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E I N M A G A Z I N M I T G E S C H I C H T E N A U S D E R H A N S E S T A D T  •  2 0 1 9

JONATHAN MEESE STELLT AUS

„WIE IN ITALIEN!“

20 JAHRE REstauriert

Der Künstler spricht über Heimat, Ideologie und Lübeck als Kunststaat

Warum sich die Klarinettistin Sabine Meyer in die Hansestadt verliebte

So leben Nicola Petereit und Jörg Haufe in ihrem mittelalterlichen Zuhause

LÜBECK UND TR AVEMÜNDE MARKETING GMBH


CONCORDIA DOMI FORIS PA X

IMPRESSUM

Herausgeber Lübeck und Travemünde Marketing GmbH i Geschäftsführung Christian Martin Lukas i Projektleitung Mareike Otte, Barbara Schwartz i Verlag TEMPUS CORPORATE GmbH – Ein Unternehmen des ZEIT Verlags, Büro Berlin: Alt-Moabit 94, 10559 Berlin, www.tempuscorporate.zeitverlag.de i Geschäftsführung Jan Hawerkamp, Dr. Mark Schiffhauer i Projekt- und Redaktionsleitung Jasmin Hollatz i Art Direktion Christopher Delaney i Bildredaktion Beatrice Jansen i Fotos Cover: Shutterstock, iStock; S. 2: Adobe Stock/claer; S. 4–7: Charlotte Schreiber; S. 6/7 (Mitte): Bildagentur Zoonar GmbH/Shutterstock; S. 8–11: Gene Glover; S. 12–13: Pia Bublies (Illustration); S. 14–20: Jewgeni Roppel; S. 21: Getty Images/Rico Ködder, creativep/Alamy Stock Foto; S. 22–23: Verena Berg i Lektorat Dr. Katrin Weiden i Herstellung Tim Paulsen, Dirk Woschei i Repro Twentyfour Seven i Druck Mohn Media Mohndruck GmbH, Gütersloh

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„Ein richtiger Heimathafen“ Die berühmte Klarinettistin Sabine Meyer lebt seit 25 Jahren in Lübeck. Sie zeigt uns die schönsten Seiten der Hansestadt – vom Boot aus und zu Fuß

„Eis

„Das totalste

Gesamt kunstwerk“

Lübeck und Travemünde im Überblick

Der Künstler Jonathan Meese will Lübeck zum „Kunststaat“ erheben. Wir sprechen mit ihm über seine bislang umfangreichste Ausstellung

ist das

Wissen Sie, wie viele Theater, Museen, Kirchen und andere Sehenswürdigkeiten auf der Altstadtinsel zu finden sind? Unsere Karte bietet Orientierung

Gold des

Bartenders“ GEWINNSPIEL

Gin aus Lübeck? Klar! Clemens Dietrich serviert in seiner Bar nahe der Trave sogar einen, der nach Marzipan schmeckt

EINTRACHT DRINNEN – DRAUSSEN FRIEDE

Machen Sie mit und gewinnen Sie eine Reise für zwei Personen in die Hansestadt. Die Preisfrage dreht sich ums Marzipan – und um Gurken

„DAS HAUS

STEHT AUS

REINER GEWOHNHEIT“ 20 Jahre lang restaurierten Nicola Petereit und Jörg Haufe ihr mittelalterliches Haus. Das Architektenpaar erzählt von seiner „alten Dame“, die 13 Ebenen und 17 Zimmer hat

LÜBECKER KULTURMOMENTE Urlaub am Meer mal ganz wörtlich genommen: Unsere Autorin Andrea Bierle berichtet von ihrer Nacht im Schlafstrandkorb

Lesen, hören, sehen, genießen: Wir haben zahlreiche Tipps für Konzerte, Festivals und Feste in Lübeck und Travemünde

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LÜBECK MAGAZIN

„Ein richtiger Heimathafen“ 4

Seit 25 Jahren lebt Sabine Meyer in Lübeck. Die weltbekannte Klarinet­ tistin zeigt uns die schönsten Ecken der Hansestadt v o n ja n a kühl e


EIN STADTSPAZIERGANG Einer von Sabine Meyers Lieblingsplätzen: Vom Wasser aus hat man eine fantastische Sicht auf Lübecks Altstadt

E

s ist ein früher Morgen an der Trave. Noch sind die Barkassen am Ufer vertäut, ein leichter Wind weht über das Wasser. Einst liefen hier Schiffe aus der weiten Welt in den Hafen ein, heute sind es Touristenboote, die zu Spazierfahrten ablegen. Am Ufer der Trave sind wir mit einer Frau verabredet, die schon in ihrer Kindheit für Mozart schwärmte und vor 25 Jahren in Lübeck eine Heimat gefunden hat: der Klarinettistin Sabine Meyer. Mit ihr besteigen wir ein kleines Elektroboot, um die Altstadtinsel zu umrunden. Vom Wasser aus, so weiß die weltbekannte Solistin, habe man die beste Sicht auf die sieben Kirchtürme der Stadt, auf die Treppen- und Rundgiebel architektonischer Klein­ ode, auf Lübecks einzigartige Backsteinarchitektur. Schon oft hat sie Freunden ihre Wahlheimat von den Wasserwegen aus nahegebracht, gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem renommierten Musikprofessor Reiner Wehle. In dieser Woche ist er auf Reisen, Sabine Meyer ist ein paar Tage allein in Lübeck. Eine Seltenheit. Für gewöhnlich ist sie diejenige, die mit ihrer Klarinette in der Welt unterwegs ist: China, Korea, Australien, dann wieder Europa. Etwa 160 Tage im Jahr, für 70 bis 80 Konzerte. „In meinem Unterwegssein strahlt Lübeck etwas Geborgenes aus, etwas Wärmendes“, schwärmt sie für die beschauliche Stadt, deren mittelalterliche Kern seit 1987 zum UNESCO-Welterbe gehört. „Ich komme jedes Mal gern nach Hause zurück.“ Trotz aller Überschaubarkeit habe die Kulturstadt unglaublich viel zu bieten: die Museen, die Kunstsammlungen aus dem 19. und 20. Jahrhundert, das Orchester, das Schleswig-Holstein Musik Festival, das Theater. „Dennoch ist die Stadt selbst kein Museum, nicht bloße Kulisse. Sie ist lebendig. Und die engen Gassen kontrastieren ganz wunderbar mit der Weite, die schon die Ostsee erahnen lässt.“

