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Lausitzer Rundschau

SA / SO, 24 ./ 25. OKTOBER 20 0 9

Ortsporträt Prestewitz

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Elbe-Elster-Rundschau

Die Einkaufsquelle möchte keiner missen

Die Stadt Mühlberg wünscht sich den zweiten Teil

UMFRAGE

Nachfolger von „Sturm der Verdammnis“ ist in Arbeit

Wie lebt es sich in Prestewitz?

Prestewitz. Die Mühlberger ver-

Akribie ihres Mannes für Zahlen ehren sie, die Hoyerswerdaer ak- und Fakten, ist sauer, wenn er mit zeptieren sie und die Doberluger einem Schlag zehn Seiten für umsonst erklärt, und ist würden sie gern für ihihm dankbar für die re Geschichte begeisDisziplin, die er ihr auftern. Gerade erst hat zwingt. Autorin Nora Günther „Ich habe Hochachaus Prestewitz ihr tung vor Tageszeidrittes Buch heraustungsschreibern“, ergegeben. Im Juni klärt sie. „Die müssen 2008 erschien der hisjeden Tag aktuell mehtorische Roman rere Seiten füllen. Wo„Sturm der Verdammbei ich mir natürlich nis“, im Oktober 2008 auch ein Zeitlimit aufder Kriminalroman erlege, allerdings oder „Ohne Vorwarnung“ zum Glück mit Pufund vor wenigen Tagen der historische „Mich braucht fern“, lacht sie beim Erzählen. „Es gibt TaRoman „Aribo“. niemand ge, da schreibe ich keiDurch die Vorstellung ne Seite, dann wieder ihrer Bücher ist sie fragen. Ich nur einige Sätze und ihren Fans mittlerverrate vorher an einem anderen Tag weile bestens befast ein ganzes Kapikannt und wird nicht nichts.“ tel.“ Zwischendurch selten auf der Straße liest sie Mails und angesprochen. Sie Nora Günther über neue Vorhaben Briefe ihrer Fans und nimmt es gelassen, Kritiker oder telefosteht mit beiden Beinen auf dem Boden und ist, wenn niert mit ihnen. Außerdem sorgt kein Zeitdruck besteht, immer sie für eine aktuelle Homepage für ein Schwätzchen bereit. Nora samt Gästebuch. „Wir brauchen einfach den Günther, 42 Jahre alt, Mutter von drei Kindern, hat keine Allüren. Kontakt zu den Lesern, die uns Sie redet gern, lacht viel und liebt sagen, dass sie mehr Gefühl oder Liebe im Roman wollen. Einige Kakao. erzählen, das Nachwort zuerst zu lesen und dass es deshalb nicht wegfallen darf. Oft hören wir auch, dass es ihr erster historischer Roman war, den sie gelesen haben. Und nur, weil er in der Heimat spielt“. Der Drang, imLandkreis Elbe-Elster mer besser zu werden, sorgt bei Günthers derzeit für etwas UnsiEbenso gern gibt sie montags cherheit, weil man den Nerv der ihren Schreibkurs in der Volks- Leser treffen, nichts wiederholen hochschule, singt dienstags lei- und spannend bleiben will. Der zweite Teil von „Sturm der denschaftlich im Uebigauer Frauenchor, trainiert mittwochs bei Verdammnis“, den sich die MühlGrün-Weiß Thalberg, verstärkt berger so sehr wünschen, sei donnerstags den Kurstadtsing- schon eine besondere Herausforkreis und fühlt sich freitags prima derung. „Beide Teile müssen zubei ihren Lesungen aufgehoben. sammen passen, dabei muss der Und dazwischen agiert auch im Spannungsbogen vom ersten in Hause Günther der ganz normale den zweiten Teil getragen werAlltag mit Kindern, Hausputz, den, ohne ein Abklatsch zu werEinkaufen, Elternabenden und den. Zahlen, Fakten und Handstudenlangen Sitzungen mit Co- lungen müssen eine logische FolAutor und Ehemann Gerd Gün- ge ergeben“, so die Günthers. Mona Claus ther. Nora Günther schätzt die

Wir aus

Prestewitz

„Wir fühlen uns wohl in Prestewitz“, erklärten Stan (8, links) und Tom Jackob (9) aus Prestewitz, als die RUNDSCHAU sie auf der Hauptstraße traf. Sie hatten in der Einkaufsquelle gerade Milch und Katzenfutter gekauft und freuten sich über die Herbstferien.

Thekla Beyer (66): „Auch wenn

Stefanie und Katharina Fiedler gehen regelmäßig in der Einkaufsquelle Dietrich mitten im Dorf einkaufen. „Das ist doch ideal, wenn man mal etwas vergessen hat oder eine Kleinigkeit braucht“, sagen beide. Und Verkäuferin Roswitha Hering bestätigt,

dass das Geschäft an den meisten Wochentagen sehr ordentlich angenommen wird. Kein Wunder, neben den Dingen des täglichen Bedarfs gibt es auch ein Sortiment an frischen Wurstwaren und BäFotos: Mona Claus ckereiartikeln.

