22
Figur 45: Mit der Kartusche auf die Plattenkanten aufgebrachter Fugenkleber 1 Einlagig 2 Doppellagig 3 Fermacell-Fugenkleber als flacher Wulst aufgebracht
1
2
3
3
3.2.12 Fugenausbildung Zur Plattenverbindung in der Fläche stehen folgende Fugentechniken zur Auswahl: • Klebefugentechnik Die Kleberschnur muss auf die Mitte der Plattenkante aufgetragen werden (Figur 45). Beim Zusammenpressen der beiden Plattenkanten muss der Kleber die Fuge komplett ausfüllen. Die maximale Breite der Klebefuge darf 1 mm nicht überschreiten.
b
Figur 46: Fugenbreite b von 5 mm bis 7 mm oder 0,5 x Plattendicke sind einzuhalten
Figur 47: TB-Kante im Schnitt und in der Ansicht
Lignatec Innenbekleidungen
• Spachtelfugentechnik Die Fugenbreite beträgt 5 bis 7 mm bei 10 mm und 12,5 mm dicken Platten und 7 bis 9 mm bei 15 mm und 18 mm dicken Platten. Die Fugen müssen vor dem Verspachteln staubfrei sein. Es darf erst verspachtelt werden, wenn die montierten Platten trokken, also frei von höherer Baufeuchte sind. Der Fermacell-Fugenspachtel wird mit sauberem Wasser, sauberen Gefässen und Werkzeugen angerührt. Bei aussteifenden Wandscheiben sind horizontale Spachtelfugen nicht zulässig. • Trockenbau-Kante (TB-Kante) Die Fermacell-Gipsfaserplatte mit TB-Kante wird für Innenwände, Decken und die Bekleidung von Dachschrägen verwendet und kann bei statischer Anwendung der Fermacell-Gipsfaserplatte eingesetzt werden (siehe Zulassung für Wände in Holztafelbauart, Z–9.1 –187). Die Platten werden stumpf gestossen, und im Bereich der abgeflachten TB-Kante wird ein Fugenband eingespachtelt. • Stumpfer Stoss Wenn keine Anforderungen an die Oberfläche gestellt werden, kann – auch unter brandschutztechnischen Gesichtspunkten – ein stumpfer Plattenstoss ausgeführt werden. Die verschiedenen Fugentechniken weisen alle spezifische Vorteile auf:
– Vorteile der Klebefuge gegenüber der Spachtelfuge sind die hohen Zug- und Biegefestigkeiten: Die Festigkeit der Fugenverbindung entspricht den Festigkeitswerten der Fermacell-Gipsfaserplatten. – Vorteile der Spachtelfugentechnik sind die grössere Toleranz bei der Fugenbreite und dass auch gebrochene Kanten dafür geeignet sind. – Vorteil der TB-Kante ist das schnelle Verlegen der Fermacell-Gipsfaserplatten. 3.2.13 Anschlüsse Anschlüsse wie Wand – Wand (T-Verbindungen oder Eckausbildung), Wand – Decke, Dachschräge – Decke und andere sind in der Fermacell – Planungsund Verarbeitungsanleitung Holzbau dargestellt. Grundsätzlich gilt, dass Brand-, Schall- und Wärmeschutzanforderungen an die trennenden Bauteile (Wände, Decken) auch bei den Bauteilanschlüssen berücksichtigt werden müssen. Anschlüsse an fremde Bauteile und die Inneneckausbildung von Bauteilen mit Holzunterkonstruktion, welche mit Fermacell-Gipsfaserplatten beplankt sind, müssen in der Regel getrennt ausgebildet werden. Das Anspachteln an einen Trennstreifen, wie in Figur 48 dargestellt, hat sich in der Praxis als die sicherste und einfachste Variante der verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten erwiesen. Zudem ist dieser Anschluss für alle Oberflächen wie Tapeten, Fliesen, Dünnputze und Anstriche geeignet. 3.2.14 Oberflächen Fermacell-Beplankungen sind ideale Untergründe für Dünnputze (Abriebe und Abglättungen), Anstriche, Plattenbeläge (Keramik-, Natur- und Kunststein) und Tapeten. Die verwendeten Produkte müssen für Gipsbauplatten-Untergründe geeignet sein. Die Aufbau- und Verarbeitungsempfehlungen der jeweiligen Lieferanten sind zu berücksichtigen.