Sabine Meyer hält ihr Gesicht in den Wind, schließt die Augen. Ein kleiner Moment der Selbstversunkenheit. Kontemplation ist für die geschäftige Frau vor allem in der Musik möglich – in der Musik und am Wasser. Fast lautlos gleitet das Boot dahin, die Spiegelbilder der Häuser zittern in der Trave. Jedes von ihnen hat eine ganz eigene Geschichte, die vom romanischen Zeitalter erzählt, von der Renaissance, dem Klassizismus, der expressionistischen Umorien­ tierung. Zwischen Beckergrube und Drehbrücke wird es maritim. Oldtimerschiffe wiegen sich auf ihren Liegeplätzen im Musemshafen. Alte Segelboote aus den letzten 150 Jahren liegen hier. Die Stadt, die so nah am Wasser gebaut ist, lässt an eine Gedichtzeile der Lyrikerin Mascha Kaléko denken, die sie in den 1930ern an ihren Mann schrieb: „Die Andern sind das weite Meer. Du aber bist der Hafen.“ Ja, Lübeck sei für sie ein richtiger Heimathafen, befindet Sabine Meyer, ein Zuhause. Geboren ist sie im baden-württem­bergischen Crailsheim. Als kleines Mädchen übte sie zunächst fleißig auf der Geige, bevor sie auf die Klarinette umstieg. Schon mit 21 Jahren spielte sie im Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunk­s, 1983 holte Herbert von Karajan sie als erste Frau zu den Berliner Philharmonikern. In den kommenden Jahren avancierte sie zu einer weltweit gefragten Solo-Klarinettistin und wurde mit mehreren Echos bedacht. Wir fahren vorbei am berühmten Holstentor und dem belebten Malerwinkel. Idyllisch liegt der grüne Fleck im Traveknick und erweist seinem Namen alle Ehre. „Wie in Italien!“ Die Musikerin deutet auf die Wäsche am Ufer, die vor den Altstadthäuschen auf mehreren hundert Metern Leine zum Trocknen hängt. Wenig später legen wir an, Sabine Meyer lädt uns zu sich nach Hause ein.

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Die „Schlüpfer-Allee“: Seit dem 14. Jahrhundert trocknen Anwohnerinnen und Anwohner ihre Wäsche am Ufer der Obertrave öffentlich

Sabine Meyer ist fast die Hälfte des Jahres unterwegs. Zu Hause erholt sie sich gern in ihrem grünen Hof

Das Musikerpaar lebt in einem liebevoll restaurierten Haus, zwischen norddeutscher Backsteingotik und stattlichen Kaufmannshäusern, in direkter Nachbarschaft zum imposanten Dom. Die hohen Decken verwandeln die Diele in einen lichten Wohnbereich. Ein Renaissanceofen steht vor 500 Jahre altem Mauerwerk aus Backstein. „Hier haben Stellmacher gelebt und in winzigen Zimmern geschlafen“, erzählt die Hausherrin. „Der Anbau ist sogar noch älter. Man fragt sich: Wer hat hier gewohnt? Wer wurde hier geboren? Wer ist hier gestorben?“ Auf einem Ohrensessel vor dem Kamin liegen zwei Klarinetten, auf der anderen Seite des großzügigen Wohnraumes steht ein Flügel. Bescheiden versteckt und dicht beieinander stehen die Echos auf einem reich verzierten Holzschrank aus dem 17. Jahrhundert, als wären es ausrangierte Pokale. Neun befinden sich mittlerweile in Sabine Meyers Besitz. Und wie viele Klarinetten? Auf dem Weg nach oben in ihr Übungszimmer beginnt sie zu zählen – 20 sind es, eine davon aus echtem Buchsbaum. Sie entlockt dem Instrument ein paar Töne. „Eine Fingerübung“, lacht sie verlegen, fast entschuldigend. Eine Fingerübung? Vielmehr ein Lamento, ein kleiner Klagegesang der Klarinette, so expressiv wie ergreifend. Es ist ein kommunikativer Akt, ein Pas de deux, ein Zwiegespräch zwischen Musikerin und Instrument. Sie arrangiert die Klangfarben mit meisterlicher Virtuosität, mal kraftvoll-dynamisch, dann wieder zärtlich-fragil. Der Klang nimmt die Räume ein, vom Musikzimmer über die Galerie, die Treppen hinab in den Wohnsalon. Nach der Instrumentaleinlage ein kurzes Schweigen, gefolgt von einem dankbaren Lächeln. „Du kriegst von dem Raum, in dem du spielst, immer etwas zurück.“ Das gilt auf großer Bühne genau wie hier zu Hause. Wir brechen zu einem Spaziergang durch die Altstadt auf. Kleine Gänge zweigen von den verwinkelten Gassen ab. Schwungvoll läuft Sabine Meyer über das Kopfsteinpflaster, versprüht das Lebensge-

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fühl der Stadt: lebendig, heiter, offenherzig. Concordia domi foris pax, so lautet die Inschrift am Holstentor – „Eintracht drinnen – draußen Friede“. Lübeck sei wie eine große Wohngemeinschaft, sagt sie. Immer wieder grüßen Nachbarinnen und Nachbarn. Man kennt einander, plaudert kurz. „Hier lebt ein unglaublich kunst- und musikbegeistertes Paar.“ Meyer bleibt vor einem Grundstück stehen. „Die beiden fördern vor allem Neue Musik und organisieren regelmäßig Hauskonzerte.“ Zwei Passantinnen schauen in eine enge Gasse, zücken vorsichtig ihre Kameras. Meyer will ihnen die Schüchternheit nehmen: „Sie sollten weiter hinein-


EIN STADTSPAZIERGANG

gehen!“ – „Darf man das einfach so?“ Ungläubige Gesichter. „Man darf! Da hinten wird es noch viel schöner!“ Die Wahlhanseatin freut sich über inte­ ressierte Besucherinnen und Besucher. „Manchmal stehen sie auch vor meiner Tür, schnuppern an den Kletterrosen. Ab und an lade ich sie ein, sich das Haus von innen anzuschauen.“ Lichte Querstraße, Düstere Querstraße, Domkirchhof, Fegefeuer: Die Straßennamen erzählen von früheren Zeiten, vom mittelalterlichen Leben in der Hansestadt. Die Große Petersgrube gehört fraglos zu den repräsentativsten Straßen-

zügen. In mehreren miteinander verbundenen Gebäudekomplexen ist hier die Musikhochschule untergebracht, an der Meyer und ihr Mann seit 25 Jahren unterrichten. Die bekannte Dozentin betritt das Gebäude, als sei es ihr zweites Zuhause. „Ist es nicht unglaublich schön restauriert?“ Hohe Decken, Stuck, Zopfstil. „Ich muss da jetzt hoch“, entschuldigt sich Sabine Meyer und reicht zum Abschied die Hand. Eine letzte Frage noch: „Wenn Lübeck ein Musikstück wäre …“ „Vivaldi“, sagt sie und verlässt uns in Richtung Klarinettenraum. „Eine Variation der ‚Vier Jahreszeiten‘, vielfältig wie die Stadt.“

Zu den 20 Klarinetten der Musikerin gehört auch diese Sonderanfertigung aus Buchsbaum

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„Dr. Zuhause: K.U.N.S.T. (Erzliebe)“ ist die bislang größte und umfangreichste Ausstellung des Künstlers Jonathan Meese. Seine Bilder, Skulpturen, Grafiken und Installationen sind in fünf Kunst­ und Kultureinrichtungen zu sehen. Oliver Zybok, Direktor der Lübecker Overbeck­Gesellschaft und Initiator des Projektes, spricht mit Meese über dessen Forderung nach einer „Diktatur der Kunst“, sein Aufwachsen im Norden Deutschlands, die Ausstellung in Lübeck und den Begriff Heimat 8


