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Holzbulletin 67/2003 Minergie und Holz, ein starkes Doppel Passivreihenhausanlage Falkenweg, Dornbirn (A) Sentihäuser, Kriens Hotel-Management-Schule ‹Les Roches›, Randogne/Bluche Neubau Renggli-Bürogebäude, Sursee Erweiterung Landi, Gipf-Oberfrick Lignopark, Kreuztal (D) Werkhof des Forstreviers Siders und Noble-Contrée, Siders

Hotel-Management-Schule ‹Les Roches›, Randogne/Bluche: Modulbau im Minergie-Standard, in nur vier Monaten realisiert Bauherrschaft: Swiss Hotel Association, Hotel-Management-Schule ‹Les Roches›, Bluche/Montana Architekten: Joseph Zumofen, Bluche/Montana


Minergie und Holz, ein starkes Doppel

Mehr Lebensqualität, tiefer Energieverbrauch – das ist der Slogan zur Marke Minergie. Die Hauptvoraussetzungen für ein Haus im Minergiestandard sind eine dichte Gebäudehülle, eine optimierte Wärmedämmung, eine Komfortlüftung und ein effizienter Energieeinsatz in der Beheizung. Alles Voraussetzungen, die im Zusammenhang mit Holzbau mit schlanken Konstruktionen umsetzbar sind. Der Slogan schmeichelt also nicht nur Minergie, sondern gleich auch dem Holzbau. Aber vielmehr als der direkte Vergleich von Materialien scheint in heutiger Zeit wesentlich zu sein, die Überzeugung für das eine oder andere oder Freude daran zu haben. Für mich ist es eine Freude zu sehen, was mit einem urwüchsigen Material wie Holz heute machbar ist: Ganze Häuser entstehen in Holzbauweise in bester Qualität, eine grosse Bandbreite an architektonischem Spielraum steht offen, höchste Anforderungen an den Energieverbrauch und die Behaglichkeit können erfüllt werden. Der Holzbau ist ganz eindeutig im Aufschwung. Dabei gelingt es der Architektur im Holzbau immer wieder aufs neue, das Image zu prägen oder neue Bilder zu erzeugen. Spezieller Charme und Sinnlichkeit werden immer wieder aufs neue versprüht. Der Standard Minergie ist eine Referenz für die Leistungsbereitschaft des Holzbaus, gleichzeitig jedoch bilden die beiden Begriffe auch ein fast unauflösliches Wortpaar. Klar wurden bisher vorwiegend Wohnbauten mit dem Minergie-Label zertifiziert. Dieses Holzbulletin zeigt nun aber einmal andere Gebäudekategorien und Gebäudenutzungen wie ein Landi-Verkaufslokal, ein Forstzentrum, eine Schule oder ein eben entstandenes Bürogebäude. Mit einem Blick über die Grenzen zeigen wir, dass nicht nur die Schweiz die Philosophie des energieeffizienten Bauens ganz stark mit dem Bauen mit Holz verbindet. Aus Deutschland und Österreich werden zwei Wohngebäude im Passivhausstandard präsentiert. Sie fragen sich vielleicht, was die in einer Minergie-Ausgabe zu suchen haben? Ganz einfach, auch der Passivhausstandard verfolgt, auf den Bewohner umgelegt, die Zielsetzung von mehr Lebensqualität bei tiefem Energieverbrauch. In sachlicher Hinsicht sind die Voraussetzungen jedoch anders: Während sich Minergie an der Machbarkeit und an der wirtschaftlichen Verhältnismässigkeit 1154

orientiert, will man beim Passivhausstandard auf ein konventionelles Heizsystem verzichten und statt dessen über eine Luftheizung gehen, was auch wieder zu höheren Anforderungen an die Gebäudehülle führt. Zudem basieren die beiden Standards auf unterschiedlichen Berechnungsweisen, Bezugsgrössen und Vorgaben, was in der Planung zu starken Abweichungen der Resultate beim gleichen Objekt führen würde. So ist es nur sinnvoll, dass der Passivhausstandard vom Verein Minergie seit Mai 2002 als offizieller Begriff unter Minergie-P geführt wird und die Berechnungen und Anforderungen harmonisiert wurden. Minergie wird häufig nur unter der Perspektive von tiefem Energieverbrauch betrachtet. Dabei geht der Grundsatz einer verbesserten Lebensqualität fast vergessen. Gemäss Nutzungsreglement werden hohe Anforderungen an das Komfortangebot, wie tiefe Heizungsvorlauftemperatur, Luft- und Oberflächentemperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftschadstoffe im Innenraum, Schutz gegen Aussenlärm, Vermeidung von Zuglufterscheinungen, Bedienungsaufwand, an die Benutzerinformation sowie an Wirtschaftlichkeit und Ästhetik gestellt. Dass diese ‹weichen› Argumente nicht zu vergessen sind, zeigt der Erfolg mit den bereits über 2000 nach Minergie zertifizierten Gebäude. Minergie ist heute nicht einfach mehr ein Schlagwort, sondern ein akzeptierter und bestens eingeführter Baustandard. Dieser Erfolg spiegelt sich auch in der alle zwei Jahre durchgeführten Hausbau- und Minergie-Messe. Im November 2003 wird dieser Grossanlass unter der Trägerschaft des BFE, der SH-Holz in Biel sowie der Lignum zum dritten Mal durchgeführt, und zwar wiederum in der BEA in Bern, wo auf 15 000 Quadratmeter Ausstellungsfläche mit einem interessanten und reichhaltigen Rahmenprogramm rund 20 000 Besucher für 250 Aussteller erwartet werden.

Roland Brunner, Leiter Technische Kommunikation Lignum PS: Ja – mein Name steht das erste Mal an dieser Stelle. Ich habe die Redaktion des ‹Holzbulletins› per 1. April 2003 übernommen und wünsche Ihnen nun viel Freude, Inspiration und eine Portion Spannung beim Lesen.


