Düben beraten und eingehend untersuchen lassen. Individuelle Termine können telefonisch unter 034243 76-1094 (Sprechstunde am Mittwoch) oder unter 034243 79-2233 (Sprechstunde am Freitag) vereinbart werden. MediClin Waldkrankenhaus Bad Düben Gustav-Adolf-Straße 15 a 04849 Bad Düben

Rückenverletzungen beim Sport

Osteoporose bekämpfen

Prävention ist das A und O, um Probleme zu vermeiden

Dem Knochenabbau entgegenwirken

Ob Breiten- oder Leistungssport – auch Sportler sind nicht vor Verletzungen im Rückenbereich gefeit, gleichwohl ihre Muskulatur im Lenden- und Rumpfbereich häufig sehr viel stärker ausgebildet ist als bei Nichtsportlern. Das Risiko einer Verletzung am Halteapparat ist jedoch gerade beim Fußball, Turnen, Judo sowie bei den meisten Winter- und Extremsportarten sehr hoch. „Die häufigsten Sportverletzungen im Bereich des Rückens sind Bandscheibenvorfälle und Wirbelkörperfrakturen“, weiß die Ärztin Jane Weigend vom Zentrum für Gelenkerkrankungen und Sportmedizin am MediClin Waldkrankenhaus Bad Düben. Die Sportmedizin hat am Waldkrankenhaus eine jahrzehntelange Tradition. Seit den 1970er-Jahren hat sich das Haus mit der Behandlung namhafter Sportler deutschlandweit einen Namen gemacht. Über 250 Europameister sowie 150 Weltmeister und Olympiasieger wurden hier behandelt. Die jetzigen Therapiekonzepte knüpfen an die langjährige Erfahrung in Diagnostik und Therapie von sportartspezifischen Verletzungen und Überlastungsschäden an und erweitern diese stetig durch die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse. Die schnelle Rückkehr in Sport, Beruf und Alltag ist dabei das oberste Ziel. Neben der Behandlung setzt das Waldkrankenhaus auch einen starken Fokus auf Prävention und gibt Ratschläge, um das Verletzungsrisiko zu senken. „Prävention ist das A und O – auch und vor allem im Breitensport. Denn gerade in den niedrigeren Spielklassen ist die Verletzungsgefahr aufgrund des teils harten körperlichen Einsatzes erhöht. Deswegen ist es enorm wichtig, dass sich die Sportler vor einem Wettkampf richtig erwärmen. Dazu gehört auch die ausgiebige Dehnung der Muskeln und Bänder“, betont

die Expertin. Ebenso unverzichtbar ist das Abtrainieren im Anschluss – das ist im Profibereich routinierte Praxis, im Hobbysport wird es jedoch meist vernachlässigt. „Nichts ist schlimmer für den Körper, als nach erbrachter Höchstleistung sofort in die Umkleidekabine zu verschwinden. Stattdessen sollte man – auch nach intensiven Trainingseinheiten – besser noch ein paar Runden auslaufen, um die Herzfrequenz herunterzufahren und die zuvor stark beanspruchten Muskeln zu lockern“, empfiehlt Jane Weigend. Leidenschaftliche Sportler sollten sich in regelmäßigen Abständen außerdem einem gesundheitlichen Check-up unterziehen. Auch in diesem Bereich unterstützt das MediClin Waldkrankenhaus Bad Düben in Kooperation mit der Fachklinik für Kardiologie aus dem angeschlossenen Reha-Zentrum Bad Düben

Sportler. Die Klinik betreut unter anderem Sportmannschaften in der Vorbereitung und im Wettkampfbetrieb – zum Beispiel den Fußballclub FC International Leipzig e.V. Zum Start der Rückrundenvorbereitung stellte sich die Herrenmannschaft einem medizinischen LeistungsCheck-up, bei dem unter anderem sportorthopädische Untersuchungen, eine kardiologische Leistungsdiagnostik sowie ein hochmoderner Zell-Check zur Messung der wichtigsten Mineralien und toxischen Metalle im Körper durchgeführt wurden. Aber egal ob auf Weltklasseniveau oder im Hobbybereich – eines gilt für alle Sportler gleichermaßen: „Der Körper ist das wertvollste Werkzeug, deswegen sollte man ihn gut pflegen und vor allem auf seine Signale hören“, resümiert die Ärztin Jane Weigend.

Im Rahmen eines Leistungs-Check-ups mit dem Fußballclub FC International Leipzig untersucht Jane Weigend den Rücken eines Spielers. Foto: Carsten-E. Wind

Die Verminderung der Knochendichte ist ein natürlicher Prozess, der mit dem fortschreitenden Alter einhergeht. Ist der vermehrte Abbau von Knochengewebe sehr stark, spricht man von Osteoporose – eine Krankheit, die bisher vor allem Menschen ab 60 Jahren betraf und die unter anderem starke anhaltende Rückenschmerzen verursachen kann. Aufgrund des immer ungesünderen Lebenswandels beobachten Mediziner dieses Phänomen jedoch immer häufiger auch bei jungen Menschen. „Es bedarf hier einer Aufklärung und Sensibilisierung der Bevölkerung“, mahnt Dr. Joachim Bleeck, Chefarzt des Zentrums für Wirbelsäulenerkrankungen und Traumatologie am MediClin Waldkrankenhaus Bad Düben. Aus diesem Grund baut das Zentrum den Bereich der Osteologie – zu deutsch: Knochenlehre – nun aus. „Ziel ist es, den Bereich zu einem Osteologischen Schwerpunktzentrum zu entwickeln“, erklärt Dr. Bleeck, der sich seit über einem Jahrzehnt verstärkt mit der Osteologie beschäftigt. Einen Schwerpunkt innerhalb der Osteologie markiert die Knochenstoffwechselerkrankung Osteoporose, im Volksmund auch Knochenschwund genannt. Innerhalb der Diagnostik hat man in Bad Düben deshalb ein besonderes Augenmerk auf erste Anzeichen einer Osteoporose. So wird bei Frauen ab 50 Jahren und bei Männern ab 70 Jahren standardmäßig eine Knochendichtemessung durchgeführt. Zudem wird im konkreten Verdachtsfall eine Risikoanalyse angeordnet. „Die Prävention steht bei uns ganz klar im Vordergrund. Bei ersten Anzeichen versuchen wir, mit einer medikamentösen Behandlung dem Knochenschwund entgegenzuwirken“, erklärt Dr. Joachim Bleeck. Erst bei aku-

ten Fällen und wenn alle konservativen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind, greift man auf moderne minimalinvasive Operationsverfahren zurück, wie beispielsweise die sogenannte Radiofrequenz-Kyphoplastie, bei der mithilfe von gummiartigem Knochenzement Wirbelfrakturen stabilisiert werden. Prävention kann und sollte laut dem Experten jedoch schon sehr viel eher beginnen. Denn mit einer gesunden Lebensweise, ausreichend Bewegung an der frischen Luft und einer eiweißreichen Ernährung kann man dem Abbau der Knochendichte bereits frühzeitig entgegenwirken. „Vor allem der übermäßige Genuss von Cola ist für die Knochen äußerst ungesund. Denn durch Cola werden die Knochen sinnbildlich ausgespült und verlieren an Stabilität.“

Prävention steht für Dr. Joachim Bleeck an erster Stelle. Foto: MediClin

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