KUNST IN DER STADT

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liver Zybok: Wenn du an deine künstlerischen Anfänge zurückdenkst, worauf lag zunächst dein Hauptaugenmerk? Jonathan Meese: Am Anfang wollte ich malen, zeichnen und Skulpturen machen. In der Hamburger Kunsthochschule „Lerchenfeld“ entwickelten sich dann Wandinstallationen, Aktionen, Texte und Videoarbeiten. Ich wollte einfach „SPIELEN“, der Kunst entgegenspielen, also „machen“, „machen“, „machen“! Für Meese ist Kunst das freieste Spiel aller Kräfte. Kunst ist der Ausgleich von Druckverhältnissen, Meese tut, was getan werden muss! Meese erkannte, dass die Kunst die Gesamtheit aller Evolutionen ist! Du hinterfragst das gesellschaftliche System und möchtest es durch eine „Diktatur der Kunst“ ersetzen. Kannst du erläutern, was du damit meinst? Die Diktatur der Kunst ist die radikalste Liebeserklärung an die Kunst! Kunst ist das, was übrig bleibt! Kunst ist das, was überlebt! Kunst ist das Geilste, Stärkste, Liebevollste und Zukünftigste! Kunst bleibt, alles andere vergeht! NUR KUNST IST ZUKUNFT! Ideologien kommen und gehen! Kunst ist die Abwesenheit von Ideologie, Kunst ersetzt alle politischen und religiösen Systeme! Kunst möge die Staatsform der Zukunft sein! Kunst verdrängt jede „Nicht-Kunst“! Kunst ist nun mal immer gegen das Vorherrschende! Du spielst mit Formulierungen, kreierst neue Wörter und kombinierst Begriffe wie „Diktatur“ und „Kunst“, die man nicht unbedingt in einem direkten Zusammenhang sehen würde. Welche Bedeutung hat Sprache in deinem Werk? KUNST hat ihre eigene Sprache! Kunst

spricht die Sprache der Zukunft! Kunst entleert, füllt und verarbeitet Sprache und Wörter immer wieder neu und notwendigst! Meese zerlegt, zertrümmert, zersetzt, formiert, entkontaminiert und entideologisiert Wörter, Gesten und Symbole. Meese will Sprache erneuern, präzisieren, anschärfen und klar für die Zukunft machen! „ERZ“ in „MeeseSprech“ ist die Intensivierung von allem! (KUNSTSPRACHE IST EVOLUTIONS­GESANG!) In der Zukunft wird Kunst die einzige Sprache sein, die übrig bleibt!

Der Künstler Jonathan Meese wurde 1970 in Tokio geboren und wuchs im schleswigholsteinischen Ahrensburg auf. Mit 22 entdeckte er sein Interesse für Kunst, das Studium an der Hochschule für bildende Künste Hamburg be­ endete er ohne Abschluss. Bekanntheit erlangte er mit der Installation „Ahoi der Angst“ auf der Berlin Biennale 1998. Seitdem steht der 49-Jährige vor allem für exzentrische und pro­ vokante Installationen und Performances. Sein Œuvre umfasst Malerei, Skulpturen, Collagen, Videokunst und Theaterarbeiten. Die zentralen Themen sind Macht, das Totalitäre und der „deutsche Wahn“. Er beschäftigt sich mit Mythologie, Heldenepen und Persön­lich­keiten der Weltgeschichte. In seinen Manifesten fordert er immer wieder eine „Diktatur der Kunst“. Meese lebt und arbeitet in Berlin und Ahrensburg.

Du hast ein umfangreiches Ausstellungsprojekt in Lübeck vorbereitet, eine Art Gesamtkunstwerk, an dem fünf kulturelle Einrichtungen in der Hansestadt beteiligt sind: die Overbeck-Gesellschaft, die Kunsthalle St. Annen, das Günter Grass-Haus, St. Petri zu Lübeck und die Kulturwerft Gollan. Was dürfen wir erwarten?

Wir werden das totalste Gesamtkunstwerk liebevollst erwarten, Lübeck wird zum „Kunststaat“ erhoben! Lübeck wird von seinem Zuhause entideologisiert, also von der Kunst auf Zukunft getrimmt. Kunst ist der angstfreie Raum! Lübeck wird ohne Falsch der Kunst überantwortet! Ich werde in Lübeck die Kunst an sich abspielen lassen! Du bist in Ahrensburg aufgewachsen und warst in deiner Kindheit und Jugend häufig in Lübeck. Was ver­ bindest du mit der Hansestadt? Lübeck ist für mich ein Vorort des „Zuhauses“! Lübeck ist ein Gebilde der Liebe im Namen des Erzmarzipantums! Lübeck ist ein Hort des „Zukünftigsten“, wenn es sich der Kunst unabdingbar anvertraut! Lübeck ist die Stadt, die vom Spiel der Kunst sich erneuern kann! Nur Kunst wird Lübeck in die Zukunft katapultieren: K.U.N.S.T. = Z.U.K.U.N.F.T.! Kunst macht nie Angst! Deine Ausstellung heißt „Dr. Zuhause: K.U.N.S.T. (Erzliebe)“. Zu Hause impliziert auch den mittlerweile ambi­ valenten Begriff der Heimat, der vor allem durch die politischen Rechten missbraucht wird. Die nationalistischpopulistischen Bewegungen in zahlreichen Ländern nutzen ihn, um Ängste zu schüren, indem sie pauschal behaupten, er sei durch Migration gefährdet. Inwiefern unterscheiden sich die beiden Bezeichnungen „zu Hause“ und „Heimat“? KUNST IST IMMER ZU HAUSE! In der Kunst kommt alles am Ende wieder nach Hause! Der Mensch der Zukunft muss erstmal sein ZUHAUSE finden und lieben, dann formt sich „Heimat“! Die Heimat ist dann Zukunft, wenn sie ohne Ideologie ist! Das ZUHAUSE

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LÜBECK MAGAZIN

kommt von innen, also vom Herzen. Die Heimat kommt von außen, also von der Kunst! Meeses Zuhause heißt „Herzblut“, Meeses Heimat ist das „Gesamtkunstwerk“! Meese möchte die KUNST als Heimat der Zukunft herrschen lassen! „Heimat“ und „zu Hause“ sind Spiel­ räume! Meese fordert das „Gesamtkunstwerk Deutschland“! Das Staatsziel von allem muss Kunst sein, nicht Speku­la­ tion! KUNST muss alles überschreiben! KUNST schickt alles auf die Reise „nach Hause“, und am Ende beheimatet dich die Zukunft! Die KUNST IST

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DIE ODYSSEE, die alles nach Hause bringt! KUNSTHEIMAT IST IMMER DIE EVOLUTION! „ZU HAUSE“ UND „HEIMAT“ DARF NIEMALS IDEOLOGISCH definiert werden! „Das Zuhause“ und „die Heimat“ sind Sehnsuchtsorte, also Träume! In Vorbereitung auf deine Ausstellung hast du dir in Lübeck die Ausstellungsorte angeschaut, kürzlich haben dich alle an dem Projekt Beteiligten in deinem Atelier in Berlin besucht. Bei den Begegnungen war eine große

Euphorie spürbar, eine unglaubliche Vorfreude. Wundert dich das, weil du in der Öffentlichkeit oftmals sehr kontrovers diskutiert wirst? Kunst erzeugt nur Zukunft! Kunst ist so lange provokativ, solange es noch Ideolog(i)en gibt! Langsam, aber sicher fangen Menschen an, der Ideolog(i)en überdrüssig zu werden! Kunst provoziert alle ideologischen Machtsysteme weg! Kunst ist das „freie Spiel aller Kräfte“! Die Menschen begreifen endlich, Ideolog(i)en als das Schlimmste, Zukunftsloseste und Dämlichste einzuordnen!