Passivreihenhausanlage Falkenweg, Dornbirn (A)

Als erster Bauabschnitt entstand auf einem Grundstück in Dornbirn/Heinzenbeer ein Reihenhaus in Holzbauweise mit Passivhausstandard. Das gesamte Grundstück mit etwa 5000 m2 wird in weiterer Folge mit Geschosswohnbau und einem Gewerbegebäude ergänzt. Eine möglichst sensible städtebauliche Lösung mit weitestgehend unterirdischen Parkierungen stellt das wesentliche Entwurfskriterium der Gesamtanlage dar. Eine verträgliche Mischung von differenzierten Fassadengestaltungen soll die Gesamtanlage auszeichnen. Die Reihenhausanlage mit neun Wohneinheiten und einer Gemeinschaftseinheit ist als kompletter Holzbau konzipiert, was in Österreich erst durch die eben geänderten gesetzlichen Vorschriften für Brandwände möglich wurde. Der Längsbaukörper weist eine Länge von 50 m und eine Breite von 10 m auf. Die Orientierung ist Süd-Südwest. Jede einzelne Wohnung ist in zwei Geschosse unterteilt und weist 86 m2 Wohnnutzfläche auf. Ein kleiner Keller ist von jedem Gebäude aus begehbar. Es ist jederzeit möglich, beispielsweise im Obergeschoss ein Kinderzimmer und ein Elternzimmer abzuteilen.

In architektonischer, innenräumlicher Sicht soll offenes und modernes Wohnen ermöglicht werden. Grundsätzliche Veränderungen in der Benutzung sollen durch eine flexible Grundrissgestaltung – etwa durch nachträglichen Zwischenwandeinbau – gewährleistet sein. In der Grundausbauphase wird vorerst auf Zwischenwände und teure Fussbodenaufbauten verzichtet. Vielmehr wird auf eine ‹einschichtige› konstruktive Detaillierung des Baukörpers Wert gelegt. Durch eine rationelle Gebäudesituierung wird ein möglichst geringer Grundanteil angestrebt. Die Kosten werden dadurch wesentlich vermindert. Die gesamte Anlage soll durch die beschriebenen Massnahmen grundsätzlich einer sehr kostensparenden Variante entsprechen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist Ökologie in Verbindung mit den Betriebskosten. Durch den Einsatz einer kontrollierten Be-

und Entlüftung, extrem gute Wärmedämmwerte und Energiesparverglasungen sowie eine winddichte Gebäudehülle wird dieses Projekt als Passivhausanlage ausgeführt. Im wesentlichen bedeutet dies, dass die Energiekosten gegenüber herkömmlichen Gebäuden um 60 bis 80 % vermindert werden können. Die Haustechnik trägt einen wesentlichen Teil zum Passivhausstandard bei. Ein Lüftungsgerät saugt Frischluft über einen Wärmetauscher an, heizt diese über ein Heizregister falls erforderlich nach und gibt sie dann an die Raumluft ab. Die Wasseraufbereitung erfolgt über Sonnenkollektoren. Restenergie wird über eine gemeinsame Pelletsanlage geliefert. Somit ist ein vollständig autarkes System ohne den Einsatz von Gas, Öl oder Strom für Beheizung möglich.

Querschnitt

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Ort Falkenweg 5–21, 6850 Dornbirn (A) Bauherrschaft Errichtergemeinschaft Falkenweg, Dornbirn (A) Architekten Johannes Kaufmann Architektur, Dornbirn (A); Johannes Kaufmann, Rainer Gebhardt, Dark Schick, Paul Steurer Ingenieur Holzbau Merz, Kaufmann Partner, Dornbirn (A) Bauingenieur Mader & Flatz, Ziviltechniker, Bregenz (A) Bauphysik Lothar Künz, Hard (A) Holzbau Zimmerei Michael Kaufmann, Reuthe (A) Holzarten Fassade: Sibirische Lärche; Geschossdecken und Dach: Dickholzplatten aus Fichte in Sichtqualität; Bodenelemente und Aussenwände: Hohlkastenelemente, Konstruktion in Fichte, Beplankung mit Dreischichtplatten/Fermacell Umbauter Raum 3320 m3 Grundstückfläche 1390 m2 Bebaute Fläche 515 m2 Baukosten EUR 2,0 Mio. Bauzeit Juli 2002–Oktober 2002 Baujahr 2002

Ansicht Nord

Erdgeschoss

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Aufbau Dach von aussen: Kiesschüttung 60 mm 16/32 2 Lagen Villas B-2 grün 1 Lage Colonia APP blank (Villas) 1 Lage Vedatop SU (Villas) Gefälledämmung Wärmedämmung 2 x 120 mm Steinpoor 700 EPS – W 20 Vedagard SK-Plus Santer Holzbau Element 136 mm – A/B geschliffen

Aufbau Aussenwand von innen: Fermacell 2 x 12,5 mm, dazwischen Dampfsperre Konstruktion (KVH 60 x 280 mm)/Wärmedämmung Diagonalschalung 20 mm Winddichtung Lattung 20 mm Fassadenschalung 20 mm