Der Heimatverein ist das jüngste „Kind“ im Ort Spottsäule, Steinbaum, Hain – in Prestewitz lebt Geschichte Gerd Günther ist nicht nur in Prestewitz geboren, er ist auch Ortschronist und Vorsitzender des Heimatvereins. Und: Er jongliert gern mit Zahlen und Fakten. Von Mona Claus

„Versetzen Sie sich in das 13. Jahrhundert zurück“, bittet Gerd Günther, während er sich mit der RUNDSCHAU auf einen geschichtlichen Exkurs durch den Ort und die Prestewitz umgebende Landschaft begibt. Mit etwas Fantasie und seinem Fingerzeig ist es wahrlich möglich, im Wald die äußeren Grenzen der ehemaligen Doberluger Klosteranlage zu erahnen. Bevor dieses Areal erreicht war, ging es auf der ehemaligen Haupttangente in Richtung Luckau – auf dem Schönborner Weg (immer durch den Wald) – entlang. Den ziert am Ende der Prestewitzer Gemarkung eine Spottsäule (1904-05) mit folgendem Spruch: „Wanderer, kommst du aus dem Kreis Liebenwerda und willst nach dem Kreis Luckau, ruhe hier noch einmal aus, damit du die Wege daselbst passieren kannst.“ Wegen des schlechten Zustands lud der Weg keineswegs zur fröhlichen Weiterreise ein. Die Originalsäule befindet sich im Bad Liebenwerdaer Kreismuseum.

Wer Prestewitzer Geschichte verstehen möchte, muss auch den Steinbaum auf dem Friedhof kennenlernen. Dieser soll laut Überlieferung um 1847 aufgestellt worden sein. Ein Soldat oder Kind sei damals von einem Baum gefallen und umgekommen. „Das können wir aber nicht zweifelsfrei belegen“, so Gerd Günther. Der Steinbaum zeigt abgebrochene Äste und eine Mütze in der Krone. Die Sockelsanierung hat sich der Heimatverein zur Aufgabe gemacht. Auf die Frage, weshalb Prestewitz zwei Schulen hat, bleibt Gerd Günther keine Jahreszahl schuldig. Seit 1809 gibt es Schulbetrieb in Prestewitz. Das erste Schulgebäude wurde 1888 erbaut, 1904 folgte der zweite Schulneubau. Alles begann um 1800, als die Haupt-

Gerd Günther im Hain.

straße noch Annenstraße hieß (der Name der Frau des Rittergutsbesitzers Schumann), Neu-Prestewitz entstand und die Bevölkerung sich rasch vermehrte. Das Jahr 1904 war ein wichtiges für den Ort. Willy von Zimmermann erwarb das Jagdschlösschen, das vormalige Rittergut. Der Baumeister Zimmermann überformte das barocke Haus gründerzeitlich. Außerdem legte er den Landschaftspark, den „Heiligen Hain“, an. Er bestückte den Park mit botanischen Raritäten, legte Wege an und stellte am höchsten Punkt eine Sandsteinbank auf. Der hindurchführende Wirtschaftsweg (Saarweg) wurde in den Park integriert. Zimmermann achtete auf Sichtachsen und ließ durch geschwungene Wege am hohen Ufer entlang das Land weniger flach erscheinen. Unterhalb floss die Kleine Elster, deren renaturierte Flussschleifen heute wieder einen idyllischen Anblick bieten. Den „Heiligen Hain“ wieder zu dem zu machen, was er einmal war, daran ist dem Heimatverein besonders gelegen. Die Satzung für den neugegründeten Verein wurde am 5. Juni beschlossen, das e.V. ziert seit dem 26. August die Vereinsurkunde. Großer Dank gilt dem Maasdorfer Heimatverein, der Starthilfe gab.

man es heute mit einer Gastwirtschaft auf dem Dorf nicht einfach hat, ich fühle mich wohl in Prestewitz. Ich freue mich, dass die Feuerwehr und die Senioren unserem Geschäft die Treue halten und hoffe, auch der neue Heimatverein findet hier sein Domizil. Ich werde mich jedenfalls weiter ins Dorfleben einbringen. Mir schwebt eine Ossi-Party im März vor: Schnitzel für 2,40, Musik von einst und am besten noch Watzdorfer Bier zu 51 – jetzt Cent.“ Joachim Ziesche (77): „Ich bin ein Mensch, der sich mit jedem versteht. Ich komm’ mit allen aus – das war in der Tischlerei genauso wie später in der Landwirtschaft und dann in der Kohle. Ich bin Ur-Prestewitzer mit Leib und Seele.“ Kathrin Leisering (40): „Ganz ehrlich? Als Bad Liebenwerdaerin habe ich mich lange Zeit nicht mit Prestewitz identifiziert. Aber das ist längst anders geworden. Ich wohne jetzt 18 Jahre mit meiner Familie hier und möchte nichts mehr missen. Die Ruhe, die Natur, die Möglichkeiten Rad zu fahren und sich sportlich zu betätigen, klasse. Und: Die Dorfgemeinschaft stimmt!“ Andreas Heyde (31): „Hier hilft jeder jedem. Man kennt jeden, ich fühle mich wohl. Wir haben uns ein neues Haus gebaut, und ich bringe mich auch im Ort ein. Bei der Feuerwehr kümmere ich mich als Maschinist um allerhand Technisches, und wenn es darum geht zu feiern, bleiben wir auch nicht zu Hause.“ Christian Röhnert (18): „Ohne Übertreibung: Ich bin stolz darauf, ein Prestewitzer zu sein. Meine ganze Familie wohnt hier, ich bin bei der Feuerwehr und leite den Jugendclub. Das ist nicht immer einfach, macht mir aber großen Spaß. Vor allem, weil wir inzwischen wieder eine coole Truppe sind. Da sind viele Typen drunter, mit denen man echt was anfangen kann.“

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