KUNST IN DER STADT Jonathan Meese in seinem Atelier in Berlin-Prenzlauer Berg: Für ihn ist Kunst das „freie Spiel aller Kräfte“

DR. ZUHAUSE: K.U.N.S.T. (ERZLIEBE) ST. PETRI ZU LÜBECK Großmutter/Macht 17.02.2019 – 30.03.2019 GÜNTER GRASS-HAUS Großvater/Gold 17.02.2019 – 04.08.2019 KUNSTHALLE ST. ANNEN Mutter/Evolution 31.03.2019 – 04.08.2019 OVERBECK-GESELLSCHAFT Vater/Liebe 31.03.2019 – 09.06.2019 KULTURWERFT GOLLAN Kind/Schlaf Kunst-Aktion am 07.05.2019 Du bist ein großer Kritiker jeglicher Form von Ideologie. Kunst ist die Abwesenheit von Ideologie! Ideologie ist immer nur Verhinderung von Zukunft! Ideologie bedeutet Gruppenzwang ohne Freiheit! Ideologie vernebelt jedes Gehirn! Kein Kind ist ideologisch! Erst das „erwachsene Gehirn“ dressiert Menschen! Ideologie bedeutet immer nur Dressur, Indoktrination, Ich-Sucht, Anbiederung und Angstmacherei! Der Mensch ohne Ideologie ist zukunftsfähig, also evolutioniert euch! Kunst entmachtet alle Ideolog(i)en! Kunst entpolitisiert alle(s)!

Sind die Auswüchse eines unglaublich boomenden Populismus auf der Welt aus deiner Sicht Resultate von Ideologien? Jede Form von Politik benebelt die Sinne! Jede Politik ist von gestern! Jede Politik ist falsch! Jede Politik ist Lotterie! Jede Politik ist ideologisch! Was momentan faul ist, ist das Resultat von Politik, also Ideologie! Politik und Religion machen Angst! Der Mensch, der die Zukunft will, entideologisiert sich und setzt auf die Kunst! Kunst ist das Synonym von und für Zukunft!

Was bedeutet das für Lübeck? Lübeck muss das „Zuhause“ der Kunst werden! Lübeck möge sich vollends der Kunst anvertrauen! Lübeck muss sich der Kunst unterstellen! Lübeck möge die Verfassung „KUNST“ als Chef anerkennen! Kunst wird Lübeck zu­ kunften! Kunst wird Lübeck, Lübeck wird Kunst, Lübeck wird sich als Kunst zuhausen! Lübeck wird von der K.U.N.S.T. ausgerichtet: ERZLÜBECK erfolgt!

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LÜBECK DIE SIEBEN TÜRME 1) St. Marien zu Lübeck 2) St. Petri zu Lübeck 3) Dom zu Lübeck 4) St. Aegidien zu Lübeck 5) St. Jakobi zu Lübeck

20) Museumsquartier St. Annen 21) Museum für Natur und Umwelt 22) Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk* 23) TheaterFigurenMuseum Lübeck** 24) Grenzdokumentations­Stätte Lübeck­Schlutup*

BESONDERE ORTE 6) Holstentor 7) Rathaus Lübeck 8) Burgtor und Burgkloster 9) Heiligen­Geist­Hospital 10) Füchtingshof 11) Museumshafen 12) Malerwinkel

THEATERLANDSCHAFT 25) Theater Lübeck 26) Theater Combinale 27) Theater Partout 28) Lübecker Wasser Marionetten Theater 29) Volkstheater Geisler 30) Theaterschiff Lübeck 31) Figurentheater 32) Theater Fabelhaft 33) theater23*** 34) Freilichtbühne Lübeck*

Museumsvielfalt 13) Overbeck­Gesellschaft Kunstverein Lübeck 14) Europäisches Hansemuseum 15) Museum Holstentor 16) Buddenbrookhaus 17) Günter Grass­Haus 18) Willy­Brandt­Haus Lübeck 19) Museum Behnhaus Drägerhaus

* nicht auf der Altstadtinsel ** momentan im Umbau *** Das Theater hat verschiedene Spielorte. Meist werden die Stücke in der KulturRösterei (Nr. 33) oder im Naturbad Falkenwiese aufgeführt

Europäis

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Theater Lübeck

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St. Marien zu Lübeck Holstentor

15 6

2 31 23 Rathaus Lübeck

Tourist-Information Lübeck Holstentorplatz 1, 23552 Lübeck Kernöffnungszeiten: 9.00 bis 17.00 Uhr Telefon: 0451/8899700 info@luebeck­tourismus.de

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Malerwinkel

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www.facebook.com/luebeck.travemuende www.instagram.com/visitluebeck

Dom zu Lübeck

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www.twitter.com/hansekoenigin www.pinterest.de/visitluebeck www.luebeck­tourismus.de

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TRAVEMÜNDE 20 KM

32 5 km

Ostsee

Alter Leuchtturm

22 9,5 km

ALTSTADT

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38 37 39 40

36 Viermastbark Passat

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sches Hansemuseum

9 5 19 13 Heiligen-Geist-Hospital 27 18 17 10

24 3 km

TRAVEMÜNDE

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500 m

BESONDERE ORTE 35) Viermastbark Passat 36) Alter Leuchtturm 37) Alte Vogtei 38) St.­Lorenz­Kirche 39) Fischereihafen 40) Seebadmuseum 41) Ostseestation

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4 20

Tourist-Information Travemünde

N

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Strandbahnhof, Bertlingstraße 21, 23570 Travemünde Kernöffnungszeiten: 9.30 bis 17.00 Uhr Telefon: 0451/8899700 info@travemuende­tourismus.de www.travemuende­tourismus.de

200 m

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Seit drei Jahren begeistert Bar­chef Clemens Dietrich seine Gäste mit nordisch-mediter­ ranen Cocktail-Kreationen wie dem „Ostsee Mule“ oder dem „Flamenco de Jerez“. Er hat Lübeck zu einem Hotspot geho­ bener Barkultur gemacht und serviert sogar stadt­eigenen Gin. Aus Marzipan, versteht sich von

Der Barchef des „Dietrich’s“

a ndre a Bierl e


COOLE DRINKs

C

œur de L’Atlantique“ heißt der Drink, den Clemens Dietrich gerade zubereitet und dessen Name gut zum frankophilen Interieur passt. In den Shaker kommen zerdrückte Salbeiblätter, ein Schuss Citadelle Gin, Zitronensaft, Agavendicksaft, Vanillesirup und Eis. Dietrich schüttelt ihn kräftig und lässt die Flüssigkeit anschließend durch ein Sieb laufen. Serviert wird das Getränk in einer weißen Coupette, einer eleganten

Cocktailschale. Mit dieser fruchtigen Eigenkrea­tion gewann der 34-Jährige 2018 den Cocktailwettbewerb „Drinks Open“. „Ich experimentiere gerne“, sagt der Gastro­nomie-Experte, der beruflich immer wieder in Spanien war und dort die aufregende Gin-Tonic-Szene kennenlernte. „Ich habe die Bartender genau beobachtet, sie nach ihren Rezepten befragt, nachgemixt und irgendwann angefangen, selbst neue Drinks zu entwickeln.“ Seine Kreation „Ostsee Mule“, das norddeutsche Pendant zum allseits bekannten „Moscow Mule“, war im letzten Sommer sehr beliebt. „Der Dreh ist die Verwendung von herbem Dill und dänischem Akvavit mit der vollen Ladung Gurke und Ginger Beer sowie Rosa Pfeffer“, verrät Dietrich.