Bauteilschnitt Aussenwand Süd

Ansicht Süd

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Sentihäuser, Kriens

Das Konzept der im Herbst 2001 bezogenen Sentihäuser in Kriens hat das zukunftsweisende Zusammenspiel von Konstruktion, architektonischer Gestaltung, Ökologie und Wohnkomfort verinnerlicht. Die neun mit dem Luzerner Holzpreis ausgezeichneten Doppeleinfamilienhäuser setzen auf dem Gebiet der Passivhaus-Technologie neue Massstäbe. Die Bauherrschaft dieses Projektes, die Luzerner Pensionskasse, war die ideale Partnerin für ein innovatives Bauvorhaben, hat sie doch vor einiger Zeit beschlossen, im Bereich der Neuinvestitionen für Immobilien neue Wege zu gehen und sich auf die Suche nach neuen Bau- und Wohnformen zu machen. Die an einem Osthang gelegene Parzelle am Rande des Siedlungsgebiets, aber nahe dem Zentrum, bot Platz für achtzehn Doppeleinfamilienhäuser. Durch die versetzte und unterschiedlich nivellierte Anordnung der neun Gebäude entstanden differenzierte Aussenräume und ein Maximum an Aussicht und Besonnung. Der geschickten Wegführung durch die Siedlung wurde vom Architektenteam besondere Aufmerksamkeit

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geschenkt; es entwarf eine eigentliche Choreographie mit einer erlebnisreichen, von Plätzen und Bäumen aufgelockerten Abfolge. Die Sentihäuser wurden in Holz-Systembauweise erstellt und mit einer Fassade aus Edelkastanienholz verkleidet. Die schlichte, aber dennoch elegante Aussenhülle verleiht den Häusern dank der präzisen Detailgestaltung und der bis hin zu den Terrassengeländern konsequent horizontal angebrachten, hinterlüfteten Schalung eine harmonische Ruhe. Die einzelnen Häuser wirken dadurch als ‹angeschnittene› Kuben, in welchen die Räume nach Kriterien der optimalen Ausrichtung und ihrer Privatheit untergebracht sind. Die von raumhohen Fenstern begrenzten Wohn- und Essräume im Erdgeschoss richten sich denn auch nach Süden und profitieren so von intensiver Sonnenbestrahlung. Das gewählte Farbkonzept konzentriert sich auf die Qualität des Kastanienholzes, welches mit der Zeit einen Grauton annehmen wird. Entsprechend sind die Fensterrahmen in Anthrazit gehalten, und die als Trennelemente fungierenden, hellgrauen Betonwände runden die monochrome Farbpalette

ab. Das formal und gestalterisch eher strenge Konzept ermöglicht grösstmögliche Flexibilität und lässt den Bewohnern Freiräume in der Gestaltung. Minergie-Standard, Passivhaus-Technologie – der energieeffizienten und nachhaltigen Art zu bauen liegt in jedem Fall die HolzSystembauweise zugrunde. Holz kommt dabei in Form eines mehrschichtigen Boden-, Wand- und Deckenaufbaus zum Tragen. Die einfache kubische Form der Sentihäuser garantiert ebenso ein Minimum an Wärmeverlust wie die superverglasten Fenster. Neben der geschickten Grundrisseinteilung und einer rundum dichtgedämmten Hülle trägt der Wärmehaushalt und mit ihm die Klimatechnik zum ökologischen Umgang mit den nichterneuerbaren Ressourcen und zur Behaglichkeit im Hausinnern bei. Dadurch braucht ein Sentihaus weniger Energie, als konventionell gebaute Häuser allein an Haushaltstrom benötigen. Ein optimales Zusammenspiel von modernster Technik und natürlicher Bauweise führt zu einem Wohnkomfort, der hoffentlich bald für alle selbstverständlich und auch ökonomisch auf der ganzen Linie vertretbar sein wird.


Ort Obernau, 6010 Kriens Bauherrschaft Luzerner Pensionskasse (LuPK), Luzern Architekten Lischer Partner Architekten Planer, Luzern Bauingenieur Ingenieure WSB, Emmenbrücke Ingenieur Holzbau Pirmin Jung, Rain Haustechnikplaner bw Haustechnik, Hünenberg Bauphysik Ragonesi, Strobel & Partner, Emmenbrücke Generalunternehmer Renggli AG, Schötz Bauvolumen 1780 m3 pro Doppelhaus Grundstücksfläche 10 600 m2 Kubikmeterpreis SIA 116 (BKP 2) CHF 721.–/ m3 Baujahr 2001

Situation

Ansicht Süd

Ansicht Ost

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Gebäudeschnitt

Aufbau Flachdach von aussen: Schutzschicht extensiv begrünt Abdichtung Holzspanplatte Hinterlüftung Holzweichfaser-Unterdachplatte Balkenlage/Wärmedämmung OSB/Dampfsperre/Luftdichtung Lattenrost/Installationsraum Gipsplatte vollflächig gespachtelt und gestrichen

Aufbau Aussenwand von innen: Gipsputz Fassadenschnitt

Fermacell 2 x 12,5 mm/OSB Dampfbremse/Luftdichtung Flammex 380 mm Konstruktion BSH/ Wärmedämmung Äussere Elementbeplankung Hinterlüftung 21 mm Fassadenschalung liegend in Kastanie

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Erdgeschoss

19

Obergeschoss

Dachgeschoss

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Hotel-Management-Schule ‹Les Roches›, Randogne/Bluche

Im Sommer 1999 entstand auf dem Gelände der Hotel-Management-Schule ‹Les Roches› ein zweigeschossiges Schulgebäude, das durch seine innovative Bauweise und ein zukunftweisendes Konstruktions- und Haustechnikkonzept auf sich aufmerksam macht. Nach nur viermonatiger Planungs- und Realisierungszeit war das Gebäude bezugsbereit, wobei dem Gedanken der nachhaltigen und ökologischen Entwicklung besonders Rechnung getragen wurde. Als eine von drei Schweizer Schulen bildet die Hotel-Management-Schule ‹Les Roches› jährlich 1000 Studenten aus über 50 Nationen aus und geniesst dadurch weltweit einen ausgezeichneten Ruf. Ein neuer Studiengang und der starke Zustrom an Studenten machten einen neuen Schultrakt mit sechs Klassenzimmern notwendig. Die sehr kurze Realisationszeit und die minimale Lärmbelastung bei der Montage – was einen ungestörten Schulbetrieb im angrenzenden Hauptgebäude erlaubte – liessen einen Holzbau als bevorzugte Lösung erscheinen.