Der Liebe wegen verschlug es den gebürtigen Brandenburger nach Lübeck. Dort machte er sich 2016 mit einem kleinen Bistro direkt am Ufer der Trave selbstständig. Doch mehr als für Kaffee und Croissants interessierten sich seine Gäste für die Gins, die er am Abend kredenzte. „Hier gab es kein Angebot für Drink­ Enthusiasten, die Lust auf Neues hatten“, erinnert sich der Barchef, für den inzwischen ein neun­köpfiges Team im Einsatz ist. „Die Nachfrage nach unseren Gins war so groß, dass wir schon nach einem halben Jahr 80 Produkte im Repertoire hatten. Heute sind es über 250.“ Unter ihnen ist die „KöniGin der Hanse“, die er anlässlich des 875-jährigen Stadtjubiläums Lübecks kreierte. Für den Gin extrahierte der Spirituosen-Connaisseur natürliche Aromen, die dem Gin einzeln beigegeben wurden: Rosenwasser, Mandeln, Butter­ scotch. Dadurch erhält er seine intensive Marzipannote. Die zweite Hommage an seine Wahlheimat heißt „Hans“. Mit diesem bernsteinfarbenen Marzipan­ likör interpretiert der zwei Meter große Bartender Cocktailklassiker wie „The Godfather“ – einen Mix aus Whisky und Amarettolikör – neu.

Zutaten und Gewürze wie Wacholder, Kardamom und Zitrusfrüchte in ihm.

Akribisch wie ein Sternekoch setzt sich Clemens Dietrich mit den Zutaten auseinander. „Man muss wissen, was zueinander passt“, sagt er und gibt nun eine kleine Einführung in die Aromakunde. „In der Regel besteht der Gin aus zwei, drei Haupt­ merkmalen wie Wacholder und Zitrone oder Pfeffer und Limette. Man kann entweder eine dieser Noten unterstützen, zum Beispiel durch eine frische Zitronen­ schale, die man über dem Getränk ausdrückt. Oder man ergänzt eine Zutat, indem etwa einem pfeffrigen Gin eine frische Erdbeere oder Himbeere hinzugefügt wird.“ Eine weitere Besonderheit seines Repertoires ist der hauseigene „Gin Sirup“. Er kommt ganz ohne Alkohol aus, stattdessen stecken jede Menge pflanzliche

Regelmäßig veranstaltet der Profi für Hochprozentiges Weiterbildungen und hat mit dem „Team Küste“ eine Art Bar­ Zirkel für die junge Drink-Szene „südlich von Dänemark“ gebildet. Dabei geht es um ein gutes Miteinander, um Rezepteund Erfahrungsaustausch. Mittlerweile erstreckt sich diese Netzwerkgruppe von über 50 Aktiven von Flensburg bis nach Mecklenburg-Vorpommern.

Auch die Präsentation seiner Drinks ist besonders: Entlang des Rührlöffels lässt Dietrich mit lässig-gekonnter Geste den Gin langsam ins bauchige Glas laufen, in dem er zuvor einen Eiswürfel in Tennisballgröße platziert hat. „Eis ist das Gold des Bartenders“, weiß er. „Je kleiner das Volumen, desto schneller schmilzt es und verwässert das Aroma.“ Nordisch erfrischend: Der „Ostsee Mule“ mit Gurke und Rosa Pfeffer ist besonders an warmen Tagen beliebt (links) So schmeckt Lübeck: Dietrichs fantasievolle Kreation „Queen“ wird aus gewürztem Rum, dem Marzi­pan­likör „Hans“, Limettensaft und Mandelextrakten zubereitet (rechts)

Doch wichtiger als das geübte Handwerk sei der perfekte Moment. Geruch, Licht, Musik, Temperatur – all das gehöre zum Gesamtkonzept eines gelungenen Bar­ abends. Die Gäste wissen die Atmosphäre im Dietrich’s zu schätzen. Selbst unter der Woche ist die Bar stets voll.

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LÜBECK MAGAZIN

„DAS HAUS STEHT AUS REINER GEWOHNHEIT“ von

Chr ist i a n e T il l m a n n

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Es ist eine Lebensaufgabe: Die Archi­ tekten Nicola Petereit und Jörg Haufe bewohnen mit ihren Kindern ein in Eigenregie saniertes, jahrhundertealtes Handwerkerhaus in der Lübecker Alt­ stadt – mit Zimmern klein wie in einer Puppenstube und nicht einem einzigen rechten Winkel

D

rei Zimmer, Küche, Diele, Bad kann jeder. Wer hingegen unkonventionelles Wohnen mag, sollte einen Ausflug in die Lübecker Altstadt wagen, zum Beispiel in die Fleischhauerstraße. Früher war sie Heimat der Metzger, heute ist die Straße bekannt für ihre vielen denkmalgeschützten Häuser. Jedes davon hat eine eigene Geschichte und Persönlichkeit. So auch das Zuhause der Familie Petereit und Haufe, die wir besuchen.


Gänge in Sargbreite Als wir den Klingelknopf an Nummer 100/102 drücken, öffnet uns eine gut gelaunte Nicola Petereit die Tür. Im Hintergrund warten Jörg Haufe und Tochter Irma auf ihren Einsatz. Heute wird nämlich das jüngste von insgesamt vier Kindern die Haus­ füh­rung übernehmen. Bevor es aber der 9-Jährigen hinterhergeht, gibt es erst einmal einen Exkurs zur Baustruktur der Altstadt. „Der klassische Aufbau der Dielenhäuser besteht aus einem Vorderhaus,

einem halb versetzen Seitenflügel und häufig aus Hofgebäuden“, erklärt Nicola Petereit. Während vorne Kaufleute lebten und darüber im Dielenboden Waren lagerten, schliefen im Seitenflügel die Handwerkerfamilien. Im Zuge des Bevölkerungswachstums zur Hansezeit und später zur Industrialisierung wurde der Wohnraum auf dem von Trave und Wakenitz umflossenen Altstadthügel verdichtet. In die Vorderhäuser mauerte man Durchgänge, sodass die Hinterhöfe zugänglich und bebaubar wurden.

Einst war der Speicher nur Lagerplatz, heute ist er das Wohnzimmer der Familie Petereit und Haufe

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LÜBECK MAGAZIN

Irma ist in dem Haus geboren. Um uns alle Räume zeigen zu können, hat sie ihr Referat über den Regenwald gern für einen Moment beiseitegelegt

Diese Gänge waren so eng wie möglich, um kost­baren Platz zu sparen, und so breit wie nötig, damit – so die Legende – wenigstens ein Sarg hindurchpasste. Zusammen mit den Höfen, die durch Lübecker Stiftungen aufwendig saniert oder erbaut wurden, formen sie heute idyllische Stadtoasen. Sie sind so einzigartig, dass die UNESCO den mittelalterlichen Stadtkern 1987 zum Welterbe ernannte. Rund 90 von ihnen sind bis heute erhalten und können größtenteils frei erkundet werden. Auch das Handwerkerhaus, in dem die Familie lebt, besitzt einen solchen Gang, der heute als Fahrrad­ garage dient. Das Haus war ursprünglich ein Ensemble aus zwei Gebäuden (Nr. 100 und 102), die im Zuge der Sanie­rung zusammengelegt wurden. Heraus kam dabei ein Grundriss von 200 Quadratmetern, mit zwei Eingängen und Treppenhäusern, einem Hof, unzähligen Stufen, 13 Ebenen und 17 mehr oder minder großen Zimmern, der Besucher zunächst etwas orientierungslos zurücklässt. Während uns Irma von vorne nach hinten durch das Haus führt, ent­decken wir überall kleine Nischen, Schränke und viele historische Details aus verschiedenen Epochen. So wie die Holzkassetten und Stuckdecken in den Zimmern der

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beiden Töchter, die früher der Hausherr bewohnte. „Man kann gut erkennen, dass der einst hier ansässige Handwerker einen durchaus repräsenta­tiven Anspruch hatte“, erklärt Jörg Haufe. „Zwar war er an die Zunft gebunden, konnte aber die Preise nicht frei gestalten und somit nicht so viel verdienen. Das hielt ihn aber nicht davon ab, dem Kaufmann nachzu­ eifern“, erklärt er. Das Haus, das aus Gewohnheit steht Kreativität ist ein Talent, das das Paar Petereit und Haufe mit ihren Vorgängern teilt, wie die individuellen Problemlösungen im Haus verraten. So wurde in der Küche neben der Hängematte, die quer durch den Raum gespannt ist, ein unübersehbares rechteckiges Akustikpaneel an der Wand aufgehängt, um den Schall im Zimmer zu dämmen. Es besteht aus einem absorbierenden Schaumstoff für die Akustik und ist mit rotem Samt bezogen. In den Zimmern im ersten Stock wurden die originalen Sprossenfenster belassen, an der Innenseite wurde jeweils ein Kastenfenster mit


EIN ALTES HAUS

einem magnetischen Schließmechanismus wie bei einem Kühlschrank installiert. Sie dienen unter anderem als Wärmerückhalt. Als das Architektenpaar 1996 den Zuschlag für die Fleischhauerstraße Nr. 100/102 in einer Zwangsversteigerung erhielt, hatte es sein zukünftiges Zuhause noch nicht einmal von innen besichtigt. „War es so etwas wie Liebe auf den ersten Blick?“, mutmaßen wir bei so einem Wahnsinnskauf. „Nein, damit hatte es nichts zu tun, schon eher mit Abenteuerlust“, sagt Nicola Petereit. Beide hatten damals gerade ihr Studium in Aachen abgeschlossen und wollten das Haus zum Privat-Projekt machen. Zudem schien das Angebot für 119 000 DM ziemlich verlockend. Obgleich eine nicht unerhebliche Eigenleistung und viel Geduld hinzukommen sollten. Denn erst 2002, sechs Jahre nach dem Kauf, konnte die Familie Petereit und Haufe schließlich einziehen. „Darunter gab es aber ein Jahr, in dem wir das Gebäude nicht mehr betreten haben, weil wir dachten, dass uns alles über den Kopf wächst“, erzählt die Architektin rück­blickend. Denn die „alte Dame“, deren älteste Teile aus dem 16. Jahrhundert stammen, lehrte beide schnell, wer beim Umbau den Takt angibt. „Als Architek­tin wundere ich mich oft, dass diese Häuser noch stehen“, sagt Nicola Petereit lachend und zeigt uns den morschen Stumpf eines Deckenbalkens im Bücherzimmer, der geschickt und stylisch von einem Stahlträger gestützt wird. „Sie tun es wohl nur noch aus Gewohnheit.“ Der „Organismus“ der Gemäuer ist empfindlich: Selbst kleine Veränderungen in diesem bewährten System könnten ungeahnte Folgen haben – etwa einen Boden, der absackt oder eine sich neigende Wand, die den Statiker in blanke Panik versetzt. Nicht immer schön, „aber eine sehr gute Schule“, wie die Architek­tin sagt. Die enge Zusammenarbeit mit dem Lübecker Denkmalschutz habe sie vor allem Respekt gelehrt. „Man muss sich immer vor Augen halten, wie alt so ein Gebäude ist und wie kurz unsere Zeit darin.“

Den alten Deckenbalken hätten die Handwerker gern entfernt. Doch das Architektenpaar wollte so viele Details wie möglich erhalten

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LÜBECK MAGAZIN

Im Sommer wird der Innenhof zum zentralen grünen Familienzimmer

Die Kunst, Gemeinschaft zu schaffen Nach all den Lektionen, die die beiden durch ihr Haus lernen durften und mussten, haben sie noch nicht genug. Schon im Frühjahr geht es für sie ein Stück die Fleischhauerstraße hoch. Dort werden sie, auch weil bereits zwei Kinder flügge geworden sind, ein etwas kleineres Handwerkerhaus beziehen. Dieses Mal ein verhältnismäßig junges Exemplar von 1880 im Hinterhaus eines Malerbetriebes. „Wir sind zwar traurig

Das Grundstück des Hauses Nr. 100/102 hat eine lange und spannende Geschichte: Im Jahr 1381 gehörte es dem Knochen­hauer Ditmar Grundys. Der Beruf des Fleischers war angesehen, brachte ein gutes Einkom­ men, doch gewährte er kein Mit­spracherecht in der Stadtpolitik. 1384 lehnten sich die Knochenhauer, darunter auch Grundys, gegen ihren niederen gesell­ schaftlichen Stand auf. Viele der Aufständigen wurden hingerichtet. Ditmar Grundys konnte fliehen, verlor aber sein Grundstück und Vermögen.