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Der zweigeschossige Neubau bildet ein eigenständiges Bauvolumen und hebt sich in konzeptioneller wie gestalterischer Hinsicht klar von der bestehenden Anlage ab. Der Baukörper ist in komplett im Werk vorgefertigter Modulbauweise realisiert. Die zwei Geschosse mit je 225 m2 Grundfläche weisen einen identischen Grundriss auf und beinhalten total sechs Klassenzimmer, wobei die beiden Grossräume als Gemeinschaftssaal für EDV- und Projektarbeiten genutzt werden. Die Geschosse sind durch eine ebenfalls vorgefertigte Stahltreppe erschlossen. Die Tragstruktur des Gebäudes besteht aus Rippenplattenelementen mit integrierter Wärmedämmung als Boden- und Dachelemente, jeweils abgestützt auf vier Eckpfosten für die Vertikallasten. Die aussteifenden Aussenwand- und Innenwandelemente sind in Holzrahmenbauweise erstellt. Die Aussenwandelemente bestehen aus einer inneren Beplankung aus Gipsfaserplatten, einer äusseren Beplankung aus Weichfaserplatten, dazwischenliegender Wärmedämmung und einer Fassade mit offenen Douglaslatten. Die Verbindung zu

Raumzellen erfolgt durch in den Eckpunkten angeordnete Stahlteile. Im Werk wurden 18 Module mit fertig eingebauten Fenstern, Fassadenverkleidung, vorbereiteter Elektroninstallation und Malerarbeit bereitgestellt. Mit Spezialtiefladern erfolgte der Transport nach Bluche, wo sie mit einem Pneukran auf dem vorbereiteten Fundament versetzt wurden. Die Montage der Anlage dauerte insgesamt drei Tage. Die Kompatibilität mit dem Modulbau war eine zentrale Fragestellung in der Konzeption des Heizsystems, wo konventionelle Heizungen nicht vollends überzeugten. Die Bauherrschaft liess sich von einer Lufterneuerungsanlage mit Erdregister, Wärmetauscher und Heizanteil überzeugen, ausgerichtet auf die Vorgaben des Minergie-Labels. Unterstützt von entsprechenden Fachplanern, wurde die Lage der Installationen der Lufterneuerungsanlage und der Elektroinstallationen als Basis für die Elementproduktion durch den Holzbauer geplant. Auch der Einbau der Installationen erfolgte komplett durch den Holzbauer.


Längsschnitt

Grundriss

Ort 3975 Randogne/Bluche Bauherrschaft Swiss Hotel Association, Hotel-Management-Schule ‹Les Roches›, Bluche/Montana Architekten Joseph Zumofen, Bluche/Montana Generalunternehmer/Holzbau/Tragwerksplanung Erne modul technologie, Laufenburg Energie- und Haustechnikplanung Innoplan GmbH, Ingenieurbüro SBHI, Schöftland Holzarten Fassade: Douglasie (unbehandelt); Rippenplattenelemente: Dreischichtplatten und BSH-Rippen Kubikmeterpreis SIA 116 (BKP 2) CHF 494.–/ m3 Bauzeit 4 Monate Baujahr 1999

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Neubau Renggli-Bürogebäude, Sursee

Zu Anfang dieses Jahres haben die Renggli AG und diverse Partnerbetriebe das neue Bürogebäude an der Suhre in Sursee bezogen. Es ist ein Kompetenzzentrum des zukunftsorientierten Bauens, und der Bau lebt dies gleich selber vor: Das Gebäude ist nach den neuesten technologischen Erkenntnissen erstellt und braucht 85 % weniger Energie, als gesetzlich gefordert wäre. Das neue Renggli-Bürogebäude befindet sich in sensibler Umgebung in vorstädtischer Lage: Auf seiner Strassenseite steht es dem denkmalgeschützten St.-GeorgSchulhaus und dem neuen Stadthof von Luigi Snozzi gegenüber. An seiner Rückseite liegt der Flusslauf der Suhre, der zusammen mit einem öffentlichen Fussweg durch das Gebäude führt. Es ist nicht ein Bau, der mit schrillen Tönen auf sich aufmerksam macht, sondern einer, der seine Philosophie still erzählt – weil energieeffizient gebaut zu sein für ihn nichts Besonderes ist, sondern ganz selbstverständlich.

Nach den geltenden Gesetzesvorschriften würde dieses Gebäude jährlich 41 500 Liter Heizöl verbrauchen. Das neue Bürogebäude liegt mit seinen Energiewerten um 85 % unter den SIA-Vorschriften (bzw. 41 % unter den Vorgaben des MinergieStandards). Auf den Energieträger Heizöl umgerechnet wären es somit 5600 Liter. Effektiv sind es aber null Liter Heizöl, denn beim Renggli-Neubau in Sursee werden ausschliesslich erneuerbare Energien eingesetzt. Zudem erfolgte die Wahl des neuen Standortes sehr bewusst. Man wollte näher zu den Leuten, also in eine Zentrumsgemeinde ziehen, die auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut erschlossen ist. Der Neubau ist in Holzsystembauweise erstellt, was angesichts seiner Viergeschossigkeit auf den ersten Blick erstaunen mag. Bauten dieser Dimensionen wurden früher meist mit anderen Materialien als Holz erstellt, doch heute sind die Möglichkeiten anders. Das zugrundeliegende Baumaterial Holz kommt in der Fassadengestaltung zum Ausdruck; es wird ergänzt durch vorgefer-

494.68

Ansicht Südost

508.81

508.81 508.20

Ansicht Südwest

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tigte Fensterelemente. Sie sind eine gelungene Symbiose der Materialien Aluminium (Zargen), Glas (Fenster) und Holz (Fensterrahmen). Die Rolläden sind ebenfalls in diese Elemente integriert. Im Innern sind die Büroflächen zu Raumgruppen zusammengefasst, die von einem der drei vertikalen Erschliessungskerne (Lift, Treppenhaus) rollstuhlgängig erschlossen sind. Im Hinblick auf eventuelle zukünftige Veränderungen haben die Planer für den Bürobereich ein modulares System gewählt, mit dem sich die einzelnen Raumgruppen unterschiedlich zuordnen lassen. Im rückseitig erhöhten Bereich des Gebäudes bei den beiden Flussarmen liegen ausserdem vier exklusive Grosswohnungen und zwei einzigartige Ateliers.


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Aufbau Flachdach von aussen: Extensive Begrünung 80 mm oder begehbar (Holzrost 70 mm) Schutzvlies Abdichtung (Foliendach) Gefällsplatten PUR Alu-kaschiert 20–60 mm Polyurethanhartschaumplatte PUR Alu-kaschiert 80 mm (120 mm) Trittschalldämmung 10 mm (nur wo begehbar) Dampfbremse OSB-3 25 mm Balkenlage 80 x 220 mm/ Mineralwollplatte 60 mm OSB-3 25 mm heruntergehängte Decke/ Gipskartonplatten 2 x 12,5 mm teilweise zusätzliche Akustikdecke/ Mineralwollplatte 30 mm/ Gipskartonplatte 12,5 mm

Aufbau Aussenwand von innen: Gipskartonplatte 12,5 mm verputzt Dampfbremse/Luftdichtung OSB-3 15 mm Holzrahmen 80 x 240 mm/Mineralwolle Fermacellplatte 15 mm Wasserdichtigkeitsschicht Lattung 27 mm stehend/Hinterlüftungshohlraum Holzverkleidung 27 mm liegend

Aufbau Decke von oben: Parkett 15 mm Anhydrit-Fliessestrich 55 mm Trenn- und Gleitlage Trittschalldämmung Mineralwollplatte 20 mm Polystyrolhartschaumplatte (F20) 20 mm OSB-3 25 mm Balkenlage 120 x 280 mm/ Mineralwollplatte 60 mm Dreischichtplatte 27 mm heruntergehängte Decke/ Gipskartonplatten 2 x 12,5 mm teilweise zusätzliche Akustikdecke/ Mineralwollplatte 30 mm/ Gipskartonplatte 12,5 mm

Aufbau Decke von oben: Parkett 15 mm Anhydrit-Fliessestrich 55 mm Trenn- und Gleitlage Trittschalldämmung Mineralwollplatte 20 mm Polyurethanhartschaumplatte PUR Alu-kaschiert 100 mm Stahlbetondecke 250 bis 400 mm

Fassadenschnitt

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Fassadenansicht


342 000

Ortbeton-Zwischenpodest

342 000

Eisinger EPX 65 4

Ort St. Georgstrasse 2, 6210 Sursee Bauherrschaft St. Georg Immobilien AG, Sursee Architekten Scheitlin & Syfrig Architekten, Luzern Bauingenieur Bucher + Dillier AG, Luzern Ingenieur Holzbau Makiol + Wiederkehr, Beinwil am See Bauphysik Ragonesi, Strobel & Partner, Emmenbrücke Bauausführung Renggli AG, Schötz Holzarten Fassade: Fichte mit Spezialbehandlung; Konstruktionsholz: BSH 100 m3, Kerto 12 m3, lamellenverleimtes Rahmenholz 360 m3; Platten: OSB 15 mm 6582 m2, OSB 25 mm 3233 m2, Dreischichtplatten 27 mm 3427 m2, Einschichtplatte 24 mm 100 m2, Spanplatte 19 mm 1444 m2 Gebäudekubatur SIA 116 20 940 m3 Geschossfläche BGF 5920 m2 Investitionskosten CHF 13,5 Mio. Bauzeit Januar–Dezember 2002 Baujahr 2002

DL

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HFL

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2.5

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321 001

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Eisinger EPX 65 4

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Erdgeschoss

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Erweiterung Landi, Gipf-Oberfrick

Die Landi Gipf-Oberfrick, ein Center für Gartenartikel und landwirtschaftliche Produkte, hatte sich früher in einer alten Futtermühle niedergelassen. Um weiter wachsen zu können, suchte sie nach einem einfachen, wirtschaftlichen und rasch realisierbaren Bau mit möglichst viel einheimischem Holz. Die Forderung zeugt von Umsicht, denn die Anwendung von Holz generiert mehr Arbeitsstunden in der Region als andere Baukonstruktionen und Baustoffe. Auf Einladung zu einem Projektvorschlag arbeiteten Architekt und Holzbauunternehmen eng zusammen. So konnten Konstruktion, Bauzeit und Wirtschaftlichkeit optimiert werden. Das Resultat ist ein einfacher, kompakter Baukubus mit möglichst grosser Nutzungsflexibilität. Der Grundriss ist nahezu quadratisch. Gut isolierte Aussenwände und vier Stützen tragen die über 420 m2 grossen Decken.