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über diesen Schritt“, gibt Nicola Petereit zu. Zwei Jahre habe sie gebraucht, um sich mit dem Gedanken anzufreunden, aber letztlich doch die Vorteile gesehen. Zum einen ist das die Sanierung einer denkmal­ geschützten Werkstatt für den Eigenbedarf, und zum anderen ein großer Hof mit Sonne. Aufgrund der engen Haus-an-Haus-Bebauung ist beides in der Altstadt nämlich Mangelware. Während das Paar früher Licht auf der Terrasse des Café Kandinsky tankte, will es das zukünftig im eigenen Garten tun. An einer Sache aber ist nicht zu rütteln: Aus ihrer Fleischhauerstraße wollen sie nie mehr weg. Denn wer hier lebt, davon sind sie überzeugt, kaufe eben nicht nur ein Haus, sondern Gemeinschaft. Den Quartiers­ charakter, den sich Stadtentwicklerinnen und -entwickler heute überall wieder wünschen, die kurzen fußläufigen Strecken und das nahe Zusammenleben, haben sich die Menschen des Mittelalters und später der Industrialisierung ganz ungeplant erbaut. Denn nur zusammen war man so gegen Angreifer stark. Heute sind die Bedrohungen von außen zwar im wahrsten Sinne des Wortes Geschichte, die besondere Art des Wohnens bleibt aber aktuell. Fast fühlt es sich hier an wie in einer großen WG. Und die will das Architektenpaar auch in Zukunft keinesfalls missen.


Gewinnen Sie eine Reise für zwei nach Lübeck Hier soll sie dann doch noch erwähnt werden – jene Köstlichkeit, die nicht, wie es die Legende will, in Lübeck, sondern im fernen Orient erfunden wurde. Jenes süße Konfekt aus gemahlenen Mandeln, Zucker und Rosenwasser, das seit Jahrhunderten in aller Munde ist. Und dem Lübeck ihr Attribut „Marzipanstadt“ verdankt. In einem 200 Gramm schweren Marzipanbrot stecken ungefähr 1000 Kilokalorien. Damit haben Sie genug Energie, um einen halben Tag durch die Stadt zu flanieren. Wenn Sie meinen, das sei ungesund, können Sie natürlich auch Gemüse einpacken. Salatgurken beispielsweise. Jetzt schätzen Sie mal, wie viele Sie mitnehmen müssten, um den gleichen Energiebedarf zu decken?

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Senden Sie eine E-Mail mit dem Stichwort „Gewinnspiel“ UND DER RICHTIGEN ANTWORT bis zum 11.04.2019 an gewinnspiel@luebeck-tourismus.de Es gelten unsere aktuellen AGB. Diese finden sich auf www.luebeck-tourismus.de/service/allgemeine-geschaeftsbedingungen Der Preis enthält zwei Übernachtungen für zwei Personen in einem Lübecker 4­Sterne­Hotel im Doppelzimmer inkl. Frühstück, Besuch des Museumsquartiers St. Annen, „Duett vom Rotbarsch und Seelachs“ im Traditionsrestaurant Schiffergesellschaft, Besuch des Europäischen Hansemuseums, Museumskatalog des Europäischen Hansemuseums (1 x pro Zimmer), Kulturkatalog (1 x pro Zimmer), Niederegger­Marzipantaler (1 x pro Person) und eine Reiserücktrittsversicherung.


Ein Sommernachtstraum Strandkörbe gehören zu Travemünde wie Sand und Möwen. Es gibt welche, in denen kann man übernachten von

a n d re a Bier l e

Seit 2016 gibt es die Schlafstrandkörbe in Travemünde. Am frühen Morgen hat Andrea Bierle den Strand für sich allein

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IM SCHLAFSTRANDKORB Wie in einem guten Hotel gibt’s den Kaffee ans Bett

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as ist das für ein Tuten? Mein Wecker ist das nicht! Vorsichtig mache ich die Augen auf und sehe glühende Pünktchen. Der Nachthimmel. Richtig, ich bin ja in Travemünde, am Meer, im Strandkorb! Am Horizont gleitet ein riesiger Schatten durch die Dunkelheit, ein Fährschiff. Dessen Horn hat mich wohl aus dem Traum gerissen. Gut so, sonst hätte ich womöglich das Beste verpasst in dieser ganz besonderen Nacht – den Blick auf die Milchstraße über meinem Bett. In diesen Stunden bin ich allein mit Kleinem Bär und Großem Wagen. So wollte ich es: raus in die Natur, Stille spüren. Für einen richtigen Urlaub ist keine Zeit, stattdessen geht es für eine Mini-Kur an die Ostsee. Und so buchte ich meine Auszeit im Schlafstrandkorb mit dem Paket „Das große Glück“ – aus­gestattet mit einer 1,40 Meter breiten Komfort-Matratze, frischer Bettwäsche, Handtüchern und kleinen Fächern für die Siebensachen. Dazu auf jeder Seite ein Bullauge zum Raus­ gucken. Dank wetterfestem Cabriodach lässt sich der Strandkorb in Windeseile in eine kuschelige Höhle verwandeln. Beim preiswerteren „Kleinen Glück“ bringen die Gäste ihre eigenen Schlafsäcke mit – wie das Studentenpärchen aus Würzburg, das ich am frühen Abend als Nachbarn für eine Nacht kennenlernte. Später bezog noch ein älteres Ehepaar aus der Schweiz sein Bett im Sand, in gebührendem Abstand von meinem „Seepferdchen“. „So einen exklusiven Wellnessbereich finden Sie doch sonst nirgends“, sagte Charlotte Seipel von der Strandkorbvermietung beim Check-in. Dabei zeigte die resolute Frau lachend auf den weitläufigen Strand, der an manchen Stellen so breit ist wie ein Fußballfeld. Sechs Jahre, nachdem Thomas Mann 1929 für die „Buddenbrooks“ den Nobelpreis für Literatur erhielt und die Strandkörbe mit den Streifenmarkisen zum Markenzeichen von Travemünde wurden, startete Familie Seipel ihr Vermietungsgeschäft. Heute sind ihre in vornehmem Grau-Weiß gehaltenen XL-Liegestrandkörbe, die sogar mit dem German Design Award ausgezeichnet wurden, der Renner. Ob Jung oder Alt, aus Norddeutschland

oder Südindien, woher ebenfalls schon Gäste kamen – alle genießen die Freiheit unterm Firmament. Das kann man auch in den Gästebüchlein lesen, die mir Frau Seipel in die Hand drückte und in denen ich nun um Mitternacht – mit meiner Taschenlampe – zu schmökern beginne. So liebten es etwa Thorsten und Uta, den Strand ganz für sich allein zu haben und „nur das Rauschen der Wellen, das freche Geschrei der Möwen und die Motorengeräusche einiger großer Fähren zu hören“. Eine Lisa gibt zu, dass sie Angst hatte im Dunkeln. Die Brandung rauscht, es ist kühl. Ich schaue rüber zur „Krabbe“ und zum „Seesternchen“. Mucksmäuschenstill. Ich lasse das Verdeck herunter und hülle mich bis unters Kinn in die Daunendecke. Das rhythmische Brechen der Wellen wiegt mich in den Schlaf. Dann ist er da, der Bilderbuchsonnenaufgang, von dem immer wieder die Rede war in den Widmungen der anderen Gäste. In sämtlichen Farben von Gold bis flammend Rot bricht das Licht durch die Morgendämmerung. Es zieht mich nach draußen. Barfuß laufe ich durch den Sand und tauche die Zehen ins Wasser. Herrlich! Nach dem Spaziergang zum Steg erwartet mich auf einem Bistrotisch vor dem Strandkorb ein köstliches Frühstück. Schöner kann man nicht in den Tag starten. Ich fühle mich frisch wie die Meeresbrise – und freue mich aufs nächste Mal. Dann mit Mann und Tochter.