Erdgeschoss/Situation

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Diese sind auch im Obergeschoss mit dem bestehenden Bau verbunden. Alle Geschosse und die bestehende Lagerfläche werden mit einem grossen Warenlift erschlossen. Der Bau ist so konzipiert, dass der Laden zur Strasse offen erscheint und näher zum Kunden rückt. Grosse Glasflächen lassen die Produkte gut präsentieren, und unter dem Vordach entsteht eine weitere Verkaufsfläche. Obwohl alle Haustechnikleitungen sichtbar geführt sind, geben die naturbelassenen Holzoberflächen einen warmen und sinnlichen Eindruck im Gebäudeinneren. Die Fassadenverkleidung besteht aus einer hinterlüfteten, gestrichenen DuripanelPlatte. Das Flachdach wurde als Warmdach ausgebildet, mit einer EPDM-Folie gedichtet und extensiv begrünt. Die Wärmedämmung in Aussenwänden und Decken von 22–25 cm und eine kompakte Gebäudeform sind gute Voraussetzungen, um den Minergiestandard zu

erfüllen. Der neue Bau ist mit einer kontrollierten Lüftung mit Wärmerückgewinnung ausgerüstet und versorgt alle Räume mit Frischluft. Wände und Decken des Erd- und Obergeschosses wurden in grossformatigen Holzelementen vorfabriziert. Das kantonale Baudepartement Aargau zeichnete am 14.2.03 den Erweiterungsbau mit dem Minergie-Label AG 112 aus.


Ort Gerenweg 4, 5073 Gipf-Oberfrick Bauherrschaft Landi, Gipf-Oberfrick Architekten Birri Architekten AG, Stein Statik Beton Fischer & Schild AG Ingenieure, Frick Holzbau Erne Holzbau, Laufenburg Holzarten Brettschichtholz Tanne–Fichte, Kerto- und OSBPlatten naturbelassen; Pfosten-Riegelverglasung im EG; Holzfenster gestrichen im OG Bauvolumen 4600 m3 Beheizte Fläche 915 m2 Ladenfläche neu 420 m2 Büroflächen neu 477 m2 Lager 440 m2 Kubikmeterpreis SIA 116 (BKP 2) CHF 350.–/ m3 (ohne Bürotrennwände im OG) Bauzeit September 2002–Februar 2003 Baujahr 2003

Längsschnitt

Aufbau Decke von oben:

Aufbau Flachdach von aussen:

Belag 5 mm

Begrünung/Kies 80 mm

Unterlagsboden und

Abdichtung Flachdach EPDM

Dämmung 80 mm

Kerto 24 mm

Kerto 24 mm

Steg 60 x 220 mm/Zellulosedämmung

Steg BSH 60 x 320 mm/

Kerto 27 mm

Hohlraumdämmung 120 mm Schüttung Splitt 50 mm

Aufbau Aussenwand von innen:

Kerto 33 mm

OSB-4 18 mm Dampfbremse Flammex Konstruktion 160 mm/Mineralwolle Kronotec DP 35 40 mm Lattenrost 24 mm

Fassadenschnitt

Fassadenschnitt

Zementgebundene Faserplatte 16 mm

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Lignopark, Kreuztal (D)

In Kreuztal entstand 2001 ein ökologischer Wohnungspark für betreutes Wohnen im Passivhausstandard. Für die Anlage wurde ein Konzept entwickelt, das für Menschen aller Altersklassen, die auf Hilfe anderer angewiesen sind, entsprechenden Wohnraum bietet. Insgesamt sind sechs Häuser mit je vier Geschossen vorgesehen, die jeweils 19 Wohnungen enthalten. Ein Gebäude beinhaltet die Gemeinschaftseinrichtungen, Service und Pflege. Alle Wohnungen sind barrierenfrei geplant, einige sind auch rollstuhlgängig. Die Wohnungsgrössen betragen 40, 51, 65 und 77 m2 und sind für eine bis vier Personen bemessen. Das Konzept der Heizung und Lüftung basiert auf einer kontrollierten Lüftung mit Einbezug verschiedener baulicher und haustechnischer Installationen. Jede Wohnung hat als wettergeschützte Zone einen Solar-Erker als lamellenverglaste Loggia oder Wintergarten

(Passiv-Solar-Zone), welcher genau wie das Treppenhaus dem Wohnbereich als Wärmepuffer dient. Die Zufuhr der kalten Luft erfolgt aus dem Untergeschoss und aus dem Luftkeller. Bei längeren Kälteperioden kann die Warmluft auch zusätzlich aus einem 49-kW-Gasheizkessel gewonnen werden. Die Steuerung der Wohnungslüftungsanlage erfolgt vollelektronisch mit Einzelraumregelung, indem kleinste Elektromotoren bei Bedarf die Klappen der Luftkanäle öffnen und schliessen. Die gesamte konstruktive und nichttragende Baumasse ist als Massivholzbausystem in Tafelbauweise errichtet. Die Wärmedämmung besteht aus Holzfaserdämmplatten, so dass das Gebäude zu 70 % aus fester Holzmasse gebildet wird. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde der Baukörper in viergeschossiger Bauweise erstellt. Die Beplankungen der Wände und Decken sind in hoher Qualität ausgeführt. Zweischalige Wohnungswände mit einem innenliegen-

Ort Lignopark, 57223 Kreuztal (D) Bauherrschaft Arlt LignoPark Gesellschaft GmbH, Kreuztal (D) Architekten Manfred Arlt, Kreuztal (D) Tragwerksplanung Lignotrend AG, Weilheim-Bannholz (D) Wohnungslüftung conitair GmbH, Berlin (D) Holzbau Holzbau Amann GmbH, Weilheim-Bannholz (D) Holzarten Fassade: Douglasie und Lärche (unbehandelt); Konstruktion Wand, Decke, Dach: LignotrendMassivholzelemente; Dämmung: Holzfaserdämmplatten Grundstückfläche 1460 m2 Bebaute Fläche 491 m2 Bruttorauminhalt 5708 m3 Brutto-Grundfläche inkl. Untergeschoss 1990 m2 Bauzeit 2000–2001 Baujahr 2001 1170

den Luftpolster sowie die Geschossdecken mit einer Grauwacke-Splitt-Schüttung bieten den notwendigen, gutachtlich nachgewiesenen Schallschutz. Die Aussenwände sind mit Winddichtfolie sowie einer Wärmedämmung aus Holzfaserdämmplatten (18 cm) ausgestattet und mit Douglasienbrettern in den Obergeschossen beziehungsweise mit Lärche im Attikageschoss verkleidet. Imprägnierungen und Anstriche des Holzes sind aufgrund des konstruktiven Holzschutzes überflüssig. Die Fenster bestehen ebenfalls aus Holz und sind mit einem deckenden, farbigen, wasserlöslichen Lackanstrich versehen. Als Fussbodenbeläge wurden für den Treppenraum Keramikfliesen und für die Wohnungen Dielen gewählt. Die Dachflächen erhielten eine extensive Begrünung mit Sedumgewächsen.


Ansicht S端d

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Ansicht Ost

Ansicht West

Aufbau Decke von oben: Belag 3,5 mm Trockenunterboden 25 mm Trittschalldämmung 40 mm Holzweichfaserplatte 15 mm Lignotrend-Deckenelement 165 mm/ Splittfüllung Federbügel 40 mm Aufbau Aussenwand von innen:

Gipskartonplatte 2 x 12,5 mm

Gipskartonplatte 2 x 12,5 mm Lignotrend-Massivholzelement 110 mm Foamglas 60 mm + 40 mm

Aufbau Aussenwand von innen:

Faserzementplatte 30 mm

Gipskartonplatte 2 x 12,5 mm Lignotrend-Massivholzelement 110 mm Dämmung 2 x 100 mm

Aufbau Decke von oben:

Holzfaserplatte 18 mm

Belag 3,5 mm

Lattung 40 mm

Trockenunterboden 25 mm

Fassadenverkleidung 19 mm

Dämmung 2 x 60 mm Dampfsperre Lignotrend-Deckenelement 165 mm/ Blähtonfüllung Dämmung 60 mm

Fassadenschnitt im Sockelbereich

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Fassadenschnitt im Geschossdeckenbereich


Aufbau Flachdach von oben: Bl채hschiefer 100 mm Abdichtung D채mmung 140 mm Dampfsperre Lignotrend-Massivholzelement 100 mm Federb체gel 40 mm Gipskartonplatte 18 mm + 15 mm

Aufbau Innenwand: Gipskartonplatte 2 x 12,5 mm Lignotrend-Massivholzelement 70 mm D채mmung 40 mm Luftschicht 20 mm Lignotrend-Massivholzelement 70 mm Gipskartonplatte 2 x 12,5 mm

Schnitt durch die Wohnungstrennwand im Anschluss zum Flachdach

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Werkhof des Forstreviers Siders und Noble-Contrée, Siders

Auf der ‹Ile Falcon›, gelegen in der Industriezone nahe der Agglomeration von Siders, steht der neue Werkhof, gebaut durch die Betriebsgemeinschaft der Forstreviere Siders und Noble-Contrée. Diese umfasst die Wälder der Gemeinden Siders, Miège, Veyras, Venthône, Mollens, Randogne und der ‹Grande Bourgeoisie de Noble-Contrée›. Der Werkhof dient vielen Aktivitäten dieser Betriebsgemeinschaft. Neben den eigentlichen forstlichen Arbeiten wie dem Waldbau, der Holzernte und Rückearbeiten wird auch forstliches Bauwesen sowie Grünverbau, die Herstellung von Holzkästen und Lawinenverbauungen betrieben. Die Betriebsgemeinschaft stellt auch Rundholzbauten wie Sitzbänke und Spielplätze her. Der Werkhof steht in Ost-West-Richtung auf einem grossen, geteerten Platz, der auch das Lagern von Rundholz gestattet. Sein weit über die Aussenwände ragendes Dach schützt ein rechteckiges Gebäudevolumen. Ein grosszügig bemessener Arbeitsplatz schliesst an die Nordfassade an und wird vom kunstvoll abgestützten Vordach vor dem Wetter geschützt. Das Gebäude ist zweistöckig: Im Erdgeschoss befinden sich neben der grossen, über zwei Stockwerke hohen Fahrzeughalle die Unterhaltswerkstätten, die Lagerräume für Werkzeuge und Betriebsstoffe sowie die Aufenthalts- und Sanitätsräume für das Forstpersonal.

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Letztere bestehen aus einem Umkleideraum, Duschen, Toiletten und einem grosszügigen Speiseraum. Das Obergeschoss ist sowohl von innen als auch von aussen erschlossen. Es dient den administrativen Arbeiten der Revierverwaltung und der Schulung, für die ein Unterrichtsraum eingerichtet wurde. Weitere Lagerräume befinden sich ebenfalls auf diesem Stockwerk. Im unteren Teil des aussen angeordneten Treppenhauses aus Beton ist die Heizung untergebracht. Das Treppenhaus dient als öffentlicher Zugang zu den Verwaltungsräumen und im Brandfall als Fluchtweg. Die Aussen- und Zwischenwände sind in Holzrahmenbauweise vorgefertigt und mit einer 20 cm dicken Isolation aus Mineralwolle versehen. Die Aussenverkleidung besteht aus einer horizontalen Fichtenschalung mit offenen Fugen, die alle 28 cm durch eine überstehende, 55 x 55 mm grosse Profilleiste gegliedert wird. Zwei grosse, verglaste Tore und grosszügig bemessene Fenster lassen viel Tageslicht in die Räume eindringen. Die Geschossdecke und das Dach wurden mit Brettstapelelementen aus Weisstanne ausgeführt. Die Herstellung dieser Elemente, das Isolieren der Werkhalle, die Aussenverkleidungen sowie die Dachuntersichten wurden vom Forstpersonal ausgeführt. Die Tragkonstruktion des weit auskragenden Vordaches auf der Nordfassade besteht aus aneinandergereihten und miteinander ver-

schraubten Brettern aus Weisstanne und ist, wie auch die restlichen Tragwerke, vom Zimmermann gefertigt. Das Gebäude erfüllt die Bedingungen des Minergie-Labels, wie vom zuständigen kantonalen Amt für öffentliche Bauten verlangt. Für die beheizten und unbeheizten Räume ist das Gebäude überdurchschnittlich gut isoliert. Zudem konnten durch die vorrangige Verwendung von Holz, das aus der Umgebung stammt und vom Bauherrn gestiftet wurde, namhafte Einsparungen im Transport und der Verarbeitung getätigt werden. Auch konnten Arbeiten von über 15 % der gesamten Baukosten durch die Betriebsgemeinschaft selbst ausgeführt werden. Gesamthaft wurden gegen 230 Festmeter Holz aus den Wäldern des Forstreviers für den Bau des Werkhofes verwendet.