Von Mitte April bis Ende September können Abenteuerlustige einen der vier Schlafstrandkörbe buchen. Preis: von ca. 55 € (mit eigenem Schlafsack) bis ca. 80 € inkl. „Mondschein-Picknick-Korb“. StrandFrühstück extra für 9 €. www.travemuende-tourismus.de

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LÜBECKER KULTURMOMENTE 17. FEBRUAR – 04. AUGUST 2019

AUGUST – SEPTEMBER 2019

Die bislang umfangreichste Werkschau des Künstlers ist ein gemeinsames Ausstellungs­ projekt des Günter Grass-Hauses, von St. Petri zu Lübeck (jeweils seit 17. Februar 2019), der Kunsthalle St. Annen, der Overbeck-Gesellschaft (jeweils ab 31. März 2019) und der Kulturwerft Gollan (7. Mai 2019). www.die-luebecker-museen.de

Für alle Nachtschwärmer: Ob Lübecker Museumsnacht (31. August 2019), Lübecker Theaternacht (28. September 2019) oder Nordische Krimi-Nacht (21. und 22. Dezember 2019) – für Kulturinteressierte gibt es bei Lesungen, Führungen, Theaterstücken, Livemusik, Operetten oder Tanz viel zu erleben. www.luebeck-tourismus.de

04. – 12. MAI 2019

05. – 08. SEPTEMBER 2019

„DR. ZUHAUSE: K.U.N.S.T. (ERZLIEBE)“ VON JONATHAN MEESE

BRAHMS-FESTIVAL „ABGRÜNDE – LICHTBLICKE“

Die Musik kann sich in tiefste Tiefen stürzen und plötzlich ins strahlend-lichte Dur durchbrechen. Die Musikhochschule Lübeck veranstaltet auch in diesem Frühling das bekannte Brahms-­Festival, bei dem Dozierende wie Sabine Meyer oder Barbara Westphal gemeinsam mit Studierenden Werke des Komponisten und seiner Zeitgenossen interpretieren. Dieses Mal geht es um die Abgründe und Lichtblicke der Musik. www.mh-luebeck.de

18. JUNI – 12. SEPTEMBER 2019

KULTUR AM MEER

Immer dienstags zieht es die Liebhaberinnen und Liebhaber von Jazz, Rock, Pop und klassischer Sinfonie in die Travemünder Konzertreihe „Musik am Meer“. Jeden Donnerstag laden Autorinnen und Autoren nachmittags in den Godewindpark, wo sie aus ihren Werken lesen. www.travemuende-tourismus.de

06. JULI – 01. SEPTEMBER 2019

SCHLESWIG-HOLSTEIN MUSIK FESTIVAL

Das Schleswig-Holstein Musik Festival verzaubert Besucherinnen und Besucher durch die Kombination von klassischer Musik und außergewöhnlichen Spielorten wie Schlössern, Scheunen oder Werften. 2019 steht das Werk von Johann Sebastian Bach im Mittelpunkt. www.shmf.de

19. – 28. JULI 2019

TRAVEMÜNDER WOCHE

Sportliches Großereignis, maritimes Volks- und Familienfest, Show und Musik, kulinarische Schlemmermeile: Alljährlich präsentiert sich die Travemünder Woche vielseitig und erfrischend weltoffen. Hier trifft Segelsport auf Festival. www.travemuender-woche.com

02. – 11. AUGUST 2019

DUCKSTEIN FESTIVAL

Laue Sommerabende mit Live-Musik und Straßentheater: Direkt am Traveufer erwartet Besucherinnen und Besucher eine Mischung aus Kunst, Kultur und Kulinarik. www.duckstein-festival.de

14. – 25. AUGUST 2019

KINO UNTERM OSTSEEHIMMEL

Auf der großen Leinwand direkt am Strand können Cineasten Blockbuster und Klassiker der Filmgeschichte unter freiem Himmel genießen. Platz findet das Publikum auf den Strandterrassen, in Liegestühlen oder gemütlich in Strandkörben – ein Kinoerlebnis der maritimen Art. www.travemuende-tourismus.de

LÜBECKER KULTURNÄCHTE

TRAVEJAZZ

Regionale und internationale Jazzkünstlerinnen und -künstler bringen Lübeck zum Pulsieren. An ausgewählten Locations erlebt das Publikum auch den Facettenreichtum der Stadt – von St. Petri zu Lübeck bis zum historischen Hafenschuppen auf der Altstadtinsel. www.travejazz.de

13. – 14. SEPTEMBER 2019

20 JAHRE ARCHITEKTURFORUMLÜBECK E.V.

Im Jubiläumsjahr 2019 bespielt der Verein die Altstadt und das Roddenkoppel-Areal mit einem symbolisch-provisorischen Brückenschlag über Trave und Stadtgraben. Zudem finden spannende Vorträge, Diskussionen, Expeditionen und eine Filmreihe statt. www.architekturforum-luebeck.com

20. – 21. SEPTEMBER 2019

TRAVEMÜNDER LICHTERZAUBER

An einem der letzten Sommertage verwandelt sich der Travemünder Godewindpark in ein funkelndes Lichtermeer. Wer hierherkommt, sollte selbst Kerze, Teelicht oder Laterne mitbringen. Besucherinnen und Besucher erwarten künstlerische Darbietungen, Livemusik und ein Feuerwerk. www.travemuende-tourismus.de

29. OKTOBER – 03. NOVEMBER 2019

NORDISCHE FILMTAGE LÜBECK

Bei diesem europaweit einzigartigen Festival wird Filmkunst aus den skandinavischen und baltischen Ländern sowie Norddeutschland präsentiert. Lübeck ist Treffpunkt für die wichtigsten Vertreterinnen und Vertreter der nordischen Filmszene und eine Plattform für den talentierten Nachwuchs. www.filmtage.luebeck.de

25. NOVEMBER – 30. DEZEMBER 2019

WEIHNACHTSSTADT DES NORDENS

In der Adventszeit laden die Weihnachtsmärkte und die geschmückten Altstadtstraßen zu einem Ausflug in das UNESCO-Welterbe ein. Einzigartig sind vor allem die drei Kunsthandwerkermärkte in St. Petri zu Lübeck, im Heiligen-Geist-Hospital sowie im Hoghehus. www.luebeck-weihnachtsmarkt.de

05. – 07. JUNI 2020

HANSEKULTURFESTIVAL 2020

Ein Termin zum Vormerken für das nächste Jahr: Am ersten Juniwochenende 2020 tönt Musik durch das liebevoll dekorierte Domviertel. Theaterstücke, Straßenkunst und Lesungen ziehen die Gäste in ihren Bann. Das Festival ist eine wunderbare Gelegenheit, um die versteckten Gänge und Höfe der Stadt, vor allem aber ihre Bewohnerinnen und Bewohner sowie das Lebensgefühl der Stadt kennenzulernen. www.hansekulturfestival.de

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