Erdgeschoss

Ort Ile Falcon, 3960 Siders Bauherrschaft Forstrevier Siders und Noble-Contrée, Siders Architekt Pierre-Antoine Masserey S.à.r.l., Venthône Ingenieur Holzbau Job Renaissance, Patrice Dayer, Siders Bauingenieur Bureau d’ingénieur SA, Siders Haustechnik Camille Bayard, Siders Holzbau Dénériaz SA, Sitten Volumen Holz 120 m3 Kubatur SIA 116 2038 m3 Kubikmeterpreis SIA 116 (BKP 2) CHF 402.–/ m3 Bauzeit Oktober 2001–Mai 2002 Baujahr 2002

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Korrigenda zu Holzbulletin 66/2003

Smallhouse Fotografie im Impressum wurde der Name des Fotografen für das Objekt ‹Smallhouse› falsch angegeben. Es handelt sich richtig um Andreas Greber aus Hasle-Rüegsau.

Modulares Schulhaus ‹Zürich Modular›

Schulpavillon Creusets, Sion

Schulpavillon, Vevey

Ort rte de St-Guérin 34, 1950 Sion VS

Ort Av. Louis Levade 3, 1800 Vevey VD

Ort 26 Standorte in Aussenquartieren der Stadt Zürich

Bauherrschaft Kanton Wallis

Bauherrschaft Stadt Vevey

Konzept und Holzbau Astori frères, Bramois

Architekten J.-F. Vögtlin ETH/SIA, Mont-sur-Rolle

Haustechnik Valcalorie, Sion

Holzbau Hürzeler Holzbau AG, Magden

Konstruktion Modulbauweise, schnell und kostengünstig aufgebaut, Minergie-Standard

Konstruktion Vorfabrizierte Holzbauelemente, demontierbar, Aussenhülle in gehobelten Douglasienbrettern

Bauphysik Gartenmann Engineering AG, Basel

Nutzfläche 330 m2 pro Pavillon

Nutzfläche 140 m2

Kubatur SIA 116 1796,5 m3 pro Pavillon

Kubatur SIA 116 630 m3

Konstruktion Modulbauweise, eingeschossiger Einheitspavillon, Installationen integriert, Materialisierung Oberflächen vorwiegend Mehrschichtplatten

Bauzeit 8 Wochen ab Bestellung inkl. 3 Tage Montage

Montage 5 Tage

Bauherrschaft Amt für Hochbauten der Stadt Zürich Architekten Bauart Architekten, Bern Ingenieure Boss Holzbau AG, Thun Holzbau Wey Elementbau AG, Villmergen

Kubatur SIA 116 323 m3 (Beispiel Pavillon Auhof)

Baujahr 2001

Baujahre 2000 (1. Etappe) und 2001 (2. Etappe)

Kubikmeterpreis SIA 116 CHF 442.–/m3 Planungs- und Bauzeit ca. 8 Monate Baujahre 1998–2002

Lignum Schweizerische Holzwirtschaftskonferenz Conférence suisse de l’économie du bois Conferenza svizzera dell’economia del legno Falkenstrasse 26 CH-8008 Zürich Tel. 01 267 47 77 Fax 01 267 47 87 E-Mail info@lignum.ch Internet www.lignum.ch

Holzbulletin, Juni 2003 Herausgeber Lignum, Schweizerische Holzwirtschaftskonferenz, Zürich Conrad Gossweiler, Direktor

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Verantwortlich Roland Brunner Redaktion Roland Brunner, Lignum, mit André Carlen und Joëlle Cornuz, Lignum-Cedotec Gestaltung BN Graphics, Zürich Fotografie Ignacio Martínez, Lustenau (Passivreihenhausanlage Falkenweg); Lischer Partner Architekten Planer, Luzern (Sentihäuser); Erne modul technologie, Laufenburg (Hotel-Management-Schule ‹Les Roches›); Walter Mair, Zürich (Neubau Renggli-Bürogebäude); Erne modul technologie, Laufenburg (Erweiterung Landi); Lignotrend AG, Weilheim-Bannholz (Lignopark); Corinne Cuendet, Clarens (Werkhof des Forstreviers Siders und Noble-Contrée) Administration, Abonnemente, Versand Andreas Hartmann, Lignum

Druck Neidhart + Schön Group, Zürich ISSN 1420-0260 Das Holzbulletin erscheint viermal jährlich in deutscher und französischer Sprache. Jahresabonnement CHF 48.– Einzelexemplar CHF 15.– Sammelordner CHF 80.– Sammelordner leer CHF 10.– Preisänderungen vorbehalten. Lignum-Mitglieder erhalten das Holzbulletin und die technischen Informationen der Lignum, Lignatec, gratis. Die Rechte der Veröffentlichung für die einzelnen Bauten bleiben bei den jeweiligen Architekten. Alle Angaben stammen von den Bauplanern.

Holzbulletin 67/2003  

Minergie und Holz, ein starkes Doppel

Holzbulletin 67/2003  

Minergie und Holz, ein starkes Doppel